Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 14. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Evangelisten Lukas im 19. Kapitel, die Verse 1-10. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Zachäus

Und er ging nach Jericho hinein und zog hindurch. Und siehe, da war ein Mann mit Namen Zachäus, der war ein Oberer der Zöllner und war reich. Und er begehrte, Jesus zu sehen, wer er wäre, und konnte es nicht wegen der Menge; denn er war klein von Gestalt. Und er lief voraus und stieg auf einen Maulbeerbaum, um ihn zu sehen; denn dort sollte er durchkommen. Und als Jesus an die Stelle kam, sah er auf und sprach zu ihm: Zachäus, steig eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren. Und er stieg eilend herunter und nahm ihn auf mit Freuden. Als sie das sahen, murrten sie alle und sprachen: Bei einem Sünder ist er eingekehrt. Zachäus aber trat vor den Herrn und sprach: Siehe, Herr, die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen, und wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe ich es vierfach zurück. Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Haus Heil widerfahren, denn auch er ist Abrahams Sohn. Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.

Liebe Gemeinde,

eine beeindruckende Bekehrungsgeschichte haben wir soeben gehört. Schauen wir uns diese doch noch einmal gemeinsam etwas genauer an:

1. Zachäus

Zachäus war ein Oberer der Zöllner. Die Zöllner standen damals im Dienste der römischen Besatzungsmacht und mussten im Auftrag eben dieser Zölle eintreiben. Heute würde man sagen, Zachäus wir ein Franchisenehmer der Römer.

Nun musste er die Einnahmen nahezu vollständig an die Römer weiterleiten. Also was machte ein gewiefter Zöllner? Er schlug noch mal das doppelte drauf. Es ist sicherlich leicht verständlich, dass diese Zöllner keinen guten Ruf in der Bevölkerung genossen.

Zudem war Zachäus auch noch ein Districtmanager, dem einzelne Zollstationen unterstanden. Und auch von diesen verlangte er seinen Obolus. Kein Wunder also, dass er es zu einem stattlichen Vermögen gebracht hatte.

Mit dem schlechten Ruf hätte er ja noch ganz gut leben können. Aber er war auch noch unrein im Sinne der damaligen Gesetzgebung, da er unter anderem mit Geld umging, welches das Antlitz des Kaisers trug, den die Römer vergötterten. Und als Unreiner war Zachäus aus der Synagoge und somit aus der Gemeinde ausgeschlossen.

Selber schuld; da ist man leicht geneigt, dies zu Zachäus zu sagen. Du hast dir diesen Job ja schließlich selber ausgesucht.

Ich denke da gerade an einen guten Bekannten, der ein großes Unternehmen leitet und es sehr ehrenhaft tut. Im Rahmen der Coronakrise musste er aber die Hälfte der Belegschaft entlassen, da das Unternehmen schon vorher nur so gerade eben noch über die Runden gekommen ist. Da ging natürlich das Mobbing so richtig los. Jeder meinte auf einmal ein Wirtschaftsweiser zu sein. Und so wird bis heute noch immer auf den armen Kerl eingedroschen, wenn auch nur mit Worten.

Da kann man schon nachfühlen, wie es Zachäus ergangen ist.

2. Der Baum

Und dann hörte Zachäus auf einmal etwas von diesem Wunderheiler mit Namen Jesus. Und genau dieser Jesus sollte durch seinen Heimatort kommen. Vielleicht hatte ja dieser Jesus ein Patentrezept in der Hand, welches seine Probleme beseitigen könnte.

Man kann ja mal hingehen. Schadet jedenfalls nicht. Also machte er sich auf und suchte sich ein lauschiges Plätzchen auf einem Baum, wo er eine hervorragende Aussicht auf Jesus haben sollte. Unters Volk konnte er sich nicht mischen, da er nicht nur klein, sondern auch besonders unbeliebt war.

Genau in dem Moment wo sich Zachäus so unwohl fühlte und in dem Jesus vielleicht einen potentiellen Helfer sah, in genau diesem Moment hatte unser Herr ihn schon im Visier.

Nicht Zachäus sieht auf Jesus, sondern Jesus sieht auf den Zachäus. Und so ist es auch bis heute geblieben. Nicht wir finden Jesus, sondern wenn wir unsere innere Einstellung ändern, dann werden wir von Jesus gefunden.

Und so geschieht es dann auch in unserem heutigen Predigttext. Als Jesus an der Stelle war, wo Zachäus über ihm auf dem Maulbeerbaum hockte, holte er ihn von seinem Baum herunter. Wäre ich das gewesen, ich wäre wahrscheinlich vor Schreck vom Baum heruntergefallen.

Zachäus wollte doch nur diesen Jesus sehen. Und da holt er ihn von seinem Maulbeerbaum herunter und will auch noch bei ihm, also einem Menschen mit dem niemand mehr was zu tun haben will einkehren? Das kann doch gar nicht wahr sein. War es aber doch.

3. Dankbarkeit

Zachäus konnte es gar nicht glauben. Kein Mensch spricht mehr mit ihm und dieser Jesus redet ihn sogar mit seinem Namen an. Woher kennt er mich denn? Und dann kommt er auch noch zum Essen. Ich fasse es nicht. So wird er wohl gedacht haben.

Als Jesus bei Zachäus einkehrt, da holt er ihn aus der selbsterwählten Isolation heraus und zurück in die Gemeinschaft mit dem Herrn. Jesus eröffnete dem Zachäus den Weg zurück, den der schon gar nicht mehr zu hoffen gewagt hatte.

Und das mit ein paar ganz einfachen Worten und einer noch einfacheren Handlung. Zachäus war also wieder in die Lage versetzt worden, so zu leben, wie Gott das von ihm erwartete. Ohne dass Jesus ihn darauf ansprechen musste, war er sofort bereit, den von ihm angerichteten Schaden mehr als nur wieder gut zu machen.

Normalerweise hätten wir ja zuerst einmal eine kräftige Standpauke von Jesus erwartet. Bevor wieder alles gut wird müsste Jesus diesem Zachäus doch erst einmal kräftig den Kopf waschen. Aber nix da, so reagierte Jesus damals nicht und so reagiert er bis heute nicht.

Jesus zeigte Zachäus seine bedingungslose Liebe auf, indem er ihm zu verstehen gab, dass er zu ihm gehört. Ohne Wenn und Aber. Ohne jedwede Voraussetzung. Und so kehrte Zachäus freudig und nicht gedemütigt oder wie ein begossener Pudel zurück zu seinem Herrn.

Liebe Gemeinde, denken wir doch einmal an Menschen, die ein Fehlverhalten gezeigt haben. Ob dies in der Gemeinde war, oder aber in der Familie oder am Arbeitsplatz geschehen ist. Könnten wir nicht auch versuchen, so zu reagieren, wie Jesus es getan hat? Könnten wir nicht mal auf die Standpauke und die Gardienenpredigt verzichten und dazu übergehen, demjenigen der an uns schuldig geworden ist, einfach zu vergeben?

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. So werden wir es jedenfalls gleich wieder beten. Lassen Sie uns doch dies auch wieder in unserem Alltag umzusetzen. Es wird nicht immer gleich gelingen. Aber wir haben ja jemanden an unserer Seite, der uns dabei helfen will und auch helfen kann.

Wie unser Leben ausschauen kann, wenn unser Herr dort einkehrt das beschreibt Paul Gerhardt auch sehr schön in dem ersten Vers seines Liedes „Die güldne Sonne…“ (EG 449). Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in diesen ersten Vers einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Die güldne Sonne voll Freud und Wonne
bringt unsern Grenzen mit ihrem Glänzen
ein herzerquickendes, liebliches Licht.
Mein Haupt und Glieder, die lagen darnieder;
aber nun steh ich, bin munter und fröhlich,
schaue den Himmel mit meinem Gesicht.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht  leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 5. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 5. Kapitel des Lukasevangeliums, die Verse 1-11. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Der Fischzug des Petrus

Es begab sich aber, als sich die Menge zu ihm drängte, um das Wort Gottes zu hören, da stand er am See Genezareth und sah zwei Boote am Ufer liegen; die Fischer aber waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. Da stieg er in eines der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren. Und er setzte sich und lehrte die Menge vom Boot aus. Und als er aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon : Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus ! Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich die Netze auswerfen. Und als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische und ihre Netze begannen zu reißen. Und sie winkten ihren Gefährten, die im andern Boot waren, sie sollten kommen und mit ihnen ziehen. Und sie kamen und füllten beide Boote voll, sodass sie fast sanken. Als das Simon Petrus sah, fiel er Jesus zu Füßen und sprach: Herr, geh weg von mir ! Ich bin ein sündiger Mensch. Denn ein Schrecken hatte ihn erfasst und alle, die bei ihm waren, über diesen Fang, den sie miteinander getan hatten, ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, Simons Gefährten. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht ! Von nun an wirst du Menschen fangen. Und sie brachten die Boote ans Land und verließen alles und folgten ihm nach.

Liebe Gemeinde,

da saßen sie nun die Fischer und wuschen ihre Netze. Sie hatten die ganze Nacht hart gearbeitet, aber nichts gefangen. Nichts gefangen zu haben bedeutete aber auch kein Einkommen, kein Geld für den Lebensunterhalt und somit eine ungewisse Zukunft für sie alle.

Dies sind sicherlich Situationen, wie wir sie in den letzten Monaten alle schon einmal erlebt haben. Vor uns allen lag seit Mitte März eine Zukunft, die alles andere als berechenbar war. Und stellenweise ist sie es auch heute noch.

Und in eine solche Situation hinein präsentiert uns Jesus eine Hilfestellung, er stellt uns ein „Programm gegen Sorgen“ vor. Schauen wir uns doch das Anti-Sorgen-Programm von Jesus einmal etwas genauer an.

1. Fürchte dich nicht

Liebe Gemeinde, dies ist der häufigste Satz, den wir in der Bibel, sowohl im Alten Testament, als auch im Neuen Testament lesen können.

Dieses göttliche Fürchte Dich nicht ist etwas anders als das ganz lapidare menschliche „Da musst du keine Angst vor haben“. In diesem göttlichen Fürchte dich nicht steckt die gesamte Allmacht Gottes.

Gott liebt uns und will nur das Beste für uns. Und daher dürfen wir dem, der sagt. „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“ immer mehr vertrauen als irgendwelchen Wirtschaftsweisen, Virologen und anderen selbsternannten Zukunftsdeutern.

Derjenige, der Himmel und Erde gemacht hat regiert diese nämlich auch von Ewigkeit zu Ewigkeit. Und wenn derjenige zu mir sagt: Fürchte dich nicht, dann ist das schon beruhigend für mich.

Natürlich lösen sich nicht alle Probleme auf einmal, aber mit dieser Zusage im Gepäck kann ich neuen Mut und Kraft für meinen Weitermarsch auf Erden sammeln und muss nicht verzagt in der Ecke hocken und darauf warten, was denn noch alles schiefgehen mag.

2. Gottes Wort hören

Wir lesen am Anfang unseres Predigttextes, dass Jesus das Volk lehrte. Das waren damals keine Predigten von 20-30 Minuten. Das war schon mal eine über mehrere Stunden dauernde Unterweisung der Menschen.

Wenn wir uns die Bibel anschauen, dann lesen wir immer wieder, dass es dem Volk welches sich Gottes Wort zuwandte besser ging, als den anderen Völkern, die ihre Götzen anbeteten.

Lesen wir nur einmal das Buch der Psalmen. Ich empfehle uns allen den Psalm 23, welchen David geschrieben hat. Der Herr ist mein Hirte. Ist das nicht wunderbar ? Ich bin ein Teil seiner Herde, die er mit Argusaugen behütet und bewacht. Mir wird nichts mangeln. Genau so ist es, wenn ich mich auf IHN und seine Zusagen verlasse.

Auch wenn ich in Nöten stecke, dann verspricht er mir, dass er mich auf einer grünen Aue weiden wird und mich zum frischen Wasser führen wird. Das ist ein Sinnbild für Essen und Trinken und seelischem Wohlergehen unter seinem Schutz und Schirm.

Ich fürchte kein Unglück, denn dein Stecken und Stab trösten mich. David selbst war ja oft in weitaus größeren Nöten, als wir es vermutlich je sein werden. Und doch konnte gerade David diesen Psalm dichten, weil er die Fürsorge Gottes in allergrößten Nöten erlebt hatte.

Übrigens der Stecken diente dem Schäfer zur Abwehr von Gefahren. Wenn zum Beispiel wilde Tiere die Herde bedrohten, dann diente ihm der Stecken zur Abwehr. Mit dem Stab führte er seine Herde in die richtige Richtung.

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen ein Leben lang. Aus all dem, was Davids mit Gott erlebt hatte durfte er schließen, dass dieser Beistand ihm erhalten bleibt sein ganzes Leben lang.

Wie David aus der Vergangenheit gelernt hat, so können wir aus vielen Beispielen der Bibel lernen, aber wir können uns auch selber einmal rückbesinnen in wie viel Not und Gefahr Gott bei uns war und uns behütet, beschützt und bewahrt hat.

3. Gottes Wort tun

Liebe Gemeinde, mit dem Hören allein ist es ja nicht getan. Wir müssen auch das tun, was Gott uns aufträgt. Und machnmal können die Aufträge, die Gott uns erteilt schon ein wenig verwunderlich klingen. So war es auch bei Petrus.

Die Fischer saßen am Rande des Sees und mittlerweile war es Tag geworden und auch schon sehr warm. Fische suchen immer die Kälte und weichen der Wärme aus. Und so tauchen die Fische im See Genezareth tagsüber auf bis zu 40 Meter ab. Und da konnten die Fischer mit ihren Netzten nunmal so gar nichts ausrichten. Und jetzt sagt Jesus, dass sie etwas tun sollen, was bar jeder Vernunft ist. Man geht doch besser nach Hause und ruht sich aus für die nächste Nacht, die dann hoffentlich erfolgreicher verlaufen wird.

Und da kommt das gewaltige Wort von Petrus: “ Aber auf dein Wort will ich die Netze auswerfen…“ Und wir haben ja gehört, was dann geschah. Soviel wir bei diesem Fischzug hatten die Fischer noch niemals in ihrem Leben gefangen. Sogar die Besatzung des anderen Bootes musste aushelfen, um die Netze an Land zu ziehen.

Und das geschah nur, weil Petrus den Auftrag von Jesus nicht hinterfragte, sondern 1:1 in die Praxis umsetzte.

Lassen Sie mich kurz noch ein letztes Beispiel nehmen. Als Josua den Auftrag von Gott erhielt, das Volk sicher über den Jordan zu führen kam er auch nicht an und sagte: Oje, oje was mach ich nur ? Kaum einer von denen kann schwimmen. Und die wenigen die schwimmen können werden ganz bestimmt von der Strömung mitgerissen. Da kommt doch keiner sicher an. Wir suchen uns lieber eine Brücke.

Nein, Josua machte genau das, was Gott von ihm wollte. Und das sollen wir alle immer wieder auch tun. Auf Gott hören und das, was er uns sagt sofort in die Tat umsetzen. Nicht irgendwann und irgendwo, wenn es denn gerade mal passt, sondern hier und heute, wenn ER zu uns spricht.

Wenn wir regelmäßig sein Wort studieren, dann erfahren wir immer wieder wie Gott aus aussichtslosen Situationen Hilfe und Rettung brachte. Und dieser Gott lebt auch heute noch und will auch uns Rettung und Hilfe bringen. Wir müssen ihm nur vertrauen und das machen, was ER will und nicht das, was wir für am sinnvollsten erachten.

Lassen Sie uns nunmehr zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes unseren Herrn gemeinsam loben, indem wir zusammen den dritten Vers des Liedes „Lobe den Herren…“, (EG 319) von Joachim Neander singen, der da lautet, wie folgt:

Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet,
der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet.
In wieviel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet !

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 3. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Micha im 7. Kapitel, die Verse 18-20. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Wo ist solch ein Gott, wie du bist, der die Sünde vergibt und erlässt die Schuld denen, die übrig geblieben sind von seinem Erbteil; der an seinem Zorn nicht ewig festhält, denn er ist barmherzig ! Er wird sich unser wieder erbarmen, unsere Schuld unter die Füße treten und alle unsere Sünden in die Tiefen des Meeres werfen. Du wirst Jakob die Treue halten und Abraham Gnade erweisen, wie du unsern Vätern vorzeiten geschworen hast.

Liebe Gemeinde,

was für eine Verheißung, die wir da bereits im Alten Testament hören. Viele unserer Mitmenschen sind ja sehr auf das Neue Testament fixiert und sehen in dem Alten Testament nicht mehr als ein teils grausames Geschichtsbuch. Aber schon im Alten Testament tat Gott den Propheten mit, was dereinst passieren sollte.

Lassen Sie uns daher den zentralen Satz aus unserem heutigen Predigttext einmal etwas intensiver betrachten:

1. Er wird sich unser wieder erbarmen

In der Liturgie singen wir es fast jeden Sonntag, das „Herr erbarme dich…“. Haben wir uns eigentlich schon einmal Gedanken darüber gemacht, was sich hinter dem Wort „erbarmen“ verbirgt ?

Nun, wenn wir uns den Urtext anschauen, dann finden wir dort das Wort „raham“. Raham bedeutet die liebevolle, helfende und schützende Zuwendung einer Mutter.

Liebevoll, so betrachtet uns unser Vater im Himmel. Er liebt alle seine Geschöpfe, auch wenn sie noch nicht seine Kinder geworden sind. Liebevoll schaut er auf sie und wartet sehnsüchtig darauf, dass sie sich zu ihm bekehren.

Unser Vater will uns aber auch helfen, wenn wir unser Leben mit ihm gehen. Die helfende Zuwendung geschieht auch durch unsere Geschwister im Glauben, die uns zur Seite stehen, wenn wir Hilfe benötigen. ER lässt seine Kinder jedenfalls niemals im Regen stehen.

ER will uns schützen und beschützen auf unserem gesamten Lebensweg. Schützen wovor ? Zum einen davor, dass wir in die Irre gehen und zum anderen vor den Fallen die uns der Teufel immer wieder aufstellt. Die Fallen, die uns der Teufel stellt dürfen wir uns durchaus als ein Minenfeld vorstellen. Den Kompass, den wir benötigen, um sicher durch dieses Minenfeld zu gelangen, den schenkt uns unser Herr.

Raham bedeutet aber noch mehr. Es bedeutet auch eine lebensfördernde und verantwortungsvolle Fürsorge.

Wenn wir uns nur an das vorher gesagte erinnern, dann könnte man fast meine, wir seien Gottes Marionettentheater, welches er autark dirigiert. So ist es sicherlich nicht. Die lebensfördernde und fordernde Fürsorge besteht darin, dass Gott uns zwar den Weg zeigt, gehen müssen wir ihn aber schon selber.

Verantwortungsvolle Fürsorge bedeutet, dass uns unser Herr auch loslässt und uns alleine marschieren lässt, aber niemals ohne uns daran zu erinnern, dass ER stets nur ein Gebet weit von uns entfernt ist.

2. Er wird unsere Schuld unter die Füße treten

Wenn ich Pappkartons entsorge, dann kann ich sie manchmal nicht zerreißen. Also trete ich solange auf diesen herum, bis sie vollkommen platt sind und abtransportiert werden können. Man kann sie dann auch nicht mehr als das erkennen, was sie einmal waren.

Gott tritt unsere Schuld mit Füßen. Der große Sündenberg, der uns von Gott trennt, dieser große Berg wird zu einem kleinen Haufen zusammengetreten.

Dies tat unser Herr, als er unsere Schuld auf sich geladen hat, und am Kreuz stellvertretend für einen jeden unter uns gestorben ist.

3. Er wirft unsere Sünden in die Tiefe des Meeres

Wenn ich so an meine Pappkartons denke, dann liegen sie immer noch irgendwo rum und erinnern mich daran, dass ich sie abtransportiere.

Und jetzt kommen wir zu einem Phänomen. Viele Menschen nehmen zwar die Erlösungstat unseres Herrn gern im Glauben an. Aber sie schauen immer wieder und wieder auf ihre bereits vergebenen Sünden, obwohl der Herr bereits dafür bezahlt hat.

Also müssen diese Sünden für immer entsorgt werden. Das tut Gott, indem er sie in die Tiefen des Meeres wirft und ein Schild davor aufstellt mit der Aufschrift: „Fischen verboten“.

Es hilft uns ellen denkbar wenig, wenn wir uns immer und immer wieder über Sünden Gedanken machen, welche bereits vor Gott als getilgt gelten. Das macht uns auf Dauer nur griesgrämig und miesepetrig. Und von einem fröhlichen Christenleben kann dann keine Rede mehr sein.

Gewiss, manchmal sind wir versucht, am Ufer des Meeres zu stehen, in dessen Tiefe unsere Sünden liegen. Dann soll uns Gottes Verbotsschild immer wieder sofort daran erinnern, dass wir umkehren sollen.

Daher dürfen wir auch bei neuerlich begangenen Sünden nachdem wir diese zu Gott getragen haben immer wieder einen fröhlichen Neuanfang wagen.

Lassen Sie uns dafür dankbar sein, indem wir zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den ersten Vers des Liedes „Mir ist Erbarmung widerfahren…“ (EG 355) des Liederdichters Philipp Friedrich Hiller einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Mir ist Erbarmung widerfahren, Erbarmung deren ich nicht wert;
das zähl ich zu dem Wunderbaren, mein stolzes Herz hat’s nie begehrt.
Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

Der Herr ist auferstanden. Er ist tatsächlich auferstanden. Mit diesem Ostergruß begrüße ich Sie am heutigen Ostersonntag alle ganz herzlich. Den Predigttext für den heutigen Ostersonntag finden wir im 1. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 15, die Verse 19-28. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen. Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden. Ein jeder aber in seiner Ordnung: Als Erstling Christus; danach, wenn er kommen wird, die, die Christus angehören; danach das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater, übergeben wird, nachdem er alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt vernichtet hat. Denn er muss herrschen, bis Gott ihm „alle Feinde unter seine Füße legt“ (Psalm 110,1). Denn „alles hat er unter sein Füße getan“ (Psalm 8,7). Wenn es aber heißt, alles sei ihm unterworfen, so ist offenbar, dass der ausgenommen ist, der ihm alles unterworfen hat. Wenn aber alles ihm untertan sein wird, dann wird auch der Sohn selbst untetan sein dem, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott sei alles in allem.

Liebe Gemeinde,

den Korinthern war es so ziemlich egal, ob es eine Auferstehung gibt oder nicht. Die meisten unter ihnen lebten im hier und heute und verschwendeten keinen Gedanken an die Zeit nach ihrem Tode. Warum auch ? Im hier und jetzt gab es schließlich genug zu tun und zu erleben. Kommt uns irgendwie bekannt vor, oder?

Da sah sich Paulus gezwungen, einmal kräftig aufzuräumen und wieder gerade zu rücken, was in eine Schieflage geraten war. Und daher begann er auch mit dem Anfang allen Übels:

1. Adam und Jesus

Der alte Adam war der erste Mensch, der auf dem Planeten Erde wohnte. Es kam, worüber wir schon oftmals gesprochen haben, zum Sündenfall und damit zum Rausschmiss aus dem Paradies.

Bis heute sind wir alle Nachfahren des ersten Adams und daher unter der Herrschaft der Sünde. Die größte Sünde gegenüber Gott ist es, dass wir keine Gemeinschaft mehr mit ihm haben wollen. Wir meinen, alles selbst in der Hand zu haben, alles viel besser ohne Gott in den Griff zu bekommen und somit auch befreiter leben zu können.

Und dabei hat Gott immer wieder alles versucht, damit sein Volk zu ihm umkehrt. Denken wir nur an Mose, David oder die Propheten, die immer wieder das Volk zur Rechenschaft gerufen haben. Aber es nutzte alles nichts. Das Volk blieb verbohrt.

Gott liebte seine Geschöpfe dennoch weiterhin und wünschte sich nichts sehnlicher, dass seine Geschöpfe wieder Gemeinschaft mit ihm haben sollten. Und da kam Plan B ins Spiel.

Gott selber musste auf die Erde kommen und für alle Sünden seiner Geschöpfe mit seinem Blut bezahlen. Und genau dies tat unser Herr am Karfreitag für uns. Der alte Adam brachte die Sünde in die Welt und mit dem neuen Adam wurde die Welt wieder versöhnt mit Gott.

2. Erlösung ist möglich

So pauschal, wie ich es gerade gesagt habe, geht es denn nun doch wieder nicht. Von unserer Natur aus sind und bleiben wir nämlich zunächst der alte Adam.

„So werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden“, so haben wir es in unserem Predigttext gehört.

Paulus sagt damit: Ihr seid alle tot. Aber ER gibt das Leben. Er gibt das wahre Leben. ER gibt das ewige Leben. Dafür müsst ihr das, was ER für euch getan hat, aber auch im Glauben annehmen.

Jeder Mensch, und das gilt bis heute unvermindert fort, jeder Mensch, der das, was Jesus für uns getan hat, im Glauben annimmt, der ist von diesem Moment an von Gottes Geschöpf wieder zu seinem geliebten Kind geworden.

Und das gilt weltweit. Egal ob weiß oder schwarz, egal ob arm oder reich, alle sind wir aufgefordert, diesen Schritt zu tun. Diesen Schritt, liebe Gemeinde, muss jeder ganz für sich persönlich tun. Da gibt es auch keine Stellvertretung, wie es von anderen Religionen her gelehrt wird.

Aber für jeden, der diesen Schritt tut, gilt die Aussage aus unserem heutigen Predigttext „So werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden“.

3. Herr der Herren

„Alles hat er unter seine Füße getan“ so haben wir es auch soeben gehört.

Darüber müssen wir einmal einen kleinen Moment nachdenken. Jesus ist der Herrscher über alle Menschen, über alles, was auf Erden geschieht im Großen wie im Kleinen.

Kein Ungemach ist so groß, dass Jesus nicht darüber herrschen könnte und keines unserer Probleme ist so klein, dass Jesus dies nicht interessieren würde.

Wir leben ja gerade in etwas unruhigen Zeiten und wissen nicht, wo diese Reise hingeht und ob sie gut ausgeht. So höre ich es Tag für Tag. Aber stimmt das wirklich?

Nein, liebe Gemeinde, dies stimmt so pauschal jedenfalls nicht. An der Hand unseres Herren wissen wir in der Tat nicht immer, wo wir gerade durch müssen, aber wir wissen, dass wir heil in unserem Heimathafen ankommen werden.

Jesus hat uns einen sicheren Hafen versprochen, aber er hat uns nicht versprochen, dass die Überfahrt ohne Turbulenzen verlaufen wird.

Vertrauen wir also dem auferstandenen Herrn, der lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit, dass wir an seiner Hand beruhigt durch unser Leben gehen dürfen und dies auch tun sollen. Immer wenn Ängste, Nöte und Sorgen in uns aufsteigen, dann lassen Sie uns allein auf IHN schauen und ihm dies alles übertragen.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein gesegnetes Osterfest in der Gemeinschaft des auferstandenen Herrn.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den 5. Vers des Osterliedes „Auf, auf mein Herz, mit Freuden…“ (EG 112) von Paul Gerhardt einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Die Welt ist mir ein Lachen mit ihrem großen Zorn,
sie zürnt und kann nichts machen, all Arbeit ist verlorn.
Die Trübsal trübt mir nicht mein Herz und Angesicht,
das Unglück ist mein Glück, die Nacht mein Sonnenblick.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

lassen Sie uns in dieser Osterfreude auch weit über dieses Osterfest weiterleben und all unser Geschick dem Herren anvertrauen, der uns versprochen hat: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Karfreitag. Den Predigttext für den heutigen Tag finden wir im 2. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 5, die Verse 19-21. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott ! Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.

Liebe Gemeinde,

in diesem kurzen Text finden wir alles, was für uns als Christen wichtig und von Bedeutung ist. Lassen Sie uns diese Eckpunkte heute morgen einmal gemeinsam betrachten:

1. Das Angebot

Ja, der Karfreitag wird in vielen Ländern auch als guter Freitag bezeichnet. Und so sah in auch Martin Luther, der das, was Jesus für uns getan hat als fröhlichen Tausch bezeichnet hat.

Schauen wir uns diesen fröhlichen Tausch einmal etwas näher an: Mit seinem Kreuzestod bezahlt unser Herr für unser aller Sünden mit seinem Blut, so als hätte er all diese Sünden selber begangen. Denken wir einmal ein wenig zurück in unserem Leben. Wo waren wir mal nicht so ganz ehrlich zu unseren Mitmenschen ? Wo waren wir neidisch auf das, was andere angeblich mehr haben ? Wo haben wir im Streit dem anderen gegenüber verletzende Worte in den Mund genommen ?

Diese kleinen Beispiele sollen uns vor Augen führen, dass wir als Christen immer wieder in die Sündenfalle hineintappen. Manches mal etwas zögerlich aber auch manches mal so richtg mit „Schmackes“ wie man in meiner Heimat zu sagen pflegt.

Für alle diese Sünden und auch noch für die, die wir noch begehen werden, hat unser Herr also bereits bezahlt.

Und worin liegrt nun der fröhliche Tausch ? Nun, ich gebe dem Herrn meine Sünden zur Bezahlung und er gibt mir dafür seine Gerechtigkeit, die vor Gott Bestand hat. Das müssen wir uns mal auf der Zunge zergehen lassen: Ich armer Sünder kann aufrecht vor Gott stehen und dieser findet keine Sünde mehr an mir und lädt mich dann ein, wieder sein Kind zu sein.

Das alles tat unser Herr für uns am Karfreitag.

2. Der Appell

Lasst euch versöhnen mit Gott ! So haben wir es gerade im Predigttext gehört. Jetzt kommt nämlich noch etwas zu dem fröhlichen Tausch hinzu, was sehr wichtig ist.

Der fröhliche Tausch funktioniert nämlich nicht automatisch. Wir haben dabei auch ein gewaltiges Wörtchen mitzureden. Wir müssen nämlich diesen Tausch auch annehmen und unser „Ja“ dazu sagen.

Jeder vernünftig denkende Mensch wird doch wohl kaum ein derartiges Angebot ablehnen. Das habe ich auch mal gedacht. Doch die Wahrheit ist eine andere.

Alles andere scheint heute wichtiger zu sein, als sich auf den Verbleib in der Ewigkeit vorzubereiten. Kaum ein Mensch denkt noch über den Himmel und die Hölle nach. Das sind doch alles Geschichten aus dem Mittelalter. So jedenfalls wird es mir immer wieder um die Ohren gehauen.

Diese Strömung war auch schon bei den Korinthern zu beobachten. Kaum lief mal etwas nicht so nach Plan, wie sie sich das Christentum vorgestellt hatten, schon wandten sie sich anderen Dingen zu. Und hopplahopp war man wieder bei den Götzen gelandet.

Sie sehen, diese Problematik seit seit Jahrtausenden die gleiche. Und darum ruft Paulus schon die Korinther auf: Lasst euch versöhnen mit Gott !!!

Und dieser Appell gilt uns allen auch heute noch.

3. Botschafter

Gewiss, Jesus lebt auch heute unter uns in der Form des Heiligen Geistes. Wir wissen aber, dass die Menschen den Heiligen Geist erhalten, wenn sie sich zum Glauben bekehrt haben.

Wie sollen sie sich aber bekehren, wenn sie niemals etwas von Gott und Jesus und dessen Erlösungstat gehört haben ? Und da komen wir als Botschafter an Christi statt ins Spiel.

Was macht nun ein Botschafter ? Er nimmt die Vertretung der Interessen seines Heimatlandes gegenüber dem Gastland wahr, in welches er gesandt worden ist.

Als Christen sind wir Staatsbürger des Himmelreiches. Dort sind wir auf ewig beheimatet. Jetzt hat uns unser Herr aber auf den Planeten Erde kommen lassen. Und hier sollen wir die Interessen unseres Heimatlandes gegenüber dem Gastland wahrnehmen.

Wir sind also an Christi statt berufen, die gute Botschaft an alle Menschen weiterzugeben. Jeder Botschafter erfährt natürlich bei der Ausübung seiner Aufgaben die Unterstützung seines Heimatlandes. Und so ist es auch bei uns. Egal in welch schwierigen diplomatischen Aufgaben wir manchmal gefangen zu sein scheinen, ER ist immer bei uns und steht uns mit Rat und Tat zur Seite.

Einen großen Unterschied zu weltlichen Botschaftern haben wir allerdings. Wir sollen die Bürger des Gastlandes nämlich zu Himmelsbürgern machen. Wir sollen nicht einfach nur die frohe Botschaft unters Volk bringen, sondern wir sollen sie so verbreiten, dass die Menschen neugierig auf das werden, was auch sie als Himmelsbürger erwartet.

Lassen Sie uns noch einmal zusammfassen, um was es heute ging:

1. Jesus bietet uns den fröhlichen Tausch an
2. Wir müssen dem aber auch zustimmen
3. Wir sind seine Gesandten auf Erden bis auch wir in unser Heimatland abberufen werden

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den ersten Vers des Liedes „Nun gehören unsre Herzen…“ (EG 93) von Friedrich von Bodelschwingh einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Nun gehören unsre Herzen ganz dem Mann von Golgatha,
der in bittern Todesschmerzen das Geheimnis Gottes sah,
das Geheimnis des Gerichtes über aller Menschenschuld,
das Geheimnis neuen Lichtes aus des Vaters ewger Huld.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen Karfreitag und freue mich Sie am kommenden Sonntag, dem Ostersonntag, wieder begrüßen zu dürfen.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Gründonnerstag. Den Predigttext für den heutigen Abend finden wir im 2. Buch Mose, Kapitel 12, die Verse 1-4; 6-8 und 10-14. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Einsetzung des Passafestes

Der Herr aber sprach zu Mose und Aaron in Ägyptenland: Dieser Monat soll bei euch der erste Monat sein, und von ihm an sollt ihr die Monate des Jahres zählen. Sagt der ganzen Gemeinde Israel: Am zehnten Tag dieses Monats nehme jeder Hausvater ein Lamm, je ein Lamm für ein Haus. Wenn aber in einem Haus für ein Lamm zu wenige sind, so nehme er’s mit seinem Nachbarn, der seinem Hause am nächsten wohnt, bis es so viele sind, dass sie das Lamm aufessen können, und sollt es verwahren bis zum vierzehnten Tag des Monats. Da soll es die ganze Gemeinde Israel schlachten gegen Abend. Und sie sollen von seinem Blut nehmen und beide Pfosten an der Tür und die obere Schwelle damit bestreichen an den Häusern, in denen sie’s essen, und sollen das Fleisch essen in derselben Nacht, am Feuer gebraten, und ungesäuertes Brot dazu und sollen es mit bitteren Kräutern essen. Und ihr sollt nichts davon übrig lassen bis zum Morgen; wenn aber etwas übrig bleibt bis zum Morgen, sollt ihr’s mit Feuer verbrennen. So sollt ihr’s aber essen: Um eure Lenden sollt ihr gegürtet sein und eure Schuhe an euren Füßen haben und den Stab in der Hand und sollt es essen als die, die hinwegeilen; es ist des Herrn Passa. Denn ich will in derselben Nacht durch Ägyptenland gehen und alle Erstgeburt schlagen in Ägyptenland unter Mensch und Vieh und will Strafgericht halten über alle Götter der Ägypter, ich, der Herr. Dann aber soll das Blut euer Zeichen sein an den Häusern, in denen ihr seid: Wo ich das Blut sehe, will ich an euch vorübergehen und die Plage soll euch nicht widerfahren, die das Verderben bringt, wenn ich Ägyptenland schlage. Ihr sollt diesen Tag als Gedenktag haben und ihr sollt ihn feiern als ein Fest für den Herrn, ihr und alle eure Nachkommen, als ewige Ordnung.

Liebe Gemeinde,

das Passafest weist Parallelen zu dem Abendmahl auf, welches wir gemeinsam feiern und dessen Einsetzung wir heute gedenken. Lassen Sie uns dieses Passafest in Bezug auf unser Abendmahl einmal gemeinsam anschauen:

1. Was wird gefeiert

Die Israeliten saßen in Ägypten fest. Der regierende Pharao wollte sie einfach nicht ziehen lassen. Etliche Plagen hatte er durch Mose schon gesandt. Aber der Pharao blieb stur und hart in seiner Entscheidung.

Nunmehr sollte das Strafgericht Gottes über das Land ergehen, indem alle Erstgeburt getötet werden sollte. Die Israeliten konnten aber geschont werden, wenn sie die Türen ihrer Häuser mit dem Blut eines fehlerlosen Opfertieres bestreichen.

Wir erinnern uns: Sünde musste immer mit Blut bezahlt werden und zwar mit dem Blut eines fehlerlosen Opfertieres. Dieses Wort „fehlerlos“ gilt als Synonym für sündlos.

Jetzt übertragen wir diese Situation einmal auf unser Abendmahl. Ein vollkommen sündloser Mensch hat mit seinem Blut für unsere aller Sünden bezahlt, indem er für uns den Kreuzestod gestorben ist.

Eigentlich müssten wir dort hängen. Daran sollten wir immer denken, wenn wir ein Kreuz betrachten. Durch das Blut dieses fehlerlosen Menschen Jesus Christus haben wir die Möglichkeit erhalten, wieder Gottes Kinder werden zu dürfen.

Und das ist es, was wir heute feiern und das ist es, woran wir bei jedem Abendmahl denken.

2. Wie wird gefeiert?

Das Passafest wurde gemeinsam gefeiert. Damals galt die Familie nicht nur als Lebensgemeinschaft, sondern zugleich auch als Glaubensgemeinschaft. In der Familie wurden die Kinder im Glauben unterrichtet und wuchsen im Glauben heran.

Jesus feiert das Abendmahl auch mit seiner Familie zusammen. Seine Familie sind alle, die ihm im Glauben angehören und ihm nachfolgen.

Wir feiern alle gemeinsam unsere Rettung durch unseren Herrn. Gemeinsam haben wir Anteil an seinem Leib und werden dadurch zu einem Leib mit ihm. In seiner großen Familie sind wir also alle Geschwister. Daher reden wir uns auch mit Bruder und Schwester an um dies zu bezeugen.

Und das wirklich tolle ist, dass kein Mensch von dieser Familie ausgeschlossen wird. Unser Herr lädt alle Menschen ein, zu ihm zu kommen. Egal ob schwarz ob weiß egal welcher Herkunft, alle sind eingeladen, zum Tisch des Herrn zu kommen.

Und daher dürfen wir uns über und mit unseren Geschwistern freuen, die mit uns zusammen am Abendmahl teilnehmen, dass der Herr auch sie in seiner Familie haben will. Daran dürfen wir ruhig einmal wieder denken, wenn rechtsnationales Gedankengut andere Menschen als mindere Rassen bezeichnet.

3. Warum wird gefeiert?

Das Passafest sollte als ewige Ordnung gefeiert werden, also als Gedenktag der Errettung aus der Hand der Ägypter. Gerade dieses Gedenken sollte vor dem Vergessen bewahren.

Wir wissen ja alle, wie schnell wir wieder in den Alltag zurückkehren, wenn die Osterfeiertage vorbei sind. Gerade das Abendmahl will und soll uns immer wieder daran erinnern, was unser Herr für uns getan hat und soll und will uns immer wieder an den Tisch des Herrn zurückbringen.

Jesus sagte dies auch mit den Worten. „Solches tut zu meinem Gedächtnis..“

Etwas fällt aber dennoch auf. Wann dankten die Israeliten dem Herrn? Sie dankten dem Herrn nämlich vor ihrer Errettung. Die Israeliten rechneten fest damit, dass der Herr seine Zusagen auch einhalten werde, auch wenn gerade alles nicht danach aussah.

Und mit dieser Zusage in ihrem Reisegepäck waren sie auch bereit zum Aufbruch, zum Aufbruch, dem Herrn auf dem Wege zu folgen, den er für sie bereiten wird.

Natürlich können wir dies nicht 1:1 auf unser Abendmahl übertragen, da der Herr ja schon alles für unsere Errettung getan hat. Wir haben es da wesentlich einfacher. Wir müssen nur noch einfach Ja und Danke sagen.

Im Abendmahl, liebe Gemeinde, ist unser Herr stets gegenwärtig unter uns. Er erhört und stärkt uns durch seine Gegenwart.

Und ausgerüstet mit dieser Stärkung können wir getrost mit ihm zusammen aufbrechen und seine frohe Botschaft unter die Menschen bringen.

Im Abendmahl feiern wir unsere Errettung und freuen uns mit allen Geschwistern, dass diese Errettung für alle Menschen gilt. Das Abendmahl bewahrt uns zugleich auch vor dem Vergessen. Und im Abendmahl erfahren wir persönlich unsere Stärkung für unseren weiteren Lebensweg an der Hand unseres Herren.

Lassen Sie uns zum Abschluss unseres heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den 2. Vers des Liedes „Kommt her, ihr seid geladen…2 (EG 213) des Liederdichters Ernst Moritz Arndt einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Kommt her, verzagte Sünder, und werft die Ängste weg,
kommt her, versöhnte Kinder, hier ist der Lebensweg.
Empfangt die Himmelslust, die heilge Gottesspeise,
die auf verborgne Weise erquicket jede Brust.
Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen Abend und grüße Sie alle ganz herzlich.
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 6. Sonntag in der Passionszeit, dem Palmsonntag.

Bevor wir uns den Predigttext für den heutigen Sonntag anschauen, lassen Sie mich noch ein paar Sätze zu unserer derzeitigen Situation sagen:

Ja, die derzeitige Situation ist alles andere als rosig. Wir sind mittlerweile schon eine geraume Zeit ohne das öffentliche Leben unterwegs. Nutzen wir die Zeit doch einmal mehr, um uns wieder in Ruhe dem Worte Gottes zu widmen.

Dies tat besonders in Krisenzeiten auch der allseits bekannte Theologe Dietrich Bonhoeffer. Von ihm stammt auch das folgende Zitat:

„Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will.“

Denken wir einmal an die Zeit nach diesem Zitat zurück. Der Krieg war beendet. Es ging wieder aufwärts. Das Wirtschaftswunder nahm seinen Lauf.

Darum wollen wir auch in der derzeitigen Zeit nicht den Mut sinken lassen. Vertrauen wir doch wieder dem, der Himmel und Erde gemacht hat. Und DER wird auch mit einem Coronavirus fertig. Und nunmehr lassen Sie uns unserem Predigttext zuwenden.

Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 14. Kapitel des Markusevangeliums, die Verse 3-9. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die Salbung in Betanien

Und als er in Betanien war im Hause Simons des Aussätzigen und saß zu Tisch, da kam eine Frau, die hatte ein Glas mit unverfälschtem und kostbarem Nardenöl, und sie zerbrach das Glas und goss es auf sein Haupt. Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander: Was soll diese Vergeudung des Salböls ? Man hätte dieses Öl für mehr als dreihundert Silbergroschen verkaufen können und das Geld den Armen geben. Und sie fuhren sie an. Jesus aber sprach: Lasst sie in Frieden ! Was betrübt ihr sie ? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit. Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen Leib im Voraus gesalbt für mein Begräbnis. Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in aller Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie jetzt getan hat.

Liebe Gemeinde,

von einer Frau, die in unserem Predigttext nicht einmal namentlich genannt wird, erfahren wir alles über die Liebe. Lassen Sie uns einmal gemeinsam darüber nachdenken, was diese Frau getan hat, was Jesus für uns getan hat und was wir für Jesus aus Liebe zu ihm tun können.

1. Wahre Liebe

Auf Autos prangt oftmals ein Sticker auf welchem das Logo eines Sportvereins zu sehen ist und darunter stehen dann die Worte „Wahre Liebe“.

Was Fans auch sonst noch alles für ihren Verein unternehmen ist sehr werthaltig. Für ihre wahre Liebe geben sie eine ganze Menge Geld aus und verbringen sehr viel Zeit mit dieser Liebe.

Und mit der Frau aus unserem Predigttext haben wir es mit einem Superfan von Jesus zu tun. Wenn wir uns an die Arbeiter im Weinberg erinnern, dann bekam jeder der Arbeiter für seine Arbeit einen Silbergroschen, was zu damaliger Zeit ein durchaus üblicher Tageslohn war.

Und diese Frau salbt Jesus mit einem Öl, welches so viel wert war, wie ein ganzer Jahresverdienst. Sie liebt Jesus so sehr, dass Geld überhaupt keine Rolle mehr spielt. Das ist wohl wahre Liebe, die sich mit allem, was man hat auf den geliebten Menschen konzentriert und für ihn alles hergibt, was einem selber wichtig ist.

Wahre Liebe zeigt sich aber immer auch in ganz konkreten Handlungen an dem geliebten Menschen. Geld und gute Werke gehören in der Liebe offensichtlich unzertrennbar zusammen.

2. Jesu Liebe zu uns

Die Frau aus unserem Predigttext hat Jesus für seinen Tod gesalbt. Vermutlich hatte sie eine Ahnung davon, was dieser Jesus für uns alle durchleiden würde.

Schauen wir uns dies noch einmal zusammen an.

Jesus bekam folgenden Auftrag von Gott:

Geh in diese sündige Welt hinaus
Bezeuge den Menschen wer du bist und offenbare dich ihnen
Bezahle für die Sünden aller Menschen mit deinem Blut

Nur durch diesen Gang Jesu in seinen eigenen Tod als Bezahlung für die Sünden aller Menschen zu allen Zeiten haben wir wieder den direkten Zugang zu Gott. Übertragen gesprochen hat Jesus mit seiner Erlösungstat die Türe zum Vaterhaus wieder sperrangelweit aufgerissen.

Jeder, der dies im Glauben annimmt kann wieder durch diese Tür hindurch zum Vater gelangen.

3. Unsere Liebe zu Jesus

Diese Liebe, die Jesus zu uns hat, die können wir gar nicht adäquat erwidern. Müssten wir dieser Liebe etwas Gleichartiges entgegensetzen, wären wir ganz arm dran. Das könnten wir nämlich nicht. Aber wie zeigen wir denn unserem Herrn unsere Liebe zu ihm?

Nun zunächst einmal indem wir demjenigen, der uns erlöst hat, unser gesamtes Leben anvertrauen. Wer dies alles für uns getan hat, also sein Leben für uns gelassen hat, der kann es doch nur gut mit uns meinen. Wer für mich sein Leben hergegeben hat, dem kann ich mich bedenkenlos in seine liebenden Arme werfen und alles andere über Bord werfen.

Wenn ich mich in seine Arme werfe, dann werde ich nicht nur von ihm getragen, sondern er nimmt mich an seine Hand und führt mich durch seine Jüngerschule hindurch mein ganzes Leben lang.

Natürlich soll ich mich darüber freuen, dass ich erlöst wurde. Aber ich darf auch Jesu Liebe, die er mir entgegengebracht hat ganz konkret an meine Mitmenschen weitergeben.

Jesus wird auch ganz konkret, was die Weitergabe dieser Liebe angeht, wenn er sagt: „Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun…“

So, dann setzen wir diesmal in die Tat um:

Arme Menschen umgeben uns mehr denn je. Wenn wir offenen Auges durch die Welt gehen, dann werden wir immer wieder auf Menschen treffen, denen es an allem mangelt, von dem wir zu viel haben.

Fremde haben wir rings um uns her. Geben wir ihnen doch in unserem Land eine Heimat, die sie die Schrecken des Krieges und der Flucht vergessen lässt.

Alte und einsame Menschen haben wir mehr als je zuvor unter uns. Opfern wir doch einmal nicht nur Geld, sondern auch unsere Zeit um uns dieser Menschen anzunehmen.

Wenn wir dies tun, dann zeigen wir mit Rat und Tat, dass wir auf dem Weg sind, seine Jünger zu werden. Dass da auch mal so einiges nicht so ganz rund läuft, das weiß auch unser Herr. Daher ist er ja bei uns alle Tage bis an der Welt Ende um uns in allen Dingen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Dies drückt der Liederdichter Jochen Klepper sehr schön in dem 5. Vers seines Liedes „Gott wohnt in einem Lichte…“ (EG 379) aus, der da lautet, wie folgt:

Nun darfst du in ihm leben und bist nie mehr allein,
darfst in ihm atmen, weben und immer bei ihm sein.
Den keiner je gesehen noch künftig sehen kann,
will dir zur Seite gehen und führt dich himmelan.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und ich freue mich auf ein Wiedersehen am nächsten Donnerstag, dem Gründonnerstag.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 5. Sonntag in der Passionszeit.

Bevor wir zu unserem Predigttext kommen, lassen Sie mich einige Worte zu der derzeitigen weltlichen Situation sagen. Wir sind alle in irgendeiner Art und Weise durch dieses neue Virus betroffen. Und da verwundert es natürlich nicht, dass im Internet gerade wieder die Endzeitpropheten und Weltgerichtsbeschwörer Hochkonjunktur haben.

Ich bitte Sie: glauben sie ihnen nicht. Wenn selbst Jesus nicht weiß, wann das Ende der Welt kommt und selbst ER auf den Vater verweist, dann ist das ein konkreter Hinweis darauf, dass wir uns mit derartigen Prophetien gar nicht beschäftigen sollten.

Das brauchen wir auch gar nicht. Gottes Wort steht uns immer und überall zur Verfügung.

Lassen Sie uns einen kleinen Blick in das Wort Gottes nehmen und lassen Sie uns den 91. Psalm, Vers 1 anschauen, der da lautet, wie folgt:

Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt
und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt,
der spricht zu dem Herrn:
Meine Zuversicht und meine Burg,
mein Gott, auf den ich hoffe.

Darum lassen Sie uns alle unter dem Schirm des Höchsten verweilen und allein auf ihn trauen. Wenn wir dies tun, wird die Krise nicht sofort beendet sein. Dies wäre mehr als blauäugig. Aber wir haben den Tröster stets bei uns, der uns auch durch diese Zeiten sicher führen und begleiten wird.

Und jetzt möchte ich zu dem heutigen Thema übergehen.

Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 13. Kapitel des Hebräerbiefes, die Verse 12-14. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. So lasst uns nun zu ihm hinausgehen aus dem Lager und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Liebe Gemeinde,

„In der Kürze liegt die Würze“, das könnte man auch über unseren heutigen Predigttext schreiben. In aller Kürze wird hier das dargestellt, was und wie wir als Christen und Jesusnachfolger leben sollen. Lassen Sie uns dies einmal gemeinsam betrachten.

1. Jesus, draußen für uns

Liebe Gemeinde, wenn wir uns das Wirken Jesu anschauen, dann stellen wir fest, dass seine Zeiten in den Tempeln dieser Welt recht überschaubar war. Meist wirkte er eben draußen. Denken wir nur an die Bergpredigt oder aber analog dazu an die Feldpredigt, die wir im Lukasevangelium nachlesen können.

Auch seine praktischen Taten fanden zumeist nicht in den Tempeln dieser Welt statt, sondern an den Orten des öffentlichen Lebens. Dort heilte er die Menschen, machte Blinde wieder sehend und Taube wieder hörend. Ja sogar einen vier Tagen toten Lazarus erweckte er wieder zum Leben.

Jesus ging stets dahin, wo die verlorenen Schafe sich befanden und nicht in die gesicherten Ställe. Die Schafe die sich dort befanden, waren ja schon in Sicherheit; glaubten sie zumindest.

Und letztendlich fand auch seine Kreuzigung draußen statt, an einem Ort, wo halt Verbrecher hingerichtet wurden. Draußen vor den Toren der Stadt wurde unser Herr an das Kreuz geschlagen, damit wir in seiner heiligen Stadt dereinst unsere Wohnung einnehmen können, die er dort schon für uns bereithält.

2. Wir, draußen für Jesus

Eigentlich schon ein wenig komisch uns skurril: Da hocken wir Sonntag für Sonntag brav beieinander und gehen nach einer knappen Stunde wieder in die Welt hinaus, nur um am kommenden Sonntag wieder pünktlich hier zu erscheinen.

Das soll also das wahre Christenleben sein? Nein, liebe Gemeinde, natürlich nicht.

Bevor Jesus in den Himmel aufgenommen wurde sandte er seine Jünger in die Welt hinaus. Er sagte nicht „Bleibet drin“, sondern „Gehet hin“.

Erinnern wir uns kurz: Unser Herr ist während seines Wirkens an den dreckigsten Orten dieser Welt gewesen, nur um Menschen vor der ewigen Verdammnis zu bewahren. Er, der lebendige Gott, war sich nicht zu schade, auch Zöllnern und Prostituieren den Weg zu Gott zu zeigen.

Und somit heißt es auch für uns: Raus aus der Komfortzone unserer Kirchenbänke und Gemeinschaften und hinein in das pralle Leben da draußen. Klingt verlockend, ist es aber nicht immer.

Wir dürfen uns einmal vergegenwärtigen, dass wir in Deutschland eine vom Aussterben bedrohte Spezies sind. Heutzutage ist es doch schick, anderen Religionen nachzulaufen. Das Christentum hat uns doch gar nichts mehr zu bieten. Die mit ihren alten Geschichten. Da ist die Sache mit Reinkarnation und Nirwana doch viel spannender, als das Christentum mit Himmel und Hölle. Ja, liebe Gemeinde, so geht es vielfach draußen zu.

Und dennoch beauftragt uns unser Herr mit den Worten „Gehet hin..“. Ja, weiß der denn nicht, was da draußen abgeht ? Doch, das weiß er nur zu genau. Und gerade deshalb sendet er uns hier und heute nach draußen in sein Missionsfeld.

Aber keine Angst, wir werden nicht untergehen. Wir haben nämlich immer jemand bei uns, der uns gerade in den schwierigsten Situationen mit seinem Rat und Tat zur Seite steht. Natürlich sollten wir auch stets Rücksprache mit ihm halten. Wenn wir ihn nicht fragen, dann kann er und auch nicht antworten.

3. Die Heimreise

Liebe Gemeinde, wenn wir uns die Menschen da draußen so betrachten, dann könnte man glatt meinen, dass sie ewig auf diesem Planeten Erde verweilen. Sie bauen Häuser, sie sichern sich nach allen Seiten ab. Sie richten sich auf diesem Planeten also so richtig häuslich ein. Alles dreht sich nur noch um sie selbst.

Es ist natürlich gar nichts dagegen einzuwenden, sich hier auf Erden ein Häuschen zu bauen, dieses und seine Familie vernünftig abzusichern und Vorsorge für z.B. das Alter zu treffen.

Das meint der Hebräerbrief auch gar nicht, wenn er sagt: Wir haben hier keine bleibende Stadt. Wir sollen, bei allem, was wir auf der Erde veranstalten, die Himmelsperspektive nicht aus den Augen verlieren. Wir sollen uns immer wieder daran erinnern, dass wir nach unserer Bekehrung ja schon Himmelsbürger geworden sind, die nur noch darauf warten, von ihrem Herrn abberufen zu werden.

Und wenn wir dies tun, dann können wir alle mit leichtem Gepäck unsere Lebensreise beschreiten. Da wir auf dem Weg zu der zukünftigen Stadt sind, sollen wir dies auch all denen sagen, dies sich hier auf Erden für die Ewigkeit eingerichtet haben.

Eine hehre Aufgabe, liebe Gemeinde, die da vor uns liegt. Aber mit unserem Herrn zusammen ist sie machbar. Darum lassen Sie uns niemals den Kontakt zu unserem himmlischen Vater verlieren. Er ist der Einzige, der uns auch auf dem Weg in die zukünftige Stadt sicher auf Kurs halten kann.

Lassen Sie uns unsere Lebensreise hier auf Erden zum Schluss gemeinsam singend betrachten, indem wir zusammen in den 6. Vers des Liedes von Paul Gerhardt „Ich bin ein Gast auf Erden…“ (EG529) einstimmen, der da lautet, wie folgt:

So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt,
doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt.
Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt,
da mich ohn alle Maße, mein Vater trösten wird.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sontag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 4. Sonntag in der Passionszeit, dem Sonntag Lätare. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Jesaja im 66. Kapitel, die Verse 10-14. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie lieb habt! Freuet euch mit ihr, alle, die ihr über sie traurig gewesen seid. Denn nun dürft ihr saugen und euch satt trinken an den Brüsten ihres Trostes; denn nun dürft ihr reichlich trinken und euch erfreuen an dem Reichtum ihrer Mutterbrust. Denn so spricht der Herr: Siehe, ich breite aus bei dir den Frieden wie einen Strom und den Reichtum der Völker wie einen überströmenden Bach. Ihre Kinder sollen auf dem Arme getragen werden, und auf den Knien wird man sie liebkosen. Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet; ja, ihr sollt an Jerusalem getröstet werden. Ihr werdet’s sehen und euer Herz wird sich erfreuen, und euer Gebein soll grünen wie Gras. Dann wird man erkennen die Hand des Herrn an seinen Knechten und den Zorn an seinen Feinden.

Liebe Gemeinde,

übersetzt bedeutet Lätare „Freue Dich“. Worüber sollen wir uns denn freuen ? Nun, darüber dass uns Gott durch seinen Propheten Jesaja etwas von seiner Natur erkennen lässt. Lassen Sie uns das, was uns Jesaja über das Wesen Gottes berichtet heute Morgen einmal gemeinsam anschauen.

1. Gott als Mutter

Wir alle kennen natürlich das „Vater unser“ und nicht das „Mutter unser“. Da ist es beim ersten Lesen schon ein wenig befremdlich im Zusammenhang mit Gott das Wort Mutter zu lesen.

Kein Mensch hat Gott bisher auf dem Sofa sitzen gehabt und ihn interviewt, wie er denn nun so denkt und handelt. Aber Gott spricht durch seinen Propheten Jesaja über sich in einer Sprache, die wir Menschen auch verstehen können. Und dabei bedient er sich des Bildes einer Mutter.

Was zeichnet denn nun eine Mutter unter anderem aus? Sie liebt ihr Kind über alles. Egal, was es auch angestellt hat, steht eine Mutter steht ihr Leben lang hinter ihren Kindern. Das heißt nicht, dass sie alles gut findet. Das beileibe nicht, aber sie ist für Kind immer der Ansprechpartner, auch wenn alle anderen sich zurückgezogen haben.

Eine Mutter sorgt für ihr Kind. Als Kinder mussten wir uns keine Sorgen machen, was wir denn essen oder trinken oder wo wir wohnen konnten. Für all das sorgte natürlich die Mutter, den Vater einmal mit eingeschlossen.

Eine Mutter sieht natürlich auch nicht alles durch die rosarote Brille. Das tut sie wahrhaftig nicht. Denn es ist ja auch ihre Aufgabe, das Kind auf das Leben vorzubereiten. Darum muss sie auch manches Mal Strenge walten lassen, aber eine Strenge die unter dem Diktat der Liebe steht.

All das, liebe Gemeinde, tut Gott für uns. So will Gott für uns da sein. Das einzige was wir tun müssen, ist ganz dicht an ihm dranbleiben, so wie ein Kind bei der Mutter. Ist das nicht wunderbar?

2. Das Leben

Eine Mutter hat dem Kind das Leben geschenkt. Neun Monate hat sie es in ihrem Bauch getragen und dann bringt sie es mit Schmerzen zur Welt.

Gott spricht hier durch den Propheten Jesaja nicht von unserer leiblichen Geburt, sondern von unserer geistlichen Geburt.

Gott, der uns über alles liebt, kam auf diese Erde, um uns von unseren Sünden zu erlösen, bzw. ein für alle Mal für die Sünden zu bezahlen, damit wir wieder seine Kinder werden können.

Indem wir uns zu ihm bekehren, erleben wir unsere geistliche Wiedergeburt. Gott selber zieht nach unserer Bekehrung bei uns ein und regiert fortan über unser aller Leben.

Gewiss, die ist auch nicht immer einfach, aber Gott hat es sich auf seinem Erlösungsweg ja auch nicht einfach gemacht. Fakt ist und bleibt aber, dass wir ohne Gott in die ewige Verdammnis gehen, und er uns durch seine Erlösungstat wieder die Möglichkeit zur Umkehr gegeben hat.

Dies gilt allerdings nur für diejenigen Menschen, die das auch wirklich wollen. Wer Gottes Erlösungswerk ablehnt, für den gibt es keine Eintrittskarte in den Himmel. Das Prinzip Gottes beruht also voll und ganz auf Freiwilligkeit. Im Reiche Gottes gibt es keinen Zwang.

3. Trost

Wenn wir als Kinder Probleme hatten, dann gingen wir zumeist zu unserer Mutter. Dort erfuhren wir Trost. Dort gab es aber auch Ermunterung, es noch einmal zu probieren, wenn etwas danebengegangen war.

Und genau diesen Tröster hat uns Jesus nach seiner Himmelfahrt gesandt, es handelt sich, wie wir alle wissen um den Heiligen Geist, der uns auf allen Wegen unseres Lebens begleitet.

Wir werden als Christen nach wie vor Nöte und Ängste und Sorgen durchleben müssen. Wäre das Leben als Christ auf Erden wie in einem Schlaraffenland, dann würden sich wohl nanazu 99,9 % aller Menschen sofort bekehren.

Unsere äußeren Umstande als Christen sind denen der Nichtchristen durchaus vergleichbar. Nur haben wir einen ganz entscheidenden Vorteil: Wir haben jemanden neben uns, der uns tröstet, der uns begleitet, der uns leitet und führt auf unserer ganzen Lebensbahn.

Mit Ihm an unserer Seite, und darauf dürfen wir uns verlassen, gehen wir durch alle Nöte, Sorgen und Probleme hindurch. Wussten Sie, dass allein im Neuen Testament 119 mal die Worte Jesu zu lesen sind: „Fürchte Dich nicht“.

Dieses Fürchte dich nicht ist, wie es der bekannte Pfarrer Olaf Latzel aus Bremen einmal sagte: Das Breitbandantubiotikum gegen alle Nöte, Sorgen und Probleme. Gegen dieses Antibiotikum gibt es auch keine Resistenzen, wir dürfen es also immer und immer wieder zu uns nehmen.

Wie gut Gott zu uns ist, das haben wir heute kurz zusammen erarbeiten können. Darum lassen Sie uns Gott zum Abschluss unseres heutigen Gottesdienstes loben, indem wir gemeinsam in den ersten Vers des Liedes: „Du meine Seele, singe…“ (EG 302) von Paul Gerhardt einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Du meine Seele, singe, wohlauf und singe schön
dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd;
ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 4. Sonntag im Advent. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im zweiten Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 1, die Verse 18-22. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Gott ist mein Zeuge, dass unser Wort an euch nicht Ja und Nein zugleich ist. Denn der Sohn Gottes, Jesus Christus, der unter euch durch uns gepredigt worden ist, durch mich und Silvanus und Timotheus, der war nicht Ja und Nein, sondern es war das Ja in ihm. Denn auf alle Gottesverheißungen ist in ihm das Ja; darum sprechen wir auch durch ihn das Amen, Gott zum Lobe. Gott ist’s aber, der uns fest macht samt euch in Christus und uns gesalbt und versiegelt und in unsre Herzen als Unterpfand den Geist gegeben hat.

Liebe Gemeinde,

Die Redewendung vom „Ja und Amen sagen“, die kennen wir sicherlich alle. Und darum geht es auch in unserem heutigen Predigttext. Aber nicht so, wie wir es von unserer Redewendung her kennen, sondern es geht um Gottes dreifaches Ja zu uns und unser Amen zu ihm.

Lassen wir uns dieses dreifache Ja einmal etwas genauer anschauen.

1. Ja – Die Erlösung

Liebe Gemeinde, das Kind in der Krippe ist es, welches uns die Erlösung beschert hat. In einem Aufsatz habe ich gelesen, dass rund zwei Drittel der Bevölkerung das Weihnachtsgeschehen gar nicht mehr richtig kennen.

Wie können wir einem solchen Menschen erklären, was an Weihnachten passierte? Versuchen wir es mal ganz einfach. Durch den Sündenfall war der Mensch von Gott getrennt worden, da Gott in seiner Gegenwart keinerlei Sünde duldet.

Der Mensch ist also ein Sünder und kann daher nicht wieder zurück zu Gott kommen. Also musste Gott einen Weg finden, wie er dem Menschen die Möglichkeit gibt, dass alle seine Sünden getilgt werden. Daher kam er auf diese Erde. Salopp gesagt ist mit Weihnachten der Grundstein für unsere Erlösung gelegt worden.

Die Vollendung hingegen geschah mit Jesu Kreuzigung, als er mit seinem Blut ein für allemal für alle unsere Sünden bezahlte. Für alle Sünden in unserer Vergangenheit, für alle gegenwärtigen Sünden und für alle zukünftigen Sünden hat unser Herr mit seinem Blut bezahlt.

Das Kind in der Krippe hat also dafür gesorgt, dass unsere Tür zum Himmel und damit zum Vaterhaus wieder sperrangelweit geöffnet ist. Wir haben somit wieder freien Zugang zu unserem Herrn.

Freilich werden wir weiterhin sündigen, aber wenn wir unsere Sünden dann bereuen, dann werden diese auch wieder aus dem Register gelöscht. Vor Gott stehen wir also als vollkommen sündlose Wesen dar, weil eben die gerechte Strafe, die eigentlich wir verdient hätten, schon von dem Kind in der Krippe bezahlt worden ist.

2. Ja – Der Beistand

Jesus ist am Kreuz für all unsere Sünden gestorben. Aber es kommt noch besser. Am dritten Tage ist er, der den Tod besiegt hat, wieder auferstanden von den Toten.

Auch wenn er am Himmelfahrtstag wieder in den Himmel aufgenommen worden ist lebt er in der Gestalt des Heiligen Geistes weiterhin unter uns.

Viele Menschen suchen sich geistliche Leiter und Führer in dieser Welt. Wenn ich allein an die tausenden von Menschen denke, die aus der ganzen Republik zum Dalai Lama gereist sind nur um seinen Worten zu lauschen.

Oder wievielte Menschen geben sehr viel Geld für weltliche Coaches aus, um sich von diesen in allen Lebenslagen beraten zu lassen.

Die gute Nachricht ist: Keiner muss sein Geld derart verplempern. Wir haben einen ständigen Beistand, einen Begleiter und einen Tröster direkt neben uns. Dieser ist nur ein Gebet weit entfernt und stellt uns keine horrenden Rechnungen für seine Beratung aus.

Wenden wir uns doch wieder an den einen, der mit seinem JA uns verspricht, alle Zeit bei uns zu sein bis an der Welt Ende.

3. Ja – Die Ewigkeit

Das Kind in der Krippe hat uns nicht nur erlöst und ist unser Beistand unser ganzes Leben lang. Nein, es hat auch den Tod besiegt und uns das ewige Leben geschenkt.

Was heißt dies nun für uns? Nun, das bedeutet, dass unser irdischer Tod eigentlich bedeutungslos für uns geworden ist. Wenn wir hier unseren letzten Atemzug tun, dann werden wir den nächsten Atemzug im Himmel tun.

Wir werden in den Himmel aufgenommen um dann die gesamte Ewigkeit mit unserem Vater im Himmel verbringen zu dürfen.

Wenn wir diese Ewigkeit im Herzen tragen, dann sind alle Tage, die wir leben irgendwie schon wie Advent und Weihnachten zusammen.

4. Unser Amen

Jetzt kommt unser Part in der Geschichte. Um in den Himmel zu kommen müssen wir nur eines tun; nämlich zu dem, was unser Herr für uns getan hat Amen sagen. Das bedeutet „So geschehe es“. Mehr ist nicht notwendig und mehr geht auch nicht.

Lassen wir uns nicht von religiösen Blendern ins Bockshorn jagen, wenn sie uns rituelle Handlungen auferlegen wollen oder gar Spenden von uns fordern, um in den Himmel zu gelangen.

Gottes dreifaches JA und unser Amen reichen aus, um in den Himmel zu kommen.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den ersten Vers des Liedes „Ihr lieben Christen, freut euch nun…“ (EG 6) des Liederdichters Erasmus Alber einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Ihr lieben Christen, freut euch nun,
bald wird erscheinen Gottes Sohn,
der unser Bruder worden ist,
das ist der lieb Herr Jesu Christ.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und ich freue mich, wenn wir am Heiligabend wieder zusammen sein dürfen.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber