Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 5. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Buch Mose, Kapitel 12, die Verse 1-4a. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Abrahams Berufung und Zug nach Kanaan

Und der Herr sprach zu Abraham: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will. Und ich will dich zum großen Volk machen und ich will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden. Da zog Abraham aus, wie der Herr zu ihm gesagt hatte, und Lot zog mit ihm.

Liebe Gemeinde,

was wir soeben gehört haben ist die die Geschichte einer Berufung, wie Gott auch Sie und mich in den Dienst ruft. Stellen wir uns doch einmal die folgende Frage und denken 1 Minute darüber nach: Wäre ich auch gegangen?
Ganz schön schwer die Antwort, nicht wahr ?

Lassen Sie uns daher heute morgen einmal gemeinsam darüber nachdenken, was denn zu einer Berufung dazugehört, damit sie so verläuft, wie wir es in unserem Predigttext gehört haben.

1. Vertrauen

Wenn mich jemand zu einer Aufgabe beruft, dann muss ich diesem jemand auch voll und ganz vertrauen. Keiner von uns würde wohl auf Geheiß eines wildfremden Menschen seinen Job aufgeben und das machen, was dieser ihm aufträgt zu tun.

Vertrauen kann ich aber nur jemandem, den ich kenne und zu dem ich eine Beziehung unterhalte. Damit ist schon einmal klar, dass vor einer Berufung Gottes an uns, ein Vertrauensverhältnis und eine persönliche Beziehung vorhanden sein muss.

Wie lerne ich Gott denn nun kennen? Ganz spannende Frage, da sie individuell unterschiedlich verläuft. Wer ihn noch gar nicht kennt, und diesen Menschen werden Sie auch begegnen, dem empfehle ich das Studium des Neuen Testamentes. Übrigens: Es schadet nichts, den „Neuling“ in die eigenen Fürbitten mit einzuschließen.

Nach dem Kennenlernen und vor der Berufung muss aber noch die persönliche Beziehung kommen. Wir kennen ja alle viele Menschen, ohne hingegen eine Beziehung zu diesen zu unterhalten. Natürlich kenne ich Angela Merkel, stehe aber in keiner persönlichen Beziehung zu ihr.

Eine persönliche Beziehung zu Gott bekomme ich dann, wenn ich das, was ich im Neuen Testament erfahren habe, ganz persönlich für mich in die Tat umsetze. Das bedeutet: Sünden bereuen und umkehren in die liebenden Arme des Vaters.

2. Gehorsam

Jetzt ist der Neuling also frisch bekehrt und geht seine ersten Schritte im Glauben. Und jetzt kommt auf einmal eine Berufung auf den Neuling zu. Was soll er tun ?

Als erstes einmal muss er seine Berufung anhand der Bibel prüfen, ob sie auch wirklich bibelkonform ist. Wir müssen nämlich immer auch daran denken, dass uns auch finstere Mächte umgeben, die mit allen Tricks und Kniffen versuchen, uns in ihren Bann und damit weg von Gott zu ziehen.

Gott verstößt niemals gegen sein Wort. Wenn wir also die Berufung erhalten, im Namen Gottes die Reichen zu bestehlen um die Beute dann unter den Armen zu verteilen dann ist dies alles andere als Gottes Berufung, wie jeder unter uns in den zehn Geboten nachlesen kann.

Jetzt hat der Neubekehrte festgestellt, dass es tatsächlich eine Berufung des Herrn ist, die ihn ereilt hat. Und jetzt kommt es darauf an, diese Berufung auch 1:1 umzusetzen. Wenn Gott uns beruft, dann sollen wir genau an dem Platz wo wir sind und genau zu der Zeit der Berufung unserer Aufgabe nachgehen.

Aufschieberitis ist hier genauso falsch am Platz, wie die eigene Interpretation des Wortes Gottes. Natürlich werden Gottes Berufungen unbequem sein und dann heißt es für uns: Raus aus der Komfortzone und rein in die Berufung. Es kann sogar sein, dass eine Berufung unsere eigenen Träume und Wünsche durchkreuzt.

Dann gilt es als oberste Priorität dem Auftrag Gottes nachzugehen und die eigenen Wünsche und Träume an die Seite zu stellen.

3. Einfach gehen

Man kann natürlich auch im eigenen stillen Kämmelein hocken bleiben und warten, was denn nun wohl passieren mag. Gewöhnlich passiert gar nichts.

Wenn Gott uns als Werkzeug gebrauchen möchte, dann müssen wir uns auch diesem Dienst stellen. Am Anfang stehen wir vielleicht vor einem hohen Berg und können kaum den Gipfel erkennen. Aber wenn wir mit Gott zusammen losgehen, dann wird er uns auf seinen Pfaden auch zum Gipfel führen.

Das Geheimnis der Berufung besteht ja gerade nicht darin, dass Gott seine Hoheit aus der Hand gibt, sondern seine Gottheit stets um uns herum ist. Stellen Sie sich einen Lehrling vor, der zum ersten Male einen Automotor auseinandernehmen muss. Glauben Sie allen Ernstes, der KFZ-Meister sagt zu ihm: Du, mach das mal, ich muss mal eben weg. Du kannst das schon. Wohl kaum. Der Meister wird ihm die ganze Zeit über die Schulter schauen und sofort eingreifen, wenn etwas in die Hose zu gehen droht.

Und genau so ist es auch bei unseren Berufungen. Gott ist stets nur ein Gebet weit entfernt. Wir sollen also nicht nur einfach losgehen, sondern auch in ständigem Kontakt mit ihm bleiben. Dann werden wir unserer Berufung auch gerecht werden.

Jetzt müssen wir noch kurz über die soziale Absicherung reden. Zur Zeit, wo unser Predigttext spielt, gab es noch keine AOK, keine Rentenversicherung und auch noch keine Arbeitslosenversicherung. Diese Aufgaben nahmen die Familienangehörigen und die gesamte Verwandtschaft wahr. Obwohl es ein Tanz auf der Rasierklinge hätte werden können, folgte Abram ganz einfach dem Wortes Gottes voller Vertrauen. Er verließ einen Großteil seiner Verwandtschaft und folgte Gott nach.

Heute wissen wir warum. Der uns beruft hat uns versprochen: Und siehe ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Ausgestattet mit dieser Zusage, die unwiderruflich gilt, können wir uns unverzagt und unverzagt mit Gott auf unseren Berufungsweg machen.

Der Liederdichter Paul Gerhardt beschreibt unseren Lebensweg unter der Herrschaft Gottes hier auf Erden sehr schön in dem 6. Vers seines Liedes: „Ich bin ein Gast auf Erden…“ (EG529), der da lautet, wie folgt:

So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt,
doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt.
Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt,
da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr
Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Altjahresabend im Jahre 2017. Den Predigttext für den heutigen Silvestertag finden wir im 2. Buch Mose, Kapitel 13, die Verse 20-22. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

So zogen sie nun aus von Sukkot und lagerten sich in Etam am Rande der Wüste. Und der Herr zog vor ihnen her, am Tage in einer Wolkensäule, um sie den rechten Weg zu führen, und bei Nacht in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten, damit sie Tag und Nacht wandern konnten. Niemals wich die Wolkensäule von dem Volk bei Tage noch die Feuersäule bei Nacht.

Liebe Gemeinde,

auch wenn es bei dem Predigttext um den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten geht, hat dieser Predigttext doch ganz aktuelle Parallelen in die heutige Zeit hinein. Lassen Sie uns doch am Ende des Jahres diesen Text in das Jahr 2017 und 2018 übertragen.

1. Am Tage

Gott führte sein Volk auch am Tage. Mit diesem „am Tage“ sind übertragen auch unsere schönen und hellen Tage des Lebens gemeint.

Am Tage sieht man ja bekanntermaßen sehr gut und kommt ganz gut ohne irgendwelche Hilfsmittel zurecht. Und in unserem Leben sind das die Tage, wo wir uns am liebsten selber auf die Schulter klopfen möchten und zu uns sagen möchten:

„Wie haben wir das nur wieder hingekriegt. Was sind wir doch für tolle Kerle bzw. Frauen.“

Und hier liegen wir schon einmal ganz gewaltig daneben. Lassen Sie uns immer daran denken, dass uns unser Herr unser ganzes Leben lang führt und begleitet.

Seien wir doch jetzt einmal 1 Minute lang stille und jeder denkt mal kurz darüber nach, wo Gott ihn im Jahre 2017 durch viele schöne Tage geführt hat.

Ich bin überzeugt, dass uns sogar in dieser kurzen Zeit ganz tolle Dinge eingefallen sind, die wir im Jahre 2017 haben erleben dürfen. Und ich finde, jetzt ist der rechte Zeitpunkt, Gott einmal für all das zu danken, was er uns in diesem Jahre an freudigen Ereignissen beschert hat.

Nehmen wir diese Form des Dankens doch gleich mit in das neue Jahr. Ein praktisches Beispiel gefällig: Jeden Abend danke ich Gott für all die schönen Dinge, die ich an diesem Tage habe erleben dürfen. Anfangs habe ich mir drei Dinge vorgenommen, wofür ich Gott danken wollte. Doch schon bald wurden es immer mehr.

Mal ganz abgesehen davon, dass ich nach einem derartigen Gebet viel besser schlafe, hat es meinen Blickwinkel gewaltig verändert. Ich habe erst dabei so richtig erkannt, dass es ja gar nicht selbstverständlich ist, dass ich all die schönen Dinge im Leben erleben durfte.

2. Bei Nacht

In der Nacht spendete Gott den Israeliten das notwendige Licht für ihre Wanderschaft. In der Nacht ist es ja bekanntermaßen dunkel und wir können uns recht schlecht orientieren.

Nahezu jeder, der nachts einmal aufgestanden ist und aus Rücksichtnahme auf seinen Gatten das Licht nicht anmachen wollte, hat sicherlich schon einmal die schmerzliche Bekanntschaft mit dem Bettpfosten gemacht.

In unserem Predigttext geht es natürlich nicht um Bettpfosten, sondern um die Nächte unseres Lebens.

Viele von uns sind in diesem Jahr auch durch dunkle Täler gegangen. Sei es der schmerzliche Verlust des Ehepartners oder aber eine schwere Erkrankung oder aber der drohende Verlust der wirtschaftlichen Existenz. In diesen Momenten kann es in unserem Leben ganz dunkel werden und wir haben Schwierigkeiten, uns noch irgendwie zurechtzufinden.

Aber auch durch diese Finsternis möchte uns unser Herr hindurchführen. Wenn wir ihn in diesen Situationen anrufen, dann werden wir es erleben, dass wir bei all unserer Finsternis in weiter Ferne auf einmal einen kleinen, anfangs kaum wahrnehmbaren Lichtschein erkennen können.

Je mehr wir nun diesem Lichtstrahl entgegengehen, desto heller wird er. Dieser Lichtschein bringt im wahrsten Sinne des Wortes wieder Licht in unsere dunklen Seelen. Aber er bringt nicht nur Licht, sondern auch Wärme in unsere Herzen hinein.

Und so führt uns Gott auch aus den dunkelsten Stunden unseres Lebens hindurch. Oder wie es Dietrich Bonhoeffer viel besser gesagt hat:

„Gott führt uns nicht am Leiden vorbei, aber immer durch unser Leiden hindurch.“

Denken wir doch auch jetzt einmal 1 Minute nach, wie uns unser Herr im Jahre 2017 auf unserer Wanderschaft durch so manches tiefe Tal hindurchgeführt hat.

3. Niemals

„Niemals wich die Wolkensäule…“, so lesen wir es am Ende unseres Predigttextes.

Niemals, liebe Gemeinde, bedeutet immer und ewig. Dieses gewaltige „Niemals“ Gottes hat unser uneingeschränktes Vertrauen verdient.

Wie uns Gott auch durch das gesamte Jahr 2017 hindurchgeführt hat, so wird er uns auch durch das kommende Jahr hindurchführen. Allen Weltuntergangspropheten und Verschwörungstheoretikern zum Trotze bedeutet Gottes gewaltiges Niemals immer ein für immer und ewig.

Und gerade dieses „Ewig“ ist noch ganz wichtig für uns. Wir alle wissen nicht, ob wir in dieser Konstellation noch am Silvestertage des Jahres 2018 zusammenkommen werden. Aber wir alle können uns felsenfest darauf verlassen, dass Gott, der uns ewig leitet und führt auch dann nicht damit aufhört, wenn wir diese Erde verlassen. Dann führt er uns nämlich an seiner Hand, die wir dann endlich schauen dürfen, hinein in die Ewigkeit.

Und nunmehr wünsche ich uns allen, dass wir uns im kommenden Jahre immer wieder an diese drei Fakten: „Bei Tag, bei Nacht und das gewaltige Niemals“ erinnern mögen.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den ersten Vers des Liedes: „Das alte Jahr vergangen ist“ (EG 59) und in den ersten Vers des Liedes: „Hilf, Herr Jesu, lass gelingen (EG 61) einstimmen, die da lauten, wie folgt:

Das alte Jahr vergangen ist; wir danken dir , Herr Jesu Christ,
dass du uns in so großer G’fahr so gnädiglich behüt dies Jahr.

Hilf, Herr Jesu, lass gelingen, hilf, das neue Jahr geht an;
lass es neue Kräfte bringen, dass aufs neu ich wandeln kann.
Neues Glück und neues Leben wollest du aus Gnaden geben.

Der Herr segne dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden
Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen einen geruhsamen und beschaulichen Übergang in das Jahr 2018.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Sonntag, dem 20. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Buch Mose, Kapitel 8, die Verse 18-22. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und so ging Noah heraus mit seinen Söhnen und mit seiner Frau und mit den Frauen seiner Söhne, dazu alle wilden Tiere, alles Vieh, alle Vögel und alles Gewürm, das auf Erden kriecht; das ging aus der Arche, ein jedes mit seinesgleichen. Noah aber baute dem Herrn einen Altar und nahm von allem reinen Vieh und von allen reinen Vögeln und opferte Brandopfer auf dem Altar. Und der Herr roch den lieblichen Geruch und sprach in seinem Herzen: Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen; denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf. Und ich will hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebt, wie ich getan habe. Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.

Liebe Gemeinde,

die Geschichte von der Sintflut kennen wir sicherlich alle. Viele von uns bestimmt noch aus Zeiten des Kindergottesdienstes. Unser heutiger Predigttext ist zeitlich an das Ende der Sintflut angelagert und lehrt uns einiges über das Wirken Gottes in dieser Welt. Lassen Sie uns dies doch heute morgen ein wenig näher betrachten.

1. Erde 1.0

Unser heutiger Predigttext hat ja auch eine Vorgeschichte. Gott zerstört ja nicht so mir nichts dir nichts seine Schöpfung, weil es ihm mal eben so gefällt. Was war also zuvor geschehen ?

Am Anfang schuf Gott für den Menschen einen Lebensraum in welchem es sich wohl vorzüglich leben ließ. Nicht umsonst wurde dieser Lebensraum als Paradies bezeichnet. Gott vertraute dem Menschen dieses Paradies vertrauensvoll an und der Mensch hat es innerhalb kürzester Zeit geschafft, das in ihn gesetzte Vertrauen zu zerstören.

Aber es sollte noch schlimmer kommen. Bis zu Zeiten Noahs wurde noch schlimmer gesündigt und Gottes Anweisungen einfach komplett missachtet. Und daher entschloss sich Gott, diese seine Schöpfung zu vernichten.

Darf Gott dies überhaupt, so fragen wir uns nun vielleicht. Gott hat jedem von uns sein Leben auf Erden geschenkt. Und ER allein bestimmt, wann dieses Leben ein Ende hat. Ein alter Prediger sagte einmal die Worte: „Kein Mensch stirbt an einer Krankheit, jeder Mensch stirbt nach Gottes Willen.“

Aber Gott macht sicherlich niemals etwas so einfach willkürlich. Auch wenn er seine Schöpfung zerstörte, so lesen wir doch in 1. Mose 6,8: Aber Noah fand Gnade vor dem Herrn. Gott urteilt und verurteilt also nicht pauschal. Dieser Noah, der sich ganz dem Willen Gottes unterworfen hatte, war ausgenommen von der Zerstörung der Schöpfung.

2. Erde 2.0

Und hier sind wir mittendrin in unserem heutigen Predigttext. Als Noah nun sah, dass die Erde wieder getrocknet war, nahm er die Insassen der Arche und alles Getier und stieg aus der Arche.

Dies war sicherlich kein fröhlicher Auszug, hatte er doch sicherlich auch von all dem Leid etwas mitbekommen, das seinen Mitmenschen geschehen war. Aber aus dem Leid wuchs eine große Dankbarkeit. Und daran hat sich bis heute nichts geändert. Es kann nur der jeinige tiefe Dankbarkeit empfinden, der auch das Leiden kennt.

Und was machte Noah als erstes ? Er baute dem Herrn aus Dankbarkeit einen Altar. Er sah sich nicht zuerst um, wo es wohl am besten sei, zu leben oder wo man Ackerbau betreiben könnte. Nein Noah opfert zuerst dem Herrn.

Und Gott sieht auch dies. Und jetzt kommt das erstaunliche, ich möchte fast sagen, das menschliche Element Gottes: Gott bereut es, dass er die treulosen Menschen vernichtet hat. Ist Gott wirklich so menschlich ? Lesen Sie es selber in der Bibel nach. Dies sagt ein eindeutiges Ja.

Und nun kommt neben dem menschlichen Element das göttliche Element zum Zuge. Obwohl Gott ganz genau weiß, dass der Mensch sich in Zukunft keinen Deut ändern wird, schwört er, dass er niemals wieder seine Schöpfung von sich aus zerstören wird.

Gott wagt den Neuanfang mit seinen Menschen, obwohl er genau weiß, dass er wieder enttäuscht werden wird. Das ist doch mal eine Zusage. Die können wir heute besser gebrauchen, als alle unsere Vorfahren.

3. Der Prüfstein

Hat sich Gott auch wirklich daran gehalten ? Schauen wir doch kurz einmal in der Bibel nach. Da schließt er einen Bund mit Abraham. Dann führt er sein Volk aus Ägypten, obwohl das gleich schon wieder in eine Schieflage gerät. Denken wir nur an das goldene Kalb. Dann lesen wir etwas von dem Neuanfang nach der babylonischen Gefangenschaft. Und daraus können wir doch nur eines schließen, liebe Gemeinde, nämlich dass Gott sein Volk niemals aufgibt.

Und jetzt kommen wir als Nichtisraeliten auch noch ins Spiel. Gott schenkt nicht nur einen Neuanfang, sondern er gibt sogar seinen eigenen Sohn dem Tode preis, damit alle, die diesen Gnadenakt für sich im Glauben annehmen wieder als geliebte Kinder zu ihm kommen können.

Also nicht nur ein Neuanfang der Schöpfung, sondern Gott schenkt jedem seiner Geschöpfe einen Neuanfang mit ihm ganz persönlich. Und diese Zusage gilt für alle Ewigkeiten.

Nun bleibt ja trotzdem auch uns als Christen so manches Leid nicht erspart. Wir leben ja immer noch auf Erden und noch nicht im Himmel. Und dann sind natürlich auch die Verschwörungstheoretiker nicht fern, die in nahezu jeder Naturkatastrophe das Gericht Gottes sehen.

Und daher ist es ganz wichtig, dass wir uns immer wieder an die feste Zusage Gottes erinnern, dass ER geschworen hat, diese Schöpfung nicht nochmals zu zerstören. Nur so nebenbei bemerkt: Wenn WIR unsere Schöpfung selber zerstören, dann dürfen wir nicht Gott die Schuld dafür in die Schuhe schieben.

Und trotzdem steht sie immer wieder im Raume, diese WARUM Frage nach dem Leid. Das geht auch mir noch immer so, wenn ich täglich die Nachrichten schaue. Ich glaube, wir sollten es wie Dietrich Bonhoeffer halten, der einmal sagte:

„Es gib keine hinreichende Erklärung für menschliches Leiden, aber es gibt die Erfahrung der Bewältigung menschlichen Leidens“.

Und so betet auch der Psalmbeter in Psalm 5,9 nicht die Worte: Ebne vor mir meinen Weg, sondern die Worte Ebne vor mir Deinen Weg.

Wenn wir dem Gott, der geschworen hat, seine Schöpfung niemals wieder zu zerstören und der seinen eigenen Sohn dem Tode übergab nur damit wir gerettet werden können, wenn wir allein diesem Gott unser ganzes Vertrauen schenken, dann können auch wir aus vollem Herzen in die Worte: Ebne vor mir Deinen Weg einstimmen. Dann können wir fest darauf vertrauen, das alles, was uns geschieht nur zu unserem Besten dient und das Gott uns immer einen Weg zeigen wird auf dem wir mit ihm zusammen gehen können.

Davon war sicherlich auch der Liederdichter Paul Gerhardt fest überzeugt, als er den ersten Vers seines Liedes „Befiehl du deine Wege…“ (EG 361) verfasste, der da lautet, wie folgt:

Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt
der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt.
Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn,
der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche. Bis zum kommenden Dienstag dem Reformationstag verabschiede ich mich von Ihnen allen und grüße Sie alle ganz herzlich.

Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Pfingstmontag. Den Predigttext für den heutigen Feiertag finden wir im 1. Buch Mose, Kapitel 11, die Verse 1-9. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Der Turmbau zu Babel

Es hatte aber alle Welt einerlei Zunge und Sprache. Als sie nun nach Osten zogen, fanden sie eine Ebene im Lande Schinar und wohnten daselbst. Und sie sprachen untereinander: Wohlauf, lasst uns Ziegel streichen und brennen ! – und nahmen Ziegel aus Stein und Erdharz als Mörtel und sprachen: Wohlauf, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reiche, damit wir uns einen Namen machen; denn wir werden sonst zerstreut in alle Länder. Der fuhr der Herr hernieder, dass er sähe die Stadt und den Turm, die die Menschenkinder bauten. Und der Herr sprach: Siehe, es ist einerlei Volk und einerlei Sprache unter ihnen allen und dies ist der Anfang ihres Tuns; nun wird ihnen nichts mehr verwehrt werden können von allem, was sie sich vorgenommen haben zu tun. Wohlauf, lasst uns herniederfahren und dort ihre Sprache verwirren, dass keiner des anderen Sprache verstehe ! So zerstreute sie der Herr von dort in alle Länder, dass sie aufhören mussten, die Stadt zu bauen. Daher heißt ihr Name Babel, weil der Herr daselbst verwirrt hat aller Länder Sprache und sie von dort zerstreut hat in alle Länder.

Liebe Gemeinde,

Pfingsten, das Fest der Ausgießung des Heiligen Geistes mit der Folge, dass jeder seine eigene Sprache hören kann, das war schon ein Ereignis. Und heute hören wir von einer genau gegenteiligen Geschichte, nämlich der Zerstreuung der Völker in vielerlei Sprachen und Kulturen. Das eine, wie das andere sind von Gott veranlasst worden. Zwischen den Zeilen finden wir auch die Botschaft, die Gott uns senden will. Ich glaube, drei Punkte sollen wir uns immer wieder in unserem Umgang mit Gott klarmachen:

1. Gott regiert

Der Theologe Karl Barth schrieb einem Pfarrer, den, bedingt durch die Geschehnisse des Dritten Reiches die Angst zu übermannen drohte, einmal die Worte: „Vergiss nicht lieber Freund es wird regiert…“

Wir Menschen meinen ja immer die ganze Welt im Griff zu haben. Mit zunehmender Technisierung geht nahezu alles automatisch. Wer hätte vor 50 Jahren an das Internet gedacht ? Heutzutage ist es der Goldstandard jedweder Kommunikation überhaupt. Und wer hat’s erfunden, natürlich wir Menschen!!!

Mit dem Internet sind wir weltweit verbunden. Innerhalb von Sekunden können ganze Tonnen von Akten in digitaler Form von A nach B bewegt werden. Eine ganz tolle Leistung. Bloß leider, liebe Gemeinde, überholen wir uns dabei meist selbst. Das Internet hat es erst möglich gemacht, dass es ein Darknet gibt, in welchem zum Beispiel Kriegswaffen jedweder Art offen zum Kauf angeboten werden. Und wer hat’s vermasselt, natürlich wir Menschen.

Und genau so waren die Menschen in unserem Predigttext. Sie wähnten sich als Herrscher der Welt, denen nichts mehr unmöglich schien. Also starteten sie ihr eigenes Himmelsprojekt. Und dies ging gewaltig in die Hose, wie wir es soeben gehört haben.

Das Gute daran ist allerdings, dass wir zwar gegen Gottes Willen angehen können, ER aber letztendlich immer die Oberhand behält. Ihm gleiten die Dinge niemals aus der Hand, wie uns das so schnell passiert. Wie Karl Barth auf dieses „Es wird regiert“ vertraute, so können auch wir Tag für Tag darauf vertrauen, dass Gott letztendlich alles zum Guten wenden wird.

Daher können wir uns auch ganz getrost zurücklehnen und auf Gottes eingreifen abwarten und müssen uns nicht ständig um alles und jedes Geschehen in der Welt Sorgen machen. Gott hat alle Dinge im Blick, auch das Darknet. Und zu dem von ihm festgesetzten Zeitpunkt wird ER dort eingreifen, sei es selber oder aber durch Menschen, wie Du und Ich.

Johannes Busch, der Bruder des bekannten Pfarrers Wilhelm Busch saß im Kriege kurzzeitig in einem Nazigefängnis ein, wo er ob seiner Gesinnung wegen verhört wurde. Einer seiner Peiniger ging am Abend aus dem Gebäude heraus und rutschte auf einer achtlos weggeworfenen Obstschale derart aus, dass er sich bei diesem Sturz das Genick brach und auf der Stelle verstarb. Wir sehen, es wird regiert.

2. Die Marschroute

Die Menschen von Babel hatten ja eigentlich nichts ehrenrühriges im Sinne. Sie wollten ja schließlich Gott nicht von seinem Thron stoßen. Sie wollten Gott nur so nahe wie möglich sein. Und das mit eigenen Mitteln zu dem von ihnen bestimmtem Zeitpunkt.

Und hier kommen wir zu unserer zweiten Lektion: Nicht wir kommen von unten herab zu Gott in die Höhe. Nein, dies ist nicht möglich. Gott kommt von oben herab zu uns Menschen. Für uns sündige Menschen ist es schlichtweg unmöglich so wie wir sind zu Gott zu kommen. Dies wusste keiner besser als Gott. Und doch liebte er seine Geschöpfe und wollte einen Weg schaffen, dass wir wieder seine Kinder sein können.

Also musste er, und darüber haben wir von Weihnachten bis Ostern gesprochen, als Mensch auf die Erde kommen und für all unsere Sünden bezahlen. Erst dann, wenn keine Sünde mehr zwischen Gott und mir steht erst dann habe ich wieder freie Bahn hin zu Gott.

Alle meine eigenen Bemühungen, ohne mein JA zu seiner Erlösungstat, werden früher oder später scheitern.

Gott hat Pfingsten vor rund 2000 Jahren den Heiligen Geist ausgesandt. Seitdem wirkt dieser Geist in allen Menschen, die ihn bitten, bei ihnen Einzug zu halten. Dieser Heilige Geist führt und leitet uns unser ganzes Leben lang. Mit dem Heiligen Geist an unserer Seite können wir uns ganz getrost auf unseren Lebensweg machen immer im festen Vertrauen darauf, dass Gott stets das Beste für uns will.

3. Sich einen Namen machen

Das, liebe Gemeinde, hatten die Bürger von Babel im Sinne. Sie wollten sich vor Gott einen Namen machen. Sie wollten mit eigenen Taten vor Gott glänzen. Gott sollte schließlich stolz auf sie sein, was sie geschafft hatten.

Und daran hat sich bis heute kaum etwas geändert. Viele Menschen glauben in der Tat immer noch, dass Gott für jeden Menschen ein persönliches Punktekonto im Himmel führt und die guten Taten letztendlich addiert werden und ihnen somit ein „VIP-Platz“ im Himmel bereitsteht.

Und wenn dann diese guten Taten von anderen Menschen nicht entsprechend anerkannt und gewürdigt werden, dann sind diese Menschen auch noch so richtig beleidigt.

Wenn wir auf diese Art und Weise, also über die Addition der guten Taten in den Himmel kommen wollen, dann sollten wir immer bedenken, dass jede einzelne Sünde, und sei sie auch noch so klein, jedes Mal den gesamten Punktestand wieder auf Null setzt.

Also dürften wir mit Worten, Taten und Gedanken niemals auch nur in die Nähe einer möglichen Sünde kommen. Denn ansonsten sähe es recht düster aus mit unseren Himmelsaussichten.

Gott sei Dank ist es aber nicht so, dass wir uns auf diesem Wege einen Namen bei Gott machen müssen. Das klappte schon damals in Babel nicht.

Aber wie geht es denn dann in den Himmel ? Dadurch, dass Gott sich bei uns einen Namen gemacht hat !!! In Jesus ist Gott als Mensch auf die Erde gekommen, hat für unsere Sünden bezahlt und ist wieder in den Himmel aufgefahren. Am Pfingsttag kam Gott als Beistand zurück auf die Erde und macht sich seitdem bei all denen einen Namen, die ihn im Glauben anrufen.

Wer Gott im festen Glauben und Vertrauen annimmt, sich auf seine Erlösungstat beruft und ihm die Regentschaft über sein Leben überlässt, der muss sich vor Gott nicht mehr über gute Werke den Himmel verdienen. Den Himmel hat er nämlich schon längst geschenkt bekommen.

Wenn der so gläubige Mensch sich dann trotzdem über gute Taten definiert, dann deshalb, weil er sich freut, von Gott angenommen worden zu sein und dies möglichst vielen Menschen auf diese Art und Weise weitergeben möchte.

Dann sind die guten Taten kein Weg mehr zur Eintrittskarte in den Himmel, sondern ein Wegweiser für andere Menschen, wie auch sie in den Himmel kommen können.

Darum lassen Sie uns den Heiligen Geist bitten, auch in unseren Herzen Einzug zu halten indem wir in den ersten Vers des Liedes “ O Heilger Geist, kehr bei uns ein …“ (EG 130) von Michael Schrimer einstimmen:

O Heilger Geist, kehr bei uns ein und lass uns deine Wohnung sein,
o komm, du Herzenssonne.
Du Himmelslicht, lass deinen Schein bei uns und in uns kräftig sein
zu steter Freud und Wonne.
Sonne, Wonne, himmlisch Leben willst du geben, wenn wir beten;
zu dir kommen wir getreten.

Der Herr segne dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Feiertag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 5. Sonntag in der Passionszeit, dem Sonntag Judika. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Buch Mose, Kapitel 22, die Verse 1-13. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Nach diesen Geschichten versuchte Gott Abraham und sprach zu ihm: Abraham! Und er antwortete: Hier bin ich. Und er sprach: Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du lieb hast, und geh hin in das Land Morija und opfere ihn dort zum Brandopfer auf einem Berge, den ich dir zeigen werde. Da stand Abraham früh am Morgen auf und gürtete seinen Esel und nahm mit sich zwei Knechte und seinen Sohn Isaak und spaltete Holz zum Brandopfer, machte sich auf und ging hin an den Ort, von dem ihm Gott gesagt hatte. Am dritten Tage hob Abraham seine Augen auf und sah die Stätte von ferne und sprach zu seinen Knechten: Bleibt ihr hier mit dem Esel. Ich und der Knabe wollen dorthin gehen, und wenn wir angebetet haben, wollen wir wieder zu euch kommen. Und Abraham nahm das Holz zum Brandopfer und legte es auf seinen Sohn Isaak. Er aber nahm das Feuer und Messer in seine Hand; und gingen die beiden miteinander. Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham: Mein Vater! Abraham antwortete: Hier bin ich, mein Sohn. Und er sprach: Siehe, hier ist Feuer und Holz; wo ist aber das Schaf zum Brandopfer? Abraham antwortete: Mein Sohn, Gott wird sich ersehen ein Schaf zum Brandopfer. Und gingen die beiden miteinander. Und als sie an die Stätte kamen, die ihm Gott gesagt hatte, baute Abraham dort einen Altar und legte das Holz darauf und band seinen Sohn Isaak, legte ihn auf den Altar oben auf das Holz und reckte seine Hand aus und fasste das Messer, dass er seinen Sohn schlachtete. Da rief ihn der Engel des Herrn vom Himmel und sprach: Abraham! Abraham ! Er antwortete: hier bin ich. Er sprach: Lege deinen Hand nicht den Knaben und tu ihm nichts; denn nun weiß ich, dass du Gott fürchtest und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont um meinetwillen. Da hob Abraham seine Augen auf und sah einen Widder hinter sich in der Hecke mit seinen Hörnern hängen und ging hin und nahm den Widder und opferte ihn zum Brandopfer an seines Sohnes statt.

Liebe Gemeinde,

ganz schön starker Tobak, den wir soeben gehört haben. Hätte ich das auch so konsequent mit meinem Sohn gemacht, wenn Gott dies von mir gefordert hätte? Ich glaube natürlich, dass ich dies nicht gemacht hätte. Aber was hat dann dieser heutige Predigttext für einen Sinn? Was will er uns aufzeigen? Ich glaube hinter dem Predigttext stehen drei Punkte, die wir vielleicht schnell überlesen, weil wir von dem Geschehen als solchem schnell in unseren Bann gezogen werden.

1. Gott unterbricht

Liebe Gemeinde, es gibt ja durchaus Menschen, die nach ihrer Bekehrung meinen, sie dürften überhaupt nichts mehr tun; außer zu Hause zu sitzen um auf göttliche Aufträge zu warten. Dies ist natürlich ein phänomenaler Unsinn, aber es gibt tatsächlich Religionsgemeinschaften, die dies so sehen.

So war Abraham natürlich nicht. Er kannte Gott und tat genau das, was nötig war, um seinen Lebensunterhalt zu sichern. Er schob also die Verantwortung für sich und die Seinen nicht auf Gott ab, sondern arbeitete, wie wir alle es tun, um unsere Familien zu ernähren. Natürlich betete er auch zu Gott, aber alles zu seiner Zeit.

Ein bekannter Evangelist hat dies einmal wie folgt auf den Punkt gebracht, als er gefragt wurde, ob Arbeiten oder Beten wichtiger sei: Arbeite so, als ob nur die Arbeit von Gott gewürdigt wird und bete so, als ob nur beten helfen würde.

Mitten in seine Arbeit hinein rief Gott den Abraham an. Abraham unterbrach sofort seine Arbeit und widmete sich augenblicklich Gott zu. Er ließ sich also bereitwillig von Gott in seiner Tätigkeit unterbrechen. Machen wir das heute auch noch so ? Ist es nicht vielmehr so, dass wir in diesem Falle sagen: „Jetzt nicht Gott, ich bin leider gerade zu beschäftigt.“ Und dann wundern wir uns, wenn wir so wenig mit Gott zusammen erleben.

Denken wir doch einmal daran, dass alles, was wir haben und alles, was wir sind wir schließlich von Gott erhalten haben. Demzufolge hat er nicht nur das Recht uns jederzeit zu unterbrechen, nein nicht nur das, wir haben demzufolge geradezu auch die Pflicht, uns gefälligst von Gott unterbrechen zu lassen. Wenn Ihr Chef auf der Arbeitsstelle Ihnen etwas mitteilen will, dann unterbrechen Sie ja auch Ihre momentane Tätigkeit und fokussieren sich auf das, was der Chef Ihnen sagen will.

Machen wir dies doch bei Gott ab jetzt genau so.

2. Raus aus der Komfortzone

Gott erteilt Abraham einen Auftrag. Der hatte es, wie wir gesehen haben, in sich. Da war nichts mehr mit religiöser Gefühlsduselei und frommen Chorälen. Bei diesem Auftrag ging es im wahrsten Sinne des Wortes an die Substanz. Und doch machte sich Abraham auf Geheiß seines Herrn auf den Weg, genau so, wie es der Herr ihm befohlen hatte.

Jetzt sind wir doch alle mal ganz ehrlich, wir sind ja unter uns. Es ist doch viel schöner in einer christlichen Gemeinschaft über Gott und unsere Erlebnisse mit ihm zu reden und zu diskutieren. Das tut doch richtig gut, von den anderen verstanden zu werden und zu erfahren, dass es ihnen genau so ergangen ist, wie uns. In völliger Eintracht und Frieden leben wir zusammen und genießen die Zeit der Gemeinschaft so richtig.

Bloß ist dies nicht unser Auftrag, den Gott uns erteilt hat. Wir sollen eben nicht in den Kirchen sitzen und aufpassen, dass ja kein Fremder unsere Idylle und den Frieden stört. Unser Auftrag lautet: „Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker; taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.“ (Matthäus 28, 19-20)

So, und dieser Auftrag kommt von Gott ganz persönlich und ist daher weder auslegbar, noch verhandelbar. Was bedeutet dies für uns? Wie Abraham werden wir von Gott höchstpersönlich aus unserer Komfortzone herausgerufen und beauftragt, diesen Auftrag auszuführen. Und der hat es sin sich.

Wir sollen ja nicht nur zu den Menschen gehen, die uns freundlich gesinnt sind, uns brav zuhören und sich anschließend allesamt bekehren. Nein, Gott spricht von allen Völkern. Und da sind auch solche dabei, dies uns eher misstrauisch, wenn nicht gar feindlich gesinnt gegenüberstehen. Und auch da sollen wir nicht kneifen.

Wie wir das umsetzen sollen, das ist uns selber überlassen. Wir können dies mit Herzen, Mund und Händen tun. Aber immer so, dass jeder erkennt, welche Botschaft wir weitergeben möchten.

3. Schattenspringer

Ich bekomme schon ein wenig Gänsehaut, wenn ich mir bildlich vorstelle, wie Abraham seinen Sohn Isaak auf dem Holz festbindet und dann mit dem Messer drauf und dran war, seinen Sohn zu opfern.

Ich wünsche natürlich uns allen, dass Gott uns niemals in eine ähnliche Situation führen wird. Aber Gott wird uns auf unserem Wege mit ihm immer wieder in Situationen führen, wo auch wir über den sprichwörtlichen Schatten springen müssen.

Da bekommt ein junger Mensch den Auftrag, für Gott als Prediger tätig zu werden. Er bekommt aber immer wieder Panik, wenn er vor mehr als fünf Menschen öffentlich reden soll. Zieht jetzt Gott seinen Auftrag zurück, weil er sich bei der Auswahl der Person vielleicht doch geirrt hat?

Nein, Gottes Auftrag bleibt bestehen. Der junge Mann muss wohl oder übel predigen, also über seinen eigenen Schatten springen. Denken wir noch einmal an Matthäus 28, also an unseren Generalauftrag. Der geht nämlich noch weiter: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

Und das ist das entscheidende an unserem Leben mit und für unseren Herrn. Egal, was auf uns zukommt, er ist immer bei uns. Der junge Mann hat Angst vor öffentlichen Auftritten? Indem Moment wie er vor der Gemeinde steht Gott neben ihm und steht ihm bei. Gott hilft spätestens rechtzeitig. Und darauf können wir uns voll und ganz verlassen.

Ich glaube, dass wir Christen uns immer wieder im Schattenspringen üben sollten, das ist nämlich unsere Paradedisziplin. Wir haben Streit mit unserem Ehepartner und sind uns so richtig gram? Warum springe ich nicht über den Schatten und gehe den ersten Schritt in Richtung Versöhnung? Gott hilft mir dabei. Wir meinen, wir könnten uns der neuen beruflichen Herausforderung doch gar nicht stellen. Warum eigentlich nicht? Werden wir doch Schattenspringer in der festen Gewissheit, dass Gott mit springt und uns sogar über die Hürde trägt, wenn wir es nicht alleine schaffen. Wir haben Angst uns dem Mainstream entgegenzustellen, der zum Beispiel der Meinung ist, dass wir schon genug Flüchtlinge in unserem Land haben. Warum stellen wir uns denn denen nicht entgegen? Gott ist doch bei uns und steht uns bei.

Aus diesen Alltagsbeispielen sehen wir, dass wir immer wieder als Schattenspringer gefordert sind. Machen wir es doch auch, wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt in dem festen Vertrauen auf Gottes Zusage: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

Der Liederdichter Manfred Siebald hat für uns Schattenspringer einen mutmachenden Vers zur Hand, den wir uns tagtäglich ins Gedächtnis rufen dürfen. Es ist der erste Vers seines Liedes „Es geht ohne Gott..“, welcher lautet, wie folgt:

Es geht ohne Gott in die Dunkelheit
aber mit ihm gehen wir ins Licht.
Sind wir ohne Gott macht die Angst sich breit
aber mit ihm fürchten wir uns nicht.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche als Schattenspringer zusammen mit unserem Herrn.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Predigt zur Passionszeit (Invokavit)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Sonntag, dem ersten Sonntag in der Passionszeit mit dem Namen Invokavit. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Buch Mose, Kapitel 3, die Verse 1-19. Dort wird die Geschichte des Sündenfalls erzählt. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Der Sündenfall

Aber die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott, der Herr, gemacht hatte, und sprach zu der Frau: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten ? Da sprach die Frau zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbet! Da sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, sondern Gott weiß: An dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist. Und die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte. Und sie nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon und er aß. Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan, und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze. Und sie hörten Gott den Herrn, wie er im Garten ging, als der Tag kühl geworden war. Und Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Gottes des Herrn unter den Bäumen im Garten. Und Gott der Herr rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du? Und er sprach: Ich hörte dich im Garten und fürchtete mich; denn ich bin nackt, darum versteckte ich mich. Und er sprach: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du nicht gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot, du solltest nicht davon essen? Da sprach Adam: Die Frau, die du mir zugesellt hast, gab mir von dem Baum und ich aß. Da sprach Gott der Herr zur Frau: warum hast du das getan? Die Frau sprach: Die Schlange betrog mich, sodass ich aß. Da sprach Gott der Herr zu der Schlange: Weil du das getan hast, seist du verflucht, verstoßen aus allem Vieh und allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Erde fressen dein Leben lang. Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und zwischen deinen Nachkommen und ihren Nachkommen; der soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen. Und zur Frau sprach er: Ich will dir viel Mühsal schaffen, wenn du schwanger wirst; unter Mühen sollst du Kinder gebären. Und dein Verlangen soll nach deinem Mann sein, aber er soll dein Herr ein. Und zum Mann sprach er: Weil du gehorcht hast der Stimme deiner Frau und gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen, verflucht sei der Acker um deinetwillen! Mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren dein Leben lang. Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf dem Felde essen. Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden.

Liebe Gemeinde,

hätte es diesen Vorfall nicht gegeben, säßen wir heute sicherlich alle nicht hier um auf Gottes Wort zu hören. Wir wären ja nach wie vor im Paradies und somit in der ständigen Gemeinschaft mit unserem Herrn. Daher lassen Sie uns heute Morgen das, was im Garten Eden passiert ist, ein wenig genauer analysieren. Leider müssen wir uns auf einige wenige Punkte beschränken, da die Zeit einfach nicht mehr zulässt.

1. Was ist Sünde

Wenn wir vom Sündenfall reden, dann sollten wir zunächst einmal definieren, was denn überhaupt die Sünde ist. Ich habe einmal im Internet nachgesehen und folgende Definition gefunden: Sünde ist eine Handlung, die gegen religiöse Gesetze und Gebote verstößt.

Das ist eine ganz neutrale Definition, die es aber in sich hat. Wir müssen uns nämlich vergegenwärtigen, dass jede Sünde, die wir begehen, uns von Gott trennt. Dabei reicht schon eine einzige Sünde im Leben um dauerhaft und in Ewigkeit von Gott getrennt zu sein.

Jetzt könnten wir natürlich in die Waagschale werfen, dass wir als Christen doch keine Sünde begehen. Gut und schön, wir versuchen es zumindest. Eine Zeitlang klappt das auch. Aber dann auf einmal ist es doch wieder passiert, dass wir in die Sündenfalle Satans hineintappen. Nehmen wir nur einmal die 10 Gebote. Ich sage uns allen auf den Kopf zu, dass wir bestimmt und mit Sicherheit beständig gegen einige dieser Gebote verstoßen.

Natürlich sind wir keine Mörder und vermutlich auch keine Ehebrecher. Aber haben wir eigentlich auch schon in Kindertagen unsere Eltern stets geehrt? Hat es da im pubertären Alter nicht doch einmal die ein oder andere nicht so schöne Auseinandersetzung gegeben? Natürlich sagen wir immer und überall die Wahrheit. Auch bei der Steuererklärung? Immer und überall?

Wir sehen, alle aber auch wirklich alle Menschen tappen immer mal wieder in die Sündenfalle hinein. Wie passiert das eigentlich?

2. Der Weg der Sünde

Kein Mensch geht ja von sich aus so vor, dass er sagt: „So, heute wird mal kräftig gesündigt.“ Ich hoffe, ich liege damit richtig. Also warum sündigen wir überhaupt? Unser heutiger Predigttext zeigt uns dies auf sehr eindrucksvolle Art und Weise.

Der einzige Weg Satans wie er Adam und Eva von Gott wegbekommen konnte war, sie zur Begehung einer Sünde zu verführen. Verführer tarnen sich immer sehr geschickt. Nur selten gelingt es uns, Verführer auf den ersten Blick auch als solche wahrzunehmen. Meist entdecken wir dies erst, wenn es mal wieder zu spät ist. So war es auch bei der Schlange.

Die Schlange sagte ja nicht zu Eva: Nun iss mal von der Frucht des Baumes, ich weiß, das ist verboten. Nein, die Schlange ging ganz geschickt vor. Ich könnte mir das wie folgt vorstellen. Sie kommt zu Eva und spricht zu ihr: „Du Eva, ich möchte mal mit dir über Religion reden.“ Da ist ja auch gar nichts Verwerfliches dabei. Eva konnte auch noch gar nichts merken, da die Schlange ja wie Eva auch davon ausging, dass Gott existiert. Warum sollte sie sich also nicht mit jemandem, der Gott ebenso gut kennt wie sie selbst über Gott unterhalten.

Und dann kam der entscheidende Satz: Sollte Gott denn wirklich gesagt haben…? Er meint es doch tatsächlich ganz anders. So manövriert die Schlange Eva ganz bewusst und gezielt in eine Sündenfalle hinein. Aus der Verführung, also der Verdrehung der Tatsachen, wurde eine Verblendung. Eva sah nur noch das Argument der Schlange und dass sie ja eigentlich recht hat. Sie ist so sehr in den Bann der Sünde gezogen, dass sie das ursprüngliche Verbot Gottes vergisst.

Und genau mit diesem Prinzip geht Satan heute noch vor, wenn er uns zum Beispiel zuflüstert: „Da ist doch nichts dabei, das machen doch alle so.“, um nur ein Beispiel zu nennen.

Nun isst Eva von der Frucht. Und Sünde so, sie einmal begangen wurden ist, hat die Eigenschaft, sehr schnell auf weitere Menschen überzugreifen. So auch hier im Paradies. Eva animierte den Adam doch ebenfalls von der Frucht zu essen. Und schon hatte sich die Sünde manifestiert.

Genau so war es übrigens im Dritten Reich. Zunächst wurden die Kirchen gleichgeschaltet. Dann sangen einige das hohe Lied des Nationalsozialismus und nach und nach taten dies immer mehr und am Ende hatten bis auf wenige Ausnahmen sehr viele Kleriker das Blut unschuldiger Menschen an ihren Händen kleben. Diese Kleriker hatten zu Beginn des Dritten Reiches niemals in Erwägung gezogen, einmal tatenlos dabei zuzusehen, wie andere Menschen umgebracht werden.

Gibt es denn einen Ausweg, vielleicht so eine Art qualifizierter Entschuldigung? Leider nein, wie wir es im weiteren Verlauf dieser Geschichte nachlesen können. Adam und Eva flogen achtkantig aus dem Paradies heraus und Wachen vor den Toren des Paradieses sorgten dafür dass sie keinerlei Chance mehr hatten zu Gott zurückzukehren. Aber die Geschichte sollte ja noch weitergehen…

3. Der Freispruch

Adam und Eva befanden sich also vor den Toren des Paradieses und waren dauerhaft von Gott getrennt. Und genau dies vereint diese beiden Menschen mit uns Menschen im 21. Jahrhundert. Wir alle, die wir geboren werden, werden mit der Erbsünde behaftet geboren, und sind also von Geburt an mit der Sünde behaftet. Sie glauben das nicht?

Dann denken wir doch einmal an ein kleines Kind. Welche Eigenschaften kann es von ganz alleine ohne das wir sie ihm beigebracht haben? Zum Beispiel die Lüge. „Nein, ich war das nicht“, wer kennt sie nicht diese Worte unserer Kleinen, obschon wir ihnen sofort das Gegenteil nachweisen können.

Jetzt stellt sich natürlich für uns die Frage: Wie kommen wir denn wieder rein in die Gegenwart Gottes? Diese Frage hatte sich Gott auch vor über 2000 Jahren gestellt. Es gab nur eine Lösung, es musste für die Sünden aller Menschen, also für alle vergangenen Sünden, alle gegenwärtigen Sünden und alle zukünftigen Sünden aller Menschen eine Lösung gefunden werden, wie diese ihnen nicht mehr angerechnet werden konnten.

Der einzige, der dieses Gesetz der Erbsünde durchbrechen konnte, war Gott selber. Und so kam er als Jesus auf die Erde und wurde am Karfreitag gekreuzigt. Er allein, der vollkommen sündlos war konnte also für all unsere Sünden bezahlen, indem er sein Blut dafür gab und für uns starb. Eigentlich hätten wir dort hängen müssen; aber Gott tat dies in seiner unendlichen Liebe zu uns für uns. Er nahm uns unsere Sünden ab und bezahlte für sie.

Das bedeutet natürlich keinen Freispruch für alle, also keine Generalamnestie für alle Menschen. Nur wer sich dazu bekennt, also ganz bewusst diese Erlösungstat auch für sich im Glauben annimmt, nur der ist errettet und auf den Weg in die ewige Gemeinschaft mit Gott.

Und daher ist es unser aller Aufgabe, möglichst vielen Menschen diesen Rettungsweg aufzuzeigen. Gehen müssen sie ihn schon selber und wir können auch niemanden zwingen diesen Weg der Errettung einzuschlagen.

Das, was am Kreuz von Golgatha geschah, fasst der Liederdichter Adam Thebesius sehr schön in dem dritten Vers seines Liedes „Du großer Schmerzensmann..“ (EG 87) zusammen, der da lautet, wie folgt:

Dein Kampf ist unser Sieg, dein Tod ist unser Leben;
in deinen Banden ist die Freiheit uns gegeben.
Dein Kreuz ist unser Trost, die Wunden unser Heil,
dein Blut das Lösegeld, der armen Sünder teil.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag zu Invokavit in der immerwährenden Gegenwart unseres Herrn und einen frohen Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Sonntag, dem letzten Sonntag nach Epiphanias. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 2. Buch Mose, Kapitel 3, die Verse 1-10. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Moses Berufung

Mose aber hütete die Schafe Jitros, seines Schwiegervaters, des Priesters in Midian, und trieb die Schafe über die Steppe hinaus und kam an den Berg Horeb. Und der Engel des Herrn erschien ihm in einer feurigen Flamme aus dem Dornbusch. Und er sah, dass der Busch im Feuer brannte und doch nicht verzehrt wurde. Da sprach er: Ich will hingehen und die wundersame Erscheinung besehen, warum der Busch nicht verbrennt. Als aber der Herr sah, dass er hinging, um zu sehen, rief Gott ihn aus dem Busch und sprach: Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin ich. Gott sprach: Tritt nicht herzu, zieh deine Schuhe von deinen Füßen; denn der Ort, darauf du stehst, ist heiliges Land ! Und er sprach weiter: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Und Mose verhüllte sein Angesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen. Und der Herr sprach: Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen und ihr Geschrei über ihre Bedränger gehört; ich habe ihre Leiden erkannt. Und ich bin herniedergefahren, dass ich sie errette aus der Ägypter Hand und sie herausführe aus diesem Land in ein gutes und weites Land, in ein Land, darin Milch und Honig fließt, in das Gebiet der Kanaaniter, Hetiter, Amoreiter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter. Weil denn nun das Geschrei der Israeliten vor mich gekommen ist und ich dazu ihre Not gesehen habe, wie die Ägypter sie bedrängen, so gehe nun hin, ich will dich zum Pharao senden, damit du mein Volk, die Israeliten aus Ägypten führst.

Liebe Gemeinde,

Unser Predigttext steht ja unter der Überschrift „Moses Berufung“. Natürlich beruft Gott auch heute noch Menschen, die er für den Aufbau seines Reiches mit dabei haben möchte. Ansonsten wäre heute keiner von uns hier. Nun sind wir ja bald wieder in unserem Umfeld und werden dort vielleicht auch einmal gefragt: „Wie läuft sie denn ab, so eine Berufung? Bin ich überhaupt dafür geeignet?“ Lassen Sie uns heute Morgen anhand des Predigttextes doch einmal diesen Fragen nachgehen.

1. Die Person

Zunächst einmal müssen wir festhalten, dass es sich bei dem späteren großen Gottesmann Mose um einen Mörder handelte. Als er zusehen musste, wie ein ägyptischer Vorarbeiter einen seiner Landsleute geschlagen hatte, erschlug er kurzerhand den Ägypter. Viel Unrechtsbewusstsein war nicht dabei. Die Flucht aus Ägypten trat er nämlich erst dann an, als diese ganze Sache aufzufliegen drohte.

Moses war, und das müssen wir klipp und klar erkennen, ein ganz gewöhnlicher Verbrecher. Und so jemanden kann Gott gebrauchen? Ja, liebe Gemeinde, so jemanden kann Gott in seinem Dienst gebrauchen.

Gehen wir zeitlich ein wenig weiter und schauen uns den gelehrten Theologen Saulus an. An wie vielen Morden war er doch alles beteiligt. Während der Steinigung des Stephanus passte er auf die Kleider derjenigen auf, die den Stephanus steinigten. Ausgestattet mit allen notwendigen Vollmachten reiste er los, um in Damaskus die dort lebenden Christen auszurotten. Also auch ein ganz besonders niedliches Exemplar der Gattung Mensch dieser Saulus Und so jemanden will Gott in seinem Dienste haben? Ja, so jemanden will Gott in seinem Dienste haben.

Wir haben ja häufig so ein bestimmtes Bild davon im Kopf, wen Gott denn wohl in seinen Dienst berufen muss und wen vor allem er überhaupt nicht berufen kann und darf. Einer der begnadetsten Pastoren in meiner Umgebung ist ein Mensch, der über einen Zeitraum von über 10 Jahren heroinabhängig war, sich die Drogen mittels der Begehung von Straftaten beschaffte und der mit Gott in dieser Zeit überhaupt nichts zu tun haben wollte. Aber Gott mit ihm und so berief er ihn in seinen Dienst.

Keiner von uns ist vermutlich ein derart Krimineller, wie die soeben beschriebenen Personen. Aber wir meinen ja oft, dass wir für einen Dienst in Gottes Reiche nicht geeignet sind. Wenn Gott Mörder, Totschläger und Drogenkriminelle beruft, dann können wir ruhig davon ausgehen, dass er auch uns dabei haben will.

2. Der Ort

Mose war also aus Ägypten geflohen und hatte Unterschlupf bei seinem zukünftigen Schwiegervater gefunden. Dort machte er sich nützlich, indem er de Herden seines Schwiegervaters hütete. Und das brachte es nun einmal so mit sich, dass man sich fernab jeglicher Zivilisation befand und mit sich und dem Vieh meist den ganzen Tag über alleine war. In diese Situation hinein sprach Gott den Mose an.

Heute ist es sicherlich nicht anders. Wir können natürlich versuchen, Gott aus unserem Leben herauszuhalten, indem wir unser Leben vollstopfen mit allen möglichen Aktivitäten, die uns ja nicht zur Ruhe kommen lassen.

Und dann auf einmal ist sie dann doch da: Die Situation, wo man zwangsläufig zur Ruhe kommt. Ich habe es oftmals erleben dürfen, dass Gott in diese Situation hineinspricht und Menschen in seinen Dienst beruft.

Eine Berufung, liebe Gemeinde, können wir natürlich nicht erzwingen, aber wir können die äußeren Voraussetzungen so gestalten, dass es Gott einfacher hat, uns zu erreichen. Er erreicht uns notfalls natürlich in jeder Situation (Denken wir nur an die Damaskusgeschichte), aber wir können es ja auch ein wenig einfacher gestalten.

Wie können wir uns dies bildlich vorstellen, wenn der allmächtige Gott in unser Leben kommt ? Wir leben unser Leben in einer horizontalen Richtung. Dort richten wir uns zumeist so ein, das dieses Leben möglichst bequem für uns verläuft. Und dann wird diese horizontale Richtung durch Gott, der aus der vertikalen Richtung kommt, auf einmal durchkreuzt. Dass dies unser so bequemes Leben manchmal total auf den Kopf stellt, ist sicherlich jedem nachvollziehbar.

Nach dem vertikalen Eingriff verlief das Leben des Mose ganz anders als vorher. Und darauf müssen wir uns auch gefasst machen, wen der allmächtige Gott unsere horizontale Lebenslinie durchkreuzt. Nichts wird mehr sein, wie es war, aber alles wird spannender, sinnerfüllter und gottgefälliger werden.

3. Der Weg

Nachdem Gott dem Mose seinen Auftrag erteilt hatte kam der „Marschbefehl“. „So gehe nun hin…“, so lesen wir es in unserem Predigttext. Mose hatte auch sogleich einige Ausreden parat, die seiner Ansicht nach in der Lage waren, ihn als vollkommen ungeeignet erscheinen zu lassen. Das kennen wir doch auch alle. Da bekommen wir einen Auftrag von Gott und es wird uns sofort mulmig in der Magengegend. „Das können andere doch viel besser als ich“ das denken wir doch auch so manches Mal.

Mein „Ich kann das nicht“ hat aber vor Gott keinen Bestand. Wenn er mir eine Aufgabe zukommen lässt, dann sorgt er auch dafür, dass ich die dafür notwendige Kraft bekomme, diese Aufgabe in seinem Sinne auszuführen.

Gott beruft nämlich nicht die besonders befähigten Menschen, sondern Gott befähigt die Menschen, die er beruft. Das war zu Mose Zeiten so, dass war zu Paulus Zeiten so und daran hat sich bis heute rein gar nichts geändert.

Wenn wir uns die Geschichte von Mose weiter anschauen, dann sehen wir noch eines. Gott war bei der gesamten Erfüllung seiner Aufgaben immer ganz dicht bei Mose. Sicherlich gab es Schwierigkeiten, aber Gott war da. Und das, liebe Gemeinde, ist auch heute noch der Fall. Wir dürfen nach unserer Berufung ganz getrost darauf vertrauen, dass Gott immer in unserer Nähe ist, wenn wir beginnen unsere Aufgaben zu erfüllen.

Daran dürfen wir uns auch erinnern, wenn wir in den ersten Vers des Liedes „Gott ist gegenwärtig…“ (EG 165) von Gerhard Tersteegen einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Gott ist gegenwärtig
Lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten.
Gott ist in der Mitte.
Alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge.
Wer ihn kennt, wer ihn nennt,
schlag die Augen nieder, kommt, ergebt euch wieder.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen angenehmen Sonntag und einen fröhlichen Start in die nun kommende Woche unter der ständigen Gegenwart unseres Herrn.

Bleiben Sie alle wohlbehütet.
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 2. Sonntag nach Epiphanias. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 2. Buch Mose, Kapitel 33, die Verse 17b bis 23. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Der Herr sprach zu Mose: Auch das, was du jetzt gesagt hast, will ich tun; denn du hast Gnade vor meinen Augen gefunden, und ich kenne dich mit Namen. Und Mose sprach: Lass mich deine Herrlichkeit sehen! Und er sprach: Ich will vor deinem Angesicht all meine Güte vorübergehen lassen und will vor dir kundtun den Namen des Herrn; Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich. Und er sprach weiter: Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht. Und der Herr sprach weiter: Siehe, es ist ein Raum bei mir, da sollst du auf dem Fels stehen. Wenn dann meine Herrlichkeit vorübergeht, will ich dich in die Felskluft stellen und meine Hand über dir halten, bis ich vorübergegangen bin. Dann will ich meine Hand von dir tun und du darfst hinter mir her sehen; aber mein Angesicht kann man nicht sehen.

Liebe Gemeinde,

wer möchte das nicht, Gott einmal von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen und direkt mit ihm reden ? So war das auch bei dem großen Gottesknecht Mose der Fall. Auch er wollte DEN einmal sehen, dem er schließlich sein gesamtes Leben und das Leben eines ganzen Volkes anvertraut hatte. Und was sagt Gott dazu? „Kein Mensch wird leben, der mich sieht.“ So, und jetzt haben wir das Dilemma. Gibt es denn gar keine Art der Kommunikation zwischen Gott uns Menschen? Doch, liebe Gemeinde, die gibt es. Und diese wollen wir uns heute Morgen einmal gemeinsam anschauen.

1. Die Voraussetzung

Gott sagt zunächst zu Mose: „Du hast Gnade vor meinen Augen gefunden“. Das ist also die Voraussetzung dafür, dass wir Gott auf irgendeine Art und Weise persönlich erfahren können. Auch wir müssen Gnade vor seinen Augen finden.

Haben das nicht alle Menschen? Grundsätzlich liebt Gott alle seine Geschöpfe. Aber Gnade vor ihm finden eben nur seine Kinder. Nun müssen wir gemeinsam überlegen, wie wir denn ein Kind Gottes werden damit er sich auch uns offenbaren kann.

Kind Gottes wird man ganz einfach durch den Glauben. Der Glaube bedeutet als erstes einmal, dass ich erkenne, dass ich vor Gott ein Sünder bin und ER als gerechter Gott überhaupt keine Gemeinschaft mit mir haben kann. Dann ist aber auch schon die Lösung in Sicht. Indem ich das, was Jesus für mich tat, also das Bezahlen für alle meine Sünden, dankend annehme, indem ich das tue, gelten all meine Sünden vor dem allmächtigen Gott als getilgt.

Der Weg von mir zu Gott ist nicht mehr durch einen Berg von Sünden verbarrikadiert, sondern der Weg ist wieder frei geworden. Gewiss, sehen kann ich ihn nach wie vor nicht. Denken wir doch einmal an unsere Telefone. Vor nicht allzu langer Zeit gab es ja noch die guten alten fest installierten Telefone und die Damen von der Vermittlung. Vor meiner Bekehrung kam ich mit meinem Telefon noch nicht einmal zu der Vermittlung durch. Jetzt, nachdem ich Gottes Kind geworden bin, verbindet mich der Mann an der Vermittlung direkt mit Gott. Und dann kann ich direkt mit ihm reden.

Jeder, aber auch wirklich jeder, der sich ernsthaft bekehrt hat kann ganz gewiss sein, dass Gott all seine Gebete erhört und auch so beantwortet, wie es am besten für den Beter ist. Es kommt dabei aber, und das müssen wir einfach akzeptieren, auf Gottes Sicht der Dinge an und nicht auf unsere manchmal etwas komischen Wunschvorstellungen.

2. Das Nachsehen

Nein, Gott kann man nicht in die Augen schauen; jedenfalls hier auf Erden nicht. Daher stellte Gott den Mose auch in eine Felsspalte, in der er verweilen sollte, während Gott an ihm vorüberging.

Mose konnte Gott zwar nicht sehen, aber er konnte ihn spüren. Haben wir nicht alle, wenn wir uns jetzt einmal kurz zurückbesinnen, schon einmal die Gegenwart Gottes, seine schützenden Hände über uns und sein Eingreifen in unser Leben direkt spüren, fühlen und erleben dürfen. Dies ist hiermit gemeint, dass Mose Gott zwar nicht sehen konnte, aber ihm hinterher sehen konnte.

Und das können wir sicherlich auch oftmals in unserem Leben. Hinterher können wir sicherlich alle oftmals dieses Eingreifen Gottes in unser Leben erkennen. Dann ist er aber schon an uns vorübergegangen und hat seine Wirkung entfacht.

Dazu ein kleines Beispiel aus meiner Jugend. Ich war ein begeisterter Kletterer. Bedingt durch einen Felsabgang an einer Bahnstrecke hatte sich ein ideales Klettergebilde gebildet. Rund 30 Meter hoch lud diese Felsformation geradezu zu einer Eroberung ein. Natürlich war das Betreten dieses Ortes strengstens verboten. Aber davon ließ ich mich natürlich nicht aufhalten. Kurzum, ich hatte fast den Aufstieg geschafft, als ich in ein Büschel Gras fasste, von welchem ich ausging, dass dies fest mit dem Boden verankert war. Dieses löste sich dann und ich stürzte die rund 30 Meter ab. Unten angekommen stellte ich fest, dass ich auch nicht eine klitzekleine Blessur davongetragen hatte. Nur war ich am ganzen Körper ganz grün, so als ob ich über ein Moosbett gerutscht wäre. Allerdings stellte ich bei genauem Betrachten fest, dass vor mir eine nackte Felswand lag und keinerlei Moos oder Gras sichtbar war. Viele mögen dies als Spinnerei ansehen, aber das war ein erstes Gotteserlebnis und sollte auch nicht das letzte sein.

Das war, zugegeben ein plötzliches Eingreifen Gottes. Gott wirkt aber auf vielfältige Weise in unserem Leben. Und auch dies können wir immer erst im Nachhinein erkennen. Da heißt es für uns auch einmal abwarten und Tee trinken. Das geht uns natürlich oftmals gegen den Strich. Wenn ich doch Gottes geliebtes Kind bin und etwas von ihm erbitte, dann kann er mir diese Bitte doch auch sofort erfüllen?

Nehmen wir einmal an, Sie haben einen kleinen Jungen. Dieser möchte im zarten Alter von 4 Jahren allein auf der Straße Fahrradfahren. Erlauben sie ihm dies ? Natürlich nicht, er muss erst noch abwarten, bis er groß und reif genug dafür ist. Und so ist es auch bei manchen Gebeten, die Gott noch nicht sofort beantwortet. Vielleicht sind wir ja für das, was wir erbitten einfach noch nicht reif genug.

Dann hilft es übrigens auch nicht, wenn wir in operativer Hektik versuchen, das Steuer selber in die Hand zu nehmen und das aus eigener Kraft erreichen wollen, um was wir Gott gebeten haben. In aller Regel wird dies gründlich in die Hose gehen.

3. Das Nachfolgen

Gott geht an uns vorüber und wir können sein Wirken in unserem Leben also immer erst im Nachhinein spüren. Das heißt aber doch auch, dass Gott uns stets in unserem Leben vorangeht.

Wir haben ja nunmehr Winterzeit. Stellen wir uns vor, wir gehen mit unseren Kindern in einer unberührten Winterlandschaft spazieren. Vorneweg geht der Vater und die Kinder gehen artig hinterher und zwar genau in seinen Fußstapfen, weil dies den Gang wesentlich einfacher macht.

Genauso ist es bei uns Gotteskindern. Gott geht uns stets voran und das einfachste, was wir im Leben machen können ist, in diese Fußstapfen zu treten und ihm so nachzufolgen. Und was machen wir häufig? Wir preschen an Gott vorbei und bleiben im Tiefschnee des Lebens vor Erschöpfung stecken. Oder aber wir warten ganz einfach ab bis die Fußstapfen wieder vollgeschneit sind und wir sie als solche gar nicht mehr erkennen können. Auch dann bleiben wir irgendwann vor Erschöpfung im Schnee stecken.

Wie erkennen wir denn die Fußstapfen Gottes, in welchen wir ihm auf dem Fuße folgen sollen? Die grobe Richtung erkennen wir an Gottes Liebesbrief, den er uns geschrieben hat, der Bibel. Und die ganz persönlichen Fußstapfen erfahren wir von ihm persönlich, wenn wir uns aufmachen und mit ihm reden.

Und dann gilt es einfach loszumarschieren und dem nachzufolgen, der ganz bestimmt den rechten Lebensweg für uns kennt, der am besten für uns ist. Allen die dies tun, sei überdies noch gesagt, dass dieser Weg nicht mit unserem irdischen Tode endet. Als Gottes Kinder gehen wir diesen Weg einfach weiter mit ihm hinein in seine Ewigkeit. Sind das nicht ganz tolle Aussichten für dieses noch recht junge Jahr?

Wenn wir IHM nachfolgen, dann sprengen wir dadurch alle Bande unseres Lebens und sind wirklich frei. Dies beschreibt der Liederdichter Johann Ludwig Konrad Allendorf sehr schön in dem zweiten Vers seines Liedes „Jesus ist kommen…“ (EG 66), der da lautet, wie folgt:

Jesus ist kommen, nun springen die Bande,
Stricke des Todes, die reißen entzwei.
Unser Durchbrecher ist nunmehr vorhanden;
er, der Sohn Gottes, der machet recht frei,
bringet zu Ehren aus Sünde und Schande;
Jesus ist kommen, nun springen die Bande.

Der Herr segne Sich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen fröhlichen Start in die neue Woche.

Bleiben Sie alle wohl behütet.
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 19. Sonntag nach Trinitatis. Unser heutiger Predigttext steht unter dem Generalthema der ewigen Liebe Gottes zu uns Menschen. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 2. Buch Mose, Kapitel 34, die Verse 4-10. Lassen
Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und Mose hieb zwei steinerne Tafeln zu, wie der ersten waren, und stand am Morgen früh auf und stieg auf den Berg Sinai, wie ihm der Herr geboten hatte, und nahm die zwei steinernen Tafeln in seine Hand. Da kam der Herr hernieder in einer Wolke, und Mose trat daselbst zu ihm und
rief den Namen des Herrn an. Und der Herr ging vor seinem Angesicht vorüber, und er rief aus: Herr, Herr, Gott, barmherzig und gnädig und geduldig und von großer Gnade und Treue, der da Tausenden Gnade bewahrt und vergibt Missetat, Übertretung und Sünde, aber ungestraft lässt er niemand, sondern sucht die Missetat der Väter heim an Kindern und Kindeskindern bis in das dritte und vierte Glied.
Und Mose neigt sich eilends zur Erde und betete an und sprach: Hab ich, Herr, Gnade vor
deinen Augen gefunden, so gehe der Herr in unserer Mitte, denn es ist ein halsstarriges Volk; und vergib uns unsere Missetat und Sünde und lass uns dein Erbbesitz sein. Und der Herr sprach: Siehe, ich will einen Bund schließen: Vor deinem ganzen Volk will ich Wunder tun, wie sie nicht geschehen sind in allen Landen und unter allen Völkern, und das ganze Volk, in dessen Mitte du bist, soll des Herrn Werk sehen; denn wunderbar wird sein, was ich an dir tun werde.

Liebe Gemeinde,

bevor wir uns mit dem heutigen Predigttext näher befassen, müssen wir ein wenig zurückgehen. Was war vorher passiert? Gott hatte Mose die erste Ausfertigung der 10 Gebote übergeben und Mose musste bei seiner Rückkehr feststellen, dass die Israeliten von dem Gott abgewichen waren, der sie doch so sicher aus Ägypten geführt hatte. Wir alle kennen ja sicherlich die Geschichte mit dem goldenen Kalb. Nunmehr erhielt Mose salopp gesagt die 10 Gebote 2.0.

Was können wir aus dem Geschehen lernen?

1. Die Abkehr

Mose war nun schon eine geraume Zeit weg und man machte sich vielleicht Sorgen, wie es weitergehen könnte. Menschen neigen ja immer gern dazu, den Spatz in der Hand mehr wertzuschätzen als die Taube auf dem Dach. In gewissen Situationen mag dies auch sinnvoll sein, jedoch sollte man dies nicht auf das Verhältnis zu und mit Gott übertragen.

Und genau dies taten die Israeliten. Unsicher, was mit Mose geschehen war, wandten sie sich von dem Gott ab, der sie doch bisher so sicher aus Ägypten geführt hatte und der sie bis zu diesem Zeitpunkt so sicher durch die Wüste geführt hatte. Von diesem Gott war auf einmal nichts mehr zu spüren und zu fühlen. Und so machte man sich flugs einen neuen Gott, den man sehen konnte. So hatte man jedenfalls ein Objekt der Anbetung, das ganz real existierte.

Ein Phänomen von damals. Nein, liebe Gemeinde, das gibt es auch heute noch. Wie oft sind wir in unserem Leben verunsichert, wenn wir Gott eine Zeitlang nicht spüren und erleben oder gar fühlen können. Dies ist doch auch ganz natürlich, diese Angst, dass Gott auf einmal wegschauen könnte. Und doch, liebe Gemeinde, dürfen wir eines von den Israeliten lernen. Gott ist da, Gott ist immer da und Gott wird immer für uns da sein.

Lassen wir es doch in ähnlichen Situationen gar nicht erst dazu kommen, dass wir unser goldenes Kalb bauen. Vertrauen wir doch lieber dem einen, der Himmel und Erde gemacht hat. Vertrauen wir ihm doch auch immer wieder unser Leben an, auch wenn wir ihn gerade mal nicht spüren, fühlen
und direkt erleben können.

2. Die Umkehr

Als Mose mit den ersten 10 Geboten zurückkehrte sah er das ganze Elend des Volkes, welches es sich selber bereitet hatte. Nun ist es gewiss so, dass Gott immer für uns da ist, aber es ist gewiss nicht so, dass Gott alles duldet und toll findet, was wir so machen.

Aber eines ist Gott. Gott ist nämlich seinen Zusagen treu. Auch wenn wir, wankelmütig, wie wir einmal sind, doch oftmals vom rechten Wege abweichen und, wie man so schön sagt „Gott einen guten Mann sein lassen“ so hält er sich doch konsequent an seine Zusagen, die er damals den
Israeliten und heute uns gegeben hat.

Wir können Gottes Liebe gar nicht verspielen, auch wenn wir dies vielleicht glauben. Auch wenn es für uns unerklärlich ist, wieso Gott uns dennoch liebt, tut er dies. Allerdings, und dies ist eine
Voraussetzung für seine Liebe müssen wir unsere bösen und tadeligen Pfade verlassen und wieder zu ihm zurückkehren. Dies ist lediglich ein aktives „Ja, Herr, ich will wieder zu Dir zurückkehren“ und hat so rein gar nichts mit wieder-gut-mach Taten zu tun.

Gott lässt sich nicht durch äußere Handlungen beeinflussen, aber ein reumütiges Herz, das zu ihm zurück möchte, das lässt ihn nicht unbeeindruckt.

Bevor wir umkehren lassen Sie uns doch in unserem Leben einmal eine Art Inventur der goldenen Kälber machen. Umkehr bedeutet ja, Gott an die erste Stelle in unserem Leben zu setzen. Und jetzt überlegen wir einmal, was wir alles an die erste Stelle in unserem Leben gesetzt haben. Könnte es vielleicht die Karriere sein, die unser ein und alles ist in unserem Leben? Für andere kann es der Sportverein sein, für den er Samstag für Samstag die Fußballstadien dieses Landes füllt. Es kann aber auch der Ehepartner sein, den man abgöttisch liebt und ihm nur allzu gern die erste Stelle im Leben einräumt.

Wenn wir wirklich von Herzen umkehren und wieder die geliebten Kinder unseres Herrn sein wollen, dann müssen wir unsere goldenen Kälber an die Seite räumen und Gott wieder an die erste Stelle unseres Lebens setzen.

3. Die Zukunft

Nehmen wir einmal an, wir haben Karriere und Besitz die erste Stelle in unserem Leben eingeräumt. Das heißt jetzt natürlich nicht, dass wir all unseren Besitz verschenken und unsere Arbeitsstelle kündigen sollen. Nein, sie sollen nur einen anderen Stellenwert in unserem Leben einnehmen.

Warum schaffen sich viele Menschen Reichtümer an? Aus Angst vor schlechten Zeiten. Sollten diese kommen, dann erhoffen sie sich die Sicherheit von Ihren Besitztümern. Blöd nur, wenn das ganze Geld auf einmal nichts mehr wert ist. Oder nehmen wir die Karriere. Warum wollen so viele Menschen die höchsten Stufen auf der Karriereleiter erklimmen. Neben Geld ist es Macht und Ansehen, was diese Menschen treibt.

Blöd nur, dass all das Ansehen erfahrungsgemäß 1 Jahr nach Antritt des Ruhestandes dahin ist.

In Besitzangelegenheiten sollen wir indes allein auf unseren Herrn schauen und ihm vertrauen, dass er uns das gibt, was wir wirklich zum Leben benötigen. Und das Ansehen ? Was ist denn wirklich wichtig ? Das Ansehen, dass wir vor anderen haben oder wie Gott uns ansieht ?

Wenn wir Gott allein die Ehre geben und uns in allen Dingen allein auf ihn verlassen, dann wird er für seine geliebten Kinder sorgen und uns mit allem versorgen, was wir zum Leben und Überleben benötigen. Wer das nicht glaubt, dem empfehle ich das letzte Kapitel des Buches Hiob.

Und dann kommt da noch eine bestimmte Stunde in unserem Leben, unsere Sterbestunde. In dieser trägt er uns dann heim in sein ewiges Reich. Seinen geliebten Kindern hat er nämlich zugesagt, dass mit dem irdischen Tod nicht alles aus ist. Seinen geliebten Kindern hat er zugesagt, dass er sie heimholen wird in sein Reich. Und seinen geliebten Kindern hat er zugesagt, dass er eine Ewigkeit mit ihnen zusammen verbringen möchte.

Was sind dagegen schon all die goldenen Kälber, die wir uns selber machen.

Wie es uns ergeht, wenn wir uns allein auf unseren Herrn verlassen das beschreibt der Liederdichter Ludwig Helmbold sehr schön in dem ersten Vers seines Liedes: „Von Gott will ich nicht lassen…“ (EG 365),
welcher lautet, wie folgt:

Von Gott will ich nicht lassen,
denn er lässt nicht von mir,
führt mich durch alle Straßen,
da ich sonst irrte sehr.
Er reicht mir seine Hand,
den Abend und den Morgen
tut er mich wohl versorgen,
wo ich auch sei im Land.

Der Herr bewahre Dich davor, goldene Kälber an seine Stelle zu setzen
Der Herr behüte Dich von allem, was dich von Ihm wegbringen könnte
Der Herr sei stets Dein treuer Hirte, der Dich ein Leben lang leitet und begleitet

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 1. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 5. Buch Mose, Kapitel 6, die Verse 4-9. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein. Und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft. Und diese Worte, die ich Dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen und sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt oder unterwegs bist, wenn du dich niederlegst oder aufstehst. Und du sollst sie binden zum Zeichen auf deine Hand, und sie sollen dir ein Merkzeichen zwischen deinen Augen sein, und du sollst sie schreiben auf die Pfosten deines Hauses und an die Tore.

Liebe Gemeinde,

was ist wirklich wichtig im Leben? Geld, Karriere oder viel Ansehen, also berühmt zu sein ? Nein, das ist es sicherlich nicht. Deshalb nicht, weil dies alles vergängliche Werte sind. Aber es gibt etwas, das die Basis von allem ist. Und was das ist, das haben wir soeben gehört.

Wir sollen den Herrn lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all unserer Kraft. Das ist es, was wirklich wichtig ist in unserem Leben. Wenn wir dies wirklich so tun, dann ergibt sich der Rest von selbst.

Aber was ist denn so wichtig an der Liebe? Lassen Sie uns darüber heute Morgen ein wenig näher nachdenken.

1. Liebe und Danken

Wenn ich meinen Schöpfer wirklich liebe, dann komme ich erst zu der rechten Erkenntnis, was ich ihm alles zu verdanken haben. Er hat mich in die Welt gesetzt und mich mit all meinen Begabungen und Talenten ausgestattet.

Er hat mir den Besuch einer Schule, das Erlernen eines Berufes ermöglicht. Und er ist es, der schützend seine Hand über mir hält und mich auf meinem ganzen Lebensweg begleitet. Wenn dies mal kein Grund zum Danken ist.

Iin dem Wort „Gedanken“ finden wir das Wort „Danken“. Danken schützt nämlich auch vor Gedankenlosigkeit. Wenn wir unserem Schöpfer für alles danken, was wir von ihm erhalten, dann laufen wir eben nicht mehr gedankenlos durch die Gegend und schreiben unser Leben irgendeinem kosmischen Zufall zu.

Und wenn ich danke sage, für etwas, dass ich erhalten habe, dann darf ich mich doppelt darüber freuen. Ich darf mich so sehr darüber freuen, dass ich von dem, was ich im Überfluss erhalten habe, auch etwas weitergebe.

2. Liebe und Hass

Liebe Gemeinde, können wir einen Menschen lieben und ihn gleichzeitig hassen? Ich glaube, wir sind uns einig, dass dies nicht möglich ist.

Da wo die Liebe wohnt, da ist kein Platz mehr für Hass in jedwelcher Form auch immer. Die Liebe neutralisiert das Gefühl des Hasses. Sollen wir jetzt alle Menschen lieben, egal, was sie uns angetan haben? Ja, jetzt wird es schwierig. Nehmen wir einmal theoretisch an, dieser Mensch hat das, was er uns angetan hat vor Gott schon bereut und von ihm Vergebung erfahren. Wer sind wir dann, dass wir diese Vergebung in Frage stellen?

Also vom Grundsatz her sollen wir auch den Menschen lieben, der uns Böses angetan hat. Wir sollen zumindest versuchen, diesen Menschen mit den Augen Gottes zu betrachten. Wenn wir dies versuchen zu tun, ist dies ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Zum anderen haben wir unseren Herrn an unserer Seite, den wir immer wieder in derartigen Situationen bitten dürfen, uns mit seiner Kraft auszustatten, der Kraft der Vergebung, die es auch uns möglich macht , dem anderen zu vergeben. Und wenn wir den Herrn von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all unserer Kraft lieben, dürfen wir sicher sein, dass er uns dabei hilft, anderen Menschen zu vergeben.

Und wenn wir einmal ganz ehrlich sind, dann steckt von dem, was uns ein anderer Mensch angetan hat, zumindest in unseren Gedanken häufig auch ein Stück dessen, was wir gerade so an diesem Menschen verabscheuen.

3. Liebe und Eigennutz

Haben Sie schon einmal ein verliebtes Pärchen beobachtet? Der wichtigste Mensch von Beiden ist immer der jeweils andere. Diese Verliebtheit geht so weit, dass der eine für den anderen alles aufzugeben bereit ist, was ihm wert und teuer ist.

Im Normalfalle gibt sich dies in zwischenmenschlichen Beziehungen und es kehrt alsbald ein Stück weit Normalität in den Hormonhaushalt ein.

Was können wir daraus ersehen? Liebe stellt den Eigennutz an die Seite und betrachtet zunächst einmal den geliebten Partner. Liebe möchte, dass es dem Partner gut geht und er rundum glücklich ist.

So, liebe Gemeinde, liebt uns Gott und so sollen wir Gott auch lieben.
Wenn wir dies tun, dann wird sich unser Leben verändern. Wir erleben eine Veränderung vom ICH zum DU.

Dann ist es auf einmal nicht mehr so wichtig, dass ich alle meine Interessen durchsetze. Und dann bin ich selber auf einmal nicht mehr das Zentrum des Universums. Wenn ich Gott von Herzen liebe, dann übergebe ich ihm die Regentschaft über mein Leben.

Eines kann ich Ihnen versprechen, er stellt unser aller Leben immer wieder auf den Kopf. Wenn ER bei uns einzieht, dann werden so nach und nach alle Sorgengeister ausziehen. Wenn wir Gott mit jeder Faser unsers Körpers lieben und ihm die erste Stelle in unserem Leben einräumen, dann wird er uns ein Leben lang begleiten.

Vor allem dann, wenn es und einmal schlecht geht, dann werden wir merken, was für einen starken Partner wir an unserer Seite haben.

Das Einzige was wir tun müssen ist, diese Liebe mit der und Gott liebt, diese Liebe müssen wir erwidern. Alles andere geschieht dann von selber.
Also, liebe Gemeinde, keine religiösen Klimmzüge, kein frommes Gebläse und keine aufgesetzte Frömmigkeit mehr. All dies durchschaut Gott sowieso. Und das bisschen Eindruck, dass dies auf andere Menschen macht, darauf können wir doch getrost verzichten.

Diese Liebe, mit der wir Gott lieben sollen, diese Liebe beschreibt der Liederdichter Johann Scheffler sehr schön in dem 6. Vers seines Liedes „Liebe, die du mich zum Bilde deiner Gottheit hast gemacht…“ (EG 401), der da lautet, wie folgt:

Liebe, die mich ewig liebet und für meine Seele bitt,
Liebe, die das Lösgeld gibet und mich kräftiglich vertritt:
Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich.

Der Herr gebe Dir die Kraft, seine Liebe an Deine Mitmenschen weiter zu geben
Der Herr gebe Dir die Kraft mit seiner Liebe allen Hass und Unfrieden zu überwinden
Der Herr gebe dir durch seine Liebe die Kraft allen Eigennutz zu überwinden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche. In dem Film Das Dschungelbuch singt der Bär Balou das Lied „Probiers mal mit Gemütlichkeit…“ Ich schlage vor, wir nennen es um als Motto für die nächste Woche in: „Probiers mal mit der Liebe….“. Wir werden ganz bestimmt ganz tolle Erfahrungen machen.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber