Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Himmelfahrtstag im Jahre 2018. Den Predigttext für den heutigen Tag finden wir im ersten Kapitel der Offenbarung, die Verse 4-8. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen.

Gruß an die sieben Gemeinden

Johannes an die sieben Gemeinden in der Provinz Asien: Gnade sei mit euch und Friede von dem der da ist und der da war und der da kommt, und von den sieben Geistern, die vor seinem Thron sind, und von Jesus Christus, welcher ist der treue Zeuge, der Erstgeborene von den Toten und Herr über die Könige auf Erden!

Ihm, der uns liebt und uns erlöst hat von unsern Sünden mit seinem Blut und uns zu Königen und Priestern gemacht hat vor Gott, seinem Vater, ihm sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Siehe, er kommt mit den Wolken, und es werden ihn sehen alle Augen und alle, die ihn durchbohrt haben, und es werden wehklagen um seinetwillen alle Geschlechter der Erde. Ja, Amen.

Ich bin das A und das O spricht Gott der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige.

Liebe Gemeinde,

glauben wir das eigentlich wirklich noch, was in Markus 16, Vers 19 berichtet wird: „Nachdem der Herr Jesus mit ihnen geredet hatte, wurde er aufgehoben gen Himmel und setzt sich zur Rechten Gottes.“ Es handelt sich ja lediglich um Zeugenaussagen, die über dieses Geschehen berichten. Und kaum ein Gericht stützt sich gern allein auf Zeugenaussagen, da diese immer auch persönlich geprägt sind.

Aber, liebe Gemeinde, in unserem heutigen Predigttext spricht derjenige höchstpersönlich zu uns, der aufgehoben wurde in den Himmel und der nun zur Rechten Gottes sitzt. Also keine möglicherweise gefärbten Zeugenaussagen, nein in unserem Predigttext spricht Jesus direkt zu uns. Schauen wir uns doch einmal an, was er uns sagen möchte:

1. Der da ist

Der da ist bedeutet ja in der Realität nichts anders als dass unser Herr lebt. ER lebt schon ganz real in der Ewigkeit. Von dort hat er sich schließlich auch Johannes offenbart, der dann das, was ihm aufgetragen wurde 1:1 an uns weitergegeben hat.

Das bedeutet aber auch, dass die umgekehrte Richtung funktioniert. Wenn ER lebt uns zu uns spricht, dann können auch wir direkt mit ihm reden. Dann ist das Gebet kein frommes Wunschdenken und schon gar keine bloßes religiöses Ritual mehr, nein, dann ist Gebet das tatsächliche reden mit Gott.

Im Laufe der Kirchengeschichte waren ja über das Auferstehungsgeschehen diverse Zweifel aufgekommen. Die Jünger hätten das Grab verwechselt, die Jünger hätten den Leichnam Jesu geklaut oder aber gar die Theorie Jesus sei nicht wirklich tot gewesen, sondern habe sich aus dem Grab selber befreit.

Spätestens jetzt, mit der direkten Ansprache fallen alle diese Theorien gänzlich in sich zusammen. Jesus selbst also räumt alle Zweifel aus, indem er zu Johannes spricht.

2. Der da war

Derjenige, der jetzt im Himmel ist, also Gottes eingeborener Sohn, der war tatsächlich bei uns auf Erden und hat mitten unter uns gelebt. Davon berichten insbesondere die vier Evangelien.

Doch auch diese, deren Entstehung und deren Verbreitung wurden im Laufe der Geschichte immer wieder kritisch hinterfragt. Aber mit dem „Der da war“ räumt Jesus auch mit allen diesen Zweifeln auf und sagt „Ja, ich war auf Erden und habe mitten unter euch gelebt.“

Was bedeutet dies denn für uns heute? Das bedeutet nichts anderes, als dass alles, was der Herr Jesus auf Erden gelehrt hat, die tatsächliche Lehre desjenigen war, der Himmel und Erde geschaffen hat.

Er war auf Erden weil er uns über als geliebt hat, sodass er sogar für unsere Sünden mit seinem Leben bezahlt hat. In seiner Lebenszeit auf Erden hat er uns den Weg aufgezeigt, wie wir wieder Frieden mit Gott bekommen können und wie wir uns auf Erden schon auf den Himmel vorbereiten können.

Seinen Jüngern hat er dies immer wieder erläutert. Jesus wusste vermutlich, dass kaum ein Mensch dies alles behalten kann. Daher hat er seine persönlichen Ratschläge für ein gelingendes Christenleben auf Erden auch in einer besonderen Predigt zusammengefasst.

Diese Bergpredigt finden wir bei dem Evangelisten Matthäus in den Kapiteln 5-7. Wenn wir uns wieder einmal vergegenwärtigen, dass diese Predigt von dem stammt, der auf Erden gelebt hat und nun im Himmel weiterlebt, dann nähern wir uns dieser Predigt sicherlich mit noch mehr Respekt und Achtung, als wir es sicherlich ohnehin schon tun.

3. Der da kommt

Jesus war auf Erden, Jesus ist nun im Himmel und wir sind erlöst und Ende der Botschaft. Da fehlt doch irgendwie noch was, oder finden Sie nicht auch?

Und das, was fehlt haben wir soeben gehört. „Der da kommt“ heißt nichts anderes als dass der Herr Jesus noch einmal auf Erden erscheinen wird. Dann aber nicht als Kind in der Krippe sondern als Richter der Welt.

Dann wird er all die Seinen, die ihr Leben ihm anvertraut haben mit sich führen in den Himmel. Und wenn das geschieht, dann wird sich auch das bewahrheiten, was wir im 21. Kapitel der Offenbarung lesen:

“ Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen ! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein und er selbst, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das erste ist vergangen.“

Diese Zusage gilt allen Menschen, die auf Erden schon ihr ganzes Vertrauen in den Herrn gesetzt haben, der für ihre Sünden bezahlt hat und nunmehr im Himmel regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Darum lassen Sie uns schon hier auf Erden immer wieder in den ersten Vers des Liedes „Jesus Christus herrscht als König… (EG 123) von Philipp Friedrich Hiller einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Jesus Christus herrscht als König, alles ist ihm untertänig,
alles legt ihm Gott zu Fuß.
Alle Zunge soll bekannen, Jesus sei der Herr zu nennen,
dem man Ehre geben muss.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen Himmelfahrtstag und ich verabschiede mich bis zum nächsten Sonntag.

Bleiben Sie wohlbehütet wünscht Ihnen
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Letzten Sonntag nach Epiphanias. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Buch der Offenbarung, Kapitel 1, die Verse 9-18. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Der Auftrag an Johannes

Ich, Johannes, euer Bruder und Mitgenosse an der Bedrängnis und am Reich und an der Geduld in Jesus, war auf der Insel, die Patmos heißt, um des Wortes Gottes willen und des Zeugnisses von Jesus. Ich wurde vom Geist ergriffen am Tag des Herrn und hörte hinter mir eine große Stimme wie von einer Posaune, die sprach: Was die siehst, das schreibe in ein Buch und sende es an die sieben Gemeinden: nach Ephesus und nach Smyrna und nach Pergamon und nach Thyatira und nach Sardes und nach Philadelphia und nach Laodizea. Und ich wandte mich um, zu sehen nach der Stimme, die mit mir redete. Und als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter und mitten unter den Leuchtern einen, der war einem Menschensohn gleich, angetan mit einem langen Gewand und gegürtet um die Brust mit einem goldenen Gürtel. Sein Haupt aber und sein Haar war weiß wie weiße Wolle, wie der Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme und seine Füße wie Golderz, das im Ofen glüht, und seine Stimme wie großes Wasserrauschen; und er hatte sieben Sterne in seiner rechten Hand, und aus seinem Munde ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert, und sein Angesicht leuchtete, wie die Sonne scheint in ihrer Macht. Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie tot; und er legte seine rechte Hand auf mich und sprach zu mir: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.

Liebe Gemeinde,

da war Johannes also abgeschieden von der Welt auf einer einsamen Insel namens Patmos und hatte diese Vision, die damit beginnt, dass sich ihm jemand vorstellt, nämlich der auferstandene Herr Jesus Christus. Welche zentrale Botschaft er Johannes gleich zu Beginn mitgibt, dies wollen wir uns heute Morgen einmal gemeinsam anschauen.

1. Die Bibel – (K)ein Märchenbuch

Kritiker sprechen mich immer sehr gerne auf dieses erste Kapitel im Buch der Offenbarung an. Wer weiß, was der geträumt hat? Wer weiß, was der zu sich genommen hat als er diese Visionen hatte? Das und noch mehr sind häufige Kritikpunkte, die die Wahrheit der Offenbarung anzweifeln.

Machen wir doch einmal einen Sprung in das Alte Testament hinein. Ein kluger Kopf hat sich einmal die Mühe gemacht und nachgezählt, wie viele prophetische Verheißungen des Alten Testamentes sich bereits erfüllt haben. Er kam auf mehrere hundert ganz konkrete Geschehnisse, die genauso stattgefunden haben, wie sie im Alten Testament vorhergesagt wurden.

In Jesaja 7 zum Beispiel wird die Jungfrauengeburt Jesu vorhergesagt und in Jesaja 53 Jesu Kreuzigung. Jesu Geburtsort und die Umstände wurden genauso vorhergesagt, wie sie dann auch tatsächlich stattfanden.

Ich frage mich dann immer wieder, wie man allen Ernstes dann noch an der Bibel und deren Wahrheitsgehalt zweifeln kann.

Wenn wir dies alles zusammen betrachten, also Altes Testament und Neues Testament dann kann man nur zu dem zwingenden Ergebnis kommen: Ja, Johannes hat den Menschensohn im Himmel tatsächlich gesehen und die Worte, die er uns kundtut sind tatsächlich wahr. Dann stimmt es also, was in den siebziger Jahren auf so vielen Stickern stand:

2. Jesus lebt

Jesus offenbart sich Johannes genauso, wie es auch geschehen war. Er war tot und ist wieder von den Toten auferstanden. Und er ist aufgefahren in den Himmel, wo er nunmehr weilt von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Wenn Jesus zu Johannes sagt, dass er lebendig ist von Ewigkeit zu Ewigkeit, dann bedeutet dies ja auch, dass Jesus am heutigen Tage mitten unter uns weilt in Form des Heiligen Geistes, wie er es uns versprochen hat.

Und auch darauf dürfen wir uns felsenfest verlassen. Was bedeutet dies nun ganz konkret für uns ganz persönlich? Das bedeutet, dass ich einen Heiland an meiner Seite habe, der mir mein ganzes Leben lang beisteht. Das bedeutet freilich nicht, dass er mir alle meine Wünsche erfüllt, aber das bedeutet, dass ich einen wahren Freund und Helfer immer in meiner Nähe habe.

Egal, was auf mich zukommt, egal mit welchen widrigen Umständen ich in meinem Leben zu kämpfen habe, ER, der lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit lässt mich niemals allein im Regen stehen.

Natürlich setzt das auch voraus, dass ich ihm vertraue und auch wirklich etwas mit ihm zu tun haben will. ER möchte, dass ich immer mit ihm in Verbindung bleibe und mit ihm alles teile, das Gute und auch das vermeintlich Schlechte.

Also falten wir doch wieder öfters auch tagsüber die Hände und bitten unseren Herrn um seinen Beistand. Viele Menschen trauen Gott zwar zu, dass er die Erde und was darauf lebt gemacht hat, sie trauen ihm aber nicht zu dass er einem jeden seiner Geschöpfe auch in den kleinen Dingen des Lebens beistehen möchte.

3. Der Schlüssel

Wenn Jesus sagt, dass er den Schlüssel der Hölle und des Todes hat, dann kann dies auch anders übersetzt werden; nämlich mit den Worten: Ich BIN der Schlüssel des Himmels und der Hölle.

Nun ist es ja nicht gerade populär über die Hölle zu predigen. Natürlich ist es schöner über den Himmel zu reden. Aber wenn der Herr Jesus ganz konkret sagt, dass es er den Schlüssel der Hölle in Händen hält, dann dürfen wir ihm schon vertrauen, dass er Johannes nicht anflunkert.

So, und jetzt wird es ganz konkret für uns: Wir haben es zu Lebzeiten in der Hand, wo die Reise nach unserem Tode hingehen soll.

Gott wirft keinen Menschen in die Hölle. Diesen Ort wählt ein jeder von uns nämlich selber. Wenn wir uns während unseres Erdenlebens für den Herrn Jesus entscheiden, ihm also unsere Sünden bekennen, um Vergebung bitten und schließlich ihm die Regentschaft über unser Leben übergeben, dann werden wir nach unserem Ableben auf Erden unsere Ewigkeit im Himmel verbringen.

Wenn wir dies nicht tun, dann geht die Reise in die Hölle. Aber, wie gesagt, bis zu unserem letzten Atemzug haben wir die Möglichkeit Himmelsbewohner zu werden.

Und darum ist es auch so wichtig, dass wir unseren Mitmenschen von dieser Wahlmöglichkeit berichten. Gott möchte nämlich nicht, dass auch nur eines seiner Geschöpfe verloren geht. Gott möchte, dass alle seine Geschöpfe auch wieder seine Kinder werden.

Nur noch eine kleine Anmerkung zum Abschluss: Die Entscheidung können wir keinem Menschen abnehmen. Unsere Aufgabe ist es nur, auf die Konsequenzen hinzuweisen. Für den Rest sind wir nicht verantwortlich.

Lassen Sie uns zum Abschluss einstimmen in den 6. Vers des Liedes von Paul Gerhardt: „Ich bin ein Gast auf Erden…“ (EG 529), der unseren Lebensweg auf Erden in Richtung Himmel sehr schön beschreibt, wie folgt:

So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt,
doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt.
Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt,
da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe Sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 2. Sonntag nach Epiphanias. Als Prediggtext dient uns heute unsere Jahreslosung für das Jahr 2018, welche wir im 21. Kapitel der Offenbarung finden. Hören wir zunächst auf die Jahreslosung.

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

Liebe Gemeinde,

als ich mich in der ruhigen Zeit zwischen den Jahren etwas intensiver mit der Jahreslosung beschäftigt habe, fielen mir drei Dinge auf, die man schnell überlesen kann. Lassen Sie uns diese drei Aspekte heute morgen einmal gemeinsam betrachten.

1. Die Gottesgemeinschaft

Liebe Gemeinde, das ist das wunderbarste, was ich heute morgen berichten kann: Der allmächtige Gott, der Schöpfer des Himmels und der Erden, dieser allmächtige Gott möchte Gemeinschaft mit uns haben. Wir sind also keine kleinen demütigen Bittsteller, die vor Gott erscheinen und um Gnade bitten. Nein, wir sind die Adressaten seiner göttlichen Liebe.

Stellen wir es doch einmal so vor: Gott streckt uns die Hand entgegen. Das einzige, was wir machen müssen, ist diese rettende, liebende Hand im Glauben zu ergreifen. Wir sehen also, dass Gott den ersten Schritt macht und nicht wir.

Daraus folgt, dass wir auch keine religiösen Klimmzüge unternehmen müssen, um Gottes Liebe zu erfahren. Das sah man und sieht man auch heute in vielen Gemeinschaften noch ganz anders. Daher lassen Sie uns dem vertrauen, der diese Worte durch die Bibel zu uns spricht. Und lassen wir uns nicht von selbsternannten religiösen Lichtgestalten in die Irre führen.

2. Gott der Geber

Wir sind ja meist sehr von uns selbst überzeugt und von dem, was wir nicht schon alles in unserem Leben erreicht haben. Einige von uns erinnern sich vielleicht noch an die Werbung, wo sich zwei Freunde nach Jahren wiedersehen und der erste seine Trumpfkarten „Mein Haus, Mein Auto, Mein Pool“ ausspielt. Als sein Freund nun seine Trumpfkarten ausspielt, war natürlich alles eine Ecke größer und besser.

Und so meinen auch viele Menschen, dass sie alles, was sie erreicht haben, allein ihren eigenen Fähigkeiten zu verdanken haben. Das ist natürlich ein fataler Irrtum.

Alles, was wir haben und was wir sind, das haben wir unserem Vater im Himmel zu verdanken. Gott will uns mit vollen Händen beschenken. Und wir müssen wieder nichts anderes tun, als diese Geschenk einfach aus seiner Hand annehmen. Gott ist es, der uns mit verschiedenen Fähigkeiten ausstattet und an uns liegt es natürlich diese Begabungen auch zu nutzen.

Gott dürfen wir unsere Gesundheit verdanken. Gott dürfen wir es verdanken, wenn wir nach einer Krankheit wieder genesen. Und schließlich ist es Gott, der uns ein Leben im materiellen und sozialen Wohlstand ermöglicht.

Wir müssen uns an dieser Stelle einmal vergegenwärtigen, dass wir auf all das überhaupt keinen Rechtsanspruch haben. Wir haben keinen Rechtsanspruch auf körperliche Unversehrtheit und Gesundheit. Wir haben keinen Rechtsanspruch auf einen guten Arbeitsplatz und wir haben auch keinen Rechtsanspruch auf eine liebevolle Familie. All dies wird uns von Gott geschenkt.

Da wäre es doch auch mal wieder an der Zeit, dem Geber aller Gaben für all das zu danken, was er uns Gutes getan hat und auch weiter tun will. Ein kleiner praktischer Tipp am Rande. Ich nehme mir jedes Jahr ein Vorkabelheft und trage dort alles ein, was mir Dank unserem himmlischen Vater widerfährt. Natürlich zuerst das aus meiner Sicht Gute. Aber ich trage auch das Negative dort ein. Und oftmals ist mir nachträglich aufgegangen, dass das vermeintlich Negative mir nur zum Guten gedient hat.

3. Das Königsgeschenk

Erinnern Sie sich an das schönste Geschenk, welches Sie jemals in Ihrem Leben erhalten Haben ? Denken wir ruhig einmal einen Moment darüber nach.

Gott möchte einem jeden von uns ein Geschenk machen, dass all unsere irdischen Geschenke in den Schatten stellt. Gott möchte uns das ewige Leben schenken. Und nicht nur das, er möchte mit uns zusammen diese Ewigkeit verbringen. Alle seine Kinder lädt er ein, schon auf Erden den Gutschein für die Ewigkeit anzunehmen, der freilich erst im Himmel eingelöst werden kann.

Lassen Sie uns noch kurz darüber nachdenken, was das ganz praktisch für uns im Jahre 2018 bedeutet.

Wenn ich unserer Jahreslosung vertraue, dann kann ich alles im Jahre 2018 etwas gelassener angehen lassen und kann in Ruhe abwarten, womit mich mein Vater im Himmel auch in diesem Jahr wieder beschenken möchte.

Ich darf alles in Dankbarkeit annehmen, was er mir im Jahre 2018 schenken wird und ich kann mir auch die Zeit nehmen, die Gemeinschaft mit IHM auf Erden wieder zu intensivieren. Sprechen wir doch in diesem Jahr einfach mal wieder öfter mit unserem Vater im Himmel und lassen Sie uns in diesem Jahr mit unseren Schwestern und Brüdern doch wieder mehr Zeit in seiner Gegenwart verbringen.

Und lassen Sie uns das Geschenk des ewigen Lebens freudig annahmen in der festen Gewissheit, dass wir nicht alles an Spaß, Freude und Vergnügen in dieses kleine irdische Leben hineinpressen müssen, was gerade noch so geht. Lassen Sie uns ganz einfach darauf vertrauen, dass uns im Himmel unendlicher Friede, unendliche Freude und unendliche Zufriedenheit erwarten wird.

Einstimmen auf diese wunderbaren Aussichten wollen wir uns zum Abschluss, indem wir in den dritten Vers des Liedes „Jesus Christus herrscht als König..“ (EG 123) von Philipp Friedrich Hiller einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Gott ist Herr, der Herr ist einer, und demselben gleichet keiner,
nur der Sohn, der ist ihm gleich;
dessen Stuhl ist unumstößlich, dessen Leben unauflöslich,
dessen Reich ein ewig Reich.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen fröhlichen Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 2. Weihnachtsfeiertag. Den Predigttext für den heutigen Feiertag finden wir im 7. Kapitel der Offenbarung, die Verse 9-12. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die große Schar aus allen Völkern

Danach sah ich, und siehe, eine große Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen; die standen vor dem Thron und vor dem Lamm, angetan mt weißen Kleidern und mit Palmzweigen in ihren Händen, und riefen mit großer Stimme: Das Heil ist bei dem, der auf dem Thron sitzt, unserm Gott, und dem Lamm ! Und alle Engel standen rungs um den Thron und um die Ältesten und um die vier Gestalten und fielen nieder vor dem Thron auf ihr Angesicht und beteten Gott an und sprachen: Amen, Lob und Ehre und Weisheit und Dank und Preis und Kraft und Stärke sei unserm Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

Liebe Gemeinde,

einmal wird es soweit sein, dass wir auch an dem soeben gehörten Geschehen selber teilhaben werden. Und da wir alle sicherlich auch ein wenig neugierig sind, da fragen wir aus doch sicherlich auf Erden hin und wieder einmal: Wie wird ER wohl sein, wenn wir ihm, also unserem Herrn im Himmel gegenübertreten.

Johannes hatte den großen Vorteil, dass er aus dem Erdengeschehen in das Himmelsgeschehen entrückt worden war und schon einige Eigenschaften Gottes erkennen durfte. Lassen Sie uns an dem heutigen 2. Weihnachtsfeiertag doch einmal anschauen, welche 8 Attribute des Wesen Gottes uns der Seher Johannes beschreibt und lassen Sie uns darüber nachdenken, was das bereits heute für uns auf Erden bedeuten kann.

1. Amen

Mit diesem Amen, welches unsere Gebete beschließt, da beginnt Johannes, Gott zu beschreiben.  Amen bedeutet ja wörtlich übersetzt: Sich ausrichten auf Gott. So wird es also im Himmel sein, alles richtet sich allein auf Gott aus. Alles andere ist nebensächlich.
Alles, was uns auf Erden so wichtig erscheint endet in diesem Ausgerichtet sein auf unseren Herrn. Und dies können wir auch schon jetzt und hier praktizieren. So manches scheinbar große Problem wird dann auf einmal nichtig und klein werden.

2. Lob

Der Allerhöchste wird von allen Seiten gelobt. Die Engel loben Gott und alle Bewohner des Himmels machen nichts anderes, als Gott zu loben. Lob macht glücklich und zufrieden. Nicht nur denjenigen den man lobt, sondern auch denjenigen der das Lob ausspricht.
Überlegen wir doch mal wieder, was wir nicht schon alles von Gott geschenkt bekommen haben und lassen Sie uns nicht immer nur auf das fokussiert sein, was uns angeblich noch zu unserem Glück fehlt.

3. Ehre

Wenn wir bei Wikipedia nachschauen, dann erscheint dort folgende Definition zu dem Wort Ehre: „Verdienter Achtungsanspruch“.

Derjenige, der Himmel und Erde gemacht hat, der verdient wohl als einziger meinen allumfassenden Achtungsanspruch, weil er alles, was er gemacht hat, perfekt gemacht hat.
Wen ich so ehre, also ihm alles zutraue, dem traue ich auch zu, dass er alles, was noch kommen wird, ebenfalls perfekt machen wird. Ich muss mir also überhaupt keine Sorgen machen, dass etwas total aus den Fugen gerät. ER, der über allem wacht, wird auch weiterhin zu unserem aller Wohle regieren. Und das sowohl im Kleinen, wie auch im Großen.

4. Weisheit

Was ist eigentlich Weisheit? Ich dachte dabei sofort an Klugheit, Verstand, Wissen und Intelligenz. Diese Eigenschaften sind sicherlich alle Bestandteile der Weisheit und doch kommt bei der Weisheit noch etwas mehr hinzu.

Weisheit bedeutet, die Dinge hinter dem Sichtbaren zu erkennen. Wenn Gott manchmal anders reagiert, als wir uns dies vielleicht vorgestellt haben, dann liegt genau dort Gottes Weisheit verborgen. Wir sehen  auf Erden nur vordergründig auf die Dinge und das Geschehen, welches uns umgibt. Gott hingegen sieht immer mehr.

Und dazu lädt uns das Kind in der Krippe heute schon ein, nämlich mehr von Gott zu entdecken und zu  erfahren. Mehr, als wir bisher schon wissen. Wie macht man das? Nun, indem wir sein Wort immer wieder lesen, studieren und darüber meditieren. Indem wir uns mit anderen Jesusjüngern zusammenschließen um gemeinsam mehr über Gott zu erfahren und indem wir den Kontakt zu ihm niemals abreißen lassen.

5. Dank

Die große Schar im Himmel hat es verstanden, dem zu danken, der sie treu und gut auf Erden geführt hat und der nun im Himmel ihr ewiger Gott ist.
Danken wir Gott auf Erden eigentlich noch regelmäßig? Nehmen wir nicht viele Dinge einfach als selbstverständlich hin?

Danken wir unserem Herrn noch täglich, dass wir gesund sein dürfen? Oder beschweren wir uns lieber bei unserem Herrn, wenn wir unter einer Krankheit leiden? Sagen wir es doch einmal ganz konkret: Wir haben auf nichts in unserem Leben einen Anspruch, aber wir dürfen alles von Gott erbitten und sollten ihm dann auch danken für das, womit er uns beschenkt.
Ehepartner, Gesundheit, Beruf, soziale Stellung und noch viel mehr sind alles Geschenke, die uns Gott gibt und keineswegs Resultate unserer Bemühungen.

6. Preis

Preisen entsteht aus dem Dank heraus und geht über die Anbetung hinaus. Preisen bedeutet, dass ich Gottes Wesen verehrte und seine Taten rühme.
Und zwar weit über meinen Horizont hinaus. Wie schnell sind wir bei der Hand um zu murren, wenn das ein oder andere nicht so läuft, wie wir es uns vorgestellt haben. Wagen wir doch einfach mal das kleine Experiment und loben und preisen Gott auch für das, was gerade geschieht, uns aber so gar nicht in den Kram passt.
Wir kommen dadurch sofort aus der negativen Stimmung heraus und sehen viele Dinge aus einem ganz anderen Blickwinkel.

7. Kraft

Die große Schar lobt Gott auch für seine Kraft. In dieser Kraft Gottes darf sich die große Schar im Himmel geborgen wissen.
Und in dieser Kraft dürfen wir aus auf Erden auch in Gott geborgen wissen. Nehmen wir ein aktuelles Beispiel. Die ganze Welt redet über die Klimakatastrophe. Ein scheinbar niemals enden wollender Streit ist darüber entbrannt.

Denken wir doch einmal anders herum. Gottes Kraft hat Himmel und Erde gemacht. Gott hat nach der Sintflut zugesagt, dass solange die Erde steht niemals aufhören werden: Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.

Wenn Gott dies zusagt, dann hält er sich auch daran, egal, was wir auf Erden auch gerade wieder einmal verbocken. Ist Klimaschutz dann überflüssig ? Nein, natürlich nicht, aber anstatt zu streiten, sollten wir lieber den Herrn persönlich befragen, was wir denn tun können. Wer jetzt denkt, dass dies Spinnerei ist, der spricht jedem Gebet die Macht seiner Erfüllung und die Antwort Gottes ab.

8. Stärke

Mit Kraft schaffe ich etwas und mit Stärke verteidige ich etwas. Mit seiner Kraft hat Gott die große Schar im Himmel auf Erden vor allen Mächten des Bösen bewahrt. Und dafür preisen sie ihn nun.

Und so ist es auch heute noch die Stärke Gottes, die uns hier auf Erden vor den Angriffen Satans beschützen möchte. Wir müssen nur ganz nah an ihm dranbleiben, dann können seine starken Arme alle Mächte des Bösen von uns fernhalten.

Dietrich Bonhoeffer drückte dies einmal sehr schön wie folgt aus:

Von guten Mächten wunderbar geborgen
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei und am Abend und am Morgen
und ganz gewsiss an jedem neuen Tag.

Nehmen wir diese Verse doch mit von Weihnachten hinein in das ganze nächste Jahr und lassen uns von diesen Versen stets mit Gottes Kraft und Stärke leiten.
Und nunmehr lassen Sie uns vor dem Schlusssegen noch einmal in das Weihnachtslied einstimmen, mit welchem wir schon den gestrigen Gottesdienst haben ausklingen lassen:

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit!
Welt ging verloren, Christ ist geboren: Freue, freue dich, o Christenheit!
O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit!
Christ ist erschienen, uns zu versühnen: Freue, freue dich, o Christenheit!
O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit!
Himmlische Heere jauchzen dir Ehre: Freue, freue dich, o Christenheit!

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden
Amen.

Liebe Gemeinde,
ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten 2. Weihnachtsfeiertag und eine schöne besinnliche Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr
Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag Kantate. „Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder !“ Unter diesem Psalmvers steht auch der heutige Sonntag, der sich mit dem Singen beschäftigt.

Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 15. Kapitel der Offenbarung, die Verse 2-4. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und ich sah, und es war wie ein gläsernes Meer, mit Feuer vermengt; und die den Sieg behalten hatten über das Tier und sein Bild und über die Zahl seines Namens, die standen an dem gläsernen Meer und hatten Gottes Harfen und sangen das Lied des Mose, des Knechtes Gottes, und das Lied des Lammes: Groß und wunderbar sind deine Werke, Herr, allmächtiger Gott ! Gerecht und wahrhaftig sind deine Wege, du König der Völker. Wer sollte dich, Herr, nicht fürchten und deinen Namen nicht preisen ? Denn du allein bist heilig ! Ja, alle Völker werden kommen und anbeten vor dir, denn deine gerechten Gerichte sind offenbar geworden.

Liebe Gemeinde,

am heutigen Sonntag steht also der Gesang im Vordergrund. Und dass nicht nur in dieser unseren Welt gesungen wird, das haben wir soeben in unserem Predigttext erfahren.

Johannes durfte, wenn wir es so nennen wollen, einen Blick hinter die Kulissen tun. Der auferstandene Herr Jesus Christus zeigte Johannes, wie es in der jenseitigen Welt zugeht.

Diese Welt ist so schön und so wunderbar, dass Johannes einfach die Worte fehlen, um diese Welt zu beschreiben. All unsere menschlichen Worte können wohl nicht annähernd das ausdrücken, was Johannes gesehen hat. Daher fällt es auch bis heute sehr schwer diese, also die Worte des Johannes, auszulegen.

Am Rande des großartigen Geschehens, dessen Zeuge Johannes ist, finden wir auch zwei Lieder, die wir miteinander einmal bedenken wollen. Und wir wollen kurz darüber nachdenken, was sich für uns ganz praktisch aus diesem Predigttext ergibt.

1. Das Lied des Mose

Das Lied des Mose finden wir im 2. Buch Mose, nachdem der Herr die Israeliten sicher aus Ägypten geführt hatte. Es ist ein Danklied, vor allem aber ein Lied auf der Wanderschaft.

Also ist es auch ein Lied für uns; denn auch wir sind Tag für Tag auf der Wanderschaft unseres Lebens. Wir finden das Lied des Mose im 15. Kapitel des 2. Buches Mose. Wenn wir uns dieses Lied näher betrachten, dann stellen wir fest, dass es ein Danklied ist. Ein Danklied für alles, was der Herr für die Israeliten bisher getan hatte.

Durch viele Unbillen sind sie gegangen, aber vor allem auch getragen worden auf der Wanderschaft ihres Lebens. So wie der Herr die Israeliten damals getragen hat, so will Er uns auch heute noch tragen.

Darauf dürfen wir uns immer wieder besinnen, wenn wir durch die Täler unseres Lebens gehen müssen. Letztendlich gehen wir an des Herren Hand und nach jedem Tal geht es auch wieder bergauf. Unser Herr ist immer bei uns. Eigentlich doch Grund genug, Ihm tagtäglich für Seine Hilfe Danke zu sagen.

Und wie können wir besser danken als mit einem Lied. Ein Lied macht aber auch Mut, den bisherigen Weg weiter zu gehen. Viele Beispiele finden wir dafür in unserem Gesangbuch. „Ich steh in meines Herren Hand“ und „Befiehl du deine Wege“ sollen nur zwei Beispiele für mutmachende Glaubenslieder sein.

Wenn wir uns daran erinnern, welche Wege wir persönlich schon mit unserem Herrn zusammen gegangen sind, dann können auch wir sicherlich das sagen, was Mose am Ende seines Lobgesanges gesungen hat, nämlich den Vers „Der Herr wird König sein, immer und ewig.“

Darauf, liebe Gemeinde dürfen wir uns unser ganzes Leben lang verlassen, darauf dürfen wir unser ganzes Vertrauen setzen und darauf dürfen wir hoffen, dass auch wir in der Ewigkeit mit allen, die uns voraus gegangen sind, dieses Lied anstimmen dürfen.

2. Das Lied des Lammes

Liebe Gemeinde, das Lied des Lammes ist ein Lied, das uns in ganz besonderer Art und Weise mit der Ewigkeit verbindet.

Denken wir nur einmal an die Abendmahlsliturgie. Dort singen wir allen Engeln zusammen das Lied: „Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth.

Mit diesem Lied schaffen wir hier auf Erden schon eine imaginäre Verbindung zwischen Himmel und Erde. In gewisser Weise können wir mit unseren geistigen Augen immer dann, wenn wir dieses Lied anstimmen einen Blick hinter die Kulissen tun.

In Verbindung mit den himmlischen Heerscharen können wir immer wieder in unseren Gottesdienst ein wenig Himmelsluft schnuppern. Gott selber schafft uns diese Möglichkeit, weil Er unsere müden Seelen immer wieder auf’s Neue stärken möchte.

Alle, die mühselig und beladen zu Ihm kommen, die will Er erquicken. So auch uns liebe Gemeinde. Lassen wir uns doch auch von Ihm wieder stark machen für die nächste Woche hier auf Erden.

Singen dürfen wir übrigens nicht nur im Gottesdienst. Singen dürfen wir in allen Situationen unseres Alltages. Probieren wir es doch in der kommenden Woche einmal aus. Ich bin sicher, wir werden gestärkt und fröhlich sein nach unserem so gesungenen Gotteslob.

3. Die Konsequenz

Alle Völker werden kommen, so steht es am Ende unseres Predigttextes.
Und damit ist auch unsere Verpflichtung angedeutet.

Bei allem Dank und Lobpreis dürfen wir die Umsetzung in die Tat nämlich nicht vergessen. Wie sollen denn alle Völker kommen, wenn sie nicht wissen wohin und wozu ? Gerade dabei sind wir aufgerufen allen Menschen den Weg dahin zu weisen an den Ort, der so unbeschreiblich schön ist, das es selbst Johannes nicht in Worte fassen konnte.

Egal, was auch geschieht, lassen Sie uns nicht ablassen von dem EINEN allen Menschen zu erzählen, der uns erlöst hat und uns den Weg in den Himmel wieder frei gemacht hat.

Der Liederdichter Paul Gerhardt hat uns mit seinem Lied „Befiehl du deine Wege….“ (EG361) ein Werk hinterlassen, welches uns unseren Weg in dieser Welt immer wieder weisen will. Lassen Sie uns mir dem 1. Vers dieses Liedes in die neue Woche gehen:

Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt
der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt.
Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn,
der wir auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.

Der Herr begleite Dich bei Deiner Wanderschaft durch Dein Leben
Der Herr gebe Deinem Herzen immer wieder mutmachende Einblicke in SEINE Ewigkeit
Der Herr gebe Dir die Kraft und den Mut, davon allen Menschen zu erzählen

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 3. Sonntag im Advent.
Wieder haben wir einen Text aus dem Buch der Offenbarung als Predigttext. Den heutigen Predigttext finden wir im 3. Kapitel der Offenbarung, die Verse 1-6. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und dem Engel der Gemeinde in Sardes schreibe: Das sagt, der die sieben Geister Gottes hat und die sieben Sterne: Ich kenne deine Werke: Du hast den Namen, dass du lebst , und bist tot. Werde wach und stärke das andre, das sterben will, denn ich habe deine Werke nicht als vollkommen empfunden vor meinem Gott. So denke nun daran, wie du empfangen und gehört hast, und halte es fest und tue Buße ! Wenn du aber nicht wachen wirst, so werde ich kommen wie ein Dieb und du wirst nicht wissen, zu welcher Stunde ich über dich kommen werde. Aber du hast einige in Sardes, die ihre Kleider nicht besudelt haben; die werden mit mir einhergehen in weißen Kleidern, denn sie sind’s wert. Wer überwindet, der soll mit weißen Kleidern angetan werden, und ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buch des Lebens, und ich will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und seinen Engeln. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt !

Liebe Gemeinde,

im Gegensatz zur letzten Woche klingt in diesem Text schon eine ziemlich harte Kritik an. Bei dem Wort „Kritik“ rümpfen wir alle gleich gern die Nase. Keiner von uns möchte gern kritisiert werden. Unser Herr kritisiert aber ein wenig anders, als wir es gemein hin gewohnt sind. Er kritisiert nicht destruktiv, sondern konstruktiv. Er beschreibt den Ist-Zustand, erklärte den Soll-Zustand und macht uns mit dem vertraut, was uns erwartet, wenn wir den Soll-Zustand erreicht haben. Lassen Sie uns über diese drei Punkte am heutigen Morgen ein wenig intensiver nachdenken.

1. Der Ist-Zustand

„Du bist geistig tot“, so könnten wir die Worte Jesu an die Gemeinde in Sardes auch beschreiben. Das schönste an unserem Herrn, so finde ich, ist seine Direktheit. Er redet nicht lange um den heißen Brei herum, sondern sagt, was falsch ist. Auch wenn es weh tut, aber es ist ja zu unserem Besten.

Wir möchten doch alle in den Himmel kommen. Da ist es mir schon recht, wenn mich mein Herr auf meine Fehler hinweist, die mich vom Himmel fernhalten.

Geistig tot zu sein ist ja genau das, was wir alle nicht sein wollen.
Wenn wir die Bibel aufmerksam lesen, dann stellen wir an vielen Stellen fest, dass gute Werke häufig den geistigen Schlafzustand zu überdecken scheinen. Und genau dies deckt Jesus auf.

Ist es nicht auch ein klein wenig so bei uns allen. Wir spenden gerade jetzt zur Weihnachtszeit. Wir engagieren uns in einigen Ehrenämtern und wir sind auch in unseren Gemeinden aktiv. Da ist natürlich nichts gegen zu sagen, aber das alles ersetzt nicht unsere Beziehung zu unserem Herrn.

Erst wenn wir aus der Beziehung zu unserem Herrn heraus leben, dann machen all die guten Werke Sinn. Dann verrichten nicht mehr WIR die guten Werke, sondern unser Herr, der in uns wohnt gibt uns die Kraft für diese Werke.

2. Der Soll-Zustand

„Zurück in’s geistige Leben“, das sollte das Ziel sein. Neugeboren zu sein in unserem Herrn, das bewahrt uns davor in der ewigen Verdammnis zu landen.

Der Weg zu Jesus hin geht nur über die Reue, die Buße und die Umkehr.
Wer an seinem alten Leben festhalten will, den hindert Gott nicht daran.
Er muss aber auch spätestens bei seinem irdischen Ableben die Konsequenzen dafür ganz alleine tragen.

Echte Reue setzt den tiefen inneren Wunsch zur Umkehr frei. Wer seine Sünden wirklich bereut, der will nur eines, nämlich umkehren. Umkehren zurück ins Vaterhaus.

Nun birgt dies natürlich ein Problem in sich. Viele Menschen wollen gern umkehren, möchten sich aber noch ein wenig Zeit damit lassen. Es liegt ja noch ein ganzes Leben vor einem und man hat ja noch sooooo viel Zeit mit der Umkehr. Also wird es auf später verschoben. Und ehe man sich versieht ist man wieder in dem alten Trott drin. Ich bin sicher, wir kennen alle Menschen, denen es so oder so ähnlich geht.

Zu all diesen Menschen spricht das Kind in der Krippe: Kehre um. Komm nach Hause. Auch wer sich mit der Umkehr immer wieder Zeit lassen will kommt doch gerade in der Weihnachtszeit an der Krippe nicht vorbei.

Seien wir doch Wegweiser für all die Menschen die umkehren wollen.
Heute, wenn wir Seine Stimme hören, dann ist die Zeit der Umkehr. Morgen kann es bereits zu spät sein. Denn alle, die wir heute morgen zusammen sind, wir alle wissen doch gar nicht ob wir morgen früh noch einmal aufwachen.

Was mich betrifft, dann möchte ich gern im Himmel und nicht in der Hölle aufwachen. Geben wir doch all unseren Mitmenschen ebenfalls die Chance, in den Himmel zu kommen.

3. Das Ergebnis

„Was habe ich denn davon…“ Das, liebe Gemeinde, werde ich immer wieder gefragt, wenn ich Menschen auf ihr Verhältnis zu Gott anspreche.

Und jetzt wird es kritisch. Sagen wir auf diese Frage „Du bekommst einen Platz im Himmel“, dann werden wir gleich wieder als Ewigkeitsvertröster abgetan. Sagen wir „Friede, Freude und Reichtum auf Erden“, dann haben wir schlicht und einfach gelogen.

Machen wir es doch wie Jesus es uns an vielen Stellen im Neuen Testament vormacht. Allen, die ihm folgen verspricht Er ein Leben, das eines niemals sein wird, nämlich langweilig. Verfolgung, Hohn und Spott sind an der Tagesordnung. Wir werden belächelt, als fromme Spinner bezeichnet und bisweilen auch beleidigt.

Und dafür soll ich mich bekehren. Aber Ja doch !!! Jesus verspricht uns nämlich noch viel mehr. Er verspricht uns, dass Er uns durch all dies was uns widerfahren wird, hindurchtragen wird. Wir sind fortan niemals mehr allein. Er wird in uns Wohnung nehmen und unser ganzes Leben beherrschen. Wir werden niemals mit mehr Leiden konfrontiert werden, als wir auch ertragen können.

Und Jesus sagt uns in unserem heutigen Predigttext noch viel mehr. Alle diejenigen, die diesen, zugegebenermaßen manchmal steinigen Weg bis zum Ende durchhalten, denen verspricht Er das ewiges Leben. Wir alle, die wir durchhalten, sind im Buch des Lebens vermerkt. Wir brauchen keine Angst mehr vor der Hölle und der ewigen Verdammnis zu haben. Unser Herr wird sich zu uns bekennen, wie wir uns zu IHM bekannt haben.

Als Christi Eigentum haben wir hier auf Erden schon eine Platzreservierung für den Himmel in der Hand. Auch dies ist eine Botschaft vom Advent, die uns auf Jesu Kommen einstimmen will.

Lassen wir uns also nicht durch Unbillen jedweder Art abhalten, IHM nachzufolgen. Gehen wir mit IHM den Weg hin zum Ewigen Leben in Seiner Gemeinschaft. Fangen wir am besten gleich sofort damit an.

Was uns im Himmel erwartet, das wissen wir konkret natürlich noch nicht.
Aber der Liederdichter Johann Walter beschreibt die Himmelsvision sehr schön im 5. Vers seines Liedes „Herzlich tut mich erfreuen….“ (EG 148), der da lautet, wie folgt:

Er wird uns fröhlich leiten, ins ewig Paradeis,
die Hochzeit zu bereiten zu seinem Lob und Preis.
Da wird sein Freud und Wonne in rechter Lieb und Treu
aus Gottes Schatz und Bronne und täglich werden neu.

Der Herr segne Dich auf allen Deinen Wegen, die Du auf Erden gehst
Der Herr behüte Dich vor allem Bösen, wo immer Du auch gerade bist
Der Herr leite Dich auf Seinem Wege zu IHM in den Himmel hinein

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten 3. Sonntag im Advent.
Einen guten Start in die neue Woche wünsche ich Ihnen allen.

Es grüßt Sie recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen 2. Sonntag im Advent.
Wenn wir uns unseren heutigen Predigttext betrachten, der aus dem Buch der Offenbarung stammt, dann fragen wir uns sicherlich, wie denn Anfang, also die Geburt Jesu, und das Ende, also das Buch der Offenbarung, zusammen gehören. Nun, beide bedingen einander. Ohne Anfang keine Ende und ohne Ende kein Anfang.

Lassen Sie uns aber zunächst unseren Predigttext gemeinsam lesen.
Wir finden den Predigttext im 3. Kapitel der Offenbarung, die Verse 7-13:

Und dem Engel der Gemeinde in Philadelphia schreibe: Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der da hat den Schlüssel Davids, der auftut, und niemand schließt zu, der zuschließt, und niemand tut auf: Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan und niemand kann sie zuschließen; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet. Siehe, ich werde schicken einige aus der Synagoge des Satans, die sagen, sie seien Juden und sind’s nicht, sondern lügen; siehe, ich will sie dazu bringen, dass sie kommen sollen und zu deinen Füßen niederfallen und erkennen, dass ich dich geliebt habe. Weil du mein Wort von der Geduld bewahrt hast, will auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die kommen wird über den ganzen Weltkreis, zu versuchen, die auf Erden wohnen.
Siehe, ich komme bald; halte, was du hast, dass niemand deine Krone nehme ! Wer überwindet, den will ich machen zum Pfeiler in dem Tempel meines Gottes, und er soll nicht mehr hinausgehen, und ich will auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen des neuen Jerusalem, der Stadt meines Gottes, die vom Himmel herniederkommt von meinem Gott, und meinen Namen, den neuen. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt !

Liebe Gemeinde,

zwei Punkte springen uns bei dem Lesen dieses Abschnittes der Offenbarung quasi direkt in’s Auge. Lassen Sie uns gemeinsam darüber nachdenken, was diese Punkte für uns bedeuten.

1. Die kleine Kraft

Man könnte auch sagen, der kleine Glaube. Wir lesen ja häufig sehr viel über die Glaubenshelden der Bibel. Man ist dann schnell versucht, sich diese Menschen als solche vorzustellen, die einen ganz, ganz festen Glauben hatten. So einen Glauben möchte man haben, nicht wahr ?

Möchten wir das wirklich ? Ich glaube, es bringt uns gar nichts, wenn wir noch so fest glauben. Damit erreichen wir gar nichts. Ich glaube sogar soweit gehen zu können, dass ich mit einem Brustton der Überzeugung sagen kann, dass jeder Hinduist und jeder Buddhist einen stärkeren Glauben hat, als ich.

Aber, und jetzt kommt der Unterschied, ich habe zwar nur einen kleinen Glauben, aber mein Objekt des Glaubens, also Gott, der ist es, der alles vermag. Mit meinem kleinen Glauben kann ich ein Kind des großen Gottes sein, der mein ganzes Leben führt und leitet. Das Objekt meines Glaubens ist unermesslich groß, daher reicht mein kleiner Glaube aus.

So war es auch bei der Gemeinde von Philadelphia. Die Menschen hatten einen kleinen Glauben an einen großen Gott und haben Sein Wort treu bewahrt. Das ist doch einmal eine befreiende Botschaft im Advent. Ich muss kein Glaubensakrobatiker sein, um in den Himmel zu kommen. Ein ganz kleiner Glaube reicht schon aus, damit Gott mich als Sein Kind annimmt.

Die Sache mit dem großen Glauben ist auch nicht so ganz ohne. Menschen, die immer wieder von ihrem großen Glauben berichten, können sehr intolerant werden und können auch sehr verbohrt sein, wenn man ihre Ansichten in Frage stellt. Menschen mit einem kleinen Glauben und einem großen Gott haben keinen Raum für Intoleranz und Verbohrtheit. Es hängt ja nichts von ihnen ab, sondern allein von Gott.

2. Tür auf – Tür zu

Wenn Gott eine Türe zuschließt, dann öffnet Er eine andere für uns.
Diesen Sinnspruch kennen wir sicherlich alle. Wenn wir einmal über diesen Spruch nachdenken, dann wird uns die Dimension bewusst, wie wir Gott hier beschreiben.

Gott ist allmächtig. Er vermag alles. Er kann zu einer Situation von uns „Ja“ sagen oder aber ein klares „Nein“. Das sollten wir aber nicht isoliert so stehen lassen. Wir haben einen liebenden Gott, der alles, was Er uns verwehrt zu unserem Besten macht.

Und jetzt kommen wir mit unseren Plänen. Ein „Nein“ Gottes können und wollen wir natürlich nicht akzeptieren, also arbeiten wir mit aller Macht daran, die Tür wieder aufzudrücken, die Gott soeben verschlossen hat. Wir kommen gar nicht auf den Gedanken, uns nach der Türe umzusehen, die Gott für uns anstelle der verschlossenen Türe geöffnet hat.

Wir sind häufig so fixiert auf unsere Pläne und Wünsche, dass wir Gottes Wirken in unserem Leben gar nicht mehr wahrnehmen oder aber auch nicht mehr wahrnehmen wollen. Natürlich gehen unsere Bemühungen schief, wenn sie nicht im Einklang mit dessem sind, was Gott für uns zu tun gedenkt.
Gott sei Dank ist dies so. Und wem geben wir dann so gern die Schuld ?
Natürlich unserem Herrn.

Ich stelle Ihnen jetzt einmal eine ganz persönliche Frage: Wann haben Sie zum letzten Male Gott um Seinen Rat gebeten, als es um Belange Ihres Lebens ging ? Ich meine hier ganz alltägliche Pläne und Wünsche. Ich mache dies regelmäßig viel zu wenig. Ich muss diesbezüglich noch gewaltig an mir arbeiten. Daher habe ich in meinem Arbeitszimmer, in meinem Auto und in unserem Bad einen Zettel kleben, auf welchem steht:
„Frag IHN vorher !!!“ Wieviel Mühe und Arbeit könnten wir uns ersparen, wenn wir dies regelmäßig tun würden.

3. Advent

Was hat dies alles mit Advent zu tun ? Nun, wenn wir nur einen kleinen Glauben brauchen, aber dafür einen großen Gott im Rücken haben, dann ergeben sich genau 3 Konsequenzen für unser Leben:

a. Wenn wir nicht mehr weiter wissen, dann dürfen wir zum Kind in der Krippe gehen und ganz geduldig auf Sein Handeln warten. Neben der hektischen Betriebsamkeit gibt es auch Zeiten der Besinnung. Gerade die Adventszeit bietet sich an, wieder mehr zur Besinnung zu kommen. Und dann können wir alle gemeinsam versuchen, etwas von dieser Besinnlichkeit mit in das neue Jahr hinüber zu nehmen.

b. Wir wissen, was auf uns zukommt. Ist das nicht wunderbar ? Wir wissen ganz genau, was uns als Christen erwartet. Und wir wissen, dass Gott die Fäden der Weltgeschichte in Seiner Hand hat. Mit dem Kommen Jesu in die unerlöste Welt hat Gott selber den Grundstein dafür gelegt, dass am Ende alles gut werden kann.

c. Mit unserem kleinen Glauben und der festen Gewissheit, dass alles gut ausgeht, können wir doch auch einmal wieder ganz offen sein für Gottes Handeln in dieser Welt. Lassen Sie uns doch einmal wieder darüber staunen, was Gott so alles macht in dieser Welt. Werden wir doch wieder wie die Kinder und lassen wir uns anstecken von diesem großen Gott.

Etwas, dass wir alle in unserer hektischen Welt gerade in der Adventszeit wieder lernen können das ist die Geduld. Gott hat die Welt auch nicht an einem Tage, sondern innerhalb von sechs Tagen geschaffen. Und auch in unserem Leben muss nicht immer alles sofort und jetzt und gleich geschehen.

Gottes Wirken in dieser ‚Welt beschreibt der Liederdichter Paul Gerhardt sehr schön in dem 7. Vers seines Adventsliedes „Wie soll ich dich empfangen…“ (EG 11), der da lautet, wie folgt:

Ihr dürft euch nicht bemühen noch sorgen Tag und Nacht,
wie ihr ihn wolltet ziehen mit eures Armes Macht.
Er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust,
all Angst und Not zu stillen, die ihm an euch bewusst.

Der Herr verleihe Deinem kleinen Glauben ein großes Vertrauen
Der Herr lasse Dich erkennen, welchen Weg ER mit Dir gehen will
Der Herr gebe Dir Ruhe und Gelassenheit auf SEIN Eingreifen zu warten

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen 2. Advent und einen guten Start in die neue Woche. Es grüßt Sie alle recht herzlich Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Buß- und Bettag. Unseren heutigen Predigttext finden wir im Buch der Offenbarung, Kapitel 3, die Verse 14-22. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen.

Und dem Engel der Gemeinde in Laodizea schreibe: Das sagt, der Amen heißt, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes:
Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch warm bist. Ach, dass du kalt oder warm wärest ! Weil du aber lau bist und weder warm noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde. Du sprichst: Ich bin reich und habe genug und brauche nichts ! und weißt nicht, dass du elend und jämmerlich bist, arm, blind und bloß. Ich rate dir, dass du Gold von mir kaufst, das im Feuer geläutert ist, damit du reich werdest, und weiße Kleider, damit du sie anziehst und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde, und Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du sehen mögest. Welche ich liebhabe, die weise ich zurecht und züchtige ich. So sei nun eifrig und tue Buße ! Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir. Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden habe und mich gesetzt habe mit meinem Vater auf seinen Thron. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt !

Liebe Gemeinde,

immer wenn ich mich mit diesem Text beschäftige, dann bleibe ich an drei Sätzen hängen, die charakteristisch für den heutigen Feiertag sind. Lassen Sie uns diese Sätze ein wenig näher betrachten.

1. Du bist lau und ich werde dich ausspeien

Kennen Sie schon das Getränk der Unentschlossenen ? Es ist der Latte Macchiato. Eigentlich will ich ja Kaffee trinken und doch auch wieder nicht. Lieber möchte ich dann doch Milch, oder doch lieber nicht ?

So, liebe Gemeinde, geht es vielen Menschen. Eigentlich wollen sie ja Christus angehören. Sie gehen ja auch ab und wann in die Kirche. Zumindest an Weihnachten, jedenfalls alle paar Jahre mal. Sie sind ja getauft und konfirmiert. Aber so richtig dazugehören ?

So richtig mit Gemeinde, Gottesdienst und auch noch anderen christlichen Veranstaltungen. Das ist dann doch wohl ein bisschen zu viel. Christsein ist schließlich Privatsache, das muss man nicht überall rumposaunen. Und außerdem zahlt man ja Kirchensteuer.

Das ist genau die Einstellung von über 90 % unserer Bevölkerung hier in Deutschland. Wer mir dies nicht glaubt,der möge doch bitte die Anzahl der Gemeindemitglieder vor Ort erfragen und diese dann am Sonntag im Gottesdienst suchen. Nur rund 5 % aller Christen nehmen an religiösen Veranstaltungen teil. Es gibt halt so viele weltliche Veranstaltungen, die genau so interessant sind, wie die Kirche. Gleiches gilt für Gemeinschaftsstunden Hauskreise etc.

Und das, liebe Gemeinde, ist das, was Jesus als lau bezeichnet. Ich kann nicht auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen. Ich muss mich schon für eine entscheiden. Mit einem Bein im Himmel und mit dem anderen Bein in der Hölle, das geht nicht.

Es bedarf also einer fixen Entscheidung. Wie entscheide ich mich denn nun für Gott ? Dabei hilft uns der nächste entscheidende Satz aus unserem Predigttext

2. So sei nun eifrig und tue Buße !

Buße, was ist das eigentlich ? Bußgeld, das sagt mir was. Ich habe falsch geparkt und muss dafür Strafe zahlen. Aber Buße im christlichen Sinne ist doch sicherlich etwas anderes. Ist es auch liebe Gemeinde.

Vor der Buße kommt die Erkenntnis, dass etwas in meinem Leben falsch läuft. Diese Erkenntnis setzt überhaupt den Vorgang der Buße erst in Gang. Wenn ich überzeugt bin, dass alles richtig ist, was ich mache, wozu dann noch die Buße ?

Im griechischen Text finden wir für das Wort Buße das Wort „metanoia“. Dieses Wort beschreibt die Buße sehr ausführlich.

Zunächst einmal handelt es sich um eine Umkehr hin zu Gott in unserem Geist. Wenn ich mein Denken ändere, dann ändert sich automatisch auch mein Verhalten. Andersherum funktioniert es aber nicht. Andersherum, also, wenn ich mein Verhalten in ein christliches Verhalten ändere, im
Geist aber unchristlich bleibe, ist alles nur ein großes Gekrampfe.

Die Verhaltensänderung bei der Buße führt auch zu einem neuen Gehorsam. Nämlich dem Gehorsam gegenüber Gott, meinem Schöpfer. Habe ich vorher auf die Welt gehört und gemacht, was der Mainstream so von mir erwartete, so höre ich nunmehr allein auf die Stimme meines Herrn.

Schlussendlich beinhaltet die Buße auch noch die Abkehr von allem Ungöttlichen und allem, was mich von Gott trennt.

Das ist es, was wir unter einer echten Buße verstehen sollen. Buße ist also ein ganz aktiver Vorgang, der uns schon etwas, um nicht zu sagen eine ganze Menge abverlangt. Daher wird unser heutiger Feiertag auch als Buß- und Bettag bezeichnet. Egal, wie schwer uns auch die Buße fallen mag, wir haben immer noch die göttliche Kraft des Gebetes im Rücken, die uns dort trägt, wo wir aus eigenem Antrieb nicht mehr weiterkönnen.

3. Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an….

Ein ganzes Leben lang will der Herr Jesus Christus Gemeinschaft mit uns halten. Doch häufig hören wir sein Klopfen nicht. Vielleicht wollen wir es auch absichtlich nicht hören.

In der Tat sind wir häufig so mit den Dingen der Welt beschäftigt, dass für Gott, Gebet, Bibel und Gemeinschaft überhaupt kein Raum bleibt. Die Sache mit Gott wird auf die Zeit des Ruhestandes verschoben. Da hat man schließlich Zeit und kann sich dann auch mit Gott befassen,wenn man es
denn überhaupt noch erlebt.

Wenn ich aufrichtig Buße tue, dann findet auch durch unseren Herrn eine Veränderung IN mir statt. Auf einmal höre ich wieder dieses leise Klopfen an der Türe meines Herzens. Aufrichtige Buße ist die Basis, auf welcher der Herr Jesus mit mir Gemeinschaft haben möchte. Wenn ich alles bereue, was in meinem Leben falsch gelaufen ist, dann muss ich IHM nur noch die Türe öffnen und ER wird dauerhaft bei mir einziehen.

Wenn wir in unserem Predigttext von dem Abendmahl lesen, dass er mit uns halten möchte, dann ist dies die defintive Zusage, dass er eine ewige Gemeinschaft mit einem jeden von uns haben möchte.

Wenn wir gleich das Heilige Abendmahl zusammen feiern, dann haben wir schon hier auf Erden Gemeinschaft mit unserem Herrn. Jedes Abendmahl ist ein kleiner Vorgeschmack auf den Himmel, wo wir immer in seiner Gegenwart sein dürfen.

Was singt eigentlich ein bußfertiger Christ, der dem Herrn Jesus Christus die Tür seines Herzens geöffnet hat und der sich seines Heils gewiss ist ? Er könnte den ersten Vers des Liedes „Du meine Seele singe…“ von Paul Gerhardt anstimmen, der da lautet, wie folgt:

Du meine Seele singe,
wohlauf und singe schön
dem, welchem alle Dinge
zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben
hier preisen auf der Erd;
ich will ihn herzlich loben,
solang ich leben werd.

Der Herr öffne Deine Ohren, damit Du sein Klopfen hören kannst
Der Herr öffne Dein Herz, damit ER bei dir Einzug halten kann
Der Herr lasse seinen heiligen Geist ein Leben lang in dir walten

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten restlichen Feiertag und verabschiede mich bis zum nächsten Sonntag mit segensreichen Grüßen.
Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen vorletzten Sonntag im Kirchenjahr, dem Volkstrauertag. Die letzten Dinge, also Sterben, Tod und was kommt danach bestimmen diese letzten Sonntage im Kirchenjahr. Und dieses Thema hat auch unser heutiger Predigttext zum Gegenstand. Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag im Buch der Offenbarung,
Kapitel 2, die Verse 8-11. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und dem Engel der Gemeinde in Smyrna schreibe: Das sagt der Erste und der Letzte, der tot war und ist lebendig geworden: Ich kenne deine Bedrängnis und deine Armut – du bist aber reich – und die Lästerung von denen, die sagen, sie seien Juden, und sind’s nicht, sondern sind die Synagogen des Satans. Fürchte dich nicht vor dem, was du leiden wirst ! Siehe, der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis werfen, damit ihr versucht werdet, und ihr werdet in Bedrängnis sein zehn Tage. Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt ! Wer überwindet, dem soll kein Leid geschehen von dem zweiten Tode.

Liebe Gemeinde,

„Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.“ Bei diesem Satz denkt man doch gleich an eine Belohnung für ein besonders gelungenes Leben. Ein Leben, das viel für Christus getan hat. So ist dieser Text aber nicht gemeint. Die Krone des Lebens, das ewige Leben, ist ein Geschenk, das wir allein dafür erhalten, dass wir treu waren.

Aber auf dem Weg der Treue liegen so einige Stolpersteine, die uns von der Treue abzubringen versuchen. Johannes nennt uns drei Stolpersteine, auf die wir auf unserem Weg mit Jesus achten müssen.
1. Bedrängnis

Wenn ich Sie jetzt frage, ob Sie schon einmal in Bedrängnis waren, dann würden die wenigsten aufzeigen. Ich frage einmal anders: Hatten Sie schon einmal in ihrem Leben Angst ? Nun zeigen vermutlich viele auf. Bedrängnis ist nur ein anderes Wort für Angst.

Angst, liebe Gemeinde, kann ein gefährlicher Ratgeber sein. In den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts gab es einen Film dessen Titel lautete: „Angst essen Seele auf“. Nachher begeben wir uns auf den Friedhof um der Verstorbenen der beiden großen Weltkriege zu gedenken.

Denken wir doch einmal an das Hitlerregime. Welch immenser Druck lastete auf den Christen. Und wie viele haben aus lauter Angst das gemacht, was von ihnen erwartet wurde ? Wie viele Menschen haben in dieser Zeit den Freitod gewählt. Angst essen Seele auf trifft also voll den Kern der
Sache. Wir wollen diese Menschen nicht verurteilen, das steht uns nicht zu. Aber wir können erahnen, wozu die Angst fähig ist, wenn sie uns übermannt.

Aus lauter Angst können wir unseren Herrn verleugnen. Soweit soll es gar nicht erst kommen. Wer den Gegner kennt, kann sich auf ihn einstellen. Als Christen sollen wir ganz offensiv mit dieser Angst umgehen. Wir müssen uns der Angst nicht schämen, denn wir haben einen, der uns in
allen Situationen der Angst beisteht.

2. Satan

Hinter Satan versteckt sich nicht der gehörnte Teufel mit seinem Dreizack in der Hand. Den könnten wir ja erkennen, der wäre ja kein Stolperstein mehr für uns. Der Teufel, liebe Gemeinde, kommt auf leisen Pfoten angeschlichen und versucht ganz langsam Besitz von uns zu ergreifen.

Das Gretchen sagt gegen Ende des ersten Teiles des Dramas Faust die zutreffenden Worte: „Alles was mich dazu trieb, es war so gut, es war so lieb.“ Das liebe Gemeinde ist die Fassade hinter der sich der Teufel verbirgt.

Der Teufel hat im Durchschnitt 80 Jahre Zeit, um uns von Gottes Ewigkeit wegzulocken. Im Angesicht der Ewigkeit nun wirklich keine lange Zeitspanne. Also muss er alles daran setzen, um schnell erfolgreich zu sein. Was sind nun konkrete Angebote des Teufels, um uns von Gott
wegzulocken ?

Das können wir, da wir ja vorgewarnt sind, anhand der Bibel ganz schnell erkennen. Wenn der Teufel sagt: Lass mal bei der Steuererklärung 5 gerade sein, dann sagt uns die Bibel, dass wir nicht lügen sollen. Wenn der Teufel uns sagt: Das tolle Auto könnte deines sein, ich weiß doch, dass du es begehrst, du musst nur…., dann lesen wir in der Bibel, dass Neid eben nicht zu den christlichen Tugenden gehört. Diese Reihe könnten wir beliebig fortsetzen. Die größte Versuchung ist immer die, die so beginnt: Das ist doch alles nicht so schlimm, das machen doch alle so. Wenn wir etwas derartiges hören, dann sollten sich unser aller Nackenhaare in die Höhe stellen.

Immer, dann wenn uns der Teufel in Versuchung führen will, dann sollten wir ganz schnell nachlesen, was denn Gott dazu sagt. Das können wir in der Bibel tun. Wir können unsere Brüder und Schwestern um Rat fragen. Und wir haben das große Privileg, das wir Gott selber im Gebet um Seinen Rat fragen dürfen.

3. Zweifel

Wenn Johannes hier von Armut spricht, dann sind die Zweifel gemeint. Zweifel begegnen jedem Christen einmal in seinem Leben. Das war früher so und das ist heute so und wird auch morgen noch so sein.

Doch auch hier gilt: Wenn wir den Stolperstein des Zweifels kennen, dann können wir auch diesem offensiv begegnen.

Wie entstehen eigentlich Zweifel ? Lassen Sie uns kurz noch zwei Bereiche etwas näher betrachten. Wenn mir etwas widerfährt, dass negativ für mich ist oder negative Auswirkungen hat, dann könnte ich daran verzweifeln, da Gott doch nur das Beste für mich will. Und was das Beste für mich ist, das weiß ich natürlich selbst am Besten. Und hier liegt der große Irrtum. Nur Gott allein weiß, was das Beste für uns ist.

Wenn nicht geschieht, was ich erbitte, dann geschieht etwas, das besser für mich ist. Dies dürfen wir auf unsere Lebensfahnen schreiben und uns immer wieder daran erinnern. So wird dem Zweifel die Grundlage entzogen.

Der Druck der Massen. Die Masse sagt: Es gibt keinen Gott. Was meinen sie, hält sich Gott daran ? Ich glaube wohl kaum. Also wollen wir uns auch nicht von der Masse beeinflussen lassen. Wenn die Masse der Menschheit Gott verneint, dann wird die Masse der Menschheit in der Hölle landen. Anders können wir diesem Zweifel nicht begegnen. Zweifel werden immer durch Gewissheit besiegt. Und als Christen haben wir die absolute Gewissheit in der Person Jesus Christus.

Wenn wir so offensiv mit unserer Angst, dem Teufel und seinem Unwesen und unseren Zweifeln umgehen, dann hilft uns dies sicherlich ein Leben zu führen, an dessen Ende wir die Krone des Lebens, also das ewige Leben als Geschenk erhalten.

Ängste, Versuchungen und Zweifel vergehen, was bleibt ist der ewige Gott.

Dies beschreibt der Liederdichter Paul Gerhardt sehr schön in dem achten Vers seines Liedes „Die güldne Sonne…“, der da lautet, wie folgt:

Alles vergehet, Gott aber stehet
ohn alles Wanken; seine Gedanken,
sein Wort und Wille hat ewigen Grund.
Sein Heil und Gnaden,
die nehmen nicht Schaden,
heilen im Herzen
die tödlichen Schmerzen,
halten uns zeitlich und ewig gesund.

Der Herr nehme Dir Deine Ängste und ersetze sie durch SEINE göttliche Liebe
Der Herr stärke Dich durch SEINEN Geist wenn der Teufel Dich versuchen will
Der Herr ersetze Deine Zweifel durch SEIN ewig gültiges Wort der Liebe

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.
Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Himmelfahrtstag im Jahre 2012. Himmelfahrt isoliert zu betrachten ist sicherlich verstandesmäßig sehr schwierig. Wir sollten den Himmelfahrtstag immer im Gesamtkontext betrachten.

Vorher war etwas, nämlich das Wirken Jesus auf der Erde und Seine Kreuzigung und Auferstehung. Heute ist etwas, nämlich Seine Himmelfahrt und in der Zukunft geschieht etwas, nämlich Sein Kommen als Herrscher aller Herrscher.

Und genau darum geht es auch in unserem heutigen Predigttext.
Wir finden den Predigttext für den heutigen Himmelfahrtstag im Buch der Offenbarung,
Kapitel 1, die Verse 4-8. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Gruß an die sieben Gemeinden

Johannes an die sieben Gemeinden in der Provinz Asien: Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt, und von den sieben Geistern, die vor seinem Thron sind, und von Jesus Christus, welcher ist der treue Zeuge, der Erstgeborene von den Toten und Herr über die Könige auf Erden ! Ihm, der uns liebt und uns erlöst hat von unsern Sünden mit seinem Blut und uns zu Königen und Priestern gemacht hat vor Gott, seinem Vater, ihm sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit ! Amen. Siehe, er kommt mit den Wolken, und es werden ihn
sehen alle Augen und alle, die ihn durchbohrt haben, und es werden wehklagen um seinetwillen alle Geschlechter der Erde. Ja Amen. Ich bin das A und das O, spricht Gott der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige.

Liebe Gemeinde,

der da war, der da ist und der da kommt. Wo kommt er eigentlich her, wo geht er hin und letztendlich stellt sich die Frage: Wo wohnt Gott eigentlich ?

Anlässlich einer Predigt vor jüngerem Publikum erhielt ich einen Zwischenruf, der im Originaltext lautete: „Hey, Alter (lass ich mir gefallen, ich bin ja auch schon jenseits der 50), sag mir mal die mailadresse von Gott, damit ich ihm ne message schicken kann.“ Auch wenn dies ein ziemlich dämlicher Zwischenruf war, so steckt doch etwas dahinter, nämlich die Frage: Wo wohnt Gott ? Lassen Sie uns am heutigen Himmelfahrtstage dieser Frage ein wenig näher nachgehen. Als Kinder haben wir das Lied gelernt „In dem Himmel ferne, da wo die Englein sind…“
Ich glaube, so laut könnten wir gar nicht beten, dass uns Gott dort droben erhört. Also muss er woanders wohnen. Schauen wir uns doch einmal die möglichen „Wohnorte“ Gottes an.

1. Gott wohnt in der Kirche

Zugegebenermaßen eine verlockende Annahme. Will ich was von Ihm, so muss ich nur in die Kirche gehen. Was draußen geschieht, davon hat Er keine Ahnung, das geht Ihn auch nichts an. Also kann ich sonntags meiner Frömmigkeit so richtig freien Lauf lassen, und ab Montag lebe ich weiter, so wie bisher. Das dies nicht sein kann ist uns hoffentlich allen klar. Und doch wohnt Gott AUCH in den Kirchen.

Wo zwei oder drei in Seinem Namen versammelt sind, da ist Er mitten unter ihnen. Dies hat uns der Herr Jesus versprochen. Und in der Kirche sind hoffentlich immer mehr als zwei in Seinem Namen zusammen. Und denken wir einmal an die Feier des Heiligen Abendmahles. Dort spüren wir Seine unmittelbare Gegenwart.

Mein Vater ging zum Beispiel jeden Sonntag bereits um 9.30 Uhr zur Kirche, obwohl der Gottesdienst erst um 10.00 Uhr begann. Er nannte diese Zeit stets die „heilige halbe Stunde“. In dieser Zeit spürte er stets seine ganz besondere Beziehung zu unserem Herrn, die ihren Höhepunkt
dann in dem nachfolgenden Gottesdienst fand.

Als vorläufiges Fazit dürfen wir also festhalten: Gott wohnt auch in der Kirche, nur lässt er sich dort nicht einsperren.

2. Gott wohnt in der Natur

„Ich gehe sonntags nicht in die Kirche, ich gehe in die Natur hinaus. Da kann ich das Wirken Gottes direkt spüren und erleben.“ Das höre sich so ungefähr 2-3 mal in jeder Woche. So grundverkehrt ist diese Aussage ja gar nicht mal.

Wie kann ich am besten den Weg zu meinem Schöpfer finden ? Auch dadurch, dass ich Seine Schöpfung interessiert betrachte. Wenn ich mit offenen Augen durch die Welt gehe, dann kann ich überall Gottes Allmacht begegnen. Schauen wir uns doch nur einmal eine Blume an. Wenn die ersten Sonnenstrahlen auf sie treffen, öffnet sie ihre Blüten. Bei Kälte und Regen verschließt sie diese wieder. All dies hätte ein Mensch niemals erfinden können.

Wir könnten noch hunderte andere Beispiele anführen. Die Mikrobiologen kennen das Modell der nichtreduzierbaren Komplexität. Das bedeutet nichts anders, als dass an einem komplexen Gebilde nur die kleinste Kleinigkeit verändert werden muss, um dieses zum Zusammensturz zu bringen. Und lassen Sie uns doch einmal den Menschen unter dieser Prämisse betrachten. Der kleinste Eingriff in die Zellstruktur würde dazu führen, dass sich Zellen nicht mehr vermehren können. In kürzester Zeit würden wir sterben. Oder nehmen Sie die Regulierung unserer Körpertemperatur. Würde unsere Körpertemperatur um nur 15 % steigen, so würden wir sterben.

Ich glaube, Gott hat uns diese Schöpfung übergeben, damit wir den Weg hin zu IHM finden können. Denn wenn wir erkennen, dass wir so etwas, wie den Menschen ja gar nicht selber schaffen können, dann muss wohl jemand anders dahinter stecken, der den Menschen erschaffen hat. Gott benutzt
also die Natur als Vehikel dafür, dass wir uns selber immer wieder in Frage stellen.

Wir können also Gottes Allgegenwart und Sein Wirken in der Natur sehen, aber nicht nur dort. Natürlich lebt Gott AUCH in der Natur, aber eben nicht nur dort.

3. Gott wohnt in den Menschen

Gott wohnt dort, wo man Ihn hereinlässt, so sagte es der Theologe Martin Buber. Ich denke, dies ist die treffendste Antwort. Wie schaffe ich es denn, dass Gott auch in mir wohnt ? Das wäre ja die logische Frage auf das Zitat von Martin Buber. Ganz einfach dadurch, dass ich diesen allmächtigen Gott einlade, Besitz von meinem Leben zu ergreifen und Ihn bitte, die Herrschaft über mich und mein Leben zu übernehmen.

In dem Moment, wo ich dies tue, wird der Herr bei mir einziehen. Er schaut nicht auf das, was gewesen ist. Egal, was auch geschehen ist, wenn ich all meine Sünden bereue, dann ist ER treu und gerecht. Mit Gott fangen wir wieder bei Null an. Alles, was bisher gewesen ist, gehört der
Vergangenheit an. Vor Gott existiert diese Vergangenheit nicht mehr. ER hat schließlich alles neu gemacht.

Jetzt sind wir ja alle nicht perfekt. Aber über eines müssen wir uns im klaren sein: Wenn Gott nicht mehr an meine Vergangenheit denkt, diese also für Ihn gar nicht mehr existiert, dann gilt dies auch für die Vorgeschichte meiner Mitgeschwister. Wie gerne wärmen wir doch alte Geschichten wieder auf. Und genau davon sollen wir gefälligst die Finger lassen. Wenn mein Bruder und meine Schwester Vergebung gefunden hat, dann darf ich ihr diese nicht absprechen. Und wenn ich das
Göttliche in mir trage, dann ist es meine Pflicht, das Göttliche auch in meinem Mitmenschen zu sehen.

Wenn wir bei Gott in die Lehre gehen, dann wird Er uns zeigen, welchen Weg wir zu gehen haben. Wenn wir als Seine Schüler auf unseren Lehrer achten, dann werden wir nicht immer, aber immer öfter den richtigen Weg gehen. Bei allen auftauchenden Problemen dürfen wir uns immer wieder
daran erinnern, dass Gott nur ein Gebet weit entfernt ist. Wenn wir dies ganz konsequent durchführen, dann brauchen wir uns nicht vor dem Tag zu fürchten, wenn unser Herr wiederkommt. Selbst, wenn Er heute noch käme.

Zu welchem Ergebnis sind wir denn jetzt gelangt ? Ja, Gott wohnt auch in der Kirche, ja, Gott ist auch in der Natur zu Hause, ja, Gott wohnt in der Menschen Herz. Fassen wir es doch mit dem Psalm 139, 5 zusammen, der besagt

„Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“

Ich füge einfach mal hinzu, sowohl in der Kirche, als auch in der Natur. Gott wohnt überall dort, wo sich Seine geliebten Kinder gerade befinden.

Dass Gott allzeit um uns herum ist, das beschreibt die Liederdichterin Julie Hausmann sehr schön in ihrem Lied „So nimm denn meine Hände…“, dessen erster Vers lautet, wie folgt:

So nimm denn meine Hände und führe mich
bis an mein selig Ende und ewiglich.
Ich mag allein nicht gehen, nicht einen Schritt:
wo du wirst gehn und stehen, da nimm mich mit

Der Herr gehe stets einen Schritt vor Dir her, um Deinen Weg zu bereiten
Der Herr halte stets SEINE Hand über Dir, damit Du unter SEINEM Schutz stehst
Der Herr gehe stets einen Schritt hinter Dir her, damit Dir niemand in den Rücken fallen kann

Amen.

Liebe Gemeinde,

Ihnen allen wünsche ich noch einen geruhsamen Feiertag. Bis zum nächsten Sonntag wünsche ich Ihnen allen Gottes reichen Segen.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber