Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 19. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Kapitel des Markusevangeliums, die Verse 32-39. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Am Abend aber, als die Sonne untergegangen war, brachten sie zu ihm alle Kranken und Besessenen. Und die ganze Stadt war versammelt vor der Tür. Und er half vielen Kranken, die mit mancherlei Gebrechen beladen waren, und trieb viele böse Geister aus und ließ die Geister nicht reden; denn sie kannten ihn. Und am Morgen, noch vor Tage, stand er auf und ging hinaus. Und er ging an eine einsame Stätte und betete dort. Simon aber und die bei ihm waren, eilten ihm nach. Und als sie ihn fanden, sprachen sie zu ihm: Jedermann sucht dich. Und er sprach zu ihnen: Lasst uns anderswohin gehen, in die nächsten Städte, dass ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen. Und er kam und predigte in ihren Synagogen in ganz Galiläa und trieb die bösen Geister aus.

Liebe Gemeinde,heute sind wir live dabei, wie Jesus auf Erden gewirkt hat. Dieses Wirken hat auch Auswirkungen auf unser eigenes Christenleben. Schauen wir uns doch Jesu Wirken einmal etwas genauer an.

1. Jesus heilt

Jesus heilte alle Kranken, die man zu ihm brachte. Jesus trieb aber auch böse Dämonen aus. Darüber mögen wir vielleicht ein wenig schmunzeln und innerlich sagen: Die gibt’s doch gar nicht. Auf den ersten Blick mag ich uns auch recht geben.

Aber schauen wir uns doch einmal an, wie viele Menschen in Süchten jedweder Art gefangen sind. Ich meine nicht nur Alkohol- und Drogensüchte. Denken wir nur einmal an Internetsucht oder die Spielsucht. Allen gemein ist doch, dass eine innere Stimme den Süchtigen immer tiefer in den Abgrund treibt und er von allein gar nicht aus dieser Sucht herauskommen kann.

Anders als wie viele Krankheiten beginnt die Wirkung der Dämonen bei den Süchten ganz langsam sodass man die Gefahr am Anfang gar nicht bemerken kann. Der Teufel ist ja schließlich nicht dämlich.

Ich hatte einen guten Freund, der sich ein Spielprogramm für das Casino zurechtgebastelt hatte. Jede Woche ging er einmal in ein Casino und kam immer mit kleinen, bescheidenen Gewinnen nach Hause. Irgendwann reizte ihn doch etwas an dem schnellen und großen Geld, was man ja in einem Casino gewinnen kann. So nahm er den Gewinn der vergangenen Monate und probierte sein System im großen Stil aus und verlor alles. Er hörte aber nicht auf und nahm sich Kredite auf, weil eine innere Stimme ihm sagte, dass er nur weitermachen müsste, dann käme schon der große Gewinn. Und der kam natürlich nicht.

Was können wir daraus lernen? Seien wir vorsichtig, wenn es um den Umgang mit dämonischen Mächten geht. Das Gläschen in Ehren kann bald schon zum Fässchen werden ohne dass wir gar nicht mehr leben möchten. Der totsichere Casinotipp kann uns bald schon in den Ruin führen ohne das wir dies bewusst mitbekommen. Der vielleicht harmlose Joint kann uns schon bald in die Abhängigkeit von harten Drogen führen.

Gewiss, Jesus kann uns auch heute noch mit einem Schlag von diesen Süchten befreien, aber wir müssen sie ja trotzdem nicht reizen, die Dämonen, die uns dort hineintreiben wollen.

2. Jesus betet

An vielen Stellen der Bibel lesen wir, dass Jesus nach seinen Heilungstaten und anderem wunderbaren Wirken stets die Stille suchte. In dieser Stille besprach er sich mit seinem Vater im Himmel und erhielt die notwendige Kraft für sein weiteres Wirken.

Ohne Gebet keine Kraft und ohne Gebet keine Vollmacht. Dies sollten wir auch in unserem Alltags- und Christenleben, die natürlich zusammengehören, stets berücksichtigen.

Es ist ganz wichtig für unser Überleben, dass wir den Kontakt zu unserem Vater im Himmel nicht abreißen lassen. Gebet ist bekanntermaßen das Gespräch mit Gott und kein herunterleiern von wohlformulierten hochtheologischen Reimen.

Gott möchte uns helfen. Er möchte, dass wir mit allem, was uns bedrückt zunächst zu ihm kommen und ihm alles vor die Füße legen. Gott möchte uns trösten, er möchte uns aber gleichzeitig auch stärken für das Leben in der Welt.

Ein Bekannter von mir ist Pfarrer in einer unserer Nachbargemeinden. Er beklagte sich einmal darüber, dass er einfach keine Zeit mehr für das Gebet habe. Es sei ja auch nicht so wichtig. Im Laufe der Jahre bemerkte dies auch seine Gemeinde. Er predigte über alles, aber kaum mehr über Gott. Und so kam es, dass er irgendwann in einem Burnout landete.

Halten wir also fest am Gebet zu unserem Herrn. Natürlich haben wir alle wenig Zeit. Dafür nur ein paar Tipps. Stellen wir doch unseren Wecker einfach 15 Minuten vor der sonst üblichen Zeit und beginnen den Tag mit einem Gebet. Sogar beim Zähneputzen und beim Duschen ist Zeit dafür. Nutzen wir doch den Weg zur Arbeit und zurück einfach mal wieder für ein Gespräch mit dem Herrn. Wir werden erstaunliches erleben.

Ein bekannter Evangelist sagte einmal: Wenn ich einen Tag nicht bete, merke ich dies sofort. Wenn ich zwei Tage nicht bete, dann merkt es meine Familie und wenn ich drei Tage nicht bete, dann merkt dies meine Gemeinde. Soviel zur Kraft de Gebetes.

3. Jesus predigt

Gewiss, die Heilungsgeschichten in der Bibel sind schon wahre Sensationen. Wenn Blinde wieder sehen und taube Menschen auf einmal wieder hören können dann ist dies gewaltig. Und wenn wir erfahren, dass dies auch heutzutage noch geschieht, dann können wir es fast nicht glauben.

Und doch sind dies nur Demonstrationen der Macht, die Jesu Allmacht unter Beweis stellen. Und Jesus sagt es ja selbst, dass er nicht auf die Welt gekommen ist, um Wunderheilungen zu vollziehen, sondern um zu predigen.

Und predigen, das lesen wir auch z.B. bei Wikipedia ist nichts anderes als Gottes Wort zu verkündigen. Und daher zieht Jesus immer weitere Kreise, um dieser Aufgabe auch gerecht zu werden.

Und hier kommen wir wieder ins Spiel. Das predigen ist auch unsere Aufgabe als Christen in der Welt. Dabei sollen wir im Kleinen beginnen, also im Bereich unserer Familien, danach sollen wir größere Kreise ziehen. Zum Beispiel Freunde und Verwandte und Arbeitskollegen von der frohen Botschaft zu berichten.

Wie es in einem schönen Kirchenlied heißt: „Mit Herzen, Mund und Händen..“ Predigen heißt nämlich nicht auf einer Kanzel zu stehen und die Gemeinde 20 Minuten lang zu unterhalten. Gottes Wort sollen wir überall kundtun, wo uns der Herr gerade hinstellt.

Mit dem Herzen tun wir dies, indem wir für die Nöte und Sorgen unserer Mitmenschen ein offenes Ohr haben und ihnen unsere Zeit schenken. Mit Worten tun wir dies unter anderem damit, dass wir den Menschen davon erzählen, was wir mit Jesus schon alles erlebt haben. Und mit den zupackenden Händen predigen wir ganz praktisch, wenn wir uns zum Beispiel mit unseren körperlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten in den Dienst einer Gemeinschaft einbringen oder ganz einfach dem Mitmenschen dort helfen, wo er unsere Hilfe benötigt.

Jeder von uns wird von Gott mit Fähigkeiten ausgestattet, die er in den Dienst der frohen Botschaft stellen kann. Überlegen wir doch heute Nachmittag einmal, mit welchen Fähigkeit wir unserem Herrn und unseren Nächsten dienen können.

Der Liederdichter Salomo Liscow beschreibt diese Art des Dienstes für unseren Herrn sehr schön in dem ersten Vers seines Liedes : „In Gottes Namen fang ich an…“ (EG 494), der da lautet, wie folgt:

In Gottes Namen fang ich an, was mir zu tun gebühret;
mit Gott wird alles wohlgetan und glücklich ausgeführet.
Was man im Namen Gottes tut, ist allenthalben recht und gut
und kann uns auch gedeihen.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen FriedenAmen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,
ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 14. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Markusevangelium, Kapitel 1, die Verse 40-45. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die Heilung eines Aussätzigen

Und es kam zu ihm ein Aussätziger, der bat ihn, kniete nieder und sprach zu ihm: Willst du, so kannst du mich reinigen. Und es jammerte ihn, und er streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach zu ihm: Ich will’s tun; sei rein! Und sogleich wich der Aussatz von ihm, und er wurde rein. Und Jesus drohte ihm und trieb ihn alsbald von sich und sprach zu ihm: Sieh zu, dass du niemandem etwas sagst; sondern geh hin und zeige dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, was Mose geboten hat, ihnen zum Zeugnis.

Er aber ging fort und fing an, viel davon zu reden und die Geschichte bekanntzumachen, so dass Jesus hinfort nicht mehr öffentlich in eine Stadt gehen konnte; sondern er war draußen an einsamen Orten; doch sie kamen zu ihm von allen Enden.

Liebe Gemeinde,wenn wir uns den Text einmal etwas intensiver ansehen, dann beschäftigt er sich genau mit dem, was wir als gläubige Menschen tun sollen. Lassen Sie uns heute Morgen darüber einmal etwas intensiver nachdenken.

1. Jesus – Die Entscheidung

Viele Menschen geben an, religiös zu sein und an einen Herrgott zu glauben. Gut, dass es einen Herrgott gibt, das weiß auch der Teufel. Schon weit weniger Menschen besuchen regelmäßig Gottesdienste, Gemeinschaftsstunden und andere Formen der christlichen Zusammenkunft. Und ganz wenige Menschen sind wie der Aussätzige aus unserem Predigttext.

In unserer heutigen Gesellschaft lassen viele Menschen Gott einen guten Mann sein, an den man sich zu Weihnachten und Ostern gern erinnert und der auch bei Taufe und Heirat seinen Segen dazugeben darf. Und schließlich so ganz ohne kirchlichen Segen will man ja auch nicht den Friedhof bevölkern.

Unser Aussätziger hingegen hatte mit alle dem religiösen Gedöns nicht viel am Hut. Er hatte aber mit dem was am Hut, der ihn heilen konnte. Er wusste dass Jesus ihn heilen konnte. Das sagte er auch indem er äußerte: „Willst du, so kannst du mich reinigen.“ Es ging ihm also nicht um das ob, sondern dass Jesus ihn reinigen wollte.

Ich glaube, davon sind viele Menschen heute meilenweit entfernt. Viele Menschen glauben, dass sie in den Himmel kommen werden, aber sie glauben nicht daran, dass der auferstandene Herr Jesus tagtäglich auch in ihrem Alltag präsent ist.

Und dabei ist genau dies der Fall. Aber Jesus ist kein hyperaktiver klerischer Hektiker, der von sich aus alles geradebiegt, was irgendwie schief gelaufen ist. Nein, Jesus macht nur etwas, wenn wir ihn auch darum bitten. Er mischt sich also nicht einfach ungefragt in unser Leben ein.
Genau hier können wir uns an dem Aussätzigen ein Beispiel nehmen. Gehen wir doch wieder mit allem, was uns bedrückt zu unserem Herrn. Nichts ist ihm zu groß, als dass er uns nicht helfen könnte. Und kein Anliegen ist ihm zu klein, als dass er sich dafür nicht interessieren würde.

Viele Menschen haben mir schon  berichtet, dass sie sehr wenig oder gar nichts mit Jesus erleben. Wenn ich dann frage, worum sie ihn denn erfolglos gebeten haben kommt meist das berühmte Schweigen im Walde.

2. Jesus – Der Weg

„Und Jesus trieb ihn alsbald von sich..“, so lesen wir es weiter in unserem Predigttext. Da hat also ein Mensch sein Vertrauen in Jesus gesetzt und dann dies. Auf den ersten Blick ist dies auf jeden Fall für mich alles andere als verständlich.

Aber auf den zweiten Blick steckt etwas ganz anderes dahinter. Schauen wir uns doch einmal in unseren Kirchen und anderen Veranstaltungen um. Da geht es doch liebevoll, harmonisch und freundlich zu. Jeder nimmt auf den Anderen Rücksicht. Da möchte man doch gar nicht mehr nach draußen zurück in die Welt gehen.

So erging es auch unserem Aussätzigen. Er wollte vermutlich nur eines, nämlich bei dem bleiben, der ihn geheilt hatte. Das ist auch nur all zu verständlich. Aber Jesus geht es ja gerade darum, dass seine Botschaft möglichst viele Menschen erreicht.

Wenn wir uns innerkirchlich abschotten wie Geheimbünde, dann wird unsere Botschaft auch kaum draußen ankommen. Erst dann, wenn wir in unseren Familien, in unserem Bekanntenkreis und auf unserer Arbeitsstelle den Menschen von Jesus berichten, erst dann haben immer mehr Menschen die Chance auch ihr ganz persönliches Ja zu Jesus zu sagen.
Jesus sagt nicht „Bleibet drin“, sonder er sagt „Gehet hin“. Übrigens auch nachzulesen im 28. Kapitel des Matthäusevangeliums. Nun kann das Ganze natürlich ziemlich holprig werden und wir werden sicherlich das ein oder andere Mal anecken. Auch daran hat unser Herr gedacht, als er uns seinen Missionsbefehl gegeben hat.

Jesus lässt uns ja nicht allein auf weiter Flur unseren Dienst verrichten nach dem Motto: Dann seht mal zu, wie ihr zurechtkommt. Nein unser Herr gibt uns folgendes Versprechen mit auf unseren Weg: Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Und darauf dürfen wir uns felsenfest verlassen.

3. Jesus – Der Magier

Da kommt jemand mit einer recht unschönen Hautkrankheit zu unserem Herrn und wie durch ein Wunder ist diese Krankheit im Nu verschwunden. Würde mir das passieren, ich würde es doch am liebsten auch sofort in die ganze Welt hinausposaunen, was der Herr an mir getan hat. Das wirft doch ein ganz besonderes Licht auf meinen Herrn. Das muss ihm doch recht sein, wenn ich das allen Menschen erzähle.

Und was macht Jesus? Er verbietet es dem Aussätzigen darüber zu reden. Stattdessen soll der Geheilte ganz einfach weiter seinem religiösen Leben nachgehen. Irgendwie schon komisch, oder?

Vor einigen Jahren ist ein Fallschirmspringer namens Felix Baumgartner aus einer Höhe von rund 40 km auf die Erde gesprungen. Wochen vorher und Wochen nachher wurde über dieses Ereignis in den Medien berichtet. Und wer spricht heute noch darüber? Kaum noch einer.
Besondere Ereignisse, und dazu zählen auch Wunderheilungen, sind immer nur eine Zeitlang interessant. Ist der spektakuläre Moment erst einmal vorbei, wendet man sich alsbald wieder dem Tagesgeschehen zu. Das wusste auch unser Herr.

Mit dem Verbot des Weitererzählens wollte er vermeiden, dass er nur auf seine Wunder reduziert wird. Jesus war weit mehr als ein Wunderheiler. Er, der Erlöser der ganzen Menschheit, wollte eben nicht auf ein paar Wundergeschichten reduziert werden. Er wollte, dass man ihm im Glauben nachfolgt.

Und genau so ist es heute auch noch. Wir sollen behutsam, das heißt keinesfalls zögerlich, mit unserem Glauben umgehen. Wie mache ich dies am besten? Indem der Herr Jesus das zentrale Element in meinem Leben darstellt. Gewiss kann er auch heute noch in mein Leben eingreifen und mich vor allerlei Schaden und Gefahren bewahren. Aber viel wichtiger ist es doch, dass ich ihn als treuen Begleiter in meinem Leben zur Seite habe, auch wenn es mal durch dunkle Täler geht.

Auch wenn ich es in diesen Momenten nicht unbedingt spüre, dann bereitet er doch schon im Hintergrund einen Tisch im Angesicht meiner Feinde, wo er mein Haupt salben und mir voll einschenken wird.

Wenn ich Jesus so zum Zentrum meines Lebens mache, dann darf ich auch erfahren dass mir Gutes und Barmherzigkeit folgen werden mein Leben lang. Und das ist doch weit mehr als ein Wunder. Das ist doch DAS Wunder schlechthin.

Darum lassen Sie uns den Herrn loben und preisen mit dem 4. Vers des Liedes „Lobe den Herren…“ (EG 316) von Joachim Neander, der da lautet, wie folgt:

Lobe den Herren, der sichtbar dein Leben gesegnet,
der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet.
Denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet.
Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen FriedenAmen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.
Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 13. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Evangelisten Markus im 3. Kapitel, die Verse 31-35. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Jesu wahre Verwandte

Und es kamen seine Mutter und seine Brüder und standen draußen, schickten zu ihm und ließen ihn rufen. Und das Volk saß um ihn. Und sie sprachen zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder und deine Schwestern draußen fragen nach dir. Und er antwortete ihnen und sprach: Wer ist meine Mutter und meine Brüder? Und er sah ringsum auf die, die um ihn im Kreise saßen, und sprach: Siehe, das ist meine Mutter und das sind meine Brüder! Denn wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter.

Liebe Gemeinde,ja, wir haben es richtig gehört. Wir sind Jesu wahre Verwandte. Allerdings, und das dürfen wir niemals vergessen nur diejenigen sind Jesu wahre Verwandte, die das Erlösungswerk unseres Herrn für sich im Glauben angenommen haben. Das nur einmal kurz vorab. Das ist ja schön und gut, dass wir Jesu Verwandte sind, aber was bedeutet dies denn eigentlich für uns, dass wir Teil einer Großfamilie sind? Lassen Sie uns diese Großfamilie einmal etwas näher betrachten:

1. Der Vater

Zu einer Großfamilie gehört natürlich ein Oberhaupt. In unserer christlichen Großfamilie ist dies natürlich unser Vater im Himmel. Die Hauptaufgabe eines Vaters ist es, seine Kinder auf das Leben vorzubereiten.

So wie uns unsere leiblichen Väter auf die Welt da draußen vorbereitet haben, so bereitet uns unser himmlischer Vater auf unser Leben als Christen vor. Als guter Vater sorgt er sich stets um das Leben seiner Kinder und versorgt diese natürlich mit allem, was diese zum Leben benötigen.

Das ist ein gewaltiges Privileg für uns. Wir müssen uns nicht mehr sorgen, was wir essen und trinken und womit wir unseren Lebensunterhalt verdienen sollen. Unser himmlischer Vater lässt uns dies alles zukommen. Das heißt aber nicht, dass wir faul in unserer Hängematte liegen sollen und auf unsere Abberufung in den Himmel warten. Wir sollen in ständigem Kontakt mit unserem Vater bleiben, damit er uns zeigen kann, was wir tun und lassen sollen.

Wir kennen es sicherlich alle aus unserer Kindheit, dass uns der ein oder andere Wunsch nicht erfüllt wurde und wir so recht gar nicht verstehen konnten, warum uns ein Anliegen verwehrt worden war. Erst hinterher haben wir oftmals verstanden, dass unser Vater oder unsere Mutter in ihrer Weisheit vorausschauender gehandelt haben, als es uns möglich war.

Genau so ist es bei unsrem himmlischen Vater. Er erfüllt sicherlich nicht jeden unserer Wünsche. Schon gar nicht diejenigen, die uns mehr schaden als nutzen könnten. Aber wir dürfen getrost darauf vertrauen, dass Gott uns mit all dem zusammenbringt, was nützlich und hilfreich für unsere Entwicklung als Christen und zukünftige Himmelsbürger ist.

Solange wir als Christen neu jung und unerfahren sind, da gibt uns Gott ein Nest, in welchem wir wohlbehalten aufwachsen und lernen können. Sobald wir genügend gelernt und erfahren haben, da gibt er uns Flügel, damit wir das, was wir erlebt haben, auch in die Welt hinaustragen können. Wie ein Adler auch noch über seine Jungen wacht, die mit dem fliegen beginnen, so wacht unser Herr unser ganzes Leben über uns.

2. Das Kind

Und damit kommen wir zu unserer Rolle in der Familie. Wo sind Kinder in Gottes Haus und keine Knechte. Das hat weitreichende Konsequenzen. Als Kind haben wir einen verbrieften Anspruch auf elterliche Fürsorge.

Gott höchstpersönlich hat sich nach unserem JA verpflichtet, unser ganzes Leben lang ein fürsorgender, liebevoller Vater für uns zu sein. Wir dürfen uns also immer in den liebenden Armen unseres Vaters geborgen wissen, egal, was auch um uns herum gerade geschehen mag.

Und wir dürfen ganz gewiss sein, dass alles, was uns passiert und was mit uns geschieht vorher durch die Hand unseres Vaters im Himmel gegangen ist. Wir sind also keine Zufallsprodukte der Weltgeschichte und es passiert auch niemals rein zufällig etwas. Als Kinder Gottes dürfen wir getrost davon ausgehen, dass alles, was passiert stets zu unserem Besten ist.

Natürlich ist diese Beziehung für uns auch mit Pflichten verbunden. Wir haben als Kinder Gottes eine Gehorsamspflicht unserem Vater gegenüber. Woher weiß ich denn genau, was der Vater im Himmel von mir erwartet?

Das steht zum einen in unserer christlichen Hausordnung, also in der Bibel. Wenn wir diese regelmäßig und andächtig lesen, dann werden wir dort eine Fülle von Verhaltensweisen kennenlernen, über die sich unser Vater im Himmel freut. Aber wir wir werden auch ganz konkret auf Dinge hingewiesen, die unserem Vater gar nicht gefallen.

Auch wenn heutzutage viele Menschen meinen, dass die Bibel doch immer wieder dem Zeitgeist angepasst werden muss was unsere Verhaltensweisen betrifft, möchte ich nur einmal darauf hinweisen, dass Gott seine Meinung (Gott sei Dank!!!) uns gegenüber auch nicht ständig ändert.

Neben der Bibel erfahren wir von Gott direkt im Gebet, was er von uns erwartet.
Als Kinder werden wir natürlich niemals perfekt werden. Da, wo uns der Teufel immer noch in Versuchung bringen kann, da werden wir immer wieder in die ein oder andere aufgestellte Falle hineintappen. Aber auch dann brauchen wir nicht zu verzagen.  Auch in diesen Situationen ist unser Herr nur einen Gebetsruf weit von uns entfernt und wartet nur darauf, dass wir ihn anrufen.

3. Die Geschwister

Natürlich haben nicht nur wir den Anspruch auf elterliche Fürsorge. Genau derselbe Anspruch steht auch unseren Geschwistern zu.

Und daher ist es auch ganz, ganz wichtig, dass wir unseren Brüdern und Schwestern in Christo auch in geschwisterlicher Liebe begegnen. Das hat dann auch ganz konkrete Auswirkungen für uns.

Wo ein Bruder oder eine Schwester Not leidet sind wir aufgerufen, diese Not zu lindern. Und zwar nicht großmütig und gönnerhaft von oben herab, sondern ganz einfach als Bruder oder Schwester ohne viel Aufhebens davon zu machen.

Wir haben auch keine Rangordnung untereinander. Wir begegnen uns alle auf Augenhöhe. Daran dürfen wir uns ruhig einmal erinnern, wenn wir von den Nöten und Sorgen der Flüchtlinge um uns herum hören.

Äußere Nöte und Sorgen zu mildern ist ja noch relativ einfach. Man sieht ja vor Augen, wo etwas fehlt und wo ein Mangel herrscht. Schwieriger wird es schon mit den inneren Nöten, Sorgen und Problemen, die unsere Geschwister quälen. Aber auch dort sind wir zur Hilfe aufgerufen.

Und das geht nur, wenn wir mit ihnen reden. Es reicht also nicht aus, unsere Geschwister mit materiellen Werten auszustatten, vielfach brauchen sie unsere mentale Hilfe und Stütze. Und auch dort dürfen wir uns nicht abwenden.

Aber als Geschwister untereinander sollen wir nicht nur das Leid, sondern auch die Freude teilen. Und das Teilen dieser Freude schweißt zusammen.

Natürlich gibt es in jeder Familie immer mal wieder Unstimmigkeiten und Probleme. Das ist auch in unserer christlichen Großfamilie der Fall. Und genau mit diesen Problemen und Unstimmigkeiten sollen wir getrost zu unserem Vater im Himmel kommen und ihn bitten, uns bei der Bewältigung der Schwierigkeiten den rechten Weg aufzuweisen. Und wenn wir dies mit einem aufrichtigen Herzen tun, wird es sich nicht lange bitten lassen.

Und weil dies so ist, wir also ein Teil der christlichen Großfamilie sind und einen Vater im Himmel haben, der allezeit über uns wacht, dürfen wir mit einem fröhlichen Herzen in den ersten Vers des Liedes „Du meine Seele singe…“ (EG 302) von Paul Gerhardt einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Du meine Seele singe, wohlauf und singe schön
dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd;
ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd.
Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen FriedenAmen.

Liebe Gemeinde,
ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt sie alle ganz herzlich
Ihr
Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 3. Sonntag in der Passionszeit. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 12. Kapitel des Markusevangeliums, die Verse 41-44. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Das Scherflein der Witwe

Und Jesus setzt sich dem Gotteskasten gegenüber und sah zu, wie das Volk Geld einlegte in den Gotteskasten. Und viele Reiche legten viel ein. Und es kam eine arme Witwe und legte zwei Scherflein ein; das macht zusammen einen Pfennig. Und er rief seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr in den Gotteskasten gelegt als alle, die etwas eingelegt haben. Denn sie haben alle etwas von ihrem Überfluss eingelegt; diese aber hat von ihrer Armut ihre ganze Habe eingelegt, alles, was sie zum Leben hatte.

Liebe Gemeinde,

soeben haben wir eine kleine Nachhilfestunde darüber bekommen, wie man als Christ leben sollte. Lassen Sie uns heute Morgen einmal anhand der „Witwenlehre“ anschauen, welche Punkte im Leben für uns Christen von besonderer Bedeutung sein könnten.

1. Trennung vom Besitz

Eigentum verpflichtet, dies haben wir sicherlich alle schon einmal gehört. Das ist tatsächlich so. Nehmen wir nur einmal die Verkehrssicherungspflichten, die einen Hauseigentümer treffen. Verstößt er dagegen und es geschieht ein Unglück dann ist er in einer äußerst misslichen Lage.

Aber Eigentum macht auch abhängig und angreifbar. In dem Moment, wo das Thema Geld bei mir ganz oben auf der Agenda steht, ab diesem Moment fange ich automatisch an, zu vergleichen. Und nichts, liebe Gemeinde, führt so schnell in die Unzufriedenheit wie ein Vergleich. Nach der Unzufriedenheit kommt der Neid, und der kann Menschen in der Tat zerfressen. Es wird immer jemanden geben, der mehr hat als ich.

Und Eigentum kann auch einsam machen. Ich war im letzten Jahr im Sommer am Wörthersee. In einer geführten Bootstour fuhren wir auch am Anwesen der Familie Flick vorbei. Das Boot durfte sich im Gegensatz zu den anderen Häusern auch nur in gebührendem Abstand von diesem Anwesen bewegen. Aber was man zu sehen bekam, machte mich nachdenklich. Diese Festung glich eher einem besonders gesicherten Gefängnis, denn einem schönen Wohnraum am Wörthersee. Man berichtete uns, dass die Familie Flick sich ganz von der Außenwelt abgeschottet habe aus Angst darum ob ihres Besitzes wegen einer Straftat zum Opfer fallen zu können.

Jeder Besitz, und das lernen wir daraus, fokussiert uns nur noch mehr auf diesen Besitz und auf die Angst, ihn verlieren zu können. Wenn unsere Blickrichtung nur noch in Richtung Besitz geht, dann ist die Blickrichtung in Richtung Gott durch diesen Besitz nahezu verbaut.

Viele Mönchsorden haben daher bekanntlich die Armut, Keuschheit und den Gehorsam auf ihre Fahnen geschrieben. Dies macht sie frei von der Welt und ihren Blick frei auf Gott zugewandt. So war das auch bei unserer Witwe aus dem Predigttext.

2. Brich die Regeln

Sorge vor. Pass auf, dass du nicht zu kurz kommst. Sorge immer dafür, dass du ein Dach über dem Kopf hast. Wer kennt sie nicht, diese selbstgemachten Regeln unserer Gesellschaft. Ich sage an dieser Stelle nicht, dass diese Regeln per se schlecht sind, nur sollten sie nicht allein unser Leben bestimmen. Und dann ist da ja auch noch die die bekannte Regel, welche lautet: „Erst komm ich und dann komm ich und dann kommst du noch lange nicht.“ Ein Freund von mir sagte vor kurzem zu mir, dass wir in den letzten 30 Jahren ein Volk von lupenreinen „Ichlingen“ geworden sind.

Vordergründig mag das auch noch tragbar und begreifbar sein. Wenn jeder nur noch an sich denkt, dann ist ja auch an alle gedacht.

Aber wenn ich mir einmal die Frage stelle, ob diese Regeln mich immer und überall als festes Lebensgerüst tragen können, dann komme ich unweigerlich zum einem anderen Ergebnis. Was ist, wenn ich einmal krank und hilfsbedürftig bin. Hilft mir dann die Ich regel weiter? Wahrscheinlich nicht, da ja auch alle anderen Menschen danach leben und als Ichling gar keine Zeit für mich haben.

Wer trägt mich denn dann, wenn ich eine niederschmetternde medizinische Diagnose erhalte? Dann, liebe Gemeinde, ist Geld und aller Besitz plötzlich ganz, ganz unwichtig.

Aber es gibt einen, der mich trägt, wenn ich die weltlichen Regeln verlasse. Und auf diesen einen setzte auch unsere Witwe ihre Hoffnung. Wenn ich meine Regeln breche und dafür die Regeln meines Herrn annehme und danach lebe dann trägt er mich durch dick und dünn mein ganzes Leben lang.

3. Alles auf eine Karte

„Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist das Leben nicht mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung?“ (Matthäus 6, 25)

Dies alles hatte unsere Witwe bereits erkannt. Sie hatte erkannt, dass Geld allein nicht zum Leben reicht. Sie hatte auch erkannt, dass alle Lebensweisheiten der Menschen um sie herum sie auf Dauer auch nicht tragen konnten.

Aber sie hatte auch den richtigen Schluss daraus gezogen. Sie hatte begriffen, dass es vor allem auf die Barmherzigkeit und auf die Liebe Gottes in unserem Leben ankommt. Geld und schlaue Sprüche vergehen, was aber bleibt ist die immerwährende fürsorgende Liebe unseres Herrn zu uns. Daher konnte unsere Witwe auch ganz befreit von allem Besitz loslassen, da sie ganz genau wusste, dass da einer im Hintergrund ist, der sie trägt und führt und leitet ihr ganzes Leben lang.

Gott gab sein Liebstes, was er hatte in den Tod, damit wir wieder zu ihm kommen können. Und wir sollen das geben, was uns vermeintlich wichtig erscheint, damit wir diese Perspektive niemals wieder aus den Augen verlieren.

Liebe Gemeinde, wer alles auf eine Karte setzt, der kann bekanntlich auch verlieren. Aber wer alles auf die Karte Gott setzt, der ist schon von Anbeginn auf der Siegerstraße und kann gar nicht mehr verlieren.

Und doch gibt es viele Menschen, die eben nicht alles auf diese Siegerkarte setzen. Das sind die Menschen, die meinen, allein auf sich selbst gestellt alles im Leben erreichen zu können. Ich verfolge seit Jahren mit einem gewissen Interesse die Literatur der sogenannten oder selbsternannten Erfolgsgurus.

Alle versprechen, dass wir allein mit ihrer Methode erfolgreich sein können. Nahezu 3/4 dieser Menschen scheitern früher oder später selber an ihren eigenen Erfolgsrezepten. Wie einfach wäre es doch auch für sie gewesen, hätten sie es der Witwe aus unserem heutigen Predigttext nachgemacht.

Das Leben eines Christen, der sein Leben voll und ganz auf seinen Herrn ausgerichtet hat, das beschreibt der Liederdichter Paul Gerhardt sehr schön in dem 6. Vers seines Liedes „Ich bin ein Gast auf Erden…“ (EG 529), der da lautet, wie folgt:

So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt,
doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt.
Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt,
da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse ein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Sonntag, dem Sonntag Sexagesimae. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Evangelisten Markus, Kapitel 4, die Verse 26-29. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Vom Wachsen der Saat

Und er sprach: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch Samen aufs Land wirft und schläft und aufsteht, Nacht und Tag; und der Samen geht auf und wächst – er weiß nicht wie. Denn von selbst bringt die Erde Frucht, zuerst den Halm, danach die Ähre, danach den vollen Weizen in der Ähre. Wenn sie aber die Frucht gebracht hat, so schickt er alsbald die Sichel hin; denn die Ernte ist da.

Liebe Gemeinde,

kurz und prägnant wird uns hier der Werdegang eines Menschen geschildert, der den Weg zu Gott findet. Lassen Sie uns diesen Weg doch heute Morgen einmal gemeinsam betrachten.

1.Der Same

Mit dem Samen sind natürlich wir gemeint. Wir meinen ja häufig, dass wir uns auf den Weg zu Christus machen und ihn finden müssen. Wie wir sehen, ist es doch ein wenig anders der Weg zur Bekehrung.

Wie der Same aus sich selbst heraus nichts machen kann, so können wir aus uns selbst auch nichts ausrichten. Aber es gibt jemand, der schon auf der Suche nach uns ist lange bevor wir auf der Suche sind; nämlich der Herr Jesus. Geduldig wartet er, in unserem Gleichnis ist es die Erde, bis wir zu ihm kommen. Zunächst einmal fällt der Same auf die Erde und entwickelt sich in ihr vollkommen unsichtbar.

Das ist auch der Weg, wenn Jesus in unser Leben eintritt. Das geschieht nicht mit lautem Getöse oder frommer Selbstdarstellung, nein das geht meist ganz leise vonstatten. Wie der Same in der Erde aufgebrochen wird, so bricht uns auch unser Herr Jesus im positiven Sinne auf. Die alte Schale durchdringt er und macht von innen her alles neu.

Bevor der Same an die Oberfläche kommt, hat er schon Wurzeln ausgebildet. Das ist die Jüngerschule, in welche wir mit dem Herrn Jesus nach unserer Bekehrung gehen. In der Jüngerschule werden wir auf das neue Leben als seine Jünger vorbereitet und erhalten dort unser festes Fundament.

Das sollte jeder berücksichtigen, der im Verkündigungsdienst an welcher Stelle auch immer unterwegs ist. Erfolge sieht man nicht sofort, sondern häufig erst nach einem sehr langen Zeitraum. Deshalb bitte niemals aufgeben. Lassen wir Gott doch an den Menschen seine Wirkung entfalten, die von uns die frohe Botschaft gehört haben.

2. Der Halm

Mit dem Halm durchstößt der ehemalige Same die Oberfläche der Erde. Wichtig für sein weitere Wachstum ist es, dass er ganz fest mit den Wurzeln verbunden bleibt.

Die Wurzeln, also Gottes Wort geben dem neubekehrten Christen die Kraft des Wachstums. Die ständige Verbindung mit den Wurzeln geschieht natürlich durch das Gebet. Ohne Wurzeln und Gebet kann es gar kein geistliches Wachstum geben.

Daher ist es auch für uns alle so wichtig, dass wir immer dranbleiben an unserem Herrn, dass wir die Verbindung zu ihm niemals abreißen lassen. Wenn wir das machen, werden wir stetig weiter wachsen, indem seine Kraft uns stärkt.

Der Halm hat nunmehr also sein geschütztes Umfeld in der Erde verlassen. So auch wir. Wir sollen ja nicht nur ein frommer Verein sein, der sich untereinander Mut zuspricht, im Übrigen aber für alle anderen geschlossen bleibt, sondern wir sollen in die Welt hinausgehen.

Unser Halm aus dem Gleichnis wird natürlich nicht nur Sonnenschein sehen, nein er wird auch Regen, Sturm und Hagel erleben. Das gefällt ihm sicherlich nicht, war doch der Sonnenschein viel schöner; aber die Erde braucht nun einmal auch Regen, damit die Wurzeln weiterwachsen können.

Übertragen auf unser christliches Leben heißt dies, dass auch wir den Stürmen des Lebens ausgesetzt sein werden. Dies geschieht aber alles nur zu unserem Wohle. Erst wenn sich die Gewitterwolken unseres Lebens wieder verzogen haben, werden wir merken, wie wir auch daran gewachsen sind. Und wir werden erkennen, dass durch unsere tiefen Wurzeln und unserem ständigen Kontakt zu unserem Herrn uns diese Stürme gar nichts anhaben konnten.

Wir brauchen diese Stürme genau so, wie die Luft zum Atmen. Aus dieser Erkenntnis wird eines wachsen, nämlich ein immer tieferes Vertrauen in das Fundament und in die Wurzeln. Wer niemals in eine Situation gekommen ist, wo nur noch das alleinige Vertrauen auf den Herrn zählte, der wird es schwer haben ein ganz, ganz tiefes Urvertrauen zu dem Herrn aufbauen zu können. Die Festigkeit eines Fundamentes zeigt sich eben nicht bei schönem Wetter, sondern erst bei Sturm und Unwettern. Nehmen wir doch auch unsere Stürme des Lebens nicht als Prüfsteine Gottes, sondern als Chancen zum Wachstum.

3. Die Frucht

Keine Pflanze existiert für sich zum Selbstzweck. So auch wir nicht. Wir sind keine Einzelgänger auf der Himmelsleiter, die irgendwann einmal vom Herrn in den Himmel gehoben werden. Die Früchte einer Pflanze sollen anderen dienlich sein.

So auch wir als Christen. Nun sind unsere Früchte des Glaubens natürlich anderer Natur, als die einer Pflanze. Die Früchte des Glaubens sind unter anderem Liebe, Gnade, Güte und Barmherzigkeit.

Daran sollte man uns als Christen erkennen. „Sollte“ deswegen, weil wir auch schnell einmal als „fertige“ Christen zur Überheblichkeit neigen könnten. Wichtig ist, dass wir uns unsere Demut bewahren und nach wie vor mit dem Fundament unsers Glaubens, dem Herrn Jesus ganz eng verbunden sind. Nur dann können die Früchte unseres Glaubens auch ihre Wirkung entfachen.

In aller Regel machen die Früchte unseres Glaubens unsere Mitmenschen zumindest einmal neugierig auf den, der das so ganz anders reagiert, wie es eigentlich zu erwarten wäre. Da reagiert jemand zum Beispiel auf eine Beleidigung nicht wie erwartet, sondern mit Freundlichkeit. Da hilft jemand plötzlich dort aus, wo alle anderen vorbeigehen. Und da teilt jemand etwas, von dem, was doch eigentlich ihm gehört, mit jemandem, der nicht so viel hat wie er selbst.

Liebe Gemeinde, glauben Sie mir eines: Das fällt auf. Alle reifen Früchte tragen ja Samen in sich, um sich zu vermehren. So auch unsere Samen der Liebe, Gnade, Güte und Barmherzigkeit. Diese senden wir in die Welt hinaus in der festen Hoffnung, das sie andere Menschen erreichen, welche dann unserem Wege folgen und auch Jünger unseres Herrn werden.

Das allein ist unsere Aufgabe. Mehr können und sollen wir auch gar nicht tun. Texten wir unsere Mitmenschen also nicht mit Bibelzitaten zu bis sie ganz schwindelig werden. Lassen wir doch einfach unseren Samen auf sie fallen. Den Rest besorgt dann schon unser Herr. Was dann kommt, das ist allein seine Aufgabe und nicht mehr die unsrige.

Deshalb nicht enttäuscht sein, wenn die Bekehrung nicht auf dem Fuße folgt. Unser Herr wird schon wissen, wie er den Menschen „anpackt“ auf den gerade unser Same gefallen ist.

Der Liederdichter Nikolaus Graf Ludwig von Zinzendorf beschreibt unseren Status als Christen sehr schön in dem ersten Vers seines Liedes „Herz und Herz vereint zusammen…“ (EG 251), der da lautet, wie folgt:

Herz und Herz vereint zusammen sucht in Gottes Herzen Ruh.
Lasset eure Liebesflammen lodern auf den Heiland zu.
Er das Haupt, wir seine Glieder, er das Licht und wir der Schein,
er der Meister, wir die Brüder, er ist unser, wir sind sein.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 18. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 12. Kapitel des Markusevangeliums, die Verse 28-34. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die Frage nach dem höchsten Gebot

Und es trat zu ihm einer von den Schriftgelehrten, der ihnen zugehört hatte, wie sie miteinander stritten. Und als er sah, dass er ihnen geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches ist das höchste Gebot von allen ? Jesus aber antwortete ihm: Das höchste Gebot ist das: “ Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen deinen Kräften“ (5. Mose 6, 4.5). Das andre ist dies: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (3. Mose 19,18). Es ist kein anderes Gebot größer als diese. Und der Schriftgelehrte sprach zu ihm: Meister, du hast wahrhaftig recht geredet ! Er ist nur einer, und ist kein anderer außer ihm; und ihn lieben von ganzem Herzen, von ganzem Gemüt und von allen Kräften, und seinen Nächsten lieben wie sich selbst, das ist mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer. Als Jesus aber sah, dass er verständig antwortete, sprach er zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und niemand wagte mehr, ihn zu fragen.

Liebe Gemeinde,

auch wenn die Überschrift unseres heutigen Predigttextes die Frage nach dem höchsten Gebot aufwirft, handelt es sich doch im Detail betrachtet um 3 Gebote. Lassen Sie uns diese drei höchsten Gebote heute morgen einmal gemeinsam etwas näher betrachten:

1. Gebot: Gott lieben

Natürlich lieben wir Gott, das ist doch klar. Ansonsten säßen wir nicht hier beieinander oder würden diese Predigt lesen. Aber das Gebot, Gott zu lieben geht ja noch weiter. Es beschreibt ganz genau, wie wir Gott lieben sollen.

Dort lesen wir, wir sollen Gott von ganzem Herzen lieben. In der Bibel wird das Herz den Menschen auch als das Zentrum der Person dargestellt. Das Herz ist unter anderem der Ort, an dem die lebenswichtigen Entscheidungen getroffen werden. Wenn wir Gott also von ganzem Herzen lieben sollen, dann handelt es sich dabei nicht um eine schwärmerische Liebe, sondern um eine Liebe, der eine verstandesmäßige Entscheidung vorausgegangen ist.

Das mag vielleicht ein wenig nüchtern und abgeklärt klingen, aber Gottes Reich ist kein Reich für Schwärmer und Phantasten. Gottes Reich ist ein ganz reales Reich, welches von verstandesmäßig orientierten und liebenden Menschen aufgebaut werden muss. Unser Land wird ja auch nicht von einer Horde Clowns und Komikern regiert, sondern von Vollblutpolitikern, die ihr Geschäft verstehen.

Von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Hier kommt es dann doch noch ins Spiel, das Gefühl. Natürlich sollen wir Gottes Reich nicht wie eiskalte Analytiker, eventuell noch nach Kosten und Nutzenabwägungen aufrichten. Wir sollen von ganzer Seele und von ganzem Gemüt dabei sein. Nach unserem verstandesmäßigen Ja zu unserem Herrn sollen wir seine Liebe, die in uns Einzug gehalten hat auch 1:1 in den Aufbau seines Reiches umsetzen.

Und das in allen Lebenslagen und Stimmungen. Wenn es uns so richtig gut geht, haben wir alle gar keine Probleme unserem Herrn zu danken. Wenn hingegen das Gegenteil der Fall ist, kommen die Menschen doch häufig ins Zweifeln und Wanken. Und genau hier besagt dieses höchste Gebot, genau in diesen Lagen sollen wir Gott auch lieben. Ich soll ihm also danken, wenn es mir so richtig mies geht? Ganz genau. Gott macht nämlich keine Fehler. Er ist auch gerade dann bei uns, wenn einmal die trüben Tage kommen. Er ist dann bei uns, um uns zu trösten und zu leiten gerade in den schweren Tagen unseres Lebens.

Mit allen Kräften. Wenn ich jemanden mit allen meinen Kräften liebe, dann bin ich ganz allein auf ihn fokussiert. Und genau dies ist hier gemeint. Gott erwartet unsere ganze ungeteilte Liebe. Wir sollen eben nicht Gott zum Teil lieben das Geld anbeten oder unsere Karriere oder irgendeine Person Gott gleich stellen oder über Gott stellen. Gott ist es, dem unsere ganze Kraft und Liebe gebührt.

2. Den Nächsten lieben

Nun geht es darum, unseren Nächsten zu lieben. Wer ist denn eigentlich unser Nächster ? Ist es mein Nachbar, dem es zur Zeit nicht so gut geht? Ist es der Bettler an der Ecke, der tagein tagaus dort sitzt und von dem Wohlwollen der vorübergehenden Passanten abhängig ist?

Ich glaube, die Fragestellung als solche hakt schon ein wenig. Wie wäre es, wenn ein wenig anders fragen, nämlich so: Wem kann ich der Nächste sein? Dann ist die Passivität aus der Fragestellung aufgehoben. Dann sind wir aktiv gefragt, Augen und Ohren offen zu halten, wo denn jemand sein könnte, dem wir gerade in diesem Moment der Nächste sein können.

Und Gott wird uns schon Menschen zeigen, die dringend unserer Hilfe bedürfen. Wie bei Gott kein Ansehen der Person stattfindet, so sollte dies bei uns natürlich auch nicht sein. Egal, wer uns auch als Nächster an die Seite gestellt wird, genau demjenigen müssen wir der Nächste sein.

3. Wie Dich selbst

Wer ausgepowert, ausgelaugt und miesepetrig durchs Leben geht, dem fällt es natürlich schwer, anderen Menschen zu helfen. Ich erlebe dies immer wieder in Ehrenämtern. Da setzen sich Menschen bis an das Ende ihrer Kräfte ein und werden irgendwann missmutig, wenn es nicht so läuft, wie sie es sich wünschen oder wenn die vermeintlich zustehende Anerkennung einfach ausbleibt.

So kann ich keinem Menschen wirklich der Nächste sein. Ich kann meinem Nächsten nur der Nächste sein, wenn ich auch mir der Nächste bin. Wir können zum Beispiel nur von der Kraft etwas abgeben, die uns Gott zur Verfügung stellt. Wer keine Kraft mehr hat, der kann logischerweise auch keine mehr abgeben.

Bleiben wir doch ruhig einmal beim Thema Geld. Wenn ich mich selbst liebe, also mir selbst auch mal etwas gönne, dann ist dies vollkommen in Ordnung. Gott möchte dies ausdrücklich. Erst wenn ich alles für mich und meine Bedürfnisse verprasse oder sogar noch Schulden mache, dann ist dies eben nicht mehr in Ordnung.

Wenn ich mir selber etwas gönne, dann geht es mir auch mental gut und ich kann mich an dem neuen Gegenstand erfreuen. Nun bin ich in der Lage von dem Rest des Geldes auch noch fröhlichen Herzens etwas abzugeben. Denn auch darauf kommt es an. Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb. Und das geht weit über das Geld hinaus. Da ist dann auch die Freizeit, die ich für mich genießen und Kräfte sammeln kann, um an anderer Stelle etwas von der restlichen Freizeit anderen abzugeben, indem ich Ihnen zum Beispiel bei der Hausaufgabenbetreuung ehrenamtlich zur Verfügung stehe.

Aber niemals, aber auch wirklich niemals darf die Eigenliebe zu kurz kommen. Ich glaube, wir als Christen müssen uns schon immer mal wieder daran erinnern, dass auch die Eigenliebe von Gott gewollt ist. Christen neigen im allgemeinen nämlich dazu, eigene Bedürfnisse immer hintenan zu stellen.

Um nur ein kleines Beispiel zu nennen: Sie kennen alle die WWJD-Armbänder (What would Jesus do ). Wenn ich so lebe, also immer den Anspruch an mich selbst stelle, alles so machen zu wollen, wie Jesus dies getan hat, werde ich automatisch scheitern. Ich bin eben nicht Jesus und soll auch nicht so tun als ob. Denn dann bleibt mir keine Zeit mehr für Eigenliebe und ich lege einen hundertprozentigen christlichen Burnout hin. Und das ist es, was Gott überhaupt nicht will.

Mit dieser euen Einstellung können wir auch unsere Alltagstätigkeit in dem Sinne aufnehmen, wie sie der erste Vers des Liedes „In Gottes Namen fang ich an…“ (EG 494) von Salomo Liscow beschreibt, der da lautet, wie folgt:

In Gottes Namen fang ich an, was mir zu tun gebühret;
mit Gott wird alles wohlgetan und glücklich ausgeführet.
Was man im Namen Gottes tut, ist allenthalben recht und gut
und kann uns auch gedeihen.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche. Und vergessen Sie die Eigenliebe nicht !!!

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 20. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Evangelisten Markus im 10. Kapitel, die Verse 13-16. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und sie brachten Kinder zu ihm, damit er sie anrührte. Die Jünger aber fuhren sie an. Als es aber Jesus sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Gottes. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. Und er herzte sie und legte die Hände auf sie und segnete sie.

Liebe Gemeinde,

was unterscheidet uns Erwachsene, oder die wir glauben welche zu sein, eigentlich von den Kindern ? Wie müssen wir werden, um in das Reich Gottes hinkommen zu dürfen? Lassen Sie uns darüber heute Morgen zusammen nachdenken. Ich glaube, es sind im Wesentlichen drei Punkte, die uns von den Kindern unterscheiden.

1. Unendliches Vertrauen

Als mein Sohn klein war, war ich für ihn der allergrößte. Papa konnte alles, Papa machte alles und es gab nichts, was Papa nicht reparieren konnte. Dieses Verhalten finden wir nahezu bei jedem kleinen Kind. Es wird auch gern als erweitertes Urvertrauen bezeichnet.

Als mein Sohn dann allmählich älter wurde, bröckelte meine Fassade als Supermann und Superheld natürlich langsam ab. Das ist auch gut und richtig. Denn ansonsten würde kein Kind der Welt es jemals lernen, auf eigenen Füßen zu stehen.

Wir Erwachsene haben natürlich keine Superhelden mehr, wir haben alles alleine ganz fest im Griff. Für alles haben wir einen Masterplan. Und das ist genau die Haltung, die Jesus bei uns Erwachsenen abstellen will.

Zwischen den Zeilen des Predigttextes sagt uns Jesus nämlich, dass wir gar nichts selber im Griff haben. Alles hängt schließlich von ihm ab.
Und wie kommen wir denn zu ihm? Genau das sagt er uns ganz direkt. Wir dürfen mit dem Urvertrauen, mit dem wir unseren leiblichen Vätern gegenübergetreten sind wir dürfen mit diesem Urvertrauen auch zu Gott kommen.

Wenn wir IHM wieder alles und UNS ohne ihn nichts mehr zutrauen, dann sind wir auf dem besten Wege zurück zum göttlichen Urvertrauen. Das Schöne an diesem Urvertrauen ist, dass es mit der Zeit wächst. Je mehr wir Gott vertrauen, desto mehr wird unser Vertrauen gestärkt werden. Und
umso mehr wird dieses göttliche Urvertrauen in uns wachsen.

2. Vertrauen in das Wort

Der kindliche Glaube ist ein naiver Glaube im positiven Sinne, der erst einmal jedem gesprochenen Wort vertraut. Nichts, was wir einem kleinen Kind erzählen, wird erst einmal bezweifelt, geprüft und am Ende dann geglaubt oder verworfen.

Erst dann, wenn ein Kind dem Worte vertraut hat und dennoch schlechte Erfahrungen damit gemacht hat, erst dann wird es dieses Wort zu Recht in Zweifel ziehen. Aber es bleibt dabei, als erstes wurde geglaubt.

Wie sieht das denn mit dem Worte Gottes und uns Erwachsenen aus? Wenn man uns etwas erzählt, dann wird das Erzählte zuerst einmal geprüft, ob es denn wahr sein könnte. Danach schauen wir uns um, ob es denn Beweise für dieses Wort geben könnte. Wenn das, was wir vernommen haben zu
phantastisch klingt oder wir es in seiner ganzen Tragweite nicht verstehen können, dann neigen wir sehr schnell dazu, uns davon zu distanzieren.

Und das, liebe Gemeinde, ist unter anderem auch ein Grund dafür, dass es mit steigendem Alter prozentual immer weniger Menschen gibt, die den Weg zu Gott finden. Zu viele negative Erfahrungen und Erlebnisse liegen wie dicke Stolpersteine zwischen ihnen und Gott. Und so lassen sie die Sache mit Gott eben bleiben.

Wenn Jesus uns sagt, dass wir werden müssen wie die Kinder, dann sollen wir eigentlich nur eines tun, nämlich auf sein Wort vertrauen. Wir sollen nicht ewig zweifeln, alles Mögliche bedenken und uns immer wieder mit Argumenten gegen den Glauben befassen. Jesus möchte, dass wir das
Glaubensexperiment einfach einmal wagen.

Jesus würde heute vielleicht zu einem Zweifler sagen: „Du, ich mach Dir einmal folgenden Vorschlag. Leb, doch einmal als ob. Leb doch einmal so, als ob mein Wort wahr ist. Richte Dein Leben doch einmal einen Monat an meinem Wort aus. Natürlich darfst Du auch alle meine Versprechungen,
Verheißungen und Zusagen für Dich in Anspruch nehmen. Und mal ganz ehrlich: Du hast doch gar nichts zu verlieren. Wenn Du zu dem Ergebnis kommst, dass es mich nicht gibt, dann kehrst du ganz einfach in Dein altes Leben zurück.“

Das spannende an diesem Experiment ist, dass ER unser Vertrauen niemals enttäuschen wird. Kaum einer, der dieses Experiment wirklich ernsthaft und seriös durchgeführt hat, ist hinterher wieder in sein altes Leben zurückgekehrt. Jeder, der sich so vertrauensvoll an Gott wendet, jeder wird spüren, dass es ihn gibt.

Natürlich gibt es in dem weiteren Leben nach wie vor Höhen und Tiefen.
Aber der Kern, das feste Fundament, das bleibt. Wir werden spüren, dass wir gerade in unseren Leidenstagen nicht mehr allein sind. Wir dürfen es erleben, wie ER uns wieder aufrichtet, wenn wir am Boden liegen. Und wir dürfen darauf vertrauen, dass alles, was geschieht, nur zu unserem Besten ist.

3. Keine Angst vor Neuem

Kinder sind immer darauf bedacht, etwas Neues zu erleben. Kinder lassen sich auch gern auf etwas Neues ein. Da wird ein Zelt im Kinderzimmer aufgeschlagen und die Kleinen spielen Campingurlaub.

Und wie sieht das bei uns Erwachsenen aus? Ich glaube, und da schließe ich mich natürlich mit ein, wir sind gerne bequem. Wir haben so unseren gewissen Rhythmus in unserem Leben. Und da wollen wir auch nichts daran ändern. Wer mir dies nicht glaubt, dem schlage ich ein klitzekleines Experiment vor: Welchen Schuh binden Sie als erstes zu, den Linken oder den Rechten? Ab sofort machen Sie dies einmal drei Tage hintereinander in umgekehrter Reihenfolge. Es ist also gar nicht so einfach, sich auf etwas Neues einzulassen.

Und bei dem ganzen geregelten Leben bleibt Gott irgendwie draußen vor.
Es klappt ja auch ohne ihn ganz gut. Und wenn wir uns dann doch von Gott rufen lassen, dann muss Gott sich aber auch gefälligst in unser geregeltes Leben einfügen.

Und auch hier zeigt Jesus auf die Kinder und sagt uns, dass wir es wieder lernen müssen offen zu sein für eine Beziehung mit ihm. Offen zu sein für Jesus hießt im Kern, dass ich mich voll und ganz auf ihn
einlasse und das mache, was er mir sagt.

Offen zu sein für Jesus heißt auch, dass ich bereit bin, mein Leben neu zu sortieren. Ich muss lernen, das aufzugeben, was mir bei der Beziehung zu meinem Herrn im Wege steht. Ich muss lernen, was mich immer näher an Jesus heranführt.

Wenn wir wieder das göttliche Urvertrauen lernen, wenn wir wieder ohne Zweifel seinem Wort glauben und wenn wir bereit sind, von Jesus unser Leben neu gestalten zu lassen, dann sind wir im Reiche Gottes angekommen. Dann legt er auch uns seine Hände zum Segen auf.

Der Liederdichter Philipp Friedrich Hiller drückt das, was wir heute Morgen gehört haben, sehr prägnant in dem ersten Vers des Liedes „Jesus Christus herrscht als König…“ (EG 123) aus, der da lautet, wie folgt:

Jesus Christus herrscht als König, alles ist ihm untertänig,
alles legt ihm Gott zu Fuß.
Aller Zunge muss bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen,
dem man Ehre geben muss.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,
ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr
Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 12. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Markusevangelium, Kapitel 7, die Verse 31-37. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die Heilung eines Taubstummen

Und als er wieder fortging aus dem Gebiet von Tyrus, kam er durch Sidon an das Galiläische Meer, mitten in das Gebiet der Zehn Städte. Und sie brachten zu ihm einen, der taub und stumm war, und baten ihn, dass er die Hand auf ihn lege. Und er nahm ihn aus der Menge beiseite und legte ihm die Finger in die Ohren und berührte seine Zunge mit Speichel und sah auf zum Himmel und seufzte und sprach zu ihm: Hefata! , das heißt:
Tu dich auf ! Und sogleich taten sich seine Ohren auf und die Fessel seiner Zunge löste sich, und er redete richtig. Und er gebot ihnen, sie sollten’s niemandem sagen. Je mehr er’s aber verbot, desto mehr breiteten sie es aus. Und sie wunderten sich über die Maßen und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend.

Liebe Gemeinde,

Ja, gut, diese Geschichte kenne ich. An anderer Stelle macht er auch die Blinden wieder sehend. Was ist daran schon besonderes? Mal ganz ehrlich: Die Evangelien sind doch voll mit Wundern, die Jesus tat. Und doch stecken in diesem Bericht einige Besonderheiten, die man bei nur oberflächlichem Lesen meist überliest. Lassen Sie uns heute Morgen gemeinsam diese Besonderheiten näher betrachten.

1. Jesus nimmt an die Seite

Ich denke gerade an die Zunft der Hypnotiseure, die vor ausverkauften Hallen eine skurille Bühnenshow abliefern. Mitten auf der Bühne werden Menschen dabei zum Affen gemacht. Diese Zunft lebt ja gerade davon, dass die Menge sie und ihre willfährigen Opfer betrachten kann.

Und dann dies. Einer der echte Wunder vollbringen kann, macht dies nicht mitten in der Menge, damit möglichst viele Menschen ihn bestaunen können, sondern Jesus nimmt den Taubstummen an die Seite. Er separiert ihn von der Menge.

Jesus will mit seinen Wundern nicht die Massen begeistern, sondern er will den einzelnen Menschen also Sie und mich erreichen. Er will uns heilen und uns in seine Jüngerschaft rufen. Das geht aber nur, wenn wir ihm 1:1 gegenüberstehen. Jesus nimmt sich diese Zeit. Nehmen wir uns diese Zeit heute auch noch? Reden wir noch ausführlich mit Jesus über alles, was uns in unserem Leben bewegt? Danken wir Gott noch immer dafür, was er uns so alles Gutes getan hat? Nur dann, wenn wir dies
noch tun, dann können wir wie der Taubstumme eine direkte Beziehung mit Jesus eingehen.

2. Öffnung der Ohren

Indem Jesus dem Taubstummen die Ohren öffnet, macht er ihn nicht nur gesund, sondern auch bereit, seine Botschaft zu hören.

Genau das gleiche macht Jesus auch heute immer noch. Er möchte uns zunächst unsere Ohren öffnen, damit wir die frohe Botschaft auch wirklich verstehen und annehmen können. Und da liegt auch schon die Krux unserer Zeit.

Viele von uns wollen ja gar nicht, dass ihnen die Ohren geöffnet werden.
Viele von uns haben sich doch in diesem Leben einigermaßen bequem eingerichtet. Man hat ein Haus oder eine Wohnung, man hat Bekannte, die man hin und wieder trifft, man fährt in den Urlaub usw. Da drückt man sich doch gern um die frohe Botschaft herum. Ich glaube, viele Menschen ahnen, dass es ihr Leben vollkommen auf den Kopf stellen würde, wenn sie es zuließen, dass Jesus ihnen die Ohren auftut. Also wehren sie sich doch lieber vehement dagegen.

Das Reich Gottes ist ein Reich von lauter Freiwilligen. Keiner wird zwangsweise in den Himmel geschickt. Wer nicht in den Himmel will, der würde sich dort wohl auch ncht wohlfühlen. Also überlässt uns Gott die Entscheidung, ob wir es zulassen, dass er unsere Ohren auftut.

Wenn wir uns dann dazu entschieden haben, die Öffnung der Ohren zuzulassen, dann lernen wir in der Jüngerschule, was es denn konkret auf sich hat mit der frohen Botschaft und welche freudige Konsequenz dies für uns hat.

3. Öffnung des Mundes.

Jetzt sind wir also in der Jüngerschule gelandet und lauschen gebannt den Worten Jesu. Das ist auch gut und richtig so. Allerdings sollen wir es nicht dabei belassen. Wir sollen die frohe Botschaft ja nicht für uns behalten, wir sollen sie in die Welt hinaustragen. Und zwar mit Herzen Mund und Händen.

Liebe Gemeinde, von uns aus können wir unseren Mund nicht für die Sache Gottes öffnen. Dazu bedarf es der Handlung des Herrn. Nur wenn er uns den Mund auftut, also uns befähigt, nur dann werden wir auch in der Lage sein, seine Botschaft in die Welt hinauszutragen.

Übrigens: Der Mund ist hier nur stellvertretend erwähnt. Herz und Hand gehören ebenfalls dazu. Ohne Herz können wir die frohe Botschaft nicht glaubhaft weitergeben. Und ohne Hand, also ohne diese auch sichtbar in die Tat umzusetzen wird man uns unsere Botschaft wohl kaum abkaufen.

Und trotzdem kann es passieren, dass wir auf taube Ohren stoßen. Genau dies passiert bei den Menschen, denen unser Herr eben noch nicht die Ohren aufgetan hat. Bitten wir doch den Herrn darum und beten wir dafür, dass er auch diesen Menschen die Ohren auftut. Als Gegner jeder
Zwangsevangelisation lasse ich es an dieser Stelle auch bewenden. Ich habe niemals und werde niemals nach dem Motto „Bekehr dich oder ich schieße!!!“ auf meine Mitmenschen versuchen einwirken. Eine derartige Bekehrung wäre alles, bloß nicht ehrlich. Und da hätte unser Herr ganz
bestimmt keine Freude daran.

Wenn Ihnen also ähnliches passiert, wenn Sie also auch auf taube Ohren stoßen, dann übergeben Sie doch Gott die Angelegenheit. Er weiß schließlich am besten, was zu tun ist.

Lassen Sie mich kurz noch ein letztes sagen:

Erst die Ohren und dann der Mund. Diese Reihenfolge haben wir so in unserem heutigen Predigttext gelesen. Erstaunlich ist nur, dass Jesus dieses nahezu zeitgleich tut. Müssten wir nicht erst jahrelang die Theorie büffeln, bevor man uns ins Feld hinaus schickt. Nein, das müssen wir nicht. Jesus befähigt uns unmittelbar dazu, dem Gehörten auch Taten folgen zu lassen. Jesus ist quasi der Erfinder des „Learning by doing“.

Und wenn wir uns heute Nachmittag einmal im Spiegel betrachten, dann wird uns auffallen, dass wir zwei Ohren haben, aber nur einen Mund und zwei Hände. Dabei hat sich Gott auch was gedacht. Wir sollen doppelt so viel hören, als dass wir reden und doppelt so viel tun, worüber wir reden. Wenn wir das machen, dann machen wir unsere Mitmenschen ganz schön neugierig auf die Sache mit diesem Jesus.

Ein lieber Bruder, der schon in der Ewigkeit ist, sagte einmal zu mir:
Seit mir der Herr Ohren und Mund aufgetan hat, singe ich jeden Morgen den 13. Vers des Liedes von Paul Gerhardt: „Ist Gott für mich…“.
Lassen Sie uns dies auch tun. Dieser Vers lautet, wie folgt:

Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht traurig sein,
ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnenschein.
Die Sonne, die mir lachet, is mein Herr Jesus Christ;
das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist.

Der Herr öffne Deine Ohren, damit Du seine Botschaft hören kannst
Der Herr öffne Deinen Mund, damit Du seine Botschaft weitersagen kannst
Der Herr gebe Dir stets seine Kraft, damit Du diese Aufgabe wahrnehmen
kannst

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche. Ich wünsche uns allen, dass auch wir jeden Morgen nach dem aufstehen fröhlich singen können: Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ; das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden. Diesen traditionellen Ostergruß der Ostkirche möchte ich Ihnen allen heute Morgen senden. Den Predigttext für den heutigen Ostersonntag finden wir im Markusevangelium, Kapitel 16, die Verse 1-8. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Jesu Auferstehung

Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria von Magdala und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben. Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging. Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür? Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein weißes Gewand an, und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu
ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten. Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch hingehen wird nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemandem etwas; denn sie fürchteten sich.

Liebe Gemeinde,

der Herr, auf den sie all Ihre Hoffnung gesetzt hatten war ihnen genommen worden. In einem recht suspekten Gerichtsverfahren war er zum Tode verurteilt worden und man hatte ihn anschließend gekreuzigt. Somit schien es, war alle Hoffnung dahin. Was blieb noch übrig? Das einzige, was noch übrig blieb, war dem toten Jesus die letzte Ehre zu erweisen, indem man ihn salbte. Und so machten sich die drei Frauen unseres Predigttextes auf zu dem Grab, wo sie Jesus hingelegt hatten und wurden dort als erste Menschen mit Ostern konfrontiert.

Lassen Sie uns daher heute Morgen auf den Spuren der drei Frauen wandeln und teilhaben an ihren Erkenntnissen.

1. Jesus ist auferstanden

Als ob es das normalste der Welt sei, erklärte der Jüngling den verdutzten Frauen ganz einfach: „Er ist auferstanden, er ist nicht hier.“ Sterben, Tod und dann Verwesung, das war es, was doch alle einmal
erwartete. Und nun dies. Es ist jemand eben wieder auferstanden. Mit einem Male wurden alle gültigen Naturgesetze über den Haufen geworfen.

Wie würden wir heute reagieren? Ich denke einmal, genau so, wie die drei Frauen aus unserem Predigttext. Es ist doch so, dass wir heute noch mehr wissenschaftsgläubig sind, als die Menschen in der damaligen Zeit. Für alles um uns herum fordern wir erst einmal einen wissenschaftlichen Beweis.

Nehmen wir doch einmal ein Beispiel aus der Pharmazie. Ein neuer Wirkstoff wird entdeckt. Danach folgen jahrelange Studien in welchen tausende von Parametern geprüft werden. Erst wenn alles sicher zu sein scheint, dann kommt dieses neue Präparat auf den Markt.

Nehmen wir auf der anderen Seite die Homöopathie. Ständig spricht die hehre Wissenschaft ihr jegliche Wirksamkeit ab, da diese mit den Methoden, die uns jetzt zur Verfügung stehen, nicht bewiesen werden kann. Was man nicht beweisen kann, das gibt es nicht. Das ist auch heute
noch unsere Denkweise. Dummerweise hält sich Gott aber nicht an die jeweils gültigen Naturgesetze.

Und daher tun wir uns auch heute noch schwer, die Auferstehung als das anzunehmen was sie war, nämlich die Tatsache, dass Jesus tot war und wieder lebendig geworden ist.

Ostern, liebe Gemeinde, ist eine Herausforderung für uns und eine Aufforderung an uns. Ostern fordert uns heraus, dass wir uns dem undenkbaren und unbeweisbaren stellen und Ostern fordert uns auf ein klares Ja zu sagen zu dem, was am Ostermorgen geschehen ist.

2. Jesus ist weg

Vielleicht wäre es ja einfacher gewesen, wenn unsere drei Frauen Jesus im Grabe getroffen hätten. Wenn er ihnen dann in aller Ruhe und Ausführlichkeit alles erklärt hätte, was soeben geschehen war, dann hätten sie es bestimmt frohen Mutes aufgenommen.

Aber so war es ja eben nicht. Der Jüngling sagt den Frauen noch einen entscheidenden Satz, nämlich, dass Jesus vor ihnen hergeht und dass sie ihn sehen werden. Liebe Gemeinde, dieser Satz des Jünglings galt nicht allein den Frauen damals, dieser Satz gilt über alle zeitlichen und räumlichen Grenzen hinweg bis heute einem jeden von uns.

Das müssen wir einmal ganz langsam und bedächtig in uns wirken lassen.
Egal, was wir bisher im Leben erlebt haben, egal was wir gerade zu diesem Zeitpunkt erleben und egal, was wir noch alles erleben werden, unser Herr ist diesen Weg immer schon vor uns vorausgegangen. Und er wird auch alle unseren weiteren Wege vor uns hergehen.

Jetzt kommt etwas ganz wichtiges: Wir müssen genau den Weg gehen, den uns unser Herr vorausgegangen ist. Nur wenn wir auf diesem Wege bleiben dann dürfen wir auch darauf vertrauen, dass dieser Weg für uns gangbar ist. Und hier spielt uns unsere menschliche Natur natürlich immer wieder ein Schnippchen. Oftmals folgen wir nämlich nicht unserem Herrn, sondern den von uns eigens erdachten Wegen. Und wenn dies dann in die Hose geht, dann machen wir natürlich auch gleich den Herrn dafür verantwortlich.

Um es vorwegzunehmen, der Jesus-Weg, den Jesus vor uns vorangeht ist kein Weg, wo es keine Schmerzen keine Leiden und keine Tränen mehr gibt. Das wird uns auch weiterhin widerfahren, egal wie dicht wir dem Herrn auf den Fersen sind. Aber durch alles Leid, liebe Gemeinde können wir
das Licht seiner Herrlichkeit erkennen und erleben.

Ostern als eine Aufforderung Jesu, ihm nachzufolgen und auf seinen Pfaden zu wandeln. Besinnen wir uns doch wieder darauf und stellen unsere eigenen Vorstellungen und Pläne mal ganz einfach auf die Seite.

Aber wie erkenne ich denn den Weg, den der Herr vor uns hergeht? Eine gute Frage, die relativ einfach zu beantworten ist. Lesen wir doch einfach in der Bibel nach, was der Herr von uns erwartet. Denken wir doch nur an die 10 Gebote und an die Bergpredigt. Ok, und wenn ich nicht mehr weiterweiß ? Dann hilft nur noch eines, das direkte Gespräch mit unserem Herrn. Jetzt nicht gleich sagen: „Das klappt doch nie!!!“.
Nein, einfach mal ganz unvoreingenommen ausprobieren. Jeder, der dies bisher getan hat, hat auch eine Antwort erhalten.

3. Die Schockstarre

Wenn wir ehrlich sind, dann können wir uns doch sicherlich gut in die drei Frauen hineinversetzen. Das wäre in etwa so, wenn uns jemand erklären würde, die Erde sei eine Scheibe und das würde auch noch stimmen. Unser ganzes Weltbild wäre mit einem Male über den Haufen geworfen.

Was hier passierte, war ja noch viel ärger. Der natürlich geglaubte Rhythmus von Geburt, Sterben und Tod war unterbrochen worden. Alles, was bis dahin Gültigkeit hatte, galt auf einmal nicht mehr. Ich glaube, wir würden auch alle zunächst einmal in eine Schockstarre verfallen.

Wenn wir anstelle der drei Frauen gewesen wären, dann hätten wir doch auch vermutlich gesagt: Das erzählen wir mal lieber nicht weiter, die erklären uns doch für total bekloppt. Hinterher kommen wir noch irgendwo hin, wo es von innen keine Klinken gibt.

Und dann passiert genau das, womit wir nicht rechnen, Jesus erkennt unsere Not und ruft uns aus der Schockstarre heraus in das wahre Leben hinein. Wie er Saulus von seinem falschen Wege auf den rechten Wege brachte, so ruft er auch heute noch einen jeden von uns direkt zu sich.

Auch wenn wir es manchmal so gar nicht glauben können, wenn sich so alle fünf Sinne in uns dagegen wehren, so lassen Sie uns doch diesem Rufe unseres Herrn folge leisten.

„Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden“ Machen wir doch diesen Ostergruß zu unserem Lebensmotto. Kleben wir uns doch diesen Ostergruß an den Badezimmerspiegel, in unser Auto, auf unseren Schreibtisch und überall dorthin, wo wir uns häufig befinden, damit wir immer wieder daran erinnert werden.

Die Folgen dieses österlichen Geschehens die beschreibt der Liederdichter Paul Gerhardt sehr schön im 8. Vers seines Liedes: „Auf, auf, mein Herz mit Freuden….“ (EG 112), der da lautet, wie folgt:

Er bringt mich an die Pforten, die in den Himmel führt,
daran mit güldnen Worten der Reim gelesen wird:
„Wer dort wird mit verhöhnt, wird hier auch mit gekrönt;
wer dort mit sterben geht, wird hier auch mit erhöht.“

Der auferstandene Herr zeige Dir den Weg, den er für Dich vorgesehen hat
Der auferstandene Herr begleite Dich alle Tage Deines Lebens auf diesem Wege
Der auferstandene Herr bringe auch Dich dereinst an die Pforte, die in den Himmel führt

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Ostersonntag. Bis zum morgigen Ostermontag grüße ich Sie alle recht herzlich

Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag Judika. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei Markus, Kapitel 10, die Verse 35-45. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Da gingen zu ihm Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, und sprachen: Meister, wir wollen, dass du für uns tust, um was wir dich bitten werden. Er sprach zu ihnen: Was wollt ihr, dass ich für euch tue? Sie sprachen zu ihm: Gib uns, dass wir sitzen einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken in deiner Herrlichkeit. Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wisst nicht, was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder euch taufen lassen mit der Taufe, mit der ich getauft werde? Sie sprachen zu ihm: Ja, das können wir. Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr werdet zwar den Kelch trinken, den ich trinke, und getauft werden mit der Taufe, mit der ich getauft werde; zu sitzen aber zu
meiner Rechten oder zu meiner Linken, das steht mir nicht zu, euch zu geben, sondern das wird denen zuteil, für die es bestimmt ist. Und als das die Zehn hörten, wurden sie unwillig über Jakobus und Johannes. Da rief Jesus sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an. Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein; und wer unter euch der Erste sein will, der soll aller Knecht sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.

Liebe Gemeinde,

es hat sich wohl nicht viel geändert in den letzten 2000 Jahren. Auch heute geht es doch ähnlich ab, wenn es um die Verteilung von angesehenen Posten und Stellen geht. Hat man den Chef schon einmal alleine für sich, dann macht man doch gleich Werbung in eigener Sache. Bloß immer den anderen zuvorkommen, man könnte ja sonst benachteiligt werden. Letztendlich geht es doch nur darum, möglichst schnell die Karriereleiter hinaufzusteigen, damit man endlich herrschen kann und nicht immer nur dienen muss.

Begleitet ist dieses Procedere meist von unzähligen Intrigen, Ränkespielen und natürlich auch jeder Menge Enttäuschungen.

Genau so eine Situation finden wir im heutigen Predigttext vor. Und dann stellt Jesus das vor, was ich einmal als Jesus Prinzip bezeichne. Er stellt mit seinem „Dienen anstatt Herrschen“ wohl alles auf den Kopf, was bisher so seine Gültigkeit hatte. Und doch bewirkt das Jesus Prinzip eine ganze Menge. Lassen Sie uns heute Morgen einmal dieses Jesus Prinzip und seine Auswirkungen auf uns etwas näher betrachten.

1. Liebe und Fürsorge

Wir hatten eingangs schon darüber gesprochen, dass der Kampf um den nächsthöheren Posten meist nicht ohne Reibereien einhergeht. Wenden wir doch in dieser Situation einmal das Jesus Prinzip direkt an. Stellen wir uns doch einmal vor, wir würden in einer ähnlich gelagerten Situation wie der unseres Predigttexte nicht uns selbst, sondern einen Mitbewerber für den nächsten Schritt auf der Karriereleiter empfehlen.

Wäre das nicht viel entspannter, als selber um alles kämpfen zu müssen.
Stellen wir uns einmal vor, unser Mitbewerber würde diesen Job bekommen. Wenn er erfährt, und er wird es erfahren, dass wir ihn vorgeschlagen haben, wird es zu einem sehr viel entspannteren Verhältnis mit ihm kommen. Anstelle gegenseitiger Machtkämpfe kann es tatsächlich zu einem
Miteinander kommen, welches von Vertrauen und der Fürsorge füreinander getragen wird.

Wenn wir uns einmal vor Augen führen, dass nach einer aktuellen Mc Kinsey Studie nahezu jeder Manager in einer Führungsposition rund 40 % seiner Arbeitszeit damit verwendet, um Menschen abzuwehren, die an seinem Stuhl sägen, ist es hochnotwendig, dass wir so schnell wie möglich dieses Prinzip in die Tat umsetzen. 40 % unproduktive Zeit sprechen wohl schon allein für sich.

Aber sind wir nicht die gutmütigen Trottel, die den anderen alles überlassen und das auch noch vollkommen kampflos? Wird man uns nicht auslachen, wenn wir genau dies tun? Das kann durchaus passieren und es wird sicherlich auch so sein, aber langfristig werden wir uns mit dem Jesus Prinzip durchsetzen. Übrigens, wenn wir uns den Predigttext genau ansehen, dann handelt es sich bei dem Hinweis von unserem Herrn nicht um eine unverbindliche Hilfestellung, wie wir uns verhalten sollen.

„Aber so ist es bei euch nicht“, so lesen wir es in unserem Predigttext.
Jesus unterstellt also, dass wir uns natürlich so verhalten, wie er es uns vorgibt. Also lassen Sie uns dies auch so tun. Und wenn es einmal partout nicht klappen will, unser Herr ist nur ein Gebet weit entfernt.

2. Gewalt

Es war Weihnachten 1914. Englische und deutsche Soldaten bekämpften sich an der Front. Und auf einmal stiegen Sie aus ihren Schützengräben und verbrachten das Weihnachtsfest in vollkommener Eintracht.

Das passiert immer dann, wenn wir das Jesus Prinzip anwenden. „Wer groß sein will, der soll dem anderen dienen“, so sagte es uns unser Herr. Dienen heißt aber auch im Weiteren dem anderen zuvorzukommen. Zuvorzukommen zum Beispiel mit einer Deeskalierung von Gewalt.

Wie schnell entsteht aus einem harmlosen Streit hemmungslose Gewalt. Das können wir nahezu jeden Abend im Fernsehen verfolgen. Denken wir doch einmal darüber nach, was passieren würde, wenn gleich zu Beginn eine der Streitparteien nachgegeben hätte. Wir hätten darüber gar nichts in den Nachrichten gehört, da dort wieder der Friede Einzug gehalten hätte.

Wie oft meinen wir als Eltern zum Beispiel unsere Machtansprüche unseren Kindern gegenüber durchsetzen zu müssen.“ Solange du deine Beine noch unter meinem Tisch…“, das kennen vermutlich die Älteren unter uns noch all zu gut. Was passiert? Die Fronten verhärten sich. Was wäre, wenn wir dem Jesus Prinzip folgend auf unseren zugegebenermaßen sehr renitenten Nachwuchs eingehen würden, versuchen würden seine Probleme zu erkennen und dann ein Hilfsangebot anstelle einer Machtdemonstration unterbreiten würden.

Genau das schlägt uns Jesus vor. Nur so nebenbei bemerkt, das ist ungleich schwerer, als die eigene Macht zu demonstrieren. Macht zu demonstrieren das kann nun wirklich jeder Depp. Aber es sagt ja auch keiner, und Jesus schon gar nicht, dass das praktizierte Christentum jeden Tag eitel Freude bedeutet.

Übrigens sei an dieser Stelle noch darauf hingewiesen, dass diese Form der Kommunikation auf der anderen Seite auch nicht ohne Wirkung bleibt. Wenn wir der anderen Seite keine Angriffsfläche mehr bieten, kann sie auch nicht zurückschlagen. Warum sollte sie auch schlagen? Es gibt ja gar keinen Grund dafür. Und dann kann sich das Jesus Prinzip weiter ausweiten. Wer nicht mehr zurückschlagen muss, der wird automatisch ein Stück weit Frieden in seinem Herzen tragen, der ideale Nährboden
übrigens für das Jesus Prinzip.

3. Gemeinschaft

In welcher Gemeinschaft sind wir lieber: In einer Gemeinschaft, wo es nur darum geht, wer an der Spitze steht oder aber in einer Gemeinschaft, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, gerade den schwächsten Gliedern zur Seite zu stehen? Ich muss kein Prophet sein um zu sagen, dass wir uns
in letzterer wohl ungleich besser aufgehoben fühlen, als in einer Gruppe von machtgierigen Egozentrikern.

Aber wie komme ich in eine solche Gemeinschaft hinein? Ich sage mal ganz provokant: Gar nicht!!! Wir müssen sie schon selber gründen. Ja, liebe Gemeinde, dies sagt Jesus explizit aus. Das Jesus Prinzip fängt immer bei mir an. Ich darf, kann und soll nicht erwarten, dass mein Gegenüber damit beginnt. Ich bin hier gefragt, ich ganz allein.

Wenn ich das Jesus Prinzip in die Tat umsetze, also wenn ich nicht immer der erste sein will, wenn ich es mir zur Aufgabe mache, meinen Mitmenschen zu helfen, dann trete ich eine Spirale los, die sich immer mehr zum Jesus Prinzip entwickelt.

Wir leben in einer Welt, die nach dem Motto lebt: „Erst komm ich und dann komm ich und dann kommst Du noch lange nicht.“ Wenn wir Jesus ernsthaft nachfolgen wollen, dann müssen wir uns auf der Stelle von diesem Lebensmotto endgültig verabschieden. Erst wenn wir beginnen dieses Motto in sein Gegenteil umzukehren, erst dann sind wir auf dem richtigen Wege, auf dem Wege, den unser Herr gern mit uns gemeinsam gehen möchte.

Jeder Weg beginnt bekanntlich mit dem ersten Schritt. Und wenn er noch so weit zu sein scheint, dieser Weg, so sollten wir heute den ersten Schritt tun. Und wenn wir auf dem Wege verzagt und müde werden und manchmal auch so recht nicht mehr die richtige Richtung erkennen, dann dürfen wir immer wieder unseren Herrn bitten, uns doch wieder den rechten Weg aufzuzeigen. ER wird sich bestimmt nicht umsonst bitten lassen.

Man darf keine Wunder erwarten. OK, das sehe ich ein. Das hat Mutter Teresa bestimmt auch nicht getan, als sie ihr Hilfsprojekt begann. Und was ist heute daraus geworden? Denken wir also nicht immer gleich an die großen Ziele und Dinge, die wir mit dem Herrn Jesus zusammen erreichen möchten. Tun wir genau das, was Gott uns direkt vor die Füße legt. Und machen wir dies in seinem Sinne. Ich bin sicher, dass sich dann immer mehr solcher Gemeinschaften bilden werden, die einander dienen anstatt einander zu beherrschen.

Dies alles kann aber nur gelingen, wenn der Herr Jesus in unserem Leben an erster Stelle steht. Eine derart ehrfurchtsvolle Haltung beschreibt der Liederdichter Bartholomäus Crasselius sehr schön in dem 1. Vers seines Liedes „Dir, dir, o Höchster will ich singen…“ (EG 328), der da lautet, wie folgt:

Dir, dir, o Höchster will ich singen,
denn wo ist doch ein solcher Gott wie du ?
Dir will ich meine Lieder bringen;
ach gib mir deines Kraft dazu,
dass ich es tu im Namen Jesu Christ,
so wie es dir durch ihn gefällig ist.

Der Herr gebe Dir die Kraft Deinen Mitmenschen zu dienen
Der Herr gebe Dir den Mut, immer den ersten Schritt zu wagen
Der Herr segne Dich allezeit bei Deinem Dienst an Deinen Mitmenschen

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber