Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Erntedanktag des Jahres 2018. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Timotheusbrief, Kapitel 4, die Verse 4-5. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird; denn es wird geheiligt durch das Wort Gottes und Gebet.

Liebe Gemeinde,

Erntedanktag, das Wort beinhaltet ja schon das Wort Dank. Und doch geht es um weit mehr, als nur um den Dank. Ein Landwirtschaftsjahr neigt sich dem Ende, Zeit einmal Bilanz zu ziehen. Vieles ist in diesem Jahr geschehen. Dürre und Starkregenfälle haben der Ernte stark zugesetzt. Und doch ist wieder alles zu einem guten Ende gekommen. Schauen wir uns doch heute einmal anhand eines Landwirtschaftsjahres den Kreislauf des Dankens an und wie Bitten, Empfangen und Danken zusammenhängen:

1. Bitten

Gerade in der Landwirtschaft wissen wir nicht, was alles passieren wird. Der letzte Sommer war total verregnet, der diesjährige Sommer weitaus zu trocken.

Gerade weil wir nicht wissen was die Zukunft bringt, dürfen wir all unsere Nöte und Sorgen vor den Herrn tragen. Er sagt ja in Johannes 14,13: “ Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun.“ Das bedeutet nun beileibe nicht, dass unser Herr ein Wunscherfüllung-Automat ist, wo man oben die Wünsche eingibt und sie unten herauskommen.

Er sagt ja, was ihr bitten werdet IN MEINEM NAMEN. Und das erinnert uns doch stark an das Vaterunser, wo wir beten „Dein Wille geschehe“. Wir dürfen Gott all unsere Bitten vorlegen, ER wird aber immer nur diejenigen Wünsche erfüllen, die zu unserem Besten dienen. Auch wenn wir dies auf den ersten Blick gar nicht einsehen können oder wollen.

Gerade im Bitten zeigt sich unser Vertrauen auf den Herrn. Wo wir nicht mehr weiterkönnen, da können wir ihn um seine Hilfe bitten. Und dann können wir ganz unbekümmert wieder unsers Weges gehen, wohlwissend dass da jemand im Hintergrund an unserem Anliegen arbeitet.
Wir werden immer wieder in Schwierigkeiten kommen, das steht außer Frage. Aber wir haben einen bei uns, der uns auch dabei zur Seite steht, wenn es darum geht, wie wir diese Schwierigkeiten bewältigen.

2. Empfangen

Empfangen heißt: Entgegennehmen, bekommen, erhalten. Dies sind also passive Vorgänge, wo wir selber nicht aktiv werden.

Aber dann muss es ja auf der anderen Seite einen geben, der uns diese Geschenke bereitet, die wir von ihm empfangen. Ja, den gibt es natürlich auch. Es ist unser himmlischer Vater, der uns das Geschenk der reichen Ernte, wie wir sie heute stellvertretend auf den Altären bewundern dürfen schenkt.

Wir müssen uns das einmal so vorstellen: Nach der Aussaat können wir rein gar nichts mehr für die Ernte tun. Wir können zwar mit den Pflanzen reden, macht aber wenig Sinn. Wir können sie auch jeden Tag aus dem Boden ziehen und schauen, ob sie schon Wurzeln getrieben haben, macht natürlich noch weniger Sinn.

Wir können aber auch abwarten bis zur Ernte und uns dann anschauen, was uns der Herr so alles geschenkt hat.

Das ist nicht nur in der Landwirtschaft so, das ist in unser aller Leben genauso. Viele Dinge in unserem Leben entziehen sich unserem Einfluss, da bleibt uns nur, abzuwarten und zu schauen, was der Herr daraus macht.

Es gibt ein sehr schönes altes Kirchenlied, welches dies beschreibt. Schauen wir uns den ersten Vers einmal an:

Wer nur den lieben Gott lässt walten und hoffet auf ihn allezeit,
den wird er wunderbar erhalten in aller Not und Traurigkeit.
Wer Gott, dem Allerhöchsten traut, der hat auf keinen Sand gebaut.

Geben wir doch dem Herrn auch in unserem Leben vertrauensvoll die Zeit, damit er in uns und an uns und für uns wirken kann.

3. Danken

Jetzt kommen wir zu dem zentralen Thema des heutigen Tages, dem Thema Danken. Am heutigen Tage danken wir dem Herrn, dass er uns auch für das kommende Jahr wieder mit Nahrungsmitteln versorgt hat.

Ja, liebe Gemeinde, auch wenn das Brot aus dem Supermarkt kommt, aber ohne den Weizen auf unserem Altar gäbe es kein Brot. In unserer Zeit nehmen wir vieles als allzu selbstverständlich hin.

Es ist kein Problem, sich an allen Ecken und Enden mit Nahrungsmitteln 24 Stunden am Tag zu versorgen. In Afrika sieht die Sache schon ganz anders aus. Da sind Menschen schon froh, wenn sie überhaupt einen Schale Reis am Tag zusammenbekommen. Von sauberem Trinkwasser, welches bei uns aus dem Wasserhahn kommt mal ganz zu schweigen.

Wenn wir uns dies wieder einmal bewusst machen, dann fällt es uns sicherlich ganz leicht, unserem Herrn jeden Tag für unser täglich Brot zu danken.
Wen mir wieder einmal bewusst wird, wer denn alles, was wir hier sehen, hat wachsen lassen, dann komme ich auch ganz schnell von meinem hohen Ross herunter. Wir haben eben nicht alles selbst in der Hand, wie wir es irrtümlicherweise so gern annehmen.

Wenn ER nicht Wachsen und Gedeihen schenkt, dann brauchen wir gar nicht auf die realen Felder und die Felder unseres Lebens zu gehen, um eine Ernte einzufahren.

Ich bin ganz bestimmt kein Umweltaktivist. Dafür fehlen mir auch die Kenntnisse. Aber eines weiß ich: Wir können noch so viel Dünger auf die Felder bringen und noch so viele Pestizide anwenden, wenn ER es nicht wachsen lässt, dann sind all unsere Bemühungen umsonst.
Lassen Sie uns dem Herrn zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes danken, indem wir gemeinsam in den 8. Vers des Liedes „Geh aus mein Herz, und suche Freud“ (EG 503) von Paul Gerhardt einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Ich selber kann und mag nicht ruhn, des großen Gottes großes Tun
erweckt mir alle Sinnen;
ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt,
aus meinem Herzen rinnen, aus meinem Herzen rinnen.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Erntedanktag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr
Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 16. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 2. Timotheus, Kapitel 1, die Verse 7-10. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. Darum schäme dich nicht des Zeugnisses von unserem Herrn noch meiner, der ich sein Gefangener bin, sondern leide mit mir für das Evangelium in der Kraft Gottes. Er hat uns selig gemacht und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht nach unseren Werken, sondern nach seinem Ratschluss und nach der Gnade, die uns gegeben ist in Christus Jesus vor der Zeit der Welt, jetzt aber offenbart ist durch die Erscheinung unseres Heilands Christus Jesus, der dem Tod die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat durch das Evangelium.

Liebe Gemeinde,

einige unter uns können sich sicherlich an die Starwars-Filme erinnern und den Abschiedsgruß der Jedi: „Möge die Macht mit dir sein.“ Einen ähnlichen Gruß sehen wir in unserem heutigen Predigttext, welcher in einer anderen Übersetzung lautet: „Möge die Kraft Gottes mit dir sein.“

Wer mich ein wenig näher kennt, der weiß, dass ich derartige Allgemeinplätze nicht besonders mag, sondern eher das Konkrete vorziehe. Wenn also die Kraft Gottes mit mir sein möge, dann möchte ich schon gern wissen, woraus denn genau diese Kraft besteht und woraus nicht. Unser heutiger Predigttext beantwortet uns auch genau diese Frage. Gehen wir der Antwort doch einmal etwas näher auf den Grund.

1. Die Kraft der Liebe

Das Wort Liebe kann sowohl mit „eros“ aber auch mit „agape“ übersetzt werden. Über eros und dessen Bedeutung müssen wir uns sicherlich nicht lange unterhalten. Bei agape sieht dies schon etwas anders aus.

Wenn Gott uns die Kraft der Agape geschenkt hat, dann handelt es sich eben nicht um menschliche Liebe, sondern um die von Gott inspirierte uneigennützige Liebe. Diese Kraft der uneigennützigen Liebe weist gegenüber der menschlichen Liebe einige Besonderheiten auf.

Agape ist voll schenkender Güte. Wenn ich etwas verschenke, dann gebe ich dies gern und erwarte auch keine Gegenleistung. Wenn ich also meinen Mitmenschen Güte zuteil werden lasse, dann erwarte ich nicht, dass ich genau diese Güte wieder zurückerhalte. Agape schenkt bedingungslos und erwartet nichts vom anderen als Gegenleistung. Die Kraft der Agape äußert sich auch in der gegenseitgen Treue.

Gegenseitige Treue bedeutet zum einen meine Treue gegenüber Gott. Dass wir Gott treu sind, das ist doch selbstverständlich. Oder etwa nicht ? Schauen wir doch nur einmal auf all die kleinen und großen Verführungen, welche uns von dieser Treue abhalten möchten. Wie schnell sind wir geneigt, diesen Versuchungen nachzugeben. Da ist es dann schon gut zu wissen, das Gott uns mit Agape genau diese Kraft der Treue zu ihm geschenkt hat, die wir benötigen, um nicht gleich jeder Versuchung nachzugeben.

Die Kraft der Agape ist aber auch die Kraft der Treue gegenüber meinen Mitmenschen. Genau diese Agape gibt mir die Kraft nicht nur Gott, sondern auch meinen Mitmenschen gegenüber treu zu sein. Und zwar auch dann, wenn diese es nach menschlichem Ermessen eben gerade nicht verdient haben. Wenn diese Menschen vielleicht genau das Gegenteil von Agape verdient hätten, dann gibt mir Gott gerade die Kraft, dieses Reaktionsmuster zu unterbrechen.

Die Kraft der Agape ist auch die Kraft der Barmherzigkeit und der Gnade. Wir leben ja in einer Zeit die nach dem Motto „Wie du mir so ich dir“ geprägt ist. Agape hilft uns auch hier, dort barmherzig zu reagieren, wo eigentlich Rache angesagt wäre. Barmherzigkeit und Gnade sind ja Begriffe, die uns Christen immer mal wieder um die Ohren gehauen werden im Zusammenhang mit dem Begriff „Weicheier“.

Genau das sind wir Christen allerdings nicht. Barmherzigkeit und Gnade heißt eben nicht das berühmte „Schwamm drüber“. Barmherzigkeit heißt im Prinzip nur: „Das, was du mir angetan hast, von dem steckt auch ein Teil in mir. Und weil mir verziehen wurden ist, verzeihe ich dir auch.“ Wenn ich mein vermeintliches Recht durchsetzen würde, dann müsste ich mich selber auch richten. Weil mir Barmherzigkeit wiederfahren ist, kann ich dies in Form der Gnade auch an meine Mitmenschen weitergeben. Gnade heißt nicht alles und jedes zu tolerieren oder zu akzeptieren, was uns unsere Mitmenschen antun. Gnade vor Recht ergehen lassen bedeutet, dass der andere genau weiß, was er getan hat, und dies zutiefst bereut. Die Kraft der Agape bedeckt meine Wut, wenn wir so wollen, mit der göttlichen Liebe.

2. Die Kraft der Besonnenheit

Liebe Gemeinde, hiermit ist die Kraft des Heiligen Geistes gemeint. Mit dem heiligen Geist ist Gott bei uns eingezogen. Dieser Heilige Geist führt und leitet uns unser ganzes Leben lang. Er zeigt uns genau, was wir tun oder aber besser lassen sollten.

Das setzt natürlich voraus, dass wir auch auf ihn hören. Jeder von uns kann die Stimme des Heiligen Geistes mit dem Lärm des Alltages übertönen. Gott zwängt sich bekanntermaßen keinem auf. Nehmen wir einmal an, wir hätten einen guten Freund, von dem wir wüssten, dass er uns in allen unseren Lebenslagen stets und immer richtig berät. Ich glaube, jeder von uns wäre gut beraten, diese Freundschaft auch entsprechend zu pflegen.

Das schöne ist, dass wir diesen besten Freund in Form des Heiligen Geistes bereits besitzen. Wir sollten nun auch dies Freundschaft pflegen. Und wie pflegt man eine Freundschaft? Nun, zum Beispiel indem man mit dem Freund regelmäßig redet. Nicht nur mal so eben zwischen Tür und Angel. Nein, jeden Tag ganz ausführlich. Und dann wäre es natürlich auch dienlich, wenn man die guten Ratschläge des Freundes auch beherzigt. Niemand würde dauerhaft unser Freund sein wollen, wenn wir seine Ratschläge immer in den Wind schlagen würden.

Die Kraft des Heiligen Geistes versetzt uns also in die Lage, das jeweils beste Verhalten zu erkennen. Das ist das eine. Der Heilige Geist versetzt uns auch in die Lage, dies unseren Mitmenschen weiter zu geben. Notfalls auch mit Worten, aber viel besser geht dies mit Taten.

3. Keine Furcht

Von den soeben beschriebenen Kräften dürfen wir unser Leben lang zehren. Wissen Sie, was das schönste daran ist? Feigheit, Ängstlichkeit und Furchtsamkeit gehören in dem Moment der Vergangenheit an, wo wir uns auf diese Kräfte berufen mit denen uns unser Herr ausgestattet hat.

Natürlich kommen wir alle immer wieder in Situationen die uns Sorgen bereiten oder gar Angst machen. Genau in diesen Situationen sollen wir uns aber immer wieder daran erinnern, dass uns Gott nicht den Geist der Furcht, sondern die Kraft der Liebe und der Besonnenheit gegeben hat.

Darum trage ich diesen ersten Satz unseres Predigttextes nicht nur im Herzen, sondern er befindet sich überall als Memo, wo ich mich für gewöhnlich aufzuhalten pflege. Ich kann aus meiner eigenen Erfahrung nur sagen, dass dies sehr hilfreich ist.

Probieren Sie es doch einfach einmal selber aus.

Wenn wir uns dies immer wieder in unser Gedächtnis rufen, dann können wir frohen Mutes in den 5. Vers des Liedes „Jesus lebt, mit ihm auch ich!“ (EG 115) von Chrsitian Fürchtegott Gellert einstimmen, der da lautet, we folgt:

Jesus lebt! Ich bin gewiss, nichts soll mich von Jesus scheiden,
keine Macht der Finsternis, keine Herrlichkeit, kein Leiden.
Seine Treue wanket nicht; dies ist meine Zuversicht.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche unter der festen Gewissheit dass die Kraft der Liebe und der Besonnenheit immer in uns wohnt.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 3. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Timotheusbrief, Kapitel 1, die Verse 12-17. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Lobpreis der göttlichen Barmherzigkeit

Ich danke unserem Herrn Jesus Christus, der mich stark gemacht hat und für treu erachtet hat und in das Amt eingesetzt, mich, der früher ein Lästerer und ein Verfolger und ein Frevler war; aber mir ist Barmherzigkeit widerfahren, denn ich habe es unwissend getan, im Unglauben. Es ist aber desto reicher geworden die Gnade unseres Herrn samt dem Glauben und der Liebe, die in Christus Jesus ist. Das ist gewisslich war und ein Wort, des Glaubens wert, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, die Sünder selig zu machen, unter denen ich der erste bin. Aber darum ist mir Barmherzigkeit widerfahren, dass Christus Jesus an mir als erstem alle Geduld erweise, zum Vorbild denen, die an ihn glauben sollten zum ewigen Leben. Aber Gott, dem ewigen König, dem Unvergänglichen und Unsichtbaren, der allein Gott ist, sei Ehre und Preis in Ewigkeit! Amen.

Liebe Gemeinde,

ein zentrales Thema unseres heutigen Predigttextes ist das der göttlichen Barmherzigkeit. Was verstehen wir eigentlich unter der göttlichen Barmherzigkeit? Ich glaube, was wir als göttliche Barmherzigkeit bezeichnen, besteht aus drei Elementen, welche wir uns heute Morgen einmal näher anschauen wollen. Göttliche Barmherzigkeit können wir auch als ein dreifaches Geschenk betrachten, welches aus folgenden Gaben Gottes besteht:

1. Die Gnade

Wenn wir das bekommen würden, was wir eigentlich verdient hätten, dann würde wohl kaum einer von uns in den Himmel kommen. Wir würden uns allesamt nach unserem Tode direkt in der Hölle wiedersehen. Das wäre auch keine göttliche Strafe. Nein, es wäre göttliche Gerechtigkeit, die dem Sünder das gibt, was er verdient hat.

Gnade hingegen ist genau das Gegenteil der Gerechtigkeit. Gnade ist ein Teil der göttlichen Barmherzigkeit. Wir bekommen von Gott die Möglichkeit geschenkt, der Hölle und der ewigen Qual zu entfliehen. Aber nicht nur das; Gott schenkt uns in seiner göttlichen Barmherzigkeit die Möglichkeit, für immer und ewig mit ihm zusammen leben zu dürfen.

Gott schenkt uns, wenn wir es so wollen, ein ganz neues Leben. Nehmen wir einmal an, jemand hat ihr Auto gestohlen. Als er erwischt worden ist, ist das Auto ramponiert und auch keinen Pfifferling mehr wert. Der Dieb gesteht Ihnen gegenüber seine Reue ein und entschuldigt sich auch für das Ungemach, welches er Ihnen bereitet hat. Und was machen Sie ? Sie schenken dem Dieb gleich ein neues Auto. Ich glaube, das würde wohl keiner von uns tun. Wir sind ja nicht vollkommen verrückt.

Aber wie verrückt muss Gott wohl sein, wenn er dies genau so macht? Unser altes, reichlich ramponiertes Leben tauscht er gegen eine neues Leben ein. Wir müssen es nur bereuen, dieses alte sündenreiche Leben. Ist Gott total verrückt? Ja, das ist er, verrückt nach Liebe und Sehnsucht zu seinen Geschöpfen, die er wieder zu seinen Kindern machen will. Und so kann er gar nicht anders, als gegenüber dem reuigen Sünder Gnade walten zu lassen.

2. Der Glaube

Liebe Gemeinde, der Glaube ist nicht etwas, was wir uns selber ausgedacht haben oder etwas, was wir irgendwann einmal verstandesmäßig begriffen haben. Der Glaube ist ein Geschenk Gottes an uns, welches uns ermöglicht, Die Erlösungstat des Herrn Jesus und als wahr zu erkennen und diese dann auch im Glauben anzunehmen.

Von Geburt an sind unsere Augen gegenüber dem Glauben nämlich total blind. Ein Blinder kann sich noch so sehr anstrengen, er wird nicht von sich aus sehen können. Ein Blinder kann noch so viele Hörbücher über das Sehen gehört haben, aber er wird dadurch nicht sehend.

Das Wunder des Glaubens ist ähnlich gelagert. Alle unsere Anstrengungen und hochintellektuellen Bemühungen führen niemals dazu, dass wir zum Glauben finden. Dazu bedarf es wieder der göttlichen Barmherzigkeit.

Wenn wir ehrlich auf der Suche nach Gott sind, dann öffnet uns Gott irgendwann unsere inneren Augen des Glaubens. Dann können unsere inneren Augen sehen, was wir vielleicht schon lange irgendwie vermutet haben.

Das ist auch die Krux gegenüber noch Ungläubigen. Wem die inneren Augen noch nicht aufgetan worden sind, der wird all unsere Glaubensgewissheit schnell als religiöse Spinnerei abtun. Allerdings sollten wir bitte immer daran denken, dass auch wir vor der Öffnung unserer inneren Augen alle ein wenig so gedacht haben. Wie der Herr unsere inneren Augen aufgetan hat, sollen wir unsere Mitmenschen ermutigen, den Herrn ebenfalls darum zu bitten, doch auch ihre Augen des Glaubens zu öffnen.

3. Die Liebe

Echte wahrhaftige von Gott her stammende Liebe konnten wir alle am Beispiel der Mutter Teresa bewundern. Mit welcher Hingabe sie geradezu nimmermüde ihren Dienst versehen hat, das war schon bewundernswert.

Doch bei aller Bewunderung dürfen wir eines niemals vergessen: Die Kraft dieser göttlichen Liebe stammte nicht von ihr, sondern von Gott. Uns ist Gnade widerfahren und unsere inneren Augen dürfen den Herrn begreifen. Wenn wir den Herrn erkennen können, dann erkennen wir auch seine göttliche Liebe, die er in sich trägt und die er auf uns überträgt. Genau mit dieser göttlichen Liebe mit der ER uns liebt, sollen wir auch unsere Mitmenschen lieben.

Diese göttliche Liebe ist wie eine Fackel, die uns an die Hand gegeben wird, um das Dunkel der Welt ein wenig heller zu machen. Und wie geht das am besten? Indem wir das Licht dieser Fackel auf andere übertragen. Aber nicht mit der berühmten Brechstange, sondern mit der Liebe, die uns unser Herr in unsere Herzen gelegt hat.

Liebe Gemeinde, wir werden es immer wieder erleben, dass man uns ablehnt oder spöttisch über uns lächelt. Gerade in diesen Momenten dürfen wir aber auf die Liebe zurückgreifen, die uns unser Herr in unsere Herzen gesandt hat. Wenn wir in solchen Momenten mit Liebe reagieren, dann hören Spott und Häme sehr schnell auf.

Wir leben natürlich weiterhin in der Welt. Mannigfache Schwierigkeiten werden uns auch wie vor begegnen. Aber die göttliche Liebe hilft uns fortan, besser damit umzugehen. Wo früher Neid, Missgunst und auch Rache unser Leben bestimmten, können wir jetzt mit der Liebe reagieren.

Wenn wir einmal nicht sofort, wenn auch nur verbal gesehen, zurückschlagen, sondern mit Liebe das ertragen, was man uns an den Kopf wirft, dann wird unser Gegenüber gar nicht mehr anders können als die Auseinandersetzung zu beenden. Zu einem Streit gehören immer zwei. Wo einer nicht streiten möchte gibt es keinen Streit.

Und jetzt werden Sie mich bestimmt fragen: Klappt das denn auch ? Nein, das klappt so nicht. Jedenfalls nicht von jetzt auf gleich und immer und überall. Als Christen sind wir Jünger unseres Herrn die bei ihm in die Schule gehen. Und in seiner Schule lernen wir alles über die Barmherzigkeit, den Glauben und die Nächstenliebe.

So wie wir alle in der Schule nicht immer alles gleich richtig gemacht haben, so werden uns in der Jüngerschule natürlich auch Fehler unterlaufen. Wenn das passiert, dann steht der Herr an unserer Seite und tröstet uns und zeigt uns immer sogleich auch den noch etwas besseren Weg. Und im Laufe der Zeit werden wir ganz langsam im Glauben und in der Liebe wachsen. Also nicht den Mut verlieren, wenn das mal nicht so richtig hinhaut mit der Nächstenliebe. Hauptsache wir bleiben dran.

Und zu diesem Dranbleiben verleiht uns unser Herr jeden Tag aufs Neue die Kraft, die wir dazu benötigen.

Um seine Gnade dazu dürfen wir immer wieder bitten mit dem 1+5 Vers des von dem Liederdichter Josua Stegmann stammenden Liedes „Ach bleib mit deiner Gnade…“ (EG 347), die da lauten, wie folgt:

Ab bleib mit deiner Gnade bei uns Herr Jesu Christ,
dass uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List.
Ach bleib mit deinem Schutze bei uns, du starker Held,
dass uns der Feind nicht trutze noch fäll die böse Welt.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen wunderschönen Sonntag und am morgigen Tage einen guten Start in die neue Woche.

Bleiben Sie alle wohlbehütet
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Sonntag, dem Sonntag Rogate. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Timotheusbrief, Kapitel 2, die Verse 1-6a. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Was nun das Kommen unseres Herrn Jesus Christus angeht und unsre Vereinigung mit ihm, so bitten wir euch, liebe Brüder, dass ihr euch in eurem Sinn nicht so schnell wankend machen noch erschrecken lasst – weder durch eine Weissagung noch durch ein Wort oder einen Brief, die von uns sein sollen -, als sei der Tag des Herrn schon da. Lasst euch von niemandem verführen, in keinerlei Weise; denn zuvor muss der Abfall kommen und der Mensch der Bosheit offenbart werden, der Sohn des Verderbens. Er ist der Widersacher, der sich überhebt über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt und vorgibt, er sei Gott. Erinnert ihr euch nicht daran, dass ich euch dies sagte, als ich noch bei euch war ? Und ihr wisst, was ihn noch aufhält, bis er offenbart wird zu seiner Zeit.

Liebe Gemeinde,

heute geht es also um den Teufel. Ein Thema, welches in zunehmendem Maße von den beiden großen Kirchen tunlichst vermieden wird, obwohl der Teufel an sehr vielen Stellen der Bibel immer wieder erwähnt wird. Das Nichterwähnen wird häufig mit dem sich ändernden Zeitgeist begründet. Aber ich möchte dem einmal entgegenstellen, dass es wohl nicht sein darf, dass wir die Bibel dem Zeitgeist anpassen, sondern dass sich der Zeitgeist gefälligst der Bibel anzupassen hat. Und das lassen Sie uns heute Morgen auch tun. Gehen wir einmal den satanischen Machenschaften auf den Grund und suchen gleichzeitig nach Auswegen, wie wir den Versuchungen Satans gegenübertreten können.

1. Das Wort Gottes

Das Wort Gottes ist für ans alle eine verbindliche Richtschnur für unser Leben. Das Schlimme ist nur, dass auch der Teufel das Wort Gottes für seine Zwecke missbraucht. Und er macht das weitaus geschickter als die Zeugen Jehovas.

Den ersten Angriff Satans lesen wir schon ganz zu Beginn des Alten Testamentes im 3. Kapitel des 1. Buches Mose. Nachdem Gott den Menschen ganz konkrete Handlungsanweisungen an die Hand gegeben hatte, die eigentlich klipp und klar waren, kam die Schlange und eröffnete ihr Plädoyer mit den Worten: „Sollte Gott gesagt haben?…“

Satan kommt also auf leisen Pfoten einher und sagt nicht: Hallo Eva, ich bin der Teufel und werde dich jetzt einmal verführen. Nein, liebe Gemeinde, der Verführer stellt es viel geschickter an. Er sagt zu Eva: Du Eva, ich möchte mit der einmal über den Glauben reden. Das klingt zunächst einmal vollkommen harmlos. Keiner unter uns würde Verdacht schöpfen wenn er von jemandem auf den Glauben hin angesprochen würde.

Und dann geht es ganz geschickt weiter. Der Teufel zieht das Wort selber ja auch gar nicht in Zweifel. Aber er weist darauf hin, dass die Deutung, die wir dem Worte beimessen auch ganz anders gesehen werden kann.

Nehmen wir doch einmal ein ganz praktisches Beispiel anhand eines der zehn Gebote, welches da lautet: „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden“. Ich komme zur spät zur Arbeit, weil ich ganz einfach verschlafen habe. Das möchte ich aber so nicht sagen, also bediene ich mich z.B. eines technischen Defektes an meinem Fahrzeug, wo man sicherlich eher Verständnis für hat. Bevor ich diese Ausrede verwende, war ich aber schon vom Teufel heimgesucht worden. Dieser hat nämlich nicht gesagt, dass ich ruhig die Wahrheit sagen soll, sondern, dass es ganz bestimmt mächtig Ärger gibt, wenn ich die Wahrheit sage. Und er hatte auch sogleich eine „Lösung“ zur Hand.

Anhand dieses kleinen Beispiels können wir erkennen, wie allgegenwärtig der Teufel auch heute noch ist und wie einfach es manchmal für ihn ist, uns auf’s Glatteis zu führen. Erinnern wir uns auch immer wieder daran, dass der Teufel ja auch vor dem Herrn Jesus nicht Halt machte und ihn in der Wüste mehrmals versuchte.

Darum seien wir ständig auf der Hut, wenn man uns etwas anderes lehren will, als was in der Bibel steht. Dazu, und das ist natürlich die Grundvoraussetzung, sollten wir die Bibel auch regelmäßig lesen. Wenn man vor der Bibel sitzt und sieht die Menge des Lesestoffes, den es gilt zu bewältigen, mag man schon versucht sein, das Lesen der Bibel lieber bleiben zu lassen. Ein kleiner Tipp am Rande: Wenn wir jeden Tag 3 Kapitel der Bibel lesen und sonntags, weil wir da ja mehr Zeit haben, 6 Kapitel lesen, dann haben wir innerhalb eines Jahres die komplette Bibel durchgearbeitet.

2. Das Schleichen

Der Teufel ist ja nicht das gehörnte Wesen, welches wir von mittelalterlichen Bildern her kennen. Er will uns auch nicht sofort total umkrempeln. Seine Arbeit nimmt er taktisch klug wahr. Er benutzt dabei nämlich so etwas wie die Salamitaktik.

Er lockt uns mittels dieser Technik immer ein Stück weiter von Gott weg. Ohne das wir dies merken, gehen so nach und nach in die Falle des Teufels bis er uns vollends in seinen Fängen hat. Da ist anfangs vielleicht das so harmlose „Pendeln“, um etwas von der Zukunft zu erfahren. Da ist doch nichts dabei, das machen doch viele so. Und es erscheint ja auch spannend, etwas von der bevorstehenden Zukunft zu erfahren. Also macht man es mal. Und tatsächlich, das Vorhergesagte tritt ein.

Also bleibt man wacker dran mit dem Pendeln. Und dann gibt es noch das Kartenlesen oder aber die Hexenbeschwörung. Man möchte ja immer mehr von der Zukunft wissen, also lässt man sich auf immer mehr satanische Werkzeuge ein. Das geht solange bis man auf einmal merkt, dass man total in der Esoterikfalle gefangen ist. Egal, wie man sich auch bemüht, man kommt alleine gar nicht mehr davon los.

Das geht sogar so weit, dass man des Betens einfach nicht mehr mächtig ist, dass man den Herrn Jesus gar nicht mehr anrufen kann, weil unsichtbare Kräfte einen daran zu hindern scheinen.

Aber der Herr Jesus ist trotzdem da. Und er greift auch sofort ein, wenn ein ehrliches Herz den Weg zurückfinden möchte.

3. Die Lösung des Problems

Wenn wir uns die Versuchungsgeschichte unseres Herrn in der Wüste einmal näher betrachten, dann stellen wir fest, dass der Herr Jesus eine gewaltige Waffe benutzte, die er den Versuchungen des Teufels entgegenhielt, nämlich das Wort Gottes.

Jede Versuchung wurde mit dem Wort Gotte gekontert bis der Teufel schließlich seine Arbeit aufgegeben hatte. Und hier könnte bei uns eine Gefahr lauern, gerade bei den Menschen, die eben erst den Weg zu Jesus gefunden haben.

Wer den Weg zum Glauben noch nicht gefunden hat, der ist für den Teufel relativ uninteressant, den hat er ja sowieso schon. Aber mit der Bekehrung sieht die Welt ganz anders aus. Dann ist ein Mensch von den dunklen Mächten Satans in das helle Licht Gottes versetzt worden. Dem Teufel droht also der empfindliche Verlust einer Seele. Kein Wunder, dass er jetzt besonders aktiv werden muss, um diese womöglich verlorene Seele wieder zurück zu gewinnen.

Der einzelne, noch relativ bibelunerfahrene „Neuchrist“ ist also diesen Angriffen Satans relativ wehrlos ausgesetzt. Gerade in dieser Zeit spielt die Gemeinschaft eine große Rolle. Nehmen wir ein praktische Beispiel aus dem Tierreich. Wenn ein Wolf seine Beute jagt, dann sprengt er das einzelne Tier zuerst einmal von der Herde weg. Kein Wolf wäre so dämlich und würde einfach so in eine Herde Schafe hineinspazieren. Er muss das einzelne Schaf von der Herde trennen.

Solange wir als Christen in der Gemeinschaft zusammenhalten und der eine auf den anderen achtgibt, solange hat der Teufel kaum eine Chance, ein Mitglied der Herde in seinen Bann zu ziehen. Erst wenn wir ihm alleine gegenüberstehen, erst dann könnte er uns überlegen werden.

Übrigens: Der Teufel gibt niemals auf, um eine mögliche verlorengegangene Seele zu kämpfen. Er führt diesen Kampf bis zu unserem Tode weiter fort. Also seien wir uns niemals zu sicher und glauben wir bitte nicht, uns könnte der Teufel niemals in seinen Bann ziehen. Neben der Gemeinschaft haben wir ja auch noch die Bibel als Waffe in der Hand.

Martin Luther sagt einmal: „Wenn der Teufel an meines Herzens Türe klopft, dann mache ich das Herz weit auf und er kann sehen, dass der Herr Jesus dar innen wohnt.“ Und dann, liebe Gemeinde bleibt dem Teufel nichts anderes mehr übrig, als wieder zu verschwinden bis zur nächsten Versuchung.

Also lassen Sie unsere Herzen von dem Herrn Jesus füllen. Lesen und hören wir auf sein Wort und lassen wir sein Wort unseres Lebens Leuchte sein. Dann können wir satanischen Angriffen wohl gewappnet gegenübertreten.

Den Kampf mit dem Teufel beschreibt Martin Luther sehr schön in dem 3. Vers seines Liedes „Ein feste Burg ist unser Gott….“ (EG 362), der da lautet, wie folgt:

Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen,
so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen.
Der Fürst dieser Welt, wie sau’r er sich stellt,
tut er uns doch nicht; das macht, er ist gericht:
ein Wörtlein kann ihn fällen.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag, dem Sonntag Rogate. Betet ! so lautet die Übersetzung. Und um das Gebet geht es auch in unserem heutigen Predigttext. Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag im 1. Timotheusbrief, Kapitel 2, die Verse 1-6a. Lassen
Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit. Dies ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserem Heiland, welcher will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Denn es ist EIN Gott und EIN Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus
Jesus, der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung.

Liebe Gemeinde,

Beten tun wir alle, beten ist für uns als Christen nichts Neues. Das ist sicherlich grundsätzlich richtig. Und doch verfällt man doch schnell in einen Automatismus, wenn man Dinge täglich immer wieder verrichtet. Und was könnten wir denn einem Fremden sagen, der uns fragt: Beten, was ist
das und beten, wie geht das denn und was für Gebete gibt es denn? Lassen Sie uns über die verschiedenen Formen des Gebetes heute Morgen ein wenig intensiver nachdenken.

1. Anbetung

Nehmen wir doch einmal das uns wohl bekannteste Gebet das Vater Unser.
„Geheiligt werde Dein Name, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe. In der Anbetung erkennen wir Gottes Gegenwart.

Die Anbetung ist kein Hilfeschrei, doch bitte alles Unrecht aus der Welt zu vertilgen. Nein, liebe Gemeinde, die Anbetung setzt Gott zunächst einmal an die Stelle, wo er hingehört, nämlich ganz oben auf der Welthierarchie. Das klingt jetzt ein wenig wie ER da oben und wir kleinen Wichte hier unten. So ist es aber nicht gemeint.

Die Anbetung ist geprägt von Demut. Demut heißt, dass ich mich unter den Willen Gottes stelle und anerkenne, dass ER stets alles richtig macht. Anbetung heißt nichts anderes als dass ich weiß, dass es einen Schöpfer des Himmels und der Erde gibt, der sich jeden Tag auf’s Neue um seine Schöpfung und um seine Geschöpfe zu jeweils derem besten kümmert.

Wenn dies so ist, dann bleibt uns gar nichts anderes mehr übrig, als diesen Gott zu heiligen. Dann freuen wir uns jetzt schon darauf, dass sein Reich täglich ein Stück weit mehr kommen möge. Und dann ist es selbstverständlich für uns, das nicht unser Wille, sondern der Wille dessen geschieht der Himmel und Erde in seinen Händen hält.

2. Fürbitte

In der Fürbitte bringen wir die Welt und die Anliegen für die Welt vor Gott. Auch wenn die Fürbitten in unseren Gottesdiensten recht allgemein gehalten sind, im stillen Kämmerlein oder wo auch immer wir zu beten pflegen, sollen wir ganz konkrete Fürbitten an unseren Herrn richten.

Fürbitte hat einmal jemand sehr schön, wie folgt definiert: „Die Fürbitte ist das direkte Wirken in das Leben eines anderen Menschen hinein über den Thron Gottes hinweg und durch den Thron Gottes hindurch.“

Mit der Fürbitte bewege ich ganz konkret etwas für denjenigen, für den ich bete. Der Filter für meine Gebete ist Gott höchstpersönlich. So kann es auch niemals passieren, dass mein Gebet erhört wird, welches demjenigen für den ich bete, mehr schadet als nutzt. Daher dürfen wir auch ganz unbeschwert Fürbitte halten für alle Menschen, die uns am Herzen liegen, gehen doch alle Gebete zunächst zu Gott.

Viele Dinge nehmen wir ja gern als selbstverständlich oder als Zufall hin. Achten wir doch einmal ganz genau was mit den Menschen passiert, für die wir ganz konkret fürbitten und fürbeten. Ich kann uns heute schon eines versprechen: Wir werden mehr als überrascht sein, wie konkret Gott auf unsere Fürbitten antwortet.

Fürbitten dürfen wir natürlich auch für uns in Anspruch nehmen. Daher sind ja unsere Gemeinschaften auch so wichtig. Unsere Gemeinschaft dürfen wir um Hilfe durch ihre Gebete bitten. Wir sollen nicht nur die Gemeinschaft stärken, nein, sondern die Gemeinschaft ist im Bedarfsfalle
auch aufgerufen, uns zu stärken, wenn wir ihrer Fürbitten und Gebete bedürfen.

3. Loben und Danken

Liebe Gemeinde, es ist nicht selbstverständlich, dass wir in einem friedvollen Land leben, täglich genug zu essen haben und ein Dach über dem Kopf haben. Wir nehmen dies nur all zu gern als selbstverständlich hin. Manchmal meinen wir sogar, wir hätten einen Anspruch darauf.

Ich frage jetzt einmal allen Ernstes: Wer gibt uns einen Anspruch auf Frieden? Wer gibt uns einen Anspruch auf 3 Mahlzeiten am Tag? Wer gibt uns einen Anspruch auf genügend Wohnraum? In der Tat ist es so, dass wir darauf keinerlei Ansprüche haben, es sind alles Geschenke, Geschenke von Gott, unserem Herrn. Und ich finde, dafür darf man ruhig einmal dankbar sein.

Ich will nicht in der „früher war alles besser“ Schiene fahren, aber ich gebe einmal zu bedenken, dass in Zeiten, wo das Tischgebet noch fester Bestandteil der Mahlzeit war, wir wesentlich verantwortungsbewusster mit unseren Lebensmitteln umgegangen sind. Wir haben sie durch das Gebet achten gelehrt und erkennen dürfen, dass es eben Mittel zum Leben sind, die Gott uns schenkt. Und mit dem, was Gott uns schenkt dürfen und müssen wir verantwortungsbewusst umgehen.

Die beste Möglichkeit dies als Gottesgeschenk zu vergessen ist:
Einstellen aller Gebete und zwar sofort. Wohin das führt, das können wir rings um uns her ja sehen. Ein bekannter Evangelist hat einmal folgendes gesagt: Wenn ich einen Tag nicht bete, dann merke ich das, wenn ich zwei Tage nicht bete, dann merkt dies meine Familie und wenn ich drei Tage hintereinander nicht bete, dann merkt es die ganze Gemeinde.

Beten öffnet die Sinneskanäle in uns mit denen wir Gottes Wirken für uns erkennen können. Dankgebete sind dafür hervorragend geeignet. Wenn wir meinen, wir hätten nichts wofür wir unserem Herrn dankbar sein könnten, dann machen wir doch einmal folgende Übung:

Wenn wir uns heute Abend in unser Bett begeben, dann denken wir doch einmal darüber nach, wofür wir heute Gott dankbar sein durften. Lassen wir unsere Gedanken noch einmal durch den vergangenen Tag fliegen. Jedem, der dies praktiziert hat, sind nach ein wenig Übung immer mehr
„Geschenke“ eingefallen, die des Dankes wert waren.

Im Danken erkenne ich, von wem all diese herrlichen Lebensgeschenke stammen. Und dann, liebe Gemeinde, bleibt mir gar nichts anderes mehr übrig, als denjenigen zu loben und zu preisen, der es so gut mit mir meint. Fangen wir am besten gleich damit an.

4. Ein Mittler

Lassen Sie mich kurz noch ein letztes sagen. Wir haben EINEN Mittler zwischen Gott und uns. Und dies ist der auferstandene Herr Jesus Christus. An ihn richten wir alle unsere Gebete. Es gibt keinen weiteren Mittler in Form von Priestern und Geistlichen aller Glaubensrichtungen.
Um nicht missverstanden zu werden. Alle Priester, Pastöre und Pfarrer dürfen natürlich auch für uns beten und das sollen sie auch tun. Aber wir brauchen Sie nicht als vorgeschaltete Instanz, damit unsere Gebete erhört werden.

Für einen jeden von uns ist unser Herr nur einen Gebetsanruf entfernt.
24 Stunden am Tag und 7 Tage in der Woche. Unser ganzes Leben lang. Nutzen wir doch einfach wieder öfter diese direkte Art der Kommunikation. ER wartet schon auf unseren Anruf.

Ein besonders schönes Anbetungslied stammt von dem Liederdichter Bartholomäus Crasselius. Es heißt „Dir, dir, o Höchster, will ich singen…“ (EG 328). Der komplette erste Vers lautet, wie folgt:

Dir, dir, o Höchster, will ich singen,
denn wo ist doch ein solcher Gott wie Du ?
Dir will ich meine Lieder bringen;
ach gib mir deines Geistes Kraft dazu,
dass ich es tu im Namen Jesu Christ,
so wie es durch ihn gefällig ist.

Der Herr lasse Dich niemals müde werde ihn allein anzubeten
Der Herr gebe Dir die Kraft, für Deine Mitmenschen und ihre Anliegen vor ihn zu treten
Der Herr lasse Dich immer wieder erkennen, was Du alles Ihm allein verdankst

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Heiligabend zur Christvesper. Den Predigttext für den heutigen Gottesdienst finden wir im 1. Timotheusbrief, Kapitel 3, den Vers 16. Lassen Sie uns diesen Vers zunächst gemeinsam lesen:

Und groß ist, was jedermann bekennen muss, das Geheimnis des Glaubens:

Er ist offenbart im Fleisch,
gerechtfertigt im Geist,
erschienen den Engeln,
gepredigt den Heiden,
geglaubt in der Welt,
aufgenommen in die Herrlichkeit.

Liebe Gemeinde,

so viele Geheimnisse wie in der Weihnachtszeit haben wir sicherlich selten voreinander. Nun, diese werden heute Abend oder am morgigen Tage gelüftet. Aber ein Geheimnis bleibt uns erhalten, das Geheimnis des Glaubens. Lassen Sie uns heute Abend ein wenig näher darüber nachdenken, was es eigentlich auf sich hat mit dem Geheimnis des Glaubens.

1. Offenbart im Fleisch

Das genau feiern wir heute, um korrekt zu sein, natürlich am morgigen Tage. Wie das genau geschah, das Kommen Gottes in die Welt, das, liebe Gemeinde, entzieht sich unserer Kenntnis. Unzählige Theorien sind schon über die Jungfrauengeburt verfasst worden.

Wie, das können wir nicht erklären, aber das große WARUM, das können wir erklären. Warum kam Gott in der Person Jesu Christi auf diese Welt ? Aus Liebe, aus Liebe zu uns Menschen.

Was war eigentlich mit der Menschheit geschehen ? Viele Menschen hatten sich von Gott abgewandt und gingen ihre eigenen Wege. Andere hingegen hatten sich in extremer Weise Gott zugewandt und meinten, durch die Einhaltung von mehreren hundert Regeln und anderen Vorschriften wieder den Weg zu Gott finden zu können.

Wie ist es eigentlich heute bei uns ? Gibt es sie nicht auch heute noch, die Überheblichen, die meinen einen Lebensweg ohne Gott hin zu bekommen oder die Stolzen, die immer wieder alles nur aus eigener Kraft heraus machen ? Und gibt es sie nicht auch die anderen, die Extremen, die meinen sich mittels ritueller Handlungen wieder Gott nähern zu können ?

Ja, liebe Gemeinde beide Gruppen gibt es auch heute noch. Und darum ist es auch so wichtig, dass wir erkennen, dass Gott aus Liebe zu uns in diese Welt gekommen ist. Er liebt die Hochmütigen, die meinen, ohne Ihn zurecht kommen zu können, und Er liebt die übertreuen Gesetzeshüter Seines Wortes, die sich allein auf rituelle Handlungen hin einen Platz im Himmel versprechen.

Beiden bietet Er die Erlösung an.
Den Anfang des großen Gottesplanes können wir heute in der Krippe bewundern.

2. Die Sündenvergebung

Wie genau sich dies vollzogen hat, das wissen wir natürlich nicht, aber wir wissen das große WARUM, warum Gott dies getan hat, nämlich aus Liebe.

Mit dem Sündenfall war der Mensch von Gott getrennt. Alle Menschen, die geboren wurden waren Sünder. So übrigens auch wir. Bei unserer Geburt sind wir Sünder. Und wir bleiben dies auch bis zu unserer Bekehrung.

Sünde und Gott, sind wie Feuer und Wasser, passen also überhaupt nicht zusammen. Der Zugang zu Gott war also allen Menschen verwehrt. Auch die besonders Frommen hatten keine Chance in den Himmel zu kommen.

Auch wenn sie Ihn verlassen, so liebt Gott doch „SEINE“ Menschen weiterhin. Er wollte wieder mit ihnen Gemeinschaft haben. Dies ging aber nur, wenn die Sünde aus dem Leben der Menschen getilgt werden konnte.
Dies tat Jesus stellvertretend mit Seinem Tode.

Und auch daran dürfen wir uns an Weihnachten erinnern, wenn wir das Kind in der Krippe betrachten. „ Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eigenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben (Johannes 3, 16).“

Voraussetzung ist natürlich, dass wir an den Herrn Jesus glauben und Seine Erlösungstat auch im Glauben annehmen.

3. Der Glaube

Der Glaube ist schlichtweg das Geheimnis des Glaubens in sich. Das klingt total abgedreht. Aber wir müssen es einfach mal so hinnehmen, dass wir den Glauben nicht erklären können. Wir können nicht messen, wieviel Glauben ein Mensch hat oder wie wenig Glauben der Mensch hat.

Das Geheimnis des Glaubens, liebe Gemeinde, das kann man nur erfahren, wenn man selber glaubt. Dann öffnen sich einem die Türen und Fenster des Himmels. Das lesen wir schon bei den Glaubenshelden des Alten Testamentes. Aber auch im Neuen Testament finden wir zahlreiche Erfahrungsberichte darüber.

Glauben kann man nur durch Glauben erfahren. Jetzt kennen wir ja alle die Zeitgenossen mit den tollen Sprüchen, wie „Ich glaube nur, was ich sehe…“

Liebe Gemeinde, um es kurz zu machen: Glaube hat überhaupt nichts mit der Abgabe des Verstandes an der Kirchentür zu tun. Glaube hat etwas mit der Aufgabe des Widerstandes zu tun. Wir können und sollen unsere Mitmenschen nicht zum Glauben drängen. Aber wir können sie ermuntern, ihren Widerstand einmal aufzugeben und sich ganz dem Glauben hinzugeben.

Meine Lenze zählen nun schon fast biblische 55 Jahre. Und ich habe noch niemanden erlebt, der sich wieder vom Glauben abgekehrt hat. Alle, die sich ernstlich dem Glauben durch Aufgabe ihres eigenen Widerstandes hingegeben haben, sind auch bis heute dabei geblieben. Natürlich gibt es holprige Zeiten im Glaubensleben, aber durch diese hilft uns das Kind in der Krippe hindurch, wenn wir ganz eng mit Ihm verbunden bleiben.

Liebe Gemeinde, auf viele von uns warten gleich zahlreiche Geschenke, auf uns alle aber wartet das größte Geschenk, das wir jemals erhalten können, nämlich Gott und SEINE Liebe. Packen wir doch dieses Geschenk aus und nehmen es im Glauben in unseren Herzen an.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen ein gesegnetes Weihnachtsfest.

Bevor wir jetzt nach Hause gehen, lassen Sie uns gemeinsam DAS Weihnachtslied singen, das wir sicherlich alle auswendig kennen:

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit !
Welt ging verloren, Christ ist geboren:
Freue, freue dich, o Christenheit !

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit !
Christ ist erschienen, uns zu versühnen:
Freue, freue dich, o Christenheit !

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit !
Himmlische Heere jauchzen dir Ehre:
Freue, freue dich, o Christenheit !

Der Herr sende herab auf Dich SEINEN göttlichen Frieden
Der Herr erfülle Dein Herz mit herrlicher göttlicher Freude
Der Herr begleite Dich allezeit auf Deinem Lebensweg

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen einen gesegneten und besinnlichen Heiligabend.
Bis zum morgigen Tage verabschiede ich mich und grüße Sie alle recht herzlich

Ihr

Ulrich Naber

und
Waltraud und Jens Steinführer

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag, dem Erntedanktag des Jahres 2012. Festlich geschmückt mit den Früchten des Feldes, so präsentieren sich heute deutschlandweit die Altäre in unseren Kirchen.
Grund genug, unserem Schöpfer Dank zu sagen, wenn man sich die üppige Ernte betrachtet, die er uns auch dieses Jahr geschenkt hat. Bevor wir über den heutigen Tag näher nachdenken, lassen Sie uns zuvor den Predigttext für den heutigen Erntedanktag gemeinsam lesen. Wir finden den Predigttext im 1. Timotheusbrief, Kapitel 4, die Verse 4-5:

Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird; denn es wird geheiligt durch das Wort Gottes und Gebet.

Liebe Gemeinde,

ich glaube, unseren Predigttext müssen wir heute einmal zwischen den Zeilen lesen, denn er birgt so einiges in sich, was uns vielleicht abhanden gekommen ist. Wir nähern uns ja nun mit Riesenschritten dem Ende des Kirchenjahres. Und auch der Dank kommt am Ende des ewigen göttlichen Kreislaufes. Lassen Sie uns doch heute einmal diesen ewigen göttlichen Kreislauf ein wenig näher betrachten im Hinblick auf seine Bestandteile. Schauen wir ruhig ein wenig über den Tellerrand, sprich über den heutigen Tag hinaus, und wir werden sehen, dass eigentlich jeder Tag ein Erntedanktag ist.

1. Bitten

Nimm dir, was du kriegen kannst. So hören wir es doch an allen Ecken und Enden. Und genau damit beginnt die ganze Sache schon in eine Schräglage zu geraten. Wir sollen uns nicht einfach nehmen, was uns gefällt, sondern wir sollen unseren Herrn vorher bitten.

Die Bitte ist auch gleichzeitig ein Zeichen von Demut. Demut, die anerkennt, dass ich von Gott alles erbitten aber nichts zu beanspruchen habe. Wenn Gott mir nicht das gibt, worum ich ihn bitte, dann hält er etwas viel wunderbareres für mich bereitet. Darauf muss ich mich immer wieder besinnen.

Nehmen wir doch einfach mal die Wahl des Ehepartners. Wer bittet denn heute noch Gott, er möge ihm einen Partner an seine Seite stellen? Kaum noch einer. Und dann wundert sich ganz Deutschland, warum jede zweite Ehe wieder geschieden wird.

2. Warten und Empfangen

Heute muss ja alles immer sofort und gleich geschehen. Dieses Anspruchsdenken verlagern wir gerne aus dem beruflichen auch in das private Leben hinein. Und dann sind wir auch gleich wieder bei dem ersten Punkt. Wenn wir nicht warten können, dann nehmen wir uns, was wir kriegen können. Und diese ist selten die erste Wahl.

Kommen wir doch wieder dahin zurück, dass wir alles was wir erbittten in Gottes Hände legen und dann in aller Ruhe abwarten, was geschieht.

Wissen Sie eigentlich, was der Grundgedanke des Abwartens ist ? Wir geben unsere Zeit aus unseren Händen und legen sie voller Vertrauen in die Hand Gottes. Im Vertrauen darauf, dass er alles zur rechten Zeit am rechten Ort richtig macht, müssen wir nicht mehr wie die aufgescheuchten Hühner durch unser Leben laufen und von einem Event zum anderen hetzen.

Wenn wir unsere Zeit aus unseren Händen legen, dann, liebe Gemeinde, können wir auch wieder Gottes großartige Führung erkennen und spüren. „Meine Zeit steht in deinen Händen“, dies muss nicht erst über unserer Traueranzeige stehen. Dies sollte eigentlich über unserem ganzen Leben
auf dieser Erde stehen.

Nach dem Warten kommt das Empfangen. Nur wer stille und ruhig vor Gott wird, der kann auch erkennen, was Gott ihm alles schenken will. Wenn wir abgehetzt durch unser Leben hechten, dann werden wir die Geschenke Gottes für unser Leben achtlos am Wegesrand liegen lassen, ohne sie
überhaupt zu bemerken. Also lassen Sie uns alle wieder zur Ruhe kommen vor unserem Schöpfer.

3. Danken

Mit unserem Dank drücken wir aus: Es gibt jemanden, dem wir das alles zu verdanken haben. Es gibt jemanden, dem wir die Gaben auf dem Altar zu verdanken haben. Es gibt jemand, dem wir unseren Wohlstand zu verdanken haben und es gibt jemanden, dem wir alles, was mit uns geschieht zu verdanken haben. Wir anerkennen mit unserem „Danke“, dass es eben nicht selbstverständlich ist, dass wir die Gaben die auf dem Altar liegen, auch genießen und verspeisen dürfen. Ein paar tausend Kilometer südlich von uns ist dies noch lange nicht selbstverständlich.

Gott will, dass es seinen geliebten Kindern gut geht. Er beschenkt uns mit soviel in unserem Leben. Ist es da nicht an der Zeit, ihm jeden Tag für alles zu danken was aus seiner Hand kommt?

Übrigens auch das, was wir persönlich als Leid empfinden, kommt letztendlich aus seiner Hand. Er schenkt uns die Kraft, dass wir an dem Leid nicht zerbrechen, sondern gestärkt aus dem Leid hervorgehen. Auch ein Aspekt, so finde ich, über den man ruhig einmal am Erntedanktag
nachdenken kann. Soll ich nun auch noch dankbar sein, für alles Leid, was mir widerfahren ist ? Nein, natürlich nicht, aber für die großartige Führung Gottes, die uns durch alles Leid hindurchführt, dafür dürfen wir unserem Herrn und Heiland danken. Und das nicht nur am heutigen Tage, sondern jeden Tag, unser ganzes Leben lang. Lassen Sie uns also nicht nur einmal im Jahr den Erntedanktag feiern. Lassen Sie uns jeden Tag Gott danken für alles was wir in unserem Leben an Lebensfrüchten ernten dürfen.

Danken dürfen wir dem Herrn nicht nur mit Gebet, sondern auch mit unserem Gesang, z.B. mit dem ersten Vers des Liedes von Paul Gerhardt „Du meine Seele singe….“, der da lautet, wie folgt:

Du meine Seele singe, wohlauf und singe schön
dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd;
ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd.

Es segne und behüte Dich der Vater, der dich geschaffen hat
Es segne und behüte Dich der Sohn, der dich erlöst hat
Es segne und behüte Dich der Heilige Geist, der alle Zeit bei Dir ist

Liebe Gemeinde,
ich wünsche Ihnen noch einen schönen restlichen Sonntag. Genießen Sie von allen Gaben, die Ihnen unser Herr geschenkt hat und bleiben Sie wohlbehütet bis zum nächsten Sonntag.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr
Ulrich Naber

Liebe Lesergemeinde!
Ich grüße Sie herzlich am 16. Sonntag nach Trinitatis.
Das Predigtwort dieses Sonntags steht im 2.Timotheusbrief,
im 1.Kapitel, in den Versen 7 – 10:²

„Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Zucht. Darum so schäme dich nicht des Zeugnisses von unserm Herrn noch auch meiner, der ich sein Gebundener bin, sondern leide mit mir für das Evangelium nach der Kraft Gottes. Er hat uns gerettet und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht nach unsern Werken, sondern nach seinem eigenen Vorsatz und nach der Gnade, die uns gegeben ist in Christus Jesus vor der Zeit der Welt, jetzt aber offenbart durch die Erscheinung unsers Heilandes Jesus Christus, welcher hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergänglich Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium.“

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
Erste Herbststürme durchbrausten Tage und das Land. Morsches, Abgestorbenes zerbrach und wurde fortgeweht. Schwaches Jungholz und selbst Sturmerprobtes hielten dem Winde nicht stand. Doch nun trägt der Wind sanften Regen der trockenen Erde zu. Aufatmend sprießt die Wintersaat. Neue Stürme werden folgen, doch weiter wachsen wird die Saat.

Doch unter vielen Menschen schwelt die Furcht vor den Stürmen des Lebens.
Wir spüren vielfach solche Stimmung. Sie werden nicht nur in Demostrationen laut und in Wahlen sichtbar. Die Furcht vor der Zukunft ist wie ein Aufschrei verletzter Herzen. Wir sollten sie hören, aber uns nicht mittreiben lassen.

Da sagt uns die Bibel heute eine wunderbare Botschaft.
– Ihr braucht keine Furcht zu haben!
– Gott ist allezeit für Euch da!
– Und ER hat Euch etwas gegeben, was Euch niemand wegnehmen kann!

Da sagt uns die Bibel:
„Denn der Geist, den Gott uns gegeben hat, macht uns nicht zaghaft, sondern gibt uns Kraft, Liebe und Besonnenheit“ (Gute Nachricht, Bibel :2.Tim. 1,7).

Durch die Gemeinschaft mit Jesus sind wir in Gott geborgen. Auch wir werden in unserem Leben Stürmen begegnen – ganz persönlich, in der Gemeinde und in der Welt.

Aber Gott wird in diesen Stürmen bei uns sein.
Durch Gottes Gnade sind es Stürme auf Zeit.
Aus Gottes Liebe haben wir durch Gottes Geist eine Kraft empfangen, dass wir in und mit den Stürmen leben können.
Daran will uns Gottes Wort erinnern.

Wir können es einander zusprechen und bezeugen.
Wir können Gott bitten, dass SEIN Geist bei uns Geborgenheit, Hoffnung und Mut zum Leben wirkt:
Du musst Dich nicht fürchten und verzagen, Gott hat auch für Dich Wege zum Leben!
Vertrau auf SEINE Zusage!
Sei dafür bereit, dass ER sie Dir zeigt und begib Dich unter SEINE Führung!

Gott hat uns einen Geist der Liebe gegeben.
Diese Liebe wendet unsere Blicke auf die, die in den Stürmen des Lebens ihren Halt verloren haben. Ihnen können wir mit der empfangenen Liebe Gottes in Jesus begegnen, damit sie in Jesu Gemeinschaft Geborgenheit, Hoffnung und Mut zum Leben empfangen.

Gott hat uns einen Geist der Besonnenheit geschenkt.
Besonnenheit ringt um Klarheit, um die Angst vor der Unsicherheit bei uns und Anderen zu überwinden. Sie bewahrt uns in eine Panikmacherei zu verfallen. Sie gibt uns die Zeit, die Trugbilder von Parolen für leichte Lösungen zu erkennen. Besonnenheit ermöglicht Geduld und Vertrauen auf die Wege, die Gott für uns bereit hält.

Das alles kommt aus einem Glauben, den Gott uns mit Jesu rettender Liebe
geschenkt hat.

Wir leben ständig von Gottes zuwendender Gnade und Liebe.
Diese Zuwendung ist uns nicht immer bewusst und erkennbar. Aber Gott spricht uns in SEINEM Wort der Bibel diese Zuwendung zu:
– Die rettenden Jesusarme wollen Dich und mich umfangen und durch alle Stürme
führen.
– Jesu vergossenes Blut gibt Deinem und meinem Herzen Gottes neue Lebenskraft.

Daraus können wir leben.
Das können wir als Lebenshoffnung weiter sagen. Wir sollen diese Botschaft nicht ängstlich für uns behalten. Diese Botschaft ist ein Schatz! Sie ist uns durch Gottes Gnade geschenkt und will uns auch durch Leiden hindurch tragen.

So sagt uns Paulus:
„Darum so schäme dich nicht des Zeugnisses von unserm Herr noch auch meiner, der ich sein Gebundener bin, sondern leide mit mir für das Evangelium nach der Kraft Gottes.“

Als Gemeinde sind wir von Gott in Christus gerettet und berufen. Das ist nach Gottes Willen durch Gottes Gnade vor der Zeit der Welt geschehen. Aber in Jesus ist diese Rettung und Berufung zum Leben persönlich auf uns zugekommen. Wir haben die Möglichkeit, sie anzunehmen und Gottes Leben für hier und für die Ewigkeit zu empfangen.

Denn Jesus hat in SEINEM Tod und SEINER Auferstehung den Tod und die Mächte, die das Leben bedrohen, überwunden. Jesus hat „das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium“.

Das Evangelium, die frohe Botschaft Gottes, sagt uns, dass Gott uns Leben geben will und gibt um Jesu Willen. Wir müssen allerdings dieses Leben wollen und Jesu Opfertod für uns annehmen.

Dann empfangen wir Gottes neues Leben.
Darin führt ER uns durch die irdische Zeit, ER führt uns auch durch Leiden und die Stürme des Lebens hindurch. Gott führt uns durch das Sterben und geleitet uns zum ewigen Leben.
Darauf können wir vertrauen!

Und wir können Gott bitten, dass Gottes Geist solches Vertrauen immer aufs Neue lebendig werden lässt. Dabei dürfen wir uns auch vom Glauben unserer Schwestern und Brüder mittragen lassen und wir sind gerufen, Andere im Glauben mit zu tragen.

Dieses Tragen geschieht in Fürbitte, Zuspruch und Einladung zu Jesus und im Mitnehmen zu den ausgestreckten Retterhänden Jesu.
Dieses Tragen steht unter dem Segen Gottes, der uns alle geleiten möge.

Aus dieser geschenkten Gnade heraus grüße ich Sie herzlich
Ihr Pfr.i.R. Steinführer

Liebe Lesergemeinde!
Ich grüße sie herzlich am 3.Sonntag nach Trinitatis. Das Predigtwort steht im
1.Timitheusbrief im 1. Kapitel, in den Versen 12 – 17:²

Lobpreis der göttlichen Barmherzigkeit
„Ich danke unserm Herrn Christus Jesus, der mich stark gemacht und treu geachtet hat und gesetzt in das Amt, der ich zuvor war ein Lästerer und ein Verfolger und ein Frevler; aber mir ist Barmherzigkeit widerfahren, denn ich habe es unwissend getan im Unglauben. Es ist aber desto reicher geworden die Gnade unsers Herrn samt dem Glauben und der Liebe, die in Christus Jesus ist. Das ist gewißlich wahr und ein teuer wertes Wort, daß Christus Jesus gekommen ist in die Welt, die Sünder selig zu machen, unter welchen ich der vornehmste bin. Aber darum ist mir Barmherzigkeit widerfahren, auf daß an mir vornehmlich Jesus Christus erzeigte alle Geduld, zum Vorbild denen, die an ihn glauben sollten zum ewigen Leben. Aber Gott, dem ewigen König, dem Unvergänglichen und Unsichtbaren, der allein Gott ist, sei Ehre und Preis in Ewigkeit! Amen.“

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
„Es gibt nur einen Rudi Völler“ sangen viele Fußballfans noch am frühen Mittwochabend. Nach dem Ausscheiden bei der Fußballeuropameistrschaft schlugen viele enttäuschten Fans verärgert und frustiert ganz andere Töne an. Das ist verständlich.

Aber wir können uns auch fragen: Wie gehen wir mit Problemen und Niederlagen um – bei unseren Vorbildern, in Gesellschaft und Kirche und in unserem eigenen Leben?

Das Leben ist anderes als es uns die Werbung vorspielt.
– Es gibt das Leben nicht nur als Abenteuer, sondern auch als harten Existenzkampf.
– Es gibt nicht nur strahlende Siege, sondern auch Absturz im Verlieren.
– Es gibt nicht nur überschäumendes Glück, sondern auch das Hineinstürzen in eine
Bodenlosigkeit von Not, Leiden und Trauer.

Manchmal waren wir eben nicht die Schmiede unseres Glücks, sondern Erbauer von einem verschlingenden Chaos. Und manchmal trifft uns das Schwere des Lebens, wie ein Blitz vom Himmel.

Aber es gibt einen Gott mit einem offenen Herzen für uns. Dieser Gott ist uns in Liebe zugewandt. Aus dieser Liebe hat ER SEINEN Sohn Jesus zu uns gesandt.

– Wenn Du in Deinem Leben plötzlich vor einem Abgrund stehst, kannst Du umkehren. Gott ermöglicht Dir in Jesus ein neues Leben.

– Wenn Dein Lebensweg zu einem Weg durch ein trügerisches, verschlingendes Moor wird, brauchst Du einen sicheren Pfad. Jesus will dieser Pfad für Dich sein! ER will Dich sicher hindurchbringen. Es wird geschehen, wenn Du auf SEINEM Wege bleibst.

– Wenn Dich Deine Schuld belastet, kannst Du sie loswerden. Du kannst sie bei Jesus ablegen, denn ER ist auch für Deine Schuld ans Kreuz gegangen.

– Wenn Du den Tod ins Auge siehst, musst Du nicht verzweifeln. Jesus hat auch für Dich ein Leben erwirkt, das den Tod überwindet.

Du kannst Jesu Hilfe, Rettung im vertrauenden Glauben, annehmen. Denn Jesus ist gekommen zu suchen und selig zu machen, was verloren ist. (L 19,10)

Wir haben einen erbarmenden Gott. So bezeugt es uns die Bibel. So sagt Gott SEINER Gemeinde durch Jesaja: (Jes 54,8)
„Ich habe mein Angesicht im Augenblick des Zorns ein wenig vor dir verborgen; aber mit ewiger Gnade will ich mich dein erbarmen, spricht der Herr, dein Erlöser.“

Gott redet nicht nur, ER handelt!
Gott hat SEINEN Sohn Jesus zu uns als Retter gesandt!
Durch IHN wirkt ER auch in unserer Zeit SEIN Erbarmen!

Im 1. Timotheusbrief wird uns gesagt:
„Das ist gewisslich wahr und ein teuer wertes Wort, daß Jesus Christus gekommen ist in die Welt, die Sünder selig zu machen, unter welchen ich der vornehmste bin.“

Dahinter steht die Erfahrung des Paulus. Er hat Gottes Erbarmen als lebensveränderndes und rettendes Wirken erlebt. In seiner Begegnung mit Jesus hat er Gottes rettende Liebe erfahren. Gott hat ihn gewandelt, von einem Christusverfolger zu einem Verkünder der Botschaft von Jesus.

Unser Predigtwort berichtet es nicht nur als persönliches Geschehen für Paulus, sondern als einladendes Beispiel für alle, die von Gottes Erbarmen angesprochen werden. Die Predigtverse enden mit einem Lobpreis Gottes:

„Aber Gott, dem ewigen König, dem Unvergänglichen und Unsichtbaren, der allein Gott ist, sei Ehre und Preis in Ewigkeit! Amen.“

Gottes Weg durch die Zeit ist eine Straße der Barmherzigkeit. Auf dieser Straße begegnen zu allen Zeiten Menschen der erbarmenden Liebe Gottes. Wie der Liederdichter Ph. Fr. Hiller bekennen Menschen:

„Mir ist Erbarmung widerfahren, Erbarmung, deren ich nicht wert;
das zähl ich zu dem Wunderbaren, mein stolzes Herz hat´s nie begehrt.
Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit.

Ich hatte nichts als Zorn verdienet und soll bei Gott in Gnaden sein;
Gott hat mich mit sich selbst versühnet und macht durchs Blut des Sohns mich rein.
Wo kam dies her, warum geschieht´s? Erbarmung ist´s und weiter nichts.“
(EG 355)

Vielleicht kannst auch Du in ein solch Bekenntnis einstimmen?

Aber eines kannst Du – Du kannst Dir im Gebet und im Hören auf Gottes Wort zeigen lassen, wo Gott sich Deiner erbarmt hat!

Gott will Dich mitnehmen auf SEINER Straße der Barmherzigkeit!
ER will Dein Herz zur Liebe entzünden, damit Du die Menschen vor Deinen Füßen siehst, die Gottes Barmherzigkeit von Dir brauchen!
Lass Dich für Gottes Barmherzigkeit in Anspruch nehmen!
Das wird Dein Lobpreis Gottes sein!
Er wird alle Deine Worte, die Du zur Ehre Gottes sagst, tragen!

Der Segen des Herrn geleite Dich.

Es grüßt herzlich
Dein Pf.i.R. Steinführer

Liebe Lesergemeinde!
Ich grüße Sie herzlich am 5. Sonntag nach Ostern, am Sonntag Rogate.
Rogate heißt: Betet !
Dazu ruft uns auch unser Predigtwort im 1.Timotheusbrief
im 2. Kapitel, in den Versen 1 – 6a:²

„So ermahne ich nun, daß man vor allen Dingen zuerst tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, auf daß wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottesfurcht und Ehrbarkeit. Solches ist gut und angenehm vor Gott, unserm Heiland, welcher will, daß allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung.“

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
In den letzten Tagen war häufig Gewitter. Lange bevor meine Augen es sahen, spürte ich es schon in meinem Körper. Dabei sah ich nebenbei, bevor sich der Himmel im Dunkel hüllte, einen Blütenteppich in sanftem Blau. Es war, als hätte Gott mir ein Stück geöffneten Himmel vor die Füße gelegt. Wollte ER mir durch jede einzelne Blume sagen: – Vergiss MEIN nicht? – Und hatte ich das denn nötig ?

Die Blumen und die Botschaft gingen überall mit, wohin ich auch kam.

In einem überfüllten Wartezimmer eines Arztes klagten Menschen ihre Not und Angst. Wussten sie nicht um Gottes Gegenwart und SEINE Einladung? Auch für sie gilt die Botschaft Gottes: – Vergiss MEIN nicht! – ICH bin für euch da, in aller eurer Not und Angst!

Ich begegnete Menschen, die miteinander fröhlich waren. Hatten sie ein Ohr für Gottes Botschaft: – Vergiss MEIN nicht! – Aus MEINER Hand habt ihr empfangen, dass ihr glücklich sein könnt. Ist das nicht einen dankbaren Druck eurer Hand wert?

Im Fernsehen sah ich ratlose Politiker über die Zukunft des Landes sprechen. Sie verdeckten ihre Ratlosigkeit mit Streit und Schuldzuweisungen. Einige malten in Worten düstere Zukunftsbilder. Andere flüchteten sich in Zweckoptimismus. Wussten sie nicht oder wollten sie sich nicht daran erinnern, dass es einen Gott gibt, der da sagt: – Vergiss MEIN nicht? – ICH bin der Herr, der die Zukunft in der Hand hält und Wege für die Zukunft zeigen kann!

Die Welt braucht ein Erinnern daran, dass sie nur von Gott und durch Gott leben kann!

Und ich brauche es auch, jeder von uns braucht solches Erinnern. Denn oft leben und handeln wir, als wenn es diesen Gott nicht gibt. SEIN Wort sagt uns aber als Gemeinde:

„Vergeßt niemals den Herrn, euren Gott“ (5.Mose 8,14).

Zu diesem Gott werden wir durch unser Predigtwort eingeladen. Wir werden gerufen, mit IHM zu reden:
„So ermahne ich nun, daß man vor allen Dingen zuerst tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, auf daß wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottesfurcht und Ehrbarkeit.“

Als Gemeinde sind wir zum Gebet gerufen, für uns und für Andere. Das ist vor allem ein Geschenk. Der allmächtige Gott gewährt uns Audienz. ER ist alle Zeit für uns bereit, um zu hören, was unser Herz bewegt. Wir können unser Herz vor IHM ausschütten, alles was uns selber bedrückt, aber auch alle Freude und Dankbarkeit für Gottes empfangener Liebe und alles, was uns von Andern her im Herzen bewegt.

Gott ist bereit, uns zuzuhören. ER wartet auf unser Wort. Gott ist uns zugewandt, um uns SEINE rettende Liebe zu schenken. ER ist bereit, dass wir sie für uns und Andere abrufen und in Anspruch nehmen.

Das bedeutet nicht unbedingt Erfüllung von Bitte und Fürbitte.

Aber SEIN Handeln aus Liebe geht mit uns Wege der Hilfe und der Rettung.
Nicht immer werden wir Gottes Handeln verstehen und begreifen. Manches wird uns erst später verständlich, Anderes bleibt verborgen. Doch wir können lernen, mitten in den Tiefen des Lebens auf Gott zu vertrauen.

In einem Psalm heißt es:
„Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei deiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich endlich mit Ehren an. Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachten, so bist du doch Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.“ (Ps 73, 23-26)

Gott hört auf Gebete und ER antwortet darauf!

Unser Gebet wirkt etwas, bei uns und bei anderen. Diese Möglichkeit und Verantwortung hat Gott SEINER Gemeinde gegeben. Mit unserem Gebet können wir ein Netz ausspannen, mit dem Gottes Liebe vielen Menschen hilft und sie rettet. Denn Gott will, dass alle Menschen gerettet werden. SEIN Sohn Jesus hat SEIN Leben als Erlösung für alle Menschen hingegeben.

Im Gebet können wir hören, was Gott uns zu sagen hat.
Beten ist kein Monolog, sondern ein Dialog.
Beten ist nicht nur ein Reden, sondern auch ein Hören auf Gottes Worte.

So werden wir auch in unseren Bitten weitergeführt. Gott schenkt uns ein Erkennen SEINER handelnden Liebe, dass wir IHN staunend anbeten können, dass wir für alles Empfangene von Herzen danken können, dass wir um Hilfe für die Not und Ratlosigkeit Anderer bitten können.

Zu all dem ruft uns Gott an diesem Sonntag. Mit dem Spruch der Woche gibt ER unserem Schritt ins Gebet Ermutigung.
Dieser Spruch ist ein Gebet aus dem 66. Psalm, Vers 20:

„Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.“

Der Herr möge all unser Beten zu IHM segnen.

Es grüßt herzlich
Ihr Pfr.i.R. Steinführer