Liebe Gemeinde,

ich begrüße sie alle ganz herzlich am heutigen 1.Sonntag nach Ostern, dem Sonntag Quasimodogeniti. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 2. Kapitel des Kolosserbriefes, die Verse 12-15. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Mit ihm seid ihr begraben worden durch die Taufe; mit ihm seid ihr auch auferstanden durch den Glauben aus der Kraft Gottes, der ihn auferweckt hat von den Toten. Und er hat euch mit ihm lebendig gemacht, die ihr tot wart in den Sünden und in der Unbeschnittenheit eures Fleisches, und hat uns vergeben alle Sünden. Er hat den Schuldbrief getilgt, der mit seinen Forderungen gegen uns war, und hat ihn weggetan und an das Kreuz geheftet. Er hat die Mächte und Gewalten ihrer Macht entkleidet und sie öffentlich zur Schau gestellt und hat einen Triumph aus ihnen gemacht in Christus.

Liebe Gemeinde,

Quasimodogeniti, wie die neugeborenen Kindlein, so die Übersetzung des heutigen Sonntages. Wie die neugeborenen Kindlein sind wir nach Ostern sicherlich. Aber herrscht nun wirklich Friede, Freude, Eierkuchen alle Tage bis an unser selig Ende? Lassen Sie uns darüber heute morgen einmal gemeinsam nachdenken.

1. Der Triumph

Unser gesamter Predigttext ist eine einzige Siegeshymne. Unser alter Mensch ist mit Jesus begraben worden. Wir sind als neugeborene Menschen mit Jesus auferstanden. Wir waren tot in unseren Sünden und er hat uns lebendig gemacht. Alle unsere Sünden sind uns vergeben.

Jesus hat alle finsteren Mächte, vor allem den Teufel besiegt. Fortan hat auch der Tod keine Macht mehr über uns, weil Jesus ihn besiegt hat.

Mehr geht doch einfach nicht. Wenn wir dies einmal in Gedanken aneinanderreihen, dann kommen wir uns manchmal schon recht schäbig vor wenn wir uns die Frage stellen: Das tat ER für Dich und was tust Du für ihn?

Eigentlich müssten wir doch allzeit jubilierend durch die Lande laufen und diese frohe Botschaft überall verkünden. Das tun wir aber nicht. Und warum nicht?

2. Zweifel und Bedenken

Das klingt doch alles viel zu schön, um wahr zu sein. Das kann man sich doch gar nicht vorstellen. Und was ich mir nicht vorstellen kann mit der Sache stimmt doch auch etwas nicht.

Diese und andere Gedanken kommen zumeist, wenn die erste Euphorie vorüber ist. Dann drängen sich Zweifel und Bedenken in unsere Herzen. Wir müssen uns immer wieder klarmachen, dass auch nach der Erlösungstat unseres Herrn Satan immer noch in der Lage ist, uns Zweifel und Bedenken in unsere Herzen zu legen.

Manchmal hat er es ja auch ein ganz leichtes Spiel. Schlagen wir doch einfach mal die Tageszeitungen der letzten Wochen auf. Da wurde ein Kinderschänder dingfest gemacht, der mehrere Jahre kleine Kinder auf das Übelste missbraucht hat.

Da lesen wir von einer gewaltsamen Prügelei, bei der ausgerechnet der Schlichter mit einem Messer tödlich verletzt worden ist. Und dann lesen wir auch noch, dass immer mehr Senioren Opfer gemeiner Betrügerbanden werden, welche ihnen geschickt ihre Ersparnisse aus der Tasche ziehen.

Und dann war da noch die Story von dem Familienvater, der seine Frau und 2 Kinder einfach so erstochen hat, nur weil er ein anderes weibliches Wesen kennengelernt hat und sich auf diese Art und Weise die Unterhaltszahlungen sparen wollte.

Da sind sie dann ganz schnell im Hintergrund verschwunden, die jubilierenden Gedanken. Wenn es einen Gott gibt, dann kann er dies doch nicht so einfach zulassen. Dieses Argument begegnet mir in jeder Woche mindestens einmal.

Wir sollten an dieser Stelle an eines denken, Gott hat uns Menschen den freien Willen überlassen. Wir sind keine ferngesteuerten Roboter, die Gott mit Signalen aus dem Jenseits lenkt. Und weil er uns den freien Willen gelassen hat, kommt aus auch zu solchen Vorfällen in der Welt.

3. Das Zusammenspiel

Was haben wir gerade gemacht? Wir haben um uns herumgeschaut und gesehen, was für fürchterliche Dinge in dieser Welt geschehen. Und wissen Sie was? Genau das hat Jesus uns auch schon vorhergesagt.

Wir müssen zu einer anderen Sichtweise gelangen. Schauen wir doch einmal nicht auf das, wozu Menschen in der Lage sind es zu tun. Schauen wir doch einmal auf unseren Herrn und was der in der Lage ist, zu vollbringen.

Richten wir unsere Blicke einmal weg von der Erde und richten sie himmelwärts. Wenn wir dies tun, dann kommt auch wieder das Osterlachen in unsere Herzen hinein.

Egal, was auf der Welt geschieht, Jesus ist immer größer. Egal, wie Menschen uns auch behandeln, Jesus ist immer Herr unserer Lage. Wir müssen nun wirklich nicht mehr auf das schauen, was vermeintlich vor unseren Augen geschieht, sondern auf, das was uns unser Herr versprochen hat.

Wenn wir dem unser ganzes Vertrauen schenken, der für all unsere Sünden bezahlt hat, wenn wir allein dem vertrauen, der als erster von den Toten auferstanden ist und wenn wir allein dem vertrauen, der alle finsteren Mächte besiegt hat, dann wird sich unsere Einstellung schlagartig verändern.

Wir können nicht das Böse aus unserer Welt schaffen, aber wir können für das Gute kämpfen. Aber das können wir nur, wenn wir unseren Blick auf Jesus richten. Er wird uns schon sagen, was zu tun ist.

Also sind wir doch wie die neugeborenen Kindlein. Mit dieser Gewissheit lassen Sie uns in die neue Woche gehen und lassen Sie uns zum Abschluss einstimmen in den 5. Vers des Liedes „Auf, auf, mein Herz mit Freuden“ (EG 112) von Paul Gerhardt, der da lautet, wie folgt:

Die Welt ist mir ein Lachen mit ihrem großen Zorn,
sie zürnt und kann nichts machen, all Arbeit ist verlorn.
Die Trübsal trübt mir nicht mein Herz und Angesicht,
das Unglück ist mein Glück, die Nacht mein Sonnenblick.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 1. Sonntag nach Ostern, dem Sonntag Quasimodogeniti, was übersetzt bedeutet „Wie die neugeborenen Kindlein“. Und das sind wir, die wir dem Herrn unser Leben übergeben haben und seine Rettungstat für uns in Anspruch genommen haben doch alle. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Johannesevangelium, Kapitel 21, die Verse 1-14. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Der Auferstandene am See Tiberias

Danach offenbarte sich Jesus abermals den Jüngern am See Tiberias. Er offenbarte sich aber so: Es waren beieinander Simon Petrus und Thomas, der Zwilling genannt wird, und Nathanael aus Kana in Galiläa und die Söhne des Zebedäus und zwei andere seiner Jünger. Spricht Simon Petrus zu ihnen: Ich will fischen gehen. Sie sprechen zu ihm: So wollen wir mit dir gehen. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot, und in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es aber schon Morgen war, stand Jesus am Ufer, aber die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Spricht Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sprach zu ihnen: Werft das Netz aus zur Rechten des Bootes, so werdet ihr finden. Da warfen sie es aus und konnten’s nicht mehr ziehen wegen der Menge der Fische. Da spricht der Jünger, den Jesus liebhatte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr war, gürtete er sich das Obergewand um, denn er war nackt, und warf sich ins Wasser. Die andern Jünger aber kamen mit dem Boot, denn sie waren nicht fern vom Land, nur etwa zweihundert Ellen, und zogen das Netz mit den Fischen. Als sie nun ans Land stiegen, sahen sie ein Kohlenfeuer und Fische darauf und Brot. Spricht Jesus zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt! Simon Petrus stieg hinein und zog das Netz an Land, voll großer Fische, hundert-dreiundfünfzig. Und obwohl es so viele waren, zerriss doch das Netz nicht. Spricht Jesus zu ihnen: Kommt und haltet das Mahl ! Niemand aber unter den Jüngern wagte, ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. Da kommt Jesus und nimmt das Brot und gibt’s ihnen, desgleichen auch die Fische. Das ist nun das dritte Mal, dass Jesus den Jüngern offenbart wurde, nachdem er von den Toten auferstanden war.

Liebe Gemeinde,

ok, wir sind wie die neugeborenen Kindlein. Aber was bedeutet das für uns heute im Jahre 2017 ganz konkret? Lassen Sie uns in unserem heutigen Predigttext auf die Suche gehen und gemeinsam ergründen, was wir ganz konkret am heutigen Tage schon von Jesus haben.

1. Jesus hilft dem Mangel ab

Geht es uns nicht auch oftmals so wie den Fischern in unserem Predigttext. Wir rackern uns in unserem Leben ab und schuften und schuften und kommen entweder mal gerade so zurecht oder aber am Monatsende klafft sie schon wieder, diese Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben.

Und wie oft bemühen wir uns um unsere Liebsten und um unsere Gemeinden und um unsere Mitmenschen ganz allgemein. Da könnte man doch auf ein wenig Anerkennung hoffen. Und was kommt stattdessen? Häufig blöde Bemerkungen und Sprüche, die unsere Bemühungen in Frage stellen.

Während wir auf dem Meer der Arbeit und dem See der Gefühle unermüdlich rudern, steht aber schon Jesus am Strand und schaut uns zu. Warum schaut er aber nur zu und tut nichts? Nun, liebe Gemeinde, das mag auch daran liegen, dass wir häufig ganz alleine vorpreschen und meinen, wir wären es doch schließlich selber, die die gesamte Lage im Griff haben.

Wir sind dabei häufig wie Kapitäne, die mit ihrem Schiff aus dem Hafen laufen, dabei den Zielhafen vergessen haben aber trotzdem glücklich sind, einfach auf dem Meer zu sein. Was brauchen wir ein Navigationssystem oder gar Seekarten, wir wissen und kennen doch den Weg. Also schippern wir munter los und kommen dann total übermüdet wieder an Land ohne viel ausgerichtet zu haben.

Hätten wir doch vorher unseren Herrn einmal gefragt. Dann wäre vieles anders gelaufen. Aber es ist ja noch nicht zu spät.

2. Die neuen Wege

Jesus erkannte schon lange, dass das nichs geworden ist, die Sache mit dem auf eigene Faust fischen gehen. Also fragt er seine Jünger ganz konkret nach dem, was sie erreicht haben. Und ehrlicherweise mussten sie ihm gestehen, dass der ganze Aufwand für die Katz war, den sie die ganze Nacht betrieben haben.

Und dann macht Jesus einen erstaunlichen Vorschlag. Er fordert die Fischer auf, nochmals auf das Meer zu fahren, das Netz auszuwerfen und abzuwarten, was geschieht. Das besondere daran hat mir mal ein alter Bruder erklärt, der seinesgleichen passionierter Angler war.

Er sagte zu mir: „In der Nacht beißen die Fische, aber so gut wie niemals am Tage. Wenn du nachts nichts gefangen hast, dann brauchste am nächsten Morgen gar nicht erst raus zufahren.“ Das wussten sicherlich auch schon die Fischer zu Zeiten Jesu; denn sie waren ja hauptberuflich Fischer und wir dürfen daher ruhig davon ausgehen, dass sie dieses Handwerk auch beherrschten.

Was Jesus ihnen vorgeschlagen hat, das war doch der reinste Wahnsinn. Das konnte doch gar nicht klappen. Das hat doch noch nie geklappt. Und außerdem waren sie sicherlich allesamt rechtschaffen müde und wollten wohl eher schlafen gehen, als erneut die Boote zu besteigen. Und doch, liebe Gemeinde, hörten sie auf das Wort, welches Jesus zu ihnen sagte.

Egal wie widersinnig es auch sein mochte, sie gingen einfach den neuen Weg, den Jesus ihnen vorschlug. Egal, ob nach ihrer Sicht etwas dabei herauskommen sollte, sie gingen ihn einfach diesen neuen Weg, den Jesus vorgab. Sie hinterfragten Jesus nicht und fingen auch keine Diskussion über die Fischerei an. Sie gingen einfach den Weg, den Jesus ihnen vorgab zu gehen.

Und von diesen Fischern können wir uns alle auch heute noch eine gewaltige Scheibe abschneiden. Wenn Jesus mit uns redet, dann haben wir doch häufig sofort Einwände parat, warum das so doch gar nicht gehen kann. „Herr, ich habe das doch schon x-mal probiert. Es ist doch nichts dabei herausgekommen“. So oder ähnlich lauten doch unsere Überlegungen um ja nicht das zu machen, was Jesus uns vorschlägt.

Ich glaube, wir tun gut daran, auch wieder einmal öfter allein auf unseren Herrn zu hören und unsere Einwände einfach mal in die Ecke zu stellen und nur das zu tun, was Jesus uns vorgibt. Steller wir uns doch dies einmal als folgende Formel vor:

Ich + Bemühungen + Bemühungen = Misserfolg
Jesus + Bemühungen + Bemühungen = Erfolg

Wir haben nur das „Ich“ weggenommen, nicht aber die Bemühungen. Das sei allen gesagt, die meinen, ein Leben mit Jesus bedeutet auch gleichzeitig, dass uns Jesus all unsere Mühen abnimmt. Das ist sicherlich nicht der Fall. Jesus zeigt uns zwar den richtigen Weg, gehen müssen wir ihn dann schon selber.

3. Danken

Nachdem die Fischer einen so üppigen Fang gemacht hatten, hielten sie mit Jesus auch das Dankesmahl. Das stünde uns allen auch heute noch ganz gut zu Gesicht. Wenn uns etwas besonders gut gelungen ist, dann klopfen wir uns doch ganz gern auf die Schulter und lassen uns auch ganz gern bewundern, was für tolle Kerle und Damen wir doch sind.

Machen wir uns doch wieder einmal bewusst, dass alles, was uns gelingt, letztendlich von unserem Herrn kommt und wir ihm dafür ruhig einmal danken dürfen. Ist ist doch schon erstaunlich, warum wir dies nicht tun, oder finden sie nicht? Da laufen wir alleine in die Irre und erreichen nichts. Dann fragen wir den Herrn nach dem rechten Weg, den dieser uns dann auch zeigt.

Dann gehen wir den rechten Weg und haben auch den Erfolg, den uns der Herr zugesteht und dann kommt meist noch nicht einmal ein Danke. Herr? Ich glaube es liegt ins unserer menschlichen Natur, dass wir so „gestrickt“sind. Wenn uns etwas besonders gut gelingt, dann haben wir das natürlich selber hinbekommen, wenn eine Sache so richtig in die Hose geht, dann waren die Umstände, die anderen Menschen oder sogar letztendlich Gott daran schuld, dass es nicht so geklappt hat, wie wir uns das gedacht hatten.

Kommen wir doch wieder auf den Boden der Tatsachen zurück und machen wir uns immer wieder folgendes bewusst: Wege, die wir alleine gehen, scheitern oftmals, Wege, die wir mit unserem Herrn an unserer Seite gehen, sind von Erfolg gekrönt und dafür dürfen wir auch mal dankbar sein.

Tun wir dies doch jetzt sofort gemeinsam, indem wir in den ersten und sechsten Vers des Liedes „Danke für diesen guten Morgen… (EG 334) des Liederdichters Martin Gotthard Schneider einstimmen, die da lauten, wie folgt:

Danke für diesen guten Morgen, danke für diesen neuen Tag.
Danke, dass ich meine Sorgen auf dich werfen mag.
Danke, dein Heil kennt keine Schranken, danke, ich halt mich fest daran.
Danke, ach Herr, ich will dir danken, dass ich danken kann.

Der Herr segne dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche, in welcher sicherlich wieder jede Menge Gelegenheiten auftreten werden, für die wir dankbar sein können.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naberqu

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 1. Sonntag nach Ostern, dem Sonntag Quasimodogeniti. Wie die neugeborenen Kindlein, so lautet die Übersetzung dieses Sonntages. Was sich seit Ostern konkret als neugeborene Kindlein für einen jeden von uns geändert hat, das erfahren
wir in unserem heutigen Predigttext. Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag bei Johannes Kapitel 20, die Verse 19-29. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen.

Am Abend aber dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch ! Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da
wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermals zu ihnen:
Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und als er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den heiligen Geist!
Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen
sind sie behalten. Thomas aber, der Zwilling genannt wird, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmale sehe und meinen Finger in die Nägelmale lege und meine Hand an seine Seite lege, kann ich’s nicht glauben. Und nach acht Tagen waren seine Jünger abermals drinnen versammelt, und Thomas war bei ihnen. Kommt Jesus, als die Türen
verschlossen waren, und tritt mitten unter sie und spricht: Friede sei mit euch! Danach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Weil du mich gesehen hast, Thomas, darum glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!

Liebe Gemeinde,

wenn wir uns den Text einmal etwas genauer betrachten, denn erfahren wir heute 3 elementare Grundlagen des Glaubens. Lassen Sie uns diesen Grundlagen einmal näher auf den Grund gehen.

1. Was wünscht uns Jesus

3x vernehmen wir es, was Jesus seinen Nachfolgern wünscht, nämlich „Friede sei mit euch !“ Um es gleich einmal vorwegzunehmen, dieser Wunsch galt nicht nur den Jüngern vor 2000 Jahren. Dieser Wunsch gilt auch heute noch einem jeden von uns, wenn ihm Jesus begegnet.

Frieden wird ja oft als Abwesenheit von Streit definiert. So ist der Friede, den uns unser Herr wünscht aber nicht gemeint. Sein Friedenswunsch geht sehr viel tiefer. Wenn Jesus uns Frieden wünscht, dann meint er damit einen Zustand wo wir in der vollkommenen Gnade und dem Frieden Gottes unsere Ruhe in IHM finden.

Wenn wir dies einmal auf den Punkt bringen wollen, dann ist dies nichts anderes als die Versöhnung in die Tat umgesetzt. Dieser Frieden, den uns Jesus wünscht, dieser Frieden ist genau der Osterfriede, den Jesus durch sein Erlösungswerk erst möglich gemacht hat. Mit seinem Friedenswunsch
geht die Aufforderung einher, dass wir doch bitte in diesen Frieden eintreten mögen.

Unser Weg zu Gott war gesperrt durch die Schranke unserer Sünde. Jesus hat den Weg zu Gott für einen jeden von uns wieder freigemacht.

Ostern hat dadurch irdische und auch himmlische Konsequenzen. Die himmlische Konsequenz ist die, das wir eine vollkommen neue und intensive Beziehung zu unserem Vater im Himmel aufbauen dürfen. Ostern hat aber auch Auswirkungen auf Erden. Nicht nur die Beziehung zu Gott, auch die Beziehung zu unseren Mitmenschen dürfen wir neu gestalten, sie also durch die Brille der österlichen Gnade ganz neu betrachten.

2. Was schenkt uns Jesus

Jesus schenkt uns, wie wir in unserem Predigttext erfahren, den Heiligen Geist. Nun ist Gott als Vater, Jesus als Sohn für die meisten Menschen noch irgendwie vorstellbar, aber der Heilige Geist da haben wir doch so manchmal unsere Probleme dies anderen Menschen zu erklären.

Luther übersetzt ihn einmal als Tröster, der uns in Ermangelung der körperlichen Gegenwart Jesu und der direkten Gegenwart mit Gott hier auf Erden geschenkt wird. Tröster allein scheint mir doch etwas zu wenig zu sein.

Der Heilige Geist ist es nämlich, der uns zu erkennen gibt, wer Gott ist und was Jesus mit welcher Konsequenz für uns getan hat. Ohne den Heiligen Geist lebe ich komplett in dieser Welt und wer Gott ist und was Jesus getan hat interessiert mich nicht. Es ist der Heilige Geist, der mich darauf neugierig macht.

Jetzt verstehen unsere Mitmenschen sicherlich auch, dass wir Gott von allein gar nicht finden können, er muss zunächst tätig werden, also uns neugierig machen auf sich.

Wenn uns diese Neugier gepackt hat, dann können wir gar nicht mehr anders, dann müssen wir einfach immer mehr und mehr von Gott hören und erfahren. Des Weiteren begleitet uns der Heilige Geist dann auch auf unserem Wege hin zu Jesus hin. Der Heilige Geist hilft uns bei der Reinigung von unseren Sünden und hilft uns dabei, Jesus immer ein Stück weit ähnlicher zu werden.

Wenn wir es so wollen, dann ordnet der Heilige Geist unser Leben von Grund auf neu. Aller Schmutz und Unrat wird nach und nach beseitigt und alles vor Gott reine und wahre zieht bei uns ein. Der Heilige Geist ist ein sanfter Lehrer, sein Wirken spüren wir meist gar nicht. Aber, liebe Gemeinde, sein Wirken hat Außenwirkung. Diese Außenwirkung merken als erstes unsere Mitmenschen. Sie nehmen wahr, dass sich in unserem Leben etwas radikal verändert.

Natürlich werden nicht alle wohlwollend zur Kenntnis nehmen, dass wir mit alten liebgewordenen Gewohnheiten gebrochen haben. Aber wir dürfen uns dadurch nicht beeinflussen lassen. Der Heilige Geist bewirkt nur das in uns, was uns nützt und gut für uns ist. Selbst wenn wir den Kontakt zu alten sogenannten Freunden verlieren sollten, wir werden etwas anderes dafür erhalten, was besser für uns ist.

3. Wie sollen wir glauben?

Ich glaube nur, was ich sehe. Was ich sehe, liebe Gemeinde, brauche ich nicht mehr zu glauben, denn es hat sich mir ja bereits offenbart. Jesus sagt hingegen: “ Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!“ In der Elberfelder Übersetzung finden wir für „Selig“ das Wort „Glückselig“, welches im Urtext „makarios“ heißt.

Makarios kann auch mit „völlige Zufriedenheit besitzend“ übersetzt werden. Der Mensch erlangt die vollkommene Zufriedenheit in Gott, der an ihn glaubt, ohne ihn zu sehen. Wer dieses vollkommene Vertrauen in Jesus hat, der wird von ihm niemals enttäuscht werden.

Der Mensch, der diese völlige Zufriedenheit besitzt lebt zwar nach wie vor in dieser Welt, ist aber nicht mehr von den Meinungen und Trends dieser Welt abhängig. Er lebt aus der völligen Abhängigkeit zu Gott heraus in dieser Welt.

Das klingt jetzt sehr hochtrabend, ist aber ganz einfach. Der glaubende Mensch macht nicht mehr sich zum Nabel der Welt, sondern Gott. Wer Gott auf den Thron seines Lebens setzt, der wird auch stets von ihm geleitet und geführt werden. Und dieser Leitung sollen wir folgen. Nicht mehr und
nicht weniger.

Ganz plakativ ausgedrückt kann man auch sagen: „Hör auf das, was Gott Dir sagt und mach das dann auch.“ Fangen wir am besten gleich damit an.

Diese Zuversicht des Glaubens drückt der Liederdichter Christian Fürchtegott Gellert sehr schön in dem ersten Vers seine Liedes: „Jesus lebt, mit ihm auch ich !“ (EG 115) aus, der da lautet, wie folgt:

Jesus lebt, mit ihm auch ich!
Tod, wo sind nun deine Schrecken?
Er, er lebt und wird auch mich
von den Toten auferwecken.
Er verklärt mich in sein Licht;
dies ist meine Zuversicht.

Der Herr lasse seinen Frieden allezeit auf Dir ruhen
Der Herr lasse allezeit den Heiligen Geist in Dir wirken
Der Herr lasse Deinen Glauben immer weiter in Dir reifen

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag Quasimodogeniti, was übersetzt bedeutet „wie die neugeborenen Kindlein“. Den Grundstein dafür, dass wir wieder in Gottes Nähe kommen dürfen, hat Jesus mit Seinem stellvertretenden Tod für uns gelegt. Unser Predigttext beschäftigt sich mit dem nächsten Schritt. Wir könnten auch sagen : Und wie geht es weiter ? „.
Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag bei dem Propheten Jesaja im 40. Kapitel,
die Verse 26-31. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Hebet eure Augen in die Höhe und seht ! Wer hat dies geschaffen ? Er führt ihr Heer vollzählig herauf und ruft sie alle mit Namen; seine Macht und starke Kraft ist so groß, dass nicht eins von ihnen fehlt.
Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst: „Mein Weg ist dem Herrn verborgen, und mein Recht geht vor meinem Gott vorüber“ ? Weißt du nicht ? Hast du nicht gehört ? Der Herr, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich. Er gibt dem Müden Kraft, und Stärke genug, dem Unvermögenden. Männer werden müde und matt, und Jünglinge straucheln und fallen; aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

Liebe Gemeinde,

der entscheidende Teil unseres heutigen Predigttextes steht im letzten Satz desselben. Lassen Sie uns drei Punkten ein wenig nachgehen.

1. Harren

Voraussetzung für die Kraft, die wir von unserem Herrn bekommen, ist, dass wir auf den Herrn harren. Nun ist harren ein Wort, welches wir so nicht mehr in unserem Wortschatz benutzen, jedenfalls die allermeisten unter uns nicht mehr. Also sollten wir uns zunächst die Frage stellen:
Was ist das eigentlich, das Harren ?

Unter Harren verstehen wir in diesem Zusammenhang das Hoffen und das Festhalten an Gott, auch und gerade bei Umständen, die dies nicht gerade einfach machen.

Egal, wie es mir gerade auch gehen mag, wie schlecht es um meine Gesundheit, meinen Arbeitsplatz usw. bestellt ist, ich verlasse mich allein auf meinen Herrn im Himmel. Das ist Harren. Harren ist der Blick hinter dem Augenblick, der uns wieder feste Gewissheit verleiht.

Häufig bleibt unser Blick ja an der Situation oder in der Lage hängen, in welcher wir uns gerade befinden. Und da kann es schon mal geschehen, dass wir weder ein noch aus wissen, weil wir uns in unseren Problemen verrannt haben. Doch gerade dann sollten wir einen Blick hinter diesen Augenblick wagen. Einen Blick, der über die momentane Misere herausgeht.

Wenn wir dies wagen, dann wird uns aus unserer Geduld neue Kraft erwachsen. Das sagt sich gewiss einfacher als es wirklich ist. Wenn ich einen lieben Menschen verloren habe, dann fällt es mir verdammt schwer, diesen Blick hinter den Augenblick zu tun. Aber, als Christ weiß ich, dass es danach, also nach meiner Trauer noch etwas gibt. Gott wird mich durch diesen Augenblick führen und mir den Blick hinter diesen Augenblick ermöglichen. Das ist unsere Hoffnung als Christen.

2. Auffahren mit Flügeln wie Adler

Für das Wort „Auffahren“ finden wir im Urtext das Wort „Alah“, welches soviel bedeutet, wie „Empor zu Gott“.

Wenn wir es direkt übertragen, dann bedeutet dies, die Fortbewegung von einem niedrigeren zu einem höher gelegenen Platz.

Und damit, liebe Gemeinde ist das gemeint, was wir unter geistlichem Wachstum verstehen.

Als Quasimodoginiti, also als die neugeborenen Kindlein sind wir zwar unter der Gnade unseres Herrn, aber noch vollkommen unerfahren, wenn es um das Leben als Christ geht. Und mit diesem neuen Leben als Christ geht Gott ganz behutsam mit uns um.

Zunächst einmal sollen wir nur eines, nämlich Ihm allein voll und ganz vertrauen, also auf Ihn harren. Damit haben wir die Basis für eine gute Beziehung zu Gott geschaffen. Wenn wir dies getan haben, dann verheißt Er uns, dass Er uns geistlich wachsen lassen wird.

Also ganz wichtig, nicht wir wachsen geistlich, sondern Gott lässt uns geistlich wachsen. Wenn wir es so wollen, dann gehen wir als bekehrte Christen jeden Tag unseres Lebens ein Stück weit weiter dem Himmel entgegen. Und das nicht allein auf uns gestellt, sondern immer an des Herren Hand.

Ist das nicht wunderbar, dass wir uns stets von Seiner Liebe getragen und geborgen fühlen dürfen ?

3. Laufen und nicht matt werden, wandeln und nicht müde werden

Liebe Gemeinde, was ist eigentlich unsere Aufgabe als Christen ?
Natürlich wissen wir dies alle: Wir sollen die frohe Botschaft mit den Gaben und Talenten weitergeben, die uns der Herr dafür verliehen hat.

Jetzt machen wir uns mal bitte alle nichts vor, 90% unserer Bemühungen verlaufen doch meist im Sande. Jedenfalls nach unserer Betrachtungsweise.

Wenn man über uns lacht ok, damit kann ich noch ganz gut leben. Feiner Spott und Häme lassen mich schon ein wenig unruhiger werden. Wenn ich dann auf einer Christlichen Gegendemo das Transparent lese: „Hätt Maria abgetrieben, wärt ihr uns erspart geblieben.“ dann möchte ich am liebsten….

Ja, manchmal möchte man sich dann doch wieder am liebsten zurückziehen in die Geborgenheit der eigenen Gemeinde, wo man ohne alle Unbillen Gott anbeten kann.

Und genau das, das sollen wir eben nicht tun. Die Schlacht ist dann am schönsten, wenn einem die Kugeln um die Ohren fliegen. Gerade dann, wenn solche Transparente, wie eben beschrieben uns um die Ohren gehauen werden, gerade dann müssen wir aufrecht stehen und Farbe bekennen.

Nur wer vor Gott in die Knie geht, kann vor den Menschen aufrecht stehen. Vor Gott in die Knie gehen, das ist es, was das Harren ausmacht.
Geistlich zu wachsen bildet die Basis für unsere Tätigkeit als Christen in dieser Welt. Und die Kraft des Laufens und Wandelns ohne müde und matt zu werden, die schenkt uns unser Herr.

Aber Achtung, wir haben keine Kraftreserven in uns. Gott stärkt uns immer dann, wenn wir es nötig haben. Auf Vorrat gibt es keine Kraft.
Warum eigentlich nicht ? Wenn das so wäre, dann würden wir uns, wie wir Menschen nun einmal sind, doch wieder nur auf uns verlassen und aus wäre es, die Sache mit dem Harren auf den Herrn.

Wenn Sie mich jetzt fragen, wie ich die heutige Predigt in einem Satz zusammenfassen würde, so würde ich sagen: „Die Botschaft lautet:
Dranbleiben, egal, was immer auch passiert.“
Probieren wir das doch einmal alle zusammen in der nächsten Woche.

Wer sich mit der Lebensgeschichte von Paul Gerhardt ein wenig näher befasst, der erfährt, dass er durch so manches tiefe Tal gegangen ist. Und trotz allem ist er „drangeblieben“.
Sehr schön beschreibt er dies in dem 6. Vers seines Liedes „Ich bin ein Gast auf Erden…“ (EG529), der da lautet, wie folgt:

So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt,
doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt.
Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt,
da mich ohn alle Maße, mein Vater trösten wird.

Der Herr gebe Dir jeden Tag die Kraft auf IHN zu harren
Der Herr lasse Dich Tag für Tag weiter geistlich wachsen
Der Herr stärke Dich Tag für Tag auf Deinem Weg mit IHM

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen Sonntag und einen guten Start in die neue Woche begleitet und geleitet von der Liebe unseres Herrn Jesus Christus.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

seien Sie mir alle recht herzlich gegrüßt am heutigen Sonntag Quasimodogeniti. Auf Grund der zeitlichen Nähe zu Ostern geht es in dem heutigen Predigttext noch einmal um das Ostergeschehen und dessen tiefe Bedeutung für uns und unser Leben. Wir finden den Predigttext für den
heutigen Sonntag im Kolosserbrief Kapitel 2, die Verse 12-15. Wollen wir zunächst auf diesen Text hören:

Mit ihm seid ihr begraben worden durch die Taufe; mit ihm seid ihr auch auferstanden durch den Glauben aus der Kraft Gottes, der ihn auferweckt hat von den Toten. Und er hat euch mit ihm lebendig gemacht, die ihr tot wart in den Sünden und in der Beschnittenheit eures Fleisches, und hat uns vergeben alle Sünden. Er hat den Schuldbrief getilgt, der mit seinen Forderungen gegen uns war, und hat ihn weggetan und an das Kreuz geheftet. Er hat die Mächte und Gewalten ihrer Macht entkleidet und sie öffentlich zur Schau gestellt und hat einen Triumph aus ihnen gemacht in Christus.

Liebe Gemeinde,

in unserem heutigen Predigttext geht es um drei zentrale Themen, die das Ostergeschehen bestimmen. Es geht um Sünde, Erlösung und die neue Freiheit. Lassen Sie uns diese drei Punkte am heutigen Sonntag ein wenig näher betrachten.

1. Die Sünde

Wir sind ja immer wieder dazu geneigt, das Wort Sünde ein wenig zu verniedlichen. Ostern haben wir alle ein wenig zuviel gesündigt, so sagen wir gern, wenn wir etwas zu viel gegessen haben. Diese „Sünden“ sind hier sicherlich nicht gemeint.

Schreckliche Taten, wie wir sie vor kurzem wieder im Fernsehen gesehen haben, wie Kindesmord das sind richtige Sünden. Mord, Totschlag, Raub und andere Gewaltdelikte, das ist doch vermutlich damit gemeint, wenn es um Sünden geht, die wir bereuen müssen, um in den Himmel zu kommen. Diese sind zwar auch gemeint. Aber der biblische Sündenbegriff reicht noch viel, viel weiter.

Sicherlich haben wir alle schon einmal von den 7 Todsünden gehört, welche da sind: Hochmut, Habgier, Neid, Zorn, Wollust, Maßlosigkeit, Gleichgültigkeit. All dies ist in Gottes Augen Sünde. Es sind also nicht nur die vermeintlich schlimmen Taten, die vor Gott als Sünde gelten. Ich
bin beinahe versucht zu sagen, dass diese 7 Todsünden einen Spiegel unserer heutigen Gesellschaft darstellen. Ganz so schlimm ist es nun auch wieder nicht. Aber seien wir doch einmal ehrlich zu uns selbst: Waren wir noch nie zornig ? Waren wir noch nie neidisch ? Waren wir noch nie hochmütig, indem wir uns als etwas „Besseres“ gefühlt haben ?

Wenn wir ehrlich sind, dann müssen wir uns zugestehen, dass wir alle immer wieder sündigen. Jetzt könnten wir einwenden: Das tun doch alle irgendwann mal. Auch wenn es alle tun, ist und bleibt Sünde eben Sünde. Und diesen Mantel der Sünde hat der Herr Jesus Christus aufgedeckt.

„Der Sünde Sold ist der Tod; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.“ So schreibt es der Apostel Paulus und bringt dabei die zentrale biblische Botschaft direkt auf den Punkt.

Wir müssen erkennen, dass wir Zeit unseres Lebens immer wieder die Vergebung durch unseren Herrn benötigen, da wir immer und immer wieder sündigen werden. Es ist eben nicht mit dem einmaligen Bekenntnis getan. Damit fängt unser Christenleben nämlich erst an.

2. Die Erlösung

Wenn wir die Vergebung der Sünden annehmen, dann sind wir erlöst. Erlöst von der ewigen Verdammnis und bereit für ein ewiges Leben in der Gegenwart unseres Herrn.

Wenn wir uns für ein Leben mit Christus auf Erden entscheiden, dann hilft Er uns auch, all diesen bösen Mächten, die uns immer wieder zur Sünde treiben, zu widerstehen.

Der Tod mit all seiner Macht beginnt nicht mit unserem letzten Atemzug auf Erden, sondern mit unserem ersten. Und unser Leben mit Christus beginnt nicht erst nach unserem Tod, sondern im Anschluss an unsere Bekehrung. Trotzdem ist es aber so, dass nach wie vor die Sünde alle Fühler ausstreckt mit dem Ziele, uns zu verführen. Bleiben wir an Christus dran, so wird Er uns helfen in Zeiten der Anfechtung. Aber als schwache Menschen können wir bewusst oder auch unbewusst der ein oder anderen Sünde auf den Leim gehen.

Und schon bedürfen wir wieder der Vergebung durch unseren Herrn. Wie wunderbar ist da doch die Zusage unseres Herrn, dass Er immer treu und gerecht ist, wenn wir unsere Sünden bereuen und uns wieder zu Ihm wenden. Ich glaube es ist uns manchmal gar nicht so sehr bewusst, wie wertvoll diese immer wiederkehrende Vergebung ist. Stellen wir uns doch einmal vor, wir machen jeden Tag an unserem Arbeitsplatz einen kapitalen Fehler. Ein oder zwei Tage wird dies vielleicht entschuldigt, aber spätestens am dritten Tage bekommen wir eine Abmahnung. Machen wir weitere Fehler, so fliegen wir aus dem Unternehmen hinaus. Aus dem Himmel werden wir aber nicht hinausgeworfen, egal, wie viele Fehler wir machen. Wenn wir uns nur immer wieder zu unserem Herrn wenden, dann werden alle Sünden verziehen. Und noch viel schöner, man spricht auch
nicht mehr über sie.

3. Die neue Freiheit

Was ist eigentlich Freiheit ? Freiheit ist, wenn ich finanziell unabhängig bin, so höre ich es immer wieder. Freiheit ist, wenn ich machen kann, was ich will, so höre ich es gern von sogenannten
„Aussteigern“. Freiheit ist, wenn mir keiner mehr was zu sagen hat, das ist das Credo der beruflich Unabhängigen. Aber ist dies wirklich Freiheit ? Da kommt dann eine Finanzkrise und aus ist es mit der finanziellen Unabhängigkeit. Und wenn der Aussteiger kein Geld mehr hat, dann muss er ganz fix wieder einsteigen, wenn er überleben will.

Die neue Freiheit, die uns der Herr Jesus verspricht ist eine fundamentale Freiheit. ER hat uns frei gemacht vom „man“. „Man“ geht im Anzug in die Kirche. „Man“ darf am Sonntag nicht arbeiten. „Man“ sei gefälligst dem Pfarrer untertänigst ergeben. Von all diesen Sachzwängen, um nur ein paar zu nennen, hat uns Jesus befreit.

Wir dürfen IN Ihm und MIT Ihm leben ohne irgendwelche sinnlosen Zwänge zu erfüllen. Wir dürfen mit Ihm reden, so wie wir mit unseren Freunden und Bekannten reden. Es bedarf keiner wohlformulierten Gebete. So reden wir schließlich auch nicht mit unseren Mitmenschen. Diese neue Freiheit dürfen wir jeden Tag auf’s Neue genießen.

Daher heißt dieser Sonntag auch Quasimodogeniti, also „Wie die Neugeborenen“. Wir sind also als Christen ganz neu zur Freiheit geboren. Lassen Sie mich schnell noch ein letztes sagen:

Gewiss, wir dürfen diese neue Freiheit jeden Tag genießen, aber wir müssen auch lernen, mit dieser Freiheit verantwortungsvoll umzugehen. Diese neue Freiheit ist nämlich kein Freibrief, der uns alles erlaubt, was wir gerade tun möchten. Sicherlich hilft uns unser Herr dabei diese neue Freiheit zu lernen. Aber es schadet auch nicht, sich einer Glaubensgemeinschaft anzuschließen um in der Gemeinschaft voneinander und miteinander zu lernen wie wir mit dieser Christusfreiheit umgehen können.

Diese neue Freiheit beschreibt der Liederdichter Paul Gerhardt sehr treffend in dem ersten Verse seines Liedes „Die güldne Sonne…“, der da lautet, wie folgt:

Die güldne Sonne voll Freud und Wonne
bringt unsern Grenzen mit ihrem Glänzen
ein herzerquickendes, liebliches Licht.
Mein Haupt und Glieder, die lagen darnieder;
aber nun steh ich, bin munter und fröhlich,
schaue den Himmel mit meinem Gesicht.

Der Herr gebe Dir die Kraft, den Sünden beharrlich zu widerstehen
Der Herr lasse Dich immer wieder die Kraft der Vergebung spüren
Der Herr zeige Dir den rechten Weg der neuen Freiheit

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen fröhlichen Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag, dem ersten Sonntag nach dem Osterfest. Dieser trägt den Namen Quasimodogeniti (Wie die neugeborenen Kindlein).

Und dies sind wir seit dem Osterfest doch alle. Alle, die dem Herrn Jesus ihr Leben übergeben haben und damit ihr Vertrauen nur auf IHN setzen, werden von IHM im Geiste erneuert.
Und um dieses Vertrauen geht es auch in unserem heutigen Predigttext.
Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag im Evangelium des Johannes, Kapitel 21, die Verse 1-14. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Der Auferstandene am See Tiberias

Danach offenbarte sich Jesus abermals den Jüngern am See Tiberias. Er offenbarte sich aber so: Es waren beieinander Simon Petrus und Thomas, der Zwilling genannt wird, und Nathanael aus Kana in Galiläa und die Söhne des Zebedäus und zwei andere seiner Jünger. Spricht Simon Petrus zu ihnen: Ich will fischen gehen. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot, und in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es aber schon Morgen war, stand Jesus am Ufer, aber die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Spricht Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen ? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sprach zu ihnen: Werft das Netz aus zur Rechten des Bootes, so werdet ihr finden. Da warfen sie es aus und konnten’s nicht mehr ziehen wegen der Menge der Fische.

Da spricht der Jünger, den Jesus liebhatte, zu Petrus: Es ist der Herr ! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr war, gürtete er sich das Obergewand um, denn er war nackt, und warf sich ins Wasser. Die andern Jünger aber kamen mit dem Boot, denn sie waren nicht fern vom Land, nur etwa
zweihundert Ellen, und zogen das Netz mit den Fischen. Als sie nun ans Land stiegen, sahen sie ein Kohlenfeuer und Fische darauf und Brot. Spricht Jesus zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt ! Simon Petrus stieg hinein und zog das Netz an Land, voll großer Fische, hundertdreiundfünfzig. und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht. Spricht Jesus zu ihnen: Kommt und haltet das Mahl ! Niemand aber unter den Jüngern wagte, ihn zu fragen: Wer bist du ? Denn sie wussten, dass es der Herr war. Da kommt Jesus und nimmt das Brot und gibt’s ihnen, desgleichen auch die Fische. Das ist nun das dritte Mal, dass Jesus den Jüngern offenbart wurde, nachdem er von den Toten auferstanden war.

Liebe Gemeinde,

eigentlich hätten wir doch so bald nach Ostern einen Predigttext erwartet, der nur so von Vertrauen strotzt. War doch Jesus auferstanden und hatte sich schon zwei Mal den Jüngern präsentiert. Eigentlich hätten sie doch mit stolzgeschwellter Brust durch die Gegend laufen müssen um allen Menschen zu verkündigen, dass ihr Meister lebt. Und doch, irgendwie holte sie alsbald das Alltagsgeschehen wieder ein und sie gingen weitestgehend ihren ursprünglichen Berufen nach. Und gerade da fallen uns drei Besonderheiten auf, die wir am heutigen Sonntag ein wenig näher betrachten wollen.

1. Ohne Jesus gelingt nichts

Da sagt Petrus zu den anderen Jüngern: „Ich will fischen gehen.“ Und was passiert? Genau, liebe Gemeinde – nichts passiert. Die ganze Nacht war die Mannschaft unterwegs, ohne auch nur einen einzigen Fisch zu fangen. Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass es sich nicht um irgendwelche
Hobbyangler handelte. Nein, diese Menschen benötigten den Erlös aus dem täglichen Fischfang dringend, um ihre Familien zu ernähren.

So saßen sie also nun ziemlich enttäuscht am Ufer und mussten auch noch einem Fremden zugestehen, dass ihre ganze Arbeit sprichwörtlich für die Katz gewesen war. So was könnte uns natürlich heute nicht mehr passieren. Oder etwa doch?

Schauen wir uns einen Moment lang den Petrus an. Seine ersten Worte vor dem Auslaufen waren: „Ich will…“ Und das sind auch heute noch unsere ersten Worte, wenn es darum geht, das zu machen, was uns so vorschwebt.
Ich will mein Abitur machen. Ich will Medizin studieren. Ich will eine glückliche Familie und gesunde Kinder mein eigen nennen. Das, liebe Gemeinde sind doch die „Ich will“ Worte unserer heutigen Zeit. Gar wenige fragen doch noch den Herrn, ob es auch Sein Wille ist.

Unterstützt von Motivationsgurus, die uns mit einem „Du schaffst alles, was du willst“ auch noch den letzten Zweifel nehmen, starten wir doch häufig unsere Unternehmungen. Und wenn dann alles auf einmal ganz anders kommt, wenn wir das Abitur nicht schaffen oder den Studiengang abbrechen müssen, oder aber eben keine glückliche Familie um uns herum haben, dann sitzen wir wie die Jünger damals vor dem Scherbenhaufen unserer „Ich will“ Worte.

Wenn meine Großmutter zu einer Unternehmung aufbrach, dann fügte sie ihren Absichten stets den Satz hinzu, „so Gott der Herr will“. Wer tut das eigentlich heute noch ? Und, liebe Gemeinde, wir können sogar noch einen Schritt weitergehen. VOR allem, was wir beginnen, dürfen wir ruhig
einmal wieder unseren Herrn fragen, was ER denn davon hält. Ich bin mir sicher, dass viele unserer trübseligen Erfahrungen dadurch vermieden werden können, wenn wir zunächst einmal den Willen unseres Herrn erkunden.

Wenn wir indes ohne Ihn gehen, dann dürfen wir uns nicht wundern, wenn wir auf dem Wege stolpern oder gar fallen.

2. Mit Jesus gelingt alles

Eine ganz schön steile Behauptung, finden Sie nicht auch ? Und doch, liebe Gemeinde, diese Behauptung ist wahr. Schauen wir uns doch nur einmal unseren Predigttext an. In dem gleichen Gewässer, wo die Jünger keinen einzigen Fisch gefangen haben, in genau dem gleichen Gewässer
machen sie jetzt einen Jahrhundertfang, den ein Mann allein gar nicht mehr bewältigen kann. Sie machen diesen Fang, weil sie allein den Worten Jesus vertraut haben und genau das gemacht haben, was Er von ihnen verlangt hat.

Würden wir das heute auch noch tun ? Stellen wir uns doch einmal vor, wir hätten die ganze Nacht umsonst gefischt und säßen müde und total frustriert am Uferrand eines Sees. Dann würde uns Jesus sagen: Macht das gleiche nochmal und so werdet ihr Fische fangen. Ich glaube wir hätten denjenigen erst einmal für ein wenig verrückt erklärt. Wir haben uns acht Stunden abgerackert und x-mal unsere Netze ausgeworfen. Und nun sollen wir mit einem einzigen Auswerfen den Fang der ganzen Nacht einbringen ? Das gibt’s doch gar nicht. Genau so denkt doch der Mensch von heute und gibt somit gleichzeitig dem Herrn gar keine Chance, sein Leben wieder zurecht zu rücken.

Der Weltmensch von heute rechnet doch gar nicht mehr mit dem heilenden Eingreifen unseres Herrn. Die Jünger mögen vielleicht auch gezögert haben, aber sie sind den Worten des Herrn dann doch blindlings gefolgt und haben in einem Bruchteil der Zeit viel mehr gefangen, als die ganze
vorherige Nacht über.

Wenn wir sagen „mit Jesus gelingt alles“ dann stimmt dies zwar, aber wir müssen noch hinzufügen“Wenn wir es so machen, wie ER es will“.
Dies soll keine Einschränkung sein, sondern lediglich eine Erklärung. Nur, wenn wir SEINEN Willen tun wird uns auch das gelingen, was wir in Seinem Willen tun. Seinen Willen aber, den erfahren wir nur, wenn wir IHN danach befragen. Und das können wir jederzeit im Gebet machen.

Übrigens: Jesus interessiert sich nicht nur für die vermeintlich großen Dinge unseres Lebens, auch bei den vermeintlich kleinen Problemen des Alltages dürfen wir Ihn um Seinen Rat und Seinen Beistand bitten. Bitten wir doch unseren Herrn wieder allmorgendlich direkt nach dem Aufwachen,
dass Er uns auch an diesem neuen Tage führen, leiten und begleiten möge.

3. Eine „Unkaputtbare“ Beziehung

Nach den beiden großen Wahrheiten, die wir soeben vernommen haben, wird die dritte große Wahrheit unseres heutigen Predigttextes sehr schnell überlesen. Das Netz, in welchem die Jünger die Fische an Land zogen, hätte ob der Vielzahl der Fische wegen eigentlich reißen müssen.
Aber es hielt der Belastung stand.

Und genau so ist dies mit unserer Beziehung zu unserem Herrn. Diese Beziehung hält auf immer und ewig. Egal, was auch mit uns geschieht. Unser Netz, also unser Herr hält uns unser ganzes Leben lang fest in Seinen Händen.

Wir leiden an einer schweren Krankheit, unser Herr ist bei uns.
Unser geliebter Partner hat sich von uns getrennt, unser Herr hält uns ganz fest.
Wir haben unsere Arbeitsstelle verloren, unser Herr stärkt uns uns lässt uns niemals im Stich.
Diese Liste, liebe Gemeinde, ließe sich sicherlich endlos fortsetzen. Aber diese Beispiele reichen sicherlich aus, um uns aufzuzeigen, dass unsere Beziehung zu unserem Herrn allen Unwägbarkeiten trotzt.

Eine Beziehung ist natürlich nur dann eine echte Beziehung, wenn sie von beiden Seiten aufrecht erhalten wird. Und dies sollten wir auch bei der Beziehung zu unserem Herrn beachten. Wir dürfen, wie mit unserem Ehepartner auch, täglich mit dem Herrn über alles reden. Wir dürfen, und das meine ich wirklich als Privileg in unserer westlichen Gesellschaft, ungehindert Gottesdienste und christliche Gemeinschaften besuchen. Und wir dürfen, anders als z.b. in China, uns öffentlich zu unserem Herrn bekennen und über Seine Führung in unserem Leben möglichst vielen Menschen berichten.

Lassen Sie uns diese österlichen Privilegien doch über die Osterzeit hinweg aufrecht erhalten. Lassen Sie uns den Herrn loben, Ihn preisen und Ihn anbeten solange wir leben auf dieser Erde.

Dieses Loben und Preisen beschreibt der Liederdichter Ignaz Franz sehr
schön in dem 9. Vers seines Liedes „Großer Gott, wie loben dich…“, der
da lautet, wie folgt:

Alle Tage wollen wir dich und deinen Namen preisen
und zu allen Zeiten dir Ehre, Lob und Dank erweisen.
Rett aus Sünden, rett aus Tod, sei uns gnädig, Herre Gott.

Der Herr öffne Dein Herz, damit Du SEINE Wege für Dich erkennen kannst
Der Herr gebe Dir die Weisheit, ganz SEINEN Wegen zu vertrauen
Der Herr gebe Dir die Kraft, diese Wege in SEINEM Sinne zu begehen

Amen.

Liebe Gemeinde,
ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die erste Maiwoche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Lesergemeinde!

Ich grüße Sie herzlich am 1. Sonntag nach Ostern – Quasimodogeniti.
Für alle Zuschriften und Grüße zum Osterfest sei ganz herzlich gedankt.

Das Predigtwort für diesen Sonntag steht im 1. Petrusbrief,
im 1. Kapitel, in den Versen 3 – 9:²²

„Gepriesen sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus! In seinem großen Erbarmen hat er uns zum zweiten Mal geboren und mit einer lebendigen Hoffnung erfüllt. Diese Hoffnung hat ihren festen Grund darin, daß Jesus Christus vom Tod auferstanden ist. Sie richtet sich auf das neue Leben, das er schon jetzt im Himmel für euch bereithält als einen Besitz, der niemals vergeht oder verdirbt oder aufgezehrt wird. Wenn ihr ihm fest vertraut, wird er seine starke Hand über euch halten und euch bewahren, so daß ihr gerettet werdet und am Ende der Zeit das unvergängliche Leben bekommt, das er euch zugedacht hat.
Deshalb seid ihr voll Freude, auch wenn ihr jetzt für kurze Zeit leiden müßt und auf die verschiedensten Proben gestellt werdet. Das geschieht nur, damit euer Vertrauen auf Gott sich bewähren kann. Wie das vergängliche Gold im Feuer auf seine Echtheit geprüft wird, so wird euer Vertrauen, das viel kostbarer ist als Gold, im Feuer des Leidens geprüft. Wenn es sich als echt erweist, wird Gott euch mit Ehre und Herrlichkeit belohnen an dem Tag, an dem Jesus Christus sich in seiner Herrlichkeit zeigt. Ihn liebt ihr, obwohl ihr ihn nie gesehen habt, ihm vertraut ihr, obwohl ihr ihn jetzt nicht sehen könnt. Darum seid ihr schon jetzt von unaussprechlicher Freude und seligem Jubel erfüllt. Denn ihr seid gewiß, daß euer Vertrauen euch die endgültige Rettung, das unvergängliche Leben, bringen wird.“

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
Spürt ihr die Hoffnung auf Leben, die Euch umgibt?
Überall knospet und blüht es. Aus der Dämmerung heraus steigt ein Gesang der Sonne und dem Schöpfer entgegen. In Fülle und Intensität drängt neues Leben ans Licht. Es ist wie ein Lobpreis Gottes aus prophetischer Annahme der kommenden Erlösung des Schöpfers.

Wir können uns mitnehmen lassen von der Hoffnung. Es ist eine Hoffnung, die trotz Vergehen, Tod und Gewalt zu unseren Herzen drängt. Aber sie alleine trägt noch nicht. Sie löst nicht unsere Probleme.

Aber sie öffnet unser Herz für Ostern.

Da hat Jesus den Tod überwunden. In Jesu Kreuz und Auferstehung ist unsere Sünde getilgt und wir haben neues Leben empfangen. Es ist das Leben, das mit dem Auferstandenen zu uns kommt und zum verheißenen Leben bei Gott führt. Es ist uns geschenkt, von Gott als eine Hoffnung. Sie ist stärker als alle menschliche Hoffnung, die in Erfüllung und Zerbrechen unser Leben bestimmt.

Im Erinnern kann jeder an seine eigene Erfahrung denken.
Einst sang ich mit Anderen Lieder der Hoffnung. In geordneten Reihen sangen wir von der Zukunft. Voran gingen die, die schon einmal unter anderer Fahne und Uniformenhemden gezogen waren. Wir waren jung. Wir hatten überlebt. Wir wollten Zukunft bauen. So hörten wir auf Zukunftsvisionen unserer Zeit.

Aber wir hörten auch an anderer Stelle von der Zukunft, die Gott bereitet. Dort vernahmen wir, dass Gottes Sohn durch den Tod gegangen ist, damit wir leben konnten. Wir erfuhren, dass ein Leben mit Jesus in Gottes Zukunft führt.

Einigen von uns wurde Gottes Zukunft wichtiger als die Zukunft, die uns Menschen versprachen. Wir hörten von Gottes Zusagen, von SEINER Liebe zu uns, von SEINER schenkenden Kraft, die uns trägt und im Tode bewahrt. Und der Herr führte uns auf SEINEN Weg. Wir erlebten, wie uns auf diesem Weg Verlockungen, Verleumdungen und Drohungen begegneten.

Doch die Hand des Herrn ließ uns nicht los. In den Geschehnissen der Zeit, in unseren Lebensereignissen, in der Begegnung mit glaubenden Menschen hörten wir Jesu Ruf zum Leben. Wir entdeckten für uns die Kraft des Gebets und die Kraft der Gemeinschaft unter Gottes Wort.

All das ging in unserem Leben mit uns, durch die Tiefen und Höhen des Lebens, als Hoffnung auf den auferstandenen Jesus. Diese Hoffnung trägt uns durch die Gegenwart und öffnet die Zukunft nach dem Tod.

So lese ich auch unser Predigtwort als Zusage für mich und für Euch:
„Gepriesen sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus! In seinem großen Erbarmen hat er uns zum zweiten Mal geboren und mit seiner lebendigen Hoffnung erfüllt. Diese Hoffnung hat ihren festen Grund darin, daß Jesus Christus vom Tod auferstanden ist. Sie richtet sich auf das neue Leben, daß er schon jetzt im Himmel für euch bereithält als einen Besitz, der niemals vergeht oder verdirbt oder aufgezehrt wird.“

Hier wird uns gesagt:
Ihr seid Menschen, neu geboren zur Hoffnung!

Das hat Euch Gott in der Auferstehung SEINES Sohnes geschenkt.
Aus dieser Kraft lebt Ihr auf die Zukunft Gottes hin, die Gott Euch durch die Auferstehung SEINES Sohnes bereitet hat.

Dafür lasst uns Gott in Freude loben und danken.

Durch dieses Lob und diesen Dank soll die Welt erfahren, dass Jesu Auferstehung auch für sie Gottes Zukunft bringt. – Jesus lebt! –

Mit IHN können alle aus der Hoffnung auf Gottes Zukunft leben. Alle Menschen können neu geboren werden. Wie unser Leben, wird sich auch ihr Leben dadurch verändern. Leiden, Sorgen und Not werden nicht einfach verschwinden. – Aber wie der Herr sie für uns trägt, wird ER es bei allen tun, die Jesus als ihren Herrn annehmen.

Das können wir einander zusprechen!
Das können wir füreinander erbitten!

Der Herr schenke uns und den Gemeinden die Fülle des neuen Lebens, die Jesus in SEINER Auferstehung in diese Welt gebracht hat.
ER schenke es allen Menschen, die IHM und SEINEM Wort begegnen!

SEIN Segen geleite Euch durch die Osterzeit,

es grüßt herzlich
Euer Pfr.i.R. Steinführer

²² Die Gute Nachricht Bibel, Deutsche Bibelgesellschaft