Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Ewigkeitssonntag im Jahre 2015. Traditionell gedanken wir am letzten Sonntag des Kirchenjahres all derer, die uns bereits im Glauben vorausgegangen sind.
Uns allen steht diese letzte Reise ja noch bevor. Wie wir uns am besten auf diese Reise vorbereiten können, das erfahren wir in unserem heutigen Predigttext. Den Predigttext für den heutigen Ewigkeitssonntag finden wir bei Matthäus im 25. Kapitel, die Verse 1-13. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Von den klugen und törichten Jungfrauen.

Dann wird das Himmelreich gleichen zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und gingen hinaus, dem Bräutigam entgegen. Aber fünf von ihnen waren töricht und fünf waren klug. Die törichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen kein Öl mit. Die klugen aber nahmen Öl mit in ihren Gefäßen, samt ihren Lampen. Als nun der Bräutigam lange ausblieb, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein. Um Mitternacht aber erhob sich lautes Rufen: Siehe, der Bräutigam kommt ! Geht hinaus, ihm entgegen !
Da standen diese Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen fertig. Die törichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, denn unsere Lampen verlöschen. Da antworteten die klugen und sprachen: Nein, sonst würde es für uns und für euch nicht genug sein; geht aber zum Kaufmann und kauft für euch selbst. Und als sie hingingen zu kaufen, kam der Bräutigam; und die bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Türe wurde verschlossen. Später kamen auch die andern Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, tu uns auf ! Er antwortete aber und sprach:
Wahrlich, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. Darum wachet ! Denn ihr wisst weder Tag noch Stunde.

Liebe Gemeinde,

wortwörtlich gelesen fand ich diesen Text nicht gerade besonders „Jesuslike“. Da mahnt uns Jesus immer wieder zu aufopferungsvoller Nächstenliebe und dann hört die Nächstenliebe schon dann auf, wenn Öl für ein paar Lampen geteilt werden soll. Mehr Egomanie geht doch wohl kaum.

Aber dann bin ich über die ersten Worte des Predigttextes gestolpert, die man gerne vergisst angesichts des dramatischen Geschehens in diesem Text. Es geht nämlich um das Himmelreich, also ein Gleichnis, welches wir heute Morgen versuchen wollen einander zu erklären.

1. Kluge und Törichte

Auf dieser Erde leben kluge und törichte Menschen beieinander. Wie wir unserem Predigttext entnehmen können, schaut der Alltag beider Gruppen in etwa gleich aus. Auf den ersten Blick können wir also einen törichten Menschen gar nicht von einem klugen Menschen unterscheiden.

Es geht in unserem Predigttext ja auch nicht um das, was wir unter dumm und klug auf Erden verstehen, sondern es geht um die, ich nenne sie einmal, Himmelsklugheit und Himmelsdummheit.

Mit dem Bräutigam in unseren heutigen Predigttext ist übrigens der Herr Jesus selbst gemeint. Und dieser gibt uns indirekt den Auftrag, dass wir uns ganz speziell auf den Tag vorbereiten sollen, an welchem wir ihm gegenübertreten, also dass wir himmelsklug handeln sollen.

Die uns im Glauben vorausgegangen sind haben dies schon hinter sich, uns steht dieser Moment hingegen noch bevor. In dem Moment, wo wir unseren irdischen Körper verlassen, stehen wir ihm nämlich direkt gegenüber.

Dann wird sich zeigen, ob wir himmelsklug oder himmelsdumm waren. Direkt nach unserem Sterben wird sich nämlich auch entscheiden, wo wir unsere Ewigkeit verbringen werden. Verbringen wir sie mit Gott zusammen im Himmel, dann haben wir in der Tat himmelsklug gelebt. Oder verbringen wir die Ewigkeit in der ewigen Verdammnis, dann haben wir nämlich himmelsdumm gelebt.

Denn hier auf Erden legen wir den Grundstein für Himmel oder Hölle.

Himmelsdumm, liebe Gemeinde, leben all die Menschen, die mit Gott nichts zu tun haben wollen. Gott überall außen vor lassen, so leben, als ob es ihn gar nicht gibt, und auch gar keinen Gedanken daran verschwenden, dass es ihn vielleicht doch geben könnte. Das sind untrügliche Anzeichen für einen himmelsdummen Lebensstil.

Aber was ist denn im Gegensatz dazu ein himmelskluger Lebensstil ?

2. Das Öl

Das Öl in unserem Gleichnis ist ein Sinnbild für eine persönliche Beziehung mit unserem Herrn. Himmelsklug lebe ich dann, wenn ich diese persönliche Beziehung nicht nur eingehe, sondern diese auch permanent pflege.

Wenn ich in ihm bleibe, dann bleibt er auch in uns. Das verspricht er uns. Garantiert. Das bedeutet zunächst einmal ganz praktisch, dass ER bei mir das Sagen hat. Nicht mehr ich bestimme den Kurs meines Lebens, sondern ich lasse Jesus die Stationen meines Lebens bestimmen.

Über die schönsten Erlebnisse kann ich mich mit ihm zusammen freuen.
Geteilte Freude ist bekanntlich doppelte Freude. Und mit ihm an meiner Seite kann ich auch die leidvollen Zeiten meines Lebens durchstehen.
Bekanntlich ist ja auch geteiltes Leid ein halbes Leid.

Wenn ich diese Beziehung pflege, dann lebe ich auch wenn ich sterbe.
Klingt irgendwie paradox. Ist es aber nicht. Mit Jesus an meiner Seite habe ich das ewige Leben. Auch das Sterben, das für den Weltmenschen häufig das Ende aller Dinge bedeutet, hat für uns Christen eine ganz andere Dimension.

Stellen wir uns das ganze doch einfach mal so vor, dass wir alle von einer weiteren Dimension, die wir hier auf Erden zwar manchmal spüren und fühlen, aber nicht direkt sehen können, umgeben sind. Bei unserem irdischen Tod gehen wir ganz einfach diesen einen Schritt in die göttliche Dimension weiter. Dann dürfen wir schauen, was wir ein Leben lang geglaubt haben.

Das mag auch ein Grund dafür sein, dass ich so viele Christen habe mit einem Lächeln auf den Lippen einschlafen sehen. Vielleicht war das ja ein kleiner Gruß aus der Ewigkeit an die, die noch in der Zeit leben ?

3. Verweigerung des Teilens

Auch wenn es sich um ein Gleichnis handelt, bleibt dieser Vorgang doch recht undurschaubar. Aber irgendwas muss doch dahinterstecken. Wir hatten ja vorhin über die himmelsdummen Menschen kurz gesprochen.

Das sind genau die, die eben kein Öl dabei haben. Das sind diejenigen, die sich ihr leben lang überhaupt nicht um Gott gekümmert haben. Aber auch für die himmelsdummen schlägt das letzte Stündlein. Und da wird es ihnen auf einmal schmerzhaft bewusst, wie verkehrt sie doch gelebt haben und was sie alles unterlassen haben.

Und jetzt ist guter Rat teuer. Gut, der Weg zum Kaufmann den kann man ja noch versuchen. Aber wie wir gesehen haben, war auch das zu spät. Liebe Gemeinde, ich möchte keinem Menschen Angst machen, aber ich muss darauf hinweisen, dass es ein „zu spät“ gibt. Es gibt ein „zu spät“ um in den Himmel zu gelangen.

Der Schächer am Kreuz wird ja gern herangezogen, wenn es um die Bekehrung in letzter Minute geht. Aber keiner kann uns garantieren, dass wir auch so eine Möglichkeit erhalten werden.

Solange wir leben, solange haben wir es in der Hand, wo wir die Ewigkeit verbringen möchten. Aber weiß einer unter uns, ob er den morgigen Tag noch erlebt ? Daher lassen Sie uns alle heute unsere Lampen nehmen und dafür sorgen, dass sie stets brennen. Dann sind wir auf den Moment gut vorbereitet, an welchem wir unserem Herrn gegenübertreten dürfen.

Und dann dürfen wir gewiss auch all unser Lieben wiedersehen, an die wir heute vielleicht noch ein wenig schmerzvoll denken. Daher ist der heutige Tag auch kein Totensonntag, sondern für uns alle in der Tat ein Ewigkeitssonntag.

Den Weg auf Erden direkt in die Ewigkeit beschreibt der Liederdichter Johann Walter sehr schön in dem 5. Vers seines Liedes „Herzlich tut mich erfreuen…“ (EG 148), der da lautet, wie folgt:

Er wird uns fröhlich leiten ins ewig Paradeis, die Hochzeit zu bereiten zu seinem Lob und Preis.
Da wird sein Freud und Wonne in rechter Lieb und Treu aus Gottes Schatz und Bronne und täglich werden neu.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ein Kirchenjahr neigt sich dem Ende zu und das neue beginnt bereits in der nächsten Woche. Nutzen wir heute den Tag um auch uns auf die Ewigkeit einzustimmen und gedenken wir ab der nächsten Woche wieder dem, der uns den Weg dahin überhaupt erst bereitet hat.

Ich wünsche Ihnen allen eine schöne voradventliche Woche und freue mich, Sie alle am 1. Advent hoffentlich wieder begrüßen zu dürfen.

Herzliche Segensgrüße sendet Ihnen allen Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 22. Sonntag nach Trinitatis. Des Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei Matthäus im 18, Kapitel, die Verse 21-35. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Da trat Petrus zu ihm und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder, der an mir sündigt, vergeben? Genügt es siebenmal? Jesus sprach zu ihm:
Ich sage dir: nicht siebenmal sondern siebzigmal siebenmal. Darum gleicht das Himmelreich einem König, der mit seinen Knechten abrechnen wollte. Und als er anfing abzurechnen, wurde einer vor ihn gebracht, der war ihm zehntausend Zentner Silber schuldig. Da er’s nun nicht bezahlen konnte, befahl der Herr, ihn und seine Frau und seine Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen und damit zu bezahlen. Da fiel ihm der Knecht zu Füßen und flehte ihn an und sprach: Hab Geduld mit mir; ich will dir’s alles bezahlen. Da hatte der Herr Erbarmen mit diesem Knecht und ließ ihn frei und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging dieser Knecht hinaus und traf einen seiner Mitknechte; der war ihm hundert Silbergroschen schuldig; und er packte ihn und würgte ihn und sprach:
Bezahle, was du mir schuldig bist ! Da fiel sein Mitknecht nieder bat ihn und sprach: Hab Geduld mit mir; ich will dir’s bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin und warf ins Gefängnis, bis er bezahlt hätte, was er schuldig war. Als aber seine Mitknechte das sahen, wurden sie sehr betrübt und kamen und brachten bei ihrem Herrn alles vor, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich und sprach zu
ihm: Du böser Knecht ! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich gebeten hast; hättest du dich da nicht auch erbarmen sollen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmt habe? Und sein Herr wurde zornig und überantwortete ihn den Peinigern, bis er alles bezahlt hätte, was er ihm schuldig war. So wird auch mein himmlischer Vater an euch tun, wenn ihr einander nicht von Herzen vergebt, ein jeder seinem Bruder.

Liebe Gemeinde,

heute geht es also um die Frage der Vergebung, die Petrus mit seiner Frage sehr schön einläutet. Ich denke, dieses Thema ist für uns alle relevant, weil wir tagtäglich mit diesem Thema umgehen müssen. Entweder weil wir selber Fehler begangen haben oder aber andere Menschen uns gegenüber solche begangen haben. Schauen wir uns doch dieses spannende Thema heute Morgen einmal aus der Petrus-Perspektive heraus an.

1. Die falsche Frage

Vergebung ist sicherlich niemals eine einfache Angelegenheit. Das wusste sicherlich auch Petrus. Einmal jemandem vergeben, ok, das geht ja gerade noch. Aber der gleichen Person mehrmals zu vergeben, da muss man schon ein echter Christ sein, damit man dies hinbekommt.

Also legt Petrus noch eine Schüppe drauf und geht gleich auf die siebenmalige Vergebung. Innerlich wird er sich vielleicht gedacht haben, dass Jesus zu ihm sagt: Lieber Petrus, das geht dann doch zu weit 2-3 mal Vergebung das ist in unserem christlichen Auftrag, aber siebenmalige Vergebung soweit musst du nun wirklich nicht gehen.

Und dann kommt die Antwort mit der Petrus nun wirklich nicht gerechnet hatte. Siebzigmal siebenmal. Das kann doch kein Mensch leisten. Das ist auch richtig, wenn man es aus der Petrusperspektive heraus betrachtet.

Wenn ich Vergebung als einen Akt der Willenskraft betrachte, womit ich unter einer ganzer Menge Selbstbeherrschung mich dazu zwinge, dem anderen zu vergeben, dann wird das alles ein riesiges christliches Gekrampfe, das irgendwann einmal mächtig explodiert und dann fliegen so richtig die Fetzen. Wenn ich Vergebung so sehe, dann ist 2x schon zu viel.

Sehen wir die Vergebung doch einmal aus einer anderen Sicht. Wie oft ist uns von unserem Herrn, wie dem Knecht in unserem Predigttext, unsere ganze Schuld vergeben worden. Jedes Mal wenn wir das Vaterunser beten, dann bitten wir auch um die Vergebung unserer Schuld. Und wenn wir dies ernsthaft beten, dann wird uns jedes Mal unsere gesamte Schuld auch tatsächlich vergeben.

Wenn wir uns dies vor Augen führen, dann können wir bestimmt die Erleichterung spüren, mit welcher der Knecht aus dem Hause des Königs ging. So geht es auch uns, die wir tagtäglich persönliche Vergebung erfahren dürfen.

So, und jetzt geht es darum wie wir reagieren, wenn jemand an uns schuldig wird. Wir können jetzt natürlich sagen, wie mir vergeben worden ist, so muss ich wohl auch meinem Nächsten vergeben. Und schon sind wir wieder mittendrin in dem christlichen Gekrampfe. Das kann ja auch nicht gut gehen, da bei der ganzen Aktion wieder unser eigener Wille im Mittelpunkt steht.

Also was sollen wir jetzt tun? Wir sollen unseren Blick dem Kreuz zuwenden und den Herrn Jesus bitten, uns doch bitte nicht so werden zu lassen, wie den Knecht aus unserem Predigttext, der seinem Mitknecht ja eben nicht vergeben wollte. Wenn wir den Herrn Jesus so bitten, dann wird er uns auch eine Gesinnung schenken, die uns eine echte Vergebung möglich macht. Der Wille, der kommt dann ganz automatisch.

Wichtig ist, dass wir im Hinterkopf behalten, dass es eben nicht mehr unsere Kraft ist, die dies bewirkt, sondern die Kraft dessen, der in uns wohnt und uns mächtig zur Vergebung macht. Wer das einmal ganz persönlich erlebt hat, der erfährt auch, aus welcher inneren Abhängigkeit heraus er mit dem Herrn zusammenlebt. Der muss dann schließlich eingestehen, dass er selber nichts aber der Herr alles kann.

2. Vergebung empfangen

Keine Sorge, die beiden nächsten Punkte werden kürzer als der erste.
Unser Predigttext beginnt ja mit der Tatsache, dass dem Knecht totale Vergebung widerfahren ist. Trotzdem gibt er sie nicht weiter.

Wem aber selber (noch) keine Vergebung widerfahren ist, liebe Gemeinde, der kann sie doch auch gar nicht weitergeben. Was ich selber nicht erlangt habe, wie bitteschön will ich denn dies weitergeben?

Hier geht es dann zunächst einmal darum, dass ich meinen persönlichen Frieden mit Gott finde. Indem ich ehrlichen Herzens zu ihm gehe, ihm alle meine Sünden bekenne und diese auch bereue kann ich Vergebung erlangen. Und mit dieser Vergebung wird mein Herz frei von allem Groll und Neid und allen anderen Gefühlen, die mir dabei im Wege standen, anderen zu vergeben.

Erst dann kann ich vorgehen, wie wir es im ersten Punkt gesehen haben.

3. Sofort reagieren

Nehmen wir einmal das Vaterunser. „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“. Diese Sätze stehen in einem unmittelbaren Kontext. So sollen sie auch angewandt werden.

Da beten wir nämlich nicht „wie auch wir irgendwann vielleicht einmal unseren Schuldigern vergeben werden“ da beten wir dies in einem zeitlichen Rahmen der ganz dicht beieinander liegt.

Wenn wir nur an unserer eigenen Vergebung festhalten, dann sind wir wie ein Staffelläufer, der den Staffelstab nicht an den nächsten Läufer weiterreicht, sondern immer weiter und immer weiter läuft, den Staffelstab ganz fest in der Hand. Und was wird passieren? Ganz genau, irgendwann wird er ganz einfach zusammenbrechen.

Wenn wir das Thema der Vergebung ganz fest in unserem Herzen tragen, dieses aber nicht in die Tat umsetzen, dann werden wir zwangsläufig scheitern. Vergebung lebt ganz einfach vom Tun, also vom Weitergeben.
Legen wir doch gleich mal unter der Zuhilfenahme der Regeln unter Punkt
1 damit los. Vielleicht haben wir alle haben tief in unserem Herzen Menschen denen wir bisher nicht vergeben konnten.

Lasen Sie uns doch diese Angelegenheiten vor unseren Herrn bringen und diesen Menschen ein für alle mal ihr Tun vergeben. Wen wir dies tun, dann werden wir auch unseren Frieden für uns selber finden werden.

Wenn wir selber absolut keinen Frieden für uns finden können, dann sollten wir uns wirklich einmal in aller Ruhe mit dem Thema beschäftigen, was denn von unserer Seite aus diesem Frieden im Wege stehen könnte. Fragen wir doch unseren Herrn direkt danach. Und dann lassen Sie uns des aus dem Weg räumen.

Stellen wir uns das Ganze noch einmal bildlich vor. Wir empfangen Vergebung durch unseren Herrn, unsere Hand ruht in der Hand des Herrn.
Nunmehr sollen wir mit der anderen Hand aber keine Faust ballen, die dem anderen die Möglichkeit der Vergebung nicht gewährt. Im Gegenteil, wir sollen die andere Hand ganz liebevoll in die Hand des Nächsten legen, wie Gott auch unsere Hand ganz liebevoll festhält. Dann, liebe Gemeinde, erfolgt eine ganze Kettenreaktion der Vergebung; denn auch der andere wird davon nicht unberührt bleiben.

Das Erbarmen, welches uns widerfährt, dies beschreibt der Liederdichter Philipp Friedrich Hiller sehr schön in dem 1. Vers seines Liedes „Mir ist Erbarmung widerfahren…“ (EG 355), der da lautet, wie folgt:

Mit ist Erbarmung widerfahren,
Erbarmung, deren ich nicht wert;
das zähl ich zu dem Wunderbaren,
mein stolzes Herz hat’s nie begehrt.
Nun weiß ich das und bin erfreut
und rühme die Barmherzigkeit.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse leuchten Sein Angesicht über Dir und sei Dir gnädig Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen frohen Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Reformationstag des Jahres 2015. Allein durch den Glauben, allein durch die Gnade und allein durch die Schrift so lautete die These Luthers. Dann lassen Sie uns zunächst einmal schauen, welche Schrift uns für den heutigen Predigttext vorgegeben ist. Wir finden den Predigttext für den heutigen Reformationstag im 10. Kapitel des Matthäusevangeliums, die Verse 26b bis 33. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Es ist nichts verborgen, was nicht offenbar wird, und nichts geheim, was man nicht wissen wird. Was ich euch sage in der Finsternis, das redet im Licht; und was euch gesagt wird in das Ohr, das predigt auf den Dächern.
Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, doch die Seele nicht töten können; fürchtet euch aber vielmehr vor dem, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle. Kauft man nicht zwei Sperlinge für einen Groschen? Dennoch fällt keiner von ihnen auf die Erde ohne euren Vater. Nun aber sind auch eure Haare auf dem Haupt alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht; ihr seid besser als viele Sperlinge. Wer nun mich bekennt vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater.

Liebe Gemeinde,

wenn Luther mit seinem sola scriptura die Schrift, also die Bibel ganz besonders herausstellt dann soll dies für uns bedeuten, dass die Bibel unsere zentrale Informationsstelle sein soll. Sekundärliteratur so schön sie auch manchmal sein mag stellt keinen Ersatz für die Erkenntnisse dar, die uns die Schrift bietet. Also lassen Sie uns heute auch ganz eng bei der Schrift bleiben.

Wenn uns die Bibel, also Gottes Wort, etwas sagt, dann dürfen wir getrost darauf vertrauen, dass diese Worte auch voll und ganz der Wahrheit entsprechen. Und in unserem heutigen Predigttext warnt die Bibel uns ganz besonders vor den Machenschaften des Teufels.

Halten wir also zunächst einmal fest: Wenn die Bibel sagt, dass es einen Teufel gibt, dann gibt es auch einen. Alle noch so schönen Versuche, ihn zu negieren sind von vornherein zum Scheitern verurteilt. Und wenn die Bibel uns klipp und klar vor dem Teufel warnt, dann sollten bei uns alle Alarmglocken auf einmal angehen. Der Teufel versucht nämlich, uns in die Hölle zu bugsieren. Das heißt im Klartext: Weg von Gott direkt in das ewige Verderben hinein.

Wenn Jesus uns so eindringlich vor dem Teufel warnt, dann hat dies auch seinen Grund. Die Tricks des Teufels sind nämlich meist nicht auf den ersten Blick erkennbar. Ich schlage daher vor, dass wir uns heute einmal ganz praktische die Vorgehensweisen des Teufels anschauen, damit wir zukünftig seine Angriffe noch besser als solche erkennen können.

1. Sollte Gott gesagt haben

Mit diesen Worten verführte die Schlange, also der Teufel, Eva schon im Paradies. Wie sähe das denn heute bei uns aus? Wie könnte der Teufel bei uns vorgehen? Ich denke er würde zu mir sagen: Natürlich gibt es einen Gott und natürlich glaube ich auch an ihn. Ich kenne ihn ganz genau. Und dann würde er bestimmt versuchen, mich mit seinen Bibelkenntnissen zu überzeugen.

Und dann käme irgendwann der Angriff des Teufels. Er würde sagen: So darfst Du das nicht sehen. Schau, ich habe Dir bewiesen, wie gut ich die Bibel kenne. Glaube mir, so hat Gott das nicht gemeint. Natürlich sollst Du nicht stehlen, das steht ja schon so in der Bibel. Aber das ist doch kein stehlen, wenn Du Dir einfach mal die neue Software für den PC von dieser oder jener Plattform herunterlädst. Der Bill Gates, der hat doch so viel Geld, das fällt doch gar nicht auf.

Und so habe ich auf einmal ein reines Gewissen, wenn ich jetzt die Software herunterlade.

Wenn Luther mir seinem sola scriptura ganz direkt auf die Schrift abzielt, dann wissen wir jetzt auch warum. Gegen den Teufel sind wir allein machtlos, sobald wir aber die Bibel zu Rate ziehen dann muss der Teufel klein beigeben.

Nichts anderes lehrt uns auch Jesus, als er vom Teufel versucht worden ist in der Wüste.

2. Der Herr der Welt

Die Macht des Teufels besteht auch darin, dass er der Herr dieser Welt, der Herrscher dieser Erde ist. Ich wollte dies eigentlich niemals glauben, aber lesen wir einmal den Bericht über die Versuchung Jesu in der Wüste.

Der Teufel führte Jesus auf einen hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche dieser Welt. Dann sagte der Teufel zu Jesus: Das alles will ich dir geben….. Nun ist es ja so, liebe Gemeinde, ich kann nur etwas abgeben von dem, was mir sowieso gehört. Würde ich mich an fremdes Eigentum heranwagen, käme zurecht der Eigentümer dazwischen und wollte sein Eigentum zurückhaben, so ich es versuchen würde zu verschenken.

Und diese freie Verfügungsbefugnis setzt der Teufel ganz geschickt ein.
Er weiß genau, wen er womit am besten ködern kann. Dem einen bedeutet Reichtum alles. Nun diesem verspricht er eine Traumkarriere. Alles was er dafür tun muss ist fortan nur noch auf ihn zu hören und ihm zu folgen. Der andere möchte gern ein angesehener Bürger seines Landes sein. Nun gut, soll er halt erfolgreicher Politiker werden. Alles was er dafür tun muss ist….

Das fatale ist, dass wir anfangs gar nicht merken, dass hier der Teufel am Werke ist. Zu schön sind die Versprechungen, zu toll sind die Aussichten. Da achten wir dann eben nicht mehr so genau darauf, wer uns denn da was auch immer verspricht.

Und hier müssen wir höllisch aufpassen, dass wir nicht in de Fänge des Teufels geraten. Toll, und wie machen wir das ? Indem wir den Kontakt zu unserem Herrn suchen und ihn fragen, was er denn von dem einen oder anderen Angebot hält. Er wird uns schon die Augen öffnen.

3. Wehret den Anfängen

Es gab früher einen Karnevalsschlager mit dem Namen „Wir sind alle kleine Sünderlein…“Die Älteren unter uns werden ihn sicherlich noch kennen. Schlicht und einfach in Reimform dargeboten wird die Sünde als normale Lebensform präsentiert. Wir sind halt eh alle Sünder, was soll’s machen wir eben weiter so. Ist doch nicht so schlimm.

Und hier setzt sie an die Verhramlosungstaktik des Teufels. Mit Parolen:
„Das machen doch all so..“ „Sei doch nicht blöde, mach einfach mit…“
und ähnlichen Ermunterungen werden wir vom Teufel dazu angestachelt etwas zu tun, wogegen sich anfangs auch noch unser Gewissen gewehrt hat.

Aber wenn das alle so machen, dann kann es doch eigentlich gar nicht falsch sein. Klingt zumindest logisch, ist es aber nicht. Eine Lüge wird nicht deswegen zur Wahrheit, weil sie tausendfach wiederholt wird.

Und bei dem „Sei doch nicht blöde..“ packt uns der Teufel bei unserer Ehre. Wer will denn schon gerne als Blödmann dastehen. Also macht man wieder mit. Und schon hat der Teufel fast sein Ziel erreicht.

Mit dem ersten Schritt in die falsche Richtung gehen wir den Beginn des Weges der in der ewigen Verdammnis enden kann. Und das eigentlich gefährliche ist, dass wir uns anfangs unter Umständen auch noch so richtig wohl fühlen auf diesem Wege. Erst dann, wenn wir uns so richtig schlecht fühlen, dann erkennen wir erst, was wir gemacht haben, bzw.
welchen falschen Weg wir gegangen sind. Und dann ist es auch wieder der Teufel, der uns klarzumachen versucht, dass der Versuch der Umkehr nicht gelingen kann und wird.

Aber auch hier kommt die gute Nachricht. Für die Umkehr auf den rechten Weg ist es nie, nie, niemals zu spät. Wer das nicht glauben kann, dem empfehle ich einmal das Gleichnis von dem verlorenen Sohn zu studieren.
Der ehemals reiche Sohn aus gutem Hause war dermaßen abgerutscht, dass er sich noch nicht einmal vom Schweinefutter ernähren konnte. Als er den Entschluss fasste, die Heimkehr anzutreten, nahm ihn der Vater sofort wieder in seine liebenden Arme und hieß ihn von Herzen willkommen im Vaterhause.

Egal wir tief wir auch in satanische Machenschaften verstrickt sein können, es ist niemals zu spät, umzukehren. Umzukehren hin zu unserem Vater im Himmel. Wie er den verlorenen Sohn in seine liebevollen Arme genomen hat, so nimmt er auch einen jeden von uns in seine Arme, der zu ihm zurückkehren möchte.

Bei allen Kämpfen gegen den Teufel steht uns auch unser Herr Jesus Christus zur Seite. Wir müssen diese Kämpfe der Abkehr und der Umkehr nämlich gar nicht alleine ausfechten. Dies beschreibt Martin Luther sehr schön in dem 2. Vers des Liedes „Ein feste Burg ist unser Gott…“, der da lautet, wie folgt:

Mit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott selbst hat erkoren.
Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muss er behalten.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Samstagabend und sage einmal von hier aus: Bis morgen.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 21. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei Matthäus im 5, Kapitel, die Verse 38-48. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Ihr habt gehört, dass gesagt ist (2. Mose 21,24) „Auge um Auge, Zahn um Zahn.“ Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Übel,
sondern: Wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt dem biete die andere auch dar. Und wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel.
Und wenn dich jemand nötigt, eine Meile mitzugehen, so geh mit ihm zwei. Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht ab von dem, der etwas von dir borgen will. Ihr habt gehört, dass gesagt ist „Du sollst deinen Nächsten lieben“ (3.Mose 19,18) und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner? Und wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr Besonderes? Tun nicht dasselbe auch die Heiden? Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.

Liebe Gemeinde,

wir befinden uns in der Bergpredigt, jener historischen Predigt, in welcher Jesus das christliche Leben in 3 Kapiteln als eine Art Handbuch für Christen beschreibt. Heute geht es um Rache und um Nächstenliebe.
Ganz schön starker Tobak, den wir soeben gehört haben. Ich denke, damit sollten wir uns einmal etwas intensiver beschäftigen.

1. Faszination Jesus

Wir müssen uns einmal in die Situation der Bergpredigt hineinversetzen.
Da steht ein Prediger vor den Massen und erklärt ihnen, dass das, was sie in der Bibel vorfinden so gar nicht praktiziert werden soll und sie alle noch einen gewaltigen Schritt weitergehen müssen, wenn sie denn das Himmelreich erreichen wollen.

Gehen wir 2000 Jahre weiter. Da steht ein Pastor auf der Kanzel und erklärt, dass der Inhalt der Bibel so nicht praktiziert werden kann und soll, sondern dass man dies und jenes ganz anders handhaben müsse.
Spätestens jetzt würde ich aufstehen und gehen. Konstruktive Bibelkritik, ja, damit kann ich umgehen, aber das Wort Gottes außer Kraft setzen und durch ein anderes ersetzen, das geht dann doch zu weit.

Obwohl es bei der Bergpredigt nicht anders war, verlässt keiner der Anwesenden die Predigtstätte.

Was für eine Faszination, welche Vollmacht und welche Autorität muss von diesem Jesus ausgegangen sein. Er brauchte nur zu sagen: „Ich aber sage euch…“und schon las die Menge ihm seine Botschaft von den Lippen ab.

Was das wirklich wunderbare daran ist, dass dieser Jesus, der vor 2000 Jahren vor tausenden von Menschen diese Worte predigte auch heute noch erfahrbar ist. Er lebt ja, er will mit einem jeden von uns zusammen sein und uns helfen, den rechten Weg zu finden und ihn dann auch zu gehen.

Die Bergpredigt war ein grobes Gerüst für das menschliche Handeln.
Sozusagen der allgemeine Teil des Christentums. Den speziellen Teil des Christentums, also das was für jeden einzelnen unter uns ganz persönlich gilt, diesen Teil erfahren wir, wenn wir ganz persönlich mit unserem Herrn reden.

2. Auge um Auge

Ursprünglich war dies bestimmt eine sinnvolle Regelung, die zu einer Deeskalation der Gewalt führen sollte und es auch tat, wenn man sich an diese Regel hielt. Wir kennen diese Regel heute besser unter dem Name „Wie du mir, so ich dir“. Bloß schießen wir Menschen bei der Anwendung dieses Rechtssatzes leicht über das Ziel hinaus. Bei uns gilt nicht mehr das wie du mir, so ich dir, sondern das wie du mir so ich dir plus noch eins obendrauf.

Jesus kannte diese Gefahr und erweiterte diese Regel ganz erheblich.
Wenn mich einer schlägt, dem soll ich auch noch die andere Wange darbieten? Das ist ja wohl selten dämlich. Dann kann ich mich doch besser gleich selber verprügeln, dann hat sich der Angreifer auch noch diese Mühe gespart.

Jesus sieht aber einen ganz anderen Handlungsablauf dahinter. Wenn einer sich ändert, ändern sich die anderen mit ihm mit. Ein Beispiel aus der täglichen Praxis mag dies erläutern. Ich habe sehr viele Erbschaftsstreitigkeiten erlebt. Bei vielen dieser Streitigkeiten wären die Beteiligten am liebsten mit dem Messer aufeinander losgegangen.

Aber wenn auch nur einer der Beteiligten sich aus dem Streit heraushält indem er sagt: Ich mach da nicht mehr mit, dann streiten sich die anderen nicht mehr weiter, und es kommt häufig zu einem verträglichen Ende. Wenn wir also jemand aus dem erwarteten Verhaltensmuster herausholen, dann ist es aus mit dem Schlag auf die andere Wange. Er kann es einfach nicht mehr.

Wenn wir dem Bedürftigen von unserem Wohlstand abgeben, dann hat auch dies weitreichende Folgen. Dieses Empfangen einer Gabe geht ja nicht spurlos an dem Empfänger vorüber. Auch er wird in aller Regel, wenn er um etwas gebeten wird, von seinem Wohlstand abgeben. Und so könnte sich nach und nach eine ganze Geberkultur entwickeln in welcher alle von allem mehr als genug haben.

Warum machen wir dies eigentlich nicht? Könnte es sein, dass im Hintergrund noch jemand mitwirkt, der uns still und heimlich zuflüstert:
Pass auf, dass auch Du nicht zu kurz kommst. Nimm dir, was du kriegen kannst. Und lass Dir von Deinen Mitmenschen bloß nichts gefallen.

Liebe Gemeinde, die Stimme dieses einen werden wir nur ganz schwer los.
Aber wenn wir unseren Herrn bitten uns von dieser Last zu befreien, dann wird er auch dieses tun.

3. Nächstenliebe

Das ist doch nun wirklich nicht schwer. Wir kennen doch unsere Banknachbarn und die Menschen vor und hinter uns alle ganz gut. Wir gehen doch auch freundlich miteinander um und helfen uns gegenseitig.

Ja, aber was ist, wenn wir unseren gewohnten Rahmen verlassen? Wie sieht es denn dann aus mit der Nächstenliebe. Üben wir sie auch noch gegen den Kotzbrocken von Nachbarn, der sonntags mittags um 12.00 Uhr damit beginnt, seinen Rasen zu mähen. Bringen wir die gleiche Nächstenliebe, die wir unseren Gemeindemitgliedern entgegenbringen auch noch dem Fremden auf der Straße entgegen, der mit seinem Colabecher dasitzt und uns hilfesuchend anschaut?

Wenn Jesus hier von der Nächstenliebe spricht, dann meint er nicht z.B.
die persönliche Liebe, die mit starken emotionalen Gefühlen einhergeht.
Jesus meint mit Nächstenliebe ganz einfach: Die Liebe tun. Das Wort Liebe mit handfesten Taten füllen, das ist es, was Jesus von uns erwartet.

Wir hatten vor einigen Wochen schon einmal darüber gesprochen über die Nächstenliebe und unseren Nächsten. Wir sollten uns niemals fragen, wer denn schließlich unser Nächster ist. Wir sollten uns immer fragen, egal wo wir uns gerade befinden, wem WIR denn der Nächste in diesem Moment sein könnten.

Wenn wir dies machen, dann kommen wir dem, was Jesus uns in der Bergpredigt sagt, schon ganz schön nahe.

Und wenn uns das Ganze nicht gedankt wird, und wenn der Kotzbrocken auch nach wie vor ein Kotzbrocken bleibt, was dann ? Auch dann sollen wir einfach so weitermachen, wie Jesus uns dies sagt. Denn abgerechnet, das lesen wir in unserem Predigttext zwischen den Zeilen, abgerechnet wird am Ende. Und der dann abrechnet, der ist wahrhaft gerecht. Darauf dürfen wir uns heute schon verlassen.

Wenn wir dies machen, dann ist der Undank auch nicht mehr so schlimm und der Kotzbrocken vielleicht doch kein so großer Kotzbrocken mehr. Wollen wir es einfach mal eine Woche lang probieren?

Und wenn wir dann doch einmal nicht weiterkommen, dann bitten wir doch unseren Herrn um seinen Beistand mit dem 5. Vers des Liedes „Gott wohnt in einem Lichte…“ (EG 379), der da lautet, wie folgt:

Nun darfst du in ihm leben nun bist nie mehr allein; darfst in ihm atmen, weben und immer bei ihm sein.
Den keiner je gesehen noch künftig sehen kann, will dir zur Seite stehen und führt dich himmelan.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 17. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei Matthäus im 15. Kapitel, die Verse 21-28. Lassen Sie uns diesen Text
zunächst gemeinsam lesen:

Die kanaanäische Frau

Und Jesus ging weg von dort und zog sich zurück in die Gegend von Tyrus und Sidon. Und siehe, eine kanaanäische Frau kam aus diesem Gebiet und schrie: Ach Herr, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Meine Tochter wird von einem bösen Geist übel geplagt. Und er antwortete ihr kein
Wort. Da traten seine Jünger zu ihm, baten ihn und sprachen: Lass sie doch gehen, denn sie schreit uns nach. Er antwortete aber und sprach:
Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. Sie aber kam und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir! Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht recht, dass man den Kindern ihr Brot nehme und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr; aber doch fressen die Hunde die Brosamen, die vom Tisch ihrer Herren fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: Frau, dein Glaube ist groß. Dir geschehe, wie du willst! Und ihre Tochter wurde gesund zu derselben Stunde.

Liebe Gemeinde,

ich weiß nicht, wie es Ihnen ergangen ist, als Sie diesen Text zum ersten Male gelesen haben. Ich habe als erstes gedacht: Ich verstehe Jesus nicht. Blinden hat er die Augen aufgetan. Lahme konnten wieder gehen. Und sogar seinen Freund Lazarus, ja den hat er gar von den Toten auferweckt. Und da hilft er nicht einmal einem kleinen Mädchen, welches von einem bösen Geist besessen ist?

Mir stellten sich dann natürlich auch einige Fragen, die uns alle sicherlich in den Sinn gekommen wären, hätten wir uns schon etwas länger mit diesem Text beschäftigt. Lassen Sie uns daher gemeinsam versuchen, auf diese sich aufdrängenden Fragen eine Antwort zu finden.

1. Bin ich trotzdem bereit, mich auf Jesus einzulassen ?

Ich gehe mal davon aus, dass die kannaanäische Frau sicherlich schon viel von Jesus gehört hatte. Wahre Wunderdinge erzählte man sich von diesem Wanderprediger. Er konnte nicht nur alle Krankheiten heilen, nein, er war auch in der Lage, Tote wieder zum Leben zu erwecken.

Dann, so dachte sie bestimmt, wird es diesem Jesus ein leichtes sein, meine Tochter von dem bösen Geist zu befreien, der sie quälte.

Was machte diese Frau? Sie machte sich auf, hin zu diesem Jesus, von dem sie sich die Hilfe für ihre Tochter versprach. Wie schaut das eigentlich heute bei uns aus? Gehen wir auch mit allem, was uns quält, belastet und bedrückt hin zu diesem Jesus?

Heute scheint es mir, bleibt es bei vielen unserer Mitmenschen allein bei dem Hören der Botschaft. Im Gegensatz zu der kannaanäischen Frau haben wir mit der Bibel, speziell mit dem neuen Testament doch einen Schatz in der Hand, der uns genau sagt, was wir tun sollen, wenn Sorgen
und Nöte uns quälen.

„Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken.“ Das ruft uns der Herr Jesus auch heute noch zu. Das hat nichts, aber auch gar nichts von seiner Aktualität verloren. Und was machen die meisten Menschen? Sie nehmen es hin, machen sich aber nicht auf und gehen hin zu diesem Jesus, der ihnen die einzige Erquickung verspricht, wenn sie denn nun kommen würden.

2. Bin ich trotzdem bereit auf diesen Jesus zu hören ?

Liebe Gemeinde, Jesus ist kein persönlicher Wunscherfüllungsautomat, wo wir oben unsere Wünsche einspeisen und unten kommt die perfekte Lösung heraus.

Wenn ich ernsthaft auf diesen Jesus höre, dann muss ich mir auch Antworten gefallen lassen, die mir vielleicht so gar nicht in den Kram passen. Es kann sein, dass Jesus auf meine Gebete gar nicht antwortet oder aber so, wie ich es nicht hören will.

Eben dies tat er bei der kanaanäischen Frau. Die meisten Menschen, denen dies so geschieht, wenden sich frustriert von Jesus ab und sprechen „der Sache“ mit dem Glauben ihre Wirkung ab.
Vielleicht bedeutet ein Schweigen oder aber ein Nein aber auch etwas ganz anderes. Vielleicht soll ich tiefer in mich und eine Beziehung mit Jesus hineingehen. Vielleicht will er mir in dieser geistigen Tiefe begegnen und dort mit mir reden. Vielleicht sollen wir uns über das, was wir erbitten, nochmals Gedanken machen.

Ich kann nur aus meinem eigenen Leben sagen, dass ich froh bin, dass Gott so manches Gebet von mir mit einem klaren Nein beantwortet hat. Natürlich ergab sich diese Erkenntnis erst sehr viel später, nachdem der Herr mir etwas viel besseres geschenkt hatte, als ich es erbeten hatte.

3. Bin ich trotzdem bereit, meinen Glauben zu leben ?

Bleiben wir einmal bei unserer kanaanäischen Frau. Jesus antwortet gar nicht, als sie ihn bittet, ihr, bzw. ihrer Tochter zu helfen. Was macht sie? Sie bleibt an Jesus dran.

Dann kommt es allerdings noch härter. Jesus sagt nicht nur ein klares Nein, sondern beleidigt die Frau auch noch indem er sie als eine Hündin betitelt. Spätestens dann hätte ich mich beleidigt in mein Schneckenhaus zurückgezogen und hätte mich von Jesus abgewandt.

Aber was macht die Frau? Sie hängt trotzdem diesem Jesus an. Er ist der einzig mögliche Retter für sie bzw. für ihr Kind. Sie ist ganz fest davon überzeugt, dass es ganz und gar allein auf diesen Jesus ankommt, dass allein ER retten und erretten kann. Deshalb lässt sich auch alles von ihm gefallen, weil sie weiß, dass es keine andere Lösung gibt.

Liebe Gemeinde, genau dies will Jesus auch von uns. Wir sollen und müssen anerkennen, das es zu seiner Rettung und zu seiner Hilfe keine Alternative gibt und auch nicht geben kann. Dann erwartet Jesus unsere ganze Demut. Wir müssen selber anerkennen, dass wir von uns aus gar nichts tun können. Wenn wir anerkennen, dass wir allein vollkommen hilflos sind, und wenn wir uns ganz und gar diesem Jesus hingeben, dann wird auch er uns in ähnlich gelagerten Situationen die Worte sagen, der er schlussendlich der kanaanäischen Frau sagte: Dein Glaube ist groß.
Dir geschehe, wie du willst!

Liebe Gemeinde, ein Leben mit Jesus an unserer Seite ist kein Leben in lauter Friede, Freude und Beschaulichkeit. Ein Leben mit Jesus an unserer Seite kann richtig spannend, abenteuerlich aber auch gefährlich werden. Warum sollten wir uns also darauf einlassen? Weil allein von diesem Jesus die Hilfe ausgeht, derer wir so dringend bedürfen. Weil allein dieser Jesus dafür sorgen kann, dass wir das ewige Leben ererben. Und weil allein dieser Jesus uns unseren Platz im Himmel garantieren kann.

Lassen Sie uns also immer an diesem Jesus dranbleiben, auch wenn uns manche Antworten und Geschehnisse in unserem Leben nicht so recht gefallen. Aber ER sorgt dafür, dass am Ende alles gut ausgeht.

Wie es uns ergeht, wenn wir alles in unserem Leben auf diesen Jesus setzen, das beschreibt der Liederdichter Ludwig Helmbold sehr schön in dem ersten Vers seines Liedes „Von Gott will ich nicht lassen…“ (EG 365), der da lautet, wie folgt:

Von Gott will ich nicht lassen, denn er lässt nicht von mir,
führt mich durch alle Straßen, da ich sonst irrte sehr.
Er reicht mir seine Hand, den Abend und den Morgen
tut er mich wohl versorgen, wo ich auch sei im Land.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 15. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 6. Kapitel des Matthäusevangeliums, die Verse 24-34. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Darum sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung? Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch.
Seid ihr denn nicht viel mehr als sie? Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt? Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: Sollte er das nicht vielmehr für euch tun, ihr Kleingläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden?
Nach dem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft. Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.

Liebe Gemeinde,

heute geht es also um das Thema Sorgen und sich sorgen. Worüber machen wir uns Sorgen, wie gehen wir mit unseren Sorgen um und wie könnten wir viel besser mit unseren Sorgen umgehen? Genau darum geht es in unserem heutigen Predigttext. Gehen wir doch heute Morgen einmal ganz analytisch an das Thema Sorgen heran.

1. Unser Alltag

Wie sieht denn unser Sorgenalltag aus? Wir machen uns im wesentlichen Sorgen darüber, was wir essen sollen, womit wir uns kleiden sollen und vor allem, wo wir ein Dach über dem Kopf erhalten. Sich keine Gedanken darüber zu machen, wie wir das alles bewerkstelligen, wäre natürlich schon mehr als leichtsinnig.

Wir können nicht nach dem Motto leben: Egal, was ich esse, egal wo meine Kleidung herkommt, egal wo ich wohne, es wird schon alles irgendwo herkommen. Das, liebe Gemeinde, ist in unserem Predigttext nicht gemeint, wenn Jesus uns zuruft, dass wir uns um die sogenannten Grundbedürfnisse des Lebens keine Sorgen machen sollen.

Sorgen, die unser Herr meint, sind etwas ganz anderes, als was wir landläufig darunter verstehen. Gedanken unterscheiden sich von Sorgen vor allem dadurch, dass Sorgen immer angstgeprägt sind. Wenn ich mir Gedanken darüber mache, womit ich meinen Lebensunterhalt verdiene, dann
steckt dort auch ein planerisches und kreatives Element drin. Wenn ich mir Sorgen um meinen Arbeitsplatz mache, dann habe ich Angst, diesen eventuell zu verlieren. Und diese Sorgen können in der Tat lähmend und zerstörerisch für all unsere Aktivitäten sein.

Und noch viel schlimmer, diese Sorgen können in manifesten Angstzuständen enden, welche dazu führen können, dass wir zu gar nichts mehr in der Lage sind. Und dies will unser Herr nicht. Darum nimmt er auch das Beispiel der Vögel am Himmel und der Lilien auf dem Felde. Alle deren „Grundbedürfnisse“, ich nenne sie einfach mal so, erhalten sie von unserem Herrn zur Verfügung gestellt.

Und darauf sollen, dürfen und müssen wir uns auch verlassen. Wir dürfen darauf vertrauen, dass uns unser Herr stets mit allem versorgen wird, was wir denn nun wirklich zum Leben benötigen. Jetzt könnte man ja versucht sein, daraus abzuleiten: Gut, dass dies so ist, dann mach ich mir mal einen schönen Lenz, Gott sorgt ja schon irgendwie für mich. So ist dies aber von Jesus nicht gemeint.

Wir sind nicht einfach aus der Verantwortung für unser Leben entlassen.
Wir sollen natürlich weiter alles uns mögliche tun, um z.B. auch unseren Lebensunterhalt verdienen zu können. Aber wir dürfen darauf vertrauen, dass unser Herr uns dann hilft, wenn dies aus irgendeinem Grunde eben nicht mehr möglich ist. Und dieses Vertrauen gibt uns die Kraft, fröhlich
unseres Weges zu gehen.

Wir sollen es mit der alten Benediktinerregel halten: Ora et Labora.
Oder wie sie mal jemand treffend formuliert hat: „Bete so, als ob nur beten hilft; und arbeite so, als ob nur arbeiten hilft.“

2. Das Fundament unseres Lebens

Wenn wir ein Haus bauen, so sehen wir natürlich zu, dass dieses auf einem ordentlichen Fundament steht. Das Fundament ist die Grundvoraussetzung dafür, dass unser Haus auch allen Stürmen, Unwettern und sonstigen Unbillen von außen standhalten kann. Bauen wir unser Haus hingegen auf dem sprichwörtlichen Sand, dann wird es sehr schnell in sich zusammenfallen.

Es wäre doch toll, wenn es so etwas auch für unser Leben gäbe, ein Fundament, auf welchem wir unser Leben aufbauen können und das unserem Leben stets einen festen Halt gibt. Ein Fundament zu haben, dass auch den Stürmen und Unwettern in unserem Leben trotzt, das, liebe Gemeinde, möchten wir doch sicherlich alle gerne haben.

Das Beste daran ist, dass wir dieses Fundament nicht für viel Geld teuer erwerben müssen, sondern dass wir dieses Fundament quasi gratis erhalten. Es gibt nichts umsonst, irgendjemand muss immer dafür bezahlen, so lautet eine alte, etwas simpler ausgedrückte Kaufmannsregel.

Das ist auch bei dem Fundament unseres Lebens nicht anders. Nur, dass nicht wir dafür bezahlen müssen, sondern dass der Herr Jesus bereits für das Fundament des Lebens für uns alle bezahlt hat. Weil er das getan hat, ist der Weg zu Gott für einen jeden von uns wieder frei.

Wenn wir also dieses Gratisfundament für uns in Anspruch nehmen wollen, dann müssen wir nur nach dem Reich Gottes trachten. Trachten kann man auch übersetzen: An erster Stelle mit allem möglichen Einsatz suchen.
Wenn wir dies machen, also unseren Herrn inständig suchen und bitten, unser Fundament des Lebens zu sein, dann wird er sich kein zweites Mal bitten lassen, die Regentschaft in unserem Leben zu übernehmen.

Und wenn ER diese Regentschaft übernommen hat, dann wird, wie wir es in unsrem Predigttext gelesen haben, uns dies alles zufallen. Wenn wir in enger Gemeinschaft mit unserem Herrn leben, dann wird er uns Wege zeigen, wie wir unseren Lebensunterhalt bestreiten können, wie wir
unsere Kleidung bezahlen können und wo wir z.B. eine Wohnung erhalten. ER wird uns stets den rechten Weg dazu zeigen, gehen müssen wir ihn aber schon selber.

3. Der hartnäckige Sorgengeist

Corrie ten Boom hat mal eine ganz tolle Möglichkeit genannt, wie wir all unsere Sorgen loswerden können. Wir sollen sie nehmen und in einen großen Koffer packen und diesen dann auf den Boden stellen. Das klappt auch. Wirklich, ganz sicher. Aber, was machen wir häufig ein paar Tage später? Wir gehen auf den Boden, holen den Koffer und schauen, ob auch alle Sorgen noch da sind.

Wenn uns der Sorgengeist mal wieder überlistet hat, dann sagt uns Jesus eine neuerliche Strategie. Habt keine Angst, was morgen sein wird. Kümmert euch um den heutigen Tag. Heute ist der Tag, wo ich an eurer Seite sein möchte. Und morgen ? Ja, morgen bin ich auch wieder an Eurer Seite. Heute lösen wir die Probleme des heutigen Tages und morgen die des morgigen Tages.

Das klingt doch ganz simpel und einfach. Ich persönlich muss zugeben, dass ich mich immer wieder dabei ertappe, dass das eben nicht so simpel und einfach ist. Ich erlebe es immer wieder, dass Zukunftssorgen und Zukunftsprobleme mich einholen und mir zu schaffen machen.

Dann unterbreche ich meine Sorgentätigkeit und bringe sie vor unseren Herrn und bitte ihn, mir zu helfen. Er hat mich in der Vergangenheit niemals im Stich gelassen und er lässt mich auch heute nicht im Stich. Genau deswegen vertraue ich auch darauf, dass er mich auch in der Zukunft nicht im Stich lassen wird.

Wie könnte man die Predigt in einem Satz ausdrücken? Vielleicht so: Tut ihr, was euch möglich ist, und ich, Gott, tue den Rest. Und zusammen werden wir ein wirklich gelingendes Leben führen. Beginnen wir doch am besten gleich heute damit, dies auch in die Tat umzusetzen.

Diese absolute Gewissheit, nämlich die Gewissheit der Allgegenwart Gottes in seinem Leben, die hatte auch Dietrich Bonhoeffer. Diese Gewissheit drückt er ganz einfach und klar in dem Kehrvers seins Liedes „Von guten Mächten wunderbar geborgen…“ aus, der da lautet, wie folgt:

Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Der Herr ersetze Deine Sorgen durch Seine Fürsorge für Dein Leben
Der Herr gebe Dir die Gewissheit, dass ER stets für Dich sorgen wird
Der Herr zeige Dir stets den rechten Weg, den er für Dich bereitet hat

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 9. Sonntag nach Trinitatis. Den heutigen Predigttext finden wir bei dem Evangelisten Matthäus im 25. Kapitel, die Verse 14-30. Lassen Sie uns diesen Text
zunächst gemeinsam lesen:

Von den anvertrauten Zentnern

Denn es ist wie mit einem Menschen, der außer Landes ging: Er rief seine Knechte und vertraute ihnen sein Vermögen an; dem einen gab er fünf Zentner Silber, dem andern zwei, dem dritten einen, jedem nach seiner Tüchtigkeit, und zog fort. Sogleich ging der hin, der fünf Zentner empfangen hatte, und handelte mit ihnen und gewann weitere fünf hinzu.

Ebenso gewann der, der zwei Zentner empfangen hatte, zwei weitere dazu.
Der aber einen empfangen hatte, ging hin, grub ein Loch in die Erde und verbarg das Geld seines Herrn. Nach langer Zeit kam der Herr dieser Knechte und forderte Rechenschaft von ihnen. Da trat herzu, der fünf Zentner empfangen hatte, und legte weitere fünf Zentner dazu und sprach:
Herr, du hast mir fünf Zentner anvertraut; sieh da, ich habe damit weitere fünf Zentner gewonnen. Da sprach sein Herr zu ihm: Recht so, du tüchtiger und treuer Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hin zu deines Herrn Freude!

Da trat auch herzu, der zwei Zentner empfangen hatte, und sprach: Herr, du hast mir zwei Zentner anvertraut; siehe da, ich habe damit zwei weitere gewonnen.
Sein Herr sprach zu ihm: Recht so, du tüchtiger und treuer Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hin zu deines Herrn Freude! Da trat auch herzu, der einen Zentner empfangen hatte, und sprach: Herr, ich wusste, dass du ein harter Mann bist: du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst ein, wo du nicht ausgestreut hast; und ich fürchtete mich, ging hin und verbarg deinen Zentner in der Erde.
Siehe, da hast du das Deine. Sein Herr aber antwortete und sprach zu ihm: Du böser und fauler Knecht! Wusstest du, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und einsammle, wo ich nicht
ausgestreut habe? Dann hättest du mein Geld zu den Wechslern bringen sollen, und wenn ich gekommen wäre, hätte ich das Meine wiederbekommen mit Zinsen. Darum nehmt ihm den Zentner ab und gebt ihn dem, der zehn Zentner hat.

Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird die Fülle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen werden. Und den unnützen Knecht werft in die Finsternis hinaus; da wird sein Heulen und Zähneklappern.

Liebe Gemeinde,

wenn man den Text zum ersten Male liest, dann könnte man meinen: Jesus liebt die cleveren Kaufleute. Jedenfalls, die, die etwas aus dem ihnen anvertrauten Geld machen. Heutzutage würde man dann wohl sagen: Jesus liebt die Hedgefond-Manager über alles, da die das ihnen anvertraute
Vermögen sehr schnell verdoppeln können. Das wäre natürlich etwas zu kurz gedacht. Haste was, dann biste was gilt nämlich so nicht in Gottes Reich.

Schauen wir uns doch einmal an, welche Botschaft denn hinter diesem Gleichnis steckt.

1. Der Auftrag

Jesus musste seine Jünger darauf vorbereiten, dass er bald nicht mehr unter ihnen weilen würde. Daher erteilt er ihnen gerade jetzt jeweils ihren Fähigkeiten entsprechend konkrete Aufgaben. Das verhindert das Vergessen.

Wenn ich im Dienste meines Herrn tätig bin, dann vegesse ich ihn auch nicht. Dann ist mir jeden Tag bewusst, wer denn mein himmlischer Arbeitgeber ist. Wüsste ich dies nicht, dann wäre schnell der Sinn meiner Tätigkeit in Frage gestellt und ich würde mich irgendwann einmal fragen: Wozu dies alles?

Des Weiteren nötigt mich meine Aufgabe, auch den ständigen Kontakt zu meinem Herrn aufrecht zu erhalten. Ich bespreche mit ihm alles, was mir widerfährt, was gut klappt und wo ich doch so meine Schwierigkeiten habe.

Wie lautet denn nun der Generalauftrag, den Jesus seinen Jüngern gab?
Zusammengefasst könnten wir sagen: „Vermehrt meine Zentner.“ Die Zentner sind natürlich sinnbildlich gemeint. Die Jünger waren ja alles Menschen, die sich schon zu ihrem Herrn bekannt hatten. An seine jünger ergeht die Order: Vermehrt alles, was ich euch gegeben habe. Vermehrt die Liebe zu euren Mitmenschen, die ich euch vorgelebt habe. Verzeiht den Mitmenschen, wie auch ich ihnen verzeihe. Gebt meine Botschaft so weiter, wie ich sie euch gelehrt habe.

Das ist auch der Auftrag, den Jesus einem jeden unter uns auch heute noch erteilt. Heute lautet der Generalauftrag vielleicht, wie folgt:
Kommt ganz nah zu mir lernt von mir und tragt das Erlernte in die Welt hinaus, damit es sich vermehren kann.

Jesus kennt ja einen jeden von uns in- und auswendig. Daher erhält auch jeder, wie die Knechte aus unserem Gleichnis einen Auftrag, der genau seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten entspricht. Jesus beruft nicht die besonders befähigten Menschen, sondern er befähigt die Menschen, die er berufen hat.

Wenn ein Herr einem Knecht eine Aufgabe erteilt hatte, dann wusste der Knecht auch, dass diese Aufgabe sofort zu erledigen ist. Auch dabei sind wir gefordert. Wenn der Herr uns unsere Aufgabe mitteilt, dann sollen wir diese sofort, also jetzt und gleich in die Tat umsetzen. Also nicht auf einen Zeitpunkt verschieben, der uns vielleicht besser in den Kram passt.

2. Keine Gegenleistung

Wenn zu mir jemand käme und würde mich beauftragen auf sein Hab und Gut für längere Zeit aufzupassen, dann würde ich ihn schon fragen: Und was bekomme ich dafür?

So etwas finden wir in unserem Gleichnis nicht. Der Herr erwähnt keine Belohnung und keiner der Knechte fordert eine Entlohnung ein. Die Knechte gehen einfach ans Werk im Vertrauen auf ihren Herrn.

So sollen wir auch heute noch unsere Aufgaben erfüllen. In einem unbedingten Vertrauen zu unserem Herrn sollen wir unsere Aufgaben ohne auf eine Belohnung zu sehen wahrnehmen. In diesem Sinne ist unter Belohnung nicht unbedingt Geld oder geldwerter Vorteil gemeint. Nein,
auch auf immaterielle Belohnungen in Form von Ansehen oder nur eines Dankes soll es uns nicht ankommen.

Wir sollen im Auftrag unseres Herrn den Auftrag erledigen, den er uns erteilt hat.

Wenn wir dies tun, liebe Gemeinde, dann wird sich ganz allmählich ein Perspektivwechsel in uns einstellen. Der Lohn der Welt, das Ansehen, der Dank, all dies wird zunehmend unbedeutender für uns. Es wird sich alsbald ein Gefühl in uns einstellen, dass es einfach schön ist, für DEN Herrn zu arbeiten, der uns unseren Auftrag erteilt hat. Im Vertrauen auf den Herrn füllt uns unsere Aufgabe voll und ganz aus, ohne dass wir auch nur eine Belohnung erwarten. Dass wir sie dennoch von unserem Herrn erhalten, soll heute nicht unser Thema sein.

3. Der dritte Knecht

Die ersten beiden Knechte machten also einen Top-Job. Der Herr ist mehr als zufrieden mit Ihnen und belohnt sie außerordentlich großzügig. Nun ist hier leider unser Gleichnis noch nicht am Ende. Wir haben es noch mit dem dritten Knecht zu tun, der aus Angst heraus seinen Zentner nicht
vermehrt hat, ihn aber ihn auch nicht verschleudert hat, sonders ihn aufbewahrt hat.

Unisono kommen wir in allen Gesprächen über diesen Knecht immer wieder zu dem Ergebnis, dass er doch ausgesprochen schlecht aus dieser Nummer herauskommt. Er hat seinen Herrn nicht bestohlen oder das anvertraute Gut unterschlagen. Er hat schlicht und einfach NICHTS gemacht. Mein Rechtsempfinden wird dadurch auf eine harte Probe gestellt. Kommt man in die Hölle, wenn man nichts tut?

Ich glaube, liebe Gemeinde, mit dem Verhalten dieses Knechtes ist etwas ganz anderes gemeint. Unser Knecht traut sich nur einfach nicht, den entscheidenden Schritt zu gehen. Er hält sinnbildlich seinen Zentner in Händen und wägt ab, was er tun soll. Und über das ganze Abwägen kommt es
dazu, dass er gar nichts tut.

Diese Spezies finden wir leider nur allzu häufig unter uns. Es sind die Menschen, die die Sache mit Gott erst einmal abwägen wollen. Sie wollen leider erst mal von außen die ganze Sache in Augenschein nehmen. Mal abwarten, was passiert. Entscheiden und losgehen kann man ja schließlich
immer noch. Das Dumme bei der ganzen Abwägerei ist allerdings, dass sich nach und nach immer mehr Fragen als konkrete Antworten auftun. Nicht selten lässt man dann die Finger von der Glaubenssache und man kehrt wieder in den alten Trott zurück. So kommt man niemals zu dem
vertrauensvollen ersten Schritt hin zu Jesus.

Und dies ist genau der falsche Weg mit der frohen Botschaft umzugehen, dies führt tatsächlich in die Hölle. Jesus zwingt niemanden zum Glauben, aber er sagt: Du musst die entscheiden. Entweder für oder gegen mich. Im Himmel gibt es keine Option für eine Enthaltung.

Gott erwartet auch keinen blinden Enthusiasmus von uns, dessen Begeisterung gewöhnlich schnell in das Gegenteil umschlägt. Gott erwartet nur von uns, dass wir horchen. Wenn wir horchen, dann redet Gott zu uns. Und wenn wir GE-HORCHEN, dann handelt Gott an uns. So einfach ist das. Es ist deswegen so einfach, damit es jeder verstehen kann und sich keiner damit herausreden kann, er hätte es nicht verstanden.

Also horchen wir doch wieder mehr auf das, was Gott von uns möchte. Und lassen Sie uns dann gehorsame Diener sein.

Das, was ein Arbeiten für den Herrn ohne Hintergedanken ausmacht, das beschreibt der Liederdichter Paul Gerhardt sehr schön in dem 13. Vers seines Liedes „Ist Gott für mich, so trete…“ (EG 315), der da lautet, wie folgt:

Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht traurig sein,
ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnenschein.
Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ;
das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist.

Der Herr führe Dich durch alle Traurigkeiten
Der Herr lasse seine Sonne in Deinem Herzen leuchten
Der Herr mache Dich zu einem stets gehorsamen Diener für sein Reich

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag, dem 8. Sonntag nach Trinitatis. Den heutigen Predigttext finden wir in der Bergpredigt, genauer gesagt in Matthäus 5, die Verse 13-16. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Salz und Licht

Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten. Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

Liebe Gemeinde,

wir sind also Salz und Licht. Das sagt auf den ersten Blick so recht gar nichts aus. Lassen Sie uns daher heute Morgen gemeinsam überlegen, was denn dahinterstecken könnte.

1. Ihr seid das Salz

Bis vor rund 150 Jahren wurde das, was wir heute als Speisesalz kennen, auch als weißes Gold bezeichnet. Salz war eines der begehrtesten Güter der Menschheit. Deuten wir dies doch einmal in Richtung unseres Predigttextes.

Dann bedeutet dies ja, dass wir ein ganz begehrtes Gut in den Händen halten. Und das tun wir ja schließlich auch. Wir alle, die wir heute Morgen versammelt sind, wir alle haben sozusagen den Masterplan für den Himmel in der Hand. Wir wissen den Weg, den jemand einschlagen muss, um
aus einem Geschöpf Gottes wieder zu einem geliebten Kind Gottes zu werden, welches die gesamte Ewigkeit in der Gemeinschaft mit dem Vater verbringen kann.

Genau diesen Weg, den wir alle schon eingeschlagen haben, den sollen wir auch unseren Mitmenschen 1:1 weitersagen. Eigentlich doch ganz einfach, oder?

Nehmen wir einmal folgendes Beispiel: Ich verleihe mein Fahrrad einem Freund. Diesem muss ich natürlich die Kombination des Zahlenschlosses mitteilen, ansonsten kann er sich mit dem Fahrrad nicht fortbewegen.

Wenn wir das Wort Jesu nicht wirklich 1:1 weitersagen, dann ist dies wie mit dem Zahlenschloss, es kann seine Wirkung nicht mehr entfalten. Wir hatten schon einmal darüber gesprochen, dass dies ganz schnell passiert, z.B. wenn wir die frohe Botschaft abschwächen. Immer dann, wenn z.B.
Allversöhnungstheorien im Spiel sind, dann sagt unser Herr, haben wir die Botschaft nicht korrekt übermittelt.

Die Folge ist die, dass unsere Mitmenschen eben nicht den Weg in den Himmel finden können. Dann sind wir genau so viel wert wie Salz, welches nicht mehr salzt. Also lassen Sie uns wirklich höllisch aufpassen, wie wir das Christentum in seiner ganzen Klarheit und Wahrheit verkündigen.

2. Ihr seid das Licht der Welt

Leuchttürme, liebe Gemeinde, sind ein weithin sichtbares Zeichen für die Schifffahrt. Sie sollen den Schiffen den rechten Weg weisen und sollen sie auf Kurs halten, damit sie nicht auf Grund laufen.

Wie die Leuchttürme den Kapitänen den rechten Weg zeigen, so sollen wir auch Leuchttürme für unsere Mitmenschen sein. Wir sollen weithin sichtbare Zeichen sein für unseren Herrn Jesus Christus.

Wir sollen weiterhin weithin sichtbare Zeichen sein für ein Leben im Licht und ein Leben in und mit unserem Herrn. Kurzum, wir sollen leuchten, also das Wort unseres Herrn in die Tat umsetzen.

Leuchten können wir aber nur, wenn wir unseren Worten auch Taten folgen lassen. Wie wir schon im Jakobusbrief nachlesen können, ist der Glaube ohne Werke ein toter Glaube. Es gibt tausende konkrete Werke, die wir tun können. Ein Allgemeinsatz hilft mir immer wieder dabei, zu überlegen, was ich für meine Mitmenschen tun kann. „Was kann ich für den Mitmenschen tun, damit er ein Lächeln auf seinem Gesicht trägt?“ Das sind oftmals ganz banale Dinge, die uns ohne diese Fragestellung vielleicht gar nicht einfallen würden. Und dann können wir auch die frohe Botschaft folgen lassen. Wenn wir die frohe Botschaft indes miesepetrig oder gar im Befehlston weitergeben, dürfen wir uns nicht wundern, wenn sie keiner hören möchte.

Und dann lesen wir noch die Sache mit dem Scheffel. Was hat es damit auf sich? Wir sollen das alles nicht für uns tun. Nicht für uns, die wir heute Morgen versammelt sind. Wir sollen unsere Leuchtkraft nach außen transportieren, damit wir im Leben und im Alltag als Leuchten wahrgenommen werden.

Die Kirche und der Gottesdienst sind sicherlich der rechte Ort, wo wir unsere Salzkraft und unsere Leuchtkraft Woche für Woche erneuern lassen können. Aber dann hießt es für uns: Hinaus in die Welt und frisch ans Werk.

3. Du bist wichtig

Wir haben darüber gesprochen, wie wichtig Salz und Licht sind. Wenn wir Salz und Licht sind, dann sind wir ja unendlich wertvoll. Ja, liebe Gemeinde, das sind wir auch. Wir sind unendlich wertvoll in den Augen unseres Herrn. Mit uns möchte er sein Reich aufbauen.

In der Welt zählt ja häufig allein das Geld. Je mehr Geld jemand hat, desto wichtiger ist er auch. Bei Gott ist die Sache ganz anders. Egal ob viel oder wenig Geld, vor Gott sind wir alle gleich wertvoll.

In der Welt zählt ja oftmals das Ansehen etwas. Schauen wir uns doch nur einmal an, welch ein Kult um Hollywoodstars betrieben wird. Vor Gott brauchen wir kein weltliches Ansehen in die Waagschale zu werfen. Vor Gott sind wir so wie wir zu ihm kommen unendlich wertvoll.

Und was ist mit denen, die wir so gern als Versager des Lebens bezeichnen? Diese sind vor Gott ganz besonders wertvoll. Diesen eilt er entgegen, wenn sie auf dem Weg zu ihm sind, wie es uns das Beispiel des verlorenen Sohnes lehrt. Wenn wir dieses Gleichnis näher betrachten, dann dürfen wir erkennen, dass jeder Mensch ein für Gott wertvoller Mensch werden kann, wenn er sich denn zu ihm bekehrt und umkehrt.

Um so wertvoll zu bleiben müssen wir gar nichts tun, wir müssen nur ganz dicht an unserem Herrn dranbleiben. Wenn wir dies tun, dann wird unsere Salzkraft nie versiegen und wir werden weithin sichtbare Zeichen für unseren Herrn sein.

Ganz dicht an unserem Herrn dranbleiben, dies beschreibt der Liederdichter Ludwig Helmbold sehr schön in dem ersten Vers seines Liedes „Von Gott will ich nicht lassen…“ (EG 365), der da lautet, wie
folgt:

Von Gott will ich nicht lassen, denn er lässt nicht von mir,
führt mich durch alle Straßen, da ich sonst irrte sehr.
Er reicht mir seine Hand,
den Abend und den Morgen tut er mich wohl versorgen,
wo ich auch sei im Land.

Der Herr stärke Dch, damit Du seine Botschaft weitersagen kannst
Der Herr behüte Dich, damit Du eine Leuchte für seine frohe Botschaft sein kannst
Der Herr sei Dir ein starker Halt, der Dich Dein ganzes Leben lang begleitet

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 6. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Matthäusevangelium, Kapitel 28, die Verse 16-20. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Der Missionsbefehl

Aber die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte. Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten. Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker; taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Liebe Gemeinde,

diesen Predigttext kennen wir sicherlich alle nahezu auswendig. Gerade bei den allzu bekannten Texten laufen wir aber immer wieder Gefahr das ein oder andere zu überlesen. Lassen Sie uns daher den heutigen Sonntag nutzen um uns einige Stellen dieses Textes gemeinsam anzusehen.

1. Darum gehet hin

Wir haben also einen Marschbefehl von Jesus erhalten, welcher direkter wohl gar nicht sein kann. Der ist so klar, den versteht sogar jedes 10-jährige Kind. Und jetzt mal Hand auf’s Herz: Was haben wir daraus gemacht? Wir haben ihn, so erleben wir es oftmals, einfach umgetextet in „Darum bleibet drin..“

Wir schotten uns doch nur allzu gern ab in unseren vor jedweder Kritik sicheren Kirchenmauern. Da sind wir unter uns. Da preisen und loben wir den Herrn in höchsten Tönen. Das ist auch gut so und soll im Himmels willen auch weiterhin so bleiben.

Wie es so schön heißt: Nach der Ruhe kommt der Sturm, so kommt auch nach der Phase der Ruhe und des Kräftesammelns für uns der Punkt, wo es für einen jeden einzelnen von uns heißt: Darum gehe hin….

Je nachdem, wo man sich gerade befindet, kann es einem schon ganz schön mulmig werden hinzugehen und die frohe Botschaft zu verkündigen. Aber wir sind ja auch hier nicht auf uns allein gestellt. Einen Satz vorher sagte es Jesus ja, dass ihm alle Gewalt gegeben ist im Himmel und auf
Erden.

Und jetzt ist unser Vertrauen gefragt. Wenn das wirklich stimmt, und keiner von uns würde ernsthaft daran zweifeln, dann schickt uns Jesus immer in schon vorbereitete Verhältnisse hinaus. Gewiss, wir werden uns alle mal eine blutige Nase holen. Das passiert mir wöchentlich mehrmals.
Ich betrachte dies immer als einen Hinweis meines Herrn, das ich nicht zu übermütig werden soll und dass es an der Zeit ist mich wieder daran zu erinnern, dass da jemand an meiner Seite steht und mir hilft, wenn ich ihn darum bitte.

2. Lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe

So, mit Jesu Hilfe sind wir also in die Welt hinausgegangen. Und was machen wir da? Wir sollen die Menschen lehren, alles das zu halten, was Jesus uns befohlen hat.

Liebe Gemeinde, es ist leider nicht damit getan, dass wir mit frommen Geschichtchen und Episoden unsere Mitmenschen beglücken. Das kriegt ein jeder von uns noch hin. Jetzt geht es darum, den Menschen die Botschaft so nahezubringen, wie Jesus es uns befohlen hat.

Wissen Sie, was eine große Gefahr dabei ist? Es ist die Angst, die Brutalität der Botschaft weiter zu sagen. Lieber schwächen wir die Botschaft ein wenig ab, damit sie für jeden ein wenig bekömmlicher wird.

Dann hören wir z.B. in Predigten, dass wir keine Angst vor der Hölle haben müssen, dies sei nur ein Sinnbild, welches uns ermahnen soll, wieder zu Gott zurückzukehren. Oder aber die Auslegung, dass wir schließlich alle in den Himmel kommen, weil es den berühmten letzten Moment für einen jeden von uns gibt, wo wir dann doch noch „Ja“ zu Jesus sagen können.

Aber jetzt mal allen Ernstes, sollten wir nicht besser dem glauben, der alles weiß. Derjenige, der weiß, dass es eine Hölle gibt, dem glaube ich dies auch. Und da die Hölle real existiert darum tue ich alles, um in den Himmel zu kommen. Wenn wir den Mitmenschen erzählen, es gäbe keine Hölle, sondern nur den Himmel, tja warum sollte sich dann auch nur ein einziger Mensch heute bekehren?

Und wenn im letzten Moment ein jeder noch umkehren kann, warum sollte es denn heute tun? Das sind doch Fragen, die ich auch stellen würde.

Ich empfehle allen, denen ich begegne, einmal das Neue Testament zu lesen. Wenn schon nicht alles, dann aber doch die vier Evangelien. Ich kann meinen Mitmenschen nur einen Weg aufzeigen, gehen müssen sie ihn dann aber schon selber. Ich kann einen Mitmenschen auf seinem Weg begleiten und stützen, aber nur dann, wen er auch weitergehen will. Das nimmt schon mal ein wenig die Schärfe aus unserem Auftrag.

Wir können nur eines tun, liebe Gemeinde, wir können die Menschen nur mit dem Wort des lebendigen Gottes in Kontakt bringen und dann darauf hoffen, dass Gott in diesen Menschen wirkt.

Ich habe mal jemandem eine Bibel geschenkt und wie so oft nie wieder was von ihm gehört. Vor vier Wochen traf ich ihn dann nach mehr als einem Jahrzehnt wieder. Er verteilte gerade auf unserem Marktplatz wo tatsächlich noch unser Wochenmarkt stattfand, christliche Traktate. Offensichtlich hat Gott ihn in seine Schule genommen und er ist auch hingegangen.

3. Und ich bin bei euch

Ist das nicht eine Zusage für uns, die wir Punkt 1 und 2 so freudig erledigen. Manchmal fragen wir und doch alle: Was habe ich denn eigentlich davon? Ich steh bei 35 Grad Celsius in der Fußgängerzone und spreche die Menschen auf Jesus an. So manche dumme Bemerkung darf ich mir
dann auch noch anhören. Wirklich eine ganz tolle Alternative zum Freibad !

Und dann darf ich mich darauf verlassen, dass ER ja bei mir ist und mich unterstützt. Und dies ein ganzes Leben lang. Immer, wenn ich nicht mehr weiter kann, dann ist ER zur Stelle, um mir zu helfen. Ich muss nur auf ihn hören. Hören heißt übrigens auch bei allem christlichen Engagement auch mal Pausen einzulegen. Mit einem Augenzwinkern verweise ich auf Gott, der schließlich auch am siebten Tage ruhte, nachdem er Himmel und Erde geschaffen hatte. Und lesen wir doch einmal im Neuen Testament nach, wie oft sich Jesus zurückgezogen hat in die Ruhe und Stille.

Dieser Eine ist also bei mir. Aber die Zusage geht ja noch weiter. Er ist bei mir alle Tage bis an der Welt Ende. Was bedeutet dies nun wieder? Ganz einfach, liebe Gemeinde, dieser EINE, der uns im Leben zur Seite steht, dieser EINE steht uns auch in unserer letzten Stunde zur Seite.
Dann nicht um uns auf Erden zu helfen, sondern um uns zu begleiten in unsere ewige Heimat. Dort dürfen wir dann schauen, was wir ein Leben lang geglaubt haben. Was für herrliche Aussichten haben wir doch unter Christi Herrschaft. Wer möchte dies gegen etwas anderes eintauschen?

Gehen wir also frohen Mutes hinaus in die Welt und erzählen ihr von diesem EINEN, dem alle Gewalt gegeben ist im Himmel und auf Erden.

Dies beschreibt auch ein unbekannter Liederdichter sehr schön in dem zweiten Vers seines Liedes „Alles ist an Gottes Segen…“ (EG 352), der da lautet, wie folgt:

Der mich bisher hat ernähret und mir manches Glück bescheret, ist und bleibet ewig mein.
Der mich wunderbar geführet und noch leitet und regieret, wird forthin mein Helfer sein.

Der Herr schenke Dir den Mut, hinauszugehen und seine Botschaft weiter zu sagen
Der Herr gebe Dir die Kraft, sein Wort in ganzer Klarheit in die Welt zu tragen
Der Herr gebe Dir die Gewissheit, dass er alle Tage bei Dir sein wird

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Pfingstmontag. Den Predigttext für den heutigen Feiertag finden wir bei Matthäus im 16. Kapitel, die Verse 13-19. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Da kam Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi und fragte seine Jünger und sprach: Wer sagen die Leute, dass der Menschensohn sei ?Sie sprachen: Einige sagen, du seist Johannes der Täufer, andere, du seist Elia, wieder andere, du seist Jeremia oder einer der Propheten. Er fragte sie: Wer sagt denn ihr, dass ich sei? Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn! Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut haben dir dies nicht offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie
nicht überwältigen. Ich will dir die Schlüssel des Himmelreiches geben:
Alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und alles, was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel gelöst sein.

Liebe Gemeinde,

Pfingsten wird auch immer wieder als Geburtstag der Kirche bezeichnet.
Luther bezeichnete Pfingsten treffender als die Geburtsstunde der Gemeinden. Jesus wollte ja keine Kirche gründen sondern Gemeinden, die ihm nachfolgen. Was können wir uns denn an diesem Geburtstag, welches ja auch unser Geburtstag ist, wünschen? Lassen Sie uns dies einmal
gemeinsam überlegen.

Wunsch 1

Wir könnten uns zum Beispiel wünschen, dass uns Gottes Geist wieder so erfasst, wie wir es in der Apostelgeschichte nachlesen können. Voll des Heiligen Geistes traten die Jünger vollmächtig auf. Das wär doch einmal was, wenn wir wieder einmal genau diese Kraft in uns spüren könnten, wie die Jünger vor 2000 Jahren.

Das können wir auch. Das können wir aber nur dann, wenn wir uns wieder auf die Ausgießung des Heiligen Geistes konzentrieren. Wenn wir vor Gott wieder zur Ruhe kommen, wenn wir ihm unser Leben anvertrauen mit all seinen Problemen und Sorgen und Nöten, dann können auch wir sein Wirken in uns auch wieder ganz konkret spüren.

Wenn wir uns hingegen nur um uns selber drehen, wenn wir meinen, mit allem ganz alleine fertig werden zu müssen, dann bauen wir eine imaginäre Schutzwand um uns herum auf. An dieser Schutzmauer prallt der Heilige Geist förmlich ab. Nicht weil er nicht weiter könnte, nein, weil wir ihn nicht weiter an uns heranlassen wollen.

Dies, liebe Gemeinde, müssen wir erst einmal erkennen. Ich werde häufiger gefragt: Warum erlebe ich so wenig mit dem Heiligen Geist?
Meist muss ich antworten: Weil Du ihn ja gar nicht willst. Und so ist es auch in der Tat. Wenn der Heilige Geist Besitz von uns ergreift, dann stellt er auch unser Leben vollkommen auf den Kopf wenn es sein muss. Wollen wir dies wirklich? Stellen wir uns doch ganz ehrlich einmal diese Frage.

Wunsch 2

Ich wünsche mir mehr Erkenntnis über Jesus. Ich wünsche mir die Erkenntnis und die absolute Gewissheit, die Simon Petrus von dem Vater im Himmel erhalten hat.

Warum wünsche ich mir diese Erkenntnis? Wenn ich erkenne, dass Jesus der Christus ist der lebendige Sohn Gottes dann hat dies weitreichende Konsequenzen für mein ganzes Leben hier auf Erden. Zunächst einmal kann ich ganz getrost alle Riten und Religionen und eigene Bemühungen, den
Himmel verdienen zu wollen, an den berühmten Nagel hängen.

Jetzt ist nämlich nur noch eines wichtig: Was muss ich tun, damit der Sohn Gottes sich meiner annimmt. Und dann, wenn ich diese Erkenntnis gewonnen habe, dann ist es mir möglich, eine persönliche Beziehung zu meinem Heiland aufzubauen und diese auch ständig beizubehalten.

Wenn ich in Religionen und rituellen Handlungen gefangen bin, dann ist alles letztendlich eine religiöse Krampferei, die irgendwann keinen Spaß mehr macht und obendrein auch noch ziemlich sinnlos sein kann.

Wenn ich aber alles daran setze, eine persönliche Beziehung zu Jesus zu bekommen, dann sind dies alles nebensächliche Dinge, die keine große Bedeutung mehr haben.

Wie komme ich aber dahin, dass mir der Vater im Himmel dies offenbart und mir diese absolute Gewissheit gibt, wie er es Simon Petrus tat? Ganz einfach, durch Bitten und Gebet. Unser Vater ist immer nur ein ehrliches Gebet weit von uns entfernt. Er möchte gern jedem diese Erkenntnis geben, aber er möchte gefragt werden.

Wenn ich ehrlich mit meinem Vater im Himmel kommunizieren will, dann muss ich dafür sorgen, dass die Kommunikationskanäle frei bleiben. Umgeben von der Hektik des Alltages soll ich es wohl kaum schaffen auch noch so nebenbei ein ehrliches Gebet zu sprechen.

Wenn ich den Kontakt zu dem Herr Jesus wirklich möchte, dann muss ich mir auch Zeit und Raum dafür nehmen. Und wenn ich dies tue, dann werde ich mit Sicherheit auch die Erkenntnis erhalten, die der Vater im Himmel dem Simon Petrus gegeben hat.

Wunsch 3

Ich möchte gern ein Fels werden. Ich will wie Petrus werden auf dem der Herr die Gemeinde bauen will. Klingt irgendwie ganz schön abgehoben. Oder finden Sie nicht? Wenn man den Text oberflächlich liest dann schon.

Jesus redet Simon Petrus mit der Bedeutung seines Namens an. Er sagt nicht, dass er ein Fels in der Brandung der Kirche ist. Jesus will damit andeuten, dass er die Gemeinde mit Menschen aufbaut. Mit Menschen wie Du und ich es sind.

Jesus möchte uns so gern befähigen und uns ermächtigen, damit wir daran Anteil haben können, seine Gemeinde immer größer werden zu lassen. Jeder, aber auch wirklich jeder von uns hat bestimmte Begabungen und Fähigkeiten mit auf seinen Lebensweg bekommen. Diese Fähigkeiten können wir ganz eigennützig nur für uns gebrauchen. Diese Fähigkeiten und Talente, zumindest einen Teil davon, können wir aber auch dem zurückgeben, der sie uns gegeben hat.

Wenn wir dies tun, dann erhalten wir auch die Vollmacht, unsere Fähigkeiten zum Wohle seiner weltweiten Gemeinde einsetzen zu können.

Heute ist Pfingstmontag. Viele von uns haben heute noch einen freien Tag. Überlegen wir doch einmal, was wir besonders gut können und was uns im Leben besonders viel Freude bereitet. Gehen wir jetzt doch noch einen Schritt weiter. Überlegen wir doch einmal, wie wir dies, was wir eh schon gerne tun, auch in den Dienst der Gemeinde einbringen können. Ich bin überzeugt, dass uns allen ganz schnell vieles einfallen wird.

Bitten wir doch dann unseren Herrn um seine innere Führung und lassen Sie uns diesem Führer nachfolgen. Ich kann Ihnen versprechen, es macht Spaß, Freude und bringt uns immer mehr in seine Nähe. Worauf warten wir noch?

So umgeben und geleitet von dem Heiligen Geist können wir gemeinsam in das wohl bekannteste Lied von Dietrich Bonhoeffer einstimmen, dessen 7. Vers lautet, wie folgt:

Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Der Heilige Geist zeige Dir den Weg, den er für Dich bereitet hat
Der Heilige Geist führe Dch auf Deinem Lebensweg alle Tage Deines Lebens
Der Heilige Geist bewahre Dich vor allem, was Dich von Ihm und seinem
Wirken entfernt

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Feiertag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber