Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen 3. Sonntag im Advent. Wenn wir in den Predigttexten zum Advent das Kommen unseres Herrn vermissen, dann liegt das darin begründet, dass uns die diesjährige Predigtreihe mehr durch die apostolischen Briefe und durch die Offenbarung führt und
nicht so sehr durch die Evangelien, wie es die vergangenen Jahre getan haben.
Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Römerbrief Kapitel 15, die Verse 4-13. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Denn was zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, damit wir durch Geduld und den Trost der Schrift Hoffnung haben. Der Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, dass ihr einträchtig gesinnt seid untereinander, Christus Jesus gemäß, damit ihr einmütig mit einem Munde
Gott lobt, den Vater unseres Herrn Jesus Christus.
Darum nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.
Denn ich sage: Christus ist ein Diener der Juden geworden um der Wahrhaftigkeit Gottes willen, um die Verheißúngen zu bestätigen, die den Vätern gegeben sind; die Heiden aber sollen Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben steht (Psalm 18,50):
“ Darum will ich dich loben unter den Heiden und deinem Namen singen.“
Und wiederum heißt es (5.Mose 32, 43): „Freut euch, ihr Heiden, mit seinem Volk !“
Und wiederum (Psalm 117,1): „Lobet den Herrn, alle Heiden, und preist ihn, alle Völker.“
Und wiederum spricht Jesaja (Jesaja 11,10): „Es wird kommen der Spross der Wurzel Isais und wird aufstehen, um zu herrschen über die Heiden; auf den werden die Heiden hoffen.“
Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des heiligen Geistes.

Liebe Gemeinde,

bei den Bandwurmsätzen des Apostel Paulus ist es nicht immer so ganz einfach, diese in eine entsprechende Ordnung zu bringen. Nicht dass Paulus sich verzettelt. Nein, der Apostel Paulus versucht möglichst viel Information in möglichst wenige Worte und Sätze hineinzubekommen. Daher ist manchmal auch jedes einzelne Wort gewichtig. Die Überschrift über die heutige Predigt möchte ich einmal nennen: „Wie führe ich ein glückliches Leben ?“

In der Tat lässt sich Paulus in unserem heutigen Predigttext auch darüber aus. Lassen Sie uns drei Eckpunkte betrachten, die uns allen helfen sollen, ein glückliches Christenleben zu führen.

1. Hoffnung

Nichts, liebe Gemeinde, ist so schlimm, wie keine Hoffnung mehr zu haben.
Nicht umsonst heißt es „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“
Wir erhalten unsere Lebensenergie nur durch Hoffnung. Wir hoffen, dass wir heute heil von der Kirche wieder nach Hause kommen. Wir hoffen, dass wir möglichst lange gesund bleiben. Wir hoffen, dass wir unseren Arbeitsplatz behalten können. Diese Liste ließe sich nahezu endlos fortsetzen. Wir sehen, die Hoffnung spielt eine zentrale Rolle in unserem Leben.

Nun, so schreibt es uns der Apostel Paulus, gibt es noch eine weitaus größere Hoffnung, die über unsere irdischen Hoffnungen weit hinausgeht, nämlich die Hoffnung, die uns die Bibel vermittelt. Was ist denn das für eine große Hoffnung ?

Nun, es ist die Hoffnung, die uns das Kind in der Krippe gibt. Es ist schlichtweg die Hoffnung auf das Ewige Leben. Etwas banaler ausgedrückt ist es die gewisse Hoffnung, dass wir erkennen dürfen, dass mit dem Tode nicht alles aus ist. Aber wie kommen wir dahin ?
Ganz einfach, indem wir den Herrn Jesus Christus als unseren Herrn annehmen. Wenn wir dies getan haben, dann können wir uns dann ganz getrost zurücklegen und auf diese Hoffnung bauen und vertrauen.

Diese Hoffnung hilft uns auch im Alltag. Wenn ich weiß, dass mit dem Tode nicht alles vorbei ist, dann muss ich nicht jedmöglichen Spaßfaktor in mein Leben hineinquetschen. Was ich hier auf Erden an Spaß vermeintlich nicht erlebe, das kann ich im Himmel gewiss nachholen. Und auch bei so manchem Ärger hilft diese Hoffnung ganz praktisch weiter. Hat der Nachbarschaftsstreit im Angesicht der Ewigkeit überhaupt noch eine Bedeutung ? Und vor allem, muss ich denn nun immer und immer wieder Recht haben mit meinen Ansichten ?

Diese gewisse Hoffnung des ewigen Lebens hilft uns, mit dem alltäglichen Leben ein wenig leichter umzugehen und manchmal eben nicht alles so wichtig zu nehmen. Das ist doch ein Stück Glück pur.

2. Annehmen

Wir hatten gerade schon gesagt, dass der erste Schritt darin besteht, Christus als unseren Herrn anzunehmen. Jetzt geht es aber noch einen Schritt weiter. Wir sollen unsere Mitmenschen, und dazu zählen ausnahmslos Alle, genau so annehmen, wie uns Christus angenommen hat.

Wenn wir etwas annehmen, dann müssen unsere Hände frei sein. Wir können kein Paket annehmen, wenn wir schon andere Sachen mit uns herumtragen. Genau so ist es, wenn wir den Herrn Jesus annehmen. Und genau so ist es, wenn wir andere Menschen annehmen. Kennen Sie eigentlich die
Geschichte vom Weihnachtsnarren ? Lassen Sie uns kurz in sie hineinhören:

Wie die drei Weisen aus dem Morgenland hat auch der Weihnachtsnarr den Stern von Bethlehem entdeckt und sich auf den Weg gemacht, um den neugeborenen König anzubeten und zu beschenken. Seine Geschenke sind seine Narrenkappe, sein Glockenspiel und seine Blume. Das ist alles, was er hat. Unterwegs begegnet er einem gelähmtem Kind. Es weint, weil es nicht mit den anderen Kindern spielen kann. Unser Narr schenkt ihm seine Narrenkappe. Kurz darauf begegnet der Narr einem blinden Kind. Auch dieses weint, weil es nicht mit den anderen Kindern spielen kann. Zum Trost schenkt ihm der Narr sein Glockenspiel. Dann führt der Stern von Bethlehem den Narren zu einem tauben Kind. Auch dieses weint, weil es nicht mit den anderen Kindern spielen kann. Unser Narr schenkt ihm seine Blume. Im Stall von Bethlehem angekommen, steht er mit leeren Händen da. Doch werden gerade diese leeren Hände gebraucht. Das Christkind ist gerade geboren, Josef ist mit den Tieren beschäftigt, die Krippe ist noch nicht für das Kind vorbereitet. Da legt Maria ihr Kind gerade in die leeren Hände des Narren.

Genau so, wie unser Narr, sollen wir zu unserem Herrn kommen. Ganz einfach mit leeren Händen. Alles, was war, sollen wir ablegen. Gerade diese leeren Hände und natürlich unser Herz will unser Herr füllen. Wenn wir uns von unserem Herrn derart beschenken lassen, dann können wir auch
unsere Mitmenschen so annehmen, wie uns unser Herr angenommen hat. Die leeren Hände, die keine Vorurteile kennen, ermöglichen es uns, offen und frei und ohne Scheu auf den Anderen zuzugehen.

Ein von Christus mit Liebe randvoll gefülltes Herz kann unmöglich den Mitmenschen hassen, es kann ihn nur noch lieben. Liebe Gemeinde, wenn dies so ist, dann lassen Sie uns doch alle wieder zu Weihnachtsnarren werden.

3. Führung

Die drei letzten Worte unseres Predigttextes lauten „durch die Kraft des Heiligen Geistes“ Was habe ich eigentlich vom Heiligen Geist ? Das werde ich ziemlich häufig gefragt. Gerade eben neu bekehrte Christen haben natürlich ein wenig Schwierigkeiten damit. Ich benutze dann gern folgendes Bild. Stellen wir uns einen guten Freund vor, der einfach alles weiß, der sogar erkennt, was wir gerade denken. Und dieser Freund will uns immer helfen. Aber er will uns, und das erwarten wir hoffentlich alle von einem guten Freund, auch warnen, wenn wir in die Irre gehen.
In gewisser Weise haben wir alle diesen guten Freund stets um uns. Wir müssen dank des Heiligen Geistes, der uns behütet, beschützt und geleitet nichts mehr alleine durchstehen. Er ist immer bei uns.

Mit einem realen Beispiel möchte ich die Predigt schließen: Als ich meinen Dienst begann, da wälzte ich Kommentare über Kommentare mit dem Ergebnis, dass am Samstag die Exegese fertig war, die Predigt als solche aber noch in weiter Ferne lag. Sie können sich sicherlich vorstellen, dass ich alles andere im Sinn hatte, als samstags Abend die Sportschau zu schauen. Die Predigt musste ja fertig werden.

Und dann war einmal der Punkt erreicht, wo ich einfach nicht mehr weiter konnte mit meinen eigenen Bemühungen. Inständig habe ich das getan, was ich schon längst hätte tun sollen, nämlich Gott um seinen Beistand zu bitten. 5 Minuten später saß ich an meinem Schreibtisch und die Finger flogen nur so über die Tastatur. Bitte jetzt nicht in die falsche Richtung denken !!! Der Heilige Geist unterstützt bestimmt nicht meine Faulheit. Ich habe mich in der Folgezeit genau so vorbereitet, wie bisher. Nur bete ich seither von Anbeginn der Vorbereitung an und bitte Gott rechtzeitig um Seinen Beistand.

Nachdem ich dieses erlebte, habe ich immer größere Dinge meinem Herrn übertragen. Und ich darf sagen, dies ist das größte Glück meines Lebens. Egal, wo ich immer auch hingehe, ich komme immer in vorbereitete Verhältnisse. Ich muss mir keine Türen selber aufstoßen ich gehe einfach durch die Türe, die mir der Herr offen hält. Natürlich verbergen sich hinter mancher Türe auch scheinbar negative Erlebnisse. Wenn ich aber weiß, dass alles von Gott kommt, dann stelle ich nicht mehr die „Warum-Frage“, dann stelle ich die „Wozu-Frage“.

In diesem Sinne lassen Sie uns doch in dieser Adventszeit wieder damit beginnen, ein glückliches Leben mit unserem Herrn zu führen.

Dieses Glück, über welches wir heute nachgedacht haben, beschreibt der Liederdichter Friedrich Rückert sehr schön in dem 6. Vers seines Adventsliedes „Dein König kommt in niedern Hüllen“, der da lautet, wie folgt:

O lass dein Licht auf Erden siegen,
die Macht der Finsternis erliegen
und lösch der Zwietracht Glimmen aus,
dass wir, die Völker und die Thronen,
vereint als Brüder wieder wohnen
in deines großen Vaters Haus.

Der Herr gebe Dir immer wieder die gewisse Hoffnung des ewigen Lebens
Der Herr gebe Dir die Kraft alle Menschen so anzunehmen, wie er sie geschaffen hat
Der Herr sende herab auf Dich seinen Heiligen Geist, damit er dich führen kann

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten dritten Advent. Bis zur nächsten Woche verabschiede ich mich und grüße Sie alle recht herzlich

Ihr
Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag. Eine der ersten Jahrespredigten darf und sollte die Jahreslosung zum Inhalt haben. Deshalb lassen Sie uns den heutigen Sonntag nutzen, um gemeinsam über die Losung für das Jahr 2011 nachzudenken. Wir finden die Losung im
12.Kapitel des Römerbriefes, Vers 21:

„Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“

Liebe Gemeinde,

wenn ich an die Losungen der vergangenen Jahre denke, dann waren dies häufig schöne und klare Botschaften. Und unsere diesjährige Losung fängt gleich mit dem Bösen an. Wenn wir uns hingegen das Welt- und unser Alltagsgeschehen ein wenig näher anschauen, dann stellen wir sehr
schnell fest, dass wir immer und überall auch von dem Bösen umgeben sind. Von daher gesehen soll uns unsere Losung für das Jahr 2011 auch stets eine Erinnerung und Ermahnung sein.

Lassen Sie uns am heutigen Sonntag die Losung und ihre Botschaft ein wenig näher und intensiver betrachten.

1. Die versteckte Warnung

Im griechischen Text steht für das hier gebrauchte Wort „böse“ das Wort „kakos“. Man kann „kakos“ auch mit übel oder verdorben übersetzen. Hiermit ist das böse Handeln eines Menschen gemeint, welches aus seiner bösen Natur heraus kommt. Paulus drückt es an anderer Stelle einmal
recht deutlich aus, wenn er sagt: „Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.“

Im Grunde hat sich daran bis heute nicht viel geändert. Wir wissen doch alle, wie wir leben sollten. Die 10 Gebote sind uns doch allen geläufig. Wir wollen doch alle ein Leben in Frieden und Harmonie und in Anbetung vor unserem Herrn leben. Warum gelingt es uns bloß so selten ? Nun, mit unserer Bekehrung haben wir zwar unser Leben unserem Herrn übergeben, aber unser Trachten und Sinnen ist nach wie vor den Angriffen Satans ausgesetzt.

Wir dürfen uns dies durchaus so vorstellen, dass in uns stets ein Kampf „gut“ gegen „böse“ abläuft. Bedingt durch unsere sündige Natur sind wir permanent in Gefahr das zu tun, was wir eigentlich gar nicht wollen. Wie oft haben wir in einem Wortgefecht schon andere Menschen „niedergemacht“, was wir einen Augenblick später wieder bereut haben.

Und hier greift die paulinische Warnung „Achtung vor dem Bösen“ ein. Wenn wir wissen, wovor wir uns hüten müssen, dann gehen wir im allgemeinen auch mit dieser Gefahr angemessen um. Wenn wir wissen, dass die Straßen im Winter glatt sind, dann fahren wir besonders langsam und
umsichtig. Und genau so sollen wir es in unserem Leben handhaben. Wenn wir wissen, wozu unser sündiger Mensch neigt, dann genügt häufig schon diese Warnung, um uns vor der Sünde zu bewahren.

2. Vorsicht Ansteckungsgefahr

Wenn ich das Böse konkretisieren sollte, dann fallen mir sogleich ein:
Lüge, Gewalt, Hass, Neid und Unrecht ein. Wenn wir in der Jahreslosung lesen „Lass dich nicht vom Bösen überwinden…“ dann meint Paulus: Lass dich nicht anstecken von Lüge, Gewalt, Hass, Neid und Unrecht.

Die Gefahr von dem Bösen geht nicht nur von uns aus, sondern auch von anderen Menschen, die uns Böses antun. Und ab diesem Zeitpunkt nimmt das Übel seinen Lauf. Wenn mir einer Gewalt antut, ob mit Worten oder Taten, dann schlage ich zurück. Ich lasse mir nichts gefallen. So, liebe
Gemeinde, denkt und handelt die Welt. Wenn es damit getan wäre, dann wäre es ja noch halbwegs in Ordnung. Aber häufig eskalieren derartige Situationen und oder werden auf Dritte noch mit übertragen. Und schon hat uns das Böse infiziert und wir geben diesen „Virus“ ungebremst weiter.

Wenn Paulus uns sagt, dass wir uns nicht überwinden lassen sollen, dann meint er damit den passiven Umgang mit dem, was uns an Bösem geschieht. Sich nicht überwinden lassen heißt auch standhaft sein im Glauben. Wenn wir einfach nicht zurückschlagen, wenn uns Unrecht geschieht oder wenn wir einfach weghören, wenn jemand uns mit Worten traktiert, dann stoppen wir an genau dieser Stelle die Spirale des Bösen. Das spannende ist, dass dies auch wirklich funktioniert. Probieren Sie es doch einfach mal aus.

Ich bin einmal von einer aufgebrachten Person auf’s Übelste beschimpft worden mit Worten, die in keine Predigt gehören. Ich habe diese Person angeschaut und einfach nichts gesagt. Nach geraumer Zeit war mein Widersacher derart verunsichert, dass er kein Wort mehr heraus bekam und einfach ging. Einige Zeit später kam dann auch noch das, womit ich gar nicht gerechnet hatte, nämlich eine Entschuldigung für das Fehlverhalten.

3. Geheimwaffen gegen das Böse

Im zweiten Teil der Jahreslosung gibt uns Paulus einen wertvollen Hinweis darauf, wie wir gegen das Böse ankämpfen können. „Überwindet das Böse mit Gutem“ Ok, mal den Mund halten, nicht gleich zurückschlagen, das bekomme ich so gerade noch hin. Aber dem mit Liebe zu begegnen, der
augenscheinlich nichts Gutes im Schilde führt, das geht dann wohl doch ein bisschen zu weit. So würde ich es Paulus gegenüber sagen.

Paulus würde sicherlich nicken und sagen: Du sollst auch nicht den zweiten vor dem ersten Schritt machen. Du musst zuerst gegen das Böse in Dir selbst ankämpfen, bevor Du das Böse, welches Dir von außen geschieht mit Gutem überwinden kannst. Wie kann man dies nun anstellen ? Nun, wir
können versuchen für alle Situationen, die uns begegnen eine friedvolle Lösung zu finden, anstelle gleich Gewaltbereitschaft zu signalisieren. Wir können uns wieder darin üben, unsere Mitmenschen mit Anerkennung und Respekt zu behandeln, anstatt z.B. neidisch auf das zu schauen, was sie
erreicht haben und wir vermutlich nicht. Kurzum, wir können uns immer wieder die Frage stellen: Wie reagiere ich positiv im Sinne unseres Herrn auf das Negative, was mir gerade geschieht

Das geht natürlich nicht ohne den Beistand unseres Herrn. Und diesen dürfen wir immer in Anspruch nehmen, wenn uns Situationen über den Kopf zu wachsen drohen. Er wird uns beistehen und helfen, in Seinem Sinne zu handeln. Und wenn wir dies erkannt haben, dann liebe Gemeinde, dann sehen wir in den bösen Angriffen von außen eben auch nur die natürliche Verhaltensweise des verdorbenen Menschen. Dann erkennen wir, dass dieser Mensch genau so denkt, wie es Paulus übertragen sagt: „Das Gute möchte ich und das Böse tue ich.“

Wenn wir uns jetzt noch eines gewiss machen, dass nämlich das Gute stets die stärkere Macht ist, dann haben wir eine wirkliche Geheimwaffe in der Hand, mit der wir das Böse überwinden können. Jede unserer „guten“ Handlungsweisen trägt dazu bei, dass das Böse immer ein Stückchen weit
an Macht verliert in dieser Welt.

Das Böse mit Gutem überwinden dürfen wir wohl als eine echte Glaubensfrucht sehen, eine Frucht der Arbeit unseres Herrn in und an uns. Dies wusste auch schon der Liederdichter Paul Gerhardt. Im 13. Vers seines Liedes „Geh aus mein Herz und suche Freud…“ drückt er dies sehr schön wie folgt aus:

Hilf mir und segne meinen Geist
mit Segen, der vom Himmel fleußt,
dass ich dir stetig blühe;
gib, dass der Sommer deiner Gnad
in meiner Seele früh und spat
viel Glaubensfrüchte ziehe, viel Glaubensfrüchte ziehe.

Der Herr lasse Dich stets erkennen, wo das Böse Dich umgibt
Der Herr gebe Dir immer wieder die Kraft, das Böse zu ertragen
Der Herr segne Dich, damit Du das Böse mit dem Guten überwinden kannst.

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Buß- und Bettag.
Kurz vor Ende des Kirchenjahres besinnen wir uns alljährlich darauf, was unser Christenleben ausmacht, nämlich ein Leben in Busse und Gebet. Lassen Sie uns zunächst darauf hören, was uns der Predigttext zum heutigen Buß- und Bettag zu diesem Thema mitteilt.
Wir finden den Predigttext im Römerbrief, Kapitel 2, die Verse 1-11:

Der Maßstab des göttlichen Gerichts

Darum, o Mensch, kannst du dich nicht entschuldigen, wer du auch bist, der du richtest. Denn worin du den anderen richtest, verdammst du dich selbst, weil du ebendasselbe tust, was du richtest. Wir wissen aber, dass Gottes Urteil recht ist über die, die solches tun. Denkst du aber, o Mensch, der du die richtest, die solches tun, und tust auch dasselbe, dass du dem Urteil Gottes entrinnen wirst ? Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut ? Weißt du nicht, dass dich
Gottes Güte zur Buße leitet ? Du aber mit deinem verstockten und unbußfertigen Herzen häufst dir selbst Zorn an auf den Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes, der einem jeden geben wird nach seinen Werken: ewiges Leben denen, die in aller Geduld nach guten Werken trachten nach Herrlichkeit, Ehre und unvergänglichem Leben; Ungnade und Zorn aber denen, die streitsüchtig sind und der Wahrheit nicht gehorchen, gehorchen aber der Ungerechtigkeit, Trübsal und Angst über alle Seelen der Menschen, die Böses tun, zuerst der Juden und ebenso der Griechen; Herrlichkeit aber und Ehre und Frieden allen denen, die Gutes tun, zuerst den Juden und ebenso den Griechen. Denn es ist kein Ansehen der Person vor Gott.

Liebe Gemeinde,

was beten ist, das wissen wir hoffentlich alle; aber Buße, was ist das eigentlich ganz konkret ? Lassen Sie uns dieser Fragestellung am heutigen Buß- und Bettag ein wenig nähern. Ich glaube, wahre Busse erkennt man unter anderem an diesen drei Punkten:

1. Ehrliche Reue

Es tut mir leid ! Wie oft kommen uns diese Worte nach einem Fehlverhalten über unsere Lippen. Das ist aber für ehrliche Reue zu wenig. Die ehrliche Reue ist verbunden mit einem tiefen inneren
seelischen Schmerz über das, was ich getan habe. Voraussetzung für ehrliche Reue ist die tiefe innere Erkenntnis, dass etwas nicht richtig läuft in meinem Leben.

Die tiefe ehrliche Reue kommt immer zu der Erkenntnis: Ich bin ein verlorener armer Sünder. Gleichzeitig weckt sie eine Sehnsucht in uns, von dieser scheinbar verlorenen Situation weg zu kommen. Dies ist, wie wir in unserem Predigttext nachlesen können, Gottes Wirken in uns.

2. Aufrichtige Hinwendung zu Jesus

Nun wäre Gott nicht Gott, wenn Er uns mit dieser tiefen Sehnsucht allein ließe und wir selber eine Lösung finden müssten. Gott lenkt ganz automatisch unsere Blickrichtung auf Seine Lösung, nämlich auf Jesus Christus.

Egal, was auch mit mir geschieht, ich richte meinen Blick nur noch auf den einen, der wirklich helfen kann. Mein Blick ist dermaßen auf Jesus fokussiert, dass alles andere egal ist. Von der Sünde will ich gar nichts mehr wissen. Am liebsten würde ich ihr den Rücken zukehren. Wenn ich meinen Blick allein auf Jesus richte, dann erkenne ich aber auch sehr schnell, dass ich allein den Weg weg von der Sünde gar nicht schaffen kann, sondern immer und immer wieder auf Seine Hilfe angewiesen bin.

Wie froh bin ich da, wenn mein Herr mir immer wieder zuruft:
„Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“

Keine Sünde ist zu groß oder zu schmutzig,als dass sie nicht durch Jesu Blut vergeben werden kann.

3. Aktive Umkehr

Mit der Erkenntnis und dem Schauen allein ist es aber nicht getan. Als reuige Sünder schauen wir nicht allein auf unseren Herrn, nein, wir machen uns auch auf den Weg hin zu IHM. Es ist unser einziger Wunsch, den Weg hin zu IHM zu finden und immer in SEINER Nähe bleiben zu dürfen.
Dies geht auch schon hier auf Erden.

Wie sieht denn dieser Weg ganz speziell aus ? Nun, wir haben von unserem Herrn auch drei Hilfsmittel mit auf den Weg bekommen, die uns helfen, diesen Weg zu gehen. Diese Hilfsmittel lauten:

Bibel – Gebet – Gemeinschaft

Die Bibel ist das Fundament, auf welchem wir fortan als reuige Sünder eine feste Bodenhaftung haben. Dieses Fundament ist wie ein Fels in der Brandung. Mögen die Stürme des Lebens über uns hereinbrechen, dieses Fundament bleibt bestehen. Mögen uns Nöte, Sorgen und Probleme quälen;
dieses Fundament gibt uns festen Halt.

Das Gebet ist quasi das Seil, welches uns mit unserem Herrn verbindet.
Ähnlich dem Bergsteiger in der Felswand. Er ist immer gesichert und kann daher getrost seines Weges klettern. Selbst wenn er einmal stolpern sollte, das Seil fängt ihn wieder auf. Wenn wir diese Sicherung unseres Lebens achtlos über Bord werfen, liebe Gemeinde, dann dürfen wir uns nicht wundern, wenn wir abstürzen. Doch selbst dann im Fallen können wir dieses Rettungsseil noch ergreifen. Und wenn wir am Boden zu liegen scheinen, kann uns dieses Seil immer wieder aufrichten.

Die Gemeinschaft. Kritiker werfen uns ja immer wieder sehr schnell vor, wir würden AN die Kirche glauben. Dies ist natürlich nicht richtig. Wir glauben nicht AN die Kirche, sondern wir glauben DER Kirche. Pater Leppich, ein großartiger katholischer Prediger aus dem Rheinland hat einmal wortwörtlich gesagt: “ Wissen Sie, warum ich der Kirche glaube ? Weil dieser Saustall in 2000 Jahren nicht untergegangen ist, sondern immer überlebt hat.“ Also muss wohl was Wahres an ihren Aussagen dran sein.

Was sagt uns eigentlich die Kirche hinsichtlich der Gemeinschaft ? Nun, sie sagt, dass wir die Gemeinschaft anderer Mitstreiter benötigen, da wir allein sehr schwach sind und alsbald fallen könnten. Die Gemeinschaft benötigen wir um zu erkennen, ob wir noch auf dem rechten Wege sind.
Die Gemeinschaft benötigen wir, da sie uns auffängt, wenn wir fallen sollten.
Und die Gemeinschaft braucht UNS, damit wir unsere Mitmenschen auffangen können, wenn sie zu fallen drohen.

Das Wort Buße ist ja ein wenig negativ besetzt. Wenn wir sie aber so betrachten, wie wir es am heutigen Tage getan haben, dann kann man fast sagen, dass die Buße ein fröhlicher Weg hin zu Gott ist.

Wohin uns die aufrechte Buße und Umkehr führt, das beschreibt der Liederdichter Johann Walter sehr schön in dem 5. Vers seines Liedes „Herzlich tut er mich erfreuen…“, der da lautet, wie folgt:

Er wird uns fröhlich leiten ins ewig Paradeis,
die Hochzeit zu bereiten zu seinem Lob und Preis.
Da wird sein Freud und Wonne in rechter Lieb und Treu
aus Gottes Schatz und Bronne und täglich werden neu

Der Herr schenke Dir ein bußfertiges Herz, das ehrlich und wahrhaftig bereut
Der Herr schenke Dir ein bußfertiges Herz, das allein auf IHN ausgerichtet ist
Der Herr schenke Dir ein bußfertiges Herz, das nur in SEINER Nähe weilen will

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Buß- und Bettag und verabschiede mich bis zum nächsten Sonntag.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Lesergemeinde!
Ich grüße Sie herzlich am Vorletzten Sonntag des Kirchenjahres.
Unser Predigtwort steht im Römerbrief im 8. Kapitel, in den Versen 18 – 25:²

„Ich bin überzeugt: Die künftige Herrlichkeit, die Gott für uns bereithält, ist so groß, daß alles, was wir jetzt leiden müssen, in gar keinem Verhältnis dazu steht. Alle Geschöpfe warten sehnsüchtig darauf, daß Gott seine Kinder vor aller Welt mit dieser Herrlichkeit ausstattet. Er hat ja die ganze Schöpfung der Vergänglichkeit preisgegeben, nicht weil sie selbst schuldig geworden war, sondern weil er sie in das Strafgericht über den Menschen miteinbezogen hat. Er hat aber seinen Geschöpfen die Hoffnung gegeben, daß sie eines Tages vom Fluch der Vergänglichkeit erlöst werden. Sie sollen dann nicht mehr Sklave des Todes sein, sondern am befreiten Leben der Kinder Gottes teilhaben. Wir wissen, daß die ganze Schöpfung bis jetzt noch vor Schmerzen stönt wie eine Frau bei der Geburt. Aber auch wir, denen Gott doch schon als Anfang des neuen Lebens – gleichsam als Anzahlung – seinen Geist geschenkt hat, warten sehnsüchtig darauf, daß Gott uns als seine Kinder bei sich aufnimmt und uns vom Fluch der Vergänglichkeit befreit.
In der Hofnung ist unsere Rettung schon vollendet – aber nur in der Hoffnung. Wenn wir schon hätten, worauf wir warten, brauchten wir nicht mehr zu hoffen. Wer hofft denn auf etwas, das schon da ist? Also hoffen wir auf das, was wir noch nicht sehen, und warten geduldig darauf.“

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
Am Ende des Kirchenjahres denkt die christliche Gemeinde über Tod und Auferstehung der Toten nach. Dabei steht der heutige Sonntag als Volkstrauertag unter dem Gedenken und der Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewalt.

Die Zahl derer, die unmittelbar vom Krieg betroffen sind, wird weniger.
Umso nötiger ist ein mahnendes Erinnern. Ohne ein solches Erinnern werden leicht Entwicklungen, die Menschenleben bedrohen und vernichten, übersehen. Die Fülle von Gewalt und Vernichtung von menschlichen Leben wird als negative Wirklichkeit hingenommen.

Wir aber können bezeugen, dass die Wirklichkeit von Krieg und Gewalt schlimmer ist als die Filme oft zeigen. Außerdem kann man bei Filmen wegsehen und rauslaufen, oder die Filme abschalten. In der Wirklichkeit geht es ums Überleben. Und wir erinnern uns in Trauer an die, die nicht überlebt haben. Aber aus diesen Opfern wächst auch eine Saat, die Menschen bewegt, sich für das Leben einzusetzen.

Denn jedes Leben ist etwas Einmaliges. Es ist ein großartiges Geschenk Gottes, verbunden mit einer Berufung zu einem Leben in der Gemeinschaft Gottes. Doch solange die Menschheit diesen Ruf Gottes nicht annimmt, werden Krieg und Gewalt nicht überwunden.

Doch es ist etwas geschehen, dass den Lauf der Geschichte ändern kann.
Gottes Sohn, Jesus Christus, hat in SEINEM Tod und SEINER Auferstehung die Macht des Todes und der Gewalt überwunden. Jesus gibt Menschen die Kraft, gegen Krieg und Gewalt zu wirken, wenn sie IHN als Herrn annehmen.

Und es wird eine Zeit kommen, in der keine Gewalt und kein Tod sein wird.

Aus dieser Hoffnung und aus der geschenkten Kraft Gottes können Menschen Zeichen setzen, die Gewalt zurückdrängt und Leben bewahrt.

Noch sind Gräber der Kriege und der Gewalt mahnende Zeichen der Erinnerung und Orte der Trauer. Sie stehen für alle Opfer von Krieg und Gewalt – auch für Opfer, die in fernen Ländern in vergessenen Gräbern ruhn.

Sie stehen auch für die Opfer, von denen man kaum spricht:
– die Menschen, die als „lebensunwertes“ Leben vernichtet wurden
– die ungebornen Kinder, die in unserer Zeit und Gesellschaft getötet werden
– die Opfer vergessener Kriege der letzten Jahrzehnte
– die Opfer von Hunger und Terror, die in den Berichten der Medien keinen
Platz gefunden haben.

Wir könnten die Liste fortsetzen. Die Liste der Opfer haben sich als lähmende Bilder des Todes in viele von uns eingebrannt. Sie können sehr schnell gegenwärtig sein.

Ich brauch z.B. nur in alten Briefen zu blättern. Dann finde ich ein amtliches Schreiben von einer Nervenheilanstalt. Darin wird lapidar mitgeteilt, dass mein Onkel verstorben ist. Eine Todesspritze hat sein Leben beendet. Doch diesen Mord wollte man nicht eingestehen. Wenn man auch in der Propaganda verharmlosend von Euthanasie („guter Tod“) sprach, wollte man den Vollzug den Angehörigen doch nicht mitteilen.

Bei manchen Filmen und Berichten drängen sich schreckliche Bilder des Krieges ins Bewusstsein. Anderen mag es ähnlich ergehen.

Aber all diese Bilder sind überlagert von einem Bild, einem Bild der Hoffnung.
Wie oft habe ich als Kind zu Hause mitgesungen:
„Wo findet die Seele, die Heimat, die Ruh …“ oder
„Laßt mich gehn, daß ich Jesum möge sehn …,“ und andere Lieder.

Zuleben auf Gottes Herrlichkeit, mitten in Not und Gewalt, war für mich ein Gottesgeschenk, das mir in Jesus begegnete:
– Leben in Hoffnung, auf die Herrlichkeit Gottes und die Erlösung der ganzen
Schöpfung, das hörte ich aus der Bibel heraus.

Von solcher Hoffnung spricht Paulus im heutigen Predigtwort:
„Ich bin überzeugt: Die künftige Herrlichkeit, die Gott für uns bereithält, ist so groß, daß alles was wir jetzt leiden müssen in gar keinem Verhältnis dazu steht. Alle Geschöpfe warten sehnsüchtig darauf, daß Gott seine Kinder vor aller Welt mit dieser Herrlichkeit ausstattet … Er hat aber seinen Geschöpfen die Hoffnung gegeben, daß sie eines Tages vom Fluch der Vergänglichkeit erlöst werden… Wir wissen, daß die ganze Schöpfung bis jetzt noch vor Schmerzen stöhnt wie eine Frau bei der Geburt … Aber auch wir, denen Gott schon als Anfang des neuen Lebens – gleichsam als Anzahlung – seinen Geist geschenkt hat, warten sehnsüchtig darauf, daß Gott uns als seine Kinder bei sich aufnimmt und uns vom Fluch der Vergänglichkeit befreit.“

Gott hat mitten in der Welt der Gewalt und des Todes einen Weg zum Leben aufgebrochen und ER hat uns in Jesus den Himmel geöffnet, als unsere Heimat, in der wir in SEINER Gemeinschaft leben können. Zu dieser Heimat will uns Gottes Geist leiten, im Wirken zur Bewahrung des Lebens und in der Hoffnung auf unsere Zukunft bei Gott.

Dafür sei Gott Lob und Preis.
Unter SEINEM Segen lasst uns diesen Weg der Hoffnung gehen.

Es grüßt herzlich
Euer Pfr. i.R. Steinführer

Liebe Lesergemeinde!
Ich grüße Sie herzlich am Drittletzten Sonntag im Kirchenjahr.
Das Predigtwort dieses Sonntags steht im Römerbrief im 14. Kapitel,
in den Versen7 – 9:²

„Denn unser keiner lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber. Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn. Denn dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, daß er über Tote und Lebendige Herr sei.“

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
Von meinem Weg habe ich einen Stein aufgenommen. Er liegt schwer und kalt in meinen Händen. Je länger ich ihn halte, umso schwerer wird er mir.

Es ist, als sammle der Stein meine Lebenslast und die Last vieler kalter Herzen.
Es ist, als würde er meinen Händen und meinem Körper die Wärme der Liebe entziehen. – Was soll ich tun?

Soll ich den Stein beiseite werfen, als Stolperstein für Andere?
Oder soll ich ihn dorthin bringen, wo er mir abgenommen wird?

Es gibt einen Platz, wo das geschieht!
Vom Kreuz her sagt mir eine Stimme:
– Gib her!
– Ich trage die Last!
– Lass Dir die Hände mit dem Licht der Liebe füllen!
– Dazu gebe ich Dir neues Leben!
– Dafür schaffe ich Dich neu!
– Du wirst nicht allein sein!
– Neben Dir werden Schwestern und Brüder mit der Flamme der Liebe leben!
– Und Gott wird sie durch den Tod hindurchtragen!
– Wag es, aus meiner Gemeinschaft neu zu leben, in Hoffnung!

Denn auch Dir gilt das Wort der Bibel, wie Paulus es sagt:
„Denn keiner lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber. Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn.“

Gott hat uns Menschen vom Anbeginn der Schöpfung als Gemeinschaftswesen geschaffen. Unser Ziel ist die Gemeinschaft mit Gott. Diese Gottesgemeinschaft sollen wir mit einem Mitmenschen teilen. Aber die Menschheit lässt sich verführen, sein zu wollen wie Gott. Damit verfehlt sie ihr Ziel!

Gott gibt SEIN Ziel mit der Menschheit nicht auf!
Die Gemeinschaft der Menschen untereinander wird von Schuld belastet, die ihr Leben zerstört und menschliches Miteinander nur noch auf Zeit ermöglicht.

Aber Gott ermöglicht eine Umkehr!
Diese Umkehr verheißt in Jesu Erlösungswerk die Gottesgemeinschaft als Geschenk. Von Jesus können wir neues Leben empfangen. Es führt durch den Tod hindurch zur ewigen Gottesgemeinschaft. Und es macht uns durch Gottes Geist zu Empfänger der Liebe Gottes, die wir weitergeben können.

Das geschieht in der Taufe. Jesus wird der Herr unseres Lebens. Indem wir das annehmen, wird unser Leben von Jesus bestimmt.

Das spricht Paulus uns heute zu:
„Wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn. Denn dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, daß er über Tote und Lebendige Herr sei.“

Jesus ist unser Herr!

Viele lehnen in ihrem Denken einen Herrschaftsanspruch über ihr Leben ab.
Aber die Bibel bezeugt: – Entweder herrscht Jesus über unser Leben, oder es herrschen andere Menschen und Mächte über unser Leben.

Gott lässt Dir die Entscheidung!
Aber nur durch Jesus hast Du einen Weg, der Dich in Gottes verheißene Zukunft führt.

Jesus sagt uns in der Bibel:
„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, denn durch mich.“ (Joh 14,6)

Jesus ist der Weg, der durch die Tiefen des Lebens führt und an der Schwelle des Todes nicht abbricht. Auf diesem Weg begegnest Du der Liebe Gottes, in Erfüllung SEINER Zusagen, damit Du getrost der Vollendung der Zukunft Gottes entgegen gehen kannst.

Was Jesus der Gemeinde verheißen hat, ist mit der Auferstehung Jesu zum Anbruch der neuen Gotteswelt, zum Beginn einer neuen Schöpfung geworden. Darum kann Paulus der Gemeinde ein Wort sagen, das wir heute als Wochenspruch lesen:

„Sie, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils.“ (2.Kor.6,2b)

Von diesem Anbruch her dürfen wir auf die Vollendung beim sichtbaren Widerkommen Jesu hoffen. Wir leben mit einer Hoffnung, dass Gott bei uns und unter uns neues Leben wirkt.

Das bezeugen wir und dürfen wir im Geist leben!
Der Herr segne uns diese Zeit als Zeit der Gnade!

Es grüßt herzlich
Euer Pfr.i.R. Steinführer

Liebe Lesergemeinde!
Ich grüße Sie herzlich am Reformationsfest.
Herzlichen Dank für Ihre Zuschriften.
Das Wort für diesen Sonntag steht im Römerbrief im 3. Kapitel,
in den Versen 21 -28:²

„Aber jetzt ist eingetreten, was das Gesetz selbst und die Propheten im voraus angekündigt hatten: Gott hat so gehandelt, wie es seinem Wesen entspricht. Er hat selbst dafür gesorgt, daß die Menschen vor ihm bestehen können. Er hat das Gesetz beiseite geschoben und will die Menschen annehmen, wenn sie einzig und allein auf das vertrauen, was er durch Jesus Christus getan hat.
Das gilt ohne Ausnahme für alle, die dieses Vertrauen haben. Vor Gott gibt es keinen Unterschied. Alle sind schuldig geworden und haben die Herrlichkeit verscherzt, die Gott ihnen geschenkt hatte. Aber Gott hat mit ihnen Erbarmen und nimmt sie wieder an. Das ist ein reines Geschenk. Durch Jesus Christus hat er uns aus der Gewalt der Sünde befreit.
Ihn hat Gott vor aller Welt als Versöhnungszeichen aufgerichtet. Sein Blut, das am Kreuz vergossen wurde, bringt Frieden mit Gott für alle, die dieses Angebot im Vertrauen annehmen. In seiner großen Güte vergibt Gott den Menschen alle Verfehlungen, die sie bisher begangen haben. So zeigt er, daß seine Treue unwandelbar ist.
Ja, in unserer gegenwärtigen Zeit wollte Gott zeigen, wie er zu seinen Zusagen steht. Er bleibt sich selbst treu, indem er alle als treu anerkennt, die sich einzig und allein auf das verlassen, was er durch Jesus getan hat.
Haben wir Juden also irgendeinen Grund, uns über die anderen Völker zu erheben?Gewiß nicht! Wodurch wird das ausgeschlossen? Etwa durch das Gesetz, sofern es ein Tun fordert? Nein, Vielmehr durch das Gesetz, sofern es zum Vertrauen auffordert. Für uns steht fest: Gott nimmt die Menschen an, obwohl sie die Forderungen des Gesetzes nicht erfüllt haben. Er nimmt jeden an, der sich auf das verläßt, was er durch Jesus Christus getan hat.“

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
Wir feiern heute den Gedenktag der Reformation. Am 31. Oktober 1917 hat Martin Luther seine 95 Thesen an der Schlosskirche zu Wittenberg veröffentlicht. Diese Thesen wurden Anlass einer Bewegung, aus der die Evangelische Kirche hervorging. In dieser Bewegung hat Gott durch SEIN Wort Erneuerung in der Kirche und in der Gesellschaft bewirkt.

Mit SEINEM Wort wirkt Gott immer wieder Erneuerung, auch in unserer Zeit. Die Art und das Ausmaß der Erneuerung ist allerdings in den Zeiten und Regionen der Welt unterschiedlich. Aber die Welt und die Kirche lebt aus solchem Wirken Gottes.

Gottes Liebe ermöglicht uns in Jesus ein neues Leben und durch SEINEN Geist können und sollen wir die Liebe Gottes weiter geben. Darin wird Gott geehrt und die Botschaft von Gottes helfender und rettender Liebe kommt zu den Menschen als Möglichkeit, auch ihr Leben zu verändern.

Unser Predigtwort sagt uns als Gemeinde, was wir in dieser Liebe empfangen und wie wir Gottes Anspruch an unser Leben gerecht werden:
„Gott hat so gehandelt, wie es seinem Wesen entspricht. Er hat selbst dafür gesorgt, daß die Menschen vor ihm bestehen können. Er hat das Gesetz beiseite geschoben und will die Menschen annehmen, wenn sie einzig und allein auf das vertrauen, was er durch Jesus Christus getan hat. Das gilt ohne Ausnahme für alle, die dieses Vertrauen haben.“

Das ist ein befreiendes Wort für alle, die unter ihrem Versagen vor Gott, unter ihrer Sünde vor Gott leiden.

Gottes Wort sagt Dir:
– Du musst nicht verzweifeln!
– Gott hat Dir einen Weg geöffnet, den Du gehen kannst!
– Glaube an Deine Rettung!
– Glaube an Deine Erlösung durch den Herrn Jesus, dann nimmt Dich Gott an und
Du findest einen Platz an Gottes Herzen!

Jesus öffnet Deine verschlossenen Hände, die sich Gott verweigert haben.
Jesus öffnet Deine geballten Fäuste, die Gott weggestoßen haben.
Jesus legt sein brennendes Herz der Liebe in Deine Hände.
Gott schaut auf Jesu Herz und empfängt Dich als SEIN Kind, das nach Hause gefunden hat. Gottes geschenkte Gnade ist für Dich und für alle da, denn Jesus hat für uns alle gelitten und ist für uns alle gestorben.

„Alle sind schuldig geworden und haben die Herrlichkeit verscherzt, die Gott ihnen geschenkt hat. Aber Gott hat mit ihnen Erbarmen und nimmt sie wieder an. Durch Jesus Christus hat er uns aus der Gewalt der Sünde befreit. Ihm hat Gott vor aller Welt als Versöhnungszeichen aufgerichtet. Sein Blut, das am Kreuz vergossen wurde, bringt Frieden für alle, die dieses Angebot in Vertrauen annehmen.“

Das Wort von der Schuld aller Menschen vor Gott ist ein aufweckendes und rettendes Wort für alle. Das gilt auch für Christen, die sich darauf verlassen, dass sie durch ihr christliches Leben, ihr Tun und Mühen, von Gott angenommen werden. Sie vergessen, dass auch sie vor Gott schuldig werden. Sie werden aus falscher Sicherheit geweckt und gerufen, das rettende Geschenk der Erlösung durch Jesus zu ergreifen.

Und wenn wir denken, wir wären nicht davon betroffen, sind wir angefragt:
– Wie leben wir mit Gottes Zusagen und Verheißungen?
– Mit welcher Erwartung der Begegnung mit dem lebendigen Gott gehen wir
in den Gottesdienst?
– Welchen Stellenwert hat Gott und SEIN Wort in unserem alltäglichen Leben?
– Wie berührt uns die Gegenwart der Heiligkeit Gottes?

Religiöse Formen und Gewohnheiten können sich wie eine anwachsende Kalkschicht über unser Herz legen.
Dann sehen unsere Augen nicht mehr die Fülle der Gaben Gottes und Gottes zugewandtes liebendes Herz!
Dann hören unsere Ohren nicht mehr den einladenden Ruf zur Umkehr durch das Wort Gottes!
Dann greift unsere Hand nicht mehr nach der ausgestreckten rettenden Hand Jesu!

Aber wir dürfen erfahren:
Das Wort Gottes ist ein lebendiges Wort, das alles durchdringt. Und wir können Gott darum bitten, dass ER uns unter das Kreuz Christi bringt. Christi Blut macht unser Herz wieder frei, wenn wir Jesu gewirkte Versöhnung annehmen.

Das Ansprechen der Schuld aller Menschen und die Zusage der Überwindung dieser Schuld durch Jesus ist auch eine Einladung Gottes an Menschen, für die bisher Gott kein Thema für ihr alltägliches Leben ist. Auch unter ihnen wird gefragt:
Wie kann ich in meinem Leben bestehen, vor Freunde und Familie, vor der Gesellschaft und den Problemen dieser Zeit und vor mir selber.

Den Fragenden sagt Gottes Wort:
Es gibt eine Möglichkeit, die nicht von Leistung, Atraktivität, Besitz oder Stellung ausgeht. Es gibt ein Leben, das seinen Wert in Gottes annehmender Liebe findet. Dieses Leben kannst auch Du haben.
Du musst Dich nicht unentwegt mühen, dem Anspruch Anderer und dem eigenen Anspruch gerecht zu werden.

Gott nimmt Dich in SEINER Liebe an, so wie Du bist!

Aber Gott erwartet etwas von Deinem Leben.
Das kannst Du in SEINEM Wort der Bibel nachlesen, wie etwa die 10 Gebote.
Und einst wirst Du Gott für Dein Leben Rechenschaft geben müssen.
Aber Du musst nicht an Deinem Mangel scheitern.

Gott gibt Dir mit Jesus den Weg, den Du gehen kannst.
Wenn Du Jesu Erlösung annimmst, hast Du in SEINER Gemeinschaft Teil an SEINEM Lebenswerk.

Jesus hat mit SEINEM Leben Gottes Anspruch an den Menschen erfüllt. Und ER ermöglicht Dir durch Gottes Geist ein Leben nach Gottes Willen.

Vertrau auf Gott und wage mit Jesus ein Leben nach Gottes Wort!

„In seiner großen Güte vergibt Gott den Menschen aller Verfehlungen, die sie bisher begangen haben. … Er bleibt sich selber treu, indem er alle als treu anerkennt, die sich einzig und allein auf das verlassen, was er durch Jesus getan hat.“

Der Gott der Gnade segne unser aller Weg.

Es grüßt herzlich
Pfr.i.R. Steinführer

Liebe Lesergemeinde!
Ich grüße Sie herzlich am 18.Sonntag nach Trinitatis.
Das heutige Predigtwort steht im Römerbrief im 14. Kapitel,
in den Versen 17 – 19:

„Denn wo Gott seine Herrschaft aufrichtet, geht es nicht um Essen und Trinken, sondern darum, daß man von Gott angenommen ist, um den Frieden und um die Freude, die der heilige Geist schenkt. Wer Christus auf diese Weise dient, findet die Zustimmung Gottes, und die der Menschen dazu.
Wir wollen also alles daran setzen, daß wir in Frieden miteinander leben und uns gegenseitig weiterhelfen.“

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
Könnt Ihr Euch über eine Vielfalt von Glaubensrichtungen in der Gemeinde freuen?
Oder habt Ihr Schwierigkeiten mit solcher Vielfalt?

Können wir Gott unbeschwert danken, dass ER mit SEINEM Wort Menschen in vielfältiger Weise anspricht und ihr Leben verändert?

Wir erleben immer wieder, dass in den Gemeinden das Zusammenleben in Vielfalt schwierig ist. Manchmal geht es zu wie in einer Talkschow, bei der im Streiten die Fetzen fliegen. Zwischen den einzelnen Gruppierungen sind keine Wege des Zusammenkommens erkennbar.

Und doch gilt für die christliche Gemeinde:
Wir alle haben einen Herrn – Jesus Christus !

Jesus Christus hat für uns alle durch SEINEN Kreuzestod den Weg zu Gott geöffnet. Durch IHN sind wir gemeinsam bei Gott angenommen, wenn wir zu Gott kommen. Durch IHN empfangen wir Gottes Geist, der uns Frieden ermöglicht und im Miteinander Freude schenkt.

Unseer Glaubensstand mag unterschiedlich sein. Unser Lebensweg kann verschieden verlaufen sein. Unsere Art des Glaubensleben kann sich sehr unterscheiden. Dennoch sind wir alle durch Christus berufen zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. In dieser Freiheit kann jeder seinen eigenen Weg finden und gehen. Solange er sich nicht gegen Gottes Wort und Gebot stellt oder seine Schwestern und Brüder bedrängt, ist ein Weg zum Miteinander möglich.

Paulus rät zu einem Miteinander. Er sagt am Anfang unseres Predigtkapitels:
„Haltet Gemeinschaft mit denen, die einen schwachen Glauben haben. Streitet nicht mit ihnen, wenn ihr eine andere Meinung habt“ (Röm 14,1).

In unserer Zeit wird stärker die positive Seite eines Streites gesehen.
– Situationsklärung und Aggressionsabbau zum Finden von Problembewältigung.

Übersehen wird oft die Schwierigkeit, dass Streit keine Sachdiskussion ist oder Darstellung von Befindlichkeiten. Im Streit bleiben persönliche Angiffe und Difamierung nicht aus. Das schafft tiefe Gräben und Verletzungen, die schwer zu überwinden sind.

Wer schwach im Glauben ist, wird in solcher Situation kaum auf die annehmende und vergebende Liebe Christi schauen, die Schritte der Vergebung und Versöhnung ermöglichen.

So sollten wir uns weniger in einen Streit begeben.
Wir sollten nach Möglichkeiten eines Miteinanders suchen.

Paulus erinnert die Gemeinde daran, dass nicht Glaubensformen, christliche Lebensart und der Umgang mit den Dingen dieser Welt für unser Heil entscheidend sind, sondern dass Gott uns um Jesu Willen annimmt. Darum müssen wir nicht unsere Erfahrungen und Erkenntnisse Anderen als Lebensweg aufdrängen oder vorschreiben.

Paulus geht auf ein Problem in der römischen Gemeinde ein. Das Fleisch auf den Märkten in Rom war Fleisch von Tieren, die den Göttern geopfert wurden. Darum war es für einige Christen nicht verzehrbar. Für Andere hatte das keine Bedeutung. Sie argumentierten: Es gibt keine Götter, außer dem einen Gott, der uns in Christus begegnet. Darum ist es unwichtig, dass das angebotene Fleisch von Götzenopfern stammt.

Paulus meint: Jeder soll für sich selber entscheiden, er soll nicht von anderen gezwungen werden, das Fleisch zu essen oder nicht zu essen. Für ihre Entscheidung sind sie allein ihrem Gewissen gegenüber Gott verantwortlich.

Paulus bezeugt der Gemeinde die Freiheit, die uns von Christus geschenkt ist.
Er verurteilt die nicht, die eine andere Grenze ihrer Freiheit setzen als er selber. Paulus macht deutlich, dass im Gebrauch der Freiheit jeder in seinem Gewissen allein vor Gott verantwortlich ist.

Zu dieser Verantwortung gehört aber auch, dass er das Gewissen der Schwestern und Brüder nicht belastet:
– weder im Verurteilen des Gebrauchs ihrer Freiheit noch im Drängen oder Verführen gegen ihre Gewissensentscheidung zu handeln.

So sagt er im Predigtwort:
„Denn wo Gott seine Herrschaft aufrichtet, geht es nicht um Essen oder Trinken, sondern daß man von Gott angenommen ist, um den Frieden und um die Freude, die der heilige Geist schenkt.“

Für uns ist die Frage des Götzenopferfleisches kein Thema in den Auseinandersetzungen in den Gemeinden. Aber der Umgang mit der in Christus geschenkten Freiheit führt auch unter uns zu gegensätzlichen Entscheidungen und Handlungen, die in Gemeinden zu Streitpunkten werden können.

Das geschieht im Blick auf manche gewachsene Ordnungen, mit denen wir leben. Sie sind häufig aus Glaubenserfahrungen von Christen und Gemeinden in ihrer Begegnung mit Gottes Wort entstanden. Manche finden sich auch jeute in überlieferten Ordnungen geborgen und leben sie als Ausdruck ihres Glaubens. Andere finden in ihrem Glauben und ihrer Begegnung mit Gottes Wort zu neuen Ordnungen.

Aber im gegenseitigen Akzeptieren ist ein gemeinsamer Dank Gottes für SEIN rettendes Wirken durch Jesu Erlösung möglich.

Paulus ruft uns alle als Gemeinde Jesu Christi:
„Wir wollen als alles daran setzen, daß wir mit Frieden miteinander leben und uns gegenseitig weiterhelfen.“

Wir haben ja den Geist Gottes, der uns zum Frieden und zur Freude miteinander führen will!

Lasst uns den Herrn bitten, dass ER das unter uns wirkt und uns zum Handeln auf diesen Weg leitet. Dazu verhelfe uns Gottes Segen!

Es grüßt herzlich
Pfr.i.R. Steinführer

Liebe Lesergemeinde!
Ich grüße Sie herzlich am 14. Sonntag nach Trinitatis.
Herzlichen Dank für Ihre Zuschriften.ü

Unser Predigtwort steht im Römerbrief im 8. Kapitel,
in den Versen 12 – 17:²²

„Brüder! Wir stehen also nicht mehr unter dem Zwang, unserer menschlichen Natur zu folgen. Wenn ihr nach eurem eigenen Willen lebt, werdet ihr sterben. Leben werdet ihr nur, wenn ihr den Geist Gottes in euch wirken laßt, damit er euren selbstsüchtigen Willen tötet.
Alle, die sich von Gottes Geist leiten lassen, sind Gottes Kinder. Ihr müßt euch also nicht mehr vor Gott fürchten. Er hat euch seinen Geist gegeben, und das zeigt euch, daß ihr nicht seine Sklaven, sondern seine Kinder seid. Weil sein Geist in uns lebt, sagen wir zu Gott: Abba! Vater! Und Gottes Geist bestätigt unserem Geist, daß wir wirklich Gottes Kinder sind. Wenn wir aber Gottes Kinder sind, dann wird Gott uns auch schenken, was er seinen Kindern versprochen hat. Er will uns das Leben in Herrlichkeit schenken, das er Christus gegeben hat. Wenn wir wirklich mit Christus leiden, dann sollen wir auch seine Herrlichkeit mit ihm teilen.“

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
In meinem Leben war ich in vielen Kirchen. Am vergangenen Sonntag war ich in
d e r Kirche, in der ich konfirmiert wurde. Dort traf ich mich mit vielen ehemaligen Mitkonfirmanden zum 50jährigem Konfirmationsjubiläum. Von den rund 200 ehemaligen Konfirmanden zweier Jahrgänge ließen sich 80 erneut segnen.

Dabei erinnerten wir uns auch an die, die nicht unter uns waren. Es hatten sich nicht alle Adressen der ehemaligen Konfirmanden ermitteln lassen. Andere nahmen nicht teil, weil sie sich von der Kirche getrennt hatten. Einige waren verstorben oder schwer krank.

Aber auch die, die sich segnen ließen, waren nicht mehr alle in der Kirche zu Hause. Aber sie kamen zum Altar unter der Gnade des Herrn, der neuen Anfang wirken kann. Und als Gemeinde Jesu Christi leben wir alle von der Gnade des Herrn in Jesus Christus.

Ich sehe auch meinen Lebensweg als ein Gnadengeschenk Gottes. Gott hat mich durch Höhen und Tiefen geführt seit ER in der Taufe mich als SEIN Kind angenommen hat. Gott hat mich im Leben immer wieder gerufen und eingeladen. ER hat mich beauftragt als Botschafter SEINER Liebe SEIN Wort weiterzusagen.

Manchmal, wenn ich an die Grenzen meiner Fähigkeiten kam, habe ich mich gefragt: Wieso hat Gott mich zu solchen Dienst gerufen? – Ich weiß es nicht.

Aber ich habe SEINEN Ruf angenommen und Gottes Entscheidung und Führung vertraut. Und ich danke Gott, dass ER mir auch im Ruhestand Auftrag und Verkündigungsmöglichkeiten gibt. Für mich ist es ein Stück Leben in der Gotteskindschaft, so wie ER der ganzen Gemeinde Jesu Christi ein Leben als Gottes Kinder schenkt.

In der Taufe sind wir als christliche Gemeinde Gottes Kinder geworden, beschenkt mit SEINEM Geist. ER lädt uns ein, als SEINE Kinder zu leben:
– Leb als Gottes Kind!
– Vertrau Gottes Geist!
– Lass Dich von IHM leiten!
– Erbitte im Gebet Gottes Führung für Dein Leben!

Gottes Wort sagt Dir durch Paulus:
„Wenn ihr nach eurem eigenen Willen lebt, werdet ihr sterben. Leben werdet ihr nur, wenn ihr den Geist Gottes in euch wirken laßt, damit er euren selbstsüchtigen Willen tötet.“

Wenn Paulus hier vom Sterben spricht, meint er den ewigen Tod, die unumkehrbare Trennung von Gott. Mit dem Leben meint er das neue Leben aus Gott.

Es ist das Leben, das Jesus mit SEINER Auferstehung für uns gebracht hat, damit wir Gottes rettende Liebe in die Welt tragen können. Es ist ein Leben, das den irdischen Tod überwindet und vor dem ewigen Tod bewahrt. Aus diesem neuen Leben von Gott empfangen wir Freiheit und Hoffnung für unser irdisches und ewiges Leben.

Paulus zeigt uns, was das neue Leben aus Gott für unser irdisches Leben bedeutet:
„Wir stehen also nicht mehr unter dem Zwang, unserer menschlichen Natur zu folgen.“

Gott ermöglicht uns ein anderes Leben:
Es müssen sich für Dich nicht alle Pläne, Vorstellungen und Hoffnungen erfüllen damit Du glücklich und zufrieden bist. Gesundheit, Besitz und Erfolg sind wichtige Güter in Deinem Leben, aber viel wichtiger ist, dass Du in Gott geborgen bist.
Diese Geborgenheit kommt, wenn Du darauf vertraust!

– dass Jesus Deine Schuld ans Kreuz getragen hat und dadurch der Zugang zu Gott
für Dich frei ist,
– dass Gott für Dich einen Weg zum Leben hat, mit dem Angebot
SEINER Gaben und Aufgaben,
– dass Gott Dich durch SEINEN Geist führen will und Du diese Führung
erbitten kannst,
– dass Gott allezeit Deine Gebete hört und Dir in SEINER Liebe Antwort gibt zu
SEINER Zeit und dass ER Dich bis dahin durch die Zeit des Wartens führt,
– dass Jesus Dich durch den Tod hindurch zum ewigen Leben bei Gott führen will!

Durch Gottes Geist können wir uns, Du und ich, von Gott führen lassen!

Dabei führt uns Gott nicht nur auf Sonnenwegen, auf denen wir unbeschwert gehen können. Manchmal führt ER uns durch dunkle Tiefen, aus der wir nur an Jesu Hand herauskommen.

Wie der Weg Jesu wird auch unser Weg in SEINER Nachfolge durch Leiden und Verzicht, Mühe und Anstrengung, Ablehnung und Spott gehen. Aber Gottes Liebe wird immer bei uns sein. Gottes Liebe will uns halten und tragen, will uns Hoffnung und Kraft geben, will uns zu Freude und Dank führen.

Darauf dürfen wir vertrauen. Wir können als SEINE Kinder allezeit zu IHM kommen. Wir können Gott als Vater anrufen und empfangen, was ER für uns bereit hält, – für unser irdisches und für unser ewiges Leben.

Gott sagt es uns mit den Worten des Paulus:
Gott „will uns das Leben in Herrlichkeit schenken, das er Christus gegeben hat. Wenn wir wirklich mit Christus leiden, dann sollen wir auch seine Herrlichkeit mit ihm teilen.“

Lasst uns SEINE Zusage annehmen und im Dank Gott die Ehre geben.
So wollen wir unter Gottes Segen in die Woche gehen.

Es grüßt herzlich
Euer Pfr. i.R. Steinführer

²² Gute Nachricht, Bibel;Deutsche Bibelgesellschaft

Liebe Lesergemeinde!
Ich grüße Sie herzlich am 10. Sonntag nach Trinitatis.
Dieser Sonntag wird auch als Israelsonntag begangen.
Das Predigtwort steht für diesen Sonntag im Römerbrief im 9. Kapitel,
in den Versen 1 -8 und 14 – 16:²

„Ich sage die Wahrheit in Christus und lüge nicht, wie mir Zeugnis gibt mein Gewissen in dem heiligen Geist, daß ich große Traurigkeit und Schmerzen ohne Unterlaß in meinem Herzen habe. Ich selber möchte verflucht und von Christus geschieden sein meinen Brüdern zugut, die meine Stammverwandten sind nachdem Fleisch; die da sind von Israel, welchen die Kindschaft gehört und die Herrlichkeit und der Bund und das Gesetz und der Gottesdienst und die Verheißungen; welcher auch sind die Väter, und aus welchen Christus herkommt nach dem Fleisch, der da ist Gott über alles, gelobt in Ewigkeit. Amen.
Aber nicht sage ich solches, als ob Gottes Wort nun aus sei. Denn nicht alle sind Israeliten, die von Israel stammen; auch nicht alle, die Abrahams Nachkommen sind, sind darum auch Kinder. Sondern nur „was von Israel stammt, soll dein Geschlecht heißen“ (1.Mose 21,12), das heißt: nicht das sind Gottes Kinder, die nach dem Fleisch Kinder sind; sondern nur die Kinder der Verheißung werden als sein Geschlecht gerechnet.
Was wollen wir denn hierzu sagen? Ist denn Gott ungerecht? Das sei ferne! Denn er spricht zu Mose (2.Mose33,19): „Welchem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig; und wessen ich mich erbarme, des erbarme ich mich.“ So liegt es nun nicht an jemandes Wollen oder Laufen, sondern an Gottes Erbarmen.“

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
An diesem Sonntag denken Christen in unserer Kirche über ihr Verhältnis zu den Juden nach. Das wird sehr unterschiedlich geschehen. Aber wir sollten uns erinnern lassen, dass wir als Christen über viele Jahrhunderte an Juden schuldig geworden sind.

Und als Deutsche müssen wir sehen, dass wir unter der Last der Schuld für den Holocoust stehen. Es ist eine Last, die uns von der Vätergeneration überkommen ist und für die wir die Juden um Verzeihung bitten.

Und wir erbitten Gottes Vergebung und Erbarmen für unser Volk. Die Last der Schuld sollte uns wachhalten, dass wir Feindseligkeit und Unrecht gegen die Juden wahrnehmen und uns unterstützend für die Juden einbringen.

Wir sollten sehen, der moderne Staat Israel ist kein religiöser Staat.
Israel ist ein Staat, der seit der Gründung von Feinden umgeben ist. Diese Feinde wollen Israel vernichten und sie bedrohen Israel mit Krieg, Gewalt und Terror.
Aber auch durch den Staat Israel selber geschieht Unrecht und Gewalt.

Für uns ist es oft schwierig die Hintergründe und Zusammenhänge zu erkennen. Wir müssen achtgeben, dass berechtigte Kritik und Ablehnung von politischen Maßnahmen dieses Staates nicht zum Deckmantel für Judenfeindlichkeit missbraucht werden.

Und wir müssen uns von der Bibel sagen lassen:
Israel ist und bleibt als Volk das auserwählte Volk Gottes – die Gemeinde Gottes in der Welt.

In unserem Predigtwort macht Paulus deutlich was die Juden als auserwähltes Volk von Gott empfangen haben:
– den Namen Israel
– die Kindschaft Gottes
– die Herrlichkeit der Gegenwart Gottes
– den Bund Gottes (in verschiedenen Bundesschlüssen)
– die Thora als Gottes offenbarter Wille (in den 5 Büchern Mose)
– den Gottesdienst
– die Väter der Verheißung, von denen Jesus als Messias nach dem Fleische
herkommt

Das alles zählt Paulus auf.
Er selbst ist Jude, der in Jesus den Messias gefunden hat. Paulus sorgt sich um die Zukunft der Brüder seines Volkes, die Jesus als Messias ablehnen. Die Kapitel
9 – 11 des Römerbriefes sind ein ringendes Nachdenken. Für Paulus steht fest:
Gott hat SEINE Gaben und Zusagen an SEIN Volk nicht zurückgenommen und wird sie nicht zurücknehmen.

Paulus sieht die Ablehnung Jesus als Messias durch die Mehrheit der Juden nicht als endgültig an. Er rechnet damit, dass Gottes Erbarmen sie retten wird. Wenn die Fülle aus den Völkern in die Gottesgemeinde eingegangen ist, „alsdann wird das ganze Israel errettet werden“ (Röm 11,26).

Den Nichtjuden in der christlichen Gemeinde macht Paulus deutlich, was sie mit der Annahme Jesu als Heiland und Messias empfangen haben. Sie haben Israel als erwähltes Volk nicht abgelöst, sondern sind in die Gottesgemeinde mit hineingenommen. Sie haben vollen Anteil an Gottes Gaben und Verheißungen für SEIN Volk.

So leben wir gemeinsam als Gottes Volk in dieser Welt
– messianische und nichtmessianische Juden und messiasgläubige Christen aus den
Völkern.

Gemeinsam bezeugen wir die Gegenwart und den Anspruch des lebendigen Gottes.
Wir verkündigen mit unserem Glauben und Leben Gottes Ehre.

Vieles geschieht noch in unterschiedlicher Weise und im Nebeneinander. Doch schon jetzt verbindet uns Gottes Erbarmen. Und einmal wird Jesus als der wiederkommende Messias eine Einheit schaffen.

Jesus hat gesagt: „…sie werden meine Stimme hören, und wird eine Herde und ein Hirte werden“ (Joh 10,16).

Von diesem Ausblick können wir zurückschauen auf das, was Paulus uns über Gottes Gaben an SEIN Volk sagt. Es ist eine große Gnadenfülle, die uns von Gott gegeben ist und wird. Die einzelnen Gaben müssten wir in mehreren Bibelstunden betrachtend nachgehen.

Hier möchte ich daran erinnern, dass wir als christliche Gemeinde als Gottes Volk berufen und beauftragt sind. In dieser Berufung empfangen wir Zukunft und Auftrag durch Jesus, dem Christus.

In der Gestaltung unserer Aufgabe und im Leben aus der Hoffnung auf Gottes Zukunft sind wir mit Brüdern und Schwestern von den Juden unterwegs.
Wir sollten wie Kinder Gottes mit den Geschwistern von den Juden umgehen.
Darauf liegt Gottes Segen.

Gott hat Abraham verheißen:
„Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen und sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen, und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden“ (1.Mose 12, 2-3).

Gott sei gepriesen für SEIN Erbarmen, mit dem ER uns begegnet. Lasst uns SEINEN Segen erbitten und annehmen.

Es grüßt herzlich
Pfr.i.R. Steinführer

Liebe Lesergemeinde!
Ich grüße Sie herzlich am 6. Sonntag nach Trinitatis.
Das Predigtwort des heutigen Sonntages steht im Römerbrief
im 6. Kapitel, in den Versen 3 – 8:²²

„Durch die Taufe sind wir alle mit Jesus Christus verbunden worden. Wißt ihr nicht, was das bedeutet? Die Taufe verbindet uns mit seinem Tod. Als wir getauft wurden, wurden wir mit ihm begraben. Aber wie er durch die wunderbare Macht Gottes, des Vaters, vom Tod auferweckt wurde, so können und sollen auch wir jetzt ein neues Leben führen.
Wie wir mit Christus im Tod vereint waren, sollen wir auch zusammen mit ihm leben. Wir wissen ganz sicher: Was wir früher waren, ist mit Christus am Kreuz gestorben. Unser von der Sünde beherrschtes Ich ist damit tot, und wir müssen nicht länger Sklaven der Sünde sein. Denn von einem Toten hat die Sünde nichts mehr zu fordern. Wenn wir aber zusammen mit Christus gestorben sind, werden wir auch zusammen mit ihm leben; davon sind wir fest überzeugt.“

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
Manchmal schaue ich auf meine Hände. Meistens geschieht es, wenn sie nicht gerade nach Bürohände aussehen. Wenn ich sehe welche Spuren Erde und Pflanzen hinterlassen haben, weiß ich: Wasser allein reinigt sie nicht.

Und selbst an Händen, die rein aussehen, haftet vieles was giftig ist oder krank machen kann.

Und es gibt auch die schmutzigen Hände, die aus einem verblendeten oder verführten Herzen Unrecht und Böses tun. Dabei sollten Hände im Handeln Schönheit gewinnen und Spiegel liebender Herzen sein. Doch dabei muss im Herzen Liebe sein.

Mit solcher Liebe will uns Gott beschenken.
Lasst uns für solche Liebe offen sein und sie annehmen!

Wenn wir um Reinheit besorgt sind, müssen wir beim Waschen die rechten Mittel anwenden. Gleiches gilt auch für unserHerz, das unser Reden und Tun lenkt.

Nur bei unserem Herzen geht es nicht ohne Gott.
Wenn wir uns auf unser Wollen und Tun beschränken, geht es uns wie Gott durch den Propheten Jeremia (Jer 2,22) sagt:
„Du kannst dich waschen, soviel du willst, selbst mit der schärfsten Lauge: der Schmutz deiner Schuld bleibt mir immer vor Augen. Ich der Herr, dein Gott, sage das.“

Was wir selber nicht machen oder erreichen können gibt Gott uns als Geschenk.
Gott verheißt der Gemeinde durch den Propheten Ezechiel (Hesekiel):
„An dem was ich an euch tue sollt ihr erkennen, daß ich der Herr bin … Dann besprenge ich euch mit reinem Wasser und wasche den ganzen Schmutz ab, der durch den Umgang mit euren Götzen an euch haftet. Ich gebe euch ein neues Herz und einen neuen Geist“ (Ez 36,23-27).

Was Gott verheißen hat ist in Jesus geschehen.
Als Gemeinde Jesu Christi haben wir Anteil an Gottes Handeln durch Jesus Christus.

In der Taufe reinigt uns Jesus.
Es geschieht durch das Wasser der Taufe mit dem in der Taufe begleitendem Wort.
Durch die Taufe werden wir so mit Jesus verbunden, dass wir mit IHM eins sind und teilhaben an Jesu Tod und Auferstehung.

So kann Paulus in unserem Predigtwort sagen:
„Was wir früher waren, ist mit Christus am Kreuz gestorben. Unser von der Sünde beherrschtes Ich ist damit tot; und wir müssen nicht länger Sklaven der Sünde sein … Wenn wir aber zusammen mit Christus gestorben sind, werden wir auch zusammen mit ihm leben, davon sind wir fest überzeugt.“

Mit solchen Worten beschreibt Paulus einen totalen Herrschaftswechsel, der an uns in der Taufe geschehen ist. Jesus übernimmt in der Taufe die Herrschaft über unser Leben. Dafür ist unser Lebensalter nicht wichtig. Aber die Aktivierung unseres neuen Lebens und die Abwehr fremder Herrschaftsansprüche an unser Leben ruft nach unserem Herzens-ja zu Jesus. Dieses Herzens-ja können wir durch den geschenkten Geist Gottes erbitten und schenken lassen.

Dann geschieht was Luther in seiner Erklärung der Taufe sagt:
…daß der alte Adam in uns durch tägliche Reue und Buße soll ersäuft werden und sterben mit allen Sünden und bösen Lüsten; und wiederum täglich herauskommen und auferstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinheit vor Gott ewig lebe“ (EG 806.4).

In solchem Handeln will sich die Taufe im täglichen Leben verwirklichen. Wir haben die Zusage der Bibel, dass wir durch die Taufe zu Jesus gehören. Auf diese Zusage kannst Du Dich verlassen. Alle anderen Mächte oder Menschen, die sich in Dein Leben einmischen oder über Dein Leben bestimmen wollen, müssen der Macht Jesu weichen.

Aber Du musst Jesu Wirken wollen und SEINE Macht in Anspruch nehmen!

Manchmal brauchst Du eine Menge Geduld und Jesusvertrauen. Diese Geduld und dieses Vertrauen darfst Du immer aufs Neue erbitten. Du darfst aber gewiss sein:
– Jesus ist der Sieger
– ER wird SEIN erwirktes Leben auch bei Dir zum Durchbruch bringen.

Die Bibel macht deutlich:
Die Taufe ist kein Kopfkissen, das Deinen Traum vom Himmelreich wahr werden lässt. Aber die Taufe ist wie ein Anker, der Dich in den Stürmen des Lebens halten wird.

Was es bedeutet, einen solchen Anker zu haben, davon spricht der Wochenspruch:
„So spricht der Herr, der dich geschaffen hat: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ (Jes 43,1).

Diese Prophetenwort ist kein eigentliches Wort über die Taufe. Es ist ein Wort der Verheißung Gottes für das erwählte Gottesvolk der Juden. Aber inhaltlich sagt es das aus, was von Gott her uns in der Taufe wiederfahren ist:
– Du gehörst zu MIR – ICH habe Dich erlöst !

Lasst uns aus dem Empfangenen in dankbarer Freude leben.
Der Herr möge es uns schenken, dass unsere Hände aus erneuerten Herzen Gottes Liebe weitergeben. Dann werden selbst die Narben, Schwielen und Risse im sanften Berühren segnen.

Zu solchem Tun möge der Herr uns leiten – Dich und mich.

Es grüßt herzlich
Euer Pfr.i.R. Steinführer

²² Gute Nachricht, Bibel, Deutsche Bibelgesellschaft