Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag Kantate. Singet dem Herrn ein neues Lied, so lautet die Übersetzung. Dem Herrn täglich ein neues Lied zu singen, dazu liebe Gemeinde haben wir auch allen Grund. Gerade haben wir Ostern gefeiert und durften erfahren, dass unser Herr für alle unsere Sünden mit seinem Leben bezahlt hat. Doch damit nicht genug. Wie wir gleich in unserem Predigttext hören werden, ist der Herr auch heute noch, im Jahre 2015 für einen jeden für uns präsent und möchte uns zur Seite stehen. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei Matthäus im 11. Kapitel, die Verse 25-30. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Jesu Lobpreis und Heilandsruf

Zu der Zeit fing Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater, des Himmels und der Erde, weil du dies den Weisen und Klugen verborgen hast und hast es den Unmündigen offenbart. Ja, Vater; denn so hat es dir wohlgefallen. Alles ist mir übergeben von meinem Vater; und niemand kennt den Sohn als nur der Vater; und niemand kennt den Vater als nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will. Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmt auf
euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.

Liebe Gemeinde,

im Heilandsruf unseres Herrn beschreibt Jesus ganz konkret, was er auch heute für einen jeden von uns tun möchte. Schauen wir uns dies doch einmal gemeinsam an:

1. Erquickung

Zugegeben ein etwas altmodischer Ausdruck, den viele von uns vielleicht schon gar nicht mehr kennen. Die Elberfelder gibt als Übersetzungshilfe zu erquicken an: „Das Lösen von Stricken und Banden, die uns festzurren wollen.“

Dies können wir uns sicherlich bildlich schon viel besser vorstellen.
Bestimmt kennen wir alle das Gefühl, dass uns die Arbeit ab und wann über den Kopf wächst, dass wir manchmal so recht nicht wissen, wo wir mit der Arbeit beginnen sollen. Oder aber Probleme setzen sich in unserem Kopf fest. Trotz aller Bemühungen drehen sich all unsere Gedanken immer wieder im Kreis. Das sind beispielhaft aufgeführt Situationen, in denen wir mühsam und beladen sind.
Jesus möchte uns für unseren Körper einen Ruheplatz in seiner Nähe anbieten, wo wir uns niederlassen können und all unser Gepäck an Sorgen und Problemen ihm abgeben können. Wenn wir dies schaffen, dann kann Jesus unseren Körper wieder stärken für ein Leben da draußen in der Welt.

Wichtig ist, dass wir nicht immer erst warten bis wir selber am Ende unserer Kräfte angelangt sind. Wichtig ist, dass wir den steten Kontakt mit unserem Herrn aufrechthalten und sofort zu ihm kommen, wenn’s mal wieder brennt.

2. Nehmt mein Joch

Gerade eben sollten wir uns ausruhen und Ruhe finden in unserem Herrn und jetzt droht mit einem Joch schon das nächste Ungemach? Soll ich denn eine Last und Belastung gegen die andere tauschen?

Nein, liebe Gemeinde, die Sache mit dem Joch ist in ihrem ursprünglichen Sinne gemeint. Früher wurden die Felder noch mit der Hilfe von Ochsen gepflügt. Meist befanden sich vor dem Pflug 2 Ochsen. Wenn nun der Bauer einen jungen Ochsen gekauft hatte, der noch niemals vor einem Pflug
gestanden hatte, dann stellte er ihm mit einem alten und erfahrenen Ochsen einen „Ochsenpartner“ an seine Seite, der von ihm lernen sollte. Durch das Joch verbunden, konnte der junge Ochse also nicht in seiner jugendlichen Ungestümtheit lospreschen, sondern war auf den Arbeitstakt und auf die Führung des alten Ochsens angewiesen.

Übertragen wir dies doch einmal auf unser Leben. Jesus möchte uns sein Joch auflegen, damit wir direkt von ihm lernen können, wie wir ein gelingendes Leben führen können. Wie häufig ist es schon passiert, dass uns jemand geärgert hat und im Zorn sind wir sofort auf den anderen, vielleicht auch nur mit Worten zugegangen. Und hier wirkt das Jesus-Joch. Es hält uns in so einer Situation erst einmal zurück und zwingt uns, unser Tempo dem Tempo von Jesus anzupassen.

Das Jesus-Joch ist natürlich nicht auf Ärger beschränkt. Es will uns unser ganzes Leben behilflich sein.

Ging es im ersten Punkt um die Ruhe für unseren Körper, so geht es bei dem Jesus-Joch um die Ruhe für unsere Seelen. Diese können wir nur erlangen, wenn wir dauerhaft in seiner Nähe bleiben. Dieses Joch ist in der Tat ein Joch, das keine Belastung darstellt, sondern ein wirklicher Rettungsanker für unsere Seelen sein möchte.

Erquickung und Ruhe für die Seelen können wir natürlich nur dann erfahren, wenn wir dies auch von ganzem Herzen möchten. Gegen unseren Willen wird uns Jesus niemals erquicken und unsere Seelen zur Ruhe führen. Dies, liebe Gemeinde, ist unser aktiver Part. Nehmen wir doch ab sofort wieder und immer wieder dieses Hilfsangebot an. Hören wir doch endlich auf mit den Vorstellungen, alles immer wieder selber ein Eigenregie und ohne fremde Hilfe regeln zu können.

3. Die leichte Last

Die leichte Last ist eigentlich nichts anderes als die logische Konsequenz aus den Punkten 1 und 2.

Jesus möchte uns den für uns am besten gangbaren Weg in unserem persönlichen Leben zeigen. Diesen können wir aber nur erkennen, wenn unsere Körper und unsere Seele zur Ruhe gekommen sind. Erst, wenn wir runterfahren, ist der Blick nach oben wieder frei.

Dann können wir auch das hören und verstehen, was er uns sagen möchte. In unsere Hektik und unseren Stress hinein können wir Jesus keine Chance geben, in uns zu wirken. Wir müssen schon mit offenen Herzen zu ihm kommen, damit er diese wieder füllen kann.

Wir leben doch hinterher wieder in der Welt mit all ihren Nöten, Sorgen und Problemen. Was hat es denn auf sich die Sache mit der leichten Last? Nun, liebe Gemeinde, es ist richtig, dass wir natürlich nicht in der klösterlichen Einsamkeit mit Jesus zusammen leben. Unser Lasten werden wir nach wie vor zu tragen haben.

Nur, und das ist der gravierende Unterschied; wir haben den Herrn Jesus an unserer Seite und er trägt fortan all unsere Lasten mit. Und wenn einer eine Last mitträgt, dann ist sie nur noch halb so schwer.

Es fällt uns sicherlich nicht leicht, mal etwas aus der Hand zu geben oder jemand anderen um seine Hilfe zu bitten. Wir fürchten ja immer, dies sei ein Zeichen von Inkompetenz, wenn wir dies tun. Aber bei unserem Herrn sind dies keine Zeichen von Inkompetenz, sondern Zeichen, dass wir im Glauben wachsen, ihm allein unser ganzes Vertrauen schenken und verstanden haben, wie ein Leben mit ihm gelingen kann. Er freut sich schon heute auf uns. Worauf also noch länger warten?

In einer Situation, in der die Liederdichterin Julie Hausmann gerade erfahren hatte, dass ihr Verlobter in der Ferne verstorben war, da entstand das Lied: „So nimm denn meine Hände…“ (EG 376), dessen
dritter Vers die Führung durch unseren Herrn sehr schön beschreibt, wie folgt:

Wenn ich auch gleich nichts fühle von deiner Macht,
du führst mich doch zum Ziele auch durch die Nacht:
So nimm denn meine Hände und führe mich
bis an mein selig Ende und ewiglich !

Der Herr erquicke Deinen Körper für Dein Leben in der Welt
Der Herr lasse Deine Seele in ihm zur vollkommenen Ruhe gelangen
Der Herr trage jeden Tag auf’s Neue alle Deine Lasten mit Dir zusammen

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Frühlingswoche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag Septuagesimae.
Gerade war doch erst Weihnachten und nun zählen wir schon die Tage bis Ostern. Septuagesimae bedeutet ja 70. Und in 63 Tagen ist auch schon wieder Ostern. Unseren heutigen Predigttext, der sich auch schon thematisch an Ostern annähert, finden wir bei Matthäus im 20. Kapitel, die Verse 1-16 a. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Denn das Himmelreich gleicht einem Hausherrn, der früh am Morgen ausging, um Arbeiter für seinen Weinberg einzustellen. Und als er mit den Arbeitern einig wurde über einen Silbergroschen als Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg. Und er ging aus um die dritte Stunde und sah andere müßig auf dem Markt stehen und sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg; ich will euch geben, was recht ist. Und sie gingen hin.
Abermals ging er aus um die sechste und um die neunte Stunde und tat dasselbe. Um die elfte Stunde aber ging er aus und fand andere und sprach zu ihnen: Was steht ihr den ganzen Tag müßig da? Sie sprachen zu
ihm: Es hat uns niemand eingestellt. Er sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg. Als es nun Abend wurde, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter und gib ihnen den Lohn und fang an bei den letzten bis zu den ersten. Da kamen, die um die elfte Stunde eingestellt waren, und jeder empfing einen Silbergroschen.
Als aber die ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen; und auch sie empfingen ein jeder seinen Silbergroschen. Und als sie den empfingen, murrten sie gegen den Hausherrn und sprachen: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, doch du hast sie uns gleichgestellt, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben. Er antwortete aber und sagte zu einem von ihnen: Mein Freund, ich tu dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir einig geworden über einen Silbergroschen? Nimm, was dein ist, und geh! Ich will aber diesem letzten dasselbe geben wir dir. Oder habe ich nicht Macht zu tun, was ich will, mit dem, was mein ist?
Siehst du scheel drein, weil ich so gütig bin? So werden die letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein.

Liebe Gemeinde,

geht es Ihnen auch so wie mir? Wir diskutieren gerade über einen Mindestlohn und dann das!!! Einen ganzen Tag hat dort jemand gearbeitet und als Lohn erhält er gerade mal so viel, wie sein Mitstreiter, der nur eine einzige Stunde gearbeitet hat. Da geht einem doch der Hut hoch.
Menschlich betrachtet ist dies vollkommen richtig. Dann habe ich den Predigttext nochmals gelesen und stellte fest, dass ich die ersten vier Worte geflissentlich außer Acht gelassen hatte. Diese lauten nämlich:
„Denn das Himmelreich gleicht…“. Wir reden also nicht über etwas menschliches, sondern über etwas Göttliches. Um es gleich vorwegzunehmen, was wir gelesen haben bedeutet nicht, dass Gott seine Mitstreiter, die wir ja alle sind, um den gerechten Lohn prellt.

Lassen Sie uns doch einmal gemeinsam darüber nachdenken, welche göttlichen Aspekte uns der heutige Predigttext aufzeigen will.

1. Geschenk der Gnade

Alle Menschen unseres Predigttextes waren auf der Suche, auf der Suche nach einer Arbeitsstelle. Wenn sie diese auch nur für einen Tag hatten, dann war damals das Überleben gesichert. Wir müssen immer daran denken, dass es zu der damaligen Zeit überhaupt kein soziales Netz gab, welches Bedürftige auffing. Keine Arbeit, also kein Geld, also kein Essen also Hunger und dann der Tod. Grausam aber wahr zur damaligen Zeit.

Und dann kommt jemand und schenkt den Arbeitern Arbeit. Und das hieß damals, der da kam schenkte dem Arbeiter nicht nur Arbeit, sondern das Leben. Gott möchte uns allen Leben schenken. Aber nicht nur „etwas“
Leben zum Überleben. Nein, unser Herr möchte uns durch seine Gnade das Geschenk des ewigen Lebens geben.

Was mussten die Arbeiter tun, um das Leben zu erhalten? Nun, sie mussten zunächst einmal das Angebot des Arbeitgebers annehmen. Sie hätten ja auch sagen können: „Ach nein, heute ist so ein schöner Tag, wir liegen lieber in der Sonne oder gehen zum Meer und ruhen uns mal so richtig aus.“ Dieses Angebot macht uns unser Herr genauso wie den Arbeitern aus dem Gleichnis bis zum heutigen Tage.

Mit der Annahme des Angebotes allein ist es aber nicht getan. Wir müssen auch dem dem Arbeitgeber folgen. Und daran hat sich bis heute nichts verändert. Wenn auch wir das ewige Leben haben möchten, dann müssen wir unserem Herrn Jesus folgen, wie die Arbeiter dem Chef in den Weinberg gefolgt sind. Bonhoeffer hat einmal gesagt, dass es keine billige Gnade gibt. Das hat überhaupt nichts mit Werkgerechtigkeit zu tun. Das hat damit zu tun, dass wir aus dem Geschenk der Gnade auch etwas machen sollen. Und dies ist eben die aktive Nachfolge.

Die Arbeiter lagen ja auch nicht den ganzen Tag müßig im Weinberg herum, sondern haben hart gearbeitet. Nachfolge ist immer eine aktive Nachfolge. Wie diese sich gestaltet, liebe Gemeinde, das erfährt jeder persönlich von unserem Herrn. Hören wir doch auf ihn, wo er uns hinstellen will.

2. Mehr als Himmel geht nicht

Liebe Gemeinde, auch wenn wir es vielleicht als ein wenig ungerecht empfinden, dass alle Arbeiter den gleichen Lohn erhalten haben ist es doch so im Himmel. Alle, die das Angebot der Gnade angenommen haben und dem Herrn Jesus gefolgt sind, alle diese Menschen kommen in den Himmel.

Egal, ob sie das Angebot als siebenjähriger Schüler oder aber als über 90jähriger Großvater angenommen haben. Alle diese Menschen kommen in den Himmel. Und mehr als ewiges Leben geht nun mal nicht.

Müssen wir, die wir vielleicht in jungen Jahren bereits unser Leben dem Herrn übergeben haben, dann nicht doch ein wenig neidisch sein? Nein, liebe Gemeinde, seien wir doch stattdessen dem Herrn dankbar, dass er uns schon in so jungen Jahren sein Angebot so unterbereitet hat, dass wir es in Freuden angenommen haben.

Sind das nicht die schönsten Jahre unseres Lebens gewesen diese Jahre mit dem Herrn an unserer Seite. Wo der Weltmensch vielleicht von einer Depression in die nächste fiel, fühlten wir uns von unserem Herrn, gerade auch in schweren Zeiten, behutsam getragen. Und wie viel Gutes hat er uns in dieser Zeit getan. Was haben wir ihm nicht alles zu verdanken.

Wenn wir dies einmal so betrachten, dann können wir doch nur eines sein, nämlich dankbar sein für die frühe Gnade. Und wir können dann eines tun, nämlich unser Gnadenleben auf Erden, welches für die Jesusjünger immer schon ein Stück weit Himmel ist, in vollen Zügen genießen. Ich meine damit natürlich nicht Party, Drogen und sonstige Ausschweifungen aller Art.

Wenn wir als Christ unser Leben in vollen Zügen genießen, dann tun wir dies an der Hand unseres Herrn. Dann tun wir dies in der Gemeinschaft gleichgesinnter Menschen. Und dann tun wir all das, was der Herr uns aufträgt zu tun mit freudigem Herzen.

Vor allem aber liegt es uns am Herzen all denjenigen den Weg in den Himmel zu zeigen, die das Angebot unseres Herrn noch nicht angenommen haben.

3. Heute noch

Wir kennen doch alle die Verheißung die Jesus einem Mitgekreuzigten machte, als er sagte „Heute noch wirst du mit mir im Paradiese sein.“
Wenn wir dies auf die Arbeiter im Weinberg übertragen, dann erhielten diese am gleichen Tage, als sie sich aufmachten auch ihren Lohn.

Der Agierende ist also immer unser Herr. Und dies ist das eigentliche Geheimnis der Gnade. Wie in unserem Gleichnis beschrieben macht er sich auf, um uns in sein Reich zu holen. Nicht wir sind es, die wir uns für den Himmel entscheiden. Der Anfang liegt immer bei unserem Herrn und Vater im Himmel.

Er schenkt uns die drei „Sichten“. Er schenkt uns die RÜCKSICHT auf unser eigenes Leben. Er lässt uns unser eigenes Leben, wenn wir es denn einmal so bezeichnen möchten durch die Himmelsbrille betrachten. Dies bleibt natürlich nicht ohne Folgen. Er schenkt uns danach auch die EINSICHT. Wenn wir durch die Himmelsbrille schauen, dann sehen wir ganz schnell ein, dass mit unserem Leben vorne und hinten so rein gar nichts stimmt.

Diese Einsicht erst ermöglicht es uns, das Gnadengeschenk unseres Herrn anzunehmen. Erst wenn wir erkennen, dass wir aus uns selbst heraus uns nicht erlösen können, erst wenn wir erkennen, dass wir der Gnade unseres Herrn nötiger als alles andere bedürfen, erst dann können wir dies auch mit unserem Herzen annehmen.

Und jetzt wird es interessant. Jetzt kommt nämlich die große Trennlinie zwischen uns und der Welt. Jetzt kommt der Punkt, wo der Weltmensch uns als Spinner bezeichnet, obgleich er es eigentlich ist, der die Realität verkennt.

Mit unserem JA zu ihm schenkt uns unser Herr die himmlische AUSSICHT.
Allen Menschen die den Weg zu Jesus gefunden haben, diesen Menschen macht der Herr bewusst, dass sie fortan nicht mehr nur seine Geschöpfe sind, sondern wieder eine geliebten Kinder. Und als Kinder Gottes haben wir einen Rechtsanspruch darauf in der Nähe unseres Vaters zu sein. Als Kinder Gottes dürfen wir darauf vertrauen, dass unser Vater für uns sorgt und zwar ein ganzes Leben lang. Wir können täglich mit ihm sprechen. Obschon wir ihn nicht sehen, spüren und fühlen wir doch, wie er auf unsere Gebete antwortet. Und am Ende unseres irdischen Lebens dann dürfen wir zu unserem Vater zurückkehren.

Dies kann kein Weltmensch, der nicht von neuem geboren worden ist natürlich nicht verstehen. Werfen wir ihm dies aber bitte auch nicht vor. Helfen wir ihm lieber dabei, dass auch er die drei SICHTEN erhalten darf.

Den Herrn immer um sich das wusste auch der Liederdichter Paul Gerhardt.
Er beschreibt dies sehr schön in dem ersten Vers des Liedes „Befiehl du deine Wege…“ (EG 361), der da lautet, wie folgt:

Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt.
Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.

Der Herr, der den Himmel regiert und lenkt, der regiere und lenke auch jeden Tag auf’s Neue Dein Leben Der Herr, der Wolken, Luft und Winden seine Bahn aufzeigt, der zeige auch Dir die Bahn Deines Lebensweges Der Herr, der Dich erlöst hat und Dich bei Deinem Namen gerufen hat, der begleite Dich von jetzt an bis in alle Ewigkeit

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen noch einen gesegneten Sonntag und einen schönen Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag, dem letzten Sonntag nach Epiphanias. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei Matthäus im 17. Kapitel, die Verse 1-9. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und nach sechs Tagen nahm Jesus mit sich Petrus und Jakobus und Johannes, dessen Bruder, und führte sie allein auf einen hohen Berg. Und er wurde verklärt vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. Und siehe, da erschienen ihnen Mose und Elia; die redeten mit ihm. Petrus aber fing an und sprach zu Jesus:
Herr, hier ist gut sein! Willst du, so will ich hier drei Hütten bauen, dir eine, Mose eine und Elia eine. Als er noch so redete, siehe da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören. Als das die Jünger hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschraken sehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührte sie an und sprach: Steht auf und fürchtet euch nicht! Als sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie niemand als Jesus allein. Und als sie vom Berge hinabgingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt von dieser Erscheinung niemandem sagen, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei.

Liebe Gemeinde,

schon eine sonderbare Geschichte, die wir soeben gehört haben. Wenn wir das Geschehen zusammenfassen wollten, dann könnten wir dies mit der Schlagzeile „Himmel und Erde treffen aufeinander“ ganz trefflich beschreiben. Was passiert denn da, wenn Himmel und Erde derart
aufeinandertreffen? Lassen Sie uns gemeinsam einmal betrachten, wie die Beteiligten damit umgehen.

1. Die Reaktion der Jünger

Wenn wir etwas Wunderbares erleben, dann möchten wir dies am liebsten für die Ewigkeit festhalten. Darum machen wir schließlich auch Urlaubfotos, Hochzeitsfotos und viele andere Fotos von Geschehnissen, die uns emotional berühren.

So auch die Jünger. Sie wollten diesen magischen Moment nicht nur festhalten, sondern ihn festzementieren, sodass sie permanent an dem, was gerade geschehen war, immer wieder teilhaben konnten.

Wenn ich mir dies so anschaue, dann könnte man fast sagen, die Jünger wollen Kirchen bauen, um Gott darin und damit festzuhalten. Ist es nicht das, was wir auch immer wieder gern versuchen? Wir bauen Gotteshäuser, setzen unser Sonntagsgesicht auf, wenn wir diese besuchen, verlassen sie wieder und sind wieder ganz in unserem Alltagstrott angelangt.

Gewiss, wir brauchen Gotteshäuser und Kirchen. Aber nicht weil Gott darin wohnt und sonst nirgends und wir ihm nur dort begegnen können. Wir brauchen christliche Versammlungsstellen, wo wir als Gemeinde zusammenkommen und uns stärken, Gott anbeten und einander begegnen
können. Immer dann, wenn wir versuchen, Gott in eine Kirche einzusperren, werden wir es erleben, dass Gott viel zu groß und zu mächtig ist, um sich in eine wie auch immer erbaute Kirche einsperren zu lassen. Wir haben eine frohe Botschaft. Diese sollen wir aber nicht als internes Kirchengeheimnis hüten, sondern in die Welt hinaustragen.

2. Die Reaktion Gottes

Wenn uns etwas nicht in den Kram passt, dann reageren wir meist ein wenig säuerlich oder „verschnupft“. So könnte man es doch auch von Gott erwarten, nachdem seine Jünger versuchten, das Gesehene festzuhalten.

Zunächst einmal allerdings sieht Gott das Herz an. Und das Herz der Jünger war von lauterer Absicht erfüllt. Sie wollten ja nur etwa „Gutes“ tun. Daher trifft sich auch nicht der heilige Zorn Gottes sondern, wie wir lesen wurden sie von einer lichten Wolke überschattet. Zahlreiche Ausleger sehen in dieser Erscheinung eine göttliche Erleuchtung, welche die Jünger trifft. Nehmen wir es einfach mal so hin.

Mit der Erleuchtung schlechthin ist es aber nun mal nicht getan. Es kann hell um mich werden und ich tappe immer noch im Dunkeln. Es muss also noch mehr kommen. Und so kam es denn auch. Der allmächtige Gott höchstpersönlich redete mit den Jüngern.

Erwarten würden wir eine mehrstündige Regierungserklärung mit allem was dazugehört. Aber das war nicht der Fall. Das einzige, was Gott den Jüngern mitteilte ist „Hört auf meinen Sohn.“ Punkt. Ende.

Liebe Gemeinde, dieser einfache kleine, für jedermann verständliche Satz galt nicht nur den Jüngern vor 2000 Jahren. Dieser Satz gilt auch heute noch. Er gilt allen Menschen, die auf Erden wohnen. Egal, welcher Hautfarbe, welcher Abstammung und welcher sozialer Stellung die Menschen sind. Allen Menschen ruft Gott auch heute noch zu: „Hört auf meinen Sohn.“

Und dieses „Hören“ hat auch einen zeitlichen Rahmen. Nicht eine Stunde in der Woche, vorzugseise sonntags von 10.00 bis 11.00 Uhr sollen wir dies tun, nein der Zeitraum des Hörens beträgt genau 24 Stunden am Tag, 7 Tage in der Woche und das jede Woche.

Wir können dieses Hören ruhig mit einer Schule vergleichen. Wir alle, die wir irgendwann mit Jesus angefangen haben, wir alle haben doch die Jüngerschulbank gedrückt. Wir waren doch alle nicht perfekt und sind es auch heute nicht, aber wir lernen täglich dazu. Und wenn wir etwas lernen wollen, dann müssen wir zunächst einmal auf den Lehrer hören. Danach kommt der Vorgang des Verstehens. Und dann kommt der Königsweg des Lernens, nämlich die Anwendung im täglichen Leben.

Jesus hören und lesen können wir im Gottesdienst und im eigenen Studium der Bibel. Nehmen wir uns doch einmal in diesem Jahr die vier Evangelien vor. Lesen wir doch einmal ganz intensiv, was Jesus uns direkt sagt. Wenn wir etwas nicht sofort verstehen, dann bitten wir doch unseren Herrn, dass er uns helfen möge, sein Wort zu verstehen. Die Anwendung im täglichen Leben dürfte das eigentlich schwierige sein. Lesen wir doch alle in der nächsten Woche einmal die Bergpredigt (Matthäus 5-7) Und dann machen wir doch alle gemeinsam den Versuch, das, was wir dort
gelesen haben 1: 1 in die Tat umzusetzen.

Ich muss kein Prophet sein um schon jetzt zusagen, dass dies nicht klappen wird. Wenn wir die Begpredigt wirklich in die Tat umsetzen wollen, dann können wir dies niemals aus eigenen Stücken tun, wir benötigen dabei immer wieder den Beistand unseres Herrn. Alleine schaffen wir dies einfach nicht.

3. Die 2. Reaktion der Jünger

Als die Jünger die Worte des allmächtigen Gottes hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschraken. Auf unser Angesicht fallen das würden wir wohl alle tun, wenn Gott der Herr so direkt mit uns sprechen würde. Allerdings haben diese Reaktionen noch einen Hintergrund. Warum erschraken denn die Jünger? Es ist doch eigentlich toll, dem allmächtigen Gott zu begegnen. Endlich einen direkten Beweis, dass es ihn auch tatsächlich gibt.

Aber im Angesicht des lebendigen Gottes werden wir eines oder haben wir alle eines bereits erfahren. Wir haben erfahren, dass wir ganz, ganz arme Sünder sind, die ohne die Gnadentat unseres Herrn gar nicht mehr die Möglichkeit haben in Gottes Gegenwart zu kommen, geschweige denn
dereinst in der Ewigkeit bei ihm zu wohnen. Und wenn ich dies erfahren habe, dass ich so wie ich bin gar nicht vor Gott erscheinen kann, dann ist dies für einen Weltmenschen schon erschreckend.

Wenn ich dies erfahren habe, dann kann ich doch nur eines tun, nämlich vor Gott niederfallen und ihn anbeten. Und genau dieses taten dann auch die Jünger. Und das sollten wir auch tun, uns immer wieder beugen vor dem allmächtigen Gott. Jemand hat einmal einen schönen Satz gesagt: „Nur wer vor Gott in die Knie geht kann vor den Menschen aufrecht stehen.“

Aber die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Nachdem wir unsere Schuld erkannt haben und unsere Knie vor Gott gebeugt haben kommt Jesus zu uns und richtet uns wieder auf.

Zuerst kommt die Schulderkenntnis, dann die Buße und die Reue und dann das wirklich wunderbare, dann richtet unser Herr uns auf und bietet uns an, den weiteren Lebensweg mit ihm zusammen zu gehen. Wir müssen nur sein Angebot annehmen.

Wenn wir dies tun, dann können wir das erleben, was John Wesley so schön beschrieben hat, als er sagte: „Bei wem Christus im Herzen wohnt, der trägt den Himmel immer mit sich, ganz gleich an welchem Ort.“

Den Himmel bereits im Herzen tragen, dies beschreibt der Liederdichter Paul Gerhardt sehr schön in dem 6. Vers seines Liedes „Ich bin ein Gast auf Erden…“ (EG 529), der da lautet, wie folgt:

So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt,
doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt.
Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt,
da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird.

Der Herr behüte Dich mit seiner ganzen Liebe allezeit auf deinem Lebensweg
Der Herr lasse Dich immer wieder seine Gegenwart und Liebe spüren
Der Herr Der Herr lasse Dich jetzt schon ein Stück weit den Himmel
spüren und erleben

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 1. Sonntag nach Epiphanias. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Evangelisten Matthäus im 3. Kapitel, die Verse 13-17. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, dass er sich taufen ließe. Aber Johannes wehrte ihm und sprach: Ich bedarf dessen, dass ich von dir getauft werde, und du kommst zu mir? Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Lass es jetzt geschehen! Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er’s geschehen.
Und als Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser. Und siehe, da tat sich ihm der Himmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und über sich kommen. Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.

Liebe Gemeinde,

auch wenn es sich um die Taufe unseres Herrn handelt, so sagt uns unser heutiger Predigttext auch einiges über das Wesen unserer eigenen Taufe aus. Im Wesentlichen sind es drei Merkmale, die die Taufe auszeichnen.
Lassen Sie uns diese heute Morgen ein wenig näher betrachten.

1. Gemeinschaft

Mit der Taufe sind wir alle Teil der Gemeinschaft der Christen weltweit geworden. Wenn wir die Taufe so verstehen, dann können wir dies auf die Taufe Jesu sinngemäß übertragen. Mit der Taufe wurde Jesu ein Teil von uns.

Dies war auch notwendig. Nur als „Mensch“ konnte er ja unsere Sünden auf sich nehmen, um stellvertretend für uns alle für diese Sünden bezahlen.
Also musste Jesus ein Teil von uns werden, damit wir wieder ein Teil von ihm werden konnten.

Nur dadurch dass Jesus Mensch wurde, konnte er uns den Erlösungsweg überhaupt erst aufzeigen. Nehmen wir ein einfaches Beispiel. Wir beobachten eine Ameisenstraße, also den Weg, den die Ameisen gewohnheitsgemäß benutzen. Dieser führt aber unglücklicherweise über eine stark befahrene Straße. Jetzt bleibt es nicht aus, dass jede Menge Ameisen ganz einfach von den Fahrzeugen, die auf dieser Straße fahren, überrollt werden.

Wie können wir jetzt die Ameisen retten? Wir können sie ansprechen und ihnen mitteilen, dass sie sich auf dem falschen Wege befinden und bitte einen anderen Weg wählen mögen, um dem sicheren Tode zu entgehen. Was würde passieren? Richtig, überhaupt nichts. Was müssten wir also tun, um die Ameisen zu warnen? Nun, wir müssten selber zu einer Ameise werden, die dann ihre Artgenossen vor den bevorstehenden Gefahren und den sich daraus ergebenden Folgen warnen könnte.

Und genau dies hat Jesus getan. Er wurde Mensch, damit wir seine Warnungen verstehen können. Er wurde Teil unserer Gemeinschaft, damit er uns den Rettungsweg, den Weg zum ewigen Leben aufzeigen konnte.

2. Beziehung

Mit der Taufe treten wir in eine Beziehung ein, in eine Beziehung mit Gott. Wir sind also fortan nicht nur ein Mitglied der weltweiten Kirche Gottes, sondern haben auf der Privatebene eine ganz direkt Beziehung zu unserem Herrn.

Als Jesus sich taufen ließ, trat er auch in eine Beziehung ein. Aber in eine von oben nach unten. Jesus erwählte sich den Beziehungsweg zu uns Menschen. Zu einem jeden Einzelnen von uns möchte er eine ganz persönliche Beziehung aufbauen. Warum ? Weil er uns den Weg des Heils aufzeigen will.

Wenn uns irgendein Fremder einen kaum zu glaubenden Ratschlag geben würde, dann würden wir diesem Ratschlag wohl recht misstrauisch gegenüber stehen. Man weiß ja nie, was der wirklich im Schilde führt.
Erhalten wir denselben Ratschlag aber von unserem besten Freunde, würden wir diesem wohl weitaus eher glauben und vertrauen.

Jesus kennt unsere Herzen. Daher geht er den Weg des Freundes, der unsere Herzen überzeugen will. Und wenn er dies getan hat, dann gehen wir in diese ganz persönliche Beziehung zu unserem Herrn hinein.

Viele Menschen stellen sich diese Beziehung völlig unnötig transzendent und übernatürlich vor, also als eine Beziehung, die man weder verstehen noch erklären noch begreifen kann. So ist diese Beziehung unseres Herrn zu uns aber in keiner Art und Weise.

Die Beziehung zu Jesu, die wir mit ihm in der Taufe eingehen, ist eine ganz natürliche und persönliche Beziehung, wie wir sie z.B. mit unseren besten Freunden unterhalten. Eine Beziehung, die auf Dauer angelegt ist, muss natürlich auch gepflegt werden. Wenn Sie einen guten Freund haben, den Sie alle Jubeljahre mal anrufen, dann wird daraus wohl nie eine gefestigte Freundschaft werden. Wenn Sie indes diese Beziehung täglich pflegen, dann wird daraus eine auf Dauer angelegte feste Freundschaft werden.

Und diese Freundschaft, liebe Gemeinde, diese Freundschaft mit Jesus hört nicht an den Gräbern auf, sondern geht über diese hinaus direkt in die Ewigkeit hinein. Mit dieser Beziehung, die wir mit der Tauf eingehen haben wir, wenn wir es so wollen, das Eintrittsrecht in den Himmel erworben.

3. Neuanfang

Wenn wir getauft werden, dann symbolisiert der Taufakt auch einen Neuanfang. Aller Schmutz und Dreck, den wir mit uns herumschleppen, wird entfernt und wir beginnen gereinigt den Weg mit Gott.

Dies wird auch mit Jesu Taufe deutlich. „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe“, dies galt zunächst nur Jesus. Ein wenig umgewandelt, liebe Gemeinde, gilt dieser Satz aber auch für uns. Mit unserer Taufe werden wir wieder zu Gottes geliebten Kindern. Für uns alle, die wir auf den Namen Jesu getauft sind, gilt daher auch die Verheißung des allmächtigen Gottes: „Dies ist mein geliebtes Kind, an dem ich Wohlgefallen habe.“ Ganz persönlich legt uns Gott diese Verheißung in unsere Herzen hinein.

Nun werden wir ja alle nicht gleich zu Heiligen, indem man uns einmal durch das Taufbecken zieht. Wir bleiben nach wie vor Sünder. Zu sündigen ist zwar nicht mehr unser liebstes Steckenpferd, aber wir werden immer wieder von den satanischen Mächten heimgesucht werden. Und das ein oder andere Mal werden wir diesen auch wieder auf den Leim gehen.

Wie Gott einmal den Neuanfang in unserer Taufe mit uns gemacht hat, so möchte er dies immer wieder tun, wenn wir von ihm abgewichen sind. Wir bleiben ja seine Kinder, auch wenn wir gesündigt haben. Gott entzieht uns ja nicht den Beziehungsstatus. Er bleibt weiter unser Vater, zu dem wir jederzeit umkehren und zurückkehren dürfen.

Habe ich durch die Taufe nunmehr den Freibrief der Sünde erhalten?
Paulus würde sagen: Das sei ferne. Und das sei auch wirklich fern von uns, dies anzunehmen. Gott ist kein Sündenvergebungsautomat, wo wir oben unsere Sünden hineinwerfen und unten ein geläutertes Leben herauskommt, und zwar sooft wir dies wünschen.

Wenn wir unseren Status als Gotteskind ernst nehmen, dann werden wir natürlich alles tun, um der Sünde zu entfliehen. Natürlich ist immer und immer wieder ein Neuanfang bei Gott möglich, wir sollten dies aber auch als das ansehen, was es ist, nämlich ein Notfallplan Gottes.

Die Wesenswirkung der Taufe beschreibt der Liederdichter Benjamin Schmolck sehr schön in dem 2. Vers seines Liedes „Liebster Jesu, wir sind hier…“ (EG 206), der da lautet, wie folgt:

Ja, es schallet allermeist dieses Wort zu unsern Ohren:
Wer durch Wasser und durch Geist nicht zuvor ist neugeboren, wird von dir nicht angenommen und in Gottes Reich nicht kommen.

Der Herr mache Dir immer wieder gewiss, dass Du Teil seiner heiligen Gemeinde bist Der Herr mache Dir immer wieder gewiss, dass Du jederzeit in eine persönliche Beziehung mit ihm treten kannst Der Herr mache Dir immer wieder gewiss, dass nach jedem Versagen ein Neuanfang bei und mit ihm möglich ist

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 3. Advent. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Matthäusevangelium, Kapitel 11, die Verse 2-6. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Als aber Johannes im Gefängnis von den Werken Christi hörte, sandte er seine Jünger und ließ ihn fragen: Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten ? Jesus antwortete und sprach zu Ihnen: Geht hin und sagt Johannes wieder, was ihr hört und seht: Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören. Tote stehen auf, und Armen wird das Evangelium gepredigt; und selig ist, wer sich nicht an mir ärgert

Liebe Gemeinde,

schon ein wenig seltsam die Antwort unseres Herrn, finden Sie nicht auch? Da kommen die Jünger von Johannes und stellen ihm eine eindeutige Frage. Und was erhalten sie daraufhin?
Eine Antwort, die eigentlich gar keine Antwort ist, jedenfalls in dem Sinne, wie wir eine Antwort
erwarten würden. Was bezweckt der Herr Jesus denn dann mit einer derartigen Antwort? Lassen Sie uns dieser Frage am heutigen 3. Advent nachgehen.

1. Forschet

Jesus hätte doch eigentlich sagen können: Jawohl, ich bin der, den ihr sucht. Dann wäre die Angelegenheit wohl erledigt gewesen. Beginnen wir doch einmal damit, was Jesus nicht möchte: Nämlich Vasallen und Anhänger, die ihm einfach blindlings, ausgestattet mit einem Kadavergehorsam folgen, wohin auch immer die Reise gehen mag.

Jesus möchte Jünger haben, die zuvor die Entscheidung „Ja, Herr, ich will zu Dir gehören.“ wohl bedacht haben. Das wollte Jesus damals und das will er auch heute noch. Jesus liebt die kritischen Geister, die auch einmal etwas hinterfragen und die nicht gleich alles glauben und das berühmte „Ja und Amen“ dazu sagen.

Nur nebenbei bemerkt: Die größten Bibelkritiker sind in ihrem Leben durch das intensive Studium der Bibel schon zu glühenden Verehrern des Herrn Jesus geworden.

Also sagt Jesus sinngemäß: „Forscht nach, was die Schrift über mich sagt und vergleicht damit, was ihr hört und seht. Und auf Grund dieser Tatsachen da trefft dann bitteschön eure Entscheidung.“

Vieles von dem, was Jesus zu leisten in der Lage ist, das finden wir ja schon im Alten Testament. Forschen Sie ruhig einmal wieder etwas intensiver in diesem Teil der Bibel nach den vielen kleinen
Hinweiszeichen auf das Kommen und das Wirken unseres Herrn. Beginnen Sie am besten mit dem Propheten Jesaja.

Wenn ich eine Entscheidung treffen muss, dann sammele ich zunächst Fakten zu diesem Thema. Wenn ich das ordentlich getan habe, dann kann ich eine Entscheidung treffen, die hieb- und stichfest ist. Jeder, der mich dann von dem Gegenteil überzeugen will, muss erst einmal an den ganzen Fakten und Tatsachen vorbei. Und gerade darum will Jesus Jünger haben, die ihre Entscheidung, ihm nachzufolgen wohlbesonnen treffen.

Denn in der Welt werden wir alsbald auf harsche Kritik treffen. Die Welt wird als erstes versuchen, uns unseren Glauben madig zu machen. Allerdings sind die Argumente, die sie vorbringt nur Scheinargumente.
Der Anti-Gottes-Beweis fällt, wenn man die Bibel als Gottes Wort betrachtet, sofort in sich zusammen. Egal, was die Welt uns auch weismachen will, wir können unsere einmal getroffene Entscheidung an jedem dieser Weltenargumente prüfen lassen.

2. Nicht ärgern

Selig ist, wer sich nicht an mir ärgert. Das gibt unser Herr den Jüngern des Johannes mit auf den Weg. Im ersten Moment habe ich natürlich gedacht: Alles kein Problem, ich und mich über Jesus ärgern, niemals würde ich dies tun. Und dann, als ich ein wenig in die Stille ging, da kamen sie doch, diese Gedanken, die Jesus mit Ärgern gleichsetzt.

Wieso hilfst du gerade dem, der hat doch so viele Leute hinters Licht geführt. Und jetzt steht er reingewaschen vor dir da. Wieso darf der Kinderschänder zu dir kommen und die gleiche Gnade in Anspruch nehmen, wie ich. Ich bin doch schließlich ein durch und durch anständiger Sünder. Mir sind jede Menge ähnliche Gegebenheiten eingefallen, die mich ins Grübeln versetzt haben.

Und genau dies sollen wir nicht tun. Unser Herr ist autark. Er entscheidet, wem er hilft. Es ist ganz bestimmt nicht unsere Aufgabe, dem Herrn Jesus vorzuschreiben, was er tun und was er besser lassen soll. Wenn der Herr Jesus in das Haus eines Zöllners einkehrt, dieser sich daraufhin bekehrt, dann ist es meine Aufgabe, diesen Zöllner in der Gemeinde herzlich willkommen zu heißen und ihm dabei zur Seite zu stehen, wenn er anfänglich Fragen und Probleme mit dem Glauben hat.

Liebe Gemeinde, Zöllner im übertragenen Sinne sind immer wieder mitten unter uns. Wenn diese den Weg zu Jesus finden, oder besser, wenn sie den Herrn Jesus mit einem ehrlichen Herzen suchen, er sich von ihnen dann finden lässt, dann dürfen wir diese Menschen doch nicht als verlorene Sünder abstempeln. Das, liebe Gemeinde, ist bestimmt nicht einfach.

Wie kriegen wir das nur hin ? Ganz einfach, indem wir den Herrn Jesus bitten, uns dabei zu helfen. Wenn wir es nicht schaffen, dem bekehrten Sünder die Hand entgegenzustrecken, dann wird unser Herr eben unsere Hand dahin führen. Darauf dürfen wir uns felsenfest verlassen. Probieren wir es doch einfach mal wieder.

3. Friede im Herzen

Das, liebe Gemeinde, leitet sich aus dem nicht ärgern ab. Wir kennen doch sicherlich alle einen absoluten Miesepeter in unserem Umfeld. Mit dem möchte doch keiner gern etwas zu tun haben.

Überall dort, wo Groll und Ärger den Platz in unserem Herzen besetzen, überall dort kann der Herr Jesus mit seinem Frieden ja auch gar nicht bei uns einziehen. Sein Platz, den er in unserem Herzen begehrt, dieser Platz wurde von uns ja mit lauter Ärger, Zorn und Hass belegt.

Erst dann, liebe Gemeinde, wenn wir uns dazu entscheiden, uns nicht mehr zu ärgern, erst dann kann der Herr in unsere Herzen einziehen. Erst dann können wir wirklich „selig“ genannt werden. Natürlich ist es mit der Entscheidung nicht unbedingt getan. Wir müssen den Herrn Jesus inständig bitten, uns unseren Ärger aus den Herzen herauszunehmen. Das macht er sofort. Garantiert.

Allerding dürfen wir dem Ärger auch nicht gestatten, wieder bei uns einzuziehen. Das, liebe Gemeinde ist dann unsere Aufgabe. Wir können uns ganz bewusst gegen den Ärger entscheiden. Das ist eine steile Behauptung. Aber ich sage Ihnen einfach mal: Probieren Sie es aus. Wir haben in jeder Situation des Lebens die Entscheidung, ob wir uns ärgern oder nicht. Gut, ein wenig Training gehört natürlich dazu.

Ich habe mich anfangs immer wieder gefragt: Was bringt es mir, wenn ich mich jetzt ärgere? Glauben Sie mir, es bringt überhaupt nichts. Sie werden kein einziges Argument für Ärger finden. Also lassen wir es doch gleich sein, die Sache mit dem Ärger.

Und wenn wir uns nicht mehr ärgern, dann wird auch alles, was grau und dunkel um uns herum war wieder hell und licht werden. Dies beschreibt die Liederdichterin Maria Ferschl sehr schön in ihrem Lied „Wir sagen euch an den lieben Advent….“ (EG 17), dessen dritter Vers lautet, wie folgt:

Wir sagen auch an den lieben Advent.
Sehet, dir dritte Kerze brennt!
Nun tragt eurer Güte hellen Schein
weit in die dunkle Welt hinein.
Freut euch, ihr Christen, freuet euch sehr!
Schon ist nahe der Herr.

Der Herr nehme allen Ärger aus Deinem Herzen und ersetze ihn durch seinen hellen Schein
Der Herr nehme allen Ärger aus Deinem Herzen und ersetze ihn durch seine göttliche Liebe
Der Herr nehme allen Ärger aus Deinem Herzen, damit Du seinen hellen Schein und seine Liebe weitergeben kannst

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten dritten Advent und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ein frohes Neues Jahr wünsche ich Ihnen allen. Ja, heute beginnt das neue Kirchenjahr mit dem 1. Sonntag im Advent. Advent kommt von dem Wort advenire und bedeutet so viel wie ankommen. Und der Ankunft unseres Herrn, der Geburt Jesu Christi gedenken wir traditionell in der Vorweihnachtszeit. Mit der Ankunft Jesu in Jerusalem beschäftigt sich der heutige Predigttext. Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag im 21. Kapitel des Matthäusevangeliums, die Verse 1-9. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Als sie nun in die Nähe von Jerusalem kamen, nach Betfage an den Ölberg, sandte Jesus zwei Jünger voraus und sprach zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt, und gleich werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Füllen bei ihr; bindet sie los und führt sie zu mir ! Und wenn euch jemand etwas sagen wird, so sprecht: Der Herr bedarf ihrer.

Sogleich wird er sie euch überlassen. Das geschah aber, damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten, der da spricht (Sacharja 9,9): „Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen, dem Jungen eines Lasttiers.“ Die Jünger gingen hin und taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider darauf, und er setzte sich darauf. Aber eine sehr große Menge breitete ihre Kleider auf den Weg; andere hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Die Menge aber, die ihm voranging und nachfolgte, schrie: Hosianna dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe!

Liebe Gemeinde,

mit einem ganz großen Bahnhof wurde Jesus damals von den Menschen empfangen. Mit Kleidern und Palmzweigen ebneten sie Jesu den Einzug in Jerusalem. Wenn wir heute der Ankunft unseres Herrn gedenken, geschieht das immer noch mit einem brennenden Herzen oder wie „Alle Jahre wieder“, also als nichts besonderes, sondern eher etwas alltägliches?

Ich glaube wir sollten uns einmal drei Fragen stellen zu der Ankunft unsers Herrn derer wir in dieser Vorweihnachtszeit gedenken.

1. Wer kommt?

Wenn ich jetzt so durch die Einkaufszentren schlendere, dann fallen sie mir sofort auf, die Masse an Krippen mit denen die Schaufenster dekoriert sind. Ich finde dies grundsätzlich sehr schön, erinnert man sich doch tatsächlich noch daran, dass Weihnachten unser Heiland geboren worden ist.

Und so liegt er da in der Krippe als kleines Kind, umgeben von Maria und Josef, den Hirten, den drei Königen und den Schafen auf dem Felde. Meist kommt dies als typische „Eiapopeia-Stimmung“ rüber.

Doch das ist es nicht. Erinnern wir uns doch einmal daran, wer dort in der Krippe liegt. Es ist Gott selbst, der zu den Menschen, also auch zu uns kommt. Allein dies sollte uns schon ehrfurchtsvoll machen. Gott kommt aber nicht, um uns einen unverbindlichen Besuch abzustatten, um einmal kurz Hallo zu sagen.

Nein, liebe Gemeinde, dieses Kind in der Krippe kommt für Sie und mich ganz persönlich auf diese Welt. Dieses Kind in der Krippe kommt zu UNS, damit wir wieder zu IHM kommen können. Dieses Kind in der Krippe ist in der Lage, uns von allen unseren Sünden zu erlösen, den bereits begangenen und auch allen zukünftigen Sünden.

Gott kommt vom Himmel in diese Welt, damit wir wieder von dieser Welt in den Himmel kommen können. Wenn wir uns daran erinnern, dann kann eine echte unverfälschte Weihnachtsfreude in uns lebendig werden. Dann hat Weihnachten wieder seinen ursprünglichen Sinn in uns gefunden.

2. Wie kommt er?

Ich war vor kurzem in Berlin, als der chinesische Ministerpräsident mit seinem Mitarbeiterstab die Stadt besuchte. Ganze Straßenzüge wurden kurzerhand abgesperrt und es dauerte manchmal über 2 Stunden bis der Verkehr sich wieder normalisiert hatte. Selbstverständlich sah man nichts von dem Minister, er wurde hermetisch von den Sicherheitskräften abgeriegelt.

Wie kommt unser Herr denn an? Ganz, ganz anders. Er wird nicht von der Staatsmacht hofiert und es wird auch kein Begleitschutz organisiert.
Ganz einfach und bescheiden auf einem Esel, also noch nicht einmal einem Reittier der „Oberen“ kommt er nach Jerusalem.

Ganz langsam durchreitet er die Menge, die ihm am Straßenrand zujubelt.
Ich denke, er hatte für jeden ein liebevolles Lächeln bereit. Jeder fühlte sich bestimmt sofort von ihm angezogen und angesprochen.

Und doch geht er ganz konsequent seinen Weg ohne sein Ziel aus den Augen zu verlieren. Er genießt eben nicht das Bad in der Menge und labt sich an der Anerkennung, wie wir es vielleicht tun würden, wenn uns die Massen zujubeln.

Und so, liebe Gemeinde erwartet unser Herr dies auch von uns. Wir sollen ein Auge für unsere Mitmenschen haben, nicht nur zur Weihnachtszeit. Wir sollen, wie Jesus auch, entschleunigen, damit wir unser Umfeld nicht aus den Augen verlieren. Wir sollen unsere eigenen Ansprüche ruhig mal etwas zurückschrauben und auch an die denken, die so gern übersehen werden.

Und wir sollen dabei ganz konsequent unseren Weg mit Jesus gehen. Gerade diese etwas ruhigere Zeit lädt uns doch förmlich dazu ein, jetzt gleich mit der Umsetzung zu beginnen. Schalten wir doch wieder einmal einen Gang zurück und widmen uns wieder mehr unseren Mitmenschen als unserem Job, unserer Karriere und unseren sonstigen Ansprüchen.

3. Wie wird er empfangen?

Wir lesen, dass Jesus von einer jubelnden Menge empfangen wurde, die ihm zu Ehren die Kleider auf den Weg ausbreitete und den Weg zusätzlich mit Palmzweigen ebnete.

Wie empfangen wir eigentlich heute im Jahre 2014 unseren Herrn? Wenn wir die Krippen in den Geschäften einmal ausblenden, dann ist doch die Weihnachtszeit eigentlich DIE hektische Zeit im Jahr. Alles rennt gestresst durch die Geschäfte. Wir müssen alle Geschenke beisammen haben, Heiligabend ist schließlich unsere Deadline. Wir müssen für ein köstliches Weihnachtsessen sorgen, wir müssen noch den Tannenbaum besorgen usw.

Ich glaube, soviel „müssen“ wie in der Vorweihnachtszeit „müssen“ wir das ganze Jahr nicht. Wer hat denn da schon Zeit an das Kommen unseres Herrn zu denken. Bevor ich daran denke, denke ich liebe mal darüber nach, wie ich an einen Parkplatz komme.

Machen wir uns dich nichts vor, liebe Gemeinde, so sieht sie doch aus, die Vorweihnachtszeit im Allgemeinen. Der ursprüngliche Sinn des Weihnachtsfestes mit der Freude auf das Kommen unseres Herrn hat doch gegenüber der neuesten Playstation seinen Reiz verloren.

Wir müssen alle wieder lernen, dass Weihnachten nicht auf den Einkaufsstraßen dieser Welt stattfindet sondern in unseren Herzen. Wir müssen wieder lernen, zur Ruhe zu kommen, damit wir unser Herz wieder für unseren Herrn öffnen können. Nur wenn wir dies tun, dann kann er nämlich auch in unseren Herzen Einzug halten. Solange wie Parkplatznot, meterlange Schlangen an den Kassen und der Streit um den „richtigen“ Weihnachtsbaum unser Weihnachten bestimmen, solange kann der Herr ja gar nicht bei uns einziehen.

Konzentrieren wir uns doch wieder auf das innere Sein mehr als auf den äußeren Schein. Der äußere Schein der Weihnacht der vergeht nach ein paar Wochen wieder. Aber wenn wir es dem Herrn gestatten, Einzug in unsere Herzen zu halten, dann können wir die echte Vorweihnachtsfreude das ganze Jahr über in unseren Herzen tragen.

Von einem Christen namens Amsel, der schon lange im Himmel ist, berichtete Wilhelm Busch einmal. Lange nachdem Amsel sich bekehrt hatte sagte er zu Wilhelm Busch: „Du Wilhelm, seit ich mich bekehrt habe, ist jeder Tag so wie der Tag vor Heiligabend, so voller Vorfreude, Liebe und Vertrauen auf den Herrn.“

Genau dies wünsche ich uns allen auch, dass uns dies in der Vorweihnachtszeit von unserem Herrn in unsere Herzen gelegt wird.

Lassen Sie uns doch den Herrn mit dem ersten Vers des Adventsliedes „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit…“ von dem Liederdichter Georg Weißel empfangen. Dieser Vers lautet, wie folgt:

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit;
es kommt der Herr der Herrlichkeit,
ein König aller Königreich,
ein Heiland aller Welt zugleich,
der Heil und Leben mit sich bringt;
derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat.

Der Herr halte Einzug in Deinem Herzen und gebe Dir seinen Frieden Der Herr halte Einzug in Deinem Herzen und erfülle Dich mit Freude auf sein Kommen Der Herr halte Einzug in Deinem Herzen und öffne es ganz weit für Deine Mitmenschen

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten 1. Advent und einen besinnlichen Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen 23. Sonntag nach Trinitatis. Unser heutiger Predigttext, welcher der Bergpredigt entnommen ist, beschäftigt sich mit einem sehr wichtigen Thema, nämlich dem Thema Wahrheit. Lassen Sie uns gemeinsam lesen, was unser Herr uns zu diesem Thema zu sagen hat. Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag bei dem Evangelisten Matthäus im 5. Kapitel, die Verse 33-37:

Vom Schwören

Ihr habt weiter gehört, dass zu den Alten gesagt ist (3. Mose 19, 12; Mose 30, 3): “ Du sollst keinen falschen Eid schwören und sollst dem Herrn deinen Eid halten.“ Ich aber sage euch, dass ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron; noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße; noch bei Jerusalem, denn sie ist die Stadt des großen Königs. Auch sollst du nicht bei deinem Haupt schwören; denn du vermagst nicht ein einziges Haar weiß oder schwarz zu machen. Eure Rede aber sei: Ja, Ja; Nein, Nein. Was darüber ist, das ist vom Übel.

Liebe Gemeinde,

wie halten wir es eigentlich mit der Wahrheit? Sagen wir sie immer, oder flüchten wir uns auch schon einmal in eine Notlüge hinein. Wenn wir in unserem Predigttext das Wort Eid lesen, dann denken wir natürlich sofort an Gerichtsverhandlungen. Es geht aber in unserem Predigttext um die Wahrheit im allgemeinen und nicht nur um die Wahrheit unter Eid bei einem Prozess.

Ich glaube, Jesus lehrt uns drei Punkte bei dem Umgang mit der Wahrheit.
Lassen Sie uns diese Punkte am heutigen morgen ein wenig näher betrachten.

1. Der Meineid

Den Meineid kennen wir sicherlich alle aus Berichten um große Prozesse.
Nicht umsonst steht der Meineid unter empfindlicher Strafe, misst doch das Gericht der eidlichen Aussage eine sehr große Bedeutung bei.

Vor Gott, und da sollten wir immer und überall daran denken, sind alle unsere Aussagen Aussagen unter Eid. Egal, ob wir im kleinen unserem Nachbarn etwas versprechen oder aber im großen z.B. in einem Prozess unter Eid aussagen. Vor Gott ist Beides gleich.

Jesus will uns damit sagen, dass wir alles, was wir sagen auch vor Gott verantworten müssen. Übrigens auch all das leichte Gerede, was uns so über die Lippen kommt. Wenn es der Wahrheit entspricht, dann ist es ja gut, aber wenn es sich z.B. um die Verbreitung von nicht bewiesenen Tatsachen, also Gerüchten handelt, dann sollten wir uns schon daran erinnern, dass wir alles, was wir sagen, vor Gott verantworten müssen.

Es gibt eine interessante Geschichte, die uns helfen kann, unnützes Geschwätz zu vermeiden. Sie heißt „Die drei Siebe“. Lassen Sie uns kurz in diese Geschichte hineinhören:

Zum weisen Sokrates kam einer gelaufen und sagte: „Höre, Sokrates, das muss ich dir erzählen.“ „Halte ein !“ unterbrach ihn der Weise, „Hast du das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe gesiebt ?“ „Drei Siebe ?“, fragte der andere voller Verwunderung. „Ja, guter Freund !
Lass sehen, ob das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe hindurchgeht: Das erste ist die Wahrheit. Hast du alles, was du mir erzählen willst, geprüft ob es wahr ist ?“ „Nein, ich hörte es erzählen und…“ „So, so ! Aber sicher hast du es im zweiten Sieb geprüft. Es ist das Sieb der Güte. Ist das, was du mir erzählen willst gut ?“ Zögernd sagt der andere: „Nein, im Gegenteil…“ „Hm…“ unterbrach ihn der Weise. „So lass uns auch noch das dritte Sieb anwenden. Ist es notwendig, dass du es mir erzählst ?“. „Notwendig nun gerade nicht…““Also“ sagte lächelnd der Weise, „Wenn es weder wahr noch gut noch notwendig ist, so belaste dich und mich nicht damit.

Lassen Sie uns doch diese drei Siebe einfach immer häufiger auch in unserem Alltag einsetzen.

2. Das Hintertürchen

Schon zu Jesu Zeiten bewiesen die Gläubigen eine gewisse Art der Bauernschläue im Umgang mit der Wahrheit. Nun gut, vor Gott und bei Gott darf ich nicht schwören. Das könnte mich selber in den Abgrund stürzen. Also nahm man Gott bei den Schwüren heraus und ersetzte ihn durch andere Dinge und Personen, bei denen man einen Eid leistete. Bei Jerusalem und bei dem eigenen Haupt waren beliebt um darauf den Eid zu befestigen.

Jesus schiebt diesem sofort einen Riegel vor. Gott sieht auf Ergebnisse und nicht auf sprachliche Feinheiten. Alles, was wir sagen, müssen wir nach wie vor vor Gott verantworten, auch wenn wir Ihn so gerne außen vorlassen.

Wenn im Bundestag die Minister bei der Eidesformel „So wahr mir Gott helfe“ weglassen, so bedeutet dies natürlich nicht, dass sie sich nicht vor Gott verantworten müssen für das, was sie während ihrer Amtszeit tun oder aber lassen.

Also, liebe Gemeinde, lassen Sie uns immer wieder daran denken, dass es dieses vermeintliche Hintertürchen gar nicht gibt.

3. Der Königsweg

Jesus lehrt uns den besten Umgang mit der Wahrheit. „Ja, Ja“ oder „Nein, Nein“ das soll unser Umgang mit der Wahrheit sein. So soll unser ganzes Leben als Christen strukturiert sein.

Unser Leben soll eine ganz klare Linie aufweisen, die für jedermann klar zu erkennen ist. Christen dürfen und müssen dabei ruhig einmal „Kante“ zeigen.

Wir sind kein Debattierclub, der sich stets mit einem entschiedenen „vielleicht“ aus der Affäre ziehen kann. Als Christen sollen wir klare Positionen beziehen, diese begründen und dann auch bei diesen Positionen bleiben.

So können wir in unserem Leben Leuchtfeuer der Wahrheit setzen, die von unseren Mitmenschen auch so wahrgenommen werden. Und wer weiß, vielleicht überzeugen wir ja auch damit unsere Mitmenschen, dass der Weg mit Jesus der einzige und wahre Weg zum Leben ist.

Wie viele Menschen laufen derzeit orientierungslos durch ihr Leben und warten nur auf ein festes Zeichen, dass ihnen ihren Lebensweg weist. Seien wir doch Wegweiser für diese Menschen, Wegweiser auf einen Weg hin zum Leben, zum ewigen Leben in der Gemeinschaft unseres Herrn.

Fangen wir doch gleich damit an, wenn wir heute auseinandergehen.

Um unser „Ja,ja“ und Nein,Nein“ auch immer wieder mit einem festen Herzen sagen zu können benötigen wir alle den Beistand unseres Herrn.

Diesen erbat der Liederdichter Ignaz Franz in dem 9. Vers seines Liedes „Großer Gott, wir loben dich…“ mit folgenden Worten:

Sieh dein Volk in Gnaden an. Hilf uns, segne, Herr, dein Erbe;
leit es auf der rechten Bahn, dass der Feind es nicht verderbe.
Führe es durch diese Zeit, nimm es auf in Ewigkeit.

Lassen Sie uns alle unter dem aaronitischen Segen in die neue Woche gehen:

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

wenn wir heute der Wahrheit, bzw. dem rechten Umgang mit der Wahrheit, ein Stückchen näher gekommen sind, dann lassen Sie uns doch alle von dieser Wahrheit leiten. Nicht nur am Sonntag, sondern jeden Tag, den wir erleben dürfen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen einen gesegneten Start in die neue Woche.

Bis zum nächsten Sonntag grüßt Sie alle recht herzlich Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag zum Erntedankfest.
Ich wohne ja in einer ländlichen Umgebung, die von der Landwirtschaft geprägt ist. Den Altar zieren die Früchte des Feldes, die von den Landwirten liebevoll dort platziert worden sind. Überhaupt wird nahezu der ganze Gottesdienst von den Landwirten gestaltet. Dankbar für die Schätze, die ihnen der Herr auch dieses Jahr wieder beschert hat, übernehmen sie gern diesen Part. Um den dankbaren Umgang mit dem, was uns der Herr beschert hat und wie wir damit umgehen sollen, darum geht es in unserem heutigen Predigttext.

Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag bei Matthäus im 6. Kapitel, die Verse 19-23. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der Rost fressen und wo die Diebe einbrechen und stehlen. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen und wo die Diebe nicht einbrechen und stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. Das Auge ist das Licht des Leibes. Wenn dein Auge lauter ist, so wird dein ganzer Leib licht sein. Wenn aber dein Auge böse ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis sein.

Liebe Gemeinde,

das Thema des heutigen Sonntags lautet: Irdische Schätze – Himmlische Schätze.
Lassen Sie uns diese beiden Schätze einmal etwas näher betrachten.

1. Irdische Schätze

Materieller Reichtum, das fällt uns sicherlich sofort bei irdischen Schätzen ein. Ist nun Reichtum auf Erden per se schlecht ?

Nein, das meint Jesus an dieser Stelle nicht. Wenn wir uns den Predigttext ganz genau ansehen, dann steht dort: Ihr sollt nicht Schätze SAMMELN auf Erden.

Heute ist Erntedanktag. Auch die Landwirte haben ihre Schätze gesammelt und in die Scheunen eingefahren. Aber nicht, um sie für sich zu behalten, sondern um sie weiter zu verwerten und sie anderen zukommen zu lassen.

Dies meint Jesus auch mit dem irdischen Reichtum Wir sollen ihn nicht für uns anhäufen und einfach liegen lassen. Immer mehr und mehr und noch mehr. Nein, wir sollen den Reichtum auch verwerten.

Wer nur sein Geld auf dem Konto liegen lässt und sich über den Ertrag freut, der macht genau das, was Jesus anprangert. Allein derjenige, der sich ein Auto von seinem Reichtum kauft, der unterstützt ja schon seine Mitmenschen, indem er auch ihren Arbeitsplatz sichert.

Wir sollen also keinen Reichtum ansammeln, sondern ihn sinnvoll einsetzen und wieder in Umlauf bringen, damit möglichst viele Menschen, wenn auch nur indirekt, davon profitieren können.

Bei allem “ In Umlauf bringen“ müssen wir aber immer wieder einer Tatsache in’s Auge sehen: Zum Zeitpunkt unseres irdischen Todes müssen wir all unsere Schätze hier auf Erden zurücklassen. Von jetzt auf gleich haben wir nichts mehr von all unserem Geld, unserem tollen Haus, dem Luxussportwagen und all den anderen Gütern, die wir angesammelt haben.

Es gibt aber Schätze, die weit über diese unsere Welt hinausgehen. Der Herr Jesus fordert uns auf, gerade in diese Schätze zu investieren. Das sind:

2. Die himmlischen Schätze.

Wenn uns unser Herr auffordert, Schätze im Himmel zu sammeln, dann könnte man gleich wieder auf die Werkgerechtigkeit kommen. Müssen wir uns den Himmel erst verdienen, indem wir möglichst viele Punkte sammeln ? Das hört sich ja fast danach an.

Nein, liebe Gemeinde, den Himmel müssen und können wir uns auch gar nicht verdienen. Schätze im Himmel zu sammeln lohnt sich doch nur, wenn ich sicher bin, dass ich auch dort hinkomme. Ansonsten wären diese Schätze zum Zeitpunkt meines Ablebens ja auch verloren. Die Rede Jesu richtet sich also an die Menschen, die ein Ja zu THM sagen.

Worum geht es dann also konkret ? Das lesen wir im 2. Korintherbrief, Kapitel 5, Vers 10:
„Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er getan hat bei Lebzeiten, es sei gut oder böse.“

Ähnliche Hinweise auf Belohnungen im Himmel finden wir auch in etlichen anderen Büchern der Bibel. Für unsere himmlischen Schätze, die wir hier auf Erden sammeln, werden wir also einen himmlischen Lohn empfangen. Wie der Lohn denn aussieht, das werde ich häufig gefragt. Das weiß ich auch nicht, aber ich vermute wir werden mehr als überrascht sein, wenn wir ihn erhalten. Jetzt bleibt nur noch die Frage zu beantworten: Was sind denn eigentlich himmlische Schätze ?

Lassen Sie uns in aller Kürze einige davon, die wir übrigens samt und sonders in der Bibel finden, anschauen:

Lieben
Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst. Tun wir das wirklich ? Lieben wir auch dann noch, wenn uns Ignoranz entgegengebracht wird. Lieben wir auch dann noch unseren Nächsten, wenn uns dieser verspottet und lächerlich macht ? Wir sollten es !!!

Teilen
Teilen wir wirklich unser Hab und Gut und geben denjenigen davon großzügig ab, die wesentlich weniger haben als wir ? Oftmals handeln die Menschen doch nach dem Motto: Erst komm ich und dann komm ich und dann kommst du noch lange nicht. Ich denke, mit dieser Haltung sammeln wir uns keine Schätze im Himmel.

Vergeben
Vergeben wir denen, die uns geschadet haben oder die uns in irgendeiner Art und Weise weh getan haben ? Meist sind es doch niedere Rache- und Vergeltungsgedanken, die uns dann antreiben. Himmlische Schätze sammeln wir aber nur, wenn wir vergeben. So ganz nebenbei bemerkt: Wenn wir aus tiefstem Herzen vergeben, dann lösen sich alle Vergeltungsgedanken in Luft auf.

Schützen
Treten wir eigentlich für den Schutz der Menschen ein, die nicht für sich selber handeln können. Achten wir darauf, dass diese Menschen nicht von anderen Menschen übervorteilt werden ? Wir tun gut daran, wenn wir diese Tugend wieder mehr achten. Mit jedem Engagement für einen schutzbedürftigen Mitmenschen wird unser Schatz im Himmel immer größer.

Bewahren
Gott hat uns auch den Auftrag gegeben, Seine Schöpfung zu bewahren.
Was bedeutet das eigentlich ? Nun, das will sagen, dass wir diese Schöpfung nicht „ausschöpfen“ sollen bis alles verbraucht ist. Bewahren heißt, ich nutze die Schöpfung, aber wenn ich sie verlasse, gebe ich sie mindestens so zurück, wie ich sie vorgefunden habe.

Wir reden soviel von Nachhaltigkeit. Halten wir wirklich nach, was wir tun ? Sollten wir aber. Denken wir nur an den Schatz im Himmel.
Es gibt sicherlich noch viele andere Möglichkeiten, wie wir uns Schätze im Himmel erwerben können. Aber über eines müssen wir noch kurz reden nämlich über:

3. Die Motivation

Schätze im Himmel können wir nur sammeln, wenn wir dies mit der rechten Motivation tun. Überall wo hinter den soeben genannten „Tätigkeiten“ Eigennutz dahintersteht hat dies nichts mehr mit dem Sammeln eines himmlischen Schatzes zu tun.

Zählen Sie bitte jetzt mit mir zusammen 5 Buchstaben mit den Fingern ab:
D, I , A, F , J.

Das bedeutet: Do, It, All, For, Jesus. Mit dieser Einstellung sammeln wir uns Schätze im Himmel, wenn wir also das, was wir tun für IHN tun.

Das ist alles andere als einfach, aber ein einfaches Christentum hat uns unser Herr auch nicht versprochen. Die Landwirte hatten es während der Ernte auch nicht einfach, bis sie ihre Schätze in die Scheunen eingefahren hatten. Aber es ist auch nicht so schwer, dass wir es nicht schaffen können. Vertrauen wir darauf, dass uns unser Herr stets auf dem rechten Wege leiten wird.

Ein klein wenig über unseren zukünftigen Schatz im Himmel erfahren wir in dem 11. Vers des Liedes: „Befiehl du deine Wege…“ von Paul Gerhardt, der da lautet, wie folgt:

Wohl dir, du Kind der Treue, du hast und trägst davon,
mit Ruhm und Dankgeschreie, den Sieg der Ehrenkron;
Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand,
und du singst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt.

Der Herr erfülle Dein Herz mit Liebe, die Du an Deine Mitmenschen weitergeben kannst
Der Herr gebe in Dein Herz die Kraft der Vergebung, damit Du damit SEINE Liebe in die Tat umsetzen kannst
Der Herr erfülle Dein Herz bei der Sammlung der Himmelsschätze stets mit göttlicher Freudigkeit

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und eine tolle neue Woche. Gott gebe Ihnen die Kraft, möglichst viele Himmelsschätze sammeln zu dürfen.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,
ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen 13. Sonntag nach Trinitatis. Der heutige Sonntag steht unter dem Thema, wie wir unserer Liebe zu Gott Ausdruck verleihen. Das können wir durch vielerlei Dinge tun, unter anderem durch das Geben von Almosen. Und darum geht es auch in unserem heutigen Predigttext.
Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag bei dem Evangelisten Matthäus, Kapitel 6, die Verse 1-4. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Vom Almosengeben
Habt acht auf eure Frömmigkeit, dass ihr die nicht übt vor den Leuten, um von ihnen gesehen zu werden; ihr habt sonst keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel. Wenn du nun Almosen gibst, sollst du es nicht vor dir ausposaunen lassen, wie es die Heuchler tun in den Synagogen und auf den Gassen, damit sie von den Leuten gepriesen werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. Wenn du aber Almosen gibst, so lass deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut, damit dein Almosen verborgen bleibe; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, der wird dir’s vergelten.

Liebe Gemeinde,
über Geld spricht man nicht. Damit wären wir auch schon am Ende der Predigt angelangt. Aber über Geld spricht man doch. Und das sollten wir heute morgen einmal gemeinsam tun. Gewiss, es ist ein sensibles Thema, das Thema Gott und unser Geld. Aber totschweigen sollten wir es dennoch nicht.
Beschäftigen wir uns einmal mit dem Thema Abgeben, wozu auch die Almosen gehören. Obwohl dies so einfach erscheint, begegnen uns auch hier einige Stolpersteine. Lassen Sie uns diese Stolpersteine ein wenig näher betrachten.

1. Motivation
Wenn wir Almosen geben, dann ehren wir Gott, indem wir von dem, was Er uns im Übermaß geschenkt hat, etwas zurückgeben. Almosen geben ist also Dank und Gabe zu gleicher Zeit.

Almosen haben auch nichts zu tun mit der Beruhigung eines schlechten Gewissens, nach dem Motto: Ich habe hier und da gesündigt, ich spende etwas und alles ist wieder im Lot. Das ist es sicherlich nicht und diese Motivation der Gabe ist auch vor Gott nichts wert.

Lohn bei unserem Vater im Himmel haben wir also nur, wenn wir demutsvoll unser Almosen entrichten. Vor allem, ohne dafür eine Gegenleistung jedweder Art zu erwarten. Ich hatte vor kurzem ein recht interessantes Gespräch mit einem jungen Mann, der mir sagte: „Und da spende ich doch Woche für Woche und trotzdem habe ich meinen Job verloren.“

Natürlich leben wir in einer Welt, die von Leistung und Gegenleistung geprägt ist. Nur im Reiche Gottes haben diese weltlichen Gesetze keine Gültigkeit. Dies sollten wir uns immer wieder vor Augen führen, wenn wir unser Almosen entrichten.

2. Ohne viel Trara
„Tue Gutes und rede darüber.“ Dieser Leitsatz wird einem bei jedem Basisseminar über PR-Arbeit förmlich um die Ohren gehauen. Was steckt eigentlich dahinter ?

Letztendlich steckt der Wunsch nach Anerkennung dahinter. Ich will endlich auch einmal wahrgenommen werden. Also entrichte ich eine größere Spende, lade die entsprechenden Medien dazu ein, und diese werden dann über mich berichten. Und dann genieße ich die Anerkennung meines sozialen Umfeldes.

Dies funktioniert tatsächlich in der Welt in der wir leben. Allerdings funktioniert dies nicht vor und bei Gott. Wenn wir unseren Lohn, also die Anerkennung schon bei den Menschen erfahren haben, dann, so sagt es der Predigttext haben wir unseren Lohn ja schon gehabt.

Wollen wir unsern Lohn im Himmel kassieren, dann sollten wir unsere Almosen ohne viel Aufhebens machen. Nur mal so am Rande. Wer nach Anerkennung lechzt, der ist bei Gott genau richtig. Gott liebt und achtet jeden von uns ganz ohne Vorleistung. Aber bleiben wir bei den Almosen.

Ich bin bestimmt kein großes Vorbild. Meine Spenden, die ich überweise, tragen alle keinen Namen. Bisher ist es auch noch keiner Organisation gelungen, dies zurück zu verfolgen. Was will ich damit zum Ausdruck bringen ?

Nun, wenn wir spenden, dann erhalten wir Spendenquittungen. Wenn wir diese bei der Steuer einreichen, zahlen wir weniger Steuern. Also holen wir uns doch de facto nun etwas von dem Geld wieder zurück, was wir gespendet haben. Ich denke, dies ist nicht in Gottes Sinne. Vor allem dann nicht, wenn wir dies berechnend tun, also um z.B. die kalte Progression zu umgehen.

3. Die Höhe
Jetzt wird es richtig spannend. Wieviel sollen wir eigentlich als Almosen geben ? Alles, was wir nicht mehr brauchen. Und was ist bei einem unvorhergesehenen Notfall ? Also alles, was wir nicht mehr brauchen, abzüglich einer Notreserve. Oder auf etwas verzichten und den Betrag dann spenden ? Das ist alles wenig praktikabel.
Also fragen wir doch einmal Gott selber. Da Gott weiß, dass bei uns Menschen bei Geld der Spaß aufhört, hat Er in Seinem Wort auch ganz konkrete Hinweise dazu gegeben, in welcher Höhe wir spenden sollen.

Lesen wir einmal bei dem Propheten Maleachi nach, was Gott dazu zu sagen hat:
Bringt aber die Zehnten in voller Höhe in mein Vorratshaus, auf dass in meinem Hause Speise sei, und prüft mich hiermit, spricht der Herr Zebaoth, ob ich euch dann nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle. (Maleachi 3, 10)
Ich glaube diese Anweisung gibt keinen Raum mehr für irgendwelche Deutungen, Auslegungen und Interpretationen. 10 % von allem für unsere Mitmenschen abzugeben ist zwar viel. Aber sehen wir es doch einmal von der anderen Seite, 90 % verbleiben doch immer noch für uns.

Wollen wir es einfach einmal wagen, dies in die Tat umzusetzen ? Jetzt kommt natürlich die nächste Frage: Was habe ich denn davon ? Gott fordert uns auf, dass wir Ihn ruhig prüfen können. Er verspricht uns, dass Er die Fenster des Himmels öffnen wird und uns mit Seinem Segen nur so überschütten wird, wenn wir uns an diese Regel halten.

Ist das nicht wunderbar ? Allein die Vorstellung, persönlich von Gott in Hülle und Fülle gesegnet zu werden, dürfte uns dabei helfen, das Abgeben etwas einfacher zu machen.

Ich habe vor einigen Wochen in einem großen Wochenmagazin unter der Überschrift „Sollte Gott doch recht haben ?“ einen Artikel über den Zehnten gelesen. Die an der Untersuchung beteiligten Wissenschaftler waren sich über folgendes einig: Wenn alle Menschen auf dieser Welt, die ein Einkommen beziehen, davon 10 % abgeben, dann wären alle Armuts- und Hungerprobleme auf unserer gesamten Erde beseitigt. Und jeder hätte noch 90 % seines Einkommens für die eigenen Bedürfnisse zur Verfügung.
Also fangen wir doch einfach damit an.

Gewiss benötigen wir alle dabei Gottes Beistand. Lassen Sie uns diesen doch mit dem neunten Vers des Liedes „Großer Gott, wir loben dich…“ erbitten, der da lautet, wie folgt:

Sieh dein Volk in Gnaden an.
Hilf uns, segne, Herr dein Erbe;
leit es auf der rechten Bahn,
dass der Feind es nicht verderbe.
Führe es durch diese Zeit,
nimm es auf in Ewigkeit.

Der Herr segne und behüte Dich
Der Herr lasse SEIN Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe SEIN Angesicht über Dich und gebe Dir SEINEN Frieden
Amen.

Liebe Gemeinde,
ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr
Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen 1. Sonntag nach Trinitatis. Am heutigen Sonntag wollen wir gemeinsam über unsere Berufung und unseren Dienst am Herrn nachdenken. Dazu hat uns der Herr Jesus ganz konkret etwas in dem heutigen Predigttext hinterlassen.
Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag im Matthäusevangelium,
Kapitel 9,die Verse 35-38 und Kapitel 10, die Verse 1 und 5-7.
Lassen Sie uns diesen Predigttext zunächst gemeinsam lesen:

Und Jesus ging ringsum in alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen. Und als er das Volk sah, jammerte es ihn; denn sie waren verschmachtet und zerstreut wie die Schafe, die keinen Hirten haben. Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber wenige sind der Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende.
Und er rief seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Macht über die unreinen Geister, dass sie die austrieben und heilten alle Krankheiten und alle Gebrechen. Diese zwölf sandte Jesus aus, gebot ihnen und sprach: Geht nicht den Weg zu den Heiden und zieht in keine Stadt der Samariter, sondern geht hin zu den verlorenen Schafen aus dem Hause Israel. Geht aber und predigt und sprecht: Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen.

Liebe Gemeinde,

in diesem kurzen Text ist eigentlich schon alles gesagt, wenn es um unseren Dienst als Christen in der Welt geht. Lassen Sie uns heute morgen drei Aspekte davon ein wenig näher betrachten:

1. Keine Leute

Schon damals war es so: Es gab viel zu tun beim Aufbau des Reiches Gottes, aber es waren nur wenige bereit, konsequent diesen Weg zu gehen. Solange wie alles friedlich und wunschgemäß verlief, war der Herr Jesus von tausenden von Menschen umgeben. Aber dann, wenn es ernst wurde, war oftmals nicht mehr als eine handvoll übriggeblieben.

Daran hat sich bis heute eigentlich nichts geändert. Schauen wir uns nur einmal die Bevölkerungsanzahl an und setzen diese in eine Relation zu den bekennenden Christen, dann haben wir das gleiche Verhältnis wie zu Zeiten Jesu.

Jesus weiß hier auch schon die Lösung und doch praktizieren wir sie bis zum heutigen Tage recht selten. „Bittet den Herrn der Ernte…“ so lesen wir es in unserem heutigen Predigttext. Und damit ist auch schon alles gesagt.

Gut, wir haben viel zu tun, wir haben zu wenig Mitarbeiter. Eine direkte Lösung scheint nicht in Sichtweite zu sein. Also lassen Sie uns das tun, was uns unser Herr zu tun gebietet, nämlich Ihn darum im Gebet zu bitten, dass Er Menschen beruft, die uns unterstützen. Ich komme immer
wieder als Gastprediger in eine kleine, mittlerweile schon größere Gemeinde, wo genau dies ernsthaft und dauerhaft praktiziert wird. Ich kann Ihnen nur sagen, es klappt !!!

Immer wieder durfte ich es erleben, wie der Herr genau dieser Gemeinde Menschen zugeführt hat, um welche sie den Herrn gebeten haben. In einer Finanzkrise tauchte auf einmal ein Sponsor auf, der überdies noch über umfangreiche Kenntnisse im Fundraising verfügte. Als es darum ging, dass
der Versammlungsraum zu klein wurde, zog gerade eine benachbarte KITA in ein größeres Gebäude um.

Gott schickt uns zur rechten Zeit an den rechten Ort genau die Menschen um die wir Ihn bitten. Ich durfte es mehr als einmal erleben und verlasse mich noch heute darauf. Übrigens gilt dies auch für uns persönlich mit all unseren Nöten, Sorgen und Problemen, nur so nebenbei bemerkt.

2. Weil einfach einfach einfach ist

Vielleicht kennen sie den Werbeslogan eines Mobilfunkanbieters. Diesen können wir auch auf uns als Christen übertragen. Was sollen wir denn den Menschen vom Christentum sagen ? Wir haben doch keine gute theologische Ausbildung genossen. Daher sagen wir lieber nichts. So, liebe Gemeinde geht es vielen von uns. Aus Angst davor, in der Luft auseinandergenommen zu werden sagen wir lieber gar nichts.

Und genau das ist falsch. Jesus will nicht, dass wir klare nachvollziehbare Bibelauslegungen unters Volk bringen. Nein, Er will, dass wir eine einfache, klare Botschaft so den Menschen weitersagen,
dass alle Menschen sie auch auf Anhieb verstehen können.

„Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen.“ Das sollen wir unseren Mitmenschen nahebringen. Und dafür brauchen wir in der Tat kein theologisches Studium und noch irgendeinen kirchlichen akademischen Grad. „Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen…“ das versteht jeder auf Anhieb.

Und was noch besser ist, es macht jeden neugierig. Wenn wir mit diesem Satz arbeiten, dann, so jedenfalls habe ich die Erfahrung gemacht, werden die Menschen kritisch offen und nicht kritisch defensiv. Kritisch offen bedeutet, sie fragen nach dem Himmelreich. Und dann, da bin ich mir sicher, können wir ihnen so einiges berichten.

Bevor wir jetzt alle heute Nachmittag mit diesem Spruch losmarschieren, muss ich aber noch einmal auf Punkt 1 zurückkommen. Bevor wir in den Verkündigungsdienst gehen, sollte uns unser Herr dazu berufen haben. Bitten wir doch zu allererst einmal unseren Herrn darum, uns unseren Weg zu zeigen, den ER möchte, dass wir ihn begehen. Wir können uns nicht selber berufen, das kann nur der Herr tun. Wer also ein mulmiges Gefühl hat, wenn es um den Verkündigungsdienst geht, der sollte zunächst einmal den Herrn befragen, ob es denn auch das Richtige für ihn ist.

Falls nicht, so seien Sie versichert, der Herr hat so viele spannende Aufgaben parat, für einen jeden von uns ist das passende dabei. Und auch mit anderen Aufgaben, die wir gewissenhaft erfüllen, können wir den Menschen zeigen, dass das Himmelreich nahe herbeigekommen ist.

3. Die vergessene Botschaft

„Und heilten alle Krankheiten…“ dies lesen wir auch in unserem Predigttext. Nun ist es ja heute so, und es ist gut so, dass wir uns anlässlich der Heilung von Krankheiten in ärztliche Behandlung begeben.

Was uns unser Herr hiermit sagen möchte ist, dass wir nicht jeden Dienst separat betrachten dürfen, sondern dass er als eine Einheit verstanden werden soll. Unser Herr möchte, dass wir an Körper, Seele und Geist heil werden.

Was nutzt die Symtombehandlung, wenn die Ursache unbehandelt bleibt. Die Krankheit wird wieder ausbrechen. Lassen Sie mich dafür ein Beispiel hernehmen, wofür ich natürlich immer wieder kritisiert werde. Wir haben mit der FCJG in Lüdenscheid eine Freikirche, die sich drogenabhängiger Menschen annehmen.

Sehr viele Drogenabhängige, die den Weg zu Jesus gefunden haben, wurden so dauerhaft und meist sofort von ihrer Sucht geheilt. Ich kenne auch viele staatliche Einrichtungen, die eben nicht diese Ergebnisse vorweisen können. In einem kontrollierten Entzug werden die Patienten zwar clean, aber ein Großteil kehrt doch wieder zur Sucht zurück.

Erst dann, wenn ich diese beiden Heilungen verbinde, also wenn ich neben dem Arzt auch noch Jesus ins Boot hole, erst dann werde ich eine dauerhafte Heilung erfahren. Ein guter Freund und Studienkollege von mir war schwerst alkoholabhängig. Ein Lästerer vor dem Herrn war er natürlich auch. Ich darf dies von ihm sagen, weil er es mir ausdrücklich erlaubt hat, keine Sünde war ihm fremd. Bis auf „Du sollst nicht töten“ hat er glaube ich so ziemlich alle Gebote übertreten.

Also, eines Tages traf ich ihn unvermittelt wieder. Und zwar auf einem christlichen Kongress. Meine Überraschung war sehr groß. Um es kurz zu machen, er erzählte mir, dass der Herr nach einem unsäglichen Absturz in sein Leben getreten sei. Er war so betrunken gewesen, dass er es
vorgezogen hat in einem Straßengraben zu übernachten. Der Herr hat in dieser Nacht zu ihm gesprochen, so mein Freund. In der Frühe als er aufwachte, habe er so ein eigenartiges Gefühl gehabt, ein Gefühl, wie, als ob auf einmal alles neu sei.

Er ist dann nach Hause gegangen und hat festgestellt, dass sein Verlangen, Alkohol zu konsumieren auf einmal weg war. „Ich hab mir eine Flasche Schnaps geöffnet und wie in Trance den Inhalt weggeschüttet.“ So die wortwörtliche Aussage. In den Folgemonaten hat ihm der Herr dabei geholfen, alle Kollateralschäden gerade zu biegen, die auf seine Sucht zurückzuführen gewesen sind.

Soviel zu der heilenden Wirkung durch Jesus, unseren Arzt, der auch heute noch 24 Stunden am Tag Sprechstunde hat. Das schöne daran ist, wir brauchen keinen Termin bei Ihm, wir kommen sofort dran. Worauf also noch warten ? Es muss ja nicht immer eine massive Suchterkrankung sein. Auch
bei Verletzungen an Geist und Seele hilft Er gern.

Wie der Herr Jesus uns in unseren Sorgen und Nöten beiseite steht, das beschreibt der dritte Vers des Liedes „Welch ein Freund ist unser Jesus“sehr schön mit den folgenden Worten:

Sind mit Sorgen wir beladen, sei es frühe oder spät,
hilft uns sicher unser Jesus, fliehn wir zu ihm im Gebet.
Sind von Freunden wir verlassen und wir gehen ins Gebet,
o so ist uns Jesus alle: König, Priester und Prophet.

Der Herr zeige Dir Deinen Weg als Arbeiter in SEINEM Weinberg
Der Herr stärke Dich für alle Aufgaben, die auf Dich warten
Der Herr sei Dir auf allen Deinen Wegen stets König, Priester und Prophet

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen fröhlichen Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber