Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 1. Sonntag nach Weihnachten. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 2. Kapitel des Lukasevangeliums, die Verse 25-38. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und siehe, ein Mann war in Jerusalem, mit Namen Simeon; und dieser Mann war fromm und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels, und der Heilige Geist war mit ihm. Und ihm war ein Wort zuteilgeworden von dem Heiligen Geist, er solle den Tod nicht sehen, er habe denn zuvor den Christus des Herrn gesehen. Und er kam auf Anregen des Geistes in den Tempel. Und als die Eltern das Kind Jesus in den Tempel brachten, um mit ihm zu tun, wie es Brauch ist nach dem Gesetz, da nahm er ihn auf seine Arme und lobte Gott und sprach:

Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, den du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht, zu erleuchten die Heiden und zum Preis deines Volkes Israel. Und sein Vater und seine Mutter wunderten sich über das, was von ihm gesagt wurde. Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter:

Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und zum Aufstehen für viele in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird – und auch durch deine Seele wird ein Schwert dringen -, damit vieler Herzen Gedanken offenbar werden. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuels, aus dem Stamm Asser; die war hochbetagt. Sie hatte sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt, nachdem sie geheiratet hatte, und war nun eine Witwe an die vierundachtzig Jahre; die wich nicht vom Tempel und diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Die trat auch hinzu zu derselben Stunde und pries Gott und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung Israels warteten.

Liebe Gemeinde,

Weihnachten ist vorbei, aber das Warten geht weiter. Haben wir in der Adventszeit auf das erste Kommen Jesu gewartet, so bereiten wir uns, die wir in der Endzeit leben, auf das zweite Kommen Jesu vor. Jemand der auch auf den Heiland wartete, war ein Mann namens Simeon.

Wir sollen ja, während wir auf das Kommen des Herrn warten, nicht untätig in der Ecke sitzen, sondern wir sollen uns auf sein Kommen vorbereiten. Schauen wir doch einmal, wie dieser Simeon sich auf das Kommen des Heilandes vorbereitet hat.

1. Er war fromm und gottesfürchtig

Liebe Gemeinde, fromm und gottesfürchtig kann ich nur sein, wenn ich mich mit dem Wort Gottes beschäftige. Simeon wird sicherlich jeden Tag das Alte Testament studiert haben.

Das wäre eine erste Anregung für uns, dass wir uns wieder mehr mit dem Worte Gottes beschäftigen. Lesen wir doch wieder einmal jeden Tag unsere Bibel.

Auch wenn ich mich weiderhole möchte ich Ihnen folgenden Rat dabei mit auf den Weg geben: Beginnen Sie mit dem 1. Buch Mose, danach mit den Psalmen, und dann mit dem Neuen Testament. Lesen Sie jeden Tag drei Kapitel aus der Bibel (also 1.Mose 1, Psalm 1 und Matthäus 1 usw.) und sonntags, weil wir ja mehr Zeit haben 6 Kapitel aus der Bibel. Dann haben wir alle die Bibel einmal im Jahr komplett durchgelesen.

Jetzt kommt der zweite und der entscheidende Teil: Simeon war auch gottesfürchtig. Er las nicht nur das Wort Gottes, er handelte auch danach.

Machen wir uns nichts vor, perfekt darin werden wir niemals sein Wort 1:1 umzusetzen. Darauf kommt es Gott auch gar nicht an. Ihm kommt es auf unsere Herzenshaltung an, mit der wir versuchen, sein Wort umzusetzen. Gehen wir doch so an die Umsetzung heran, wie es uns unser „Bauchgefühl“ sagen wird.

2. Auf Anregen des Geistes

Wenn wir Gottes Wort lesen und dieses Wort in unser Leben einbauen, dann werden wir irgendwann zu der Erkenntnis kommen, dass uns noch etwas fehlt. Was uns fehlt ist nämlich die Gemeinschaft mit unserem Herren.

Wie kommen wir denn nun in diese Gemeinschaft hinein? Nun, wenn wir vor Gott in die Knie gehen, ihm all unsere Sünden bekennen und den Herrn Jesus einladen, er möge doch fortan der Herrscher unseres Lebens sein, dann wird Jesus in unsere Herzen einziehen.

Jesus hat uns ja schon zu seiner Zeit auf Erden versprochen, dass er uns den Heiligen Geist von der Höhe herab senden wird. Wir wissen alle, dass dies anlässlich des ersten Pfingstfestes geschah.

Alle Menschen, die dem Herrn Jesus die Herrschaft über ihr Leben übertragen haben, all diese Menschen werden auch erfüllt werden mit dem Heiligen Geist.

Da der Heilige Geist im Sinne der Trinität nichts anderes ist, als eine der drei Personen, in denen Gott gegenwärtig ist, können wir mit Fug und Recht behaupten, dass unser Herr Jesus in uns allen wohnt.

Wir können jederzeit mit diesem Beistand rechnen. Und wir können uns mit allem was uns auf dem Herzen liegt an Jesus wenden. Er hat ja versprochen, dass er uns helfen wird. Und seine Versprechen gelten bis in alle Ewigkeit.

Und so kam es denn auch, dass Simeon ein Wort des Geistes bekam, welches ihm befahl in den Tempel zu gehen.

Liebe Gemeinde, Gott spricht vermutlich viel öfter mit uns, als wir es erahnen. Nur sind wir in unserer heutigen Zeit oftmals so im Alltagsstress gefangen, dass wir gar keine ruhige Zeit mit Gott mehr finden.

Nur ein kleiner Tipp für die ruhige Zeit: Stehen wir morgens einfach 15 Minuten früher auf und nutzen wir diese Zeit um unseren Tag mit Gott zu beginnen und zu besprechen. Sie werden erstaunliches erleben, wenn Sie diese Praxis eingeübt haben und sie auch beibehalten.

3. Loben und Danken

Von Simeon wissen wir, dass ein Großteil seines Lebens auch mit dem Lobpreis und dem Danken ausgefüllt war.

Wann haben wir Gott eigentlich zuletzt von Herzen Danke gesagt. Danke, dass es uns so gut geht, dass wir genug zu essen haben, dass wir ein Dach über dem Kopf haben und dass wir Freunde und Bekannte haben.

Alles, was wir haben ist nämlich nicht selbstverständlich. Es ist nicht selbstverständlich, dass wir eine gute Ehe führen. Diese ist ein Geschenk unseres Herrn. Es ist gar nicht selbstverständlich, dass wir vollkommen gesund sind. Auch dies ist ein Geschenk unseres Herrn.

Machen wir uns doch wieder einmal bewusst, dass alles, was wir haben und sind, dass dies alles von Gott herkommt. Dann  kommen wir automatisch in das Danken hinein.

Der Lobpreis hingegen geht noch, wenn wir so wollen, eine Stufe weiter. Da geht es nicht mehr um uns und um unsere Mitmenschen, da geht es um das wunderbare Wirken Gottes in dieser Welt. Loben wir ihn doch wieder mal dafür, wie ER diese Welt regiert. Loben wir ihn doch wieder einmal dafür, dass ER regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Und loben wir ihn auch dafür, dass ER diese Welt eben noch nicht aufgegeben hat, sondern immer noch wartet, dass seine Geschöpfe zu ihm zurückkehren um wieder seine Kinder zu werden.

Wir haben mit den Worten „Das Warten geht weiter“, begonnen. Füllen wir doch dieses Warten mit dem, was auch Simeon getan hat. Lassen Sie uns auf Gottes Wort hören, dieses in die Tat umsetzen und lassen Sie uns Gemeinschaft haben mit unserem Herrn und lassen Sie uns diesen Herrn allezeit loben und preisen.

Lassen Sie uns am besten sogleich damit beginnen, indem wir zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den 1. Vers des Liedes „Du meine Seele singe…“ (EG 302) von Paul Gerhardt einstimmen, die da lautet, wie folgt:

Du meine Seele, singe, wohlauf und singe schön
dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd;
ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und ich freue mich, wenn wir am Altjahrsabend wieder beisammen sein dürfen.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen zweiten Weihnachtsfeiertag. Den Predigttext für den heutigen Tag finden wir im Hebräerbrief, Kapitel 1, die Verse 1-4. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Nachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch seinen Sohn, den er eingesetzt hat zum Erben über alles, durch den er auch die Welt gemacht hat. Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort und hat vollbracht die Reinigung von den Sünden und hat sich gesetzt zur Rechten der Majestät in der Höhe und ist so viel höher geworden als die Engel, wie der Name, den er ererbt hat, höher ist als ihr Name.

Liebe Gemeinde,

das Kind in der Krippe ist schon etwas wunderbares. „Christ ist erschienen, uns zu versühnen“ so singen wir es an den Weihnachtsfeiertagen in unserem Lied „O du fröhliche…“. Schauen wir uns doch dieses Kind einmal etwas genauer an und schauen auf das, was Paulus uns dazu schreibt:

1. Durch den er auch die Welt gemacht hat

Der Gott, der uns in der Gestalt des Kindes zu Weihnachten besucht, dieser Gott hat Himmel und Erde gemacht. Somit ist er auch Herr über Raum und Zeit. Kurzum: Alles ist seins.

Gott hat also die Welt erschaffen mit allem, was sich darauf bewegt, was darauf wächst und allen Menschen die darauf leben.

Ddas heißt zunächst einmal, das die Schöpfung uns ja gar nicht gehört. Sie bleibt das Eigentum Gottes und ist uns für die Zeit unseres Daseins auf Erden zur Bewahrung übergeben worden. Überall dort, wo wir zum Beispiel Raubbau mit der Natur betreiben; ich denke zum Beispiel an die Rodung der Regenwälder, überall dort greifen wir rechtswidrig in Eigentumsrechte Gottes ein.

Wir sollen natürlich keine radikalen Klimaaktivisten werden, aber wir alle sind aufgefordert unserer Aufgabe der Bewahrung der Schöpfung gerecht zu werden, indem wir alles unterlassen, was dem Eigentum Gottes Schaden zufügen könnte.

Und jetzt kommen wir mal zu unserem eigenen Leben. Wenn dieses kleine Kind in der Krippe mich erschaffen hat, dann gehöre ich nicht mir selber, sondern bin mit dem, was ich aus meinem Leben mache Gott gegenüber verantwortlich.

Gott hat mich gemacht und mir ganz bestimmte Fähigkeiten und Fertigkeiten mit auf meinen Lebensweg gegeben. Jetzt kommt es darauf an, dass ich diese Fähigkeiten zu seiner Ehre einsetze. Und glauben Sie mir, da gibt es mannigfache Möglichkeiten.

Bis zum neuen Jahr sind ja die meisten von uns zu Hause. Überlegen wir doch einmal, welche Fähigkeiten uns Gott mit auf unseren Weg gegeben hat und wie wir diese zum Aufbau seines Reiches einsetzen können.

2. Jesus = Gott

„Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit…“, so haben wir es soeben gehört.

Wie ist Gott denn von seinem Wesen her? Wie kann, darf und muss ich mir den Gott vorstellen zu dem ich jeden Tag bete? Diese und ähnliche Fragen werden immer wieder an mich herangetragen.

Wenn wir in die Krippe schauen, dann sehen wir Gott.

Wer mehr über das Wesen Gottes erfahren möchte, der muss sich ganz einfach mit dem auseinandersetzen, was Jesus auf Erden getan hat. An allem, an den ganz kleinen Dingen, aber auch an den großen Wundertaten können wir das Wesen dieses Kindes in der Krippe erkennen.

Erinnern wir uns einmal an ein paar Fakten, die dieses Kind vollbracht hat in seinem Leben hier auf Erden: ER weckte nach vier Tagen den toten Lazarus auf. ER speiste mehrere tausend Menschen mit ein paar Fischen und einigen wenigen Broten. ER trieb Dämonen bei den Menschen aus, die schon seit Jahren von diesen besessen gewesen waren.

Und der wichtigste Wesenszug Gottes, seine Liebe zu allen Menschen hat er uns damit erwiesen, dass ER für all unsere Sünden auf dieser Welt den Preis am Kreuz von Golgatha bezahlt hat.

Das Kind in der Krippe ist also weitmehr als ein Wunderheiler und Wanderprediger; er ist der Erlöser der ganzen Welt. Und da er auch Herr über Raum und Zeit ist, gilt diese Erlösungstat für alle Menschen auf der ganzen Welt, egal zu welchem Zeitpunkt sie auf diesem Planeten gelebt haben, noch leben oder in Zukunft leben werden.

3. Er trägt alle Dinge

Ja, liebe Gemeinde, dieses Kind in der Krippe trägt einen jeden von uns durch unser Leben hindurch.

Jesus möchte uns so gern frei machen von allem was uns belastet, was uns auf der Seele brennt und was uns betrübt. ER kann und will der Herrscher unseres Lebens sein.

Dazu bedarf es aber auf jeden Fall unserer Einverständniserklärung. Gott möchte gern, dass alle Menschen erlöst werden, aber nicht gegen ihren Willen. Und wie im Geschäftsleben Schweigen nicht als Zustimmung gewertet wird, so anerkennt Gott unser Schweigen dazu auch nicht als Bitte, Herrscher in unserem Leben zu sein.

Jesus will uns frei machen, dafür müssen wir ihm aber auch den Freibrief übergeben, dass er dieses auch tatsächlich tun darf.

Nehmen wir doch dies von Weihnachten aus mit in unser Leben: Wenn wir unser JA zu unserem Herrn sagen, dann müssen wir uns keine Sorgen und Probleme um unser weiteres Leben machen.

Natürlich werden wir auch weiterhin mit Problen zu tun haben. Als Josua das Volk Gottes über den Jordan führen wollte, da hatten sie ein gewaltiges Problem. Sie drohten in den Fluten des Flusses zu ertrinken. Was machte Gott ? Er ließ den Fluss trockenlaufen, damit sein geliebtes Volk ihn durchqueren konnte.

Und so wird dieser Gott auch uns immer wieder einen Weg bereiten aus allen unseren Nöten und Problemen heraus. Er nimmt sie nicht einfach von uns weg, aber er führt uns an seiner starken Hand sicher und wohlbehalten durch unsere Nöte hindurch.

Wir haben zu Anfang dieser Predigt die Worte gehört „Christ ist erschienen, uns zu versühnen..“ Darum lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Weihnachtsgottesdienstes noch einem gemeinsam das Lied „O du fröhliche…“ (EG 44) singen, welches da lautet, wie folgt:

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit !
Welt ging verloren, Christ ist geboren: Freue, freue dich, o Christenheit
O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit !
Christ ist erschienen, uns zu versühnen: Freue, freue dich, o Christenheit
O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit !
Himmlische Heere jauchzen dir Ehre: Freue, freue dich o Christenheit !

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen Weihnachtsfeiertag. Da wir nun schon drei Tage hintereinander zusammen unterwegs sind, lassen Sie uns diese Tradition fortsetzen und uns am morgigen Sonntag wieder zum Gottesdienst treffen.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen ersten Weihnachtsfeiertag. Den Predigttext für den heutigen Tag finden wir bei dem Propheten Jesaja im 52. Kapitel, die Verse 7-10. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die frohe Botschaft

Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße der Friedensboten, die da Frieden verkündigen, Gutes predigen, Heil verkündigen, die da sagen zu Zion: Dein Gott ist König. Deine Wächter rufen mit lauter Stimme und rühmen miteinander; denn alle Augen werden es sehen, wenn der Herr nach Zion zurückkehrt. Seid fröhlich und rühmt miteinander, ihr Trümmer Jerusalems; denn der Herr hat sein Volk getröstet und Jerusalem erlöst. Der Herr hat offenbart seinen heiligen Arm vor den Augen der Völker, dass aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.

Liebe Gemeinde,

unser Predigttext trägt die Überschrift „Die frohe Botschaft“, ich würde sie um ein Wörtchen erweitern und den Text überschreiben mit. „Die dennoch frohe Botschaft“.

Als Jesaja diese Botschaft an das Volk richtete, war Jerusalem zerstört und es war einfach alles den berühmten Bach runtergegangen.

Übertragen wir dies doch einmal in unsere heutige Zeit. Geht nicht gerade augenscheinlich auch bei uns alles den Bach runter ? Kirchen verschwinden von der Bildfläche und werden für andere Zwecke genutzt, allen anderen Ersatzreligionen wird munter nachgegangen und unsere Symbol, das Keuz, wird vielerorts nicht mehr geduldet.

Wir können also mit Fug und Recht sagen, dass auf der Glaubensebene bei uns gerade munter alles den Bach runtergeht. Und dann kommt sie dennoch, die frohe Botschaft. Schauen wir uns diese einmal etwas näher an:

1. Gott tröstet sein Volk

Wie Gott damals die Israeliten getröstet hat, so will er uns heute im 21. Jahrhundert ebenfalls trösten. Es muss ja nicht alles so bleiben wie es ist, es kann alles mit seiner Hilfe wieder anders werden.

Mit den jubelnden Friedensboten sind wir gemeint, die wir heute am esten Weihnachtstag zusammengekommen sind. Wir dürfen jubeln und uns freuen, dass unser Herr diese Welt auch im Jahre 2020 immer noch nicht aufgegeben hat.

Entgegen anderslautenden Meinungen hat Gott alles fest im Griff. Gott hält an seinen geliebten Kindern fest.

Daran ändern auch der Genderwahn, Abtreibungen und die Ehe für alle nichts. ER ist es, der immer noch im Hintergrund die Fäden in der Hand hält.

„He’s got the whole world in His hands“, so heißt es  in einem amerikanischen Gospelsong. Und daran will uns unser Herr auch heute am ersten Weihnachtsfeiertag erinnern.

2. Gott offenbart sich der Welt

„Alle Augen werden es sehen“, so haben wir es soeben in unserem Predigttext vernommen.

Dies trifft auch auf uns zu. Wir müssen Gott nur die Genehmigung geben, dass er unsere inneren Augen öffnet. Was ist das für ein Quatsch sagte ein Cousin zu mir, der mit Jesus nichts am Hut hat.

Liebe Gemeinde, wir werden alle mit weltlichen Augen geboren. Mit diesen nehmen wir unsere Umwelt wahr und alles, was in dieser dreidimensionalen Welt existiert. So sehen unsere weltlichen Augen auch das Kind in der Krippe als ein Baby, das offensichtlich in einem Stall das Licht der Welt erblickte.

Bei unserer Bekehrung, also unserem JA zu unserem Herrn, da werden dann unsere inneren Augen, die bisher verschlossen waren aufgetan. Und dann sehen wir Dinge, die der Weltmensch nicht sehen kann und wir deswegen auch dem Spott und Hohn der Mitmenschen ausgesetzt sind.

Dann ist das Kind in der Krippe nicht mehr das Kind, welches in einem Stall das Licht der Welt erblickte, dann dürfen wir erkennen, dass dieses Kind das Licht der Welt ist. Dieses Licht der Welt reißt uns aus unserer inneren Finsternis heraus.

Mit diesen inneren Augen werden wir auch unseren Herrn spüren, fühlen und auch erleben können. Auf einmal werden seine Worte, die er über die Bibel an uns richtet mit Leben erfüllt und wir erkennen, dass ER uns mit seinem Wort die Bedienungsanleitung für ein gelingendes Leben an die Hand gegeben hat.

Wenn das kein Grund zum Jubeln ist !!!!!

3. Gott hat Jerusalem erlöst

Diese frohe Botschaft, die Jesaja an das Volk der Israeliten gerichtet hat, gilt auch für einen jeden unter uns ganz persönlich.

In Jesaja 43, Vers 1 sagt Gott: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei Deinem Namen gerufen ; Du bist mein !“

Und dieses „DU“ steht für einen jeden unter uns. Hier dürfen wir getrost unseren eigenen Namen eintragen.

Das Kind, welches jetzt so friedlich in der Krippe liegt, wird in ein paar Monaten auf dem Hügel Golgatha grausam hingerichtet. Dieses niedliche Kind wird für uns zur Sünde gemacht und bezahlt für alle unsere Sünden am Kreuz mit seinem Leben.

Als er sprach: Es ist vollbracht, da hat er auch an Dich gedacht. Dies dürfen wir im Glauben annehmen und uns über dieses Geschenk freuen und jubeln.

Wenn Jesaja prophezeit, dass aller Welt Enden das Heil sehen werden, dann steckt hinter dieser Prophezeiung auch eine weihnachtliche Aufgabe. Die Erlösungstat gilt nämlich zunächst einmal nur für diejenigen, die den Herrn im Glauben angenommen haben.

Wir, die wir dieses Weihnachtsgeschenk erhalten haben, wir alle sollen dieses Weihnachtsgeschenk in die Welt hinaustragen und es allen Menschen weitersagen, die noch nichts von diesem Geschenk Gottes an sie gehört haben.

Wenn wir diese Aufgabe erfüllt haben, dann werden eines Tages alle Völker der Welt das Heil erkennen. Beten wir dafür, dass sie es auch angenommen haben bzw. noch annehmen werden.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den 6. Vertas des Liedes „Ihr Kinderlein kommet“ einstimmen, der da lautet, wie folgt:

So nimm unsre Herzen zum Opfer denn hin;
wir geben sie gerne mit fröhlichem Sinn.
Ach mache sie heilig und selig wie deins
und mach sie auf ewig mit deinem nur eins.

Der Herr segne dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen einen gesegneten ersten Weihnachtsfeiertag und ich freue mich, wenn wir morgen wieder zusammenkommen dürfen.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 2. Weihnachtsfeiertag. Den Predigttext für den heutigen Feiertag finden wir im 7. Kapitel der Offenbarung, die Verse 9-12. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die große Schar aus allen Völkern

Danach sah ich, und siehe, eine große Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen; die standen vor dem Thron und vor dem Lamm, angetan mt weißen Kleidern und mit Palmzweigen in ihren Händen, und riefen mit großer Stimme: Das Heil ist bei dem, der auf dem Thron sitzt, unserm Gott, und dem Lamm ! Und alle Engel standen rungs um den Thron und um die Ältesten und um die vier Gestalten und fielen nieder vor dem Thron auf ihr Angesicht und beteten Gott an und sprachen: Amen, Lob und Ehre und Weisheit und Dank und Preis und Kraft und Stärke sei unserm Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

Liebe Gemeinde,

einmal wird es soweit sein, dass wir auch an dem soeben gehörten Geschehen selber teilhaben werden. Und da wir alle sicherlich auch ein wenig neugierig sind, da fragen wir aus doch sicherlich auf Erden hin und wieder einmal: Wie wird ER wohl sein, wenn wir ihm, also unserem Herrn im Himmel gegenübertreten.

Johannes hatte den großen Vorteil, dass er aus dem Erdengeschehen in das Himmelsgeschehen entrückt worden war und schon einige Eigenschaften Gottes erkennen durfte. Lassen Sie uns an dem heutigen 2. Weihnachtsfeiertag doch einmal anschauen, welche 8 Attribute des Wesen Gottes uns der Seher Johannes beschreibt und lassen Sie uns darüber nachdenken, was das bereits heute für uns auf Erden bedeuten kann.

1. Amen

Mit diesem Amen, welches unsere Gebete beschließt, da beginnt Johannes, Gott zu beschreiben.  Amen bedeutet ja wörtlich übersetzt: Sich ausrichten auf Gott. So wird es also im Himmel sein, alles richtet sich allein auf Gott aus. Alles andere ist nebensächlich.
Alles, was uns auf Erden so wichtig erscheint endet in diesem Ausgerichtet sein auf unseren Herrn. Und dies können wir auch schon jetzt und hier praktizieren. So manches scheinbar große Problem wird dann auf einmal nichtig und klein werden.

2. Lob

Der Allerhöchste wird von allen Seiten gelobt. Die Engel loben Gott und alle Bewohner des Himmels machen nichts anderes, als Gott zu loben. Lob macht glücklich und zufrieden. Nicht nur denjenigen den man lobt, sondern auch denjenigen der das Lob ausspricht.
Überlegen wir doch mal wieder, was wir nicht schon alles von Gott geschenkt bekommen haben und lassen Sie uns nicht immer nur auf das fokussiert sein, was uns angeblich noch zu unserem Glück fehlt.

3. Ehre

Wenn wir bei Wikipedia nachschauen, dann erscheint dort folgende Definition zu dem Wort Ehre: „Verdienter Achtungsanspruch“.

Derjenige, der Himmel und Erde gemacht hat, der verdient wohl als einziger meinen allumfassenden Achtungsanspruch, weil er alles, was er gemacht hat, perfekt gemacht hat.
Wen ich so ehre, also ihm alles zutraue, dem traue ich auch zu, dass er alles, was noch kommen wird, ebenfalls perfekt machen wird. Ich muss mir also überhaupt keine Sorgen machen, dass etwas total aus den Fugen gerät. ER, der über allem wacht, wird auch weiterhin zu unserem aller Wohle regieren. Und das sowohl im Kleinen, wie auch im Großen.

4. Weisheit

Was ist eigentlich Weisheit? Ich dachte dabei sofort an Klugheit, Verstand, Wissen und Intelligenz. Diese Eigenschaften sind sicherlich alle Bestandteile der Weisheit und doch kommt bei der Weisheit noch etwas mehr hinzu.

Weisheit bedeutet, die Dinge hinter dem Sichtbaren zu erkennen. Wenn Gott manchmal anders reagiert, als wir uns dies vielleicht vorgestellt haben, dann liegt genau dort Gottes Weisheit verborgen. Wir sehen  auf Erden nur vordergründig auf die Dinge und das Geschehen, welches uns umgibt. Gott hingegen sieht immer mehr.

Und dazu lädt uns das Kind in der Krippe heute schon ein, nämlich mehr von Gott zu entdecken und zu  erfahren. Mehr, als wir bisher schon wissen. Wie macht man das? Nun, indem wir sein Wort immer wieder lesen, studieren und darüber meditieren. Indem wir uns mit anderen Jesusjüngern zusammenschließen um gemeinsam mehr über Gott zu erfahren und indem wir den Kontakt zu ihm niemals abreißen lassen.

5. Dank

Die große Schar im Himmel hat es verstanden, dem zu danken, der sie treu und gut auf Erden geführt hat und der nun im Himmel ihr ewiger Gott ist.
Danken wir Gott auf Erden eigentlich noch regelmäßig? Nehmen wir nicht viele Dinge einfach als selbstverständlich hin?

Danken wir unserem Herrn noch täglich, dass wir gesund sein dürfen? Oder beschweren wir uns lieber bei unserem Herrn, wenn wir unter einer Krankheit leiden? Sagen wir es doch einmal ganz konkret: Wir haben auf nichts in unserem Leben einen Anspruch, aber wir dürfen alles von Gott erbitten und sollten ihm dann auch danken für das, womit er uns beschenkt.
Ehepartner, Gesundheit, Beruf, soziale Stellung und noch viel mehr sind alles Geschenke, die uns Gott gibt und keineswegs Resultate unserer Bemühungen.

6. Preis

Preisen entsteht aus dem Dank heraus und geht über die Anbetung hinaus. Preisen bedeutet, dass ich Gottes Wesen verehrte und seine Taten rühme.
Und zwar weit über meinen Horizont hinaus. Wie schnell sind wir bei der Hand um zu murren, wenn das ein oder andere nicht so läuft, wie wir es uns vorgestellt haben. Wagen wir doch einfach mal das kleine Experiment und loben und preisen Gott auch für das, was gerade geschieht, uns aber so gar nicht in den Kram passt.
Wir kommen dadurch sofort aus der negativen Stimmung heraus und sehen viele Dinge aus einem ganz anderen Blickwinkel.

7. Kraft

Die große Schar lobt Gott auch für seine Kraft. In dieser Kraft Gottes darf sich die große Schar im Himmel geborgen wissen.
Und in dieser Kraft dürfen wir aus auf Erden auch in Gott geborgen wissen. Nehmen wir ein aktuelles Beispiel. Die ganze Welt redet über die Klimakatastrophe. Ein scheinbar niemals enden wollender Streit ist darüber entbrannt.

Denken wir doch einmal anders herum. Gottes Kraft hat Himmel und Erde gemacht. Gott hat nach der Sintflut zugesagt, dass solange die Erde steht niemals aufhören werden: Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.

Wenn Gott dies zusagt, dann hält er sich auch daran, egal, was wir auf Erden auch gerade wieder einmal verbocken. Ist Klimaschutz dann überflüssig ? Nein, natürlich nicht, aber anstatt zu streiten, sollten wir lieber den Herrn persönlich befragen, was wir denn tun können. Wer jetzt denkt, dass dies Spinnerei ist, der spricht jedem Gebet die Macht seiner Erfüllung und die Antwort Gottes ab.

8. Stärke

Mit Kraft schaffe ich etwas und mit Stärke verteidige ich etwas. Mit seiner Kraft hat Gott die große Schar im Himmel auf Erden vor allen Mächten des Bösen bewahrt. Und dafür preisen sie ihn nun.

Und so ist es auch heute noch die Stärke Gottes, die uns hier auf Erden vor den Angriffen Satans beschützen möchte. Wir müssen nur ganz nah an ihm dranbleiben, dann können seine starken Arme alle Mächte des Bösen von uns fernhalten.

Dietrich Bonhoeffer drückte dies einmal sehr schön wie folgt aus:

Von guten Mächten wunderbar geborgen
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei und am Abend und am Morgen
und ganz gewsiss an jedem neuen Tag.

Nehmen wir diese Verse doch mit von Weihnachten hinein in das ganze nächste Jahr und lassen uns von diesen Versen stets mit Gottes Kraft und Stärke leiten.
Und nunmehr lassen Sie uns vor dem Schlusssegen noch einmal in das Weihnachtslied einstimmen, mit welchem wir schon den gestrigen Gottesdienst haben ausklingen lassen:

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit!
Welt ging verloren, Christ ist geboren: Freue, freue dich, o Christenheit!
O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit!
Christ ist erschienen, uns zu versühnen: Freue, freue dich, o Christenheit!
O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit!
Himmlische Heere jauchzen dir Ehre: Freue, freue dich, o Christenheit!

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden
Amen.

Liebe Gemeinde,
ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten 2. Weihnachtsfeiertag und eine schöne besinnliche Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr
Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 1. Weihnachtsfeiertag. Ich wünschen Ihnen allen ein gesegnetes und besinnliches Weihnachtsfest. Den Predigttext für den heutigen Feiertag finden wir im 1. Johannesbrief, Kapitel 3, die Verse 1-6. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die Herrlichkeit der Gotteskindschaft
Seht, welche Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen – und wir sind es auch ! Darum kennt uns die Welt nicht; denn sie kennt ihn nicht. Meine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen aber: Wenn es offenbar wird, werden wir ihm gleich sein; denn wir werden sehen, wie er ist. Und ein jeder, der solche Hoffnung auf ihn hat, der reinigt sich, wie auch jener rein ist. Wer Sünde tut, der tut auch Unrecht, und die Sünde ist das Unrecht. Und ihr wisst, dass er erschienen ist, damit er die Sünden wegnehme, und in ihm ist keine Sünde. Wer aber in ihm bleibt, der sündigt nicht; wer sündigt, der hat ihn nicht gesehen und nicht erkannt.

Liebe Gemeinde,

wer sind wir eigentlich? Darum geht es in unserem heutigen Predigttext. Bei dieser Frage schießt mir sogleich der Titel eines Buches von David Precht durch den Kopf: “ Wer bin ich und wenn ja wie viele?“

Nun Gottes Antworten sind zum Glück nicht so verwirrend, sondern einfach und klar. Wir sind Gottes Kinder! Genau so steht es zu Beginn unseres Predigttextes geschrieben. Dann ist ja alles gut, dann könnten wir uns ja nun noch schnell unter den Schlusssegen stellen und dann ging es ab zur Weihnachtsgans. Nein, liebe Gemeinde, so einfach ist es dann doch wieder nicht.

Viele von uns kennen sicherlich den Werbeslogan „Ich will so bleiben, wie ich bin…“ Das trifft aber nicht auf unsere Eigenschaft als Gotteskinder zu. Wie wir es später in unserem Predigttext lesen, sollen wir uns reinigen. Also vor der Weihnachtsgans müssen wir noch kurz überlegen, wie denn das gehen könnte.

1. Sehen

Seht, welche Liebe hat uns der Vater erwiesen… Dieses „seht“ soll uns endlich mal von unserem Denken und Handeln wegbringen, welches sich immer nur um uns dreht. Wir sollen einmal aufhören nur darauf zu sehen, dass es uns persönlich gut geht.

Und wir sollen damit aufhören auf das zu achten, was die anderen von uns denken. Wir sollen uns einmal ganz und gar nur auf die Liebe Gottes fokussieren und einmal alles andere an die Seite stellen.

Das geht natürlich nicht zwischen Tür und Angel. Viele von uns dürfen nunmehr einige freie Tage genießen. Nehmen Sie sich doch wieder einmal Zeit für Gott. Wenn wir ganz konzentriert auf ihn schauen, dann, und nur dann können wir ihn und seine Gnade und Güte auch wirklich erkennen. Wer nur mal so im Vorbeigehen einen Blick auf das Kreuz wirft, dem bleiben die wesentlichen Erkenntnisse der Liebe Gottes verborgen.

Wenn wir uns so auf Jesus konzentrieren und auf die Liebe, die er uns erwiesen hat, dann können wir den Weg gehen weg vom menschlichen Leistungsprinzip und hin zum göttlichen Liebesprinzip.

2. Vergebung

Den Staub in der Wohnung sieht man im Allgemeinen erst dann richtig, wenn die Sonne durch die Fenster scheint. Und den Schmutz unseres Lebens den sehen und erkennen wir erst dann in seiner vollen Tragweite, wenn uns das Licht Gottes mit seiner ganzen Liebe erscheint und durch unser Herz hindurch scheint.

Erst in diesem Moment, wenn wir von seiner hellen und klarer Liebe durchdrungen werden, erst dann können wir unsere Sünden klipp und klar erkennen. Schließlich kann man ja auch nur den Schmutz entfernen, den man sieht.

Wenn wir unsere Sünden erkennen, werden wir in aller Regel mehr als einfach nur erschrocken sein. Das führt in nicht seltenen Fällen zu einer Art Schockstarre. Wir wissen einfach nicht, wie wir denn diesen Sündenberg loswerden können. Wir können dann nur eines tun, nämlich unseren Herrn um Vergebung bitten und diese dann an uns geschehen lassen.

Unsere Reinigung geschieht also nicht durch uns selbst, sondern durch unseren Herrn höchstpersönlich. Viele Menschen versuchen ja an dieser Stelle durch diverse Bußübungen und andere religiöse Klimmzüge bei ihrer Reinigung etwas nachzuhelfen und etwas zu ihrer Reinigung beizutragen. Das ist aber überhaupt nicht notwendig.

Sünde erkennen. Sünde bekennen. Vergebung erbitten und diese annehmen. Mehr ist nicht notwendig.

3. Bleiben

Wer aber in ihm bleibt…, so lesen wir es gegen Ende unseres Predigttextes. Ja, liebe Gemeinde, wir haben ein Bleiberecht in der Nähe unseres Herrn.

Wenn wir unseren Herrn um Vergebung gebeten haben, dann wird eines passieren: Er wird als Herrscher in unser Leben einziehen und den Prozess der Reinigung durchführen.

Das geschieht freilich nicht nach dem „Hau-ruck-Prinzip“ sondern langsam und allmählich, aber stetig. Häufig merken wir es gar nicht zuerst, sondern unsere Umgebung bemerkt es vor uns, dass etwas mit uns geschehen ist und auch weiterhin geschieht.

Unser Herr, der nunmehr in uns wohnt, wird all das von uns wegtun, was ihn an seiner Königsherrschaft in uns hindert und durch andere Eigenschaften ersetzen, die ihm zur Ehre dienen. Das hat auch nichts mit christlichem Gekrampfe zu tun.

Unser Herr verändert uns so, dass wir alles, was er an uns ändert auch freudig annehmen.
Soweit die Theorie. Auch wenn heute Weihnachten ist, allzu „sülzig“ soll es dann doch nicht werden. Unser Herr arbeitet zwar an uns, aber wir bleiben doch die Menschen, die wir vorher waren; wir mutieren also nicht zu weltfremden Heiligen.

Und weil wir eben keine Heiligen sind, weichen wir unser ganzes Leben immer mal wieder vom rechten Wege ab. Und dann ist alles aus!!! Nein, natürlich nicht. Wir durchlaufen dann wieder und immer wieder die Schritte 1-3 unserer heutigen Predigt.

Ich drücke es, wie immer stark vereinfacht aus: Der Weg eines Christen führt meist drei Schritte vor und zwei zurück. Aber die Richtung stimmt. Und das ist das allerwichtigste. Und so wünsche ich uns allen, dass wir stets und ständig auf diesem rechten Wege bleiben.

Und wenn uns der Weg zu beschwerlich erscheinen mag, und wenn wir auch manchmal fallen mögen, dann dürfen wir uns an Jesu letzte Zusage auf Erden erinnern: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Und das dürfte uns vollends fröhlich stimmen.

Und ausgestattet mit dieser inneren Fröhlichkeit lassen Sie uns nunmehr gemeinsam in das Lied einstimmen, dass heute ich sehr vielen Kirchen zum Abschluss des Gottesdienstes gesungen wird:

Oh du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit!
Welt ging verloren, Christ ist geboren: Freue, freue dich, o Christenheit!
O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit!
Christ ist erschienen, uns zu versühnen: Freue, freue dich, o Christenheit!
O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit!
Himmlische Heere jauchzen dir Ehre: Freue, freue dich, o Christenheit!

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.
Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Weihnachtsfeiertag und freue mich, Sie morgen wieder begrüßen zu dürfen.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 2. Weihnachtsfeiertag.
Unseren heutigen Predigttext finden wir im Hebräerbrief, Kapitel 1, die Verse 1-3. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Nachdem Gott vorzeiten vielfach unf auf vielerlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn, den er eingesetzt hat zum Erben über alles, durch den er auch die Welt gemacht hat. Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort und hat vollbracht die Reinigung von den Sünden und hat sich gesetzt zur Rechten der Majestät in der Höhe.

Liebe Gemeinde,

auch wenn es sich um einen relativ kurzen Text handelt so beschreibt er durch die gesamte Geschichte Gottes mit den Menschen und könnte uns heute am 2. Weihnachtsfeiertag als ein Summary zu Weihnachten erscheinen.

Gottes Geschichte mit den Menschen vollzieht sich dabei in drei Akten.
Lassen Sie uns diese Akte heute ein wenig näher betrachten.

Erster Akt

Die Schöpfungsgeschichte ist uns allen ja sicherlich bestens bekannt.
Gott hat uns Menschen zu seinem Bilde geschaffen. Wer sich noch an die gute alte Fotografie erinnert, der kennt sie sicherlich noch, die Negative. Wir sind im positiven Sinne gemeint diese Negative, sind also ein direktes Abbild Gottes.

Nur mal so nebenbei bemerkt: Alle Menschen, denen wir auf dieser Erde begegnen, sind Ebenbilder Gottes. Also haben wir keinen Anlass oder Grund auch nur einen einzigen Menschen auf Erden despektierlich zu behandeln.

Nun kam aber etwas, das eigentlich nicht hätte passieren sollen, nämlich der Sündenfall. Indem der Mensch sich bewusst gegen Gott entschied, sorgte er selber für eine Trennung von seinem Schöpfer. Man hört ja oftmals die Veführungstheorie und dass es gar nicht anders hätte sein können als es eben war. Liebe Gemeinde, auch bei einer noch so raffinierten Verführung liegt die letzte Entscheidung immer noch bei dem, der verführt werden soll.

Gott liebte seine Geschöpfe aber weiterhin, nur konnte er niemanden in seiner Gegenwart dulden, der mit Sünden behaftet war. In der vollkommenen Reinheit Gottes darf es keine Sünde geben. Also war der Weg zurück für den Menschen erledigt. Sein Schicksal schien ein für alle Male und alle für alle Zeiten besiegelt zu sein.

Zweiter Akt

Gewiss sann Gott darüber nach, wie er den Menschen wieder zur Umkehr und Buße bewegen kann. Also beauftragte er ganz normale Menschen, denen er seinen Geist einhauchte damit, den Menschen den Weg zurück zu Gott aufzuzeigen.

Allerdings hörten die Menschen nicht auf die Propheten. Im günstigsten Falle wurden sie verhöhnt und verlacht. Im weniger günstigen Falle brachte man sie einfach um. Warum eigentlich ? Nun, sie brachten den Menschen eine unbequeme Botschaft, nämlich die Botschaft der Wahrheit.

Auch wenn wir heute keine Menschen mehr umbringen ist vielen Menschen auch heutzutage die Wahrheit immer noch recht unbequem. Heutzutage machen wir es etwas eleganter mit der Wahrheit. Wenn wir sie nicht hören wollen, hören wir einfach weg. Oder aber wir erklären die Wahrheit als eine Wahrheit unter vielen gleich gültigen Wahrheiten. Das machen wir besonders gern in Glaubensdingen.

In wenn alles gleich gültig ist, dann wird die Sache mit dem Glauben auch den meisten Menschen gleichgültig.

Also halten wir es mal ganz pragmatisch fest: Die Sache mit den Propheten hat nicht geklappt. Aber da Gott erfinderisch ist, gab es noch den

Dritter Akt

Gottes Botschaft kam also nicht bei den Menschen an. Gott musste also eine Möglichkeit schaffen, dass die Menschen seinen Aufruf zur Rückkehr endgültig verstehen. Und jetzt muss ich ein Beispiel des von mir überaus geschätzten Roland Werner aus Marburg nehmen:

Denken wir einem an einen Ameisenhügel. Millionen von Ameisen wohnen darin und begehen immer die gleiche Ameisenstraße. Es ist sehr interessant, diesem Gewusel, was aber trotzdem geordnet vonstatten geht, zuzusehen.

So, und jetzt beschließt die Landesregierung, direkt im Verlauf der Ameisenstraße eine gewöhnliche Autostraße zu bauen. Die Ameisen müssten eigentlich jetzt gewarnt werden und man müsste ihnen einen anderen sicheren Weg aufzeigen. Wir könnten uns natürlich vor den Ameisenhaufen setzen und den Ameisen die gesamte Sachlage erklären. Man muss kein Prophet sein, um zu sagen, dass wohl keine Ameise uns verstehen wird.

Um die Ameisen wirklich nachhaltig warnen zu können, gibt es nur eine
Lösung: Wir müssten selber zur Ameise werden. Wir sprechen dann ihre Sprache und können unter dem Ameisenvolk die Botschaft kundtun, dass sie auf dem falschen Wege sind und dass es einen anderen Wege gibt, der ihr Leben errettet.

Und genau dies tat Gott. Er kam als Kind in der Krippe auf diese Erde.
Er sprach unsere Sprache und er sprach sie so vollmächtig, dass nahezu jeder, der mit ihm in Berührung kam, aus dieser Begegnung vollkommen verändert zurückkam.

So ist es auch heute noch, liebe Gemeinde. Jeder, der einmal ernsthaft mit Jesus in Berührung gekommen ist, lebt hinterher anders als zuvor.
Auch heute noch verändert unser Herr unser Leben, wenn wir ihn denn gewähren lassen.

Aber der Weg sollte ja noch weiter gehen. Jesus konnte zwar den Weg zu Gott aufzeigen, aber das Sündenproblem bestand ja weiterhin. In den Himmel kommen nur sündlose Menschen. Das sind nicht Menschen, die niemals sündigen, die gibt es ja auch gar nicht, aber das sind die Menschen, die eine Institution gefunden haben, die ihnen ihre Sündenlast abnimmt.

Und das tat das Kind in der Krippe am Karfreitag. Er, der vollkommen sündlos war, starb ein meiner und an Deiner und an unser aller Stelle am Kreuz. Der Preis der Sünde ist der Tod. Und diesen Preis hat der Herr Jesus am Kreuz für uns alle bezahlt.

Und das galt nicht nur vor 2000 Jahren, das gilt bis heute weiter. Wenn wir unsere Sünden bereuen, dann können wir sie dem Herrn Jesus zur „Entsündigung“ überbringen. Wenn wir dies tun, dann sind wir vor Gott sündfrei. Und dieses Gnadengeschenk können wir alle Tage wieder für uns in Anspruch nehmen.

Ist das nicht das schönste Weihnachtsgeschenk, welches uns das Kind in der Krippe machen kann ? Ich jedenfalls kann mir kein größeres, schöneres und weitreichenderes vorstellen.

Was Jesus für uns alle getan hat, das drückt der Liederdichter Paul Gerhardt sehr schön in dem 5. Vers seines Weihnachtsliedes „Fröhlich soll meine Herze springen…“ (EG 36) aus, der da lautet, wie folgt:

Nun er liegt in seiner Krippen,
ruft zu sich mich und dich,
spricht mit seinen süßen Lippen:
Lasset fahrn, o liebe Brüder,
was euch quält , was euch fehlt;
ich bring alles wieder.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Weihnachtsfeiertag. Bis zum morgigen Tage verbschiede ich mich von Ihnen allen und grüße Sie alle ganz, ganz herzlich.

Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 1. Weihnachtsfeiertag.
Sehen wir uns unsere Krippe doch einmal ganz pragmatisch an. Wir sind anwesend, das Kind in der Krippe ist anwesend. Da stellt sich doch dann ganz einfach die Frage: Wie komme ich denn nun zu dem Kind in der Krippe ? Und genau das erfahren wir in unserem heutigen Predigttext. Wir finden den Predigttext für den heutigen 1. Weihnachtsfeiertag bei Titus im 3.
Kapitel, die Verse 4-7. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Als aber erschien die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unseres Heilands, machte er uns selig – nicht um der Werke der Gerechtigkeit willen, die wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit – durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung im Heiligen Geist, den er über uns reichlich ausgegossen hat durch Jesus Christus, unsern Heiland, damit wir, durch dessen Gnade gerecht geworden, Erben des ewigen Lebens würden nach unserer Hoffnung.

Liebe Gemeinde,

hier haben wir sie also soeben gehört, die Antwort auf die eingangs gestellte Frage. Lassen Sie uns diese Antwort einmal genauer betrachten.

1. So nicht

Nicht um der Werke der Gerechtigkeit willen. Wir sind es ja als Menschen gewohnt, dass wir für alles, was wir erlangen wollen, erst einmal etwas leisten müssen. Das ist in unserem ganzen Leben so. Ohne lernen keine guten Zensuren. Ohne Arbeit kein Lohn. Dies überträgt sich dann ganz automatisch auch auf all unsere anderen Lebensbereiche.

Und dann müssen wir schmerzlich in Erfahrung bringen, dass wir von uns aus nichts aber auch gar nichts machen können, um mit Gott versöhnt zu werden. Und dabei würden wir doch so gerne so viel tun, um in den Himmel zu kommen. Was würden wir nicht alles tun wollen um dereinst an der Himmelspforte unseren Leistungsnachweis abgeben zu können.

Aber all die guten Werke bringen uns nicht die gewünschte Erlösung und damit auch nicht einen Schritt näher zu Gott. Wohlgemerkt das heißt nicht, dass wir keine guten Werke tun sollen, das heißt nur, dass uns gute Werke nicht die Erlösung bringen.

Aber wie kommen wir denn in den Genuss der Vergebung unserer Sünden ?

2. Durch Barmherzigkeit, Wiedergeburt, Heiliger Geist

Wir verdanken es allein der Gnade unseres Herrn, dass uns unsere Sünden vergeben werden und wir verdanken es allein der Barmherzigkeit, dass wir mit den Folgen unserer Sünden weiterleben können.

Durch die Gnade Gottes haben wir Vergebung der Sünden erlangt. Aber es sind nach wie vor die Folgen der Sünden überall um uns herum und vielleicht auch in uns spürbar. Was nutzt mir aber die Gnade, wenn ich mich weiter mit Selbstvorwürfen quäle und immer wieder von der eigenen Schuld bzw. deren Folgen eingeholt werde ?

Ich bin ja auch nach der Sündenvergebung der gleiche Ulli Naber, der ich auch vorher war.

Und jetzt kommt die Barmherzigkeit ins Spiel. Durch Gott dürfen wir das Wunder der Wiedergeburt erfahren. In Gott wiedergeboren zu werden können wir uns ruhig einmal so vorstellen, als wenn unser altes Leben, das Leben 1.0 ausgelöscht wird und wir ein vollkommen neues Leben das 2.0 Leben geschenkt bekommen. Wir sehen zwar noch unseren alten 1.0 Menschen, wir leben aber nicht mehr in ihm, sondern in unserem neuen 2.0 Menschen.

Und dann werden wir auch noch im Heiligen Geist erneuert. Was bedeutet den dieses ? Gehen wir noch einmal einen Schritt zurück. Uns ist Gnade widerfahren, also wurden die Sünden vergeben. Wir haben durch Barmherzigkeit unser 2.0 Leben erhalten, mit welchem wir ganz von vorn neu durchstarten können.

Wenn wir so durchstarten, also mit Gnade und Barmherzigkeit ausgestattet, dann geht der Schuss ganz bestimmt nach hinten los. Wir machen irgendwann genau so weiter wie bisher. Und das will Gott natürlich nicht. Gott, liebe Gemeinde, macht keine halben Sachen.

Und somit brauchen wir auch Gottes Hilfe, damit der Neustart nicht zum Rohrkrepierer wird. Wenn der Heilige Geist in uns einzieht, wenn also Jesus in unsere Herzen einzieht, dann bestimmt ER fortan, wie es mit unserem neuen Leben weitergeht. Er bestimmt die Richtung. Laufen müssen wir dann schon selber. Glauben besteht nicht aus Herrgott, Hängematte und irgendwann dann den Himmel erreichen.

Glaube heißt, den Anweisungen zu folgen, die ER, der in uns Wohnung genommen hat, uns erteilt. Die erfahren wir allerdings nur dann, wenn wir auch mit ihm reden. Wir Christen nennen das allgemein Gebet. Im Gebet zeigt uns unser Herr dann schon, was wir tun sollen. Wer gut zugehört hat, der kommt jetzt bestimmt an den Punkt, wo er sagen kann:
Jetzt haste Dich aber selber widersprochen. Erst keine guten Taten und jetzt doch ?

Liebe Gemeinde, jetzt müssen wir die guten Taten unterscheiden. Durch gute Werke können wir nichts zu unserer Erlösung beitragen. Das bleibt auch so. Aber wenn wir Gnade und Barmherzigkeit erfahren haben, dann wird uns unser Herr schon zu guten Werken anleiten. Und jetzt tun wir die guten Werke nicht mehr, um selig zu werden, sondern aus der Seligkeit heraus werden wir tätig.

3. Erbe

Gnade, Barmherzigkeit, Heiliger Geist warum das alles ? Ohne lebt es sich doch auch ganz gut auf Erden. Und wollen wir mal so sagen: Es ist schon eine Einschränkung, wenn ich auf einmal meinen lieben Sünden nicht mehr nachgehen kann. Und warum soll ich dann ausgerechnet auf den hören, der bei mir eingezogen ist ?

Fragen, die man sich sicher stellen darf. Wollen wir versuchen, auch noch diese letzte Frage zu beantworten.

Durch Gnade und Barmherzigkeit sind wir Gottes Kinder geworden. Vorher waren wir nur seine Geschöpfe. Die Kindschaft hingegen bedeutet, dass wir mit unserem Vater im Himmel in gerader Linie verwandt sind. Wir dürfen ihn übrigens auch ganz vertraut mit „Papa“ anreden.

Als Kind habe ich immer einen liebenden Vater um mich herum, der sich in allen Belangen um mich sorgt und kümmert. Ihm allein darf ich mein ganzes Vertrauen schenken, was ER auch niemals missbrauchen wird.

Als Kind Gottes habe ich mich aber auch an die Hausordnung Gottes zu halten. Und diese ist bestimmt nicht schwer, vielleicht anfangs ein wenig gewöhnungsbedürftig. Und zu dieser Hausordnung gehören unter anderem auch die guten Werke. Übrigens: Gut ausformuliert finden wir Gottes Hausordnung im 5.-7. Kapitel des Matthäusevangeliums. Lesen Sie es doch einfach mal wieder.

Wir sind aber nicht nur Kinder unseres Vaters im Himmel. Nein, mit der Kindschaft sind wir auch Erben geworden.

Und als Erbe haben wir auch einen unmittelbaren Anspruch an den Erblasser. Diesen können übrigens nur wir einseitig kündigen. Gott als Erblasser kann uns unser Erbe nicht einfach wieder wegnehmen. Als Erbe habe ich Anspruch auf alles, was dem Erblasser gehört. In unserem Falle habe ich als Erbe einen Rechtsanspruch, dereinst meine himmlische Wohnung beziehen zu dürfen. Als erlöster Mensch muss ich mich nicht mehr duckmäuserisch meinem Herrn im Himmel nähern und immer wieder um Gnade winseln.

Als erlöster Mensch kann ich frei mit meinem Vater im Himmel über alles reden, was mir auf dem Herzen liegt und ich darf ganz gewiss sein, dass ich im Augenblick meines Ablebens her auf Erden meine neue Wohnung im Himmel beziehen werde.

Das ist es übrigens auch, was uns von allen Religionen dieser Erde unterscheidet. Wir wissen, wo wir hingehen, wenn unsere Zeit hier abgelaufen ist. Wir ahnen und wünschen uns nicht nur, in den Himmel zu kommen, wir wissen, dass wir in den Himmel kommen werden, so wir es denn auch wirklich wollen.

Den Weg auf Erden und unser Ziel im Himmel beide beschreibt der Liederdichter Paul Gerhardt sehr schön in dem 6. Vers seines Liedes:
„Ich bin ein Gast auf Erden…“ (EG 529), der da lautet, wie folgt:

So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt, doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt.
Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt, da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten 1. Weihnachtsfeiertag.
Bleiben Sie bis zum morgigen Tag wohlbehütet von unserem Vater im Himmel.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 2. Weihnachtsfeiertag.
Unseren heutigen Predigttext finden wir bei Johannes im 1. Kapitel, die Verse 1-4 und 9-14. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht ergriffen. Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn gemacht; aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf.
Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind. Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

Liebe Gemeinde,

zu Weihnachten gedenken wir an Jesu Geburt. Darüber und wie es weiterging, darüber berichtet uns der heutige Predigttext. Drei Punkte sollten wir uns am heutigen 2. Weihnachtsfeiertag ein wenig näher betrachten:

1. Kam in sein Eigentum

Wenn wir uns einmal so umschauen, was alles uns gehört, was wir also unser Eigentum nennen, da kommt schon eine ganze Menge zusammen. Besonders bei uns im reichen Europa. Haben wir schon einmal darüber nachgedacht, dass das, was wir unser Eigentum nennen uns gar nicht wirklich gehört? Im weitesten Sinne ist dies alles, was wir häufig so stolz unser eigen nennen das Eigentum Gottes.

Gehen wir doch einmal ganz an den Anfang der Bibel. Dort erfahren wir gleich auf den ersten Seiten, wer denn die Welt überhaupt geschaffen hat. Gott hat Himmel und Erde geschaffen. Gott hat dafür gesorgt, dass ein Klima besteht, indem die Natur wachsen und gedeihen kann. Gott hat ein Klima geschaffen, in welchem auch wir Menschen optimale Lebensbedingungen vorfinden. Und nicht zuletzt hat er uns gemacht, wie wir heute noch sind.

Jeder von uns, der so etwas erschaffen hätte, würde doch mit Fug und Recht von seinem Eigentum sprechen. Und wir würden es jedem auch zugestehen, dies zu tun.

Das Kind, was wir heute in der Krippe betrachten ist also niemand anderes, als derjenige, der alles um uns herum und uns selber geschaffen hat. Direkter gesagt, es ist der Eigentümer, der sein Eigentum besucht.

Er kommt nicht nur, um sich mal wieder bei uns blicken lassen, nein, wie wir alle wissen hat er auch noch Geschenke mitgebracht. Doch dazu später mehr. Wir haben doch sicherlich alle schon einmal im Fernsehen einen Staatsempfang eines Königs gesehen, wenn er unserem Land einen Besuch abstattet. Würdevoll zeigen wir diesem Staatsgast, wie wichtig er doch für uns ist. Er wird mit militärischen Ehren empfangen, ihm wird ein großes Bankett ausgerichtet und ein entsprechendes Rahmenprogramm sorgt dafür, dass sich der König so richtig wohl aufgenommen fühlt.

Und da kommt zu Weihnachten der König aller Könige auf die Erde und was machen wir?

2. Die Seinen nahmen ihn nicht auf

Bleiben wir doch kurz bei dem Staatsempfang unseres Königs. Stellen wir uns doch einmal vor, der König würde nicht mit allen Ehren empfangen. Mutterseelenallein steht er am Flughafen. Natürlich wird er schon ein wenig angesäuert sei. Aber er will ja nicht nachtragend sein. Also organisiert er selber die Fahrt zum Schloss Bellevue. Dort angekommen knallt ihm der Bundespräsident die Tür vor der Nase zu und sagt ihm direkt ins Gesicht, dass für ihn kein Platz da wäre und Zeit habe er auch nicht für ihn. Aber wenn er unbedingt wolle, im Gesindehaus sei in einem Doppelzimmer noch ein Bett frei.

Spätestens jetzt würde wohl jeder Staatsgast wohl wutentbrannt sein „Gastland“ verlassen und so bald auch nicht wieder dort auftauchen.

Was gerade vielleicht ein wenig lächerlich geklungen hat, liebe Gemeinde, ist nichts anderes als wir es mit unserem Herrn gemacht haben.
Da kommt der Schöpfer des Himmels und der Erde auf diese Welt und was haben wir für ihn übrig; gerade mal einen Platz im Stall.

Als kleines Kind in der Krippe konnte Jesus noch nicht von sich aus den Rückzug antreten. Aber später als ihm stellenweise unverhohlener Hass entgegengebracht wurde, spätestens da hätten wir doch alle gesagt:
Schluss, aus, Ende. Doch nicht so unser Herr. Aus lauter Liebe zu seinen Geschöpfen bleibt er. Aus lauter Liebe zu seinen Geschöpfen zahlt er am Kreuz das Lösegeld für die Schulden aller seiner Geschöpfe.

Das ist doch mal ein Grund, um im Gebet aus vollem Herzen „Danke, Herr“ zu sagen.

3. Die Ausnahmen

Die ihn aber aufnahmen, denen gab er die Macht, Gottes Kinder zu werden.

Es muss dann wohl doch Ausnahmen gegeben haben. Nicht alle haben ihn abgelehnt. Einige haben ihn aufgenommen. Wer waren denn die Ausnahmen? Es war nicht der Klerus, liebe Gemeinde. Und es war auch nicht das Wohlstandsbürgertum.

Es waren ganz einfache Hirten. Der Klerus hatte so seine Probleme mit Jesus, dem Nazarener. Alles lief doch gut und dann wird man nur noch kritisiert. Dem Wohlstandsbürgertum hatte Jesus auch gehörig auf die Füße getreten, was diesem natürlich gar nicht gefiel.

Was war bei den Hirten anders? Die Hirten glaubten einfach, das, was die Engel ihnen berichteten. Da wurde nicht das pro und contra erwägt. Was die Engel sagten wurde für bare Münze hingenommen. Die Hirten machten einfach. Die Hirten machten sich auf, um das Kind in der Krippe
zu besuchen. Sie gingen einfach den Weg, den ihnen der Herr in ihr Herz gelegt hatte. Wie sieht das denn heute bei uns aus? Gehen wir auch noch ganz einfach den Weg, den der Herr von uns erwartet, oder suchen wir ständig Ausflüchte, um vielleicht doch noch nicht losgehen zu müssen.

Und als drittes sagten die Hirten genau dies 1:1 weiter, was sie erlebt hatten. Das ist übrigens etwas, was der Herr auch heute noch von uns erwartet.

Der Glaube, liebe Gemeinde, ist also kein theoretischer Konstrukt, der nur wenigen hochintellektuellen Menschen vorbehalten ist. Der Glaube ist ganz einfach. Einfach das tun, was Jesus sagt. Wenn wir dies tun, dann sind wir nicht nur Gottes Geschöpfe, sondern seine Kinder, die er über alles liebt.

Lassen Sie uns doch heute einmal damit beginnen auf das zu hören was Jesus uns sagt. Und lassen Sie und dies doch so weitersagen, wie Jesus es gern haben möchte. Nehmen wir uns doch dafür etwas länger Zeit. Wie wäre es bis zum 24.12.2015 ?

Was wir tun sollen, das beschreibt sehr schön der 2. Vers des Weihnachtsliedes „Kommet ihr Hirten…“, der da lautet, wie folgt:

Lasset uns sehen in Bethlehem Stall,
was uns verheißen der himmlische Schall !
Was wir dort finden, lasset uns künden,
lasset uns preisen in frommen Weisen.
Halleluja !

Der Herr mache Dein Herz weit, damit er bei Dir Einzug halten kann
Der Herr lasse Dein Herz erkennen, was Du für ihn tun kannst
Der Herr lasse Dein Herz überströmen vor lauter Freude an ihm und seiner
Herrlichkeit

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen noch einen besinnlichen 2. Weihnachtsfeiertag. Bis zum nächsten Sonntag wünsche ich Ihnen allen Gottes reichen Segen.

Es grüßt Sie recht herzlich
Ihr
Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 1. Weihnachtsfeiertag.
Unser Predigttext für den heutigen Weihnachtstag ist die direkte Fortsetzung des gestrigen Predigttextes. Wir finden den Predigttext wieder im 2. Kapitel des Lukasevangeliums, diesmal die Verse 15-20. Lassen Sie und diese Verse zunächst gemeinsam lesen:

Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber
behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, und priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.

Liebe Gemeinde,

wie gehe ich eigentlich mit der Weihnachtsfreude um, die ich gestern gehört habe ? Ich könnte mir ein Beispiel an den Hirten nehmen, wie diese mit der Weihnachtsfreude umgegangen sind, als sie die
Engelsbotschaft vernommen hatten. Aus der Weihnachtsfreude der Hirten heraus machten sie genau drei Dinge, die auch für uns heute 2000 Jahre später noch direkt umsetzbar sind.

1. Sich aufmachen

Als die Engel gegangen waren, brannten die Hirten darauf, mehr von dem zu sehen und zu erfahren, was sie gerade gehört hatten. Sie machten sich also auf, um Jesus zu sehen. Liebe Gemeinde, das ist der erste Schritt eines Christen, der Schritt hin zu Jesus.

Machen wir das heute auch noch? Ist es nicht vielmehr so, dass wir eine Botschaft hören, diese wahrnehmen, aber dann wieder in den Alltagstrott zurückfallen. Das hätten die Hirten ja auch tun können. Sie hätten sich ja sagen können: Gut und schön, haben wir alles gehört und jetzt aber wieder flugs an die Arbeit. Genau das taten sie eben nicht, weil ihr Herz brannte, es brannte darauf Jesus zu sehen.

Nun können wir dieses Brennen in unseren Herzen natürlich nicht erzwingen. Das zu versuchen, wäre auch der größte Unsinn. Aber, liebe Gemeinde, wir können uns auf den Weg machen, um Jesus zu begegnen. Und wenn wir ihn ehrlichen Herzens suchen, dann wird er sich von uns finden lassen. Und dann werden auch unsere Herzen brennen.

Er hat uns schließlich versprochen bei uns zu sein alle Tage bis an der Welt Ende. Wir müssen nur zu ihm kommen. Wie macht man das? Lassen wir einmal alles fromme Gedöns bleiben und beten ganz einfach zu unserem Herrn. Keine wohlformulierten stilistisch einwandfreien Gebete. Nein, ein einfaches: „Herr ich will Dein Kind sein“ reicht vollkommen aus.

Dann schadet es sicherlich nicht wenn wir uns, nachdem wir uns geistig auf den Weg gemacht haben, uns auch körperlich auf den Weg machen. Das heißt, dass es uns gut tut, die Gemeinschaft von anderen Christen zu suchen und in dieser Gemeinschaft zu verweilen.

2. Worte im Herzen bewahren

Maria bewahrte alle Worte in ihrem Herzen, so lesen wir es in unserem Predigttext. Auch wir heute im 21. Jahrhundert sind angehalten, das gleiche zu tun, wie Maria es getan hat. Bevor ich aber Worte in meinem Herzen bewahren kann, muss ich diese Worte erst einmal aufgenommen haben.

Die Worte unseres Herrn aufzunehmen geht ganz einfach, indem wir eine Bibel zur Hand nehmen und uns das Neue Testament im wahrsten Sinne des Wortes zu Herzen nehmen. Lesen allein reicht dabei häufig nicht aus.
Nehmen wir uns doch die Zeit, über einen bestimmten Text nach der Lektüre nachzudenken, zu meditieren und zu beten. So können wir diesen Text auch nachhaltig in unserem Herzen bewahren. So kann dieser Text auch direkt an und in uns arbeiten.

Und auch hier schadet es nicht, wenn wir die Gelegenheit nutzen, uns einer christlichen Gemeinschaft anzuschließen in deren Bibelstunden wir gemeinsam über das Wort Gottes nachdenken können.

Je häufiger wir dies tun, desto fester werden wir die Worte unseres Herrn in unserem Herzen verankern.

3. Die Umkehr

Nachdem die Hirten sich von dem überzeugt hatten, was die Engel ihnen verkündet hatten, kehrten sie um, priesen und lobten Gott, den Herrn.

Während wir uns bei dem geistigen und körperlichen Aufmachen quasi im Innenverhältnis bewegen, kommt jetzt das Außenverhältnis an die Reihe.
Zunächst haben wir uns aufgemacht, haben uns vielleicht sogar einer christlichen Gemeinschaft angeschlossen und nehmen regelmäßig an deren Veranstaltungen teil.

So, jetzt müssen wir anerkennen, dass es sich bei der frohen Botschaft nicht um eine Geheimbotschaft handelt, die nur für Eingeweihte Gültigkeit besitzt und nur denen auch vorbehalten bleibt. Gott möchte nicht, dass auch nur ein Mensch verloren geht. Uns hat er ja schon erreicht. Wir sind ja schon seine Nachfolger und Jünger. Unsere Herzen brennen ja schon für den Herrn.

Natürlich, liebe Gemeinde, ist es in unseren Versammlungen unter Gleichgesinnten immer sehr beschaulich und gemütlich. Natürlich gehen wir aus diesen Veranstaltungen auch wieder gestärkt hinaus. Das ist alles überhaupt keine Frage.

Jesus möchte, dass es Ihrem Nachbarn, der vielleicht noch gar nichts von der frohen Botschaft weiß, dass es dem einmal genau so geht, wie Ihnen. Jesus möchte, dass auch sein Herz genauso für ihn brennt, wie es unsere Herzen tun. Wir ahnen schon, dass wir alles andere sein sollen, als ein
christlicher Kuschelclub.

Salopp ausgedrückt sagt Jesus zu uns: Und jetzt aber ab hinaus in die weite Welt. Wir erinnern uns sicherlich alle daran, wie Mose dem Befehl es Herrn, sein Volk aus Ägyptenland zu führen anfangs recht skeptisch gegenüberstand. Er sei kein Mann der großen Worte, also hat ihm Gott den rhetorisch kundigeren Aaron an die Seite gestellt. Und so ging es eine ganze Zeit weiter, bis Mose schließlich seine Aufgabe übernommen hat.

Wenn schon der große Glaubensheld Mose an seinen Fähigkeiten zweifelte, dann dürfen wir dies erst recht. Aber wir dürfen uns auch darauf verlassen, dass unser Herr uns niemals unvorbereitet irgendwo hin sendet, wo wir in seinem Sinne tätig sein sollen. Wir dürfen uns bei unserer Missionsreise in die Welt darauf verlassen, dass uns der Herr schon ganz genau zeigen wird was wir wann wo und wie machen sollen.

Wir müssen ihm nur zuhören und dürfen unsere Ohren nicht auf Durchzug stellen.

Vielleicht sitzen wir ja gerade an diesen Feiertagen mit Freunden und Familien zusammen und es ergibt sich die Möglichkeit diese frohe Botschaft in diesem Kreise anzusprechen. Das kann schon bei ganz kleinen Dingen anfangen, bei der christlichen Weihnachtskarte zum Beispiel. Eine Tante von mir hatte die Angewohnheit, einem jeden Geschenk einen Anhänger beizufügen auf dem sie ein Bibelzitat schrieb.

Nutzen wir doch auch diese Möglichkeiten, die uns der Herr schenkt.

Unseren Auftrag als Christen beschreibt der Liederdichter Johann Rist sehr schön in dem 3. Vers seines Liedes: „Brich an, du schönes Morgenlicht…“ (EG 33), der da lautet, wie folgt:

Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ, sei dir von mir gesungen,
dass du mein Bruder worden bist und hast die Welt bezwungen;
hilf, dass ich deine Gütigkeit stets preis in dieser Gnadenzeit
und mög hernach dort oben in Ewigkeit dich loben.

Der Herr gebe Dir die Kraft, Dich aufzumachen hin zu ihm
Der Herr verankere sein Wort ganz fest in Deinem Herzen
Der Herr mache Dein Herz fröhlich, um ihn allezeit zu loben und zu preisen

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Weihnachtsfeiertag.

Bis zum morgigen Tage grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am 1. Sonntag nach Weihnachten.
Unseren heutigen Predigttext finden wir bei dem Propheten Jesaja, Kapitel 49, die Verse 13-16. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Jauchzet, ihr Himmel; freue dich, Erde ! Lobet, ihr Berge, mit Jauchzen ! Denn der Herr hat sein Volk getröstet und erbarmt sich seiner Elenden.
Zion aber sprach: Der Herr hat mich verlassen, der Herr hat meiner vergessen. Kann auch eine Frau ihr Kindlein vergessen, dass sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes ? Und ob sie seiner vergäße, so will ich doch deiner nicht vergessen. Siehe, in die Hände habe ich dich gezeichnet; deine Mauern sind immerdar vor mir.

Liebe Gemeinde,

ein typisch nachweihnachtlicher Predigttext, der uns heute erwartet.
Warum, werden Sie fragen. Lassen Sie uns dies an drei Punkten herausfinden.

1. Die Begeisterung

Es ist noch nicht lange her, da herrschte überall vorweihnachtliche Stimmung. Schaufenster waren weihnachtlich dekoriert und von den Weihnachtsmärkten her duftete es überall nach weihnachtlichen Gewürzen.

Irgendwie ließ man sich dann doch anstecken von dem Weihnachtsfieber um einen herum. Und natürlich ging man am Heiligabend in die Kirche.
Kurzum: Weihnachten hatte uns ergriffen.

So, liebe Gemeinde, geht es auch vielen Menschen, die sich zu unserem Herrn bekehrt haben. Am Anfang sind sie vor Engagement und Einsatz gar nicht mehr zu bremsen. Alles scheint auf einmal auf Wolke 7 zu schweben.

Und dann kommt er doch der

2. Der Alltag

Weihnachten ist vorbei und irgendwie scheint auch der Zauber der Weihnacht verschwunden zu sein. Gottes Zusagen klingen uns noch im Ohr, wenn wir an die Weihnachtsgottesdienste denken, aber irgendwie ist Ernüchterung eingetreten.

Und auf einmal haben uns auch all die großen und kleinen Probleme wieder eingeholt, die wir vorweihnachtlich an die Seite geschoben haben.

Wenn wir die Tageszeitungen aufschlagen oder die Nachrichten hören, dann ist es wie vor Weihnachten: Kriege an allen Enden der Welt und nicht mehr der Friede der Weihnacht.

So ging es auch den Israeliten aus unserem Predigttext, die sich nach wie vor in babylonischer Gefangenschaft befanden. Den Blick nur auf ihre Probleme gerichtet kamen sie zu der Überzeugung, dass Gott sie wohl vergessen hat.

Dies ist kein Phänomen, welches nur die Israeliten betraf, nein liebe Gemeinde, dieses Phänomen kennen wir doch auch heute noch. Wir ackern und rackern uns ab, wir tun alles und doch scheint uns Gott vergessen zu haben. Ganz verloren und allein gelassen fühlen wir uns in solchen Momenten.

Diese Momente gibt es in jedem Christenleben. Wir leben ja nicht nur umgeben von unserem Herrn und Seinen Engeln, sondern auch umgeben von Satan und seinen finsteren Mächten in dieser Welt. Satan versucht bis zum Ende unseres Lebens, uns von Gott weg zu locken.

Wenn dann mal alles nicht so läuft, wie wir es gerne hätten, dann flüstert seine leise Stimme schon mal in unser Ohr: „Na, er kann wohl doch nicht alles. Er lässt Dich ja ganz schön im Stich.“ Dies sind manchmal ganz schön bittere Situationen in unserem Leben. Aber wir haben sie ja immer wieder:

3. Gottes Zusage

Gott hat uns nicht vergessen, ER vergisst uns nicht und ER wird uns auch niemals vergessen.
Dieser Zusage dürfen wir absoluten Glauben schenken.
Egal in welch misslicher Situation wir uns auch immer befinden, wir dürfen darauf vertrauen, dass ER da ist, wenn wir Seine Hilfe benötigen.

Wer unter uns Kinder hat, der wird es sicherlich kennen, dieses Gefühl, dass man sein Kind niemals im Stich lassen kann. Egal, was das Kind auch macht, es wird immer wieder von der elterlichen Liebe aufgefangen. So liebt uns Gott. Nun kann es Situationen geben, wo Eltern doch ihre Kinder aufgeben. Diese Situation betont Gott, diese Situation gibt es bei Ihm nicht.

In allen Lebenslagen ist Gott für uns präsent. Daher brauchen wir auch nicht verzweifeln, wenn uns satanische Stimmen erreichen. Lassen wir ihn und seine Vasallen ruhig reden. Aber lassen sie uns all unser Vertrauen nur auf den einen lebendigen Gott werfen.

Jesus sagt es uns in Matthäus 28 doch sehr schön:
„Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

Das bedeutet aber nicht, dass wir als Jesusjünger ein Leben ohne Probleme führen und alles Leid fortan von uns ferngehalten wird. Nein, liebe Gemeinde, dies ist nicht der Fall. Aber alle, die allein auf IHN trauen, die trägt Er durch ihr Leid hindurch und denen hilft Er, mit allen Nöten, Sorgen und Problemen leben zu können.

Und eines sollten wir noch mitnehmen von diesem Weihnachtsfest. Wir alle, die wir diesem lebendigen Gott gehören, wir alle, also unser aller Namen sind in Seine Hände gezeichnet. Seine Führung und Sein Schutz gilt ewiglich. Auch über unser irdisches Leben hinaus.

Daher lassen Sie uns alle nicht immer gleich an Problemen verzweifeln oder gar den falschen Ratgebern vertrauen. Nehmen wir doch das Weihnachtsgefühl ein Stück weit mit in das nun herannahende neue Jahr.

Lassen wir uns doch das ganze Jahr tragen von der festen Zusage Gottes, dass ER immer für uns sorgen wird.

Diese Führung Gottes beschreibt der Liederdichter Ignaz Franz sehr schön in dem 9. Vers seines Liedes: „Großer Gott, wir loben dich…“ (EG331), der da lautet, wie folgt:

Sieh dein Volk in Gnaden an, Hilf uns, segne Herr dein Erbe;
leit es auf der rechten Bahn, dass der Feind es nicht verderbe.
Führe es durch diese Zeit, nimm es auf in Ewigkeit.

Der Herr leite Dich durch SEIN Wort, wenn Zweifel bei Dir entstehen
Der Herr führe Dich durch alle Nöte und Sorgen Deines Lebens hindurch
Der Herr begleite Dich auf allen Deinen Wegen, die Du mit IHM gehst

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen Sonntag.
Bis zum Silvesterabend verabschiede ich mich und sende Ihnen allen herzliche Segensgrüße.

Ihr

Ulrich Naber