Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Gottesdienst zum Buß- und Bettag im Jahre 2017. Den Predigttext für den heutigen Gottesdienst finden wir im 12. Kapitel des Matthäusevangeliums, die Verse 33-35. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:


Vom Baum und seinen Früchten

Nehmt an, ein Baum ist gut, so wird auch seine Frucht gut sein; oder nehmt an, ein Baum ist faul, so wird auch seine Frucht faul sein. Denn an der Frucht erkennt man den Baum. Ihr Schlangenbrut, wie könnt ihr Gutes reden, die ihr böse seid? Wes des Herz voll ist, des geht der Mund über. Ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus dem guten Schatz seines Herzens; und ein böser Mensch bringt Böses hervor aus seinem bösen Schatz.


Liebe Gemeinde,

im Rahmen meiner Ausbildung durfte ich auch einmal an einer Coaching-Tagung teilnehmen. Dort bekamen wir gelehrt, dass Kritik an dem Verhalten einer Person stets mit der positiven Seite beginnen sollte. Steht ja auch schon in der Bibel dachte ich bei mir, aber trotzdem gut, dass man mal wieder daran erinnert wurde. Lassen Sie uns doch heute einmal darüber nachdenken, was uns unser „Coach“ Jesus mit diesen, seinen Worten sagen möchte:

1. Der gute Baum

Die Gärtner und die Hobbygärtner unter uns werden das Problem sicherlich kennen: Da pflanzt man einen Baum in den Garten, macht alles genau nach Vorschrift und dann will das blöde Ding nicht angehen. In den allermeisten Fällen, so habe ich mir sagen lassen, liegt an an dem verkehrten Boden, in welchen man den Baum eingepflanzt hat.

Wenn wir dieses Beispiel auf unseren heutigen Predigttext übertragen, dann können wir sagen, dass der gute Boden, also der Boden der einen Baum gedeihen lässt unser Herr Jesus Christus ist.

Wenn ich meinen Lebensbaum von dem guten Boden ernähren lasse, dann kann ich sicher sein, dass er stets Nährstoffe in ausreichender Menge bekommt, um zu wachsen, zu gedeihen und Früchte zu tragen.

Zunächst einmal bekehrt sich der neue Christ zu seinem Herrn. Das heißt der Lebensbaum wird in den guten Boden eingepflanzt. Dann wächst er ganz langsam und ernährt sich und seine Seele und seinen Geist von dem Worte unseres Herrn. Er wächst immer weiter bis er eines Tages Früchte trägt.

Diese Früchte, also Konsequenzen aus einem gelebten Leben als Christ kommen aber niemals von uns selber, sondern immer von unserem Herrn. Deshalb ist es ganz wichtig, dass wir mit unseren Wurzeln stets in gutem Boden bleiben. Pflanzen wir unseren Baum aus, dann bleiben auch die Früchte aus.

2. Der faule Baum

Nicht jeder, liebe Gemeinde, geht in seinem Leben diesen Schritt, dass er seinen Lebensbaum in gute Erde pflanzt. Wenn wir nur einmal bedenken, dass rund 95 % der Menschen in Deutschland mit dem wahren Christenleben nichts zu tun haben wollen, dann verwundert uns manche Entwicklung in unserer Gesellschaft gar nicht mehr.

Die Nährstoffe, die dieser Baum bekommt, sind niemals von großer Dauer und tragen auch keine Früchte. Ja, liebe Gemeinde, letztendlich lassen sie diesen Baum sogar absterben. Wie sehen sie denn aus, die Nährstoffe dieses Baumes?

Da ist zum Beispiel das Frühstück namens Schule, Ausbildung und Karriere. Schon mit dem Schuleintritt werden die Helden von morgen auf Karriere getrimmt. Da ist es natürlich wichtiger, dass man Englisch lernt, anstatt am Religionsunterricht teilzunehmen.

Da kommt dann der Mittagstisch namens Egoismus. Hauptsache mir geht es gut, was gehen mich schließlich die anderen an. Hauptsache ich habe von allem stets und immer mehr als genug. Die anderen müssen sich schon um sich selber kümmern.

Und dann kommt noch das Abendbrot namens Selbstzufriedenheit. Da hat man sein Lebenswerk erreicht und schaut zufrieden zurück, was man mit eigener Hände Arbeit nicht alles erreicht hat. Und das alles ohne den Gott, den die armen Schlucker verehren. Hätten sie in ihrem Leben mehr gearbeitet und nicht so viel Zeit für die anderen investiert, ginge es ihnen heute auch so gut wie mir.

Leider bemerkt dieser Baum gar nicht, dass seine Seele so nach und nach abstirbt und dass mit ihr der gesamte Baum abstirbt. Und was macht man mit so einem Baum? Richtig, man haut ihn ab und wirft ihn ins Feuer. Damit ist natürlich die Hölle, also die ewige Verdammnis gemeint.

3. Buß- und Bettag

Liebe Gemeinde, was wir gerade gehört haben, das klingt natürlich alles andere als verlockend. Aber wir sollen dem Worte Gottes nichs hinzufügen, aber auch nicht das negative verschweigen.

Leider ist es in vielen Gemeinschaften so, dass zwar der Himmel gepredigt wird, aber die Hölle schön beiseitegelassen wird. Man will es sich ja schließlich nicht mit der Gemeinde verderben. Das ist zwar verständlich, aber eben einfach falsch.

Auch wenn wir gerade gehört haben, was mit dem faulen Baum passiert, so ist dieses ja nicht in Stein gemeißelt. Auch der Christ, der nur in der Welt lebt hat jeden Tag auf’s Neue die Möglichkeit dass sein Lebensbaum in gute Erde versetzt wird.

Er muss nur aufrichtigen Herzens Buße tun und zu dem Herrn umkehren. Der wird seinen Baum nehmen und ihn in die Erde versetzen, welche ihn wachsen, gedeihen und Früchte tragen lässt.

Und genau von dieser „Chance des Lebens“ sollten wir all unseren Mitmenschen erzählen, deren Baum eben noch nicht in guter Erde verwurzelt ist. Natürlich ernten wir dabei auch hämische Kommentare. Abe die musste sich Jesus schließlich auch  gefallen lassen. Und mit ihm an unserer Seite prallen auch diese Kommentare an uns ab.

Ein Christ, der seinen Baum in guter Erde weiß, der kann fröhlichen Herzens in den 5. Vers des Liedes „Nimm von uns Herr, du treuer Gott…“ (EG 146) von Martin Moller einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Leit uns mit deiner rechten Hand und segne unser Stadt und Land;
gib uns allzeit dein heilig Wort, behüt vors Teufels List und Mord;
ein selig End wollst uns verleihn, auf dass wir ewig bei dir sein.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Abend und verabschiede mich bis zum nächsten Sonntag, dem Ewigkeitssonntag.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße sie alle ganz herzlich zur Predigt am heutigen 9. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei Matthäus im 7. Kapitel, die Verse 24-27. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Vom Hausbau

Darum, wer meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute. Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, fiel es doch nicht ein; denn es war auf Fels gegründet. Und wer diese meine Rede hört und tut sie nicht, der gleicht einem törichten Mann, der sein Haus auf Sand baute. Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, da fiel es ein, und sein Fall war groß.

Liebe Gemeinde,

unsere heutige Predigt stammt aus der Bergpredigt. Etwas vereinfacht erklärt uns die Berg-Predigt, was wir unbedingt vom Christentum wissen müssen. In unserem heutigen Denglisch handelt es sich bei der Bergpredigt also um „Todo“ Anweisungen für Christen.
Was ist denn nun für uns als Christen das wichtigste im Leben und warum? Lassen Sie uns dieser Frage heute Morgen einmal auf den Grund gehen:

1. Das Fundament

Jesus vergleicht die Beziehung zu unserem Vater im Himmel mit dem Bau eines Hauses. Egal was für ein Haus gebaut werden soll, egal wie hoch, wie breit, wie lang; eines ist immer ganz besonders wichtig; nämlich – dass unser Haus auf einem festen Fundament ruht.
Ein Fundament sichert das ganze Haus nach oben hin ab. Und so lehrt es uns der Herr Jesus Christ, dass dies in Glaubensdingen nicht anders ist, wie bei einem realen Hausbau. Wir müssen ein festes Fundament legen, damit unser Glaubensgebäude nicht ins Wanken gerät und einstürzt.

Und dieses Fundament ist der Herr Jesus selber. Wenn wir ihm glauben und zu dem, was er für uns getan hat ein eindeutiges JA sagen und ihm unser Leben übergeben, dann übernimmt er die Rolle des Fundamentes in unserem Leben.
Und auf diesem Fundament können wir unser ganzes Glaubensgebäude aufbauen. Alle unsere Fähig- und Fertigkeiten, die wir für den Herrn Jesus einsetzen, sind auf diesem Fundament begründet. Gewiss, es kann mal etwas schief gehen, aber dadurch wird das Fundament nicht erschüttert.

Wenn bei einem Haus einmal eine Fensterscheibe zu Bruch geht, dann wackelt ja auch nicht gleich das ganze Fundament.
Als ich den heutigen Predigttext zum ersten Male gelesen habe, da war ich sofort ein wenig erschrocken. Haben die Menschen, die ihre individuellen Lebenshäuser bauen, überhaupt noch dieses Fundament unter den Füßen?

Ist es nicht vielmehr so, dass die meisten Menschen meinen, ohne Gott ganz gut zu Recht zu kommen? Und so bauen die meisten Menschen wie schon damals ihr Lebenshaus auf Sand. Die meisten verlassen sich auf ein dauerhaftes Einkommen, eine immer nach oben gehende Karriere und Gesundheit bis weit über das 90. Lebensjahr hinaus.

Doch liebe Gemeinde, auf all dies haben wir keinen Anspruch. Wenn eines davon schiefgeht, dann droht das ganze Lebenshaus umzustürzen. Ohne Gesundheit kein Einkommen und ohne Einkommen kein Lebenshaus mehr. Aus und vorbei.
Wissen Sie, warum ich mich gern als christlicher Fundamentalist beschimpfen lasse ? Nun, ich habe mein Lebenshaus auf dem Fundament von unserem Herrn Jesus Christus gebaut. Wenn ich krank bin, dann ist er bei mir, wenn ich arbeitslos werden sollte, dann  muss ich mir trotzdem keine Sorgen machen, denn er sorgt für mich. Und wenn meine Karriereleiter eben nicht nach oben geht, dann ist es auch nicht schlimm. ER, der an meiner Seite ist, sorgt dafür, dass ich immer und überall von allem genug habe.

Und noch eines ist wichtig: Wer den Herrn Jesus als Fundament im Glauben hat, der entwickelt ganz andere Lebens- und Wertmaßstäbe in seinem Leben als die meisten Menschen. Ich nenne sie einfach mal Himmelsmaßstäbe.

Und genau das, was ich gerade gesagt habe, dass sollen wir auch in die Welt hinaustragen.
Fröhliche Fundamentalisten machen die Welt nämlich entsetzlich neugierig.

2. Platzregen

Mit dem Platzregen meint der Herr Jesus plötzlich eintretende Ereignisse, die unser Leben von jetzt auf gleich total durcheinanderbringen.

Das kann die Diagnose einer Krankheit sein, die lebensgefährlich sein kann. Wenn ich mein Fundament in dem Herrn Jesus Christus gefunden habe, dann wird mich eine derartige Diagnose zwar gewaltig durchrütteln, aber am Ende schaue ich doch wieder nur auf das eine Fundament, was mich auch durch diese Krankheit hindurch trägt.

Ich habe es leider nur allzu oft mitbekommen, dass Menschen, denen dieses Fundament fehlt, häufig ins bodenlose stürzen und von depressiven Verstimmungen heimgesucht werden bis hin zu manifesten Depressionen.

Bitte jetzt eines nicht missverstehen: Das Fundament ist nicht das Allheilmittel. Würde ich dies behaupten, wäre das in höchstem Grade unseriös. Das Fundament ist der, der nicht trägt, wenn ich selber nicht mehr laufen kann. Und das Fundament ist auch der, der mich wieder auf die Beine stellt, wenn ich falle. Und das Fundament ist der, der mich ganz liebevoll in seine Arme nimmt, wenn ich seinen Trost so dringend brauche.

Egal, was auch passiert, ich kann mich voll und ganz darauf verlassen, dass mich dieses Fundament durch mein ganzes Leben tragen wird, komme, was da wolle.

3. Wasser und Wind

Wasser und Wind sind notwendig für jedes Leben- und Überleben und auch für das ständige Wachstum.

Man hat vor über 50 Jahren eine künstliche Landschaft erschaffen. Das war eine ganz normale Landschaft, die aber von der Außenwelt hermetisch nach allen Seiten abgeriegelt worden war. Es gab genügend Wasser und alle möglichen Nährstoffe für die Pflanzen. Nur eines bekamen die Bäume niemals zu spüren, nämlich den Wind. Und so passierte ist, dass sie einfach umfielen, wenn sie eine gewisse Größe erreicht hatten und sich der Schwerpunkt stark nach oben geschoben hatte.

Und so ist es auch im wahren Leben. Wenn wir fernab von allen Schwierigkeiten immer wohlbehütet aufwachsen, dann werden wir innerlich niemals wachsen können. Wie der Baum den realen Winde benötigt als Anreiz, seine Wurzeln in die Tiefe zu treiben, so benötigen wir den Wind und die Stürme des Lebens, um unsere geistlichen Wurzeln in die Tiefe des Fundamentes wachsen zu lassen.
Machen wir uns doch bitte mal nichts vor: Die Geschichten vom lieben Gott in unserer Kinderzeit waren ja ganz nett. aber sind wir damals im Glauben gewachsen? Wohl eher nicht. Aber als uns die ersten Stürme des Lebens umzuwehen drohten, da merkten doch wohl die meisten von uns, dass da doch einer ist, der uns trägt und schützt und uns zur Seite steht.

Mit dem Wasser können wir auch den Fluss unseres Lebens beschreiben. Mal rudern wir ganz beschaulich auf diesem Fluss dahin. Und manchmal müssen wir all unser Können aufbieten, damit wir nicht in den Stromschnellen kentern.

Wer den Herrn Jesus als Fundament seines Lebens weiß, der kann auch in derartigen Situationen ganz gelassen den Stromschnellen entgegentreten, denn er hat ja den Kapitän an Bord, der die Gewässer besser kennt als er selbst und der dafür sorgt, dass er ohne Schaden zu erleiden, an seinem Bestimmungsort ankommt.

Lasen Sie uns doch dies den Menschen weitersagen, die dieses Fundament noch nicht kennen. Seien wir ganz einfach fröhliche Fundamentalisten voller Gottvertrauen.

Paul Gerhardt, der gewiss so manchen Schicksalsschlag in seinem Leben erlebt hat, war übrigens auch ein fröhlicher Fundamentalist. So konnte er auch in den schwersten Stunden seines Lebens das Lied „Du meine Seele singe…“ (EG 302) von ganzem Herzen singen, dessen erster Vers lautet, wie folgt:

Du meine Seele singe, wohlauf und singe schön
dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd;
ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,
ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und eine ganz tolle neue Woche.
Es grüßt Sie bis zur nächsten Predigt alle ganz herzlich
Ihr
Ulrich Naber

 

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 2. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 22. Kapitel des Matthäusevangeliums, die Verse 1-14. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die königliche Hochzeit

Und Jesus fing an und redete abermals in Gleichnissen zu ihnen und sprach: Das Himmelreich gleicht einem König, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete. Und er sandte seine Knechte aus, die Gäste zur Hochzeit zu laden; doch sie wollten nicht kommen. Abermals sandte er andere Knechte aus und sprach: Sagt den Gästen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet und alles ist bereit; kommt zur Hochzeit!

Aber sie verachteten das und gingen weg, einer auf seinen Acker, der andere an sein Geschäft. Einige aber ergriffen seine Knechte, verhöhnten und töteten sie. Da wurde der König zornig und schickte seine Heere aus und brachte diese Mörder um und zündete ihre Stadt an. Dann sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit, aber die Gäste waren’s nicht wert. Darum gehet hinaus auf die Straßen und ladet zur Hochzeit ein, wen ihr findet. Und die Knechte gingen auf die Straße hinaus und brachten zusammen, wen sie fanden, Böse und Gute; und die Tische wurden alle voll.

Da ging der König hinein, sich die Gäste anzusehen, und sah da einen Menschen, der hatte kein hochzeitliches Gewand an, und sprach zu ihm: Freund, wie bist du hier hereingekommen und hast noch kein hochzeitliches Gewand an ? Er aber verstummte. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm die Hände und Füße und werft ihn in die Finsternis hinaus! Da wird Heulen und Zähneklappern sein. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt.

Liebe Gemeinde,

Jesus redete ja gern in Gleichnissen zu seinen Zuhörern. Zum einen nimmt uns ein Gleichnis immer in das Geschehen mit hinein und zum anderen werden wir, die es betrifft nicht vor den Kopf gestoßen, sondern sollen lieber unsere Schlüsse aus dem ziehen, was uns Jesus erzählt. So auch in diesem Gleichnis der königlichen Hochzeit. Jesus spricht drei Punkte an, die heute noch genaus so aktuell sein dürften, wie damals. Lassen Sie uns diese drei

Punkte einmal gemeinsam betrachten:

  1. Die Einladung

    Mit dem König, der einlädt, ist natürlich Gott gemeint. Die geladenen Gäste sind wir alle, nicht nur wir, die wir heute Morgen beisammen sind, sondern alle Menschen sind eingeladen zu Gottes großem Freudenfest.

    Es ist schon eine besondere Ehre zu diesem Fest eingeladen zu werden. Aber was machten die Menschen mit der Einladung? Sie nahmen die Einladung gar nicht erst an, sondern schoben verschiedene Gründe vor, um gar nicht erst dahingehen zu müssen.

    Und genau so ist es doch auch heute. Sonntag für Sonntag lädt Gott zum Gottesdienst und zu anderen Gemeinschaftsveranstaltungen ein. Und nur noch 3 % der Kirchenmitglieder nehmen diese Einladung an. Vor kurzem war ja bekanntlich Pfingsten. Wussten Sie, dass über 80 % der Deutschen nicht einmal mehr wissen, was an Pfingsten geschah? Also wir dürfen uns über diejenigen, die die Einladung damals ausgeschlagen haben gar nicht brüskieren; Anwesende natürlich ausgeschlossen.

    Nur so ganz nebenbei für die sehr Traditionsbewussten: In den neuen Medien gilt ebenfalls: „Wo zwei oder drei in meinem Namen….“ Es muss nicht immer zwingend das Kirchengebäude sein.

    Stellen wir uns doch einmal vor, wir würden Gäste zu einer Hochzeitsfeier einladen und alle würden absagen. Ich jedenfalls wäre stocksauer. Gott hingegen lädt unermüdlich weiter zu seiner Feier ein.

    Und jetzt kommt etwas eher Ungewöhnliches. Endlich kommen doch noch Gäste zu der Feier. Und was macht Gott? Er wirft einen Menschen hinaus, nur weil er die falschen Klamotten anhat. Eigentlich müsste Gott sich doch freuen, dass überhaupt noch Menschen seiner Einladung gefolgt sind.

    Aber so ist Gott offensichtlich nicht. Es muss wohl eine Voraussetzung geben, um an der Feier teilnehmen zu dürfen und die dieser eine Mensch übersehen hatte.

  2. Kleiderordnung Gottes

    Keine Angst, wir sind hier nicht beim Militär. Und es gilt auch keine Kleiderordnung für Kardinäle, Bischöfe, Priester und das gemeine Fußvolk bei der Einladung Gottes zu der Hochzeit.

    Wenn ich zu einer Hochzeit eingeladen werde, dann ziehe ich mich aus Respekt dem Brautpaar gegenüber fein an. Nicht overdressed, aber auch nicht in Räuberzivil. Ich zeige mit meiner Kleidung, dass ich zu der Hochzeitsgesellschaft gehöre bzw. gehören möchte.

    In unserem Gleichnis steht die Hochzeitskleidung für die von Gott geschenkte Gerechtigkeit durch Vergebung der Sünden. So lesen wir es z.B. bei Jesaja und auch an etlichen anderen Stellen:

     „Gott hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet.“

    Daran erkennen wir, dass es sowohl eine Kleiderordnung Gottes gibt. Nur derjenige, der das Gnadengeschenk Gottes im Glauben annimmt, nur derjenige wird mit ihm zusammen die Ewigkeit im Himmel verbringen dürfen. Die anderen kommen gar nicht erst in den Himmel hinein, oder fliegen achtkantig, wie in unserem Gleichnis gesehen heraus.

    Gott ist doch die Liebe!!! Und wie kann ein Gott der Liebe jemanden herauswerfen oder gar nicht erst in den Himmel hineinlassen? Das wird mir regelmäßig um die Ohren gehauen, wenn es um dieses Gleichnis geht.

    Nun müssen wir anerkennen, dass Gott seinen eigenen Sohn ans Kreuz genagelt hat, damit wir wieder Zugang zu ihm haben. Das ist doch wohl der größte Liebesbeweis, den es gibt. Und da kann Gott doch wohl mit Fug und Recht verlangen, dass wir dieses Geschnek von ihm auch so annehmen, wie er es für uns bereitet hat.

  3. Der Außenseiter

    Wir nennen ihn mal vorsichtig so. Aber leider ist es heute wohl die Mehrheit der Menschen, die so reagiert wie der Außenseiter aus unserem Gleichnis. Was hat er denn eigentlich falsch gemacht? Lassen Sie uns diesen Punkt noch kurz näher betrachten.
    Dieser Außenseiter wollte zu seinen Bedingungen in den Himmel kommen. Gott soll sich gefälligst freuen, dass ich überhaupt gekommen bin, das könnte er sich gedacht haben.

    Ja, Gott ich komme, aber ich wil so bleiben wie ich bin. Ja, Gott ich komme, aber ich bestimme die Regeln. So, liebe Gemeinde, meinen heutzutage immer mehr Menschen zu Gottes Hochzeit kommen zu können.

    Und das geht nicht. Wir dürfen zwar als Sünder zu ihm kommen, müssen aber all das ablegen, was uns von Gott trennt, um dann Zugang zum Himmel zu haben. Übertragen gesagt müssen wir unsere alten Kleider bis auf die Knochen ausziehen. Erst wenn wir dies getan haben, erst dann bekommen wir von unserem Vater im Himmel die Kleider des Heils und den Mantel der Gerechtigkeit. In christlichem Wortschatz ausgedrückt nennen wir dies Umkehr und Bekehrung.

    Unser Kleid des Heils und unseren Mantel der Gerechtigkeit den dürfen wir aber dann auch für immer behalten. Auch wenn wir ihn einmal mit Schmutz besudeln sollten, dann dürfen wir immer wieder zu Gott umkehren und ihn um Reinigung bitten.

Liebe Gemeinde, ich weiß in sehr vielen Kirchen wird etwas anderes gepredigt, was dem entgegensteht, was wir heute besprochen haben. Ich mochte als Kind so sehr den Karnevalsschalger: „Wir kommen alle, alle, alle in den Himmel, weil wir so brav sind…“ Tolle Melodie, einprägsamer Text und sonnige Aussichten für die Zukunft. Das würde ich auch heute gern gepredigt haben. Aber dann würde ich Sie alle anlügen. Und wenn Sie mir dann auch noch glauben würden, dann wäre ich schuld daran, dass Sie eventuell nicht in den Himmel kommen.

Weil ich möchte, dass wir uns dereinst alle einmal im Himmel (wieder)treffen, aus diesem Grunde bleibe ich dann doch lieber bei der Wahrheit, auch wenn es schmerzlich ist.

In diesem Punkte halten wir es doch lieber mit Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf, wie er es im 1. Vers seines Liedes: „Herr, dein Wort, die edle Gabe…“ (EG 198) beschreibt, der da lautet, wie folgt:

Herr, dein Wort, die edle Gabe, diesen Schatz erhalte mir;
denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichtum für.
Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn?
mir ist’s nicht um tausend Welten; aber um dein Wort zu tun.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr Hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,
nach dieser etwas schweren Kost wünsche ich uns allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr
Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 4. Sonntag nach Ostern, dem Sonntg Kantate. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Matthäusevangelium, Kapitel 21, die Verse 14-17. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und es gingen zu ihm Blinde und Lahme im Tempel, und er heilte sie. Als aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten die Wunder sahen, die er tat, und die Kinder, die im Tempel schrien: Hosianna dem Sohn Davids! , entrüsteten sie sich und sprachen zu ihm: Hörst du auch, was diese sagen? Jesus antwortete ihnen: Ja! Habt ihr nie gelesen (Palm8,3): “ Aus dem Munde der Unmündigen und Säuglinge hast du dir Lob bereitet“? Und er ließ sie stehen und ging zur Stadt hinaus nach Betanien und blieb dort über Nacht.

Liebe Gemeinde,

soeben wurden wir Zeugen eines Gottesdienstes, den unser Herr persönlich abgehalten hatte. Was war nun das besondere an diesem Gottesdienst? Ich glaube es waren drei Punkte, die uns Jesus mit auf den Weg geben wollte und die auch bis heute nichts von ihrer Gültigkeit verloren haben. Lassen Sie uns diese drei Punkte einmal gemeinsam betrachten:

1. Jesus heilt

Als erstes lesen wir, dass sich Jesus der Blinden und Lahmen angenommen hatte und diese von ihm geheilt wurden. Nun waren die Blinden und Lahmen zu Zeiten Jesu nicht in einem Sozialsystem eingebettet, wie dies heute der Fall ist.

Wer damals blind oder lahm war, galt als nutzlos für die Gesellschaft und musste schon allein zusehen, wie er irgendwie über die Runden kommen konnte. Also lebten diese Menschen am Rande der Gesellschaft und wurden von dieser nicht nur als nutzlos, sondern zumeist auch noch als vollkommen wertlos angesehen.

Und gerade dieser Menschengruppe nahm sich Jesus als erstes an. Er nahm sich ihrer nicht nur an, sondern heilte sie und machte sie damit von einem Moment zum anderen wieder zu vollwertigen und geachteten Mitgliedern der ganz normalen Gesellschaft.

Liebe Gemeinde, sind wir heute wirklich so anders, wie die Menschen damals? Grenzen wir nicht auch heute im Jahre 2017 genau so Menschen aus, wie es die Gesellschaft zu Zeiten Jesu tat? Kümmern wir uns überhaupt noch um Menschen, die sich am Rande der Gesellschaft befinden? Sagen wir nicht lieber ganz schnell, dass doch der Staat dafür zuständig ist. Das ist auch, was Geld anbetrifft, zum Teil richtig. Aber vom Staat gibt es keine Anerkennung, Liebe und Wertschätzung, die diese Menschen genau so dringend benötigen wie das Geld zum Leben und Überleben.

Wenn wir Menschen heute ausgrenzen, dann laufen wir Gefahr, selber im übertragenen Sinne blind und lahm zu werden. Blind für all das Elend, welches uns umgibt und auch blind für das Wort Gottes, welches uns ganz genau sagt, was wir denn zu tun haben.

Wenn wir uns in unserem Leben so halbwegs gemütlich eingerichtet haben, werden wir auch lahm im übertragenen Sinne. Lahm mit der Bedeutung, dass es uns nicht mehr interessiert wie wir anderen Menschen helfen können und auch tatsächlich helfen.

Bitten wir unseren Herrn doch auch heute wieder, dass er unsere Augen öffnen möge, damit wir erkennen wo und wie wir unseren Mitmenschen in Not tatkräftige Helfer sein dürfen.

2. Kindermund tut Wahrheit kund

Alle Besucher dieses besonderen Gottesdienstes waren also Zeugen der Wunder, die Jesus an den Blinden und Lahmen tat.

Stellen wir uns doch einmal vor, wir sind Gottesdienstbesucher und werden Zeugen, wie der Pastor einem Blinden die Hand auflegt und dieser im gleichen Moment sein Augenlicht zurückerhält. Würden wir auch einfach stumm sitzen bleiben und so tun, als ob nichts besonderes geschehen wäre oder würden wir uns wie die Pharisäer auch noch darüber aufregen, dass ein Pastor Blinde heilen kann?

Eine Gruppe der Gottesdienstbesucher war jedenfalls von diesen Werken Jesu so beeindruckt, dass sie jubelnd und voller Begeisterung „Hosianna“ riefen, was übersetzt bedeutet: Und der Herr hilft doch.

Und diese Gruppe waren die Kinder, die an dem Gottesdienst teilnahmen. Als die Kinder sahen, was Jesus konnte, da wurde ihnen sicherlich schlagartig klar: Wenn der das kann, was er uns gerade gezeigt hat, dann ist der der tatsächliche Herrscher über uns alle, dann hat er Macht über Himmel und Erde. Und so ging ihnen das Herz über, dass sie gar nicht anders konnten, als dies in die ganze Welt hinauszuschreien.

Vor lauter Freude konnten sie gar nicht mehr an sich halten. Diese Freude musste einfach raus. Da konnte man doch nicht still sitzenbleiben und so tun, als wäre nichts geschehen.

Mal eine Frage, die wir uns alle stellen sollten: Wann ist uns eigentlich das letzte Mal ein begeistertes „Hosianna“ über die Lippen gekommen ? Wäre es nicht an der Zeit, dass wir uns wie die Kinder wieder von Jesus neu mit dieser tiefen inneren Freude infizieren lassen, die es auch uns wieder unmöglich macht nichts von dem zu erzählen, was dieser Jesus nicht alles auch schon in unserem Leben getan hat.

3. Tu nicht so erwachsen

Liebe Gemeinde, wir leben heute in einer wissenschaftlich ausgerichteten Welt in der nur Gesetzmäßigkeiten zählen. Wir sind dabei ja so abgeklärt und realistisch geworden, dass wir uns allein von sogenannten wissenschaftlichen Beweisen leiten und führen lassen.

Seit Jahrtausenden ist aber eines immer wieder Realität gewesen, nämlich die Regel, dass sich alle wissenschaftliche Erkenntnis weiterentwickelt. Was gestern noch in Stein gemeißelt schien kann morgen schon überholt sein. Ein Beispiel: Als kleinster Baustein einer Materie wurde lange Zeit das Molekül angesehen, bis man erkannte, dass dieses auch noch aus weiteren Untereinheiten, den Atomen, besteht.

Und wie hat man dies erkannt? Ganz bestimmt nicht, indem man sich gegenseitig auf die Schulter geklopft hat und gemeint hat, dass wir doch eh schon alles wissen. Nein, man hat genauer hingesehen und weiter probiert, geschaut und geforscht.

Die Kirchenfürsten zu Zeiten Jesu waren nicht anders, als wir es heute sind. Sie hatten ihre festen Meinungen und Überzeugungen und mit diesen ließ es sich auch ganz gut leben. Warum noch genauer hinsehen, etwas anderes probieren oder gar weiterforschen?

Jedem, der doch diesen Versuch unternahm, wurde erst einmal ein gerüttelt Maß an Skepsis gegenüber gebracht. Was ist, wenn  der recht hat? Dann muss ich womöglich mein ganzes schönes Weltbild ändern und nicht nur das, ich muss mich persönlich auch ändern. Und das wollte damals keiner der Kirchenoberen zulassen.

Und genau hier greift Jesus in das Leben der Menschen ein. Er fordert uns ja gar nicht auf, einer anderen Ideologie zu folgen. Er fordert uns nur auf ihm zu folgen und zu schauen, was dann so alles passiert. Wir können ruhig an unseren tradierten Vorstellungen festhalten, wir sollen sie ja gar nicht über Bord werfen.

Wir sollen uns nur auf den Weg machen und Jesus folgen. Mit allen Nöten, Sorgen und Problemen sollen wir uns mit ihm zusammen auf den Weg machen. Und dann, liebe Gemeinde, werden wir merken, wie dieser Weg der Nachfolge uns immer leichter und fröhlicher macht.

Anfangs drücken die Sorgen und Nöte noch gewaltig auf unseren Schultern, dass uns jeder Schritt schwer fällt. Dann  hindern uns uns unsere Traditionen vielleicht am Anfang noch, mit Jesus  Schritt zu halten. Aber so nach und nach merken wir, dass unsere Schultern leichter werden, weil er uns die Last abnimmt und dass uns auch Traditionen nicht mehr in ihrem Banne festhalten. Ja, es ist richtig: Jesus bricht auch bisweilen mit Kirchentraditionen, weil Kirche eben nicht Nachfolge heißt.

Darum lassen Sie uns nicht zu solchen Skeptikern verkümmern wie es die Pharisäer waren. Gehen wir doch wieder mit offenen Augen und Ohren und Herzen durch dieses Leben und folgen wir ihm doch ganz einfach nach und lassen uns überraschen, was unser Herr noch so alles für uns bereithält.

Wenn wir dies tun, dann können auch wir befreit unser „Hosianna“ ausdrücken indem wir in den ersten Vers des Liedes von Paul Gerhardt „Du meine Seele singe…“ (EG 302) einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Du meine Seele singe, wohlauf und singe schön
dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd;
ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

Der Herr ist auferstanden; er ist wahrhaftig auferstanden. Mit dieser Botschaft zu Ostern begrüße ich Sie alle ganz herzlich am heutigen Ostersonntag. Den Predigt-Text für das heutige Osterfest finden wir im 28. Kapitel des Matthäusevangeliums, die Verse 1-10. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Als aber der Sabbat vorüber war und der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria von Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen.
Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben. Denn der Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Seine Gestalt war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie der Schnee. Die Wachen aber erschraken aus Furcht vor ihm und wurden, als wären sie tot. Aber der Engel sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht!

Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten sucht. Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht die Stätte, wo er gelegen hat; und geht eilends hin und sagt seinen Jüngern, dass er auferstanden ist von den Toten. Und siehe, er wird vor euch hergehen nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt.

Und sie gingen eilends weg von Grab mit Furcht und großer Freude und liefen, um es seinen Jüngern zu verkündigen. Und siehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seid gegrüßt ! Und sie traten zu ihm und umfassten seine Füße und fielen vor ihm nieder. Da sprach Jesus zu
ihnen: Fürchtet euch nicht ! Geht hin und verkündigt es meinen Brüdern, dass sie nach Galiläa gehen: Dort werden sie mich sehen.

Liebe Gemeinde,

wenn wir heute Ostern feiern, dann ist dies bei den meisten Menschen erfüllt mit Begriffen, wie Ostereier, Osterhase, Osterurlaub und vielleicht noch dem Osterspaziergang. Das Geschehen, was sich hinter Ostern verbirgt, das ist bei den meisten Menschen doch längst in Vergessenheit geraten. Und dabei feiern wir heute eigentlich drei Feste in einem. Lassen Sie uns diese Feste einmal etwas genauer aus der Nähe anschauen.

1. Ostern – Das Erinnerungsfest

Heute erinnern wir uns an das erste Osterfest, von welchem wir soeben gehört haben. Man sagt das so lapidar dahin. Aber stellen wir uns doch nur einmal vor, wir wären anstelle der Zeitzeugen damals Augenzeugen der Auferstehung gewesen. Ich glaube, wir wären aus dem Staunen doch gar nicht mehr herausgekommen. Und vor lauter Staunen hätten wir vielleicht auch vergessen, was da wohl passiert ist.

Grund genug, dass wir uns immer wieder vor Augen führen, dass unser Herr, der am Karfreitag das Lösegeld für all unsere Sünden mit seinem stellvertretenden Tode bezahlt hat, nunmehr auch den Tod besiegt hat, indem er von den Toten auferstanden ist.

Ich bekomme es bei dem österlichen Auferstehungsgeschehen immer wieder mit der Scheintodtheorie und den allseits so beliebten Nahtoderfahrungen zu tun. Dies wird mir oftmals als Erklärung des österlichen Geschehens angeboten.

Das würde ich eventuell sogar noch ins Kalkül ziehen, wenn nicht, ja wenn nicht eine so erhebliche Zeitspanne zwischen der Feststellung des Todes und der Auferstehung gelegen hätte. Scheintod und Nahtoderlebnisse sind Sache von Minuten bis Stunden, aber niemals ein Geschehen, dass sich über Tage hinweg hinzieht.

Natürlich können wir dies nicht wissenschaftlich erklären. Das bedeutet aber letztendlich aber doch nur, dass die Wissenschaft eben noch nicht so weit in ihren Erkenntnissen vorangeschritten ist, dass sie hierfür messbare Methoden zur Verfügung stellt.

Also bleibt uns nichts anderes übrig, als dies einfach zu glauben. Aber vielleicht steckt ja doch noch mehr dahinter.

2. Ostern – Das Ermutigungsfest

Mit dem Ostergeschehen war ja noch nicht alles aus. Viele Male zeigte sich Jesus seinen Jüngern. Denken wir nur an die Emmausjünger. Oder denken wir an den ungläubigen Thomas, der so gar nicht an das glauben wollte, was seine Mitjünger angeblich erlebt hatten.

Das waren doch alles reale Menschen wie wir, die wir heute zusammen sind, um das Osterfest zu feiern. Das waren doch allesamt Menschen, die mitten im Leben standen. Das waren doch keine durchgeknallten Spinner, die im Drogenrausch vielleicht irgendwelchen Halluzinationen aufgesessen waren.

Und wenn wir dem Apostel Paulus auch keine Lügnerei unterstellen wollen, dann ist der auferstandene Herr sogar einmal über 500 Menschen zugleich erschienen. Die meisten, die dies erlebt hatten, lebten ja noch, als Paulus diese Begebenheit zu Papier gebracht hat. Es wäre also ein leichtes für die Skeptiker der damaligen Zeit gewesen, diese Aussage von Paulus zu widerlegen. Aber das konnten sie nicht, da der Herr wahrhaftig von den Toten auferstanden ist.

Warum aber dann das Wort Ermutigungsfest? Nun, liebe Gemeinde, Jesus ist von den Toten auferstanden und lebt nunmehr in die Länge. Er hat den Tod ein für alle Male besiegt und lebt und regiert fortan von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Und das ist das Ermutigende für uns alle. Diesem Herrn, dem können wir auch heute noch jeden Tag begegnen. ER wartet auch heute noch darauf, dass wir ihn anrufen, damit er uns ganz persönlich begegnen kann.

In der Form des Heiligen Geistes ist er immer nur ein Gebet weit von uns entfernt. Alle, die ihn als ihren ganz persönlichen Herrn annehmen, all denen will er treuer Begleiter für ihr ganzes Leben lang sein. ER möchte alles mit uns teilen. Unsere Freude, unser Glück, aber auch unser Leid möchte er mit uns teilen. Egal, was uns auch widerfahren mag, egal, ob uns unsere treuesten Freunde im Stich lassen, ER steht uns immer zur Seite und zwar unser ganzes Leben lang.

Daher dürfen wir auch all unsere Ängste, Nöte und Sorgen, die uns immer wieder quälen, ihm vor die Füße legen in der festen Gewissheit, dass ER das Beste daraus machen wird.

Ostern – Das Ermutigungsfest ruft uns gerade dazu auf. Wir werden dazu aufgerufen ein heiteres und frohes Christenleben zu führen. Daran dürfen wir uns nicht nur heute, sondern jeden morgen auf’s Neue erinnern.

3. Ostern – Das Ermächtigungsfest

„Geht hin und verkündigt es meinen Brüdern…“, so lesen wir es gegen Ende unseres heutigen Predigttextes. Unser Leben mit dem Herrn an unserer Seite hat auch eine bestimmte Aufgabe für uns parat.

Diese Aufgabe, die der auferstandene Herr den beiden Frauen mitgab, diese Aufgabe gilt auch heute noch. Und zwar für uns alle. Jeder, der den Weg zum Glauben gefunden hat und den Herrn Jesus als seinen persönlichen Heiland angenommen hat, wird von ihm aufgefordert hinzugehen und über  das, was er erlebt hat auch anderen Menschen zu berichten.

So manchmal denke ich, wir haben aus diesem österlichen „Gehet hin..“
ein „Bleibet drin“ gemacht. Es ist doch längst kein Geheimnis mehr, dass wir in unseren Gottesdiensten und Gemeinschaftsstunden gern unseren Glauben bekennen und über diesen reden. Sobald sich die Kirchentüren öffnen und wir wieder in die Woche entlassen werden, verstummen wir doch lieber, als diesem „Gehet hin…“ nachzukommen.

Und doch, liebe Gemeinde, ist dies gerade unsere wertvollste Aufgabe als Christen, nämlich anderen Menschen den Weg zum Glauben aufzuzeigen. Wir können keinen Menschen zwangsbekehren. Das sollen wir um Himmels willen auch niemals versuchen.

Welche Menschen erwecken unsere Neugier ? Ganz genau, Menschen, die anders sind als wir und irgendwie ganz anders leben. Und das sind wir als Christen für unsere Mitmenschen. Allein durch unseren aufrechten Lebensstil als Christen erwecken wir die Neugier bei sehr vielen Menschen.

Einmal nicht auf meinem Recht bestehen ? Kennt man heute gar nicht mehr; erweckt aber Neugier und Interesse. Das Wohl des anderen über das eigene Wohl zu stellen ? Kennt man heute auch nicht mehr. Aber die Neugier ist uns gewiss. Von dem, was ich genug habe, dem abzugeben, de von allem zu wenig hat ? Kennt man doch auch nicht mehr. Weckt aber das Interesse bei unseren Mitmenschen.

In Zeiten des „Erst komm ich und dann komm ich und dann kommst Du noch lange nicht…“ fallen wir als Christen ganz besonders auf. Wenn Sie mir dies nicht abkaufen möchte ich Ihnen eine kleine Begebenheit berichten:
Ich gebe jedem, der am Straßenrand sitzt und bettelt stets 1-2 € in sein dafür vorgesehenes Behältnis. Gleichseitig interessiert mich der Mensch und sein Schicksal, also spreche ich auch mit ihm. Manchmal auch sehr lange. Nun, eines Tage kam ein wildfremder Mensch zu mir und fragte mich, warum ich mich denn mit dem „Penner“ unterhalten würde.

Er, der meine Unterhaltung ein paar Minuten beobachtet hatte, musste sich nun die Frage gefallen lassen, warum er mich denn beobachtet hat.
Nun, es sei ungewöhnlich, dass sich jemand mit einem „Penner“ unterhalte. Also seine Neugier war geweckt und ich blieb ihm die Antwort auch nicht schuldig, warum ich dies tue. Und jeder, also seien Sie gewarnt, jeder der mit mir über Jesus redet bekommt anschließend ein Traktat in die Hand mit der Bitte, dieses auch zu lesen.

Alles andere, liebe Gemeinde, ist nicht mehr meine Aufgabe, sondern die Aufgabe unseres Herrn. Lassen Sie uns doch alle unserer Hauptaufgabe mit Feuereifer nachgehen: Machen wir sie doch alle wieder so richtig neugierig !!! Und vergessen wir dabei nicht; der Herr ist stets mit uns.

Die so beschriebene österliche Zuversicht drückt der Liederdichter Christian Fürchtegott Gellert sehr schön in dem 5. Vers seines Liedes „Jesus lebt, mit ihm auch ich… (EG 115) aus, der da lautet, wie folgt:

Jesus lebt ! Ich bin gewiss, nichts soll mich von Jesus scheiden,
keine Macht der Finsternis, keine Herrlichkeit, kein Leiden.
Seine Treue wanket nicht; dies ist meine Zuversicht.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen einen schönen Ostersonntag in der ständigen Gegenwart des auferstanden Herrn. Bis zum morgigen Ostermontag verabschiede ich mich von Ihnen allen.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Predigt zu Reminiszere

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Sonntag, dem 2. Sonntag in der Passionszeit (Reminiszere). Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 12. Kapitel des Matthäusevangeliums, die Verse 38-42. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die Zeichenforderung der Pharisäer

Da fingen einige von den Schriftgelehrten und Pharisäern an und sprachen zu ihm: Meister, wir möchten gern ein Zeichen von dir sehen. Und er antwortete und sprach zu ihnen: Ein böses und abtrünniges Geschlecht fordert ein Zeichen, aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden, es sei denn das Zeichen des Propheten Jona. Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde sein. Die Leute von Ninive werden auftreten beim Jüngsten Gericht mit diesem Geschlecht und werden es verdammen; denn sie taten Buße nach der Predigt des Jona. Und siehe, hier ist mehr als Jona. Die Königin vom Süden wird auftreten beim Jüngsten Gericht mit diesem Geschlecht und wird es verdammen; denn sie kam vom Ende der Erde, um Salomos Weisheit zu hören. Und siehe, hier ist mehr als Salomon.

Liebe Gemeinde,

soeben haben wir einen Satz gehört, dem wir heute einmal näher auf den Grund gehen sollten. Es handelt sich um den Satz: „Ein böses und abtrünniges Geschlecht fordert ein Zeichen…“ Wieso bezeichnet Jesus diejenigen, die ein Zeichen seiner Allmacht fordern, als „böse“ und „abtrünnig“?

1. Das Glaubenshindernis

Wir kennen alle den Satz, der uns Christen manchmal um die Ohren gehauen wird: „Ich glaube nur, was ich sehe.“ Wenn ich etwas sehe, dann brauche ich es auch nicht mehr zu glauben. Daher taugen auch Zeichen gar nichts, wenn es um den Glauben geht.

Zeichen halten uns vielmehr vom Glauben ab. Das nächste Problem des Zeichens ist, dass es immer nur einen ganz kleinen Teil des großen Ganzen präsentieren kann. Mit einem Zeichen kann Jesus niemals die gesamte Allmacht und alle Geheimnisse des Glaubens sichtbar machen.

Und wenn ich ein Zeichen gesehen habe, dann besteht die Gefahr, dass ich in der Tat das große und Ganze vollkommen aus den Augen verliere und mich nur noch auf das gesehene Zeichen fokussiere. Wenn ich Jesus auf ein Zeichen oder ein Wunder reduziere, dann blende ich all das aus, was dieser Herr für mich getan hat und ich mache ihn so automatisch klein.

2. Das Vergessen

Viele von uns waren sicherlich schon einmal in einem Varieté oder einer Zaubershow und haben sich mitreißen lassen von den Künsten, die ihnen dort geboten wurden. Ich selber finde es auch immer wieder faszinierend, wie unsere Sinne im wahrsten Sinn des Wortes „hinters Licht“ geführt werden können.

Nach einer Show tauschen wir uns sicherlich noch mit anderen Menschen über das aus, was wir soeben gesehen haben. Aber spätestens am nächsten Tage hat uns der Alltag wieder in seinem Griff. Das, was wir gesehen haben, ist schon gar nicht mehr präsent und hat auch gar keine Bedeutung für uns mehr.

Mit dem, was die Pharisäer von Jesus fordern ist es ähnlich. Nehmen wir einmal an, Jesus würde in der Gegenwart der Pharisäer Wasser in Wein verwandeln. Die Überraschung wäre sicherlich groß. Man würde auch noch einige Tage darüber reden. Und dann würden die Pharisäer aufstehen und den Gemeindemitgliedern sicherlich erklären, dass dies zwar ein Zeichen war, aber dies doch gar nichts damit zu tun haben kann, dass Jesus der Christus und somit Gottes Sohn ist.

Und somit würde die theologische Elite einen Beweis dafür benutzen, um damit genau das Gegenteil zu erklären. Nur weil jemand ein eingefordertes Zeichen tat, bedeutet dies doch nur, dass es ihm einmal gelungen ist, Wasser in Wein zu verwandeln. Da können doch auch alle möglichen Tricks dahinterstecken. Und somit wäre mit dem Zeichen nichts erreicht. Durch das eingeforderte Zeichen würde Jesus nicht mehr und nicht weniger sein, als ein Allerweltsmagier.

3. Die persönliche Beziehung

Liebe Gemeinde, Jesus war keine Übermagier oder ein Showtalent der Extraklasse. Jesus wollte uns auch nicht zur Zeit seines Erdenlebens immer wieder durch Wunderhandlungen ins Staunen versetzen.

Jesus wollte und will nur eines von uns. Jesus möchte mit jedem von uns eine ganz persönliche Beziehung eingehen. Dies erfordert, dass wir uns auf eine Beziehung mit ihm einlassen. Jesus hat seine Liebe zu uns dadurch bewiesen, dass er für uns an unserer Stelle am Kreuze starb. Und jetzt sind wir gefordert.

Jesus möchte nur, dass wir das, was er für uns getan hat, im Glauben annehmen, zu ihm unser „Ja“ sagen und uns auf den Weg zu ihm machen. Das alles im vollkommenen Vertrauen darauf, dass der Jesus, der vor 2000 Jahren für uns gestorben ist, auch heute noch lebt und in das Leben eines jeden Menschen eingreifen kann. Und zwar ohne zuvor irgendwelche Zeichen einzufordern.

Jeder, der so vertrauensvoll in eine Beziehung zu Jesus tritt, der wird tatsächlich in der Folge in seinem Leben Zeichen und Wunder sehen, die er niemals für möglich gehalten hätte. Aber auf die richtige Reihenfolge kommt es an: Erst mein Ja und dann die Wunder und nicht umgekehrt.

Wenn Jesus in unser Leben einzieht, dann wird alles neu. Er regiert fortan über und in uns. Und dann geschehen Zeichen und Wunder. Nicht, weil wir sie von ihm fordern, sondern weil er die Zeichen und Wunder in unserem Leben geschehen lässt, die genau in dem Moment geschehen, wo sie für uns genau richtig sind.

Das ist eben der Unterschied: Jesus bewirkt keine Wunder als bloßes Zeichen seiner äußeren Macht. Jesus bewirkt Wunder als Zeichen seiner inneren Macht über die Menschen, die zu ihm gehören wollen.

Natürlich möchten viele Menschen, die den Weg zum Glauben noch nicht gefunden haben, auch heute noch Zeichen sehen, spüren oder irgendwie erkennen können. Erzählen wir ihnen doch von dem Jesus, der in uns Wohnung genommen hat und erzählen wir diesen Menschen doch mehr darüber, was dieser Jesus schon alles für uns getan hat. Wenn wir dies tun, dann können gerade diese indirekten Zeichen unsere Mitmenschen dazu bewegen, auch diesem Jesus angehören zu wollen.

Den Gott, der sich auch heute noch in Form des Heiligen Geistes allgegenwärtig um seine geliebten Kinder müht und bemüht, diesen Gott beschreibt der Liederdichter Ignaz Franz sehr schön in dem ersten Vers seines Liedes „Großer Gott, wir loben dich…“ (EG 331), der da lautet, wie folgt:

Großer Gott, wir loben dich; Herr, wir preisen deine Stärke.
Vor dir neigt die Erde sich und bewundert deine Werke.
Wie du warst vor aller Zeit, so bleibst du in Ewigkeit.

Der Herr segne und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag zu Reminiszere und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 4. Sonntag nach Epiphanias. Den heutigen Predigttext finden wir bei dem Evangelisten Matthäus im 14. Kapitel, die Verse 22-33. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und alsbald trieb Jesus seine Jünger, in das Boot zu steigen und vor ihm hinüberzufahren, bis er das Volk gehen ließe. Und als er das Volk hatte gehen lassen, stieg er allein auf einen Berg, um zu beten. Und am Abend war er dort allein. Und das Boot war schon weit vom Land entfernt und kam in Not durch die Wellen; denn der Wind stand ihm entgegen. Aber in der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen und ging auf dem See. Und als ihn die Jünger sahen auf dem See gehen, erschraken sie und riefen: Es ist ein Gespenst! und schrien vor Furcht. Aber sogleich redete Jesus mit ihnen und sprach: Seid getrost, ich bin’s; fürchtet euch nicht! Petrus aber antwortete ihm und sprach: Herr, bist du es, so befiehl mir, zu dir zu kommen auf dem Wasser. Und er sprach: Komm her! Und Petrus stieg aus dem Boot und ging auf dem Wasser und kam auf Jesus zu. Als er aber den starken Wind sah, erschrak er und begann zu sinken und schrie: Herr, hilf mir! Jesus aber streckte sogleich die Hand aus und ergriff ihn und sprach zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Und sie traten in das Boot, und der Wind legte sich. Die aber im Boot waren, fielen vor ihm nieder und sprachen: Du bist wahrhaftig Gottes Sohn!

Liebe Gemeinde,

lassen Sie uns den heutigen Predigttext doch einmal mit den Worten überschreiben: „Wie man schwierige Zeiten übersteht“. Wenn wir uns den Predigttext einmal etwas näher anschauen, dann finden wir dort auch ganz konkrete Hinweise dafür, wie man schwierigen Zeiten gut gewappnet gegenübertritt. Lassen Sie uns diese heute Morgen einmal ein wenig näher betrachten:

1. Der Kontakt zu Gott

Um schwierige Zeiten überstehen zu können, ist es absolut notwendig, dass wir einen ganz intensiven Kontakt zu unserem Herrn unterhalten. Und zwar nicht nur in Notzeiten, sondern in allen Zeiten unseres Lebens.

So bereitete sich auch Jesus schon auf schwierige Zeiten vor. In unserem Predigttext lesen wir, dass Jesus am Abend allein war, um zu beten. Als er den Jüngern entgegenging war dies in der vierten Nachtwache. Jesus hat also seit dem Abend bis zur vierten Nachtwache einen ganz engen Kontakt zu Gott unterhalten. Die vierte Nachtwache ist nach römischer Einteilung die Zeit nach dem Hahnenschrei, also bereits der frühe Morgen.

Durch diese Gespräche mit Gott, wir nennen es Gebet, erhielt Jesus also die Kraft für schwierige Prüfungen. Aber wie sollen wir denn heute beten? Wir können doch nicht 24 Stunden am Tag oder zumindest 12 Stunden am Tag den Kontakt zu Gott halten. Warum eigentlich nicht ? Gespräch ist ja nicht die einseitige Kommunikation von mir aus in Richtung Gott. Gebet ist das Zwiegespräch mit meinem Herrn.

Beginnen wir doch am besten mit Momenten der Stille und der Sammlung in denen wir ganz ruhig werden vor Gott. Tragen wir ihm doch dann alles vor, was wir auf dem Herzen haben. Und dann kommt die Zeit der Stille, in der wir auf Gottes Antwort warten. Diese Zeit der Stille heißt nicht, dass wir nichts anderes tun sollen, diese Zeit der Stille heißt einfach nur geduldig abwarten, was Gott mir denn antwortet.

Gott antwortet übrigens nicht nur in Kirchen und Gemeinschaftsstunden. Gott antwortet auf der Arbeitsstelle im Haushalt und auch auf dem Weg zur Arbeit und zurück und sogar während wir arbeiten antwortet Gott. Wichtig ist nur, dass wir unsere Antennen auf seinen Sender einstellen. Und somit halten wir den ganzen Tag lang den Kontakt zu unserem Herrn aufrecht.

2. Absolutes Vertrauen

Solange wie Petrus ganz auf Jesus fixiert war, konnte er auf dem Wasser gehen. Erst als er sich selber auf sich selber besann und auf seine eingeschränkten Fähigkeiten, drohte er unterzugehen.

Nehmen wir einmal zwei Bergsteiger. Der Kamerad, der bereits am Ziel einer Etappe angekommen ist, sichert den nachfolgenden Kameraden so ab, dass dieser nur noch nach oben sehen muss und so seinem Kameraden nahezu gefahrlos folgen kann.

Gott ist unser Bergführer in unserem Leben. Mit einem unsichtbaren Seil sind wir stets mit Gott verbunden. Wir müssen nur noch auf Gott schauen und uns auf den Weg machen, ihm zu folgen. Er hält das Seil ganz fest. Wir brauchen vor nichts und niemandem in unserem Leben Angst zu haben. Gott hält uns immer ganz fest mit seinen Händen. Wir sollen uns also nur auf ihn fokussieren und nur ihm allein unser absolutes Vertrauen schenken.

Aber was machen wir im Allgemeinen? Wir folgen doch so gerne Petrus nach. Obschon wir gesichert sind, schauen wir nach links und nach rechts und sehen die Stürme des Lebens auf uns zukommen. Und dann bekommen wir einfach wieder Angst und möchten am liebsten unser Leben wieder alleine in die Hand nehmen.

Aber seien wir ganz getrost. Gott hält auch dann noch das Seil ganz fest. Sobald wir den Blickwinkel ändern und wieder auf ihn schauen, kann unser Marsch weitergehen.

Nur mal so nebenbei bemerkt. Gott wuchtet uns nicht den Berg hinauf, während wir träge am Seil hängen. Gott hält das Seil genau so fest, dass es uns möglich ist, den Berg hinaufzusteigen ohne zu fallen. Das Klettern nimmt er uns nicht ab. Das müssen wir schon selber tun.

3. Der Rettungsanker

Ohne das rechtzeitige Eingreifen unseres Herrn wäre Petrus vermutlich untergegangen. Und wie Petrus von Jesus wieder zurück ins Boot gebracht wurde, so sorgt auch unser Herr für uns, wenn wir uns einmal in unserem Leben in einem scheinbar nie enden wollenden Sinkflug befinden.

Wir dürfen uns stets gewiss sein, dass auch wir im freien Fall unseres Lebens niemals tiefer fallen können als in die liebenden Hände unseres Herrn. Und dabei können wir uns auf eines verlassen, nämlich darauf dass Gott spätestens rechtzeitig hilft.

Und dies setzt natürlich voraus, dass wir einen ständigen Kontakt zu unserem Herrn unterhalten und dass wir uns voll und ganz auf ihn allein verlassen. Wenn wir dies tun, dann wird er uns ein vorzüglicher Rettungsanker sein unser ganzes Leben lang.

Natürlich kann mal schon einmal ins Grübeln kommen wenn man sich betrachtet, was um uns herum zurzeit alles passiert. Natürlich könnte man angstvoll der Zukunft entgegensehen. Aber warum sollten wir dies tun. Gott selbst hat uns doch versprochen: „Siehe ich bin bei euch, alle Tage bis an der Welt Ende“. Verlassen wir uns doch lieber darauf und gehen fröhlich unseren Lebensweg weiter unter der festen Gewissheit, das ER stets bei uns ist.

Darum lassen Sie uns Gott anbeten und ihm für seine immerwährende Gnade danken, indem wir gemeinsam in den 1. Vers des Liedes „Großer Gott, wir loben dich…“ von Ignaz Franz einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Großer Gott, wir loben dich;
Herr, wir preisen deine Stärke.
Vor dir neigt die Erde sich
und bewundert deine Werke.
Wie du warst vor aller Zeit,
so bleibst du in Ewigkeit.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Ewigkeitssonntag im Jahre 2015. Traditionell gedanken wir am letzten Sonntag des Kirchenjahres all derer, die uns bereits im Glauben vorausgegangen sind.
Uns allen steht diese letzte Reise ja noch bevor. Wie wir uns am besten auf diese Reise vorbereiten können, das erfahren wir in unserem heutigen Predigttext. Den Predigttext für den heutigen Ewigkeitssonntag finden wir bei Matthäus im 25. Kapitel, die Verse 1-13. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Von den klugen und törichten Jungfrauen.

Dann wird das Himmelreich gleichen zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und gingen hinaus, dem Bräutigam entgegen. Aber fünf von ihnen waren töricht und fünf waren klug. Die törichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen kein Öl mit. Die klugen aber nahmen Öl mit in ihren Gefäßen, samt ihren Lampen. Als nun der Bräutigam lange ausblieb, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein. Um Mitternacht aber erhob sich lautes Rufen: Siehe, der Bräutigam kommt ! Geht hinaus, ihm entgegen !
Da standen diese Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen fertig. Die törichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, denn unsere Lampen verlöschen. Da antworteten die klugen und sprachen: Nein, sonst würde es für uns und für euch nicht genug sein; geht aber zum Kaufmann und kauft für euch selbst. Und als sie hingingen zu kaufen, kam der Bräutigam; und die bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Türe wurde verschlossen. Später kamen auch die andern Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, tu uns auf ! Er antwortete aber und sprach:
Wahrlich, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. Darum wachet ! Denn ihr wisst weder Tag noch Stunde.

Liebe Gemeinde,

wortwörtlich gelesen fand ich diesen Text nicht gerade besonders „Jesuslike“. Da mahnt uns Jesus immer wieder zu aufopferungsvoller Nächstenliebe und dann hört die Nächstenliebe schon dann auf, wenn Öl für ein paar Lampen geteilt werden soll. Mehr Egomanie geht doch wohl kaum.

Aber dann bin ich über die ersten Worte des Predigttextes gestolpert, die man gerne vergisst angesichts des dramatischen Geschehens in diesem Text. Es geht nämlich um das Himmelreich, also ein Gleichnis, welches wir heute Morgen versuchen wollen einander zu erklären.

1. Kluge und Törichte

Auf dieser Erde leben kluge und törichte Menschen beieinander. Wie wir unserem Predigttext entnehmen können, schaut der Alltag beider Gruppen in etwa gleich aus. Auf den ersten Blick können wir also einen törichten Menschen gar nicht von einem klugen Menschen unterscheiden.

Es geht in unserem Predigttext ja auch nicht um das, was wir unter dumm und klug auf Erden verstehen, sondern es geht um die, ich nenne sie einmal, Himmelsklugheit und Himmelsdummheit.

Mit dem Bräutigam in unseren heutigen Predigttext ist übrigens der Herr Jesus selbst gemeint. Und dieser gibt uns indirekt den Auftrag, dass wir uns ganz speziell auf den Tag vorbereiten sollen, an welchem wir ihm gegenübertreten, also dass wir himmelsklug handeln sollen.

Die uns im Glauben vorausgegangen sind haben dies schon hinter sich, uns steht dieser Moment hingegen noch bevor. In dem Moment, wo wir unseren irdischen Körper verlassen, stehen wir ihm nämlich direkt gegenüber.

Dann wird sich zeigen, ob wir himmelsklug oder himmelsdumm waren. Direkt nach unserem Sterben wird sich nämlich auch entscheiden, wo wir unsere Ewigkeit verbringen werden. Verbringen wir sie mit Gott zusammen im Himmel, dann haben wir in der Tat himmelsklug gelebt. Oder verbringen wir die Ewigkeit in der ewigen Verdammnis, dann haben wir nämlich himmelsdumm gelebt.

Denn hier auf Erden legen wir den Grundstein für Himmel oder Hölle.

Himmelsdumm, liebe Gemeinde, leben all die Menschen, die mit Gott nichts zu tun haben wollen. Gott überall außen vor lassen, so leben, als ob es ihn gar nicht gibt, und auch gar keinen Gedanken daran verschwenden, dass es ihn vielleicht doch geben könnte. Das sind untrügliche Anzeichen für einen himmelsdummen Lebensstil.

Aber was ist denn im Gegensatz dazu ein himmelskluger Lebensstil ?

2. Das Öl

Das Öl in unserem Gleichnis ist ein Sinnbild für eine persönliche Beziehung mit unserem Herrn. Himmelsklug lebe ich dann, wenn ich diese persönliche Beziehung nicht nur eingehe, sondern diese auch permanent pflege.

Wenn ich in ihm bleibe, dann bleibt er auch in uns. Das verspricht er uns. Garantiert. Das bedeutet zunächst einmal ganz praktisch, dass ER bei mir das Sagen hat. Nicht mehr ich bestimme den Kurs meines Lebens, sondern ich lasse Jesus die Stationen meines Lebens bestimmen.

Über die schönsten Erlebnisse kann ich mich mit ihm zusammen freuen.
Geteilte Freude ist bekanntlich doppelte Freude. Und mit ihm an meiner Seite kann ich auch die leidvollen Zeiten meines Lebens durchstehen.
Bekanntlich ist ja auch geteiltes Leid ein halbes Leid.

Wenn ich diese Beziehung pflege, dann lebe ich auch wenn ich sterbe.
Klingt irgendwie paradox. Ist es aber nicht. Mit Jesus an meiner Seite habe ich das ewige Leben. Auch das Sterben, das für den Weltmenschen häufig das Ende aller Dinge bedeutet, hat für uns Christen eine ganz andere Dimension.

Stellen wir uns das ganze doch einfach mal so vor, dass wir alle von einer weiteren Dimension, die wir hier auf Erden zwar manchmal spüren und fühlen, aber nicht direkt sehen können, umgeben sind. Bei unserem irdischen Tod gehen wir ganz einfach diesen einen Schritt in die göttliche Dimension weiter. Dann dürfen wir schauen, was wir ein Leben lang geglaubt haben.

Das mag auch ein Grund dafür sein, dass ich so viele Christen habe mit einem Lächeln auf den Lippen einschlafen sehen. Vielleicht war das ja ein kleiner Gruß aus der Ewigkeit an die, die noch in der Zeit leben ?

3. Verweigerung des Teilens

Auch wenn es sich um ein Gleichnis handelt, bleibt dieser Vorgang doch recht undurschaubar. Aber irgendwas muss doch dahinterstecken. Wir hatten ja vorhin über die himmelsdummen Menschen kurz gesprochen.

Das sind genau die, die eben kein Öl dabei haben. Das sind diejenigen, die sich ihr leben lang überhaupt nicht um Gott gekümmert haben. Aber auch für die himmelsdummen schlägt das letzte Stündlein. Und da wird es ihnen auf einmal schmerzhaft bewusst, wie verkehrt sie doch gelebt haben und was sie alles unterlassen haben.

Und jetzt ist guter Rat teuer. Gut, der Weg zum Kaufmann den kann man ja noch versuchen. Aber wie wir gesehen haben, war auch das zu spät. Liebe Gemeinde, ich möchte keinem Menschen Angst machen, aber ich muss darauf hinweisen, dass es ein „zu spät“ gibt. Es gibt ein „zu spät“ um in den Himmel zu gelangen.

Der Schächer am Kreuz wird ja gern herangezogen, wenn es um die Bekehrung in letzter Minute geht. Aber keiner kann uns garantieren, dass wir auch so eine Möglichkeit erhalten werden.

Solange wir leben, solange haben wir es in der Hand, wo wir die Ewigkeit verbringen möchten. Aber weiß einer unter uns, ob er den morgigen Tag noch erlebt ? Daher lassen Sie uns alle heute unsere Lampen nehmen und dafür sorgen, dass sie stets brennen. Dann sind wir auf den Moment gut vorbereitet, an welchem wir unserem Herrn gegenübertreten dürfen.

Und dann dürfen wir gewiss auch all unser Lieben wiedersehen, an die wir heute vielleicht noch ein wenig schmerzvoll denken. Daher ist der heutige Tag auch kein Totensonntag, sondern für uns alle in der Tat ein Ewigkeitssonntag.

Den Weg auf Erden direkt in die Ewigkeit beschreibt der Liederdichter Johann Walter sehr schön in dem 5. Vers seines Liedes „Herzlich tut mich erfreuen…“ (EG 148), der da lautet, wie folgt:

Er wird uns fröhlich leiten ins ewig Paradeis, die Hochzeit zu bereiten zu seinem Lob und Preis.
Da wird sein Freud und Wonne in rechter Lieb und Treu aus Gottes Schatz und Bronne und täglich werden neu.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ein Kirchenjahr neigt sich dem Ende zu und das neue beginnt bereits in der nächsten Woche. Nutzen wir heute den Tag um auch uns auf die Ewigkeit einzustimmen und gedenken wir ab der nächsten Woche wieder dem, der uns den Weg dahin überhaupt erst bereitet hat.

Ich wünsche Ihnen allen eine schöne voradventliche Woche und freue mich, Sie alle am 1. Advent hoffentlich wieder begrüßen zu dürfen.

Herzliche Segensgrüße sendet Ihnen allen Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 22. Sonntag nach Trinitatis. Des Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei Matthäus im 18, Kapitel, die Verse 21-35. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Da trat Petrus zu ihm und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder, der an mir sündigt, vergeben? Genügt es siebenmal? Jesus sprach zu ihm:
Ich sage dir: nicht siebenmal sondern siebzigmal siebenmal. Darum gleicht das Himmelreich einem König, der mit seinen Knechten abrechnen wollte. Und als er anfing abzurechnen, wurde einer vor ihn gebracht, der war ihm zehntausend Zentner Silber schuldig. Da er’s nun nicht bezahlen konnte, befahl der Herr, ihn und seine Frau und seine Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen und damit zu bezahlen. Da fiel ihm der Knecht zu Füßen und flehte ihn an und sprach: Hab Geduld mit mir; ich will dir’s alles bezahlen. Da hatte der Herr Erbarmen mit diesem Knecht und ließ ihn frei und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging dieser Knecht hinaus und traf einen seiner Mitknechte; der war ihm hundert Silbergroschen schuldig; und er packte ihn und würgte ihn und sprach:
Bezahle, was du mir schuldig bist ! Da fiel sein Mitknecht nieder bat ihn und sprach: Hab Geduld mit mir; ich will dir’s bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin und warf ins Gefängnis, bis er bezahlt hätte, was er schuldig war. Als aber seine Mitknechte das sahen, wurden sie sehr betrübt und kamen und brachten bei ihrem Herrn alles vor, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich und sprach zu
ihm: Du böser Knecht ! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich gebeten hast; hättest du dich da nicht auch erbarmen sollen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmt habe? Und sein Herr wurde zornig und überantwortete ihn den Peinigern, bis er alles bezahlt hätte, was er ihm schuldig war. So wird auch mein himmlischer Vater an euch tun, wenn ihr einander nicht von Herzen vergebt, ein jeder seinem Bruder.

Liebe Gemeinde,

heute geht es also um die Frage der Vergebung, die Petrus mit seiner Frage sehr schön einläutet. Ich denke, dieses Thema ist für uns alle relevant, weil wir tagtäglich mit diesem Thema umgehen müssen. Entweder weil wir selber Fehler begangen haben oder aber andere Menschen uns gegenüber solche begangen haben. Schauen wir uns doch dieses spannende Thema heute Morgen einmal aus der Petrus-Perspektive heraus an.

1. Die falsche Frage

Vergebung ist sicherlich niemals eine einfache Angelegenheit. Das wusste sicherlich auch Petrus. Einmal jemandem vergeben, ok, das geht ja gerade noch. Aber der gleichen Person mehrmals zu vergeben, da muss man schon ein echter Christ sein, damit man dies hinbekommt.

Also legt Petrus noch eine Schüppe drauf und geht gleich auf die siebenmalige Vergebung. Innerlich wird er sich vielleicht gedacht haben, dass Jesus zu ihm sagt: Lieber Petrus, das geht dann doch zu weit 2-3 mal Vergebung das ist in unserem christlichen Auftrag, aber siebenmalige Vergebung soweit musst du nun wirklich nicht gehen.

Und dann kommt die Antwort mit der Petrus nun wirklich nicht gerechnet hatte. Siebzigmal siebenmal. Das kann doch kein Mensch leisten. Das ist auch richtig, wenn man es aus der Petrusperspektive heraus betrachtet.

Wenn ich Vergebung als einen Akt der Willenskraft betrachte, womit ich unter einer ganzer Menge Selbstbeherrschung mich dazu zwinge, dem anderen zu vergeben, dann wird das alles ein riesiges christliches Gekrampfe, das irgendwann einmal mächtig explodiert und dann fliegen so richtig die Fetzen. Wenn ich Vergebung so sehe, dann ist 2x schon zu viel.

Sehen wir die Vergebung doch einmal aus einer anderen Sicht. Wie oft ist uns von unserem Herrn, wie dem Knecht in unserem Predigttext, unsere ganze Schuld vergeben worden. Jedes Mal wenn wir das Vaterunser beten, dann bitten wir auch um die Vergebung unserer Schuld. Und wenn wir dies ernsthaft beten, dann wird uns jedes Mal unsere gesamte Schuld auch tatsächlich vergeben.

Wenn wir uns dies vor Augen führen, dann können wir bestimmt die Erleichterung spüren, mit welcher der Knecht aus dem Hause des Königs ging. So geht es auch uns, die wir tagtäglich persönliche Vergebung erfahren dürfen.

So, und jetzt geht es darum wie wir reagieren, wenn jemand an uns schuldig wird. Wir können jetzt natürlich sagen, wie mir vergeben worden ist, so muss ich wohl auch meinem Nächsten vergeben. Und schon sind wir wieder mittendrin in dem christlichen Gekrampfe. Das kann ja auch nicht gut gehen, da bei der ganzen Aktion wieder unser eigener Wille im Mittelpunkt steht.

Also was sollen wir jetzt tun? Wir sollen unseren Blick dem Kreuz zuwenden und den Herrn Jesus bitten, uns doch bitte nicht so werden zu lassen, wie den Knecht aus unserem Predigttext, der seinem Mitknecht ja eben nicht vergeben wollte. Wenn wir den Herrn Jesus so bitten, dann wird er uns auch eine Gesinnung schenken, die uns eine echte Vergebung möglich macht. Der Wille, der kommt dann ganz automatisch.

Wichtig ist, dass wir im Hinterkopf behalten, dass es eben nicht mehr unsere Kraft ist, die dies bewirkt, sondern die Kraft dessen, der in uns wohnt und uns mächtig zur Vergebung macht. Wer das einmal ganz persönlich erlebt hat, der erfährt auch, aus welcher inneren Abhängigkeit heraus er mit dem Herrn zusammenlebt. Der muss dann schließlich eingestehen, dass er selber nichts aber der Herr alles kann.

2. Vergebung empfangen

Keine Sorge, die beiden nächsten Punkte werden kürzer als der erste.
Unser Predigttext beginnt ja mit der Tatsache, dass dem Knecht totale Vergebung widerfahren ist. Trotzdem gibt er sie nicht weiter.

Wem aber selber (noch) keine Vergebung widerfahren ist, liebe Gemeinde, der kann sie doch auch gar nicht weitergeben. Was ich selber nicht erlangt habe, wie bitteschön will ich denn dies weitergeben?

Hier geht es dann zunächst einmal darum, dass ich meinen persönlichen Frieden mit Gott finde. Indem ich ehrlichen Herzens zu ihm gehe, ihm alle meine Sünden bekenne und diese auch bereue kann ich Vergebung erlangen. Und mit dieser Vergebung wird mein Herz frei von allem Groll und Neid und allen anderen Gefühlen, die mir dabei im Wege standen, anderen zu vergeben.

Erst dann kann ich vorgehen, wie wir es im ersten Punkt gesehen haben.

3. Sofort reagieren

Nehmen wir einmal das Vaterunser. „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“. Diese Sätze stehen in einem unmittelbaren Kontext. So sollen sie auch angewandt werden.

Da beten wir nämlich nicht „wie auch wir irgendwann vielleicht einmal unseren Schuldigern vergeben werden“ da beten wir dies in einem zeitlichen Rahmen der ganz dicht beieinander liegt.

Wenn wir nur an unserer eigenen Vergebung festhalten, dann sind wir wie ein Staffelläufer, der den Staffelstab nicht an den nächsten Läufer weiterreicht, sondern immer weiter und immer weiter läuft, den Staffelstab ganz fest in der Hand. Und was wird passieren? Ganz genau, irgendwann wird er ganz einfach zusammenbrechen.

Wenn wir das Thema der Vergebung ganz fest in unserem Herzen tragen, dieses aber nicht in die Tat umsetzen, dann werden wir zwangsläufig scheitern. Vergebung lebt ganz einfach vom Tun, also vom Weitergeben.
Legen wir doch gleich mal unter der Zuhilfenahme der Regeln unter Punkt
1 damit los. Vielleicht haben wir alle haben tief in unserem Herzen Menschen denen wir bisher nicht vergeben konnten.

Lasen Sie uns doch diese Angelegenheiten vor unseren Herrn bringen und diesen Menschen ein für alle mal ihr Tun vergeben. Wen wir dies tun, dann werden wir auch unseren Frieden für uns selber finden werden.

Wenn wir selber absolut keinen Frieden für uns finden können, dann sollten wir uns wirklich einmal in aller Ruhe mit dem Thema beschäftigen, was denn von unserer Seite aus diesem Frieden im Wege stehen könnte. Fragen wir doch unseren Herrn direkt danach. Und dann lassen Sie uns des aus dem Weg räumen.

Stellen wir uns das Ganze noch einmal bildlich vor. Wir empfangen Vergebung durch unseren Herrn, unsere Hand ruht in der Hand des Herrn.
Nunmehr sollen wir mit der anderen Hand aber keine Faust ballen, die dem anderen die Möglichkeit der Vergebung nicht gewährt. Im Gegenteil, wir sollen die andere Hand ganz liebevoll in die Hand des Nächsten legen, wie Gott auch unsere Hand ganz liebevoll festhält. Dann, liebe Gemeinde, erfolgt eine ganze Kettenreaktion der Vergebung; denn auch der andere wird davon nicht unberührt bleiben.

Das Erbarmen, welches uns widerfährt, dies beschreibt der Liederdichter Philipp Friedrich Hiller sehr schön in dem 1. Vers seines Liedes „Mir ist Erbarmung widerfahren…“ (EG 355), der da lautet, wie folgt:

Mit ist Erbarmung widerfahren,
Erbarmung, deren ich nicht wert;
das zähl ich zu dem Wunderbaren,
mein stolzes Herz hat’s nie begehrt.
Nun weiß ich das und bin erfreut
und rühme die Barmherzigkeit.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse leuchten Sein Angesicht über Dir und sei Dir gnädig Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen frohen Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Reformationstag des Jahres 2015. Allein durch den Glauben, allein durch die Gnade und allein durch die Schrift so lautete die These Luthers. Dann lassen Sie uns zunächst einmal schauen, welche Schrift uns für den heutigen Predigttext vorgegeben ist. Wir finden den Predigttext für den heutigen Reformationstag im 10. Kapitel des Matthäusevangeliums, die Verse 26b bis 33. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Es ist nichts verborgen, was nicht offenbar wird, und nichts geheim, was man nicht wissen wird. Was ich euch sage in der Finsternis, das redet im Licht; und was euch gesagt wird in das Ohr, das predigt auf den Dächern.
Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, doch die Seele nicht töten können; fürchtet euch aber vielmehr vor dem, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle. Kauft man nicht zwei Sperlinge für einen Groschen? Dennoch fällt keiner von ihnen auf die Erde ohne euren Vater. Nun aber sind auch eure Haare auf dem Haupt alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht; ihr seid besser als viele Sperlinge. Wer nun mich bekennt vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater.

Liebe Gemeinde,

wenn Luther mit seinem sola scriptura die Schrift, also die Bibel ganz besonders herausstellt dann soll dies für uns bedeuten, dass die Bibel unsere zentrale Informationsstelle sein soll. Sekundärliteratur so schön sie auch manchmal sein mag stellt keinen Ersatz für die Erkenntnisse dar, die uns die Schrift bietet. Also lassen Sie uns heute auch ganz eng bei der Schrift bleiben.

Wenn uns die Bibel, also Gottes Wort, etwas sagt, dann dürfen wir getrost darauf vertrauen, dass diese Worte auch voll und ganz der Wahrheit entsprechen. Und in unserem heutigen Predigttext warnt die Bibel uns ganz besonders vor den Machenschaften des Teufels.

Halten wir also zunächst einmal fest: Wenn die Bibel sagt, dass es einen Teufel gibt, dann gibt es auch einen. Alle noch so schönen Versuche, ihn zu negieren sind von vornherein zum Scheitern verurteilt. Und wenn die Bibel uns klipp und klar vor dem Teufel warnt, dann sollten bei uns alle Alarmglocken auf einmal angehen. Der Teufel versucht nämlich, uns in die Hölle zu bugsieren. Das heißt im Klartext: Weg von Gott direkt in das ewige Verderben hinein.

Wenn Jesus uns so eindringlich vor dem Teufel warnt, dann hat dies auch seinen Grund. Die Tricks des Teufels sind nämlich meist nicht auf den ersten Blick erkennbar. Ich schlage daher vor, dass wir uns heute einmal ganz praktische die Vorgehensweisen des Teufels anschauen, damit wir zukünftig seine Angriffe noch besser als solche erkennen können.

1. Sollte Gott gesagt haben

Mit diesen Worten verführte die Schlange, also der Teufel, Eva schon im Paradies. Wie sähe das denn heute bei uns aus? Wie könnte der Teufel bei uns vorgehen? Ich denke er würde zu mir sagen: Natürlich gibt es einen Gott und natürlich glaube ich auch an ihn. Ich kenne ihn ganz genau. Und dann würde er bestimmt versuchen, mich mit seinen Bibelkenntnissen zu überzeugen.

Und dann käme irgendwann der Angriff des Teufels. Er würde sagen: So darfst Du das nicht sehen. Schau, ich habe Dir bewiesen, wie gut ich die Bibel kenne. Glaube mir, so hat Gott das nicht gemeint. Natürlich sollst Du nicht stehlen, das steht ja schon so in der Bibel. Aber das ist doch kein stehlen, wenn Du Dir einfach mal die neue Software für den PC von dieser oder jener Plattform herunterlädst. Der Bill Gates, der hat doch so viel Geld, das fällt doch gar nicht auf.

Und so habe ich auf einmal ein reines Gewissen, wenn ich jetzt die Software herunterlade.

Wenn Luther mir seinem sola scriptura ganz direkt auf die Schrift abzielt, dann wissen wir jetzt auch warum. Gegen den Teufel sind wir allein machtlos, sobald wir aber die Bibel zu Rate ziehen dann muss der Teufel klein beigeben.

Nichts anderes lehrt uns auch Jesus, als er vom Teufel versucht worden ist in der Wüste.

2. Der Herr der Welt

Die Macht des Teufels besteht auch darin, dass er der Herr dieser Welt, der Herrscher dieser Erde ist. Ich wollte dies eigentlich niemals glauben, aber lesen wir einmal den Bericht über die Versuchung Jesu in der Wüste.

Der Teufel führte Jesus auf einen hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche dieser Welt. Dann sagte der Teufel zu Jesus: Das alles will ich dir geben….. Nun ist es ja so, liebe Gemeinde, ich kann nur etwas abgeben von dem, was mir sowieso gehört. Würde ich mich an fremdes Eigentum heranwagen, käme zurecht der Eigentümer dazwischen und wollte sein Eigentum zurückhaben, so ich es versuchen würde zu verschenken.

Und diese freie Verfügungsbefugnis setzt der Teufel ganz geschickt ein.
Er weiß genau, wen er womit am besten ködern kann. Dem einen bedeutet Reichtum alles. Nun diesem verspricht er eine Traumkarriere. Alles was er dafür tun muss ist fortan nur noch auf ihn zu hören und ihm zu folgen. Der andere möchte gern ein angesehener Bürger seines Landes sein. Nun gut, soll er halt erfolgreicher Politiker werden. Alles was er dafür tun muss ist….

Das fatale ist, dass wir anfangs gar nicht merken, dass hier der Teufel am Werke ist. Zu schön sind die Versprechungen, zu toll sind die Aussichten. Da achten wir dann eben nicht mehr so genau darauf, wer uns denn da was auch immer verspricht.

Und hier müssen wir höllisch aufpassen, dass wir nicht in de Fänge des Teufels geraten. Toll, und wie machen wir das ? Indem wir den Kontakt zu unserem Herrn suchen und ihn fragen, was er denn von dem einen oder anderen Angebot hält. Er wird uns schon die Augen öffnen.

3. Wehret den Anfängen

Es gab früher einen Karnevalsschlager mit dem Namen „Wir sind alle kleine Sünderlein…“Die Älteren unter uns werden ihn sicherlich noch kennen. Schlicht und einfach in Reimform dargeboten wird die Sünde als normale Lebensform präsentiert. Wir sind halt eh alle Sünder, was soll’s machen wir eben weiter so. Ist doch nicht so schlimm.

Und hier setzt sie an die Verhramlosungstaktik des Teufels. Mit Parolen:
„Das machen doch all so..“ „Sei doch nicht blöde, mach einfach mit…“
und ähnlichen Ermunterungen werden wir vom Teufel dazu angestachelt etwas zu tun, wogegen sich anfangs auch noch unser Gewissen gewehrt hat.

Aber wenn das alle so machen, dann kann es doch eigentlich gar nicht falsch sein. Klingt zumindest logisch, ist es aber nicht. Eine Lüge wird nicht deswegen zur Wahrheit, weil sie tausendfach wiederholt wird.

Und bei dem „Sei doch nicht blöde..“ packt uns der Teufel bei unserer Ehre. Wer will denn schon gerne als Blödmann dastehen. Also macht man wieder mit. Und schon hat der Teufel fast sein Ziel erreicht.

Mit dem ersten Schritt in die falsche Richtung gehen wir den Beginn des Weges der in der ewigen Verdammnis enden kann. Und das eigentlich gefährliche ist, dass wir uns anfangs unter Umständen auch noch so richtig wohl fühlen auf diesem Wege. Erst dann, wenn wir uns so richtig schlecht fühlen, dann erkennen wir erst, was wir gemacht haben, bzw.
welchen falschen Weg wir gegangen sind. Und dann ist es auch wieder der Teufel, der uns klarzumachen versucht, dass der Versuch der Umkehr nicht gelingen kann und wird.

Aber auch hier kommt die gute Nachricht. Für die Umkehr auf den rechten Weg ist es nie, nie, niemals zu spät. Wer das nicht glauben kann, dem empfehle ich einmal das Gleichnis von dem verlorenen Sohn zu studieren.
Der ehemals reiche Sohn aus gutem Hause war dermaßen abgerutscht, dass er sich noch nicht einmal vom Schweinefutter ernähren konnte. Als er den Entschluss fasste, die Heimkehr anzutreten, nahm ihn der Vater sofort wieder in seine liebenden Arme und hieß ihn von Herzen willkommen im Vaterhause.

Egal wir tief wir auch in satanische Machenschaften verstrickt sein können, es ist niemals zu spät, umzukehren. Umzukehren hin zu unserem Vater im Himmel. Wie er den verlorenen Sohn in seine liebevollen Arme genomen hat, so nimmt er auch einen jeden von uns in seine Arme, der zu ihm zurückkehren möchte.

Bei allen Kämpfen gegen den Teufel steht uns auch unser Herr Jesus Christus zur Seite. Wir müssen diese Kämpfe der Abkehr und der Umkehr nämlich gar nicht alleine ausfechten. Dies beschreibt Martin Luther sehr schön in dem 2. Vers des Liedes „Ein feste Burg ist unser Gott…“, der da lautet, wie folgt:

Mit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott selbst hat erkoren.
Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muss er behalten.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Samstagabend und sage einmal von hier aus: Bis morgen.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber