Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Letzten Sonntag nach Epiphanias. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 2. Petrusbrief, Kapitel 1, die Verse 16-19. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Denn wir sind nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir euch kundgetan haben die Kraft und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus; sondern wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen. Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm kam von der großen Herrlichkeit: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Und diese Stimme haben wir gehört vom Himmel kommen, als wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen.

Liebe Gemeinde,

nachdem die Feiertage nunmehr beendet sind, bekommen wir mit unserem heutigen Predigttext ganz konkrete Handlungsanweisungen, wie wir als Christen durch die Welt gehen sollen und zwar unabhängig von allen äußeren Umständen.

Lassen Sie uns doch einmal gemeinsam das anschauen, was uns Petrus rät:

1. Seid Zeugen in der Welt

Auf dem Berg der Verklärung hatten Petrus, Johannes und Jakobus ein besonderes Erlebnis. Sie sahen die Herrlichkeit des Herrn, aber auch Mose und Elias. Sie hörten, wie der große Gott selber zu Jesus sagte: „Dies ist mein geliebter Sohn an dem ich Wohlgefallen habe.“

Sie erlebten dies alles sichtbar und vollkommen real. So wie wir aus dem Fenster schauen und unsren Garten als real wahrnehmen, so nahmen Petrus, Johannes und Jakobus dieses Geschehen wahr. Wäre es nur Petrus gewesen, so könnte man sagen: Er hat sich des nur eingebildet. Aber es waren drei Zeugen, die dieses Geschehen wahrgenommen haben.

Und der auferstandene Jesus wurde später nicht nur von Paulus gesehen, sondern von über 500 Menschen, von denen die meisten noch lebten, als Paulus dieses Erlebnis niederschrieb.

Und weil wir diese Zeugnisse von absolut vertrauensvollen Jüngern gehört haben, so ist es unsere Aufgabe, dies weiterzusagen.

Wir dürfen eben ganz gewiss davon ausgehen, dass wir keine ausgeklügelten Fabeln verkündigen, sondern unseren Mitmenschen das berichten, was vor 2000 Jahren ganz real geschehen ist.

Neben Covidleugnern treffen wir natürlich auch seit 2000 Jahren auf Jesusleugner. Genauso real, wie das Covidvirus existiert, genauso real lebt unser Herr mitten unter uns. Wir machen uns also nicht lächerlich wenn wir die frohe Botschaft verkündigen.

2. Das prophetische Wort

Wir kennen alle die Propheten des Alten Testamentes. Allen voran hat der Prophet Jesaja exakt vorausgesagt, wie und wo und von wem Jesus geboren werden sollte, wie er für uns starb und was es mit seinem Tod auf sich hatte.

Ich habe das folgende Beispiel schon einmal verwandt; Stellen wir uns vor, ein Wahrsager sagt ein bestimmtes Ereignis voraus, welches sich Jahrhunderte später genauso erfüllt, wie er es vorausgesagt hat. Gut, kann man sagen Glück gehabt.

Jetzt sagt der Wahrsager noch zwei andere Gegebenheiten voraus, die genau so exakt eintreffen. Man könnte schon ins Grübeln kommen.

Rund 300 Prophetien des Alten Testamentes, also nicht drei oder vier, sind genau so geschehen, wie Gott dies seinen Propheten vorhergesagt hat. Ich glaube, da kann kein Mensch mehr von Zufall reden.

Wenn also über 300 Prophetien des Alten Testamentes so eingetreten sind, wie Gott es seinen Propheten in den Mund gelegt hat, so dürfen wir auch getrost darauf vertrauen, dass auch die Verheißungen, die noch nicht eingetreten sind, auch tatsächlich so geschehen werden, wie wir es in der Bibel vorfinden.

Weil wir dies wissen, dürfen wir dies auch unseren Mitmenschen voller Überzeugung weitersagen, was noch auf uns zukommt und was wir erwarten dürfen.

3. Leben im Licht

Liebe Gemeinde, gerade in der heutigen Zeit lassen wir uns schnell von den vermeintlich dunklen Wolken am Horizont überschatten. Dann sehen wir auf einmal alles nur noch negativ.

Aber, liebe Gemeinde, von dieser Endzeitstimmung sollen wir uns gar nicht erst einholen lassen. Als Kinder unseres Vaters im Himmel sollen wir im Licht leben.

Wir sollen auf DAS Licht schauen, welches zu Weihnachten das Licht der Welt erblickt hat und dessen Geburtstag wir vor gut 4 Wochen wieder einmal gefeiert haben.

Wir sollen auf das Licht schauen, welches auf dem Hügel Golgatha für unser aller Sünden die gerechte Strafe ertragen hat und endgültig für unsere Sünden bezahlt hat.

Wir sollen auf das Licht schauen, welches uns gesagt hat „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“.

Selbst wenn der Herr mit dem Coronavirus das Ende der Welt eingeläutet haben sollte, wovon wir alle mal nicht ausgehen, selbst dann dürfen wir ihm getrost im Leben, wie im Sterben unser ganzes Vertrauen schenken, denn ER hat ja unsere Wohnungen im Himmel schon bereitet.

Leben im Licht ist also nichts anderes, als an der Hand unseres Herrn durch unser Leben zu gehen um mit ihm zusammen im Himmel anzukommen.

Da wir dies wissen, sollen wir dies auch an die Menschen weitergeben, die dieses Licht noch nicht kennen und vielleicht immer noch in der Dunkelheit leben. Gott möchte nicht, dass auch nur ein einziger Mensch verlorengeht. Leisten wir doch unseren Beitrag dazu als seine aufrichten Zeugen.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den 2. Vers des Liedes „Ist Gott für mich, so trete…“ (EG 351) von Paul Gerhardt einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Nun weiß und glaub ich feste, ich rühm’s auch ohne Scheu,
dass Gott, der Höchst und Beste, mein Feund und Vater sei
und dass in allen Fällen er mir zur Rechten steh
und dämpfe Sturm und Wellen und was mir bringet Weh.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 3. Sonntag nach Epiphanias. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Kapitel des Buches Rut, die Verse 1-19a. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Zu der Zeit, als die Richter richteten, entstand eine Hungersnot im Lande. Und ein Mann von Bethlehem in Juda zog aus ins Land der Moabiter um dort als Fremdling zu wohnen, mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen.Der hieß Elimelech und seine Frau Noomi umnd seine beiden Söhne Machlon und Kiljon; die waren Efratiter aus Behlehem in Juda. Und als sie ins Land der Moabiter gekommen waren, blieben sie dort. Und Elimelech, Noomis Mann, starb und sie blieb übrig mit ihren beiden Söhnen. Die nahmen moabitische Frauen; die eine hieß Orpa, die andere Rut.
Und als sie ungefähr zehn Jahre dort gewohnt hatten, starben auch die beiden, Machlon und Kiljon, sodass die Frau beide Söhne und ihren Mann überlebte. Da machte sie sich auf mit ihren beiden Schwiegertöchtern und zog aus dem Land der Moabiter wieder zurück; denn sie hatte erfahren im Moabiterland, dass der Herr sich seines Volkes angenommen und ihnen Brot gegeben hatte. Und sie ging aus dem Ort, wo  sie gewesen war, und ihre beiden Schwiegertöchter mit ihr. Und als sie unterwegs waren, um ins Land Juda zurückzukehren, sprach sie zu ihren beiden Schwiegertöchtern: Geht hin und kehrt um, eine jede ins Haus ihrer Mutter!
Der Herr tue an euch Barmherzigkeit, wie ihr an den Toten und an mir getan habt. Der Herr gebe euch, dass ihr Ruhe findet. Eine jede in ihres Mannes Hause! Und sie küsste sie. Da erhoben sie ihre Stimme und weinten und sprachen zu ihr: Wir wollen mit dir zu deinem Volk gehen.
Aber Noomi sprach. Kehrt um, meine Töchter! Warum wollt ihr mit mir gehen? Wie kann ich noch einmal Kinder in meinem Schoß haben, die eure Männer werden könnten? Kehrt um, meine Töchter und geht hin; denn ich bin nun zu alt, um wieder einen Mann zu nehmen. Und wenn ich dächte: Ich habe noch Hoffnung! , und diese Nacht einen Mann nehmen und seine Söhne gebären würde, wolltet ihr warten, bis sie groß würden? Wolltet ihr euch solange einschließen und keinen Mann nehmen? Nicht doch, meine Töchter! Mein Los ist zu bitter für euch, denn des Herrn Hand ist gegen mich gewesen.
Da erhoben sie ihre Stimme und weinten noch mehr. Und Orpa küsste ihre Schwiegermutter, Rut aber blieb bei ihr. Sie aber sprach: Siehe, deine Schwägerin ist umgekehrt zu ihrem Volk und zu ihrem Gott; kehre auch du um, deiner Schwägerin nach. Rut antwortete: Rede mir nicht ein, dass ich dich verlassen und von dir umkehren sollte. Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da sterbe ich auch, da will ich auch begraben werden. Der Herr tue mir dies und das, nur der Tod wird dich und mich scheiden. Als sie nun sah, dass sie festen Sinnes war, mit ihr zu gehen, ließ sie ab, ihr zuzureden. So gingen die beiden miteinander, bis sie nach Bethlehem kamen.

Liebe Gemeinde,sicherlich kennen wir diesen Text alle. Ein Teil daraus wird auch gern anlässlich von Trauungen verlesen. Aber hinter diesem Text steckt noch ein wenig mehr. Lassen Sie uns dies heute Morgen einmal etwas näher betrachten.

 

1. Gott trägt auf neuen Wegen

Elimelech, so haben wir es gelesen musste aufgrund einer Hungersnot sein Heimatland verlassen und in der Ferne sein Glück versuchen.

Auch wir, die wir heute im Jahre 2021 leben können aufgrund eines kleinen Virus aus der Bahn geworfen werden. Auch wir können gezwungen werden, von heute auf morgen alles zu verändern, was uns lieb und teuer war.

Elimelech kam in eine vollkommen neue Umgebung und hat dort augenscheinlich Fuß gefasst. Doch dann kam es noch dicker. Der Versorger der Familie verstarb. Und auch seine beiden Söhne, welche bereits verheiratet waren verstarben. So stand Noomi mit ihren beiden Schwiegertöchtern vollkommen allein da.

Wir dürfen nicht vergessen, dass es damals noch keine Sozialversicherungen gab. Die Männer waren die Versorger der Familie. Fielen sie aus, so sah es wirklich düster aus.

Was hat denn Elimelech, seine Frau und die ganze Familie in dieser Zeit getragen, damit sie nicht auf der Stelle verrückt vor Angst wurden?

Es war das unerschütterliche Gottvertrauen, das sie nach vorne blicken ließ. Selbst als es gar kein „nach vorne“ mehr zu geben schien vertrauten die übriggebliebenen Familienmitglieder auf den Herrn.

Liebe Gemeinde, wir wissen momentan alle nicht wo uns unsere Wege hinführen werden. Seit dem Ende des zweiten Weltkrieges waren die Zeiten noch niemals so turbulent wie heute.

Darum lassen Sie uns eines tun, nämlich unserem lebendigen Herrn und Heiland unser ganzes Vertrauen schenken. Lassen wir ihn nur machen. Vertrauen wir ihm unsere neuen Wege an, die wir vielleicht gezwungenermaßen gehen müssen.

 

2. Gott trägt durch Trauer und Verlust hindurch

Noomi war sicherlich in keiner beneidenswerten Situation so allein mit ihren beiden Schwiegertöchtern. Und doch hielten sie gerade in dieser schweren Zeit als Familie zusammen.

Liebe Gemeinde, etwas, was in dieser Zeit ganz wichtig ist, dass wir als Familie wieder zusammenhalten.

Vor Corona, so habe ich den manchmal den Eindruck gehabt, waren viele Menschen auf dem absoluten Egotrip. Hauptsache mir geht es gut, Hauptsache meine Wünsche gehen in Erfüllung, Hauptsache alles läuft so, wie ich es geplant habe.

Aber es läuft eben oftmals eben nicht so, wie wir es gerne hätten oder wie wir es geplant haben.

Wenn ein Kapitän mit seinem Schiff in schwere See gerät, dann ist es unerlässlich dass er sich auf seine Mannschaft verlassen kann. Was er vorgibt, muss unmittelbar in die Tat umgesetzt werden. Wenn jeder das machen würde, wozu er gerade Lust verspürt, dann würde das Schiff sang und klanglos untergehen.

Ein jeder von uns ist ein Familienmitglied in der großen Familie der Kinder Gottes. Da haben wir das große Vorrecht, das wir einander helfen und beistehen können und dürfen.

Lassen Sie uns doch in diesen schweren Zeiten wieder ein wenig näher zusammenrücken und zusammen das durchstehen, was wir gerade er- und durchleben müssen.

Und lassen Sie uns auf den Kapitän und seine Kommandos hören. Denn er will sein Schiff, welches wir Gemeinde nennen, sicher in seinen ewigen Hafen zurückführen. Und daran wird ihn auch kein Virus hindern.

Dazu müssen wir natürlich unsere eigenen Pläne und Wünsche an die Seite legen und allein auf das hören, was Gott uns zu sagen hat.

 

3. Gott schenkt immer einen Neuanfang

Noomi ind Rut kamen also verarmt zurück in Noomis Heimat. Nicht gerade wünschenswert in solch eine Situation zu geraten.

Denken wir doch einmal an unsere Flüchtlinge, die aus dem Elend zu uns fliehen, um nur ihr Leben zu retten. Stellen wir uns doch einmal die Frage: Wie möchte ich denn aufgenommen werden, wenn ich aus einem Kriegsgebiet fliehe und in ein fremdes Land komme?

Wenn wir das Buch Rut weiterlesen, dann erkennen wir wie Gott auf wundersame Art und Weise den weiteren Lebensweg von Rut und ihrer Schwiegermutter vorbereitet hat.

Gott lässt Rut und Noomi in ihrer Not nicht allein. Gott kannte neue Wege die diese beiden Frauen noch gar nicht erahnen.

Und so ist es auch bei uns, liebe Gemeinde. Auch für uns als seine geliebten Kinder hält Gott immer neue Wege parat. Genau die Wege, die wir mit ihm an seiner Hand gehen können und auch gehen sollen.

Lassen wir uns also von unserem lebendigen Herrn und Heiland so führen, wie dies Noomi und Rut getan haben. Ich bin mir ganz sicher, dass wir dann mit IHM an unserer Seite durch alle Krisen unseres Lebens gehen können und dürfen.

Lassen Sie uns dies zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes vor Gott festmachen, indem wir voller Vertrauen in den ersten Vers des Liedes „Befiehl du deine Wege…“ (EG 361) von Paul Gerhardt einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt
der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt.
Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege Lauf und Bahn,
der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.
Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen FriedenAmen.Liebe Gemeinde,ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen Sonntag und mit unserem Herrn an unserer Seite uns allen ein fröhlichen Start in die neue Woche.Es grüßt Sie alle ganz herzlich
IhrUlrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 1. Sonntag nach Weihnachten. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 2. Kapitel des Lukasevangeliums, die Verse 25-38. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und siehe, ein Mann war in Jerusalem, mit Namen Simeon; und dieser Mann war fromm und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels, und der Heilige Geist war mit ihm. Und ihm war ein Wort zuteilgeworden von dem Heiligen Geist, er solle den Tod nicht sehen, er habe denn zuvor den Christus des Herrn gesehen. Und er kam auf Anregen des Geistes in den Tempel. Und als die Eltern das Kind Jesus in den Tempel brachten, um mit ihm zu tun, wie es Brauch ist nach dem Gesetz, da nahm er ihn auf seine Arme und lobte Gott und sprach:

Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, den du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht, zu erleuchten die Heiden und zum Preis deines Volkes Israel. Und sein Vater und seine Mutter wunderten sich über das, was von ihm gesagt wurde. Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter:

Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und zum Aufstehen für viele in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird – und auch durch deine Seele wird ein Schwert dringen -, damit vieler Herzen Gedanken offenbar werden. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuels, aus dem Stamm Asser; die war hochbetagt. Sie hatte sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt, nachdem sie geheiratet hatte, und war nun eine Witwe an die vierundachtzig Jahre; die wich nicht vom Tempel und diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Die trat auch hinzu zu derselben Stunde und pries Gott und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung Israels warteten.

Liebe Gemeinde,

Weihnachten ist vorbei, aber das Warten geht weiter. Haben wir in der Adventszeit auf das erste Kommen Jesu gewartet, so bereiten wir uns, die wir in der Endzeit leben, auf das zweite Kommen Jesu vor. Jemand der auch auf den Heiland wartete, war ein Mann namens Simeon.

Wir sollen ja, während wir auf das Kommen des Herrn warten, nicht untätig in der Ecke sitzen, sondern wir sollen uns auf sein Kommen vorbereiten. Schauen wir doch einmal, wie dieser Simeon sich auf das Kommen des Heilandes vorbereitet hat.

1. Er war fromm und gottesfürchtig

Liebe Gemeinde, fromm und gottesfürchtig kann ich nur sein, wenn ich mich mit dem Wort Gottes beschäftige. Simeon wird sicherlich jeden Tag das Alte Testament studiert haben.

Das wäre eine erste Anregung für uns, dass wir uns wieder mehr mit dem Worte Gottes beschäftigen. Lesen wir doch wieder einmal jeden Tag unsere Bibel.

Auch wenn ich mich weiderhole möchte ich Ihnen folgenden Rat dabei mit auf den Weg geben: Beginnen Sie mit dem 1. Buch Mose, danach mit den Psalmen, und dann mit dem Neuen Testament. Lesen Sie jeden Tag drei Kapitel aus der Bibel (also 1.Mose 1, Psalm 1 und Matthäus 1 usw.) und sonntags, weil wir ja mehr Zeit haben 6 Kapitel aus der Bibel. Dann haben wir alle die Bibel einmal im Jahr komplett durchgelesen.

Jetzt kommt der zweite und der entscheidende Teil: Simeon war auch gottesfürchtig. Er las nicht nur das Wort Gottes, er handelte auch danach.

Machen wir uns nichts vor, perfekt darin werden wir niemals sein Wort 1:1 umzusetzen. Darauf kommt es Gott auch gar nicht an. Ihm kommt es auf unsere Herzenshaltung an, mit der wir versuchen, sein Wort umzusetzen. Gehen wir doch so an die Umsetzung heran, wie es uns unser „Bauchgefühl“ sagen wird.

2. Auf Anregen des Geistes

Wenn wir Gottes Wort lesen und dieses Wort in unser Leben einbauen, dann werden wir irgendwann zu der Erkenntnis kommen, dass uns noch etwas fehlt. Was uns fehlt ist nämlich die Gemeinschaft mit unserem Herren.

Wie kommen wir denn nun in diese Gemeinschaft hinein? Nun, wenn wir vor Gott in die Knie gehen, ihm all unsere Sünden bekennen und den Herrn Jesus einladen, er möge doch fortan der Herrscher unseres Lebens sein, dann wird Jesus in unsere Herzen einziehen.

Jesus hat uns ja schon zu seiner Zeit auf Erden versprochen, dass er uns den Heiligen Geist von der Höhe herab senden wird. Wir wissen alle, dass dies anlässlich des ersten Pfingstfestes geschah.

Alle Menschen, die dem Herrn Jesus die Herrschaft über ihr Leben übertragen haben, all diese Menschen werden auch erfüllt werden mit dem Heiligen Geist.

Da der Heilige Geist im Sinne der Trinität nichts anderes ist, als eine der drei Personen, in denen Gott gegenwärtig ist, können wir mit Fug und Recht behaupten, dass unser Herr Jesus in uns allen wohnt.

Wir können jederzeit mit diesem Beistand rechnen. Und wir können uns mit allem was uns auf dem Herzen liegt an Jesus wenden. Er hat ja versprochen, dass er uns helfen wird. Und seine Versprechen gelten bis in alle Ewigkeit.

Und so kam es denn auch, dass Simeon ein Wort des Geistes bekam, welches ihm befahl in den Tempel zu gehen.

Liebe Gemeinde, Gott spricht vermutlich viel öfter mit uns, als wir es erahnen. Nur sind wir in unserer heutigen Zeit oftmals so im Alltagsstress gefangen, dass wir gar keine ruhige Zeit mit Gott mehr finden.

Nur ein kleiner Tipp für die ruhige Zeit: Stehen wir morgens einfach 15 Minuten früher auf und nutzen wir diese Zeit um unseren Tag mit Gott zu beginnen und zu besprechen. Sie werden erstaunliches erleben, wenn Sie diese Praxis eingeübt haben und sie auch beibehalten.

3. Loben und Danken

Von Simeon wissen wir, dass ein Großteil seines Lebens auch mit dem Lobpreis und dem Danken ausgefüllt war.

Wann haben wir Gott eigentlich zuletzt von Herzen Danke gesagt. Danke, dass es uns so gut geht, dass wir genug zu essen haben, dass wir ein Dach über dem Kopf haben und dass wir Freunde und Bekannte haben.

Alles, was wir haben ist nämlich nicht selbstverständlich. Es ist nicht selbstverständlich, dass wir eine gute Ehe führen. Diese ist ein Geschenk unseres Herrn. Es ist gar nicht selbstverständlich, dass wir vollkommen gesund sind. Auch dies ist ein Geschenk unseres Herrn.

Machen wir uns doch wieder einmal bewusst, dass alles, was wir haben und sind, dass dies alles von Gott herkommt. Dann  kommen wir automatisch in das Danken hinein.

Der Lobpreis hingegen geht noch, wenn wir so wollen, eine Stufe weiter. Da geht es nicht mehr um uns und um unsere Mitmenschen, da geht es um das wunderbare Wirken Gottes in dieser Welt. Loben wir ihn doch wieder mal dafür, wie ER diese Welt regiert. Loben wir ihn doch wieder einmal dafür, dass ER regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Und loben wir ihn auch dafür, dass ER diese Welt eben noch nicht aufgegeben hat, sondern immer noch wartet, dass seine Geschöpfe zu ihm zurückkehren um wieder seine Kinder zu werden.

Wir haben mit den Worten „Das Warten geht weiter“, begonnen. Füllen wir doch dieses Warten mit dem, was auch Simeon getan hat. Lassen Sie uns auf Gottes Wort hören, dieses in die Tat umsetzen und lassen Sie uns Gemeinschaft haben mit unserem Herrn und lassen Sie uns diesen Herrn allezeit loben und preisen.

Lassen Sie uns am besten sogleich damit beginnen, indem wir zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den 1. Vers des Liedes „Du meine Seele singe…“ (EG 302) von Paul Gerhardt einstimmen, die da lautet, wie folgt:

Du meine Seele, singe, wohlauf und singe schön
dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd;
ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und ich freue mich, wenn wir am Altjahrsabend wieder beisammen sein dürfen.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen zweiten Weihnachtsfeiertag. Den Predigttext für den heutigen Tag finden wir im Hebräerbrief, Kapitel 1, die Verse 1-4. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Nachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch seinen Sohn, den er eingesetzt hat zum Erben über alles, durch den er auch die Welt gemacht hat. Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort und hat vollbracht die Reinigung von den Sünden und hat sich gesetzt zur Rechten der Majestät in der Höhe und ist so viel höher geworden als die Engel, wie der Name, den er ererbt hat, höher ist als ihr Name.

Liebe Gemeinde,

das Kind in der Krippe ist schon etwas wunderbares. „Christ ist erschienen, uns zu versühnen“ so singen wir es an den Weihnachtsfeiertagen in unserem Lied „O du fröhliche…“. Schauen wir uns doch dieses Kind einmal etwas genauer an und schauen auf das, was Paulus uns dazu schreibt:

1. Durch den er auch die Welt gemacht hat

Der Gott, der uns in der Gestalt des Kindes zu Weihnachten besucht, dieser Gott hat Himmel und Erde gemacht. Somit ist er auch Herr über Raum und Zeit. Kurzum: Alles ist seins.

Gott hat also die Welt erschaffen mit allem, was sich darauf bewegt, was darauf wächst und allen Menschen die darauf leben.

Ddas heißt zunächst einmal, das die Schöpfung uns ja gar nicht gehört. Sie bleibt das Eigentum Gottes und ist uns für die Zeit unseres Daseins auf Erden zur Bewahrung übergeben worden. Überall dort, wo wir zum Beispiel Raubbau mit der Natur betreiben; ich denke zum Beispiel an die Rodung der Regenwälder, überall dort greifen wir rechtswidrig in Eigentumsrechte Gottes ein.

Wir sollen natürlich keine radikalen Klimaaktivisten werden, aber wir alle sind aufgefordert unserer Aufgabe der Bewahrung der Schöpfung gerecht zu werden, indem wir alles unterlassen, was dem Eigentum Gottes Schaden zufügen könnte.

Und jetzt kommen wir mal zu unserem eigenen Leben. Wenn dieses kleine Kind in der Krippe mich erschaffen hat, dann gehöre ich nicht mir selber, sondern bin mit dem, was ich aus meinem Leben mache Gott gegenüber verantwortlich.

Gott hat mich gemacht und mir ganz bestimmte Fähigkeiten und Fertigkeiten mit auf meinen Lebensweg gegeben. Jetzt kommt es darauf an, dass ich diese Fähigkeiten zu seiner Ehre einsetze. Und glauben Sie mir, da gibt es mannigfache Möglichkeiten.

Bis zum neuen Jahr sind ja die meisten von uns zu Hause. Überlegen wir doch einmal, welche Fähigkeiten uns Gott mit auf unseren Weg gegeben hat und wie wir diese zum Aufbau seines Reiches einsetzen können.

2. Jesus = Gott

„Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit…“, so haben wir es soeben gehört.

Wie ist Gott denn von seinem Wesen her? Wie kann, darf und muss ich mir den Gott vorstellen zu dem ich jeden Tag bete? Diese und ähnliche Fragen werden immer wieder an mich herangetragen.

Wenn wir in die Krippe schauen, dann sehen wir Gott.

Wer mehr über das Wesen Gottes erfahren möchte, der muss sich ganz einfach mit dem auseinandersetzen, was Jesus auf Erden getan hat. An allem, an den ganz kleinen Dingen, aber auch an den großen Wundertaten können wir das Wesen dieses Kindes in der Krippe erkennen.

Erinnern wir uns einmal an ein paar Fakten, die dieses Kind vollbracht hat in seinem Leben hier auf Erden: ER weckte nach vier Tagen den toten Lazarus auf. ER speiste mehrere tausend Menschen mit ein paar Fischen und einigen wenigen Broten. ER trieb Dämonen bei den Menschen aus, die schon seit Jahren von diesen besessen gewesen waren.

Und der wichtigste Wesenszug Gottes, seine Liebe zu allen Menschen hat er uns damit erwiesen, dass ER für all unsere Sünden auf dieser Welt den Preis am Kreuz von Golgatha bezahlt hat.

Das Kind in der Krippe ist also weitmehr als ein Wunderheiler und Wanderprediger; er ist der Erlöser der ganzen Welt. Und da er auch Herr über Raum und Zeit ist, gilt diese Erlösungstat für alle Menschen auf der ganzen Welt, egal zu welchem Zeitpunkt sie auf diesem Planeten gelebt haben, noch leben oder in Zukunft leben werden.

3. Er trägt alle Dinge

Ja, liebe Gemeinde, dieses Kind in der Krippe trägt einen jeden von uns durch unser Leben hindurch.

Jesus möchte uns so gern frei machen von allem was uns belastet, was uns auf der Seele brennt und was uns betrübt. ER kann und will der Herrscher unseres Lebens sein.

Dazu bedarf es aber auf jeden Fall unserer Einverständniserklärung. Gott möchte gern, dass alle Menschen erlöst werden, aber nicht gegen ihren Willen. Und wie im Geschäftsleben Schweigen nicht als Zustimmung gewertet wird, so anerkennt Gott unser Schweigen dazu auch nicht als Bitte, Herrscher in unserem Leben zu sein.

Jesus will uns frei machen, dafür müssen wir ihm aber auch den Freibrief übergeben, dass er dieses auch tatsächlich tun darf.

Nehmen wir doch dies von Weihnachten aus mit in unser Leben: Wenn wir unser JA zu unserem Herrn sagen, dann müssen wir uns keine Sorgen und Probleme um unser weiteres Leben machen.

Natürlich werden wir auch weiterhin mit Problen zu tun haben. Als Josua das Volk Gottes über den Jordan führen wollte, da hatten sie ein gewaltiges Problem. Sie drohten in den Fluten des Flusses zu ertrinken. Was machte Gott ? Er ließ den Fluss trockenlaufen, damit sein geliebtes Volk ihn durchqueren konnte.

Und so wird dieser Gott auch uns immer wieder einen Weg bereiten aus allen unseren Nöten und Problemen heraus. Er nimmt sie nicht einfach von uns weg, aber er führt uns an seiner starken Hand sicher und wohlbehalten durch unsere Nöte hindurch.

Wir haben zu Anfang dieser Predigt die Worte gehört „Christ ist erschienen, uns zu versühnen..“ Darum lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Weihnachtsgottesdienstes noch einem gemeinsam das Lied „O du fröhliche…“ (EG 44) singen, welches da lautet, wie folgt:

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit !
Welt ging verloren, Christ ist geboren: Freue, freue dich, o Christenheit
O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit !
Christ ist erschienen, uns zu versühnen: Freue, freue dich, o Christenheit
O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit !
Himmlische Heere jauchzen dir Ehre: Freue, freue dich o Christenheit !

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen Weihnachtsfeiertag. Da wir nun schon drei Tage hintereinander zusammen unterwegs sind, lassen Sie uns diese Tradition fortsetzen und uns am morgigen Sonntag wieder zum Gottesdienst treffen.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen ersten Weihnachtsfeiertag. Den Predigttext für den heutigen Tag finden wir bei dem Propheten Jesaja im 52. Kapitel, die Verse 7-10. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die frohe Botschaft

Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße der Friedensboten, die da Frieden verkündigen, Gutes predigen, Heil verkündigen, die da sagen zu Zion: Dein Gott ist König. Deine Wächter rufen mit lauter Stimme und rühmen miteinander; denn alle Augen werden es sehen, wenn der Herr nach Zion zurückkehrt. Seid fröhlich und rühmt miteinander, ihr Trümmer Jerusalems; denn der Herr hat sein Volk getröstet und Jerusalem erlöst. Der Herr hat offenbart seinen heiligen Arm vor den Augen der Völker, dass aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.

Liebe Gemeinde,

unser Predigttext trägt die Überschrift „Die frohe Botschaft“, ich würde sie um ein Wörtchen erweitern und den Text überschreiben mit. „Die dennoch frohe Botschaft“.

Als Jesaja diese Botschaft an das Volk richtete, war Jerusalem zerstört und es war einfach alles den berühmten Bach runtergegangen.

Übertragen wir dies doch einmal in unsere heutige Zeit. Geht nicht gerade augenscheinlich auch bei uns alles den Bach runter ? Kirchen verschwinden von der Bildfläche und werden für andere Zwecke genutzt, allen anderen Ersatzreligionen wird munter nachgegangen und unsere Symbol, das Keuz, wird vielerorts nicht mehr geduldet.

Wir können also mit Fug und Recht sagen, dass auf der Glaubensebene bei uns gerade munter alles den Bach runtergeht. Und dann kommt sie dennoch, die frohe Botschaft. Schauen wir uns diese einmal etwas näher an:

1. Gott tröstet sein Volk

Wie Gott damals die Israeliten getröstet hat, so will er uns heute im 21. Jahrhundert ebenfalls trösten. Es muss ja nicht alles so bleiben wie es ist, es kann alles mit seiner Hilfe wieder anders werden.

Mit den jubelnden Friedensboten sind wir gemeint, die wir heute am esten Weihnachtstag zusammengekommen sind. Wir dürfen jubeln und uns freuen, dass unser Herr diese Welt auch im Jahre 2020 immer noch nicht aufgegeben hat.

Entgegen anderslautenden Meinungen hat Gott alles fest im Griff. Gott hält an seinen geliebten Kindern fest.

Daran ändern auch der Genderwahn, Abtreibungen und die Ehe für alle nichts. ER ist es, der immer noch im Hintergrund die Fäden in der Hand hält.

„He’s got the whole world in His hands“, so heißt es  in einem amerikanischen Gospelsong. Und daran will uns unser Herr auch heute am ersten Weihnachtsfeiertag erinnern.

2. Gott offenbart sich der Welt

„Alle Augen werden es sehen“, so haben wir es soeben in unserem Predigttext vernommen.

Dies trifft auch auf uns zu. Wir müssen Gott nur die Genehmigung geben, dass er unsere inneren Augen öffnet. Was ist das für ein Quatsch sagte ein Cousin zu mir, der mit Jesus nichts am Hut hat.

Liebe Gemeinde, wir werden alle mit weltlichen Augen geboren. Mit diesen nehmen wir unsere Umwelt wahr und alles, was in dieser dreidimensionalen Welt existiert. So sehen unsere weltlichen Augen auch das Kind in der Krippe als ein Baby, das offensichtlich in einem Stall das Licht der Welt erblickte.

Bei unserer Bekehrung, also unserem JA zu unserem Herrn, da werden dann unsere inneren Augen, die bisher verschlossen waren aufgetan. Und dann sehen wir Dinge, die der Weltmensch nicht sehen kann und wir deswegen auch dem Spott und Hohn der Mitmenschen ausgesetzt sind.

Dann ist das Kind in der Krippe nicht mehr das Kind, welches in einem Stall das Licht der Welt erblickte, dann dürfen wir erkennen, dass dieses Kind das Licht der Welt ist. Dieses Licht der Welt reißt uns aus unserer inneren Finsternis heraus.

Mit diesen inneren Augen werden wir auch unseren Herrn spüren, fühlen und auch erleben können. Auf einmal werden seine Worte, die er über die Bibel an uns richtet mit Leben erfüllt und wir erkennen, dass ER uns mit seinem Wort die Bedienungsanleitung für ein gelingendes Leben an die Hand gegeben hat.

Wenn das kein Grund zum Jubeln ist !!!!!

3. Gott hat Jerusalem erlöst

Diese frohe Botschaft, die Jesaja an das Volk der Israeliten gerichtet hat, gilt auch für einen jeden unter uns ganz persönlich.

In Jesaja 43, Vers 1 sagt Gott: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei Deinem Namen gerufen ; Du bist mein !“

Und dieses „DU“ steht für einen jeden unter uns. Hier dürfen wir getrost unseren eigenen Namen eintragen.

Das Kind, welches jetzt so friedlich in der Krippe liegt, wird in ein paar Monaten auf dem Hügel Golgatha grausam hingerichtet. Dieses niedliche Kind wird für uns zur Sünde gemacht und bezahlt für alle unsere Sünden am Kreuz mit seinem Leben.

Als er sprach: Es ist vollbracht, da hat er auch an Dich gedacht. Dies dürfen wir im Glauben annehmen und uns über dieses Geschenk freuen und jubeln.

Wenn Jesaja prophezeit, dass aller Welt Enden das Heil sehen werden, dann steckt hinter dieser Prophezeiung auch eine weihnachtliche Aufgabe. Die Erlösungstat gilt nämlich zunächst einmal nur für diejenigen, die den Herrn im Glauben angenommen haben.

Wir, die wir dieses Weihnachtsgeschenk erhalten haben, wir alle sollen dieses Weihnachtsgeschenk in die Welt hinaustragen und es allen Menschen weitersagen, die noch nichts von diesem Geschenk Gottes an sie gehört haben.

Wenn wir diese Aufgabe erfüllt haben, dann werden eines Tages alle Völker der Welt das Heil erkennen. Beten wir dafür, dass sie es auch angenommen haben bzw. noch annehmen werden.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den 6. Vertas des Liedes „Ihr Kinderlein kommet“ einstimmen, der da lautet, wie folgt:

So nimm unsre Herzen zum Opfer denn hin;
wir geben sie gerne mit fröhlichem Sinn.
Ach mache sie heilig und selig wie deins
und mach sie auf ewig mit deinem nur eins.

Der Herr segne dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen einen gesegneten ersten Weihnachtsfeiertag und ich freue mich, wenn wir morgen wieder zusammenkommen dürfen.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen ein ruhiges, friedliches und gesegnetes Weihnachtsfest. Ein unruhiges Jahr neigt sich so langsam dem Ende zu und da ist es tröstlich zu wissen, dass da einer ist, der eine feste Größe in unserem Leben sein möchte und sie auch immer bleiben wird. Jemand, der unser aller Beistand sein möchte. Und von diesem „Jemand“ handelt auch unser heutiger Predigttext.

Wir finden den Predigttext für den heutigen Heiligabend bei dem Propheten Jesaja im 11. Kapitel, die Verse 1-10. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Der Messias und sein Friedensreich

Und es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stamm Isais und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen. Auf ihm wird ruhen der Geist des Herrn, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn. Und Wohlgefallen wird er haben an der Furcht des Herrn. Er wird nicht richten nach dem, was seine Augen sehen, noch Urteil sprechen nach dem, was seine Ohren hören, sondern wird mit Gerechtigkeit richten die Armen und rechtes Urteil sprechen den Elenden im Lande, und er wird mit dem Stabe seines Mundes den Gewalttätigen schlagen und mit dem Odem seiner Lippen den Gottlosen töten. Gerechtigkeit wird der Gurt seiner Lenden sein und die Treue der Gurt seiner Hüften. Da werden die Wölfe bei den Lämmern wohnen und die Panther bei den Böcken lagern. Ein kleiner Knabe wird Kälber und junge Löwen und Mastvieh miteinander treiben. Kühe und Bären werden zusammen weiden, dass ihre Jungen beieinanderliegen, und Löwen werden Stroh fressen wie die Rinder. Und ein Säugling wird spielen am Loch der Otter, und ein entwöhntes Kind wird seine Hand stecken in die Höhle der Natter. Man wird nirgends Sünde tun noch freveln auf meinem ganzen heiligen Berge; denn das Land wird voll Erkenntnis des Herrn sein, wie Wasser das Meer bedeckt. Und es wird geschehen zu der Zeit, das das Reis aus der Wurzel Isais dasteht als Zeichen für die Völker. Nach ihm werden die Heiden fragen, und die Stätte, da er wohnt, wird herrlich sein.

Liebe Gemeinde,

was wir gerade gehört haben, ist eine Prophezeiung, die Gott der Herr dem Propheten Jesaja ungefähr 700 Jahre !!! vor Christi Geburt eingegeben hat. Wenn wir sie hören, könnte man denken, es handelt sich um eine Zusammenfassung der vier Evangelien. Schauen wir uns diesen Weihnachtstext daher einmal etwas genauer an:

1. Der Retter kommt

Schon 700 Jahre vor Christi Geburt ließ Gott Jesaja wissen, dass der Messias aus dem Stamm Isais entstammen sollte. Und genau so ist es, wie wir im 1. Kapitel des Matthäusevangeliums nachlesen können auch eingetreten.

Das Kind, was wir heute in der Krippe liegen sehen, ist nicht nur ein kleines Baby, sondern es ist Gott selber der als menschgewordener Jesus Christus sein Volk besucht.

Wenn wir uns durch die Evangelien durcharbeiten, da finden wir an allen Ecken und Enden die Weisheit und den Verstand Jesu beschrieben. Ob es sich um Wundertaten oder aber um Gleichnisse handelte, auf Jesus ruhte der Geist der Weisheit und des Verstandes, was auch die führende religiöse Elite im Lande anerkennen musste.

Jesus besaß aber auch etwas, was uns heute manchmal ein wenig abhanden gekommen zu sein scheint. Jesus besaß Gottesfurcht. Wie viele Stunden verbrachte er im Gebet mit seinem Vater. Nur so am Rande bemerkt: Gottesfurcht meint nicht Angst vor Gott zu haben, sondern Ehrfurcht vor ihm zu haben.

Immer wieder erklärte er dem Volk, dass er nichts aus sich selbst heraus tun könne, sondern dass es allein der Vater ist, der in ihm wirkt.

Das täte vielen Menschen heute auch mal wieder gut, ein wenig mehr Gottesfurcht in unserem Leben anstelle ständiger Gotteskritik und Gotteslästerung.

2. Der Richter kommt

Liebe Gemeinde, das Kind in der Krippe wird eines Tages als Weltenrichter wiederkommen. Dann ist es nicht mehr das niedliche kleine Kindlein, sondern der gerechte Richter.

Wohlgemerkt, all dies wurde dem Propheten Jesaja über 700 Jahre vor Christi Geburt offenbart.

Und wenn wir wieder an die Evangelien denken, dann bereitet Jesus uns ja auf dieses Weltengericht vor. Er sagt ja, dass niemand verloren gehen muss und dass jeder gerettet werden kann.

Und das ist doch das schönste Weihnachtsgeschenk, welches es für uns geben kann. Jesus hat uns durch seine Erlösungstat am Kreuz die Möglichkeit eröffnet, wieder ins Vaterhaus zurückkehren zu dürfen unbelastet von jedweder Sünde.

An dieser Stelle müssen wir kurz innehalten und daran denken, dass wir, also all diejenigen, die diese Erlösungstat angenommen haben, nicht in das Weltengericht kommen.

Wir sind dem Tode entronnen und haben das ewige Leben geschenkt bekommen. Über uns hat der Tod fortan keine Macht mehr.

Wenn Jesus kommen wird um zu richten die Gewalttätigen und die Gottlosen, dann sind wir alle längst bei ihm im Himmel.

Wir haben nur das Preisgericht vor uns. Ein Preisgericht, in dem jeder anhand seiner Taten seinen Lohn empfängt. Der Himmel ist uns gewiss, den gerechten Lohn werden wir dann erfahren.

3. Die Zukunft

Gott lässt Jesaja wissen, wo die Gläubigen ihre Zukunft verbringen werden und wie diese aussehen wird.

Wir werden in wahrhaft paradiesischen Zuständen wohnen. Wölfe werden bei den Lämmern wohnen und Panther bei den Böcken lagern. Das kann man sich gar nicht vorstellen.

Probieren wir dies mal auf Erden und das Chaos wird perfekt sein. Aber im Himmel gelten eben andere Gesetze.

Ich habe schon etliche Bücher zugesandt bekommen, die mit dem Titel versehen waren: Wie wird es im Himmel sein ? Diese und andere Bücher sind aber alle von Menschenhand geschrieben worden und es steckt keine göttliche Prophetie dahinter. Das ist alles nur selbst erdacht. Auch wenn es schön zu lesen ist, es sind einfach nur Märchen.

Der Himmel, liebe Gemeinde wird ein unbeschreiblich schöner Ort sein, wo wir uns alle wohlfühlen werden. Warum? Weil wir dort in der Gegenwart unseres Herrn leben werden und zwar in alle Ewigkeit. Mehr brauchen wir nicht zu wissen.

Jetzt kommen wir aber noch kurz in die Gegenwart: Das Reis aus der Wurzel Isais steht da als ein Zeichen für die Völker. Das Kreuz Jesu steht gottlob immer noch an vielen öffentlichen Plätzen, Orten und Gebäuden. Es will uns auch heute noch ein Mahnmal sein, welches uns zuruf: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken.“

Und schon 700 Jahre vor Christi Geburt sagte der Prophet Jesaja voraus, dass selbst die Heiden nach diesem Zeichen fragen werden. Und das ist bis heute noch so geblieben. Und wir alle, wie wir uns von dem Kind in der Krippe so reich haben beschenken lassen, wir alle sind aufgerufen, dies unseren Mitmenschen kundzutun, die vielleicht noch gar nichts davon wissen, damit auch sie sich von dem Kind in der Krippe beschenken lassen können.

Nehmen wir doch den Auftrag von dem Jesus an, welcher uns alle zu seinen Himmelsboten machen will.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes traditionsgemäß gemeinsam das altbekannte Weihnachtslied „O du fröhliche…“ singen, dessen Strophen 1-3 lauten, wie folgt:

O du fröhliche o du selige, gnadenbringende Weihnachszeit !
Welt ging verloren, Christ ist geboren: Freue, freue dich, o Christenheit !
O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit !
Christ ist erschienen, uns zu versühnen: Freue, freue dich, o Christenheit !
O dur fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit !
Himmlische Heere jauchzen dir Ehre: Freue, freue dich, o Christenheit !

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

für den heutigen Abend verabschiede ich mich von Ihnen und wünsche Ihnen allen noch einen beschaulichen und besinnlichen Heiligabend. Ich freue mich, wenn wir uns am morgigen Tage wiedersehen.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Ewigkeitssonntag. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Buch der Offenbarung, Kapitel 21, die Verse 1-7. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Das neue Jerusalem

Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die Heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen und sie werden sein Volk sein und er selbst, Gott mit Ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Thron saß, sprach:

Siehe ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss! Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. Wer überwindet, der wird alles ererben, und ich werde sein Gott sein und er wird mein Sohn sein. Die Feigen aber und Ungläubigen und Frevler und Mörder und Unzüchtigen und Zauberer und Götzendiener und alle Lügner, deren Teil wird in dem Pfuhl sein, der mit Feuer und Schwefel brennt; das ist der zweite Tod.

Liebe Gemeinde,

wenn wir unser Leben betrachten, dann geschieht dies immer von der Geburt an. Also vom Anfang bis zum Ende. Heute am Ewigkeitssonntag haben wir mit dem Ende begonnen, also mit dem, was uns alle im Himmel erwarten kann. Schauen wir uns dies doch einmal etwas genauer an:

1. Wo sind sie denn jetzt?

Liebe Gemeinde, viele von uns haben im vergangenen Jahr liebe Menschen zu Grabe tragen müssen. Bei all der Trauer fragen wir uns natürlich auch: Wo sind sie denn jetzt?

Unser Predigttext sagt dazu nichts. Dort geht es um das neue Jerusalem, also unsere endgültige Heimat. Aber wenn wir uns das Lukasevangelium anschauen, dann sagt Jesus zu dem Verbrecher am Kreuz, der in buchstäblich letzter Minute sein Leben Jesus übergeben hat die Worte: „Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“

Jesus zeigt uns damit definitiv auf, dass wir direkt nach unserem körperlichen Tod bei ihm sein werden. Wohlgemerkt, nur diejenigen die in der Zeit Ihres Lebens auf Erden IHN zum Herrscher ihres Lebens erkoren haben.

Das haben sicherlich die meisten unter uns schon lange getan, sodass wir unsere Lieben getrost wieder in Gottes Hand zurückgeben dürfen.

Was mit den anderen Menschen direkt nach ihrem Tod geschieht, davon steht nichts in der Bibel.

Aber mit dem Verweilen bei Jesus ist ja noch nicht alles vorbei. Ein kleiner Tipp. Lesen Sie das Buch der Offenbarung doch einmal im Zusammenhang durch. Bevor das neue Jerusalem, also unser Wohnsitz in der Ewigkeit vom Himmel herabkommt geschieht noch so einiges auf Erden.

Eines Tages werden Himmel und Erde vergehen. Derjenige, der sie erschaffen hat, hat natürlich auch das Recht sie wieder vergehen zu lassen. Aber dann kommt etwas viel schöneres: Nämlich das neue Jerusalem, in welchem wir mit Gott zusammen unsere Ewigkeit verbringen werden.

Wenn Gott mit uns zusammenlebt, dann wird er abwischen alle Tränen, es wird kein Leid, keinen Schmerz und keinen Tod mehr geben.

2. Wie kommen wir dahin?

Um zu unserem Herrn zu gelangen, also unmittelbar nach unserem Tode wieder mit unseren Lieben vereint zu sein müssen wir von der Quelle des lebendigen Wassers trinken.

Das bedeutet nichts anderes, als das, was Jesus der Frau am Jakobsbrunnen gesagt hat. Der Welt Wasser stillt zwar für einen Augenblick unseren Durst. Aber sein Wasser stillt unseren Durst in alle Ewigkeit.

Jesus spricht natürlich davon, dass wir ihm allein unser ganzes Leben anvertrauen sollen und nicht der Welt und ihren angeblichen Versprechen auf Glückseligkeit. Wer sein Leben voll und ganz auf Jesus fokussiert, der wird auch kaum mehr Durst nach der Welt mehr verspüren.

Wenn wir dies tun, dann werden auch wir bald wieder mit unseren Lieben und all den Menschen vereint sein, die in ihrem Leben alles auf den Herrn gesetzt haben.

Das sind übrigens keine frommen Wünsche oder Fabeln, die ich mir selber ausgedacht habe. Gott selbst sagt, dass wir Erben sind, wie wir es in unserem Predigttext gehört haben.

Wenn ein Familienmitglied verstirbt, dann hinterlässt es meist Vermögenswerte. Die Erben, also meist der Ehegatte oder die Kinder erhalten dann dieses Vermögen. So, und darauf haben sie einen Rechtsanspruch.

Wenn wir von unserem Schöpfer als Erben bezeichnet werden, dann haben wir einen Rechtsanspruch, in den Himmel aufgenommen zu werden.

Jeder Mensch, der in der Zeit seines irdischen Lebens durch seine Bekehrung wieder zu Gottes Kind geworden ist, der ist somit auch gleichzeitig sein Erbe. Dieses Erbe kann uns niemand streitig machen. Aber wir können es natürlich ausschlagen.

Und als Erben haben wir auch gleichzeitig unsere Wohnberechtigung für das neue Jerusalem in der Tasche. Wir sind also bis zum neuen Jerusalem bei unserem Herrn geborgen und ziehen dann mit ihm zusammen in das neue Jerusalem ein.

3. Wo kommen die anderen hin?

Wir finden in der Bibel keine Anhaltspunkte dafür wo all diejenigen hingelangen, die ohne sich zu Gott bekehrt zu haben unmittelbar nach ihrem Tode hinkommen.

Aber was später geschieht, wenn Gott das neue Jerusalem auf die Erde sendet, das finden wir am Ende unseres Predigttextes beschrieben.

Alle diese Menschen werden den hier beschriebenen zweiten Tod sterben. Dieser Tod ist ein Synonym für die Hölle. Exemplarisch werden hier einige Personengruppen aufgezählt. Das sollten wir uns kurz anschauen.

Über die Ungläubigen müssen wir uns nicht weiter unterhalten. Mit den Feigen sind die Menschen gemeint, die lieber den breiten Weg gehen, der ins Verderben führt, als den schmalen Weg der in den Himmel führt. Das sind Menschen, die aus eigener Bequemlichkeit und vielleicht auch aus Vergnügungssucht lieber ihren eigenen als den Weg mit Gott gehen.

Mörder, Unzüchtige, Götzendiener und Lügner werden hier auch noch aufgeführt. Hier müssen wir natürlich darauf achten, dass damit nicht diejenigen Menschen gemeint sind, die sich nach diesen Sünden zu Gott bekehrt haben. Hiermit sind all die Menschen gemeint, die ganz bewusst in ihren Sünden bleiben wollen.

Was nehmen wir heute mit nach Hause? Die Gewissheit, dass unsere Lieben bei unserem Herrn geborgen sind, die Gewissheit, dass auch wir eines Tages dorthin gelangen und unsere Lieben wiedersehen werden und die feste Zuversicht, dass wir als Gottes Erben die Ewigkeit mit ihm zusammen verbringen werden.

Das tröstet natürlich nicht sofort über den Tod eines lieben Menschen hinweg, es eröffnet aber Aussichten, die über die unmittelbare Trauer hinausgehen und uns unser weiteres Leben begleiten können.

Lassen Sie uns diese Himmelsperspektive zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes noch einmal gemeinsam besingen, indem wir in den 4. Vers des Liedes “ ‚Wir warten dein, o Gottes Sohn…“ EG 152) des Liederdichters Philipp Friedrich Hiller einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Wir warten dein, du kommst gewiss, die Zeit ist bald vergangen;
wir freuen uns schon überdies mit kindlichem Verlangen.
Was wird geschehn, wenn wir dich sehn,
wenn du uns heim wirst bringen, wenn wir dir ewig singen!

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten und besinnlichen Ewigkeitssonntag und ich freue mich, wenn wir uns in der nächsten Woche zum Beginn des neuen Kirchenjahres wiedersehen.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Buß- und Bettag. Den Predigttext für den heutigen Tag finden wir bei dem Propheten Jesaja im 1. Kapitel, die Verse 10-18. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Höret des Herrn Wort, ihr Herren von Sodom ! Nimm zu Ohren die Weisung unsres Gottes, du Volk von Gomorra ! Was soll mir die Menge eurer Opfer ?, spricht der Herr. Ich bin satt der Brandopfer von Widdern und des Fettes von Mastkälbern und habe kein Gefallen am Blut der Stiere, der Lämmer und Böcke. Wenn ihr kommt, zu erscheinen vor mir- wer fordert denn von euch, dass ihr meinen Vorhof zertretet ? Bringt nicht mehr dar so vergebliche Speisopfer ! Das Räucherwerk ist mir ein Gräuel !
Neumonde und Sabbate, wenn ihr zusammenkommt, Frevel und Festversammlung mag ich nicht ! Meine Seele ist Feind euren Neumonden und Jahresfesten; sie sind mir eine Last, ich bin’s müde, sie zu tragen. Und wenn ihr auch eure Hände ausbreitet, verberge ich doch meine Augen vor euch; und wenn ihr auch viel betet, höre ich euch doch nicht; denn eure Hände sind voll Blut. Wascht euch, reinigt euch, tut eure bösen Taten aus meinen Augen, lasst ab vom Bösen ! Lernt Gutes tun, trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten, schafft den Waisen Recht, führt der Witwen Sache ! So kommt denn und lasst uns miteinander rechten, spricht der Herr. Wenn eure Sünde auch blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden, und wenn sie rot ist wie Scharlach, soll sie doch wie Wolle werden.

Liebe Gemeinde,

ein ganz schön hartes Wort, was wir soeben gehört haben. Und dabei sind es nicht die Worte Jesajas, die er zu dem Volk Israel spricht, sondern die Worte des lebendigen Gottes, die dieser durch seinen Propheten direkt zu dem Volk spricht. Schauen wir uns dies doch einmal etwas genauer an.

1. Der Status Quo

Gott hat allen Grund diese Worte in dieser ungewohnten Härte an sein Volk zu richten.

Der Grund ist schlicht und einfach derjenige, dass alle Menschen gottlos geworden waren. Es gab keine religiösen Lehrer und Führer mehr. Jeder machte, was er wollte und niemand, was er eigentlich tun sollte.

Und wenn man das monate- und jahrelang gemacht hat, dann wird man allmählich taub für das Wort Gottes. Und deshalb wählt Gott auch zu Beginn seiner Botschaft die Ortschaften Sodom und Gomorra.

Wenn wir uns erinnern an Lot, der ja ein Einwohner von Sodom war, wie er und die seinen von den Engeln Gottes gerettet wurden, bevor der Herr Feuer vom Himmel fallen ließ und Sodom und Gomorra vernichtete. Nicht nur die Stadt, sondern auch alle Einwohner darin wurden getötet.

Das gleiche Schicksal droht Gott nunmehr den Israeliten durch den Propheten Jesaja an. Vermutlich werden sie gesagt haben: Aber wir opfern dir doch ! Aber wir gehen doch regelmäßig in die Versammlungen ! Aber wir beten doch auch !
Das alles, liebe Gemeinde zählt nicht vor Gott.

Mit rituellen Handlungen können wir bei Gott keinen Blumentopf gewinnen. Gott will unser Herz und nicht unsere frommen Rituale.

Es sah also ziemlich düster aus für die Israeliten. Das Schicksal von Sodom und Gomorra vor Augen und dann auch noch die Botschaft, dass religiöse Rituale, auf deren Einhaltung sie sich viel eingebildet hatten, auch nicht vor dem Untergang retten können. Schlimmer geht’s kaum noch.

2. Bitte wenden

Gott wäre nicht Gott, wenn er nicht auch eine Botschaft senden würde, welche die Möglichkeit der Errettung aufzeigt.

Lasst ab vom Bösen und lernt Gutes zu tun. So haben wir es in unserem Predigttext gehört. In der Praxis bedeutet dies, dass ich mich abkehren soll von allem, was Gott nicht gefällt. Und ich soll mich hin kehren zu allem, was Gott gefällt.

Dass dies nicht einfach sein würde, das sagt Gott schon mit dem kleinen Wort „lernen“. Wer jahrelang nur in Sünden gelebt hat, der wird immer mal wieder in alte Verhaltensmuster zurückfallen. Daher spricht Gott hier auch von einem Lernprozess, den die Israeliten zu durchlaufen hatten.

Helft den Unterdrückten, passt auf die Waisen auf und achtet auf die Witwen. Dies waren in der damaligen Zeit die schwächsten Glieder der Gesellschaft. Sie hatten keinen Fürsprecher und einen Sozialstaat wie wir ihn heute kennen den gab es damals noch nicht.

Schaut nicht nach den Oberen, die euch sagen wollen, was ihr zu tun habt, sondern schaut nach denen ganz unten, die ganz dringend eurer Hilfe bedürfen. Das ist die Ansage Gottes an sein Volk.

So, und jetzt wird es noch ein wenig juristisch. Wir haben in unserem Text das Wort „rechten“ gehört. Dies ist ein veraltetes Wort für einen juristischen Vergleich.

Wenn Kläger und Beklagter vor Gericht stehen und sich doch noch einig werden, dann wird ein Vergleich geschlossen. Die Klage wird fallengelassen und es kommt auch zu keinem Urteil.

Dies verspricht der allmächtige Gott seinem Volk, wenn es sich von seinem bisherigen Weg abkehrt und zu ihm zurückkehrt.

3. Heute 2020

Heute ist ja Buß- und Bettag. Was dies im Alten Testament bedeutete, das haben wir soeben gehört. Wie schaut es denn heute bei uns aus ?

Es werden ja schon Stimmen laut, die uns mit Sodom und Gomorra auf die gleiche Stufe stellen. In Deutschland, so habe ich es gelesen, gehören nur noch rund 50 % der Bevölkerung einer Kirche an. Der Rest ist entweder ausgetreten oder bezeichnet sich als Atheisten.

Wenn ich dann auf die sexuelle Unmoral schaue, die an allen Ecken und Enden ausgeübt wird, wenn ich an die Ehe für alle denke oder aber an die vielen Schwangerschaftsabbrüche, dann möchte ich fast zustimmen.

Aber, liebe Gemeinde, darum geht es ja gar nicht. Egal, wie oft wir beten, egal, wie oft wir in den Gottesdienst gehen und egal, wie viele gute Taten wir ausüben, eines bleibt bestehen: Wir sind alle Sünder und bedürfen der Erlösung von unseren Sünden.

Jede kleine Sünde, auch die allseits so beliebte Notlüge reicht für den Gang in die Hölle aus, wenn nicht vorher für diese Sünde bezahlt wurde.

Seit Jesu Erlösungstat am Kreuz ist für all unsere Sünden bereits bezahlt worden. Und wer dies im Glauben annimmt und dem Herrn Jesus sein Leben übergibt, der darf sich auf diese Bezahlung berufen.

Unsere Bekehrung ist also nichts anderes als das, was Gott von den Israeliten verlangte: Eine Abkehr von allem Bösen und eine Hinkehr zu allem, was Gott gefällt. Denn dies ist die logische Konsequenz davon, wenn ich Jesus mein Leben übergebe. Dann kann und will ich nicht so bleiben, wie ich bin, dann will ich nach seinen Regeln leben.

Jetzt haben wir den Bußtag also „erledigt“. Aber was ist mit dem Bettag gemeint ? Nun, Beten ist ja nichts anderes als reden mit Gott. Wenn ich so leben möchte, wie es ihm gefällt, dann muss ich ja auch eine Beziehung zu ihm aufbauen. Wenn ich dies nicht mache, dann trete ich irgendwie auf der Stelle.

Also gehören Umkehr, Buße und Beten zusammen. Natürlich werden wir auf Eden niemals perfekt werden. Das sind wir erst im Himmel. Nur unser Herz und unsere Gesinnung sollen allein dem gehören, der bei uns ist alle Tage bis an der Welt Ende. Und somit ist Buß- und Bettag keine statische Größe sondern ein dynamischer Prozess, der wenn wir es so wollen, jeden Tag praktiziert werden sollte.

Bringen wir doch jeden Abend all das vor Gott, was aus unserer Sicht falsch gelaufen ist und bitten ihn, uns diese Taten, Worte und Gedanken zu vergeben und uns weiterhin auf rechtem Wege zu führen.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den ersten Vers des Liedes „Nun gehören unsre Herzen…“ von Friedrich von Bodelschwingh einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Nun gehören unsre Herzen ganz dem Mann von Golgatha,
der in bittern Todesschmerzen das Geheimnis Gottes sah,
das Geheimnis des Gerichtes über aller Menschen Schuld,
das Geheimnis neuen Lichtes aus des Vaters ewger Huld.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen Buß- und Bettag. Vielleicht fangen wir ja gleich heute Abend mit unseren ganz persönlichen Buß- und Betttagen an ?

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen vorletzten Sonntag des Kirchenjahres. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Evangelisten Lukas im 16. Kapitel die Verse 1-8. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Vom unehrlichen Verwalter

Er sprach aber zu den Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Verwalter, der wurde bei ihm beschuldigt, er verschleudere ihm seinen Besitz. Und er ließ ihn rufen und sprach zu hm: Was höre ich da von dir? Gib Rechenschaft über deine Verwaltung; denn du kannst hinfort nicht Verwalter sein. Der Verwalter sprach bei sich selbst: Was soll ich tun ? Mein Herr nimmt mir das Amt; graben kann ich nicht, auch schäme ich mich zu betteln. Ich weiß, was ich tun will, damit sie mich in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich von dem Amt abgesetzt werde. Und er rief zu sich die Schuldner seines Herrn, einen jeden für sich, und fragte den ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Eimer Öl. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich hin und schreib flugs fünfzig. Danach fragte er den zweiten: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Sack Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein und schreib achtzig. Und der Herr lobte den ungetreuen Verwalter weil er so klug gehandelt hatte; denn die Kinder dieser Welt sind unter Ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichts. Und ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn er zu Ende geht, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten.

Liebe Gemeinde,

Jesus fordert zum Betrug auf. So jedenfalls könnte es den Anschein haben. So könnte es den Anschein haben, wenn man den Predigttext zum ersten Male hört. Und ehrlich gesagt, auch beim mehrmaligen Lesen konnte ich immer noch nicht so recht glauben, was ich da gelesen hatte. Grund genug also, dass wir uns mit diesem Text etwas eingehender beschäftigen.

1. Am Gelde hängt zum Gelde drängt doch alles

Diese weise Erkenntnis stammt von unserem großen Dichter Goethe. Und da ist auch sicherlich etwas dran. Da müssen wir auch nicht lange suchen: Schauen wir nur auf den Wirecardskandal.

Ganz ohne Zweifel, liebe Gemeinde, Geld ist wichtig. Wer etwas anderes behauptet ist entweder ein Schwärmer oder ein Spinner. Wenn wir unsere Familien ernähren wollen, wenn wir ihnen ein Dach über dem Kopf geben wollen, dann brauchen wir dazu Geld.

Nur ist dabei eines wichtig; nämlich der verantwortungsvolle Umgang mit dem Geld.

Geld ist gefährlich. Ja, das stimmt auch. Mit Geld werden Kriege finanziert und wir sind kräftig dabei, wenn es um Rüstungsexporte geht. Mit Geld wird auch der gesamte weltweite Drogenhandel finanziert. Und mit Geld kann man sich sogar einen Auftragskiller kaufen.

Geld entzweit die Menschen. Nein, das stimmt nicht. Diese Macht besitzt Geld dann doch nicht. Aber wenn wir an die tausenden von Erbstreitigkeiten in unserem Lande denken, wo es letztendlich doch nur um Geld geht, werden wir eines besseren belehrt.

Und in diese Tatsachen hinein sagt Jesus, dass Geld eben nicht alles ist, sondern dass wir es benutzen sollen, um uns Freunde zu schaffen. Wir sollen es nicht horten, wir sollen damit nicht eigensüchtig umgehen. Und wir sollen es nicht nutzlos verprassen.

Der böse Verwalter hatte nämlich das Geld zu seinem Gott gemacht. Und das, liebe Gemeinde, geht nie gut aus.

2. Das Karriereende

Dem Verwalter schwante Böses. Er war mit seinen Finanztransaktionen aufgeflogen. Sicherlich war jahrelang alles gutgegangen und er hatte sich so richtig was abgezwackt. Doch jetzt saß er so richtig im Schlammassel. Das war nun das Ergebnis aus seinem sündhaften Verhalten.

Wenn wir ein Kapitel im Lukasevangelium zurückschauen, da lesen wir das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Auch dieser saß richtig tief im Dreck. Erst da kam ihm die Erkenntnis, dass es so nicht weitergeht.

Und wie der verlorene Sohn, so erkannte auch der böse Verwalter, dass jetzt ein Plan B hermusste. Also zog er kluge Konsequenzen aus seinem Handeln und machte sich Freunde mit dem Geld.

Und diese Erkenntnis, liebe Gemeinde, brachte ihn einen ersten Schritt in die richtige Richtung, nämlich zurück zu Gott. Hatte er früher nur in die eigene Tasche gewirtschaftet, so musste er jetzt feststellen, dass dies alles zeitlich begrenzt war und früher oder später das Ende kommen würde.

3. Die Lebenswende

Der Verwalter hatte also erkannt, dass sein Fehlverhalten ihn nicht weiterbrachte. Übertragen wir das einmal auf unser Christentum. Er hatte erkannt, dass er ein Sünder war. Er bereute von ganzem Herzen, was er getan hatte und beschloss den umgekehrten Weg zu gehen. Dieses nennen wir Buße und Umkehr.

Wenn wir es so wollen, und das wollen uns Gleichnisse ja aufzeigen, so ging er mit seinen Sorgen, Nöten und Problemen hin zu Gott. Der einzige, der ihm hier noch helfen konnte war der Gott, den er vermutlich in seinem Leben immer links hat liegenlassen.

Wir haben ja heute Volkstrauertag. An diesem Tage gedenken wir der Toten der Weltkriege. Und wir müssen anerkennen, dass auch wir einmal sterben werden.

Und somit beschäftigt sich der dritte Punkt, die Lebenswende, auch mit unserem ganz persönlichen Lebensende.

Jeder Mensch hat zwei Möglichkeiten sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Entweder wir verschließen die Augen davor, es ist ja noch eine Zeit hin, bis dieses Ereignis eintritt. Oder aber wir anerkennen diese Tatsache und setzen uns mit ihr auseinander.

Wie Gott sich hat von dem verlorenen Sohn wiederfinden lassen und ihm sogar noch entgegengegangen ist, so hat sich Gott auch von dem bösen Verwalter finden lassen und ist nicht entsetzt über sein bisherigen Tun.

Nein, ganz im Gegenteil, Gott freut sich über jeden Sünder, der reumütig wieder zu ihm zurückkehrt. Jedem, der dies tut, verspricht Gott zwar nicht den Himmel auf Erden, aber er verspricht ihm seinen Beistand in allen Lebenslagen.

Und jedem, der auf diesem Wege zu Gott zurückkehrt verspricht er eine ewige Gemeinschaft mit ihm in seinem Reich.

Wenn wir an den Schächer am Kreuz denken, dann war dies gewiss ein Verbrecher durch und durch. Doch auch diesen nahm Jesus in sein Paradies auf, nachdem er sich bekehrt hatte. Für Jesus gibt es keine hoffnungslosen Fälle.

Daran sollten wir bitte denken, wenn wir wieder einmal so leichtfertig über Menschen urteilen und vielleicht sagen: Bei dem sind doch Hopfen und Malz verloren. Nein, sind sie nicht. Gerade dieser Menschen sollten wir uns ganz besonders annehmen. Wenn Gott selbst dem unehrlichen Verwalter eine zweite Chance einräumt, wie können wir dann Menschen eine zweite Chance verweigern ?

Oberflächlich ging es also „nur“ um Geld, aber hintergründig ging es darum, wie wir auf ewig errettet werden können und wie wir die richtigen Prioritäten auf Erden setzen. Und das geht nur, wenn wir umkehren und uns von Gott ein reines Herz schenken lassen.

Darum lassen Sie uns unseren Herrn bitten, indem wir zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den ersten Vers des Liedes: „Ein reines Herz, Herr, schaff in mir…“ (EG 389) des Liederdichters Heinrich Georg Neuß einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Ein reines Herz, Herr, Schaff in mir,
schließ der Sünde Tor und Tür;
vertreibe sie und lass nicht zu,
dass sie in meinem Herzen ruh.

Der Herr segne dich und behüte Dich
Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über Dir und sei dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen drittletzten Sonntag des Kirchenjahres. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Thessalonicher, Kapitel 5, die Verse 1-6. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Von den Zeiten und Stunden aber, liebe Brüder, ist es nicht nötig, euch zu schreiben; denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn kommen wird wie ein Dieb in der Nacht. Wenn sie sagen werden: Es ist Friede, es hat keine Gefahr-, dann wird sie das Verderben schnell überfallen wie die Wehen eine schwangere Frau und sie werden nicht entfliehen. Ihr aber, liebe Brüder, seid nicht in der Finsternis, dass der Tag wie ein Dieb über euch komme. Denn ihr alle seid Kinder des Lichts und Kinder des Tages. Wir sind nicht von der Nacht noch von der Finsternis. So lasst uns nun nicht schlafen wie die andern, sondern lasst uns wachen und nüchtern sein.

Liebe Gemeinde,

in der Lutherbibel steht über unserem Predigttext die wunderschöne Überschrift: „Leben im Licht des kommenden Tages.“ In unseren heutigen Sprachgebrauch übertragen würden wir vielleicht sagen: „Wie sollen wir leben im Hinblick auf Jesu Wiederkunft ? Schauen wir einmal, was uns der Predigttext dazu mit auf den Weg geben möchte.

1. Nicht schlafen

Wenn wir die Anzahl der Gemeindemitglieder mal in Relation zu den Gottesdienstbesuchern setzen, dann fällt uns auf, dass wir wohl jede Menge Karteileichen in unseren Beständen haben. Natürlich wird ein Teil davon auch Gottesdiensten im Internet beiwohnen, aber ich wage zu bezweifeln, dass dies die überwiegende Anzahl der Gemeindemitglieder macht.

Ein französischer Pfarrer hatte einmal in seinem Gemeindebrief folgendes geschrieben: „Bei Ihrer Taufe wurden Sie in die Kirche hineingetragen. Bei Ihrer Bestattung werden Sie aus der Kirche herausgetragen. Es wäre schön, wenn Sie dazwischen auch mal selber in die Kirche kommen würden.“

Und so ist es mittlerweile leider Realität, dass die Kirche zur Taufe, zur Konfirmation, zur Hochzeit und zur Bestattung benötigt wird. Und die übrige Zeit verbringt man damit, sein eigenes Leben zu führen.

Und somit schläft ein einst reges Glaubensleben so nach und nach ein. Ein befreundeter Kollege von mir sagte einmal, dass die meisten Menschen die Kirche so betrachten wie einen Feuerlöscher. Es ist gut, wenn man einen hat, aber es ist noch besser, wenn man ihn nicht braucht.

So lasst uns nicht schlafen, das sagt uns heutiger Predigttext. Und das bedeutet, dass wir unsere Beziehung zu unserem Herrn stets lebendig halten sollen. Am besten mit Gebet und mit Gemeinschaft. Wenn wir unsere alten Freunde nicht mehr anrufen, sie nicht mehr besuchen dann werden diese Beziehung einschlafen. Genau so ist es mit unserem Glauben.

2. Wachen

Wachen bedeutet mit Gott rechnen. Wachen heißt, dass ich anerkenne, dass mein Herr stets das letzte Wort hat und ich immer auf ihn und sein Wort horche und gehorche.

Meine Großmutter hatte einen Standardspruch, den sie immer anwandte. Der war ihr schon in Fleisch und Blut übergegangen. Wenn man sie zum Beispiel fragte, was sie am morgigen Tage vorhabe, dann erhielt man natürlich eine Antwort, diese war aber immer mit dem Zusatz versehen: „So Gott, der Herr will“.

Bis weit in das 19. Jahrhundert hinein unterzeichneten Kaufleute Verträge nicht nur mit ihrem Namen, sondern mit dem Kürzel s.c.j. was sub conditione jacobae bedeutet. Man verstand darunter den Jakobäischen Vorbehalt. In Jakobus 4,15 steht nämlich „Wenn der Herr will, werden wir dies oder das tun.“

So lebte man in früheren Jahrhunderten unter der ständigen Gewissheit, dass wir alle unter dem Schutz des Herrn stehen und dieser allein weiß, was gut oder weniger gut für uns ist. Daher lässt er das eine gelingen und das andere eben nicht. Man rechnete eben noch mit dem Herrn.

Gut, in dieser Form machen wir das heute nicht mehr. Aber auch heute sollten wir mit der Wiederkunft und dem Eingreifen Gottes rechnen. Ich habe mal ein Buch gelesen, welches den Titel trug. „Und wenn ER heute noch käme“. Dort machte sich ein Ehepaar Gedanken darüber, was denn wäre, wenn Jesus heute käme und er sie in der jeweiligen Situation vorfinden würde in welcher sie sich gerade befanden.

Diese Frage dürfen wir uns ruhig einmal selber stellen. Wäre es mir recht, wenn Jesus jetzt wiederkäme und mich bei der Tätigkeit vorfinden würde, der ich gerade nachgehe?

Das soll uns auf keinen Fall zu ängstlichen Menschen machen, die sich immer und immer wieder fragen, ob das, was sie tun, dem Herrn recht wäre. Das habe ich auch schon in Gemeinden gesehen. Dort wurde alles verboten, was Freude macht. Tanzen war verboten, Kino war verboten, Feierlichkeiten waren verboten. Sie können sich sicherlich vorstellen, was das für eine „fröhliche“ Gemeinde war.

Wir sollen wachen, dass wir auf dem rechten Weg bleiben und nicht auf falsche Wege abbiegen. Wenn wir wirklich wachen, dann erkennen wir sehr schnell, wenn wir einmal falsch abgebogen sind. Und wenn wir dies schnell erkennen, dann können wir auch schnell mit des Herrn Hilfe den Rückwärtsgang einlegen.

3. Vorsicht Falle

Jesus warnt uns davor auf falsche Propheten zu hören. Ha, da stehen wir doch drüber, uns kann keiner ein x für ein u vormachen. Wir stehen so fest im Glauben, dass uns das nicht passieren kann.

Wissen Sie, liebe Gemeinde, wer auch ganz fest im Glauben stand? Das waren Adam und Eva. Diese Menschen unterhielten sogar noch eine direkte Beziehung, so von Angesicht zu Angesicht zu ihrem Schöpfer. Mehr geht doch gar nicht.

Und dann waren es genau diese Menschen, die auf die Schliche des Satans hereinfielen. Es bedurfte nur der einfachen Frage Satans: „Sollte Gott gesagt haben…“ um diesen scheinbar festen Glauben ins wanken zu bringen.

Und glauben Sie mir eines. Satan ist heute noch so aktiv wie damals. Nicht bei den Menschen, die mit Gott nichts zu tun haben wollen. Die hat er ja eh schon in seiner Hand. Aber gerade wir, die wir unserem Herrn angehören sind ihm ein Dorn im Auge. Und daher kommt er mit den subtilsten Verführungen um uns in seine Fänge zu bringen.

Wir kennen alle das Sprichwort „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“. Und genau das sollten wir uns immer wieder vor Augen halten. Satan ist heute mindestens so gefährlich wie im Garten Eden. Und darum sollten wir unsere Antennen auf seine Verführungsversuche ausrichten. Wenn wir dies mit Jesus im Herzen und der Bibel in der Hand tun, dann wird er es verdammt schwer mit uns haben.

Lassen Sie mich kurz noch ein Letztes sagen: Ich bekomme immer wieder Zuschriften von gläubigen Menschen, die deshalb nicht mehr zur Kirche gehen, weil dort nur noch über Umwelt und Politik gepredigt wird. „Jesus kommt bei den Predigten nicht mehr vor“, so sagte es mir vor kurzem ein guter alter Bekannter.

Liebe Gemeinde, in eine dieser Kirchen würde ich auch keinen Fuß mehr hineinsetzen. Wer sich als Prediger Umweltaktivist oder als politscher Berater betätigt darf dies tun, aber ohne meine Gegenwart. Dann schaue ich mir lieber einen Gottesdienst im Fernsehen an oder suche mir eine Gemeinde, wo unser Herr noch im Zentrum steht.

Lassen Sie uns das, was wir heute zusammen bedacht haben noch einmal zusammenfassen, indem wir gemeinsam in den ersten Vers des Liedes „Wir warten dein, o Gottes Sohn…“ (EG 152) des Liederdichters Philipp Friedrich Hiller einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Wir warten dein, o Gottes Sohn, und lieben dein Erscheinen.
wir wissen dich auf deinem Thron und nennen uns die Deinen.
Wer an dich glaubt, erhebt sein Haupt und siehet dir entgegen;
du kommst uns ja zum Segen.

Der Herr segne dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Bleiben Sie alle wohlbehütet von unserem Herrn und Heiland Jesus Christus.
Ihr

Ulrich Naber