Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 4. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Petrusbrief, Kapitel 3, die Verse 8-15a. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Mahnungen an die Gemeinde

Endlich aber seid allesamt gleichgesinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, demütig. Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, dass ihr den Segen ererbt. Denn “ Wer das Leben lieben und gute Tage sehen will, der hüte seine Zunge, dass sie nichts Böses rede, und seine Lippen, dass sie nicht betrügen. Er wende sich ab vom Bösen und tue Gutes; er suche Frieden und jage ihm nach. Denn die Augen des Herren sehen auf die Gerechten und seine Ohren hören auf ihr Gebet; das Angesicht des Herrn aber steht wider die, die Böses tun.“ (Psalm 34, 13-17). Und wer ist’s der euch schaden könnte, wenn ihr dem Guten nacheifert? Und wenn ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch nicht vor ihrem Drohen und erschreckt nicht; heiligt aber den Herrn Jesus Christus in euren Herzen.

Liebe Gemeinde,

Unser Predigttext ist, wie wir soeben gehört haben mit den Worten „Mahnungen an die Gemeinde“ überschrieben worden. Nun ist das Wort Mahnung in unserem Sprachgebrauch recht negativ besetzt. Man kann dieses Wort aber auch mit „Ratschläge“ übersetzen. Schauen wir uns doch einmal an, welche Ratschläge Petrus uns mit auf unseren christlichen Lebensweg geben will.

1. Christliche Kardinaleigenschaften

Diese nennt Petrus ganz zu Beginn unseres heutigen Predigttextes. Gleich zu Beginn finden wir das Wort „Endlich“. Das bedeutet in unserem Zusammenhang „Zum Ende hin“. Das heißt, dass von uns nicht erwartet wird, dass wir all diese Eigenschaften, die wir uns gleich betrachten, schon zu 100 % beherrschen. Endlich ausgerichtet zu sein bedeutet, dass wir auf diese Eigenschaften ausgerichtet sein sollen, dass uns diese Eigenschaften eine Leitlinie in unserem Leben sein sollen.

Jetzt betrachten wir aber die Kardinaleigenschaften ein wenig näher:

Mitleidig sein: Das bedeutet nicht, dass wir das Leid unserer Mitmenschen und das ganze Leid der Welt auf unseren Schultern tragen sollen. Im Urtext finden wir hier das Wort „Sympathes“. Daher kommt auch das deutsche Wort Sympathie. Mitleidig heißt also sympathisch zu sein, den anderen in seinem Leid zu akzeptieren und ihm das Leid nicht abzunehmen, aber als sympathischer Mensch für ihn mit Rat und Tat da zu sein.

Seid brüderlich: Wir alle sind Mitglieder einer großen christlichen Familie. Untereinander sind wir alle Geschwister und wir haben einen Vater, den wir anbeten. Keiner unter den Geschwistern ist mehr wert als der andere und keiner ist weniger wert als der andere. Und genau so sollen wir uns untereinander auch verhalten. Vor Gott ist die Königin von England genau so viel wert, wie der Maschinenschlosser aus dem Ruhrgebiet. Wir neigen ja gern dazu, diesbezüglich Unterschiede zu machen. Also lassen wir uns dies eine Mahnung sein mit allen Familienmitgliedern auch wirklich geschwisterlich umzugehen.

Seid barmherzig: Eine barmherzige Person öffnet ihr Herz fremder Not und nimmt sich dieser an. So jedenfalls steht es bei Wikipedia. Und das ist es auch, um was es geht. Barmherzigkeit ist keine Dummheit, die schamlos ausgenutzt werden kann. Barmherzigkeit ist eine Feinfühligkeit für die Nöte anderer Menschen und eine Gabe diesen Menschen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Nicht die Nöte der Menschen wegnehmen, sondern ihnen ein Beistand bei der Hilfe zu sein, dies meint Petrus mit der Barmherzigkeit. Und auch dann für die Geschwister da zu sein, wenn sie ihre Nöte selber verschuldet haben sollten, das gehört auch zur Barmherzigkeit.

Seid demütig: Ein Begriff, den wir in dieser Form in unserem Sprachgebrauch gar nicht mehr kennen. Demut heißt, dass ich wohl erkenne, wem ich alles, was ich habe, also auch meine Kraft zum Mitleid und der Barmherzigkeit zu verdanken habe. Ohne die Kraft Gottes, die mir hilft, barmherzig und mitleidig zu sein, werde ich diese Verhaltensweisen auch nicht ausüben können.

Ich kann es zwar ohne Gottes Hilfe versuchen, werde aber sehr bald merken, dass ich allein Schiffbruch erleide. Ich bin eben nicht der große Zampano, der Selfmaderetter der Welt. Ich bin ohne Gottes Hilfe gar nichts. Und das ist Demut. Ich erkenne an, dass ich in allem, was ich auf Erden tue auf Gottes Gnade und seine Hilfe angewiesen bin.

2. Durchbrechen der Eskalation

Es gibt ja nun schon überall auf der Erde Gewalt. Fast jeden Abend höre ich im Fernsehen, dass wieder ein Familienvater seine Familie ermordet hat. Dann höre ich Nachrichten über Kriege auf der Welt, die ich schon gar nicht mehr zählen kann. Und dann gibt es noch die sinnlose Gewalt gegenüber Mitmenschen, eine Gewalt die aus sich selbst zu entstehen scheint.

Und wenn uns dies, also Gewalt, persönlich widerfährt, dann sollen wir eben nicht das tun, was die meisten tun; nämlich Gewalt mit Gewalt zu beantworten. Nein, liebe Gemeinde, wir sollen auf Gewalt mit Segen antworten. Das müssen wir uns jetzt nicht als große theatralische Geste vorstellen. Wie man Eskalation gar nicht erst entstehen lässt, hat uns schon der König Saul gezeigt. Er hatte nach seiner Krönung wohl vernommen, dass andere Menschen ihm den Königsthron neideten, aber er hat einfach weggehört. Er ist erst gar nicht auf derartige Vorwürfe eingegangen.

Wenn wir dies auch machen, können wir Gewalt schon im Keim ersticken. Man kann auch vor demjenigen, der uns körperliche Gewalt antun will, ganz einfach weglaufen. Auch dies verhindert die Eskalation der Gewalt. Und letztendlich können wir auf Hass auch friedlich reagieren. Indem wir dies tun, nehmen wir unserem Gegner buchstäblich den Wind aus den Segeln.

Probieren Sie es einfach mal aus. Bleiben Sie friedlich, wenn man Sie verbal angreift. Sie werden sehen, dass auch der andere nicht mehr so streiten kann, wie er dies gern möchte.

Das kann ich nicht, genau das hat einmal ein Freund von mir zu mir gesagt. Natürlich kann er es nicht und ich erst recht nicht. Aber ich kenne einen, der mir die Kraft dazu verleiht, dass ich dies doch kann. Und an den wende ich mich in solchen Situationen. Und mit seiner Hilfe klappt es meist.

3. Geschenke Gottes

Was habe ich davon, wenn ich mitleidig, brüderlich, barmherzig und demütig bin, außer dass die meisten Menschen mich als Deppen der Nation bezeichnen.

Liebe Gemeinde, das kann natürlich wirklich passieren, dass wir als Christen, die ja ganz bewusst von dem „Normverhalten“ der Welt abweichen, von vielen Menschen so gesehen werden.

Aber das soll uns nicht darüber hinwegtäuschen, dass Gott für uns ein ganz besonderes Geschenk bereithält. Lassen Sie uns dies zum Schluss noch ganz kurz betrachten:

Gott erhört unsere Gebete: Gott erhört alle Gebete seiner geliebten Kinder und beantwortet sie so, wie es am besten für uns ist. Wir müssen uns keine Sorgen machen, denn er sorgt für uns. Das sagt sich natürlich so einfach, aber in der Realität?! Ja, gerade im realen Leben können und dürfen wir uns darauf verlassen, dass Gott seine geliebten Kinder niemals im Stich lässt.

Gott schenkt uns Seligkeit: Auch wenn wir Leidenswege beschreiten müssen, dann wissen wir doch um den Heiligen Geist, mit welchem wir erfüllt sind und der uns stets führt, leitet und begleitet und uns unsere ewige Himmelsperspektive vor Augen führt.

Gott schenkt uns Furchtlosigkeit: Als seine Kinder müssen wir uns weder vor anderen Menschen, noch vor, wie man so schön sagt Tod und Teufel fürchten. Er hält uns alle ganz sicher in seinen Händen und wird uns erst wieder loslassen, wenn wir in der Ewigkeit bei ihm angekommen sind.

Ob dieser Aussichten willen lassen Sie uns in der Welt brüderlich, barmherzig, mitleidig und demütig sein.

Diese Himmelseinstellung beschreibt der Liederdichter Paul Gerhardt sehr treffend in dem 8. Vers seines Liedes „Auf, auf, mein Herz mit Freuden…“ (EG 112), der da lautet, wie folgt:

Er bringt mich an die Pforten, die in den Himmel führt,
daran mit güldnen Worten, der Reim gelesen wird:
„Wer dort wird mit verhöhnt, wird hier auch mit gekrönt;
wer dort mit sterben geht, wird hier auch mit erhöht.“

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Sommerwoche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 2. Sonntag nach Ostern. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Petrusbrief, Kapitel 5, die Verse 1-4. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Mahnung an die Ältesten und die Gemeinde

Die Ältesten unter euch ermahne ich, der Mitälteste und Zeuge der Leiden Christi, der ich auch Teilhabe an der Herrlichkeit, die offenbart werden soll: Weidet die Herde Gottes, die euch anbefohlen ist; achtet auf sie, nicht gezwungen, sondern freiwillig, wie es Gott gefällt; nicht um schändlichen Gewinns wegen, sondern von Herzensgrund; nicht als Herren über die Gemeinde, sondern als Vorbilder der Herde. So werdet ihr, wenn erscheinen wird der Erzhirte, die unvergängliche Krone der Herrlichkeit empfangen.

Liebe Gemeinde,

auf den ersten Blick gesehen schaut es so aus, dass die Adressaten an welche der Brief gerichtet ist die Amts- und Würdenträger seien. Aber weit gefehlt. Dieser Brief ist an uns alle gerichtet. Wir alle sind irgendwo „Älteste“.

Als Eltern sind wir „Älteste“ in unseren Familien. In unseren Gemeinden sind wir Älteste gegenüber unseren Mitgeschwistern, die noch jung im Glauben sind. Und auch an unserem Arbeitsplatz sind wir Älteste gegenüber unseren jüngeren Kollegen.
Die Mahnungen von Petrus betreffen uns also alle. Lassen Sie uns daher heute Morgen einmal gemeinsam anschauen, welche Pflichten wir denn als Älteste so haben.

1. Weidet die Herde Gottes

Das hört sich sehr blümerant an, beinhaltet aber doch sehr wichtige Aufgaben.
Wenn ein Schäfer seine Herde weidet, dann sorgt er als erstes einmal dafür, dass sie genügend Futter hat. Ohne die entsprechende Grundversorgung würde die Herde alsbald vom Aussterben bedroht sein.

So sollen auch wir für unsere Mitgeschwister da sein. Überall dort, wo wir Nöte erkennen, sollen wir im Rahmen unserer Möglichkeiten diesen abhelfen. Wo wir Hunger sehen, sollen wir mit Essen aushelfen. Wo wir Durst erkennen, sollen wir mit Getränken aushelfen.
Aber es gibt nicht nur die körperlichen Nöte, sondern auch die geistlichen Nöte und Ängste. Als Älteste tragen wir die Verantwortung dafür, dass wir z.B. unseren Kindern den Weg zum Glauben aufzeigen.

Der Schäfer bietet seiner Herde aber nicht nur Futter an, sondern er beschützt sie auch vor Angriffen von außen. Und auch hier sind wir als Älteste gefragt.
Es ist ja nicht so, dass ab dem Zeitpunkt der Bekehrung Satan seine Waffen streckt und sich geschlagen gibt. Der Teufel wird Zeit unseres Lebens immer wieder versuchen uns vom rechten Weg des Glaubens abzubringen. Und gerade Neubekehrte sind dort besonders gefährdet.

Häufig sieht man gerade bei noch jungen Gläubigen eine Euphorie, die aber so nach und nach verschwindet. Den Himmel auf Erden gibt es eben noch nicht. Gerade dann hat der Teufel große Chancen, diese Menschen, die vielleicht ein wenig enttäuscht sind von ihrem Glauben, wieder in seinen Bann zu ziehen.

Und gerade dann ist es unsere Aufgabe, diese Menschen aufzufangen, aufzubauen und wieder in ihrem Glauben zu stärken.

Der Schäfer sorgt aber nicht nur für Futter und Schutz, sondern gewährt seiner Herde auch einen Freiraum. Und hier sind wir als Älteste besonders gefragt.

Gerade Sekten jedweder Art gewähren ihren Mitgliedern eben keinen Freiraum, sondern verlangen in vielen Fällen einen blinden Vasallengehorsam. Das erwartet Gott aber nicht von seinen Kindern. Sie sollen im Glauben wachsen können, sollen kritische Fragen stellen dürfen und sollen befriedigende Antworten erhalten.

Dann sollen sie in die Welt hinausgehen und die frohe Botschaft selber weitersagen und weitertragen. Ich glaube, wir haben aller erkannt, dass dies keine leichte Aufgabe für uns als Älteste ist. Aber keine Sorge, unser Herr ist stets an unserer Seite und hilft uns dabei, dass wir auch dieser Aufgabe gerecht werden können.

2. Nicht gezwungen, sondern freiwillig

Da sagen wir doch sofort: Klar, das geht doch alles auch gar nicht mit Zwang. Auf den ersten Blick mögen wir damit richtig liegen.

Aber es gibt auch religiöse Zwänge, die wir nur allzu gern den Mitgliedern einer Gemeinde auferlegen. Kommt jemand nicht regelmäßig zum Gottesdienst, dann scheint es ja nicht weit her zu sein mit seinem Glauben. Versäumt jemand regelmäßig die Hauskreisabende, dann kann man schon erkennen, wie ernst er es mit seinem Glauben meint.

Gott möchte, dass all seine Kinder freiwillig in den Gottesdienst gehen oder freiwillig an den Gemeinschaftsstunden teilnehmen. Zwang hat im Reiche Gottes keinen Platz. Ich kenne viele Gotteskinder, die an ganz anderen Baustellen Gottes arbeiten und die z.B. sonntags gar nicht am Gottesdienst teilnehmen können, weil sie z.B. ehrenamtliche Telefonseelsorger sind.
Ich kenne viele Evangelisten, die von Montag bis Samstag in ganz Deutschland umherreisen und den Sonntag auch einmal ihrer Familie widmen. Also seien wir ein wenig vorsichtig und bauen nicht zu viel Druck auf unsere Geschwister auf.

3. Vorbilder der Herde

Lassen Sie uns ganz kurz noch etwas eigentlich Selbstverständliches besprechen. Wir können nicht Wasser predigen und Wein saufen. Das wird den Kirchen ja immer wieder gern unterstellt.

Wir sollen in allem, was wir unseren Geschwistern im Glauben predigen auch selber ein Vorbild sein. Denn viele Augen, auch die Augen der Außenstehenden sind stets auf uns gerichtet. Man wird uns nur das glauben, was wir auch selber vorleben.

Mir persönlich fällt es zum Beispiel schwer einem Pfarrer, der mit seiner mittlerweile dritten Ehefrau verheiratet ist, in einer Trauung die mahnenden Worte abzukaufen „Bis dass der Tod euch scheidet“. Aber Achtung, liebe Gemeinde, dies betrifft uns alle. Wir müssen uns immer an unseren Taten und weniger an unseren Worten messen lassen.

So, wenn dies heute ein wenig ernster war, als wir es gewohnt sind, dann hat auch dies einen Sinn. Wir kommen von Weihnachten her, haben gerade das Osterfest gefeiert und da kann es sein, dass wir noch ein wenig in unserer Seligkeit gefangen sind und noch nicht wieder den Alltag erreicht haben. Und da tun solche Worte von Petrus auch mal ganz gut, wenn er uns mit seinen Mahnungen wieder „erdet“.

Wie wir am besten als Vorbilder der Gemeinden agieren sollen, das beschreibt der Liederdichter Philipp Friedrich Hiller sehr schön in dem ersten Vers seines Liedes „Jesus Christus herrscht als König…“ (EG 123), der da lautet, wie folgt:

Jesus Christus herrscht als König, alles ist ihm untertänig,
alles legt ihm Gott zu Fuß.
Aller Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen,
dem man Ehre geben muss.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,
ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr
Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 3. Sonntag der Passionszeit, dem Sonntag Okuli. Meine Augen sehen stets auf den Herrn, so lautet die Überschrift über dem heutigen Sonntag. Den passenden Predigttext dazu finden wir im 1. Petrusbrief, Kapitel 1, die Verse 18-21. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Denn ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid von eurem nichtigen Wandel nach der Väter Weise, sondern mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes. Er ist zwar zuvor ausersehen, ehe der Welt Grund gelegt wurde, aber offenbart am Ende der Zeiten um euretwillen, die ihr durch ihn glaubt an Gott, der ihn auferweckt hat von den Toten und ihm die Herrlichkeit gegeben, damit ihr Glauben und Hoffnung zu Gott habt.

Liebe Gemeinde,

heute geht es um das wichtigste Thema unseres Lebens überhaupt, nämlich um das Thema unserer Erlösung. Lassen Sie daher am heutigen Sonntag Okuli ein wenig tiefer in dieses Thema einsteigen

1. Ohne Gold und Silber

Wenn wir das in unserem Predigttext lesen, mag uns dies zunächst ein wenig befremdlich erscheinen. Aber Gold und Silber waren damals die Gegenleistung für Waren und Dienstleistungen aller Art und somit das Entgelt für geleistete Tätigkeiten.

Petrus sagt uns hier also ganz klipp und klar, dass wir mit wie auch immer geleisteten Tätigkeiten rein gar nichts zu unserer Erlösung beitragen können.

Da helfen auch keine noch so großzügigen Spenden. Auch ehrenamtliche Tätigkeiten erhöhen nicht unsere Punktescore, wenn es um unsere Erlösung geht.

Wir neigen immer noch dazu die Maßstäbe der Welt auch auf Gottes Maßstäbe zu übertragen. Und genau davor warnt uns Petrus. Spenden und ehrenamtliche Tätigkeiten sind doch wohl nichts schlimmes oder etwa doch? Nein, natürlich nicht. Aber sie als probates Mittel zu betrachten, um sich darauf berufen zu können, wenn es um unsere Erlösung geht sind sie denkbar ungeeignet.

Wenn wir uns in der Tat nur auf Silber und Gold verlassen, dann bleiben wir unerlöste Menschen und kommen nicht in den Himmel. Das will uns Petrus damit sagen.

2. Das teure Blut

Sicherlich haben Sie alle schon einmal etwas von dem Begriff der Blutrache gehört. Im Falle eines Tötungsdeliktes wird der Täter von einem Angehörigen des Opfers ebenfalls getötet. Damit ist die begangene Tat gesühnt.

Genau dies tat Gott übrigens mit seinem eigenen Sohn. Das müssen wir uns in dieser Einfachheit einmal vergegenwärtigen. Wir als Täter haben gegen Gott gesündigt. Damit hätten eigentlich wir den Tod verdient und müssten mit unserem Blute für unsere Sünden bezahlen.

Und was macht Gott? Er gibt das liebste, was er hat her, um es zu töten. Nur damit mit diesem Blute unser aller Sünden gesühnt werden. Ist das nicht verrückt. Ja, liebe Gemeinde, das ist vollkommen verrückt. Aber Gott ist selber auch verrückt. Verrückt vor Liebe nach uns. Und darum hat er dies getan.

Mit Jesu Blut sind alle unsere Sünden vor Gott bezahlt. Alle, die in der Vergangenheit begangen worden sind, alle die in der Gegenwart begangen werden und auch schon alle, die zukünftig von seinen Geschöpfen begangen werden.

Was bedeutet dies denn nun ganz konkret für einen jeden von uns? Nun, es bedeutet nichts anderes, als dass wir wieder Frieden mit Gott haben können. Achten Sie bitte auf das Wort „können“. Auch wir müssen etwas dafür tun, um wieder Frieden mit Gott haben zu können. Wir müssen, das, was Gott für uns getan hat, im Glauben dankbar annehmen.

3. Der Beweis

Uns Christen wird ja oftmals Phantasterei und Schwärmerei vorgeworfen. Etwas deftigere Kritiker werfen uns sogar geistige Verwirrtheit vor, wenn wir von dem berichten, was wir soeben gehört haben.

Wissen Sie was? Ich kann das sehr gut verstehen, und ich würde vielleicht auch in diese Kerbe hauen, wenn da nicht etwas passiert wäre, was die Welt vollkommen auf den Kopf gestellt hat; nämlich die Auferstehung Jesu von den Toten.

Dass dies keine Hirngespinste sind, können wir in vielen Berichten der Bibel nachlesen. Da waren zwei Jünger auf dem Weg nach Emmaus. Von Traurigkeit geplagt über das, was geschehen war, berichteten sie dies einem vermeintlich Fremden. Dieser offenbarte sich ihnen aber ein wenig später als der auferstandene Herr Jesus Christus.

Da war der ungläubige Thomas, der auch so seine Zweifel hatte. Dem offenbarte sich der auferstandene Herr höchstpersönlich und bot ihm auch noch an, seine Hände in die Wunden zu legen, die ihn getötet haben.

Und an anderer Stelle lesen wir, dass sich der auferstandene Herr Jesus Christus sogar vor über 500 Menschen auf einmal zeigte, von denen die meisten bei der Niederschrift dieses Ereignisses noch lebten.

Somit wissen wir, dass Jesus für unsere Sünden bezahlt hat. Somit wissen wir, dass alle, die an ihn glauben das ewige Leben haben. Und somit können wir auch unser gesamtes Leben voller Vertrauen und Glauben in die Hand dessen legen, der uns versprochen hat:

„Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Matthäus 28,18).

Der auferstandene Herr ist also stets um uns. Er steht uns in der Gegenwart bei und steht uns auch dann bei, wenn wir unsere Erdenreise beenden. Dann trägt er uns in den Himmel hinein und dann dürfen wir ihn schauen, wie wir ihn auf Erden nicht schauen konnten.

Was wollen wir mehr auf Erden? Mir fällt in der Tat nichts ein.

Mit dieser frohen Erwartung in der Zeit und für die Ewigkeit lassen Sie uns abschließend in den 6. Vers des Liedes „Ich bin ein Gast auf Erden….“ (EG 529) von Paul Gerhardt einstimmen, der da lautet, wie folgt:

So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt,
doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt.
Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt,
da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag Okuli und einen fröhlichen Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag Miserikordias Domini. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Petrusbrief, Kapitel 2, die Verse 21b – 25. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand; der nicht widerschmähte, als er geschmäht wurde, nicht drohte, als er litt, er stellte es aber dem anheim, der gerecht richtet; der unsre Sünde selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden. Denn ihr wart wie die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.

Liebe Gemeinde,

im heutigen Predigttext geht es also um die Nachfolge und darum, welche Hindernisse und Stolpersteine uns auf diesem Wege erwarten können. Lassen Sie uns über diese wichtigen Punkte heute Morgen ein wenig näher und intensiver nachdenken.

1. Die Nachfolge

Als Kinder sind wir mit unseren Eltern oft im Winter gemeinsam spazieren gegangen. Wanderungen durch den tiefverschneiten Wald haben riesig viel Spaß gemacht. Doch merkten wir als Kinder sehr bald, wie schwierig und kräftezehrend so ein Marsch durch den Tiefschnee sein konnte. Also was machten wir? Wir folgten den Fußstapfen, die unser Eltern vor uns hergehend hinterlassen haben. Und dann wurde der Spaziergang um etliches einfacher und weit weniger kräftezehrend als vorher.

Genau so sollten wir es auch bei der Nachfolge als Christen machen. Jesus ist uns in allem schon vorausgegangen. Das einzige, was wir tun müssen, ist seinen Fußspuren, die er hinterlassen hat, zu folgen. Jesus hat uns also unseren Weg auf Erden schon bereitet.

Allerdings müssen wir gleich sagen, dass ein Leben in der Nachfolge kein einfacher Spaziergang mit unserem Herrn ist. Aber er hat auch schon für die schwersten Zeiten in unserem Leben seine Fußstapfen so hinterlassen, dass auch diese Wege, obwohl sie schwer sind, für uns dennoch gangbar sind.

Wenn wir dies machen, liebe Gemeinde, dann können wir auch von Jesus lernen. Dieser „Jesusweg“, den er uns vorangegangen ist so angelegt, dass wir ihn nicht nur begehen können, sondern dass wir auf diesem Wege auch viel von unserem Herrn lernen können.

Aber was machen wir häufig? Wir meinen, uns unseren eigenen Weg suchen zu müssen. Und so laufen wir wie bei unserem Winterspaziergang ganz alleine durch den Tiefschnee unseres Lebens. Der Weg wird immer mühseliger und immer schwieriger bis wir uns irgendwann einmal total verrannt und verausgabt haben. Diesen Stolperstein können wir vermeiden, indem wir von Anfang an mit unserem Herrn unterwegs sind.

Aber, und das wird passieren, immer wieder lockt uns natürlich der eigene Weg, da wir ja bekanntlich ganz genau wissen, was denn am besten für uns ist. Und dann passiert es eben, dass wir uns hin und wieder einmal wieder total verrannt haben. Gerade in solchen Momenten ist unser Herr nur einen Gebetsanruf von uns entfernt und wartet nur darauf, uns zur Hilfe eilen zu dürfen.

2. Das Schmähen ertragen

Eigentlich auch wieder so ein Wort mit dem wir, wenn wir ehrlich sind, ganz, ganz wenig anfangen können. Ich kenne keinen Konfirmanden, der mir dieses Wort erklären kann. Also schauen wir einmal wieder im Urtext und nach alternativen Übersetzungsmöglichkeiten nach.

Wenn wir im Urtext das Wort „Loidoreo“ lesen, so kann dies auch mit „Beschimpfen“ und „Vorwürfe machen“ übersetzt werden. Und schon sind wir dem Verständnis ein wenig näher gerückt.

Natürlich werden uns auf unserem Lebensweg in der Nachfolge Menschen begegnen, die uns beschimpfen. Für jemanden, der mit dem Christentum so rein gar nichts „am Hut“ hat, ist unser Leben ja auch nicht zu verstehen. Wir sprechen mit jemandem, den wir nicht sehen. Wir gehen sonntags in Räumlichkeiten wo wir Geschichten über jemanden hören, der es möglich machen kann, dass wir in den Himmel kommen. Und dann behaupten wir auch noch, dass dieser unsichtbare, wenn wir Brot und Wein zu uns nehmen, mitten unter uns ist.

Wenn uns jemand so gegenübertritt, dann kann es schon einmal sein, dass wir die Faust in der Tasche ballen. Am liebsten möchten man doch dann gleich so richtig „losevangelisieren“ freilich nach dem Motto: „Und willst Du nicht mein Bruder sein, dann schlag ich Dir den Schädel ein.“

Und genau das sollten wir als Christen natürlich nicht tun. Wir sollen eben nicht gleiches mit gleichem vergelten. Nur so ist übrigens eine Deeskalation der Gewalt überhaupt möglich. Liebe Gemeinde, wir können sicherlich alle ein Streitgespräch für uns gewinnen, wenn wir mit noch Ungläubigen über das Christentum diskutieren. Es ist nur die Frage, ob dieses im Sinne unseres Herrn ist, wenn wir einen Streit gewinnen, aber einen potentiellen Nachfolger verlieren.

Probieren Sie es einfach einmal selber aus. Wenn Sie das nächste Mal in eine Situation kommen, wo Sie am liebsten sofort so richtig lospoltern möchten, dann bleiben Sie ganz einfach still. Provoziert der andere weiter, bleiben Sie weiter still. Ich garantiere Ihnen, dass der andere spätestens beim dritten Versuch seine Provokation einstellen wird.

3. Das Erleiden

Kein Mensch von uns leidet gern. Vielleicht haben das im Mittelalter einige Mönche getan, indem sie sich selber geißelten, um so dem Himmel ein Stück weit näher zu kommen. Aber diese Zeiten sind Gott sei Dank vorbei.

Aber auch heute leiden wir auf dem Weg der Nachfolge. Da geben wir uns so viel Mühe mit unseren Mitmenschen, sind immer für sie da und dann kommt noch nicht einmal ein kleines Dankeschön.

Da gehen wir konsequent unseren Glaubensweg und müssen feststellen, dass es denjenigen Menschen, die gar nicht an Gott glauben, in nahezu jeder Hinsicht wesentlich besser geht als uns. Sie haben Reichtum, Wohlstand und Erfolg, währenddessen wir uns so gerade mal durch unser Leben hindurch schlagen können.

Und dann gibt es noch die Spezies, die ganz offen unseren Weg mit Jesus verhöhnt. All das prallt nicht so einfach an uns ab. All das nagt tief in uns, wenn wir keinen Ausweg wissen.

Und diesen Ausweg hat uns unser Herr an die Hand gegeben. Immer dann, wenn wir um seinetwillen leiden, dann sollen wir das eben nicht immer und immer wieder in uns hineinfressen, sondern wir sollen all dies ihm als dem gerechten Richter übertragen.

Gottes Mühlen mahlen langsam aber vortrefflich fein, so lautet ein altes Sprichwort. Vertrauen wir doch einfach darauf. Fressen wir doch nicht mehr all das Leid, was man uns anfügt, so einfach in uns hinein. Übertragen wir doch alles Leid, alle Demütigungen und sonstige Unbillen, die man uns zufügt einfach im Gespräch unserem Herrn. Wenn einer weiß, was zu tun ist, dann jedenfalls nur ER.

Mal so ganz nebenbei bemerkt, wenn wir dies tun, ersparen wir uns auch jede Menge negativer Gedanken. Wie viele Familien sind zerstritten, weil in der Vergangenheit irgendjemand einem anderen irgendetwas getan hat. In der Erinnerung wird dieses „etwas“ immer größer und mächtiger werden, als es tatsächlich gewesen ist. Wenn wir den Vorfall gleich unserem Herrn übertragen, dann sind wir ihn sofort los und müssen uns auch nicht weiter darüber ärgern und können somit unseren Weg fröhlich weitergehen. Gelebtes Christentum kann also auch ganz einfach praktisch und pragmatisch für den Alltag sein.

Gehen wir ihn also an, den Weg in die Nachfolge. Gehen wir doch den Weg in die Nachfolge, wie ihn der 1. Vers des Liedes „Lass mich, o Herr, in allen Dingen….“ (EG 414) des Liederdichters Georg Joachim Zollikofer beschreibt:

Lass mich, o Herr, in allen Dingen
auf deinen Willen sehn und dich mir weihn;
gib selbst das Wollen und Vollbringen
und lass mein Herz dir ganz geheiligt sein.
Nimm meinen Leib und Geist zum Opfer hin;
dein, Herr, ist alles, was ich hab und bin.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 1. Sonntag nach Ostern. Wie die neugeborenen Kindlein, so lautet die Übersetzung des heutigen Sonntages. Und über die neue lebendige Hoffnung, die wir seit Ostern haben, berichtet uns Petrus in unserem heutigen Predigttext. Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag im 1 Petrusbrief, Kapitel 1, die Verse 3-9. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Lebendige Hoffnung

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwirklichten Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel für euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereit ist, dass sie offenbar werde zu der letzten Zeit. Dann werdet ihr euch freuen, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, damit euer Glaube als echt und viel kostbarer befunden werde als das vergängliche Gold, dass durchs Feuer geläutert wird, zu Lob, Preis und Ehre, wenn offenbart wird Jesus Christus. Ihn habt ihr nicht gesehen und habt ihn doch lieb; und nun glaubt ihr an ihn, obwohl ihr ihn nicht seht; ihr werdet euch aber freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, wenn ihr das Ziel eures Glaubens erlangt, nämlich der Seelen Seligkeit.

Liebe Gemeinde,

wir haben eine lebendige Hoffnung. Schön und gut, erst einmal aber ist dies doch nur eine leere Worthülse. Was steckt denn eigentlich dahinter und was zeichnet denn diese lebendige Hoffnung aus ? Lassen Sie uns darüber heute morgen einmal gemeinsam nachdenken.

1. Der lebendige Hoffnungsträger

Hoffen und Harren hält machen zum Narren, so lautet ein uraltes Sprichwort. Das ist auch immer dann richtig, weil mancher Hoffnung einfach der Grund fehlt. Wer ohne jedwede Grundlage auf etwas hofft, der wird von dieser Hoffnung oftmals enttäuscht werden.

Wir hingegen haben eine lebendige Hoffnung. Wir dürfen gewiss sein, dass unser irdisches Leben nicht mit dem irdischen Tode vorbei sein wird, sondern weitergeht. Wir hoffen ja auch nicht blindlings und grundlos. Nein, liebe Gemeinde, Jesus Christus hat mit seiner Auferstehung den Tod ein für alle Male besiegt.

Das sind keine Hirngespinste, wie wir es an Ostern bereits gehört haben, das sind knallharte Fakten. Wenn dieser auferstandene Jesus bei uns ist alle Tage bis an der Welt Ende, dann ist unsere Hoffnung auf den lebendigen Heiland begründet, der den Tod ein für alle Male überwunden hat und uns alle ebenfalls an dieser Überwindung teilhaben lassen möchte.

2. Die Kindschaft

Wenn wir uns an den lebendigen Herrn und Heiland wenden, und ihm unser Leben übergeben, dann sind wir von den Geschöpfen Gottes mit einem Male wieder zu Gottes geliebten Kindern geworden.

Lassen Sie uns den Unterschied vom Geschöpf zum Kind einmal ein wenig näher betrachten.

Als Kind Gottes leben wir in der direkten Abhängigkeit zu unserem Vater. Wie unsere irdischen Väter auch, so übernimmt unser Himmlischer Vater damit auch die Verantwortung für uns. Wie wir versuchen unseren Kindern eine gute und liebevolle Erziehung angedeihen zu lassen, so wird uns auch unser himmlischer Vater liebevoll erziehen.

Wann immer wir seinen Beistand benötigen ist er für uns da, so wie wir auch für unsere Kinder immer ansprechbar sind, wenn sie Hilfe benötigen. Aber auch wenn uns etwas total misslingt ist unser himmlischer Vater für uns als seine Kinder da. Er will uns trösten und uns wieder aufbauen, damit wir danach getrost wieder den Weg der Nachfolge antreten können.

All dies, liebe Gemeinde, genießen wir als Kinder. Als Geschöpfe genießen wir dies nicht.

Ein Geschöpf oder ein Fremder wird auch niemals ein Erbe als Verwandter antreten können. Dies steht ihm ja auch gar nicht zu. Erben kann nur, wen der Erblasser dazu bestimmt hat oder wer mit dem Erblasser verwandt ist.

Als Kinder Gottes sind wir sogar Erben der ersten Ordnung. All das, was unserem Vater gehört, das gehört auch uns. Wir müssen ihn nur darum bitten. Streng genommen müssten wir noch nicht einmal darum bitten, das Erbe steht uns ja zu. Aber was dabei herauskommt, wenn wir auf eigene Faust unser Erbe antreten, das lehrt uns ja schon die Geschichte vom verlorenen Sohn.

3. Ziel der lebendigen Hoffnung

Das Ziel der lebendigen Hoffnung ist der Seelen Seligkeit. Seele wird im Urtext auch übersetzt mit Psyche. Damit können wir schon etwas mehr anfangen. Die lebendige Hoffnung führt genau dazu, dass unsere Errettung sich insbesondere auf unsere Psyche auswirkt. Unabhängig von unserem Körper haben wir eine lebendige Hoffnung des ewigen Lebens in uns.

Trotz mancher körperlicher Gebrechen behalten wir diese Hoffnung stets quicklebendig in uns. Wir können uns dies auch als einen Schlüssel vorstellen, den wir verliehen bekommen haben. Diesen Schlüssel tragen wir unser ganzes Leben lang mit uns einher.

Bei unserem irdischen Tode eröffnet er uns den Eintritt in den Himmel. Schon hier auf Erden dürfen wir uns jederzeit an diesem Schlüssel erfreuen. Immer wenn wir diesen Schlüssel zur Hand nehmen, erzeugen wir ein Stück Ewigkeit in unseren Herzen. Diese Freude ist vollkommen unabhängig von allen äußeren Gegebenheiten. Jeder, der diesen Schlüssel in Händen hält, kennt seinen unermesslichen Wert. Deshalb sind auch viele Menschen auf Erden glücklich und zufrieden, auch wenn sie aus Weltmenschensicht betrachtet, eigentlich „nichts zu lachen haben“.

Jetzt haben wir noch das Wort Seligkeit, welches wir ja auch in unserem alltäglichen Sprachgebrauch kaum noch verwenden. Im Urtext finden wir daher auch das Wort Rettung.

Retten kann ich jemanden nur, der in Gefahr schwebt. Bis zu unserer Bekehrung schwebten wir alle in der Gefahr, in der Hölle zu landen und damit auf Ewigkeit abgeschieden zu sein von der väterlichen Liebe Gottes. Jesus hat durch seine Erösungstat den Grundstein für unsere Rettung gelegt.

Wenn wir diese Errettung annehmen, dann bedeutet dies dies für einen jeden, der zu seiner Rettung „Ja“ sagt, eine endgültige Befreiung von Sünde, Tod, Teufel und Vergänglichkeit. All das, was uns also als Nichtchristen erwartet hätte ist mit einem Male weggewischt und seine Stelle ist der Seelen Seligkeit getreten.

Lassen Sie uns doch diese frohe Botschaft unseren Mitmenschen weitersagen. Ich weiß, viele wollen sie gar nicht hören, diese rettende Botschaft die wir vermitteln wollen. Ich sage das immer ganz pragmatisch mit folgendem Beispiel: Gesetzt der Fall Sie machen eine Kreuzfahrt und Ihr Schiff gerät in Seenot. Alle Passagiere müssen um zu überleben mittels der Rettungsboote ausgeschifft werden. Sagen Sie dann auch: Davon will ich nichts hören, das betrifft mich doch nicht, ich steige da nicht ein ?

Eines Tages, liebe Gemeinde, wird dieses Schiff genannt Welt untergehen. Zeigen wir doch bis dahin möglichst vielen Menschen den Weg zu den seit über 2000 Jahren bereitstehenden Rettungsbooten auf.

Mut und Vertrauen dazu kann uns sicherlich auch der erste Vers des Liedes von Christian Keimann „Meinen Jesus lass ich nicht“ (EG 402) geben, der da lautet, wie folgt:

Meinen Jesus lass ich nicht, weil er sich für mich gegeben,
so erfordert meine Pflicht, unverrückt für ihn zu leben.
Er ist meines Lebens Licht; meinen Jesus lass ich nicht.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Herzliche Segensgrüße sendet Ihnen
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag, dem 4. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Petrusbrief, Kapitel 3, die Verse 8-17. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Endlich aber seid allesamt gleich gesinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, demütig. Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, dass ihr den Segen ererbt. Denn „wer das Leben lieben und gute Tage sehen will, der hüte seine Zunge, das sie nichts Böses rede und seine Lippen, dass sie nicht betrügen. Er wende sich ab vom Bösen und tue Gutes; er suche Frieden und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren hören auf ihr Gebet; das Angesicht des Herrn aber steht wider die, die Böses tun.“ (Psalm 34, 13-17). Und wer ist’s der euch schaden könnte, wenn ihr dem Guten nacheifert? Und wenn ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig.
Fürchtet euch nicht vor ihrem Drohen und erschreckt nicht; heiligt aber den Herrn Christus in euren Herzen. Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist, und das mit Sanftmut und Gottesfurcht, und habt ein gutes Gewissen, damit die, die euch verleumden, zuschanden werden, wenn sie euren guten Wandel in Christus schmähen. Denn es ist besser, wenn es Gottes Wille ist, dass ihr um guter Taten willen leidet als um böser Taten willen.

Liebe Gemeinde,

so sollten wir also sein, wir, die wir uns Christen nennen. Jetzt mal ganz ehrlich, schaffen wir das denn überhaupt? Ich jedenfalls habe so manches Problem, wenn ich den heutigen Predigttext 1:1 in meinem Leben umsetzen möchte. Von uns selbst aus schaffen wir dies jedenfalls nicht.
Also lassen Sie uns heute Morgen gemeinsam überlegen, wie wir denn wenigstens in die Nähe dessen kommen können, was von uns als Christen erwartet wird.

1. Die Grundausstattung

Unser Predigttext beginnt ja mit dem Wort: „Endlich“. Dieses „Endlich“
ist aber nicht in dem Sinne gemeint, wie z.B. „Nun sei doch bitte endlich mal ruhig“. Das „Endlich“ in unserem Predigttext bezieht sich auf das Ende einer Entwicklung. Erst nach deren Ende können wir also so sein, wie wir es denn in den nächsten Sätzen lesen.

„Dass ihr den Segen ererbt“, so lesen wir es im nächsten Satz. Also dann, wenn wir den Segen ererben dann können wir so werden, wie es der Predigttext von uns erwartet. Erben kann ich logischerweise erst dann etwas, wenn jemand verstorben ist. Man kann dann erben, wenn z.B. ein Verwandter verstorben ist und man als nächster Angehöriger der rechtmäßige Erbe ist.

Jesus Christus ist für unsere Sünden gestorben. Also sind wir seine rechtmäßigen Erben. Sind wir das alle? Nein, das sind wir nicht, wir müssen schon die nächsten Verwandten des Erblassers sein, um unser Erbe antreten zu können. Wenn wir uns bekehren, dann werden wir Gottes Kinder. Und als seine Kinder dürfen wir unser Erbe antreten.

Dieses Erbe besteht unter anderem aus dem Segen, den wir ererben. Erst der Segen unseres Herrn macht es uns möglich so zu sein, wie wir es am Anfang des Predigttextes gehört haben.

Aber trotzdem immer noch ganz schön heftig, wie wir sein sollen. Wenn wir ein paar Zeilen weiterlesen, dann finden wir auch hierfür die Lösung. Dort steht nämlich das Wort „nacheifert“. Nacheifern bedeutet dass ich ein Vorbild habe und mich bemühe, diesem ähnlich zu werden.
Nacheifern heißt aber auch, dass ich den Zustand der Vollkommenheit nicht erreichen kann, ich kann immer nur den rechten Weg dahin beschreiten.

Genau wie Jesus, liebe Gemeinde, können wir gar nicht werden. Wer dies versucht, der wird daran zerrbrechen. Das ist übrigens auch das gefährliche an den WWJD-Armbändern (What would Jesus Do), die häufig getragen werden. Ich kann nicht so reagieren, wie Jesus reagiert hat.
Ganz einfach, weil ich nicht Jesus bin.

Aber trotzdem kann ich mich auf den Weg meines Vorbildes machen und diesem nacheifern.

2. Die Kardinaltugenden

Werden wir jetzt ganz konkret. Was sollen wir tun? Wie sollen wir reagieren?

Wir sollen also mitleidig sein. Mit leiden bedeutet nicht dem Leidenden einen mitleidsvollen Blick zu gönnen oder ihn gar mit den Worten zu trösten „Das wird schon wieder“. Mitleiden heißt, dass ich Anteil nehme an dem Leiden des anderen, dass ich nach besten Kräften versuche mich in seine Situation hinzu versetzen. Wenn ich ein derartiges Leid noch nicht erlebt habe, dann bleibt mir nur die Frage an mich selbst: Was würde ich mir in ähnlicher Lage jetzt von den anderen für ein Verhalten wünschen?

Anhand dieser Antwort kann ich meinen Mitmenschen auch ein Stück weit in seinem Leid tragen, ihn stützen und ihm so wieder auf die Beine helfen.

Brüderlich sollen wir sein. Brüderlich sein heißt zuallererst einmal, dass ich den anderen als mein Familienmitglied voll und ganz akzeptiere.
Mein Mitmensch gehört genau zu der gleichen Familie wie ich, wir sind nämlich beider Götter geliebte Kinder.

Stellen wir uns wieder die Frage: Wie möchte ich von meinem Bruder behandelt werden? Mir fallen sogleich drei Eigenschaften ein. Mit Respekt möchte ich behandelt werden. Und so sollte ich auch meine Mitmenschen behandeln. Es gibt keine Penner, die mir auf der Tasche liegen, aber es gibt Mitmenschen, die am Leben gescheitert sind und die meiner Hilfe bedürfen. Es gibt keine Asylanten, die es nur auf unseren Wohlstand abgesehen haben. Aber es gibt Menschen, die unter entsetzlichem Leid aus ihrem Heimatland geflohen sind und denen ich hier ein Stück weit Heimat und Sicherheit verschaffen kann.

Verzeihend wäre die nächste Eigenschaft der Brüderlichkeit. Mache ich nicht auch viele Fehler und bin immer wieder auf die Nachsichtigkeit meiner Mitmenschen angewiesen? Wenn wir einmal tief in uns hineingehen, dann fallen uns bestimmt etliche Situationen ein, wo wir uns auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben. Und wie oft ist uns unser Verhalten verziehen worden. Also tun wir es doch auch.

Kritik wäre auch eine Eigenschaft der Brüderlichkeit. Gesetzt der Fall, Sie sehen, wie ein kleines Kind auf die Straße rennen möchte und schon von weitem können Sie ein Auto erkennen, welches dieses Kind gefährden könnte. Wenn es mir irgend möglich ist, dann renne ich doch und warne das Kind, notwendigenfalls reiße ich es zurück bevor es sprichwörtlich unter die Räder kommt. Übertragen wir dies doch einmal auf einen Mitmenschen, von dem wir wissen, dass er in der falschen Richtung unterwegs ist.

Dieser Mitmensch ist doch meine Bruder oder meine Schwester. Die lasse ich doch nicht einfach in ihr Verderben laufen, die muss ich doch vor dem retten, was auf sie zukommen kann. Kritik bedeutet in diesem Falle nicht sinnlose Nörgelei oder Rechthaberei, sondern Lebensrettung.
Übrigens: Wir können zwar Kritik üben, aber den Weg zurück, den muss unser Bruder oder unsere Schwester schon alleine antreten. Wer den Weg zurück absolut nicht will, dem können auch wir nicht mehr helfen. Da hilft dann wirklich nur noch beten.

3. Sperrfeuer

Petrus kannte das auch schon, diese Häme, diese blöde Grinsen mit dem wir als Christen so gern bedacht werden. Mir sagte vor Jahren mal ein lieber Zeitgenossen: “ Sie haben sie doch nicht mehr alle, Sie mit Ihrem Jesusgequatsche.“ Mir fiel in diesem Moment leider nichts Gescheiteres ein, als:“ Das ist richtig, ich hab sie nicht mehr alle, aber ich hab den Einen der mich zum ewigen Leben führt.“

Und schon hatten wir den schönsten Streit. Schlussendlich sind wir auseinander gegangen und jeder hatte die geballte Faust in der Hosentasche. Von brüderlicher Eintracht keine Spur. Also so sollten wir nicht reagieren, wenn das Sperrfeuer uns erwischt.

Dem christlichen Sperrfeuer sollen wir Sanftmut entgegensetzen. In dem Wort steckt ja das Wort Mut. Und es gehört auch schon eine ganze Menge Mut dazu, nicht gleich etwas mit gleicher Münze zurückzuzahlen.

Sanftmut bedeutet, dass ich mit den oben beschriebenen Eigenschaften der Brüderlichkeit auch denen begegne, die eben noch nicht meine Brüder sind. Auch der Streithansel ist ein Mitmensch, den ich gefälligst respektvoll behandeln soll. Auch ihm muss ich verzeihen, was er mir antut mit dem was er vielleicht zu mir sagt. Wenn ich so reagiere, dann habe ich auch eine große Chance über die liebevolle Kritik ein Einlenken zu bewirken, dass den anderen zum Umdenken anstoßen kann.

Das klappt erfahrungsgemäß am besten, wenn ich in jedem der mir begegnet zuallererst den Bruder oder die Schwester sehe. Das hilft ungemein in kniffligen Situationen. Probieren Sie es einfach mal aus.

Das alles schaffen wir natürlich nur, wenn wir in ständiger und inniger Gemeinschaft mit unserem Herrn leben. Das, liebe Gemeinde, ist dann gelebte Demut, nämlich zu erkennen, dass ich alles, was ich habe und bin, nicht mir selber, sondern meinem Vater im Himmel zu verdanken habe.

Einer, der in einer innigen Gemeinschaft mit dem Herrn lebte war der Liederdichter Gerhard Tersteegen. In dem zweiten Vers seines wohl bekanntesten Liedes beschreibt er sein Leben mit Gott sehr schön, wie folgt:

Ich bete an die Macht der Liebe, die sich in Jesus offenbart; ich geb mich hin dem freien Triebe, wodurch ich Wurm geliebet ward; ich will, anstatt an mich zu denken, ins Meer der Liebe mich versenken.

Der Herr gebe Dir die Kraft, Deinen Mitmenschen in ihrem Leide zur Seite zu stehen Der Herr lasse Dich stets in brüderlicher Liebe mit Deinen Mitmenschen umgehen Der Herr mache Dich demütig, damit Du niemals vergisst, wer Dir alles in Deinem Leben geschenkt hat

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag, dem Sonntag Miserikordias Domini. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Petrusbrief, Kapitel 5, die Verse 1-4. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die Ältesten unter euch ermahne ich, der Mitälteste und Zeuge der Leiden Christi, der ich auch Teilhabe an der Herrlichkeit, die offenbart werden soll: Weidet die Herde Gottes, die euch anbefohlen ist; achtet auf sie, nicht gezwungen, sondern freiwillig, wie es Gott gefällt; nicht um
schändlichen Gewinns willen, sondern von Herzensgrund; nicht als Herren über die Gemeinde, sonder als Vorbilder der Herde. So werdet ihr, wenn erscheinen wird der Erzhirte, die unvergängliche Krone der Herrlichkeit empfangen.

Liebe Gemeinde,

wenn wir uns den Predigttext lesen, dann stoßen wir auf das Wort „Älteste“. Getrost zurückgelegt könnten wir nun sagen: „Damit sind wir nicht gemeint. Das geht uns auch nix an.“ Doch weit gefehlt. Älteste sind nicht nur die Gemeindeältesten, Presbyter und andere Funktionsträger in der Gemeinde. Älteste könnte man auch mit dem Wort „Ältere“ übersetzen. Und schon sind wir wieder im Boot. Ältere bedeutet nämlich nichts anders als erfahrene Christen. Und als solche tragen wir
auch ein Stück weit Verantwortung gegenüber unseren im Glauben noch eher unerfahrenen Geschwistern.

Was sollen wir also tun? Nehmen wir uns doch heute Morgen einmal drei Punkte vor, die uns Petrus an’s Herz legt.

1. Weidet die Herde Gottes

Zugegeben das hört sich sehr pathetisch an. Wenn Petrus schon ein Wort aus dem Tierreich wählt, dann lassen Sie uns doch auch bei diesem Vergleich bleiben. Was macht denn ein Schäfer, der seine Herde weidet?

Zunächst einmal sorgt er dafür, dass die Herde genügend Futter hat.
Futter im übertragenen Sinne ist das Wort Gottes. Wie die einzelnen Schafe ihr Futter zu sich nehmen, so sollen wir unseren Glaubensgeschwistern helfen, das Wort Gottes zu sich zu nehmen und in sich aufzunehmen. Es ist ja nicht damit getan, dass man etwas hört und dann wieder nach Hause geht und seinem gewohnten Alltagstrott nachgeht.

Wir sollen unseren Geschwistern dabei helfen, das gehörte Wort auch in sich aufzunehmen, es wirken zu lassen und auch danach zu leben und zu handeln. Glauben Sie mir eines, liebe Gemeinde, diese Aufgabe ist sehr verantwortungsbewusst. Viele Menschen verzweifeln nämlich ganz schnell
an ihrem „neuen“ Glauben. Erst ganz euphorisch und dann zu Tode betrübt.
Das kann ganz schnell geschehen. Dann sollen und müssen wir eingreifen und unseren Geschwistern klarmachen, dass der Glaube ein ganz dynamischer Prozess ist. Wir müssen ihnen sagen, dass auch die Zweifel zum Glaube mit dazugehören und letztlich dafür sorgen, dass der Glaube in ihnen immer weiter wachsen kann.

Dann sorgt der Schäfer dafür, dass die Herde von außen nicht angegriffen werden kann. Er bietet seiner Herde also einen Schutzraum.
Diesen Schutzraum sollen wir unseren Geschwistern auch bieten. Gerade, wenn sich jemand neu bekehrt hat, sind die satanischen Angriffe besonders gewaltig. Der Teufel wittert dann seine letzte Chance und fährt alles auf, was den Neubekehrten doch noch umstimmen könnte.

Da sind dann die Familienmitglieder, die auf den Neubekehrten einreden und ihm klarmachen wollen, welchem Unsinn er denn nun wieder auf den Leim gegangen ist. Dann kommen noch die lieben Arbeitskollegen hinzu, die einem schon den Heiligenschein andichten. Und so geht es lustig weiter.

Hier dürfen und müssen wir auch wieder eingreifen. Der Neubekehrte soll in uns einen persönlichen Schutzraum finden, mit dem er über alles reden kann. Gemeinsam im Gebet können wir ihn dann stärken und ihn gewiss machen, dass er sich für das einzig Richtige in seinem Leben entschieden
hat. Auch hier sind wir gefordert. Es kann sein, dass jemand wochen- und monatelang immer mit den gleichen Problemen zu uns kommt. Dann müssen wir eben wochen- und monatelang als Schutzraum zur Verfügung stehen.

Als letztes sorgt der Schäfer noch dafür, dass die Herde unter seinem Schutz auch zur Ruhe kommen kann. Im übertragenen Sinne machen wir dies in unseren Gottesdiensten, Hauskreisen und Gemeinschaftsstunden. Dort finden wir uns zusammen, um Gott anzubeten zu loben und zu preisen, aber auch um auf sein Wort zu hören. Unermüdlich sollen wir unsere Geschwister zu unseren Veranstaltungen einladen. Gerade zu Beginn ihres Glaubenslebens erfährt der „Novize“ in der Gemeinschaft Halt und Unterstützung für ein weiteres Leben in der Welt da draußen, in der er
ja auch weiterhin leben muss.

2. Freiwillig und von Herzensgrund

Neben dem, was wir machen ist es auch wichtig, wie wir etwas machen.
Wenn wir mit der Einstellung: „Schon wieder so ein Neubekehrter, na das soll wohl was geben….“ an die Sache herangehen, dann wird dabei auch nichts Vernünftiges rauskommen.

Alles, was wir machen, soll vom Grunde unseres Herzens aus geschehen.
Und wie geht das? Ganz einfach, liebe Gemeinde, wenn Christus in unserem Herzen wohnt, dann bestimmt er von dort, was wir tun sollen. Und wenn wir nicht mehr weiterwissen, dann müssen wir ihn eben fragen.

Wissen Sie übrigens, dass es gerade die Berufsgruppe der Pfarrer ist, die wie eine anonyme Befragung ergeben hat, aus Zeitmangel am wenigsten beten? Und dies soll uns eine Warnung sein. Auch als Hausgenossen unseres Herrn sollten wir uns niemals die Zeit des Gebetes nehmen
lassen. Gerade im Gebet erfahren wir ja die innere Führung, was wir machen sollen. Auf einen Einkauf bereiten wir und doch auch mit einem Einkaufszettel vor und kaufen nicht einfach irgendetwas, was sich gerade irgendwo in den Regalen befindet.

Und auf unseren Einsatz als Älteste sollten wir uns dann auch gebührend vorbereiten, damit wir nicht irgendeine Botschaft weitergeben, sondern DIE Botschaft. Und diese Vorbereitung geschieht im Gebet.

3. Vorbilder

Jetzt wird es etwas kritisch. Von wem lernen wir am liebsten? Von dem Theoretiker, der uns vielleicht sagt, wie man ein Möbelstück zusammenbaut oder von dem Praktiker, der uns zeigt, wie so etwas
praktisch funktioniert ? Natürlich von dem Praktiker. An Ort und Stelle können wir dabei direkt sehen, wie etwas entsteht.

Als erfahrene Praktiker des Glaubens sollen wir als Vorbilder unseren Neubekehrten vorleben, was es denn heißt, ein Christ zu sein. Wir sollen nicht als Herren und Meister der Bibel dastehen und sagen: „Dies darfst Du nicht tun und das erst recht nicht, und du musst dies und das unbedingt tun usw.“ Man soll uns an unseren Taten messen können.

An unseren Taten soll man uns erkennen und unsere Taten sollen die Menschen neugierig werden lassen auf ein Leben als Christ. Und hier wird es kritisch. Die Messlatte hängt nämlich zuweilen so hoch, dass wir uns gar nicht mehr daran messen lassen können.

Schon Paulus hatte es auf den Punkt gebracht, wenn er sagt, dass er das Gute, was er eigentlich tun soll nicht tut, das Böse hingegen, was er nicht tun soll tut. Daran sollten auch wir uns immer wieder erinnern, wenn wir uns mal nicht so verhalten, wie es eigentlich der Fall sein sollte.

Das kann nämlich kein Mensch, das konnte nur Jesus. Als Vorbilder sollen wir unsere uns anbefohlenen Geschwister auf dem rechten Wege begleiten und darauf achten, dass die große Richtung stimmt. Das auch wir ab und wann von diesem Wege abweichen und im Straßengraben landen, das liebe Gemeinde, macht uns nur noch menschlicher und sympathischer, sind doch
auch wir nach wie vor Sünder, die der ständigen Vergebung bedürfen.

Und mal ganz ehrlich: Möchten Sie ständig in der Nähe eines 100 % perfekten Menschen sein? Gerade die kleinen Fehler und Schwächen geben uns doch immer wieder den Hinweis, dass wir alle eben nicht perfekt sind und ständig auf die Gnade unseres Herrn angewiesen sind.

Danken wir doch auch immer wieder dem, der uns bisher so gut geführet und geleitet hat zum Beispiel mit dem 2. Vers des Liedes „Alles ist an Gottes Segen…“ (EG 352), der da lautet, wie folgt:

Der mich bisher hat ernähret und mir manches Glück bescheret,
ist und bleibet ewig mein.
Der mich wunderbar geführet und noch leitet und regieret,
wird forthin mein Helfer sein.

Der Herr zeige Dir einen Weg, wie Du Deinen Geschwistern ein guter Hirte
auf Erden sein kannst
Der Herr schenke Dir ein fröhliches und geduldiges Herz aus dem heraus
Du Deine Geschwister führen und begleiten kannst
Der Herr gebe Dir immer wieder auf’s Neue die Kraft, dass Du Deinen
Geschwistern ein Vorbild im Glauben sein kannst

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Lesergemeinde!
Ich grüße Sie herzlich am 15. Sonntag nach Trinitatis.
Herzlichen Dank für Ihre Zuschriften.
Das Predigtwort für diesen Sonntag steht im 1. Petrusbrief
im 5. Kapitel, in den Versen 5c – 11:²

„Denn Gott widersteht den Hoffärtigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werfet auf ihn, denn er sorget für euch.
Seid nüchtern und wachet; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, welchen er verschlinge. Dem widerstehet, fest im Glauben, und wisset, daß ebendieselben Leiden über eure Brüder in der Welt gehen.
Der Gott aber aller Gnade, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus, der wird euch , die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen. Sein ist die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“

Der Herr segne uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
Täglich begegnen wir Menschen, die Sorgen und Angst haben. Für diese Menschen ist die Gegenwart und Zukunft oft wie eine dunkle Wand. Einige von ihnen leben aus Träumen, die sie aus menschlichen Beziehungen oder versuchter Lebensgestaltung schöpfen.Andere folgen Versprechungen, suchen Extremerfahrungen oder Verdrängungsangebote. Manche haben das Träumen und Hoffen aufgegeben.
Und doch könnte sich ihr Leben ändern.

Sie und wir alle haben einen Gott, der uns liebt, der Leben schenkt und ermöglicht.
SEIN Sohn; Jesus Christus, ist für uns alle durch Leiden und Tod hindurchgegangen, damit wir in der Gemeinschaft mit Gott leben können.

Gott verspricht uns kein unbeschwertes und leidenfreies Leben. Aber ER verspricht uns in Jesus SEINE liebende Gegenwart. In Jesu Gemeinschaft öffnet ER uns Wege und verheißt uns eine unbegrenzte erfüllte Zeit in SEINER Gegenwart.

Gott ist für uns da!
Wir können zu IHM kommen im Gebet!
IHM dürfen wir unsere Sorgen und Nöte, unsere Freude und unseren Dank sagen!

Jesus hat uns mit dem Gebet des Vaterunsers Worte gegeben, die wir nachsprechen können, neben all den Worten, die uns unser Herz sagt.

Wenn ich unser heutiges Predigtwort aus dem 1. Petrusbrief lese, bewegen mich besonders zwei Bitten aus dem Vaterunser:
„Und führe uns nicht in Versuchung.
Sondern erlöse uns von dem Bösen.“

Zu der ersten Bitte sagt Luther in seiner Erklärung:
„Gott versucht zwar niemand; aber wir bitten in diesem Gebet, daß uns Gott behüte und erhalte, damit uns der Teufel, die Welt und unser Fleisch nicht betrüge und verführe in Mißglauben, Verzweiflung und andere große Schande und Laster, und wenn wir damit angefochten würden, daß wir doch endlich gewinnen und den Sieg behalten.“
(Erklärung zum Vaterunser; Evangelisches Gesangbuch 806.3)

Das Predigtwort spricht Gemeinden an, denen Sorgen, Leiden und Verfolgung zur Anfechtung geworden sind. Sorgen und Leiden in den Gemeinden können auch in unserer Zeit zur Anfechtung werden. Doch die Sorgen in unseren Gemeinden, unsere persönlichen Nöte und die Nöte in der Welt müssen uns nicht zu Boden drücken oder lähmen.

In unserem Predigtwort heißt es:
„All eure Sorge werfet auf ihn (Gott), denn er sorget für euch.“

Wir können uns in die bergende und rettende Hand Gottes fallen lassen. Das ist ein Handeln in Demut und ein Ablegen von Hochmut und Überheblichkeit.

Wenn wir mit unserer Kraft und Möglichkeit am Ende sind, sollten wir uns und Gott das eingestehen und SEINE Hilfe erbitten.
– Gott will uns helfen!
– Gott will Herr unseres ganzen Lebens sein und nicht der letzte Notnagel!

Aber ER lässt uns nicht verloren gehen, wenn wir in unserer Not zu IHM kommen und zu einem neuen Anfang bereit sind. Im Predigtwort heißt es:
„Denn Gott widersteht den Hoffärtigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.“

Wenn hier von Hoffart gesprochen wird ist Hochmut und Überheblichkeit gemeint. Hochmut und Überheblichkeit zeigen sich in vielfältiger Form:
– im Herabblicken auf Menschen, die in ihrem Leben weniger an Bildung, Stellung
und Besitz erreicht haben
– in der Selbsttäuschung, Erreichtes nur als Eigenverdienst zu sehen
– in der Fehleinschätzung, ohne Gottes Zuwendung und gnädiges Wirken
Leben bewältigen zu können
– in Unduldsamkeit in der Gemeinde aus einem Verständnis, das nur den eigenen Glauben, die eigene Gotteserkenntnis und die eigene Art, Gott und SEINEM Wort zu begegnen, akzeptiert.

Was wir sind und erreicht haben ist ein Geschenk der Gnade Gottes!

Unser Tun und Mühen dabei ist ein von Gott ermöglichtes Wirken – als ein gnädiges geführt worden sein oder als bewusstes Handeln nach SEINEM Wort.

Nicht nur unser Hochmut, sondern auch das Verhalten der Umwelt und die Verführung durch dem Bösen, dem Teufel, lassen uns Gottes angebotene Hilfe nicht wahrnehmen oder ablehnen. Der Teufel versucht uns mit Gewalt und List von Gott fern zu halten oder von Gott weg zu bringen.

Gewalt wirkt Angst. Angst drängt uns, die rettende Gemeinschaft mit Gott und die stärkende Kraft der christlichen Gemeinde zu verlassen. Durch solche Trennung werden wir zum Freiwild für den Teufel, wenn wir nicht den Weg der Umkehr zu Gott gehen.

Aber ebenso gefährlich ist die Verführung durch das listige Handeln des Teufels. Er müht sich, uns ganz unmerklich Schritt um Schritt in tiefere Gottesferne zu locken. Aber in der Gemeinschaft mit Jesus empfangen wir Kraft, solcher Versuchung zu widerstehen und selbst aus Niederlagen herausgerissen zu werden. Wir brauchen keine Angst zu haben vor den Angriffen des Teufels.

Aber wir sind gerufen, wachsam zu sein und immer wieder die rettende Hand Jesu zu ergreifen.

Wir haben im 1.Petrusbrief die Zusage:
„Der Gott aber aller Gnade, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen. Sein ist die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“

Vertrau auf diese Zusagen!
Erbitte in Deiner Not Gottes gnädige Hilfe und SEINE tragende Kraft!
Der Segen des Herrn geleite Dich!

Es grüßt herzlich
Pfr.i.R. Steinführer

Liebe Lesergemeinde!
Ich grüße Sie herzlich am 2. Sonntag nach Ostern,
dem Sonntag Miserikordias Domini.

Das Predigtwort für diesen Sonntag steht im 1. Petrusbrief,
im 2. Kapitel, in den Versen 21b – 25:²²

„Ihr wißt doch: Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel gegeben. Bleibt auf dem Weg, den er euch voranging; folgt seinen Spuren! Von ihm heißt es: Er hat kein Unrecht getan; nie ein unwahres Wort aus seinem Mund gekommen. Wenn er beleidigt wurde, gab er es nicht zurück. Wenn er leiden mußte, drohte er nicht mit Vergeltung, sondern vertraute darauf, daß Gott ihm zu seinem Recht verhelfen würde. Alle unsere Sünden hat er am eigenen Leib ans Kreuz hinaufgetragen. Damit sind wir von den Sünden befreit und können nun für das Gute leben. Denkt daran: Durch seine Wunden sind wir geheilt worden. Ihr wart wie Schafe, die sich verlaufen haben; jetzt aber seid ihr auf den rechten Weg zurückgebracht worden und folgt dem Hirten, der euch leiten und schützen wird.“

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
Oft schaue ich Menschen zu, die unterwegs sind. Viele haben es eilig. Manche gehen ihren Weg geruhsam. Andere verharren im Verweilen. In ihrem Tun spiegeln sie Momente unseres Lebensweges.

Wir alle sind unterwegs. Unser Leben hat ein Ziel. Viele suchen sich Etappenziele, die sie erreichen möchten, um dann ein weiteres Ziel anzusteuern. Andere setzen auf die Vision eines großen Ziels. Sie mühen sich auf den Weg dahin, möglichst viel vom
Ziel zu erreichen.

Die Bibel sagt uns, dass unser Herr und Schöpfer, unser Gott, unserem Leben ein Ziel gegeben hat. ER hat uns in der Ewigkeit ein zu Hause bereitet, in dem ER mit uns in Gemeinschaft leben will.

Wer aber dieses Angebot nicht kennt oder annimmt, wird sich andere Ziele suchen. Dabei irrt er durch Illusionen und verliert das Leben, dass Gott für ihn bereitet hat. Aus der Bibel könnte er die Wahrheit erfahren, da sagt Gott:
„Suchet mich, so werdet ihr leben“ (Amos 5,4).

Das Zeugnis der Gemeinde könnte ihm helfen. Die Gemeinde Gottes berichtet zu allen Zeiten von dem Weg zu einem Leben mit Gott. Sie bekennt aber auch, dass wir Menschen uns diesen Weg versperrt haben. Wir haben mit unserer Sünde und Schuld den Zugang zu diesen Weg verbaut.

Aber Gott lässt unsere Suche nicht scheitern. In SEINER rettenden Liebe hat Gott den Weg von sich aus neu geöffnet. ER hat Jesus für alle Menschen als Weg gesetzt. Jesus hat alle Schuld und Sünde ans Kreuz getragen. SEIN Blut hat unsere Sünde getilgt.

Nun ist der Weg zum Leben mit Gott frei.
Wer Jesu Opfer annimmt und IHN als seinen Herrn nachfolgt, wird Gottes verheißenes Leben empfangen.

Jesus sagt: „Ich bin die Tür, wenn jemand durch mich eingeht, der wird gerettet werden.“ (Joh 10,9)

In unserem Predigtwort, aus dem 1. Petrusbief, wird die Gemeinde als eine Gemeinschaft angesprochen, die Jesus als Herrn angenommen hat. Ihr wird gesagt:

Bleibt auf Jesu Weg, bleibt in SEINER Nachfolge. Folgt Jesus nach, wie Schafe ihrem Hirten folgen.
Damit seid ihr auf Gottes Weg zum Leben. Auf diesem Weg seid ihr in Liebe und Vertrauen mit Jesus verbunden. Ihr empfangt Freiheit, Freude und Hoffnung.

Aber ihr werdet auch teilhaben an dem, was Jesus auf SEINEM Weg erduldet und leidet.

Schaut auf SEIN Leben. Jesus ist diesen Weg im Vertrauen auf Gott und in Liebe zu euch gegangen:
„Er hat kein Unrecht getan; nie ist ein unwahres Wort aus seinem Mund gekommen. Wenn er beleidigt wurde, gab ers nicht zurück, wenn er leiden mußte, drohte er nicht mit Vergeltung, sondern vertraute darauf, daß Gott ihm zu seinem Recht verhelfen würde.“

Der 1. Petrusbrief ermuntert uns als Gemeinde:
Folgt den Spuren, die Jesus in der Welt hinterlassen hat!
Lasst Euch durch IHN zur Liebe für die Menschen dieser Welt entzünden!

Unsere Verbindung mit Jesus ermöglicht auch uns, Schritte eines Handelns aus Gottes Wort zu tun. Es ermöglicht uns, ein Reden der Wahrheit, das Ertragen von Beleidigungen, das Erdulden von zugefügtem Leiden.

Wir können auf Gott vertrauen. ER hat uns einen Hirten gegeben, der uns leitet und schützt. Jesus, unser Hirte, lässt uns nicht fallen oder im Verderben umkommen.

– ER gibt uns nicht auf, wenn wir SEIN Wort und SEINE Warnungen in den Wind schlagen!
– ER geht uns nach, um uns auf den rechten Weg zurück zu bringen!
– ER heilt alle unsere Wunden und Verletzungen, damit wir diesen Weg gehen können!
– Jesus müht sich um uns, damit wir auf diesem Weg mit IHM zum Ziel kommen!

Denn, nicht der Weg ist das Ziel, sondern das Ankommen in Gottes Zukunft, die ER uns bereitet hat!

So spricht Jesus uns immer wieder mit Gottes Wort an. Als auferstandener Herr begleitet ER uns auch wo wir müde werden auf diesem Weg oder den Weg nicht mehr sehen. Jesus sagt uns:

„Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan“ (Mat 7,7).

Auf dem Weg bleiben und nachfolgen wird unser Leben als Aufgabe begleiten, im Hören und Suchen unter Gottes Zusage und Verheißung.

ER lässt uns durch Jesus sagen:
„Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben“ (Joh 10, 27+28).

Mit diesem Hoffnungswort sendet Gott uns in die neue Woche.
Lasst uns dieser Zusage vertrauen und unter Gottes Segen den Weg zum Leben gehen.

Es grüßt herzlich
Pfr.i.R. Steinführer

²² Gute Nachricht, Bibel, Deutsche Bibelgesellschaft

Liebe Lesergemeinde!

Ich grüße Sie herzlich am 1. Sonntag nach Ostern – Quasimodogeniti.
Für alle Zuschriften und Grüße zum Osterfest sei ganz herzlich gedankt.

Das Predigtwort für diesen Sonntag steht im 1. Petrusbrief,
im 1. Kapitel, in den Versen 3 – 9:²²

„Gepriesen sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus! In seinem großen Erbarmen hat er uns zum zweiten Mal geboren und mit einer lebendigen Hoffnung erfüllt. Diese Hoffnung hat ihren festen Grund darin, daß Jesus Christus vom Tod auferstanden ist. Sie richtet sich auf das neue Leben, das er schon jetzt im Himmel für euch bereithält als einen Besitz, der niemals vergeht oder verdirbt oder aufgezehrt wird. Wenn ihr ihm fest vertraut, wird er seine starke Hand über euch halten und euch bewahren, so daß ihr gerettet werdet und am Ende der Zeit das unvergängliche Leben bekommt, das er euch zugedacht hat.
Deshalb seid ihr voll Freude, auch wenn ihr jetzt für kurze Zeit leiden müßt und auf die verschiedensten Proben gestellt werdet. Das geschieht nur, damit euer Vertrauen auf Gott sich bewähren kann. Wie das vergängliche Gold im Feuer auf seine Echtheit geprüft wird, so wird euer Vertrauen, das viel kostbarer ist als Gold, im Feuer des Leidens geprüft. Wenn es sich als echt erweist, wird Gott euch mit Ehre und Herrlichkeit belohnen an dem Tag, an dem Jesus Christus sich in seiner Herrlichkeit zeigt. Ihn liebt ihr, obwohl ihr ihn nie gesehen habt, ihm vertraut ihr, obwohl ihr ihn jetzt nicht sehen könnt. Darum seid ihr schon jetzt von unaussprechlicher Freude und seligem Jubel erfüllt. Denn ihr seid gewiß, daß euer Vertrauen euch die endgültige Rettung, das unvergängliche Leben, bringen wird.“

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
Spürt ihr die Hoffnung auf Leben, die Euch umgibt?
Überall knospet und blüht es. Aus der Dämmerung heraus steigt ein Gesang der Sonne und dem Schöpfer entgegen. In Fülle und Intensität drängt neues Leben ans Licht. Es ist wie ein Lobpreis Gottes aus prophetischer Annahme der kommenden Erlösung des Schöpfers.

Wir können uns mitnehmen lassen von der Hoffnung. Es ist eine Hoffnung, die trotz Vergehen, Tod und Gewalt zu unseren Herzen drängt. Aber sie alleine trägt noch nicht. Sie löst nicht unsere Probleme.

Aber sie öffnet unser Herz für Ostern.

Da hat Jesus den Tod überwunden. In Jesu Kreuz und Auferstehung ist unsere Sünde getilgt und wir haben neues Leben empfangen. Es ist das Leben, das mit dem Auferstandenen zu uns kommt und zum verheißenen Leben bei Gott führt. Es ist uns geschenkt, von Gott als eine Hoffnung. Sie ist stärker als alle menschliche Hoffnung, die in Erfüllung und Zerbrechen unser Leben bestimmt.

Im Erinnern kann jeder an seine eigene Erfahrung denken.
Einst sang ich mit Anderen Lieder der Hoffnung. In geordneten Reihen sangen wir von der Zukunft. Voran gingen die, die schon einmal unter anderer Fahne und Uniformenhemden gezogen waren. Wir waren jung. Wir hatten überlebt. Wir wollten Zukunft bauen. So hörten wir auf Zukunftsvisionen unserer Zeit.

Aber wir hörten auch an anderer Stelle von der Zukunft, die Gott bereitet. Dort vernahmen wir, dass Gottes Sohn durch den Tod gegangen ist, damit wir leben konnten. Wir erfuhren, dass ein Leben mit Jesus in Gottes Zukunft führt.

Einigen von uns wurde Gottes Zukunft wichtiger als die Zukunft, die uns Menschen versprachen. Wir hörten von Gottes Zusagen, von SEINER Liebe zu uns, von SEINER schenkenden Kraft, die uns trägt und im Tode bewahrt. Und der Herr führte uns auf SEINEN Weg. Wir erlebten, wie uns auf diesem Weg Verlockungen, Verleumdungen und Drohungen begegneten.

Doch die Hand des Herrn ließ uns nicht los. In den Geschehnissen der Zeit, in unseren Lebensereignissen, in der Begegnung mit glaubenden Menschen hörten wir Jesu Ruf zum Leben. Wir entdeckten für uns die Kraft des Gebets und die Kraft der Gemeinschaft unter Gottes Wort.

All das ging in unserem Leben mit uns, durch die Tiefen und Höhen des Lebens, als Hoffnung auf den auferstandenen Jesus. Diese Hoffnung trägt uns durch die Gegenwart und öffnet die Zukunft nach dem Tod.

So lese ich auch unser Predigtwort als Zusage für mich und für Euch:
„Gepriesen sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus! In seinem großen Erbarmen hat er uns zum zweiten Mal geboren und mit seiner lebendigen Hoffnung erfüllt. Diese Hoffnung hat ihren festen Grund darin, daß Jesus Christus vom Tod auferstanden ist. Sie richtet sich auf das neue Leben, daß er schon jetzt im Himmel für euch bereithält als einen Besitz, der niemals vergeht oder verdirbt oder aufgezehrt wird.“

Hier wird uns gesagt:
Ihr seid Menschen, neu geboren zur Hoffnung!

Das hat Euch Gott in der Auferstehung SEINES Sohnes geschenkt.
Aus dieser Kraft lebt Ihr auf die Zukunft Gottes hin, die Gott Euch durch die Auferstehung SEINES Sohnes bereitet hat.

Dafür lasst uns Gott in Freude loben und danken.

Durch dieses Lob und diesen Dank soll die Welt erfahren, dass Jesu Auferstehung auch für sie Gottes Zukunft bringt. – Jesus lebt! –

Mit IHN können alle aus der Hoffnung auf Gottes Zukunft leben. Alle Menschen können neu geboren werden. Wie unser Leben, wird sich auch ihr Leben dadurch verändern. Leiden, Sorgen und Not werden nicht einfach verschwinden. – Aber wie der Herr sie für uns trägt, wird ER es bei allen tun, die Jesus als ihren Herrn annehmen.

Das können wir einander zusprechen!
Das können wir füreinander erbitten!

Der Herr schenke uns und den Gemeinden die Fülle des neuen Lebens, die Jesus in SEINER Auferstehung in diese Welt gebracht hat.
ER schenke es allen Menschen, die IHM und SEINEM Wort begegnen!

SEIN Segen geleite Euch durch die Osterzeit,

es grüßt herzlich
Euer Pfr.i.R. Steinführer

²² Die Gute Nachricht Bibel, Deutsche Bibelgesellschaft