Liebe Lesergemeinde!
Herzlich grüße ich Sie, am 4.Sonntag nach Trinitatis. Für die Zuschriften möchte ich mich herzlich bedanken.

Das Predigtwort für den heutigen Sonntag steht im Römerbrief
im 14.Kapitel, in den Versen 10 – 13:²

„Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder, du anderer, was verachtest du deinen Bruder? Wir werden alle vor den Richterstuhl Gottes dargestellt werden. Denn es steht geschrieben (Jes 45,23): „So wahr ich lebe, spricht der Herr, mir sollen sich alle Kniee beugen, und alle Zungen sollen Gott bekennen.“ So wird nun ein jeglicher für sich selbst Gott Rechenschaft geben. Darum lasset uns nicht mehr einer den andern richten; sondern richtet vielmehr darauf euern Sinn, daß niemand seinem Bruder einen Anstoß oder Ärgernis bereite.“

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
In der Bibel heißt es:
„Und sie hörten die Stimme Gottes des Herrn, der in den Garten ging, da der Tag kühl geworden war“ (1.Mose 3,8).

Daran musste ich denken, als ich zu Abend im Garten war und mich an der umgebenden Vielfalt und Schönheit erfreute.

Und es war, als würde ich eine Stimme hören, die da sprach:
– Sie ist noch immer schön meine Schöpfung,
– aber sie krankt an eure Sünde und Schuld.
– Und dennoch will sie euch einladen zu mir.

Und als würde ein Schleier fortgezogen, sehe und höre ich die Welt um mich ganz anders:
Wurzeln ringen miteinander, um die besten Nahrungsstellen,Kleine und größere Tiere zerstören das verwobene Geflecht. Stiele, Blätter und Zweige verdrängen einander vom Licht. Und die Blüten verströmen Worte mit ihrem Duft.

Ich bin die Schönste!
Ich blühe am Längsten!
Mich lieben die Menschen am Meisten!
Und ich lobe mit Blatt und Blüte Gott am Besten!

– Worte von Verachtung und Ablehnung fielen wie ein Platzregen über andere Pflanzen und Blumen. Dazwischen drangen Worte über die Achtlosigkeit und Grausamkeit der Menschen. Und aus der Tiefe kamen Schreie und Wimmern wie von verletzten Seelen.

Und der Schleier senkte sich über jenes Sehen und Hören.
Und nur noch die eine Stimme sprach: – Kommt Dir das nicht bekannt vor?
So geht auch ihr Menschen miteinander um!
Auch Deine Stimme höre ich unter der Vielfalt der Stimmen.!
Ich habe Dir meinen Geist gegeben!
Lass I h n Deine Worte und Taten erfüllen im Annehmen, im Vergeben und in helfender Liebe!
Sei wie eine einladende Blume, die Menschenherzen zu Gott weist!

In dem Bibelwort aus dem Mosebuch heißt es weiter:
„Und Adam versteckte sich mit seinem Weibe vor dem Angesicht Gottes des Herrn unter die Bäume im Garten“ (1.Mose 3,8).

Verstecken auch wir uns vor der Anrede unseres Gottes?
ER sagt uns als Gemeinde, ER sagt Dir und auch mir durch SEIN Wort:
„Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder, du anderer, was verachtest du deinen Bruder. Wir werden alle vor den Richterstuhl Gottes dargestellt werden.“

Diese Worte des Paulus legen einen Finger auf das Richten und Urteilen in der Gemeinde.

Wir sind Glaubensgeschwister, gemeinsam angenommen von der vergebenden Liebe Christi. Und doch schauen wir immer wieder auf das Trennende. Wir urteilen und richten nicht nur über die Art und Weise wie sich der Andere gibt und uns begegnet, sondern häufig über seinen Glauben und seine Frömmigkeit. Es fällt uns oft schwer, seinen Glauben zu akzeptieren und gelten zu lassen.

Doch Gottes Wege sind sehr verschieden mit den Menschen. Aber sie führen alle über den einen Jesus Christus. In IHM ist die Einheit in der Vielfalt!

Das anzunehmen können wir nur im Gebet für uns erbitten. Auf diesen Weg können wir einander in Gottes Liebe begleiten und im gelebten Glauben aufeinander zugehen.

Es ist nicht unsere Aufgabe, die Gemeinde zu unterteilen in wahre Christen und Namenschristen, sondern es ist unsere Aufgabe, dass wir als Gemeinde einander helfen, zur Gemeinschaft mit Christus zu finden.

Vor dem letzten Gericht werden wir alle nur durch die angenommene vergebende Gnade Jesu bestehen können. Diese anzunehmen, gibt Gott uns immer aufs Neue die Möglichkeit, allerdings nur solange wir leben. Jeder ist für sein eigenes Leben verantwortlich, aber auch dafür, ob er mit seinem Leben Andere abgehalten hat, die Gnade Jesu anzunehmen.

Das Wort des Wochenspruchs spricht uns auf die besondere Verantwortung für unsere Mitschwestern und Mitbrüder an. Da heißt es:
„Einer trage des ander Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen“ (Gal 6,2).

Dabei bezieht sich die Last nicht nur auf die äußere Last, die mancher zu schleppen hat, sondern auch auf die innere Last, die mancher in der Gemeinde mit sich herum schleppt.

Gemeinde ist eine Gemeinschaft von angenommenen Sündern. Wir alle, Du und ich, sind angenommene Sünder. Um der Liebe Jesu willen dürfen wir einander nicht fallen lassen, wenn wir schuldig werden. Gott hat für alle, die Jesus annehmen, einen Platz in SEINER Gemeinde.

Ja, ER wirkt durch alle, die in Jesu Liebe sind!
Und durch sie gibt ER SEINER rettenden Botschaft Leben, lässt ER Menschen zu sich einladen und gibt SEINER Liebe in der Welt Gestalt!

Diesen Auftrag lasst uns annehmen!
Lasst uns nicht in einem Possitionskampf in den Gemeinden verfallen!
Bittet darum, dass wir die geschenkte Einheit in Jesu Liebe leben können,
zu Ehre Gottes des Vaters!

Dazu gebe der Herr SEINEN Segen
Euer Pfr.i.R. Steinführer

Liebe Lesergemeinde!
Ich grüße Sie herzlich am Trinitatisfest.
Wir preisen in dem heutigen Gottesdienst die Dreieinigkeit Gottes.
Das Predigtwort steht im Römerbrief im 11. Kapitel, in versen 32-36:²

„Denn Gott hat alle beschlossen unter den Unglauben, auf daß er sich aller erbarme.
O welch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! Denn „wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen?“ (Jes 40,13)Oder „wer hat ihm etwas zuvor gegeben, daß ihm werde wiedervergolten?“ (Hiob 41,3)
Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit!
Amen.“

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
Vor einigen Tagen war ich Garten um zu jäten. Der viele Regen hatte das Unkraut schnell wachsen lassen. Es wurde Zeit, die Iris davon zu befreien. Sie standen gut im Blatt, aber sie haben nur wenige Blüten. Mitten im Bedauern entdeckte ich plötzlich die Schönheit ihrer Blätter. Dabei hatte ich sie schon so oft angesehen.

Geht es uns nicht ähnlich mit vielen gewohnten Dingen, Ereignissen und Personen?
Wir entdecken immer wieder etwas, was uns in Erstaunen versetzt.

Auch im Umgang mit der Bibel und ihrer Botschaft kann uns Erstaunen erfassen.
Viele Worte der Bibel haben wir schon oft gehört. Plötzlich lassen sie uns aufhorchen. Wir erstaunen, wie sie in unser Leben hineinsprechen. Aus dem Erstaunen wird ein Ergreifen, das zum Danken und Loben führt.

Das will auch Paulus und unser Predigtwort.
Es sagt uns, dass Gott sich über alle Menschen erbarmt, um sie zu erretten.
Dieses Wort bleibt keine Feststellung. Es wird Zuspruch und Anfrage.

Gott sagt Dir und mir: – ICH will Dich durch Jesus retten! –
Kannst Du befreit durchatmen oder schiebst Du es unwillig beiseite, weil Du meinst;
das brauchst Du nicht ?

Gott fragt Dich und mich:
– Willst Du diese Rettung annehmen?
– ICH, DEIN Herr, will Dir MEINE ganze Liebe geben!
– Sehnst Du Dich nicht nach dieser Liebe, wenn Du einsam bist, wenn Dich Schuld und Not zu Boden drücken?

Gott will Dich in der Gemeinschaft mit Jesus verzeihend annehmen und Dir SEINE Liebe geben.

Greif zu und nimm das Geschenk an !

Gott hat schon so viel an Liebe in Dein Leben hineingegeben, dass Du mit Danken gar nicht nachgekommen bist.
ER hat Dich durch viele Tiefen geführt, aus die Du ohne IHN nicht herausgekommen wärst.

Nun will ER Dir wieder neu in SEINER Liebe begegnen.
ER ist für Dich in Liebe da, in Gericht und Gnade. Denn ER ist ein heiliger Gott.
ER ist der Herr und doch wie ein liebender Freund. Gott nimmt sich Deiner Sorgen und Nöte an.
ER warnt Dich durch SEIN Wort, wenn Du ins Verderben läuftst.
ER verzeiht Dir, wenn Du in Jesu Namen darum bittest. ER lädt Dich ein auf einen Weg, der in SEINE Zukunft führt.

Gott bleibt immer größer und unbegreiflicher als Dein Herz und Verstand es erfassen kann. Aber Tag um Tag kannst Du mehr von IHM erfahren und empfangen.

Im staunenden Erkennen möchte ER Dich zu Lob und Dank führen.
Lass Dein Leben ein Gebet werden!
Damit öffnest Du den Himmel für SEINEN Segen!

Du tust es nicht nur für Dich. Du tust es für Deine Kinder und Enkel, für die Gemeinde, für Deinen Ort und für unser Land.

Du darfst IHN bitten:
Schau nicht auf unsere Schuld, sondern sieh gnädig auf den Glauben DEINER Gemeinde. Denn DU bist der Herr, der sich aller erbarmt und alle in Jesus retten will.
– DU gibst Heimatlosen Heimat,
– DU heilst zerbrochene Herzen,
– DU stillst den Hunger nach Leben,
– DU vergibst Schuld und lässt im Herzen Frieden wachsen,
DIR sei Ehre in alle Ewigkeit!

Darum können wir DICH preisen mit unseren Worten und den Worten, die Paulus im Heiligen Geist uns als Gemeinde vorspricht:
„O welch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt; oder wer ist sein Ratgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, daß ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit. Amen.

Dazu gebe der Herr SEINEN Segen.

Es grüßt herzlich
Euer Pfr.i.R. Steinführer