Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen 4. Sonntag nach Epiphanias. Am heutigen Sonntag gedenken wir der Tatsache, dass Gott der Herrscher des Himmels und der Erde ist und dass Ihm auch alle Naturgewalten unterstellt sind. Dies spiegelt sich auch in unserem heutigen Predigttext wieder, welchen wir im Matthäusevangelium, Kapitel 14, die Verse 22-33 finden. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Jesus und der sinkende Petrus auf dem See

Und alsbald trieb Jesus seine Jünger, in das Boot zu steigen und vor ihm hinüber zu fahren, bis er das Volk gehen ließe. Und als er das Volk hatte gehen lassen, stieg er allein auf einen Berg, um zu beten. Und am Abend war er dort allein. Und das Boot war schon weit weg vom Land entfernt und kam in Not durch die Wellen; denn der Wind stand ihm entgegen. Aber in der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen und ging auf dem See. Und als ihn die Jünger sahen auf dem See gehen, erschraken sie und riefen: Es ist ein Gespenst ! und schrien vor Furcht. Aber sogleich redete Jesus mit ihnen und sprach: Seid getrost, ich bin’s; fürchtet euch nicht ! Petrus aber antwortete ihm und sprach: Herr, bist du es, so befiehl mir, zu dir zu kommen auf dem Wasser.
Und er sprach: komm her ! Und Petrus stieg aus dem Boot und ging auf dem Wasser und kam auf Jesus zu. Als er aber den starken Wind sah, erschrak er und begann zu sinken und schrie: Herr, hilf mir ! Jesus aber streckte sogleich die Hand aus und ergriff ihn und sprach zu ihm:
Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt ? Und sie traten in das Boot und der Wind legte sich. Die aber im Boot waren, fielen vor ihm nieder und sprachen: Du bist wahrhaftig Gottes Sohn !

Liebe Gemeinde,

wieder einmal ein Predigttext, der so direkt unter die Haut geht. Finden Sie nicht auch ? Und doch steckt hinter diesem augenscheinlichen Überwinden der Naturgewalten noch viel mehr. Ich denke, es sind drei Punkte, auf die uns der heutige Predigttext hinweisen will.

1. Der Weg ohne Jesus

Jesus fordert seine Jünger auf, allein in ein Boot zu steigen und sich schon einmal ohne Ihn auf den Weg zu machen. Eigentlich vollkommen unspektakulär. Und doch lesen wir in unserem Predigttext das Wort „Jesus trieb“ Seine Jünger. Er forderte sie also nicht freundlich auf, sondern Er drängte sie quasi dazu, sich ohne Ihn auf den Weg zu machen. Dies sollte indes eine beispielhafte Lehrstunde werden.

Zunächst ging auch alles glatt. Das Boot war wohl schon einige Stunden ohne spektakuläre Vorkommnisse unterwegs gewesen und dann auf einmal geriet es in Seenot. Wie wir lesen, stand ihm der Wind entgegen.

Liebe Gemeinde, ist dies nicht auch ein Zeichen unserer Zeit ? Wie viele Menschen machen sich auf und gehen ihren Lebensweg ohne unseren Herrn. Als Christ könnte man manchmal direkt neidisch werden, scheint doch gerade diesen wirklich gottlosen Menschen so alles zu gelingen. Sie
schwelgen in Reichtum und Überfluss und lassen es sich so richtig gut gehen. Und dann auf einmal kommt der Gegenwind. Dies muss nicht gleich eine lebensbedrohende Krankheit sein. Es kann auch der Karriereknick sein, weil Jüngere bevorzugt werden. Oder aber die Familie bricht auseinander, weil sie alle keinen gemeinsamen festen Grund mehr haben. Und dann möchte man als Christ nicht mehr neidisch sein auf diese Menschen.

Ein Weg ohne Jesus führt früher oder später immer in die Dunkelheit. Menschen, denen diese feste Basis in ihrem Leben fehlt, die dümpeln dahin, wie unser Boot aus dem Predigttext, getrieben von den Stürmen und Wellen des Lebens. Total orientierungslos werden sie von den Stürmen des
Lebens gepackt bis sie irgendwann auf Grund laufen. Aber so weit muss es ja nicht kommen. So lange wir auf Erden leben können wir uns jederzeit für folgenden Weg entscheiden:

2. Der Weg mit Jesus

Da mag so eine rechte Freude aufgekommen sein, als die Jünger ihren Herrn erkannt hatten, der ihnen gefolgt war. Ja, liebe Gemeinde, es kam sogar zu einer Art Euphorie. Petrus war überzeugt, dass auch er auf dem Wasser gehen könne, wie sein Herr und Meister. Und wie wir es nachlesen
können, es klappte schließlich auch.

Das ist etwas, was mir immer wieder Trost spendet. Jesu Liebe geht so weit, dass Er allen Menschen hinterhergeht, auch wenn sie auf dem Weg in ihr eigenes Verderben sind. Jesus ist nicht nur für unsere Sünden gestorben, auf dass wir Frieden hätten. Nein, Jesus geht noch einen Schritt weiter. Selbst dem übelsten aller Sünder, der ein Leben ohne Ihn führen will, selbst diesem geht Er hinterher. Wohlgemerkt, die Jünger zählen nicht zu den übelsten Sündern, sondern stehen in unserem Predigttext nur stellvertretend für diese Menschen.

Und wenn dann ein Mensch seine eigene Verlorenheit erkannt hat und gar nicht mehr weiter weiß, dann reicht ihm Jesus Seine rettende Hand. Diese rettende Hand kann einen Alkoholiker von einem Moment auf den anderen „trocken“ werden lassen. Diese rettende Hand kann ganze Familien, die
auseinander gebrochen sind, wieder zusammenführen, wozu kein Paartherapeut jemals in der Lage gewesen ist. Und diese rettende Hand, liebe Gemeinde, hat zum Beispiel aus dem Saulus den Paulus gemacht. Aus einem Verfolger der Christen wurde einer der größten Evangelisten der damaligen Zeit.

So lange wir uns an dieser liebenden Hand festhalten, ja ich möchte beinahe sagen festkrallen, so lange sind wir in Seiner Liebe geborgen. Aber wir müssen auch vorsichtig sein, denn es kann auch zu

3. Kontrollverlust führen

Petrus war bestimmt kein frommer Spinner. Er war ein gestandener Fischersmann. Wenn einer sich auf dem Meer auskannte dann wohl doch Petrus. Und dieser Petrus, der eigentlich ganz genau wusste, dass Wasser keine Balken hat, dieser Petrus ist nun davon überzeugt, dass er auf Geheiß seines Herrn ebenfalls auf dem Wasser gehen kann. Und wie wir gelesen haben klappte dies auch zunächst sehr gut. Wenn Jesus von einem Menschen Besitz ergreift, dann gibt es keine Grenzen mehr.

Und dann auf einmal begann dieser Petrus zu sinken. Was war passiert ?
Eigentlich genau das, was uns auch heute immer wieder widerfahren kann. Da geraten wir in Not und vertrauen uns ganz und gar unserem Herrn an. Wir nehmen Seine ausgestreckte Hand und schauen nur noch auf Ihn und lassen uns von Ihm leiten. So weit, so gut. Und dann kommt der Moment, wo uns diese liebende Hand unseres Herrn oftmals als zu fest erscheint.
Wir sind doch schließlich keine kleinen Kinder mehr. Wir sind erwachsene Menschen und können doch wohl unser Schicksal selbst in die Hand nehmen. Und so lassen wir häufig die liebende Hand unseres Herrn los und wenden unseren Blick von Ihm ab.

Als wir Seine Hand ganz fest umklammert hatten, da gab es auch schon die Probleme um uns herum, aber wir waren so auf IHN fixiert, dass wir diese Probleme, Nöte, Sorgen und Gefahren gar nicht gesehen haben, weil er uns schlussendlich durch diese durchgeführt hat. Und nun auf einmal stehen wir wieder ganz allein da vor all diesen Nöten und Sorgen. Wir drohen an diesen Gefahren zu zerbrechen.

Und dann ist sie wieder da, diese ausgestreckte Hand unseres Herrn, die uns wieder zu sich zieht. Diese ausgestreckte Hand, welche Petrus sicherlich voller Dankbarkeit ergriffen hat, dürfen auch wir immer wieder dankend ergreifen. Egal, wo wir uns gerade befinden. Die ausgestreckte Hand unseres Herrn wartet nur darauf, von uns ganz fest umklammert zu werden. Dies meinte unser Herr auch, als Er uns verheißen hat: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

Dieses vertrauensvolle Gehen an unseres Herren Hand beschreibt auch die Liederdichterin Julie Hausmann in dem ersten Vers ihres Liedes „So nimm denn meine Hände…“ sehr schön, wie folgt:

So nimm denn meine Hände und führe mich
bis an mein selig Ende und ewiglich.
Ich mag allein nicht gehen, nicht einen Schritt:
Wo du wirst gehn und stehen, da nimm mich mit.

Der Herr reiche Dir seine Hand, damit sie Dich durch Dein Leben führt
Der Herr halte Deine Hand ganz fest, damit Du seine Liebe spüren kannst
Der Herr führe Dich an seiner Hand, damit Du auf seinem Pfade bleiben kannst

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche. Lassen Sie uns doch in dieser Woche wieder den Anfang machen und ganz fest der führenden Hand unseres Herrn vertrauen. Lassen Sie uns daher mit einem Wort des Propheten Jesaja in die neue
Woche gehen:
„Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen; aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der HERR, dein Erbarmer.“

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen 2. Sonntag im Advent. Als ich den Predigttext für den heutigen Sonntag zum ersten Male gelesen habe, da habe ich mir schon gedacht: Was für ein merkwürdiger Text für die Adventszeit, handelt es sich doch um Auszüge aus einer Endzeitrede
Jesu. Bevor wir gemeinsam versuchen, den heutigen Text auszulegen, lassen Sie uns diesen zunächst lesen. Wir finden den Predigttext für den heutigen Adventssonntag bei dem Evangelisten Matthäus im 24. Kapitel, die Verse 1-14.

Jesu Rede über die Endzeit

Und Jesus ging aus dem Tempel fort, und seine Jünger traten zu ihm und zeigten ihm die Gebäude des Tempels. Er aber sprach zu ihnen: Seht ihr nicht das alles ? Wahrlich, ich sage euch: Es wird hier nicht ein Stein auf dem andern bleiben, der nicht zerbrochen werde.

Und als er auf dem Ölberg saß, traten seine Jünger zu ihm und sprachen, als sie allein waren: Sage uns, wann wird das geschehen ? Und was wird das Zeichen sein für dein Kommen und für das Ende der Welt ? Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Seht zu, dass euch nicht jemand verführe. Denn es werden viele kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin der Christus, und sie werden viele verführen. Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei; seht zu und erschreckt nicht. Denn das muss so geschehen; aber es ist noch nicht das Ende da.

Denn es wird sich ein Volk gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere, und es werden Hungersnöte sein und Erdbeben hier und dort. Das alles aber ist der Anfang der Wehen. Dann werden sie euch der Bedrängnis preisgeben und euch töten. Und ihr werdet gehasst werden um meines Namens willen von allen Völkern. Dann werden viele abfallen und werden sich
untereinander verraten und werden sich untereinander hassen. Und es werden sich viele falsche Propheten erheben und werden viele verführen.

Und weil die Ungerechtigkeit überhandnehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten. Wer aber beharrt bis ans Ende, der wird selig werden. Und es wird gepredigt werden dies Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen.

Liebe Gemeinde,

so beschaulich das Kind in der Krippe auch sein mag, Jesus redet hier von Seinem zweiten Kommen. Und dieses zweite Kommen geschieht nicht mehr in einem Stall. Wenn unser Herr wiederkommt, dann nicht mehr als kleines Kind, sondern als König aller Könige, als Herrscher aller Herrscher. Und da es ein zweites Kommen nicht ohne ein erstes Kommen gibt, daher passt dieser Text auch in die Adventszeit hinein. Vielleicht bekommen wir durch diesen Text auch ein ganz anderes Verständnis über das erste Kommen Jesu in diese Welt.

Vielleicht sehen wir dann ja nicht mehr nur das kleine niedliche Kind in der Krippe, sondern dürfen erkennen, dass in diesem Kind Gott selbst auf die Welt kommt. Doch nun zur Auslegung des heutigen Textes. Ich denke, wir sollten über zwei Aspekte ein wenig intensiver nachdenken:

1. Was Jesus nicht will

Kaum ein Text der Bibel ist so häufig missbraucht worden, wie unser heutiger Predigttext. Missbraucht von Endzeitpropheten zahlreicher Glaubensrichtungen. Nicht nur die Zeugen Jehovas benutzen diesen Text, nein auch zahlreiche christliche Strömungen wenden sich vermehrt der
Endzeitprophetie zu.

Gehen wir ruhig einmal die wichtigen Punkte durch, die auf das Ende der Zeiten hinweisen. Da ist die Rede von Kriegen. Man muss sich schon ganz fest die Ohren zuhalten und ganz fest die Augen verschließen, wenn man der Meinung ist, wir leben in einer friedlichen Welt. Mittlerweile sind wir ja schon wieder so weit, dass auch deutsche Soldaten an gewaltvollen „Friedensmissionen“ beteiligt sind. Also machen wir ruhig einmal einen Haken an diesen Punkt.

Danach ist von Hungersnöten die Rede. Auch dafür müssen wir gar nicht mehr nach Haiti oder nach Somalia schauen. Selbst in unserem beschaulichen Deutschland leben Familien, die derart verarmt sind, dass sie ihren Kindern nicht mal mehr eine warme Mahlzeit am Tage zubereiten können. Also können wir, was die Vorzeichen Endzeit anbetrifft, auch diesen Punkt abhaken.

Als letzten wesentlichen Indikator für das Ende der Welt werden in unserem Predigttext die Erdbeben aufgeführt. Damit werden wir jeden Tag im Fernsehen oder aber in den Tageszeitungen konfrontiert, wenn diese über die gewaltige Erdbebenkathastrophe in Haiti berichten. Also können
wir auch diesen Punkt abhaken. Folgerichtig könnten wir also zu dem Ergebnis kommen. Das Ende der Zeit steht unmittelbar bevor.

Was Endzeitpropheten aber gern verschweigen ist die weitere Fortsetzung dieses Kapitels in der Bibel. Wenn wir Matthäus 24 hingegen weiter lesen, dann stoßen wir auf folgende Aussage unseres Herrn: „Von dem Tage aber und von der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater.“

Wenn selbst Jesus das Ende der Zeit nicht kennt, dann will Er eines ganz gewiss nicht, nämlich, dass sich selbsternannte Endzeitpropheten erheben und ihr angeblich biblisch untermauertes Wissen als Dogma in der Welt verbreiten.

2. Was unser Herr will

Gleich zu Beginn unseres heutigen Predigttextes finden wir die Worte Jesu: “ Seht zu, dass euch niemand verführe.“ Jesus will nicht, dass wir selbsternannten Christusen auf den Leim gehen. Jesus will etwas ganz anderes mit den o.g. Geschehnissen zum Ausdruck bringen.

Beginnen wir wieder mit den Kriegen. Jesus will uns sagen:
Trotz aller Kriege und Morde, die um euch herum geschehen, werdet ihr nicht so.
Bleibt ihr als meine Gemeinde ganz dicht an mir dran.

Das ist Aufgabe und Verpflichtung zugleich für uns. Wir als Christen sollen den Entscheidungsträgern auf die Füße treten, indem wir ihnen immer wieder zurufen: Krieg darf nach Gottes Willen nicht sein. Es hat noch kein Krieg zum Frieden geführt, aber viele Kriege haben in zahlreichen Regionen einen dauerhaften Frieden unmöglich gemacht. Dies immer wieder zu betonen, das, liebe Gemeinde, ist unsere Aufgabe.

Kommen wir zu den Hungersnöten. Jesus würde bestimmt zu uns sagen:
Wenn ihnen sonst keiner hilft, dann helft ihr ihnen.

Es ist doch schon sehr erstaunlich, dass wir auf der Nordhalbkugel unseres Planeten überflüssige Nahrungsmittel in Spaß- und Funaktionen vernichten, während auf der südlichen Halbkugel unserer Erde täglich Hunderte von Menschen den Hungertod sterben. Mit all unseren Kräften sollen wir das in unserer Macht stehende tun, um dafür zu sorgen, dass alle Menschen genügend Nahrungsmittel erhalten.

Kommen wir zum letzten Punkt, den Erdbeben. Schauen wir noch einmal nach Haiti. Auch hier würde unser Herr bestimmt zu uns sagen: Wenn die Völkergemeinschaft es nicht schafft, für Hilfe zu sorgen, dann tut ihr dies. Das ist eure Aufgabe, darum seid ihr auf der Welt. Und wenn wir
nur immer wieder auf bestehende Missstände, wie auf Haiti hinweisen, dann reden wir den Verantwortlichen immer wieder in’s Gewissen bis dann hoffentlich bald doch mehr geschieht.

Wir sehen also, bis zum dem zweiten Kommen Jesus gibt es einiges zu tun.
Wir sollen also nicht angsterfüllt auf das Ende der Zeiten warten, sondern wir sollen nach dem Handeln, wie es Dietrich Bonhoeffer einmal gesagt hat:
„Mag sein, dass der Jüngste Tag morgen anbricht, dann wollen wir gern die Arbeit für eine bessere Zukunft aus der Hand legen, vorher
aber nicht.“

Einer Sache nämlich dürfen wir uns ganz gewiss sein. So sicher, wie unser Herr das erste Mal gekommen ist und wir Ihn jetzt in der Krippe liegen sehen, so sicher wird ER auch das zweite Mal kommen. Wenn wir uns dieser Tatsache wieder besinnen, dann, liebe Gemeinde, dürfen wir auch
eine besinnliche und fröhliche Zeit im Dezember 2010 erleben. Denn das wollen wir auch nicht vergessen bei allem Ernst des heutigen Predigttextes: Mit dem Kind in der Krippe kam unser aller Erlöser auf die Welt.

Lassen Sie uns auch alle darum beten, dass unser Herr in die Herzen von allen Menschen einziehen möge. Das können wir auch mit dem 3. Vers des Liedes von Georg Weissel „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit…“ tun, der da lautet wie folgt:

O wohl dem Land, o wohl der Stadt,
so diesen König bei sich hat.
Wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein.
Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn.
Gelobet sei mein Gott, mein Tröster früh und spat.

Der Herr lasse Seine Liebe in Dir wachsen, damit Du diese ungeteilt weitergeben kannst
Der Herr lasse Dich die Nöte Deiner Mitmenschen erkennen, damit Du ihnen helfen kannst
Der Herr sende herab auf Dich Seinen Heiligen Geist, damit der Dich führt, leitet und stärkt auf allen Deinen Wegen

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen zweiten Advent und einen guten Start in die neue vorweihnachtliche Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Lesergemeinde!
Ich grüße Sie herzlich im Neuen Jahr.
Vielen Dank für alle Grüße und Segenswünsche zum Jahreswechsel.

Das heutige Predigtwort, am 1. Sonntag nach Epiphanias, steht im Matthäusevangelium im 4. Kapitel, in den Versen 12 – 17:

„Als Jesus hörte, daß man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, zog er sich nach Galiläa zurück. Er blieb aber nicht in Nazaret, sondern nahm seinen Wohnsitz in Kafarnaum, einer Stadt am See Gennesaret, im Gebiet der Stämme Sebulon und Naftali. Das geschah, damit die Voraussage des Propheten Jesaja in Erfüllung ging:
>Du Land von Sebulon und Naftali, am See gelegen und jenseits des Jordans, Galiläa der gottfernen Völker! Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein großes Licht. Und für alle, die im finsteren Land des Todes wohnen, leuchtet ein Licht auf!< Von da an verkündete Jesus seine Botschaft: >Ändert euer Leben! Gott will jetzt seine Herrschaft aufrichten und sein Werk vollenden!< " Der Herr segne an uns SEIN Wort! Liebe Gemeinde! In vielen Kirchen leuchtet in dieser Epiphaniaszeit ein Stern. Er erinnert uns an Menschen, die aufgebrochen waren, um dem Herrscher der Welt zu begegnen. Sie folgten einem Stern und ließen sich von Gottes Wort leiten. So fanden sie zu Jesus. IHM schenkten sie, was ihnen im Leben wertvoll war. Dankbar beteten sie Jesus an und kehrten mit Freuden zurück in ihre Alltagswelt. Bewegt auch uns ein Stern, damit wir Gott als Herrn für unser Leben suchen? Gott ist mitten unter uns! ER ist in unsere Welt gekommen und will sie verändern! Gott will Dich und mich verändern, damit wir bereit sind für SEINE kommende Welt in Vollendung. Gott sagt uns: ICH will Dein Leben verändern! In MEINEM Sohn schenke ICH Dir ein neues Leben, damit Du mit Hoffnung auf MEINE Welt zulebst. ICH möchte, dass auch Du in MEINER neuen Welt bei MIR bist! Darum hör, was ICH Dir durch MEINEN Sohn Jesus sagen lasse: "Ändert euer Leben! Gott will jetzt seine Herrschaft aufrichten und sein Werk vollenden!" Diese Worte hat Jesus einst zum Beginn SEINES irdischen Wirkens gesprochen. Jesus hat sie zu einer Zeit gesprochen, als sich viele an die Botschaft von Johannes des Täufers erinnerten. Es war die gleiche Botschaft, mit der Johannes viele Menschen erreichte. Johannes fand bei vielen Bereitschaft zur Veränderung des Lebens. Und er fand auch Ablehnung. Der König Herodes sah sich persönlich öffentlich angegriffen durch Worte des Johannes, über die Lebensführung des Königs. Herodes ließ Johannes verhaften. Gott aber ließ seine Botschaft nicht mundtot machen und ließ sie erneut durch SEINEN Sohn Jesus verkünden. Und wir hören als Gemeinde des gekreuzigten und auferstandenen Jesus erneut den Aufruf zur Lebensänderung und die Verheißung von Gottes kommendem Reich. Doch wir halten nicht immer eine Änderung unseres Lebens für nötig. Aber wenn wir das Wort der Bibel als Gottes Anrede für uns annehmen, kann sich das schnell ändern. Oft scheint es uns zu schwierig, ja unmöglich, unser Leben zu ändern, selbst wenn wir die Notwendigkeit erkannt haben. Doch Gottes Wort zeigt es uns, dass es möglich ist. Denn Gott selbst verändert durch Jesus unser Leben, wenn wir SEIN Handeln erbitten und annehmen. Die angesprochene Veränderung ist keine Schönheitskorrektur von einigen Fehlern und schlechten Angewohnheiten in unserem Leben. Es geht um unsere Bereitschaft zu einem Leben aus Gottes Wort als Herzenssache und Gehorsam. In unserer Bereitschaft will Jesus durch Gottes Geist neues Leben wirken. Um dieses Wirken können wir bitten, darauf können wir hoffen und vertrauen. Wir haben einen Gott, der große Dinge wirkt. Ich sehe, wie in diesen Tagen Menschen zum spontanen Helfen bewegt werden. Unter ihnen sind viele, die Gott nicht kennen oder nicht an ihn glauben. Dennoch geschieht dieses solidarische Helfen in einer Welt, die sehr stark auf das eigene Fortkommen und die eigenen Bedürfnisse ausgerichtet ist. Angesichts des Ausmaßes der Flutkatastrophe geschieht ein großes Aufbrechen verschlossener Herzen. Es ist, als habe Gott Menschenherzen in ihrer "Ebenbildlichkeit Gottes" angerührt, zu der ER sie geschaffen hat. Es ist, als würden Ströme von Blut und Tränen in gebende Liebe gewandelt. Es ist, als würden mitten in Tod, Verwüstung und Verzweiflung Lichter der Hoffnung entzündet. Und diese Lichter sind unterwegs zu denen, die "im Schatten des Todes" sitzen. Viele Menschen sind plötzlich nicht mehr allein auf sich ausgerichtet, sondern sehen sich mit den Notleidenden verbunden und helfen nach ihren Herzen und Möglichkeiten. Und wir sind als Gemeinde Teil des Aufbruchs von Herzen. Wir haben als Gemeinde den Auftrag mitzuwirken, damit die Lichter der Hoffnung nicht zu schnell im kalten Strom der Zeit verlöschen. Alle Hoffnungslichter tragen das Abbild von dem, der das Licht der Welt ist: - J e s u s C h r i s t u s - Durch Jesus und SEINE Gemeinde können diese Hoffnungslichter dauerhaft Lebenskraft empfangen. Es können neue Hoffnungslichter durch Jesus entzündet werden, wenn der Aufbruch zum Helfen in den von der Flutkatastrophe betroffenen Ländern durch andere Ereignisse dahinschwindet. Durch Jesus haben wir das rettende Wort, dass Hilfe in Dunkelheit verheißt: - Ich bin das Licht der Welt! Wem Jesus zum Licht wird, der kann Licht weitergeben - als helfende Liebe und zusprechendes Wort! Wir können darum bitten, dass wir und Andere immer neu zu Trägern des Lichtes werden. Dazu lädt Jesus uns ein und bezeugt Gottes Handeln an uns und diese Welt: "Ändert euer Leben! Gott will jetzt seine Herrschaft aufrichten und sein Werk vollenden!" Gottes Segen geleite uns durch diese Tage, es grüßt herzlich Ihr Pfr.i.R. Steinführer

Liebe Lesergemeinde!
Ich grüße Sie herzlich am 2. Adventssonntag.
Das Predigtwort für diesen Tag steht im Matthäusevangelium im
24. Kapitel, in den Versen 1 – 14:

„Als Jesus den Tempel verlassen wollte, kamen seine Jünger und wollten ihm die ganze Tempelanlage zeigen. Aber Jesus sagte: Ihr bewundert das alles? Ich sage euch, hier wird kein Stein auf dem anderen bleiben. Alles wird bis auf den Grund zerstört werden.
Dann ging Jesus auf den Ölberg. Er setzte sich nieder; seine Jünger traten zu ihm und fragten: Sag uns, wann wird das geschehen, und woran werden wir erkennen, daß du kommst und das Ende der Welt da ist?
Jesus antwortete: Seid auf der Hut und laßt euch von niemand täuschen. Viele werden mit meinem Anspruch auftreten und behaupten: Ich bin Christus! Damit werden sie viele irreführen. Erschreckt nicht, wenn nah und fern Kriege ausbrechen. Es muß so kommen, aber das ist noch nicht das Ende. Ein Volk wird gegen das andere kämpfen, ein Staat den anderen angreifen. Es wird überall Hungersnöte und Erdbeben geben. Das alles ist nur der Anfang vom Ende – so wie der Beginn
der Geburtswehen.
Dann wird man euch ausliefern, euch quälen und töten. Die ganze Welt wird euch hassen, weil ihr euch zu mir bekennt. Wenn es soweit ist, werden viele vom Glauben abfallen und sich gegenseitig verraten und einander hassen. Zahlreiche falsche Propheten werden auftreten und viele von euch irreführen. Und weil das Böse überhand nimmt, wird die Liebe bei den meisten von euch erkalten. Wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, wird gerettet. Zuvor wird die gute Nachricht in der ganzen Welt verkündet werden, damit alle Menschen die Einladung in Gottes neue Welt hören. Dann erst kommt das Ende.“

Der Herr segne uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
Wenn ich in diesen Tagen abends durchs Land fahre umfängt mich Ort für Ort eine Fülle von Licht. Es leuchtet aus vielen Wohnungen, von vielen Häusern und Vorgärten. Doch nur wenige Lichter strahlen mit einer Botschaft von Stern und Krippe. Viele Lichter leuchten phantasievoll, doch sie haben keinen Bezug auf den, der die Dunkelheit überwunden hat: JESUS CHRISTUS. Wir Menschen können uns vielfältige Lichter schaffen,aber wir können die Dunkelheit nicht überwinden. Die Überwindung der Dunkelheit geschieht allein von Gott her. Gott kommt in Jesus in unsere Dunkelheit.Gottes Gegenwart wird für uns zum Licht.
Jesus sagt in unserem Predigtwort:Bevor die Dunkelheit vergeht und Gottes neue Welt in Vollendung kommt „wird die gute Nachricht (Gottes) in der ganzen Welt verkündigt werden, damit alle Menschen die Einladung in Gottes neue
Welt hören“.
Doch noch leben wir in der Dunkelheit der Welt.Diese Welt geht ihrem Ende zu. Es ist Endzeit. Die Endzeit hat mit der Auferstehung Jesu begonnen. Denn mit seiner Auferstehung ist Gottes kommende Welt angebrochen.
Jesus spricht von Ereignissen der Endzeit. Viele der genannten Ereignisse sind uns nicht fremd: Herrscher, die Menschen das Heil versprachen und doch nur Verderben brachten, kommen und gehen. Kriege , Hungersnöte und Erdbeben sind uns nur allzu
gegenwärtig. Verfolgung von Christen gehören nicht nur der Vergangenheit an.Sie geschehen auch in unseren Tagen,nur eben nicht bei uns.
„Wenn es soweit ist, werden viele vom Glauben abfallen und sich gegenseitig verraten und einander hassen.Zahlreiche Propheten werden auftreten und viele von euch irreführen. Und weil das Böse überhand nimmt, wird die Liebe bei den meisten von euch erkalten“.
Jesus sagt dies den Jüngern und uns als Gemeinde, damit wir vorbereitet sind , wenn uns solche Ereignisse begegnen. Er sagt uns: Habt keine Angst in den Schrecken der
Dunkelheit. Ihr wißt doch um die Nöte der Geburtswehen. Diese Schrecken sind die Nöte der Geburtswehen einer neuen Zeit -der kommenden Gottewelt.. Gottes Zukunft wird kommen. Darauf könnt ihr vertrauen Aus dieser Hoffnung könnt ihr mit Gott an eurer Seite das Dunkel durchschreiten.
Ihr habt die Zusage: „Wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, wird gerettet“.
Das ist eine Botschaft für Menschen, die unter der Dunkelheit leiden. Ihnen wird gesagt: Für Euch ist ein Licht der Hoffnung gekommen. Gott ermöglicht Euch neues Leben, wenn ihr Gottes Wirken vertraut. Dann wird in Euch eine Flamme entzündet,
die auch Euren Mitmenschen Hoffnung in ihre Dunkelheit bringen kann.So wird die Adventszeit zum Segen für Euch und für Andere.
Ich habe viele Adventszeiten erlebt, die sehr unterschiedlich geprägt waren. Aber an eine Adventszeit erinnere ich mich besonders.Es war eine Zeit, in der wir die Dunkelheit besonders spürten. Wir hatten keinen Strom und nur wenig Kerzen.
Die Welt war voller Trümmer von zerstörten Häusern und verletzten Herzen..
Hunger und Kälte waren oft zu Gast. An einem Abend in diesem Advent kam die Zeit zum Singen und zum Beten. Da gab es Streit.
In dieser trüben Zeit und angespannten Stimmung wagten wir zu singen. Wir sangen Lieder der Sehnsucht, Lieder der Hoffnung, Lieder der Gewißheit. Wir sangen vom kommenden Christus, von seiner rettenden Vergebung und von unserer Zukunft mit Gott.
Und dann beteten wir dankbar zu Gott: „… Dein Reich komme. Dein Wille geschehe,wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute.Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern ….“ (aus dem Vaterunser).Und unser Advent bekam ein lebendiges Licht der Hoffnung.Das Dunkel war nicht weg. Aber wir waren nicht mehr allein im Dunkel. Gottes Liebe war bei uns.Diese Liebe gab uns Kraft durch das Dunkel auf den Herrn zuzugehen. Und von der kommenden Welt Gottes leuchtete ein Schein der Hoffnung auf unseren Weg.

Mit dem Spruch für diese Woche grüße ich Sie herzlich und wünsche Ihnen eine gesegnete Woche: „Seht auf und erhebet eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.“(Lk 21,28).

Im Licht des Advent Ihr Pfr.i.R.Steinführer