Liebe Gemeinde,

ich begrüße sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag Rogate. Betet !, so lautet die Übersetzung des Namens für den heutigen Sonntag. Und um ein besonderes Gebet geht es auch in unserem heutigen Predigttext.

Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag im 2. Buch Mose, Kapitel 32, die Verse 7-14. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Moses Fürbitte

Der Herr sprach aber zu Mose: Geh, steig hinab; denn dein Volk, das du aus Ägyptenland geführt hast, hat schändlich gehandelt. Sie sind schnell von dem Wege gewichen, den ich ihnen geboten habe. Sie haben sich ein gegossenes Kalb gemacht und haben’s angebetet und ihm geopfert und
gesagt: Das ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägyptenland geführt hat.
Und der Herr sprach zu Mose: Ich sehe, dass es ein halsstarriges Volk ist. Und nun lass mich, dass mein Zorn über sie entbrenne und sie vertilge; dafür will ich dich zum großen Volk machen. Mose aber flehte vor dem Herrn, seinem Gott und sprach: Ach Herr, warum will dein Zorn entbrennen über dein Volk, das du mit großer Kraft und starker Hand aus Ägyptenland geführt hast ? Warum sollen die Ägypter sagen: Er hat sie zu ihrem Unglück herausgeführt, dass er sie umbrächte im Gebirge und vertilgte sie vom Erdboden ? Kehre dich ab von deinem grimmigen Zorn und lass dich des Unheils gereuen, das du über dein Volk bringen willst.
Gedenke an deine Knechte Abraham, Isaak und Israel, denen du bei dir selbst geschworen und verheißen hast: Ich will eure Nachkommen mehren wie die Sterne am Himmel, und dies ganze Land, das ich verheißen habe, will ich euren Nachkommen geben, und sie sollen es besitzen für ewig. Da gereute den Herrn das Unheil, das er seinem Volk zugedacht hatte.

Liebe Gemeinde,

„Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.“
So lautet, der Wochenspruch für die neue Woche. Und genau dies durfte Mose, wie wir soeben erfahren haben, direkt erleben.

Aber was ist das eigentlich, das Gebet ? Was zeichnet das Gebet des Mose aus ? Und wie wirken Gebete generell ? Gerade der Sonntag Rogate fordert uns dazu heraus, uns diesen Themen intensiver anzunehmen.

1. Was ist ein Gebet ?

Was sagen wir eigentlich, wenn wir danach gefragt werden ? Beten tun wir doch alle, und dann diese Frage ! Vor vielen Jahren wurde mir diese Frage unvermittelt gestellt und ich wusste ad hoc keine passende Antwort. Obwohl die Antwort doch so offensichtlich ist.

Gut, also Beten ist nichts anderes als ein Gespräch mit Gott.

Jetzt stellen wir uns Gott einfach mal als unseren besten Freund vor. Kämen Sie auf den Gedanken, ihrem besten Freund jeden Tag 2-3 Mal vorgefertigte Monologe vorzutragen ? Ich glaube, keiner würde dies machen. Und wenn doch, dann würde sich jeder vernünftige Freund sehr schnell von uns abwenden, was auch nur all zu verständlich wäre. Und von Gott erwarten wir komischerweise, dass Er derartige Gebete so richtig toll findet.

Wenn wir uns mit unserem besten Freund unterhalten, dann erzählen wir ihm doch ganz frei heraus, was wir z.B. heute erlebt haben, was uns Sorgen bereitet und was uns besonders erfreut hat. Wir achten dabei ganz bestimmt nicht auf stilistisch richtige Wortwahl, sondern wir erzählen das, was uns auf dem Herzen liegt mit unseren eigenen Worten.

Und genau dies sollten wir auch im Gebet tun. Wir dürfen Gott alles erzählen, was uns auf dem Herzen liegt in unser ureigenen Sprache. Wir dürfen ihm erzählen, wovor wir Angst haben, was wir heute tolles erlebt haben und was uns heute sonst noch so alles passiert ist.

Lassen Sie uns noch einen Schritt weiter gehen. Wir haben unserem besten Freunde nun alles erzählt, was uns auf dem Herzen liegt. Dann drehen wir uns um und gehen weg. Glauben Sie, dass diese Beziehung lange anhalten wird ? Ich glaube kaum.

Zu einem Gespräch mit Gott gehört auch das Zuhören. Gott ist weder ein Gebetserfüllungsautomat, noch eine Beschwerdestelle, die irgendwann meine Anliegen bearbeitet. Gott hört mir zu, aber Er möchte auch, dass ich IHM zuhöre. Ich gebe zu, dies vergessen wir häufig, weil dazu ein
gerüttelt Maß an Disziplin gehört.

Wenn ich meinen Teil gesagt habe, dann lehne ich mich zurück und warte in aller stille Gottes Antwort ab. Ich kann Ihnen garantieren, dass Gott kein Gebet unerhört verhallen lässt. Es kann wohl sein, dass Er nicht wunschgemäß antwortet und wir dies auch nicht hören wollen, aber Gott
antwortet auf jedes Gebet.

Wenn wir lange Zeit nicht mehr so gebetet haben kann es durchaus sein, dass wir unsere inneren „Antennen“ erst wieder ausrichten müssen. Mit etwas Übung und Gottes Hilfe wird uns dies aber sicherlich gelingen.

2. Das Gebet des Mose

Liebe Gemeinde, so müsste man beten können, so wie Mose zum Herrn spricht. Oder denken wir an die Psalmbeter. Lesen Sie doch einfach mal wieder die Psalmen, diese herrlichen Gebete zum Herrn.

Was zeichnet das Gebet des Mose denn nun so besonders aus ?

a. Mose nimmt Gott als Gesprächspartner ernst. Mose betet nicht zu einem imaginären Gott hoch droben im Himmel, da wo die Englein wohnen. Diesen Gott könnte Mose auch mit dem lautesten Schreien gar nicht erreichen. Mose betet zu dem real existierenden Gott.

Mose kennt die Stärke und Allmacht dieses Gottes.
Deswegen wendet er sich auch in Bitten und Flehen an ihn.

b. Mose verhandelt mit Gott. Mose senkt nicht einfach sein Haupt und sagt zu allem, was Gott ihm sagt das berühmte und immer wieder gern zitierte „Ja und Amen“. Nein, Mose tritt in Verhandlungen mit Gott ein.

Wenn es diesen real existierenden Gott gibt, dann muss Er doch auch in der Lage sein, sich überzeugen zu lassen, das eine zu tun oder das andere zu lassen, wenn wir Ihn inständig im Gebet bitten.

c. Gott nimmt Mose ernst. Und das ist der dritte Aspekt dieses Gebetes.
Und daran hat sich bis heute nichts geändert. Jetzt mal ganz ehrlich, wenn ich durch Gebet nichts ausrichten und verändern kann, warum soll ich denn dann überhaupt beten ?

Wenn wir Gott in Seiner Allmacht ernst nehmen, wenn wir IHM mit unseren
Anliegen förmlich in den Ohren liegen, dann wird eines niemals passieren,
nämlich dass Gott uns nicht ernst nimmt.

3. Die Wirkungen des Gebetes

Die schönste Wirkung des Gebetes ist natürlich dessen unmittelbare Erhörung und die direkte Antwort, wie gewünscht. Das kann, wird aber in aller Regel so nicht passieren.

Aber es gibt eine Vielzahl von Gebetswirkungen, die ich noch kurz anreißen möchte.

Das Gebet stärkt unser Gottvertrauen. Das Gebet macht uns ruhiger und gelassener, da wir eine Stelle gefunden haben, wo wir alles, was uns bedrückt und Sorgen bereitet abladen können.

Das Gebet gibt uns Kraft. Gerade wenn schwere Zeiten auf uns zukommen oder wir gerade Tiefen des Lebens durchschreiten, dann hilft uns das Gebet durch diese Zeiten hindurch.

Das Gebet führt uns wieder zur Besinnung.
Gerade in der heutigen doch recht hektischen Zeit verlieren wir sehr schnell den berühmten Draht
nach oben. Lassen wir es doch gar nicht soweit kommen. Und wenn es doch soweit gekommen ist, dann nehmen wir doch wieder den Hörer zur Hand. Gott wartet schon auf der anderen Seite.

Das Gebet bewahrt uns davor, falsche Wege zu gehen. Wir alle müssen immer wieder wichtige Entscheidungen treffen. Welche Ausbildung mache ich ? Welchen Partner soll ich heiraten ? Soll ich das Haus kaufen ? In allen Fällen ist es immer klug, Gottes Rat einzuholen.

Machen wir es doch wie Mose, liebe Gemeinde, vertrauen wir doch wieder mehr unserem Gott und vor allem trauen wir IHM doch wieder mehr zu. ER wird uns bestimmt nicht enttäuschen.

Gottes Allmacht in unserem Alltag beschreibt der Liederdichter Jochen
Klepper sehr schön in dem Lied “ Er weckt mich alle Morgen…“ (EG 452),
dessen 1. Vers lautet, wie folgt:

Er weckt mich alle Morgen, er weckt mir selbst das Ohr.
Gott hält sich nicht verborgen, führt mir den Tag empor,
dass ich mit seinem Worte begrüß das neue Licht.
Schon an der Dämmrung Pforte ist er mir nah und spricht.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse SEIN Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr erhebe SEIN Angesicht und gebe Dir SEINEN Frieden , Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen erholsamen Sonntag und einen guten
Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 4. Sonntag nach Epiphanias. Unser heutiger Predigttext ist uns allen sicherlich sehr gut bekannt. Wir finden den Predigttext im 1. Buch Mose, Kapitel 8, die Verse 1-12. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Da gedachte Gott an Noah und an alles wilde Getier und an alles Vieh, das mit ihm in der Arche war, und ließ Wind auf Erden kommen und die Wasser fielen. Und die Brunnen der Tiefe wurden verstopft samt den Fenstern des Himmels, und dem Regen vom Himmel wurde gewehrt. Da verliefen sich die Wasser von der Erde und nahmen ab nach hundertundfünfzig Tagen. Am siebzehnten Tag des siebenten Monats ließ sich die Arche nieder auf das Gebirge Ararat. Es nahmen aber die Wasser immer mehr ab bis auf den zehnten Monat. Am ersten Tage des zehnten Monats sahen die Spitzen der Berge hervor. Nach vierzig Tagen tat Noah an der Arche das Fenster auf, das er gemacht hatte, und ließ einen Raben ausfliegen; der flog immer hin und her, bis die Wasser vertrockneten auf Erden. Danach ließ er eine Taube ausfliegen, um zu erfahren, ob die Wasser sich verlaufen hätten auf Erden. Da aber die Taube nichts fand, wo ihr Fuß ruhen konnte, kam sie wieder zu ihm in die Arche; denn noch war Wasser auf dem ganzen Erdboden. Da tat er die Hand heraus und nahm sie zu sich in die Arche. Da harrte er noch weitere sieben Tage und ließ abermals eine Taube fliegen aus der Arche. Die kam zu ihm um die Abendzeit, und siehe, ein Ölblatt hatte sie abgebrochen und trug’s in ihrem Schnabel. Da merkte Noah, dass die Wasser sich verlaufen hätten auf Erden. Aber er harrte noch weitere sieben Tage und ließ eine Taube ausfliegen; die kam nicht wieder zu ihm.

Liebe Gemeinde,

„Ende gut, alles gut“, so könnte man sagen, wenn man diesen Text gelesen hat. Da hat Noah nun also die Sintflut offensichtlich gut überstanden.
Wieso hat er das alles so gut überstanden ? Um die Antwort zu finden fordert uns der Predigttext geradezu auf, einmal an den Anfang der Sintflut zurück zu gehen. Wenn wir das ganze Sintflutgeschehen etwas näher betrachten, dann fallen uns drei Kardinaltugenden auf, die Noah besaß und die ihn durch die Sintflut getragen haben.

Gewiss, eine Sintflut brauchen wir heute dank der Zusage unseres himmlischen Vaters nicht mehr zu fürchten, aber diese Kardinaltugenden helfen uns auch in unserem alltäglichen Leben. Lassen Sie uns diese rettenden Tugenden einmal ein wenig näher betrachten.

1. Gehorsam

In dem Wort Gehorsam steckt ja schon das Wort hören. Um überhaupt gehorsam sein zu können muss ich auf den hören, dem ich gehorsam sein möchte. Und das tat Noah. Noah unterhielt eine ausgezeichnete Beziehung zu Gott, seinem Schöpfer.

Haben wir das heute auch noch ? Hören wir noch auf das, was uns unser Herr sagen möchte ? Gehen wir nicht lieber unseren eigenen Weg, weil dieser offensichtlich bequemer ist ? Ich glaube, diese Fragen müssen wir uns selbstkritisch immer wieder stellen.

Jetzt stellen wir uns einmal vor, wir sitzen auf dem Gipfel eines hohen Berges und Gott befiehlt uns, wir mögen ein Boot bauen. Fangen wir überhaupt an, diesen Befehl in die Tat umzusetzen ? Noah war dem Herrn untertan und setzte genau das um, was der Herr von ihm erwartete. Und genau das trug ihm etwas ein, wovor wir auch immer ein bisschen Angst haben, nämlich die Häme und den Spott der Mitmenschen.

Noah beschäftigte sich überhaupt nicht damit, was seine Zeitgenonnsen von ihm dachten. Genau dies sollten wir auch wieder tun. Wenn Gott uns anspricht und wir eine Aufgabe von ihm erhalten, dann sollen wir diese auch in die Tat umsetzen. Es steht uns nicht zu, diese zu hinterfragen.
Wir sollen einfach das tun, was Gott von uns erwartet.

Hören wir einfach wieder ganz genau hin, was unser Herr uns zu sagen hat und hören wir doch endlich auf, unser Leben nach dem auszurichten, was „man den nun mal so macht“.

2. Hingabe

Im Vertrauen auf Gottes Güte alles geschehen lassen, was um uns herum passiert. Das, liebe Gemeinde, ist die Hingabe, die hier gemeint ist.
Noah begab sich ganz einfach voll und ganz in Gottes Hand. Er hinterfragte nicht, er nörgelte nicht und er hatte auch keinen Plan B, wenn der Plan von Gott in die Hose gehen sollte.

Dies sollten wir Noah nachmachen. Und wenn dann dies, und wenn dann das passiert, das liebe Gemeinde, hören wir doch immer wieder. Wenn wir uns wirklich auf Gott verlassen, kann es natürlich sein, dass alles mögliche geschieht. Gott bespricht Seine Einsatzpläne für unser Leben nicht vorher mit uns und bittet vielleicht sogar noch um Genehmigung Seines Planes.

Wenn Gott in unser Leben eingreift, dann sollen wir Ihn mit uns machen lassen, was Er will. Gott möchte immer nur das Beste für Seine Kinder.
Unser Blickwinkel vermag das nur nicht immer sofort zu erkennen. Deshalb verstehen wir Gottes Fügungen in unserem Leben auch zumeist nur in der Rückschau auf unser Leben.

Und hier steckt eine ganz große Chance verborgen. Wenn Gott uns in der Vergangenheit durch so manche misslichen Situationen und Gefahren geführt und geleitet hat, wenn wir dies erkennen, dann können wir Ihm doch auch getrost unsere Zukunft in Seine Hand legen.

Das machte Noah, indem er in die Arche einstieg. Und das sollen wir sinnbildlich auch tun, wenn wir bei Gott einsteigen.

3. Vertrauen

Wenn ich mich nicht verrechnet habe, dann hat Noah ganze 234 Tage darauf vertraut, dass am Ende alles gut wird. In unserer heutigen schnelllebigen Zeit ist ja gar nicht mehr daran zu denken. Wenn ich heute bete, dann muss spätestens, aber auch wirklich allerspätestens nächste Woche etwas geschehen.

Ja, liebe Gemeinde, Gottes Uhren ticken eben etwas anders, als unsere Uhren es tun. Vertrauen heißt ganz einfach, darauf zu warten, dass Gott zum rechten Zeitpunkt am rechten Ort das Beste für mich tun wird. Und das müssen wir alle wieder lernen. Wie schnell lassen wir uns doch von dem Strom der Zeit mitreißen.

Katholische Mönche haben gerade deswegen die Stundengebete eingeführt.
Im Alltag immer wieder kurze Unterbrechungen des Gebetes einlegen, um uns bewusst zu machen, dass nicht wir, sondern Gott der Herrscher unseres Lebens ist, dazu wollen uns die Stundengebete animieren.
Probieren wir es doch in der nächsten Woche einmal ganz bewusst. Legen wir doch in unserem Alltag immer mal wieder eine oder ein paar Minuten des Gebetes ein.

4. Was habe ich davon ?

Konfirmanden kann man schließlich noch damit drohen, dass sie nicht konfirmiert werden, wenn sie nicht dies und das tun. Tiefsinnigerer Antworten bedarf es dann nicht. Aber was sage ich einem Erwachsenen, der mir diese Frage stellt ?

Zugegeben, anfangs hatte ich bei dieser Frage immer ein wenig Bauchschmerzen, fiel mir doch immer nur der Himmel ein. Und dann kam ganz zu recht, wie ich heute meine, die Antwort, dass ich die Menschen ja nur auf den Himmel vertröste.

„Da gedachte Gott an Noah“, so lauten die Eingangsworte unseres heutigen Predigttextes. Gott achtet also auf Noah. Noah ist aber noch gar nicht im Himmel und so schnell sollte er auch nicht dorthin kommen. Noah ist ja noch quicklebendig. Dann bedeutet dies doch letztendlich, dass Gott auch schon auf Erden auf Seine Kinder achtet. Alle, die Ihn lieben und es Noah nachtun zeigen dadurch, dass sie ihren Vater im Himmel über alles lieben.

Und für diese Kinder hat Gott nicht nur den Himmel Seiner Ewigkeit geschaffen, nein diese Kinder dürfen schon auf Erden Seiner immerwährenden Fürsorge gewiss sein.

Ist dass nicht wunderbar, liebe Gemeinde, wir haben einen Vater im Himmel, mit dem wir einmal die ganze Ewigkeit verbringen dürfen. Und dieser Vater führt, leitet und begleitet uns auch schon auf unserem irdischen Wege.

Wenn es uns auf Erden schon so gut ergeht, dann ist dies doch auch ein Grund unseren Mitmenschen davon zu berichten. Der Liederdichter Martin Behm tat dies sehr schön in dem ersten Vers seines Liedes „O König aller Ehren… (EG 71), der da lautet, wie folgt:

O König aller Ehren, Herr Jesu, Davids Sohn,
dein Reich soll ewig währen, im Himmel ist dein Thron;
hilf, dass allhier auf Erden den Menschen weit und breit
dein Reich bekannt mög werden zur Seelen Seligkeit.

Der Herr schenke Dir Gehorsam, der allein auf SEIN Wort gerichtet ist
Der Herr gebe Dir den Mut, Dich IHM ganz hinzugeben
Der Herr lasse Dein Vertrauen auf IHN immer größer werden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen 18. Sonntag nach Trinitatis. Heute wollen wir uns in Anlehnung an unseren heutigen Predigttext mit DEN Regeln der Bibel beschäftigen, die ein ordnungsgemäßes Zusammenleben erst möglich machen. Die Rede ist natürlich von den zehn Geboten. Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag im 2. Buch Mose, Kapitel 20, die Verse 1-17. Lassen Sie uns zunächst lesen, was der Herr zu Mose geredet hat:

Die Zehn Gebote

Und Gott redete alle diese Worte: Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist: Bete sie nicht an und diene ihnen nicht ! Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen, aber Barmherzigkeit erweist an vielen Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten. Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht. Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligst.
Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt. Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der Herr den Sabbattag und heiligte ihn. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebst in dem Lande, das dir der Herr, dein Gott, geben wird. Du sollst nicht töten. Du sollst nicht ehebrechen. Du sollst nicht stehlen. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was dein Nächster hat.

Liebe Gemeinde,

wenn ich mit Schülern, jungen Erwachsenen aber auch „Ganz-Erwachsenen“
auf die 10 Gebote zu sprechen komme, dann fangen die meisten erst im letzten Viertel an, nämlich mit: Du sollst Vater und Mutter ehren. Grund genug also, dass wir heute morgen die 10 Gebote einmal in ihrer Gesamtheit betrachten.

Wie wir alle wissen, wurden diese Gebote von Gott auf zwei Steintafeln geschrieben. Schauen wir uns diese Steintafeln einmal etwas näher an.

Tafel 1

Hier geht es um das Verhältnis Gottes zu uns Menschen. Hier lernen wir, wie wir eine intakte Beziehung zu unserem Herrn beginnen und auch aufrecht erhalten können. Dies können wir getrost als das Fundament einer Beziehung zu Gott bezeichnen.

Schauen wir einmal, was dieses Fundament ausmacht. „Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“ Machen wir das auch wirklich ? Schauen wir doch nur einmal an einem x-beliebigen Samstag Nachmittag in unsere Nachbarschaft. Warum ? Weil sie dort gerade gehegt, gepflegt, gewaschen und poliert werden die Götzen der heutigen Zeit.

Viele Menschen haben z.B. ihr Auto zu ihrem Gott gemacht. Kommt der kleinste Kratzer dran, schon ist Weltuntergangsstimmung. Und dann gibt es noch den anderen Götzen, der sich Karriere nennt. Was opfern wir nicht alles auf dem Altar der Karriere. Familienleben, Freizeit, Urlaub und natürlich auch die Zeit, die wir eigentlich mit Gott verbringen sollten. Wir könnten noch hunderte von Götzen aufzählen, die Gott mittlerweile den Rang abgelaufen haben. Aber lassen wir es bei diesen bewenden.

Viel interessanter ist doch die Frage: „Wie erkennen wir denn die Götzen ?“ Ganz einfach daran, dass sie uns die Zeit nehmen, die eigentlich Gott gehört. Alles was geeignet erscheint, uns von Gott, Gebet und Gemeinschaft abzuhalten, das sollten wir sehr kritisch betrachten.

“ Du sollst den Namen deines Gottes nicht missbrauchen“, das lesen wir auch auf der ersten Tafel. Aber wer missbraucht denn schon den Namen des Herrn. Na ja, wenn ich an Sätze, wie „Ach Gottchen, ist das wieder heiß heute“ denke, dann fällt es uns manchmal schon gar nicht mehr auf, wenn wir den Namen Gottes missbrauchen. Aber es kommt noch schlimmer. Denken wir nur einmal an die Waffensegnungen des zweiten Weltkrieges. Das war nun ganz bestimmt nicht im Sinne unseres Herrn.

„Sechs Tage sollst du arbeiten“, das lesen wir auch auf der ersten Tafel. Halten wir uns noch daran ? Gott hat uns einen freien Tag in der Woche geschenkt, an dem wir ausruhen sollen von unseren Werken. Das heißt aber nicht, dass wir diese freie Zeit mit zeitraubenden Aktivitäten auffüllen sollen. Viele Menschen machen dies. dieser Tag gilt allein der Ruhe vor Gott, unserem Schöpfer. Wer dies missachtet, der wird im Endergebnis in einen Zustand der Dauerbetriebsamkeit gelangen. Und dann KANN man nicht mehr zur Ruhe kommen.

Es lohnt sich, denke ich, für uns alle, immer mal wieder einen Blick auf Tafel 1 zu werfen und zu prüfen, ob unser Leben noch in der richtigen Bahn läuft. Falls dies nicht der Fall sein sollte gilt: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.

Tafel 2

Jetzt kommen wir zu dem, was die meisten Menschen unter den 10 Geboten verstehen. Die Zeit läuft uns leider zunehmend weg, sodass ich nur ein klein wenig auf die einzelnen Gebote eingehen kann. Tafel 2 beschreibt die Gebote, die uns ein Leben untereinander erst möglich machen.

„Du sollst Vater und Mutter ehren“. Als was wird von unserer Gesellschaft ein älterer Mensch oft gern betrachtet ? Leider als Schmarotzer und als unproduktiv bis hin zu total überflüssig. Und was könnten wir von der Weisheit der älteren Generation nicht alles lernen.

„Du sollst nicht töten.“ Wieviel tausende ungeborene Leben werden „legal“ jedes Jahr in Deutschland getötet ? Kleiner Exkurs: Abtreibung ist natürlich ein Tötungsdelikt. Nur verzichtet der Staat auf die Strafverfolgung, wenn dies bis zur 12. Schwangerchaftswoche geschieht.

„Du sollst nicht ehebrechen“. Auf nahezu jeder Internetplattform finden wir mittlerweile Werbung für Seitensprungagenturen. Wenn keiner deren Dienste in Anspruch nehmen würde, dann würden sie auch nicht eine horrende Menge Geld für Werbung ausgeben.

„Du sollst nicht stehlen“. Locker und lustig werden für Millionen von Euro tagtäglich illegale Kopien von Software, Musik und Filmen aus dem Internet heruntergeladen. Das sieht doch keiner. Doch, EINER sieht es. Und das ist genau der, vor dem wir einmal darüber Rechenschaft ablegen müssen.

„Du sollst nicht lügen.“ Ich will nicht schon wieder die Politiker dafür in’s Boot holen. Hiermit, damit sind auch die kleinen Notlügen gemeint.
Wenn zu Hause das Telefon klingelt und der Sohnemann den Auftrag erhält dem Anrufer zu sagen, dass Mami und Papi nicht zu Hause sind, dann ist das ein Bruch dieses Gebotes.

„Du sollst nicht begehren.“ Nun gut, die Sache mit dem Rind und dem Esel klappt ja noch so einigermaßen. Aber was ist mit dem dicken Auto vor des Nachbars Türe ? Oder gar mit seinen ganzen Fernreisen, wo ich gerade mal bis nach Bayern komme. Sehen wir dies alles immer nur mit einem Gönnerblick ?

Das höchste Gebot

Wenn wir ein wenig intensiver über die Gebote, die wir kurz gemeinsam betrachtet haben, nachdenken, dann kommen wir zu dem Schluss, dass wir alle einfach immer und immer wieder gegen einzelne Gebote verstoßen. Das ist auch ganz natürlich. Wir sind ja keine Sünder weil wir sündigen, sondern wir sündigen immer wieder, weil wir Sünder sind. Schon der Apostel Paulus hatte Probleme damit, das Gute zu tun, was er eigentlich tun sollte und das Schlechte zu lassen, was er lassen sollte. Wir befinden uns also in bester Gesellschaft.

Grundsätzlich gibt es natürlich keinen Rangunterschied unter den Geboten. Das eine ist nicht wichtiger, als das andere. Im Laufe der Zeit kamen zu den Geboten aber immer mehr Auslegungsvorschriften hinzu, die es ebenfalls zu beachten galt. Kein Mensch war schließlich mehr in der Lage, überhaupt noch den Überblick darüber zu behalten.

Und da sagt uns unser Herr in Matthäus 22, 37-40 auf die Frage nach dem höchsten Gebot: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das höchste und größte Gebot. /Denken wir einmal an Tafel 1.) Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst. In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.“

Liebe Gemeinde, wir werden, auch wenn wir die Leitplanken des Lebens, die zehn Gebote, beachten immer wieder scheitern. Halten wir es also mit dem Doppelgebot der Liebe. Auch dies ist nicht einfach, aber wir dürfen es jeden Tag wieder auf’s Neue wagen. Und wenn wir scheitern, dann ist unser Herr nur ein Gebet weit entfernt.

Nikolaus Ludwig von Zinzendorf beschreibt die Hochachtung vor Gottes Wort sehr schön in dem ersten Vers seines Liedes: „Herr, dein Wort, die edle Gabe…“, der da lautet, wie folgt:

Herr, dein Wort, die edle Gabe, diesen Schatz erhalte mir;
denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichtum für.
Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn ?
Mir ist’s nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu tun.

Der Herr lasse die 10 Gebote göttliche Angebote für Dein Leben sein
Der Herr lasse die 10 Gebote feste Leitplanken in Deinem Leben sein
Der Herr lasse Dich bei all Deinem Tun an SEINE 10 Gebote denken

Amen.

Liebe Gemeinde, ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen 14. Sonntag nach Trinitatis.
Der heutige Sonntag beschäftigt sich mit dem Thema der Gottesbegegnung.
Den dazugehörigen Predigttext finden wir im 1. Buch Mose, Kapitel 28, die Verse 10-19 A.
Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Jakob schaut die Himmelsleiter

Aber Jakob zog aus von Beerscheba und machte sich auf den Weg nach Haran und kam an eine Stätte, da blieb er über Nacht, denn die Sonne war untergegangen. Und er nahm einen Stein von der Stätte und legte ihn zu seinen Häupten und legte sich an der Stätte schlafen. Und ihm träumte, und siehe, eine Leiter stand auf Erden, die rührte mit der Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes stiegen daran auf und nieder. Und der Herr stand oben darauf und sprach: Ich bin der Herr, der Gott deines Vaters Abraham, und Isaaks Gott; das Land, darauf du liegst, will ich dir und deinen Nachkommen geben. Und dein Geschlecht soll werden wie der Staub auf Erden, und du sollst ausgebreitet werden gegen Westen und Osten, Norden und Süden, und durch dich und deine Nachkommen sollen alle Geschlechter auf Erden gesegnet werden. Und siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst, und ich will dich wieder herbringen in dies Land. Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe. Als nun Jakob von seinem Schlaf aufwachte, sprach er: Fürwahr, der Herr ist an dieser Stätte, und ich wusste es nicht !
Und er fürchtete sich und sprach: wie heilig ist diese Stätte ! Hier ist nichts anderes als Gottes Haus, und hier ist die Pforte des Himmels. Und Jakob stand früh am Morgen auf und nahm den Stein, den er zu seinen Häupten gelegt hatte, und richtete ihn auf zu einem Steinmal und goss Öl oben darauf und nannte die Stätte Bethel; vorher aber hieß die Stadt Lus.

Liebe Gemeinde,

zugegeben, dies ist eine Geschichte aus der Bibel, die gern im Kindergottesdienst Verwendung findet. Das ist doch nichts für uns Erwachsene ! Oder etwa doch ? Lassen Sie uns daher am heutigen Sonntag drei Punkte dieses Predigttextes ein wenig näher betrachten ob es nicht doch auch ein Text für uns „abgeklärte“ Erwachsene ist.

1. Gott zeigt sich

Liebe Gemeinde, was stellen Sie sich unter Gott eigentlich vor ? Die Liebe, eine Unperson, das Leben schlechthin, oder eine Person, die eine gewisse Ähnlichkeit mit uns Menschen aufweist.

Wählen Sie die letztere Alternative, dann sind Sie in guter Gesellschaft mit über 90 % der Bevölkerung unseres Landes. Ist es ein Gottesbild, welches wir uns selber von Gott machen, weil wir Ihn gern so hätten ?
Das mag natürlich sein, aber es gibt auch eine andere Erklärung, nämlich die unseres Predigttextes.

Nicht wir malen uns aus, wie Gott zu sein hat, sondern Gott präsentiert sich uns so, dass wir Ihn erkennen können. Gott hat uns mit unseren fünf Sinnen geschaffen, die uns zur Bewältigung unseres Lebens zur Verfügung stehen. Mit diesen Sinnen können wir Gott, wie Er vermutlich ist, gar nicht erfassen.

Also besteht für Gott nur die Möglichkeit sich uns so zu offenbaren, dass wir Ihn erkennen können. Dies hat Er auch Jakob gegenüber getan.

Jakob nahm diese Erscheinung so, wie sie war, nämlich als die Erscheinung Gottes. Jakob nahm diesen Gott so an, wie Er sich ihm offenbarte in einem ganz einfachen und festem Glauben. Jakob zweifelte nicht und schloss auch nicht messerscharf, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.
Nein, Jakob glaubte einfach.

So, und jetzt wird es leider dramatisch. Gott hat sich nämlich Jahrhunderte später noch einmal gezeigt. Er kam selber als Mensch in diese, Seine Welt. Und was haben die Menschen getan ? Haben sie Ihm geglaubt ? Nein, das haben sie nicht getan. Bis auf wenige Ausnahmen haben Ihn alle mehr oder weniger verspottet und zumindest milde belächelt.

Und leider hat sich daran bis zum heutigen Tage nichts geändert. Lassen Sie uns doch wieder zu dem Glauben eines Jakob zurückkehren, der einfach und ehrlich glaubt, ohne immer und immer wieder alles anzuzweifeln.

2. Heilige Stätten

Jakob ist also dem lebendigen Gott begegnet. Was macht er als nächstes ?
Naheliegend wäre ja, dass er dieses Erlebnis zunächst einmal für sich behält oder es mit anderen Menschen teilt. Aber Jakob macht etwas ganz anderes. Er errichtet an dieser Stelle, wo Gott ihm begegnet ist, eine Gedenkstätte.

Die Stätte, wo ihm Gott begegnet ist, nennt Jakob: „Pforte des Himmels“.
Eine Gedenkstätte macht man ja nicht für sich selber, sondern für alle anderen Menschen, die dann an dem Erlebnis des Jakob ebenfalls teilhaben können.

Liebe Gemeinde, Pforten des Himmels gibt es heute in jeder Stadt, sogar in nahezu jedem kleinen Dorf. Wir nennen sie ein wenig anders, wir sagen heute Kirche zu diesem Ort. Aber es sind und bleiben Pforten des Himmels.

Denken wir nur allein an die Worte Jesu, wenn Er uns zusagt, dass Er mitten unter uns sein wird, wenn zwei oder mehr Menschen in Seinem Namen zusammenkommen.

Aber nicht nur die Kirche als Gebäude ist eine Pforte des Himmels.
Überall, wo wir in Seinem Namen zusammenkommen, können wir auch heute noch Pforten des Himmels erkennen und erleben.

3. König des Herzens

Wenn wir dem lebendigen Gott begegnet sind, dann bleibt in der Regel nichts mehr, wie es vorher war. Wenn wir Sein Angebot, Sein Kind zu werden ernsthaft annehmen, dann wird aus der einmaligen Begegnung mit unserem Herrn eine dauerhafte Beziehung zu und mit IHM.

Die heiligen Stätten bleiben natürlich und laden uns immer wieder ein, Ihn zusammen mit anderen Menschen anzubeten. Aber auch und gerade außerhalb dieser heiligen Stätten ist unser Herr immer um uns herum.

Gott interessiert sich für unser gesamtes Leben und möchte dieses regieren, nicht nur am Sonntag zwischen 10.00 und 11.00 Uhr.
Voraussetzung ist natürlich, dass wir dies zulassen. Gegen unseren Willen wird Gott niemals in unser Herz einziehen. Aber wenn wir Ihn von ganzem Herzen bitten, unser Leben zu regieren, dann zieht Er, einem König gleich, in unser Herz ein.

Das bleibt natürlich nicht ohne Folgen. Wenn wir uns das weitere Leben von Jakob anschauen, dann können wir mit Bestimmtheit drei Dinge sagen:

a. Ein Leben mit Gott an unserer Seite ist alles andere als langweilig
b. Ein Leben mit Gott an unserer Seite heißt, wir haben jemanden, dem wir alle unsere Nöte und Sorgen abgeben dürfen.
c. Ein Leben mit Gott an unserer Seite bedeutet dauerhafte Gnade, Güte und Barmherzigkeit, ein Leben lang und noch weit darüber hinaus, nämlich die ganze Ewigkeit lang.

Ein von Gott regiertes Leben beschreibt der Liederdichter Paul Gerhardt sehr schön in dem vierten Vers seines Liedes „Die güld’ne Sonne…“, der da lautet, wie folgt:

Abend und Morgen sind seine Sorgen;
segnen und mehren, Unglück verwehren
sind seine Werke und Taten allein.
Wenn wir uns legen, so ist er zugegen;
wenn wir aufstehen, so lässt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Schein.

Der Herr lasse Dich immer wieder Pforten des Himmels erleben
Der Herr gebe Dir die Kraft, diese Pforten Deinen Mitmenschen aufzuzeigen
Der Herr lasse durch Dich viele Menschen ihre Pforten des Himmels erkennen

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünschen Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Viele liebe Grüße sendet Ihnen allen
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

seien Sie alle recht herzlich gegrüßt am heutigen Trinitatisfest. Unseren Predigttext kennen Sie sicherlich alle bestens. Es handelt sich um den aaronitischen Segen, der seit Luthers Zeiten Sonntag für Sonntag über nahezu allen protestantischen Gottesdienstbesuchern ausgesprochen wird. Auch wenn wir ihn alle kennen, so lassen Sie uns diesen Predigttext noch einmal zusammen lesen,
er steht im 4.Mose 6, die Verse 22 – 27:

Und der Herr redete mit Mose und sprach:
Sage Aaron und seinen Söhnen und sprich: So sollt ihr sagen zu den Israeliten, wenn ihr sie segnet:
Der Herr segne dich und behüte dich; der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden. Denn ihr sollt meinen Namen auf die Israeliten legen, dass ich sie segne.

Liebe Gemeinde,

gerade weil dieser dreigeteilte Segen allwöchentlich über uns ausgesprochen wird, sollten wir den heutigen Sonntag nutzen, um diesen Segen ein wenig näher zu betrachten.

1. Der Herr segne und behüte dich

Liebe Gemeinde, was ist das eigentlich „Segen“ ? Vor langen Jahren wurden wir in einem Seminar danach gefragt. Dummerweise machten wir alle recht lange Gesichter. Der ein oder andere stammelte etwas daher, was aber mehr oder weniger auch nicht den Kern der Sache traf. Kopfschüttelnd sagte der Professor nur: „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ Daher lassen Sie uns doch einmal zusammen überlegen, was denn „Segen“ eigentlich bedeutet.

Hilfreich ist es dabei sicherlich, wenn wir den Urtext zu Rate ziehen. Für das Wort „Segen“ finden wir dort das Wort „Barak“. Übersetzt bedeutet dies: Mit heilvoller Kraft ausstatten. Und ich denke, damit können wir schon eher etwas anfangen. Wir wünschen also unseren Mitmenschen, die wir segnen, dass Gott sie mit heilvoller Kraft ausstattet.

Also nicht mit der Kraft, die andere zerstören kann, sondern mit der Kraft, die für unsere Mitmenschen aufbauend und wichtig ist. Wir könnten auch sagen mit der Kraft der Liebe. Wenn wir dies einem Menschen als Segen zusprechen, dann bitten wir Gott auch indirekt darum, dass der
mit Segen erfüllte Mensch diese Liebe und heilvolle Kraft auch weitergibt.

Nun besteht der Segen noch aus einem zweiten Teil, nämlich den Worten „Behüte dich“. In dem Wort behüten steckt ja schon das Wort Hut. Und ein Hut, wenn wir ihn uns aufsetzen, bewahrt uns z.b. vor den Unbillen der Witterung.

Genau so ist dies auch in dem aaronitischen Segen gemeint. In allen Unbillen und Stürmen unseres Lebens soll der Mensch behütet bleiben, über welchem dieser Segen ausgesprochen wird. Das bedeutet nicht, dass Stürme des Lebens an dem so gesegneten Menschen vorbeigehen, nein, das
bedeutet, dass dieser Mensch heil aus diesen Stürmen wieder hervorzugehen vermag.

2. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig

Wenn zwei sich liebende Menschen einander anschauen, dann liegt immer ein Leuchten in den Gesichtern. Eine tiefe innere Freude, einander wieder zu sehen.

Von dieser tiefen inneren Freude spricht auch unser Segen. Möge der Herr uns doch allezeit mit den Augen der unendlichen Liebe ansehen. Diese Liebe baut auf, wo wir selber niedergeschlagen sind. Diese Liebe ermuntert uns, dort weiter zu gehen, wo wir vielleicht am liebsten aufhören möchten. Und diese liebenden Augen schauen uns auch dann an, wenn wir beladen mit Schuld zu unserem Herrn kommen.

Diese liebenden Augen, dieses liebende Angesicht sei uns gnädig, so sagt es der aaronitische Segen. In Seiner unendlichen Liebe zu uns möge Gott Gnade vor Recht ergehen lassen. Dies wollen wir mit dem Segen ausdrücken. Der Segnende ist sich bewusst, dass der Empfänger des Segens eigentlich eine gerechte Strafe verdient hätte, diese möge aber der liebende Gott von ihm fernhalten, das wird durch das Wort Gnade zum Ausdruck gebracht.

3. Der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden

Ein Segen, der mit der Gnade aufhört, lässt einen zutiefst demütigen reuigen Menschen zurück, der sich seiner Schuld und der Gnade bewusst ist, aber seinen Blick tief nach unten richtet, zum Teil auch vor Scham, was ihm gerade widerfahren ist.

Und so möchte uns Gott nicht sehen. Wir sollen nicht mit hängenden Schultern mit nach untem gerichteten Blick durch die Welt laufen. Nein, liebe Gemeinde, das will Gott nicht. Gott will unseren Blick wieder aufrichten. Gott möchte, dass wir mit IHM zusammen wieder aufrechten
Blickes und Schrittes durch unser Leben gehen.

Daher ist es ganz wichtig zu wissen, dass Gott nicht mit einem oberlehrerhaften Blick auf uns reuige Sünder herabschaut, sondern dass Er Sein Angesicht hebt und damit auch unser Angesicht hebt, sodass wir Ihm salopp ausgedrückt Auge in Auge gegenübertreten können. Nur dann können wir spüren und fühlen, was Gott in der Zukunft mit uns vorhat. Solange sich alles nur um unsere Schuld und Reue dreht, haben wir den Blick auf Gott gar nicht richtig frei.

Letztendlich wünschen wir mit dem aaronitischen Segen allen Empfängern dieses Segens Frieden. Eine Definition von Frieden ist die Abwesenheit von Krieg. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Minimaldefinition mit diesem Segen gemeint ist.

Wenn wir uns den Urtext ansehen, dann finden wir dort das Wort „Salom“. Die Übersetzung dieses Wortes geht weit über die erste Definition hinaus. Wörtlich übersetzt bedeutet „Salom“ Heil, Wohlergehen und Unversehrtheit. Dies alles wird dem Empfänger dieses Segens gewünscht.

Und zwar nicht erst im Himmel, wenn wir alle in Gottes Ewigkeit leben, nein, dieser Segen soll schon hier auf Erden seine Wirkung entfachen. Schon hier auf Erden will Gott, dass uns es wohl ergeht. Wir sollen keine Christusknechte sein, die sich mit letzter Kraft durch unser Leben
quälen, um immer noch einen Dienst und noch einen Dienst für den Herrn zu verrichten. Wir alle, die wir dem Herrn Jesus angehören, sollen schon hier auf Erden ein Stück weit den Himmel spüren dürfen.

Gerade dies gibt uns die Kraft, weiter zu machen mit dem, was Gott von uns allen erwartet, nämlich die Mitarbeit bei dem Aufbau Seines Reiches. Ausgerüstet mit einem derartigen Segen dürfte uns dies sicherlich nicht all zu schwer fallen.

Diesen Segen beschreibt der Liederdichter Gerhard Tersteegen sehr schön in dem ersten Vers seines Liedes „Jesu, der du bist alleine…“, welcher sehr schön lautet, wie folgt:

Jesu, der du bist alleine
Haupt und König der Gemeine:
segne mich, dein armes Glied;
wollst mir neuen Einfluss geben
deines Geistes, dir zu leben;
stärke mich durch deine Güt.

Mit dem Segen unseres Predigttextes lassen Sie uns nun alle in die neue Woche gehen.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse SEIN Angesicht leuchten über Dir
Der Herr hebe SEIN Angesicht über Dich und gebe Dir Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen gesegneten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle am heutigen Pfingstsonntag. Wir wundern uns vielleicht, dass der Predigttext für den heutigen Pfingstsonntag aus dem Alten Testament stammt. Aber auch schon zu Zeiten des Alten Testamentes gab es Personen, denen Gott Seinen Geist auferlegt hatte und die Er für besondere Aufgaben zurüstete. Eine dieser Personen war Mose. Anhand des Geistes, der auf Mose ruhte, können wir sehr schön das Wirken des Heiligen Geist auch heute noch im 3. Jahrtausend erkennen.

Wir finden den Predigttext für den heutigen Pfingstsonntag Im 4. Buch Mose, Kapitel 11. :

Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen.

Und Mose sprach zu dem Herrn: Warum bekümmerst du deinen Knecht ? Und warum finde ich keine Gnade vor deinen Augen, dass du die Last dieses ganzen Volkes auf mich legst ? Hab ich denn all das Volk empfangen oder geboren, dass du zu mir sagen könntest: Trag es in deinen Armen, wie eine Amme ein Kind trägt, in das Land, das du ihren Vätern zugeschworen hast ? Ich vermag all das Volk nicht allein zu tragen, denn es ist mir zu schwer. Willst du aber doch so mit mir tun, so töte mich lieber, wenn anders ich Gnade vor deinen Augen gefunden habe, damit ich nicht mein Unglück sehen muss. Und der Herr sprach zu Mose: Sammle mir siebzig Männer unter den Ältesten Israels, von denen du weißt, dass sie Älteste im Volk und seine Amtleute sind, und bringe sie vor die Stiftshütte und stelle sie dort vor dich, so will ich herniederkommen und dort mit dir reden und von deinem Geist, der auf dir ist, nehmen und auf sie legen, damit sie mit dir die Last des Volkes tragen und du nicht allein tragen musst. Und Mose ging heraus und sagte dem Volk die Worte des Herrn und versammelte siebzig Männer aus den Ältesten des Volks und stellte sie rings um die Stiftshütte. Da kam der Herr hernieder in der Wolke, und redete mit ihm und nahm von dem Geist, der auf ihm war, und legte ihn auf die siebzig Ältesten. Und als der Geist auf ihnen ruhte, gerieten sie in Verzückung wie Propheten und hörten nicht auf.

Liebe Gemeinde,

wenn wir das Wirken des Heiligen Geistes ein wenig näher untersuchen, dann können wir drei Auswirkungen des Heiligen Geistes erkennen.

1. Die Belastende Wirkung

Gewisse extreme charismatische Kreise gehen ja immer davon aus, dass die Empfänger des Heiligen Geistes fortan dauerjubilierend durch die Welt ziehen. Und wehe, wenn nicht, dann hat man eben nicht den Heiligen Geist empfangen. Im schlimmsten Falle wird man dann aus der Gemeinde herausgeschmissen. So ist es einem guten Freund von mir ergangen, dem man sogar attestierte, dass der Satan in ihm wohne.

Wenn wir die Bibel lesen, dann erfahren wir, dass dies natürlich kompletter Unfug ist. Mose, ausgestattet mit dem Geist Gottes, musste sehr bald erfahren, dass ihn diese Gnadengaben eher belasteten, als erfreuten. Verschiedene Wundertaten, die er vor dem Pharao vollbrachte, führten nicht zu dem erhofften Auszug der Israeliten aus Ägypten. Ganz im Gegenteil, nach dem Auftreten von Mose vor dem Pharao erlitt das Volk Israel noch weitere Demütigungen und schier unmenschliche Leistungen musste es erfüllen.

Und somit saß Mose, wohlgemerkt der Auserwählte des Herrn, auf einmal zwischen allen Stühlen, da die Israeliten nunmehr auch nicht mehr gut auf Mose zu sprechen waren. Alles also keine Gründe den ganzen Tag Halleluja rufend durch die Straßen Ägyptens zu ziehen.

Und so geht es uns auch heute noch. Alle Gnadengaben, die wir erhalten, können uns ganz schnell an unsere Grenzen bringen. Wir treten, ausgestattet mit dem Heiligen Geist direkt in die Nachfolge unseres gekreuzigten Herrn ein. Dieser Weg ist alles andere als eben. Der breite Pfad, so lesen wir es schon in der Bibel, ist derjenige, der in die Verdammnis führt. Der steinige Pfad hingegen ist derjenige, der uns zu unserem Herrn führt.

Also, Leid und Not und alles was uns widerfährt ist niemals ein Zeichen dafür, dass Gott Seine Hand von uns abgezogen hat. Doch eines, liebe Gemeinde, ist in diesem Zusammenhang wichtig. Wie der Herr Mose damals nicht hat hängenlassen, so lässt Er uns heute auch nicht hängen. In all dem, was wir an Leid erfahren, dürfen wir immer sicher sein, dass Gottes rettende Hand nicht weit entfernt ist.

2. Die Austeilung

Auf Mose ruhte ja, wie wir gesehen haben der Geist Gottes. Da würde es doch sehr nahe liegen, wenn er sich dessen besinnt und Ihn zu Hilfe nimmt, um entsprechende Pläne zu schmieden und Konzepte auszutüfteln, die ihn und das Volk Gottes aus dieser Misere herausbringen.

Er hätte ja sagen können: „Gut, der Geist Gottes ruht auf mir, also teile ich selbigen auf ein paar Mitstreiter auf und alles läuft wieder in ruhigeren Bahnen.“

Und genau so ging es damals nicht und genau so geht es auch heute noch nicht. Der Heilige Geist ist keine Gnadengabe über die wir nach Belieben frei verfügen können. Damals wurde der Geist Gottes auf siebzig Älteste zusätzlich gelegt, die Mose unterstützen sollten. Aber nicht durch die Hand von Mose, sondern allein durch Gottes Hand.

Heute dürfen wir alle um die Austeilung des Heiligen Geistes bitten, ohne einen Anspruch darauf zu haben. Damals wie heute gilt: Gott allein bestimmt, auf wen Er und wann den Heiligen Geist ausschüttet und welche Gaben Er uns zuteilt. Erst dann, wenn wir den Heiligen Geist und unsere Gaben von unserem Herrn empfangen haben, erst dann können wir diese Gnadengaben fruchtbringend zum Wohle unserer Mitmenschen einsetzen.

Hier erkennen wir genau das Gegenteil der Werkgerechtigkeit. Wir können uns den Heiligen Geist nicht erdienen, wir können ihn nur dankend empfangen und dann dienend tätig werden. Daher kann ich immer nur davor warnen, wenn in Gemeinden die Mitglieder aufgefordert werden: „Du musst
mehr für Jesus tun…“ Wenn ich die Gnadengabe des Heiligen Geistes empfangen habe und Er mir bestimmte Fähigkeiten zuerkannt hat, dann wird Er mir schon zeigen, wo ich diese fruchtbringend einsetzen kann. Dazu brauche ich nicht den ständigen Antrieb durch Gemeindeleiter.

3. Die Tragfähigkeit

Wenn wir uns eine große Brücke vorstellen, die über einen Fluss führt, dann wird diese in aller Regel auch nicht von einem Pfeiler gehalten. Das würde auch nicht lange gut gehen. Nein, diese Brücke besteht aus mehreren Pfeilern, die wiederum aus unzähligen Streben zusammengesetzt
sind, die meist auch noch untereinander verbunden sind. Diese einzigartige Konstruktion macht die Brücke auch so stabil, dass sie alle Erschütterungen ertragen kann, ohne dabei zerstört zu werden. Und gleichzeitig ist sie so flexibel, dass sie den Stürmen, die gegen sie gerichtet sind auch nachgeben kann.

Und genau so wirkt der Heilige Geist in unserer großen Christengemeinde. Wir alle tragen dieses Gebäude mit. Wir alle sind wichtige Bestandteile mit denen unser Herr SEIN Reich aufbauen will. Wie bei einer Brücke unterschiedliche Baumaterialien verwendet werden, so hat uns der Herr mit
jeweils verschiedenen Fähigkeiten ausgestattet.

Diese Fähigkeiten verknüpft Er im Hintergrund so geschickt, dass sie das ganze Gebäude Christenheit fest und stabil machen gegen Angriffe von außen und flexibel machen gegen die Stürme des Lebens, die auf dieses Gebäude treffen. Das gilt für die große ganze Christenheit im
allgemeinen, aber ganz besonders auch für jeden einzelnen, der Teil dieses Systemes ist. Er ist so gut verstrebt und vernetzt, dass er Angriffe von außen und die Stürme des Lebens unbeschadet überstehen kann.

Pater Leppich hatte eine treffende Antwort auf die Frage, warum er denn an die Wirkung des Heiligen Geistes glaube: “ Weil dieser Sauhaufen seit 2000 Jahren existiert und dabei nicht auseinandergebrochen ist, aus allen Stürmen gestärkt wieder hervorgegangen ist und sich immer weiter ausbreitet. Das kann kein Mensch vollbringen. Das ist das Werk Gottes und des Heiligen Geistes.“

Die Wirkung des Heiligen Geistes in dem Leben eines Christen beschreibt der Liederdichter Heinrich Held sehr schön in dem ersten Vers seines Liedes:

„Komm, o komm, du Geist des Lebens…“, der da lautet, wie folgt:
Komm, o komm, du Geist des Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit,
deine Kraft sei nicht vergebens, sie erfüll uns jederzeit;
so wird Geist und Licht und Schein in den dunklen Herzen sein.

Der Herr erfülle Dich mit SEINEM Heiligen Geist und öffne Dein Herz für SEIN Wort
Der Herr lasse Dich erkennen, wozu er Dich durch den Heiligen Geist berufen hat
Der Herr stärke und behüte Dich immer wieder in der Ausübung Deiner Berufung

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Pfingstsonntag. Bis zum morgigen Tage wünsche ich Ihnen allen Gottes reichen Segen.

Ich werde übrigens immer wieder gefragt, wie ich denn eine Berufung Gottes erkennen kann. Ich verfolge dabei den pragmatischen Ansatz und antworte fast immer wie folgt: „Alles das, was du besonders gut kannst und was du besonders gern tust, das versuche doch zur Ehre Gottes in den
Aufbau Seines Reiches einzubringen.“ Denken wir doch heute Nachmittag einmal darüber nach.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 3. Sonntag nach Ostern, dem Sonntag Jubilate. Unser heutiger Predigttext führt uns zum Beginn allen Geschehens mitten hinein in die Schöpfungsgeschichte.
Den Predigttext finden wir im 1. Buch Mose im ersten und zweiten Kapitel. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam betrachten:

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser. Und Gott sprach: Es werde Licht ! Und es ward Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war. Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alle Tiere des Feldes und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Weib. Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht. Und Gott sprach: Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise. Aber allen Tieren auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürm, das auf Erden lebt, habe ich alles grüne Kraut zur Nahrung gegeben. Und es geschah so. Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. So wurden vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer. Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte. Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte. So sind Himmel und Erde geworden, als sie geschaffen wurden.

Liebe Gemeinde,

immer wieder gibt es wilde Theorien darüber, ob sich die Schöpfungsgeschichte tatsächlich so abgespielt hat, wie wir es soeben gehört haben. Da ich mir einen kindlichen Glauben bewahrt habe, gehe ich einfach einmal davon aus, dass die Bibel recht hat und die Schöpfung in dieser Form stattgefunden hat.

Über einen zentralen Satz aus der Schöpfungsgeschichte sollten wir uns am heutigen Sonntag ein paar Gedanken machen und zwar über den Satz: „Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn.“ Wir sind also keine Gottesknechte und Gottessklaven, die zu einem bedingungslosen Kadavergehorsam verdammt worden sind, sondern seine wertvollen Geschöpfe. Da wir zu einer großen Familie gehören, reden wir uns auch untereinander gern mit Schwester oder Bruder an. Mancher mag das lächerlich finden, aber es trifft den Kern der Sache voll und ganz.

Aus unserer Gotteskindschaft heraus erwachsen auch bestimmte Aufgaben, Rechte und Pflichten, wie es in jeder Familie der Fall ist. Was sind dies für Rechte und Pflichten ? Lassen Sie uns darüber ein wenig näher nachdenken.

1. Die Bedienungsanleitung

Jede Familie, liebe Gemeinde, hat eine Bedienungsanleitung. Als Kinder haben wir diese Bedienungsanleitung, besser bekannt als unsere Erziehung, näher kennengelernt.

Als Christen haben wir ebenfalls eine Bedienungsanleitung. Ich denke, jeder von uns hat sie griffbereit zu Hause im Bücherregal liegen. Natürlich handelt es sich dabei um die Bibel. In der Tat ist die Bibel die Bedienungsanleitung für uns als Christen. In ihr erfahren wir alles, was wir tun und was wir besser lassen sollten.

Anhand unzähliger Beispiele wird uns vor Augen geführt, was uns erwartet, wenn wir dem Worte Gottes gehorsam sind und was uns erwartet, wenn wir dies nicht sind. In aller Kürze hat Gott diese Bedienungsanleitung noch einmal reduziert auf die zehn Gebote.

2. Eltern achten und ehren

Eine intakte Familie ist immer auch dadurch gekennzeichnet, dass Kinder ihre Eltern achten und ehren. Die Folgen der Nichtbeachtung dieser goldenen Regel können wir tagtäglich in den Zeitungen lesen oder aber im Fernsehen verfolgen. Überall dort, wo diese Regel bewusst missachtet wird, herrschen innerhalb kürzester Zeit chaotische Zustände.

Und diese chaotischen Zustände führen wir auch herbei, wenn wir Gott, unseren Schöpfer nicht achten und ehren. Warum geht so vieles schief im Leben der Menschen, die sich über ihr Leben beklagen ? Fragen wir sie doch einmal, ob Gott in ihrem Leben überhaupt noch eine Rolle spielt.

Ich will damit nicht sagen, dass im Leben eines Christen alles so glatt und geschmiert läuft, wie er es sich vorstellt. Aber es läuft so, wie Gott es sich vorstellt. Und wenn es so läuft, wie Gott es sich vorstellt, dann läuft es optimal, besser könnte es gar nicht sein. Denn Gott will doch stets nur das Beste für seine Kinder.

„Achten“ heißt auch bewusst auf Gott hören. Hören kann ich nur, wenn ich vor Gott zur Ruhe komme. Das hatten wir vor kurzem schon einmal betrachtet, ist aber in diesem Zusammenhang ebenfalls besonders wichtig. Auf Gott hören heißt, ihn nicht mit Gebeten „zuzutexten“, sondern in der Stille auf sein Wort zu hören. Gönnen wir uns doch wieder häufiger die sogenannte“stille Zeit“. Wir werden überrascht sein, wie deutlich wir Gottes Wort vernehmen können.

Ehren sollen wir Gott. Ehren heißt, dass wir dankend anerkennen, dass es einen Schöpfer des Himmels und der Erde gibt, der alles zu unserem Wohle geschaffen hat. Wenn wir dies wieder aktiv tun, dann gehen wir automatisch auch ganz anders mit der Schöpfung um. Wenn wir anerkennen, dass die Schöpfung für alle Menschen geschaffen worden ist, dann werden wir sicherlich nicht mehr so achtlos mit all unseren Ressourcen umgehen. Und so ganz nebenbei bemerkt, brauchen wir dann auch keinen reglementierten Klimagipfel mehr.

3. Geschwisterliebe

Wie in einer weltlichen Familie, sind wir auch in der göttlichen Familie von Geschwistern umgeben. Und wie es nun mal im weltlichen Leben geschieht, so kann es auch sein, dass wir den einen etwas mehr mögen als den anderen. Das ist auch ganz natürlich so.

Aber kein Geschöpf Gottes hat das Recht, sich ein anderes Geschöpf Gottes untertan zu machen oder es gar zu unterdrücken. Wir sind alle Kinder des einen lebendigen Gottes. Alle Menschen sind unsere Geschwister und so sollten wir sie auch behandeln.

Da verbietet es sich natürlich von selbst, dass ein tyrannischer Vater zu Hause seine Familie nach allen Regeln der Kunst stramm stehen lässt. Da verbietet es sich auch, dass machtgierige Mitmenschen ihre Geschwister für ihre Zwecke ge- bzw. missbrauchen.

Und um es aktuell auf den Punkt zu bringen. In der Familie Gottes verbietet es sich auch, dass der einzelne nur auf seinen z.B. finanziellen Vorteil bedacht ist und dabei seine Mitmenschen ausbeutet.

Dies alles gehört sich nicht und wir sollten immer an den einen Satz unseres Predigttextes denken: „Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn.“

Dieser Satz klebt bei mir zu Hause am Spiegel, wo ich ihn jeden morgen sehe. Dieser Satz klebt in meinem Auto, wo ich immer wieder an ihn erinnert werde. Und dieser Satz nimmt eine zentrale Stellung auf meinem Schreibtisch ein, wo ich und alle Besucher ihn direkt sehen und lesen können. Und dieser Satz befindet sich auch in meiner Geldbörse. Dort soll er mich insbesondere daran erinnern, dass ich viel mehr abgeben kann, als ich es mir vorzustellen vermag.

Und wenn ich diesen Satz auch in meinem Herzen verinnerlicht habe, dann gibt mir dies jeden Tag ein Stück mehr Gelassenheit auf meinem Wege durch diese Welt.

Unseren Stand hier auf Erden, der auch zu mehr Gelassenheit führt, beschreibt der Liederdichter Paul Gerhardt sehr schön in dem ersten Vers seines Liedes: „Ich bin ein Gast auf Erden…“, der da lautet, wie folgt:

Ich bin ein Gast auf Erden und hab hier keinen Stand;
der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland.
Hier reis ich bis zum Grabe; dort in der ewgen Ruh
ist Gottes Gnadengabe, die schließt all Arbeit zu.

Der Herr gebe Dir alle Zeit die Gewissheit, dass Du nach SEINEM Bilde geschaffen worden bist
Der Herr lehre Dich, Deine Geschwister zu achten und zu lieben
Der Herr führe und begleite Dich auf Deinem ganzen Erdenwege

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich

Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

seien Sie alle recht herzlich gegrüßt am heutigen Gründonnerstag, dem Tag der Einsetzung des Heiligen Abendmahles.
Den Predigttext für den heutigen Abend finden wir im 2. Buch Mose, Kapitel 12,
die Verse 1, 4-6, 6-7 und 11-14. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Der Herr aber sprach zu Mose und Aaron in Ägyptenland: Sagt der ganzen Gemeinde Israel: Am zehnten Tage dieses Monats nehme jeder Hausvater ein Lamm, je ein Lamm für ein Haus. Wenn aber in einem Haus für ein Lamm zu wenige sind, so nehme er’s mit seinem Nachbarn, der seinem Hause am nächsten wohnt, bis es so viele sind, dass sie das Lamm aufessen können.
Und sie sollen von seinem Blut nehmen und beide Pfosten an der Tür und die obere Schwelle damit bestreichen und an den Häusern, in denen sie’s essen. So sollt ihr’s aber essen: Um eure Lenden sollt ihr gegürtet sein und eure Schuhe an euren Füßen haben und den Stab in der Hand und sollt essen als die, die hinwegeilen; es ist des Herrn Passa. Denn ich will in derselben Nacht durch Ägyptenland gehen und alle Erstgeburt schlagen in Ägyptenland, unter Mensch und Vieh und will Strafgericht halten über alle Götter der Ägypter, ich, der Herr. Dann aber soll das Blut euer Zeichen sein an den Häusern, in denen ihr seid: Wo ich das Blut sehe, will ich an euch vorübergehen, und die Plage soll euch nicht widerfahren, die das Verderben bringt, wenn ich Ägyptenland schlage. Ihr
sollt diesen Tag als Gedenktag haben, und sollt ihn feiern als ein Fest für den Herrn, ihr und alle eure Nachkommen als ewige Ordnung.

Liebe Gemeinde,

wenn wir das Alte Testament lesen, so sollten wir die Texte nicht isoliert betrachten, sondern immer im Hinblick auf das Neue Testament. Blut für Sünde, Blut, das vor Verderben schützt, dies sind alles Hinweise auf unseren Herrn Jesus Christus. Und so können wir auch Ähnlichkeiten zwischen dem Passafest und dem Abendmahl erkennen. Etwas vereinfacht ausgedrückt könnten wir sogar sagen, das Passafest war der Vorläufer des Heiligen Abendmahles.

Das Zeremoniell des Heiligen Abendmahles und dessen liturgische Bedeutung sind uns allen sicherlich hinreichend bekannt. Lassen Sie uns heute doch einmal die drei Blickrichtungen betrachten, aus denen heraus wir das Abendmahl auch betrachten können.

1. Nach Oben

Das Heilige Abendmahl ist der Ort, wo Himmel und Erde eins werden, so schrieb es einmal ein bekannter Theologe. Daher auch unsere Blickrichtung nach oben. Voller Demut und Dankbarkeit gedenken wir an das Leiden und Sterben Jesu Christi, aber vor allem daran, dass ER im
Heiligen Abendmahl zugegen ist.

Wenn wir Brot und Wein zu uns nehmen, dann nehmen wir den Herrn Jesus Christus in uns auf. Alle Nöte, Sorgen und Ängste dürfen wir getrost an die Seite legen und uns ganz unserem Herrn hingeben. Im Heiligen Abendmahl will Er uns erquicken und uns stärken für unser Leben in der Welt.

Wenn wir das Abendmahl so betrachten, dann ist es eine Tankstelle für unseren Glauben und eine Tankstelle für unser christliches Leben in der Welt.

2. Nach Links und nach Rechts

Wenn wir unseren Predigttext zu Rate ziehen, dann ist dort sehr viel von Gemeinschaft die Rede. Und dies ist auch ein Blickwinkel des Abendmahles. Es geht auch um die Gemeinschaft von uns Menschen untereinander.

Wenn wir nach links und nach recht schauen, dann entdecken wir dort den Bruder oder die Schwester, die genau so zu der Gemeinde Gottes gehört, wie wir. Hier zählen keine Titel, Orden und Ehrenzeichen, hier zählt nur der einzelne Mensch so wie er am Altar vor dem Kreuz steht. Egal ob arm ob reich, vor unserem Schöpfer sind wir alle gleich. Es gibt auch keine honorigen oder weniger honorige Sünder, wie manche es vielleicht meinen.

Dies sollen wir natürlich auch über die Zeit des Abendmahles hinweg nicht aus den Augen verlieren. In diesem Sinne sollen wir immer mit unseren Mitmenschen umgehen. Nehmen wir nur einmal die Familie. Wie oft werden hier wahre Machtkämpfe untereinander ausgetragen. Wie viele
Familien zerbrechen daran, dass ein Despot dort das sagen hat und alle anderen klein beigeben müssen. Im Abendmahl lernen wir, wie wir uns auch in der Familie zu verhalten haben.

Nehmen wir noch ein weiteres Beispiel, unseren Beruf. Natürlich haben wir schwere Zeiten, aber das gibt uns noch lange nicht das Recht, unsere Geschwister einfach zu übergehen und nur an uns zu denken. Alle unsere Kollegen und Kolleginnen werden von den gleichen Nöten, Sorgen und Problemen geplagt, wie wir. Warum diese nicht einmal gemeinsam angehen und ausstehen, als immer wieder gegeneinander zu kämpfen.

Wo zwei oder drei in Seinem Namen zusammen sind, da ist Jesus mitten unter ihnen. Dies gilt nicht nur für die Kirche, liebe Gemeinde, nein, das gilt für unser ganzes Leben. Und mit Jesus gemeinsam können wir durch dick und dünn gehen. Er wird uns niemals im Stich lassen, egal, was auch geschieht.

3. Nach Unten

Im Heiligen Abendmahl gedenken wir auch derer, die nicht mehr unter uns weilen und trotzdem mit uns zusammen dieses Mahl feiern.Wenn das Heilige Abendmahl der Ort ist, wo sich Himmel und Erde berühren, dann dürfen wir gewiss sein, dass auch alle die, die uns im Glauben vorausgegangen sind, an diesem Mahl teilnehmen.

Wir dürfen uns an dieser Stelle daran erinnern, dass uns der Tod eines geliebten Menschen nicht für immer von diesem trennt, sondern, dass wir ihn in der Ewigkeit wiedersehen werden. Jesus Christus hat dem Tod die Macht genommen und die Himmelspforten für uns alle ganz weit geöffnet.
Darauf dürfen wir all unser Vertrauen setzen.

Wenn wir das Heilige Abendmahl zusammenfassend betrachten, dann gedenken wir auch immer der Zusage unseres Herrn, die Er uns im Matthäusevangelium gemacht hat, als Er sagte:
„Ich bin bei euch, alle Tage bis an der Welt Ende.“

Wenn wir das wirklich von ganzem Herzen glauben und annehmen, dann bin ich sicher, werden wir alle die Kraft und die Stärke unseres Herrn und Heilandes weit über das heutige Abendmahl hinaus spüren und erleben dürfen.

Eine sehr schöne Deutung des Heiligen Abendmahles beschreibt uns der Liederdichter Johann Franck in dem 6. Vers seines Liedes: „Schmücke dich, o liebe Seele…“, der da lautet, wie folgt:

Jesu, wahres Brot des Lebens,
hilf, dass ich doch nicht vergebens,
oder mir vielleicht zum Schaden
sei zu deinem Tisch geladen.
Lass mich durch dies heilge Essen
deine Liebe recht ermessen,
dass ich auch, wie jetzt auf Erden,
mög dein Gast im Himmel werden.

Der Herr stärke Dich durch SEINEN Leib und SEIN Blut
Der Herr lasse SEINE ganze Liebe in Dir wirksam werden
Der Herr gebe Dir die Kraft, diese Liebe immer wieder weiter zu reichen

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Abend und verabschiede mich bis zum morgigen Karfreitag.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen 13. Sonntag nach Trinitatis. Die Bibel wird ja gern als harmloses Lebensberatungsbuch angesehen, in welcher es vor seichten Geschichten nur so wimmelt. Und wenn man dann anfängt, die Bibel zu lesen, dann geht es gleich im vierten Kapitel des ersten Buches der Bibel so richtig los mit Mord und Totschlag. Genau darum geht es in unserem heutigen Predigttext. Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag im 1. Buch Mose, Kapitel
4, die Verse 1- 16. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Kains Brudermord

Und Adam erkannte sein Weib Eva, und sie ward schwanger und gebar den Kain und sprach: Ich habe einen Mann gefunden mit Hilfe des Herrn. Danach gebar sie Abel, seinen Bruder. Und Abel wurde ein Schäfer, Kain aber wurde ein Ackermann. Es begab sich aber nach etlicher Zeit, dass
Kain dem Herrn Opfer brachte von den Früchten des Feldes. Und auch Abel brachte von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett. Und der Herr sah gnädig an Abel und sein Opfer, aber Kain und sein Opfer sah er nicht gnädig ein. Da ergrimmte Kain sehr und senkte finster seinen Blick. Da sprach der Herr zu Kain: Warum ergrimmst du ? Und warum senkst du deinen Blick? Ist’s nicht also ? Wenn du fromm bist, so kannst du deinen Blick frei erheben. Bist du aber nicht fromm, so lauert die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie verlangen; du aber herrsche über sie. Da sprach Kain zu seinem Bruder Abel: Lass uns aufs Feld gehen! Und es begab sich, als sie auf dem Felde waren, erhob sich Kain wider seinen Bruder Abel und schlug ihn tot. Da sprach der Herr zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel?
Er sprach: Ich weiß nicht; soll ich meines Bruders Hüter sein? Er aber sprach: Was hast du getan? Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir von der Erde. Und nun: Verflucht seist du auf der Erde, die ihr Maul hat aufgetan und deines Bruders Blut von deinen Händen empfangen. Wenn du den Acker bebauen wirst, soll er dir hinfort seinen Ertrag nicht geben. Unstet und flüchtig sollst du sein auf Erden. Kain aber sprach zu dem Herrn: Meine Strafe ist zu schwer, als dass ich sie
tragen könnte.
Siehe, du treibst mich heute vom Acker, und ich muss mich vor deinem Angesicht verbergen und muss unstet und flüchtig sein auf Erden. So wird mir’s gehen, dass mich totschlägt, wer mich findet. Aber der Herr sprach zu ihm: Nein, sondern wer Kain totschlägt, das soll siebenfältig gerächt werden. Und der Herr machte ein Zeichen an Kain, dass ihn niemand erschlüge, der ihn fände. So ging Kain hinweg von dem Angesicht des Herrn und wohnte im Lande Nod, jenseits von Eden, gegen Osten.

Liebe Gemeinde,

wäre die Bibel ein Buch, in welchem es nur um Friede, Freude, Eierkuchen ging, glauben Sie mir, ich hätte diese Lektüre längst beiseite gelegt. Nicht, weil mich Friede und Freude langweilen, sondern weil das wahre Leben eben etwas anders ausschaut, nämlich genau so, wie wir es in
unserem Predigttext soeben gehört haben. Dazu bedarf es nun wirklich keiner großen Prophetie, wir müssen nur allmorgendlich unsere Tageszeitungen aufschlagen und schon lesen wir ähnliche Geschichten, wie die soeben gehörte.

Eine Kindergärtnerin kam einmal zu mir und sagte mir: „Wenn ich die Geschichte den Kindern vorlese, dann habe ich spätestens heute Abend alle Eltern wütend an der Strippe hängen.“ Sie ist ja auch befremdlich, diese Geschichte von Kain und Abel.

Hätte Gott den Kain zur Rechenschaft gezogen und getreu dem Motto „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ ebenfalls dem Tode preisgegeben, ich glaube wir hätten irgendwie damit leben können. Aber dann kommt alles ganz anders. Der feige Mörder gerät vor Gott auch noch ins Jammern. Und dann kommt es noch gewaltiger. Der große, gerechte Gott verschont Kain und hat auch noch Erbarmen mit ihm. Da versteht man doch Gott und die Welt nicht mehr !!!

Aber es gibt ja auch noch andere Geschichten in der Bibel, die uns Rätsel über Rätsel aufgeben. Wie kann es angehen, dass Gott es dem Teufel gestattet, seinen treuen Knecht Hiob so zu quälen ? Oder denken wir an das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Es ist doch schon ein wenig ungerecht, wenn der Sohn, der alles verprasst hat, ganz einfach wieder in die Familie aufgenommen wird und gleiche Rechte und Ansprüche besitzt, wie der ältere Sohn, der seinem Vater in all den Jahren treu
und brav gedient hat.

Es ist so, Gott handelt häufig genau gegen unsere Vorstellungen von Sitte und Moral. Sollen wir uns nun auch einfach so daneben benehmen, wie es der verlorene Sohn getan hat oder dürfen wir nun auch mordend und plündernd durch die Landschaft ziehen ? Das sei ferne, würde Paulus sagen. Aber was könnte dahinterstecken, hinter diesem Verhalten Gottes, dass wir einfach nicht verstehen können. Lassen Sie uns darüber ein wenig nachdenken.

1. Dein Wille geschehe

So, liebe Gemeinde beten wir es in unserem christlichen Hochgebet, dem Vater Unser. Sind wir uns eigentlich bewusst, was wir da beten ? Ich glaube manchmal, wir sind es nicht immer. Wären wir es, dann kämen ja die o.g. Gedanken gar nicht bei uns auf, dann würden wir ganz einfach sagen, ja es stimmt, Dein Wille geschehe und nicht das, was wir uns gerade wünschen.

Mit diesem autarken Verhalten zeigt Gott, dass er Gott ist. Er ist eben nicht auf unsere Ratschläge angewiesen. Bei allem, was wir denken, müssen wir uns immer wieder vor Augen führen, dass Gott uns immer eine Nasenlänge voraus ist. Sonst wäre er ja schließlich nicht Gott

2. Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig

Ja geht’s denn noch ? Wer war denn hier das Opfer ? Das war doch wohl Abel und ganz bestimmt nicht Kain. So jedenfalls dürfte unsere „Denke“ wohl sein, wenn wir an den Brudermord denken.

Gott steht immer auf der Seite der besonders Schwachen und Hilfsbedürftigen, auch wenn sie sich selbst in eine scheinbar ausweglose Lage hineinmanövriert haben. Selbst der Mörder und der Kinderschänder dürfen Gott anrufen und ihn um Hilfe anflehen. Und auch die Menschen, die ihr Verhalten aufrichtig bereuen, lässt er nicht im Regen steht. Ich weiß, das ist ganz schön starker Tobak, aber Gott ist nun mal Gott und nicht Mensch.

Aber denken wir einmal einen Schritt weiter. Wie schnell können wir in eine ausweglose Lage hineingeraten. Wie schnell trampelt die sogenannte „moralische und ethische Gesellschaft“ mit Füßen auf uns herum, wenn wir uns nicht konform verhalten haben. Einen haben wir immer, der zu uns hält, uns kräftigt und uns stärkt. Und das ist genau derselbe, der auch Hiob die Kraft gegeben hat, alles durchzustehen.

Wenn wir all unsere Hoffnung allein auf Gott setzen, sind wir niemals hoffnungslose Fälle, jedenfalls nicht in Gottes Augen.

3. Das größte Opfer

Bisher war es ja schon ein wenig schwer zu verstehen, dass sein Wille geschehe und er in den Schwachen mächtig ist. Aber das ist noch nicht alles. Dieser Gott ist sogar stellvertretend für uns alle am Kreuz gestorben. Von Menschen auf grausamste Weise hingerichtet, hat er all unsere Sünden getragen, die von gestern, die von heute und die von morgen.

Und er geht noch einen Schritt weiter, am dritten Tage steht er, der für all unsere Sünden den Kreuzestod erlitten hat, von den Toten auf als allmächtiger Sieger über den Tod und die Hölle.

Ich glaube das ist wirklich nicht zu fassen, diese grenzenlose Liebe, die uns Gott entgegenbringt. Und dann fangen wir, ich muss es wirklich einmal so sagen, jämmerliche Gestalten, an und versuchen durch die Entmythologisierung der Bibel dieses unfassbare Geschehen für uns
greifbar und begreifbar zu machen, indem wir es in die Welt der Sagen und Märchen verbannen.

Wenden wir uns doch wieder dem zu, der Himmel und Erde gemacht hat und der Tod, Teufel und Hölle ein für alle mal besiegt hat. Dem allein sei Lob, Preis und Ehre in Ewigkeit.

Und wenn wir ihn wieder einmal nicht verstehen können, und wenn uns auch einmal so manches Leiden zu erdrücken droht, dann lassen Sie uns doch an den 6. Liedvers des Liedes von Paul Gerhardt „Ich bin ein Gast auf Erden“ denken, der da lautet, wie folgt:

Mein Heimat ist dort droben, da aller Engel Schar
den großen Herrscher loben, der alles ganz und gar
in seinen Händen träget und für und für erhält,
auch alles hebt und leget, wie es ihm wohlgefällt.

Der Herr lasse Dich immer wieder seine unendliche Gnade spüren
Des Herrn unendliche Gnade und Liebe trage Dich Dein ganzes Leben lang
Der Herr gebe Dir die Kraft, ein Stück seiner Gnade an andere Menschen
weiter zu geben

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen tollen Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen 5. Sonntag nach Trinitatis. Der heutige Sonntag steht unter dem Zeichen der Nachfolge.
Ein Paradebeispiel von Nachfolge finden wir in unserem heutigen Predigttext. Wir finden den Predigttext im 1. Buch Mose, Kapitel 12, die Verse 1-4a. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und der Herr sprach zu Abram: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will. Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein.
Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden. Da zog Abram aus, wie der Herr zu ihm gesagt hatte, und Lot zog mit ihm.

Liebe Gemeinde,

als ich zum ersten Male über diesen Text eine Predigt hielt, da waren in deutschen Kinderzimmern „Die drei Fragezeichen???“ aktuell. Und drei Fragen stellen sich uns allen, wenn wir diesen Text einmal etwas intensiver betrachten. Lassen Sie uns am heutigen Sonntag diesen Fragen ein wenig nachgehen.

1. Warum zieht Abraham aus ?

Eigentlich geht es ihm doch recht gut. Er lebt in gefestigten sozialen Beziehungen, verfügt über ein geregeltes Einkommen, welches überdurchschnittlich gewesen sein dürfte, und er hat ein Dach über dem Kopf.

Ich wage einmal die Behauptung, dass wohl kaum einer von uns eine solche Heimstatt verlassen würde. So etwas aufzugeben, das wäre ja der schiere Wahnsinn, vor allem in der heutigen Zeit. Bloß damals waren die Zeiten auch nicht anders.

Schauen wir noch einmal auf unseren Predigttext: „Und ich will dich zum großen Volk machen und ich will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein.“

Hier haben wir schon die Lösung. Die Verheißung ist es, die Abram aus seiner Heimat wegziehen lässt. Bevor die Verheißung allerdings eintrifft, erhält Abram den Befehl des Auszuges. Alle Verheißungen sind an die Bedingung geknüpft, dass Abram seine Heimat aufgibt und mit Gott
zusammen einen Neuanfang wagt. Würde er bleiben, so würde sich die Verheißung nicht erfüllen.

An Gottes Segen ist alles gelegen, so singen wir es manchmal. Wären wir auch bereit, dafür auszuziehen ? Was wäre, wenn Gott heute persönlich zu einem von uns sagen würde: „Gehe nach Afrika und verlasse alles, was du hier in Deutschland hast. Nimm nichts mit. Vertrau allein auf meine Zusage“ ? Würden wir alles stehen und liegen lassen und diesem Ruf folgen ? Abram tat es einfach. Aber was heißt das eigentlich, Gottes Segen erhalten ? In der Urschrift finden wir hier das Wort „barak“. Dies bedeutet „mit heilvoller Kraft ausstatten“. Das ist es also, was Abram ziehen lässt, er wird mit der Kraft Gottes seinen Weg gehen. Eine Kraft, die ihm Gott zusagt und die Er niemals wieder von ihm abziehen wird.

2. Warum hat Abram keine Angst ?

Sei getrost und unverzagt, so lesen wir es oftmals in der Bibel, wenn Menschen einen göttlichen Auftrag erhalten. Spinnen wir unser Beispiel ruhig noch ein bisschen weiter. Gesetzt der Fall, wir würden dem Ruf Gottes nach Afrika folgen. Ein wenig mulmig wäre mir schon. Werde ich
immer genug zu essen und zu trinken haben ? Gerate ich auch nicht in irgendwelche kriegerischen Auseinandersetzungen hinein ? Und wie sieht es mit der Gesundheit aus ? Werde ich überhaupt ausreichend versorgt, wenn ich dort einmal ernsthaft erkranke ? Das ist es doch, was uns alle
in einer derartigen Situation beschäftigen würde. Fragen über Fragen, die uns immer mehr zweifeln lassen.

Nicht so Abram. Er vertraut ganz auf Gottes Schutz und Geborgenheit. Es fällt auf, dass er überhaupt keine Fragen stellt. Er weiß ganz genau, wenn Gott ihn sendet und Seinen Segen zusagt, dann kann ihm überhaupt nichts passieren. Es ist quasi so, als wenn Gott vor ihm herzieht und
ihm alle Türen aufstößt durch die er nur noch eintreten muss.

Gewiss, so manche Unannehmlichkeit erwartet ihn sicherlich auch. Aber über dem ganzen Unternehmen steht der göttliche Segen. Ausgestattet mit diesem kann er so manche Unbillen ertragen. Er weiß ja: Letztendlich geht alles gut aus.

Abram vertraute Gott genau so wie dies auch David tat, als er bekannte:
„Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“
Wenn ich dies nachbeten kann und bekennen kann, dann, liebe Gemeinde, ist für die Angst überhaupt kein Raum mehr. Dann stehen meine Füße auf dem weiten Raum, den Gott für mich geschaffen hat.

3. Was können wir für unser Leben daraus lernen ?

Dieser Segen, der einst Abram galt, gilt in ähnlicher Form auch heute noch uns allen. Alle, die wir Gott unser Leben übergeben haben, all denen spricht Er Seinen Segen zu. Gott will etwas ganz Wunderbares aus unserem Leben machen. Dieser Zusage darf ich voll uns ganz vertrauen.

Egal, wo ich gerade stehe und gehe, ich darf mich voll und ganz auf unseren Heiland verlassen. Seine einmal gemachte Heilszusage wird Er niemals zurückziehen. Wenn ich so leben darf, dann wirkt sich dies auch ganz konkret in meinem Leben aus.

Überall, wo früher Hektik und Hetze mein Leben bestimmt haben, tritt nunmehr innere Ruhe und Gelassenheit ein. Ich muss ja nicht mehr alles selbst bestimmen. Gott wird mir schon zu gegebener Zeit die Türen aufstoßen, durch die ich gehen soll. Und nun einmal Hand auf’s Herz, liebe Gemeinde, wie oft treten wir selber Türen ein, die (noch) nicht für uns bestimmt sind ? Wenn dann etwas schief geht, ja, dann ist natürlich Gott daran schuld.

Lassen wir uns doch von Gott wieder zeigen, welches denn „unsere“ Türen sind. Das heißt aber nun auch nicht, dass wir unser Leben in der Hängematte verbringen dürfen und genüsslich abwarten, welche Aufgaben denn Gott für uns bereit hält. Wir sollen mit offenen Augen und Ohren durch die Welt gehen. Wenn wir dies tun, dann werden wir nach und nach immer neue Türen in unserem Leben entdecken, die Gott uns aufgetan hat.

Nun noch etwas zum Thema Mut. Wenn Gott uns in Seinen Dienst beruft und die Sache ist uns nicht geheuer, dann sagen wir schnell: Das ist nicht meine Berufung. In Wirklichkeit meinen wir aber „Ich habe richtig Bammel“. Und diesen brauchen wir nicht zu haben. Wen Gott beruft, den stattet Er auch mit den dafür notwendigen Fähigkeiten aus. Darauf dürfen wir uns felsenfest verlassen. Glauben Sie mir, ich weiß wovon ich spreche. In der Schule war ich schüchtern hoch 3. Wenn ich einen Satz vor der Klasse sagen sollte, lief ich in aller Regel dunkelrot an und gab stotternd irgendein unsinniges Gestammel von mir. Und irgendwann hat Gott mich in das kalte Wasser geworfen und alles klappte wunderbar. Also lassen Sie uns weiterhin dem Ruf Gottes folgen, den er an uns richtet.

Dieses feste Gottvertrauen beschreibt der Liederdichter Ignaz Franz sehr schön in dem ersten Vers seines Liedes „Großer Gott, wir loben dich…“, der da lautet, wie folgt:

Großer Gott, wir loben dich;
Herr, wir preisen deine Stärke.
Vor dir neigt die Erde sich
und bewundert deine Werke.
wie du warst vor aller Zeit,
so bleibst du in Ewigkeit.

Der Herr schenke Dir Ruhe, damit Du SEINEN Ruf vernehmen kannst
Der Herr schenke Dir Kraft, damit Du Deine Berufung in die Tat umsetzen kannst
Der Herr schenke Dir Ausdauer, damit Du Dich niemals entmutigen lässt

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag. Wenn Sie heute Nachmittag eine halbe Stunde Zeit haben, dann denken Sie doch einmal darüber nach, was denn Ihre Berufung sein könnte. Ich mache das immer wieder, da Gott nicht nur eine Türe öffnet, sondern immer wieder neue Türen hinzukommen. Und dann lassen Sie uns diesen spannenden Weg mit unserem Herrn zusammen gehen.

Bis zum nächsten Sonntag grüße ich Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber