Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 2. Weihnachtsfeiertag. Den Predigttext für den heutigen Feiertag finden wir im 7. Kapitel der Offenbarung, die Verse 9-12. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die große Schar aus allen Völkern

Danach sah ich, und siehe, eine große Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen; die standen vor dem Thron und vor dem Lamm, angetan mt weißen Kleidern und mit Palmzweigen in ihren Händen, und riefen mit großer Stimme: Das Heil ist bei dem, der auf dem Thron sitzt, unserm Gott, und dem Lamm ! Und alle Engel standen rungs um den Thron und um die Ältesten und um die vier Gestalten und fielen nieder vor dem Thron auf ihr Angesicht und beteten Gott an und sprachen: Amen, Lob und Ehre und Weisheit und Dank und Preis und Kraft und Stärke sei unserm Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

Liebe Gemeinde,

einmal wird es soweit sein, dass wir auch an dem soeben gehörten Geschehen selber teilhaben werden. Und da wir alle sicherlich auch ein wenig neugierig sind, da fragen wir aus doch sicherlich auf Erden hin und wieder einmal: Wie wird ER wohl sein, wenn wir ihm, also unserem Herrn im Himmel gegenübertreten.

Johannes hatte den großen Vorteil, dass er aus dem Erdengeschehen in das Himmelsgeschehen entrückt worden war und schon einige Eigenschaften Gottes erkennen durfte. Lassen Sie uns an dem heutigen 2. Weihnachtsfeiertag doch einmal anschauen, welche 8 Attribute des Wesen Gottes uns der Seher Johannes beschreibt und lassen Sie uns darüber nachdenken, was das bereits heute für uns auf Erden bedeuten kann.

1. Amen

Mit diesem Amen, welches unsere Gebete beschließt, da beginnt Johannes, Gott zu beschreiben.  Amen bedeutet ja wörtlich übersetzt: Sich ausrichten auf Gott. So wird es also im Himmel sein, alles richtet sich allein auf Gott aus. Alles andere ist nebensächlich.
Alles, was uns auf Erden so wichtig erscheint endet in diesem Ausgerichtet sein auf unseren Herrn. Und dies können wir auch schon jetzt und hier praktizieren. So manches scheinbar große Problem wird dann auf einmal nichtig und klein werden.

2. Lob

Der Allerhöchste wird von allen Seiten gelobt. Die Engel loben Gott und alle Bewohner des Himmels machen nichts anderes, als Gott zu loben. Lob macht glücklich und zufrieden. Nicht nur denjenigen den man lobt, sondern auch denjenigen der das Lob ausspricht.
Überlegen wir doch mal wieder, was wir nicht schon alles von Gott geschenkt bekommen haben und lassen Sie uns nicht immer nur auf das fokussiert sein, was uns angeblich noch zu unserem Glück fehlt.

3. Ehre

Wenn wir bei Wikipedia nachschauen, dann erscheint dort folgende Definition zu dem Wort Ehre: „Verdienter Achtungsanspruch“.

Derjenige, der Himmel und Erde gemacht hat, der verdient wohl als einziger meinen allumfassenden Achtungsanspruch, weil er alles, was er gemacht hat, perfekt gemacht hat.
Wen ich so ehre, also ihm alles zutraue, dem traue ich auch zu, dass er alles, was noch kommen wird, ebenfalls perfekt machen wird. Ich muss mir also überhaupt keine Sorgen machen, dass etwas total aus den Fugen gerät. ER, der über allem wacht, wird auch weiterhin zu unserem aller Wohle regieren. Und das sowohl im Kleinen, wie auch im Großen.

4. Weisheit

Was ist eigentlich Weisheit? Ich dachte dabei sofort an Klugheit, Verstand, Wissen und Intelligenz. Diese Eigenschaften sind sicherlich alle Bestandteile der Weisheit und doch kommt bei der Weisheit noch etwas mehr hinzu.

Weisheit bedeutet, die Dinge hinter dem Sichtbaren zu erkennen. Wenn Gott manchmal anders reagiert, als wir uns dies vielleicht vorgestellt haben, dann liegt genau dort Gottes Weisheit verborgen. Wir sehen  auf Erden nur vordergründig auf die Dinge und das Geschehen, welches uns umgibt. Gott hingegen sieht immer mehr.

Und dazu lädt uns das Kind in der Krippe heute schon ein, nämlich mehr von Gott zu entdecken und zu  erfahren. Mehr, als wir bisher schon wissen. Wie macht man das? Nun, indem wir sein Wort immer wieder lesen, studieren und darüber meditieren. Indem wir uns mit anderen Jesusjüngern zusammenschließen um gemeinsam mehr über Gott zu erfahren und indem wir den Kontakt zu ihm niemals abreißen lassen.

5. Dank

Die große Schar im Himmel hat es verstanden, dem zu danken, der sie treu und gut auf Erden geführt hat und der nun im Himmel ihr ewiger Gott ist.
Danken wir Gott auf Erden eigentlich noch regelmäßig? Nehmen wir nicht viele Dinge einfach als selbstverständlich hin?

Danken wir unserem Herrn noch täglich, dass wir gesund sein dürfen? Oder beschweren wir uns lieber bei unserem Herrn, wenn wir unter einer Krankheit leiden? Sagen wir es doch einmal ganz konkret: Wir haben auf nichts in unserem Leben einen Anspruch, aber wir dürfen alles von Gott erbitten und sollten ihm dann auch danken für das, womit er uns beschenkt.
Ehepartner, Gesundheit, Beruf, soziale Stellung und noch viel mehr sind alles Geschenke, die uns Gott gibt und keineswegs Resultate unserer Bemühungen.

6. Preis

Preisen entsteht aus dem Dank heraus und geht über die Anbetung hinaus. Preisen bedeutet, dass ich Gottes Wesen verehrte und seine Taten rühme.
Und zwar weit über meinen Horizont hinaus. Wie schnell sind wir bei der Hand um zu murren, wenn das ein oder andere nicht so läuft, wie wir es uns vorgestellt haben. Wagen wir doch einfach mal das kleine Experiment und loben und preisen Gott auch für das, was gerade geschieht, uns aber so gar nicht in den Kram passt.
Wir kommen dadurch sofort aus der negativen Stimmung heraus und sehen viele Dinge aus einem ganz anderen Blickwinkel.

7. Kraft

Die große Schar lobt Gott auch für seine Kraft. In dieser Kraft Gottes darf sich die große Schar im Himmel geborgen wissen.
Und in dieser Kraft dürfen wir aus auf Erden auch in Gott geborgen wissen. Nehmen wir ein aktuelles Beispiel. Die ganze Welt redet über die Klimakatastrophe. Ein scheinbar niemals enden wollender Streit ist darüber entbrannt.

Denken wir doch einmal anders herum. Gottes Kraft hat Himmel und Erde gemacht. Gott hat nach der Sintflut zugesagt, dass solange die Erde steht niemals aufhören werden: Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.

Wenn Gott dies zusagt, dann hält er sich auch daran, egal, was wir auf Erden auch gerade wieder einmal verbocken. Ist Klimaschutz dann überflüssig ? Nein, natürlich nicht, aber anstatt zu streiten, sollten wir lieber den Herrn persönlich befragen, was wir denn tun können. Wer jetzt denkt, dass dies Spinnerei ist, der spricht jedem Gebet die Macht seiner Erfüllung und die Antwort Gottes ab.

8. Stärke

Mit Kraft schaffe ich etwas und mit Stärke verteidige ich etwas. Mit seiner Kraft hat Gott die große Schar im Himmel auf Erden vor allen Mächten des Bösen bewahrt. Und dafür preisen sie ihn nun.

Und so ist es auch heute noch die Stärke Gottes, die uns hier auf Erden vor den Angriffen Satans beschützen möchte. Wir müssen nur ganz nah an ihm dranbleiben, dann können seine starken Arme alle Mächte des Bösen von uns fernhalten.

Dietrich Bonhoeffer drückte dies einmal sehr schön wie folgt aus:

Von guten Mächten wunderbar geborgen
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei und am Abend und am Morgen
und ganz gewsiss an jedem neuen Tag.

Nehmen wir diese Verse doch mit von Weihnachten hinein in das ganze nächste Jahr und lassen uns von diesen Versen stets mit Gottes Kraft und Stärke leiten.
Und nunmehr lassen Sie uns vor dem Schlusssegen noch einmal in das Weihnachtslied einstimmen, mit welchem wir schon den gestrigen Gottesdienst haben ausklingen lassen:

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit!
Welt ging verloren, Christ ist geboren: Freue, freue dich, o Christenheit!
O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit!
Christ ist erschienen, uns zu versühnen: Freue, freue dich, o Christenheit!
O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit!
Himmlische Heere jauchzen dir Ehre: Freue, freue dich, o Christenheit!

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden
Amen.

Liebe Gemeinde,
ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten 2. Weihnachtsfeiertag und eine schöne besinnliche Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr
Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 1. Weihnachtsfeiertag. Ich wünschen Ihnen allen ein gesegnetes und besinnliches Weihnachtsfest. Den Predigttext für den heutigen Feiertag finden wir im 1. Johannesbrief, Kapitel 3, die Verse 1-6. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die Herrlichkeit der Gotteskindschaft
Seht, welche Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen – und wir sind es auch ! Darum kennt uns die Welt nicht; denn sie kennt ihn nicht. Meine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen aber: Wenn es offenbar wird, werden wir ihm gleich sein; denn wir werden sehen, wie er ist. Und ein jeder, der solche Hoffnung auf ihn hat, der reinigt sich, wie auch jener rein ist. Wer Sünde tut, der tut auch Unrecht, und die Sünde ist das Unrecht. Und ihr wisst, dass er erschienen ist, damit er die Sünden wegnehme, und in ihm ist keine Sünde. Wer aber in ihm bleibt, der sündigt nicht; wer sündigt, der hat ihn nicht gesehen und nicht erkannt.

Liebe Gemeinde,

wer sind wir eigentlich? Darum geht es in unserem heutigen Predigttext. Bei dieser Frage schießt mir sogleich der Titel eines Buches von David Precht durch den Kopf: “ Wer bin ich und wenn ja wie viele?“

Nun Gottes Antworten sind zum Glück nicht so verwirrend, sondern einfach und klar. Wir sind Gottes Kinder! Genau so steht es zu Beginn unseres Predigttextes geschrieben. Dann ist ja alles gut, dann könnten wir uns ja nun noch schnell unter den Schlusssegen stellen und dann ging es ab zur Weihnachtsgans. Nein, liebe Gemeinde, so einfach ist es dann doch wieder nicht.

Viele von uns kennen sicherlich den Werbeslogan „Ich will so bleiben, wie ich bin…“ Das trifft aber nicht auf unsere Eigenschaft als Gotteskinder zu. Wie wir es später in unserem Predigttext lesen, sollen wir uns reinigen. Also vor der Weihnachtsgans müssen wir noch kurz überlegen, wie denn das gehen könnte.

1. Sehen

Seht, welche Liebe hat uns der Vater erwiesen… Dieses „seht“ soll uns endlich mal von unserem Denken und Handeln wegbringen, welches sich immer nur um uns dreht. Wir sollen einmal aufhören nur darauf zu sehen, dass es uns persönlich gut geht.

Und wir sollen damit aufhören auf das zu achten, was die anderen von uns denken. Wir sollen uns einmal ganz und gar nur auf die Liebe Gottes fokussieren und einmal alles andere an die Seite stellen.

Das geht natürlich nicht zwischen Tür und Angel. Viele von uns dürfen nunmehr einige freie Tage genießen. Nehmen Sie sich doch wieder einmal Zeit für Gott. Wenn wir ganz konzentriert auf ihn schauen, dann, und nur dann können wir ihn und seine Gnade und Güte auch wirklich erkennen. Wer nur mal so im Vorbeigehen einen Blick auf das Kreuz wirft, dem bleiben die wesentlichen Erkenntnisse der Liebe Gottes verborgen.

Wenn wir uns so auf Jesus konzentrieren und auf die Liebe, die er uns erwiesen hat, dann können wir den Weg gehen weg vom menschlichen Leistungsprinzip und hin zum göttlichen Liebesprinzip.

2. Vergebung

Den Staub in der Wohnung sieht man im Allgemeinen erst dann richtig, wenn die Sonne durch die Fenster scheint. Und den Schmutz unseres Lebens den sehen und erkennen wir erst dann in seiner vollen Tragweite, wenn uns das Licht Gottes mit seiner ganzen Liebe erscheint und durch unser Herz hindurch scheint.

Erst in diesem Moment, wenn wir von seiner hellen und klarer Liebe durchdrungen werden, erst dann können wir unsere Sünden klipp und klar erkennen. Schließlich kann man ja auch nur den Schmutz entfernen, den man sieht.

Wenn wir unsere Sünden erkennen, werden wir in aller Regel mehr als einfach nur erschrocken sein. Das führt in nicht seltenen Fällen zu einer Art Schockstarre. Wir wissen einfach nicht, wie wir denn diesen Sündenberg loswerden können. Wir können dann nur eines tun, nämlich unseren Herrn um Vergebung bitten und diese dann an uns geschehen lassen.

Unsere Reinigung geschieht also nicht durch uns selbst, sondern durch unseren Herrn höchstpersönlich. Viele Menschen versuchen ja an dieser Stelle durch diverse Bußübungen und andere religiöse Klimmzüge bei ihrer Reinigung etwas nachzuhelfen und etwas zu ihrer Reinigung beizutragen. Das ist aber überhaupt nicht notwendig.

Sünde erkennen. Sünde bekennen. Vergebung erbitten und diese annehmen. Mehr ist nicht notwendig.

3. Bleiben

Wer aber in ihm bleibt…, so lesen wir es gegen Ende unseres Predigttextes. Ja, liebe Gemeinde, wir haben ein Bleiberecht in der Nähe unseres Herrn.

Wenn wir unseren Herrn um Vergebung gebeten haben, dann wird eines passieren: Er wird als Herrscher in unser Leben einziehen und den Prozess der Reinigung durchführen.

Das geschieht freilich nicht nach dem „Hau-ruck-Prinzip“ sondern langsam und allmählich, aber stetig. Häufig merken wir es gar nicht zuerst, sondern unsere Umgebung bemerkt es vor uns, dass etwas mit uns geschehen ist und auch weiterhin geschieht.

Unser Herr, der nunmehr in uns wohnt, wird all das von uns wegtun, was ihn an seiner Königsherrschaft in uns hindert und durch andere Eigenschaften ersetzen, die ihm zur Ehre dienen. Das hat auch nichts mit christlichem Gekrampfe zu tun.

Unser Herr verändert uns so, dass wir alles, was er an uns ändert auch freudig annehmen.
Soweit die Theorie. Auch wenn heute Weihnachten ist, allzu „sülzig“ soll es dann doch nicht werden. Unser Herr arbeitet zwar an uns, aber wir bleiben doch die Menschen, die wir vorher waren; wir mutieren also nicht zu weltfremden Heiligen.

Und weil wir eben keine Heiligen sind, weichen wir unser ganzes Leben immer mal wieder vom rechten Wege ab. Und dann ist alles aus!!! Nein, natürlich nicht. Wir durchlaufen dann wieder und immer wieder die Schritte 1-3 unserer heutigen Predigt.

Ich drücke es, wie immer stark vereinfacht aus: Der Weg eines Christen führt meist drei Schritte vor und zwei zurück. Aber die Richtung stimmt. Und das ist das allerwichtigste. Und so wünsche ich uns allen, dass wir stets und ständig auf diesem rechten Wege bleiben.

Und wenn uns der Weg zu beschwerlich erscheinen mag, und wenn wir auch manchmal fallen mögen, dann dürfen wir uns an Jesu letzte Zusage auf Erden erinnern: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Und das dürfte uns vollends fröhlich stimmen.

Und ausgestattet mit dieser inneren Fröhlichkeit lassen Sie uns nunmehr gemeinsam in das Lied einstimmen, dass heute ich sehr vielen Kirchen zum Abschluss des Gottesdienstes gesungen wird:

Oh du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit!
Welt ging verloren, Christ ist geboren: Freue, freue dich, o Christenheit!
O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit!
Christ ist erschienen, uns zu versühnen: Freue, freue dich, o Christenheit!
O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit!
Himmlische Heere jauchzen dir Ehre: Freue, freue dich, o Christenheit!

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.
Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Weihnachtsfeiertag und freue mich, Sie morgen wieder begrüßen zu dürfen.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 2. Weihnachtsfeiertag.
Unseren heutigen Predigttext finden wir im Hebräerbrief, Kapitel 1, die Verse 1-3. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Nachdem Gott vorzeiten vielfach unf auf vielerlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn, den er eingesetzt hat zum Erben über alles, durch den er auch die Welt gemacht hat. Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort und hat vollbracht die Reinigung von den Sünden und hat sich gesetzt zur Rechten der Majestät in der Höhe.

Liebe Gemeinde,

auch wenn es sich um einen relativ kurzen Text handelt so beschreibt er durch die gesamte Geschichte Gottes mit den Menschen und könnte uns heute am 2. Weihnachtsfeiertag als ein Summary zu Weihnachten erscheinen.

Gottes Geschichte mit den Menschen vollzieht sich dabei in drei Akten.
Lassen Sie uns diese Akte heute ein wenig näher betrachten.

Erster Akt

Die Schöpfungsgeschichte ist uns allen ja sicherlich bestens bekannt.
Gott hat uns Menschen zu seinem Bilde geschaffen. Wer sich noch an die gute alte Fotografie erinnert, der kennt sie sicherlich noch, die Negative. Wir sind im positiven Sinne gemeint diese Negative, sind also ein direktes Abbild Gottes.

Nur mal so nebenbei bemerkt: Alle Menschen, denen wir auf dieser Erde begegnen, sind Ebenbilder Gottes. Also haben wir keinen Anlass oder Grund auch nur einen einzigen Menschen auf Erden despektierlich zu behandeln.

Nun kam aber etwas, das eigentlich nicht hätte passieren sollen, nämlich der Sündenfall. Indem der Mensch sich bewusst gegen Gott entschied, sorgte er selber für eine Trennung von seinem Schöpfer. Man hört ja oftmals die Veführungstheorie und dass es gar nicht anders hätte sein können als es eben war. Liebe Gemeinde, auch bei einer noch so raffinierten Verführung liegt die letzte Entscheidung immer noch bei dem, der verführt werden soll.

Gott liebte seine Geschöpfe aber weiterhin, nur konnte er niemanden in seiner Gegenwart dulden, der mit Sünden behaftet war. In der vollkommenen Reinheit Gottes darf es keine Sünde geben. Also war der Weg zurück für den Menschen erledigt. Sein Schicksal schien ein für alle Male und alle für alle Zeiten besiegelt zu sein.

Zweiter Akt

Gewiss sann Gott darüber nach, wie er den Menschen wieder zur Umkehr und Buße bewegen kann. Also beauftragte er ganz normale Menschen, denen er seinen Geist einhauchte damit, den Menschen den Weg zurück zu Gott aufzuzeigen.

Allerdings hörten die Menschen nicht auf die Propheten. Im günstigsten Falle wurden sie verhöhnt und verlacht. Im weniger günstigen Falle brachte man sie einfach um. Warum eigentlich ? Nun, sie brachten den Menschen eine unbequeme Botschaft, nämlich die Botschaft der Wahrheit.

Auch wenn wir heute keine Menschen mehr umbringen ist vielen Menschen auch heutzutage die Wahrheit immer noch recht unbequem. Heutzutage machen wir es etwas eleganter mit der Wahrheit. Wenn wir sie nicht hören wollen, hören wir einfach weg. Oder aber wir erklären die Wahrheit als eine Wahrheit unter vielen gleich gültigen Wahrheiten. Das machen wir besonders gern in Glaubensdingen.

In wenn alles gleich gültig ist, dann wird die Sache mit dem Glauben auch den meisten Menschen gleichgültig.

Also halten wir es mal ganz pragmatisch fest: Die Sache mit den Propheten hat nicht geklappt. Aber da Gott erfinderisch ist, gab es noch den

Dritter Akt

Gottes Botschaft kam also nicht bei den Menschen an. Gott musste also eine Möglichkeit schaffen, dass die Menschen seinen Aufruf zur Rückkehr endgültig verstehen. Und jetzt muss ich ein Beispiel des von mir überaus geschätzten Roland Werner aus Marburg nehmen:

Denken wir einem an einen Ameisenhügel. Millionen von Ameisen wohnen darin und begehen immer die gleiche Ameisenstraße. Es ist sehr interessant, diesem Gewusel, was aber trotzdem geordnet vonstatten geht, zuzusehen.

So, und jetzt beschließt die Landesregierung, direkt im Verlauf der Ameisenstraße eine gewöhnliche Autostraße zu bauen. Die Ameisen müssten eigentlich jetzt gewarnt werden und man müsste ihnen einen anderen sicheren Weg aufzeigen. Wir könnten uns natürlich vor den Ameisenhaufen setzen und den Ameisen die gesamte Sachlage erklären. Man muss kein Prophet sein, um zu sagen, dass wohl keine Ameise uns verstehen wird.

Um die Ameisen wirklich nachhaltig warnen zu können, gibt es nur eine
Lösung: Wir müssten selber zur Ameise werden. Wir sprechen dann ihre Sprache und können unter dem Ameisenvolk die Botschaft kundtun, dass sie auf dem falschen Wege sind und dass es einen anderen Wege gibt, der ihr Leben errettet.

Und genau dies tat Gott. Er kam als Kind in der Krippe auf diese Erde.
Er sprach unsere Sprache und er sprach sie so vollmächtig, dass nahezu jeder, der mit ihm in Berührung kam, aus dieser Begegnung vollkommen verändert zurückkam.

So ist es auch heute noch, liebe Gemeinde. Jeder, der einmal ernsthaft mit Jesus in Berührung gekommen ist, lebt hinterher anders als zuvor.
Auch heute noch verändert unser Herr unser Leben, wenn wir ihn denn gewähren lassen.

Aber der Weg sollte ja noch weiter gehen. Jesus konnte zwar den Weg zu Gott aufzeigen, aber das Sündenproblem bestand ja weiterhin. In den Himmel kommen nur sündlose Menschen. Das sind nicht Menschen, die niemals sündigen, die gibt es ja auch gar nicht, aber das sind die Menschen, die eine Institution gefunden haben, die ihnen ihre Sündenlast abnimmt.

Und das tat das Kind in der Krippe am Karfreitag. Er, der vollkommen sündlos war, starb ein meiner und an Deiner und an unser aller Stelle am Kreuz. Der Preis der Sünde ist der Tod. Und diesen Preis hat der Herr Jesus am Kreuz für uns alle bezahlt.

Und das galt nicht nur vor 2000 Jahren, das gilt bis heute weiter. Wenn wir unsere Sünden bereuen, dann können wir sie dem Herrn Jesus zur „Entsündigung“ überbringen. Wenn wir dies tun, dann sind wir vor Gott sündfrei. Und dieses Gnadengeschenk können wir alle Tage wieder für uns in Anspruch nehmen.

Ist das nicht das schönste Weihnachtsgeschenk, welches uns das Kind in der Krippe machen kann ? Ich jedenfalls kann mir kein größeres, schöneres und weitreichenderes vorstellen.

Was Jesus für uns alle getan hat, das drückt der Liederdichter Paul Gerhardt sehr schön in dem 5. Vers seines Weihnachtsliedes „Fröhlich soll meine Herze springen…“ (EG 36) aus, der da lautet, wie folgt:

Nun er liegt in seiner Krippen,
ruft zu sich mich und dich,
spricht mit seinen süßen Lippen:
Lasset fahrn, o liebe Brüder,
was euch quält , was euch fehlt;
ich bring alles wieder.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Weihnachtsfeiertag. Bis zum morgigen Tage verbschiede ich mich von Ihnen allen und grüße Sie alle ganz, ganz herzlich.

Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 1. Weihnachtsfeiertag.
Sehen wir uns unsere Krippe doch einmal ganz pragmatisch an. Wir sind anwesend, das Kind in der Krippe ist anwesend. Da stellt sich doch dann ganz einfach die Frage: Wie komme ich denn nun zu dem Kind in der Krippe ? Und genau das erfahren wir in unserem heutigen Predigttext. Wir finden den Predigttext für den heutigen 1. Weihnachtsfeiertag bei Titus im 3.
Kapitel, die Verse 4-7. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Als aber erschien die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unseres Heilands, machte er uns selig – nicht um der Werke der Gerechtigkeit willen, die wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit – durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung im Heiligen Geist, den er über uns reichlich ausgegossen hat durch Jesus Christus, unsern Heiland, damit wir, durch dessen Gnade gerecht geworden, Erben des ewigen Lebens würden nach unserer Hoffnung.

Liebe Gemeinde,

hier haben wir sie also soeben gehört, die Antwort auf die eingangs gestellte Frage. Lassen Sie uns diese Antwort einmal genauer betrachten.

1. So nicht

Nicht um der Werke der Gerechtigkeit willen. Wir sind es ja als Menschen gewohnt, dass wir für alles, was wir erlangen wollen, erst einmal etwas leisten müssen. Das ist in unserem ganzen Leben so. Ohne lernen keine guten Zensuren. Ohne Arbeit kein Lohn. Dies überträgt sich dann ganz automatisch auch auf all unsere anderen Lebensbereiche.

Und dann müssen wir schmerzlich in Erfahrung bringen, dass wir von uns aus nichts aber auch gar nichts machen können, um mit Gott versöhnt zu werden. Und dabei würden wir doch so gerne so viel tun, um in den Himmel zu kommen. Was würden wir nicht alles tun wollen um dereinst an der Himmelspforte unseren Leistungsnachweis abgeben zu können.

Aber all die guten Werke bringen uns nicht die gewünschte Erlösung und damit auch nicht einen Schritt näher zu Gott. Wohlgemerkt das heißt nicht, dass wir keine guten Werke tun sollen, das heißt nur, dass uns gute Werke nicht die Erlösung bringen.

Aber wie kommen wir denn in den Genuss der Vergebung unserer Sünden ?

2. Durch Barmherzigkeit, Wiedergeburt, Heiliger Geist

Wir verdanken es allein der Gnade unseres Herrn, dass uns unsere Sünden vergeben werden und wir verdanken es allein der Barmherzigkeit, dass wir mit den Folgen unserer Sünden weiterleben können.

Durch die Gnade Gottes haben wir Vergebung der Sünden erlangt. Aber es sind nach wie vor die Folgen der Sünden überall um uns herum und vielleicht auch in uns spürbar. Was nutzt mir aber die Gnade, wenn ich mich weiter mit Selbstvorwürfen quäle und immer wieder von der eigenen Schuld bzw. deren Folgen eingeholt werde ?

Ich bin ja auch nach der Sündenvergebung der gleiche Ulli Naber, der ich auch vorher war.

Und jetzt kommt die Barmherzigkeit ins Spiel. Durch Gott dürfen wir das Wunder der Wiedergeburt erfahren. In Gott wiedergeboren zu werden können wir uns ruhig einmal so vorstellen, als wenn unser altes Leben, das Leben 1.0 ausgelöscht wird und wir ein vollkommen neues Leben das 2.0 Leben geschenkt bekommen. Wir sehen zwar noch unseren alten 1.0 Menschen, wir leben aber nicht mehr in ihm, sondern in unserem neuen 2.0 Menschen.

Und dann werden wir auch noch im Heiligen Geist erneuert. Was bedeutet den dieses ? Gehen wir noch einmal einen Schritt zurück. Uns ist Gnade widerfahren, also wurden die Sünden vergeben. Wir haben durch Barmherzigkeit unser 2.0 Leben erhalten, mit welchem wir ganz von vorn neu durchstarten können.

Wenn wir so durchstarten, also mit Gnade und Barmherzigkeit ausgestattet, dann geht der Schuss ganz bestimmt nach hinten los. Wir machen irgendwann genau so weiter wie bisher. Und das will Gott natürlich nicht. Gott, liebe Gemeinde, macht keine halben Sachen.

Und somit brauchen wir auch Gottes Hilfe, damit der Neustart nicht zum Rohrkrepierer wird. Wenn der Heilige Geist in uns einzieht, wenn also Jesus in unsere Herzen einzieht, dann bestimmt ER fortan, wie es mit unserem neuen Leben weitergeht. Er bestimmt die Richtung. Laufen müssen wir dann schon selber. Glauben besteht nicht aus Herrgott, Hängematte und irgendwann dann den Himmel erreichen.

Glaube heißt, den Anweisungen zu folgen, die ER, der in uns Wohnung genommen hat, uns erteilt. Die erfahren wir allerdings nur dann, wenn wir auch mit ihm reden. Wir Christen nennen das allgemein Gebet. Im Gebet zeigt uns unser Herr dann schon, was wir tun sollen. Wer gut zugehört hat, der kommt jetzt bestimmt an den Punkt, wo er sagen kann:
Jetzt haste Dich aber selber widersprochen. Erst keine guten Taten und jetzt doch ?

Liebe Gemeinde, jetzt müssen wir die guten Taten unterscheiden. Durch gute Werke können wir nichts zu unserer Erlösung beitragen. Das bleibt auch so. Aber wenn wir Gnade und Barmherzigkeit erfahren haben, dann wird uns unser Herr schon zu guten Werken anleiten. Und jetzt tun wir die guten Werke nicht mehr, um selig zu werden, sondern aus der Seligkeit heraus werden wir tätig.

3. Erbe

Gnade, Barmherzigkeit, Heiliger Geist warum das alles ? Ohne lebt es sich doch auch ganz gut auf Erden. Und wollen wir mal so sagen: Es ist schon eine Einschränkung, wenn ich auf einmal meinen lieben Sünden nicht mehr nachgehen kann. Und warum soll ich dann ausgerechnet auf den hören, der bei mir eingezogen ist ?

Fragen, die man sich sicher stellen darf. Wollen wir versuchen, auch noch diese letzte Frage zu beantworten.

Durch Gnade und Barmherzigkeit sind wir Gottes Kinder geworden. Vorher waren wir nur seine Geschöpfe. Die Kindschaft hingegen bedeutet, dass wir mit unserem Vater im Himmel in gerader Linie verwandt sind. Wir dürfen ihn übrigens auch ganz vertraut mit „Papa“ anreden.

Als Kind habe ich immer einen liebenden Vater um mich herum, der sich in allen Belangen um mich sorgt und kümmert. Ihm allein darf ich mein ganzes Vertrauen schenken, was ER auch niemals missbrauchen wird.

Als Kind Gottes habe ich mich aber auch an die Hausordnung Gottes zu halten. Und diese ist bestimmt nicht schwer, vielleicht anfangs ein wenig gewöhnungsbedürftig. Und zu dieser Hausordnung gehören unter anderem auch die guten Werke. Übrigens: Gut ausformuliert finden wir Gottes Hausordnung im 5.-7. Kapitel des Matthäusevangeliums. Lesen Sie es doch einfach mal wieder.

Wir sind aber nicht nur Kinder unseres Vaters im Himmel. Nein, mit der Kindschaft sind wir auch Erben geworden.

Und als Erbe haben wir auch einen unmittelbaren Anspruch an den Erblasser. Diesen können übrigens nur wir einseitig kündigen. Gott als Erblasser kann uns unser Erbe nicht einfach wieder wegnehmen. Als Erbe habe ich Anspruch auf alles, was dem Erblasser gehört. In unserem Falle habe ich als Erbe einen Rechtsanspruch, dereinst meine himmlische Wohnung beziehen zu dürfen. Als erlöster Mensch muss ich mich nicht mehr duckmäuserisch meinem Herrn im Himmel nähern und immer wieder um Gnade winseln.

Als erlöster Mensch kann ich frei mit meinem Vater im Himmel über alles reden, was mir auf dem Herzen liegt und ich darf ganz gewiss sein, dass ich im Augenblick meines Ablebens her auf Erden meine neue Wohnung im Himmel beziehen werde.

Das ist es übrigens auch, was uns von allen Religionen dieser Erde unterscheidet. Wir wissen, wo wir hingehen, wenn unsere Zeit hier abgelaufen ist. Wir ahnen und wünschen uns nicht nur, in den Himmel zu kommen, wir wissen, dass wir in den Himmel kommen werden, so wir es denn auch wirklich wollen.

Den Weg auf Erden und unser Ziel im Himmel beide beschreibt der Liederdichter Paul Gerhardt sehr schön in dem 6. Vers seines Liedes:
„Ich bin ein Gast auf Erden…“ (EG 529), der da lautet, wie folgt:

So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt, doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt.
Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt, da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten 1. Weihnachtsfeiertag.
Bleiben Sie bis zum morgigen Tag wohlbehütet von unserem Vater im Himmel.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 2. Weihnachtsfeiertag.
Unseren heutigen Predigttext finden wir bei Johannes im 1. Kapitel, die Verse 1-4 und 9-14. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht ergriffen. Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn gemacht; aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf.
Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind. Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

Liebe Gemeinde,

zu Weihnachten gedenken wir an Jesu Geburt. Darüber und wie es weiterging, darüber berichtet uns der heutige Predigttext. Drei Punkte sollten wir uns am heutigen 2. Weihnachtsfeiertag ein wenig näher betrachten:

1. Kam in sein Eigentum

Wenn wir uns einmal so umschauen, was alles uns gehört, was wir also unser Eigentum nennen, da kommt schon eine ganze Menge zusammen. Besonders bei uns im reichen Europa. Haben wir schon einmal darüber nachgedacht, dass das, was wir unser Eigentum nennen uns gar nicht wirklich gehört? Im weitesten Sinne ist dies alles, was wir häufig so stolz unser eigen nennen das Eigentum Gottes.

Gehen wir doch einmal ganz an den Anfang der Bibel. Dort erfahren wir gleich auf den ersten Seiten, wer denn die Welt überhaupt geschaffen hat. Gott hat Himmel und Erde geschaffen. Gott hat dafür gesorgt, dass ein Klima besteht, indem die Natur wachsen und gedeihen kann. Gott hat ein Klima geschaffen, in welchem auch wir Menschen optimale Lebensbedingungen vorfinden. Und nicht zuletzt hat er uns gemacht, wie wir heute noch sind.

Jeder von uns, der so etwas erschaffen hätte, würde doch mit Fug und Recht von seinem Eigentum sprechen. Und wir würden es jedem auch zugestehen, dies zu tun.

Das Kind, was wir heute in der Krippe betrachten ist also niemand anderes, als derjenige, der alles um uns herum und uns selber geschaffen hat. Direkter gesagt, es ist der Eigentümer, der sein Eigentum besucht.

Er kommt nicht nur, um sich mal wieder bei uns blicken lassen, nein, wie wir alle wissen hat er auch noch Geschenke mitgebracht. Doch dazu später mehr. Wir haben doch sicherlich alle schon einmal im Fernsehen einen Staatsempfang eines Königs gesehen, wenn er unserem Land einen Besuch abstattet. Würdevoll zeigen wir diesem Staatsgast, wie wichtig er doch für uns ist. Er wird mit militärischen Ehren empfangen, ihm wird ein großes Bankett ausgerichtet und ein entsprechendes Rahmenprogramm sorgt dafür, dass sich der König so richtig wohl aufgenommen fühlt.

Und da kommt zu Weihnachten der König aller Könige auf die Erde und was machen wir?

2. Die Seinen nahmen ihn nicht auf

Bleiben wir doch kurz bei dem Staatsempfang unseres Königs. Stellen wir uns doch einmal vor, der König würde nicht mit allen Ehren empfangen. Mutterseelenallein steht er am Flughafen. Natürlich wird er schon ein wenig angesäuert sei. Aber er will ja nicht nachtragend sein. Also organisiert er selber die Fahrt zum Schloss Bellevue. Dort angekommen knallt ihm der Bundespräsident die Tür vor der Nase zu und sagt ihm direkt ins Gesicht, dass für ihn kein Platz da wäre und Zeit habe er auch nicht für ihn. Aber wenn er unbedingt wolle, im Gesindehaus sei in einem Doppelzimmer noch ein Bett frei.

Spätestens jetzt würde wohl jeder Staatsgast wohl wutentbrannt sein „Gastland“ verlassen und so bald auch nicht wieder dort auftauchen.

Was gerade vielleicht ein wenig lächerlich geklungen hat, liebe Gemeinde, ist nichts anderes als wir es mit unserem Herrn gemacht haben.
Da kommt der Schöpfer des Himmels und der Erde auf diese Welt und was haben wir für ihn übrig; gerade mal einen Platz im Stall.

Als kleines Kind in der Krippe konnte Jesus noch nicht von sich aus den Rückzug antreten. Aber später als ihm stellenweise unverhohlener Hass entgegengebracht wurde, spätestens da hätten wir doch alle gesagt:
Schluss, aus, Ende. Doch nicht so unser Herr. Aus lauter Liebe zu seinen Geschöpfen bleibt er. Aus lauter Liebe zu seinen Geschöpfen zahlt er am Kreuz das Lösegeld für die Schulden aller seiner Geschöpfe.

Das ist doch mal ein Grund, um im Gebet aus vollem Herzen „Danke, Herr“ zu sagen.

3. Die Ausnahmen

Die ihn aber aufnahmen, denen gab er die Macht, Gottes Kinder zu werden.

Es muss dann wohl doch Ausnahmen gegeben haben. Nicht alle haben ihn abgelehnt. Einige haben ihn aufgenommen. Wer waren denn die Ausnahmen? Es war nicht der Klerus, liebe Gemeinde. Und es war auch nicht das Wohlstandsbürgertum.

Es waren ganz einfache Hirten. Der Klerus hatte so seine Probleme mit Jesus, dem Nazarener. Alles lief doch gut und dann wird man nur noch kritisiert. Dem Wohlstandsbürgertum hatte Jesus auch gehörig auf die Füße getreten, was diesem natürlich gar nicht gefiel.

Was war bei den Hirten anders? Die Hirten glaubten einfach, das, was die Engel ihnen berichteten. Da wurde nicht das pro und contra erwägt. Was die Engel sagten wurde für bare Münze hingenommen. Die Hirten machten einfach. Die Hirten machten sich auf, um das Kind in der Krippe
zu besuchen. Sie gingen einfach den Weg, den ihnen der Herr in ihr Herz gelegt hatte. Wie sieht das denn heute bei uns aus? Gehen wir auch noch ganz einfach den Weg, den der Herr von uns erwartet, oder suchen wir ständig Ausflüchte, um vielleicht doch noch nicht losgehen zu müssen.

Und als drittes sagten die Hirten genau dies 1:1 weiter, was sie erlebt hatten. Das ist übrigens etwas, was der Herr auch heute noch von uns erwartet.

Der Glaube, liebe Gemeinde, ist also kein theoretischer Konstrukt, der nur wenigen hochintellektuellen Menschen vorbehalten ist. Der Glaube ist ganz einfach. Einfach das tun, was Jesus sagt. Wenn wir dies tun, dann sind wir nicht nur Gottes Geschöpfe, sondern seine Kinder, die er über alles liebt.

Lassen Sie uns doch heute einmal damit beginnen auf das zu hören was Jesus uns sagt. Und lassen Sie und dies doch so weitersagen, wie Jesus es gern haben möchte. Nehmen wir uns doch dafür etwas länger Zeit. Wie wäre es bis zum 24.12.2015 ?

Was wir tun sollen, das beschreibt sehr schön der 2. Vers des Weihnachtsliedes „Kommet ihr Hirten…“, der da lautet, wie folgt:

Lasset uns sehen in Bethlehem Stall,
was uns verheißen der himmlische Schall !
Was wir dort finden, lasset uns künden,
lasset uns preisen in frommen Weisen.
Halleluja !

Der Herr mache Dein Herz weit, damit er bei Dir Einzug halten kann
Der Herr lasse Dein Herz erkennen, was Du für ihn tun kannst
Der Herr lasse Dein Herz überströmen vor lauter Freude an ihm und seiner
Herrlichkeit

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen noch einen besinnlichen 2. Weihnachtsfeiertag. Bis zum nächsten Sonntag wünsche ich Ihnen allen Gottes reichen Segen.

Es grüßt Sie recht herzlich
Ihr
Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 1. Weihnachtsfeiertag.
Unser Predigttext für den heutigen Weihnachtstag ist die direkte Fortsetzung des gestrigen Predigttextes. Wir finden den Predigttext wieder im 2. Kapitel des Lukasevangeliums, diesmal die Verse 15-20. Lassen Sie und diese Verse zunächst gemeinsam lesen:

Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber
behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, und priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.

Liebe Gemeinde,

wie gehe ich eigentlich mit der Weihnachtsfreude um, die ich gestern gehört habe ? Ich könnte mir ein Beispiel an den Hirten nehmen, wie diese mit der Weihnachtsfreude umgegangen sind, als sie die
Engelsbotschaft vernommen hatten. Aus der Weihnachtsfreude der Hirten heraus machten sie genau drei Dinge, die auch für uns heute 2000 Jahre später noch direkt umsetzbar sind.

1. Sich aufmachen

Als die Engel gegangen waren, brannten die Hirten darauf, mehr von dem zu sehen und zu erfahren, was sie gerade gehört hatten. Sie machten sich also auf, um Jesus zu sehen. Liebe Gemeinde, das ist der erste Schritt eines Christen, der Schritt hin zu Jesus.

Machen wir das heute auch noch? Ist es nicht vielmehr so, dass wir eine Botschaft hören, diese wahrnehmen, aber dann wieder in den Alltagstrott zurückfallen. Das hätten die Hirten ja auch tun können. Sie hätten sich ja sagen können: Gut und schön, haben wir alles gehört und jetzt aber wieder flugs an die Arbeit. Genau das taten sie eben nicht, weil ihr Herz brannte, es brannte darauf Jesus zu sehen.

Nun können wir dieses Brennen in unseren Herzen natürlich nicht erzwingen. Das zu versuchen, wäre auch der größte Unsinn. Aber, liebe Gemeinde, wir können uns auf den Weg machen, um Jesus zu begegnen. Und wenn wir ihn ehrlichen Herzens suchen, dann wird er sich von uns finden lassen. Und dann werden auch unsere Herzen brennen.

Er hat uns schließlich versprochen bei uns zu sein alle Tage bis an der Welt Ende. Wir müssen nur zu ihm kommen. Wie macht man das? Lassen wir einmal alles fromme Gedöns bleiben und beten ganz einfach zu unserem Herrn. Keine wohlformulierten stilistisch einwandfreien Gebete. Nein, ein einfaches: „Herr ich will Dein Kind sein“ reicht vollkommen aus.

Dann schadet es sicherlich nicht wenn wir uns, nachdem wir uns geistig auf den Weg gemacht haben, uns auch körperlich auf den Weg machen. Das heißt, dass es uns gut tut, die Gemeinschaft von anderen Christen zu suchen und in dieser Gemeinschaft zu verweilen.

2. Worte im Herzen bewahren

Maria bewahrte alle Worte in ihrem Herzen, so lesen wir es in unserem Predigttext. Auch wir heute im 21. Jahrhundert sind angehalten, das gleiche zu tun, wie Maria es getan hat. Bevor ich aber Worte in meinem Herzen bewahren kann, muss ich diese Worte erst einmal aufgenommen haben.

Die Worte unseres Herrn aufzunehmen geht ganz einfach, indem wir eine Bibel zur Hand nehmen und uns das Neue Testament im wahrsten Sinne des Wortes zu Herzen nehmen. Lesen allein reicht dabei häufig nicht aus.
Nehmen wir uns doch die Zeit, über einen bestimmten Text nach der Lektüre nachzudenken, zu meditieren und zu beten. So können wir diesen Text auch nachhaltig in unserem Herzen bewahren. So kann dieser Text auch direkt an und in uns arbeiten.

Und auch hier schadet es nicht, wenn wir die Gelegenheit nutzen, uns einer christlichen Gemeinschaft anzuschließen in deren Bibelstunden wir gemeinsam über das Wort Gottes nachdenken können.

Je häufiger wir dies tun, desto fester werden wir die Worte unseres Herrn in unserem Herzen verankern.

3. Die Umkehr

Nachdem die Hirten sich von dem überzeugt hatten, was die Engel ihnen verkündet hatten, kehrten sie um, priesen und lobten Gott, den Herrn.

Während wir uns bei dem geistigen und körperlichen Aufmachen quasi im Innenverhältnis bewegen, kommt jetzt das Außenverhältnis an die Reihe.
Zunächst haben wir uns aufgemacht, haben uns vielleicht sogar einer christlichen Gemeinschaft angeschlossen und nehmen regelmäßig an deren Veranstaltungen teil.

So, jetzt müssen wir anerkennen, dass es sich bei der frohen Botschaft nicht um eine Geheimbotschaft handelt, die nur für Eingeweihte Gültigkeit besitzt und nur denen auch vorbehalten bleibt. Gott möchte nicht, dass auch nur ein Mensch verloren geht. Uns hat er ja schon erreicht. Wir sind ja schon seine Nachfolger und Jünger. Unsere Herzen brennen ja schon für den Herrn.

Natürlich, liebe Gemeinde, ist es in unseren Versammlungen unter Gleichgesinnten immer sehr beschaulich und gemütlich. Natürlich gehen wir aus diesen Veranstaltungen auch wieder gestärkt hinaus. Das ist alles überhaupt keine Frage.

Jesus möchte, dass es Ihrem Nachbarn, der vielleicht noch gar nichts von der frohen Botschaft weiß, dass es dem einmal genau so geht, wie Ihnen. Jesus möchte, dass auch sein Herz genauso für ihn brennt, wie es unsere Herzen tun. Wir ahnen schon, dass wir alles andere sein sollen, als ein
christlicher Kuschelclub.

Salopp ausgedrückt sagt Jesus zu uns: Und jetzt aber ab hinaus in die weite Welt. Wir erinnern uns sicherlich alle daran, wie Mose dem Befehl es Herrn, sein Volk aus Ägyptenland zu führen anfangs recht skeptisch gegenüberstand. Er sei kein Mann der großen Worte, also hat ihm Gott den rhetorisch kundigeren Aaron an die Seite gestellt. Und so ging es eine ganze Zeit weiter, bis Mose schließlich seine Aufgabe übernommen hat.

Wenn schon der große Glaubensheld Mose an seinen Fähigkeiten zweifelte, dann dürfen wir dies erst recht. Aber wir dürfen uns auch darauf verlassen, dass unser Herr uns niemals unvorbereitet irgendwo hin sendet, wo wir in seinem Sinne tätig sein sollen. Wir dürfen uns bei unserer Missionsreise in die Welt darauf verlassen, dass uns der Herr schon ganz genau zeigen wird was wir wann wo und wie machen sollen.

Wir müssen ihm nur zuhören und dürfen unsere Ohren nicht auf Durchzug stellen.

Vielleicht sitzen wir ja gerade an diesen Feiertagen mit Freunden und Familien zusammen und es ergibt sich die Möglichkeit diese frohe Botschaft in diesem Kreise anzusprechen. Das kann schon bei ganz kleinen Dingen anfangen, bei der christlichen Weihnachtskarte zum Beispiel. Eine Tante von mir hatte die Angewohnheit, einem jeden Geschenk einen Anhänger beizufügen auf dem sie ein Bibelzitat schrieb.

Nutzen wir doch auch diese Möglichkeiten, die uns der Herr schenkt.

Unseren Auftrag als Christen beschreibt der Liederdichter Johann Rist sehr schön in dem 3. Vers seines Liedes: „Brich an, du schönes Morgenlicht…“ (EG 33), der da lautet, wie folgt:

Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ, sei dir von mir gesungen,
dass du mein Bruder worden bist und hast die Welt bezwungen;
hilf, dass ich deine Gütigkeit stets preis in dieser Gnadenzeit
und mög hernach dort oben in Ewigkeit dich loben.

Der Herr gebe Dir die Kraft, Dich aufzumachen hin zu ihm
Der Herr verankere sein Wort ganz fest in Deinem Herzen
Der Herr mache Dein Herz fröhlich, um ihn allezeit zu loben und zu preisen

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Weihnachtsfeiertag.

Bis zum morgigen Tage grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am 1. Sonntag nach Weihnachten.
Unseren heutigen Predigttext finden wir bei dem Propheten Jesaja, Kapitel 49, die Verse 13-16. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Jauchzet, ihr Himmel; freue dich, Erde ! Lobet, ihr Berge, mit Jauchzen ! Denn der Herr hat sein Volk getröstet und erbarmt sich seiner Elenden.
Zion aber sprach: Der Herr hat mich verlassen, der Herr hat meiner vergessen. Kann auch eine Frau ihr Kindlein vergessen, dass sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes ? Und ob sie seiner vergäße, so will ich doch deiner nicht vergessen. Siehe, in die Hände habe ich dich gezeichnet; deine Mauern sind immerdar vor mir.

Liebe Gemeinde,

ein typisch nachweihnachtlicher Predigttext, der uns heute erwartet.
Warum, werden Sie fragen. Lassen Sie uns dies an drei Punkten herausfinden.

1. Die Begeisterung

Es ist noch nicht lange her, da herrschte überall vorweihnachtliche Stimmung. Schaufenster waren weihnachtlich dekoriert und von den Weihnachtsmärkten her duftete es überall nach weihnachtlichen Gewürzen.

Irgendwie ließ man sich dann doch anstecken von dem Weihnachtsfieber um einen herum. Und natürlich ging man am Heiligabend in die Kirche.
Kurzum: Weihnachten hatte uns ergriffen.

So, liebe Gemeinde, geht es auch vielen Menschen, die sich zu unserem Herrn bekehrt haben. Am Anfang sind sie vor Engagement und Einsatz gar nicht mehr zu bremsen. Alles scheint auf einmal auf Wolke 7 zu schweben.

Und dann kommt er doch der

2. Der Alltag

Weihnachten ist vorbei und irgendwie scheint auch der Zauber der Weihnacht verschwunden zu sein. Gottes Zusagen klingen uns noch im Ohr, wenn wir an die Weihnachtsgottesdienste denken, aber irgendwie ist Ernüchterung eingetreten.

Und auf einmal haben uns auch all die großen und kleinen Probleme wieder eingeholt, die wir vorweihnachtlich an die Seite geschoben haben.

Wenn wir die Tageszeitungen aufschlagen oder die Nachrichten hören, dann ist es wie vor Weihnachten: Kriege an allen Enden der Welt und nicht mehr der Friede der Weihnacht.

So ging es auch den Israeliten aus unserem Predigttext, die sich nach wie vor in babylonischer Gefangenschaft befanden. Den Blick nur auf ihre Probleme gerichtet kamen sie zu der Überzeugung, dass Gott sie wohl vergessen hat.

Dies ist kein Phänomen, welches nur die Israeliten betraf, nein liebe Gemeinde, dieses Phänomen kennen wir doch auch heute noch. Wir ackern und rackern uns ab, wir tun alles und doch scheint uns Gott vergessen zu haben. Ganz verloren und allein gelassen fühlen wir uns in solchen Momenten.

Diese Momente gibt es in jedem Christenleben. Wir leben ja nicht nur umgeben von unserem Herrn und Seinen Engeln, sondern auch umgeben von Satan und seinen finsteren Mächten in dieser Welt. Satan versucht bis zum Ende unseres Lebens, uns von Gott weg zu locken.

Wenn dann mal alles nicht so läuft, wie wir es gerne hätten, dann flüstert seine leise Stimme schon mal in unser Ohr: „Na, er kann wohl doch nicht alles. Er lässt Dich ja ganz schön im Stich.“ Dies sind manchmal ganz schön bittere Situationen in unserem Leben. Aber wir haben sie ja immer wieder:

3. Gottes Zusage

Gott hat uns nicht vergessen, ER vergisst uns nicht und ER wird uns auch niemals vergessen.
Dieser Zusage dürfen wir absoluten Glauben schenken.
Egal in welch misslicher Situation wir uns auch immer befinden, wir dürfen darauf vertrauen, dass ER da ist, wenn wir Seine Hilfe benötigen.

Wer unter uns Kinder hat, der wird es sicherlich kennen, dieses Gefühl, dass man sein Kind niemals im Stich lassen kann. Egal, was das Kind auch macht, es wird immer wieder von der elterlichen Liebe aufgefangen. So liebt uns Gott. Nun kann es Situationen geben, wo Eltern doch ihre Kinder aufgeben. Diese Situation betont Gott, diese Situation gibt es bei Ihm nicht.

In allen Lebenslagen ist Gott für uns präsent. Daher brauchen wir auch nicht verzweifeln, wenn uns satanische Stimmen erreichen. Lassen wir ihn und seine Vasallen ruhig reden. Aber lassen sie uns all unser Vertrauen nur auf den einen lebendigen Gott werfen.

Jesus sagt es uns in Matthäus 28 doch sehr schön:
„Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

Das bedeutet aber nicht, dass wir als Jesusjünger ein Leben ohne Probleme führen und alles Leid fortan von uns ferngehalten wird. Nein, liebe Gemeinde, dies ist nicht der Fall. Aber alle, die allein auf IHN trauen, die trägt Er durch ihr Leid hindurch und denen hilft Er, mit allen Nöten, Sorgen und Problemen leben zu können.

Und eines sollten wir noch mitnehmen von diesem Weihnachtsfest. Wir alle, die wir diesem lebendigen Gott gehören, wir alle, also unser aller Namen sind in Seine Hände gezeichnet. Seine Führung und Sein Schutz gilt ewiglich. Auch über unser irdisches Leben hinaus.

Daher lassen Sie uns alle nicht immer gleich an Problemen verzweifeln oder gar den falschen Ratgebern vertrauen. Nehmen wir doch das Weihnachtsgefühl ein Stück weit mit in das nun herannahende neue Jahr.

Lassen wir uns doch das ganze Jahr tragen von der festen Zusage Gottes, dass ER immer für uns sorgen wird.

Diese Führung Gottes beschreibt der Liederdichter Ignaz Franz sehr schön in dem 9. Vers seines Liedes: „Großer Gott, wir loben dich…“ (EG331), der da lautet, wie folgt:

Sieh dein Volk in Gnaden an, Hilf uns, segne Herr dein Erbe;
leit es auf der rechten Bahn, dass der Feind es nicht verderbe.
Führe es durch diese Zeit, nimm es auf in Ewigkeit.

Der Herr leite Dich durch SEIN Wort, wenn Zweifel bei Dir entstehen
Der Herr führe Dich durch alle Nöte und Sorgen Deines Lebens hindurch
Der Herr begleite Dich auf allen Deinen Wegen, die Du mit IHM gehst

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen Sonntag.
Bis zum Silvesterabend verabschiede ich mich und sende Ihnen allen herzliche Segensgrüße.

Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen 2. Weihnachtstag. Den Predigttext für den heutigen Tag finden wir im 2. Korintherbrief, Kapital 8, Vers 9. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Denn ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus: Obwohl er reich ist, wurde er doch arm um euretwillen, damit ihr durch seine Armut reich würdet.

Liebe Gemeinde,

Paulus ist ja nun nicht gerade dafür bekannt, dass er kurz und knapp schreibt. Manche Sätze gehen schon über etliche Verse der Bibel und man muss aufpassen, dass man dabei nicht den Faden verliert. Aber versteckt in den paulinischen Briefen finden wir immer wieder „Schätze des Evangeliums“. Und ein solcher Schatz ist unser heutiger Text. Man könnte auch sagen: Die frohe Botschaft in einem Satz erklärt.

Lassen Sie uns die vier Eckpunkte, die Paulus aufführt, ein wenig näher betrachten.

1. Jesus war reich.

Das Kind in der Krippe, welches in einem Stall geboren wurde soll also reich gewesen sein ? Schwer vorstellbar, aber es ist wirklich so, wenn wir uns den Hintergrund vergegenwärtigen.

Jesus lebte ja von Anbeginn als ein Teil der Trinität. Ihm gehört alles.
Die Erde ist sein, wir sind sein und alles, was wir haben und sind, das haben wir von Ihm geschenkt bekommen.

Aller Reichtum dieser Welt würde nicht ausreichen und wäre nur ein Schatten dessen, wie reich Jesus war.

2. Jesus wurde arm.

Das stimmt. Wenn wir nur auf das Kind in der Krippe sehen. Dieses Kind wurde sicherlich in Armut geboren. Aber wenn wir uns die Evangelien einmal etwas näher anschauen, dann war Jesus zwar nicht mit Reichtümern gesegnet, arm war er aber nun auch wieder nicht.

Diese materielle Armut meint Paulus auch nicht, wenn er sagt, dass Jesus arm wurde. Paulus meint damit die Tatsache, dass Jesus alle Seine Himmelsprivilegien abgelegt hat und dadurch arm wurde.

Jesus ist vom Meer der Liebe herabgestiegen in die Hartherzigkeit dieser Welt. Jesus ist herabgestiegen von der Ewigkeit in die Vergänglichkeit.
Und Jesus ist herabgestiegen vom Orte der Sündlosigkeit in die Welt, in der die Sünde vorherrscht.

Wenn dies mal keine Armut ist, liebe Gemeinde.

3. Wir sind arm.

So kann man das doch nicht stehen lassen, oder etwa doch ? Wir haben doch alle ein Dach über dem Kopf, wir haben ausreichend zu essen und ein soziales Netz fängt uns auf, wenn wir nicht mehr weiterkönnen.

Aber diese materielle Armut meint Paulus auch hier nicht, wenn er von unserer Armut spricht.

Wir sind arm, weil wir Sünder sind. Daher ist uns auch keine Beziehung zu Gott mehr möglich. Gott liebt zwar den Sünder, aber Er hasst die Sünde.

Als die, die wir sind, haben wir keinen Zugang mehr zu Gottes Herrlichkeit.
Und dies ist die größte Armut, die ich mir vorstellen kann.

4. Wir werden reich.

Aus diesem soeben beschriebenen Teufelskreislauf können wir herauskommen, liebe Gemeinde. Wir haben soeben gehört, dass Jesus den Sünder liebt, aber die Sünde hasst.

Gott musste also diese Symbiose „Mensch und Sünde“ irgendwie trennen.
Und das tat Er dadurch, dass Jesus auf die Welt kam. Dieser Jesus, den wir heute noch in der Krippe liegen sehen, dieser Jesus wird am Karfreitag an das Kreuz geschlagen und stirbt.

Das entscheidende dabei ist, dass Jesus in diesem Moment die Sünden der Welt auf sich geladen hat. Und zwar alle Sünden dieser Welt. Alle Sünden der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft hat Jesus mit Seinem Opfertod getilgt.

Stellen wir uns dies doch einmal vor: Vor 2000 Jahren starb Jesus für unsere Sünden, die wir gestern begangen haben, heute begehen und auch morgen wieder begehen werden. Daher müssen und dürfen wir uns jeden Tag auf’s Neue auf den Opfertod unseres Herrn berufen.

Dies müssen wir allerdings im Glauben annehmen. Gott erwartet nicht viel von uns, aber Er erwartet, dass wir unsere sündige Natur erkennen, dass wir zur Umkehr bereit sind und allein Ihm folgen wollen. Wenn wir dies tun, dann werden uns all unsere Sünden erlassen.

Wir stehen dann so vor Gott, als ob wir niemals gesündigt hätten.
Dadurch haben wir dann auch wieder Zugang zu Seiner Herrlichkeit.

Wir sind in der Tat reicher als Bill Gates, reicher als Donald Trump und reicher als alle Fürsten und Mächtigen dieser Welt.

Diesen Reichtum will uns Jesus schenken. Wenn wir wollen, jetzt sofort.
Und diesen Reichtum will Er allen Menschen auf Erden schenken. Wir müssen es ihnen nur sagen. Fangen wir doch am besten gleich heute damit an.

Dieses Geschenk beschreibt der Liederdichter Johann Rist sehr schön in dem 3. Vers seines Liedes „Brich an, du schönes Morgenlicht…“ (EG 33), der da lautet, wie folgt:

Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ, sei dir von mir gesungen,
dass du mein Bruder worden bist und hast die Welt bezwungen;
hilf, dass ich deine Gütigkeit stets preis in dieser Gnadenzeit
und mög hernach dort droben in Ewigkeit dich loben.

Der Herr lasse SEINE Liebe stets in Dir leben
Der Herr lasse Dich SEINE Liebe in die Welt tragen
Der Herr schenke Dir dabei allezeit SEINEN reichen Segen

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten 2. Weihnachtstag.
Bis zum nächsten Sonntag grüße ich Sie alle recht herzlich und befehle Sie alle
der Gnade Gottes an.

Ihr
Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen 1. Weihnachtstag. Gestern haben wir uns ganz mit der Geburt unseres Herrn beschäftigt. Mit der Geburt Jesu wurde auch der Grundstein gelegt für unsere neue Stellung vor unserem Herrn. Lassen Sie uns am heutigen 1. Weihnachtstag diese neue Stellung näher betrachten. Diese neue Rechtsstellung wird uns in unserem heutigen Predigttext näher beschrieben. Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag im Galaterbrief, Kapitel 4, die Verse 4-7:

Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, damit er die, die unter dem Gesetz waren, erlöste, damit wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr nun Kinder seid, hat Gott den Geist seines Sohnes gesandt in unsre Herzen, der da ruft: Abba, lieber Vater ! So bist du nun nicht mehr Knecht, sondern Kind; wenn aber Kind, dann auch Erbe durch Gott.

Liebe Gemeinde,

mit Weihnachten wurde der Grundstein dafür gelegt, dass wir nicht mehr Knechte sind, sondern Kinder Gottes werden dürfen.

Schauen wir uns heute morgen diese beiden Rechtspositionen ein wenig näher an.

1. Der Knecht

Wie wir alle wissen, ist der Knecht eine Hilfskraft des Bauern. Er ist weisungsgebunden und hat das zu machen, was sein Herr sagt. Ein bisschen so waren auch die Rechtsvorschriften des alten Bundes. Wenn wir das Alte Testament auf seine Regeln und Vorschriften abklopfen, dann erinnern diese sehr an das Befehl- und Gehorsammodell der Bundeswehr.

Was zeichnet einen Knecht noch aus ? Für seine Arbeit erhält er einen mehr oder weniger gerechten Lohn. Hat der Arbeitgeber diesen entrichtet, dann sind die Ansprüche auf beiden Seiten befriedigt. Keiner hat mehr einen weiteren Anspruch an den jeweils anderen.

In aller Regel wird der Knecht nicht im Herrschaftshause wohnen, sondern er wird in einem Gesindehaus untergebracht. Herrscher und Knecht zusammen in einer Wohnung, das war schon damals undenkbar. Jetzt denken wir einmal kurz zurück an die Opfervorschriften des Alten Testamentes.
Nur der Hohepriester durfte das Allerheiligste betreten. Allen anderen war dies strikt verboten.

Der Knecht ist in der Rangordnung natürlich unterhalb seines Herren. Er wird stets darauf bedacht sein, keine Auseinandersetzung mit seinem Herrn zu riskieren. Er weiß ja um dessen weite Machtbefugnisse.

Und dann kommt noch etwas ganz entscheidendes hinzu. Hat der Knecht sich einen Fehler zuviel geleistet, dann kann er auch von heute auf morgen entlassen werden. Dieses Gottesbild finden wir zur Zeit Jesu noch als das vorherrschende Gottesbild. Gerade deswegen war ein jeder peinlichst darauf bedacht, nur nichts falsch zu machen.

Unter diesem Gott zu leben war sicherlich alles andere als einfach.
Gott sei Dank müssen wir dies heute auch nicht mehr.

2. Die Kindschaft

Waren die Menschen des Alten Testamentes noch Knechte Gottes, so legte Jesus mit Seiner Geburt den Grundstein dafür, dass wir aus der Knechtschaft entlassen werden können und uns dazu entscheiden können, Gottes Kinder zu werden.

Wollen wir uns zusammen einmal anschauen, welche Vorteile dies denn für uns bringt.

Alle, die wir Kinder sind oder Kinder in die Welt gesetzt haben, sind Erben oder werden Erblasser sein. Das ist schon ein ganz gewaltiger sozialer Standesunterschied zum Knecht. Alles, was unser Vater hat, das dürfen auch wir in Anspruch nehmen.

Als Kind sind wir schon Miteigentümer an dem, was unseren Vätern und Müttern gehört. Ebenso ist es als Kind Gottes. Schon hier auf Erden „gehört“ uns der Himmel. Schon hier auf Erden dürfen wir uns darauf verlassen, dass wir die Ewigkeit in Gottes Vaterhaus verbringen dürfen, in der Gemeinschaft aller unserer Glaubensgeschwister, die uns vorangegangen sind.

Gott als liebender Vater ist nicht der drohende Gott oder der angsteinflößende Gott, sondern ein Vater, der sehr um das Wohl Seiner Kinder besorgt ist. Wir dürfen mit all unseren Nöten, Sorgen und Problemen zu Ihm kommen und diese vor Ihm ausbreiten. ER wird schon eine Lösung dafür finden. Einem Knecht steht dieser Anspruch sicherlich nicht zu.

„Gott auf Augenhöhe“ begegnen soll bitte nicht arrogant klingen. Aber es ist in der Tat so, dass wir als Seine Kinder nicht demutsvoll durch die Welt laufen sollen und ständig und überall proklamieren sollen, was für armselige Sünder wir doch sind. In dem Moment, wo ich Gottes Opfertod zur Tilgung meiner Sünden in Anspruch genommen habe, ab diesem Augenblick bin ich vor Gott reingewaschen. Ich stehe nicht als armer Sünder vor Ihm, sondern als SEIN geliebtes Kind.

Ein Knecht, und das haben wir vorhin gehört, kann aus seiner Position entlassen werden, wenn er für seinen Dienstherrn nicht mehr tragbar ist.
Wie sieht das denn bei uns aus ? Lukas beschreibt die Rechtsfolgen der Kindschaft Gottes sehr schön in dem Gleichnis von dem verlorenen Sohn.

Dieser hatte nun so alles in seinem Leben verbockt, was man nur irgendwie verbocken kann. Und als er sich zur Umkehr entschloss, da wartete nicht ein Vater auf ihn der sagte: „Das habe ich ja gleich gewusst“. Nein, liebe Gemeinde, als der verlorene Sohn die Heimreise antrat, da lief ihm der Vater, dessen Erbteil er auf den Kopf gehauen hatte, entgegen und nahm ihn liebevoll in seine Arme.

Also, als Gottes Kinder werden uns all unsere Verfehlungen vergeben, wenn wir sie denn auch bereuen. Wir müssen niemals die Angst haben, unsere Kindschaft zu verlieren.

Was sollten wir jetzt als geliebte Kinder mit nach Hause nehmen ? Wir sollten auf die Worte unseres Vaters hören und diese in unserem Leben umsetzen. Wir können sie im Gottesdienst hören, aber auch in unseren ganz privaten, intimen Gesprächen mit unserem Herrn. Wenn wir unsere Antennen wieder auf Empfang gestellt haben, dann werden wir ganz schnell wieder die liebende Vaterstimme in unserem Herzen wahrnehmen können.

Was sollten wir als erstes tun ?
Ganz einfach, unserem Herrn dafür danken, was ER alles für uns getan hat.

Diese Dankbarkeit drückt der Liederdichter Johann Rist sehr schön in dem 8. Vers seines Liedes: „Auf, auf, ihr Christen alle“ (EG 536) aus, der da lautet,wie folgt:

Nun, Herr, du gibst uns reichlich, wirst selbst doch arm und schwach;
du liebest unvergleichlich, du jagst den Sündern nach.
Drum wolln wir all in ein die Stimmen hoch erschwingen,
dir Hosianna singen und ewig dankbar sein.

Und so wollen wir uns alle unter den Segen stellen, unter dem auch schon die Israeliten des Alten Bundes gestanden haben:

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse SEIN Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe SEIN Angesicht über Dich und gebe Dir SEINEN Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen noch einen besinnlichen 1. Weihnachtstag und verabschiede mich bis zum morgigen Tage mit herzlichen Segensgrüßen

Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen 2. Weihnachtsfeiertag.
Wenn wir einmal ehrlich sind, dann möchten wir doch alle gern wissen, was die Zukunft für uns bereithält. Nicht umsonst boomt der Wirtschaftszweig der Wahrsager und Hellseher. Und dabei ist alles doch so einfach. Wir müssen nur die Bibel zu Rate ziehen. So beschäftigt sich auch unser heutiger Predigttext mit dem, was auf uns zukommt.

Wir finden den Predigttext für den heutigen Weihnachtstag bei Jesaja im 11. Kapitel, die Verse 1-9. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Der Messias und sein Friedensreich

Und es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stamm Isais und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen. Auf ihm wird ruhen der Geist des Herrn, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn. Und Wohlgefallen wird er haben an der Furcht des Herrn. Er wird nicht richten nach dem, was seine Augen sehen, noch Urteil sprechen nach dem, was seine Ohren hören, sondern wird mit Gerechtigkeit richten die Armen und rechtes Urteil sprechen den Elenden im Lande, und er wird mit dem Stabe seines Mundes den Gewalttätigen schlagen und mit dem Odem seiner
Lippen den Gottlosen töten.
Gerechtigkeit wird der Gurt seiner Lenden sein und die Treue der Gurt seiner Hüften. Da werden die Wölfe bei den Lämmern wohnen und die Panther bei den Böcken lagern. Ein kleiner Knabe
wird Kälber und junge Löwen und Mastvieh miteinander treiben. Kühe und Bären werden zusammen weiden, dass ihre Jungen beieinander liegen, und Löwen werden Stroh fressen wie die Rinder. Und ein Säugling wird spielen am Loch der Otter, und ein entwöhntes Kind wird seine Hand stecken in die Höhle der Natter.
Man wird nirgends Sünde tun noch freveln auf meinem ganzen heiligen Berge; denn das Land wird voll Erkenntnis des Herrn sein, wie Wasser das Meer bedeckt.

Liebe Gemeinde,

zugegeben, das sind phantastische Aussichten. Aber was hilft mir das im Hier und Jetzt ? Ich glaube, dass uns dieser Text drei wertvolle Hilfen mit auf unseren Lebensweg gibt, die wir ab sofort in die Praxis umsetzen können.

1. Heilsgewissheit

Wenn ich weiß, dass ich in den Himmel komme und dass mich dort eine Zukunft erwartet, die sogar meine kühnsten Träume und Wünsche übersteigt, dann kann ich hier auf Erden auch entspannter leben.

Wenn ich „DAS LEBEN“ im Himmel als Verheißung in mir trage, dann muss ich hier auf Erden nicht alles in meine vielleicht 80 Jahre hineinquetschen, was eben noch so geht. Ich muss nicht die teuersten Reisen unternehmen und nicht einen italienischen Sportflitzer fahren. Im Angesicht der Ewigkeit verlieren diese materiellen Werte ganz schnell ihre Gültigkeit bzw. werden wieder in das rechte Licht gerückt.

Ich will an dieser Stelle nichts gegen Reichtum und dessen verantwortungsvolle Verwendung sagen. Ich möchte nur zum Ausdruck bringen, dass dies nicht unser alleiniger Lebenssinn und Lebensinhalt sein sollte.

Wenn ich die Verheißung des Himmels in meinem Herzen trage, dann kann ich auch hier auf Erden mit Leid und nicht so erfreulichen Gegebenheiten besser umgehen. Es ist ja keine Ewigkeit die das Leid andauert, was mir gerade widerfährt. Im Angesicht der Ewigkeit, die mich erwartet, wird
auch das Leid wieder in das rechte Licht gerückt. Verstehen wir dies nicht als eine Vertröstung auf den Himmel, sondern als ein Zurechtrücken der Perspektive. Pragmatisch ausgedrückt hilft uns der Predigttext, einmal über den Tellerrand hinaus zu schauen.

2. Die letzte Instanz

Wenn ich die Zeitungen lese und erfahren muss, dass reiche Steuersünder mal wieder vor Gericht mit einem blauen Auge davongekommen sind und auf der nächsten Seite steht, dass eine Kassiererin im Supermarkt ihre Kündigung erhalten hat, weil sie einen Pfandwertbon im Werte von ca. einem Euro unterschlagen hat, dann ist mein Gerechtigkeitsgefühl schon stark angekratzt.

Wenn ich sehe, wie immer weniger Menschen immer mehr Menschen schamlos ausbeuten kommt auch nicht gerade das Gefühl der Gerechtigkeit bei mir auf.

Wenn ich dann aber auf unseren Predigttext schaue, dann darf ich mich darauf verlassen, dass es neben unserer irdischen Instanz eine göttliche Gerechtigkeit gibt. Dies soll wieder kein Vertrösten auf den Himmel sein. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir einen lebendigen Gott haben, der
hier auf Erden eingreifen kann und dies auch tut.

Dazu ein Bericht von Wilhelm Busch, dem bekannten Jugendpfarrer aus Essen. Sein Bruder Johannes wurde wie auch er selber von der Gestapo permanent überwacht. Eines Tages gegen Ende des Weltkrieges wurde auch Johannes Busch festgenommen und unter Beifügung körperlicher und
seelischer Qualen auf’s Übelste verhört. Als der verhörende Beamte am nächsten morgen das Gestapo-Gefängnis verließ und über eine Treppe den Bürgersteig erreichen wollte, rutschte er auf eben dieser Treppe aus, schlug mit dem Hinterkopf auf den Asphalt und war sofort tot.

Ich glaube weniger dramatisch könnten wir alle Zeugnis von Gottes Eingreifen in dieser Welt abgeben. Und das ist es, was mich wieder beruhigt. Gott greift auch schon hier auf Erden in Seine Schöpfung ein. Und erst recht im Himmel gibt es die letzte Instanz vor der wir uns alle verantworten müssen. Auch der Steuersünder und der Ausbeuter.

Also können wir doch hier auf Erden mit der vermeintlichen Ungerechtigkeit viel gelassener umgehen.

3. Frieden

Ein Bild des Friedens ist es, dass unseren heutigen Predigttext abrundet. Ein wahrhaft himmlischer Friede, den wir uns auf Erden gar nicht vorstellen können. Wölfe und Lämmer in einer Herde, ich jedenfalls kann mir das nicht vorstellen. Und doch wird es so sein.

Was hilft mir dieses Bild dann hier auf der Erde ? Wenn ich Teil dieses himmlischen Friedens sein werde, dann kann ich doch schon hier auf Erden daran arbeiten, einen irdischen Frieden aufzubauen.

Das gnädige Verzeihen, wenn ein anderer einen Fehler zu unseren Lasten gemacht hat wäre z.B. ein Beginn. Die aktive Streitvermeidung wäre ein weiterer Punkt. Ich muss mich nicht um jede Kleinigkeit streiten. Warum soll ich um Kleinigkeiten streiten, wenn dadurch große und wundervolle Beziehungen in die Brüche gehen können.

Und ich kann im Vorfeld schon für Situationen sorgen, in denen ein Streit gar nicht erst aufkommen kann, also die Streitvorbeugung.

Wir können und werden den Himmel auf Erden niemals erreichen. Dessen müssen wir uns bewusst sein. Auch dem noch so friedvollsten Menschen werden ab und wann die Pferde durchgehen. Aber wir können schon hier auf Erden unseren Beitrag dazu leisten, unseren Mitmenschen das Leben ein
wenig einfacher zu gestalten.

Aus einem Gegeneinander können wir nach und nach ein Miteinander formen, aus dem hoffentlich ein Füreinander entstehen kann. Das, liebe Gemeinde, ist unsere vornehme Aufgabe als Christen auf dieser Welt. Nicht nur zur Weihnachtszeit.

Der Liederdichter Philipp Spitta drückt dieses Vertrauen in unseren Herrn sehr schön mit dem ersten Vers seines Liedes „Es kennt der Herr die seinen…“ aus, der da lautet, wie folgt:

Es kennt der Herr die Seinen
und hat sie stets gekannt,
die Großen und die Kleinen;
in jedem Volk und Land;
er lässt sie nicht verderben,
er führt sie aus und ein,
im Leben und im Sterben,
sind sie und bleiben sein.

Der Herr gebe Dir Gelassenheit, wo Streit Dir begegnet
Der Herr gebe Dir Frieden, wo Hass nach Dir greift
Der Herr gebe Dir die Heilsgewissheit, wo Zweifel Dich plagen

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Ausklang des Weihnachtsfestes.
Bis zum nächsten Sonntag grüße ich Sie alle recht herzlich.

Ihr

Ulrich Naber