Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen 2. Weihnachtstag.
Weihnachten ist ja nun schon fast wieder vorbei. Was können wir machen, um Weihnachten auch nach dem Fest in unseren Herzen zu behalten. Ich glaube, unser heutiger Predigttext hilft uns dabei. Wir finden den Predigttext für den heutigen Feiertag im Buch der Offenbarung, Kapitel 7, die Verse 9-12. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die große Schar aus allen Völkern

Danach sah ich, eine große Schar, die niemand zählen konnte aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen; die standen vor dem Thron und vor dem Lamm, angetan mit weißen Kleidern und mit Palmzweigen in ihren Händen, und die riefen mit großer Stimme: Das Heil ist bei dem, der auf dem Thron sitzt, unserm Gott, und dem Lamm ! Und alle Engel standen rings um den Thron und um die Ältesten und um die vier Gestalten und fielen nieder vor dem Thron auf ihr Angesicht und beteten Gott an und sprachen: Amen, Lob und Ehre und Weisheit und Dank und Preis und Kraft und Stärke sei unserm Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit ! Amen.

Liebe Gemeinde,

wir haben soeben in der Lesung unseres Predigttextes etwas über das zukünftige Geschehen gehört. Dieses Geschehen nahm am Heiligabend mit der Geburt unseres Herrn Jesus Christus seinen Anfang. Lassen Sie uns doch am heutigen 2. Weihnachtstag das vergangene, das gegenwärtige und
das zukünftige Geschehen ein wenig näher betrachten:

1. Es ist etwas geschehen

Daran soll uns das Kind in der Krippe auch nach Weihnachten erinnern.
Gott kam zu uns als Mensch und bereitete mit der Geburt den Weg dafür vor, dass wir als Menschen wieder zu Gott kommen können. Daran sollen wir immer erinnert werden, wenn wir das Kind in der Krippe betrachten.

Gott kam nicht mit einem gewaltigen Paukenschlag als Herrscher über Himmel und Erde auf diese Welt, nein er kam als ganz kleines, zartes und wehrloses Kind. Und auch dies will uns etwas sagen, es will uns sagen, dass wir im Reiche Gottes nicht die großen unverwundbaren Helden spielen
müssen. Nein, wir dürfen ganz schwach und klein zu Ihm kommen. Eben wie ein kleines Kind zu seinen Eltern kommt.

Ein Kind in der Krippe kann eigentlich noch gar nichts. In allen Belangen ist es auf seine Eltern angewiesen. Genau so will uns unser Herr auch haben. Er möchte, dass wir erkennen, dass wir nichts haben, nichts sind und auch nichts vorweisen können, was uns zur Ehre gereichen könnte. Wenn wir dies erkennen, dann dürfen wir wie ein kleines Kind zu Ihm kommen und uns von Seiner Liebe durchdringen lassen.

Gewöhnlich ernähren sich Babys bekanntermaßen ja nicht von Currywurst mit Pommes. Dies dürfen wir auch auf unseren geistigen Entwicklungsweg übertragen. Als kleine Kinder erwartet unser Herr von uns nicht, dass wir schon 23x die Bibel durchgelesen, alle Kommentare studiert und
selber Auslegungen durchgeführt haben. Wir sollen ganz unbedarft zu Ihm kommen. Er wird uns ganz langsam an Sein Wort, die Bibel heranführen. Nach und nach werden wir immer mehr verstehen,ohne dass uns eine für uns unverdauliche Kost den Weg erschwert.

2. Es geschieht gerade jetzt etwas

Das Kind aus der Krippe wurde ja erwachsen und zeigte uns den Weg hin zu Gott. Nach Seinem irdischen Leben sandte Er uns den Heiligen Geist, der uns nunmehr jederzeit zur Seite steht und uns auf unserem irdischen Lebensweg begleiten will.

Auch daran sollen wir bei dem Anblick des Kindes in der Krippe denken. Wir sollen immer daran erinnert werden: Dass Jesus lebt ist ganz gewiss !!! Wenn wir uns daran immer wieder erinnern, dann liebe Gemeinde, nehmen wir auch ein Stück weit Weihnachten mit in die nächsten Tage,
Wochen und Monate.

Wie spüre ich denn die Gegenwart Gottes ? Dies werde ich immer wieder gefragt. Meine Standardantwort ist: Du wirst es schon merken !!! Ich bin nicht Gottes Bevollmächtigter, dem Er sich geoffenbart hat, um Ihnen mitzuteilen, wie Sie IHN spüren können. Wer so etwas verspricht, ist nicht weit weg von der Scharlatanerie. Ich glaube eher, dass Gott sich den Menschen in vielfältiger Weise offenbart. Aus unzähligen Gesprächen konnte ich diesen Eindruck gewinnen.

Eines kann ich Ihnen aber mit Gewissheit sagen: Wer alles daran setzt, die Nähe des Herrn nicht spüren zu wollen, dem wird dies auch gelingen. Gott zwängt sich niemandem auf. Wer nicht in den Himmel kommen möchte, den lässt Gott auch in Ruhe. Andererseits bin ich sicher, dass Gott all
denen begegnet, die Ihn aufrichtigen Herzens suchen. So hat Er es in der Bibel versprochen. Und da die Bibel nun mal kein unverbindlicher Lebensratgeber ist, sondern das Wort des heiligen Gottes, bin ich fest davon überzeugt, dass jeder , der es ernstlich will, auch den Beistand Gottes persönlich spüren kann.

3. Es wird etwas geschehen

Das Kind in der Krippe will uns auch daran erinnern, dass es dereinst einen Tag geben wird, wo sich die Spreu vom Weizen trennen wird. Und wir sollen daran erinnert werden, dass wir hier auf Erden zu unserer Lebzeit bestimmen, wo die Reise denn dann hingeht.

Möchten wir an dem großen Freudenfest im Himmel teilnehmen, dann müssen wir hier auf Erden auch schon die Weichen dafür stellen. Wer als Kind einmal mit einer Eisenbahn gespielt hat, der kennt es ja, das Weichen stellen. Hatte man die Weiche falsch gestellt, dann landete der Zug auf einem Abstellgleis, oder irgendwo, wo er eigentlich nicht hingehörte.

Und genau so ist es auch mit unserem irdischen Leben. Wenn wir die Weichen von Gott weg stellen, dann kann es passieren, dass wir seelenruhig auf einem Abstellgleis schlummern und auf einmal in der Hölle aufwachen. Gleiches gilt, wenn wir die Weiche so stellen, dass unser Lebenszug in die falsche Richtung fährt. Verlockende Angebote diesbezüglich gibt es jedenfalls reichlich. Doch auch dieser Weg endet eines Tages in der Hölle.

Das Kind in der Krippe sagt uns später ganz klipp und klar: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Es kommt keiner zum Vater denn durch unseren Herrn Jesus Christus. Nur wenn wir unsere Lebensweichen nach Seinen Vorgaben stellen, dürfen wir sicher sein, dass wir an dem großen
Freudenfest im Himmel teilhaben dürfen. Jetzt müssen wir aber auch noch höllisch aufpassen. Einmal die richtige Weiche gestellt und dann den Lebenszug fahren lassen und sich gar nicht mehr um die Richtung kümmern, das kann ebenso schnell schief gehen, wie das falsche Stellen einer Weiche.

Wir müssen immer wieder unseren Lebenszug und die Richtung, die er befährt im Auge haben und immer wieder kontrollieren, ob wir denn noch auf dem richtigen Kurs sind. Bibel, Gebet und Gemeinschaft sind hervorragende Werkzeuge, die uns dabei helfen können, unseren Lebenszug auf Kurs zu halten, damit wir auch an dem Zielort ankommen, für welchen wir bestimmt sind; nämlich in der Ewigkeit.

Wenn wir mit vollem Herzen dem Liedvers des Grafen von Zinzendorf zustimmen können, den wir jetzt gleich zusammen betrachten, dann können wir sicher wissen, dass wir noch auf dem richtigen Kurs sind:

Ich bin durch manche Zeiten,
ja, auch durch Ewigkeiten
in meinem Geist gereist.
nichts hat mir’s Herz genommen.
als da ich angekommen
auf Golgatha. Gott sei gepreist !

Der Herr sei Dein Hirte bei allem, was Du auch machst
Der Herr weide Dich auf einer grünen Aue Dein ganzes Leben lang
Der Herr führe Dich auf rechter Straße hin zu IHM

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten 2. Weihnachtstag und eine hoffentlich erholsame Woche. Bis zum 31.12.2011, dem Altjahrsabend, verabschiede ich mich von Ihnen und wünsche Ihnen allen Gottes Segen.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen 1. Sonntag im neuen Kirchenjahr.
Heute feiern wir den 1. Sonntag im Advent.
Unser heutiger Predigttext entstammt der Offenbarung des Johannes.
Wir finden den Predigttext für den heutigen 1. Advent im 5. Kapitel der Offenbarung, die Verse 1-5. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Das Buch mit den sieben Siegeln

Und ich sah in der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß, ein Buch, beschrieben innen und außen, versiegelt mit sieben Siegeln. Und ich sah einen starken Engel, der rief mit großer Stimme: Wer ist würdig, das Buch aufzutun und seine Siegel zu brechen ? Und niemand, weder im Himmel
noch auf Erden noch unter der Erde, konnte das Buch auftun und hineinsehen. Und ich weinte sehr, weil niemand für würdig befunden wurde, das Buch aufzutun und hineinzusehen. Und einer von den Ältesten spricht zu mir: Weine nicht ! Siehe, es hat überwunden der Löwe aus dem Stamm Juda, die Wurzel Davids, aufzutun das Buch und seine sieben Siegel.

Liebe Gemeinde,

Offenbarung und Advent, eigentlich doch total gegensätzlich. Auf den ersten Blick hat unser Text eigentlich so gar nichts heimeliges, vorweihnachtliches in sich. Auf den zweiten Blick stellt er das Ende einer Zeitreise dar, einer Zeitreise, über die wir am heutigen Sonntag gemeinsam nachdenken wollen.

1. Das erste Kommen Jesu

Alljährlich gedenken wir in der Adventszeit des ersten Kommens Jesu in diese Welt. Lange schon vor seiner Geburt wurde dieses Ereignis von den Propheten des Alten Testamentes bis in nahezu alle Einzelheiten beschrieben.

Alles ist also so eingetroffen, wie es die Bibel uns vorhergesagt hat.
Also können wir die Aussagen der Bibel bis zu diesem Zeitpunkt ganz getrost als wahr und richtig bezeichnen. Wir gedenken also keiner frommen Fabel oder irgendeiner Legende. Nein, wir feiern jedes Jahr den Advent als eine historische Gedenkzeit.

Nur mal so ganz nebenbei bemerkt: Nehmen wir einmal an, wir besitzen ein Buch mit Vorhersagen für das Jahr 2012. Jetzt trifft genau eine dieser Vorhersagen ein. Nun gut, sagen wir, das kann ja auch ein Zufall sein. Kurz darauf trifft die zweite Vorhersage ein. Nun schauen wir schon etwas genauer hin. Wenn dann auch noch weitere Vorhersagen so eintreffen, wie es das Buch vorhersagt, dann werden wir dieses gesamte Buch als „Buch der Wahrheiten“ bezeichnen. Etwas anderes bleibt uns eigentlich auch gar nicht übrig.

Warum machen viele Menschen dies eigentlich nicht mit der Bibel genau so ? Gibt es vielleicht doch finstere Mächte, die uns davon abhalten ?
Nun aber zurück zum Advent.

2. Die Auferstehung

Nach seinem Tod am Kreuz ist unser Herr auferstanden. Dies feiern wir bekanntermaßen Ostern. Und auch hier könnte man von frommem Wunschdenken und Manipulationen jedweder Art ausgehen. Aber dieses argumentative Kartenhaus fällt zusammen, da Jesus nicht nur Seinen Jüngern erschienen ist, sondern verschiedenen Personen. Einmal zeigte Er sich vor 500 Personen gleichzeitig. Als die Berichte über dieses Ereignis verfasst wurden, lebten die meisten Zeitzeugen übrigens noch.

Wäre es ein Phantasiegebilde der Autoren gewesen, so wäre dieses auch damals schon jämmerlich in sich zusammengefallen.

Wir können also getrost sagen, dass die Auferstehung einen 100 % igen Wahrheitsgehalt besitzt, wie auch die Geburt unseres Herrn. Unsere Zweifel an diesem Geschehen haben wir wahrscheinlich deswegen, weil wir es mit unserem begrenzten Verstand nicht fassen können, was damals geschehen ist.

3. Der Blick in die Zukunft

Liebe Gemeinde, wir würden doch alle gern einmal in die Zukunft schauen.
Es gibt Menschen, die geben Hunderte von Euro an Wahrsager und Zeichendeuter aus, um einen flüchtigen Blick in die vermeintliche Zukunft zu erhaschen. Dabei muss man eigentlich nur einen Blick in das letzte Buch der Bibel werfen, um zu schauen, was die Zukunft für uns bereit hält.

Und nunmehr kommen wir also zu unserem Predigttext.
„Es hat überwunden der Löwe aus dem Stamm Juda…“ so lesen wir es in unserem Predigttext.

Da ist nicht mehr die Rede von dem kleinen Kind in der Krippe, dessen Geburt wir zu Weihnachten feiern. Da ist auch nicht mehr die Rede von dem scheinbar ohnmächtigen und gekreuzigten Jesus, dessen Tod wir am Karfreitag gedenken. Da ist auf einmal von dem Löwen aus dem Stamm Juda
die Rede. Ja, liebe Gemeinde, dieser Löwe aus dem Stamm Juda, der den Tod und die Sünde überwunden hat, dieser unser Herr lebt und regiert seither von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Dieser allmächtige Herr wird auch eines Tages so wiederkommen, wie die Jünger ihn haben dahinfahren sehen. Dann allerdings ausgestattet mit der gesamten göttlichen Vollmacht. Wir gedenken also in der Adventszeit nicht nur des kleinen Kindes in der Krippe. Nein, wir gedenken vor allem des Löwen aus dem Stamm Juda.

Uns wird ja als Christen gerade in der Weihnachtszeit immer wieder vorgeworfen, dass wir heimelige Glückseligkeit betreiben und wir letztendlich doch nur in der Vergangenheit leben. Das mit der heimeligen Glückseligkeit ist ja auch in Ordnung. Friede und Freude soll ja auch unser Leben bestimmen. Eines müssen wir aber hier richtigstellen: Als Christen leben wir nicht zeitlich gesehen von Christus weg, sondern auf Christus hin.

So, und jetzt kommen wir noch ein drittes Mal zu dem Thema Wahrheitsgehalt. Das Buch der Offenbarung enthält ja einen Bericht über das zukünftige Geschehen. Über zukünftiges Geschehen berichteten aber auch schon die Propheten des Alten Testamentes. Und wie wir gesehen haben, sind all deren Prophezeiungen 1:1 eingetreten. Wenn wir uns die Bibel als Gesamtwerk betrachten, dann können wir feststellen, dass über 95 % aller Prophezeiungen sich bereits erfüllt haben.

Wer kann dann allen Ernstes noch daran zweifeln, dass sich auch die restlichen noch ausstehenden
5 % genau so erfüllen werden, wie die vorangegangenen 95 %. Zumal derjenige, der den Autoren seinen Geist gesandt hat nichts anderes als die Wahrheit sprechen kann. Denn ER ist ja der Weg, die Wahrheit und das Leben.

Da dem so ist, dürfen wir in der Adventszeit nicht nur dankbar nach hinten schauen, sondern wir dürfen auch voller Zuversicht nach vorne blicken. Voller Zuversicht darauf, dass wir alle, die wir im Buch des Lebens stehen, dereinst ein vollkommenes Leben in der Gegenwart unseres Herrn führen dürfen.

Solange wir hingegen noch auf Erden leben, dürfen wir unseren Heiland bitten, bei uns einzuziehen, wie es der Liederdichter Georg Weisel im 5. Vers seines Liedes „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit….“ getan hat. Dieser Vers lautet, sehr schön wie folgt:

Komm, o mein Heiland Jesu Christ,
meins Herzens Tür dir offen ist.
Ach zieh mit deiner Gnade ein;
dein Freundlichkeit auch uns erschein.
Dein heilger Geist uns führ und leit
den Weg zur ewgen Seligkeit.
Dem Namen dein, o Herr
sei ewig Preis und Ehr.

Der Herr erfülle Dein Herz mit SEINER Liebe
Der Herr sende herab auf Dich SEINEN Frieden
Der Herr führe Dich ein Leben lang an SEINER Hand

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten 1. Advent und einen guten Start in die neue Vorweihnachtswoche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Ewigkeitssonntag, also dem letzten Sonntag in diesem Kirchenjahr. Traditionell gedenken wir an diesem Sonntag all unserer Geschwister, die uns im Glauben bereits vorausgegangen sind und die jetzt das schauen dürfen, was sie ihr Leben lang geglaubt und was sie ihr Leben lang getragen hat. In der Offenbarung des Johannes, also dem letzten Buch der Bibel, finden wir einen kleinen Ausblick auf das, was auch uns eines Tages erwartet. Daher finden wir den heutigen Predigttext auch in diesem Buch der Bibel. In
Offenbarung 21, Vers 1-7 heißt es, wie folgt:

Das neue Jerusalem

Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herab kommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. Und ich
hörte eine große Stimme von dem Thron her, die da sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen ! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das erste ist vergangen. Und der auf dem Thron saß, sprach:
Siehe, ich mache alles neu ! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss ! Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. Wer überwindet, der wird es alles ererben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein.

Liebe Gemeinde,

ich bin mir sicher, dass viele von uns im letzten Jahr Abschied genommen haben von Verwandten, Bekannten, Freunden oder Arbeitskollegen. Spätestens am Tage der Beerdigung schleicht sich doch immer wieder die Frage ein: „Wo ist derjenige jetzt eigentlich ?“ Lassen Sie uns daher am heutigen Sonntag einmal der Frage nachgehen, was für uns als Christen ganz gewiss ist und was wir 100% ig wissen und was uns letztendlich auch durch unser Leben hindurch trägt. Ich glaube, es gibt drei Gewissheiten, die uns im Leben und auch im Sterben tragen.

1. Die kurzfristige Gewissheit

Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. So lesen wir es bei dem Evangelisten Johannes 3,16. Wenn wir unser Augenmerk einmal auf das letzte Wort richten, dann steht dort das Wort „haben“. Es steht dort nicht haben könnten oder haben werden. Was bedeutet dies nun für uns als Christen ?

Es bedeutet vom Grundsatz her, dass wir mit unserer Glaubensentscheidung die Wahl für das ewige Leben getroffen haben. In dem Moment wo wir unser „Ja“ zu unserem Herrn gesagt haben, ab genau dem Moment gilt seine Verheißung des „habens“ für uns.

Was bedeutet dies eigentlich für unser Leben ? Nun, wir können eigentlich ganz entspannt leben. Wenn wir einen lieben Menschen verloren haben, der auch sein Ja zu unserem Herrn gesagt hat, dann dürfen wir davon ausgehen, dass dieser Mensch uns nur im Glauben vorausgegangen ist, wir also nicht auf Dauer von ihm getrennt sein werden. Aber diese Zusage unseres Herrn hat auch noch eine ganz praktische Auswirkung auf unser Leben auf Erden. Wir haben die Gewissheit, dass mit diesem Leben eben nicht alles vorbei ist, bzw. das Beste uns erst noch erwartet.
Daher müssen wir aus unserem Erdenleben auch nicht alles herausquetschen, was so gerade eben noch geht.

Spaß, Fun und Party ohne Ende, liebe Gemeinde, das haben wir gar nicht nötig. Das teuerste Kleidungsstück, das tollste Auto und das größte Haus ist nichts gegenüber der Gewissheit, dass mit unserem irdischen Ableben nicht alles vorbei ist. Und dann dürfen wir auf Erden auch den Worten
Jesu vertrauen, der da sagt: “ Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Wenn wir sein Erlösungswerk im Glauben annehmen, dann sorgt er nicht erst im Himmel für uns. Nein, er verspricht uns, dass er auch zu unseren irdischen Lebzeiten allezeit bei uns ist und für uns sorgt.

2. Die mittelfristige Gewissheit

Heute wirst du mit mir im Paradies sein. Diese letzten Worte Jesu finden wir im Lukasevangelium. Er sagt dies zu dem Übeltäter,der mit ihm zusammen gekreuzigt wurde, sich aber in buchstäblich letzter Minute zu Gott bekehrt hatte. Auf uns abgewandelt könnten diese Worte Jesu wie folgt lauten: In der Sekunde Deines irdischen Todes wirst Du mit mir im Paradies sein. Was für eine gewaltige Gewissheit, liebe Gemeinde.

Deutlicher geht es eigentlich schon gar nicht mehr. In dem Moment, wo wir auf Erden unseren letzten Atemzug getan haben, in genau diesem Augenblick steht er vor uns mit seinen ausgebreiteten Armen und heißt uns in seiner Gegenwart willkommen. Und auch diese Verheißung hat eine ganz praktische Konsequenz für unser Leben auf Erden. Wir müssen uns vor dem Sterben und dem Tod nicht mehr fürchten.

Derjenige Herr, der versprochen hat, alle Tage bei uns zu sein, dieser Herr wird uns auch in unserer Sterbestunde beistehen. Ich höre oft die Worte: Ich habe keine Angst vor dem Tod, aber vor dem Sterben. Ich antworte dann gerne wie folgt:

1. Sie haben dem Herrn Jesus Ihr Leben übergeben und vertrauen allein auf Ihn.
2. Dieser Herr Jesus nimmt also nach Ihrem Verständnis genau in Ihrer schwersten Stunde seine schützende Hand von Ihnen weg und lässt Sie allein.
3. Eine Sekunde nach dem Sterben nimmt er sie auf der anderen Seite wieder liebevoll in seine Arme.

Das allerdings ist nicht derselbe Herr, dem ich mein Leben übergeben habe. Wenn wir uns Jesus anvertraut haben, dann dürfen wir uns ganz gewiss auf seine Verheißung verlassen. Ganz besonders dürfen wir uns darauf verlassen, dass er uns auch im Sterben trägt. Er sagt ja: „Ich bin bei euch ALLE Tage“ und nicht „Ich bin bei euch alle Tage bis auf den Tag eures irdischen Ablebens.“

3. Die langfristige Gewissheit

Um diese langfristige Gewissheit geht es in unserem heutigen Predigttext. Auch der Zustand das Wartens auf unsere ewige Heimat wird eines Tages ein Ende haben. Alle Menschen, die Jesus im Leben und im Tode vertraut haben, werden einmal gemeinsam mit Gott auf einer neuen Erde wohnen. Können Sie sich das vorstellen, den allmächtigen Gott praktisch als Ihren Nachbarn zu haben ? Ich finde diese Vorstellung einfach wunderbar.

Und dort auf dieser Erde wird es keinen Tod mehr geben. Wo es keinen Tod mehr gibt, da existiert auch kein Schmerz und auch kein Leid mehr. Von dieser Hoffnung getragen sollen und dürfen wir auch alljährlich wieder den Ewigkeitssonntag begehen. Wir dürfen und wir sollen auch um unsere
Lieben trauern. Aber wir sollen uns auch immer wieder gewiss machen, dass sich unsere Verstorbenen dort befinden, wo wir auch eines Tages hingehen werden. Und wir sollen an diesem Tage auch immer wieder voller Vorfreude an den neuen Himmel und die neue Erde denken, wo wir dereinst unsere ewige Heimat finden werden.

Mit dem Kopf im Himmel und mit den Beinen fest auf der Erde, das, liebe Gemeinde, soll uns als Christen auszeichnen.

Den heutigen Predigttext beschrieb auch schon der Liederdichter Lorenz Lorenzen im Jahre 1700 in dem 7.Vers seines Liedes „Ermuntert euch, ihr Frommen…“ sehr schön. Dieser Vers lautet, wie folgt:

Hier ist die Stadt der Freuden, Jerusalem, der Ort,
wo die Erlösten weiden, hier ist die sichre Pfort,
hier sind die güldnen Gassen, hier ist das Hochzeitsmahl,
hier soll sich niederlassen die Braut im Freudensaal.

Der Herr schenke Dir auf Erden die Gewissheit des ewigen Lebens
Der Herr erfülle dich mit der Gewissheit, dass er alle Tage bei Dir ist
Der Herr erfülle Dein Herz mit lauter Vorfreude auf die neue Erde

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen Ewigkeitssonntag. Bis zur nächsten Woche und damit dem Beginn des neuen Kirchenjahres verabschiede ich mich von Ihnen allen.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Lesergemeinde!
Ich grüße Sie herzlich zum 19. Sonntag nach Trinitatis.
Mit diesem Tag ist eine besondere Freude verbunden.
In der Gemeinde, in der ich Gottesdienst halte, wird Kirchweih gefeiert. Und als Lesergemeinde haben wir heute den 5. Jahrestag. Seit dem 17. Oktober 1999 habe ich über 163.000 Predigten versandt. Zur Zeit empfangen 947 Leser in 29 Ländern die ePredigt. Als ePredigtleser kommt ihr aus verschiedenen Konfessionen in einer Altersbreite von 15 bis 85 Jahren.

Euch allen möchte ich herzlich danken, dass Ihr meinen Dienst über die Jahre hinweg angenommen habt. Danken möchte ich auch dem ePredigt-Team, dass meinen Dienst mit viel Liebe und Einsatz ermöglicht.

All dieser Dank kommt aus einem erfüllten und dankbaren Herzen, dass Gott mir diesen Weg geöffnet und gewiesen hat. IHM sei Ehre in der heutigen Predigt und in jeder Predigt, die ER mir schenkt.

Das Bibelwort für die heutige Predigt steht in der Offenbarung des Johannes im
21. Kapitel in den Versen 1 – 5a:²

„Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde vergingen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabfahren, bereitet wie eine geschmückte Braut ihrem Mann. Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott, wird mit ihnen sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das erste ist vergangen. Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu!“

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
Schneller eilen die Tage. Sind sie zu kurz für Alltagssorgen und das Weltgeschehen?
Doch stürmisch drängt der Herbst mit seiner Fülle in die Zeit. Im milden Sonnenlicht verströmen Blumen sich vom Reif verschont. Im Park und an den Straßen flammt schon Laub in Gelb und Rot, Wildgänse fliegen suchend übers Feld. In unseren Herzen reift der Dank und ferner Hoffnungsschimmer vor allem Herbstbedenken, den die Nebel künden.

Gott lädt uns ein, im Dank zu feiern diese Zeit.
Es ist Kirchweihzeit hier und in den nächsten Wochen Ort um Ort. Über diesen Tag steht eines Beters Wort:
„Wie lieblich sind mir deine Wohnungen, Herr Zebaoth. Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des Herrn; mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott“ (Ps 84, 2-3).

– Wir dürfen einander unsere Freude und Liebe zu den Kirchen bezeugen!
– Wir dürfen einander von unserer Freude erzählen und dazu einladen, hier dem
lebendigen Gott zu begegnen!

Wir sind ein Land mit vielen Kirchen.
Sie sind ein Segen für das Land.
Sie sind im Glauben gebaut, um Gott zu ehren und um Gemeinde zur Begegnung mit Gott zu sammeln.
Sie stehen wie Hoffnungszeichen in der Welt.

Ihr Raum ist erfüllt vom Geist des Glaubens unserer Väter. Gott ist in ihnen gegenwärtig in SEINEM Wort, in SEINEM Sakrament und SEINEM Segen.
Sie bieten Raum zum Hören und zum Empfangen von Gottes Gnade in Gemeinschaft und im Gebet. Darüber wollen wir uns freuen und Gott heute danken.

Aber wir wollen nicht verschweigen, dass Kirchen in ihrer Erhaltung auch eine Last sind, die oft von einer kleinen Zahl von Christen getragen werden muss. Das ist nur in solcher Liebe möglich, wie sie der Beter ausspricht. Oft brauchen wir die erbetete Hilfe von Schwestern und Brüdern, die von solcher Liebe geleitet werden.

Auch dafür wollen wir Gott danken, dass ER solche Liebe und Hilfe schenkt. Lasst uns die Freude über das Wirken des lebendigen Gottes in diese Woche und in unsere Häuser mitnehmen.

Der lebendige Gott ist in allen Häusern unseres Lebens gegenwärtig und will uns überall begegnen. Doch darüber hinaus haben wir die Kirchen als Begegnungshäuser der ganzen Gemeinde.

Ob in der Kirche oder in den Häusern des Lebens, überall kann die Begegnung mit Gott nur deshalb zu einem Leben in der Gemeinschaft Gottes werden, weil Jesus dafür den Weg frei gemacht hat. Daran erinnert uns Jesu Kreuz in der Kirche.

Zu dem gekreuzigten und auferstandenen Jesus können wir überall kommen!
Von IHM empfangen wir neues Leben, wenn wir Jesus als Herrn annehmen!

Dann wird auch bei uns jetzt schon etwas von dem wirklich, was der Seher Johannes schaut. Johannes sieht in Vollendung, was mit Jesu Auferstehung begonnen hat:
„Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde, denn der erste Himmel und die erste Erde vergingen. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem von Gott aus dem Himmel herabfahren, bereitet wie eine geschmückte Braut ihrem Mann … Und er (Gott) wird bei ihnen wohnen und sie werden sein Volk sein … und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein.“

Noch ist der Tod eine Wirklichkeit mit der wir leben müssen, aber er hat seine Endgültigkeit und sein Schrecken verloren. Jesus hat in SEINER Auferstehung den Tod überwunden und alle, die an Jesus glauben, werden durch Jesus durch den Tod zu neuem Leben geführt.

Noch sind Leid und Trauer, Schmerz und Gewalt eine Wirklichkeit, die unser Leben bedrängen und zerstören können. Aber Gottes Macht ist stärker. In SEINER Liebe gibt Gott uns in Jesu Gemeinschaft neue Möglichkeiten zum Leben.

Gott wandelt unser Leben.
Dieser Wandel kann im Fortnehmen der Last oder im Geschenk SEINER tragenden Kraft geschehen.
– Wir dürfen uns in SEINE Gnadenhand fallen lassen und SEINE Hilfe erbitten.
– Wir dürfen mit all unseren Zweifeln, mit unserer Ungeduld, mit unserer
Hilflosigkeit und Verzagtheit zu Gott kommen.
– Gott verlässt uns nicht! ER hält Dich, auch wenn Deine Kraft zu Ende ist!
– Gott reißt Dich aus Not und Verderben, wenn Du zu IHM kommst!
– ER gibt Dir neues Leben!

Es wird wahr, was Johannes in seiner Vision gehört hat: „Siehe, ich mache alles neu.“

Denn das kommende Gottesreich hat in Jesu Auferstehung bereits seinen Anfang genommen. Seine Vollendung aber wird sein, dass es keine bedrängende Zerstörung des Lebens mehr geben wird.

Auf diese Hoffnung hin leben wir.
In dieser Hoffnung empfangen wir Gottes rettende und wandelnde Liebe, als Teil SEINER kommenden Welt.

Dafür danken wir Gott und dass ER Räume des Glaubens bauen lässt, in denen wir als Gemeinde SEINE Verheißung zugesprochen bekommen.
Wir danken Gott, dass ER Räume des Glaubens bauen lässt, in denen ER Dich und mich als Glieder SEINER Gemeinde beauftragt, SEINE Botschaft mit Wort und Tat den Menschen nahe zu bringen.

Erbitte für Dich Deinen Weg, damit Du ihn unter Gottes Segen gehen kannst!

In Verbundenheit des Herrn
grüßt herzlich
Pfr.i.R. Steinführer