Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Pfingstsonntag. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei Johannes im 16. Kapitel, die Verse 5-15. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Das Werk des Heiligen Geistes

Jetzt aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und niemand von euch fragt mich: Wo gehst du hin? Doch weil ich das zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauer. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch.
Wenn ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden. Und wenn er kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde und über die Gerechtigkeit und über das Gericht; über die Sünde: Dass sie nicht an mich glauben: über die Gerechtigkeit:
Dass ich zum Vater gehe und ihr mich hinfort nicht seht; über das Gericht: Dass der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen. Wenn aber jener,
Der Geist der Wahrheit, kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.
Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er’s nehmen und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein. Darum habe ich gesagt: Er wird’s von dem Meinen nehmen und euch verkündigen.

Liebe Gemeinde,

befragt nach dem Wesen und dem Wirken des Heiligen Geistes fallen uns alle bestimmt sofort die Worte Tröster, Begleiter und Beistand ein. Und dann lesen wir heute bei dem Evangelisten Johannes, dass der Heilige Geist weitere, ganz konkrete Aufgaben an und in uns wahrnimmt. Lassen Sie uns diese Aufgaben heute Morgen einmal ein wenig näher betrachten.

1. Sünde

Der Heilige Geist öffnet uns unsere inneren Augen und lehrt uns, was Sünde ist.
Lassen Sie uns das einmal am Wesen des deutschen Strafrechtes näher erläutern. In unserem Strafgesetzbuch sind diverse Straftatbestände aufgeführt. Verstoße ich auch nur gegen einen dieser Straftatbestände, habe ich mich strafbar gemacht und darf dann meine gerechte Strafe erwarten. Mache ich etwas, was hingegen nicht in dem Strafgesetzbuch als verboten normiert ist, mache ich mich auch nicht strafbar und habe auch keine Strafe zu erwarten.

Wenn wir es so wollen, dann lehrt uns der Heilige Geist das himmlische Strafrecht. Vor unserer Bekehrung waren unsere inneren Augen noch verschlossen und wir konnten gar nicht wahrnehmen, was denn nun erlaubt und was verboten ist. Nach unserer Bekehrung erkennen wir unter der Anleitung des Heiligen Geistes aber sehr genau, was Sünde ist und was nicht.

Es ist natürlich eine Binsenweisheit, wenn ich sage, dass ich die Sünde nur dann vermeiden kann, wenn ich sie auch kenne. Und genau hier ecken wir Christen sehr häufig in der Welt an.
Nehmen wir nur ein Beispiel: Vor Gott ist die Tötung ungeborenen Lebens Mord. Jede Abtreibung ist also vor Gott ein Tötungsdelikt, also eine schwerwiegende Sünde. Unsere westliche Welt hingegen sieht dies ein wenig anders und verurteilt diejenige Mutter nicht, die sich dazu entschließt, ihr ungeborenes Kind in den ersten 12 Schwangerschaftswochen töten zu lassen.

Wenn ich jetzt noch Petrus aus Apostelgeschichte 5, 29 zitiere, wo er sagt: „Man muss Gott mehr gehorchen, als den Menschen“ dann kennen wir zwar unsere eigene Richtlinie, aber wir erkennen auch gleichzeitig das Ausmaß des Dilemmas in welchem wir uns befinden. Und hier, liebe Gemeinde, kommt eine weitere Aufgabe des Heiligen Geistes ins Spiel, die wir eingangs schon erwähnt haben:

2. Beistand und Begleiter

Wir lesen in unserem Predigttext die Worte: „Dass ich zum Vater gehe und ihr mich hinfort nicht seht…“ Das ist ja auch so ein Dilemma mit dem Heiligen Geist. Wir sehen ihn nicht, aber wir spüren ihn. Er ist ja, wie Johannes schreibt nur eben nicht sichtbar, aber doch da. Das sorgt natürlich draußen vor den Kirchenmauern für so manch einen Heiterkeitserfolg, wenn wir davon erzählen.

Eine ganz wichtige Aufgabe des Heiligen Geistes ist es, uns Christen in der Wahrheit beizustehen. Wenn Sie sich in Ihrem Heimatort auf den Marktplatz stellen und öffentlich verkünden, dass Abtreibung Mord ist, kann ich Ihnen garantieren, dass Sie innerhalb kürzester Zeit von allen Seiten wüst beschimpft und verunglimpft werden. Und dann brauchen Sie jemanden, der Ihnen beisteht, damit Sie eben nicht einknicken sondern auch bei dieser Wahrheit bleiben.

Unweit meiner Heimat gab es vor ca. 10 Jahren eine christliche Konferenz, die auch unser dem Thema des Verbotes der Abtreibung stand. Außen vor der Veranstaltungshalle protestierten indes unsere Gegner unter anderem mit Plakaten folgenden Inhalts: „Hätte Maria abgetrieben, wäret ihr uns erspart geblieben!!!“

Es fällt natürlich schon sehr schwer, dabei ruhig und besonnen zu bleiben. Ich persönlich hätte am liebsten dem erstbesten Demonstranten das Plakat aus der Hand gerissen und ihn mit selbigem verdroschen. Es war nur eine innere liebevolle Stimme, die mich letztendlich davon abgehalten hat, es nicht zu tun. Es war natürlich auch weiser, es nicht zu tun. Ich wage gar nicht an die Schlagzeilen am nächsten Tag zu denken, wo ich vielleicht auf einem Foto zu sehen gewesen wäre mit der Überschrift: „So geht christliche Nächstenliebe“.

Unser Beistand und Begleiter ist aber auch in allen anderen Situationen bei uns. Das muss nicht immer etwas dramatisches sein. Das kann ganz einfach auch mal die schnöde Frage sein, ob der Partner, den ich ehelichen will, auch der richtige Partner für mich ist. In meiner eigenen Verblendung sehe ich die Welt vielleicht doch ein wenig zu rosarot. Da kann mir der Heilige Geist ein wertvoller Ratgeber sein.

Der Heilige Geist ist immer bei uns und möchte uns auch immer bestehen. Wir müssen ihn nur darum bitten und ihn dann auch als Beistand akzeptieren. Nur allzu häufig ist es nämlich so, dass wir Gott anrufen, ihn bitten uns den Weg zu zeigen, den wir gehen sollen, und 5 Minuten später dann doch wieder unser eigenes Ding machen. Dann dürfen wir uns natürlich nicht beschweren, dass ER uns nicht geholfen hat.

3. Der Fürst ist am Ende

Das ist auch wieder so eine prekäre Geschichte. An hunderten von Stellen in der Bibel, im Alten Testament und auch im Neuen Testament wird von der Existenz des Teufels berichtet und wie dieser nur eines will, nämlich unser Verderben.

Und was macht der ach so aufgeklärte Mensch des 21. Jahrhunderts, er lächelt den Teufel einfach weg. Wenn Sie den Menschen vom Teufel erzählen, dann ist ein Lächeln noch das harmloseste, was Ihnen passieren kann.

Stellen wir uns doch einmal folgende abstruse Situation vor: Ich behaupte, es gäbe keine Autos und Lastkraftwagen. Weil es diese für mich nicht gibt, gehe ich munter und sorglos auf der Autobahn spazieren. Eines kann ich Ihnen garantieren. Wenn ich dies täte, dann wäre dies heute meine letzte Predigt.

Also, den Teufel einfach wegzulächeln spielt nur einem in die Karten, nämlich dem Teufel selbst. Und hier erteilt uns der Heilige Geist eine weitere Lektion. Er erklärt uns, dass der Fürst dieser Welt, also der Teufel, gerichtet ist. Das klingt auf den ersten Blick positiv, ist aber brandgefährlich.

Stellen wir uns den Teufel doch einmal als einen verurteilten Verbrecher vor. Er weiß, dass er seine Strafe absitzen muss, aber im Moment ist er noch auf freiem Fuß. Da er sowieso die Höchststrafe erhalten hat, kann ihm auch nichts mehr passieren, auch wenn er noch mehr Menschen in den Abgrund zieht. Und das macht die Gefahr des Teufels aus.

Er kann uns aber nur dann gefährlich werden, wenn wir uns auf ihn einlassen. Wenn wir ihn indes gar nicht beachten, dann hat er auch keine Chance in unser Leben einzugreifen. Gerade eben nicht auf die Fallen des Teufels reinzufallen ist eine große Herausforderung an uns, wobei wir aber immer wieder auf den Heiligen Geist als Beistand zurückgreifen können.

Der Teufel ist ja auch kein Dummkopf, der heute bei mir an die Türe klopft und mich fragt: „Na, heute mal richtig Bock auf Sünde ?“. Dann wäre er ja einfach zu durchschauen. Der Heilige Geist hilft uns aber immer wieder, die hinterlistigen Gemeinheiten und Strategien des Teufels zu durchschauen.

Ein kleiner Tipp für die alltägliche Lebenspraxis: Ich stelle mir immer wieder die Frage: Was passiert, wenn ich diesem und jenen jetzt nachgebe und das mache, was man von mir erwartet. Wenn man dieses Szenario konsequent durchspielt, kommt man als Christ auch schon ein Stück weit selber dahinter, wer genau denn gerade was von einem will. Probieren Sie es einfach mal aus.

Ganz zum Schluss nur eine persönliche Erfahrung: Ich wurde einmal zu einer christlichen Konferenz eingeladen. Ich hatte irgendwie das Bauchgefühl, dass irgendetwas faul war an dieser Veranstaltung. Und nach Gebet und doch beinahe tagelanger Recherche erwies sich diese Veranstaltung als eine Rekrutierungsveranstaltung der Scientologen, die wohl das Ziel verfolgten, Christen in ihren Bann zu ziehen. Sie waren nach meiner Absage noch ein ganze Zeit lang ziemlich hartnäckig, aber der Heilige Geist war noch hartnäckiger.

Wenn wir das Wirken des Heiligen Geistes auf ein Wort reduzieren sollten, dann fiele mir nur das Wort „Liebe“ ein. Und daher lassen Sie uns nunmehr gemeinsam diese Macht der Liebe mit dem zweiten Vers des Liedes „Ich bete an die Macht der Liebe…“ (EG 661) von Gerhard Tersteegen anbeten:

Ich bete an die Macht der Liebe, die sich in Jesus offenbart;
ich geb mich hin dem freien Triebe, wodurch ich Wurm geliebet ward;
ich will, anstatt an mich zu denken, ins Meer der Liebe mich versenken.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Pfingstsonntag und verabschiede mich bis zum morgigen Tage von Ihnen allen.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr
Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Pfingstsonntag im Jahre 2016. Nachdem der Sohn wieder zum Vater zurückgekehrt ist, dessen wir am Himmelfahrtstag gedacht haben, geht es heute um die dritte Person der Trinität, den Heiligen Geist. Den Predigttext für den heutigen Pfingstsonntag finden wir im 2. Kapitel der Apostelgeschichte, die Verse 1-18. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Das Pfingstwunder

Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie bei einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in anderen Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen. Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn jeder seine eigene Muttersprache? Parther und Meder und Elamiter und die wir wohnen in Mesopotamien und Judäa, Kappadozien, Pontus und der Provinz Asien, Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen und Einwanderer aus Rom, Juden und Judengenossen, Kreter und Araber: Wir hören sie in unsren Sprachen von den großen Taten Gottes reden. Sie entsetzten sich aber alle und wurden ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll von süßem Wein. Da trat Petrus auf mit den Elf, erhob seine Stimme und redete zu ihnen: Ihr Juden, liebe Männer, und alle, die ihr in Jerusalem wohnt, das sei euch kundgetan, und lasst meine Worte zu euren Ohren eingehen ! Denn diese sind nicht betrunken, wie ihr meint, ist es doch erst die dritte Stunde am Tage; sondern das ist’s, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist (Joel 3, 1-5): Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben; und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen.

Liebe Gemeinde,

schon ein gewaltiges Geschehen, das wir soeben gehört haben. Beim ersten Lesen des heutigen Predigttextes fiel mir sofort eine Überschrift ein: „Gott lässt seine Kinder niemals allein“. Das vollendete er somit am Pfingsttag. Lassen Sie uns heute Morgen einmal gemeinsam hinter die Kulissen dieses Geschehens schauen und ein paar Szenen dieses Textes etwas näher betrachten:

1. Pfingsten – Gott kommt für immer in die Welt

Über dem, was uns der Predigttext berichtet kann man leicht die Tragweite dessen vergessen, was da eigentlich geschehen ist. Mit dem Heiligen Geist, also der dritten Person Gottes kommt Gott für immer in diese vergängliche Welt.

Jesus hat uns diesen Tröster je bereits angekündigt. Und seit dem beschriebenen Pfingsttage ist Gott also immer nur ein Gebet weit entfernt. Dies ist kein frommes Wunschdenken einiger besonders streng gläubiger Christen. Nein, liebe Gemeinde, dies ist eine Tatsache die sich vor 2000 Jahren vor jeder Menge Zeugen abgespielt hat. Das Pfingstgeschehen zu verleugnen wäre ungefähr das gleiche, als wenn ich heute behaupten würde, es gäbe kein Internet.

Was bedeutet dieses konkrete Geschehen denn für uns Christen heute im 21. Jahrhundert? Es bedeutet, dass wir nicht alleine durch unser Leben gehen müssen. Es bedeutet, dass wir immer und überall einen Begleiter an unserer Seite haben. Jemand drückte dies einmal sehr schön aus, indem er sagte: „Bei wem Gott im Herzen wohnt, der trägt den Himmel immer mit sich, ganz gleich an welchem Ort.“

Ist das nicht eine tolle Aussage. Mit dem Heiligen Geist an unserer Seite können wir den Himmel auf Erden erleben. Nein, ganz so rosarot ist es denn doch nicht. Aber wir dürfen uns darauf verlassen, dass immer, wenn wir unseren Herrn anrufen und ihn um Hilfe bitten, er uns diese zukommen lassen wird. Wir werden auch als Christen auf Erden in manche Nöte und Schwierigkeiten geraten. Wir werden weinen und leiden, wie Weltmenschen auch. Aber wir haben einen Tröster, der uns in dieser Zeit zur Seite steht und uns gerade durch schwierige Zeiten hindurch trägt.

2. Pfingsten – Gott spricht jeden persönlich an

Man überliest es oft, die Liste r der aufgeführten Nationen, die auf einmal jeder in seiner Muttersprache die frohe Botschaft vernehmen konnten. Das will uns zeigen, dass Gott jeden Menschen auf dieser Erde ganz persönlich anredet und zwar so, dass er es auch verstehen kann. Dazu benutzt er übrigens auch uns als seine Werkzeuge.

Jeder Mensch, der auf Erden lebt, ist unserem Herrn unendlich wichtig. Daran sollen wir immer denken, wenn wir seine frohe Botschaft verkünden. Gott möchte nicht, dass auch nur ein einziger Mensch verloren geht. Gott möchte uns alle im Himmel haben.

Wir neigen auf Erden ja gern dazu, den ein oder anderen Mitmenschen oder eine ganze Gruppe davon auszugrenzen. Immer dann, wenn wir zum Beispiel missbilligend über andere Menschen reden, dann sollten wir uns bewusst sein, dass wir jemanden respektlos behandeln, den Gott über alles liebt. Ich glaube, dies gibt uns Anlass zum Umdenken, wenn wir das nächste Mal Menschen begegnen, mit denen wir lieber nichts zu tun haben wollten.

Natürlich können wir uns von uns selbst aus nicht ändern, aber wir können unseren Herrn bitten, diesbezüglich an und in uns zu arbeiten. Mutter Teresa wurde einmal von einem Journalisten gefragt, was sich denn zuerst auf Erden ändern müsste, damit diese Erde ein wenig besser würde. Verschmitzt antwortete sie darauf: Wir Beide, mit Gottes Hilfe!!!

3. Pfingsten – Gott beruft sein Volk

Wenn wir uns den Predigttext in unser Gedächtnis zurückrufen, dann nehmen wir als erstes zur Kenntnis, dass es die Jünger waren, die in allen Sprachen zu predigen begannen. Der Heilige Geist war also zuerst auf sie gefallen. Er war also auf diejenigen gefallen, die sich bereits bekehrt hatten und Jesus Christus als ihren Erlöser angenommen hatten.

Das ist auch die Crux, liebe Gemeinde, Gott schickt den Heiligen Geist auf die Menschen, die sich zu ihm bekehrt haben. Daher lesen wir auch etwas von der Skepsis derer, die sich wohl noch nicht bekehrt hatten. Und dies kann uns natürlich heutzutage auch widerfahren. Nicht immer, wenn wir von Jesus berichten, rennen wir offene Türen ein. Auch heute wird man uns Skepsis entgegenbringen. Das ist auch gut so. Gott möchte keinen blinden Gehorsam, sondern eine Entscheidung jedes einzelnen, getroffen aus freiem Gewissen und ohne Zwang.

Daher ist es auch unsere Aufgabe, Skeptiker zu überzeugen. Das geht mit Worten, aber noch viel besser mit Taten.

Jetzt gehen wir in Gedanken noch einmal zurück zu dem Pfingstgeschehen und schauen uns die Jünger an. Waren es alles ausgebildete Theologen oder Pharisäer oder anderweitig kirchlich vorgebildete Personen, die jetzt frank und frei über Jesus predigten? Nein, es waren ganz normale Menschen, so wie Du und ich. Ich will damit nicht zum Ausdruck bringen, Theologen wären nicht normal. Also bitte nicht missverstehen.

Gott schaut sich nicht zuerst den Beruf von einem Menschen an, in dessen Leben er tritt. Nein, Gott schaut sich das Herz an. Und das ist viel wichtiger. Und so waren es Fischer, Handwerker und sogar ein, wir würden heute sagen, Terrorist, welche die erste Jüngerschar bildeten. Also allesamt Männer (damals noch keine Frauen), die alles andere bestimmt besser konnten, als zu predigen und damit das Wort Gottes zu verkündigen.

Gott beruft also nicht die vermutlich besonders fähigen Menschen. Nein, liebe Gemeinde, Gott macht es genau umgekehrt. Er befähigt die Menschen, die er beruft. Und genau deshalb brauchen wir uns auch keine Sorgen machen, ob wir die Aufgaben, die Gott uns aufträgt, auch zu seiner Zufriedenheit ausüben können. In dem Moment, wo wir einen göttlichen Auftrag erhalten in dem gleichen Moment erhalten wir auch die Fähigkeiten zugeteilt, die dafür notwendig sind.

Ich höre z.B. immer wieder: „Ich kann nicht vor Menschen reden und diesen Gott bezeugen.“ Häufig werden diese Menschen dann leider auch von Minderwertigkeitskomplexen und von Zweifeln geplagt. Dann muss man immer sagen: „Dann hat Gott Dir diese Aufgabe auch nicht aufgetragen.“ Welche Aufgabe gibt Gott mir denn dann? So geht das Gespräch in den meisten Fällen weiter. Ich pflege zu antworten: Was machst Du denn am liebsten und was kannst Du denn am besten? Und jetzt überleg Dir mal, wie Du das zu Gottes Ehre einsetzen kannst.

Bisher ist immer wieder etwas ganz wunderbares dabei herausgekommen, wenn Menschen Ihre Fähigkeiten, getragen vom Heiligen Geist, in den Dienst des Herrn gestellt haben. Lassen Sie uns alle daran arbeiten, dass dies auch weiterhin geschehen kann.

Ein Leben unter der Führung des Heiligens Geistes beschreibt der Liederdichter Manfred Siebals sehr schön in dem 1. Vers seines Liedes „Es geht ohne Gott…“, der da lautet, wie folgt:

Es geht ohne Gott in die Dunkelheit
aber mit ihm gehen wir ins Licht.
Sind wir ohne Gott macht die Angst sich breit
aber mit ihm fürchten wir uns nicht.

Der segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesich über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Pfingstsonntag und wenn Sie Lust und Zeit haben, dann schauen Sie doch auch am morgigen Tage wieder in Ihr Postfach.

Gottes reichen Segen wünscht Ihnen
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Pfingstsonntag, dem Tag an welchem wir an die Ausgießung des Heiligen Geistes gedenken. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Evangelisten Johannes im 14. Kapitel, die Verse 23-27. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen. Wer aber mich nicht liebt, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr hört, ist nicht mein Wort, sondern das des
Vaters, der mich gesandt hat. Das habe ich zu euch geredet, solange ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich zu euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.

Liebe Gemeinde,

wenn wir uns mit dem Heiligen Geist beschäftigen, dann stellen sich unweigerlich drei Fragen, nämlich: Zu wem kommt er ? Was macht er? Und was gibt er uns ? Lassen Sie uns am heutigen Pfingstsonntag diesen Fragen nachgehen, deren Beantwortung wir in unserem Predigttext finden.

1. Zu wem kommt er?

Haben Sie ganz persönlich den Heiligen Geist empfangen? Alle Indizien sprechen dafür, dass Sie ihn empfangen haben. Sie lesen diese ePredigt ja nicht, weil sie zufällig mal irgendwann über die ePredigt gestolpert sind oder weil Sie nichts anderes zur Hand habe, was lesenswert wäre.

Sie lesen die ePredigt vermutlich, weil Sie den Herrn Jesus lieb gewonnen haben und gern sein Wort hören und halten möchten. Wenn Sie diese Voraussetzungen erfüllen, und das tun Sie, dann haben Sie den Heiligen Geist empfangen.

Wer Jesus liebt und sein Wort halten möchte, den liebt auch der Vater im Himmel. Den möchte er niemals mehr ohne Beistand seinem Leben überlassen. Wen Gott liebt, den liebt er bedingungslos. Salopp gesagt können wir ruhig sagen, wenn wir Gott lieben, dann wird diese Liebe von ihm 1000fach erwidert. Er möchte mit uns durch unser weiteres Leben gehen und zwar durch alle Situationen unseres Lebens. Immer dann, wenn wir einen Beistand benötigen, dann ist er da.

Wenn wir einem noch ungläubigen Menschen davon erzählen, dass wir den Heiligen Geist empfangen haben, dann gehen der ganze Spott und die ganze Häme erst richtig los. Man versucht uns in aller Regel so richtig durch den Kakao zu ziehen.

Wir dürfen diesen Menschen aber gar nicht böse sein. Wie wir anfangs gesehen haben, kommt der Heilige Geist nur zu den Menschen, die den Herrn lieben und die sein Wort halten wollen. Wer, ich sage mal, mit Gott nichts am Hut hat zudem wird der Heilige Geist auch nicht ungefragt kommen.

Jeder Mensch auf Erden hat vor Gott nämlich die absolute Freiheit. Er hat die Freiheit, sich zu ihm zu bekehren, er hat aber auch die Freiheit, sich ganz und gar von ihm abzuwenden. Also, liebe Gemeinde, lassen wir uns von denen die den Heiligen Geist ja gar nicht haben können, lassen
wir uns von denen nicht zum Narren halten.

2. Was macht der Heilige Geist

Der Heilige Geist, so sagt es der Herr Jesus, lehrt uns und erinnert uns.

Gehen wir mal ganz praktisch vor. Ein junger Mann hat sich entschieden Bäcker zu werden. Zunächst hat er sich beworben und hat einen Lehrvertrag bekommen. Kann er am ersten Tag schon Brote, Kuchen und andere Gebäckstücke backen? Nein, natürlich kann er dies nicht.

Genau so verhält es sich mit einem neubekehrten Christen. Er hat sich entschieden, dass er dem Herrn nachfolgen will. Natürlich wird er von der Gemeinschaft fröhlich aufgenommen. Man achtet auch, wenn es sich um einen verantwortungsvolle Gemeinschaft handelt, ganz besonders auf den
Neubekehrten. Man ist für ihn da, wenn er Fragen hat. Auch mit Zweifeln kann er gern zu uns kommen.

Aber was ist mit dem Alltag. Da sind wir nicht bei ihm, da ist er also ganz auf sich allein gestellt. Wenn dies so wäre, liebe Gemeinde, dann würde wohl jeder innerhalb eines bestimmten Zeitraumes, den Glauben wieder an den Nagel hängen. So groß und stark im Glauben sind wir nämlich nicht aus uns selbst heraus. In diesen Zeiten außerhalb unserer Gemeinschaft begleitet uns der Heilige Geist ganz intensiv durch unser Leben.

Er will uns stets den rechten Weg zeigen, den wir gehen sollen. Und, was auch ganz wichtig ist, er erinnert uns an den rechten Weg, wenn wir ihn einmal verlassen sollten. Gesetzt der Fall, wir fallen doch wieder einmal in unser altes sündiges Leben zurück, dann werden wir alsbald ein schlechtes Gewissen spüren und eine innere Stimme vernehmen, die uns zur Umkehr aufruft. Das ist z.B. eine Erinnerung durch den Heiligen Geist.

In nicht wenigen Glaubensrichtungen wird ja leider die Auffassung vertreten, dass derjenige, der den Heiligen Geist empfangen hat, diesen wieder verliert, wenn er in sein altes Verhaltensmuster zurückfällt. Da bin ich dann aber heilfroh, dass ich diesem Gott, der so etwas macht, nicht nachfolge. Mein Herr Jesus passt immer wieder auf mich auf, egal wie oft ich falle und reumütig wieder zurückkehre.

3. Was gibt uns der Heilige Geist?

Wer den Heiligen Geist empfangen hat, der hat einen dauerhaften Freund gewonnen, der ihn niemals mehr im Stich lässt. Wenn ich an meine besten Freunde denke, dann sind dies beileibe nicht diejenigen, die alles supertoll finden, was ich mache und die alles immer nur stumm abnicken.
Nein, meine besten Freunde sind diejenigen, die mich auch einmal heftig kritisieren, wenn ich falsche Pfade einschlage. Sie sind derart um mich besorgt, dass sie alles tun, um mir zu helfen, wenn ich der Hilfe bedarf.

Dies und noch 1000 mal 1000 mal mehr gibt uns der Heilige Geist. Wenn ich jemanden um mich herum habe, der mir stets den rechten Weg weisen wird, dann muss ich auch keine Angst haben, mich zu verlaufen und in die Irre zu gehen. Wenn ich diese Angst nicht haben muss, dann kann ich auch innerlich zur Ruhe kommen.

Und dann setzt eine, ich nenne sie einmal Aufwärtsspirale in den Himmel ein. Wenn ich die innere Ruhe vor Gott habe, dann kann er noch mehr in mir wirken und mir noch mehr zur Seite stehen, sodass ich schlussendlich durch den Heiligen Geist zu meinem Frieden mit Gott komme.

Und dieser Friede, der höher ist als alle unsere Vernunft der bewahrt unsere Herzen in Christus Jesus unserm Herrn. Gerade weil dieser Friede höher ist, als all unsere Vernunft, gerade deswegen kann es auch keinen vernunftbasierten theoretischen Glauben geben. Mit aller Theorie und unserer Vernunft kommen wir nicht zum Glauben. Wer den Heiligen Geist empfangen möchte, der muss ganz einfach den praktischen Schritt hin zu Gott wagen und ihn bitten ihn als Kind anzunehmen.

Denken Sie einmal daran, dass keiner von uns seinen Führerschein erhalten hat, nachdem er ein Buch über das Autofahren gelesen hat. Ohne Fahrstunden und praktische Erfahrung ging da gar nichts. Genau so ist es auch in unserem Glaubensleben. Und lassen Sie uns den noch Ungläubigen sagen, dass sie keine Angst haben müssen, den Glaubenswagen an die Wand zu fahren. Der Fahrlehrer ist ja immer dabei und passt auf, dass dies nicht passiert.

Das Wesen der Wirkung des Heiligen Geistes beschreibt der Liederdichter Paul Gerhardt sehr schön in dem 11. Vers seines Liedes: Zieh ein zu deinen Toren…“ (EG133), der da lautet, wie folgt:

Erfülle die Gemüter mit reiner Glaubenszier,
die Häuser und die Güter mit Segen für und für.
Vertreib den bösen Geist, der dir sich widersetzet
und, was dein Herz ergötzet, aus unsern Herzen reißt.

Der Heilige Geist führe Dich Dein ganzes Leben lang
Der Heilige Geist begleite Dich auf allen Deinen Wegen
Der Heilige Geist schenke Dir Deinen tiefen Frieden mit Gott

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Pfingstsonntag. Bis zum morgigen Tage verabschiede mich von Ihnen.

Herzliche Grüße sendet Ihnen
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Pfingstsonntag im Jahre 2014. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 8. Kapitel des Römerbriefes, die Verse 1-2 und die Verse 10-11. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.
Denn das Gesetz des Geistes, der lebendig macht in Christus Jesus, hat dich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. Wenn aber Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot um der Sünde willen, der Geist aber ist Leben um der Gerechtigkeit willen. Wenn nun der Geist dessen, der Jesus von den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt.

Liebe Gemeinde,

Pfingsten, die Ausgießung des Heiligen Geistes, können wir damit heute im Jahre 2014 überhaupt noch etwas anfangen? Gelten wir nicht als fromme Spinner, wenn wir darüber berichten? Ich glaube ist ist auf ein gerüttelt Maß an Unkenntnis zurückzuführen, wenn wir so bezeichnet werden. Was geschah in einfachen Worten ausgedrückt vor 2000 Jahren mit der Ausgießung des Heiligen Geistes? Lassen Sie uns darüber heute Morgen ein wenig intensiver nachdenken.

1. Jesus ist wieder da

Die Kreuzigung, die Auferstehung und die Himmelfahrt, all das können wir physisch nachvollziehen. Das fällt uns allen sicherlich nicht all zu schwer. Aber der Heilige Geist ist etwas, das wir nicht sehen können.
Und daher glauben viele Menschen auch nicht an ihn.

Nun, es existieren viele Dinge, die wir nicht sehen können und die es trotzdem gibt. Kein Mensch würde wohl in Frage stellen, dass es elektrischen Strom gibt, nur weil er ihn nicht sehen kann. Jeder der einmal auf unliebsame Weise einen Stromschlag erlitten hat, kann berichten, wie schmerzhaft dies sein kann.

Mit dem Heiligen Geist ist es ebenso, wie mit dem elektrischen Strom.
Wir sehen ihn nicht, aber wenn wir ihn kennenlernen wollen, dann spüren wir sofort seine Allmacht.

Als Teil der Trinität ist Gott also seit Pfingsten wieder bei uns.
Luther nennt ihn den Tröster. In anderen Bibelübersetzungen finden wir den Namen „Beistand“.

Wir alle, die wir dem Herrn gehören, haben also einen unsichtbaren, aber spürbaren und erlebbaren Beistand um uns herum. Jeden Tag unseres Lebens. Überall, wo wir uns befinden ist er bei uns.

Und das schöne ist: Jeder kann ihn spüren, wenn er es denn will.

2. Die Freiheit

Jesus schenkt uns die Freiheit vom Gesetz. In seinem Heiligen Geist macht er uns immer wieder bewusst, dass es für uns das Gesetz der Sünde und der daraus resultierenden Opfer nicht mehr gibt.

Durch seine Allmacht und durch seine Allgegenwart zeigt er uns ja gerade, dass das, was er für uns am Karfreitag erlitten hat, ein für alle mal das letzte Opfer war. Mit seinem Tode hat er für all unsere Sünden die Strafe getragen.

Da er auch die Strafe für unsere zukünftigen Sünden getragen hat, könnten wir ja zu der Ansicht kommen, dass ein sündhaftes Leben keinerlei schädlichen Auswirkungen mehr für die Ewigkeit haben kann.
Aber Vorsicht, liebe Gemeinde, dies ist sicherlich so nicht richtig.

Das wissentliche und willentliche Beharren in der Sünde fällt nämlich nicht unter die Generalamnestie unseres Herrn.

Die Freiheit erhalten wir aber nur, wenn wir diese auch wirklich wollen.
Das Wollen reicht vollkommen aus, wir bekommen diese Freiheit von unserem Herrn nämlich geschenkt.

Und wie wir Menschen nun einmal sind, meinen wir für dieses Geschenk bezahlen zu müssen. Viele Konfessionen und Glaubensrichtungen haben verschiedene „opferähnliche“ Verhaltensweisen, die es einzuhalten gilt.
Und genau damit läuft die Sache auch schon wieder aus dem Ruder. Wir können gar nichts tun, um vor Gott etwas zu gelten. Alles wird uns geschenkt.

Natürlich dürfen wir uns bedanken, dass der Heilige Geist um uns herum ist; wir können ihn aber nicht „gnädig zu stimmen“ versuchen, indem wir bestimmte Rituale einhalten.

3. Die Wohnung des Heiligen Geistes

Ich mag es, wenn Kinder Fragen stellen. Sie tun dies ohne Hintergedanken, niemals wohlüberlegt, aber stets außerordentlich interessiert.

So wurde mir einmal von einem kleinen Jungen folgende Frage gestellt:
„Wo wohnt denn der Heilige Geist?“

Ich glaube, hier wird deutlich, was Jesus an dem kindlichen Glauben so besonders mag. Der kleine Junge stellte niemals in Frage, ob es den Heiligen Geist überhaupt gibt. Das war für ihn selbstverständlich. Er wollte nun wissen, wo er wohnt, damit er Kontakt mit ihm aufnehmen kann.

Ja, liebe Gemeinde, wo wohnt er denn, der Heilige Geist? Wir wissen es natürlich alle und sollen dies auch an unsere Mitmenschen weitergeben.
Der Heilige Geist wohnt in uns allen. Er möchte Wohnung in einem jeden von uns nehmen, der mit ihm zusammen sein möchte.

Nehmen wir einmal an, der Heilige Geist zieht neu bei einem Mitmenschen ein. Er zieht dann nicht so ein, dass er sich still und artig in einen bestimmten Winkel hockt und nur dann zum Vorschein kommt, wenn wir ihn denn dazu bitten. Nein, liebe Gemeinde, der Heilige Geist zieht mit Macht und Vollmacht ein.

Zunächst räumt er die Wohnung einmal gründlich auf, in die er Einzug gehalten hat. Alles, das, was da nichts mehr zu suchen hat, z.B. alle Süchte und Abhängigkeiten, aber auch alle Gottlosigkeit, die schmeißt er achtkantig heraus.

Und dann, ja dann füllt er diesen meist sehr, sehr leeren Raum mit seiner Gegenwart. Nach und nach kommen neue Möbelstücke in dieses seine neue Wohnung. Als erstes zieht dann vielleicht die Liebe dort ein. Aus dem ewigen Grantler wird so nach und nach ein doch recht liebenswerter Zeitgenosse.

Dann zieht das Wort Gottes dort ein. Die fragwürdigen Romane und andere Literatur werden durch einen Hunger nach der Bibel ersetzt. Und an die Stelle der Sehnsucht nach den alten Kneipenkumpanen tritt auf einmal der Wunsch nach Gemeinschaft mit Menschen, die diesen allmachtsvollen Einzug des Heiligen Geistes ebenfalls erlebt haben.

Also kurzum: Der Heilige Geist krempelt das gesamte Leben um. Das ist es, das Pfingstwunder.

Diesen Einzug des Heiligen Geistes in unser Leben beschreibt der Liederdichter Michael Schirmer sehr schön in dem 1. Vers seines Liedes „O Heilger Geist, kehr bei uns ein…“ (EG 130), der da lautet, wie folgt:

O Heilger Geist, kehr bei uns ein und lass uns deine Wohnung sein, o komm, du Herzenssonne.
Du Himmelslicht, lass deinen Schein bei uns und in uns kräftig sein zu steter Freudenwonne.
Sonne, Wonne, himmlisch leben willst du geben, wenn wir beten, zu dir kommen wir getreten.

Der Heilige Geist behüte Dich Dein ganzes Leben lang Der Heilige Geist tröste Dich in allen Nöten, Sorgen und Ängsten Der Heilige Geist gebe Dir die ewige Gewissheit, dass Du vom Tode zum Leben durchgedrungen bist

Amen.

Liebe Gemeinde,

mir wurde einmal gesagt: „Das alles habe ich niemals in meinem Leben gespürt.“ Das Wirken des Heiligen Geistes dürfen wir auch nicht mit einem kommunistischen Umerziehungslager vergleichen. Der Heilige Geist krempelt unser Leben um, ohne dass wir dies merken. Mit ganz viel Liebe und Geduld. Aber unsere Umwelt, die bekommt es schon mit, wenn auf einmal irgendetwas ganz anders ist mit uns.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen noch einen gesegneten Pfingstsonntag in der Gemeinschaft des Heiligen Geistes.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle am heutigen Pfingstsonntag. Wir wundern uns vielleicht, dass der Predigttext für den heutigen Pfingstsonntag aus dem Alten Testament stammt. Aber auch schon zu Zeiten des Alten Testamentes gab es Personen, denen Gott Seinen Geist auferlegt hatte und die Er für besondere Aufgaben zurüstete. Eine dieser Personen war Mose. Anhand des Geistes, der auf Mose ruhte, können wir sehr schön das Wirken des Heiligen Geist auch heute noch im 3. Jahrtausend erkennen.

Wir finden den Predigttext für den heutigen Pfingstsonntag Im 4. Buch Mose, Kapitel 11. :

Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen.

Und Mose sprach zu dem Herrn: Warum bekümmerst du deinen Knecht ? Und warum finde ich keine Gnade vor deinen Augen, dass du die Last dieses ganzen Volkes auf mich legst ? Hab ich denn all das Volk empfangen oder geboren, dass du zu mir sagen könntest: Trag es in deinen Armen, wie eine Amme ein Kind trägt, in das Land, das du ihren Vätern zugeschworen hast ? Ich vermag all das Volk nicht allein zu tragen, denn es ist mir zu schwer. Willst du aber doch so mit mir tun, so töte mich lieber, wenn anders ich Gnade vor deinen Augen gefunden habe, damit ich nicht mein Unglück sehen muss. Und der Herr sprach zu Mose: Sammle mir siebzig Männer unter den Ältesten Israels, von denen du weißt, dass sie Älteste im Volk und seine Amtleute sind, und bringe sie vor die Stiftshütte und stelle sie dort vor dich, so will ich herniederkommen und dort mit dir reden und von deinem Geist, der auf dir ist, nehmen und auf sie legen, damit sie mit dir die Last des Volkes tragen und du nicht allein tragen musst. Und Mose ging heraus und sagte dem Volk die Worte des Herrn und versammelte siebzig Männer aus den Ältesten des Volks und stellte sie rings um die Stiftshütte. Da kam der Herr hernieder in der Wolke, und redete mit ihm und nahm von dem Geist, der auf ihm war, und legte ihn auf die siebzig Ältesten. Und als der Geist auf ihnen ruhte, gerieten sie in Verzückung wie Propheten und hörten nicht auf.

Liebe Gemeinde,

wenn wir das Wirken des Heiligen Geistes ein wenig näher untersuchen, dann können wir drei Auswirkungen des Heiligen Geistes erkennen.

1. Die Belastende Wirkung

Gewisse extreme charismatische Kreise gehen ja immer davon aus, dass die Empfänger des Heiligen Geistes fortan dauerjubilierend durch die Welt ziehen. Und wehe, wenn nicht, dann hat man eben nicht den Heiligen Geist empfangen. Im schlimmsten Falle wird man dann aus der Gemeinde herausgeschmissen. So ist es einem guten Freund von mir ergangen, dem man sogar attestierte, dass der Satan in ihm wohne.

Wenn wir die Bibel lesen, dann erfahren wir, dass dies natürlich kompletter Unfug ist. Mose, ausgestattet mit dem Geist Gottes, musste sehr bald erfahren, dass ihn diese Gnadengaben eher belasteten, als erfreuten. Verschiedene Wundertaten, die er vor dem Pharao vollbrachte, führten nicht zu dem erhofften Auszug der Israeliten aus Ägypten. Ganz im Gegenteil, nach dem Auftreten von Mose vor dem Pharao erlitt das Volk Israel noch weitere Demütigungen und schier unmenschliche Leistungen musste es erfüllen.

Und somit saß Mose, wohlgemerkt der Auserwählte des Herrn, auf einmal zwischen allen Stühlen, da die Israeliten nunmehr auch nicht mehr gut auf Mose zu sprechen waren. Alles also keine Gründe den ganzen Tag Halleluja rufend durch die Straßen Ägyptens zu ziehen.

Und so geht es uns auch heute noch. Alle Gnadengaben, die wir erhalten, können uns ganz schnell an unsere Grenzen bringen. Wir treten, ausgestattet mit dem Heiligen Geist direkt in die Nachfolge unseres gekreuzigten Herrn ein. Dieser Weg ist alles andere als eben. Der breite Pfad, so lesen wir es schon in der Bibel, ist derjenige, der in die Verdammnis führt. Der steinige Pfad hingegen ist derjenige, der uns zu unserem Herrn führt.

Also, Leid und Not und alles was uns widerfährt ist niemals ein Zeichen dafür, dass Gott Seine Hand von uns abgezogen hat. Doch eines, liebe Gemeinde, ist in diesem Zusammenhang wichtig. Wie der Herr Mose damals nicht hat hängenlassen, so lässt Er uns heute auch nicht hängen. In all dem, was wir an Leid erfahren, dürfen wir immer sicher sein, dass Gottes rettende Hand nicht weit entfernt ist.

2. Die Austeilung

Auf Mose ruhte ja, wie wir gesehen haben der Geist Gottes. Da würde es doch sehr nahe liegen, wenn er sich dessen besinnt und Ihn zu Hilfe nimmt, um entsprechende Pläne zu schmieden und Konzepte auszutüfteln, die ihn und das Volk Gottes aus dieser Misere herausbringen.

Er hätte ja sagen können: „Gut, der Geist Gottes ruht auf mir, also teile ich selbigen auf ein paar Mitstreiter auf und alles läuft wieder in ruhigeren Bahnen.“

Und genau so ging es damals nicht und genau so geht es auch heute noch nicht. Der Heilige Geist ist keine Gnadengabe über die wir nach Belieben frei verfügen können. Damals wurde der Geist Gottes auf siebzig Älteste zusätzlich gelegt, die Mose unterstützen sollten. Aber nicht durch die Hand von Mose, sondern allein durch Gottes Hand.

Heute dürfen wir alle um die Austeilung des Heiligen Geistes bitten, ohne einen Anspruch darauf zu haben. Damals wie heute gilt: Gott allein bestimmt, auf wen Er und wann den Heiligen Geist ausschüttet und welche Gaben Er uns zuteilt. Erst dann, wenn wir den Heiligen Geist und unsere Gaben von unserem Herrn empfangen haben, erst dann können wir diese Gnadengaben fruchtbringend zum Wohle unserer Mitmenschen einsetzen.

Hier erkennen wir genau das Gegenteil der Werkgerechtigkeit. Wir können uns den Heiligen Geist nicht erdienen, wir können ihn nur dankend empfangen und dann dienend tätig werden. Daher kann ich immer nur davor warnen, wenn in Gemeinden die Mitglieder aufgefordert werden: „Du musst
mehr für Jesus tun…“ Wenn ich die Gnadengabe des Heiligen Geistes empfangen habe und Er mir bestimmte Fähigkeiten zuerkannt hat, dann wird Er mir schon zeigen, wo ich diese fruchtbringend einsetzen kann. Dazu brauche ich nicht den ständigen Antrieb durch Gemeindeleiter.

3. Die Tragfähigkeit

Wenn wir uns eine große Brücke vorstellen, die über einen Fluss führt, dann wird diese in aller Regel auch nicht von einem Pfeiler gehalten. Das würde auch nicht lange gut gehen. Nein, diese Brücke besteht aus mehreren Pfeilern, die wiederum aus unzähligen Streben zusammengesetzt
sind, die meist auch noch untereinander verbunden sind. Diese einzigartige Konstruktion macht die Brücke auch so stabil, dass sie alle Erschütterungen ertragen kann, ohne dabei zerstört zu werden. Und gleichzeitig ist sie so flexibel, dass sie den Stürmen, die gegen sie gerichtet sind auch nachgeben kann.

Und genau so wirkt der Heilige Geist in unserer großen Christengemeinde. Wir alle tragen dieses Gebäude mit. Wir alle sind wichtige Bestandteile mit denen unser Herr SEIN Reich aufbauen will. Wie bei einer Brücke unterschiedliche Baumaterialien verwendet werden, so hat uns der Herr mit
jeweils verschiedenen Fähigkeiten ausgestattet.

Diese Fähigkeiten verknüpft Er im Hintergrund so geschickt, dass sie das ganze Gebäude Christenheit fest und stabil machen gegen Angriffe von außen und flexibel machen gegen die Stürme des Lebens, die auf dieses Gebäude treffen. Das gilt für die große ganze Christenheit im
allgemeinen, aber ganz besonders auch für jeden einzelnen, der Teil dieses Systemes ist. Er ist so gut verstrebt und vernetzt, dass er Angriffe von außen und die Stürme des Lebens unbeschadet überstehen kann.

Pater Leppich hatte eine treffende Antwort auf die Frage, warum er denn an die Wirkung des Heiligen Geistes glaube: “ Weil dieser Sauhaufen seit 2000 Jahren existiert und dabei nicht auseinandergebrochen ist, aus allen Stürmen gestärkt wieder hervorgegangen ist und sich immer weiter ausbreitet. Das kann kein Mensch vollbringen. Das ist das Werk Gottes und des Heiligen Geistes.“

Die Wirkung des Heiligen Geistes in dem Leben eines Christen beschreibt der Liederdichter Heinrich Held sehr schön in dem ersten Vers seines Liedes:

„Komm, o komm, du Geist des Lebens…“, der da lautet, wie folgt:
Komm, o komm, du Geist des Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit,
deine Kraft sei nicht vergebens, sie erfüll uns jederzeit;
so wird Geist und Licht und Schein in den dunklen Herzen sein.

Der Herr erfülle Dich mit SEINEM Heiligen Geist und öffne Dein Herz für SEIN Wort
Der Herr lasse Dich erkennen, wozu er Dich durch den Heiligen Geist berufen hat
Der Herr stärke und behüte Dich immer wieder in der Ausübung Deiner Berufung

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Pfingstsonntag. Bis zum morgigen Tage wünsche ich Ihnen allen Gottes reichen Segen.

Ich werde übrigens immer wieder gefragt, wie ich denn eine Berufung Gottes erkennen kann. Ich verfolge dabei den pragmatischen Ansatz und antworte fast immer wie folgt: „Alles das, was du besonders gut kannst und was du besonders gern tust, das versuche doch zur Ehre Gottes in den
Aufbau Seines Reiches einzubringen.“ Denken wir doch heute Nachmittag einmal darüber nach.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Pfingstmontag. Unser heutiger Predigttext steht unter der Überschrift Lobpreis. Im Lobpreis erweist der Gläubige Gott die Ehre und rühmt seine Taten, in der Anbetung verehrt der Gläubige Gottes Wesen. Lobpreis und Anbetung sind seit je her liturgischer Bestandteil des Gottesdienstes aller christlichen Konfessionen. Lassen Sie uns am heutigen Tage in unserem Predigttext einen Lobpreis der Urchristenheit näher betrachten. Wir
finden den heutigen Predigttext im 1. Kapitel des Epheserbriefes, die Verse 3-14. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Lobpreis Gottes für die Erlösung durch Christus

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus. Denn in ihm hat er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war, dass wir heilig und untadelig sein sollten; in seiner Liebe hat er uns dazu vorherbestimmt, seine Kinder zu sein durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lob seiner herrlichen Gnade, mit der er uns begnadet hat in dem Geliebten. In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade, die er uns reichlich hat widerfahren lassen in aller Weisheit und Klugheit.

Denn Gott hat uns wissen lassen das Geheimnis seines Willens nach seinem Ratschluss, den er zuvor in Christus gefasst hatte, um ihn auszuführen, wenn die Zeit erfüllt wäre, dass alles zusammengefasst würde in Christus, was im Himmel und auf Erden ist. In ihm sind wir auch zu Erben eingesetzt worden, die wir dazu vorherbestimmt sind nach dem Vorsatz dessen, der alles wirkt nach dem Ratschluss seines Willens; damit wir etwas seien zum Lob seiner Herrlichkeit die wir zuvor auf Christus gehofft haben. In ihm seid auch ihr, die ihr das Wort der Wahrheit gehört habt, nämlich das Evangelium von eurer Seligkeit – in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem heiligen Geist, der verheißen ist, welcher ist das Unterpfand unsres Erbes, zu unsrer Erlösung, dass wir sein Eigentum würden zum Lob seiner Herrlichkeit.

Liebe Gemeinde,

was für ein wunderbarer Lobpreis, den wir soeben gehört haben. Lobpreis, das ist ja nichts mehr für den modernen Menschen. Der moderne Mensch macht schließlich alles selber und trägt auch die Verantwortung dafür. Wen sollte man also noch lobpreisen und vor allem wofür ? So jedenfalls
sehen es ca. 80 % unserer Bevölkerung. Und dennoch sollten sich alle von dem Geheimnis des Lobpreises anstecken lassen. Wenn wir uns diesen Lobpreis ein wenig näher betrachten, dann besteht er aus 3 Strophen, die in der Tat ansteckend sind.

1. Gelobt sei Gott, der Vater…der uns in Christus erwählt hat… dass wir seine Kinder seien

Was für eine gewaltige Aussage. Gott, unser Vater. Ja, Gott ist unser Vater, ein Vater, der mehr für uns tun kann, als es alle irdischen Väter der Welt zusammen tun könnten. Egal, wie unsere Beziehungen zu unseren leiblichen Vätern sind oder waren, wir haben DEN idealen Vater in Gott
gefunden. Mit allem, was uns bewegt und was uns bedrückt dürfen wir vertrauensvoll vor ihn treten und ihn um Hilfe bitten.

ER hat uns schließlich erwählt. Nicht wir haben IHN erwählt. Wir sind also keine Zufallsprodukte, die irgendwie entstanden sind, sondern seine auserwählten Kinder. Und mit jedem seiner Kinder hat Gott etwas besonderes vor. Jeder von uns hat eine besondere Bestimmung in seinem Leben. Natürlich können wir uns so von Gott abschotten, dass er gar nicht mehr an uns herankommt.

Wir können in unserer Arbeit unser Heil suchen. Oder aber in der Aufopferung für die Familie oder den ein oder anderen Verein. Das mag ja alles auch irgendwie nützlich sein, aber unsere Bestimmung ist es ganz bestimmt nicht. Gott hat mich nicht auf die Erde gesandt, damit ich
einmal an Arbeitsüberlastung zusammenbreche. Wie und wo erfahre ich denn nun meine Bestimmung ?

Ganz pragmatisch gesagt, indem ich herausfinde, was ich gerne tue und dies dann zur Ehre Gottes einsetze. Dazu bedarf es aber auch Zeiten der Stille, in denen ich Gott das Wort überlasse und in denen ich nicht von Telefon, Fernseher und anderen Medien gestört werde. Heute ist doch ein
guter Tag, nehmen wir uns doch heute einmal die Zeit der Stille und lassen Gott reden.

2. In ihm haben wir Erlösung durch sein Blut und die Vergebung der Sünden

Ich habe es ja schon einige Male hervorgehoben. Keiner von uns kommt als Heiliger auf diese Welt. Wir sind alle Sünder, aber Sünder die die Möglichkeit der Vergebung in Anspruch nehmen können. Und zwar alle, die wir auf Erden leben. Es ist keiner ausgeschlossen. Alle sind eingeladen, die Vergebung der Sünden durch Christi Blut für sich in Anspruch zu nehmen.

Wenn ich mir dies vor Augen führe, dann anerkenne ich, dass ich nicht allein auf der Welt bin, sondern ein Teil des Planes unseres Herrn bin. Nicht nur mir ist Gnade widerfahren, sondern auch allen meinen Mitmenschen. Ich bin Gott genau so wichtig, wie ein jeder meiner Mitmenschen. Im Glauben sind wir alle Geschwister. Das bedeutet aber auch, dass ich mich meinen Mitmenschen gegenüber wie ein Bruder oder wie eine Schwester zu verhalten habe.

Ich muss nicht nach oben buckeln oder gar nach unten treten. Das hat nichts mit meinem Stand bei Gott zu tun. Ich soll mich allen Menschen gegenüber geschwisterlich verhalten, auch denjenigen, die manchmal ein wenig schwierig zu sein scheinen. Natürlich haben wir alle so unsere Probleme damit. Aber glauben Sie mir, wenn Sie einem schwierigen Menschen gegenüber den ersten freundlichen Schritt wagen, dann ist er auf einmal gar nicht mehr so schwierig.

Liebe und Freundlichkeit sind nun einmal Waffen gegenüber denen nahezu jeder Mensch machtlos ist.

3. In ihm seid ihr versiegelt mit dem heiligen Geist

Das ist doch die schönste Strophe des Lobpreises. Wir alle, die wir Gottes Gnadengeschenk angenommen haben sind versiegelt mit dem heiligen Geist. Wenn sie es so wollen, können wir sagen, wir haben Brief und Siegel darauf bekommen, dass ER da ist.

In Form des heiligen Geistes ist unser Herr seit dem Pfingstfest vor nahezu 2000 Jahren allezeit bei uns. Wir brauchen keinen Weg, auch nicht den allerschwersten mehr alleine zu gehen. ER ist immer bei uns. Auch wenn wir ihn nicht sehen, wir können aber, wie wir es gestern gehört haben, sein Wirken allezeit in uns spüren. Er will uns durch unser Leben hindurch leiten bis zu dem Tage, wo wir ihm in der Ewigkeit persönlich gegenüber stehen.

Wenn wir den heiligen Geist als ständigen Begleiter bei uns wissen, dann dürfen wir uns von allen Ängsten und Sorgen befreien. Diese dürfen wir getrost auf ihn werfen. Wir dürfen auch ein wenig mutiger werden, wenn es darum geht IHN zu bekennen und zu verkündigen. Er ist ja bei uns, wir
werden schon die richtigen Worte zur rechten Zeit finden.

Und letztendlich dürfen wir uns 100%ig darauf verlassen, dass uns unser Vater immer nur zu unserem Besten leiten und führen will. Dann können wir den Stürmen unseres Lebens doch ruhig und gelassen entgegengehen. Wir wissen nämlich, dass alles, aber auch alles nur zu unserem Besten geschieht.

Das ist doch sicherlich einen solchen Lobpreis wert, wie wir ihn heute gehört haben.

Darum singen wir auch in vielen Gottesdiensten die zweite Strophe des Liedes „Allein Gott in der Höh sei Ehr und Preis…..“ des Lieferdichters Nikolaus Decius, die da lautet, wie folgt:

Wir loben, preisn, anbeten dich;
für deine Ehr wir danken,
dass du, Gott Vater, ewiglich
regierst ohn alles Wanken.
Ganz ungemessn ist deine Macht,
allzeit geschieht, was du bedacht.
Wohl uns solch eines Herren.

Der Herr segne dich auf allen Deinen Wegen
Der Herr behüte Dich Dein ganzes Leben lang
Der Herr leite Dich allzeit durch seinen heiligen Geist

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Pfingstmontag und einen schönen Start in die neue Woche.
Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Pfingstsonntag. Vor seiner Himmelfahrt hat uns der Herr Jesus Christus versprochen, einen Tröster, einen Beistand zu senden, der immer bei uns sein wird. Dies geschah in Form des Heiligen Geistes am ersten Pfingstfest. Seither gedenken wir jedes Jahr zu Pfingsten dieses Geschehens. Vater und Sohn, das können wir noch gut erklären. Aber was ist das eigentlich, der Heilige Geist ?

Unser Predigttext für den heutigen Sonntag kann uns hier weiterhelfen.
Wir finden den Predigttext im 1. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 2, die Verse 12-16. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Wir aber haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, dass wir wissen können, was uns von Gott geschenkt ist. Und davon reden wir auch nicht mit Worten, wie sie menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten, die der Geist lehrt, und deuten geistliche
Dinge für geistliche Menschen. Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen; denn es muss geistlich beurteilt werden. Der geistliche Mensch aber beurteilt alles und wird doch selber von niemandem beurteilt. Denn
„wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer will ihn unterweisen“ (Jesaja 40,13) ? Wir aber haben Christi Sinn.

Liebe Gemeinde,

dass elektrischer Strom etwas bewirkt, das wissen wir alle. In unseren Haushalten läuft ja so ziemlich gar nichts mehr ohne elektrischen Strom. Aber hat einer von Ihnen schon einmal den Strom gesehen, ihn angefasst oder kann jemand unter uns den elektrischen Strom beschreiben. Nein, das können wir natürlich nicht. Und trotzdem würden wir jeden müde belächeln, der sagt, es gibt keinen elektrischen Strom.

So sollten wir uns auch dem Heiligen Geist nähern. Wir müssen ihn nicht betasten, Bilder von ihm machen oder ihn irgendwie körperlich beschreiben, um seine Existenz zu beweisen. Seine Existenz können wir aber durch sein Wirken erkennen und somit auch beweisen. Lassen Sie uns am heutigen Pfingstsonntag daher einmal der Frage nachgehen: Was macht eigentlich der Heilige Geist ?

1. Er öffnet die Augen

Wir leben alle, die wir heute zusammen sind, in der Welt. Diese Welt funktioniert nach den von ihr selbst gesetzten Maßstäben. Geld, Erfolg und Macht sind die drei großen Credos dieser Welt. Wer etwas davon erlangen will, muss sich in das Hamsterrad der Welt begeben und möglichst lange laufen oder aber entsprechend intelligent taktieren. Von nix kommt nix fasst das Treiben dieser Welt wohl am besten zusammen.

Häufig wenden wir diese Erfolgsparameter auch auf den Glauben an. Das Engagement mit dem wir für Christus unterwegs sind, wird häufig gleichgesetzt mit der Fülle des Heiligen Geistes, die wir in uns tragen oder noch viel schlimmer, die wir glauben beanspruchen zu dürfen. Dies, liebe Gemeinde, ist ein fataler Irrtum.

Der Heilige Geist öffnet uns dort die Augen, wo wir erkennen können, dass ich für Gott überhaupt nichts tun kann, um Ihn vielleicht zu beeindrucken. Der Heilige Geist wirkt in mir, wenn ich erkenne, dass alles ein Geschenk ist, das Gott für mich bereitet hat. Wenn ich meine Ohnmacht erkenne und gleichzeitig die Allmacht Gottes anerkenne, dann ist dies auf die Wirkung des Heiligen Geistes in mir zurückzuführen.

Wenn ich erkannt habe, dass ich mich nicht mehr selber um alle meine Nöte, Probleme und Sorgen kümmern muss, sondern dass ich diese getrost aus der Hand legen darf, dann hat mir der Heilige Geist meine Augen geöffnet.

Wenn ich erkenne, dass ich mich und mein gesamtes Leben vertrauensvoll in die Hände meines Herrn legen darf, dann hat mir der Heilige Geist die Augen geöffnet. Der Heilige Geist, liebe Gemeinde, öffnet uns die Augen, dass wir Zeit unseres Lebens auf Erden in einer Parallelwelt leben. Einmal in der „Welt“ und in Gottes Hand. Natürlich haben wir als Christen genau so große Probleme und Nöte durchzustehen, wie Nichtchristen, aber wir haben einen Tröster, einen Beistand, der uns durch alle Probleme und Sorgen und Nöte hindurch trägt.

In Abwandlung eines bekannten Zitates möchte ich sagen:
Der Heilige Geist führt uns nicht am Leiden vorbei, aber durch das Leiden hindurch.

Er ist nicht beeinflussbar.
Den ersten Punkt erleben wir, die wir heute morgen zusammen sind, immer wieder in unserem Leben. Er hat uns die Augen geöffnet, sonst wären wir heute morgen im Freibad im Wald oder würden einfach genüsslich ausschlafen.

Ich glaube, jeder von uns möchte, dass auch anderen Menschen die Augen für das Wirken des Heiligen Geistes geöffnet werden. Geht es Ihnen eigentlich auch so ? Da redet man mit Menschen über Gott und mal eben nicht über die Welt, und man erntet nur ein müdes Lächeln. Ab und zu gelingt es mir, Menschen in die Kirche zu „locken“. Doch das Ergebnis ist meist alles andere als ermutigend. Sie kommen einmal, vielleicht ein zweite Mal und dann nicht mehr.

Manchmal frage ich mich dann schon: Bildest du dir die ganze Sache vielleicht nur ein ? Ist das alles ein frommes Wunschdenken ? Haben die anderen, die nicht kommen vielleicht doch Recht ? Und dann kommt mir der heutige Predigttext wieder in den Sinn. Schon Paulus hat es uns gesagt:
„Der natürliche Mensch vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen…“

War ich nicht auch einmal so ein Tor ? Ich glaube ja, denn ich bin ja nicht als gläubiger Mensch auf die Welt gekommen. Und meine ersten Worte waren auch nicht das Vater unser, sondern ganz weltliche Worte. Aber irgendwann hat Gott in mein Leben eingegriffen und ich durfte die Wahrheit erkennen. Was war geschehen ? Bleiben wir doch bei dem Beispiel des elektrischen Stromes. Gesetzt der Fall, Sie haben ein Fernsehgerät. Sie schließen dieses aber nicht an den Strom an. Was haben wir dann ? Genau, gar nichts. Einen Bildschirm, der schwarz bleibt, ein Möbelstück das langsam einstaubt und verrottet. Was aber passiert, wenn der Stecker in die Steckdose gesteckt wird ? Sie genießen auf einmal die Vielfalt von hunderten Fernsehprogrammen. Sie dürfen erkennen, dass in der schwarzen Kiste ja etwas wunderbares enthalten ist.

So macht es Gott. Er nimmt quasi den Stecker unseres Lebens und schließt ihn bei sich an. Wo vorher alles schwarz war, dürfen wir auf einmal Seine Herrlichkeit erkennen, spüren und fühlen. Bei dem Fernseher haben wir es selber in der Hand. Den Stecker unseres Lebens hingegen hält Gott in der Hand. Wenn ER den Stecker einsteckt, dann werden dem Menschen die Augen aufgetan.

Wir können das Handeln Gottes in keiner Art und Weise beeinflussen oder gar beschleunigen. Wir sollen als Christen so leben, wie es Gott zur Ehre gereicht. Wir sollen unseren Mitmenschen von IHM erzählen. Wir sollen ein Leben vorleben, dass neugierig macht auf mehr. Aber wir sind nicht für die Resultate verantwortlich. Wir werden von Gott niemals zur Rechenschaft gezogen werden, warum sich x oder y nicht bekehrt haben. Wir werden aber zur Rechenschaft gezogen werden, warum wir x oder y nichts von IHM erzählt haben.

3. Er macht uns kritisch

Ich sage jetzt mal etwas ganz arrogantes: Als Christen stehen wir über den Dingen. Jedenfalls über den Dingen dieser Welt. Das letzte, was Gott in Seinem Reich gebrauchen kann, sind selbstverliebte religiöse Spinner, die alles ganz toll finden. Und daher hat Er uns den kritischen Geist gegeben.

Lassen Sie mich kurz noch zwei Beispiele anführen. Die Welt glaubt ja immer noch an das Gute im Menschen. Wenn wir nur alle das Gleiche an Besitztümern hätten, dann hätten wir das Paradies auf Erden. Keiner wäre dem anderen neidisch und wir würden alle in ewig währender Harmonie zusammen leben.

Der Heilige Geist lehrt uns, dass wir alle Sünder sind. Da ist keiner, der aus sich heraus gut ist, auch nicht ein einziger. Wenn wir dies wissen, dann können wir uns ganz anders in der Welt bewegen. Wir werden nicht mehr so schnell enttäuscht werden. Wir können die Realitäten dieser Welt viel besser akzeptieren. Kritisch sein, hilft uns somit auch, gelassen zu werden.

In letzter Zeit können wir ein interessantes Phänomen beobachten: Das Zusammenmischen der Religionen. Da nimmt man sich eine Scheibe Christentum, schmiert ein bisschen Hinduismus darauf und belegt das ganze mit einer Prise Buddhismus und schon ist sie fertig: Die passende Religion für jedermann. Und wenn irgendwann etwas nicht mehr gefällt, bitte, dann wird es eben ausgetauscht.

Davor warnt uns der Heilige Geist. Der Heilige Geist führt uns hinein in die Wahrheit. Und diese Wahrheit müssen wir in der Welt verbreiten. Dazu sind wir als Gottes geliebte Kinder an den Platz gestellt worden, wo wir uns gerade jetzt befinden. Und genau an diesem Platz sollen wir unserer Aufgabe gerecht werden. Und wenn es uns manchmal ein wenig Magendrücken bereitet, dann dürfen wir uns auf den Beistand verlassen, den Gott uns zu Pfingsten gesandt hat.

Lassen Sie uns daher gemeinsam einstimmen in den ersten Vers des Liedes „O, komm, du Geist der Wahrheit…“ von Philipp Spitta, der da lautet, wie folgt:

O komm, du Geist der Wahrheit,
und kehre bei uns ein,
verbreite Licht und Klarheit,
verbanne Trug und Schein.
Gieß aus dein heilig Feuer,
rühr Herz und Lippen an,
dass jeglicher getreuer
den Herrn bekennen kann.

Der Herr sende herab auf Dich SEINEN Heiligen Geist
Der Herr erfülle Dich mit SEINEM Heiligen Geist
Der Herr wirke durch SEINEN Heiligen Geist in Dir

Amen.
Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Pfingstsonntag. Bis zum morgigen Tage verabschiede ich mich und grüße Sie alle recht herzlich
Ihr Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Pfingstmontag. Den Predigttext für den heutigen Pfingsttag finden wir im 11. Kapitel des 1. Buches Mose, die Verse 1-9. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Der Turmbau zu Babel

Es hatte aber alle Welt einerlei Zunge und eine Sprache. Als sie nun nach Osten zogen, fanden sie eine Ebene im Lande Schinar und wohnten daselbst. Und sie sprachen untereinander: Wohlauf, lasst uns Ziegel streichen und brennen ! – und nahmen Ziegel als Stein und Erdharz als Mörtel und sprachen: Wohlauf, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reiche, damit wir uns einen Namen machen; denn wir werden sonst zerstreut in alle Länder. Da fuhr der Herr hernieder, dass er sähe die Stadt und den Turm, die die Menschenkinder bauten. Und der Herr sprach: Siehe, es ist einerlei Volk und einerlei Sprache unter ihnen allen, und dies ist der Anfang ihres Tuns, nun wird ihnen nichts mehr verwehrt werden können von allem, was sie sich
vorgenommen haben zu tun. Wohlauf, lasst uns herniederfahren und dort ihre Sprache verwirren, dass keiner des anderen Sprache verstehe ! So zerstreute sie der Herr von dort in alle Länder, dass sie aufhören mussten, die Stadt zu bauen. Daher heißt ihr Name Babel, weil der Herr daselbst verwirrt hat aller Länder Sprache und sie von dort zerstreut hat in alle Länder.

Liebe Gemeinde,

der Turmbau zu Babel ist eine Geschichte, die in nahezu jeder Ausgabe einer Kinderbibel mit wunderbaren Bildern beschrieben wird. Selbst nach nahezu 50 Jahren „ohne Kinderbibel“ habe ich diese Illustrationen noch vor meinem geistigen Auge. In meinem gesamten Freundes- und Bekanntenkreis verhält es sich übrigens ähnlich. Doch es steckt auch noch eine Botschaft hinter dieser Geschichte, die für uns alle sehr wichtig ist. Lassen Sie uns doch am heutigen Pfingstmontag ein wenig intensiver mit diesem Turmbau zu Babel beschäftigen.

1. Die menschliche Motivation

Eigentlich, liebe Gemeinde, ist es doch gar nicht so verwerflich, das Ansinnen der Menschen, als sie den Turm zu Babel bauten. Sie wollten doch schließlich nur in der Nähe des lebendigen Gottes sein. Wer will dies denn nicht ? Und dafür hatten sie vermutlich weder Kosten noch Mühen gescheut, wenn man einmal bedenkt, dass modernes Arbeitsgerät zu dieser Zeit noch gar nicht vorhanden war.

Wenn wir den Predigttext ein wenig näher betrachten, dann steckt hinter der Motivation der Gottesnähe aber noch etwas anderes. Die Menschen wollten sich einen Namen machen. Und hier sind wir schon bei dem Kernproblem, welches uns auch heute noch betrifft. Wir machen häufig
etwas aus der falschen Motivation heraus. Wir neigen immer mal wieder dazu, uns den Himmel verdienen zu wollen. Und wenn wir uns schon vor und für Gott abrackern, dann wollen wir gefälligst auch unseren Namen in Stein gemeißelt im Himmel sehen.

Dies jedoch ist die falsche Motivation. Wir können uns vor Gott keinen Namen machen. Vor Gott sind wir alle nur eines, nämlich arme Sünder, die so, wie wir von Natur aus sind, gar nicht zu ihm kommen können. Alle Versuche von uns, mit eigenen Werken Gott gnädig stimmen zu wollen sind
daher von vornherein zum scheitern verurteilt.

2. Die göttliche Motivation

Wir können also nicht zu Gott kommen. Damit wäre unser aller Schicksal eigentlich schon in alle Ewigkeit hin besiegelt. Gott sei Dank ist dem nicht so. Unser einziger Vorteil liegt darin, dass Gott uns so sehr liebt, dass er es vor Liebe gar nicht mehr aushalten kann von uns getrennt zu sein.

Und aus dieser unerklärbaren Liebe heraus ist Gott zu uns gekommen. Zu Weihnachten wurde Jesus geboren. Am Karfreitag wurde der König der Juden an das Kreuz genagelt. Am Ostersonntag stand der, der für alle unsere Sünden gebüßt hat von den Toten wieder auf. Am Himmelfahrtstag ging er
wieder in sein Reich. Und am Pfingsttage sandte er uns seinen göttlichen Beistand, dessen Hilfe wir auch heute noch immer und immer wieder in Anspruch nehmen dürfen.

Unser einziger Beitrag besteht darin, dass wir das, was unser Herr für uns getan hat, im Glauben dankbar annehmen. Dies, liebe Gemeinde ist der einzige Weg, den wir beschreiten können, um zu Gott zu gelangen. Können wir uns eine größere Liebe vorstellen, als die Liebe Gottes zu uns ?

Daher wurde auch der Menschen Werk, der besagte Turmbau zu Babel, von Gott selber zerstört. Er tat dies nicht aus Böswilligkeit, sondern aus Liebe heraus. Aus einer Liebe heraus, die uns zeigen und demonstrieren wollte, dass dies der falsche Weg ist.

3. Die Brücke von Babel nach Pfingsten

Als die Menschen den Turm zu Babel bauten kam ihnen Gott selber dazwischen und zerstörte ihr weiteres Handeln, indem er die Sprache der Menschen verwirrte. Sprachen bis dahin alle Menschen auf der Welt eine gemeinsame Sprache, so war dies nun vorbei. Keiner verstand mehr den
anderen. Gemeinsame Projekte waren damit ab sofort gestorben. Gott macht also großes ganz ganz klein.

Doch dann kam der Pfingsttag und die Pfingstrede des Petrus, wie wir sie in der Apostelgeschichte nachlesen können. Und da geschah auf einmal das umgekehrte Wunder. Ein jeder unter den Zuhörern hörte die Botschaft in seiner eigenen Sprache. Und somit macht Gott das Kleine ganz ganz groß.

Und das macht er immer dann, wenn es um Dinge des Glaubens und der Verbreitung der frohen Botschaft geht.

Da macht Gott z.B. die Herzen von Menschen auf einmal ganz weit auf, denen die frohe Botschaft bisher eher egal gewesen ist. Da führt Gott Nationen unter seinem Kreuz zusammen, die noch vor wenigen Jahren bis auf’s Messer bewaffnet aufeinander los gegangen sind. Und da benutzt
Gott häufig kleine und unscheinbar wirkende Menschen, um sie als Baumeister in seinem Reich einzusetzen.

Und das ist auch der Ruf zu Pfingsten an uns, an einen jeden in unserer Gemeinde:
Wir sind aufgerufen mit dem Beistand des Heiligen Geistes an dem Aufbau des Reiches Gottes mitzuwirken. Natürlich reagieren wir manchmal etwas zögerlich und haben, so geht es mir jedenfalls, manchmal ein wenig Angst vor neuen und zu groß erscheinenden Aufgaben. Wenn mir das so geht erinnere ich mich immer wieder gern an die großen „Glaubenshelden“. Nur mit Gottes Hilfe konnten sie seinen Auftrag auch erfolgreich ausführen.

Denken wir nur an Mose. Mose stotterte und war demzufolge kein großer Redner. Welch gewaltigen Auftrag hat er mit Gottes Hilfe ausgeführt. König David war ein Ziegenhirte, der es Dank Gott auf den Königsthron geschafft hatte. Und was machte er als erstes. Er ging fremd mit der Frau eines seiner Untertanen und zeugte ein Kind mit ihr. Ließ Gott deshalb von ihm ab ? Nein, nach seiner Buße durfte dieser gewaltige Gottesmann weiter in seinem Dienst stehen und reichlich Frucht bringen. Und nehmen wir als Letztes den Apostel Paulus. Als Christenverfolger machte Gott ihn ganz klein. So klein, dass er erkennen konnte, dass er sich auf dem falschen Pfad befindet. Letztendlich machte ihn Gott dann auf dem richtigen Pfad ganz groß. So groß, dass wir heute die
paulinischen Briefe als zentrale Lehrthemen des Neuen Testamentes betrachten.

Und daher, liebe Gemeinde, bin ich fest davon überzeugt, dass unser Herr einen jeden von uns in seinem Dienst stärken und aufbauen will, wenn wir ihn denn nur lassen.

Wir müssen uns nur immer wieder gewiss machen, dass wir in ständiger Abhängigkeit von unserem Herrn leben und unser Werk für ihn verrichten. Dies beschreibt auch schon der Liederdichter Johann Jakob Rambach sehr schön in dem Liede „Mein Schöpfer, steh mir bei…“, dessen dritter Vers lautet, wie folgt:

Mein Tröster, gib mir Kraft, mach mich erwartungsvoll
und hilf mir zu bestehn, wo ich bestehen soll.
Mein Denken, Tun und Sagen lass mich auf Christus wagen,
dass ich mich mutig übe in wahrer Menschenliebe.
Du bist, der alles Gute schafft, mein Tröster, gib mir Kraft.

Der Herr sende herab auf Dich SEINEN Heiligen Geist, der Dir allezeit Kraft verleiht
Der Herr sende herab auf Dich SEINEN Heiligen Geist, der Dich führt und leitet
Der Herr sende herab auf Dich SEINEN Heiligen Geist, der Dir als Tröster
immer zur Seite steht

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Pfingstmontag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Pfingstsonntag. Immer wieder gedenken wir an Pfingsten daran, dass unser Leben mit Jesus ja eben nicht am Himmelfahrtstag endete, sondern, dass die Himmelfahrt unseres Herrn die Voraussetzung für die Herabsendung des Heiligen Geistes war. In dem Heiligen Geist kommt der Tröster zu uns, der uns alle ein Leben lang begleiten möchte. Was er genau bewirkt, das erfahren wir in unserem heutigen Predigttext.

Wir finden den Predigttext für den heutigen Pfingstsonntag bei Johannes im 16. Kapitel, die Verse 5-15. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Das Werk des Heiligen Geistes

Jetzt aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und niemand von euch fragt mich: Wo gehst du hin ? Doch weil ich das zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauer. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der
Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden. Und wenn er kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde und über die Gerechtigkeit und über das Gericht; über die Sünde: dass sie nicht an mich glauben, über die Gerechtigkeit: dass ich zum Vater gehe
und ihr mich hinfort nicht seht; über das Gericht: dass der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch jetzt noch viel zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er’s nehmen und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein. Darum habe ich euch gesagt: Er wird’s von
dem Meinen nehmen und euch verkündigen.

Liebe Gemeinde,

Da kündigt Jesus seinen Jüngern an, dass er heimkehren wird zu seinem Vater. Nun hatten die Jünger schon so einiges mit dem Herrn erlebt. Alles gipfelte darin, dass sie Zeugen seiner Auferstehung gewesen sind. Und dann soll auf einmal alles vorbei sein. Jesus verschwindet und alles ist, wie es vorher einmal war. Nein, genau das wird es nicht sein. Und dies teilt Jesus auch den Jüngern mit. Er prophezeit ihnen, dass ein wahrer Tröster zu ihnen kommen wird, wenn er bei dem Vater im Himmel ist. Und dieser Tröster wird der Welt die Augen auftun, so die Botschaft unseres Herrn.

Aber was genau macht eigentlich der Heilige Geist ? Insbesondere, wie führt er Menschen hin zum Glauben an den auferstandenen Herrn ? Dies erfahren wir an drei Punkten in unserem
heutigen Predigttext.

1. Er tut der Welt Augen auf über die Sünde

Es wird ja viel von Tod- und Kardinalsünden geredet und geschrieben.
Aber was ist das eigentlich: Sünde ?
Jesus kennt im Prinzip nur eine Sünde, die Sünde des Unglaubens. Und an dieser Sünde hängt unser gesamtes zeitiges und ewiges Leben. Gewiss, liebe Gemeinde, auch Menschen, die nichts mit Gott zu tun haben wollen, führen ein anständiges Leben und vollbringen viele gute Dinge. Das ist hier auch nicht gemeint.

Es geht um die geistige Ebene des Unglaubens. Nur, wer den Unglauben mit Hilfe unseres Herrn überwindet, der kann und wird die ewigen geistigen Dinge erkennen können. Nur derjenige wird erkennen, dass er ohne die Vergebung der Sünden auf ewig verloren ist. Und nur wenn ich
dies erkenne, habe ich einen triftigen Grund, mein Leben dem zu übergeben, der für mich und meine Sünden an’s Kreuz genagelt worden ist.

Wenn ich von mir selbst als einem grundanständigen Menschen überzeugt bin, der keine fremde Hilfe benötigt und der für alles selber verantwortlich ist, dann bin ich im Unglauben verwurzelt und ohne es mir direkt bewusst zu sein ein Sünder. Doch gerade aus diesem geistigen Tiefschlaf weckt uns der auf, den uns Jesus nach seiner Himmelfahrt gesandt hat, der Heilige Geist.

2. Er tut der Welt Augen auf über die Gerechtigkeit

So, jetzt hat er uns also die Augen geöffnet und uns aus dem geistigen Tiefschlaf gerissen. Es wäre natürlich fatal, wenn uns Gott nunmehr mit all der Last, die uns bedrückt, alleine lässt. Wenn er uns aus dem geistigen Tiefschlaf erweckt, dann steckt hinter dem harmlosen Karnevalsschlager “ Wir sind alle kleine Sünderlein…“ auf einmal nicht mehr der feucht fröhliche Anlass einer Feier, sondern die Erkenntnis der ewigen Verlorenheit.

Gott lässt uns aber nicht in dieser Schockstarre verweilen, sondern lässt uns erkennen, dass uns Gerechtigkeit widerfahren ist. Wenn wir kurz in das Alte Testament zurückgehen, dann finden wir unter anderem im dritten Buch Mose zahlreiche Opfervorschriften. Wann immer das Volk oder
auch nur der einzelne Mensch gesündigt hatte, dann musste diese Sünde gesühnt werden. Ansonsten bestand ein dauerhaftes Hindernis zwischen den Menschen und Gott. Diese Sühnung musste immer mit Blut, Blut von Tieren erfolgen. Dieses war aber kein einmaliger Akt, sondern dieser musste
immer wieder auf’s Neue vollzogen werden.

Da wir von unserer Natur her alle Sünder sind und keiner unter uns so makellos ist, wie Jesus es war, müssten wir heute eigentlich genau die gleichen Riten vollziehen, wie zu Zeiten des Alten Testaments. Aber dann hat Gott seinen Sohn in diese Welt geschickt. Dieser Jesus war frei von
aller Sünde. Und weil er frei von aller Sünde war, konnte er auch alle unsere Sünden auf sich nehmen und diese an das Kreuz tragen, wo er letztendlich mit seinem Blute für alle unsere Sünden gestorben ist.

Kein mit Sünden befleckter Mensch kann in Gottes Heiligkeit kommen. Also auch wir nicht. Aber weil Jesus für alle unsere Sünden gebüßt hat, stehen wir jetzt vor Gott da, wie jemand, der eben von keiner Sünde befleckt ist.

Dies zu erkennen, vor allem aber im Glauben anzunehmen, ist ein Werk des Heiligen Geistes, der in uns wirkt.

3. Er tut der Welt Augen auf über das Gericht

Jetzt müsste doch alles gut sein. Wir wurden aus dem geistigen Tiefschlaf erweckt und hin zu unserem Herrn geführt, der fortan Herrscher über unser Leben ist. Und doch, liebe Gemeinde, kennen wir es doch alle, was auch schon der Apostel Paulus sagte:“ Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich (Römer 7,18-19)“.

Und davon, liebe Gemeinde wurde nicht nur der Apostel Paulus geplagt. Davon werden wir alle, die wir heute im 21. Jahrhundert leben, immer wieder geplagt. Überall lauert die Sünde vor der Tür. Wir können noch so standhaft sein, immer wieder werden wir in die Sündenfalle hineintappen.
Gewiss, nicht mehr so häufig, wie vor unserer Bekehrung. Aber wir können es einfach nicht vermeiden.

Da wollen wir liebevoll reagieren und dann gehen uns auf einmal die Pferde durch und es kommt zu einem Mordsstreit. Da haben wir uns vorgenommen, nicht mehr zu lügen und dann kommt da diese Einladung, wo wir überhaupt keine Lust zu haben. Und dann ist da auf einmal der wichtige Termin, der die Teilnahme an der Einladung natürlich verhindert.

Wir dürfen niemals vergessen: Es gibt einen Gegenspieler Gottes in dieser Welt, der versucht immer wieder uns in seinen Bann zu ziehen. Und gar manches Mal werden wir ihm und seinen Verführungskünsten erlegen sein. Aber der Heilige Geist macht uns gewiss: Der Fürst dieser Welt hat keine Macht mehr über uns. Er ist bereits gerichtet. Was er bei uns versucht sind letzte Aufbäumversuche einer sicher vom Tode gezeichneten Kreatur.

Martin Luther verriet uns ein Rezept, wie er mit den Anfechtungen des Teufels fertig wird:
„Wenn der Teufel an meines Herzens Türe anklopft, dann mache ich die Türe ganz weit auf, sodass er sehen kann, dass dort nur Jesus allein wohnt. Alsbald verschwindet er wieder.“

Lassen Sie uns doch diesen Rat von Martin Luther zu Herzen nehmen.
Zeigen wir doch dem Teufel in allen Anfechtungen, dass Jesus ganz und gar von uns Besitz ergriffen hat und er sowieso schon verloren hat.

Wir können dem Teufel natürlich auch mit dem dritten Vers des Liedes von Martin Luther
„Ein feste Burg ist unser Gott..“ entgegentreten, welcher da lautet, wie folgt:

Und wenn die Welt voll Teufel wäre und wollt uns gar verschlingen,
so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen.
Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt,
tut er uns doch nicht; das macht, er ist gericht:
ein Wörtlein kann ihn fällen.

Der Herr lasse Dich durch SEINEN Heiligen Geist erkennen, dass er für Deine Sünden gesühnt hat
Der Herr mache Dich durch den Heiligen Geist gewiss, dass Du fortan vor IHM gerecht bist
Der Herr sende seinen Heiligen Geist als Tröster zu Dir, wann immer Du Anfechtungen erlegen sein solltest

Liebe Gemeinde,

in meiner Jugend gab es ein Brettspiel mit dem Namen „Das Spiel des Lebens“. Ist es nicht ein tolles Gefühl, dass wir mit Ostern das Spiel des Lebens gewonnen haben und dass wir seit Pfingsten einen Begleiter haben, der uns bis zu unserem Lebensende auf dieser Siegerstraße begleitet.

Mit diesen freudigen Aussichten verabschiede ich mich bis zum morgigen Tage und grüße Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Lesergemeinde!
Ich grüße Sie herzlich zum Pfingstfest,
dem Fest der Ausgießung des Heiligen Geistes.

Als Predigtwort lesen wir Worte aus der Pfingstgeschichte.
Sie stehen in der Apostelgeschichte im 2. Kapitel in den Versen 1 -18:²

„Und als der Tag der Pfingsten erfüllt war, waren sie alle beieinander an einem Ort. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie eines gewaltigen Windes und erfüllte das ganze Haus, da sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen, und sie wurden alle voll des heiligen Geistes und fingen an zu predigen in anderen Zungen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer aus allerlei Volk, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschah, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn ein jeder hörte sie in ihrer eigenen Sprache reden. Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn ein jeglicher seine Sprache, darin wir geboren sind? Parther und Meder und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamien und in Judäa und Kappadozien, in Pontus und der Landschaft Asien, Phrygien und Pamphylien, in Ägypten und der Gegend von Libyen bei Kyrene und Ausländer von Rom, Juden und Judengenossen, Kreter und Araber; wir hören sie in unsern Zungen die großen Taten Gottes reden. Sie entsetzten sich aber alle und wurden bestürzt und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll süßen Weins.

Da trat Petrus auf mit den Elf, erhob seine Stimme und redete zu ihnen: Ihr Juden, liebe Männer, und alle, die ihr zu Jerusalem seid, das sei euch kundgetan, und lasset meine Worte zu euren Ohren eingehen. Denn diese sind nicht trunken, wie ihr wähnet, ist es doch erst die dritte Stunde am Tage; sondern das ist´s, was durch den Propheten Joel zuvor gesagt ist (Joel 3,1-5): „Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben; und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen.“

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
Heute möchte ich Euch von Pfingsten erzählen.
Pfingsten ist nicht nur ein Erinnerungsfest, das uns berichtet, wie es einmal mit der Kirche angefangen hat. Pfingsten ist ein Geschehen, das sich damals wie heute ereignet.

Gott öffnet SEINER Gemeinde Ohren, Augen und Herzen für SEIN Wirken!

Dabei werden wir als Gemeinde und jeder Einzelne von uns von diesem Wirken Gottes erfasst und selber Teil SEINES Wirkens. Dieses Wirken geschieht durch Gottes Heiligen Geist.

Gott hat das Kommen des Heiligen Geistes als SEINE Gabe durch den Propheten Joel angekündigt: Bevor der Tag des Herrn kommt „will ich meinen Geist ausgießen über alles Fleisch, und eure Söhne und Töchter sollen weissagen; eure Ältesten sollen Träume haben und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen; auch will ich zur selben Zeit über Knechte und Mägde meinen Geist ausgießen“.

Und Jesus spricht den Jüngern zur Himmelfahrt das Kommen des Heiligen Geistes zu:
„Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein“ (Apg 1,8).

Die Erfüllung dieser Zusage erleben die Jünger beim 1. Pfingsten in Jerusalem. Seitdem empfängt die christliche Gemeinde Gottes Heiligen Geist.

Jeder, der Jesus als seinen persönlichen Herrn und Heiland angenommen hat, hat auch sein Pfingsten erlebt. Er hat den Heiligen Geist empfangen mit unterschiedlichen Gaben des Geistes. Aber uns allen ist der Glaube und das Vertrauen auf Jesus als unseren Herrn und Heiland geschenkt worden. Und Gottes Geist bewegt uns zum Zeugnis von Gottes Handeln in unseren Worten und unserem Tun.

Am 1. Pfingstfest waren die Jünger an einem Ort in Jerusalem versammelt. Dort werden sie überrascht vom angekündigten Handeln Gottes. Das Kommen des Geistes Gottes überwältigt die. Sie erleben wie Gottes Gegenwart den Raum erfüllt. Es geschieht wie ein brausender Wind. Und sie selber werden verändert. Wie von Feuerflammen entzündet reden sie von Gottes große Taten.

Ihre Angst in der Welt, von der viele Ostererzählungen berichten, ist wie weggeblasen. Es drängt sie, in der Öffentlichkeit zu reden. Und Gottes Geist wirkt es, dass gottesfürchtige Menschen aus vielen Ländern und Kulturen ihr Reden in der eigenen Sprache hören. Sie sind darüber entsetzt und ratlos.

Dabei geht es nicht nur um ein menschliches Verstehen, das Fremdes und Trennendes überwindet. Gottes Geist kann es bewirken, dass Menschen in einer ihnen fremden Sprache reden. Christen aus charismatischen Gemeinden können bezeugen, dass solches auch in unserer Zeit geschieht.

Aber unter den Zuhören sind nicht nur Menschen, die im Reden der Jünger das Zeugnis von Gottes Wirken hören. Unter ihnen sind auch Menschen, denen die Worte des Zeugnisses verborgen bleiben. Für sie ist es ein Reden und Handeln in unverständlicher Begeisterung von Trunkenheit.

Ihnen allen hält Petrus eine Predigt. Er erklärt ihnen, was hier geschieht hat Gott durch den Propheten Joel für die Endzeit angekündigt.

Dann erzählt er ihnen von Jesus. Er verkündigt Jesus als den Messias der Endzeit. Petrus schließt seine Predigt mit den Worten:
„So wisse nun das ganze Haus Israel, daß Gott diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum Herrn und Christus gemacht hat“ (Apg 2,26).

Die Worte des Petrus teffen viele ins Herz. Sie lassen sich rufen:
– zu einer Umkehr und
– zur Taufe auf den Namen Jesus zur Vergebung ihrer Sünden.

Es entsteht die erste große christliche Gemeinde.

Zweitausend Jahre lebt die christliche Gemeinde mit dem Zeugnis des Pfingstgeschehens. Aber sie lebt nicht nur mit dieser Erinnerung, sondern aus dem Pfingstgeschehen, dass Gott immer wieder neu Gemeinde durch SEINEN Heiligen Geist wirkt.

Gott lässt immer wieder Aufbrüche in SEINER Gemeinde geschehen, durch SEINEN Geist erneuert und baut ER Gemeinde.

Lass Dich durch Gottes Geist erneuern!
Bitte darum, dass dies bei Dir geschieht!

Gottes Wirken durch SEINEN Geist geschieht in vielfältiger Form, auch in Gaben und Wundern.

Auch Du hast von Gott Gaben empfangen, die mitbauen können an den Dienst einer Gemeinde. Bitte darum, dass Du diese Gaben erkennst!
Nimm sie als Gottes Geschenk an und lebe mit ihnen!

Was Gott in SEINEM Wort zugesagt hat, können wir als Gemeinde erbitten.

Viele unserer Pfingstlieder sprechen solche Bitten aus.
Einen Liedvers aus unserem Gesangbuch möchte ich Euch als Gebet mitgeben:
(EG 136,7)

„Du heilger Geist bereite ein Pfingstfest nah und fern,
mit deiner Kraft begleite das Zeugnis von dem Herrn.
O öffne du die Herzen der Welt und uns den Mund,
daß wir in Freud und Schmerzen das Heil ihr machen kund.“

Der Herr möge uns allen dies Gebet zum Segen werden lassen.

Ich wünsche uns allen ein vom Heiligen Geist erfülltes Pfingstfest.

Es grüßt herzlich
Euer Pfr.i.R. Steinführer