Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag, dem letzten Sonntag nach Epiphanias. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei Matthäus im 17. Kapitel, die Verse 1-9. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und nach sechs Tagen nahm Jesus mit sich Petrus und Jakobus und Johannes, dessen Bruder, und führte sie allein auf einen hohen Berg. Und er wurde verklärt vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. Und siehe, da erschienen ihnen Mose und Elia; die redeten mit ihm. Petrus aber fing an und sprach zu Jesus:
Herr, hier ist gut sein! Willst du, so will ich hier drei Hütten bauen, dir eine, Mose eine und Elia eine. Als er noch so redete, siehe da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören. Als das die Jünger hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschraken sehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührte sie an und sprach: Steht auf und fürchtet euch nicht! Als sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie niemand als Jesus allein. Und als sie vom Berge hinabgingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt von dieser Erscheinung niemandem sagen, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei.

Liebe Gemeinde,

schon eine sonderbare Geschichte, die wir soeben gehört haben. Wenn wir das Geschehen zusammenfassen wollten, dann könnten wir dies mit der Schlagzeile „Himmel und Erde treffen aufeinander“ ganz trefflich beschreiben. Was passiert denn da, wenn Himmel und Erde derart
aufeinandertreffen? Lassen Sie uns gemeinsam einmal betrachten, wie die Beteiligten damit umgehen.

1. Die Reaktion der Jünger

Wenn wir etwas Wunderbares erleben, dann möchten wir dies am liebsten für die Ewigkeit festhalten. Darum machen wir schließlich auch Urlaubfotos, Hochzeitsfotos und viele andere Fotos von Geschehnissen, die uns emotional berühren.

So auch die Jünger. Sie wollten diesen magischen Moment nicht nur festhalten, sondern ihn festzementieren, sodass sie permanent an dem, was gerade geschehen war, immer wieder teilhaben konnten.

Wenn ich mir dies so anschaue, dann könnte man fast sagen, die Jünger wollen Kirchen bauen, um Gott darin und damit festzuhalten. Ist es nicht das, was wir auch immer wieder gern versuchen? Wir bauen Gotteshäuser, setzen unser Sonntagsgesicht auf, wenn wir diese besuchen, verlassen sie wieder und sind wieder ganz in unserem Alltagstrott angelangt.

Gewiss, wir brauchen Gotteshäuser und Kirchen. Aber nicht weil Gott darin wohnt und sonst nirgends und wir ihm nur dort begegnen können. Wir brauchen christliche Versammlungsstellen, wo wir als Gemeinde zusammenkommen und uns stärken, Gott anbeten und einander begegnen
können. Immer dann, wenn wir versuchen, Gott in eine Kirche einzusperren, werden wir es erleben, dass Gott viel zu groß und zu mächtig ist, um sich in eine wie auch immer erbaute Kirche einsperren zu lassen. Wir haben eine frohe Botschaft. Diese sollen wir aber nicht als internes Kirchengeheimnis hüten, sondern in die Welt hinaustragen.

2. Die Reaktion Gottes

Wenn uns etwas nicht in den Kram passt, dann reageren wir meist ein wenig säuerlich oder „verschnupft“. So könnte man es doch auch von Gott erwarten, nachdem seine Jünger versuchten, das Gesehene festzuhalten.

Zunächst einmal allerdings sieht Gott das Herz an. Und das Herz der Jünger war von lauterer Absicht erfüllt. Sie wollten ja nur etwa „Gutes“ tun. Daher trifft sich auch nicht der heilige Zorn Gottes sondern, wie wir lesen wurden sie von einer lichten Wolke überschattet. Zahlreiche Ausleger sehen in dieser Erscheinung eine göttliche Erleuchtung, welche die Jünger trifft. Nehmen wir es einfach mal so hin.

Mit der Erleuchtung schlechthin ist es aber nun mal nicht getan. Es kann hell um mich werden und ich tappe immer noch im Dunkeln. Es muss also noch mehr kommen. Und so kam es denn auch. Der allmächtige Gott höchstpersönlich redete mit den Jüngern.

Erwarten würden wir eine mehrstündige Regierungserklärung mit allem was dazugehört. Aber das war nicht der Fall. Das einzige, was Gott den Jüngern mitteilte ist „Hört auf meinen Sohn.“ Punkt. Ende.

Liebe Gemeinde, dieser einfache kleine, für jedermann verständliche Satz galt nicht nur den Jüngern vor 2000 Jahren. Dieser Satz gilt auch heute noch. Er gilt allen Menschen, die auf Erden wohnen. Egal, welcher Hautfarbe, welcher Abstammung und welcher sozialer Stellung die Menschen sind. Allen Menschen ruft Gott auch heute noch zu: „Hört auf meinen Sohn.“

Und dieses „Hören“ hat auch einen zeitlichen Rahmen. Nicht eine Stunde in der Woche, vorzugseise sonntags von 10.00 bis 11.00 Uhr sollen wir dies tun, nein der Zeitraum des Hörens beträgt genau 24 Stunden am Tag, 7 Tage in der Woche und das jede Woche.

Wir können dieses Hören ruhig mit einer Schule vergleichen. Wir alle, die wir irgendwann mit Jesus angefangen haben, wir alle haben doch die Jüngerschulbank gedrückt. Wir waren doch alle nicht perfekt und sind es auch heute nicht, aber wir lernen täglich dazu. Und wenn wir etwas lernen wollen, dann müssen wir zunächst einmal auf den Lehrer hören. Danach kommt der Vorgang des Verstehens. Und dann kommt der Königsweg des Lernens, nämlich die Anwendung im täglichen Leben.

Jesus hören und lesen können wir im Gottesdienst und im eigenen Studium der Bibel. Nehmen wir uns doch einmal in diesem Jahr die vier Evangelien vor. Lesen wir doch einmal ganz intensiv, was Jesus uns direkt sagt. Wenn wir etwas nicht sofort verstehen, dann bitten wir doch unseren Herrn, dass er uns helfen möge, sein Wort zu verstehen. Die Anwendung im täglichen Leben dürfte das eigentlich schwierige sein. Lesen wir doch alle in der nächsten Woche einmal die Bergpredigt (Matthäus 5-7) Und dann machen wir doch alle gemeinsam den Versuch, das, was wir dort
gelesen haben 1: 1 in die Tat umzusetzen.

Ich muss kein Prophet sein um schon jetzt zusagen, dass dies nicht klappen wird. Wenn wir die Begpredigt wirklich in die Tat umsetzen wollen, dann können wir dies niemals aus eigenen Stücken tun, wir benötigen dabei immer wieder den Beistand unseres Herrn. Alleine schaffen wir dies einfach nicht.

3. Die 2. Reaktion der Jünger

Als die Jünger die Worte des allmächtigen Gottes hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschraken. Auf unser Angesicht fallen das würden wir wohl alle tun, wenn Gott der Herr so direkt mit uns sprechen würde. Allerdings haben diese Reaktionen noch einen Hintergrund. Warum erschraken denn die Jünger? Es ist doch eigentlich toll, dem allmächtigen Gott zu begegnen. Endlich einen direkten Beweis, dass es ihn auch tatsächlich gibt.

Aber im Angesicht des lebendigen Gottes werden wir eines oder haben wir alle eines bereits erfahren. Wir haben erfahren, dass wir ganz, ganz arme Sünder sind, die ohne die Gnadentat unseres Herrn gar nicht mehr die Möglichkeit haben in Gottes Gegenwart zu kommen, geschweige denn
dereinst in der Ewigkeit bei ihm zu wohnen. Und wenn ich dies erfahren habe, dass ich so wie ich bin gar nicht vor Gott erscheinen kann, dann ist dies für einen Weltmenschen schon erschreckend.

Wenn ich dies erfahren habe, dann kann ich doch nur eines tun, nämlich vor Gott niederfallen und ihn anbeten. Und genau dieses taten dann auch die Jünger. Und das sollten wir auch tun, uns immer wieder beugen vor dem allmächtigen Gott. Jemand hat einmal einen schönen Satz gesagt: „Nur wer vor Gott in die Knie geht kann vor den Menschen aufrecht stehen.“

Aber die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Nachdem wir unsere Schuld erkannt haben und unsere Knie vor Gott gebeugt haben kommt Jesus zu uns und richtet uns wieder auf.

Zuerst kommt die Schulderkenntnis, dann die Buße und die Reue und dann das wirklich wunderbare, dann richtet unser Herr uns auf und bietet uns an, den weiteren Lebensweg mit ihm zusammen zu gehen. Wir müssen nur sein Angebot annehmen.

Wenn wir dies tun, dann können wir das erleben, was John Wesley so schön beschrieben hat, als er sagte: „Bei wem Christus im Herzen wohnt, der trägt den Himmel immer mit sich, ganz gleich an welchem Ort.“

Den Himmel bereits im Herzen tragen, dies beschreibt der Liederdichter Paul Gerhardt sehr schön in dem 6. Vers seines Liedes „Ich bin ein Gast auf Erden…“ (EG 529), der da lautet, wie folgt:

So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt,
doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt.
Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt,
da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird.

Der Herr behüte Dich mit seiner ganzen Liebe allezeit auf deinem Lebensweg
Der Herr lasse Dich immer wieder seine Gegenwart und Liebe spüren
Der Herr Der Herr lasse Dich jetzt schon ein Stück weit den Himmel
spüren und erleben

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 1. Sonntag nach Epiphanias. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Evangelisten Matthäus im 3. Kapitel, die Verse 13-17. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, dass er sich taufen ließe. Aber Johannes wehrte ihm und sprach: Ich bedarf dessen, dass ich von dir getauft werde, und du kommst zu mir? Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Lass es jetzt geschehen! Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er’s geschehen.
Und als Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser. Und siehe, da tat sich ihm der Himmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und über sich kommen. Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.

Liebe Gemeinde,

auch wenn es sich um die Taufe unseres Herrn handelt, so sagt uns unser heutiger Predigttext auch einiges über das Wesen unserer eigenen Taufe aus. Im Wesentlichen sind es drei Merkmale, die die Taufe auszeichnen.
Lassen Sie uns diese heute Morgen ein wenig näher betrachten.

1. Gemeinschaft

Mit der Taufe sind wir alle Teil der Gemeinschaft der Christen weltweit geworden. Wenn wir die Taufe so verstehen, dann können wir dies auf die Taufe Jesu sinngemäß übertragen. Mit der Taufe wurde Jesu ein Teil von uns.

Dies war auch notwendig. Nur als „Mensch“ konnte er ja unsere Sünden auf sich nehmen, um stellvertretend für uns alle für diese Sünden bezahlen.
Also musste Jesus ein Teil von uns werden, damit wir wieder ein Teil von ihm werden konnten.

Nur dadurch dass Jesus Mensch wurde, konnte er uns den Erlösungsweg überhaupt erst aufzeigen. Nehmen wir ein einfaches Beispiel. Wir beobachten eine Ameisenstraße, also den Weg, den die Ameisen gewohnheitsgemäß benutzen. Dieser führt aber unglücklicherweise über eine stark befahrene Straße. Jetzt bleibt es nicht aus, dass jede Menge Ameisen ganz einfach von den Fahrzeugen, die auf dieser Straße fahren, überrollt werden.

Wie können wir jetzt die Ameisen retten? Wir können sie ansprechen und ihnen mitteilen, dass sie sich auf dem falschen Wege befinden und bitte einen anderen Weg wählen mögen, um dem sicheren Tode zu entgehen. Was würde passieren? Richtig, überhaupt nichts. Was müssten wir also tun, um die Ameisen zu warnen? Nun, wir müssten selber zu einer Ameise werden, die dann ihre Artgenossen vor den bevorstehenden Gefahren und den sich daraus ergebenden Folgen warnen könnte.

Und genau dies hat Jesus getan. Er wurde Mensch, damit wir seine Warnungen verstehen können. Er wurde Teil unserer Gemeinschaft, damit er uns den Rettungsweg, den Weg zum ewigen Leben aufzeigen konnte.

2. Beziehung

Mit der Taufe treten wir in eine Beziehung ein, in eine Beziehung mit Gott. Wir sind also fortan nicht nur ein Mitglied der weltweiten Kirche Gottes, sondern haben auf der Privatebene eine ganz direkt Beziehung zu unserem Herrn.

Als Jesus sich taufen ließ, trat er auch in eine Beziehung ein. Aber in eine von oben nach unten. Jesus erwählte sich den Beziehungsweg zu uns Menschen. Zu einem jeden Einzelnen von uns möchte er eine ganz persönliche Beziehung aufbauen. Warum ? Weil er uns den Weg des Heils aufzeigen will.

Wenn uns irgendein Fremder einen kaum zu glaubenden Ratschlag geben würde, dann würden wir diesem Ratschlag wohl recht misstrauisch gegenüber stehen. Man weiß ja nie, was der wirklich im Schilde führt.
Erhalten wir denselben Ratschlag aber von unserem besten Freunde, würden wir diesem wohl weitaus eher glauben und vertrauen.

Jesus kennt unsere Herzen. Daher geht er den Weg des Freundes, der unsere Herzen überzeugen will. Und wenn er dies getan hat, dann gehen wir in diese ganz persönliche Beziehung zu unserem Herrn hinein.

Viele Menschen stellen sich diese Beziehung völlig unnötig transzendent und übernatürlich vor, also als eine Beziehung, die man weder verstehen noch erklären noch begreifen kann. So ist diese Beziehung unseres Herrn zu uns aber in keiner Art und Weise.

Die Beziehung zu Jesu, die wir mit ihm in der Taufe eingehen, ist eine ganz natürliche und persönliche Beziehung, wie wir sie z.B. mit unseren besten Freunden unterhalten. Eine Beziehung, die auf Dauer angelegt ist, muss natürlich auch gepflegt werden. Wenn Sie einen guten Freund haben, den Sie alle Jubeljahre mal anrufen, dann wird daraus wohl nie eine gefestigte Freundschaft werden. Wenn Sie indes diese Beziehung täglich pflegen, dann wird daraus eine auf Dauer angelegte feste Freundschaft werden.

Und diese Freundschaft, liebe Gemeinde, diese Freundschaft mit Jesus hört nicht an den Gräbern auf, sondern geht über diese hinaus direkt in die Ewigkeit hinein. Mit dieser Beziehung, die wir mit der Tauf eingehen haben wir, wenn wir es so wollen, das Eintrittsrecht in den Himmel erworben.

3. Neuanfang

Wenn wir getauft werden, dann symbolisiert der Taufakt auch einen Neuanfang. Aller Schmutz und Dreck, den wir mit uns herumschleppen, wird entfernt und wir beginnen gereinigt den Weg mit Gott.

Dies wird auch mit Jesu Taufe deutlich. „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe“, dies galt zunächst nur Jesus. Ein wenig umgewandelt, liebe Gemeinde, gilt dieser Satz aber auch für uns. Mit unserer Taufe werden wir wieder zu Gottes geliebten Kindern. Für uns alle, die wir auf den Namen Jesu getauft sind, gilt daher auch die Verheißung des allmächtigen Gottes: „Dies ist mein geliebtes Kind, an dem ich Wohlgefallen habe.“ Ganz persönlich legt uns Gott diese Verheißung in unsere Herzen hinein.

Nun werden wir ja alle nicht gleich zu Heiligen, indem man uns einmal durch das Taufbecken zieht. Wir bleiben nach wie vor Sünder. Zu sündigen ist zwar nicht mehr unser liebstes Steckenpferd, aber wir werden immer wieder von den satanischen Mächten heimgesucht werden. Und das ein oder andere Mal werden wir diesen auch wieder auf den Leim gehen.

Wie Gott einmal den Neuanfang in unserer Taufe mit uns gemacht hat, so möchte er dies immer wieder tun, wenn wir von ihm abgewichen sind. Wir bleiben ja seine Kinder, auch wenn wir gesündigt haben. Gott entzieht uns ja nicht den Beziehungsstatus. Er bleibt weiter unser Vater, zu dem wir jederzeit umkehren und zurückkehren dürfen.

Habe ich durch die Taufe nunmehr den Freibrief der Sünde erhalten?
Paulus würde sagen: Das sei ferne. Und das sei auch wirklich fern von uns, dies anzunehmen. Gott ist kein Sündenvergebungsautomat, wo wir oben unsere Sünden hineinwerfen und unten ein geläutertes Leben herauskommt, und zwar sooft wir dies wünschen.

Wenn wir unseren Status als Gotteskind ernst nehmen, dann werden wir natürlich alles tun, um der Sünde zu entfliehen. Natürlich ist immer und immer wieder ein Neuanfang bei Gott möglich, wir sollten dies aber auch als das ansehen, was es ist, nämlich ein Notfallplan Gottes.

Die Wesenswirkung der Taufe beschreibt der Liederdichter Benjamin Schmolck sehr schön in dem 2. Vers seines Liedes „Liebster Jesu, wir sind hier…“ (EG 206), der da lautet, wie folgt:

Ja, es schallet allermeist dieses Wort zu unsern Ohren:
Wer durch Wasser und durch Geist nicht zuvor ist neugeboren, wird von dir nicht angenommen und in Gottes Reich nicht kommen.

Der Herr mache Dir immer wieder gewiss, dass Du Teil seiner heiligen Gemeinde bist Der Herr mache Dir immer wieder gewiss, dass Du jederzeit in eine persönliche Beziehung mit ihm treten kannst Der Herr mache Dir immer wieder gewiss, dass nach jedem Versagen ein Neuanfang bei und mit ihm möglich ist

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 3. Advent. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Matthäusevangelium, Kapitel 11, die Verse 2-6. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Als aber Johannes im Gefängnis von den Werken Christi hörte, sandte er seine Jünger und ließ ihn fragen: Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten ? Jesus antwortete und sprach zu Ihnen: Geht hin und sagt Johannes wieder, was ihr hört und seht: Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören. Tote stehen auf, und Armen wird das Evangelium gepredigt; und selig ist, wer sich nicht an mir ärgert

Liebe Gemeinde,

schon ein wenig seltsam die Antwort unseres Herrn, finden Sie nicht auch? Da kommen die Jünger von Johannes und stellen ihm eine eindeutige Frage. Und was erhalten sie daraufhin?
Eine Antwort, die eigentlich gar keine Antwort ist, jedenfalls in dem Sinne, wie wir eine Antwort
erwarten würden. Was bezweckt der Herr Jesus denn dann mit einer derartigen Antwort? Lassen Sie uns dieser Frage am heutigen 3. Advent nachgehen.

1. Forschet

Jesus hätte doch eigentlich sagen können: Jawohl, ich bin der, den ihr sucht. Dann wäre die Angelegenheit wohl erledigt gewesen. Beginnen wir doch einmal damit, was Jesus nicht möchte: Nämlich Vasallen und Anhänger, die ihm einfach blindlings, ausgestattet mit einem Kadavergehorsam folgen, wohin auch immer die Reise gehen mag.

Jesus möchte Jünger haben, die zuvor die Entscheidung „Ja, Herr, ich will zu Dir gehören.“ wohl bedacht haben. Das wollte Jesus damals und das will er auch heute noch. Jesus liebt die kritischen Geister, die auch einmal etwas hinterfragen und die nicht gleich alles glauben und das berühmte „Ja und Amen“ dazu sagen.

Nur nebenbei bemerkt: Die größten Bibelkritiker sind in ihrem Leben durch das intensive Studium der Bibel schon zu glühenden Verehrern des Herrn Jesus geworden.

Also sagt Jesus sinngemäß: „Forscht nach, was die Schrift über mich sagt und vergleicht damit, was ihr hört und seht. Und auf Grund dieser Tatsachen da trefft dann bitteschön eure Entscheidung.“

Vieles von dem, was Jesus zu leisten in der Lage ist, das finden wir ja schon im Alten Testament. Forschen Sie ruhig einmal wieder etwas intensiver in diesem Teil der Bibel nach den vielen kleinen
Hinweiszeichen auf das Kommen und das Wirken unseres Herrn. Beginnen Sie am besten mit dem Propheten Jesaja.

Wenn ich eine Entscheidung treffen muss, dann sammele ich zunächst Fakten zu diesem Thema. Wenn ich das ordentlich getan habe, dann kann ich eine Entscheidung treffen, die hieb- und stichfest ist. Jeder, der mich dann von dem Gegenteil überzeugen will, muss erst einmal an den ganzen Fakten und Tatsachen vorbei. Und gerade darum will Jesus Jünger haben, die ihre Entscheidung, ihm nachzufolgen wohlbesonnen treffen.

Denn in der Welt werden wir alsbald auf harsche Kritik treffen. Die Welt wird als erstes versuchen, uns unseren Glauben madig zu machen. Allerdings sind die Argumente, die sie vorbringt nur Scheinargumente.
Der Anti-Gottes-Beweis fällt, wenn man die Bibel als Gottes Wort betrachtet, sofort in sich zusammen. Egal, was die Welt uns auch weismachen will, wir können unsere einmal getroffene Entscheidung an jedem dieser Weltenargumente prüfen lassen.

2. Nicht ärgern

Selig ist, wer sich nicht an mir ärgert. Das gibt unser Herr den Jüngern des Johannes mit auf den Weg. Im ersten Moment habe ich natürlich gedacht: Alles kein Problem, ich und mich über Jesus ärgern, niemals würde ich dies tun. Und dann, als ich ein wenig in die Stille ging, da kamen sie doch, diese Gedanken, die Jesus mit Ärgern gleichsetzt.

Wieso hilfst du gerade dem, der hat doch so viele Leute hinters Licht geführt. Und jetzt steht er reingewaschen vor dir da. Wieso darf der Kinderschänder zu dir kommen und die gleiche Gnade in Anspruch nehmen, wie ich. Ich bin doch schließlich ein durch und durch anständiger Sünder. Mir sind jede Menge ähnliche Gegebenheiten eingefallen, die mich ins Grübeln versetzt haben.

Und genau dies sollen wir nicht tun. Unser Herr ist autark. Er entscheidet, wem er hilft. Es ist ganz bestimmt nicht unsere Aufgabe, dem Herrn Jesus vorzuschreiben, was er tun und was er besser lassen soll. Wenn der Herr Jesus in das Haus eines Zöllners einkehrt, dieser sich daraufhin bekehrt, dann ist es meine Aufgabe, diesen Zöllner in der Gemeinde herzlich willkommen zu heißen und ihm dabei zur Seite zu stehen, wenn er anfänglich Fragen und Probleme mit dem Glauben hat.

Liebe Gemeinde, Zöllner im übertragenen Sinne sind immer wieder mitten unter uns. Wenn diese den Weg zu Jesus finden, oder besser, wenn sie den Herrn Jesus mit einem ehrlichen Herzen suchen, er sich von ihnen dann finden lässt, dann dürfen wir diese Menschen doch nicht als verlorene Sünder abstempeln. Das, liebe Gemeinde, ist bestimmt nicht einfach.

Wie kriegen wir das nur hin ? Ganz einfach, indem wir den Herrn Jesus bitten, uns dabei zu helfen. Wenn wir es nicht schaffen, dem bekehrten Sünder die Hand entgegenzustrecken, dann wird unser Herr eben unsere Hand dahin führen. Darauf dürfen wir uns felsenfest verlassen. Probieren wir es doch einfach mal wieder.

3. Friede im Herzen

Das, liebe Gemeinde, leitet sich aus dem nicht ärgern ab. Wir kennen doch sicherlich alle einen absoluten Miesepeter in unserem Umfeld. Mit dem möchte doch keiner gern etwas zu tun haben.

Überall dort, wo Groll und Ärger den Platz in unserem Herzen besetzen, überall dort kann der Herr Jesus mit seinem Frieden ja auch gar nicht bei uns einziehen. Sein Platz, den er in unserem Herzen begehrt, dieser Platz wurde von uns ja mit lauter Ärger, Zorn und Hass belegt.

Erst dann, liebe Gemeinde, wenn wir uns dazu entscheiden, uns nicht mehr zu ärgern, erst dann kann der Herr in unsere Herzen einziehen. Erst dann können wir wirklich „selig“ genannt werden. Natürlich ist es mit der Entscheidung nicht unbedingt getan. Wir müssen den Herrn Jesus inständig bitten, uns unseren Ärger aus den Herzen herauszunehmen. Das macht er sofort. Garantiert.

Allerding dürfen wir dem Ärger auch nicht gestatten, wieder bei uns einzuziehen. Das, liebe Gemeinde ist dann unsere Aufgabe. Wir können uns ganz bewusst gegen den Ärger entscheiden. Das ist eine steile Behauptung. Aber ich sage Ihnen einfach mal: Probieren Sie es aus. Wir haben in jeder Situation des Lebens die Entscheidung, ob wir uns ärgern oder nicht. Gut, ein wenig Training gehört natürlich dazu.

Ich habe mich anfangs immer wieder gefragt: Was bringt es mir, wenn ich mich jetzt ärgere? Glauben Sie mir, es bringt überhaupt nichts. Sie werden kein einziges Argument für Ärger finden. Also lassen wir es doch gleich sein, die Sache mit dem Ärger.

Und wenn wir uns nicht mehr ärgern, dann wird auch alles, was grau und dunkel um uns herum war wieder hell und licht werden. Dies beschreibt die Liederdichterin Maria Ferschl sehr schön in ihrem Lied „Wir sagen euch an den lieben Advent….“ (EG 17), dessen dritter Vers lautet, wie folgt:

Wir sagen auch an den lieben Advent.
Sehet, dir dritte Kerze brennt!
Nun tragt eurer Güte hellen Schein
weit in die dunkle Welt hinein.
Freut euch, ihr Christen, freuet euch sehr!
Schon ist nahe der Herr.

Der Herr nehme allen Ärger aus Deinem Herzen und ersetze ihn durch seinen hellen Schein
Der Herr nehme allen Ärger aus Deinem Herzen und ersetze ihn durch seine göttliche Liebe
Der Herr nehme allen Ärger aus Deinem Herzen, damit Du seinen hellen Schein und seine Liebe weitergeben kannst

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten dritten Advent und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ein frohes Neues Jahr wünsche ich Ihnen allen. Ja, heute beginnt das neue Kirchenjahr mit dem 1. Sonntag im Advent. Advent kommt von dem Wort advenire und bedeutet so viel wie ankommen. Und der Ankunft unseres Herrn, der Geburt Jesu Christi gedenken wir traditionell in der Vorweihnachtszeit. Mit der Ankunft Jesu in Jerusalem beschäftigt sich der heutige Predigttext. Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag im 21. Kapitel des Matthäusevangeliums, die Verse 1-9. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Als sie nun in die Nähe von Jerusalem kamen, nach Betfage an den Ölberg, sandte Jesus zwei Jünger voraus und sprach zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt, und gleich werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Füllen bei ihr; bindet sie los und führt sie zu mir ! Und wenn euch jemand etwas sagen wird, so sprecht: Der Herr bedarf ihrer.

Sogleich wird er sie euch überlassen. Das geschah aber, damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten, der da spricht (Sacharja 9,9): „Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen, dem Jungen eines Lasttiers.“ Die Jünger gingen hin und taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider darauf, und er setzte sich darauf. Aber eine sehr große Menge breitete ihre Kleider auf den Weg; andere hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Die Menge aber, die ihm voranging und nachfolgte, schrie: Hosianna dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe!

Liebe Gemeinde,

mit einem ganz großen Bahnhof wurde Jesus damals von den Menschen empfangen. Mit Kleidern und Palmzweigen ebneten sie Jesu den Einzug in Jerusalem. Wenn wir heute der Ankunft unseres Herrn gedenken, geschieht das immer noch mit einem brennenden Herzen oder wie „Alle Jahre wieder“, also als nichts besonderes, sondern eher etwas alltägliches?

Ich glaube wir sollten uns einmal drei Fragen stellen zu der Ankunft unsers Herrn derer wir in dieser Vorweihnachtszeit gedenken.

1. Wer kommt?

Wenn ich jetzt so durch die Einkaufszentren schlendere, dann fallen sie mir sofort auf, die Masse an Krippen mit denen die Schaufenster dekoriert sind. Ich finde dies grundsätzlich sehr schön, erinnert man sich doch tatsächlich noch daran, dass Weihnachten unser Heiland geboren worden ist.

Und so liegt er da in der Krippe als kleines Kind, umgeben von Maria und Josef, den Hirten, den drei Königen und den Schafen auf dem Felde. Meist kommt dies als typische „Eiapopeia-Stimmung“ rüber.

Doch das ist es nicht. Erinnern wir uns doch einmal daran, wer dort in der Krippe liegt. Es ist Gott selbst, der zu den Menschen, also auch zu uns kommt. Allein dies sollte uns schon ehrfurchtsvoll machen. Gott kommt aber nicht, um uns einen unverbindlichen Besuch abzustatten, um einmal kurz Hallo zu sagen.

Nein, liebe Gemeinde, dieses Kind in der Krippe kommt für Sie und mich ganz persönlich auf diese Welt. Dieses Kind in der Krippe kommt zu UNS, damit wir wieder zu IHM kommen können. Dieses Kind in der Krippe ist in der Lage, uns von allen unseren Sünden zu erlösen, den bereits begangenen und auch allen zukünftigen Sünden.

Gott kommt vom Himmel in diese Welt, damit wir wieder von dieser Welt in den Himmel kommen können. Wenn wir uns daran erinnern, dann kann eine echte unverfälschte Weihnachtsfreude in uns lebendig werden. Dann hat Weihnachten wieder seinen ursprünglichen Sinn in uns gefunden.

2. Wie kommt er?

Ich war vor kurzem in Berlin, als der chinesische Ministerpräsident mit seinem Mitarbeiterstab die Stadt besuchte. Ganze Straßenzüge wurden kurzerhand abgesperrt und es dauerte manchmal über 2 Stunden bis der Verkehr sich wieder normalisiert hatte. Selbstverständlich sah man nichts von dem Minister, er wurde hermetisch von den Sicherheitskräften abgeriegelt.

Wie kommt unser Herr denn an? Ganz, ganz anders. Er wird nicht von der Staatsmacht hofiert und es wird auch kein Begleitschutz organisiert.
Ganz einfach und bescheiden auf einem Esel, also noch nicht einmal einem Reittier der „Oberen“ kommt er nach Jerusalem.

Ganz langsam durchreitet er die Menge, die ihm am Straßenrand zujubelt.
Ich denke, er hatte für jeden ein liebevolles Lächeln bereit. Jeder fühlte sich bestimmt sofort von ihm angezogen und angesprochen.

Und doch geht er ganz konsequent seinen Weg ohne sein Ziel aus den Augen zu verlieren. Er genießt eben nicht das Bad in der Menge und labt sich an der Anerkennung, wie wir es vielleicht tun würden, wenn uns die Massen zujubeln.

Und so, liebe Gemeinde erwartet unser Herr dies auch von uns. Wir sollen ein Auge für unsere Mitmenschen haben, nicht nur zur Weihnachtszeit. Wir sollen, wie Jesus auch, entschleunigen, damit wir unser Umfeld nicht aus den Augen verlieren. Wir sollen unsere eigenen Ansprüche ruhig mal etwas zurückschrauben und auch an die denken, die so gern übersehen werden.

Und wir sollen dabei ganz konsequent unseren Weg mit Jesus gehen. Gerade diese etwas ruhigere Zeit lädt uns doch förmlich dazu ein, jetzt gleich mit der Umsetzung zu beginnen. Schalten wir doch wieder einmal einen Gang zurück und widmen uns wieder mehr unseren Mitmenschen als unserem Job, unserer Karriere und unseren sonstigen Ansprüchen.

3. Wie wird er empfangen?

Wir lesen, dass Jesus von einer jubelnden Menge empfangen wurde, die ihm zu Ehren die Kleider auf den Weg ausbreitete und den Weg zusätzlich mit Palmzweigen ebnete.

Wie empfangen wir eigentlich heute im Jahre 2014 unseren Herrn? Wenn wir die Krippen in den Geschäften einmal ausblenden, dann ist doch die Weihnachtszeit eigentlich DIE hektische Zeit im Jahr. Alles rennt gestresst durch die Geschäfte. Wir müssen alle Geschenke beisammen haben, Heiligabend ist schließlich unsere Deadline. Wir müssen für ein köstliches Weihnachtsessen sorgen, wir müssen noch den Tannenbaum besorgen usw.

Ich glaube, soviel „müssen“ wie in der Vorweihnachtszeit „müssen“ wir das ganze Jahr nicht. Wer hat denn da schon Zeit an das Kommen unseres Herrn zu denken. Bevor ich daran denke, denke ich liebe mal darüber nach, wie ich an einen Parkplatz komme.

Machen wir uns dich nichts vor, liebe Gemeinde, so sieht sie doch aus, die Vorweihnachtszeit im Allgemeinen. Der ursprüngliche Sinn des Weihnachtsfestes mit der Freude auf das Kommen unseres Herrn hat doch gegenüber der neuesten Playstation seinen Reiz verloren.

Wir müssen alle wieder lernen, dass Weihnachten nicht auf den Einkaufsstraßen dieser Welt stattfindet sondern in unseren Herzen. Wir müssen wieder lernen, zur Ruhe zu kommen, damit wir unser Herz wieder für unseren Herrn öffnen können. Nur wenn wir dies tun, dann kann er nämlich auch in unseren Herzen Einzug halten. Solange wie Parkplatznot, meterlange Schlangen an den Kassen und der Streit um den „richtigen“ Weihnachtsbaum unser Weihnachten bestimmen, solange kann der Herr ja gar nicht bei uns einziehen.

Konzentrieren wir uns doch wieder auf das innere Sein mehr als auf den äußeren Schein. Der äußere Schein der Weihnacht der vergeht nach ein paar Wochen wieder. Aber wenn wir es dem Herrn gestatten, Einzug in unsere Herzen zu halten, dann können wir die echte Vorweihnachtsfreude das ganze Jahr über in unseren Herzen tragen.

Von einem Christen namens Amsel, der schon lange im Himmel ist, berichtete Wilhelm Busch einmal. Lange nachdem Amsel sich bekehrt hatte sagte er zu Wilhelm Busch: „Du Wilhelm, seit ich mich bekehrt habe, ist jeder Tag so wie der Tag vor Heiligabend, so voller Vorfreude, Liebe und Vertrauen auf den Herrn.“

Genau dies wünsche ich uns allen auch, dass uns dies in der Vorweihnachtszeit von unserem Herrn in unsere Herzen gelegt wird.

Lassen Sie uns doch den Herrn mit dem ersten Vers des Adventsliedes „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit…“ von dem Liederdichter Georg Weißel empfangen. Dieser Vers lautet, wie folgt:

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit;
es kommt der Herr der Herrlichkeit,
ein König aller Königreich,
ein Heiland aller Welt zugleich,
der Heil und Leben mit sich bringt;
derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat.

Der Herr halte Einzug in Deinem Herzen und gebe Dir seinen Frieden Der Herr halte Einzug in Deinem Herzen und erfülle Dich mit Freude auf sein Kommen Der Herr halte Einzug in Deinem Herzen und öffne es ganz weit für Deine Mitmenschen

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten 1. Advent und einen besinnlichen Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen 23. Sonntag nach Trinitatis. Unser heutiger Predigttext, welcher der Bergpredigt entnommen ist, beschäftigt sich mit einem sehr wichtigen Thema, nämlich dem Thema Wahrheit. Lassen Sie uns gemeinsam lesen, was unser Herr uns zu diesem Thema zu sagen hat. Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag bei dem Evangelisten Matthäus im 5. Kapitel, die Verse 33-37:

Vom Schwören

Ihr habt weiter gehört, dass zu den Alten gesagt ist (3. Mose 19, 12; Mose 30, 3): “ Du sollst keinen falschen Eid schwören und sollst dem Herrn deinen Eid halten.“ Ich aber sage euch, dass ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron; noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße; noch bei Jerusalem, denn sie ist die Stadt des großen Königs. Auch sollst du nicht bei deinem Haupt schwören; denn du vermagst nicht ein einziges Haar weiß oder schwarz zu machen. Eure Rede aber sei: Ja, Ja; Nein, Nein. Was darüber ist, das ist vom Übel.

Liebe Gemeinde,

wie halten wir es eigentlich mit der Wahrheit? Sagen wir sie immer, oder flüchten wir uns auch schon einmal in eine Notlüge hinein. Wenn wir in unserem Predigttext das Wort Eid lesen, dann denken wir natürlich sofort an Gerichtsverhandlungen. Es geht aber in unserem Predigttext um die Wahrheit im allgemeinen und nicht nur um die Wahrheit unter Eid bei einem Prozess.

Ich glaube, Jesus lehrt uns drei Punkte bei dem Umgang mit der Wahrheit.
Lassen Sie uns diese Punkte am heutigen morgen ein wenig näher betrachten.

1. Der Meineid

Den Meineid kennen wir sicherlich alle aus Berichten um große Prozesse.
Nicht umsonst steht der Meineid unter empfindlicher Strafe, misst doch das Gericht der eidlichen Aussage eine sehr große Bedeutung bei.

Vor Gott, und da sollten wir immer und überall daran denken, sind alle unsere Aussagen Aussagen unter Eid. Egal, ob wir im kleinen unserem Nachbarn etwas versprechen oder aber im großen z.B. in einem Prozess unter Eid aussagen. Vor Gott ist Beides gleich.

Jesus will uns damit sagen, dass wir alles, was wir sagen auch vor Gott verantworten müssen. Übrigens auch all das leichte Gerede, was uns so über die Lippen kommt. Wenn es der Wahrheit entspricht, dann ist es ja gut, aber wenn es sich z.B. um die Verbreitung von nicht bewiesenen Tatsachen, also Gerüchten handelt, dann sollten wir uns schon daran erinnern, dass wir alles, was wir sagen, vor Gott verantworten müssen.

Es gibt eine interessante Geschichte, die uns helfen kann, unnützes Geschwätz zu vermeiden. Sie heißt „Die drei Siebe“. Lassen Sie uns kurz in diese Geschichte hineinhören:

Zum weisen Sokrates kam einer gelaufen und sagte: „Höre, Sokrates, das muss ich dir erzählen.“ „Halte ein !“ unterbrach ihn der Weise, „Hast du das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe gesiebt ?“ „Drei Siebe ?“, fragte der andere voller Verwunderung. „Ja, guter Freund !
Lass sehen, ob das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe hindurchgeht: Das erste ist die Wahrheit. Hast du alles, was du mir erzählen willst, geprüft ob es wahr ist ?“ „Nein, ich hörte es erzählen und…“ „So, so ! Aber sicher hast du es im zweiten Sieb geprüft. Es ist das Sieb der Güte. Ist das, was du mir erzählen willst gut ?“ Zögernd sagt der andere: „Nein, im Gegenteil…“ „Hm…“ unterbrach ihn der Weise. „So lass uns auch noch das dritte Sieb anwenden. Ist es notwendig, dass du es mir erzählst ?“. „Notwendig nun gerade nicht…““Also“ sagte lächelnd der Weise, „Wenn es weder wahr noch gut noch notwendig ist, so belaste dich und mich nicht damit.

Lassen Sie uns doch diese drei Siebe einfach immer häufiger auch in unserem Alltag einsetzen.

2. Das Hintertürchen

Schon zu Jesu Zeiten bewiesen die Gläubigen eine gewisse Art der Bauernschläue im Umgang mit der Wahrheit. Nun gut, vor Gott und bei Gott darf ich nicht schwören. Das könnte mich selber in den Abgrund stürzen. Also nahm man Gott bei den Schwüren heraus und ersetzte ihn durch andere Dinge und Personen, bei denen man einen Eid leistete. Bei Jerusalem und bei dem eigenen Haupt waren beliebt um darauf den Eid zu befestigen.

Jesus schiebt diesem sofort einen Riegel vor. Gott sieht auf Ergebnisse und nicht auf sprachliche Feinheiten. Alles, was wir sagen, müssen wir nach wie vor vor Gott verantworten, auch wenn wir Ihn so gerne außen vorlassen.

Wenn im Bundestag die Minister bei der Eidesformel „So wahr mir Gott helfe“ weglassen, so bedeutet dies natürlich nicht, dass sie sich nicht vor Gott verantworten müssen für das, was sie während ihrer Amtszeit tun oder aber lassen.

Also, liebe Gemeinde, lassen Sie uns immer wieder daran denken, dass es dieses vermeintliche Hintertürchen gar nicht gibt.

3. Der Königsweg

Jesus lehrt uns den besten Umgang mit der Wahrheit. „Ja, Ja“ oder „Nein, Nein“ das soll unser Umgang mit der Wahrheit sein. So soll unser ganzes Leben als Christen strukturiert sein.

Unser Leben soll eine ganz klare Linie aufweisen, die für jedermann klar zu erkennen ist. Christen dürfen und müssen dabei ruhig einmal „Kante“ zeigen.

Wir sind kein Debattierclub, der sich stets mit einem entschiedenen „vielleicht“ aus der Affäre ziehen kann. Als Christen sollen wir klare Positionen beziehen, diese begründen und dann auch bei diesen Positionen bleiben.

So können wir in unserem Leben Leuchtfeuer der Wahrheit setzen, die von unseren Mitmenschen auch so wahrgenommen werden. Und wer weiß, vielleicht überzeugen wir ja auch damit unsere Mitmenschen, dass der Weg mit Jesus der einzige und wahre Weg zum Leben ist.

Wie viele Menschen laufen derzeit orientierungslos durch ihr Leben und warten nur auf ein festes Zeichen, dass ihnen ihren Lebensweg weist. Seien wir doch Wegweiser für diese Menschen, Wegweiser auf einen Weg hin zum Leben, zum ewigen Leben in der Gemeinschaft unseres Herrn.

Fangen wir doch gleich damit an, wenn wir heute auseinandergehen.

Um unser „Ja,ja“ und Nein,Nein“ auch immer wieder mit einem festen Herzen sagen zu können benötigen wir alle den Beistand unseres Herrn.

Diesen erbat der Liederdichter Ignaz Franz in dem 9. Vers seines Liedes „Großer Gott, wir loben dich…“ mit folgenden Worten:

Sieh dein Volk in Gnaden an. Hilf uns, segne, Herr, dein Erbe;
leit es auf der rechten Bahn, dass der Feind es nicht verderbe.
Führe es durch diese Zeit, nimm es auf in Ewigkeit.

Lassen Sie uns alle unter dem aaronitischen Segen in die neue Woche gehen:

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

wenn wir heute der Wahrheit, bzw. dem rechten Umgang mit der Wahrheit, ein Stückchen näher gekommen sind, dann lassen Sie uns doch alle von dieser Wahrheit leiten. Nicht nur am Sonntag, sondern jeden Tag, den wir erleben dürfen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen einen gesegneten Start in die neue Woche.

Bis zum nächsten Sonntag grüßt Sie alle recht herzlich Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag zum Erntedankfest.
Ich wohne ja in einer ländlichen Umgebung, die von der Landwirtschaft geprägt ist. Den Altar zieren die Früchte des Feldes, die von den Landwirten liebevoll dort platziert worden sind. Überhaupt wird nahezu der ganze Gottesdienst von den Landwirten gestaltet. Dankbar für die Schätze, die ihnen der Herr auch dieses Jahr wieder beschert hat, übernehmen sie gern diesen Part. Um den dankbaren Umgang mit dem, was uns der Herr beschert hat und wie wir damit umgehen sollen, darum geht es in unserem heutigen Predigttext.

Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag bei Matthäus im 6. Kapitel, die Verse 19-23. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der Rost fressen und wo die Diebe einbrechen und stehlen. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen und wo die Diebe nicht einbrechen und stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. Das Auge ist das Licht des Leibes. Wenn dein Auge lauter ist, so wird dein ganzer Leib licht sein. Wenn aber dein Auge böse ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis sein.

Liebe Gemeinde,

das Thema des heutigen Sonntags lautet: Irdische Schätze – Himmlische Schätze.
Lassen Sie uns diese beiden Schätze einmal etwas näher betrachten.

1. Irdische Schätze

Materieller Reichtum, das fällt uns sicherlich sofort bei irdischen Schätzen ein. Ist nun Reichtum auf Erden per se schlecht ?

Nein, das meint Jesus an dieser Stelle nicht. Wenn wir uns den Predigttext ganz genau ansehen, dann steht dort: Ihr sollt nicht Schätze SAMMELN auf Erden.

Heute ist Erntedanktag. Auch die Landwirte haben ihre Schätze gesammelt und in die Scheunen eingefahren. Aber nicht, um sie für sich zu behalten, sondern um sie weiter zu verwerten und sie anderen zukommen zu lassen.

Dies meint Jesus auch mit dem irdischen Reichtum Wir sollen ihn nicht für uns anhäufen und einfach liegen lassen. Immer mehr und mehr und noch mehr. Nein, wir sollen den Reichtum auch verwerten.

Wer nur sein Geld auf dem Konto liegen lässt und sich über den Ertrag freut, der macht genau das, was Jesus anprangert. Allein derjenige, der sich ein Auto von seinem Reichtum kauft, der unterstützt ja schon seine Mitmenschen, indem er auch ihren Arbeitsplatz sichert.

Wir sollen also keinen Reichtum ansammeln, sondern ihn sinnvoll einsetzen und wieder in Umlauf bringen, damit möglichst viele Menschen, wenn auch nur indirekt, davon profitieren können.

Bei allem “ In Umlauf bringen“ müssen wir aber immer wieder einer Tatsache in’s Auge sehen: Zum Zeitpunkt unseres irdischen Todes müssen wir all unsere Schätze hier auf Erden zurücklassen. Von jetzt auf gleich haben wir nichts mehr von all unserem Geld, unserem tollen Haus, dem Luxussportwagen und all den anderen Gütern, die wir angesammelt haben.

Es gibt aber Schätze, die weit über diese unsere Welt hinausgehen. Der Herr Jesus fordert uns auf, gerade in diese Schätze zu investieren. Das sind:

2. Die himmlischen Schätze.

Wenn uns unser Herr auffordert, Schätze im Himmel zu sammeln, dann könnte man gleich wieder auf die Werkgerechtigkeit kommen. Müssen wir uns den Himmel erst verdienen, indem wir möglichst viele Punkte sammeln ? Das hört sich ja fast danach an.

Nein, liebe Gemeinde, den Himmel müssen und können wir uns auch gar nicht verdienen. Schätze im Himmel zu sammeln lohnt sich doch nur, wenn ich sicher bin, dass ich auch dort hinkomme. Ansonsten wären diese Schätze zum Zeitpunkt meines Ablebens ja auch verloren. Die Rede Jesu richtet sich also an die Menschen, die ein Ja zu THM sagen.

Worum geht es dann also konkret ? Das lesen wir im 2. Korintherbrief, Kapitel 5, Vers 10:
„Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er getan hat bei Lebzeiten, es sei gut oder böse.“

Ähnliche Hinweise auf Belohnungen im Himmel finden wir auch in etlichen anderen Büchern der Bibel. Für unsere himmlischen Schätze, die wir hier auf Erden sammeln, werden wir also einen himmlischen Lohn empfangen. Wie der Lohn denn aussieht, das werde ich häufig gefragt. Das weiß ich auch nicht, aber ich vermute wir werden mehr als überrascht sein, wenn wir ihn erhalten. Jetzt bleibt nur noch die Frage zu beantworten: Was sind denn eigentlich himmlische Schätze ?

Lassen Sie uns in aller Kürze einige davon, die wir übrigens samt und sonders in der Bibel finden, anschauen:

Lieben
Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst. Tun wir das wirklich ? Lieben wir auch dann noch, wenn uns Ignoranz entgegengebracht wird. Lieben wir auch dann noch unseren Nächsten, wenn uns dieser verspottet und lächerlich macht ? Wir sollten es !!!

Teilen
Teilen wir wirklich unser Hab und Gut und geben denjenigen davon großzügig ab, die wesentlich weniger haben als wir ? Oftmals handeln die Menschen doch nach dem Motto: Erst komm ich und dann komm ich und dann kommst du noch lange nicht. Ich denke, mit dieser Haltung sammeln wir uns keine Schätze im Himmel.

Vergeben
Vergeben wir denen, die uns geschadet haben oder die uns in irgendeiner Art und Weise weh getan haben ? Meist sind es doch niedere Rache- und Vergeltungsgedanken, die uns dann antreiben. Himmlische Schätze sammeln wir aber nur, wenn wir vergeben. So ganz nebenbei bemerkt: Wenn wir aus tiefstem Herzen vergeben, dann lösen sich alle Vergeltungsgedanken in Luft auf.

Schützen
Treten wir eigentlich für den Schutz der Menschen ein, die nicht für sich selber handeln können. Achten wir darauf, dass diese Menschen nicht von anderen Menschen übervorteilt werden ? Wir tun gut daran, wenn wir diese Tugend wieder mehr achten. Mit jedem Engagement für einen schutzbedürftigen Mitmenschen wird unser Schatz im Himmel immer größer.

Bewahren
Gott hat uns auch den Auftrag gegeben, Seine Schöpfung zu bewahren.
Was bedeutet das eigentlich ? Nun, das will sagen, dass wir diese Schöpfung nicht „ausschöpfen“ sollen bis alles verbraucht ist. Bewahren heißt, ich nutze die Schöpfung, aber wenn ich sie verlasse, gebe ich sie mindestens so zurück, wie ich sie vorgefunden habe.

Wir reden soviel von Nachhaltigkeit. Halten wir wirklich nach, was wir tun ? Sollten wir aber. Denken wir nur an den Schatz im Himmel.
Es gibt sicherlich noch viele andere Möglichkeiten, wie wir uns Schätze im Himmel erwerben können. Aber über eines müssen wir noch kurz reden nämlich über:

3. Die Motivation

Schätze im Himmel können wir nur sammeln, wenn wir dies mit der rechten Motivation tun. Überall wo hinter den soeben genannten „Tätigkeiten“ Eigennutz dahintersteht hat dies nichts mehr mit dem Sammeln eines himmlischen Schatzes zu tun.

Zählen Sie bitte jetzt mit mir zusammen 5 Buchstaben mit den Fingern ab:
D, I , A, F , J.

Das bedeutet: Do, It, All, For, Jesus. Mit dieser Einstellung sammeln wir uns Schätze im Himmel, wenn wir also das, was wir tun für IHN tun.

Das ist alles andere als einfach, aber ein einfaches Christentum hat uns unser Herr auch nicht versprochen. Die Landwirte hatten es während der Ernte auch nicht einfach, bis sie ihre Schätze in die Scheunen eingefahren hatten. Aber es ist auch nicht so schwer, dass wir es nicht schaffen können. Vertrauen wir darauf, dass uns unser Herr stets auf dem rechten Wege leiten wird.

Ein klein wenig über unseren zukünftigen Schatz im Himmel erfahren wir in dem 11. Vers des Liedes: „Befiehl du deine Wege…“ von Paul Gerhardt, der da lautet, wie folgt:

Wohl dir, du Kind der Treue, du hast und trägst davon,
mit Ruhm und Dankgeschreie, den Sieg der Ehrenkron;
Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand,
und du singst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt.

Der Herr erfülle Dein Herz mit Liebe, die Du an Deine Mitmenschen weitergeben kannst
Der Herr gebe in Dein Herz die Kraft der Vergebung, damit Du damit SEINE Liebe in die Tat umsetzen kannst
Der Herr erfülle Dein Herz bei der Sammlung der Himmelsschätze stets mit göttlicher Freudigkeit

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und eine tolle neue Woche. Gott gebe Ihnen die Kraft, möglichst viele Himmelsschätze sammeln zu dürfen.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,
ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen 13. Sonntag nach Trinitatis. Der heutige Sonntag steht unter dem Thema, wie wir unserer Liebe zu Gott Ausdruck verleihen. Das können wir durch vielerlei Dinge tun, unter anderem durch das Geben von Almosen. Und darum geht es auch in unserem heutigen Predigttext.
Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag bei dem Evangelisten Matthäus, Kapitel 6, die Verse 1-4. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Vom Almosengeben
Habt acht auf eure Frömmigkeit, dass ihr die nicht übt vor den Leuten, um von ihnen gesehen zu werden; ihr habt sonst keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel. Wenn du nun Almosen gibst, sollst du es nicht vor dir ausposaunen lassen, wie es die Heuchler tun in den Synagogen und auf den Gassen, damit sie von den Leuten gepriesen werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. Wenn du aber Almosen gibst, so lass deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut, damit dein Almosen verborgen bleibe; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, der wird dir’s vergelten.

Liebe Gemeinde,
über Geld spricht man nicht. Damit wären wir auch schon am Ende der Predigt angelangt. Aber über Geld spricht man doch. Und das sollten wir heute morgen einmal gemeinsam tun. Gewiss, es ist ein sensibles Thema, das Thema Gott und unser Geld. Aber totschweigen sollten wir es dennoch nicht.
Beschäftigen wir uns einmal mit dem Thema Abgeben, wozu auch die Almosen gehören. Obwohl dies so einfach erscheint, begegnen uns auch hier einige Stolpersteine. Lassen Sie uns diese Stolpersteine ein wenig näher betrachten.

1. Motivation
Wenn wir Almosen geben, dann ehren wir Gott, indem wir von dem, was Er uns im Übermaß geschenkt hat, etwas zurückgeben. Almosen geben ist also Dank und Gabe zu gleicher Zeit.

Almosen haben auch nichts zu tun mit der Beruhigung eines schlechten Gewissens, nach dem Motto: Ich habe hier und da gesündigt, ich spende etwas und alles ist wieder im Lot. Das ist es sicherlich nicht und diese Motivation der Gabe ist auch vor Gott nichts wert.

Lohn bei unserem Vater im Himmel haben wir also nur, wenn wir demutsvoll unser Almosen entrichten. Vor allem, ohne dafür eine Gegenleistung jedweder Art zu erwarten. Ich hatte vor kurzem ein recht interessantes Gespräch mit einem jungen Mann, der mir sagte: „Und da spende ich doch Woche für Woche und trotzdem habe ich meinen Job verloren.“

Natürlich leben wir in einer Welt, die von Leistung und Gegenleistung geprägt ist. Nur im Reiche Gottes haben diese weltlichen Gesetze keine Gültigkeit. Dies sollten wir uns immer wieder vor Augen führen, wenn wir unser Almosen entrichten.

2. Ohne viel Trara
„Tue Gutes und rede darüber.“ Dieser Leitsatz wird einem bei jedem Basisseminar über PR-Arbeit förmlich um die Ohren gehauen. Was steckt eigentlich dahinter ?

Letztendlich steckt der Wunsch nach Anerkennung dahinter. Ich will endlich auch einmal wahrgenommen werden. Also entrichte ich eine größere Spende, lade die entsprechenden Medien dazu ein, und diese werden dann über mich berichten. Und dann genieße ich die Anerkennung meines sozialen Umfeldes.

Dies funktioniert tatsächlich in der Welt in der wir leben. Allerdings funktioniert dies nicht vor und bei Gott. Wenn wir unseren Lohn, also die Anerkennung schon bei den Menschen erfahren haben, dann, so sagt es der Predigttext haben wir unseren Lohn ja schon gehabt.

Wollen wir unsern Lohn im Himmel kassieren, dann sollten wir unsere Almosen ohne viel Aufhebens machen. Nur mal so am Rande. Wer nach Anerkennung lechzt, der ist bei Gott genau richtig. Gott liebt und achtet jeden von uns ganz ohne Vorleistung. Aber bleiben wir bei den Almosen.

Ich bin bestimmt kein großes Vorbild. Meine Spenden, die ich überweise, tragen alle keinen Namen. Bisher ist es auch noch keiner Organisation gelungen, dies zurück zu verfolgen. Was will ich damit zum Ausdruck bringen ?

Nun, wenn wir spenden, dann erhalten wir Spendenquittungen. Wenn wir diese bei der Steuer einreichen, zahlen wir weniger Steuern. Also holen wir uns doch de facto nun etwas von dem Geld wieder zurück, was wir gespendet haben. Ich denke, dies ist nicht in Gottes Sinne. Vor allem dann nicht, wenn wir dies berechnend tun, also um z.B. die kalte Progression zu umgehen.

3. Die Höhe
Jetzt wird es richtig spannend. Wieviel sollen wir eigentlich als Almosen geben ? Alles, was wir nicht mehr brauchen. Und was ist bei einem unvorhergesehenen Notfall ? Also alles, was wir nicht mehr brauchen, abzüglich einer Notreserve. Oder auf etwas verzichten und den Betrag dann spenden ? Das ist alles wenig praktikabel.
Also fragen wir doch einmal Gott selber. Da Gott weiß, dass bei uns Menschen bei Geld der Spaß aufhört, hat Er in Seinem Wort auch ganz konkrete Hinweise dazu gegeben, in welcher Höhe wir spenden sollen.

Lesen wir einmal bei dem Propheten Maleachi nach, was Gott dazu zu sagen hat:
Bringt aber die Zehnten in voller Höhe in mein Vorratshaus, auf dass in meinem Hause Speise sei, und prüft mich hiermit, spricht der Herr Zebaoth, ob ich euch dann nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle. (Maleachi 3, 10)
Ich glaube diese Anweisung gibt keinen Raum mehr für irgendwelche Deutungen, Auslegungen und Interpretationen. 10 % von allem für unsere Mitmenschen abzugeben ist zwar viel. Aber sehen wir es doch einmal von der anderen Seite, 90 % verbleiben doch immer noch für uns.

Wollen wir es einfach einmal wagen, dies in die Tat umzusetzen ? Jetzt kommt natürlich die nächste Frage: Was habe ich denn davon ? Gott fordert uns auf, dass wir Ihn ruhig prüfen können. Er verspricht uns, dass Er die Fenster des Himmels öffnen wird und uns mit Seinem Segen nur so überschütten wird, wenn wir uns an diese Regel halten.

Ist das nicht wunderbar ? Allein die Vorstellung, persönlich von Gott in Hülle und Fülle gesegnet zu werden, dürfte uns dabei helfen, das Abgeben etwas einfacher zu machen.

Ich habe vor einigen Wochen in einem großen Wochenmagazin unter der Überschrift „Sollte Gott doch recht haben ?“ einen Artikel über den Zehnten gelesen. Die an der Untersuchung beteiligten Wissenschaftler waren sich über folgendes einig: Wenn alle Menschen auf dieser Welt, die ein Einkommen beziehen, davon 10 % abgeben, dann wären alle Armuts- und Hungerprobleme auf unserer gesamten Erde beseitigt. Und jeder hätte noch 90 % seines Einkommens für die eigenen Bedürfnisse zur Verfügung.
Also fangen wir doch einfach damit an.

Gewiss benötigen wir alle dabei Gottes Beistand. Lassen Sie uns diesen doch mit dem neunten Vers des Liedes „Großer Gott, wir loben dich…“ erbitten, der da lautet, wie folgt:

Sieh dein Volk in Gnaden an.
Hilf uns, segne, Herr dein Erbe;
leit es auf der rechten Bahn,
dass der Feind es nicht verderbe.
Führe es durch diese Zeit,
nimm es auf in Ewigkeit.

Der Herr segne und behüte Dich
Der Herr lasse SEIN Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe SEIN Angesicht über Dich und gebe Dir SEINEN Frieden
Amen.

Liebe Gemeinde,
ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr
Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen 1. Sonntag nach Trinitatis. Am heutigen Sonntag wollen wir gemeinsam über unsere Berufung und unseren Dienst am Herrn nachdenken. Dazu hat uns der Herr Jesus ganz konkret etwas in dem heutigen Predigttext hinterlassen.
Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag im Matthäusevangelium,
Kapitel 9,die Verse 35-38 und Kapitel 10, die Verse 1 und 5-7.
Lassen Sie uns diesen Predigttext zunächst gemeinsam lesen:

Und Jesus ging ringsum in alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen. Und als er das Volk sah, jammerte es ihn; denn sie waren verschmachtet und zerstreut wie die Schafe, die keinen Hirten haben. Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber wenige sind der Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende.
Und er rief seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Macht über die unreinen Geister, dass sie die austrieben und heilten alle Krankheiten und alle Gebrechen. Diese zwölf sandte Jesus aus, gebot ihnen und sprach: Geht nicht den Weg zu den Heiden und zieht in keine Stadt der Samariter, sondern geht hin zu den verlorenen Schafen aus dem Hause Israel. Geht aber und predigt und sprecht: Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen.

Liebe Gemeinde,

in diesem kurzen Text ist eigentlich schon alles gesagt, wenn es um unseren Dienst als Christen in der Welt geht. Lassen Sie uns heute morgen drei Aspekte davon ein wenig näher betrachten:

1. Keine Leute

Schon damals war es so: Es gab viel zu tun beim Aufbau des Reiches Gottes, aber es waren nur wenige bereit, konsequent diesen Weg zu gehen. Solange wie alles friedlich und wunschgemäß verlief, war der Herr Jesus von tausenden von Menschen umgeben. Aber dann, wenn es ernst wurde, war oftmals nicht mehr als eine handvoll übriggeblieben.

Daran hat sich bis heute eigentlich nichts geändert. Schauen wir uns nur einmal die Bevölkerungsanzahl an und setzen diese in eine Relation zu den bekennenden Christen, dann haben wir das gleiche Verhältnis wie zu Zeiten Jesu.

Jesus weiß hier auch schon die Lösung und doch praktizieren wir sie bis zum heutigen Tage recht selten. „Bittet den Herrn der Ernte…“ so lesen wir es in unserem heutigen Predigttext. Und damit ist auch schon alles gesagt.

Gut, wir haben viel zu tun, wir haben zu wenig Mitarbeiter. Eine direkte Lösung scheint nicht in Sichtweite zu sein. Also lassen Sie uns das tun, was uns unser Herr zu tun gebietet, nämlich Ihn darum im Gebet zu bitten, dass Er Menschen beruft, die uns unterstützen. Ich komme immer
wieder als Gastprediger in eine kleine, mittlerweile schon größere Gemeinde, wo genau dies ernsthaft und dauerhaft praktiziert wird. Ich kann Ihnen nur sagen, es klappt !!!

Immer wieder durfte ich es erleben, wie der Herr genau dieser Gemeinde Menschen zugeführt hat, um welche sie den Herrn gebeten haben. In einer Finanzkrise tauchte auf einmal ein Sponsor auf, der überdies noch über umfangreiche Kenntnisse im Fundraising verfügte. Als es darum ging, dass
der Versammlungsraum zu klein wurde, zog gerade eine benachbarte KITA in ein größeres Gebäude um.

Gott schickt uns zur rechten Zeit an den rechten Ort genau die Menschen um die wir Ihn bitten. Ich durfte es mehr als einmal erleben und verlasse mich noch heute darauf. Übrigens gilt dies auch für uns persönlich mit all unseren Nöten, Sorgen und Problemen, nur so nebenbei bemerkt.

2. Weil einfach einfach einfach ist

Vielleicht kennen sie den Werbeslogan eines Mobilfunkanbieters. Diesen können wir auch auf uns als Christen übertragen. Was sollen wir denn den Menschen vom Christentum sagen ? Wir haben doch keine gute theologische Ausbildung genossen. Daher sagen wir lieber nichts. So, liebe Gemeinde geht es vielen von uns. Aus Angst davor, in der Luft auseinandergenommen zu werden sagen wir lieber gar nichts.

Und genau das ist falsch. Jesus will nicht, dass wir klare nachvollziehbare Bibelauslegungen unters Volk bringen. Nein, Er will, dass wir eine einfache, klare Botschaft so den Menschen weitersagen,
dass alle Menschen sie auch auf Anhieb verstehen können.

„Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen.“ Das sollen wir unseren Mitmenschen nahebringen. Und dafür brauchen wir in der Tat kein theologisches Studium und noch irgendeinen kirchlichen akademischen Grad. „Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen…“ das versteht jeder auf Anhieb.

Und was noch besser ist, es macht jeden neugierig. Wenn wir mit diesem Satz arbeiten, dann, so jedenfalls habe ich die Erfahrung gemacht, werden die Menschen kritisch offen und nicht kritisch defensiv. Kritisch offen bedeutet, sie fragen nach dem Himmelreich. Und dann, da bin ich mir sicher, können wir ihnen so einiges berichten.

Bevor wir jetzt alle heute Nachmittag mit diesem Spruch losmarschieren, muss ich aber noch einmal auf Punkt 1 zurückkommen. Bevor wir in den Verkündigungsdienst gehen, sollte uns unser Herr dazu berufen haben. Bitten wir doch zu allererst einmal unseren Herrn darum, uns unseren Weg zu zeigen, den ER möchte, dass wir ihn begehen. Wir können uns nicht selber berufen, das kann nur der Herr tun. Wer also ein mulmiges Gefühl hat, wenn es um den Verkündigungsdienst geht, der sollte zunächst einmal den Herrn befragen, ob es denn auch das Richtige für ihn ist.

Falls nicht, so seien Sie versichert, der Herr hat so viele spannende Aufgaben parat, für einen jeden von uns ist das passende dabei. Und auch mit anderen Aufgaben, die wir gewissenhaft erfüllen, können wir den Menschen zeigen, dass das Himmelreich nahe herbeigekommen ist.

3. Die vergessene Botschaft

„Und heilten alle Krankheiten…“ dies lesen wir auch in unserem Predigttext. Nun ist es ja heute so, und es ist gut so, dass wir uns anlässlich der Heilung von Krankheiten in ärztliche Behandlung begeben.

Was uns unser Herr hiermit sagen möchte ist, dass wir nicht jeden Dienst separat betrachten dürfen, sondern dass er als eine Einheit verstanden werden soll. Unser Herr möchte, dass wir an Körper, Seele und Geist heil werden.

Was nutzt die Symtombehandlung, wenn die Ursache unbehandelt bleibt. Die Krankheit wird wieder ausbrechen. Lassen Sie mich dafür ein Beispiel hernehmen, wofür ich natürlich immer wieder kritisiert werde. Wir haben mit der FCJG in Lüdenscheid eine Freikirche, die sich drogenabhängiger Menschen annehmen.

Sehr viele Drogenabhängige, die den Weg zu Jesus gefunden haben, wurden so dauerhaft und meist sofort von ihrer Sucht geheilt. Ich kenne auch viele staatliche Einrichtungen, die eben nicht diese Ergebnisse vorweisen können. In einem kontrollierten Entzug werden die Patienten zwar clean, aber ein Großteil kehrt doch wieder zur Sucht zurück.

Erst dann, wenn ich diese beiden Heilungen verbinde, also wenn ich neben dem Arzt auch noch Jesus ins Boot hole, erst dann werde ich eine dauerhafte Heilung erfahren. Ein guter Freund und Studienkollege von mir war schwerst alkoholabhängig. Ein Lästerer vor dem Herrn war er natürlich auch. Ich darf dies von ihm sagen, weil er es mir ausdrücklich erlaubt hat, keine Sünde war ihm fremd. Bis auf „Du sollst nicht töten“ hat er glaube ich so ziemlich alle Gebote übertreten.

Also, eines Tages traf ich ihn unvermittelt wieder. Und zwar auf einem christlichen Kongress. Meine Überraschung war sehr groß. Um es kurz zu machen, er erzählte mir, dass der Herr nach einem unsäglichen Absturz in sein Leben getreten sei. Er war so betrunken gewesen, dass er es
vorgezogen hat in einem Straßengraben zu übernachten. Der Herr hat in dieser Nacht zu ihm gesprochen, so mein Freund. In der Frühe als er aufwachte, habe er so ein eigenartiges Gefühl gehabt, ein Gefühl, wie, als ob auf einmal alles neu sei.

Er ist dann nach Hause gegangen und hat festgestellt, dass sein Verlangen, Alkohol zu konsumieren auf einmal weg war. „Ich hab mir eine Flasche Schnaps geöffnet und wie in Trance den Inhalt weggeschüttet.“ So die wortwörtliche Aussage. In den Folgemonaten hat ihm der Herr dabei geholfen, alle Kollateralschäden gerade zu biegen, die auf seine Sucht zurückzuführen gewesen sind.

Soviel zu der heilenden Wirkung durch Jesus, unseren Arzt, der auch heute noch 24 Stunden am Tag Sprechstunde hat. Das schöne daran ist, wir brauchen keinen Termin bei Ihm, wir kommen sofort dran. Worauf also noch warten ? Es muss ja nicht immer eine massive Suchterkrankung sein. Auch
bei Verletzungen an Geist und Seele hilft Er gern.

Wie der Herr Jesus uns in unseren Sorgen und Nöten beiseite steht, das beschreibt der dritte Vers des Liedes „Welch ein Freund ist unser Jesus“sehr schön mit den folgenden Worten:

Sind mit Sorgen wir beladen, sei es frühe oder spät,
hilft uns sicher unser Jesus, fliehn wir zu ihm im Gebet.
Sind von Freunden wir verlassen und wir gehen ins Gebet,
o so ist uns Jesus alle: König, Priester und Prophet.

Der Herr zeige Dir Deinen Weg als Arbeiter in SEINEM Weinberg
Der Herr stärke Dich für alle Aufgaben, die auf Dich warten
Der Herr sei Dir auf allen Deinen Wegen stets König, Priester und Prophet

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen fröhlichen Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag, dem Sonntag Rogate.
Unseren heutigen Predigttext werden Sie sicherlich alle bestens kennen, es ist nämlich DAS Gebet, das uns Christen weltweit vereint. Wir werden das Vater Unser niemals alleine beten, immer, wenn wir es beten betet rein statistisch gesehen ein Mensch auf dieser Welt dieses Gebet genau zeitgleich mit uns.
Wir finden den Predigttext bei Matthäus im 6. Kapitel, die Verse 7-13:

Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen. Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet. Darum sollt ihr so beten: Unser Vater im Himmel ! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Liebe Gemeinde,

geht es Ihnen auch so: Wir kennen alle das Vater Unser und wir sprechen es immer wieder gemeinsam, aber haben wir uns eigentlich schon einmal ein paar tiefergehende Gedanken darüber gemacht, was wir da eigentlich beten ? Ich muss zu meiner Schande eingestehen, dass auch ich dies lange Zeit gar nicht gemacht habe. Ich habe Kommentare über Kommentare zu allen möglichen Bibelstellen gewälzt, aber zu dem Vater Unser habe ich lange, lange Zeit gar nichts gelesen. Es gehörte einfach so dazu, dieses christliche Hochgebet.

Grund genug also, dass wir uns am heutigen Sonntag gemeinsam ein paar Gedanken zu diesem Gebet machen. Wenn wir uns das Vater Unser betrachten, dann stellen wir fest, dass dieses Gebet in drei große Gebetsbereiche aufgeteilt ist.

1. Die drei Edelsteine

So werden sie auch genannt, die ersten drei Bitten des Vater Unser. In den ersten drei Bitten geht es nämlich nicht um das, was wir gerne wollen, sondern um das, was Gott will. Bei den meisten Gebeten, die wir sprechen, geht es ja doch immer wieder auch um unsere eigenen Anliegen.
Dafür dürfen wir auch bitten und beten. An wen sollten wir uns auch sonst mit all unseren Nöten, Sorgen und Problemen wenden ?

Wir dürfen aber bei aller Ich-Zentriertheit nicht vergessen, dass es immer in erster Linie um unseren Vater im Himmel geht. Er allein weiß letztendlich, was gut für uns ist. Daher dürfen wir auch inbrünstig beten „Dein Wille geschehe“

Bei den ersten drei Bitten des Vater Unser stellen wir uns also zurecht in den Hintergrund und unseren Herrn in den Vordergrund. Dadurch vermeiden wir auch zugleich jedmögliche Form der Frömmelei und des frommen Egoismus. Diese Gefahr lauert nämlich latent in einem jeden von uns.

Aber gehen wir doch noch einen Schritt zurück. Bleiben wir ganz kurz bei der Anrede. „Vater Unser“ so nennen wir unseren Herrn gleich zu Beginn des Gebetes. Für alle diejenigen, die ihr Leben Gott übergeben haben, für all diejenigen ist ER es auch tatsächlich, unser Vater im Himmel. Und wie ein irdischer Vater ständig um das Wohl seiner Kinder bemüht ist, so dürfen wir auch mit Fug und Recht darauf vertrauen, dass unser Vater im Himmel mindestens so besorgt um uns und unser Wohlergehen ist, wie unsere irdischen Väter es waren bzw. sind.

2. Leibliche Bitte

Den drei Edelsteinen schließt sich eine leibliche Bitte an, über die wir ein wenig intensiver nachdenken sollten. „Unser tägliches Brot gib uns heute“.

Um satt zu werden benötigen wir Brot. Aber wir benötigen nicht unbedingt Wurst, Steaks und andere Leckereien, um nur einige wenige hervorzuheben. Wir bitten unseren Herrn genau darum , dass Er uns das gibt, was wir wirklich zum Leben und zum Überleben benötigen.

Schenkt Er uns mehr in Form von einem reinen Luxus, dann dürfen wir dafür mehr als dankbar sein und diesen Luxus auch genießen. Schenkt Er uns weniger, dann dürfen wir darauf vertrauen, dass wir immer soviel zum Leben haben werden, wie wir auch wirklich benötigen. Und das, was uns
fehlt, das brauchen wir auch nicht wirklich.

Denken wir doch bei unseren nächsten Anschaffungen darüber nach, ob wir das alles wirklich benötigen, also, ob wir wirklich ohne diese Neuanschaffung Not leiden. Ich denke wir werden alle sehr überrascht sein.

Der zweite Aspekt dieser Bitte bezieht sich auf das Wort „Heute“. Oftmals plagen uns Sorgen um unsere Zukunft. Werden wir im Alter noch genügend Rente haben? Können wir unsere Wohnung noch bezahlen? Können wir uns den Aufenthalt in einem Pflegeheim erlauben ? Alle diese Fragen
können einen manchmal zur Verzweiflung führen.

Und dann ist es sehr wichtig, dass wir die Betonung dieser leiblichen Bitte des Vater Unser auf das Wort HEUTE legen. Heute ist der Tag an dem wir leben. Heute morgen sitzen wir alle zusammen. Heute wollen wir Gott loben und ehren. Morgen können wir schon längst im Himmel sein.

Natürlich sollen wir nicht einfach so in jeden Tag hineinleben.
Natürlich dürfen wir uns auch eine Rücklage für unser Alter bilden. Aber diese Sorgen sollen nicht all zu sehr unseren Alltag bestimmen. Wir dürfen darauf vertrauen, dass unser Herr uns heute genug zum Leben geben wird. Und der morgige Tag ? Nun, wenn er angebrochen ist, dann ist schon
wieder „Heute“.

3. Geistige Bitten

Diese schließen sich der leiblichen Bitte an. Lassen Sie uns zwei Bitten zum Abschluss ein wenig näher unter die Lupe nehmen. „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.“ Das klingt schon ein wenig seltsam, wenn wir dies beten. Der Umkehrschluss bedeutet nämlich nichts anderes, als: Wenn DU uns unsere Schulden nicht vergibst, dann vergeben wir sie auch nicht denjenigen Menschen, die an uns schuldig geworden sind. Dies ist sicherlich mit dieser Doppelbitte nicht gemeint.

Wenn wir den Urtext der Bibel zu Rate ziehen, dann finden wir dort die Zeitform des Perfekts. Also müssten wir, so wir ganz korrekt sein wollen, das Wort „HABEN“ noch in diese Bitte integrieren, die dann ein wenig anders lautet: „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben HABEN unseren Schuldigern.“

Nur wenn wir selber in der Lage sind, den Menschen zu vergeben, die an uns schuldig geworden sind, nur dann, liebe Gemeinde, dürfen wir den Gnadenerweis unseres Herrn auch für uns in Anspruch nehmen. Wie uns unser Herr immer und immer wieder vergibt, so sollen auch wir unseren Mitmenschen ihre Verfehlungen immer und immer wieder vergeben.
Eben die immer wieder 7×77 Mal, die wir aus der Bibel her kennen.

Ich hoffe, dass jetzt keiner sagt: „Kein Problem, das mache ich ein Leben lang schon so.“
Vor dem neige ich mein Haupt. Ich, liebe Gemeinde, habe nämlich immer wieder Schwierigkeiten mit dieser Doppelbitte. Natürlich nicht damit, dass meine Schuld vergeben wird. Mir gelingt es ehrlichen Herzens nämlich nicht immer so leicht, allen Menschen zu vergeben, die mir Leid in welcher Form auch immer angetan haben.

Aber, und jetzt kommt das schönste Aber , das ich kenne: Ich bin Gottes geliebtes Kind. Mit allem was mich bedrückt und mit allem wo ich meine Schwierigkeiten habe, mit all dem darf ich zu IHM kommen und IHN um Seine Hilfe bitten.

Liebe Gemeinde, ich hab es immer wieder ausprobiert und ich kann ihnen nur sagen: Es klappt. Wenn ich allein nicht vergeben kann, dann bitte ich meinen Herrn um Seine Hilfe. Ich habe es noch niemals erlebt, dass Er diese Bitte überhört hat. Vielleicht hat Er sie nicht immer innerhalb weniger Sekunden beantwortet, aber es hat nie lange gedauert und ich konnte von ganzem Herzen vergeben.

Wenn wir uns der täglichen Führung und Leitung durch unseren Herrn voll und ganz hingeben, dann können wir alle in den 9. Vers des Liedes „Großer Gott, wir loben dich…“ einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Sieh dein Volk in Gnaden an.
Hilf uns, segne, Herr, den Erbe;
leit es auf der rechten Bahn,
dass der Feind es nicht verderbe.
Führe es durch diese Zeit,
nimm es auf in Ewigkeit.

Der Herr gebe Dir Erkenntnis, SEINEN Willen zu erkennen
Der Herr gebe Dir allezeit alles, was Du zum Leben benötigst
Der Herr schenke Dir immer wieder die Kraft der Vergebung

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen einen schönen Start in die neue Woche. Lassen Sie uns doch jeden morgen nach dem Weckruf unserer Wecker mit diesem christlichen Gebet beginnen.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 29.03.2013, dem diesjährigen Karfreitag. Wenn wir uns unsere Nachbarn in Europa anschauen, dann wird dieser Tag auch zutreffend als „Guter Freitag“ bezeichnet. Er wird auch in vielen Kirchen nicht als stiller Feiertag gefeiert, sondern als ein Feiertag, der uns daran erinnern soll, dass für unsere Schulden bezahlt wurde.

Den Predigttext für den heutigen Karfreitag finden wir im Matthäusevangelium, Kapitel 27, die Verse 33-50. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und als sie an die Stätte kamen mit Namen Golgatha, das heißt Schädelstätte, gaben sie ihm Wein zu trinken mit Galle vermischt; und als er’s schmeckte, wollte er nicht trinken. Als sie ihn aber gekreuzigt hatten, verteilten sie seine Kleider und warfen das Los darum. Und sie saßen da und bewachten ihn. Und oben über sein Haupt setzten sie eine Aufschrift mit der Ursache seines Todes: Dies ist Jesus, der Juden König.
Und da wurden zwei Räuber mit ihm gekreuzigt, einer zur Rechten und einer zur Linken. Die aber vorübergingen, lästerten ihn und schüttelten ihre Köpfe und sprachen: Der du den Tempel abbrichst und baust ihn auf in drei Tagen, hilf dir selber, wenn du Gottes Sohn bist, und steig herab vom Kreuz ! Desgleichen spotteten auch die Hohenpriester mit den Schriftgelehrten und Ältesten und sprachen: Andern hat er geholfen und kann sich selber nicht helfen. Ist er der König von Israel, so steige er nun vom Kreuz herab. Dann wollen wir an ihn glauben. Er hat Gott vertraut; der erlöse ihn nun, wenn er Gefallen an ihm hat; denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn. Desgleichen schmähten ihn auch die Räuber, die mit ihm gekreuzigt waren. Und von der sechsten Stunde an kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde.
Und um die neunte Stunde schrie Jesus laut: Eli, eli, lama asabtani ?
Das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen ? Einige aber, die da standen, als sie das hörten, sprachen sie: Der ruft nach Elia. Und sogleich lief einer von ihnen, nahm einen Schwamm und füllte ihn mit Essig und steckte ihn auf ein Rohr und gab ihm zu trinken. Die andern
aber sprachen: Halt, lass sehen, ob Elia komme und ihm helfe ! Aber Jesus schrie abermals laut und verschied.

Liebe Gemeinde,

unser Predigttext beschreibt sehr detailgetreu das Geschehen der Kreuzigung unseres Herrn. Und trotzdem tauchen in diesem Text, ich möchte sie einmal so nennen, drei Fragezeichen auf. Lassen Sie uns also diesen heutigen Tag nutzen, um diesen Fragezeichen nachzugehen und nach einer Antwort zu suchen.

1. Fragezeichen Dunkelheit

Wir alle kennen sicherlich eine Sonnenfinsternis. Aber eine Sonnenfinsternis, die um 12.00 Uhr mittags beginnt und bis zum Nachmittag um 15.00 Uhr anhält, die haben wir sicherlich alle noch nicht erlebt. Was hat es also damit auf sich ?

Diese Sonnenfinsternis steht für unsere Schuld. Bis wir den Weg zu Jesus gefunden haben und Sein Erlösungswerk für uns in Anspruch nehmen, leben wir alle in der Finsternis. Wenn jemand behauptet, dass er nicht in der Dunkelheit lebt, dem muss ich leider sagen, dass er das ja gar nicht
beurteilen kann, da er ein Leben im Lichte unseres Herrn gar nicht kennt.

Daher nutzt es auch wenig, mit wissenschaftlichen Argumenten für den Glauben zu streiten. Man muss es einmal selber probieren. Jeder, der den Weg zu Jesus gefunden hat, kann über ein Leben im Licht berichten, theoretisch „beweisen“ können wir es derzeit jedenfalls noch nicht.

Viele Menschen machen es sich aber dennoch einigermaßen bequem in der Finsternis. Die eigene Schuld kann man durch vielfältige Aktivitäten überdecken. Man kann auch so tun, als gäbe es sie gar nicht und sich dem prallen, schillernden Leben in der Welt hingeben. Aber dieser Glanz der
Welt erlöscht sehr schnell. Und dann steht man doch wieder in der Finsternis.

Diese Finsternis ist aber auch ein Ruf Gottes an uns. Der Ruf lautet:
Kehre um, geliebtes Kind, kehre um und geh in das Licht !
Lassen Sie uns doch wieder auf diesen Ruf hören.

2. Fragezeichen Verlassenheit ?

„Mein Gott, mein Gott warum hast du mich verlassen ?“ So haben wir es soeben in unserem Predigttext gehört. Hier gerät nun unser menschlicher Verstand an seine Grenzen. Ich gehe einmal davon aus, dass wir alles daran setzen würden, unsere Kinder vor einem ähnlichen Schicksal zu
bewahren und nicht tatenlos diesem Treiben zusehen würden.

Warum sah Gott scheinbar tatenlos dieser Kreuzigung zu ? Sünde jedweder Art trennt von Gott. Wir sind seit dem Sündenfall alle miteinander sündige Menschen. Was folgt daraus ? Ganz einfach, der Weg zu Gott ist uns bis in alle Ewigkeit versperrt.

Nun ist Gott ein Gott der Liebe, der zwar die Sünde hasst, aber den Sünder liebt. Damit Er wieder Gemeinschaft mit Seinen Geschöpfen haben kann, müssen diese von der Sünde befreit werden. Das alttestamentarische Sündenopfer musste immer wieder wiederholt werden, es war also nur eine
Lösung für einen bestimmten Zeitraum. Gott will aber eine Generallösung. Also musst Er Seinen Sohn stellvertretend für alle Sünden dieser Welt sterben lassen.

Jesus starb für die Sünden der Vergangenheit, der Gegenwart und auch der Zukunft. In Seinem Sterben konnte Ihm Gott nicht beistehen, da Er ja die Sünde hasst. Aber Gott hat Jesus zwar sterben lassen, aber Ihm die dafür notwendige Kraft gegeben.

Ein ganz kleiner Exkurs muss an dieser Stelle sein: Auch wir sind doch manchmal in Situationen, wo wir uns gottverlassen fühlen. Aber wir dürfen sicher sein, dass wir es nicht sind. Auch in den für uns scheinbar aussichtslosen Situationen sind wir von Gott umgeben. Im Gegensatz zu Jesus Christus werden wir nicht nur nicht verlassen, sondern auch durch all unser Leid hindurchgetragen.

Als Jesus gestorben war, da war Seine Tat vollbracht, wie wir es in unserem Predigttext nachlesen können. Ab diesem Zeitpunkt war Er auch nicht mehr gottverlassen. Ab diesem Zeitpunkt stand Ostern vor der Tür.

3. Fragezeichen Missverständnis

Jesus wird missverstanden.Selbst einige Seiner letzten Worte werden so uminterpretiert, wie die Menge es gern haben möchte. Kommt und das nicht bekannt vor ? Dies ist leider kein Phänomen vergangener Zeiten, nein, liebe Gemeinde, dies ist aktueller denn je.

Viele Menschen lesen doch gar nicht mehr in der Bibel oder hören dem Worte Gottes konzentriert zu. Dafür hat man einfach keine Zeit mehr. Erst kommt doch die Arbeit, da habe ich keine Zeit mich mit Gott zu beschäftigen. Dann kommt die Freizeit, dies ist ein Ausgleich für die Arbeit. Auch wieder keine Zeit für Gott und Sein Wort. Und dann kommt die Familie dran, natürlich auch wieder keine Zeit für Gott.

So sieht es doch aus, der Alltag von über 80 % der deutschen Bevölkerung. Eigentlich kein Wunder, dass wir „Scharlatanen“ auf den Leim gehen, die Gottes Wort in ihrem Sinne deuten und auslegen.

Heute ist Karfreitag. Vor 2000 Jahren geschah das größte, was Gott je für uns getan hat. Er hat uns den Weg zum Himmel wieder frei gemacht. Das ist doch wohl ein Grund, sich jeden Tag ein wenig mit dem Worte Gottes zu beschäftigen.

Übrigens, im Gegensatz zu damals gibt es die Bibel heute auch als Hörbuch und als gratis mp3 Datei aus dem Internet. Es gibt auch moderne Übersetzungen, die sich sehr gut lesen lassen. Und ich bin mir ganz sicher, auch im hektischen Arbeitsalltag finden wir immer mal wieder 1-2
Minuten für ein Gespräch mit Gott. Probieren wir es doch wieder einmal und sagen wir es unseren Mitmenschen einfach weiter.

Dieses Leben im Glauben und aus dem Glauben heraus beschreibt der Liederdichter
Philipp Friedrich Hiller sehr schön in dem 6. Vers seines Liedes „Jesus Christus herrscht als König…“, der da lautet, wie folgt:

Jesus Christus ist der Eine,
der gegründet die Gemeine,
die ihn ehrt als teures Haupt.
Er hat sie mit Blut erkaufet,
mit dem Geiste sie getaufet,
und sie lebet, weil sie glaubt.

Der Herr verwandle Deine Zweifel in Zuversicht
Der Herr lasse aus der Zuversicht einen unerschütterlichen Glauben werden
Der Herr verwende die Kraft Deines Glauben für den Aufbau SEINES Reiches

Amen.

Liebe Gemeinde,

auch wenn die Altäre in unseren Kirchen heute abgehängt sind wollen wir uns doch daran erinnern, dass mit dem Tode unseres Herrn alle Hindernisse auf dem Weg zum Himmel beiseite geräumt worden sind. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen einen, wie man bei unseren Nachbarn zu sagen pflegt „Guten Freitag“.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber