Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 22. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 7. Kapitel des Römerbriefes, die Verse 14-25 a. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Denn wir wissen, dass das Gesetz geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft. Denn ich weiß nicht, was ich tue. Denn ich tue nicht, was ich will; sondern was ich hasse, das tue ich. Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, so gebe ich zu, dass das Gesetz gut ist. So tue nun nicht ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt. Denn ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt. Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht. Denn das Gute, das ich will, dass tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich. Wenn ich aber tue, was ich nicht will, so tue nicht ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt. So finde ich nun das Gesetz, dass mir, der ich das Gute tun will, das Böse anhängt. Denn ich hab Lust an Gottes Gesetz nach dem inwendigen Menschen. Ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das widerstreitet dem Gesetz in meinem Gemüt und hält mich gefangen im Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist. Ich elender Mensch ! Wer wird mich erlösen von diesem todverfallenen Leibe? Dank sei Gott durch Jesus Christus, unsern Herrn! So diene ich nun mit dem Gemüt dem Gesetz Gottes, aber mit dem Fleisch dem Gesetz der Sünde.

Liebe Gemeinde,

der Apostel Paulus steckt offenbar in dem Dilemma. Was er gern tun möchte das tut er nicht, und was er besser lassen sollte, genau das tut er. Das kommt uns doch sicherlich allen ein wenig bekannt vor. Wie oft sagen wir: „Eigentlich hätte ich ja…, oder „Besser wäre es gewesen, wenn…“. Lassen Sie uns dieses Weltendilemma doch einmal etwas genauer anschauen:

1. Wollen und Tun

Eigentlich, so könnte man denken, sollten wir als Christen doch wissen was wir tun sollen und eigentlich sollten wie dies doch auch wollen. Denn schließlich sind wir ja nicht von irgendeiner Institution zwangsbekehrt worden, sondern haben aus eigenen Stücken genau diesen Weg eingeschlagen.

Und doch klappt das irgendwie nicht. Auch wenn wir uns noch so sehr anstrengen und bemühen. Und das ist auch ganz normal in dier Welt. Dies bedarf sicherlich einer Erklärung.

Nun, als wir uns bekehrt haben, gewann der Geist in uns die Herrschaft über uns und unser Leben. Wir wurden also vor Gott ein neuer Mensch, ein Mensch, der wieder freien Zugang zu Gott hat, weil ein anderer für unsere Sünden bezahlt hat und wir fortan vor Gott als sündlos gelten.

Nun hat bekanntermaßen jede Medaille zwei Seiten. Die andere Seite ist das Fleisch, also unser alter Mensch. In uns wohnt also sowohl der neue, von Sünden befreite Geist und zugleich auch der alte Mensch.

Dass es dort zu Auseinandersetzungen zwischen diesen beiden kommt ist so sicher, wie das berühmte Amen in unserer Kirche.

Würde dieser innere Zwiespalt nicht in uns toben, dann würde auch der Heilige Geist nicht in uns wohnen. Wir würden weiterhin in unserem alten Sündentrott leben und uns auch ganz wohl dabei fühlen, da es ja eben nicht zu dem Kampf Geist gegen Fleisch kommt.

Das bedeutet aber auch auf der anderen Seite die ewige Verlorenheit. Der innere Kampf, der in uns tobt, führt uns immer wieder auf unsere Lebensspur mit Gott. Vergleichen wir dies ruhig einmal mit einem Zug. Als wir den Zug Richtung Himmel bestiegen haben, da regierte uns der Heilige Geist. Aber der Teufel bringt uns immer wieder dazu, die Weichen ein wenig anders zu stellen um falsch abzubiegen. Und dann kommt der Heilige Geist und bringt uns wieder auf das richtige Gleis, welches uns Richtung Heimat und damit in den Himmel führt.

Wichtig ist es also, dass wir erkennen, dass diese innere Zerrissenheit von Gott her kommt, und einzig und allein den Zweck hat, uns wieder auf die richtige Spur zu leiten.

2. Das Gesetz

Stellen wir uns doch einmal einen Staat vor, in welchem es keine Gesetze gibt. Alles wäre erlaubt und nichts wäre verboten. Natürlich würde dieser Staat binnen kurzer Zeit untergehen, da sich vermutlich die Menschen untereinander zerfleischen würden.

Ein Staat, der auf soliden Gesetzen aufgebaut ist, gibt seinen Bürgern indes eine Richtschnur an die Hand. Halten sie sich an das Gesetz, dann ist alles gut, halten sie sich nicht an das Gesetz, dann drohen ihnen staatliche Repressalien. Die Menschen sollen also durch das Gesetz in der Lage sein, gut und böse zu unterscheiden.

Ähnlich ist es mit Gottes Gesetz, welches er uns in der Bibel gegeben hat. Dies soll uns als Richtschnur für unser Leben dienen und uns zeigen was gut und was böse ist. Und wenn wir alles einhalten, ja, liebe Gemeinde, wenn wir wirklich alles einhalten, dann kommen wir auch in den Himmel.

Aber wenn wir uns Gottes Gesetz einmal etwas näher betrachten, dann erkennen wir unschwer, dass kein Mensch in der Lage ist, alle Vorschriften dieses Gesetzes einzuhalten. Und jeder Verstoß, häufig auch schon allein der Gedanke daran, ist vor Gott eine Sünde. Und auch mit nur einer Sünde im Gepäck geht es eben nicht im den Himmel, sondern in die Hölle.

Und darum können wir es jetzt vielleicht ganz gut verstehen, wenn Paulus sagt: „Ich elender Mensch!!!. Und das müssen wir alle sagen, wenn wir erkennen, dass wir Gottes Gesetz gar nicht einhalten können.

Halten wir einmal fest: Wir alle haben die Hölle, aber nicht den Himmel verdient. Ich nehme mal an, dass keiner von uns die Ewigkeit in der Hölle verbringen will. Also bleibt noch die Frage offen, wie wir denn trotzdem noch in den Himmel kommen können.

3. Der Ausweg

Paulus nennt uns den einzigen Weg und den einzigen Ausweg, der sich uns bietet, damit wir der ewigen Verdammnis entkommen können.

Indem Jesus für all unsere Sünden mit seinem Blut bezahlt hat, hat er uns auch von dem Gesetz befreit. Wir können jetzt das Gesetz als Richtschnur für unser Leben erkennen und nicht mehr als Damoklesschwert, welches drohend über unserer Zukunft schwebt.

Natürlich sollen wir nach bestem Wissen und Gewissen uns an das halten, was Gott uns geboten hat. Aber der Herr Jesus hat auch für unsere zukünftigen Sünden bereits bezahlt. Sollte also wieder einmal der Super GAU der Sünde eintreten, dann dürfen wir uns auch dann wieder auf die Gnadentat unseres Herrn berufen.

Und so dürfen wir auch in die Worte des Apostels Paulus einstimmen, wenn er gegen Ende unsers Predigttextes die Worte spricht: „Dank sei Gott durch Jesus Christus, unsern Herrn!

Lassen Sie uns dem Herrn für seine Erlösungstat danken, indem wir gemeinsam in den 1. und 2. Vers des Liedes von Christoph Fischer „Wir danken der Herr Jesu Christ…“ (EG 79) einstimmen, die da lauten wie folgt:

Wir danken dir, Herr Jesu Christ, dass du für uns gestorben bist
und hast uns durch dein teures Blut gemacht vor Gott gerecht und gut,
und bitten dich, wahr Mensch und Gott, durch dein heilig fünf Wunden rot:
Erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Not.

Der Herr segne dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 17. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 10. Kapitel des Römerbriefes, die Verse 9-17. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen.

Denn wenn du mit dem Munde bekennst, dass Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, dass ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet. Denn wenn man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und wenn man mit dem Munde bekannt, so wird man gerettet. Denn die Schrift spricht (Jesaja28,16): „Wer an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden.“ Es ist hier kein Unterschied zwischen Juden und Griechen; es ist über alle derselbe Herr, reich für alle, die ihn anrufen. Denn „Wer den Namen des Herrn anrufen wird, soll gerettet werden“ (Joel 3,5). Wie sollen sie aber den anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie aber an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger? Wie sollen sie aber predigen, wenn sie nicht gesandt werden? Wie denn geschrieben steht (Jesaja 52,7): „Wie lieblich sind die Füße der Freudenboten, die das Gute verkündigen.“ Aber nicht alle sind dem Evangelium gehorsam. Denn Jesaja spricht (Jesaja 53,1): “ Herr, wer glaubt unserm Predigen?“ So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi.

Liebe Gemeinde,

nehmen wir einmal an, Sie machen eine Kreuzfahrt. Auf einmal gerät Ihr Schiff in Seenot. Wohlgeordnet gilt es nun, das Schiff zu verlassen und in die bereitstehenden Rettungsboote zu steigen. Können Sie sich jemanden vorstellen, der genau jetzt sagt: „Nein, jetzt noch nicht, ich möchte erst noch das Galadinner genießen. Später vielleicht.“ So jemanden würden wir doch wohl alle als „vollkommen neben der Spur“ bezeichnen.

Aber verfahren nicht viele Menschen in Glaubensdingen genauso ? Hier auf Erden legen wir unsere Weichen in Richtung Himmel oder Hölle. Und was sagen viele Menschen? Jetzt noch nicht, später einmal, wenn eine gelegenere Zeit kommt. Das dumme ist nur, dass wir ja gar nicht wissen, wann Gott uns in die Ewigkeit abberuft. Es kann gut sein, dass in der nächsten Woche schon einige von uns im Himmel sind, ohne dass wir dies heute erahnen können.

Also stellt sich doch jedem die drängende Frage: Wie komme ich ganz sicher in den Himmel? Und genau darauf gibt unser heutiger Predigttext uns die passende Antwort. Lassen Sie uns diese Antwort heute Morgen einmal gemeinsam betrachten.

1. Glaube aus Predigt, Predigt aus Bibel

So kommt der Glaube aus der Predigt, so lesen wir es in unserem Predigttext. Das lateinische Wort „praedication“ heißt neutral übersetzt eigentlich nur Aussage. So kommt also der Glaube aus der Aussage. Die Aussage kommt aus dem Wort Gottes.

Erst kommt die Bibel, dann kommt die Aussage der Bibel und dann kommt der Glaube. Wenn wir also zum rechten Glauben finden wollen, dann geht dies nur über den Weg der Bibel. Andere Heilsaussagen außerhalb der Bibel sind schlichtweg falsch.

Die Grundlage um gerettet zu werden finden wir also in der Bibel. In ihr finden wir alles, was wir wissen müssen, um zum Glauben zu kommen. Wenn wir die Bibel einmal als ein Navigationssystem für unser Leben ansehen, dann tun wir gut daran, jeden Tag darin zu lesen. Wenn wir dies tun, dann werden wir nach und nach auch die Aussagen der Bibel immer besser verstehen und immer mehr von dem in die Tat umsetzen können, was uns dort tagtäglich begegnet.

Es geht also nicht darum, dass ich nur durch eine Predigt im Gottesdienst den rechten Glauben finden kann. Manche kirchlichen Gemeinschaften hätten dies ja gern und benutzen diesen Vers immer wieder um Menschen zwingend zum Besuch der Gottesdienste zu bewegen. Natürlich ist es gut, einen Gottesdienst zu besuchen. Nur anzunehmen, dass ich nur dann den Weg zum Glauben finden kann, wenn ich den Predigten eifrig lausche, ist katastrophaler Blödsinn.

Natürlich ist die Gemeinschaft der Gläubigen wichtig. Einer allein fällt bekanntermaßen schneller, als wenn er von zwei anderen Menschen gestützt und gehalten wird. Das bedeutet, dass wir auf uns allein gestellt sehr schnell den Versuchungen und Anfechtungen anheimfallen können. Dann ist es gut, Menschen an unserer Seite zu haben, die ein wenig auf einen aufpassen.

Und in der Gemeinschaft lässt sich das Wort Gottes auch noch besser verstehen und auslegen als allein im stillen Kämmerlein. Fragen können dort besser beantwortet und Irrtümer schneller ausgeräumt werden als in der eremitischen Einsamkeit.

2. Mit Mund bekennen

Wir haben soeben die Basics aufgezeigt, die uns zum Weg des Glaubens führen können. Bis jetzt war ja alles rein theoretisch. Der größte Agnostiker kann jeden Tag die Bibel lesen, sie verstehen und trotzdem nicht den Weg zum Herrn finden und ihn gehen. Nach der Theorie kommt nämlich nun die Praxis des „Gerettet-Werdens“.

Wenn ich die Heilslehre der Bibel verstanden habe, dann muss ich dies auch bekunden. Ich muss das, was ich aus der Bibel heraus wahrgenommen habe, auch ganz persönlich für mich in Anspruch nehmen. Ich muss also mit meinem Munde bekennen, dass Jesus mein Herr ist. Das heißt nicht, dass ich fortan auf allen öffentlichen Plätzen dieser Welt die frohe Botschaft verkündigen muss, um gerettet zu werden.

Mit dem Munde bekennen heißt, dass ich dies meinem Herrn ganz persönlich sage, ihm also meine Entscheidung definitiv mitteile. Wir sagen auch gern Bekehrung zu diesem Vorgang. Oftmals wird die Bekehrung ja auch nach dem paulinischen Erlebnis als Damaskusstunde bezeichnet. Um mit dem Irrtum aufzuräumen, dass nur, wer eine Damaskusstunde erlebt hat, den wahren Glauben gefunden, hat möchte ich sagen, dass es bei mir eine sehr lange Damaskusperiode war bis es endlich „Klick“ gemacht hat und ich mein Ja, Herr, ehrlichen Herzens sagen konnte.

Bekehrung ist also keinesfalls ein so dramatisches Geschehen, wie es Paulus widerfahren ist. In den meisten Fällen wächst der Glaube nämlich ganz langsam. Also keine Angst und Zweifel, wenn der Glaube erst einmal wächst. Daher halte ich auch nicht viel von Massenevangelisationen wo hunderte von Menschen von jetzt auf gleich bekehrt werden.

Ich glaube nämlich, dass Gott eine wohlüberlegte, abgewogene Entscheidung lieber ist, als eine vorschnelle Bekehrung.

3. Mit dem Herzen glauben

Glaube, liebe Gemeinde ist immer eine Herzenssache. In dem Moment, wo ich Jesus als meinen Herrn annehme, also mein endgültiges Ja zu ihm und seiner Erlösungstat sage, ab diesem Moment zieht der Herr bei mir ein.

Stellen wir uns einmal vor, wir ziehen um. Erst einmal besichtigen wir die neue Wohnung, zeigen also unser Interesse an der Wohnung. Dann unterschreiben wir den Mietvertrag, also unser Ja, dass wir die Wohnung haben wollen. Das können wir auf die vorhergehenden Punkte der Predigt doch gut übertragen.

Aber wie geht es dann weiter? Nun, nach der Schlüsselübergabe reinigen wir die neue Wohnung, renovieren sie, bestücken sie mit Möbeln und ziehen dann ein.

Und genau so macht es unser Herr. Nach der Schlüsselübergabe, also nach unserem Ja zu ihm reinigt er erst einmal unser altes Herz. Alles, was dort ausgemistet werden muss, fliegt raus. Das kann manchmal ganz schön schmerzhaft sein, wie ich es selber erfahren habe. So manche Gewohnheit gibt man halt doch nicht so gern auf. Aber der Herr fühlt sich eben nur in einer sauberen Wohnung wohl.

Dann geht es an das Renovieren. Mein altes Leben hat so manche Schrammen und Macken hinterlassen; wir nennen sie auch gern Traumata. Diese dürfen wir ganz getrost unserem Herrn übergeben. Er möchte all unsere Nöte, Sorgen und Probleme übernehmen, damit wir ein Leben in Ihm führen können frei von Nöten Sorgen und Problemen. Natürlich wird es auch weiterhin Sorgen und Probleme geben. Aber wir haben ja den Herrn an unserer Seite, der uns dabei hilft, diese zu bewältigen. Eine Wohnung renoviert man ja schließlich auch nicht nur 1 mal in seinem Leben.

Bevor wir einziehen in unsere neue Wohnung muss diese dann noch möbliert werden. Der Herr möchte auch unser Herz ganz neu möblieren. Die alten Möbelstücke unter anderem Neid, Missgunst, und Sünden jeder Art werden entsorgt. Neue Möbel müssen also her. Und diese sind unter anderem Liebe, Hilfsbereitschaft und Mitgefühl, um nur einige davon zu erwähnen.

Was ganz wichtig ist, ist die Erkenntnis, dass nicht wir uns ändern nach unserer Bekehrung, sondern dass es der Herr allein ist, der uns ändert. Wir selber können dies nämlich überhaupt nicht. Wir sind dabei immer auf die Hilfe unseres Herrn angewiesen.

So, und wenn wir all diese Wunder an uns selber erlebt haben, die der Herr an und in uns verrichtet hat, dann können wir gar nicht mehr anders, als mit dem Mund zu bekennen, dass Jesus der Herr ist und im Herzen glauben, dass Gott diesen Jesus von den Toten auferweckt hat. Hätte er dies nämlich nicht getan, würde er heute nicht in uns leben können und all diese Wunder vollbringen können.

Wenn wir dies mit unserem Mund und Herzen bekennen, dann können wir auch in den zweiten Vers des Liedes „Die Sonn hoch an dem Himmel steht…“ (EG 459) von Ambrosius Lobwasser voll Inbrunst einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Die rechte Sonn ist Jesus Christ,
das Licht er zu dem Leben ist,
das er uns heute durch sein Wort
hell leuchten lässt an allem Ort.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 14. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 8. Kapitel des Briefes von Paulus an die Römer, die Verse 14-17. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtische Geist empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater ! Der Geist selbst gibt Zeugnis unserm Geist, dass wir Gottes Kinder sind. Sind wir aber Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, wenn wir denn mit ihm leiden, damit wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden.

Liebe Gemeinde,

viele Menschen sind ja der Überzeugung, dass sie möglichst viel für unseren Herrn tun müssen, um auch ja von ihm anerkannt zu werden. Als Gottesknechte sind sie permanent in Amt und Würden unterwegs um auch ja nichts falsch zu machen. Und irgendwann werden sie dann zu dem, was Gott überhaupt nicht möchte, nämlich zu total frustrierten Heiligen. Das ist übrigens keine neuzeitliche Entwicklung der Postmoderne, das gab es schon zu Paulus Zeiten. Daher hat Paulus diese Menschen auch darauf hingewiesen, dass sie eben nicht den Geist der Knechtschaft sondern den kindlichen Geist empfangen haben.

Lassen Sie uns heute Morgen einmal ein wenig näher betrachten, wo denn der Unterschied liegt zwischen einem Gottesknecht und einem Gotteskind.

1. Das Arbeitsverhältnis

Jeder Knecht ist ein ganz normaler Arbeitnehmer. Nur wenn er seiner Arbeitsleistung auch nachkommt, erhält er auch allmonatlich seinen gerechten Lohn. Er MUSS also seinem Herrn dienen, um auch von ihm entlohnt zu werden.

Ganz anders sieht dies bei einem Kind des Hauses aus. Ein Kind darf allezeit im Vaterhaus leben und all das benutzen, was auch dem Vater gehört. Ein Kind wird natürlich nicht zur Arbeit gezwungen wie ein Knecht. Natürlich freut sich der Vater, wenn sich das Kind im Hause nützlich macht, aber eine bestimmte Pflicht hat das Kind dabei nicht zu erfüllen.

Ein Kind des Hauses soll als erstes einmal in seiner Eigenschaft als Kind voll und ganz aufgehen. So ist dies auch bei uns Christen. In erster Linie sind wir einmal Kinder unseres himmlischen Vaters. In dieser Eigenschaft sollen wir vollkommen aufgehen. Täglich sollen wir uns bewusst werden, dass wir eben keine Vertragsknechte Gottes sind, sondern seine geliebten Kinder.

2. Das Familienverhältnis

Wir hatten es ja gerade schon angedeutet. Ein Knecht gehört meist nicht zur Familie. Meist wohnt er auch in einem separaten Gesindehaus und hat bis auf seine Dienstverrichtung herzlich wenig mit dem Hausherren zu tun.

Wie anders geht es uns da doch da als Kinder Gottes. Wir sind ein selbstverständlicher Teil der Familie. Während der Knecht demutsvoll von seinem Herrn in die Knie gehen muss, dürfen wir unseren himmlischen Vater sogar mit dem Kosewort Abba anreden. Heute würde man sagen „Papa“ oder „Paps“.

Ja, liebe Gemeinde, wir haben richtig gehört, so dürfen und sollen wir unseren himmlischen Vater anreden. Ganz vertraut, so wie unsere Kinder uns anreden. Alles, was unserem Vater im Himmel gehört, das gehört uns schon hier und heute ein Stück weit mit.

Natürlich hat der Hausherr gegenüber seinen Dienstbefohlenen auch eine gewisse Fürsorgepflicht, wie sie jeder Arbeitgeber auch heutzutage noch hat. Wir als Kinder unseres himmlischen Vaters stehen auch in dieser Beziehung ganz anders da, als die Knechte. Für seine geliebten Kinder hat unser Vater nämlich eine permanente Liebespflicht übernommen. Wir dürfen sicher sein, dass egal, was andere Menschen auch über uns denken, er uns indes immer der liebende Vater bleibt.

Wenn wir Sorgen haben, traurig sind oder manchmal gar nicht mehr weiterwissen, dann möchte er uns stets eine Hilfe auf allen unseren Wegen sein. Mit allem, was uns bedrückt dürfen wir jederzeit vor ihn treten und ihn um seine Hilfe bitten.

Jetzt kommt noch ein entscheidender Unterschied zum Knecht. Wenn der Knecht seine Arbeit nicht ordentlich versieht, dann wird er in aller Regel abgemahnt. Kommt er weiterhin seiner Tätigkeit nicht in der Art und Weise nach, die sein Herr von ihm erwartet, dann kann es ihm passieren, dass er hinausgeworfen wird.

Das kann uns als Kindern Gottes niemals widerfahren. Egal, was wir auch verbocken, egal wie oft wir mal wieder der Sünde nachgeben; die Liebe des himmlischen Vaters zu uns ist und bleibt grenzenlos. Er wird uns niemals hinauswerfen; er hindert uns aber auch nicht, wenn wir gehen wollen. Bei allem Bockmist, den wir verzapfen reicht eine ehrliche Entschuldigung aus und alles ist vergeben und vergessen.

3. Die Zeit

Knechte altern nun einmal. Und irgendwann können sie den ihnen gestellten Aufgaben nicht mehr gerecht werden. In aller Regel verlassen sie dann das Herrenhaus und ziehen sich auf ihren Ruhesitz zurück. Meist endet dann auch der Kontakt zum Hausherrn. Es war eben nur ein Dienstverhältnis auf Zeit.

Als Kinder Gottes sieht unsere Situation da weitaus komfortabler aus. Anstelle eines Dienstverhältnisses auf Zeit haben wir zu unserem himmlischen Vater eine Liebesverhältnis auf Ewigkeit. Ein Liebesverhältnis das niemals aufhört.

Unser Vater liebt uns in der Blüte unseres Lebens, wenn wir getrieben von seiner Liebe zu uns in unseren Diensten voll und ganz aufgehen. Aber er liebt uns ganz besonders auch im Alter, wenn wir vielleicht so rein gar nichts mehr vorzuweisen haben, was wir für ihn tun können. Er liebt uns stets und immer gleich. Nicht mal weniger und mal mehr. Wir sind und bleiben seine geliebten Kinder.

Irgendwann einmal müssen wir uns auch nicht auf unseren bescheidenen Ruhesitz zurückziehen. Irgendwann einmal, wenn unser irdisches Leben endet, holt uns der Vater, der uns schon zu Lebzeiten über alles liebte heim in sein Reich.

Das hat auch rein gar nichts damit zu tun, dass wir vielleicht besser sind als ein Knecht. Die angenommene Kindschaft ist das, was uns von einem Knecht unterscheidet. Als Kinder Gottes sind wir nicht besser, aber besser dran.

Wenn wir aus dieser Bestimmung heraus leben, dann wirkt sich das auch schon auf unser Leben auf Erden aus. Wir müssen nicht krampfhaft versuchen, wertvoll vor Gott zu erscheinen indem wir mehr und noch mehr und noch mehr für ihn leisten. Als Kinder haben wir unseren Lohn schon erhalten, nämlich das ewige Leben welches Gott für all seine geliebten Kinder bereithält. Wir müssen uns auch keine Sorgen machen, dass Gott uns seine Liebe entzieht. Seine Liebe bleibt ewiglich. Und da uns unser Vater derart liebt dürfen wir auch schon hier auf Erden darauf vertrauen, dass ER uns immer führen leiten und begleiten wird, egal wohin die Reise auch gehen mag.

Und getragen von dieser göttlichen Liebe können wir auch den nicht ganz so schönen Stunden unseres Lebens ganz getrost entgegensehen.

Möge uns dabei der Kehrvers des Liedes von Dietrich Bonhoeffer „Von guten Mächten …..“ (EG 652) stets ein kraftspendender Begleiter sein. Dieser lautet kurz und prägnant, wie folgt:

Von guten Mächten wunderbar geborgen
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Bleiben Sie alle wohlbehütet wünscht Ihnen
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 10. Sonntag nach Trinitatis. Heute ist Israelsonntag. Beschäftigen wir uns doch heute einmal nicht mit dem politischen Verhältnissen in Israel, sondern mit Gott, der gerade dieses Volk für als sein Volk zum Eigentum für sich erwählt hat. Was ist das eigentlich für ein Gott, den wir heute noch anbeten, den wir loben und preisen? Bevor wir auf diese Frage näher eingehen, lassen Sie uns zuvor den Predigttext für den heutigen Sonntag lesen. Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag im Römerbrief, Kapitel 9, die Verse 1-8 und 14-16:

Ich sage die Wahrheit in Christus und lüge nicht, wie mir mein Gewissen bezeugt im heiligen Geist, dass ich große Traurigkeit und Schmerzen ohne Unterlass in meinem Herzen habe. Ich selber wünschte, verflucht und von Christus getrennt zu sein für meine Brüder, die meine Stammverwandten sind nach dem Fleisch, die Israeliten sind, denen die Kindschaft gehört und die Herrlichkeit und der Bund und das Gesetz und der Gottesdienst und die Verheißungen, denen auch die Väter gehören, und aus denen Christus herkommt nach dem Fleisch, der da ist Gott über alles, gelobt in Ewigkeit. Amen. Aber ich sage damit nicht, dass Gottes Wort hinfällig geworden sei. Denn nicht alle sind Israeliten, die von Israel stammen, auch nicht alle, die Abrahams Nachkommen sind, sind darum seine Kinder. Sondern nur „was von Isaak stammt, soll dein Geschlecht genannt werden“ (1. Mose 21,12), das heißt: nicht das sind Gottes Kinder, die nach dem Fleisch Kinder sind; sondern nur die Kinder der Verheißung werden als seine Nachkommenschaft anerkannt. Was sollen wir nun hierzu sagen? Ist denn Gott ungerecht? Das sei ferne! Denn er spricht zu Mose (2.Mose 33,19): „Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig; und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich.“ So liegt es nun nicht an jemandes Wollen oder Laufen, sondern an Gottes Erbarmen.

Liebe Gemeinde,

wenn wir uns der Gottesfrage nähern, dann sollten wir immer bedenken, dass unser Predigttext für den heutigen Sonntag ein wenig aus dem Zusammenhang gerissen worden ist. Wenn Sie heute ein wenig Zeit haben, dann lesen Sie doch einmal die Kapitel 9-11 (Israelkapitel) des Römerbriefes in ihrer Gesamtheit. Nun lassen Sie uns also mit der Gottesfrage beginnen:

1. Der „ich verstehe ihn nicht“ Gott

Geht es Ihnen auch so, dass Sie manchmal Gottes Wirken nicht verstehen? Da beten wir für die Genesung eines lieben Menschen und dann stirbt er doch an seiner Krankheit? Da beten wir für den Frieden in unserer Welt und es scheint, als ob Terror und Krieg uns geradezu zu umzingeln scheinen.

Und dann finde ich noch eine Verstärkung einer Aussage in unserem Predigttext wo Gott sagt: „Jakob habe ich geliebt, Esau habe ich gehasst.“ Da ist ein Gott, der offenbar nicht auf Gebete hört und da taucht ein Gott auf, der sogar hassen kann. Wie passt das denn zusammen?

Wenn wir uns den hebräischen Text einmal ganz genau anschauen, dann steht anstelle des Wortes Hasses das Wort Entscheidung. So, Gott hasst also niemanden, aber er hat sich für Jakob und nicht für Esau entschieden. Eigentlich doch recht merkwürdig, wenn wir einmal bedenken, was Jakob nicht alles für „Dreck am Stecken hatte“. Aber dieser „ich verstehe ihn nicht“ Gott scheint wohl eine Vorliebe für das zu haben, was wir Erdenmenschen häufig als nicht besonders liebenswert ansehen.

Vielleicht sollte uns das einmal zu denken geben. Immer dann, wenn wir schnelle Urteile über Menschen fällen sollten wir daran denken, dass Gott auch oder vielleicht gerade diesen Menschen besonders liebt. Und wer sind wir denn bitteschön, dass wir hassen dürfen, wo Gott liebt?

Und bezüglich der nicht erhörten Gebete, über die wir uns so gern beklagen sollten wir uns immer wieder in unser Gedächtnis rufen, dass Gott nicht ein Wunscherfüllungsautomat ist, der auf Knopfdruck das herbeizaubert, was ich mir wünsche.

2. Gott, der Brückenbauer

Gott, der Schöpfer des Himmels und der Erde lässt sich also von mir nicht sagen, was er zu tun hat. Das ist manchmal etwas schmerzlich, aber es steckt vielleicht doch etwas viel größeres dahinter.

Gott möchte in eine ganz enge Beziehung zu einem jeden von uns treten. Er möchte unser innigster Vertrauter unser wahrer Freund, Helfer und Retter sein. Durch den Sündenfall war diese Beziehung, welche davor bestanden hatte, von uns Menschenseite her gekappt worden. Trotz allem, also auch wenn wir Gott vor den Kopf gestoßen hatten, ließ seine Liebe zu uns nicht nach.

Nur lebten wir in zwei verschiedenen Welten, die von uns aus nicht überbrückt werden konnten. Gott fand dennoch eine Möglichkeit, wieder eine Brücke zu bauen über die wir Menschen wieder den Zugang zu ihm finden können. Diese Brückenbaugeschichte können wir in aller Kürze mit Kreuz, Auferstehung, Himmelfahrt, Pfingsten beschreiben. Alles gerade erst gewesen.

Durch den Kreuzestod war die Strafe für unsere Sünden bezahlt. Durch die Auferstehung zeigte uns Jesus, dass er dem Tod seine endgültige Macht genommen hatte. Nach seiner Himmelfahrt sandte er uns den Heiligen Geist, der uns seitdem auf Schritt und Tritt begleitet, so wir dies denn auch aufrichtig wollen.

Dieses große Geschehen lässt uns vieleicht verstehen, dass Gott weit mehr als ein „Wünsch-Dir-Was“ Gott ist. Dieser Gott hat uns erlöst und einen jeden von uns bei seinem Namen gerufen, damit wir wieder in eine lebendige Beziehung zu ihm treten. Und gerade weil Gott immer nur das wirklich Allerbeste für uns will, gerade deshalb antwortet er auch manchmal nicht auf unsere Gebete.

Wenn wir um etwas bitten, was nicht gut für uns wäre, dann erfüllt uns Gott diese Bitte eben nicht. Das würden wir bei unseren Kindern auf Erden schließlich auch nicht tun. Gott möchte in eine Liebesbeziehung zu uns treten. Und dazu gehört auch, dass man auf den anderen achthat und auf ihn aufpasst, dass ihm ja nichts Böses geschieht. Und das ist das, worauf wir uns voll und ganz verlassen können.

Wenn wir „Ja“ zu diesem Gott sagen hat dies weitreichende Konsequenzen. Hier auf Erden brauchen wir vor nichts und niemandem mehr Angst zu haben. In allem, was uns widerfährt ist Gott an unserer Seite. Wir dürfen ihm allein unser vollstes Vertrauen schenken. Dadurch dass dieser große Brückenbauer die Brücke zu uns Menschen gebaut hat, dürfen wir diese Brücke am Ende unseres irdischen Lebens an seiner Hand überqueren und dort ankommen, wo wir unsere ewige Heimat haben, nämlich bei Gott im Himmel.

3. Der große Lobpreis

Die Israelkapitel des Römerbriefes schließen mit einem großen Lobpreis. Vielleicht können wir jetzt auch erahnen, warum. Trotz aller Fragen hat Paulus diesen Hintergrund erkannt. Paulus sah eben nicht nur das, was gerade um ihn herum passierte, Paulus sah das große Ganze, was sich hinter dem augenblicklichen Weltgeschehen verbirgt. Lassen Sie uns dennoch auch immer wieder einmal in diesen Perspektivwechsel eintreten.

Sicherlich ist es schlimm, was gerade auf dieser Welt passiert. Terroranschläge, Terrorregime und Kriege scheinen unser ganzes Leben zu bestimmen. Jedenfalls ist dies so, wenn wir unseren Tageszeitungen allein Glauben schenken. Lesen wir aber doch auch mal wieder neben der Tageszeitung unsere tägliche Lebenszeitung, die Bibel. Dann sehen wir auf einmal die Welt tatsächlich mit anderen Augen.

Dann erkennen wir auch, dass Gott zwar den Jakob geliebt hat, dass er aber auch den Esau nicht hat „im Regen stehenlassen“. Viele andere Geschichten der Bibel berichten uns von der Treue Gottes in dem Leben einzelner Menschen auch in denkbar merkwürdigen Umständen. Vertrauen wir doch wieder allein diesem Gott, dass er es auch mit uns gut meint und dass er nur das Beste für uns will.

Wenn wir dies tun, dann wird ER auch unsere inneren Augen auftun. Und dann können wir auf einmal viele Spuren Gottes in unserem Leben und in dem Leben vieler anderer Menschen auf Erden entdecken. Also nicht Augen zu und durch, sondern Augen auf und durch. Oder besser ausgedrückt Augen auf IHN gerichtet und durch.

Mut dazu macht uns auch der erste Vers des Liedes „Von Gott will ich nicht lassen…“ (EG 365) von Ludwig Helmbold, der da lautet, wie folgt:

Von Gott will ich nicht lassen,
denn er lässt nicht von mir,
führt mich durch alle Straßen,
da ich sonst irrte sehr.
Er reicht mir seine Hand,
den Abend und den Morgen
tut er mich wohl versorgen,
wo ich auch sei im Land.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und eine ganz tolle Sommerwoche in der Gemeinschaft mit unserem Herrn, der einem jeden von uns versprochen hat: „Und siehe ich bin bei Dir alle Tage bis an der Welt Ende.“

Bleiben Sie alle wohlbehütet. Das wünscht Ihnen
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 6. Sonntag nach Trinitatis. Der heutige Sonntag wird auch als Taufgedächtnissonntag bezeichnet. Daher beschäftigt sich unser heutiger Predigttext auch mit der Taufe. Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag im 6. Kapitel des Römerbriefes, die Verse 3-8. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln. Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm gleichgeworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein. Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, sodass wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde.
Sind wir aber mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden.

Liebe Gemeinde,

die Taufe ist ein zentrales Thema in unserem Leben als Christen. Was passiert eigentlich bei der Taufe? Warum lassen wir uns taufen? Welche Wirkung hat die Taufe? Alles Fragen, denen wir uns heute Morgen einmal widmen wollen. Wir könnten jetzt ja auch ganz genüsslich darüber streiten, ob die Kindestaufe oder aber die Erwachsenentaufe „die“ richtige Taufe sind. Über diesen Streitpunkt würden wir aber ganz vergessen, was denn wirklich hinter der Taufe steckt. Und darum sollte es uns doch eigentlich gehen.

Wenn ich mir die Taufe näher betrachte, dann fallen mir drei Bedeutungen und Sichtweisen der Taufe ein:

1. Das äußere Zeichen

Wenn ein Mensch sich zu Gott bekehrt und ihn in sein Leben einlädt, dann wird er es erleben, dass er geistlich wiedergeboren ist. Das ist nun kein theatralischer Akt, sondern einfach ein Faktum. Um dies auch rein äußerlich sichtbar zu machen, lässt sich dieser Mensch taufen.

Man könnte ja durchaus die Meinung vertreten, dass es der Taufe doch eigentlich gar nicht bedarf und dass dahinter mehr ein frommes Ritual vergangener Tage denn eine heute noch real wichtige Handlung steht. Ich glaube, dem ist nicht so. Wenn unser Herr uns in seinem Taufbefehl ausdrücklich auferlegt, dass wir hinausgehen sollen und zu Jüngern machen sollen alle Völker, dann hat dieser Satz auch noch einen Folgeauftrag, welcher lautet: „Taufet sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

Wenn uns unser Herr diesen Taufauftrag erteilt, dann sollten wir diesen auch nicht hinterfragen, sondern ihn befolgen. Wenn uns unser Chef in unserer Firma einen Auftrag erteilt, dann zweifeln wir vermutlich auch nicht immer wieder den Sinn und Zweck dieses Auftrages an. Wir führen ihn einfach aus, weil wir dem Chef vertrauen. Das sollten wir mit dem Taufbefehl ebenso machen. Die Bedeutung der Taufe unterstreicht Jesus übrigens auch schon dadurch dass er selber, der es doch gar nicht nötig hätte, sich hat taufen lassen.

2. Das Wasserbad

Wenn wir im Garten gearbeitet haben und so richtig schmutzig sind, dann macht es Sinn dass wir uns unsere Hände waschen, bevor wir zum Beispiel das Abendessen einnehmen. Die Taufe ist ein Sinnbild welches dieser Reinigung sehr ähnlich ist.

Von Natur aus sind wir alle Sünder. Als Sünder haftet der Schmutz der Sünde uns derart an, dass wir diesen überall, wo wir gehen und stehen verteilen. Um von dem Schmutz unserer alten Sünden gereinigt zu werden, dient das Wasser der Taufe als Sinnbild.

Mit dem Wasser der Taufe werden alle unsere Sünden und alles, was uns von Gott trennt in einem Ritual abgewaschen, sodass wir vor Gott wieder rein und unbefleckt von der Sünde erscheinen können.

Wenn wir uns den Epheserbrief anschauen, dann geht mit der Taufe auch noch ein weiterer Akt einher, nämlich der Akt des Bundes mit Jesus Christus. Wie wir es an vielen Stellen der Bibel nachlesen können, wird Christus als der Bräutigam und wir als seine Braut beschrieben. Mit der Taufe gehen wir quasi eine Eheschließung mit Gott ein.

Während unsere irdischen Ehen nur bis zum Tode eines Ehepartners gelten, gilt diese himmlische Eheschließung von dem Zeitpunkt der Taufe an bis in alle Ewigkeit. Der Täufling sagt also zu seinem Herrn sinngemäß: Ich will dich lieben und Ehren bis an mein Lebensende und weit darüber hinaus in alle Ewigkeiten.

Somit zeigt der Täufling ganz banal ausgedrückt: Ab heute bin ich zusammen mit meinem Herrn unterwegs. Nichts kann uns mehr trennen, wir machen fortan alles gemeinsam.

3. Sterben und Auferstehen

Nicht zuletzt ist die Taufe auch ein Symbol für das Sterben und die Auferstehung.

Wenn zum Beispiel Baptisten die Tauffeier begehen, dann wird zumeist der Täufling, der in einem Taufgewand erscheint, mit dem ganzen Körper untergetaucht. Danach taucht er natürlich wieder auf.

Für die Menschen zu Zeiten Jesu war der Atem das einzige und sichere Zeichen des Lebens. Wenn jemand nun unter Wasser gedrückt wird, dann atmet er naturgemäß nicht mehr. Dieser Zustand soll den Tod symbolisieren. Was tot ist, dass existiert fortan nicht mehr. Und somit sind auch mit dem Untertauchen all unsere Sünden für Gott nicht mehr existent.

Nach dem Auftauchen atmet der Getaufte natürlich wieder ein. Jetzt aber einen freien und neuen Atem, einen Atem, der frei von aller Sünde und aller Last der Vergangenheit ist. Der Getaufte beginnt nunmehr ein neues Leben mit Jesus Christus an seiner Seite.

Wer es ernst meint mir der Taufe, und nur der sollte sich natürlich auch taufen lassen, der wird alsbald merken, dass sich sein Leben so nach und nach verändert. Mit der Taufe ist er nicht nur ein neuer Mensch geworden, sondern steht nunmehr auch unter dem direkten Einfluss des Heiligen Geistes. Wenn wir es so wollen, dann holen wir mit der Taufe Gott in unser Leben hinein.

Wohlgemerkt, nicht nur in unser Sonntagsleben, nein, wenn wir es wirklich ernst meinen und auf die Führung des Heiligen Geistes vertrauen, dann werden wir sehr schnell sein Wirken in unserem Leben spüren können. Viele Neugetaufte berichten darüber, dass in ihrem Leben ein radikaler Sinneswandel stattgefunden hat. Sünden, denen sie früher gern nachgegangen sind, bereiteten ihnen auf einmal „Bauchschmerzen“.

Viele Täuflinge berichten auch von einem Zug des Heiligen Geistes, der sie förmlich in die Gemeinschaft mit anderen Christen hineinzieht. Ich glaube, jeder von uns erlebt dies ein wenig anders, aber der Grundtenor ist sicherlich immer der, dass wir mit Christus ein anderes neues Leben führen als dies bisher der Fall war.

Sie erinnern sich noch an den eingangs erwähnten Taufbefehl? Dieser hat auch noch eine weitreichende Konsequenz, welche uns Jesus ebenfalls kundtut, wenn er sagt: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

Das heißt für uns alle ganz praktisch, dass Jesus in unser aller Leben stets neben uns ist. Egal, was auch immer geschehen mag, wir sind niemals mehr allein. Kein Leid dieser Welt, welches uns trifft, müssen wir mehr allein durchstehen, wir haben immer einen Leidensgenossen an unserer Seite, der uns trägt und der uns hält.

Aber auch alle Freude im Leben dürfen wir mit ihm teilen und dann werden wir merken, dass wirklich geteiltes Leid halbes Leid und geteilte Freude doppelte Freude ist.

Und wenn wir uns diese Zusage Jesu ganz genau betrachten, dann steht da ja nicht „Ich bin bei euch alle Tage bis an euer selig Ende, nein, da steht „Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Das heißt, dass auch nach unserer vielleicht größten irdischen Leidensstunde, der Stunde unsers Todes, der Weg mit ihm an unserer Seite eben nicht zu Ende ist, sondern dass dieser Weg einfach weitergeht. Und zwar solange bis wir alle einmal gemeinsam mit unserem Herrn in dem neuen Jerusalem zusammenleben werden.

Taufe ist also schon ein wenig mehr, als ein paar Wasserspritzer auf dem Kopf und einer Taufkerze in der Hand.

Die Wirkung der Taufe beschreibt auch der Liederdichter Johann Jakob Rambach sehr schön in dem ersten Vers seines Liedes: „Ich bin getauft auf deinen Namen…“ (EG 200), der da lautet, wie folgt:

Ich bin getauft auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist; ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt.
Ich bin in Christus eingesenkt, ich bin mit seinem Geist beschenkt.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über Dir und sei Dir gnädig Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Sommerwoche.

Bleiben Sie alle wohlbehütet, das wünscht Ihnen Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

Ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag, dem Sonntag Trinitatis. Heute gedenken wir des dreieinigen Gottes, dem Vater, dem Sohn und dem heiligen Geist. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 11. Kapitel des Römerbriefes, die Verse 33 bis 36. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

O welche eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! Denn „wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen?“ (Jesaja 40,13) Oder „wer hat ihm etwas zuvor gegeben, dass Gott es ihm vergelten müsste?“ (Hiob 41,3) Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen.

Liebe Gemeinde,

Trinitatis beschäftigt sich also mit der Dreieinigkeit Gottes. Oftmals müssen wir uns ja von anderen Religionen Den Vorwurf anhören, dass wir in Wirklichkeit an drei Götter glauben. In Wahrheit handelt es sich aber um drei Erscheinungsformen dieses einen Gottes. Lassen Sie uns darüber heute Morgen ein wenig intensiver nachdenken. Wir können mehr und noch mehr über Gott nachdenken und philosophieren, aber eines bleibt Er immer für uns:

1. Der unbegreifliche Gott

Liebe Gemeinde, wir können Gott nicht mit aller Weisheit dieser Welt erklären. Wäre es so, dann bliebe er ja den Professoren und anderen Gelehrten dieser Welt vorbehalten und wir als einfaches Volk stünden wieder einmal außen vor. So ist ER aber nicht.

Die Wege Gottes sind ebenfalls unerforschlich für uns. Warum muss ein Mensch z.B. erst einmal in die Kriminalität abrutschen bis er Gott erkennen darf darauf Theologie studiert und heute ein treuer Diener Gottes voller Leidenschaft ist. Oder bleiben wir doch einfach bei uns selber. Ist es nicht ein Wunder, welche Wege Gott mit uns gegangen ist, ob schon wir ihn vielleicht ablehnten und nicht an ihn glauben wollten? Ist es nicht ein Wunder, dass dieser Gott, den wir so gar nicht haben wollten, sich uns trotzdem zu erkennen gegeben hat?

Und wir können Gottes Eingreifen in diese Welt nicht nachvollziehen. Hier könnten wir hunderte von Beispielen anführen, warum wir sein Eingreifen im kleinen Familiengeschehen aber auch im großen Weltgeschehen nicht begreifen.

Wenn wir Gott schon nicht erklären können, seine Wege für uns unbegreiflich sind und sein Eingreifen in diese Welt uns oftmals mehr als rätselhaft erscheint, dann können wir nur eines; nämlich ihm allein Glauben und ihm unser ganzes Vertrauen schenken. Lassen Sie uns nunmehr diesen dreieinigen Gott ein wenig näher betrachten

2. Wir vertrauen Gott dem Schöpfer

Gott hat Himmel und Erde gemacht. Es werden ja immer mal wieder abstruser Theorien auf den Markt geworfen, wie denn die Erde entstanden sein könnte. Aber bei genauerem Hinsehen brechen alle diese nett gemeinten Erklärungsversuche doch wieder in sich zusammen. Wir können es versuchen wegzudiskutieren, aber es bleibt trotzdem dabei: Gott, der Herr hat Himmel und Erde gemacht.

Alles, was er gemacht hat, ist gut und macht auch in sich Sinn. Denken wir nur einmal an die perfekt abgestimmten vier Jahreszeiten mit dem jeweils eigenen Klima, welches unter anderem Wachsen und Gedeihen lässt. Die einzigen, die dies durcheinanderbringen können, sind leider wir Menschen. Und dann dürfen wir natürlich nicht Gott, den Schöpfer dafür verantwortlich machen, dass wir mal wieder alles durcheinandergebracht haben.

Gott hat aber nicht nur Himmel und Erde geschaffen, sondern auch Dich und mich. Er hat uns nach seinem Bilde geschaffen. Also hat er uns gut gemacht.

3. Wir vertrauen Gott dem Erlöser

Es ist richtig, wir sind alle nach seinem Bilde geschaffen. Nur haben wir es prächtig verstanden, uns von Gott abzuwenden. Das können wir ganz zu Beginn der Bibel nachlesen. Und dadurch wurde die Verbindung des Menschen zu Gott unterbrochen.

Bildlich können wir uns dies so vorstellen, dass auf der linken Seite Gott steht, in der Mitte eine große unüberwindbare Barriere namens Sünde und auf der rechten Seite wir Menschen. Die Verbindung Gott zu Mensch kann nur dann wieder funktionieren, wenn die große Barriere der Sünde weggenommen wird. Wir können dies übrigens nicht tun.

Aber Gott war es möglich, uns von dieser Sünde zu erlösen. Indem er als Jesus auf die Welt kam und für alle unsere Sünden die Strafe bezahlte, war die Sündenbarriere ein für alle Male weggenommen. Gott erlöste uns also in der Person Jesu durch seinen Tod von all unseren Sünden. Damit sind alle alten, alle gegenwärtigen und alle zukünftigen Sünden gemeint. Allein konnten wir diese Barriere nicht niederreißen. Aber ein Automatismus der Erlösung ist dadurch auch nicht eingetreten.

Die Barrfierefreiheit in der Beziehung zu Gott gilt nämlich nur dem reuigen Sünder, der Gott seine Sünden bekennt, ihm sein Leben anvertraut und sich dann auf diese Erlösungstat beruft.

4. Wir vertrauen Gott dem Tröster

Jesus stand nach drei Tagen vom Tode auf. Er zeigte sich vielen seiner Jünger und vielen anderen Menschen. Aber an Christi Himmelfahrt fuhr er wieder gen Himmel. Also waren wir wieder auf uns ganz allein angewiesen; denn ein Gott der wieder im Himmel ist kann uns ja keine dauerhafte Hilfe sein.

Gott kennt unsere Schwachheiten und all unsere Verletzlichkeiten. Gott weiß ganz genau, dass wir jeden Tag unseres Lebens seinen Beistand benötigen, um überhaupt leben zu können. Daher sandte er zu Pfingsten seinen Heiligen Geist, die dritte Erscheinungsform Gottes auf Erden, zu uns Menschen. Der Heilige Geist ist genau der Tröster, den uns Jesus versprochen hat zu senden.

Dieser Tröster ist der, von dem Jesus am Ende des Matthäusevangeliums gesprochen hat, als er sagte: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Weil kein anderer als Gott dies in seiner zweiten Erscheinungsform versprochen hat, darum dürfen wir uns auch voll und ganz darauf verlassen, dass er auch wirklich bei uns ist und uns immer umgibt, egal, was wir auch gerade machen oder wo wir uns auch gerade befinden.

Und darum, liebe Gemeinde können wir auch nur eines tun; nämlich demutsvoll vor IHM in die Knie gehen und beten:

Ihm sei Ehre in Ewigkeit. Amen !

Darum lassen Sie uns gemeinsam in den ersten Vers des Liedes „Gelobet sei der Herr…“ (EG 139) des Liederdichters Johann Olearius einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben,
mein Schöpfer, der mir hat mein Leib und Seel gegeben,
mein Vater, der mich schützt von Mutterleibe an,
der alle Augenblick viel Guts an mir getan.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag, dem Sonntag Reminiszere. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 5. Kapitel des Römerbriefes, die Verse 1-5. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Frieden mit Gott

Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus; durch ihn haben wir auch den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben wird. Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch der Bedrängnisse, weil wir wissen, dass Bedrängnis Geduld bringt, Geduld aber Bewährung, Bewährung aber Hoffnung, Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.

Liebe Gemeinde,

Frieden mit Gott ist doch das wichtigste, was wir im Leben anstreben sollten. Alles andere, ein dickes Bankkonto, ein Nobelauto und eine Prachtvilla verlieren irgendwann ihre Bedeutung. Unser persönlicher Friede mit Gott hingegen bleibt, so wir ihn denn erlangen, bis in alle Ewigkeit bestehen. Wenn wir es so wollen, dann ist der Friede mit Gott unsere Eintrittskarte in den Himmel. Eigentlich müsste doch jeder Mensch daran ein ganz besonderes Interesse haben, seinen ganz persönlichen Frieden in Gott zu finden.

Wenn ich hingegen bundesweit die Gottesdienstbesucher zähle, dann sind es gerade mal noch zwischen 3-4 % der Gemeindemitglieder, die zusammen den Gottesdienst feiern, wenn man dies einmal als ein ganz unverbindliches Indiz für das Interesse am Frieden mit Gott heranziehen möchte.

Jesus Christus hat uns die Türe zu Gott wieder ganz weit aufgemacht. Was hindert also so viele Menschen daran mit Freuden durch diese geöffnete Türe zu gehen hinein in die ewige Gemeinschaft mit unserem Herrn? Ich glaube es sind drei Punkte, die viele Menschen daran hindern, den Weg des Heils zu beschreiten. Schauen wir uns doch heute Morgen diese Punkte einmal ein wenig näher an:

1. Jetzt noch nicht, sondern später

Viele Menschen schieben die „Sache“ mit Gott, wie sie es nennen, gern immer wieder vor sich her. Im Moment habe ich keine Zeit für Gott, ich muss erst mein Studium zum Abschluss bringen. Nein, jetzt geht es auch nicht, ich muss mich mit aller Kraft meiner Karriere widmen. Nein und jetzt geht es immer noch nicht, ich muss mich schließlich neben der Arbeit auch den Bedürfnissen meiner Familie widmen.

Ich habe einfach keine Zeit für Gott; später, wenn ich in Rente bin, dann kann ich die Sache ja mal in aller Ruhe angehen.

Wir sehen, liebe Gemeinde, viele Menschen nehmen auf des Teufels liebstem Möbelstück, der langen Bank, Platz und machen es sich dort ein Leben lang gemütlich.

Der norwegische Bischof Ole Hallesby hat einmal in einer seiner bekannten Morgenandachten folgendes gesagt: „Es kann sein, dass Sie heute Abend zu Bett gehen und morgen in der Frühe in der Hölle aufwachen.“ Natürlich erntete er einen Sturm der Entrüstung für diesen Satz, was ja auch nicht anders zu erwarten war.

Aber so ist es in der Tat. Heute, wenn wir seine Stimme hören, heute sollen wir sein Gnadengeschenk annehmen. Wir wissen alle nicht, was mit uns heute noch passiert. Haben wir aber unser Leben dem Herrn übergeben, dann ist vollkommen egal, was mit uns passiert, wir sind in aller Ewigkeit in seiner Hand und werden in aller Ewigkeit mit ihm leben. Aber nur, wenn wir die lange Bank verlassen und unseren Frieden mit Gott schließen.

„Ich möchte erst noch etwas vom Leben haben, danach bringe ich die Sache mit Gott in Ordnung“ ist auch eine beliebte Ausrede, um nicht hier und heute den Frieden mit Gott zu schließen. Der große Erweckungsprediger Spurgeon antwortete einmal einem jungen Mann, der ihm dies ins Gesicht sagte: „Sie enttäuschen mich, junger Mann, warum wollen Sie denn nur ETWAS vom Leben haben, wenn sie jetzt DAS LEBEN in seiner Gesamtheit und Völle haben können ?“

2. Ich brauche keine Erlösung, ich bin ein rechtschaffener Bürger

Ich gehe mal davon aus, das sich unter uns keine notorischen Verbrecher befinden und dass wir alle also ein rechtschaffenes Leben führen. Aber trotz aller Rechtschaffenheit werden wir immer wieder die ein oder andere Sünde begehen. Und wenn wir dafür keine Vergebung erlangt haben, haben wir eben keinen Frieden mit Gott.

Und lassen Sie uns unseren Zeitgenossen, die glauben, Gott würde auch schon mal alle fünf gerade sein lassen, diesen Zahn beizeiten ziehen.

Lassen Sie uns dies einmal mit einem Strafprozess vor einer Strafkammer verdeutlichen. Nehmen wir einmal an, jemand ist des Betruges in einem Falle angeklagt. Glauben Sie allen Ernstes, dass dieser Angeklagte sich damit freisprechen kann, indem er sagt, dass er bisher doch ein rechtschaffenes Leben geführt hat und man könnte doch dann mal alle Fünfe gerade sein lassen? Natürlich nicht.

Uns umso mehr wird Gott dereinst, wenn wir vor ihm stehen nicht alle Fünfe gerade sein lassen. Wenn wir dann nicht beizeiten unseren Frieden mit Gott hier auf Erden geschlossen haben, dann werden wir unweigerlich in der ewigen Verdammnis landen.

3. Ich glaube nur, was ich sehe

Eigentlich schon ein Satz, den ich so nicht stehen lassen kann. Was ich sehen kann, das muss ich ja nicht mehr glauben. Und trotzdem höre ich diesen Satz so ungefähr 50 Mal im Jahr. Ich pflege dann immer, getreu einem meiner großen Glaubensvorbilder, meinem Gegenüber den beherzten Griff in die Steckdose. Wenn er nur glaubt, was er sieht, und alles andere eben nicht existent ist, dann kann ihm ja nichts passieren. Strom kann man nicht sehen, also ist er auch nicht da.

Meines Wissens hat auch noch niemand meiner Aufforderung Folge geleistet. Aber jeder war zumindest ein wenig verunsichert. Was können wir bei solchen Gelegenheiten empfehlen? Ich empfehle immer der das als ob Experiment. „Tun Sie mal so, als ob Gott existiert. Reden Sie einfach mal mit ihm und lassen Sie alles geschehen unter der Prämisse des als ob.“

Ich habe ganz erstaunliche Rückmeldungen erhalten. Eine Rückmeldung war so interessant, dass ich sie hier kurz schildern möchte. Eine junge Dame berichtete mir, dass ihr so etwas wie die inneren Augen aufgetan worden sind. Gott habe sich ihr durch eine ganz eigene Art und Weise zu erkennen gegeben. Natürlich habe sie Gott nicht gesehen, aber sie sei jetzt davon überzeugt dass es ihn gibt.

Jetzt bleibt nur noch ein 5. Punkt zu klären, nämlich

5. Wie bekomme ich den Frieden mit Gott?

Den Frieden mit Gott erhalten wir alle, die wir ihn den haben möchten, vollkommen umsonst. Frieden mit Gott haben wir dann, wenn uns unsere Sündenlast nicht mehr drückt, wenn wir also von dieser Last befreit werden.

Befreit werden wir von dieser Last, wenn wir unsere Sünden bereuen und unsere Sünden Jesus übertragen, der ja für alle unsere Sünden bereits den Preis bezahlt hat. Wenn wir danach unserem Herrn unser Leben übergeben und ihn bitten, in uns Wohnung zu nehmen, dann wird er bei uns Einzug halten. Und mit diesem Einzug kommt auch der Friede Gottes in unsere Herzen hinein. Und dieser Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft der bewahrt unsere Herzen in Jesus Christus zum ewigen Leben.

Ein Leben, welches im Frieden mit Gott aufgeht, das beschreibt der Liederdichter Jochen Klepper sehr schön in dem 1. Vers seines Liedes: „Er weckt mich alle Morgen…“ (EG 452), der da lautet, wie folgt:

Er weckt mich alle Morgen, er weckt mir selbst das Ohr.
Gott hält sich nicht verborgen, führt mir den Tag empor,
dass ich mit seinem Worte begrüß das neue Licht.
Schon an der Dämmerung Pforte ist er mir nah und spricht.

Der Herr Segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 1. Sonntag nach Epiphanias. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 12.
Kapitel des Römerbriefes, die Verse 1-3. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Das Leben als Gottesdienst

Ich ermahne euch nun, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ist. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.

Liebe Gemeinde,

in unserem heutigen Gottesdienst geht es also um den Gottesdienst. Was zunächst wie eine nette Wortspielerei anmutet, hat, wie wir es soeben gehört haben, einen tieferen Sinn. Paulus stellt uns heute einmal vor, was denn der rechte Gottesdienst ist. Lassen Sie uns gemeinsam einmal anschauen, wie er denn aussieht, der rechte Gottesdienst.

1. Leben als Gottesdienst

Gottesdienst ist sicherlich auch die heutige Stunde am Sonntag, die wir gemeinsam erleben dürfen. Aber Gottesdienst ist weit mehr als das. Unser gesamtes Leben soll ein Gottesdienst sein, ein Dienst also an und für Gott. So sieht es jedenfalls der Apostel Paulus.

Mein Leben besteht nun einmal auch aus meiner körperlichen Hülle, meinem Leib. Diesen soll ich Gott hingeben als ein Opfer. Das heißt nichts anderes, als dass ich meinem Herrn meinen Körper zur Verfügung stellen soll, damit er durch diesen Körper hindurch wirken kann.

Das bedeutet aber auch, dass ich auf meinen Körper achten muss, damit Jesus ihn als „Gebrauchswerkzeug“ benutzen kann. Wenn ich das Vehikel bin, durch das Jesus wirkt, dann muss ich dieses Vehikel auch in Schuss halten.

Vergleichen wir dies doch einmal mit unserem Auto. Damit es sicher seinen Dienst versieht, fahren wir regelmäßig zur Inspektion. Damit wir überhaupt damit fahren können, müssen wir es mit Kraftstoff befüllen. Die Tankstelle unseres Körpers ist unsere Gemeinschaft, die wir heute Morgen pflegen. Der Kraftstoff ist das Wort Gottes. Und die regelmäßige Inspektion ist mein ganz intimes Gespräch mit unserem Herrn, in welchem er mir zeigt, was noch in Ordnung ist und indem er mir auch zeigt, was vielleicht doch erneuerungsbedürftig ist.

Wenn wir uns mit unserem Auto auf Reisen begeben, dann fahren wir sicherlich alle sehr umsichtig, achten auf die Verkehrsregeln und versuchen alles zu vermeiden, was uns und anderen Schaden zufügen könnte.

Machen wir dies doch genauso mit unserem Körper. Gehen wir pfleglich mit ihm um, muten wir ihm nicht etwas zu, was ihm Schaden zufügen könnte und achten wir darauf, dass wir nicht anderen Menschen durch unseren Körper (zB. auch durch unsere Zunge) Schaden zufügen.

2. Erneuerung des Sinnes

Äußerlich haben wir nun alles getan, damit der Herr unser Vehikel auch benutzen kann. Aber was genau wir tun sollen, das wissen wir immer noch nicht so richtig. Und hier schreibt uns der Apostel Paulus, dass wir zunächst unsere Sinne erneuern müssen, damit wir prüfen können, was denn der Wille Gottes ist.

Viele von uns haben sicherlich eine Satellitenschüssel auf dem Dach oder auf dem Balkon, mit welcher wir unzählige Fernsehprogramme empfangen können. Wenn wir diese Satellitenschüssel aufstellen, dann müssen wir sie genau auf einen Satelliten ausrichten. Wenn wir dies nicht tun, dann sehen wir überhaupt nichts. Kein Empfang, Ende Aus, wir stehen vor einem schwarzen Bildschirm.

Im übertragenen Sinne müssen wir die Satellitenschüssel unseres Lebens auf Gott ausrichten, damit wir seine Worte an uns empfangen und auch verstehen können. Wenn wir dies nicht tun, dann können wir auch nicht erkennen, was denn Gott genau von uns als Gottesdienst will.

Das ist übrigens auch ein Punkt, warum so viele Menschen Schwierigkeiten mit dem Glauben haben. Ihre Satellitenschüsseln sind eben noch nicht auf Gottes Programm ausgerichtet.

Aber wie machen wir das eigentlich, die Sache mit der Ausrichtung der Satellitenschüssel? Nun dazu sagt uns der Apostel Paulus:

3. Seid lebendig uns heilig

Lebendig und heilig sollen wir unseren Gottesdienst ausüben. Nun, lebendig sind wir alle, sonst würden wir heute Morgen nicht hier sitzen.
Aber, liebe Gemeinde, ich glaube, das ist hier nicht mit lebendig gemeint.

Paulus meint, dass wir den rechten Gottesdienst nur ausüben können mit einem lebendigen Geist. Unser natürlicher geistlicher Zustand ist der des Todes. Nur, wenn wir diesen Zustand vor Gott bekennen und anerkennen, dass wir nichts anderes als Sünder sind, dann kann er unseren Geist aufwecken.

Wenn wir unseren Herrn bitten, uns unsere Sünden zu vergeben, wir unsere Sünden also inständig bereuen und wissen, dass nur er allein uns helfen kann, dann wird er uns auch zur Seite stehen und uns unsere Sünden vergeben.

Wenn wir diesen Schritt des Ihm-Ganz-Gehörens gemacht haben, dann wird er auch unseren toten Geist mit Leben erfüllen. Und mit diesem Leben, welches in unseren Geist einzieht mit diesem Leben sollen wir fortan unserem Herrn dienen als ein wahrer Gottesdienst.

Gottesdienst ist also weit mehr als eine Stunde in der Woche brav in der Kirchenbank sitzen. Gottesdienst ist unser ganzes Leben.

Jetzt sollten wir noch ganz kurz auf die Eigenschaft „heilig“ eingehen.
Lebendig hatten wir ja gerade schon erklärt. Indem der Herr uns unsere Sünden vergeben hat sind wir heil geworden. Und als diese heilgemachten Menschen, also als diese Heiligen im wortwörtlichen Sinne sind wir berufen unseren Mitmenschen ebenfalls diesen Weg des Heils weiterzugeben.

Das können wir mit Herzen Mund und Händen tun. Wie wir es tun sollen, liebe Gemeinde, da dürfen wir ganz auf Gott vertrauen. Wenn wir unsere Antennen auf Empfang gestellt haben, dann wird er uns schon wissen lassen, was wir wann und wo in seinem Namen tun sollen.

Das setzt natürlich auch voraus, dass wir uns die Zeit nehmen, auf sein Wort zu hören, bzw. auf das, was er uns ganz persönlich sagen will. Ich weiß, wir leben alle in einer hektischen Zeit. Aber wir können uns bestimmt in unserem Alltag täglich ein paar Minuten der Ruhe gönnen. Sei es dadurch, dass wir unseren Wecker 10 Minuten eher klingeln lassen, sei es, dass wir auf dem Weg zur Arbeit mit unserem Herrn reden, oder aber eine tägliche Arbeitspause dazu benutzen, vor ihm stille zu sein.

Bitten wir unseren Herrn doch gemeinsam um seine Führung hier auf Erden mit dem 9. Vers des Liedes „Großer Gott, wir loben dich…“ (EG 331) von Ignaz Franz, der da lautet, wie folgt:

Sieh dein Volk in Gnaden an. Hilf uns, segne, Herr, dein Erbe; leit es auf der rechten Bahn, dass der Feind es nicht verderbe.
Führe es durch diese Zeit, nimm es auf in Ewigkeit.

Der Herr segne dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Altjahresabend. Lassen Sie uns diesen Abend nutzen und Gott dafür danken, dass er uns im Jahre 2015 wunderbar geführt und geleitet hat und erbitten wir auch gleichzeitig seinen reichen Segen für das Jahr 2016. Dass Gott uns auch im Jahre 2016 zur Seite stehen wird davon berichtet der heutige Predigttext. Wir finden den Predigttext für den heutigen Abend im 8. Kapitel des Römerbriefes, die Verse 31b – 39. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein? Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der gerecht macht. Wer will verdammen? Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und uns vertritt. Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst, oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? Wie geschrieben steht (Psalm 44,23) „Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag; wir sind geachtet wie die Schlachtschafe.“ Aber in dem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat. Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte und Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.

Liebe Gemeinde,

„Gott ist für uns…“ so lesen wir es ganz am Anfang unseres heutigen Predigttextes. Wenn wir uns das Jahr 2015 kurz in unser Gedächtnis zurückrufen, dann wird wohl ein jeder von uns die eine oder andere Situation vor seinem inneren Auge haben, wo Gott ihn auch im Jahre 2015 ganz besonders behütet und beschützt hat.

„Gott ist für uns….“, was heißt dies denn ganz konkret für uns und wo zeigt sich das denn, dass Gott für uns ist? Lassen Sie uns heute Abend dieser Frage nachgehen und schauen, welche Antworten Gottes Wort für uns bereithält.

1. Am Kreuz

Gerade am Kreuz können wir erkennen, dass Gott für uns ist. Am Kreuz hat sich Gott selber für uns Sünder dahingegeben. Er hat sein Leben dafür gegeben, dass wir wieder Gemeinschaft mit ihm haben können. Wenn so jemand nicht „für uns ist..“ wer den bitteschön dann?

Am Kreuz trägt der menschgewordene Gott in der Gestalt Jesu die Sünden der gesamten Welt um dafür zu bezahlen. Alle Sünden der Vergangenheit hängen dort, alle Sünden aus dem Jahr 2015 hängen dort und auch die zukünftigen Sünden hängen am Kreuz von Golgatha. Da wo wir eigentlich hängen müssten, da hat sich Gott selbst hinhängen lassen und für alle unsere Sünden mit seinem Blut bezahlt.

Auch im Jahre 2016 können wir mit all unseren Sünden zu Gott kommen, ihm diese bekennen und ihn um seine Vergebung bitten. Und Gott wird uns auch im kommenden Jahre unsere Verfehlungen vergeben, wenn wir ihn ernstlich darum bitten.

2. Unantastbarkeit

„Gott ist für uns…“ das macht uns alle unantastbar für all diejenigen die uns Schaden zufügen wollen. Zuallererst macht Gott uns unangreifbar für Satans Angriffe. Wenn Gott in unser Leben Einzug hält, dann können wir uns dies so vorstellen, als ob wir einen unsichtbaren Panzer in uns tragen, der uns vor allen satanischen Versuchungen schützen kann.

Das heißt natürlich nicht, dass wir fortan blauäugig durch unser Leben gehen können. Wir werden immer bis an unser Lebensende vom Teufel versucht werden. Wenn wir Jesus bitten, dann wird er uns gegen alle Angriffe schützen.

Luther berichtete einmal, dass der Teufel ihn immer wieder heimsuchte.
Aber immer, wenn er dies macht, dann öffne er die Türe seines Herzens.
Und dann sieht der Teufel, dass dort der Herr Jesus wohnt und kann nichts anderes tun, als geschlagen von dannen zu schleichen. Lassen Sie es uns doch Luther einfach nachtun. Zeigen wir doch dem Teufel auch unsere geöffneten Herzen und schlagen ihn damit in die Flucht.

Manchmal hat man den Eindruck, dass Christen in besonderer Art und Weise vom Teufel versucht werden. Das ist auch richtig so. Im Moment der Bekehrung hat uns der Teufel nämlich verloren und es bleibt ihm nur eine kleine Zeitspanne, nämlich bis zu unserem irdischen Ende, um uns zurückzugewinnen. Und daher zieht er gerade bei uns Christen alle seine Register. Diejenigen, die sich bewusst gegen Gott entschieden haben, die hat er ja sowieso schon in seiner Hand. Da muss er sich keine große Mühe mehr geben. Die Angriffe Satans, so hat es Augustinus einmal gesagt, sind der beste Beweis dafür, dass wir Gottes Kinder sind.

„Gott ist für uns…“ heißt auch, dass Gott uns zur Seite steht, wenn uns andere Menschen Schaden zufügen wollen. Wir brauchen vor solchen Menschen keine Angst mehr zu haben, die uns in irgendeiner Art und Weise Schaden zufügen wollen. Befehlen wir sie doch einfach unserem Herrn Jesus an. Vergessen wir eines bitte niemals: Nicht wir regieren, es WIRD regiert. Und auf eines dürfen wir gewiss vertrauen: Gottes Mühlen mahlen zwar manchmal langsam, aber vortrefflich fein.

3. Herrliche Zukunft

„Gott ist für uns“… das verheißt uns allen eine herrliche Zukunft. Mit unserer Bekehrung haben wir nämlich auch schon unsere Zukunft im Himmel in unserem irdischen Reisegepäck. Mit unserer Bekehrung dürfen wir darauf vertrauen, dass wir dereinst, wenn wir diese Erde verlassen, in unsere ewige Wohnung im Himmel einziehen werden.

Natürlich erleiden wir auf Erden weiterhin Trübsal und Angst, Verfolgung, Hunger und Gefahren jedweder Art. Das will auch Gott nicht beschönigen. Denken wir nur einen Moment an die Hinterbliebenen der Terroranschläge in diesem Jahr. Wie viel Leid haben wenige geistig verwirrte Menschen über Tausende von anderen Menschen gebracht.

Aber gerade in diesem Leid ist Gott bei uns. Egal, wie groß unser Leid auch sein mag, der, der „für uns ist“ trägt uns nicht nur durch dieses Leid hindurch, sondern lässt uns oftmals gestärkt aus unseren Leiden hervorgehen. Warum gestärkt? Ganz einfach, damit wir anderen Menschen in ihrem Leide eine wertvolle Stütze sein können.

Egal in welchem Leid wir auch gerade stecken, vertrauen wir doch darauf, dass Gott sich dieses Leides annehmen wird uns sicher durch dieses ganz persönliche Leid hindurchführen wird.

Wenn wir dies tun, dann können wir mit Paulus gemeinsam sagen:

Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte und Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.

Lassen Sie uns doch diese feste Zuversicht auch im Jahre 2016 in unseren Herzen tragen und ihr all unser Vertrauen schenken.

Lassen Sie uns unseren Herrn am Schluss des heutigen Abends bitten, uns auch im Jahre 2016 wohlbehütet durch unser Leben zu führen und zwar mit dem 6. Vers des Liedes von Jochen Klepper: „Der du die Zeit in Händen hast…“ (EG 64), der da lautet, wie folgt:

Der du allein der Ewge heißt und Anfang, Ziel und Mitte weißt im Fluge unsrer Zeiten:
Bleib du uns gnädig zugewandt und führe uns an deiner Hand, damit wir sicher schreiten.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen einen besinnlichen Altjahresabend und freue mich auf ein Wiedersehen im Jahre 2016.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 1. Sonntag im Advent, dem ersten Sonntag des neuen Kirchenjahres. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 13. Kapitel des Römerbriefes, die Verse 8-12. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die Liebe als Erfüllung des Gesetzes

Seid niemandem etwas schuldig, außer dass ihr euch untereinander liebt; denn wer den andern liebt, der hat das Gesetz erfüllt. Denn was da gesagt ist (2.Mose 20, 13-17): “ Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht begehren“, und was da sonst an Geboten ist, das wird in diesem Wort zusammengefasst (3.Mose
19,18) „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung.
Und das tut, weil ihr die Zeit erkennt, nämlich dass die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf, denn unser Heil ist jetzt näher als zu der Zeit, da wir gläubig wurden. Die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber nahe herbeigekommen. So lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts. Lasst uns ehrbar leben wie am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Unzucht und Ausschweifung, nicht in Hader und Eifersucht; sondern zieht an den Herrn Jesus Christus und sorgt für den Leib nicht so, dass ihr den Begierden verfallt.

Liebe Gemeinde,

in diesen vier Wochen gedenken wir wieder der Geburt unseres Herrn, wie er zum ersten Male zu uns kommt. Lassen Sie uns heute Morgen gemeinsam ergründen, wie wir uns vorbereiten, was Jesus uns mitbringt und was dies für Konsequenzen für uns alle hat.

1. Besuchsvorbereitung

Wenn wir persönlich einen Besucher erwarten, dann ist es auch für uns höchste Zeit, aufzustehen vom Schlaf, wie wir es in unserem Predigttext nachlesen können. Niemand unter uns wird wohl einem Besucher, der zum ersten Male zu uns kommt, eine unaufgeräumte und schmutzige Wohnung präsentieren wollen. Also was machen wir ? Wir räumen auf, putzen, dass alles sauber erscheint und präsentieren damit unsere Wohnung so, dass sich der Besucher darin auch wohlfühlen kann.

Und jetzt kommt der Herr Jesus zu uns. Er darf doch wohl sicher das Gleiche erwarten, was unsere irdischen Besucher von uns erwarten. Nur, dass der Herr Jesus nicht die äußere Wohnung anschaut. Nein, ihn interessiert als erstes, wie aufgeräumt es denn in unserem Herzen ausschaut. Und damit es darin wohnlich ausschaut, dafür haben wir schon lange vor dem Kommen unseres Herrn von Gott persönliche Richtlinien erhalten.

Diese sind uns natürlich alle in Form der zehn Gebote bestens bekannt.
Ich gehe einfach mal davon aus, dass keiner von uns ein Massenmörder ist, dass wir unsere Ehegatten auch nicht betrügen und unseren Lebensunterhalt auch nicht mit Klauen sicherstellen.

Aber die Sache mit dem Begehren ist schon etwas schwieriger. Gut, bei meines Nächsten Rind und Esel fällt mir die Sache mit dem nicht begehren nicht besonder schwer. Aber, wie sieht es aus bei den übrigen Gegenständen, die mein Nächster besitzt ? Kommt da nicht ab und wann ein wenig Neid auf, wenn ich nur einen Golf fahre und mein Nachbar den neuen 911er Porsche vor der Garage platziert. Könnte ja sein, dass im tiefsten Inneren meines Herzens ein Funken Neid aufkommt.

Also so 100%ig klappt das dann doch nicht mit unserem inneren Hausputz.
Egal, wie sauber wir auch wischen, in irgendeiner Ecke wird sich sofort wieder Staub und Dreck ansammeln.

2. Der Besuch kommt

„Wenn das der liebe Gott sieht !!!“ damit wurden Heerscharen von Kindern in Angst und Schrecken vor dem alleskontrollierenden Gott versetzt. Aus Angst einen Fehler zu machen, versuchte man furchterfüllt alles nur erdenklich Gute zu tun, um Gott gnädig zu stimmen.

Und jetzt kommt der Herr Jesus und alles ist anders. Es ist eben nicht der Herr Jesus mit dem Zeigefinger, welchen er immer wieder in unsere Wunden steckt, damit wir auch ja daran erinnert werden, was wir doch für arme Sünder sind. Auch ist es nicht der Herr Jesus mit dem erhobenen Zeigefinder, der zu uns kommt und uns warnt, ja alles richtig zu machen.

Es ist das kleine Kind in der Krippe, dass in seiner ganzen Sanftheit zu uns herabkommt.

Was erwartet denn der Herr Jesus von uns ? Gehen wir anders an die Sache heran. Wie finden wir den kleine Babys ? Doch meist knuddelig und einfach mal zum liebhaben. Und das erwartet der Herr Jesus auch von uns, nicht dass wir ihn knuddelig finden, sondern dass wir ihn einfach nur liebhaben und ihn in unser Herz aufnehmen. Das alleine reicht nämlich aus.

Unsere ganzen geistlichen Klimmzüge, sturen Rituale und alles, was nur Gekrampfe ist, das alles will der Herr Jesus nicht. Er will nur, dass wir ihn von Herzen liebhaben.

Aber es kommt noch besser.

3. Die Geschenke

Wenn Besuch zu uns kommt, dann bringt er meist ein Anstandsgeschenk mit.
Der Herr Jesus hingegen bringt ein viel größeres Geschenk mit, ein Geschenk dessen wir eigentlich gar nicht wert sind. Er schenkt sich uns selber. Doch dazu in den nächsten Wochen mehr.

Geschenke, die eingepackt in der Ecke liegen bleiben, haben keinen Wert.
Das Geschenk, das uns unser Herr mitbringt müssen wir also auch auspacken und anwenden.

Was tritt denn zutage, wenn wir das Geschenk auspacken ? Zunächst einmal befreit Jesus uns von den Taten des Gesetzes, die wir nun nicht mehr in ihrer Gesamtheit erfüllen müssen. Später lehrt er uns auch ein neues Gesetz, welches wir teilweise auch schon in unserem heutigen Predigttext finden. „Du sollst den Nächsten lieben, wie dich selbst.“

Ihn liebhaben und unseren Nächsten lieben, wie uns selbst das ist ein Geschenk, welches uns der Herr Jesus mit auf unseren Lebensweg gibt. Und jetzt kommt auch schon das wesentliche an diesem Satz. Nur wer sich selbst liebt, der kann auch den Nächsten lieben.

Nur, was wir uns selber Gutes tun, das können wir auch wirklich von ganzem Herzen dem Nächsten tun. Alles andere wäre wieder nur ein geistliches Gekrampfe mit christlichem Anstrich.

Wenn wir uns selber lieben, dann kommen Gedanken wie Eifersucht ja gar nicht auf. Wenn wir uns selber Gutes tun, dann tragen wir auch keine Unzufriedenheit in uns, die wir mit Unzucht und Ausschweifungen jedweder Art kompensieren müssen.

Erst dann, wenn wir verstanden haben, uns selber zu lieben, erst dann werden wir ehrbar leben können, so wie es der Herr Jesus von uns erwartet.

Darum lassen Sie uns den willkommen heißen, der uns all diese Geschenke gebracht hat mit dem ersten Vers des Liedes „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit… (EG 1) von Georg Wessel, der da lautet, wie folgt:

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit;
es kommt der Herr der Herrlichkeit,
ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen geruhsamen und gesegneten 1. Sonntag im Advent und eine ebensolche beschauliche Adventswoche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber