Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Reformationstag. Den Predigttext für den heutigen Tag finden wir im Brief des Paulus an die Galater, Kapitel 5, die Verse 1-6. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen! Siehe, ich, Paulus, sage euch: Wenn ihr euch beschneiden lasst, so wird euch Christus nichts nützen. Ich bezeuge abermals einem jeden, der sich beschneiden lässt, dass er das ganze Gesetz zu tun schuldig ist. Ihr habt Christus verloren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, und seid aus der Gnade gefallen. Denn wir warten im Geist durch den Glauben auf die Gerechtigkeit, auf die man hoffen muss. Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe tätig ist.

Liebe Gemeinde,

die Galater waren schon ein besonderes Völkchen. Kaum hatten sie sich bekehrt, da fielen sie auch schon wieder scharenweise vom Glauben ab und beteten andere Götter an oder meinten, zum Glauben nicht etwas dazutun zu müssen, um ganz sicher zu sein, in den Himmel zu kommen.

Eine ähnliche Situation fand auch Dr. Martin Luther vor, als er im wahrsten Sinne des Wortes die Reformation anzettelte. Ablassbriefe waren nur die Spitze des Eisberges, was Luther anprangerte. Luther wollte ja keine Reformation, Luther wollte nur ein ganz einfaches zurück zum Glauben, den Jesus uns gelehrt hat.

Schauen wir uns doch heute einmal an, welche drei Punkte für unseren Glauben wichtig und ausschlaggebend sind.

1. Sola fide

Allen der Glaube, so Luther, ist es, der wirklich vor Gott zählt. Und dabei handelt es sich um einen ganz persönlichen Glauben, der nicht ver-oder ererbbar ist.

Gott hat viele Kinder, aber keine Enkelkinder. Wir dürfen uns im Glauben nicht auf andere Personen berufen, oder auf unseren ganz besonderen Status vor Gott, weil wir vielleicht aus einer Pfarrersfamilie abstammen.

Billy Graham drückte dies einmal ganz drastisch aus, als er sagte: „Nur weil jemand in einer Garage geboren wurde, ist er noch lange kein Auto.“

Was einzig und allein vor Gott zählt, liebe Gemeinde, ist unser ganz persönliches Bekenntnis, das wir vor Gott nicht bestehen können, und unsere persönliche Umkehr und unsere Bekehrung zu dem hin, der all unsere Sünden in die Tiefe des Meeres wirft und ihrer nicht mehr gedenken wird.

Das kann kein anderer Mensch für uns tun. Das muss ein jeder Mensch ganz persönlich mit Gott ausmachen. Da kann niemand einen Stellvertreter entsenden mit dem Auftrag, dies für ihn erledigen zu lassen.

2. Sola gratia

Allein durch Gnade. Wenn wir so, wie soeben gehört, vor Gott in die Knie gehen, dann sind wir aus seiner Gnade von all unseren Sünden befreit und haben wieder direkten Zugang zu unserem Vater im Himmel.

Nichts, aber auch gar nichts kann uns diesen Weg versperren. Bitte, bitte, vergessen wir dies niemals.

Im Laufe der Kirchengeschichte hat es immer wieder Strömungen gegeben und gibt es noch, die uns eines Besseren belehren wollen. Nur wenn Du jeden Sonntag an der Messe teilnimmst, dann kommst du vielleicht in den Himmel. Nur wenn Du mehr gute als schlechte Werke aufzuweisen hast, dann kannst du in den Himmel kommen. Nur wenn der Pfarrer als Stellvertreter für Dich spricht, dann wirst Du vor Gott Gehör finden.

Das ist alles Quatsch, liebe Gemeinde. Das einzige, was uns in den Himmel bringen kann ist die Gnade unseres Herrn. Für all unsere Sünden hat er schließlich schon bezahlt. Das einzige, was er von uns verlangt, ist, dass wir dieses Geschenk im Glauben annehmen.

Ich weiß, es klingt banal: Wenn wir am Supermarkt unsere Waren auf das Band legen und die Kassiererin alles in die Kasse eingetippt hat, dann müssen wir den Betrag bezahlen, welche die Kasse anzeigt. Wenn die Kassiererin aber zu uns sagt, dass der Betrag schon von jemand anderem bezahlt worden ist, dann bringen wir die Waren doch auch nicht zurück in die Regale. Nein, wir erfreuen uns, dass ein Gönner für uns bezahlt hat.

Im Glauben hingegen herrscht eine unglaubliche Skepsis. Sollte das wirklich wahr sein ? Das gibt es doch gar nicht. Und weil nicht sein kann, was nicht sein darf, lassen wir lieber die Finger von diesem Gnadengeschenk. Ja, liebe Gemeinde, so reagiert der überwiegende Teil unserer Bevölkerung.

Grund genug, dass wir endlich aufstehen und die gute Botschaft all denjenigen weitersagen, die sie noch nicht kennen.

3. Sola scriptura

Allein die Schrift. Damit ist natürlich die Bibel gemeint.

Die Bibel ist die Grundlage unseres Glaubens. Darin finden wir alles, was wir tun und was wir besser lassen sollen.

Alle Vorschriften, die man uns auferlegen will und die wir nicht in der Bebel finden, all diese Vorschriften sind für uns nicht bindend.

Natürlich verstehen wir Gottes Wort nicht immer auf Anhieb. Aber ich kann Ihnen versichern, dass ein regelmäßiges Bibelstudium uns immer tiefer in die Materie eindringen lässt. Und wenn wir wirklich an eine Stelle gelangt sind, die wir so gar nicht begreifen können, dann fragen wir doch unseren Herrn im Gebet danach, wie wir dies denn verstehen sollen.

Natürlich finden wir auch ganz konkrete, für uns alle sofort verständliche Regeln. Dies sind z.B. die Zehn Gebote, die Regierungserklärung Gottes, besser unter dem Namen Bergpredigt bekannt und nicht zu vergessen, den Jakobusbrief.

Dort finden wir Anweisungen für ein befreites Christenleben. Manche Dinge sind schon recht heftig. Ich denke einmal nur an die Feindesliebe. Mir jedenfalls gelingt dies nicht auf Anhieb. Aber wenn ich meinen Herrn im Gebet um seinen Beistand bitte, dann ist die ganze Sache schon wesentlich einfacher.

Allein der Glaube, allen durch Gnade und allein die Schrift. Das ganze unter der großen Klammer des Gebetes gesehen sind die Dinge, die für ein Galubensleben notwendig sind. Jedem, der mehr von uns verlangt, dem dürfen wir ganz getrost „Luther um die Ohren hauen“.

So lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den ersten Vers des Reformationsliedes von Martin Luther einstimmen „Ein feste Burg ist unser Gott…“ (EG 362), der da lautet, wie folgt:

Eine feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen.
Er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen.
Der alt böse Feind mit Ernst er’s jetzt meint;
groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist,
auf Erd ist nicht seinsgleichen.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Abend und freue mich, Sie am kommenden Sonntag wieder begrüßen zu dürfen.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Reformationstag des Jahres 2015. Allein durch den Glauben, allein durch die Gnade und allein durch die Schrift so lautete die These Luthers. Dann lassen Sie uns zunächst einmal schauen, welche Schrift uns für den heutigen Predigttext vorgegeben ist. Wir finden den Predigttext für den heutigen Reformationstag im 10. Kapitel des Matthäusevangeliums, die Verse 26b bis 33. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Es ist nichts verborgen, was nicht offenbar wird, und nichts geheim, was man nicht wissen wird. Was ich euch sage in der Finsternis, das redet im Licht; und was euch gesagt wird in das Ohr, das predigt auf den Dächern.
Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, doch die Seele nicht töten können; fürchtet euch aber vielmehr vor dem, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle. Kauft man nicht zwei Sperlinge für einen Groschen? Dennoch fällt keiner von ihnen auf die Erde ohne euren Vater. Nun aber sind auch eure Haare auf dem Haupt alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht; ihr seid besser als viele Sperlinge. Wer nun mich bekennt vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater.

Liebe Gemeinde,

wenn Luther mit seinem sola scriptura die Schrift, also die Bibel ganz besonders herausstellt dann soll dies für uns bedeuten, dass die Bibel unsere zentrale Informationsstelle sein soll. Sekundärliteratur so schön sie auch manchmal sein mag stellt keinen Ersatz für die Erkenntnisse dar, die uns die Schrift bietet. Also lassen Sie uns heute auch ganz eng bei der Schrift bleiben.

Wenn uns die Bibel, also Gottes Wort, etwas sagt, dann dürfen wir getrost darauf vertrauen, dass diese Worte auch voll und ganz der Wahrheit entsprechen. Und in unserem heutigen Predigttext warnt die Bibel uns ganz besonders vor den Machenschaften des Teufels.

Halten wir also zunächst einmal fest: Wenn die Bibel sagt, dass es einen Teufel gibt, dann gibt es auch einen. Alle noch so schönen Versuche, ihn zu negieren sind von vornherein zum Scheitern verurteilt. Und wenn die Bibel uns klipp und klar vor dem Teufel warnt, dann sollten bei uns alle Alarmglocken auf einmal angehen. Der Teufel versucht nämlich, uns in die Hölle zu bugsieren. Das heißt im Klartext: Weg von Gott direkt in das ewige Verderben hinein.

Wenn Jesus uns so eindringlich vor dem Teufel warnt, dann hat dies auch seinen Grund. Die Tricks des Teufels sind nämlich meist nicht auf den ersten Blick erkennbar. Ich schlage daher vor, dass wir uns heute einmal ganz praktische die Vorgehensweisen des Teufels anschauen, damit wir zukünftig seine Angriffe noch besser als solche erkennen können.

1. Sollte Gott gesagt haben

Mit diesen Worten verführte die Schlange, also der Teufel, Eva schon im Paradies. Wie sähe das denn heute bei uns aus? Wie könnte der Teufel bei uns vorgehen? Ich denke er würde zu mir sagen: Natürlich gibt es einen Gott und natürlich glaube ich auch an ihn. Ich kenne ihn ganz genau. Und dann würde er bestimmt versuchen, mich mit seinen Bibelkenntnissen zu überzeugen.

Und dann käme irgendwann der Angriff des Teufels. Er würde sagen: So darfst Du das nicht sehen. Schau, ich habe Dir bewiesen, wie gut ich die Bibel kenne. Glaube mir, so hat Gott das nicht gemeint. Natürlich sollst Du nicht stehlen, das steht ja schon so in der Bibel. Aber das ist doch kein stehlen, wenn Du Dir einfach mal die neue Software für den PC von dieser oder jener Plattform herunterlädst. Der Bill Gates, der hat doch so viel Geld, das fällt doch gar nicht auf.

Und so habe ich auf einmal ein reines Gewissen, wenn ich jetzt die Software herunterlade.

Wenn Luther mir seinem sola scriptura ganz direkt auf die Schrift abzielt, dann wissen wir jetzt auch warum. Gegen den Teufel sind wir allein machtlos, sobald wir aber die Bibel zu Rate ziehen dann muss der Teufel klein beigeben.

Nichts anderes lehrt uns auch Jesus, als er vom Teufel versucht worden ist in der Wüste.

2. Der Herr der Welt

Die Macht des Teufels besteht auch darin, dass er der Herr dieser Welt, der Herrscher dieser Erde ist. Ich wollte dies eigentlich niemals glauben, aber lesen wir einmal den Bericht über die Versuchung Jesu in der Wüste.

Der Teufel führte Jesus auf einen hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche dieser Welt. Dann sagte der Teufel zu Jesus: Das alles will ich dir geben….. Nun ist es ja so, liebe Gemeinde, ich kann nur etwas abgeben von dem, was mir sowieso gehört. Würde ich mich an fremdes Eigentum heranwagen, käme zurecht der Eigentümer dazwischen und wollte sein Eigentum zurückhaben, so ich es versuchen würde zu verschenken.

Und diese freie Verfügungsbefugnis setzt der Teufel ganz geschickt ein.
Er weiß genau, wen er womit am besten ködern kann. Dem einen bedeutet Reichtum alles. Nun diesem verspricht er eine Traumkarriere. Alles was er dafür tun muss ist fortan nur noch auf ihn zu hören und ihm zu folgen. Der andere möchte gern ein angesehener Bürger seines Landes sein. Nun gut, soll er halt erfolgreicher Politiker werden. Alles was er dafür tun muss ist….

Das fatale ist, dass wir anfangs gar nicht merken, dass hier der Teufel am Werke ist. Zu schön sind die Versprechungen, zu toll sind die Aussichten. Da achten wir dann eben nicht mehr so genau darauf, wer uns denn da was auch immer verspricht.

Und hier müssen wir höllisch aufpassen, dass wir nicht in de Fänge des Teufels geraten. Toll, und wie machen wir das ? Indem wir den Kontakt zu unserem Herrn suchen und ihn fragen, was er denn von dem einen oder anderen Angebot hält. Er wird uns schon die Augen öffnen.

3. Wehret den Anfängen

Es gab früher einen Karnevalsschlager mit dem Namen „Wir sind alle kleine Sünderlein…“Die Älteren unter uns werden ihn sicherlich noch kennen. Schlicht und einfach in Reimform dargeboten wird die Sünde als normale Lebensform präsentiert. Wir sind halt eh alle Sünder, was soll’s machen wir eben weiter so. Ist doch nicht so schlimm.

Und hier setzt sie an die Verhramlosungstaktik des Teufels. Mit Parolen:
„Das machen doch all so..“ „Sei doch nicht blöde, mach einfach mit…“
und ähnlichen Ermunterungen werden wir vom Teufel dazu angestachelt etwas zu tun, wogegen sich anfangs auch noch unser Gewissen gewehrt hat.

Aber wenn das alle so machen, dann kann es doch eigentlich gar nicht falsch sein. Klingt zumindest logisch, ist es aber nicht. Eine Lüge wird nicht deswegen zur Wahrheit, weil sie tausendfach wiederholt wird.

Und bei dem „Sei doch nicht blöde..“ packt uns der Teufel bei unserer Ehre. Wer will denn schon gerne als Blödmann dastehen. Also macht man wieder mit. Und schon hat der Teufel fast sein Ziel erreicht.

Mit dem ersten Schritt in die falsche Richtung gehen wir den Beginn des Weges der in der ewigen Verdammnis enden kann. Und das eigentlich gefährliche ist, dass wir uns anfangs unter Umständen auch noch so richtig wohl fühlen auf diesem Wege. Erst dann, wenn wir uns so richtig schlecht fühlen, dann erkennen wir erst, was wir gemacht haben, bzw.
welchen falschen Weg wir gegangen sind. Und dann ist es auch wieder der Teufel, der uns klarzumachen versucht, dass der Versuch der Umkehr nicht gelingen kann und wird.

Aber auch hier kommt die gute Nachricht. Für die Umkehr auf den rechten Weg ist es nie, nie, niemals zu spät. Wer das nicht glauben kann, dem empfehle ich einmal das Gleichnis von dem verlorenen Sohn zu studieren.
Der ehemals reiche Sohn aus gutem Hause war dermaßen abgerutscht, dass er sich noch nicht einmal vom Schweinefutter ernähren konnte. Als er den Entschluss fasste, die Heimkehr anzutreten, nahm ihn der Vater sofort wieder in seine liebenden Arme und hieß ihn von Herzen willkommen im Vaterhause.

Egal wir tief wir auch in satanische Machenschaften verstrickt sein können, es ist niemals zu spät, umzukehren. Umzukehren hin zu unserem Vater im Himmel. Wie er den verlorenen Sohn in seine liebevollen Arme genomen hat, so nimmt er auch einen jeden von uns in seine Arme, der zu ihm zurückkehren möchte.

Bei allen Kämpfen gegen den Teufel steht uns auch unser Herr Jesus Christus zur Seite. Wir müssen diese Kämpfe der Abkehr und der Umkehr nämlich gar nicht alleine ausfechten. Dies beschreibt Martin Luther sehr schön in dem 2. Vers des Liedes „Ein feste Burg ist unser Gott…“, der da lautet, wie folgt:

Mit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott selbst hat erkoren.
Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muss er behalten.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Samstagabend und sage einmal von hier aus: Bis morgen.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Reformationstag im Jahre 2014. Was hat die Reformation uns eigentlich gebracht? Zunächst einmal ist es zu einer Kirchenspaltung gekommen. Diese war jedoch von Dr. Luther gar nicht beabsichtigt gewesen. Luther wollte eigentlich nur die
Kirche aufrütteln, aufrütteln für das wirklich Wichtige im Glauben. Und das wirklich Wichtige für unseren Glauben finden wir in unserem heutigen Predigttext. Wir finden den Predigttext im Philipperbrief, Kapitel 2, die Verse 12-13. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Also, meine Lieben, wie ihr allezeit gehorsam gewesen seid, nicht allein in meiner Gegenwart, sondern jetzt noch viel mehr in meiner Abwesenheit, schaffet, dass ihr selig werdet, mit Furcht und mit Zittern. Denn Gott ist’s, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.

Liebe Gemeinde,

Reformen sind immer dann notwendig, wenn sich Missstände offenbaren und Entwicklungen in die falsche Richtung eingetreten sind. So war es denn auch Luther ein Anliegen, das Verhalten der Kirche nach Kräften zu kritisieren, da falsche Prämissen dafür gesorgt haben, dass die Kirche ein recht dubioses Eigenleben zu führen begonnen hatte, um es einmal recht vorsichtig auszudrücken. Wie eingangs erwähnt, wollte Luther auf keinen Fall eine Spaltung der Kirche herbeiführen, aber er konnte nicht anders, als auf das hinzuweisen, was wirklich wichtig ist für ein Leben im Glauben und ein Leben mit unserem Herrn. Was ist denn wirklich wichtig im Glaubensleben?

1. Gehorsam

Bei Gehorsam denke ich immer gleich an den Erziehungsstil vergangener Jahrhunderte. Oder aber an das Befehl-Gehorsam-Modell der Bundeswehr. Egal, was befohlen wird, man hat gehorsam zu sein und hat das zu machen, was der Befehlshaber vorgibt.

Und so sollen wir als Christen leben? Ja, liebe Gemeinde, so sollen wir als Christen leben. Nur sollten wir bedenken, dass Gott kein hergelaufener Despot ist, der uns nach allen Regeln der Kunst immer und immer wieder schikanieren möchte. Gott ist derjenige, der es wirklich gut mit uns meint.

Und weil er es wirklich gut mit uns meint, hat er uns eine Bedienungsanleitung für unser Leben geschenkt. Wenn wir uns strikt an diese Bedienungsanleitung halten, dann können und werden wir ein Leben führen, welches Gott gefällt. Und wir werden ein Leben führen, das uns inneren Frieden, Freiheit und Zufriedenheit beschert.

Mit der Bibel verhält es sich ähnlich wie mit der Sparkasse. Beide nutzen uns nur, wenn sie geöffnet sind. Eine im Schrank verstaubende Bibel wird uns kaum eine große Hilfe sein, wenn wir uns auf den Weg machen um nach dem Willen Gottes für unser Leben zu fragen. Wir müssen dieses Buch schon aktiv in die Hand nehmen. Wenn wir uns einen schnellen Überblick darüber verschaffen wollen, was Gott von uns erwartet, dann nehmen wir am besten den Jakobusbrief zur Hand.

Lesen wir ihn doch heute Nachmittag einmal aufmerksam durch. Übrigens, mit dem einmaligen Lesen ist es nicht getan. Alles im Leben braucht eine gewisse Übung, bis dass es einem „locker“ von der Hand geht. Also lassen Sie uns ständig in unserer Bedienungsanleitung nachlesen, wie wir ein
gottgerechtes Leben führen können.

Gehorsam sollen wir sowohl im Innen- als auch im Außenverhältnis sein. Außenverhältnis meint hier die Gemeinde und unser Verhalten dort. Aber viel wichtiger ist, was in dem sogenannten stillen Kämmerlein passiert. Sind wir dort Gott auch noch gehorsam? Dann, wenn uns keiner sieht, tun
wir dann auch noch, was Gott von uns erwartet?

2. Schaffen, selig zu werden

Das hört sich doch knallhart nach Werkgerechtigkeit an. Und genau die, so Martin Luther, gibt es nicht. Allein die Schrift, allein der Glaube, allein die Gnade sind es nach Martin Luther, die uns das Heil bringen.

Wenn wir unseren Predigttext weiterlesen, dann steht dort, dass wir das Heil erlangen mit Furcht und mit Zittern. Haben wir also doch den einen großen Gott, der nur darauf wartet, dass wir einen Fehler begehen um uns dann abstrafen zu können? Nein, liebe Gemeinde, so sind diese Worte
sicherlich nicht gemeint.

Mit der Furcht ist hier die Ehrfurcht gemeint, die wir Gott entgegenbringen sollen. Und mit Zittern ist auch nicht Angst verbunden. Zittern anders übersetzt bedeutet Inbrunst. Wenn wir den Predigttext so lesen, dann bedeutet dies für uns, dass wir mit unserem ganzen Körper, unserer ganzen Seele und unserem ganzen Geist bereit sein müssen, uns und unser Leben dem Herrn zu übergeben.

Wenn wir ehrfurchtsvoll auf Gott schauen, auf den Gott, der uns durch seine Erlösungstat den Weg zu ihm wieder frei gemacht hat, dann dürfte es uns nicht allzu schwerfallen, diesen entscheidenden Schritt zu gehen. Wenn mir heute jemand sagt: „Übergib mir all Deine Nöte, Sorgen und Probleme, denn ich möchte für Dich sorgen.“, dann würde ich dies sofort tun, wenn ich gewiss bin, dass dieser Jemand auch dazu in der Lage ist. Und Gott ist dazu in der Lage. Wir müssen ihn nur lassen. Er drängt sich niemandem auf, aber er möchte jedem helfen.

Da kann uns auch keine Kirche oder irgendeine Glaubensgemeinschaft helfen. Diesen einen entscheidenden Schritt müssen wir schon selber tun.

3. Gott wirkt

Liebe Gemeinde, wenn wir das bisher so gemacht haben, wie es uns unser heutiger Predigttext vorgeschlagen hat, dann werden wir erleben, dass Gott unmittelbar in uns wirkt.

Und wieso funktioniert das ganze so schlecht? Schuld daran ist ganz bestimmt nicht Gott. Wir sind es, die wir uns immer wieder als sehr kontraproduktiv erweisen. Sehen wir es einmal so: Gott möchte uns als seine Werkzeuge benutzen, um bei dem Aufbau seines Reiches behilflich zu sein. Also wird Gott uns schon zeigen, wie wir wo, was wann machen sollen. Wir müssen nur aktiv auf ihn hören. Hören bedeutet aber auch, dass ich mir die Zeit nehmen muss, Gott zuzuhören.

Mal ganz ehrlich, wie oft haben wir einfach keine Zeit, um Gott um seinen Rat und seine Hilfe zu bitten? Wie oft agieren wir in blindem Aktionismus und wundern uns dann, wenn uns etwas nicht so gelingt, wie wir es uns vorgestellt haben. Manchmal meinen wir dann, noch einen draufsetzen zu müssen, wenn wir Gott für das Misslingen dann auch noch die Schuld in die Schuhe schieben wollen.

„Nimm Dich nicht so wichtig, nimm Dir Zeit für Gott“, das las ich vor kurzem auf einem Plakat in einer großen deutschen Innenstadt. Und ich glaube das ist es auch, was wir wieder öfters beherzigen müssen. Alles, was wir sind und haben, haben wir Gott zu verdanken. All das hat er uns geschenkt. Danken wir ihm doch wieder häufiger dafür und nehmen wir uns doch wieder mehr Zeit, um auf sein Wort zu hören.

Mehr wollte Luther uns auch gar nicht sagen. Dass es darüber zu einer Kirchenspaltung gekommen ist, würde wohl am meisten Luther selber bedauern. Heute ist doch ein guter Tag, um auch damit zu beginnen, anderen Konfessionen die Hand zu reichen. Suchen wir doch vielmehr die Gemeinsamkeiten, die uns verbinden. Und lassen Sie uns doch alles Trennende versuchen in Liebe und Demut zu überwinden. Nicht nur Dr. Martin Luther würde sich darüber freuen.

Was für einen Fels in den Brandungen unseres Lebens wir in unserem Herrn haben, das beschreibt Martin Luther sehr schön in dem ersten Vers des Reformationsliedes schlechthin „Ein feste Burg ist unser Gott…“ (EG 362), der da lautet, wie folgt:

Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen.
Er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen.
Der alt böse Feind mit Ernst er’s jetzt meint,
groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist,
auf Erd ist nicht seinsgleichen.

Der Herr helfe Dir stets, ihm allein gehorsam zu sein
Der Herr sende seinen Willen in Dein Herz hinein
Der Herr lasse Dich stets einen fröhlichen Diener seines Willens sein

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen geruhsamen Reformationstag. Bis zum nächsten Sonntag wünsche ich Ihnen allen Gottes reichen Segen.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Reformationstag des Jahres 2013.
Den Predigttext finden wir im Alten Testament bei dem Propheten Jesaja im 62. Kapitel,
die Verse 6-7 und 10-12. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

O Jerusalem, ich habe Wächter über deine Mauern bestellt, die den ganzen Tag und die ganze Nacht nicht mehr schweigen sollen. Die ihr den Herrn erinnern sollt, ohne euch Ruhe zu gönnen, lasst ihm keine Ruhe, bis er Jerusalem wieder aufrichte und es setze zum Lobpreis auf Erden ! Gehet ein, gehet ein durch die Tore ! Bereitet dem Volk den Weg ! Machet Bahn, machet Bahn, räumt die Steine hinweg ! Richtet ein Zeichen auf für die Völker ! Siehe, der Herr lässt es hören bis an die Enden der Erde: Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein Heil kommt ! Siehe, was er gewann ist bei ihm, und was er sich erwarb, geht vor ihm her ! Man wird sie nennen „Heiliges Volk“ „Erlöste des Herrn“ und dich wird man nennen „Gesuchte“ und „Nicht mehr verlassene Stadt“.

Liebe Gemeinde,

es ist richtig, dass der Protestantismus mit Dr. Martin Luther seinen Gründervater gefunden hat. Es war aber hingegen niemals Luthers Absicht, eine Kirchenspaltung herbeizuführen. Luther wollte lediglich auf Missstände aufmerksam machen, welche sich bei der Kirche eingeschlichen hatten. Da war z.B. der Ablasshandel, der den Gläubigen die Möglichkeit vorgaukelte, die Seelen der bereits Verstorbenen durch den Erwerb eines Ablassbriefes noch retten zu können.

Insofern war Luther so etwas, wie ein Glaubenswächter, wie ihn der heutige Predigttext beschreibt. Haben wir heute eigentlich auch noch Missstände in unserer Kirche zu beklagen, oder läuft alles glatt und rund ? Gewiss, den Ablasshandel gibt es nicht mehr, aber auch wir benötigen heute wieder Glaubenswächter, die die Menschen aufrütteln.

Ich glaube unsere Probleme liegen auf einer anderen Ebene, als diejenigen, die Luther damals zu bekämpfen berufen worden war. Lassen Sie uns die neuen Missstände doch einmal ein wenig genauer betrachten. Nehmen wir uns heute Abend einfach einmal deren drei vor.

1. Gleichgültigkeit

Ich glaube die frohe Botschaft, die die ersten Christen noch voll und ganz mit Leben erfüllt hat, ist bei uns zu einer ist schon Ok-Botschaft geworden. Ja es stimmt, Jesus ist am Kreuz für uns gestorben, aber das war’s dann auch schon.

Es hat keine Auswirkungen mehr auf das Leben vieler Menschen. Man lebt nach Empfang der Botschaft so weiter, wie bisher. Es ändert sich nichts, man hat ja die Vergebung. Soll Gott doch bitteschön immer wieder alles vergeben, es ist ja schließlich sein Job.

Und hier müssen wir als Wächter auftreten. Hier müssen wir gegenüber unseren Mitmenschen Farbe bekennen. Hier müssen wir aufstehen und wieder gerade biegen, was krumm geworden ist. Hier müssen wir sagen: Ja, es gibt Vergebung. Aber es gibt keine billige Gnade, eine Gnade derer man sich je nach Belieben bedienen kann. Und wir müssen sagen, ja es gibt sie, die ewige Verdammnis für alle, die Gottes Gnadenerweis nicht angenommen haben.

Und dann kommt noch eine weitere Problematik auf uns zu, die Vielzahl der Religionen. Wenn Buddhismus, Hinduismus und was weiß ich nicht alles für Religionen, wenn sie alle gleiche Gültigkeit besitzen, dann ist es doch wurscht, was wir glauben.

Und auch hier ist unsere Wächterrolle gefragt. Hier müssen wir sagen, dass allein unser christlicher Glaube der einzig wahre Glaube ist, der errettet und der vor der Hölle bewahrt und uns anstatt in die Hölle gleich in den Himmel bringt.

Wer auch über seinen eigenen Tod hinaus in der Gemeinschaft mit unserem Herrn leben möchte, für den darf eben nicht alles gleich gültig sein.
Helfen wir also den Menschen aus der Gleichgültigkeitsfalle heraus.

2. Trägheit

Komm ich heute nicht, dann komm ich morgen. Das kennen wir doch alle.
Und auch die Aufschieberitis ist uns doch bestens bekannt.

Warum soll ich mich heute bekehren, ich bin ja noch so jung. ich will noch was vom Leben haben. Wenn ich alt bin ist immer noch genügend Zeit dazu. Haben wir die wirklich dann noch, diese Zeit ? Was ist, wenn wir auf Grund eines tragischen Unglücksfalles schon vorher abberufen werden ? Dann haben wir die Bekehrung leider verpasst.

Spurgeon, der große englische Erweckungsprediger, ist sicherlich vielen von uns bekannt. Er fragte einmal einen jungen Mann, warum er sich nicht bekehren wolle. Dieser antwortete auf die Frage mit der Antwort, dass er schließlich noch was vom Leben haben wolle, bevor er sich denn bekehre.
Spurgeon antwortet ihm, dass er mit unserem Herrn Jesus nicht nur etwas vom Leben habe, sondern DAS Leben schlechthin.

Vor lauter Trägheit verpassen viele Menschen unter Umständen die Gelegenheit, ihre Eintrittskarte in den Himmel zu lösen. Darum braucht es auch heute wieder Wächter, die die Menschen aus ihrer Trägheit wachrütteln. Lassen Sie uns doch alle diese Wächter sein.

3. Undankbarkeit

Alle guten Gaben, die wir bekommen haben, kommen doch alle aus SEINER Hand. Wie sieht es denn heute bei uns in Deutschland aus ?

Es ist doch selbstverständlich, dass ich ein Dach über dem Kopf habe. Es ist doch selbstverständlich, dass ich keinen Hunger leiden muss. Und wenn ich krank bin ist es doch selbstverständlich, dass ich einen Arzt oder gar ein Krankenhaus aufsuche, welches mich behandelt.

Gehen wir einmal mit dem Finger auf der Landkarte bis zum afrikanischen Kontinent. So elendiglich weit weg ist dieser Weg doch auch nicht. Und was erleben wir dort ? Es ist eben nicht selbstverständlich, dass jeder Mensch ein Dach über dem Kopf hat. Zahlreiche Menschen leben unter freiem Himmel und das 365 Tage im Jahr.

Es ist dort ebenfalls nicht selbstverständlich, dass jeden Tag genügend Nahrung zur Verfügung steht, um satt zu werden. Es steht häufig noch nicht mal genügend Nahrung zum Überleben zur Verfügung.

Und bei dem Ausbruch einer Krankheit sieht es nicht besser aus. Es gibt in vielen Ländern kein funktionierendes Gesundheitssystem so, wie wir es gewohnt sind. Wo keine Hilfe ist, da sterben die Menschen ganz einfach an Erkrankungen, die bei uns ganz einfach behandelt werden könnten.

Auch hier brauchen wir Wächter, die uns dies vor Augen führen. Sollten wir da nicht einmal unsere Dankbarkeitshaltung überprüfen. Lassen Sie uns doch wieder gemeinsam daran erinnern, dass wir alles, was wir haben und sind ganz allein unserem Herrn zu verdanken haben. Lassen Sie uns doch wieder zurückkehren zu der gottesfürchtigen Dankbarkeit, die IHM allein die Ehre erweist.

Gut, das es den Reformationstag gibt. Zeigt er uns doch immer wieder in anschaulicher Art und Weise auf was es wirklich ankommt im Leben und auf WEN es wirklich ankommt in unserem Leben.

Auf WEN es wirklich ankommt in unserem Leben das beschreibt Dr. Martin Luther sehr schön in dem 2. Vers seines Liedes “ Ein feste Burg ist unser Gott…“, der da lautet, wie folgt:

Mit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren;
es streit für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren.
Fragst du, wer der ist ? Er heißt Jesus Christ,
der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muss er behalten.

Der Herr bewahre Dich davor jemals gleichgültig zu werden
Der Herr bewahre Dich davor jemals in Deinem Leben träge zu werden
Der Herr bewahre Dich davor IHM gegenüber jemals undankbar zu werden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Donnerstag, bis zum nächsten Sonntag wünsche ich Ihnen allen Gottes reichen Segen.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Reformationstag des Jahres 2012. In der vorlutherischen Zeit trieb der Glaube manchmal recht seltsame Blüten. Denken wir nur einmal an die Ablassbriefe, mit welchen die Hinterbliebenen den bereits Verstorbenen, die Fegefeuerzeit
verkürzen, wenn nicht sogar ganz erlassen konnten. „Die Seele in den Himmel springt, wenn das Geld im Kasten klingt.“ Dies haben wir sicherlich alle schon gehört. Nun, Luther hat mit diesem (Aber)Glauben Schluss gemacht und uns den Weg hin zu Gott wieder bewusst gemacht. Dies
musste auch der Apostel Paulus schon bei den Galatern tun. Denn auch sie waren von dem wahren Weg abgewichen und „ruderten“ glaubensmäßig zurück. Daher die ernste Ermahnung in unserem heutigen Predigttext an die Galater. Wir finden den Predigttext für den heutigen Reformationstag im 5. Kapitel des Galaterbriefes, die Verse 1-6. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen.

Aufruf zur rechten Freiheit

Zur Freiheit hat uns Christus befreit ! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen ! Siehe, ich, Paulus, sage euch: Wenn ihr euch beschneiden lasst, so wird euch Christus nichts nützen. Ich bezeuge abermals einem jeden, der sich beschneiden lässt, dass er das ganze Gesetz zu tun schuldig ist. Ihr habt Christus verloren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, und seid aus der Gnade gefallen. Denn wir warten im Geist durch den Glauben auf die Gerechtigkeit, auf die man hoffen muss. Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe tätig ist.

Liebe Gemeinde,

wie Paulus die Gemeinde zur Ordnung gerufen hat, so hat dies auch Dr. Martin Luther mit seinen reformatorischen Prinzipien getan, die da lauten:

Sola Scriptura – Allein die Schrift
Sola Fide – Allein durch den Glauben
Sola Gratia – Allein durch Gnade

Lassen Sie uns am heutigen Tage ein wenig näher mit diesen reformatorischen Grundprinzipien befassen.

1. Allein die Schrift

Zu allen Zeiten, angefangen bei Mose und seinem Volk bis hin in unsere heutige Zeit gab und gibt es die Tendenz nicht die Bibel allein als Grundlage des Glaubens zu nehmen, sondern diversen Auslegungen einen gleichen Stellenwert beizumessen.

Solange diese Auslegungen das Wort Gottes auch durch die Bibel gestützt auslegen, ist daran auch gar nichts zu bemängeln. Wenn die Bibel durch die Bibel ausgelegt wird, dann ist dies der richtige Weg, weil die Schrift allein durch die Schrift ausgelegt werden kann.

Häufig wird aber in die ein oder andere Bibelstelle etwas hineininterpretiert, welches dann im Laufe der Zeit zum Dogma wird. Und da Dogmen in aller Regel unumstößlich sind und auch nicht mehr
hinterfragt werden, sind sie so brandgefährlich. Nehmen wir nur einmal das Glaubensbild der Zeugen Jehovas. Auf den ersten Blick betrachtet ist dies alles Bibelkonform. Erst, wenn man etwas tiefer in die Materie einsteigt, erkennt man die systematische Veränderung der Schrift durch
Anpassung der Schrift an das eigene Glaubensverständnis.

Und davor warnte nicht nur Paulus die Galater, das meint Luther auch, wenn er sagt: Allein die Schrift. Was ich sage oder irgend ein anderer Prediger das ist völlig bedeutungslos, wenn es sich nicht durch die Bibel nachweisen lässt.

Deshalb auch mein dringender Appell an Sie alle. Egal, was Ihnen auch immer gepredigt wird. Lesen Sie in der Bibel etwas anderes, dann sprechen sie den Pfarrer oder die Pfarrerin darauf an.

Ich weiß nicht, ob sie in der vergangenen Woche die Morgenandachten gehört haben. In meiner Region ist der Sender WDR 2 dafür zuständig. Am Montag, den 22.10.2012 hörte ich bei der Morgentoilette die eindringliche Warnung eines Religionslehrers, wir sollten uns nicht wegen der Hölle verrückt machen. Die Hölle gibt es nämlich gar nicht. Und wenn es sie geben sollte, dann wäre sie leer. Wir können tun und lassen was wir wollen. Wir kommen alle in den Himmel. Bitte, bitte, schenken Sie solchen Äußerungen keinen Glauben. Lesen Sie einmal die Evangelien und das was Jesus zum Thema Hölle zu sagen hat.

2. Allein durch Glauben

Egal welche religiösen Purzelbäume wir auch veranstalten, wir werden es nicht schaffen durch unsere eigenen religiösen Leistungen in den Himmel zu kommen.

Wir können noch so viel spenden, noch so oft in die Kirche gehen und eine Wallfahrt nach der anderen durchführen. Das alles zählt am Tage X überhaupt nichts.

Wenn wir vor dem Schöpfer stehen, dann zählt nur noch eins, nämlich unser Glaube. Unser Ja zu der Erlösungstat unseres Herrn, dies allein sichert uns unser Heimatrecht im Himmel. Paulus führt dies noch ein wenig weiter aus, indem er sagt, der Glaube, der durch die Liebe tätig wird.

Das „Ja, ja ist schon gut, ich glaub das mal“, das ist nicht gemeint, wenn Luther sagt „Allein durch den Glauben“. Wenn ich aus dem tiefsten Inneren meines Wesens mein JA gesagt habe und mein Leben Gott übergeben habe, dann regiert Er auch fortan in mir. Und wenn Er regiert, dann ist in meinem Herzen kein Platz mehr für Hass, Neid und Eigensucht. Dann erfüllt Er mein Herz mit reiner, lauterer Liebe.

Getrieben von der Liebe, mit der ich geliebt werde, brenne ich darauf, diese Liebe weiter zu geben. Schauen wir nur einmal auf die großen Glaubenshelden. Das waren allesamt Frauen und Männer, deren Herz vor Liebe brannte und die diese Liebe ganz einfach weitergegeben haben.

3. Allein durch Gnade

Wir hatten gerade schon ein wenig über eigene Verdienste geredet. Allein die Gnade ist es, die uns die Tür zum Himmel öffnet und uns den Eintritt gewährt.

Wir haben durch nichts auf der Welt ein Anrecht erworben, in den Himmel zu gelangen. Es ist allein die Gnade Gottes, die uns diese Gnade gewährt. Er gewährt sie allen, die ehrlichen Herzens zu Ihm kommen. Aber Achtung, liebe Gemeinde, Dietrich Bonhoeffer hat es schon gesagt „Billige Gnade gibt es nicht“.

Was heißt eigentlich Gnade ? Wir kennen sicherlich alle das Gnade vor Recht Prinzip. Wenn der Richter Gnade vor Recht gelten lässt, dann verzichtet er darauf, den Schuldigen der verdienten Strafe zuzuführen. Der Schuldige kann sich diese Gnade nicht verdienen, er kann nur eines tun, nämlich inständig um Gnade bitten.

Dieses Wissen lässt uns demütig werden vor Gott und lässt uns Ihm bekennen, dass wir den Himmel überhaupt nicht verdient haben. Wenn wir dies erkennen und Ihm dies bekennen, dann ist Er uns gnädig. Dann haben wir auch den immensen Wert dieser Gnade richtig erkannt, dann ist es in der Tat keine billige Gnade mehr.

Ich weiß, die Worte heute waren nicht leicht. Dies können sie auch nicht sein. Ich gehe mal davon aus, dass wir alle in den Himmel kommen möchten, das geht aber nur durch sola scriptura, sola fide und sola gratia. Aber sehen wir es doch einmal von der anderen Seite. Stellen Sie sich vor, jeder Mensch müsste auf Erden einen bestimmten Punktescore erreichen um in den Himmel zu kommen. Das wäre wohl kaum mehr zum aushalten. Da halten wir uns doch lieber an die lutherischen
Reformationsprinzipien.

Der Liederdichter Friedrich Hiller drückt die Barmherzigkeit unseres Herrn sehr schön in dem ersten Vers seines Liedes „Mir ist Erbarmung widerfahren…“ aus, der da lautet, wie folgt:

Mir ist Erbarmung widerfahren, Erbarmung, deren ich nicht wert;
das zähl ich zu dem Wunderbaren, mein stolzes Herz hat’s nie begehrt.
Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit.

Der Herr segne Dich auf Deinem Wege zu IHM
Der Herr behüte Dich auf Deinem Wege mit IHM
Der Herr beschütze Dich auf allen Deinen Wegen für SEIN Reich

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Reformationstag. Bis zum nächsten Sonntag mögen Sie alle unter der Gnade Gottes Ihren Weg gehen.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Reformationstag des Jahres 2012.
Den Predigttext für den heutigen Gedenktag finden wir im Matthäusevangelium
Kapitel 10, die Verse 26 b – 33. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Menschenfurcht und Gottesfurcht

Es ist nichts verborgen, was nicht offenbar wird, und nichts geheim, was man nicht wissen wird. Was ich euch sage in der Finsternis, das redet im Licht; und was euch gesagt wird in das Ohr, das predigt auf den Dächern. Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, doch die Seelen
nicht töten können; fürchtet euch aber vielmehr vor dem, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle. Kauft man nicht zwei Sperlinge für einen Groschen ? Dennoch fällt keiner von ihnen auf die Erde ohne euren Vater. Nun aber sind auch eure Haare auf dem Haupt alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht; ihr seid besser als viele Sperlinge. Wer nun mich bekennt vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater.

Liebe Gemeinde,

war der letzte Predigttext noch ein wenig seicht, so kommt es heute wirklich, wie man so schön zu sagen pflegt „knüppeldicke“. Schonungslos werden wir von unserem Herrn auf drei konkrete Wahrheiten hingewiesen, denen wir uns alle einmal stellen müssen. Lassen Sie uns heute ein wenig
näher über diese Wahrheiten nachdenken.

1. Alles kommt raus

Stellen wir uns doch einmal ganz konkret vor, dass alles, was wir jemals in unserem Leben gedacht, gesagt und gemacht haben vor unsrem Schöpfer ausgebreitet wird. Ich glaube, wir müssen gar nicht all zu lange zurückdenken bis wir zu dem Ergebnis kommen, dass diese Konfrontation ganz schön peinlich für uns wäre. Und doch können wir an dieser Situation, was die Vergangenheit anbelangt, nichts ändern.

Aber, liebe Gemeinde, was die Zukunft anbelangt, da können wir in der Tat etwas verändern. Nennen wir es doch einfach einmal „Mentalhygiene“. Achten wir doch wieder vermehrt auf das, was wir denken, fühlen, sagen und tun. Wenn wir dies konsequent betreiben dann können wir einen
Großteil unseres „unreinen“ Gedankengutes aus unserem Kopf eliminieren und Platz machen für reine und aufbauende Gedanken, Worte und Taten.

Aber die Sache hat auch noch eine Kehrseite. Wenn nun wirklich alles herauskommt, was wir gedacht und getan haben, dann kommt auch alles heraus, was man uns angetan hat. Alle Verfehlungen unserer Mitmenschen, die uns tief getroffen haben kommen ebenfalls an’s Tageslicht. Wenn nun dies so ist, dann kann ich eigentlich heute schon etwas entspannter mit dem umgehen, was mir die anderen antun. Ich muss keinen Groll gegenüber meinen Mitmenschen hegen, die mir etwas angetan haben, ich kann alles ganz getrost unserem Herrn übergeben.

2. Sie fürchten weder Tod noch Teufel

so lautete ,liebe Gemeinde, der Titel eines Filmes mit Anthony Quinn aus dem Jahre 1966. Wenn dies denn nun mal so einfach wäre. Wenn mir jemand nach dem Leben trachten würde, dann wäre ich alles andere als furchtlos. Aber ich glaube, Jesus will uns etwas ganz anderes sagen. Jesus will uns nämlich sagen, dass wir mehr zu verlieren haben, als unser körperliches Leben. Das körperliche Leben ist endlich. Irgendwann sterben wir alle.

Jesus sagt uns, dass unsere Existenz mehr ist als das körperliche Leben, welches wir jetzt führen. Jesus sagt uns, dass da noch mehr ist, etwas, das über unseren Tod hinausgeht.
Unser Herr spricht unsere Seele an.

Unseren irdischen Körper verlassen wir irgendwann, unsere Seele hingegen begleitet uns ewiglich. Daher ist es auch dem Teufel viel lieber, wenn er unsere Seele angreifen kann, als unseren Leib. Der Teufel weiß sehr wohl ob der Endlichkeit unsers Leibes. Er weiß aber auch, dass er unsere Seele verderben kann mit der Folge, dass wir nicht im Himmel, sondern in der Hölle landen.

Wenn ich körperlich angegriffen werde, dann sehe, spüre und fühle ich diesen Angriff. Bei dem Angriff des Teufels auf meine Seele ist es aber häufig so, dass ich dies nicht sogleich bemerke. Denn wir müssen immer bedenken, dass der Teufel ein Lügner durch und durch ist. Er kann uns
die Lüge so geschickt als Wahrheit verkaufen, dass wir, wenn wir nicht „höllisch“ aufpassen, darauf hereinfallen.

Eines kann ich Ihnen allen versprechen: Der Teufel wird bis zu unserem letzten Atemzug immer wieder an die Türe unseres Herzens klopfen und probieren dort hinein zu gelangen. Daher sagte Martin Luther einmal:
„Wenn der Teufel an die Türe meines Herzens klopft, dann mache ich ihm die Türe ganz weit auf, damit er sieht, dass Jesus dort eingezogen ist. Sodann verschwindet er sofort wieder.“

3. Bekennen oder Verleugnen

Dieser Abschnitt ist so wichtig, dass wir noch einmal den Predigttext heranziehen wollen:
„Wer nun mich bekennt vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater.“

Insbesondere kommt es bei diesem Text auf zwei Übersetzungen an. Luther hat das griechische Wort „homologeo“ mit „bekennen“ übersetzt. Man kann es aber auch mit „zustimmen“ übersetzen. Ich will dem Text ganz gewiss nicht seine Schärfe nehmen, aber ich will uns allen auch die Furcht vor diesem Text nehmen. Zustimmen heißt: ich sage JA zu Jesus und Seinem Erlösungswerk. Nicht mehr und nicht weniger. Unter bekennen verstehen wir ja gern tiradenartige Reden, in denen wir unseren Herrn vor aller Welt bezeugen. Das ist nicht gemeint. Gemeint ist unser klares JA zu Jesus.

Jetzt kommt es noch etwas stärker. Wo Luther „verleugnet“ schreibt, steht das griechische Wort „arneomai“. Dieses bedeutet „sich von jemandem lossagen“. Mit dem verleugnen ist also nicht unser Schweigen gemeint, wenn wir eigentlich reden sollten und wir dies aus Angst nicht tun. Mit dem „verleugnen“ ist das endgültige Lossagen von Jesus gemeint. Und dann, liebe Gemeinde, ist es nur folgerichtig, dass Jesus diese Personen, die sich von Ihm losgesagt haben, auch vor Seinem Vater nicht mehr als die Seinen kennt.

Wir alle, die wir heute Abend beisammen sind, kommen alle immer mal wieder in Situationen, wo wir einfach eine „Ladehemmung“ haben, was unser Bekenntnis zu Jesus anbelangt. Deswegen sagen wir uns noch lange nicht von Jesus los. Übrigens: Auch an den „Ladehemmungen“ kann man mit Jesus gemeinsam arbeiten. Sprechen wir doch mal wieder mit Ihm und fragen Ihn, wie wir diese loswerden.

Wenn ich jetzt gefragt werde: Kannst du das alles auch in einem Satz sagen ?, dann würde ich folgendes aussagen:
„Achten wir alle auf unsere Gedanken und auf unsere Seele und lassen wir einander ein immer wieder großes JA zu Jesus über unsere Lippen kommen.“

Lassen Sie uns gemeinsam mit DEM Reformationslied von Martin Luther in die nächste Woche gehen, dessen erster Vers lautet, wie folgt:

Ein feste Burg ist unser Gott,
ein gute Wehr und Waffen.
Er hilft uns frei aus aller Not,
die uns jetzt hat betroffen.
Der altböse Feind mit Ernst er’s jetzt meint,
groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist
auf Erd ist nicht seinsgleichen.

Der Herr bewahre Deine Seele vor den Angriffen des Teufels
Der Herr bewahre Dein Herz vor bösen Worten, Taten und Gedanken
Der Herr erfülle Dich stets mit SEINEM göttlichen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Reformationsabend. Bis zum nächsten Sonntag verabschiede ich mich und wünsche Ihnen allen Gottes reichen Segen.

Ich grüße Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Lesergemeinde!
Ich grüße Sie herzlich am Reformationsfest.
Herzlichen Dank für Ihre Zuschriften.
Das Wort für diesen Sonntag steht im Römerbrief im 3. Kapitel,
in den Versen 21 -28:²

„Aber jetzt ist eingetreten, was das Gesetz selbst und die Propheten im voraus angekündigt hatten: Gott hat so gehandelt, wie es seinem Wesen entspricht. Er hat selbst dafür gesorgt, daß die Menschen vor ihm bestehen können. Er hat das Gesetz beiseite geschoben und will die Menschen annehmen, wenn sie einzig und allein auf das vertrauen, was er durch Jesus Christus getan hat.
Das gilt ohne Ausnahme für alle, die dieses Vertrauen haben. Vor Gott gibt es keinen Unterschied. Alle sind schuldig geworden und haben die Herrlichkeit verscherzt, die Gott ihnen geschenkt hatte. Aber Gott hat mit ihnen Erbarmen und nimmt sie wieder an. Das ist ein reines Geschenk. Durch Jesus Christus hat er uns aus der Gewalt der Sünde befreit.
Ihn hat Gott vor aller Welt als Versöhnungszeichen aufgerichtet. Sein Blut, das am Kreuz vergossen wurde, bringt Frieden mit Gott für alle, die dieses Angebot im Vertrauen annehmen. In seiner großen Güte vergibt Gott den Menschen alle Verfehlungen, die sie bisher begangen haben. So zeigt er, daß seine Treue unwandelbar ist.
Ja, in unserer gegenwärtigen Zeit wollte Gott zeigen, wie er zu seinen Zusagen steht. Er bleibt sich selbst treu, indem er alle als treu anerkennt, die sich einzig und allein auf das verlassen, was er durch Jesus getan hat.
Haben wir Juden also irgendeinen Grund, uns über die anderen Völker zu erheben?Gewiß nicht! Wodurch wird das ausgeschlossen? Etwa durch das Gesetz, sofern es ein Tun fordert? Nein, Vielmehr durch das Gesetz, sofern es zum Vertrauen auffordert. Für uns steht fest: Gott nimmt die Menschen an, obwohl sie die Forderungen des Gesetzes nicht erfüllt haben. Er nimmt jeden an, der sich auf das verläßt, was er durch Jesus Christus getan hat.“

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
Wir feiern heute den Gedenktag der Reformation. Am 31. Oktober 1917 hat Martin Luther seine 95 Thesen an der Schlosskirche zu Wittenberg veröffentlicht. Diese Thesen wurden Anlass einer Bewegung, aus der die Evangelische Kirche hervorging. In dieser Bewegung hat Gott durch SEIN Wort Erneuerung in der Kirche und in der Gesellschaft bewirkt.

Mit SEINEM Wort wirkt Gott immer wieder Erneuerung, auch in unserer Zeit. Die Art und das Ausmaß der Erneuerung ist allerdings in den Zeiten und Regionen der Welt unterschiedlich. Aber die Welt und die Kirche lebt aus solchem Wirken Gottes.

Gottes Liebe ermöglicht uns in Jesus ein neues Leben und durch SEINEN Geist können und sollen wir die Liebe Gottes weiter geben. Darin wird Gott geehrt und die Botschaft von Gottes helfender und rettender Liebe kommt zu den Menschen als Möglichkeit, auch ihr Leben zu verändern.

Unser Predigtwort sagt uns als Gemeinde, was wir in dieser Liebe empfangen und wie wir Gottes Anspruch an unser Leben gerecht werden:
„Gott hat so gehandelt, wie es seinem Wesen entspricht. Er hat selbst dafür gesorgt, daß die Menschen vor ihm bestehen können. Er hat das Gesetz beiseite geschoben und will die Menschen annehmen, wenn sie einzig und allein auf das vertrauen, was er durch Jesus Christus getan hat. Das gilt ohne Ausnahme für alle, die dieses Vertrauen haben.“

Das ist ein befreiendes Wort für alle, die unter ihrem Versagen vor Gott, unter ihrer Sünde vor Gott leiden.

Gottes Wort sagt Dir:
– Du musst nicht verzweifeln!
– Gott hat Dir einen Weg geöffnet, den Du gehen kannst!
– Glaube an Deine Rettung!
– Glaube an Deine Erlösung durch den Herrn Jesus, dann nimmt Dich Gott an und
Du findest einen Platz an Gottes Herzen!

Jesus öffnet Deine verschlossenen Hände, die sich Gott verweigert haben.
Jesus öffnet Deine geballten Fäuste, die Gott weggestoßen haben.
Jesus legt sein brennendes Herz der Liebe in Deine Hände.
Gott schaut auf Jesu Herz und empfängt Dich als SEIN Kind, das nach Hause gefunden hat. Gottes geschenkte Gnade ist für Dich und für alle da, denn Jesus hat für uns alle gelitten und ist für uns alle gestorben.

„Alle sind schuldig geworden und haben die Herrlichkeit verscherzt, die Gott ihnen geschenkt hat. Aber Gott hat mit ihnen Erbarmen und nimmt sie wieder an. Durch Jesus Christus hat er uns aus der Gewalt der Sünde befreit. Ihm hat Gott vor aller Welt als Versöhnungszeichen aufgerichtet. Sein Blut, das am Kreuz vergossen wurde, bringt Frieden für alle, die dieses Angebot in Vertrauen annehmen.“

Das Wort von der Schuld aller Menschen vor Gott ist ein aufweckendes und rettendes Wort für alle. Das gilt auch für Christen, die sich darauf verlassen, dass sie durch ihr christliches Leben, ihr Tun und Mühen, von Gott angenommen werden. Sie vergessen, dass auch sie vor Gott schuldig werden. Sie werden aus falscher Sicherheit geweckt und gerufen, das rettende Geschenk der Erlösung durch Jesus zu ergreifen.

Und wenn wir denken, wir wären nicht davon betroffen, sind wir angefragt:
– Wie leben wir mit Gottes Zusagen und Verheißungen?
– Mit welcher Erwartung der Begegnung mit dem lebendigen Gott gehen wir
in den Gottesdienst?
– Welchen Stellenwert hat Gott und SEIN Wort in unserem alltäglichen Leben?
– Wie berührt uns die Gegenwart der Heiligkeit Gottes?

Religiöse Formen und Gewohnheiten können sich wie eine anwachsende Kalkschicht über unser Herz legen.
Dann sehen unsere Augen nicht mehr die Fülle der Gaben Gottes und Gottes zugewandtes liebendes Herz!
Dann hören unsere Ohren nicht mehr den einladenden Ruf zur Umkehr durch das Wort Gottes!
Dann greift unsere Hand nicht mehr nach der ausgestreckten rettenden Hand Jesu!

Aber wir dürfen erfahren:
Das Wort Gottes ist ein lebendiges Wort, das alles durchdringt. Und wir können Gott darum bitten, dass ER uns unter das Kreuz Christi bringt. Christi Blut macht unser Herz wieder frei, wenn wir Jesu gewirkte Versöhnung annehmen.

Das Ansprechen der Schuld aller Menschen und die Zusage der Überwindung dieser Schuld durch Jesus ist auch eine Einladung Gottes an Menschen, für die bisher Gott kein Thema für ihr alltägliches Leben ist. Auch unter ihnen wird gefragt:
Wie kann ich in meinem Leben bestehen, vor Freunde und Familie, vor der Gesellschaft und den Problemen dieser Zeit und vor mir selber.

Den Fragenden sagt Gottes Wort:
Es gibt eine Möglichkeit, die nicht von Leistung, Atraktivität, Besitz oder Stellung ausgeht. Es gibt ein Leben, das seinen Wert in Gottes annehmender Liebe findet. Dieses Leben kannst auch Du haben.
Du musst Dich nicht unentwegt mühen, dem Anspruch Anderer und dem eigenen Anspruch gerecht zu werden.

Gott nimmt Dich in SEINER Liebe an, so wie Du bist!

Aber Gott erwartet etwas von Deinem Leben.
Das kannst Du in SEINEM Wort der Bibel nachlesen, wie etwa die 10 Gebote.
Und einst wirst Du Gott für Dein Leben Rechenschaft geben müssen.
Aber Du musst nicht an Deinem Mangel scheitern.

Gott gibt Dir mit Jesus den Weg, den Du gehen kannst.
Wenn Du Jesu Erlösung annimmst, hast Du in SEINER Gemeinschaft Teil an SEINEM Lebenswerk.

Jesus hat mit SEINEM Leben Gottes Anspruch an den Menschen erfüllt. Und ER ermöglicht Dir durch Gottes Geist ein Leben nach Gottes Willen.

Vertrau auf Gott und wage mit Jesus ein Leben nach Gottes Wort!

„In seiner großen Güte vergibt Gott den Menschen aller Verfehlungen, die sie bisher begangen haben. … Er bleibt sich selber treu, indem er alle als treu anerkennt, die sich einzig und allein auf das verlassen, was er durch Jesus getan hat.“

Der Gott der Gnade segne unser aller Weg.

Es grüßt herzlich
Pfr.i.R. Steinführer