Liebe Gemeinde,

die letzten Sonntage des Kirchenjahres haben ja immer ein wenig die Ewigkeit im Blick. Heute erfahren wir von einem harten Realisten, was uns denn dort erwartet. Paulus schreibt uns dies im 2. Brief an die Korinther, Kapitel 5, die Verse 1-10. Lassen Sie uns seinen Bericht zunächst gemeinsam lesen:

Sehnsucht nach der himmlischen Heimat.

Denn wir wissen: Wenn unser irdisches Haus, diese Hütte, abgebrochen wird, so haben wir einen Bau, von Gott erbaut, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig ist im Himmel. Denn darum seufzen wir auch und sehnen uns danach, dass wir mit unserer Behausung, die vom Himmel ist, überkleidet werden, weil wir dann bekleidet und nicht nackt befunden werden. Denn solange wir in dieser Hütte sind, seufzen wir und sind beschwert, weil wir lieber nicht entkleidet, sondern überkleidet werden wollen, damit das Sterbliche verschlungen werde von dem Leben. Der uns aber dazu bereitet hat, das ist Gott, der uns als Unterpfand den Geist gegeben hat. So sind wir denn allezeit getrost und wissen: Solange wir im Leibe wohnen, weilen wir fern von dem Herrn; denn wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen. Wir sind aber getrost und haben vielmehr Lust, den Leib zu verlassen und daheim zu sein bei dem Herrn. Darum setzen wir auch unsere Ehre darein, ob wir daheim sind oder in der Fremde, dass wir ihm wohlgefallen. Denn wir müssen all offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er getan hat bei Lebzeiten, es sei gut oder böse.

Liebe Gemeinde,

Berichte wie, der, den wir gerade gehört haben, werden ja von Kritikern gerne damit abgetan, dass es sich ja nur um Menschenworte handele. Deshalb möchte ich uns an dieser Stelle einmal daran erinnern, dass in der Bibel ja nur die Worte niedergeschrieben sind, die zwar Menschen verfasst haben, welche diese aber durch Gottes Geist erhalten haben. Insofern ist und bleibt die Bibel ganz einfach das ewige Wort Gottes.

So, uns jetzt lassen Sie uns einmal unter diesem Aspekt über die Worte des heutigen Predigttextes gemeinsam nachdenken.

1. Paulus der Realist

Wenn ich einen Bericht in der Zeitung lese, dann ist es für mich sehr wichtig, wer diesen verfasst hat. Ist es ein seriöser Journalist oder jemand, der mich nur vor seinen Karren spannen will. Ist er ein Realist oder eher ein Utopist?

Schauen wir uns daraufhin doch einmal Paulus näher an. Zu Beginn seiner klerikalen Karriere war er ein glühender Verfolger der Anhänger des neuen Glaubens. Er verfolgte Christen, wo er sie nur traf und war auch an deren Tötung beteiligt. Aufgrund seiner Ausbildung konnte ihm keiner ein „X“ für ein „U“ vormachen. Er wusste ganz genau, was richtig und was falsch ist. Paulus war also alles andere als ein religiöser Schwärmer.

Und dann auf dem Wege zur nächsten großen Christenverfolgung nach Damaskus traf er auf den auferstandenen Herrn Jesus Christus. Und dann musste er zugeben, dass die neue Lehre eben doch die richtige Lehre war. Und von diesem Paulus lernen wir jetzt etwas für unser Leben und unser Sterben. Da wir heute leben und irgendwann alle einmal sterben, dürfte das, was uns Paulus zu sagen hat sicherlich alle interessieren.

2. Der leibliche Tod

Paulus scheibt uns, dass unsere irdische Hütte, also unser Körper nach und nach abgebrochen wird. Das merken wir doch alle, die wir jenseits der 60 sind. Die kleinen Wehwehchen stellen sich so langsam ein und wir merken, dass unser Körper uns so nach und nach im Stich lässt. Da helfen auch keine Beauty-Docs mehr.

Und eines Tages verlassen wir diesen Körper. Aber wir bekommen einen neuen Körper, welcher von Gott gemacht ist. Und wir ziehen von unserem irdischen Heim in unser himmlisches Heim wo wir die Ewigkeit mit unserem Herrn verbringen dürfen.

3. Hier unten

Das ist ja alles schön und gut, aber es hilft mir doch hier unten nicht weiter. Hier quäle ich mich herum mit den ganzen Widrigkeiten des Lebens. Mich auf den Himmel zu vertrösten bringt mir doch eigentlich gar nichts.

Gut, vielleicht sterbe ich dann angstfreier, aber jetzt habe ich doch keinen Menschen an den ich mich mit meinen ganzen Nöten und Sorgen wenden kann.

Ganz falsch sagt uns Paulus. Gott hat uns nämlich als Unterpfand seinen Heiligen Geist gegeben. Und das bedeutet nichts anderes, als dass wir hier auf Erden schon den neuen Menschen überziehen können.

Das klingt ein wenig komisch, aber es bedeutet, dass wir, die wir unser Leben unserem Herrn bereits übergeben haben nicht nur auf den Himmel freuen dürfen. Nein, er schenkt uns mit seinem Heiligen Geist schon hier und heute seine Gegenwart.

Und das, liebe Gemeinde, ist nichts Abstraktes. Der Heilige Geist in der Gestalt des auferstandenen Herrn spricht einen jeden unter uns ganz persönlich an. Er will uns unser ganzes Leben auf Erden ein treuer Begleiter sein. Er will uns ein Beistand in allen Nöten, in allen Traurigkeiten aber auch in aller Freude sein.

Darum dürfen wir uns auf Eden schon „IN“ dem Heiligen Geist freuen, wie es Paulus an anderer Stelle scheibt.

Und dann ist der Tod eigentlich doch nur noch ein Umzug. Wir leben ja schon IN ihm und ziehen ganz einfach mit ihm um.

4. Das Gericht

Jetzt kommt’s aber richtig dicke. Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Gottes. Dann hat der Islam also doch recht: Dann werden die guten Taten gegenüber den Sünden aufgewogen und wenn dann ein Sünde zu viel ist, dann geht’s ab in die Hölle. Na dann kann ich gleich einpacken, dann kennn ich mein Urteil nämlich schon.

Gott sei Dank ist dies aber nicht so. Wir, die wir schon mit Christus auf Erden leben kommen nicht in das Gericht, wo es um Himmel oder Hölle geht. Wir Christen gehen in das Belohnungsgericht.

Dort empfangen wir unseren Lohn dafür, was wir bei Lebzeiten getan haben, für das Gute, aber auch für das Böse. Also doch noch durch die Hintertür in die Hölle ? Nein, keine Angst, so ist dies nicht gemeint.

Paulus und die Mehrzahl der Ausleger verstehen dies so, dass natürlich auch das Böse auf den Tisch kommt, wofür wir eigentlich die Hölle verdient hätten. Aber dann steht unser Anwalt Jesus auf und bezeugt, dass er für all das schon den Preis bezahlt hat. Und somit kann uns das Böse nicht mehr in die Hölle bringen.

Wir können natürlich, und auch dies schreibt uns der Apostel Paulus, auf Erden schon so leben, dass wir IHM wohlgefallen. Das ist der Lebenswandel, den wir anstreben sollten. Nehmen wir das doch einfach mit auf unsere weitere Lebensreise. Lassen Sie uns so leben, dass wir IHM stets wohlgefallen. Natürlich klappt das nicht immer, aber vielleicht immer öfter.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den ersten Vers des Liedes „Von Gott will ich nicht lassen…“ von Ludwig Helmbold einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Von Gott will ich nicht lassen, denn er lässt nicht von mir,
führt mich durch alle Straßen, da ich sonst irrte sehr.
Er reicht mir seine Hand,
den Abend und den Morgen tut er mich wohl versorgen,
wo ich auch sei im Land.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Drittletzten Sonntag im Kirchenjahr. Als Predigttext dient uns heute der Psalm 78. Lassen Sie uns diesen zunächst gemeinsam lesen:

Herr, der du bist vormals gnädig gewesen deinem Lande und hast erlöst die Gefangenen Jakobs; der du die Missetat vormals vergeben hast deinem Volk und alle seine Sünden bedeckt hast; der du vormals hast all deinen Zorn fahren lassen und dich abgewandt von der Glut deines Zorns: Hilf uns, Gott, unser Heiland, und lass ab von deiner Ungnade über uns ! Willst du denn ewiglich über uns zürnen und deinen Zorn walten lassen für und für? Willst du uns denn nicht wieder erquicken, dass dein Volk sich über dich freuen kann? Herr, erweise uns deine Gnade und gib uns dein Heil! Könnte ich doch hören was Gott der Herr redet, dass er Frieden zusagte seinem Volk und seinen Heiligen, damit sie nicht in Torheit geraten. Doch ist ja seine Hilfe nahe denen, die ihn fürchten, dass in unserm Land Ehre wohne; dass Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen; dass Treue auf der Erde wachse und Gerechtigkeit vom Himmel schaue; dass uns auch der Herr Gutes tue und unser Land seine Frucht gebe; dass Gerechtigkeit vor ihm her gehe und seinen Schritten folge.

 

Liebe Gemeinde,

Könnte ich doch hören, was Gott redet. Das möchten wir doch sicherlich alle gern. Gerade, wenn es uns mal nicht ganz so gut geht, möchten wir doch die Stimme des Herrn hören. Wenn wir ihn schon nicht hören können, dann dürfen wir uns aber auf eines ganz sicher verlassen; nämlich dass seine Hilfe denen nahe ist, die ihn fürchten. Und dann hören wir, wie der Psalmbeter den Herrn und sein Tun in den höchsten Tönen preist. Schauen wir uns die Eigenschaften an, die der Psalmbeter benutzt um Gott zu preisen doch einmal gemeinsam an:

1. Ehre

Jetzt mal zu Beginn eine Frage: Geben wir Gott allein die Ehre in unserem Leben? Ist es nicht auch so, dass wir anderen Dingen und Menschen die Ehre zukommen lassen, die eigentlich unserem Herrn gebührt?

Da wäre zum einen der Fan-Kult der zumeist Jugendlichen zu nennen, die „ihren“ Popstar vergöttern. Aber auch wir Erwachsenen sind davor nicht gefeit. Wie oft verehren wir Prominente, Politiker und Menschen, die großartiges in ihrem Leben geleistet haben.

Und bisweilen macht auch die Verehrung vor den Kirchentüren nicht halt. Denken wir nur an die Verehrung des Papstes durch unsere Glaubensgeschwister der römisch-katholischen Kirche.

Und hier müssen wir uns alle mal wieder zurückbesinnen und dem allein die Ehre geben, dem diese gebührt, nämlich unserem himmlischen Vater.

2. Güte & Treue

Gott ist gut. Dies lehrte uns ja schon Jesus. Wo wir Menschen mit unserer Güte schnell an unsere Grenzen stoßen, da geht Gottes Güte immer noch weiter. Gott gibt in seiner Güte niemals einen Menschen auf.

Gott ist aber nicht nur gut; er tut auch Gutes. Gott hat uns seine Schöpfung geschenkt. Er sorgt dafür, dass es regnet auf Erden, dass wir ernten können und er versorgt uns mit allem, was wir auf dieser Erde benötigen.

Dieses tut er für alle Menschen, egal ob sie bekehrt sind oder aber noch nicht. Mit seinen guten Werken lädt uns Gott jeden Tag auf’s Neue ein, zu ihm zurückzukehren um wieder seine Kinder zu werden.

Gottes Güte wird aber noch ergänzt um seine Treue. Gott ist sich selbst treu und damit auch seinen Geschöpfen gegenüber. Auf Gott können wir uns zu 100 % verlassen in allen Lebenslagen. Gott sagt nicht heute „Hüh“ und morgen „Hott“. Gottes Wort hat Bestand in Ewigkeit.

Daher sollen wir auch in seinem Wort forschen, um seinen Willen erkennen zu können, und um uns von ihm trösten zu lassen, wenn es uns einmal  nicht so gut geht. Aber sein Wort will uns auch eine verlässliche Richtschnur sein, wie wir unser Leben ausrichten können und sollen.

Wenn wir dies tun, werden uns zwar immer noch diverse Schwierigkeiten in unserem Leben begegnen, aber wir haben einen an unserer Seite, der mit uns durch diese Zeiten hindurchgeht.

3. Friede

Gott schenkt uns seinen Frieden. Das klingt so banal. Aber schauen wir uns doch einmal an, was wir aus dieser Welt gemacht haben. An zahlreichen Orten herrscht heute Krieg. Wir Menschen schaffen es einfach nicht, Frieden zu halten. Vielleicht mal ein paar Jahre lang, aber dann knallt es auch schon wieder.

Gottes Friede ist hingegen kein brüchiger Friede, der jederzeit wieder in Krieg ausarten kann. Gottes Friede ist ein stabiler, ewiger Friede.

Diesen Frieden bietet er allen seinen Geschöpfen an. Jeder, der sein Leben ihm übergibt, der seine Sünden bereut und sie ans Kreuz trägt, jeder, der dies gemacht hat, erhält das ewige Leben als Geschenk und Gottes Frieden in sein Herz gelegt.

Wir, die wir diesen Frieden durch den Heiligen Geist erhalten haben, sind aufgerufen, diesen Frieden in der Welt weiter zu verbreiten. Wir sollen der Welt von dem erzählen, der uns diesen Frieden geschenkt hat. Wir sind aufgerufen, diesen Frieden aktiv vorzuleben.  Damit machen wir unsere noch ungläubigen Geschwister neugierig auf das, was denn hinter dem Angebot Gottes steckt.

4. Gerechtigkeit

Menschliche Gerechtigkeit basiert ja zumeist auf dem „Wie du mir, so ich dir“ Prinzip. Diese Art der Gerechtigkeit ist aber in unserem Psalm nicht gemeint.

Gottes Gerechtigkeit schaut ein wenig anders aus. Von Natur aus, ist es so, dass wir schon als Sünder geboren werden. Sünder haben aber keinen Zugang zu Gott. Die Tür zum Himmel ist zunächst einmal zugesperrt. Das ist doch nur gerecht, da Sünde im Himmel nichts verloren hat.

Für jede Sünde muss der Sold bezahlt werden. Da wir dies nicht hinbekommen, hat Gott seinen Sohn auf die Erde gesandt, der mit seinem Leben für unser aller Sünden gezahlt hat. Damit hat uns Gott gerecht gesprochen.

Alle Menschen die diese Sündenvergebung im Glauben annehmen dürfen sich darauf berufen, dass sie nun gerecht vor Gott sind und somit als seine Kinder wieder freuen Zutritt zum Himmel haben.

„Könnte ich doch hören, was Gott redet“ so hat unsere Predigt angefangen. Wir haben heute gemeinsam ein wenig das Wesen Gottes betrachtet. Und aus diesem Wesen heraus resultiert auch, dass wir sehr wohl hören können, wenn Gott zu uns spricht. Wir müssen nur sein Wort in unsere Herzen dringen und es dort wirken lassen.

Und das geht natürlich nur, wenn wir auf Gott hören, ihm wirklich zuhören und das, was er uns gesagt hat auch in die Tat umsetzen. Nehmen wir uns doch alle nicht so wichtig, nehmen wir uns doch wieder Zeit für Gott und das, was er uns sagen möchte.

Lassen Sie uns doch diesem Gott all unser Vertrauen schenken und lassen Sie uns dies ausdrücken indem wir gemeinsam in den ersten Vers des Liedes „Wer nur den lieben Gott lässt walten…“ (EG 369) von Georg Neumark einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Wer nur den lieben Gott lässt walten und hoffet auf ihn allezeit,
den wird er wunderbar erhalten in aller Not und Traurigkeit.
Wer Gott, dem Allerhöchsten traut, der hat auf keinen Sand gebaut.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Reformationstag. Den Predigttext für den heutigen Tag finden wir im 5. Kapitel des Galaterbriefes, die Verse 1-6. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Aufruf zur rechten Freiheit

Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen! Siehe, ich, Paulus, sage euch: Wenn ihr euch beschneiden lasst, so wird euch Christus nichts nützen. Ich bezeuge abermals einem jeden, der sich beschneiden lässt, dass er das ganze Gesetz zu tun schuldig ist. Ihr habt Christus verloren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, und seid aus der Gnade gefallen. Denn wir warten im Geist durch den Glauben auf die Gerechtigkeit, auf die man hoffen muss. Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe tätig ist.

 

Liebe Gemeinde,

Martin Luther hatte ja niemals das vor, was aus seinem Thesenanschlag hervorgegangen ist. Martin Luther wollte die Kirche reformieren, also erneuern und nicht spalten. Dass aus dem Thesenanschlag in Wittenberg eine Kirchenspaltung hervorgegangen ist, war also niemals sein Ansinnen. Schauen wir uns doch einmal an, was Martin Luther wichtig war.

1. Herz statt Hand

Wir haben gerade von dem Joch der Knechtschaft gehört. Man kann es sich heute kaum mehr vorstellen, aber in der damaligen Zeit regierte der Klerus mit harter Hand seine Gläubigen.

Als Kirchenmitglied der damaligen Zeit hatte man der Kirche hörig zu sein und gefälligst das zu tun, was diese Organisation einem vorschrieb.

Heutzutage einen Ablasshandel einzuführen erscheint uns undenkbar, aber unter den Rahmendbedingungen der damaligen Zeit war dies relativ einfach möglich.

Aber auch wir müssen ein wenig aufpassen. Ich erlebe es immer wieder, dass an bestimmten Riten mit aller Gewalt festgehalten wird. So gibt es verschiedene Abendmahlsliturgien. In unserer Nachbarschaft entfachte dies einen derartigen Liturgiestreit mit dem Ergebnis, dass ein Teil der Gemeinde seither unseren Gottesdienst besucht und leider auch ein Teil der Gemeinde der Kirche den Rücken ganz zugewandt hat.

Auch wir im 21. Jahrhundert müssen aufpassen, dass das Herz regiert und nicht das sture Festhalten an rituellen Handlungen. Christus ist ja unser Herz wichtig und nicht, was wir nach außen zur Schau tragen mögen.

Insofern wollte Luther also nur das steinerne Herz der Kirche gegen ein Herz aus Fleisch und Blut austauschen.

2. No ranks no titles

Früher waren deutsche Unternehmen durchaus so hierarchisch organisiert, wie es die katholische Kirche heute zum Teil noch ist. Während meines Studiums betraten immer mehr amerikanische Unternehmen den deutschen Markt und warben um die Mitarbeiter mit dem Slogan: „No ranks, no titles“.

Sie wollten halt abrücken von der hierarchischen Struktur um eines besseren Ergebnisses willen.

Im Prinzip wollte Luther schon damals dieses Prinzip auf die Kirche übertragen. Seinen Glaubensmaximen zufolge haben wir nur einen Herrn. Und dies ist unser Herr Jesus Christus. Wir aber sind alle untereinander Brüder und Schwestern.

Das führte natürlich auch dazu dass die Allmacht des Papstes infrage gestellt wurde. Und immer dann, wenn man versucht die Macht der Regierenden zu beschneiden, immer dann liegt auch sofort Ärger in der Luft.

Und so wurde Martin Luther dann auch entsprechend drangsaliert bis hin zu dem Punkt, wo er seine Lehren widerrufen sollte. Gott sei Dank und mit Gottes Hilfe hat er dies nicht getan.

3. Die drei Solas

Und da sind wir jetzt auch an einem Punkt angelangt, wo wir uns die Lehre Martin Luthers noch einmal kurz zusammen anschauen wollen.

Sola Scriptura: Allein die Schrift war für Luther maßgebend. Alle von Menschenhand erdachten Ordnungen und Regelungen mussten sich daran messen lassen, ob sie denn nun bibelkonform waren.

Es stünde uns gut zu Gesichte, wenn wir dies auch heute noch praktizieren würden. Dann gäbe es nämlich gar keine Diskussion über Abtreibungen und gleichgeschlechtliche Ehen.

Sola Scriptura würde jedwede Diskussion schon im Keim ersticken.

Sola fide: Allein der Glaube ist wichtig. Alles, was Menschenhände um den Glauben herum zu installieren versuchen ist nicht wichtig.

Jeder, der sein Leben persönlich dem Herrn Jesus übergeben hat, der hat alles getan, was nötig ist. Mehr geht nicht und mehr will Gott auch nicht.

Kein Kirchenbesuch vermag den Glauben zu ersetzen. Keine noch so pompös ausgestattete Kirche vermag den Glauben zu ersetzen. Und keine Wallfahrt, egal wohin und wie lange sie dauert, vermag den Glauben zu ersetzen.

Ohne Glaube sind der Kirchenbesuch, die toll ausgestattete Kirche und die Wallfahrt religiöser Tand. Wohlgemerkt, ich habe gar nichts gegen Kirchenbesuch, tolle Kirchen und Wallfahrten. Aber sie sollen IM Glauben geschehen und nicht anstelle des Glaubens.

Sola gratia: Mit dem Ablasshandel konnten die Nachfahren den lieben Verblichenen die Aufenthaltsdauer im Fegefeuer verkürzen. Je mehr sie für ihre Lieben auszugeben bereit waren, desto kürzer mussten diese im Fegefeuer schmoren. Das war schon ein geniales Geschäftsmodell, nur eben nicht bibelkonform und dann doch wieder nicht so originell.

Alles Quatsch, sagte Luther und verwies darauf, dass es allein Gottes Gnade ist, die uns vor der Hölle bewahrt und uns in den Himmel trägt.

Das war schon ein gewaltiger Befreiungsschlag. Aber eines hat Martin Luther niemals gesagt. Er hat niemals gesagt, dass wir tun und lassen können was wir wollen. Einige Menschen verstehen dies nämlich gern so. Wir sollen schon als Christen eine Einheit bilden. Allein schon um dem Teufel zu widerstehen. Denn wir sind ja alle Jünger Jesu, die allein IHM nachfolgen. Und das können wir nur, wenn wir IHM ZUSAMMEN nachfolgen.

Lassen Sie uns nun zum Abschluss unseres heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den ersten Vers des Liedes „Ein feste Burg ist unser Gott…“ (EG 362) von Martin Luther einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen.
Er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen.
Der alt böse Feind mit Ernst er’s jetzt meint;
groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist,
auf Erd ist nicht seinsgleichen.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Reformationstag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 20. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Buch Prediger, Kapitel 12, die Verse 1-7. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Denk an deinen Schöpfer in deiner Jugend, ehe die bösen Tage kommen und die Jahre sich nahen, da du wirst sagen: “ Sie gefallen mir nicht“; ehe die Sonne und das Licht, Mond und Sterne finster werden und Wolken wiederkommen nach dem Regen, – zur Zeit, wenn die Hüter des Hauses zittern und die Starken sich krümmen und müßig stehen die Müllerinnen, weil es so wenige geworden sind, und wenn finster werden, die durch die Fenster sehen, und wenn die Türen an der Gasse sich schließen, dass die Stimme der Mühle leiser wird, und wenn sie sich hebt, wie wenn ein Vogel singt, und alle Töchter des Gesangs sich neigen; wenn man vor Höhen sich fürchtet und sich ängstigt auf dem Wege, wenn der Mandelbaum blüht und die Heuschrecke sich belädt und die Kaper aufbricht; denn der Mensch fährt dahin, wo er ewig bleibt, und die Klageleute gehen umher auf der Gasse; – ehe der silberne Strick zerreißt und die goldene Schale zerbricht und der Eimer zerschellt an der Quelle und das Rad zerbrochen in den Brunnen fällt. Denn der Staub muss wieder zur Erde kommen, wie er gewesen ist, und der Geist wieder zu Gott, der ihn gegeben hat.

 

Liebe Gemeinde,

bei dem Lesen des Textes musste ich zunächst an den bekannten Schauspieler und Entertainer Blacky Fuchsberger denken. Dieser hat einmal ein Buch mit dem Titel: „Alt werden ist nichts für Feiglinge“
geschrieben. Und wenn ich mir die Zeichen des Alterns, die Salomo recht poetisch umschreibt, genauer anschaue, dann hatte Herr Fuchsberger schon Recht.

Böse Tage, Kräfteverfall und die stets nach abwärts gerichtete Lebensspirale sind etwas, woran wir alle nicht so gern denken. Und dennoch, liebe Gemeinde, gibt es einen Reiz des Alterns. Lassen Sie uns diesen doch einmal genauer betrachten:

1. Weisheit

Mit jeder Erfahrung in unserem Leben werden wir ein bisschen weiser.
Jede Niederlage lehrt uns, neue Wege zu gehen. Und wenn man ein bestimmtes Alter erreicht hat, dann erkennt man im Rückblick ganz deutlich Gottes Spuren in seinem Leben.

Ich kann für mich nur sagen, dass Gott mich in etlichen Krisen in meinem Leben wunderbar geführt, geleitet und begleitet hat.

Als ich in diesen Krisen steckte, war dies nicht so deutlich erkennbar, da ich ja noch glaubte alles alleine bewältigen zu müssen. Heute weiß ich, dass Gott im Hintergrund die Fäden gezogen hat.

Heute weiß ich, dass ich lebe, weil Gott es so will. Oder wie es der Apostel Paulus so schön ausgedrückt hat: „Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir.“

Diese Weisheit kann aber erst dann entstehen, wenn ich mich nicht mehr selber über meine Leistung definieren muss. Solange ich in der Leistungsspirale gefangen bin, habe ich meist keine Zeit über des Gottes Wirken nachzudenken.

Heute kann ich mir die Zeit und die Muße gönnen, genau dies zu tun. Und dies ist schon ein Reiz des Alterns.

 

2. Brückenbauer

Ja, in den Hochzeiten meiner Schaffenskraft da war ich ganz auf mich und auf mein Ein- und Fortkommen fokussiert. Jeder Wettbewerbsvorteil gegenüber einem Konkurrenten brachte mich ein Stück weiter dem erstrebten Ziel entgegen.

Nur keinen Deut nachgeben. Es muss immer weitergehen, aber bitteschön immer nach oben. Das ist doch Devise nach der sehr viele Menschen leben.

Heute sehe ich die Welt ein wenig anders. Irgendwann kommen wir schließlich alle einmal an den Punkt wo es einfach kein höher, weiter und besser mehr gibt. Da kommt der Punkt, wo wir sagen müssen: Bis hierher und nicht weiter.

Das kann eine Erkrankung sein, die uns ausbremst oder aber der allseits bekannte Burnout, der dafür sorgt, dass es aus ist mit höher, weiter und besser.

Und dann muss ich erkennen, dass ich für die anderen keine Konkurrenz mehr bin.

Aber ich habe die Chance, mein Wissen und meine Erfahrungen an die jüngere Generation weiterzugeben. Ich muss nichts mehr geheim halten, was mir geholfen hat. Ich darf alles mit vollen Händen weitergeben.

Und ich kann auch meinen reichen Erfahrungsschatz des Glaubens an die Jüngeren weiterreichen. Ich kann ihnen berichten, wo ich Gott ganz deutlich gespürt und sein Wirken ganz deutlich erlebt habe. Ich kann ihnen berichten, was mir mein Leben lang geholfen hat, den Glauben nicht aufzugeben, auch wenn es manchmal schwere Zeiten gab.

Daher führe ich schon seit über 30 Jahren ein Glaubenstagebuch, in welchem ich meine ganz persönlichen Erfahrungen mit unserem Herrn festhalte.

Hier habe ich die feste Gewissheit in der Hand, dass Gott lebt und regiert bis in alle Ewigkeit. Ja, er hat und wird auch weiter mein kleines Leben regieren.

Und dies weiterzusagen ist auch ein Reiz des Alterns.

 

3. Der Staub

Ja und dann darf ich auch daran denken, dass mich jeder neue Tag meines Lebens dem Ende näher bringt.

Altersweisheit ist auch die Weisheit, die erkannt hat, dass die Zeit nicht wie bei einer Uhr rundläuft und immer auf’s Neue beginnt. Ich erkenne, dass die Zeit eine Achse ist, die irgendwann einmal endet.

Viele unserer Freunde und Bekannten sind vielleicht schon vor uns heimgegangen. Daher wird auch unser Lebenskreis immer kleiner.

Ein kleinerer Lebenskreis bedeutet auch mehr Zeit für mich. Ich kann darf und sollte mich in dieser Zeit auch auf mein eigenes leibliches Ende vorbereiten.

Ich habe Zeit darüber nachzudenken, wie es denn wohl in der Ewigkeit sein wird. Wen werde ich dort alles wiedersehen? Auf wen freue ich mich ganz besonders?

Wer diese Chance des Alterns wirklich nutzt, der ist ein Mensch, der friedlich heimgehen kann. Ein Mensch, der einfach nur die Seiten wechselt. Ein Mensch halt, der sich auf die ewige Gemeinschaft mit Gott schon hier auf Erden freut.

Diese Reize des Alterns sollten wir alle nutzen.

Wenn wir uns dankbar daran erinnern, wie Gott uns in unserem Leben immer wieder treu zur Seite gestanden ist, wenn wir dies an die Jüngeren weitergeben und wenn wir uns auf unseren Heimgang vorbereiten, dann, liebe Gemeinde ist das Altern eine sehr schöne und sinnerfüllte Zeit für uns alle.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den 2. Vers des Liedes „Vertraut den neuen Wegen..“ (EG 395) von Klaus Peter Hertzsch einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Vertraut den neuen Wegen und wandert in die Zeit!
Gott will, dass ihr ein Segen für seine Erde seid.
Der uns in frühen Zeiten das Leben eingehaucht, der wird uns dahin leiten, wo er uns will und braucht.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 19. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Jesaja im 38. Kapitel, die Verse 9-20. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Dies ist das Lied Hiskias, des Königs von Juda, als er krank gewesen und von seiner Krankheit gesund geworden war: Ich sprach: Nun muss ich zu des Totenreiches Pforten fahren in der Mitte meines Lebens, da ich doch gedachte, noch länger zu leben. Ich sprach: Nun werde ich den Herrn nicht mehr schauen im Lande der Lebendigen, nun werde ich die Menschen nicht mehr sehen mit denen, die auf der Welt sind. Meine Hütte ist abgebrochen und über mir weggenommen wie eines Hirten Zelt. Zu Ende gewebt habe ich mein Leben wie ein Weber; er schneidet mich ab vom Faden. Tag und Nacht gibst du mich preis; bis zum Morgen schreie ich um Hilfe; aber er zerbricht mir alle meine Knochen wie ein Löwe; Tag und und Nacht gibst du mich preis. Ich zwitschere wie eine Schwalbe und gurre wie eine Taube. Meine Augen sehen verlangend nach oben: Herr, ich leide Not, tritt für mich ein! Was soll ich reden und was ihm sagen?
Er hat’s getan! Entflohen ist all mein Schlaf bei solcher Betrübnis meiner Seele. Herr, lass mich wieder genesen und leben! Siehe, um Trost war mir sehr bange. Du aber hast dich meiner Seele herzlich angenommen; dass sie nicht verdürbe; denn du wirfst alle meine Sünden hinter dich zurück. Denn die Toten loben dich nicht, und der Tod rühmt dich nicht, und die in die Grube fahren, warten nicht auf deine Treue; sondern allein, die da leben, loben dich so wie ich heute. Der Vater macht den Kindern deine Treue kund. Der Herr hat mir geholfen, darum wollen wir singen und spielen, solange wir leben, im Hause des Herrn!

Liebe Gemeinde,

Hiskia stand an der Schwelle des Todes und ist wie man so sagt dem Tod noch einmal von der Schippe gesprungen. Viele Menschen, denen es ähnlich ergangen ist leben nach diesen Erfahrungen ein ganz anderes Leben als vor dieser Begebenheit. Und so können wir bei dem König Hiskia auch drei Lebensphasen erkennen, die wir uns heute Morgen einmal gemeinsam anschauen wollen.

1. Lebensfreude

Hiskia war ja kein schlechter Mensch gewesen. Er ging munter und erfolgreich seinen Regierungsgeschäften nach und besuchte auch, wie wir es in der Bibel nachlesen können regelmäßig die Gottesdienste.

Nur an eines dachte er augenscheinlich nicht; er dachte niemals über seine eigene Endlichkeit nach. Vielleicht kam ab und zu der Gedanke an den eigenen Tod in ihm hoch. Doch das wurde schnell wieder an die Seite gedrängt und auf später vertagt.

Liebe Gemeinde, denken wir nicht auch häufig so wie es der König Hiskia tat. Sprechen wir mit unseren Lieben oder mit unseren Freunden auch mal über das Thema Tod? Wenn ich in einer gemütlichen Runde einen Stimmungskiller suche, dann muss ich nur das Thema Tod ansprechen und schon ist die Stimmung im Eimer.

Und doch sollten wir uns darüber im Klaren sein, dass auch Gott unseren, wie Hiskia ihn nennt, Lebensfaden eines Tages abschneiden wird. Und keiner von uns weiß wann ER das tut.

Viele Menschen richten sich auf Erden ja so ein, als ob sie die nächsten
500 Jahre auf Erden verbringen. Hiskia indes musste erkennen, dass unser Leben kein Steinhaus ist, sondern ein Hirtenzelt, welches ganz schnell abgebaut werden kann.

Und Hiskia musste erkennen, dass sein Leben nicht ihm, sondern Gott gehört. Daran sollen und müssen auch wir uns immer wieder erinnern.

2. Todesnähe

Hiskia musste auf einen Schlag drei Tatsachen ins Auge sehen:

1. Ich werde nie mehr mit meinen Bekannten zusammen sein können
2. Ich werde nie mehr einen Tempel aufsuchen können, um Gott die Ehre zu geben
3. Ich werde niemals mehr meinen Besitz und den Ertrag daraus genießen können

Das war natürlich schon einmal ein ganz starker Tobak. Ich weiß nicht, wie jeder Einzelne unter uns reagieren würden, wenn wir und so in der Todesnähe befinden, wie dies bei Hiskia der Fall gewesen ist.

Theoretisieren kann man das Thema ja ganz gut, aber wenn man plötzlich selber davon betroffen ist, sieht die Sache schon ein wenig anders aus.

Wie könnten wir uns denn ein wenig besser auf eine derartige Situation vorbereiten? Nun, wir könnten wie wir es bereits bei dem ersten Punkt gehört haben uns immer wieder vergegenwärtigen, dass unser aller Leben allein in SEINER Hand liegt.

Dann könnten wir lernen, ein Leben mit demjenigen zu führen in dessen Hand unser Leben liegt. Diesen jemand müssen wir natürlich zunächst einmal genau kennenlernen. Das geht am besten, wenn man sich seine Lebensregeln anschaut, die er uns in der Bibel übergeben hat.

Dann sollten wir uns mit Gleichgesinnten zusammenschließen um uns gegenseitig zu unterrichten und zu stärken. Und wir sollten immer wieder den direkten Kontakt zu demjenigen unterhalten, der unser Leben in seinen Händen hält.

Dieser jemand wird uns nämlich auch lehren, dass es ein Leben nach dem Tod gibt und dass dieses Leben seinen Kindern bestimmt ist.

3. Akutfall

Bei Hiskia war der Aktufall eingetreten. Er hatte die Möglichkeit der Vorbereitung auf eine derartige Lage nicht genutzt und befand sich von jetzt auf gleich in der direkten Todesnähe.

Also schrie Hiskia zu Gott und bat ihn um seine Hilfe. Wie wir es eingangs gehört haben, wurde dieses Gebet von Gott auch beantwortet, indem er Hiskia noch zusätzliche Jahre in seinem Leben schenkte.

Entscheidend ist, wie Hiskia nunmehr weiterlebt. Wie wir in seinem Lied erfahren, hat Hiskia diese Todesangst niemals vergessen. Wir entdecken ein ganz neues Lebensgefühl bei König Hiskia. Er sieht sein Leben nicht mehr als selbstverständlich an, sondern als ein Gnadengeschenk Gottes.
Fortan richtet er sein Leben auch nicht mehr auf die weltlichen Dinge, sondern auf Gott aus.

Gott verheißt Hiskia völlige Genesung. Diese Verheißung weist auch schon im Alten Testament auf den Herrn Jesus Christus hin.

Der Herr Jesus Chrsitus verheißt auch uns Allen völlige Genesung, also die Vergebung unserer Sünden, wenn wir ihn als unseren Heiland und Retter annehmen und unser Leben bestimmen lassen. Wenn wir dies tun, dann verspricht er uns kein zeitliches Leben ohne jedwede Probleme, aber er sagt uns ein Leben in Ewigkeit in seiner Gemeinschaft zu.

Gewiss, liebe Gemeinde, einige Jahre später starb König Hiskia. Wir werden auch eines Tages diese Erde verlassen, aber mit der Eintrittskarte für den Himmel in unserer Hand und damit der Gewissheit, dass wir ewig leben werden.

Dies ist auch der einzige Grund, warum wir uns im Leben und Sterben vor nichts und niemandem mehr fürchten müssen. Weder ewiger Tod noch Teufel haben mehr Macht über uns. Jesus hat den Tod und den Teufel besiegt, um uns die Möglichkeit der Umkehr in unser ewiges Heim zu ermöglichen.

Geben wir doch diesem Herrn die Ehre, indem wir zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den ersten Vers des Liedes: „Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut…“ (EG 326) von Johann Jakob Schütz einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut,
dem Vater aller Güte,
dem Gott, der alle Wunder tut,
dem Gott, der mein Gemüte
mit seinem reichen Trost erfüllt,
dem Gott, der allen Jammer stillt.
Gebt unserm Gott die Ehre!

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 9. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 7. Kapitel des Matthäusevangeliums, die Verse 24-27. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Vom Hausbau

Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute. Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, fiel es doch nicht ein; denn es war auf Fels gegründet. Und wer diese meine Rede hört und tut sie nicht, der gleicht einem törichten Mann, der sein Haus auf Sand baute. Als nun der Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, da fiel es ein und sein Fall war groß.

Liebe Gemeinde,

Wer diese Rede hört und tut…., so beginnt unser heutiger Predigttext. Bei dieser Rede handelte es sich um eine ganz gewaltige Predigt unseres Herrn, es handelt sich um die Bergpredigt. Jesus unterstreicht noch einmal die Wichtigkeit des Hörens UND des Tuns. Es ist ja bekanntlich noch einmal eine ganz andere Dimension, wenn wir sonntags einer Predigt lauschen UND diese dann auch wochentags in die Tat umsetzen.

Jetzt können wir diese seine Rede natürlich nicht im Detail anschauen. Beschränken wir uns heute Morgen doch einmal auf drei zentrale Aussagen der Bergpredigt. Wohlgemerkt, alle Aussagen sind gleich wichtig, aber wir haben halt nicht die Zeit, uns alle gemeinsam anzuschauen:

1. Von der Feindesliebe

„Liebet eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel.“

Hey, geht’s noch, Jesus? Das geht aber jetzt wirklich zu weit. Gut, meine Feinde zu ignorieren und nicht gleich auf sie einzuprügeln mit Taten und oder mit Worten, das kriege ich vielleicht noch so gerade eben hin. Und das ist schon verdammt schwer, den ganzen Ärger im Zaum zu halten. Da müsste Jesus doch froh sein, dass ich dies hinbekomme.

Und dann die Sache mit der Liebe. Aber Moment mal, wenn ich so darüber nachdenke, dann fällt mir ein, dass ich unmöglich jemanden hassen kann, den ich liebe. Und wenn ich meinen Ärger und Groll tagelang mit mir herumschleppe dann geht es mir auch nicht wirklich besser.

Aber wie kriege ich das hin, die Sache mit der Feindesliebe? Am besten ich gehe zu dem, der die Bergpredigt verfasst hat und frage ihn mal persönlich. Vielleicht sagt er ja zu mir: Übertrag doch den ganzen Groll, die Wut und den Ärger mit deinen Mitmenschen auf mich. Lass los, was dich kaputt macht und übergib mir die ganze Sache.

Ok, Jesus, das könnte klappen. Und das klappt auch. Und das schöne ist, dass es gar nicht mal so schwer ist und mich auch entlastet. Anstelle von Groll und Wut haben jetzt wieder positive Gefühle in meinem Leben Platz.

Und Jesus, was ist das denn? Ich verspüre auch nicht mehr diese Wut und diesen Ärger, wenn ich meinem Mitmenschen begegne. Ich kann ihn sogar freundlich grüßen. Und vielleicht geht ja auch mit Deiner Hilfe noch mehr.

Danke, lieber Herr und Heiland. Aber ich bin mir sicher, dass Du mich das nächste Mal wieder daran erinnern musst. Denn du kennst mich ja in- und auswendig. Und du weißt ja, Herr, außer dir ist eben noch kein Meister vom Himmel gefallen.

2. Vom Sorgen

Sorgt euch nicht um euer Leben…, ja Herr, das sagst du so schön, aber wenn du wüsstest, was ich alles um die Ohren habe. Was ? Das weißt Du?

Ich soll alle meine Sorgen auf dich werfen, denn du sorgst für mich? Ich würde es ja gerne probieren, aber ich hab da so meine Zweifel, ob das wirklich gut geht. Ja, du hast ja Recht, ich werde es nie erfahren, wenn ich es nicht probiere.

Und dann habe ich es eines Tages probiert. Und es hat tatsächlich hingehauen. In dem Moment, wo ich IHM alle meine Sorgen übergeben habe, da hatte ich den Blick wieder frei auf etwas Neues und ganz andere Sichtweisen. War ich vorher blockiert und in meinen Sorgen gefangen, so hatte ich plötzlich wieder neue und gute Ideen.

Sich nicht zu sorgen heißt ja nicht, Gott alles zu übergeben und sich selber nicht mehr um sein Leben zu kümmern. Wir sollen ja nicht in der christlichen Hängematte liegen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen, der uns regelmäßig unser Konto auffüllt.

Das meint unser Herr nicht, wenn er uns auffordert ihm unsere Sorgen zu geben.

Er möchte, dass wir getragen von seiner Liebe neue Perspektiven erkennen, die uns verborgen bleiben, wenn wir uns immer nur um unsere Nöte, Sorgen und Probleme kümmern.

Nur mal so nebenbei bemerkt: Gott hat andere Zeitmaßstäbe als wir sie für gewöhnlich haben. Problem und Sorgen übergeben und sofort die Lösung abgeholt das funktioniert so nicht immer. Es kann schon mal eine Weile dauern. Aber auch in dieser Zeit sind wir sicher in seinen Armen geborgen.

3. Vom Tun des göttlichen Willens

„Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun, das tut ihnen auch!“

Alles klar Jesus, kenn ich: Was du nicht willst dass man dir tut das füg auch keinem andern zu.“  Wie ? Was ? Genau andersrum hast du das gemeint. Ich soll das Sprichwort ins positive drehen?

Jetzt habe ich es verstanden. Die Initiative muss von also mir ausgehen. Ich soll den ersten Schritt machen. Wenn ich also freundlich behandelt werden möchte, dann soll ich zuvor freundlich auf die Leute zugehen.

Und was ist mit diesem stets übelgelaunten Miesepeter in meiner Firma? Trifft das etwa auch auf den zu? Es fällt mir ja schwer, das zu glauben, aber ich probiere es einfach mal. Und siehste, es hat geklappt. Der hat mich doch tatsächlich nach anfänglicher Verwunderung freundlich zurück gegrüßt. Vielleicht ist es ja auch kein stets übel gelaunter Miesepeter.

Jetzt habe ich wieder einmal erkannt, dass das Hören und das Tun gleich wichtig sind.

Aber auch bei der goldenen Regel werde ich meine Schwierigkeiten haben. Und darum bitte ich dich, Herr, hilf mir auch beim nächsten unfreundlichen Zeitgenossen, dass ich auch diesem freundlich begegne.

Und jetzt spinne ich mal ein bisschen. Was wäre, wenn dieser ehemalige Miesepeter das weitergibt, was ich ihm vorgelebt habe? Dann wäre ja bald der gesamte Umgang unter uns Menschen ein ganz anderer.

Und darum möchte ich dich bitten, Herr, öffne nicht nur mir, sondern auch allen meinen Mitmenschen die Augen für diese goldene Regel des Miteinanders.

Wenn wir so handeln, liebe Gemeinde, wenn wir unsere Feinde lieben lernen, wenn wir unsre Sorgen loslassen und auf IHN werfen und wenn wir unsere Mitmenschen so behandeln, wie wir von ihnen behandelt werden möchten, dann haben wir unser Lebenshaus auf einem festen Fundament gebaut. Gewiss, es werden Stürme und Orkane und Platzregen kommen. Aber unser Haus wird Bestand haben, es wird vielleicht wanken aber niemals fallen.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in ein altes Anti-Sorgen-Lied und zwar in den ersten Vers des Liedes „Herz, lass dein Sorgen sein…“ einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Herz, lass dein Sorgen sein, sorgen schafft Angst und Pein
und frommt doch nicht;
vertrau auf Gott, den Herrn, sein Hilf ist dir nicht fern,
Gott schlummert nicht.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 4. Sonntag nach Ostern, dem Sonntag Kantate. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Lukasevangelium, Kapitel 19, die Verse 37-40. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und als er schon nahe am Abhang des Ölbergs war, fing die ganze Menge der Jünger an, mit Freuden Gott zu loben mit lauter Stimme über alle Taten, die sie gesehen hatten, und sprachen: Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn! Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe! Und einige Pharisäer in der Menge sprachen zu ihm: Meister, weise doch deine Jünger zurecht! Er antwortete und sprach: Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.

Liebe Gemeinde,

wir befinden uns ja in der nachösterlichen Zeit und haben soeben einen vorösterlichen Predigttext gehört. Irgendwie scheint das nicht so richtig zusammenzupassen. Aber wenn wir genau lesen, dann steckt in diesem Predigttext unser aller Auftrag, den uns Jesus mit auf den Weg gegeben hat. Schauen wir uns dies doch einmal etwas näher an.

1. Die beherzten Jünger

Wir kennen sicherlich alle das Sprichwort: “ Wes des Herz voll ist, dem geht der Mund über.“ Genau dies taten die Jünger.

Sie hatten viel mit Jesus erlebt. Natürlich waren auch viele Wunder dabei. Aber das allein machte ihre Liebe zu Jesus nicht aus.

Dadurch dass sie tagein und tagaus mit Jesus lebten, war ihnen der Herr nicht nur ans Herz gewachsen, sondern in ihr Herz hinein. Das passiert heute genauso wie es damals passiert ist.

Jesus lebt ja auch heute noch mitten unter uns. Mit seiner Kreuzigung war nicht alles vorbei. Bei dem Menschen, der sich ganz bewusst für ein Leben mit Jesus entscheidet, bei diesem Menschen zieht er auch heute noch in sein Herz ein. Dem gibt er sich zu erkennen, dass ER der wahre Heiland unserer Seelen ist.

Und wenn einem so viel Gutes widerfährt, das ist schon einen Lobgesang wert. Die Jünger wollten ja ihre Erkenntnisse nicht für sich behalten. Es sollte ja kein neuer Geheimbund der Jünger Jesu gegründet werden. Jesus macht die Herzen soweit auf, dass auch wir gar nicht anders können, als das weiter zu erzählen, was unser Herr in uns bewirkt hat.

Wenn wir konsequent diesen Weg gehen, dann können wir mit Petrus bekennen “ Du hast Worte des ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt: Du bist der Heilige Gottes.“ (Johannes 6,68-69)

2. Die verkopften Pharisäer

Wir hatten gesehen, dass die Jünger Jesu mit Herzblut bei der Sache waren. Äußere Rituale interessierten sie wie man so sagt, einen feuchten Kehricht.

Und nun stieß die Lobpreisgruppe auf die Pharisäer. Die Pharisäer waren eher kopf- als herzgesteuert. Ihnen lag es am Herzen, dass alle Gesetze, die wir in den fünf Büchern Mose nachlesen können auch peinlichst genau eingehalten wurden. Das waren zum Beispiel die Sabbatregeln. Aber auch diverse Reinheitsvorschriften und viele andere Regeln gehörten dazu.

Damit wollten die Pharisäer einen Beitrag leisten, dass der versprochene Messias bald kommen möge. Einige Pharisäer gingen sogar davon aus, dass wenn nur zwei Sabbate hintereinander vorschriftsmäßig eingehalten werden, dass dann das Volk Israel sogleich erlöst würde.

Für so etwas wie sentimentalen Lobpreis war da natürlich kein Platz. Alles ging gesittet und geordnet seinen Gang. Und dass der Wanderprediger aus Nazareth der angekündigt Messias sein sollte, das ging schon mal gar nicht. Das war nicht nur ein Schlag ins Gesicht der Pharisäer, das war ja schon Gotteslästerung.

Also wiesen sie Jesus an, er möge doch bitte seine Truppe zurechtweisen, da sie offensichtlich gegen die Lehren der Pharisäer verstießen.

Liebe Gemeinde, haben wir das nicht heute auch noch ab und wann in unseren Gemeinden. Ich war mal bei einer Ausschusssitzung anwesend, wo sich zwei Pfarrer anbrüllten, welches denn nun die korrekte Abendmahlsliturgie sei. Da war kein Platz für Lobgesang. Da ging es richtig zur Sache.

Aber auch wir sind nicht vor Pharisäismus gefeit. Wenn junge Menschen in einer Gemeinde den Gottesdienst ein wenig anders gestalten wollen, als dies bisher der Fall war, finden sich mit Sicherheit etliche Gemeindemitglieder, die dies unterbinden wollen.

Natürlich hält jeder Mensch gern an Gewohnheiten fest. Das ist auch gut so. Aber wir dürfen mit dem Kopf nicht unsere Herzen verschließen.

3. Der Meister spricht

Jesus sagt nur einen Satz, aber der hat es in sich: „Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.“

Schreiende Steine kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Aber wir können vermuten, was uns Jesus mit dieser krassen Aussage mitteilen will.

Jesus sagt übertragen: Ihr Pharisäer seid im Unrecht. Es wird Zeit, dass die ganze Wahrheit ans Licht kommt und unter das Volk gebracht wird. Und meine Botschaft ist so mächtig, dass man sich einfach weitersagen muss. Meine Jünger können nicht schweigen,

Petrus und Johannes drückten dies natürlich schöner aus, als sie vor dem hohen Rat zur Verantwortung gezogen wurden: „Wir können’s ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.“ (Apostelgeschichte 4, 20)

Jesus will nicht mit einem Wisch alle Regeln umstürzen. So sollen wir seine Aussage nicht verstehen. Jesus will unsere Herzen und nicht unsere Rituale.

Jesus will, dass wir ihm beherzt nachfolgen und zwar sieben Tage in der Woche und nicht nur am Sonntag eine Liturgie herunterleiern, weil es denn mal so sein muss.

Jesus will uns aufzeigen, dass wir schnell Gefahr laufen unser Herz an ihn zu verlieren, wenn wir zu sehr auf die Einhaltung religiöser Vorschriften bedacht sind.

Und da sollten wir ansetzen. Leben wir in einer lebendigen Beziehung mit unserem Herrn, oder ist diese Beziehung nur noch durch Rituale bestimmt? Ist ER es, der unser Leben bestimmt oder sind es äußere Handlungen an die wir uns klammern.

Ich habe für mich einen ganz einfachen Weg gefunden um dies herauszufinden. Ich besuche regelmäßig alternative Gottesdienste, zum Beispiel der FCJG oder aber der Jesusfreaks. Wenn ich mich dort nicht wohlfühle, weil wir meine Rituale fehlen, dann wird es Zeit meine Beziehung zu Jesus wieder zu überdenken

Wir haben ja heute den Sonntag Kantate. Darum lassen Sie uns diesem Namen gerecht werden und  zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den zweiten Vers des Liedes: „Du meine Seele singe…“ (EG 302) von Paul Gerhardt einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Wohl dem, der einzig schauet nach Jakobs Gott und Heil!
Wer dem sich anvertrauet, der hat das beste Teil,
das höchste Gut erlesen, den schönsten Schatz geliebt;
sein Herz und ganzes Wesen bleibt ewig unbetrübt.

Der Herr segne Dich und behüte dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 3. Sonntag nach Ostern. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir in der Apostelgeschichte, Kapitel 17, die Verse 22-34. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Paulus aber stand mitten auf dem Aeropag und sprach: Ihr Männer von Athen, ich sehe, dass ihr die Götter in allen Stücken sehr verehrt. Ich bin umhergegangen und habe eure Heiligtümer angesehen und fand einen Altar, auf dem stand geschrieben: Dem unbekannten Gott. Nun verkündige ich euch, was ihr unwissend verehrt. Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind.

Auch lässt er sich nicht von Menschenhänden dienen wie einer, der etwas nötig hätte, da er doch selber jedermann Leben und Odem und alles gibt. Und er hat aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht gemacht, damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, und er hat festgesetzt, wie lange sie bestehen und in welchen Grenzen sie wohnen sollen, damit sie Gott suchen sollen, ob sie ihn wohl fühlen und finden könnten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns.

Denn in ihm leben, weben und sind wir; wie auch einige Dichter bei euch gesagt haben: Wir sind seines Geschlechts. Da wir nun göttlichen Geschlechts sind, sollen wir nicht meinen, die Gottheit sei gleich den goldenen, silbernen und steinernen Bildern, durch menschliche Kunst und Gedanken gemacht. Zwar hat Gott über die Zeit der Unwissenheit hinweggesehen; nun aber gebietet er den Menschen, dass alle an allen Enden Buße tun. Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er den Erdkreis richten will mit Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und hat jedermann den Glauben angeboten, indem er ihn von den Toten auferweckt hat.

Als sie von der Auferstehung der Toten hörten, begannen die einen zu spotten; die andern aber sprachen: Wir wollen dich darüber ein andermal weiterhören. So ging Paulus von ihnen. Einige Männer schlossen sich ihm an und wurden gläubig; unter ihnen war auch Dyonisius, einer aus dem Rat, und eine Frau mit Namen Damaris und andere mit ihnen.

 

Liebe Gemeinde,

Paulus kam mit einer Missionsabsicht nach Athen, wo das Christentum noch gar nicht bekannt war. In unserer heutigen Zeit treffe ich auf immer mehr Menschen, die den Buddhismus gut kennen, sich auch im Hinduismus auskennen und auch andere fernöstliche Religionen gut zu kennen scheinen. Wenn ich dann mit dem Christentum beginne, geht es mir wie Paulus. Kaum einer kennt sich noch damit aus.

Und das passiert nicht nur mir, sondern das wird uns allen immer häufiger passieren. Wir werden immer häufiger auf Menschen treffen, die von dem Christentum nur noch eine vage Ahnung haben. Gewiss in unserem inneren Zirkel ist dies nicht so. Aber sobald wir ab morgen wieder in die Welt gehen, wird das so sein. Was sagen wir denn den Menschen über das Christentum und über den, der uns hält und trägt?

Lassen Sie uns heute einmal einen kleinen Evangelisationsleitfaden zusammen erstellen, wie wir in aller Kürze Menschen mit dem Christentum in Berührung bringen können.

1. Gott der Schöpfer

Es gibt nur einen Schöpfer des Himmels und der Erde. Und dies ist, wie wir gleich am Anfang der Bibel nachlesen können unseren Herrn im Himmel.

Und Gott schuf den Menschen und somit das ganze Menschengeschlecht. Wir sind also keine Zufallsprodukte, die irgendwann aus einem Urknall heraus entstanden sind. Und wir sind auch keine Wesen, die sich evolutionstheoretisch immer weiter entwickelt haben.

Etwas ganz interessantes in unserem heutigen Predigttext wird leicht überlesen. „Gott hat festgelegt, wie lange wir leben und bestehen…“

Zum einen bedeutet dies, dass natürlich unsere Tage auf Erden gezählt sind. Aber es bedeutet auch ganz konkret, dass Gott, der unseren Geburtstag kannte auch schon unseren Todestag kennt. Wir meinen ja häufig, wir hätten unser Leben fest im Griff. Aber dies ist nicht der Fall.

Und dann bezieht sich diese Aussage von Paulus auch noch auf das ganze Menschengeschlecht. Das ganze Menschengeschlecht, ja die ganze Erde wird eines Tages nicht mehr sein.

Eigentlich ein Grund, mal darüber nachzudenken, wo unsere Reise denn einmal hingeht. Zunächst nach unserem körperlichen Tode und dann am Ende aller Zeiten.

2. Gott ist nahe

Als ich noch ein Kind war, gab es ein Kirchenlied, welches mit dem Satz: „In dem Himmel ferne, da wo die Englein sind…“ begann.

Das war schon ein wenig enttäuschend. Ich musste ja davon ausgehen, dass Gott meine Gebete gar nicht erhören kann. So laut konnte ich doch gar nicht schreien, dass Gott mich erhört.

Wie soll ich Gott also suchen und finden, wenn er für mich so weit weg ist, also unerreichbar ist? Nun, hier schreibt Paulus die entscheidenden Worte: „Er ist nicht ferne von einem jeden unter uns.“

Gott ist also immer nur eine Handbreit von uns entfernt. Wenn ich gefragt, werde, wie ich denn Gott finden kann, dann antworte ich: „Rede mit ihm, er steht ja direkt neben Dir!!!“

Natürlich wirkt das für glaubensferne Menschen ein wenig wie Spinnerei. Ich rate jedem Menschen, der an der Existenz Gottes zweifelt zu einem kleinen Experiment. Er möge doch einmal 14 Tage lang so tun, als ob Gott tatsächlich existiert. Das beinhaltet natürlich auch, dass man in dieser Zeit sich mit Gottes Wort beschäftigt und auch mit ihm redet.

Ich kann nur immer wieder sagen, dass es kaum noch Zweifler gab unter den Menschen, die dieses Experiment ehrlichen Herzens mitgemacht haben.

Und auch wir, die wir ja schon Gottes Kinder geworden sind, auch wir dürfen uns immer wieder daran erinnern, dass Gott nur ein Gebet weit von uns entfernt ist. Übrigens Gottes Telefonnummer sollten wir uns alle gut merken: 5015 (Psalm 50, Vers 15).

3. Das Gnadenangebot

Jetzt haben wir unseren Mitmenschen erklärt, dass es Gott gibt und dass er uns ganz nahe ist. Jeder intelligente Mensch wird aber fragen: Und was habe ich davon?

Gott macht jedem Menschen ein Glaubensangebot. Jesus Christus ist für all unsere Sünden ans Kreuz genagelt worden. Er hat für all unsere Sünden ein für alle Male bezahlt. Jetzt kann uns nichts mehr von Gott, der in seiner Gegenwart keine Sünde duldet, trennen.

Doch automatisch klappt daas nicht. Wir müssen alle unsere Sünden ehrlichen Herzens bereuen und den tiefen Wunsch haben von diesen Sünden loszukommen und nicht mehr zu sündigen. Wenn wir dann noch zu dem, was Gott zu uns gesagt hat unser JA sagen, dann sind wir von dem Moment an nicht mehr nur Gottes Geschöpfe sondern wieder seine geliebten Kinder.

Paulus beschreibt dies sehr schön, indem er sagt, dass wir göttlichen Gechlechtes sind. Wir sind nicht nur Kinder, wir sind sogar Königskinder. Und als solche hat der Tod keine Macht mehr über uns, weil Jesus dem Tod die Macht genommen hat.

Er, der am dritten Tage auferstanden ist von den Toten wird auch uns nicht im Tod belassen. An dem Tag, wo Himmel und Erde vergehen werden, ab diesem Tage werden wir mit Gott in der Ewigkeit zusammenleben.

Paulus spricht noch von goldenen und silbernen Bildern. Damit ist die Religion gemeint. Die Beziehung zu Gott ist eine ganz persönliche Beziehung zwischen uns allen und unserem Herrn. Er erwartet nicht, dass wir religiös sind, er erwartet von uns, dass wir in einer Beziehung zu ihm leben. Und da tritt alle Religion, wie Reliquien- oder Heiligenverehrung in den Hintergrund.

Gott will keine religiös verkrampften Geschöpfe um sich haben, er möchte fröhliche Christen aus uns machen, die seine Botschaft auch fröhlich weitergeben. Nicht mehr und nicht weniger.

Menschen, die im Glauben noch unerfahren sind, rate ich immer, den ein oder anderen Bibelspruch auswendig zu lernen. Dazu gehört zum Beispiel der Psalm 23 und der Psalm 121. Aber es gehören auch Liedverse dazu, die uns im Glauben stärken und ermuntern sollen.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in einen solchen Liedvers einstimmen. Es ist der erste Vers des Liedes „Du meine Seele singe…“ (EG 302) von Paul Gerhardt, der da lautet, wie folgt:

Du meine Seele singe, wohlauf und singe schön
dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd;
ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 2. Sonntag nach Ostern. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Hesekiel im Kapitel 34, die Verse 1-2 und 10-16 und Vers 31. Lassen Sie uns diesen Predigttext zunächst gemeinsam lesen:

Und des Herrn Wort geschah zu mir: Du Menschenkind, weissage gegen die Hirten Israels, weissage und sprich zu ihnen: Wehe den Hirten Israels, die sich selbst weiden! Sollen die Hirten nicht die Herde weiden? So spricht Gott der Herr: Siehe, ich will an die Hirten und will meine Herde von ihren Händen fordern; ich will ein Ende damit machen, dass sie Hirten sind, und sie sollen sich nicht mehr selbst weiden.
Ich will meine Schafe erretten aus ihrem Rachen, dass sie sie nicht mehr fressen sollen. Denn so spricht Gott der Herr: Siehe, ich will mich meiner Herde selbst annehmen und sie suchen. Wie ein Hirte seine Schafe sucht, wenn sie von seiner Herde verirrt sind, so will ich meine Schafe suchen und will sie erretten von allen Orten, wohin sie zerstreut waren zurzeit, als es trüb uns finster war. Ich will sie aus allen Völkern herausführen und aus allen Ländern sammeln und will sie in ihr Land bringen und will sie weiden auf den Bergen Israels, in den Tälern und an allen Plätzen des Landes.
Ich will sie auf die beste Weide führen, und auf den hohen Bergen in Israel sollen ihre Auen sein; da werden sie auf guten Auen lagern und fette Weide haben auf den Bergen Israels. Ich selbst will meine Schafe weiden, und ich will sie lagern lassen, spricht Gott der Herr. Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken und, was fett und stark ist, behüten; ich will sie weiden, wie es recht ist. Ja, ihr sollt meine Herde sein, die Herde meiner Weide, und ich will euer Gott sein, spricht Gott der Herr.

 

Liebe Gemeinde,

im Buch Hesekiel geht es in den vorangegangene Kapiteln um die Sünden Israels. Und da waren einige zu nennen. Immerhin geht es in den sage und schreibe 32 Kapiteln um nichts anderes. Und jetzt kommt die große Abrechnung. Schauen wir uns diese doch einmal etwas näher an:

1. Die da oben

Wenn ich an die aktuellen Geschehnisse denke, dann kommen auch mir so manches Mal die Worte „Die da oben“ in den Sinn.

Da werden Versäumnisse aufgedeckt, die so nicht hätten passieren dürfen, wenn man etwas sorgfältiger gearbeitet hätte. Da bereichern sich Mandatsträger unter Ausnutzung ihres Mandates um siebenstellige Summen. Und es gäbe noch viel mehr darüber zu berichten, wo die da oben mal wieder so richtig „Mist“ gebaut haben.

Wie der Herr damals die Sünden Israels ganz genau gesehen hatte, so sieht er die Sünden von „Denen da oben“ in der heutigen Zeit genauso.

Und das Urteil klingt vernichtend. ER will sie alle zur Rechenschaft ziehen, alle, die gegen seine Gebote verstoßen haben und sich an der ihnen anbefohlenen Herde versündigt haben.

Das heißt aber auch, dass wir uns gar nicht aufregen sollen über die Sünden derer, die gegenüber uns schuldig geworden sind. Wir sind nicht die Richter dieser Welt. Wir sollen das alles unserem Herrn übertragen; denn ER ist der einzige, ewige und gerechte Richter.

Natürlich kommt in uns manches Mal die Wut hoch, aber einer Tatsache dürfen wir gewiss sein: Gottes Mühlen mahlen zwar langsam, aber vortrefflich fein.

So, Gott wird denen da oben schon zeigen, wo der Hase lang läuft. Aber:

2. Hirten und Schafe

Liebe Gemeinde, wenn wir auf das große Weltgeschehen schauen, dann sind wir sicherlich die Schafe, die unter der Obhut der Hirten stehen.

Aber, und das ist auch ganz entscheidend, wir sind auch Hirten in dieser Welt. Und jetzt wird’s ein wenig unbequem.

Als Eltern sind wir zum Beispiel Hirten über unsere Kinder. Als Vorgesetzte sind wir die Hirten unserer Mitarbeiter. Als Lehrer sind wir die Hirten über die uns anvertrauten Schüler. Wir sind also nicht nur Schafe, die meckern dürfen.

Wie der Herr die Hirten da oben richtet, so wird er auch uns als Hirten richten.

Und jetzt müssen wir uns einmal folgende Fragen stellen:

Habe ich mich als Elternteil stets gemäß den Vorgaben des Wortes Gottes gegenüber meinen Kindern verhalten, oder sind mir vielleicht doch so manches Mal die Sicherungen durchgebrannt. Habe ich als Vorgesetzter stets gerecht und ohne Ansehen der Person meine Leitungsfunktion ausgeübt, oder habe ich doch den ein oder anderen Liebling in meiner Mannschaft. Und habe ich dies nicht auch als Lehrer getan, wenn ich, vielleicht auch nicht so ganz bewusst, den einen oder anderen Schüler bevorzugt behandelt?

Wir sehen, liebe Gemeinde, als Hirten sind auch wir in der Pflicht und ich behaupte mal, dass wir alle als Hirten so manches Mal jämmerlich versagt haben. Ich kann das für mich nur immer wieder bestätigen. Wie oft habe ich schon einen Besuch aufgeschoben, der mir unangenehm war. Wie oft habe ich überreagiert, wenn man meine Überzeugungen angegriffen hat. Und wie oft habe ich schlichtweg die Anliegen meiner Mitmenschen nicht so ernst genommen, wie diese sie gesehen haben.

Also wird der Herr auch mit mir so ins Gericht gehen, wie mit denen da oben aus dem ersten Teil der Predigt.

3. Allumfassende Rettung

Bisher sah es ja so richtig düster für uns alle aus. Wenn wir einmal ganz ehrlich sind, dann haben wir alle es verdient, dass Gott mit uns ganz hart ins Gericht geht.

Aber, das haben wir ja an Ostern gesehen, Gott hat für uns alle seinen genialen Rettungsplan in die Tat umgesetzt.

Indem Jesus Christus für all unsere Sünden den Kreuzestod erlitten hat, und für all unsere Sünden bezahlt hat, haben wir wieder die Möglichkeit erhalten Gottes Kinder zu werden.

Es liegt also an uns, wohin die Reise geht. Ja, es geht in den Himmel wenn wir unser Ja zu dem was Jesus für uns getan hat gesagt haben.

ER als der gute Hirte sucht das Verlorene. ER als der gute Hirte bringt das Verirrte wieder zurück. Er als der gute Hirte verbindet uns die wir verwundet sind und ER als der gute Hirte stärkt uns schwache Menschen.

Und dies macht er fortan unser ganzes Leben lang.

Natürlich werden auch wir als bekehrte und wiedergeborene Christen uns immer mal wieder verirren. Dazu ist der Teufel viel zu gerissen, als dass wir all seine Spielchen durchschauen könnten. Natürlich werden auch wir Verwundungen erleiden müssen, die unser Herr dann wieder heil macht. Und auch wir kommen als Christen dahin, wo wir schwach und ausgelaugt sind und vielleicht nicht mehr wissen, wie es denn nun weitergehen soll. Und da spricht ER zu uns, dass ER uns wieder stark machen will.

Kennen Sie etwas Schöneres auf dieser Welt? Ich nicht.

Liebe Gemeinde, zum Abschluss eines jeden Gottesdienstes singen wir ja immer ein Lied. Da unsere heutige Predigt von Hirten und Schafen handelte lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam den Psalm 23 beten, der da lautet, wie folgt:

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zu frischem Wasser.
Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, füchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen ein Leben lang,
und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 1. Sonntag nach Ostern, dem Sonntag Quasimodogeniti. Übersetzt bedeutet dies: Wie die neugeborenen Kindlein. Und daran dürfen wir uns nicht nur am heutigen Tage, sondern jeden Tag in unserem Leben erinnern, dass auch wir alle, die wir dem Herrn Jesus nachfolgen von neuem geborene Kinder im Geist sind.

Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Johannesevangelium, Kapitel 21, die Verse 1-14.

Der Auferstandene am See von Tiberias

Danach offenbarte sich Jesus abermals den Jüngern am See Tiberias. Er offenbarte sich aber so: Es waren beieinander Simon Petrus und Thomas, der Zwilling genannt wird, und Nathanael aus Kana in Galiläa und die Söhne des Zebedäus und zwei andere seiner Jünger.
Spricht Simon Petrus zu ihnen: Ich will fischen gehen. Sie sprechen zu ihm: So wollen wir mit dir gehen. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot, und in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es aber schon Morgen war, stand Jesus am Ufer, aber die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Spricht Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen?
Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sprach zu ihnen: Werft das Netz aus zur Rechten des Bootes, so werdet ihr finden. Da warfen sie es aus und konnten’s nicht mehr ziehen wegen der Menge der Fische. Da spricht der Jünger, den Jesus lieb hatte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte dass es der Herr war, gürtete er sich das Obergewand um, denn er war nackt, und warf sich ins Wasser. Die anderen Jünger aber kamen mit dem Boot, denn sie waren nicht fern vom Land, nur etwa zweihundert Ellen, und zogen das Netz mit den Fischen. Als sie nun ans Land stiegen, sahen sie ein Kohlenfeuer und Fische darauf und Brot. Spricht Jesus zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt! Simon Petrus stieg hinein und zog das Netz an Land, voll großer Fische, hundertdreiundfünfzig.
Und obwohl es so viele waren, zerriss doch das Netz nicht. Spricht Jesus zu ihnen: Kommt und haltet das Mahl! Niemand aber unter den Jüngern wagte, ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. Da kommt Jesus und nimmt das Brot und gibt’s ihnen, desgleichen auch die Fische. Das ist nun das dritte Mal, dass Jesus den Jüngern offenbart wurde, nachdem er von den Toten auferstanden war.

Liebe Gemeinde,

eine schöne Geschichte, die wir eben gehört haben. Da geht einem doch wirklich das Herz auf. Hinter dieser Geschichte steht aber noch etwas anderes; wir erfahren etwas über Gottes Wirken hier und heute im Jahre 2021. Lassen Sie uns dies doch einmal etwas näher betrachten.

1. Nah und Fern

Wo ist Gott? Wenn wir ehrlich sind, dann fragen wir uns doch alle dies hin und wieder.

Besondern dann, wenn manche Gebete einfach unter der Zimmerdecke zu enden scheinen. Da beten wir, und beten wir und es geschieht nix. Warum bete ich dann überhaupt noch?

Nun, liebe Gemeinde, auch wenn wir unseren Herrn nicht sehen können, so ist er doch immer ganz nah bei uns. Er erhört auch jedes Gebet. Aber er beantwortet unsere Gebete in der Form, wie es für uns am besten ist. Für uns mag es dann so ausschauen, als ob Gott Gebete nicht erhört.

Jesus hatte auch das Desaster des nächtlichen Fischzuges gesehen. Und da stelle ich mir die Frage: Wieso lässt Gott die Fischer keine Fische fangen. Es sind doch seine treuesten Jünger, die ihm nachfolgen. Als seine geliebten Kinder haben sie doch einen Anspruch auf Vollversorgung durch ihren Herrn und Meister.

Aber denken wir doch einmal darüber nach, was die Jünger gemacht haben. Sie beschlossen auf eigene Faust fischen zu gehen. Da lesen wir nichts von einem Gebet vor dem Fischzug.

Und so kann es auch uns in unserem Leben gehen, wenn wir auf eigene Faust losmarschieren ohne mit Gott Rücksprache gehalten zu haben. Da kann es tatsächlich passieren, dass wir voll auf die Nase fallen und dass uns nichts von dem gelingt was wir uns vorgenommen haben.

Und dann, liebe Gemeinde, dürfen wir uns nicht beschweren, dass Gott überhaupt nicht eingreift. Wir haben ihn ja auch gar nicht gefragt bzw. darum gebeten.

Jesus wirkt auch heute noch, so wie vor 2000 Jahren. Aber ER möchte gern, dass wir ihn in unser Boot einladen, damit wir gemeinsam mit ihm auf unsere Lebensreise gehen.

2. Gott kommt unerwartet

Denken wir einmal an die Situation der Fischer. Sie hatten die ganze Nacht hart gearbeitet. Aber das Ergebnis war niederschmetternd. Nicht einen einzigen Fisch hatten sie gefangen.

Ein Tag ohne Fang hieß ein Tag ohne Essen für die Familie. Damals gab es eben noch kein Hartz IV. Wer kein Essen hatte, der musste halt hungern.

Da haben sie bestimmt an die Zeit gedacht, als sie mit Jesus unterwegs waren. Sie werden bestimmt auch an die Speisung der fünftausend gedacht haben, wo hinterher noch so viel übriggeblieben war. Das waren noch Zeiten, als der Herr bei ihnen war!!!

Und als sie vielleicht gerade daran dachten sehen sie den Herrn am Ufer stehen. Keiner hatte mit seinem Erscheinen gerechnet. Und doch stand er auf einmal da mitten in ihrem Alltagsdrama. Nicht sonntags im Gottesdienst oder in der Gemeinschaftsstunde. Nein der Herr steht unter ihnen mitten in ihrem Elend.

Und darauf dürfen wir uns auch heute noch verlassen, liebe Gemeinde. Unser Herr kommt auch heute noch meist dann, wenn wir gar nicht mit ihm rechnen. Auf einmal mitten in der Not steht ER auch heute noch Menschen in ihren Nöten bei. Unser Herr kommt spätestens rechtzeitig.

ER lässt uns niemals im Stich, egal, wie groß die Not auch sein mag. Das hat er uns ja versprochen als er uns sagte: Siehe ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

3. Gott schenkt unerwartet

Das war ja schon eine sonderbare Situation. Da fordert Jesus die Jünger auf, am hellichten Tage die Netze auszuwerfen. Jeder, der sich ein wenig mit dem Fischfang auskennt der weiß doch, dass die Fische tagsüber abtauchen und erst in der Dunkelheit wieder an die Oberfläche kommen.

Aber trotzdem waren die Jünger dem Herrn gehorsam und erlebten ein wahres Wunder. Sie, die die ganz Nacht lang nichts gefangen hatten, fingen auf einmal 153 Fische, ein vielfaches von dem, was sie sonst gefangen hatten. Und das auch noch tagsüber !!!

Was hatten sie denn nun getan? Die Jünger hatten auf Jesu Wort gehört. Auch wenn es ihnen als blanker Unsinn erscheinen musste, so haben sie den Worten Jesu nicht widersprochen. Und sie haben genau das getan, was Jesus ihnen gesagt hatte. Ohne Diskussionen, ohne Hinterfragen und ohne Nörgeleien.

So sollten wir es auch wieder tun liebe Gemeinde. Als neugeborene Kindlein sollten wir den Worten unseres Herrn wieder unser vollstes Vertrauen schenken und auf seinen Rat hören und diesem dann auch nachkommen.

Jetzt bleibt aber noch ein Problem zu lösen. Wohin mit all den Fischen ? Am nächsten Tag sind sie verdorben.

Wenn der Herr uns beschenkt dann ist er niemals knauserig. Er schenkt immer großzügiger als wir es uns vorstellen können. Er schenkt aber nicht, damit wir etwas horten für schlechte Zeiten. Das ging ja, wie gesagt, bei den Fischen auch gar nicht.

Der Herr schenkt uns viel, damit wir auch viel weitergeben können. Wir sollen mit den Geschenken unseres Herrn verantwortungsvoll umgehen und diese auch weitergeben an Menschen, die sie ganz dringend benötigen.

Das ist übrigens nicht auf materielle Werte beschränkt. Manch einem unter uns schenkt der Herr auch viel Zeit, welche er dann Mitmenschen in Not geben kann.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den 5. Vers des Liedes „Jesus lebt, mit ihm auch ich!“ (EG 115) von Christian Fürchtegott Gellert einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Jesus lebt! Ich bin gewiss, nichts soll mich von Jesus scheiden,
keine Macht der Finsternis, keine Herrlichkeit, kein Leiden.
Seine Treue wanket nicht; dies ist meine Zuversicht.

Der Herr segne dich und behüte dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber