Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag Estomihi. Die Bibel, ein altes Buch mit überholten Inhalten, das höre ich mehrmals wöchentlich. Gegen das Wort „alt“ kann man eigentlich nur sagen, dass gerade die Weisheit im Alter kommt. Und Weisheit hat eigentlich noch niemandem geschadet. Und die Sache mit den überholten Inhalten widerlegt der heutige Predigttext, nimmt er sich doch der heute so beliebten Leistungsgesellschaft und deren Problematiken an. Wir finden den
Predigttext für den heutigen Sonntag im Lukasevangelium, Kapitel 10, die Verse 38-42.
Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Maria und Marta

Als sie aber weiterzogen, kam er in ein Dorf. Da war eine Frau mit Namen Marta, die nahm ihn auf. Und sie hatte eine Schwester, die hieß Maria; die setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seiner Rede zu. Marta aber machte sich viel zu schaffen, ihm zu dienen. Und sie trat hinzu und sprach: Herr, fragst du nicht danach, dass mich meine Schwester lässt allein dienen ? Sage ihr doch, dass sie mir helfen soll ! Der Herr aber antwortete und sprach zu ihr: Marta, Marta, du hast viel Sorge und Mühe. Eins aber ist not. Maria hat das gute Teil erwählt; das soll nicht von ihr genommen werden.

Liebe Gemeinde,

wir haben soeben zwei vollkommen unterschiedliche Menschen kennen gelernt. Und wenn man die Geschichte ein wenig oberflächlich betrachtet, dann schneidet die augenscheinlich faule Maria gar nicht gut ab. Marta hingegen, die sich so richtig in’s Zeug legt findet schnell unsere Sympathien. Und was meint Jesus dazu ? Genau das Gegenteil, liebe Gemeinde. Und deshalb sollten wir über diese Worte Jesu ein wenig näher nachdenken. Schauen wir uns die beiden Personen doch einmal genauer an.

1. Marta

Marta ist der typische Vertreter der heutigen Leistungsgesellschaft, deren Segen uns ja von allen möglichen wirtschaftlichen Institutionen immer wieder gepredigt wird. Sie erhält eine Aufgabe und kniet sich sofort in diese hinein. Sie arbeitet und rackert bis diese Aufgabe erledigt ist. Und dann kommt die nächste Aufgabe, heute würde man sagen, der nächste Schritt auf der Karriereleiter. Und wieder kniet man sich in die neue, noch verantwortungsvollere Aufgabe hinein, bis auch diese
erfolgreich abgeschlossen werden kann.

Und diese Gesellschaftsform ist es doch, die uns heute prägt. Wir leben doch alle irgendwie in einem Hamsterrad. Leben wir arbeitgeberkonform, dann wird der Käfig irgendwann vergoldet. Wenn wir so unser Leben leben, dann kommen mächtige Probleme auf uns zu, die wir in unserer
Arbeitsverliebtheit gar nicht erkennen. Als erstes verlieren wir den Blick für unsere Mitmenschen. Wir sind derart mit uns selbst beschäftigt, dass uns der Mitmensch gar nicht mehr interessiert.

Da wir natürlich den einzigen richtigen Weg gehen, werden andere schnell von uns vorverurteilt und z.B. als faul angesehen. Unser heutiger Predigttext zeigt sehr eindrucksvoll, wie schnell dies gehen kann. Wenn wir so leben, dann werden wir ganz schnell ganz einsam werden. Aber
nicht nur dies.

Gehen wir ruhig einmal einen Schritt weiter. So lange alles gut geht, finden wir in der Arbeit unseren festen Halt. Lob und Beförderung bestätigen uns ja immer wieder, dass wir auf der richtigen Seite sind. Denken wir einfach nur einmal zwei Jahre zurück, als viele Unternehmen
von der Krise durchgerüttelt worden sind. Wie viele Menschen haben in dieser Zeit ihren Arbeitsplatz verloren. Und dann war es auf einmal nicht nur die Finanzkrise, dann kam auch noch eine ausgewachsene Sinnkrise hinzu.

Alles, das was angeblich dem Leben Sinn verliehen hat, war mit einem Federstrich vorbei. Leider endeten viele dieser Sinnkrisen dann auch in Selbsmorden. Und hier will uns unser Predigttext aufrütteln. Wir sollen erkennen, dass unsere Arbeit und Streben nicht alles ist. Sie sind ohne
Zweifel ein wichtiger Teil unseres Lebens, aber eben nicht das wichtigste. Es muss also noch etwas anderes geben. Und dies erkannte:

2. Maria

Augenscheinlich ist Maria ja doch recht faul. Das könnte man so sehen.
Oberflächlich betrachtet mag dies ja auch stimmen, aber wenn wir uns Maria ein wenig näher betrachten, dann erkennen wir, dass etwas anderes dahinter steckt. Maria hat ein Zentrum in ihrem Leben entdeckt. Immer dann, wenn Menschen sich auf den auferstandenen Herrn einlassen, dann
ändert sich etwas in ihrem Leben.

Wie hat es der Liederdichter Reinhard Mey einmal so schön beschrieben:
„Was vorher groß und wichtig erscheint, wird auf einmal nichtig und klein“. Jesus setzt neue Maßstäbe im Leben eines Menschen. Auf dem Thron unseres Herzens sitzen dann nicht mehr wir, sondern unser Herr. In diesem Zusammenhang muss ich einmal etwas los werden, was mir immer
wieder begegnet.

Es geht um Gehirnwäsche. Immer dann, wenn Menschen dem Herrn Jesus begegnen, verändert sich auf dramatische Art und Weise ihr gesamtes Leben. Außenstehende sprechen dann schnell von Gehirnwäsche seitens der Kirche. Um es klipp und klar zu sagen: Jesus betreibt keine Gehirnwäsche. Er betreibt eine Herzenswäsche. Er wäscht unsere von Dreck umgebenen und verhärteten Herzen und macht sie frei für Seine Botschaft. Und wenn wir Seine Botschaft dann in der Klarheit Seines Wortes aufnehmen, dann verändert sich logischerweise ziemlich viel in uns. Aber wir bleiben immer noch wir selbst.

Und dies geschah auch mit Maria. Ihr Herz wurde angerührt von diesem Jesus. Gewiss hatte sie sich vorgenommen, ihrer Schwester zu helfen. Aber irgendwie kam sie nicht von Jesus los. Eine Kleinigkeit sollten wir in diesem Zusammenhang noch beachten. Maria begegnete Jesus nicht auf
Augenhöhe. Nein, sie setzte sich zu Seinen Füßen. Dieses kleine Detail verrät uns, dass Maria ihren Stand als Sünderin erkannt hatte. Sie ging, so würde man heute sagen, vor dem Herrn in die Knie. Und dann lauschte sie ganz gebannt Seinen Worten.

Und dies möchte der Herr auch von uns. Wir sollen eben nicht den Gesetzen der Leistungsgesellschaft gehorchen, sondern Seinen Gesetzen. Wenn wir in unserem Leben unserem Herrn immer und überall die erste Stelle einräumen, dann, liebe Gemeinde, werden wir in Ihm immer einen festen Halt haben. Das bedeutet nicht, dass die Stürme des Lebens nunmehr an uns vorbeiziehen. Nein, es kann sogar das Gegenteil geschehen, dass uns die Stürme des Lebens ganz besonders hart treffen. Aber sie können uns nicht mehr umwerfen, weil wir in dem auferstandenen
Herrn einen festen Halt haben, den uns kein Mensch bieten kann.

Und dieser feste Halt bleibt uns auch nach unserem Tode erhalten, nur können wir Jesus dann in Augenhöhe begegnen und ewige Zeiten mit Ihm verbringen. Lassen wir uns also nicht mehr blenden von dem Glanz und dem Pomp, den die Welt angeblich zu bieten hat. Letztendlich ist dies alles einmal vorbei. Im Angesicht Gottes verliert jedes Bankkonto und jedes auch noch so teure Statussymbol seinen Wert.

Ich möchte an dieser Stelle auch nicht missverstanden werden. Gott hat rein gar nichts gegen eine Arbeitsstelle. Die Früchte der Faulheit können wir alle in den Sprüchen Salomos nachlesen. Nur alles soll seine richtige Priorität bekommen. Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach Seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen, so lesen wir es in der Bergpredigt, die ja auch immer wieder als die Regierungserklärung Gottes bezeichnet wird.

Und dieser Regierungserklärung dürfen wir alle unser vollstes Vertrauen schenken. Und dann können wir auch zustimmen, wenn Jesus zu Marta sagt, dass Maria den guten Weg gewählt hat. Wir können sogar noch einen Schritt weiter gehen. Maria hat den einzig richtigen Weg gewählt.

Und wenn auch wir diesen Weg als den einzig richtigen Weg erkennen, dann können wir voller Inbrunst in den ersten Vers des Liedes von Paul Gerhardt “ Du meine Seele singe…“ einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Du meine Seele singe,
wohlauf und singe schön
dem, welchem alle Dinge
zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben
hier preisen auf der Erd;
ich will ihn herzlich loben,
solang ich leben werd.

Der Herr schenke Dir jeden Tag die Zeit, SEIN Wort zu lesen
Der Herr schenke Dir die Kraft, SEIN Wort in die Tat umzusetzen
Der Herr schenke Dir die Freude, SEIN Wort weiter zu geben

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die folgende Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag, dem ersten Sonntag der Vorfastenzeit mit dem Namen Septuagesimae. Der Name deutet auf die 70 Tage hin, die mit dem Sonntag nach Ostern (Quasimodogeniti) vorüber sind. So langsam werden die Predigttexte daher wieder ein wenig ernster, was aber nicht bedeutet, dass sie uns nicht erbauen sollen.
Gerade die etwas ernsteren Texte nehmen uns aus der Wohlfühlphase heraus und geben uns wertvolle Ratschläge für unseren Alltag als Christen. So auch der heutige Text. Unseren heutigen Predigttext finden wir im Lukasevangelium, Kapitel 17, die Verse 7-10.
Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Der Knechtslohn

Wer unter euch hat einen Knecht, der pflügt oder das Vieh weidet, und sagt ihm, wenn der vom Feld heimkommt: Komm gleich her und setze dich zu Tisch ? Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Bereite mir das Abendessen, schürze dich und diene mir, bis ich gegessen und getrunken habe; danach sollst du auch essen und trinken ? Dankt er etwa dem Knecht, dass er getan hat, was befohlen war ? So auch ihr ! Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so sprecht: Wir sind unnütze Knechte; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren.

Liebe Gemeinde,

als ich den Predigttext zum ersten Male gelesen habe, fiel mir der Spruch ein, mit welchem sich Pfadfinder weltweit begrüßen, nämlich mit den Worten „Allzeit bereit“. Als ich den Text dann ein zweites Mal gelesen habe, wurde aus dem ansonsten so freudigen „Allzeit bereit“ ein eher freudloses Knechtsdasein, eine Schinderei bis zum Umfallen. Arbeiten bis zum Umfallen, und dann auch noch weitermachen ? Die Worte Jesu habe ich irgendwie ganz anders im Ohr. Hinter dem Text muss also doch noch mehr stecken als das Gebot der pausenlosen Schinderei im Namen Gottes. Gott sei Dank ist dem auch so. Unser heutiger Predigttext will uns an drei Tatsachen erinnern, die wir häufig bei unserem aktiven Christenleben vergessen.

1. Nicht für uns, sondern für andere

Ein Knecht bewirtschaftet in aller Regel nicht das Feld für sich selber, sondern für seinen Dienstherrn. Im Vordergrund steht dabei der Ertrag, der für seinen Herrn dabei herauskommt. Ähnliches gilt auch für uns, die wir im Dienste Jesu Christi tätig sind.

Wir nehmen unsere Aufgaben für andere wahr. Nicht wir stehen im Mittelpunkt, sondern das Wohlergehen des Nächsten ist das Wichtigste für uns. Christenleben hat also schon ein wenig mit dem zu tun, was wir als Selbstaufgabe beschreiben würden.

Wir geben uns und unser Leben ganz in Gottes Hand und bitten ihn, dass Er uns leitet und führt und uns in Seinen Dienst stellt.

Mit unserem Dienst hören wir nicht auf, selber zu existieren, aber von nun an herrscht Christus in uns. Und diesem Herrscher sollen wir so gehorchen, wie ein Knecht seinem Herrn gehorcht.
Immer dann, wenn wir Dank und Anerkennung erwarten sollten bei uns die Alarmglocken angehen. Dann können wir nämlich sicher sein, dass WIR wieder im Mittelpunkt stehen und nicht der Nächste, um den wir uns eigentlich kümmern sollen. Also doch „Knechtschaft“ bis zum Umfallen ?
Nein, liebe Gemeinde, so ist dies nicht gemeint. Jeder von uns soll sich mit seinen Fähigkeiten so einsetzen, dass er freudig seinen Dienst versieht. Die psychosomatischen Kliniken sind schon voll mit „weltlichen“ Burn-Out-Patienten. Da müssen wir sie nicht auch noch mit christlichen „Burnoutern“ bevölkern. Dies will auch unser Herr nicht.

Ein Knecht ist häufig für den ganzen Hof verantwortlich. So sind wir auch für das gesamte Reich Gottes gemeinsam verantwortlich. Jeder setzt sich mit seinen Fähigkeiten zum Wohle des Ganzen ein und nicht zum eigenen Wohle. Die eigene Pflicht tun, dabei aber die Gesamtverantwortung nicht aus den Augen verlieren, die wir als Gemeinschaft untereinander und füreinander haben, genau daran will uns der Predigttext als erstes erinnern.

2. Darf der das ? – Der darf das !!!

Ein zweiter Punkt, an welchen uns unser heutiger Predigttext erinnern möchte ist die Rangordnung im Reiche Gottes. WIR sind die Knechte und ER ist der Herr. Wir haben ja alle so manchmal die Neigung, das Herrschaftsverhältnis ein wenig umzukehren. Gern treffen wir einsame Entscheidungen, ohne diese vorab mit unserem Herrn zu bereden. Geht etwas schief, dann sind wir häufig fürbass erstaunt, wie das denn nun geschehen konnte. Gott sei Dank führt Er uns immer wieder an unsere Grenzen heran und wir dürfen reumütig immer wieder zu Ihm zurückkehren.

Genau so, wie ein Knecht nicht eigenmächtig einen neuen Trecker kaufen darf, genau so wenig sollen wir eigenmächtig handeln, wenn es um unseren Dienst in Gottes Reich geht. Auch wenn es manchmal schwer fällt, wir sollen Seinen Auftrag abwarten; nur dann stehen wir ganz unter Seiner
Führung. Daran dürfen wir uns übrigens nicht nur heute erinnern, sondern immer wieder zwischendurch in unserem Alltag.

Gott hat als Schöpfer des Himmels und der Erde also einen absoluten Herrschaftsanspruch. Genau so, wie der Großgrundbesitzer einen Herrschaftsanspruch gegenüber seinem Knecht hat. Gott kann also die Knechtschaft von uns verlangen, weil Er uns geschaffen hat, wir quasi Sein Eigentum sind. Ja dann mal frisch an’s Werk liebe Gemeinde. Lasst uns gemeinsam rackern bis wir eines Tages tot umfallen.

Aber Stopp !!! Das will Gott ja gar nicht. Er hat zwar den Machtanspruch, aber Er verzichtet auf die Ausübung Seiner Macht als oberster Dienstherr. Ist das nicht wunderbar ? Er möchte, dass wir als
Seine Kinder eine ganz enge, von Liebe getragene Beziehung zu Ihm aufbauen und unterhalten. Das Problem ist nur: Wir sind mit Schuld und Sünde beladen, die uns von einer Beziehung von Gott trennt.

Bleiben wir ruhig bei unserem heutigen Predigttext. Der Knecht wird immer in seiner
Knechtskate hausen, er wird niemals den Schlüssel des Herrschaftshauses in Händen halten. Bis Jesus für unsere Sünden am Kreuz gestorben ist, ging es uns genau so. Wir standen vor den verschlossenen Toren des Herrschaftshauses Gottes. Als ER für all unsere Sünden bezahlt hat, da
hat uns Gott quasi die Schlüssel zu Seinem Haus in die Hand gegeben.

Seitdem dürfen wir in Seinem Hause nach Belieben ein- und ausgehen. Der erste Weg allerdings, wenn wir so wollen die Schlüsselübergabe, findet statt, wenn wir durch das Kreuz unseres Herrn hindurch gegangen sind.

3. Der große Irrtum

Lassen Sie uns noch einmal den letzten Satz unseres heutigen Predigttextes lesen:
„Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so sprecht: Wir sind unnütze Knechte; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren.“

Irgendwie spürt man zu dem vorangegangenen Text einen Stilbruch. Und so habe ich mir den griechischen Urtext vorgenommen und dort einmal nachgeschaut. So wie Luther den Text übersetzt hat kann man ihn gewiss übersetzen. Es gibt aber auch noch eine andere Übersetzung, die lautet
„Ihr sagt: Wir sind unnütze Knechte“ und nicht „Ihr sollt sagen…“. Und diese Übersetzung passt hier einfach besser. Mit diesen letzten Worten will uns unser Herr vor falscher Bescheidenheit warnen. Die kann nämlich ganz schnell zu einer Qual und einer drückenden Last werden.

Wie oft haben wir nach einem Dienst für unseren Herrn an einem anderen Menschen schon gesagt: Es hat sich doch nichts verändert, was soll das also alles ? Wie oft zweifeln wir an dem, was wir im Auftrag unseres Herrn tun ? Vielleicht nur, weil wir nicht sofort Ergebnisse Seines Handelns erkennen können. All das sollen wir ganz einfach lassen. Salopp gesprochen sagt uns Jesus mit unserem heutigen Predigttext nämlich folgendes :
“ Jeder soll das tun, was er kann. Keiner soll sich bis zur Belastungsgrenze verausgaben. Tut euren Dienst mit einem freudigen Christenherzen. Den Rest hingegen, den überlasst bitte mir. Glaubt mir, alles was ihr für mich tut, fällt auf fruchtbaren Boden. Deshalb braucht ihr euch nicht zu grämen“.

Und so bekommt der letzte Satz unseres heutigen Predigttextes dann doch noch einen Sinn, der uns fröhlich stimmen darf. Wir sollen nicht verzagen, wenn etwas nicht so gelingt wie wir es uns vielleicht vorgestellt haben. Wir sollen uns auch nicht Selbstzweifeln hingeben, wenn unsere Bemühungen augenscheinlich in’s Leere laufen. Wir sollen ganz einfach unseren Aufgaben nachgehen und unser Vertrauen ganz allein auf IHN setzen. Denn ER, der Himmel und Erde gemacht hat, lässt auch Seine Geschöpfe nicht im Regen stehen.

Dieses absolute Vertrauen nach geleistetem Dienst beschreibt der Liederdichter Salomo Liscow sehr schön in dem ersten Vers seines Liedes:
„In Gottes Namen fang ich an…“, der da lautet, wie folgt:

In Gottes Namen fang ich an,
was mir zu tun gebühret;
mit Gott wird alles wohlgetan
und glücklich ausgeführet.
Was man im Namen Gottes tut,
ist allenthalben recht und gut
und kann uns auch gedeihen.

Der Herr lasse Dich treu Deinen Dienst für SEIN Reich versehen
Der Herr schenke dir Sanftmut, wenn Du Deinen Dienst ausübst
Der Herr sende herab auf Dich SEINEN Geist, der Deinen Geist leiten möge

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten restlichen Sonntag und einen fröhlichen Start in die kommende Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen 4. Sonntag im Advent.
„Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Der Herr ist nahe ! So, liebe Gemeinde, lautet der Wochenspruch für den heutigen Sonntag. Von der Ankündigung der Geburt Christi berichtet uns auch unser heutiger Predigttext. Wir finden den Predigttext für den 4.
Advent im Lukasevangelium, Kapitel 1, die Verse 26-33. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die Ankündigung der Geburt Jesu

Und im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott gesandt in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertraut war einem Mann mit Namen Josef vom Hause David; und die Jungfrau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Sei gegrüßt, du Begnadete ! Der Herr ist mit dir ! Sie aber erschrak über die Rede und dachte: Welch ein Gruß ist das ? Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst
schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben. Der wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben, und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein Reich wird
kein Ende haben.

Liebe Gemeinde,

umwerfend und gewaltig ist es doch, was uns in diesem Predigttext begegnet. Lassen Sie uns am heutigen vierten Advent drei Geschehnisse näher betrachten, die wirklich umwerfend und gewaltig waren und es bis auf den heutigen Tage hin noch sind.

1. Himmel trifft Erde

Geschichten von Schutzengeln zu erzählen oder zu hören ist das eine. Das andere ist es aber, einem Engel des allmächtigen Gottes wahrhaftig zu begegnen. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wie Sie sich verhalten würden, würde Ihnen persönlich ein Engel Gottes begegnen und mit Ihnen reden ? Ich jedenfalls würde mich zu Tode erschrecken. Sie vermutlich auch, nicht wahr ?

Für einen Moment lang stand der Himmel für Maria vollkommen offen.
Nachdem die erste Furcht gewichen war, war sie ganz offen für die Botschaft Gottes. Wir lesen hier von keinem Zwiegespräch oder gar einer Diskussion. Wir lesen hier nur von einem stillen Zuhören auf die Botschaft Gottes.

Genau dies ist es, was auch wir gerade in der etwas beschaulicheren Weihnachtszeit wieder lernen dürfen, das intensive Zuhören auf das Wort Gottes und das stille werden vor dem allmächtigen Schöpfer des Himmels und der Erde. Gott brüllt uns ja nicht nach, sondern Er redet ganz leise mit uns. So leise, dass wir in unserem hektischen Alltagsgeschehen Sein reden oftmals gar nicht mehr wahrnehmen.

Lassen Sie uns doch auch außerhalb der Weihnachtszeit immer wieder Orte der Stille und Ruhe aufsuchen, wo wir intensiv auf Gott hören können. Ich bin mir ganz sicher, dass Gott einem jeden von uns noch eine Menge zu sagen hat. Geben wir IHM doch auch die Möglichkeit dazu. Und wenn dann der allmächtige Gott zu uns redet, dann lassen Sie uns schweigen und in Ruhe zuhören.

2. Gott ganz tief unten

Da wird, wie wir in dem Predigttext gehört haben, ein König geboren, dessen Reich kein Ende haben wird. Das hat es bis dato nicht gegeben. Der Herrscher aller Herrscher wird geboren. Aber wo hinein wird er geboren ? Nein, liebe Gemeinde, nicht hinein in ein gut behütetes Herrscherhaus, wie man gemeinhin annehmen könnte. Nein, dieser König wird in eine Familie hineingeboren, die unsere eigene sein könnte.

Vater Handwerker, Mutter Hausfrau und ganz Mutter, eine ganz normale Durchschnittsfamilie würden wir heute sagen. Da hinein wird der zukünftige König aller Könige geboren. Wenn aber der König aller Könige in eine ganz normale Familie hinein Einzug gehalten hat, dann dürfen wir
davon ausgehen, dass Er auch bei uns Einzug halten will.

Das Christentum ist keine Religion für Reiche und besonders Begnadete.
Das Christentum, ist keine Religion für die Intellektuellen und besonders Privilegierten dieser Welt. Das Christentum ist überhaupt keine Religion, es ist eine Beziehungsangelegenheit.
Das Christentum verfestigt sich dort, wo wir es dem Herrn Jesus gestatten in unser Herz einzuziehen und fortan Besitz von uns zu nehmen. Egal, wo wir herkommen und welchen sozialen Stand wir bekleiden. Egal was für Sünden wir mit uns herumschleppen, sobald wir Jesus bitten, zieht ER bei uns ein.

Wenn wir IHM gestatten, Sein Eigentum zu werden, dann hält ER Einzug bei uns. Und ER kommt nicht als Gast, der alsbald wieder weiterzieht, nein, ER kommt als Herrscher über unser Leben in unser Herz hinein. Wenn wir es wollen, dann bleibt ER ein ganzes Leben lang bei uns.

3. Maria nimmt das Wunder an

Das dritte umwerfende und gewaltige ist doch dies: Maria nimmt das, was ihr der Engel gesagt hat so hin, wie er es gesagt hat. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Nach dieser Devise leben wir doch heutzutage alle.

Geschieht ein Wunder, und Wunder geschehen wirklich, dann wird sofort alles tausend Mal hinterfragt. Und irgendeine naturwissenschaftliche Erklärung wird sich schon finden lassen für das angebliche Wunder. Und wenn absolut keine wissenschaftliche Erklärung herhalten will, dann war
es eben eine Sinnestäuschung. In nahezu unzähligen Diskussionsrunden habe ich mir schon die unmöglichsten Gedankenkonstruktionen anhören müssen, warum es keinen Gott gibt und wieso alles nur Einbildung ist. Weil eben nicht sein kann, was nach unserer bescheidenen Erkenntnis
nicht sein darf.

Wie anders war da doch Maria. Aufmerksam hörte sie zu, was ihr der Engel zu sagen hatte. Sie nahm es also als vollkommen wahr an, was da zu ihr geredet wurde. Und dann ließ sie alles so geschehen, wie der Engel es zu ihr geredet hat. Maria lässt also Gott in und an sich wirken, so wie ER es will und nicht so, wie sie es gern hätte. Voller Demut lässt sie sich als Gottes Werkzeug gebrauchen in der festen Gewissheit der Wahrheit Seiner Verheißungen.

Ich denke, daran können und sollen wir uns heutzutage alle ein Beispiel nehmen. Über das Hinterfragen des Unerklärlichen haben wir ja gerade schon geredet. Aber lassen wir Gott auch immer so in uns wirken, wie ER es will. Ist es nicht vielmehr so, dass wir insgeheim beten „Herr, mein Wille geschehe“. Geben wir Gott überhaupt noch die Chance, geschweige denn die Zeit, ordnend in unser Leben einzugreifen ? Ich glaube in vielen Fällen tun wir das nicht.

Aber auch dazu mag die nunmehr bald herannahende freie Zeit uns dienen.
„Mensch, nimm dich nicht so wichtig, nimm dir Zeit für Gott“ las ich vor kurzem auf einem großen Werbeplakat. Und das traf den Nagel gewissermaßen auf den Kopf. Wir müssen wieder erkennen, dass WIR nicht wichtig sind, sondern dass ER wichtig ist. Gott kann ohne uns leben, aber wir nicht
ohne Gott.

Wenn wir diese Prioritätenverschiebung wieder geordnet haben, dann werden wir von selber erkennen, wie wichtig es ist, dass wir uns Zeit für unseren Herrn nehmen. Nicht nur an den Sonntagen, nein liebe Gemeinde, an sieben Tagen in der Woche möchte unser Herr Seine Zeit mit
uns verbringen. Zögern wir also nicht, sondern folgen wir doch wieder alle dieser Einladung. Ich bin mir sicher, dass uns diese Zeiten immer wieder aufbauen, ermuntern und erquicken werden.

Unser Herr jedenfalls zögert nicht, um in unsere Herzen zu kommen, wie es die Liederdichterin Maria Ferschl in dem 4. Vers ihres Liedes „Wir sagen euch an den lieben Advent…“ sehr schön, wie folgt beschreibt:

Wir sagen euch an den lieben Advent. Sehet, die vierte Kerze brennt !
Gott selber wird kommen, er zögert nicht.
Auf, auf ihr Herzen, und werdet licht !
Freut euch, ihr Christen, freuet euch sehr !
Schon ist nahe der Herr.

Der Herr lasse Dich zur Ruhe kommen, damit Du SEINE Botschaft hören kannst
Der Herr lasse Dich stille werden, damit Du SEINE Botschaft aufnehmen kannst
Der Herr lasse Dich demütig werden, damit Du Dich SEINER Führung hingibst

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten 4. Advent und einen hoffentlich geruhsamen Start in die Vorweihnachtswoche. Bis zum nächsten Freitag stelle ich uns alle unter den Segen unseres Herrn.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen dritten Sonntag im Advent.
„Bereitet dem Herrn den Weg; denn siehe, der Herr kommt gewaltig.“ So lautet der Wochenspruch für die kommende Woche. Mit dem gewaltigen Kommen des Herrn und den sich daraus ergebenden Folgen beschäftigt sich auch unser heutiger Predigttext. Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag bei dem Evangelisten Lukas im 3. Kapitel, die Verse 1-14. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Johannes der Täufer

Im fünfzehnten Jahr der Herrschaft des Kaisers Tiberius, als Pontius Pilatus Statthalter in Judäa war und Herodes Landesfürst von Galiläa und sein Bruder Philippus Landesfürst von Ituräa und der Landschaft Trachonitis und Lysanias Landesfürst von Abilene, als Hannas und Kaiphas Hohepriester waren, da geschah das Wort Gottes zu Johannes, dem Sohn des Zacharias, in der Wüste. Und er kam in die Gegend um den Jordan und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden, wie geschrieben steht im Buch der Reden des Propheten Jesaja (Jesaja 40, 3-5): “ Es ist
eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn und macht seine Steige eben ! Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden; und was krumm ist, soll gerade werden und was uneben ist, soll ebener Weg werden. Und alle Menschen
werden den Heiland Gottes sehen.“ Da sprach Johannes zu der Menge, die hinausging, um sich von ihm taufen zu lassen: Ihr Schlangenbrut, wer hat denn euch gewiss gemacht, dass ihr dem künftigen Zorn entrinnen werdet ?

Seht zu, bringt rechtschaffene Früchte der Buße; und nehmt euch nicht vor zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken. Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt; jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und in’s Feuer geworfen. Und die Menge fragte ihn und sprach: Was sollen wir denn tun ? Er antwortete und sprach zu ihnen: Wer zwei Hemden hat, der gebe dem, der keines hat; und wer zu essen hat, tue ebenso. Und es kamen auch die Zöllner, um sich taufen zu lassen, und sprachen zu ihm: Meister, was sollen denn wir tun ? Er sprach zu Ihnen:

Fordert nicht mehr, als euch vorgeschrieben ist ! Da fragten ihn auch die Soldaten und sprachen: Was sollen denn wir tun ? Und er sprach zu ihnen: Tut niemandem Gewalt oder Unrecht und lasst euch genügen an eurem Sold !

Liebe Gemeinde,

jeder Pfarrer würde Luftsprünge der Freude unternehmen, käme eine so große Menge zu ihm um sich taufen zu lassen, wie die Menschenmenge, die aus diesem Anlass zu Johannes kam. Und was macht Johannes als erstes ? Er bezeichnet diese Menschenmenge als Schlangenbrut. Er nimmt sie also, wie wir so schön zu sagen pflegen erst einmal „in’s Gebet“. Luther würde vielleicht sagen „Er läuterte ihren Sinn“. Das mag zwar im ersten Augenblick abschreckend wirken, aber Johannes macht der Menge klar, dass es nicht auf die äußere Handlung der Taufe ankommt, sondern auf die
innere Einstellung dazu.

Im Ruhrgebiet pflegt man zu sagen: „Auf nen groben Klotz gehört en grober Keil“. Und dieser grobe Keil, liebe Gemeinde, der hat wirklich gesessen. Und wenn das Gewissen erst einmal wachgerüttelt ist und man seine eigene verlorene Position erkannt hat, dann kommt als erstes immer wieder die Frage: Was soll ich denn tun ? Auch der Apostel Petrus antwortet in der Apostelgeschichte auf die gleiche Frage mit den Worten:
„Tut Buße…“ Dieses ist die innere Seite der Taufe. Es gibt aber keine Taufe, die nicht in irgendeiner Form auch nach außen hin sichtbar wird.

Auf diese Frage des „Was sollen wir tun“ erhält die Menge eine von Johannes dem Täufer drei nach außen wahrnehmbare Kennzeichen. Johannes bezeichnet sie selbst als Früchte der Buße. Lassen Sie uns über drei „Bußfrüchte“ am heutigen dritten Sonntag im Advent gemeinsam nachdenken.

Um nicht missverstanden zu werden, es geht hier nicht um Werkgerechtigkeit in irgend einer Form, sondern um eine Art Sinneswandel, welcher sich aus der Buße heraus ergibt und eben diese
„Bußfrüchte“ zum Ausdruck bringt.

1. Teilen

Jetzt ist ja wieder die Zeit der großen Spendenaktionen. Zahlreiche Organisationen versenden ihre Spendenaufrufe, in der Hoffnung, von möglichst vielen Menschen mit einem kleinen Betrag bedacht zu werden. Genau dies ist es aber nicht, was Johannes meint, wenn er das Teilen anspricht. Er sagt nicht: Gebt von eurem reichhaltigen Überfluss ein wenig denen ab, die gar nichts haben. Nein, liebe Gemeinde, nach Johannes dem Täufer sieht christliches Teilen ein wenig anders aus.

Christliches Teilen gibt nicht nur aus dem Überfluss ab, christliches Teilen fängt bei der ganzen Substanz an. Von dem Zuviel abzugeben, das ist keine große Kunst. Aber von dem noch etwas abzugeben, was für uns selbst kaum reicht, das, liebe Gemeinde, das ist echtes christliches
Teilen. Diese Form des Teilens setzt nämlich auch ein uneingeschränktes Gottvertrauen voraus. Ein Vertrauen darauf, dass der Herr mich schon mit allem versorgen wird, was ich wirklich benötige.

Wie könnte der Maßstab für christliches Teilen denn heute aussehen in einer Zeit, wo nahezu jeder mehr als zwei Hemden und mehr als genug zu essen hat ? Nun, ich könnte mich fragen: Brauche ich das neue Handy wirklich oder kann ich den Betrag auch spenden ? Brauche ich wirklich noch den achten, neunten oder zehnten Anzug, oder kann ich diesen Betrag auch Menschen zuwenden, die bedürftiger sind als ich es bin ?

2. Keine Gier

„Fordert nicht mehr, als euch zusteht“. Ich denke, es gibt kaum eine bessere Definition für die Gier, als diese, die uns Johannes der Täufer lehrt. Wohlgemerkt, er sagt nicht: Verzichtet auf euren Lohn, auf Macht und auf Anerkennung. Nein, er sagt nur: Fordert nicht mehr als euch zusteht. Christen sind eben keine frommen Spinner, die immer und überall umsonst arbeiten und dabei auch noch ihr letztes Hemd verschenken.

Lassen Sie uns das doch an einem aktuellen Beispiel aus der Wirtschaft verdeutlichen. Es gibt wohl kaum eine Arbeit, auch nicht die Tätigkeit eines Bankers, die 20 Millionen Euro im Jahr wert ist. Also eindeutig zuviel gefordert. Und es gibt wohl kaum eine Arbeit, die nur 3,50 € pro Stunde wert ist. Nicht gierig sein bedeutet, nicht mehr fordern, als man verdient, aber sich auch nicht mit weniger zufrieden geben, als man wert ist.

Warum ist denn Gier so gefährlich. Ganz einfach, weil sie krank macht. Gier ist eine Sucht, die keine Grenzen kennt. Gier will immer mehr und noch mehr und noch mehr. Sobald ein Status erreicht ist, kommt sofort der Wunsch nach noch mehr. Man kann Gier und die Sucht nach Drogen
durchaus in einem Atemzug nennen, machen sie doch beide die Menschen mit der Zeit kaputt.

3. Zufriedenheit

„Lasst euch genügen an eurem Sold“ heißt soviel wie: Seid zufrieden mit dem, was ihr habt. Und das ist in der heutigen Zeit nicht so ganz einfach. Zeigt uns doch die Werbung alltäglich, ab wann wir denn zufrieden sein dürfen. Als Christen sollen wir uns aber genau davon frei machen.

Von Gott bekommen wir genau das, was wir tatsächlich brauchen. Und was wir nicht bekommen, das brauchen wir auch nicht. Darüber dürfen wir durchaus ab und wann einmal nachdenken.

In dem Wort „zufrieden“ steckt ja auch das Wort „Frieden“. Wenn ich zufrieden bin, dann habe ich Frieden mit mir selbst. Und wenn ich Frieden mit mir selbst habe, dann habe ich auch Frieden mit meinen Mitmenschen und kann auch Frieden mit Gott bekommen.

Wenn ich aber stets unzufrieden bin, dann habe ich auch in mir keinen wahren Frieden. Fehlt mir dieser, dann habe ich auch keinen Frieden mit meinen Mitmenschen. Und auch der Friede mit Gott will sich dann nicht so recht einstellen.

Gerade die Weihnachtszeit ist doch eine gute Zeit, um unsere inneren Einstellungen einmal wieder auf den Prüfstand des Teilens, der Gier und der Zufriedenheit zu stellen. Und wenn wir dabei feststellen, dass wir doch bei dem ein oder anderen von dem abweichen, was uns Johannes der
Täufer lehrt, dann ist gerade heute der beste Tag, um das Ruder, das uns in die falsche Richtung steuert, wieder umzulegen. Und wenn es uns besonders schwer fallen sollte, so ist unser Herr stets nur einen Hilfeschrei weit entfernt von uns. Dieses Angebot dürfen wir annehmen. Nicht nur jetzt zur Weihnachtszeit, sondern jeden Tag unseres Lebens.

Das rechte (Rück)besinnen auf unseren Herrn können wir anbetend auch mit dem 5. Liedvers des Liedes „Hilf, Herr Jesu, lass gelingen…“ von Johann Rist tun, der da lautet, wie folgt:

Jesus richte mein Beginnen, Jesus bleibe stets bei mir,
Jesus zäume mir die Sinnen, Jesus sei nur mein Begier,
Jesus sei mir in Gedanken, Jesus lasse nie mich wanken !

Der Herr schenke Dir ein großzügiges Herz, das gerne teilt
Der Herr bewahre Dich vor der Gier, immer mehr zu wollen
Der Herr schenke Dir einen zufriedenen Geist, der Dir Frieden mit IHM ermöglicht

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten 3. Advent und einen besinnlichen und vielleicht etwas ruhigeren Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Lesergemeinde!

Ich grüße Sie herzlich am 3. Sonntag vor der Passionszeit, Septuagesimae.
Das Predigtwort für diesen Sonntag steht im Lukasevangelium,
im 17. Kapitel, in den Versen 7 – 10:

„Wer unter euch , der einen Knecht hat, der ihm pflügt oder das Vieh weidet, sagt ihm, wenn er heim kommt vom Felde: Komm sogleich und setze dich zu Tische? Ist´s nicht vielmehr so, daß er zu ihm sagt: Richte zu, was ich zu Abend esse, schürze dich und diene mir, bis ich esse und trinke; danach sollst du auch essen und trinken? Danket er auch dem Knechte, daß er getan hat, was ihm befohlen war? So auch ihr! Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so sprechet: Wir sind unnütze Knechte; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren.“

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde! Immer wieder werden wichtige Preisverleihungen verbunden mit Dankesreden von Prominenten über die Fernsehsender ausgestrahlt. Sie begegnen großem Interesse. Ein öffentlicher Dank ist schon etwas Besonderes.

In weit bescheidenerem Maße ist das auch in der Kirche spürbar. Dankesreden für kirchliche Mitarbeiter haben durchaus ihre Berechtigung. Es sollte aber der Dank an Gott nicht fehlen, der all unseren Dienst ermöglicht und unser Tun wirkt. Im Grunde wissen wir, dass es in unserem Leben als Christen um einen Dienst für Gottes frohe Botschaft geht.

Jesus spricht in unserem Predigtwort vom Dienen.
ER benutzt dazu ein Beispiel seiner Zeit und Umgebung. Fragend erzählt er:
Stellt euch vor, ihr hättet einen Feldsklaven, der nach getaner Arbeit nach Hause kommt. Würdet ihr ihn nicht auch seine Hauspflichten erledigen lassen, bevor er seinen eigenen Bedürfnissen nachgeht? Würdet ihr ihm für seine Arbeit danken, er hat doch nur seine Pflichten erfüllt?

Bevor die Zuhörer antworten können, sagt er zu ihnen:
„So auch ihr! Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so sprechet: Wir sind unnütze (armselige) Knechte, wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren.“

Diese Worte Jesu sprechen unser Verhältnis zu Gott an.
Das kann uns zum Grübeln bringen über Gottes Zuwendung und Liebe.

Wir fragen uns, will Gott uns so begegnen, wie viele Herren dieser Welt?
Das erfahren wir oft, dass sie über uns und unser Leben entscheiden. Sie bürden uns Lasten auf, denen wir kaum gewachsen sind. Und auf Dank und Anerkennung brauchen wir kaum zu warten.

Im Nachdenken merke ich, dass ich mich in meinen Gedanken verrannt habe. Ich spüre, wie Zweifel und Ablehnung meinen Glauben in einen Abgrund ziehen, wie ein unbedachter Schritt im Moor. Ich erinnere mich an die Beter der Psalmen. Sie haben ihre Not und Zweifel im Gebet vor Gott gebracht.

Im Beten wurde ihnen Gewissheit und Hoffnung geschenkt, dass Gott der erbarmende und sie liebende Gott ist.

So wage auch ich im Gebet zu Gott zu kommen. Ich gehe unter das Kreuz Jesu Christi. Dort kann ich erkennen:
– Herr, ich gehöre DIR!
– DU hast mein Leben mit DEINEM Blut erkauft!
– DU hast Gottes Anspruch an mein Leben erfüllt!

Nun bin ich frei, aus geschenkter Liebe zu handeln. Diese Liebe will Gott danken und die Ehre geben. Diese Liebe sucht nicht nach Dank. Jesus, DIR gehöre ich, wie ein Diener und bin doch beschenkt mit der Freiheit der Kinder Gottes. Wirke durch mich, Herr, dass ich an Vielen die Liebe Gottes weitergeben kann!

Wenn Dich der Text zum Zweifeln bringt, wag Dich mit Dein Gebet unter das Kreuz!

Jesus hat auch für Dich gelitten und ist auch für Dich gestorben. Jesus hat Gottes Forderung an Dir erfüllt. Wenn Du IHN annimmst, empfängst auch Du die Freiheit der Kinder Gottes. Du kannst aus geschenkter Liebe handeln. Und Du kannst Dein Handeln als geschenkte Möglichkeit sehen, zur Ehre Gottes zu wirken. In all dem begegnest Du Gott in der Demut, die Jesus mit SEINEN Worten anspricht.

Mit einem alleinigen Nachsprechen der Jesuworte kannst Du vielleicht Deine Glaubensschwestern und-brüder imponieren, aber nicht das liebende Gottesherz erfreuen.

SEIN liebendes Herz wartet darauf, dass Du aus dem Weitergeben SEINES Geschenkes mit frohem Herzen zu IHM kommst!

Während ich dies schreibe, lese ich den Wochenspruch als Zuspruch, dass viele Andere mit uns auf den Weg des Gesprächs mit Gott waren und sind.

Im Wochenspruch heißt es:
„Wir liegen vor dir mit unserm Gebet und vertrauen nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.“ (Dan 9,18)

Gottes Barmherzigkeit will uns, will Dir und mir in Jesus begegnen!
Lasst Sie uns unter Gottes Segen ergreifen!

Es grüßt herzlich
Euer Pfr.i.R. Steinführer

Liebe Lesergemeinde!

Ich grüße Sie herzlich zum Heiligen Abend und zum Weihnachtsfest 2004.
Herzlichen Dank für alle Weihnachtspost.
Das ePredigt-Team wünscht allen Lesern ein gesegnetes Weihnachtsfest, und dass Sie in Ihrer Begegnung mit Jesus Licht für Ihr Leben empfangen.
Die nächste Predigt kommt zum Jahreswechsel.

Der Text für die heutige Predigt steht im Lukasevangelium im 2. Kapitel,
in den Versen 1 – 20:²

„Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auf auch Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf daß er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.
Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und siehe, des Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie, und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen; ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.
Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Laßt uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott um alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.“

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
Als Kind habe ich oft gefragt: Wann ist Weihnachten?
Oft bekam ich als Antwort die Anzahl der Tage genannt. Dann konnte ich die Tage an den Fingern abzählen. Später konnte ich die Tage an den Türchen des Adventskalender ablesen.

Doch eine ganz andere Antwort blieb in meinem Herzen hängen.
„Weihnachten ist, wenn Du abends auf die Straße gehen kannst und aus allen Fenstern Lichter leuchten. Niemand muss mehr sein Zimmer verdunkeln, weil die Bombenflieger Pause haben. Es ist Friede auf kurze Zeit. Menschen erinnern sich daran, dass Gott SEINEN Sohn zum Herzensfrieden für alle Menschen in die Welt kommen ließ. Du wirst viele Menschen sehen, die unterwegs sind, um diese Botschaft für sich zu hören und Gott an der Krippe zu danken. Dann werde ich Dich an die Hand nehmen und wir werden mit ihnen in die Kirche gehen, denn Jesus ist für Dich und für mich geboren. “

Was werden wir heute unseren Kindern und Enkeln sagen, wenn sie fragen: Wann ist Weihnachten?
Zeigen wir nur zum Adventskalender?
Erzählen wir ihnen, Weihnachten ist wenn der Weihnachtsmann kommt?
Erzählen wir von dem Wunder der Heiligen Nacht und von der Weihnachtsgeschichte der Bibel?

Noch immer atmet die Heilige Nacht in unserem Land den Weihnachtsfrieden.
Noch immer begegnen sich Menschen in Zuwendung und Liebe.
Menschen sind unterwegs zu gefüllten Kirchen, um die Weihnachtsbotschaft vom Kind in der Krippe zu hören.

Das alles geschieht, weil mit Gottes Botschaft, wie sie einst ein Engel verkündete, Gott in unsere Welt und unser Leben hineinkommt. In dieser Botschaft begegnet auch uns das erlösende und frohmachende Wort:
„Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland (Retter) geboren.“

Von den Hirten in der Weihnachtsgeschichte wird gesagt:
Sie sind eilend aufgebrochen, um zu sehen, was ihnen der Herr verkündigt hat.
„Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war.“

Für uns alle, für Dich und für mich, ist Jesus als Retter unseres Lebens geboren!
Wir hören die Weihnachtsbotschaft als Gemeinde des geborenen, gekreuzigten und auferstandenen Jesus!

Andere hören heute diese Botschaft als Menschen, die den lebendigen Lebensbezug zu Gott verloren haben. Sie hören es als Suchende oder als Menschen, die sich an Verlorenes aus ihrer Kindheit erinnern lassen wollen.

Uns alle kann die Botschaft so treffen, dass wir aufbrechen wie die Hirten, diese Botschaft weiter zu sagen.

Selbst bei mehrfach gefüllten Kirchen bleiben viele draußen. Unter diesen sind Menschen, die sich in ein Weihnachten ohne Jesus im Kreis von Freunden und der Familie eingerichtet haben.
Unter den Ferngebliebenen sind Menschen, die unter ihrer Verlorenheit des Lebens leiden. Manche von ihnen können Weihnachten in der Not ihres Lebens, in der Einsamkeit oder Trauer nur schwer ertragen.

Auch ihnen gilt Gottes Zuwendung und Liebe, gilt die Botschaft:

E u c h i s t h e u t e d e r H e i l a n d , d e r R e t t e r , g e b o r e n !

Gott kann es schenken, dass wir von Gottes Botschaft zutiefst berührt werden.
Gott kann es schenken, dass wir im Leben neu aufbrechen und Jesus für uns finden.
Gott kann es schenken, dass wir die Menschen in Not sehen und dass wir ihnen die Botschaft von Gottes rettender Zuwendung bringen.

Lasst uns darum beten, dass dies unter uns geschieht!
Gottes Geist möge es schenken, dass wir darum beten, dass es bei uns, bei Dir und mir geschieht!

Weihnachten können wir zu Menschenengel, zu Boten Gottes werden, die freudig Gottes geschenkte Rettung verkünden!

Unser Mitsingen der Weihnachtslieder möge zum Gebet werden
– zur Bitte, zum Dank und Lobpreis.

So grüße ich Sie ganz herzlich mit einem alten Weihnachtslied: (EG 40, 1+5)

„Dies ist die Nacht, da mir erschienen des großen Gottes Freundlichkeit;
das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit,
und dieses Welt- und Himmelslicht
weicht hunderttausend Sonnen nicht.

Drum, Jesu, schöne Weihnachtssonne, bestrahle mich mit deiner Gunst;
dein Licht sei meine Weihnachtswonne und lehre mich die Weihnachtskunst,
wie ich im Lichte wandeln soll
und sei des Weihnachtsglanzes voll.“

Ich wünsche allen eine gesegnete Weihnacht mit Jesus, den Heiland und Retter für uns und für alle.

Ihr Pfr. i.R. Steinführer

Liebe Lesergemeinde!

Ich grüße Sie herzlich am 4. Adventssonntag.
Die nächste Predigt kommt zum Heiligen Abend.
Das Predigtwort steht für diesen Sonntag im Lukasevangelium
im 1. Kapitel, in den Versen 26 – 33 + 38:

„Als Elisabeth im sechsten Monat war, sandte Gott den Engel Gabriel nach Nazaret in Galiläa zu einem jungen Mädchen namens Maria. Es war verlobt mit einem Mann namens Josef, einem Nachkommen Davids. Der Engel kam zu Maria und sagte:
>Sei gegrüßt, Maria, der Herr ist mit dir; er hat dich zu Großem ausersehen!< Maria erschrak über diesen Gruß und überlegte, was er bedeuten sollte. Da sagte der Engel zu ihr: >Hab keine Angst, du hast Gnade bei Gott gefunden! Du wirst schwanger werden und einen Sohn zur Welt bringen. Dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und wird Sohn des Höchsten genannt werden. Gott der Herr wird ihm das Königtum seines Vorfahren David übertragen. Er wird für immer über die Nachkommen Jakobs regieren. Seine Herrschaft wird nie zu Ende gehen.< Da sagte Maria: >Ich will ganz für Gott dasein. Es soll so geschehen, wie du es gesagt hast.< Dann verließ sie der Engel." Der Herr segne an uns SEIN Wort! Liebe Gemeinde! Wir feiern heute den vierten Advent. Geht der Advent zu Ende, wenn in einigen Tagen die Kerzen auf unserem Kranz verlöschen? Als Gemeinde des Messias, Jesus, bleiben wir Adventsgemeinde! Wir bleiben Menschen, die auf das Kommen Jesu in ihrem Leben warten. Aber nicht allezeit brennt in uns diese lebendige Hoffnung. Oft sind wir in Gefahr, diese Hoffnung in den Nöten und Angeboten des Lebens untergehen zu lassen. Diese Hoffnung kann auch in den Gewohnheiten unserer Frömmigkeit ersticken. Aber Gott hört nicht auf, uns in SEINEM Wort anzusprechen! Gott möchte mit SEINEM Wort die Hoffnung auf SEIN Kommen immer neu entflammen! Gott möchte, dass wir bei Jesu letztem Kommen bereit sind, dass wir für allezeit heimfinden zu Gott! So kommt SEIN Wort auf uns zu, wie eine weiße Taube mit einer Lilie. Gottes Geist gibt uns in SEINEM Wort Klarheit und Reinheit, den Herrn zu empfangen. Und heute hören wir von einem jungen Mädchen, dass von einem Engel, einem Boten Gottes, angesprochen wird. Diesem Mädchen wird gesagt: "Sei gegrüßt, Maria, der Herr ist mit dir, er hat dich zu Großem ausersehen." Maria darf erfahren: Gott hat sie und ihr Leben im Blick. Unter Vielen hat ER sie für eine einzigartige Aufgabe auserwählt. Maria soll Gottes Sohn empfangen und gebären für SEIN irdisches Leben und Wirken. Das hat immer wieder Menschen in Verehrung auf Maria schauen lassen. Es hat Menschen in den Lobpreis Gottes geführt, weil ER sich über uns Menschen und über die Welt in SEINER rettenden Liebe erbarmt hat. Die Anrede Marias hat als "Ave Maria" durch die Geschichte hindurch Menschen bewegt. Für unsere katholischen Schwestern und Brüder ist diese Anrede der Anfang eines verehrenden Gebetes, das in den Lobpreis des Christus mündet. Viele Künstler haben im Glauben das "Ave Maria" zu einem unvergesslichen Zeugnis gestaltet. Unter den Worten der Engelsbotschaft haben Menschen gespürt, dass Gott auch sie in Gnaden anschaut und zur Wohnung des lebendigen Jesus berufen hat. Ja, Gott schaut uns in Gnaden an und wir bekommen den Auftrag: Gib Jesus Dein Herz als Wohnung in dieser Welt! Lass Dein Leben von IHM ausfüllen! ER, der für Dich gestorben und auferstanden ist, will durch Dich zu den Menschen kommen! Das ist so etwas Großartiges und Wunderbares, dass wir es garnicht fassen und begreifen können. - Aber es ist wahr ! - Es ist nur zu verständlich, dass wir davor zurückschrecken, uns überfordert fühlen. Und aus dem Unbegreifbaren werden unzählige Einwände kommen. Wir dürfen vor Gott diese Einwände aussprechen. Aber wir sollten Raum lassen - zu hören, was Gott uns in SEINEM Wort sagen will. Gott hat durch Jesu Wort SEINEN Jüngern gesagt: "Aber wenn der Geist der Wahrheit kommt, wird er euch in die ganze Wahrheit einführen ... Er wird euch in Zukunft den Weg weisen" (Joh 16,13). "Wer mich liebt, der wird sich nach meinem Wort richten; dann wird ihn auch mein Vater lieben, wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen" (Joh 14,23). Und wir dürfen darauf vertrauen, dass diese Worte an die Jünger auch für uns alle als SEINE Gemeinde gelten. Darum dürfen wir Gott bitten, dass ER in unserem Leben durch SEINEN Geist so wirkt, dass Menschen auch durch unser Leben Jesus und SEINEM rettenden Wort begegnen. Auch für Maria war das ihr angekündigte Geschehen unbegreifbar. Und sie spricht das auch aus. Sie erhält die Antwort: "Gottes Geist wird über dich kommen, seine Kraft wird es bewirken" (Lc 1,35). Sie findet für sich Vertrauen auf Gottes gegebene Zusage, sodass sie Gottes Auftrag annehmen kann. "Ich will ganz für Gott dasein. Es soll geschehen, wie du es gesagt hast." In diesem annehmenden Vertrauen ist und bleibt Maria für uns ein Vorbild im Glauben. Maria hat ihr Herzensja zu Gottes Auftrag gegeben. Sie vertraut auf das angekündigte Wirken Gottes. Ihrem Vorbild können wir nicht durch zustimmendes Gefühl oder menschlichen Bemühen nachfolgen. Auch für uns ist die Entscheidung wichtig, so wie bei Maria, Jesus für uns aufzunehmen und auf das Wirken des Heiligen Geistes zu vertrauen. Im Hören auf Gottes Wort können wir bereit werden für Gottes Kommen in unser Leben. Dann kannn unser ganzes Leben ein Advent werden - als eine Zeit der Erwartung und der Hoffnung. Unter Gottes Segen kann Freude auf das Kommende wachsen. Ich wünsche uns allen noch gesegnete Adventstage Ihr Pfr.i.R. Steinführer

Liebe Lesergemeinde!

Ich grüße Sie herzlich am 3.Sonntag im Advent. Das Predigtwort für diesen Sonntag steht geschrieben im Lukasevangelium im 3. Kapitel in den Versen 1-14: „Es war im fünfzehnten Regierungsjahr des Kaisers Tiberius. Pontius Pilatus war Prokurator von Judäa,Herodes regierte in Galiläa, sein Bruder Philippus in Ituräa und Trachonitis, Lysanias regierte in Abilene. Die Obersten Priester waren Hannas und Kajaphas.

Johannes, der Sohn des Zacharias, hielt sich noch in der Wüste auf. Dort erreichte ihn der Ruf Gottes. Er machte sich auf, durchzog die ganze Gegend am Jordan und verkündete: „Laßt euch taufen und fangt ein neues Leben an, dann wird Gott euch eure Schuld vergeben!“ Schon im Buch des Propheten Jesaja steht:“In der Wüste ruft einer:Macht den Weg bereit, auf dem der Herr kommt! Baut ihm eine gute Straße. Füllt alle Täler auf, ebnet Berge und Hügel ein, beseitigt die Windungen und räumt die Hindernisse aus dem Weg. Dann werden alle Menschen sehen, wie Gott die Rettung bringt.“

Die Menschen kamen in Scharen zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. Er hielt ihnen vor:“Ihr Schlangenbrut, wer hat euch gesagt, daß ihr dem bevorstehenden Gericht Gottes entgeht? Zeigt durch eure Taten, daß ihr euch ändern wollt! Ihr bildet euch ein, daß euch nichts geschehen kann, weil Abraham euer Stammvater ist. Ich sage euch: Gott kann aus diesen Steinen hier Nachkommen Abrahams machen! Die Axt ist schon angelegt, um die Bäume an der Wurzel abzuschlagen. Jeder Baum, der keine guten Früchte bringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.“

Die Menschen fragten Johannes:“Was sollen wir denn tun?“ Seine Antwort war:“Wer zwei Hemden hat, soll dem eins geben, der keines hat. Und wer zu essen hat, soll es mit dem teilen, der hungert.“

Auch Zolleinnehmer kamen und wollten sich taufen lassen. Sie fragten Johannes: „Und was sollen wir tun?“ Zu ihnen sagte er:“Verlangt nicht mehr , als festgesetzt ist!“ Zu den Soldaten, die mit der gleichen Frage kamen, sagte er:“Beraubt und erpreßt niemand, sondern gebt euch mit eurem Sold zufrieden!“

Der Herr segne uns sein Wort!

Liebe Gemeinde!

Seid Ihr schon der vielen Weihnachtsmänner müde geworden? Noch werden sie Euch einige Tage begleiten.
Aber Gott möchte Euch einen anderen Mann in Eure Adventstage schicken. Er hat für Euch eine Botschaft im Advent. Sein Name ist Johannes. Er wird auch der Täufer genannt.
Er kommt aus der Zeit Jesu. In der Wüste empfing Johannes Gottes Ruf und Auftrag. Im Lebensland am Jordan verkündete Johannes:
„Laßt euch taufen und fangt ein neues Leben an, dann wird Gott euch eure Schuld vergeben!“
Viele Menschen kamen. Sie wollten sich taufen lassen. Es sollte ihr Zeichen der Bereitschaft zu einem neuen Leben mit Gott sein.
Sie wollten sich die Vergangenheit wie Schmutz abwaschen lassen.
In dieser Zeit politischer Fremdherrschaft und sozialer Ungerechtigkeit keimte Hoffnung auf : Gottes Kommen in seinem verheißenen Messias und Retter.
Viele wollten mit dabei sein, wenn Gottes Messias das Reich Gottes bringt.
Aber Johannes machte den Menschen, die zu ihm kamen, deutlich:
Wenn Gott kommt ergeht Gottes Gericht, auch über sein Volk. Wer seid ihr, daß ihr meint, daß Gericht gehe an euch vorbei? Täuscht euch nicht.
„Ihr Schlangenbrut, wer hat euch gesagt, daß ihr dem bevorstehenden Gericht Gottes entgeht?“

Ihr könnt euch nicht darauf berufen, daß ihr zum auserwählten Volk Gottes gehört. Gott kann sich ein neues Volk schaffen, wenn er will.
Ihr habt Gottes Wort und seine Verheißungen. Lebt mit Gottes Wort,
laßt Gott so in euer Leben, daß er euch durch sein Wort verändern kann.
„Zeigt durch eure Taten, daß ihr euch ändern wollt.!“
Ihr habt nur wenig Zeit: „Die Axt ist schon angelegt, um die Bäume an der Wurzel abzuschlagen. Jeder Baum, der keine guten Früchte bringt ,
wird umgehauen und ins Feuer geworfen.“

Und viele Menschen ließen sich von der Botschaft des Johannes ansprechen. Sie fragten aus der Betroffenheit ihrer Herzen:“Was sollen wir denn tun?“.
Die Antwort des Johannes ist erstaunlich! Er sagt schlicht und einfach:
Teilt eure Kleidung und euer Essen mit denen, die nichts habn.
Laßt euch genügen an dem, was euch für eure Arbeit und euer Dienst
zusteht. Beraubt und erpreßt niemand durch eure Machtposition.

Die Forderungen des Johannes erscheinen so selbstverständlich menschlich.

Und doch hat Johannes mit dem Ansprechen dieser Dinge die einzelnen
Gruppierungen dort angesprochen, wo sie in der Gefahr sind an ihren Mitmenschen und an Gottes Wort schuldig zu werden.

Haben wir gemerkt, daß uns Johannes in eine ganz andere Dimenson des Advent führt als der Weihnachtsmann, der Geschenke verteilt und uns zum Kaufen animiert, damit er seine Geschenke verteilen kann?

Unser Gott kommt in unser Leben. Er will uns die Herrlichkeit seiner Liebe bringen. Aber zwischen Ihm und uns steht unsere Schuld. So bedeutet sein Kommen Gericht. Wir können uns nicht auf unsere Zugehörigkeit zur Christusgemeinde des Messias Jesus berufen.
Wir haben von Jesus Gottes Heiligen Geist empfangen, damit wir nach seinem Wort und Willen leben können. Wagen wir immer neu aus dem Empfagenen zu leben -wagen wir es trotz Scheitern und Versagen? Stellen wir uns in Erwartung der Botschaft Gottes, daß uns sein Geist wie Feuer reinigen kann, damit Früchte der Liebe wachsen können?

Johannes will uns an der Hand nehmen, daß wir Schritt um Schritt auf Gottes Kommen zugehen.

Johannes will auch Dich an der Hand nehmen, daß Du die ersten Schritte tun kannst.

Höre auf Gottes Wort, daß Du erkennst, wo Dein Leben sich ändern muß. Sei bereit zu einem neuen Anfang.

Den Weg des neuen Anfangs kannst Du gehen,wenn Du Dir von Johannes sagen läßt:“Es kommt aber der, der viel mächtiger ist als ich … Er wird euch mit heiligem Geist taufen und mit dem Feuer des Gerichts“(Luk 3,16).

Dieser angekündigte Herr ist der Messias Jesus. Er ist gekommen, hat Deine Schuld ans Kreuz getragen und Dir Gottes Geist gebracht. Darum kannst Du Gott bitten, daß er in Dir neues Leben wirkt. Darum kannst Du Gott bitten, daß er Dich um Jesus Opfertod willen durch das kommende Gericht hindurchrettet.

Der Herr kann Dir die Gewißheit der kommenden Rettung schenken,
daß wir uns gemeinsam auf die kommende Herrlichkeit Gottes freuen können.
Der Herr segne uns den Advent.

Es grüßt herzlich
Pfr.i.R.Steinführer