Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Karfreitag. Den Predigttext für den heutigen Feiertag finden wir bei dem Propheten Jesaja im 52. Kapitel, die Verse 13-15 und im Kapitel 53, die Verse 1-12. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Siehe, meinem Knecht wird’s gelingen, er wird erhöht und sehr hoch erhaben sein. Wie sich viele über ihn entsetzten, weil seine Gestalt hässlicher war als die anderer Leute und sein Aussehen als das der Menschenkinder, so wird er viele Heiden besprengen, dass auch Könige werden ihren Mund vor ihm zuhalten. Denn denen nichts davon verkündet ist, die werden es nun sehen, und die nichts davon gehört haben, die werden es merken. Aber wer glaubt dem, was uns verkündet wurde, und wem ist der Arm des Herrn offenbart?
Er schoss auf vor ihm wie ein Reis und wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und Hoheit. Wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte. Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, dass man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn für nichts geachtet. Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.
Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg. Aber der Herr warf unser aller Sünde auf ihn. Als er gemartert ward, litt er doch willig und tat seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird; und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer, tat er seinen Mund nicht auf. Er ist aus Angst und Gericht hinweggenommen. Wer aber kann sein Geschick ermessen ? Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er für die Missetat meines Volkes geplagt war. Und man gab ihm sein Grab bei Gottlosen und Übeltätern, als er gestorben war, wiewohl er niemand Unrecht getan hat und kein Betrug in seinem Munde gewesen ist. So wollte ihn der Herr zerschlagen mit Krankheit.
Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, wird er Nachkommen haben und in die Länge leben, und des Herrn Plan wird durch seine Hand gelingen. Weil seine Seele sich abgemüht hat, wird er das Licht schauen und die Fülle haben. Und durch seine Erkenntnis wird er, mein Knecht, der Gerechte, den vielen Gerechtigkeit schaffen; denn er trägt ihre Sünden. Darum will ich ihm die vielen zur Beute geben und er soll die Starken zum Raube haben, dafür dass er sein Leben in den Tod gegeben hat und den Übeltätern gleichgerechnet ist und er die Sünden der Vielen getragen hat und für die Übeltäter gebeten.

Liebe Gemeinde,

dieser Text ist uns allen sicherlich hinlänglich bekannt. Ja, es war grausam, was der Sohn Gottes für uns erleiden musste. Daran sollten wir uns immer wieder erinnern, wenn wir auf ein Kreuz schauen. Alle die ein Kreuz an einer Halskette tragen sollten sich auch daran erinnern, dass es nicht nur ein Schmuckstück ist, sondern das dieses Kreuz eine dreifache Auswirkung für uns und unser Leben hat.

Lassen Sie uns diese drei Auswirkungen des Kreuzes heute am Karfreitag einmal etwas genauer betrachten:

1. Strafe und Heilung

Mit dem Tod am Kreuz hat Jesus die Strafe auf sich genommen, welche eigentlich wir verdient hätten. Immer dann, wenn wir unseren Heiland am Kreuze hängen sehen, sollen wir daran erinnert werden, dass ER es war der unsere Strafe getragen hat.

ER, der niemals auch nur die kleinste Sünde begangen hat, ist als Bezahlung für unsere Sünden gestorben.

Jetzt kommen wir zur Heilung. „Durch seine Wunden sind wir geheilt“, so haben wir es soeben gehört. Da steht nicht, dass wir durch seine Wunden geheilt werden könnten. Da steht, dass wir definitiv durch seine Wunden geheilt sind.

Das bedeutet nichts weniger, als dass von Gottes Seite alles getan worden ist, damit wir wieder zu ihm kommen können.

Lassen wir uns nicht ins Bockshorn jagen von religiösen Fanatikern, die an das Heil immer wiederkehrende rituelle Handlungen knüpfen. Das ist nicht wahr. Das einzige, was wir tun müssen, ist dieses Geschenk, welches uns Gott bereitet hat auch dankbar anzunehmen.

Wir leben ja nun mal in einer Leistungsgesellschaft. Und es wird einem ja freilich nichts geschenkt. Das dürfen wir aber nicht auf Gott übertragen. Jeder Leistungsgedanke, der vielleicht doch zu unserer Erlösung beitragen könnte ist blanker Unsinn und hat in Gottes Reich nichts verloren.

2. Angst und Gericht

Wir haben gehört, dass unser Herr aus dem Gericht genommen worden ist. Das gleiche trifft auch auf uns als seine Jünger zu.

Liebe Gemeinde, hier geht es um das Gericht, welches über unseren Verbleib in der Ewigkeit entscheidet. Für diejenigen, die bereits hier auf Erden das Geschenk unseres Herrn angenommen haben gibt es keine ewige Verdammnis in der Hölle.

Wir alle haben das Bürgerrecht des Himmels bereits in unserer Tasche. Und darüber dürfen wir dankbar sein und uns von ganzem Herzen freuen.

Jetzt haben wir auch gehört, dass Jesus aus der Angst herausgenommen wurde. Und darüber müssen wir noch ein wenig reden.

Jetzt mal Hand auf’s Herz: Wovor haben Sie Angst ? Ich kenne keinen Menschen, der nicht irgendwann einmal vor irgendetwas Angst gehabt hat oder aktuell hat. Aktuell tragen sehr viele Menschen die Angst um ihre Gesundheit in ihrem Herzen. Die Angst um den Arbeitsplatz ist auch bei vielen Menschen latent vorhanden. Die Jüngeren unter uns plagt die Sorge, ob sie überhaupt eine Ausbildungsstelle erhalten und die Älteren unter uns haben vielleicht Angst, dass ihre Rente nicht zum Leben reicht.

Jetzt etwas tröstliches, das Jesus zu uns in einer seiner Endzeitreden gesagt hat: „In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“

Schön und gut, aber wir leben noch in dieser Welt und haben diese eben noch nicht überwunden. So ganz ist dies für uns aber nicht der Fall.

Wir, die wir heute morgen beisammen sind, sind doch alle seine Nachfolger. Wir haben uns alle doch einmal ganz bewusst dazu entschlossen, dem Herrn Jesus unser Leben zu übergeben. In dem Moment wo wir dies getan haben, kam es in unserem Leben zu einem Regierungswechsel. Unser Herr und Heiland hat den Thron unseres Lebens bestiegen und regiert fortan unser Leben.

So gesehen, haben wir „Die Welt“ nämlich auch schon mit ihm zusammen überwunden. Und zwar die Welt, die von Angst, Hass und Gewalt regiert wird.

Dadurch dass wir mit ihm zusammen leben, hat uns unser Herr auch aus der Angst genommen. Wir brauchen uns vor nichts mehr zu fürchten, egal, was immer auch auf uns zukommen mag. Im Vertrauen auf unseren Herrn dürfen wir der Zukunft ganz getrost entgegensehen. Das heißt aber nicht die Hände in den Schoß zu legen, den lieben Gott einen guten Mann sein lassen und auf den Himmel zu warten.

Wir sollen weiterhin mit Jesus auf Erden so leben, wie wir es bisher getan haben. Wenn sich dann die Angst zurückmeldet, dürfen wir darauf vertrauen, dass uns der „Jesusfaktor“, den wir seit dem Regierungswechsel in uns tragen schon durch die Angst tragen wird.

3. In die Länge leben und Ewiges Leben

„Er wird in die Länge leben“, auch das haben wir in unserem Predigttext gehört. Ja, liebe Gemeinde, Jesus ist wahrhaftig unter uns. Nicht nur heute im Gottesdienst sondern alle Tage bis an der Welt Ende. Wir können uns jederzeit mit allem was uns bedrückt vertrauensvoll an ihn wenden. Und wenn wir diese Welt verlassen, dann erwartet uns das ewige Leben in seiner Gegenwart.

Und somit wird auch Gottes großer Plan mit dieser Welt gelingen. Was können wir denn dazu beitragen ? Nun, wir sollen unser Leben von Jesus getragen führen. Wir sollen ihm allein nachfolgen und wir sollen die frohe Botschaft möglichst vielen Menschen weitersagen.

Lassen Sie mich kurz noch ein letztes sagen: Dieser Text wurde ca. 700 Jahre vor Christi Geburt verfasst. Gott gab Jesaja also schon einen ganz genauen Einblick in das, was 700 Jahre später geschehen sollte. Und dies ist genau so eingetreten, wie Gott es Jesaja gesagt hat.

Und jetzt liebe Gemeinde, wage ich eine steile Aussage: Wer diesen Text gelesen hat und auch die Bestätigung dieses Textes im Neuen Testament gelesen hat, für den ist kein Platz mehr für Zweifel an der Schrift und für den ist auch kein Raum mehr für Bibelkritik.

Aber für den ist jede Menge Platz und Raum in seinem Herzen, den Jesus gern mit seiner Liebe ausfüllen möchte.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienst gemeinsam in den ersten Vers des Liedes „Nun gehören unsre Herzen…“ (EG 93) von Fridrich von Bodelschwingh einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Nun gehören unsre Herzen ganz dem Mann von Golgatha,
der in bittern Todesschmerzen das Geheimnis Gottes sah,
das Geheimnis des Gerichtes über aller Menschen Schuld,
das Geheimnis neuen Lichtes aus des Vaters ewger Huld.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen Karfreitag und ich freue mich wenn wir am Ostersonntag wieder beisammen sein dürfen.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Karfreitagsgottesdienst. In anderen europäischen Ländern wird dieser Freitag auch traditionell als guter Freitag bezeichnet. Guter Freitag aus dem Grunde, da an diesem Karfreitag unsere Erlösung vollbracht wurde. Durch den stellvertretenden Tod unseres Herrn ist für all unsere Sünden bereits bezahlt worden. Wir haben also wieder freien Zugang zu unserem Herrn, welcher uns bis dahin verwehrt war. Den Predigttext für den Karfreitag finden wir im 2. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 5, die Verse 19-21. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott ! Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.

Liebe Gemeinde,

in unseren Kirchengemeinden wird der Karfreitag ja immer recht „tragend“ begangen. Lassen Sie uns heute doch einmal der Tradition unserer Nachbarn folgen und diesen Freitag einmal als guten Freitag begehen. Grund dazu haben wir ja, wie wir eingangs bereits gehört haben.

„So sind wir nun Botschafter an Christi statt…“ so lesen wir es in unserem Predigttext. Ja, liebe Gemeinde, wir haben es richtig verstanden; wir sind alle miteinander Botschafter. Grund genug also, dass wir uns mit diesem Begriff ein wenig näher auseinandersetzen.

1. Wie werde ich Botschafter?

Nun, Botschafter von Namibia in Deutschland wird man in aller Regel nicht wenn man Franzose ist. Und Botschafter von Frankreich in Deutschland wird man auch nicht, wenn man nigerianischer Herkunft und Bürger dieses Landes ist.

Um Botschafter zu werden muss man also Bürger des Entsendestaates sein. Wenn wir also Botschafter des Himmelsreiches werden wollen, dann müssen wir zunächst einmal unser Bürgerrecht im Himmel haben.

Das Migrationsproblem ist ja gerade in Deutschland ganz aktuell. Um Bürger von Deutschland zu werden sind schon einige Hürden zu meistern. Zeitliche aber auch bestimmte andere Voraussetzungen sind zu erfüllen, will man denn die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten.

Mit dem Bürgerrecht im Himmel sieht es ganz anders aus. Vor Karfreitag war es uns überhaupt nicht möglich, das himmlische Bürgerrecht zu erhalten. Unsere Sünden trennten uns von dem Landesvater im Himmel. Es war also gar nicht daran zu denken die himmlische Staatsbürgerschaft zu erhalten.

Diese Sünden, die uns von Gott trennten, für diese Sünden hat Jesus mit seinem stellvertretenden Tod aber bezahlt. Das hat die Wirkung, dass wir vor Gott wieder als Geschöpfe erscheinen können, für deren Sünden ein anderer bereits die Strafe übernommen hat. Und da auch im Himmel das Verbot der Doppelbestrafung gilt, gelten wir vor Gott als straffrei. Aber auch wir müssen eine Voraussetzung erfüllen.

Wir müssen unsere Sünden von Herzen bereuen und den Weg zurück zu Gott antreten. Wer dies ablehnt, liebe Gemeinde, dem sind auch seine Sünden nicht vergeben. Aber alle, die sich auf Jesus Christus beziehen, die haben die Möglichkeit mit sofortiger Wirkung das himmlische Bürgerrecht zu erhalten.

Himmlisches Bürgerrecht bedeutet ja nicht, dass wir dereinst in den Himmel kommen, nein, das himmlische Bürgerrecht hat auch schon für uns auf Erden ganz gewaltige Konsequenzen, die Paulus in unserem heutigen Predigttext beschreibt. Wir werden als Himmelsbürger auch gleichzeitig zu Botschafter Gottes auf Erden berufen. Übrigens ein jeder von uns, nicht nur der Klerus.

2. Meine Aufgaben als Botschafter

Allein Botschafter zu sein und diesen Titel tragen zu dürfen das klingt schon mal ganz toll. Aber wir müssen diesen Titel auch mit Leben füllen. Paulus beschreibt auch schon ansatzweise unsere Aufgaben als Gottes Botschafter hier auf Erden.

Wir sollen allen Menschen, die es noch nicht wissen mitteilen, dass auch für sie die Möglichkeit besteht, das Bürgerrecht im Himmel zu erhalten. Kein Mensch muss in der Sünde verharren, kein Mensch muss auf ewig verloren gehen. Gott möchte nicht, dass auch nur ein einziger Mensch in der Hölle landet. Also sendet er uns als Botschafter um möglichst viele Menschen davon zu überzeugen, ihren Höllenritt zu beenden und doch besser den Himmelsflug anzutreten.

Jeder Botschafter muss in gewissen Abständen seinem Heimatstaat und damit dem Bericht erstatten, der ihn gesandt hat. Das müssen und dürfen wir natürlich auch. Unser Bericht wird gemeinhin als Gebet bezeichnet. Und da Gott weiß, wie schwer manchmal unsere Aufgaben auf Erden sind, nimmt er sich nicht nur ab und wann Zeit für unsere Berichte und Nöte und Sorgen, sondern er hat 24 Stunden am Tag Zeit für uns.

Alles, was uns gut gelungen ist dürfen wir ihm mitteilen und Dank sagen, dass er uns so wunderbar geführt hat auf diesen Wegen. Menschen, die unsere Botschaft vielleicht noch nicht hören wollten, dürfen wir ihm ganz besonders ans Herz legen. In unserem himmlischen Botschaftsbericht nennen wir dies auch Fürbitte. Alles, was uns so ganz und gar nicht gelungen ist, wo wir auch nicht besonders klug und umsichtig gehandelt haben auch das dürfen wir ihm beichten.

Er reißt uns nicht den Kopf ab, er möchte uns nur unterstützen, damit wir es das nächste Mal besser machen. Nur derjenige kann nicht aus Fehlern lernen, der diese nicht zugibt. Das gilt auch für uns als Himmelsbotschafter.

Wir sollen aber als Botschafter nicht nur die frohe Botschaft Gottes verbreiten, sondern wir sollen dieser auch ganz persönlich Taten folgen lassen. Ein Botschafter, der nur fromm daherredet wird auf Dauer nämlich nicht ernst genommen. Ein Botschafter, der seinen Reden hingegen auch Taten folgen lässt, genießt alsbald den Respekt des Landes in welches er entsandt worden ist.

Wenn wir jetzt anfangen aufzuzählen, was wir alles tun sollten und was wir gefälligst besser lassen sollten, dann säßen wir bis weit über den Ostermontag zusammen. Als Botschafter hat uns Gott natürlich auch eine Dienstanweisung an die Hand gegeben, in welcher wir stets nachschlagen sollen, wie wir uns in diversen Situationen verhalten sollen. Es schadet übrigens gar nicht, dieses Regelwerk regelmäßig von vorn bis hinten zu lesen.

Wenn es aber trotzdem mal schnell gehen soll, dann sollten wir die 10 Gebiete, die Bergpredigt und den Jakobusbrief zu Rate ziehen. Dort finden wir eine Schnellanleitung für viele Probleme, die uns als Botschafter ereilen können und die uns zum sofortigen Handeln zwingen.

Die Osterfeiertage liegen ja nun vor uns. Die meisten von uns haben ein bisschen mehr Zeit als gewöhnlich. Dann schlage ich vor, das wir uns wieder einmal den 10 Geboten, der Bergpredigt und dem Jakobusbrief widmen und diese Verhaltensregeln aufmerksam lesen.

3. Diplomatische Immunität

Alle Botschafter genießen diplomatische Immunität. Das bedeutet, dass ein Botschafter eines fremden Landes in Deutschland zb. als strafrechtlich unangreifbar gilt. Als Botschafter Gottes hier auf Erden stehen wir alle auch unter seinem persönlichen Schutz.

Natürlich werden wir angegriffen, ausgelacht und verhöhnt werden. Das ist ganz natürlich so. Aber lassen Sie uns dies alles vor unseren Herrn tragen, er wird uns trösten und uns wieder aufbauen, wenn wir einmal niedergeschlagen sind.

Und es wäre nicht das erste Mal, liebe Gemeinde, dass der lebendige Gott ganz konkret bei Gefahr für Leib und Leben seiner Botschafter höchstpersönlich eingreift. Darauf dürfen wir uns felsenfest verlassen.

Wenn eine Botschafterlaufbahn endet, dann wird der Botschafter in sein Heimatland zurückberufen und darf dort seinen Ruhestand genießen.

Und dies wird auch uns so ergehen. Wenn unsere Botschafterlaufbahn hier auf Erden endet, und sie endet immer mit unserem Tode hier auf Erden, dann werden wir nicht in irgendein Nirwana geschickt oder in die unendlichen Weiten des Weltraumes. Wenn unser Botschafterlaufbahn endet, dann werden wir heimgerufen in den Himmel. Dort dürfen wir die Ewigkeit in Gottes Gemeinschaft verbringen.

Lassen wir uns als ein auf unsere große Berufung und Ernennung als Gottes Botschafter hier auf Erden. Übrigens auch wenn noch nicht Ostersonntag ist: Es kann nichts schiefgehen; der für uns den Weg zu Gott wieder freigemacht hat, ist ja auch vom Tode wieder auferstanden uns ist ganz persönlich bei einem jeden von uns alle Tage bis an der Welt Ende.

Wo unsere Reise nach unserer Heimberufung hingeht, das beschreibt der Liederdichter Paul Gerhardt sehr schön in dem 6. Vers seines Liedes: „Ich bin ein Gast auf Erden…“ (EG529), der da lautet, wie folgt:

So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt,
doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt.
Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt,
da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen geruhsamen Karfreitag. Bis zum nächsten Sonntag, dem Ostersonntag wünsche ich Ihnen allen Gottes reichen Segen und seinen tiefen Frieden.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Karfreitag. Den Predigttext für den heutigen Tag finden wir bei dem Propheten Jesaja im 53. Kapitel, die Verse 1-12.
Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Aber wer glaubt dem, was uns verkündet wurde, und wem ist der Arm des Herrn offenbart ? Er schoss auf vor ihm wie ein Reis und wie eine Wurzel aus dem dürren Erdreich. Er hatte keine Gestalt und Hoheit. Wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte. Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, dass man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn für nichts geachtet. Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt. Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg. Aber der Herr warf unser aller Sünde auf ihn. Als er gemartert ward, litt er doch willig und tat seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird; und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer, tat er seinen Mund nicht auf. Er ist aus Angst und Gericht hinweggenommen. Wer aber kann sein Geschick ermessen ?
Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er für die Missetat meines Volks geplagt war. Und man gab ihm sein Grab bei Gottlosen und Übeltätern, als er gestorben war, wiewohl er niemand Unrecht getan hat und kein Betrug in seinem Munde gewesen ist. So wollte ihn der Herr zerschlagen mit Krankheit. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, wird er Nachkommen haben und in die Länge leben, und des Herrn Plan wird durch seine Hand gelingen. Weil seine Seele sich abgemüht hat, wird er das Licht schauen und die Fülle haben.
Und durch seine Erkenntnis wird er, mein Knecht, der Gerechte, den vielen Gerechtigkeit schaffen; denn er trägt ihre Sünden. Darum will ich ihm die vielen zur Beute geben und er soll die Starken zum Raube haben, dafür dass er sein Leben in den Tod gegeben hat und den Übeltätern gleichgerechnet ist und er die Sünde der Vielen getragen hat und für die Übeltäter gebeten.

Liebe Gemeinde,

was wir soeben gehört und gelesen haben, war schon einige hundert Jahre alt, bis das, was wir gelesen haben auch wirklich eingetreten ist. Ein Text also der gerade für Skeptiker prädestiniert ist. Beschreibt er doch detailgetreu das, was unser Herr auf sich genommen hat, nämlich all unsere Schuld und Missetat.

In vielen unserer Anrainerstaaten wird der heutige Karfreitag auch „Guter Freitag“ genannt. Lassen Sie uns doch am heutigen Karfreitag auch einmal alle Trauer ablegen und hinterfragen, warum wir diesen Tag auch als „Guten Freitag“ bezeichnen können. Ich glaube, unser Predigttext nennt uns schon drei Punkte, die uns ein Grund der Freude sein sollten.
Lassen Sie uns diese drei Punkte ein wenig näher betrachten.

1. Durch seine Wunden sind wir geheilt

Liebe Gemeinde, dies ist, so möchte ich es formulieren die wichtigste Aussage in der gesamten Bibel. Obschon sie nur in einem Nebensatz steht, wird hier unsere gesamte Heilsgeschichte auf den Punkt gebracht.

Daher läuft man auch schnell Gefahr, dass man diesen Halbsatz einfach überliest. Denken wir einmal daran, was dort nicht steht. Dort steht nicht „Durch seine Wunden könnt ihr geheilt werden.“ Und es steht dort auch nicht „Durch seine Wunden werdet Ihr (irgendwann einmal) geheilt werden.

Durch die Erlösungstat unseres Herrn SIND wir geheilt. ER hat alles für uns getan. Ist das nicht wunderbar. Wir haben einen Heiland, dem wir nichts mehr beweisen müssen. Wir müssen nicht einen religiösen Klimmzug nach dem anderen machen, damit wir unserem Herrn gefallen. Wir müssen auch nicht ein Mal im Leben irgendwo hinpilgern, damit wir unser Seelenheil erlangen.

All dies bleibt uns erspart. Wir können uns nichts mehr selber hinzuverdienen. Nehmen wir einmal an, es hat uns ein bakterieller Infekt erwischt. Was macht unser Arzt ? Er verschreibt uns Antibiotika, die genau die Bakterien bekämpfen, die uns haben krank werden lassen.
Nach der Antibiotikakur sind wir geheilt. Wir brauchen nicht noch weitere Arzneimittel einnehmen. Mehr als geheilt geht nicht.

Das klingt natürlich ganz gewaltig nach Allversöhnungstheorie. Ganz so einfach ist es denn doch auch wieder nicht. Wir müssen und können zwar aktiv nichts zu unserer Gesundung beitragen, die der Herr durch Seinen Kreuzestod bewirkt hat, aber wir müssen dieses Geschenk, welches Er für uns bereit hält annehmen.

Nur für denjenigen, der dieses Geschenk im Glauben annimmt, nur für denjenigen gilt die Verheißung: „Durch SEINE Wunden sind wir geheilt.“
Also halten wir einmal kurz fest: Jesus ist für die Sünden aller Menschen gestorben. Jeder hat zu Lebzeiten die Möglichkeit dieses Himmelsgeschenk anzunehmen oder aber es willentlich abzulehnen.

2. Er wird Nachkommen haben

Was soll daran gut sein ? Nun, liebe Gemeinde, der Kölner Pfarrer Leppich hat einmal gesagt: „Der einzige Grund, warum ich an diesen Laden (er meinte die Kirche) glaube, ist die Tatsache, dass er seit fast 2000 Jahren angefeindet wird und dass er trotz dessen immer mehr Nachfolger findet.“

An dieser Verheißung, die sich ständig immer wieder erfüllt, können wir spüren und merken, dass hier Gott selber am Werk ist. Denken wir nur einmal an die ganzen Erweckungsbewegungen. Ganze Landstriche, die vorher noch nie etwas von Gott gehört haben, finden den Weg zum Glauben.
Sicherlich haben dort tätige Evangelisten den Grundstein gelegt. Doch damit ist es ja auch bei einem Hausbau nicht getan.

Den Rest des Hauses hat Gott gebaut. Auch wenn wir uns in Westeuropa lässig zurücklegen, ER wird schon dafür sorgen, dass weitere Nachfolger IHM folgen werden.

Und daher sind wir alle am heutigen Karfreitag des Jahres 2014 aufgerufen, unsere Komfortzonen zu verlassen und IHM nachzufolgen.

Fangen wir doch wieder ganz klein damit an. Lassen wir unseren Herrn doch wieder ganz bei uns einziehen und lassen wir IHN allein über unser Leben bestimmen. Vertrauen wir IHM doch auch all unsere Lieben an, damit ER auch deren Leben gestalten kann. Wenn wir dies tun, wird dies nicht ohne Außenwirkung bleiben.

3. Er wird in die Länge leben

Eine letzte wunderbare Verheißung, die wir hier finden. Gewiss, heute ist Karfreitag. Aber der Kreuzestod war ja die Voraussetzung für die Auferstehung und die Tatsache, dass ER in die Länge lebt.

Auch dies hat auch heute noch im dritten Jahrtausend ganz konkrete Auswirkungen auf uns alle. Wenn ER in die Länge lebt, dann heißt das nichts anderes, als dass unser Herr auch heute mitten unter uns ist.

Ihm können wir all unsere Nöte, Sorgen und Probleme anvertrauen. Ihn können wir heute genau so bitten, wie die Emmaus-Jünger vor 2000 Jahren mit den Worten „Bleibe bei uns Herr, denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneigt“. Wie oft erleben wir in unserem Leben Stunden, wo wir nicht mehr weiterwissen, wo es ganz dunkel um uns herum wird, wo wir uns in der Nacht des Lebens befinden. Gerade dann ist ER für uns da.
Wenn wir nicht mehr weiterwissen dürfen wir voll und ganz darauf vertrauen, dass ER den Weg kennt.

Wenn wir gleich zu Hause sind, dann reden wir doch einfach mal mit Ihm über alles, was uns bedrückt. Bitten wir Ihn doch uns zu helfen. Und werfen wir doch all unsere Sorgen auf Ihn, damit wir wieder Frieden haben können.

Wenn wir heute einmal über den Tellerrand von Karfreitag herausgedacht haben, dann haben wir den Tod unseres Herrn nicht vergessen. Aber wir haben einmal über den Tod hinausgedacht. Wenn mit Jesus nicht alles aus war bei Seinem Tode, dann dürfen wir uns darauf verlassen, dass bei uns auch nicht alles aus ist, wenn wir einmal sterben. Und dann dürfen wir auch darauf vertrauen, dass all unsere Lieben, die vor uns gegangen sind, ebenfalls in Seiner Gegenwart leben.

Wenn dies so ist, und es ist so, liebe Gemeinde, dann leben wir, die wir IHM unser Leben übergeben haben, heute schon mit IHM in die Länge.

Der Liederdichter Justus Gesenius beschreibt in dem 7. Vers seines Liedes „Wenn meine Sünd mich kränken…“ (EG 82), was auch wir am heutigen Karfreitag mitnehmen können in unser Leben. Dieser Vers lautet, wie folgt:

Lass ich an andern üben, was du an mir getan,
und meinen Nächsten lieben, gern dienen jedermann
ohn Eigennutz und Heuchelschein und, wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb allein.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse SEIN Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe SEIN Angesicht über Dich und gebe Dir SEINEN Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen Karfreitag und verabschiede mich bis zum Ostersonntag mit den herzlichsten Segensgrüßen für Sie alle.

Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 29.03.2013, dem diesjährigen Karfreitag. Wenn wir uns unsere Nachbarn in Europa anschauen, dann wird dieser Tag auch zutreffend als „Guter Freitag“ bezeichnet. Er wird auch in vielen Kirchen nicht als stiller Feiertag gefeiert, sondern als ein Feiertag, der uns daran erinnern soll, dass für unsere Schulden bezahlt wurde.

Den Predigttext für den heutigen Karfreitag finden wir im Matthäusevangelium, Kapitel 27, die Verse 33-50. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und als sie an die Stätte kamen mit Namen Golgatha, das heißt Schädelstätte, gaben sie ihm Wein zu trinken mit Galle vermischt; und als er’s schmeckte, wollte er nicht trinken. Als sie ihn aber gekreuzigt hatten, verteilten sie seine Kleider und warfen das Los darum. Und sie saßen da und bewachten ihn. Und oben über sein Haupt setzten sie eine Aufschrift mit der Ursache seines Todes: Dies ist Jesus, der Juden König.
Und da wurden zwei Räuber mit ihm gekreuzigt, einer zur Rechten und einer zur Linken. Die aber vorübergingen, lästerten ihn und schüttelten ihre Köpfe und sprachen: Der du den Tempel abbrichst und baust ihn auf in drei Tagen, hilf dir selber, wenn du Gottes Sohn bist, und steig herab vom Kreuz ! Desgleichen spotteten auch die Hohenpriester mit den Schriftgelehrten und Ältesten und sprachen: Andern hat er geholfen und kann sich selber nicht helfen. Ist er der König von Israel, so steige er nun vom Kreuz herab. Dann wollen wir an ihn glauben. Er hat Gott vertraut; der erlöse ihn nun, wenn er Gefallen an ihm hat; denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn. Desgleichen schmähten ihn auch die Räuber, die mit ihm gekreuzigt waren. Und von der sechsten Stunde an kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde.
Und um die neunte Stunde schrie Jesus laut: Eli, eli, lama asabtani ?
Das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen ? Einige aber, die da standen, als sie das hörten, sprachen sie: Der ruft nach Elia. Und sogleich lief einer von ihnen, nahm einen Schwamm und füllte ihn mit Essig und steckte ihn auf ein Rohr und gab ihm zu trinken. Die andern
aber sprachen: Halt, lass sehen, ob Elia komme und ihm helfe ! Aber Jesus schrie abermals laut und verschied.

Liebe Gemeinde,

unser Predigttext beschreibt sehr detailgetreu das Geschehen der Kreuzigung unseres Herrn. Und trotzdem tauchen in diesem Text, ich möchte sie einmal so nennen, drei Fragezeichen auf. Lassen Sie uns also diesen heutigen Tag nutzen, um diesen Fragezeichen nachzugehen und nach einer Antwort zu suchen.

1. Fragezeichen Dunkelheit

Wir alle kennen sicherlich eine Sonnenfinsternis. Aber eine Sonnenfinsternis, die um 12.00 Uhr mittags beginnt und bis zum Nachmittag um 15.00 Uhr anhält, die haben wir sicherlich alle noch nicht erlebt. Was hat es also damit auf sich ?

Diese Sonnenfinsternis steht für unsere Schuld. Bis wir den Weg zu Jesus gefunden haben und Sein Erlösungswerk für uns in Anspruch nehmen, leben wir alle in der Finsternis. Wenn jemand behauptet, dass er nicht in der Dunkelheit lebt, dem muss ich leider sagen, dass er das ja gar nicht
beurteilen kann, da er ein Leben im Lichte unseres Herrn gar nicht kennt.

Daher nutzt es auch wenig, mit wissenschaftlichen Argumenten für den Glauben zu streiten. Man muss es einmal selber probieren. Jeder, der den Weg zu Jesus gefunden hat, kann über ein Leben im Licht berichten, theoretisch „beweisen“ können wir es derzeit jedenfalls noch nicht.

Viele Menschen machen es sich aber dennoch einigermaßen bequem in der Finsternis. Die eigene Schuld kann man durch vielfältige Aktivitäten überdecken. Man kann auch so tun, als gäbe es sie gar nicht und sich dem prallen, schillernden Leben in der Welt hingeben. Aber dieser Glanz der
Welt erlöscht sehr schnell. Und dann steht man doch wieder in der Finsternis.

Diese Finsternis ist aber auch ein Ruf Gottes an uns. Der Ruf lautet:
Kehre um, geliebtes Kind, kehre um und geh in das Licht !
Lassen Sie uns doch wieder auf diesen Ruf hören.

2. Fragezeichen Verlassenheit ?

„Mein Gott, mein Gott warum hast du mich verlassen ?“ So haben wir es soeben in unserem Predigttext gehört. Hier gerät nun unser menschlicher Verstand an seine Grenzen. Ich gehe einmal davon aus, dass wir alles daran setzen würden, unsere Kinder vor einem ähnlichen Schicksal zu
bewahren und nicht tatenlos diesem Treiben zusehen würden.

Warum sah Gott scheinbar tatenlos dieser Kreuzigung zu ? Sünde jedweder Art trennt von Gott. Wir sind seit dem Sündenfall alle miteinander sündige Menschen. Was folgt daraus ? Ganz einfach, der Weg zu Gott ist uns bis in alle Ewigkeit versperrt.

Nun ist Gott ein Gott der Liebe, der zwar die Sünde hasst, aber den Sünder liebt. Damit Er wieder Gemeinschaft mit Seinen Geschöpfen haben kann, müssen diese von der Sünde befreit werden. Das alttestamentarische Sündenopfer musste immer wieder wiederholt werden, es war also nur eine
Lösung für einen bestimmten Zeitraum. Gott will aber eine Generallösung. Also musst Er Seinen Sohn stellvertretend für alle Sünden dieser Welt sterben lassen.

Jesus starb für die Sünden der Vergangenheit, der Gegenwart und auch der Zukunft. In Seinem Sterben konnte Ihm Gott nicht beistehen, da Er ja die Sünde hasst. Aber Gott hat Jesus zwar sterben lassen, aber Ihm die dafür notwendige Kraft gegeben.

Ein ganz kleiner Exkurs muss an dieser Stelle sein: Auch wir sind doch manchmal in Situationen, wo wir uns gottverlassen fühlen. Aber wir dürfen sicher sein, dass wir es nicht sind. Auch in den für uns scheinbar aussichtslosen Situationen sind wir von Gott umgeben. Im Gegensatz zu Jesus Christus werden wir nicht nur nicht verlassen, sondern auch durch all unser Leid hindurchgetragen.

Als Jesus gestorben war, da war Seine Tat vollbracht, wie wir es in unserem Predigttext nachlesen können. Ab diesem Zeitpunkt war Er auch nicht mehr gottverlassen. Ab diesem Zeitpunkt stand Ostern vor der Tür.

3. Fragezeichen Missverständnis

Jesus wird missverstanden.Selbst einige Seiner letzten Worte werden so uminterpretiert, wie die Menge es gern haben möchte. Kommt und das nicht bekannt vor ? Dies ist leider kein Phänomen vergangener Zeiten, nein, liebe Gemeinde, dies ist aktueller denn je.

Viele Menschen lesen doch gar nicht mehr in der Bibel oder hören dem Worte Gottes konzentriert zu. Dafür hat man einfach keine Zeit mehr. Erst kommt doch die Arbeit, da habe ich keine Zeit mich mit Gott zu beschäftigen. Dann kommt die Freizeit, dies ist ein Ausgleich für die Arbeit. Auch wieder keine Zeit für Gott und Sein Wort. Und dann kommt die Familie dran, natürlich auch wieder keine Zeit für Gott.

So sieht es doch aus, der Alltag von über 80 % der deutschen Bevölkerung. Eigentlich kein Wunder, dass wir „Scharlatanen“ auf den Leim gehen, die Gottes Wort in ihrem Sinne deuten und auslegen.

Heute ist Karfreitag. Vor 2000 Jahren geschah das größte, was Gott je für uns getan hat. Er hat uns den Weg zum Himmel wieder frei gemacht. Das ist doch wohl ein Grund, sich jeden Tag ein wenig mit dem Worte Gottes zu beschäftigen.

Übrigens, im Gegensatz zu damals gibt es die Bibel heute auch als Hörbuch und als gratis mp3 Datei aus dem Internet. Es gibt auch moderne Übersetzungen, die sich sehr gut lesen lassen. Und ich bin mir ganz sicher, auch im hektischen Arbeitsalltag finden wir immer mal wieder 1-2
Minuten für ein Gespräch mit Gott. Probieren wir es doch wieder einmal und sagen wir es unseren Mitmenschen einfach weiter.

Dieses Leben im Glauben und aus dem Glauben heraus beschreibt der Liederdichter
Philipp Friedrich Hiller sehr schön in dem 6. Vers seines Liedes „Jesus Christus herrscht als König…“, der da lautet, wie folgt:

Jesus Christus ist der Eine,
der gegründet die Gemeine,
die ihn ehrt als teures Haupt.
Er hat sie mit Blut erkaufet,
mit dem Geiste sie getaufet,
und sie lebet, weil sie glaubt.

Der Herr verwandle Deine Zweifel in Zuversicht
Der Herr lasse aus der Zuversicht einen unerschütterlichen Glauben werden
Der Herr verwende die Kraft Deines Glauben für den Aufbau SEINES Reiches

Amen.

Liebe Gemeinde,

auch wenn die Altäre in unseren Kirchen heute abgehängt sind wollen wir uns doch daran erinnern, dass mit dem Tode unseres Herrn alle Hindernisse auf dem Weg zum Himmel beiseite geräumt worden sind. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen einen, wie man bei unseren Nachbarn zu sagen pflegt „Guten Freitag“.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Karfreitag.
In unserem Nachbarland, den Niederlanden wird dieser Tag auch „Goede Vrijdag“ genannt.
Also guter Freitag.
Und dabei sind wir auch schon bei dem Karfreitagsgeschehen.
Lassen Sie uns zunächst hören, was unser Predigttext für den heutigen Tag zu diesem Geschehen sagt. Wir finden den Predigttext im Hebräerbrief im 9. Kapitel, die Verse 15, 26b – 28:

Und darum ist er auch der Mittler des neuen Bundes, damit durch seinen Tod, der geschehen ist zur Erlösung von den Übertretungen unter dem ersten Bund, die Berufenen das verheißene ewige Erbe empfangen. Nun aber, am Ende der Welt, ist er ein für allemal erschienen, durch sein eigenes Opfer die Sünde aufzuheben. Und wie den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht: So ist auch Christus einmal geopfert worden, die Sünden vieler wegzunehmen; zum zweitenmal wird er nicht der Sünde wegen erscheinen, sondern denen, die auf ihn warten, zum
Heil.

Liebe Gemeinde,

Sünde und Opfer, sowie Erlösung und Heil. Eigentlich doch etwas total gegensätzliches. Und doch kommen diese Worte in diesem kurzen Predigttext unmittelbar nebeneinander vor. Lassen Sie uns daher am heutigen Karfreitag ein wenig damit beschäftigen, was Sünde ist, was die Folgen sind und was es mit dem Opfer auf sich hat.

1. Die Sünde

Was ist eigentlich Sünde ? Sünde im biblischen Sinne hat nichts damit zu tun, was in der Welt gemeinhin als Sünde verstanden wird. Bei der biblischen Sünde geht es nicht um Moral. Es geht auch nicht um die Einhaltung von vorgegebenen Normen. Und es geht auch nicht um religiöse
Normen, deren Nichteinhaltung so gern als Sünde bezeichnet wird. Dies alles können wir getrost beiseite schieben.

Sünde, also biblische Sünde ist das, was uns von Gott trennt. Häufig sind dies satanische Mächte, die versuchen, Gott in Frage zu stellen. Dabei gehen diese Mächte äußerst geschickt vor. Nach dem Tsunami in Japan ließen sie uns vielleicht fragen: Wie kann ein Gott der Liebe das alles zulassen ? Oder bei einem kürzlich zu lebenslanger Haft verurteiltem Kindermörder lassen sie uns die gleiche Frage stellen. Nach der Frage: Wie kann ein Gott der Liebe Seinen Sohn am Kreuz elendig sterben lassen ? kommt dann schnell die Frage in uns hoch : Gibt es Gott überhaupt ?

Wir sehen, die Argumentationskette satanischer Mächte kann ganz schön raffiniert daherkommen. Wir müssen alle immer auf der Hut sein, dass wir nicht auf diese subtilen Versuche hereinfallen.

2. Der falsche Weg

Die Folgen der oben genannten Fragen sind zunächst einmal gewaltige Zweifel. Aus den Zweifeln folgt dann oftmals die Entscheidung, dass es wohl doch keinen Gott gibt. Und hier beginnt unser sündiger Weg. Wenn wir unser Leben so leben, als gäbe es keinen Gott, dann ist dies Sünde.

Mit dieser Grundentscheidung beginnen wir auch unser Leben falsch auszurichten. Wenn es keinen Gott gibt, dann kann ich auf Erden machen, was ich will. Es folgt ja auch keine Strafe. Ich kann also folgerichtig nach dem 11. Gebot leben, das da sagt: Du darfst alles, du darfst dich nur nicht erwischen lassen. Wer nach dieser Maxime lebt, der denkt folgerichtig auch nur noch an sich. Hauptsache mir geht es gut. Dann werden natürlich auch die Mitmenschen vor den eigenen Karren gespannt.

3. Sünde fordert Opfer

Als erstes sind dabei unsere Mitmenschen zu nennen, die unter unserer Sünde leiden, weil wir uns ihnen gegenüber entsprechend verhalten haben.

Dann fordert aber unsere Sünde weitere Opfer. Ein Opfer in Form der Wiedergutmachung. Im Alten Testament ging der Sünder mit einem Opfertier zu dem Priester, welcher das Opfertier schlachtete und somit den Sünder entsühnte. Allerdings hatte dies keinerlei Wirkung auf die Zukunft, sondern nur auf die Vergangenheit.

Die Sünde ist eine satanische Macht, die uns voll und ganz in ihren Bann zieht. Sobald die Entsühnung erfolgt war, ging der Sündenkreislauf wieder von vorne los. Wir können es auch treffend als Perpetuum Mobile der Sünde bezeichnen. Dieser Teufelskreislauf musste irgendwie
unterbrochen werden.

Um uns von der Macht dieser Sünde zu befreien hat sich Gott selbst als Mensch auf Golgatha geopfert. Dies hat Wirkung in die Vergangenheit hinein und in die Zukunft hinein bis an das Ende aller Zeiten. Gott hat aber nicht nur die vergangenen und zukünftigen Sünden getilgt; ER hat sie quasi mit den Wurzeln aus unserem Leben herausgerissen.

Wohlgemerkt, die Sünde gibt es immer noch. Aber wenn wir ein Leben mit Gott führen, dann hat die Sünde keine Macht mehr über uns. Nehmen wir einmal folgenden Vergleich:

Sie haben einen Garten erworben, der sich in einem bedenkenswerten Zustand befinden. Sie werden diesen Garten wohl von allem Unkraut befreien, um ihn nutzbar zu machen. Da Sie Freude an Ihrem Garten haben möchten, werden Sie peinlich genau darauf achten, dass Unkraut jedweder Art keine Chance mehr hat, in Ihrem Garten zu wachsen.

So hat uns auch Gott von dem Unkraut der Sünde befreit. Wenn wir ganz nahe an Jesus dranbleiben, dann sorgen wir dafür, dass dieses Unkraut, was uns überall begegnet, keinen Einzug mehr bei uns halten kann.

4. Die Folgen

Das Karfreitagsgeschehen macht uns bewusst, dass wir nicht für unsere Sünden büßen müssen; dies hat Gott schließlich schon getan. Von der Fessel der Sünde losgekauft können wir ein Leben in Freiheit und Frieden führen.

Jetzt sind dies ja zunächst einmal nur Worthülsen. Wir sollen diese Begriffe aber mit Leben füllen. Wir sollen Frieden und Freiheit Leben einhauchen, indem wir uns auch entsprechend verhalten.

Wenn wir derart nah an Jesus dranbleiben, dann werden wir ein Leben führen können, welches weg vom „Ich“ hin zum „Du“ führt. Der andere ist uns eben nicht mehr egal. Es ist uns nicht egal, was mit ihm geschieht. Es geht auch uns etwas an, wenn er z.B. ausgebeutet wird.

Wenn wir die Chance nutzen, die uns Jesus bietet, dann kommen wir auch ganz gewiss dahin, dass wir Gott in unser Leben mit einbeziehen, dass wir IHN zum Beispiel vor unseren Unternehmungen fragen, was ER davon hält.

Und, liebe Gemeinde, wir kommen, wenn wir das Karfreitagsgeschehen in seiner ganzen Tiefe verstehen, dazu, dass wir nur noch demutsvoll „Danke, Herr“ sagen können. Und dieser Dank zieht sich dann auch durch unser ganzes Leben hindurch.

Also war es doch ein“Goede Vrijdag“ vor knapp 2000 Jahren auf dem Hügel Golgatha.

Das Geschehen am Karfreitag drückt auch der Liederdichter Paul Gerhardt sehr treffend in dem vierten Vers seines Liedes „O Haupt voll Blut und Wunden…“ aus, der da lautet, wie folgt:

Nun, was du, Herr, erduldet, ist alles meine Last;
ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast.
Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat.
Gib mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad.

Der Herr lasse Dich die Gnade SEINER Vergebung erkennen
Der Herr gebe Dir den Mut, ein Leben aus SEINER Gnade heraus zu führen
Der Herr lasse Dich ein friedevolles Leben in SEINER Gegenwart führen

Amen

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen noch einen besinnlichen Karfreitag. Bis zum nächsten Sonntag grüße ich Sie alle recht herzlich

Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Karfreitag im Jahre 2011.
Der Name des Karfreitags stammt aus dem Althochdeutschen. Das Wort „Kara“ bedeutet Klage, Trauer und Leid.

Am heutigen Tage denken wir an den Tag, an welchem unser Herr für unsere Sünden gestorben ist. Gerade an dem heutigen Tage sollten wir uns daran erinnern, dass eigentlich wir es sind, die dort hängen müssten. Trauer und Leid, die wir heute empfinden, sollten eigentlich in einem
„Danke, Herr Jesus“ münden. Denn gerade Dank IHM müssen wir nicht dort hängen und für unsere Sünden bezahlen.

Unseren heutigen Predigttext finden wir bei dem Evangelisten Lukas im 23. Kapitel,
die Verse 33-49. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Jesu Kreuzigung und Tod

Und als sie kamen an die Stätte, die da heißt Schädelstätte, kreuzigten sie ihn dort und die Übeltäter mit ihm, einen zur Rechten und einen zur Linken. Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun ! Und sie verteilten seine Kleider und warfen das Los darum.
Und das Volk stand da und sah zu. Aber die Oberen spotteten und sprachen: Er hat andern geholfen; er helfe sich selber, ist er der Christus, der Auserwählte Gottes. Es verspotteten ihn auch die Soldaten, traten herzu und brachten ihm Essig und sprachen: Bist du der Juden König, so hilf dir selber ! Es war aber über ihm auch eine Aufschrift:

Dies ist der Juden König. Aber einer der Übeltäter, die am Kreuz hingen, lästerte ihn und sprach: Bist du nicht der Christus ? Hilf dir selbst und uns ! Da wies ihn der andere zurecht und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammnis bist ? Wir sind es zwar mit Recht, denn wir haben empfangen, was unsre Taten verdienen; dieser aber hat nichts Unrechtes getan. Und er sprach: Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst !

Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mir mir im Paradies sein. Und es war schon um die sechste Stunde, und es kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde, und die Sonne verlor ihren Schein, und der Vorhang des Tempels riss mitten entzwei.

Und Jesus rief laut: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände ! Und als er das gesagt hatte, verschied er. Als aber der Hauptmann sah, was da geschah, pries er Gott und sprach: Fürwahr, dieser ist ein frommer Mensch gewesen ! Und als alles Volk, das dabei war und zuschaute, sah, was da geschah, schlugen sie sich an ihre Brust und kehrten wieder um. Es standen aber alle seine Bekannten von ferne, auch die Frauen, die ihm aus Galiläa gefolgt waren, und sahen das alles.

Liebe Gemeinde,

wir sind ja nun schon einige Jahre gemeinsam durch das Kirchenjahr gegangen. Über die Kreuzigung und deren Hintergrund haben wir uns in den vergangenen Jahren oftmals gemeinsam Gedanken gemacht. Lassen Sie uns doch am heutigen Tage einmal anschauen, wie die einzelnen
Personengruppen, die an diesem Ereignis teilgenommen haben, darauf reagierten. In unserem Predigttext wird uns von drei Personengruppen und deren Reaktionen berichtet. Lassen Sie uns diese einmal ein wenig näher betrachten.

1. Die Oberen

Heute würden wir sagen, die Großen, Mächtigen und Bedeutenden dieser Welt. Und wenn so einer etwas sagt, das hat schon Gewicht. Damals, wie heute sind die Mächtigen dieser Welt aber häufig in ihren eigenen Weltanschauungen gefangen. Was nicht sein darf, das kann auch nicht passieren. Natürlich hatten die Oberen damals schon mitbekommen, um was es bei der Kreuzigung des Jesus von Nazareth eigentlich geht. Wenn das stimmt, was der Nazarener gesagt hatte, ja, dann würde wohl ganz mächtig an ihren Machtpositionen gerüttelt werden. Und das durfte natürlich nicht passieren.

Einige von ihnen hatten bestimmt auch schon die Stimmung des gemeinen Volkes eruiert und waren sicherlich schon besorgt hinsichtlich der Reaktionen, die diese Kreuzigung auslösen könnte. Also machten sie das, was auch heute immer wieder geschieht. Man macht sich erst einmal lächerlich über die ganze Sache. Man verspottet das, was man nicht versteht, weil es ja eben nicht in das eigene Weltbild passt. Und wenn man als Regierender dem Volk das rechte Zeichen setzt, dann wird diese Meinung in aller Regel auch sogleich eifrig nachgeplappert. Es hat sich also nicht viel geändert seit damals.

Auch heute noch oder gerade heute wieder müssen wir mit Schrecken wahrnehmen, wie christliche Werte gerade von „denen da oben“ mit Füßen getreten werden. Es ist ja schon „en vogue“, wenn man mittlerweile seine dritte Ehefrau auf dem politischen Parkett präsentiert. Und leider müssen wir auch in Kauf nehmen, dass z.B. christliche Symbole aus Schulen und Behörden gänzlich zu verschwinden drohen. Was würde wohl geschehen, wenn WIR mit den Worten auf den Lippen „Wir sind die Christen“ auf die Straße gingen, wie vor über 20 Jahren die Bürger der ehemaligen DDR und genau gegen diese Maßnahmen protestieren würden. Und hier sind wir auch schon bei der zweiten Gruppe:

2. Das Volk

„Und das Volk stand da und schaute zu.“ So lesen wir es in unserem heutigen Predigttext. Und auch daran, liebe Gemeinde, hat sich bis zum heutigen Tage nicht viel geändert. Denken wir nur einmal an die vielen Raubüberfälle in der Öffentlichkeit. Da wird ein Mensch halb tot geprügelt, alle Passanten sehen dies und machen nichts. Man will sich ja nicht einmischen.

Wer weiß, was passiert, wenn man sich einmischt. Und vielleicht haben die Oberen ja doch recht und man macht sich auch noch lächerlich wegen diesem Jesus. Nein danke, zuschauen ja, aber beherzt einschreiten und das Wort für Jesus ergreifen, nein danke, das geht dann doch wohl ein
wenig zu weit. Und außerdem: Was sollen denn die Bekannten sagen oder die Nachbarn und erst einmal die eigene Familie, wenn man sich offen zu dem Nazarener bekennt. Man wird ja selber zum Gespött der Leute. Dann sollen sich lieber doch erst einmal die anderen blamieren.

Und dann berichtet uns Lukas noch von einer dritten, zahlenmäßig ganz kleinen Gruppe, nämlich:

3. Die Verbrecher

Unter den Kreuzen dürfen wir Zeugen sein eines Gespräches, welches die Welt spaltet. Da ist der eine Verbrecher, der wie die Oberen selbst in seiner Todesstunde noch seinen Spott über Jesus treibt. Das kennen wir doch alle aus unserem Umfeld.

Aber, liebe Gemeinde, da ist auch noch der andere Verbrecher. Er hat erkannt: Ich habe meine gerechte Strafe verdient, für das, was ich auf Erden getan habe. Aber er hat auch erkannt, dass es neben der irdischen Gerichtsbarkeit eine letzte Gerichtsbarkeit gibt, die größer und mächtiger ist , als alle Gerichte dieser Welt. Und an diese Gerichtsbarkeit wendet er sich, wenn er den Herrn Jesus um Gnade bittet mit den Worten: „Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst.“

Dieser Verbrecher symbolisiert genau unseren Weg als Christen hin zu Jesus. Erst einmal müssen wir erkennen, dass wir gar nichts mehr an unserer Situation ändern können.

Dies konnten die Oberen natürlich nicht sagen. Man war ja doch wer. Man hatte was zu sagen. Und außerdem, wie sieht es denn aus, wenn ich als mächtiger Regierender den Mann am Kreuz um Gnade anflehe. Ich verliere ja in dem Moment mein Gesicht. Mit meiner weißen Weste habe ich es
außerdem auch gar nicht nötig, Vergebung zu empfangen. So, oder ähnlich denken auch heute noch viele Menschen, die wir als die Großen und Mächtigen dieser Welt bezeichnen. Sie sind so in ihrem System gefangen, dass sie gar nicht mehr merken, wie falsch sie eigentlich liegen. Darum spricht Jesus, sollen wir insbesondere für diese Menschen vor Gott eintreten und beten, dass auch sie den Weg zur Wahrheit und zum Leben finden dürfen.

Und das Volk, was macht das ? Es zieht getreu mit den Oberen an einem Strang. Nur nicht auffallen, nur nicht zu viel sagen. Wenn ich mich zu Jesus bekenne, dann kann ich meine Karriere vergessen. Alles lacht über mich und ich stehe da wie der letzte Depp. Liebe Gemeinde, das ist die
Meinung des Großteils unserer heutigen Bevölkerung. Und gerade darum müssen wir auch für unsere unmittelbaren Mitmenschen beten und dürfen nicht aufgeben, ihnen immer wieder die erlösende Botschaft nahe zu bringen.

Erst, wenn wir alles, was uns in dieser Welt gefangen hält, an die Seite stellen, dann wird unser Weg frei für den Herrn Jesus. Mit dem Beruf, der Familie, der Karriere, den Hobbies und vielen anderen Dingen verstellen wir uns häufig den Weg, der uns dann natürlich auch die Sicht auf Jesus nimmt. Erst, wenn wir all dies an die Seite räumen, dann stehen wir Ihm persönlich gegenüber. Und dann erkennen wir alle mit einem Schlage: Eigentlich müssten wir da oben hängen für alle Sünden,
die wir begangen haben. Wenn wir diese Erkenntnis erlangt haben, dann hilft uns gar nichts mehr. Dann dürfen wir nur noch eines, nämlich um Gnade flehen.

Und was macht Jesus ? Er sagt nicht zu dem Verbrecher, also auch zu uns, so von oben herab: Du hast es zwar nicht verdient, aber ich will mal Gnade vor Recht ergehen lassen. Und nun geh bitte. Du bis zwar begnadigt, aber in meiner heiligen Nähe will ich dich nicht haben.

Genau das macht Jesus nicht. In dem Moment wo ihn der Verbrecher um Gnade anfleht, da sagt ihm unser Herr: „Heute wirst du mir mir im Paradies sein.“

Es ist also nicht nur reine Gnade, die dem Verbrecher widerfährt.
Nein, er darf auch in unmittelbarer Nähe mit diesem Jesus die Ewigkeit verbringen.

Und das ,liebe Gemeinde, ist auch heute noch die entscheidende Botschaft für uns alle. Jeder, aber auch wirklich jeder darf immer und überall, zu jeder Tages- und Nachtzeit den Herrn Jesus anrufen, und IHM all seine Sünden bekennen. Wie vor 2000 Jahren wird uns der Herr Jesus von einem Moment auf den anderen von all unseren Sünden reinwaschen. Wir dürfen mit IHM ein vollkommen neues Leben unter SEINER Herrschaft beginnen.

Wir werden zwar nicht „heute“ mit IHM im Paradiese sein, aber wenn wir unseren irdischen Körper verlassen, dann dürfen wir darauf vertrauen, dass Jesu Worte am Kreuz auch heute noch dieselbe Gültigkeit besitzen, wie vor 2000 Jahren.

Wenn wir Karfreitag so betrachten, dann sollte er eigentlich ein Freudentag sein. So wird er übrigens von unseren Nachbarn in den Niederlanden genannt, die diesen Tag als „Guten Freitag“ bezeichnen.

Wenn wir diesen Freitag ebenfalls so betrachten, wie unsere Nachbarn aus Holland, dann können wir frohen Sinnes und Mutes in den 4. Vers des Passionsliedes „Herr Jesu, deine Angst und Pein…“ des Liederdichters Tobias Clausnitzer einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Drum will ich jetzt in Dankbarkeit
von Herzen dir lobsingen,
und wenn du zu der Seligkeit
mich wirst hinkünftig bringen,
so will ich daselbst noch viel mehr
zusamt dem ganzen Himmelsheer
dich ewig dafür loben.

Der Herr gebe Dir die Einsicht, dass Du vor IHM allein nicht bestehen kannst
Der Herr gebe Dir die Erkenntnis, dass nur SEINE Gnade Dich retten kann
Der Herr gebe Dir die Beständigkeit, in SEINER Gnade verwurzelt zu bleiben

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Karfreitag. Bis zum Ostersonntag wünsche ich Ihnen allen eine ruhige und besinnliche Zeit.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr
Ulrich Naber

Liebe Lesergemeinde!
Heute, am Karfreitag, dem Todestag Jesu am Kreuz, sammeln wir uns unter der Botschaft des Kreuzes.
Das Predigtwort steht im 2.Korintherbrief im 5.Kapitel, in den Versen 19 – 21:²

„Denn Gott versöhnte in Christus die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi Statt, denn Gott vermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi Statt: Lasset euch versöhnen mit Gott! Denn er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, auf daß wir würden in ihm die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt.“

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
Es war Karfreitagwetter: Dunkel verhüllten Wolken die Sonne. Nur von Dornen ging ein Leuchten aus. Sie schienen einander zuzuraunen: Gott hat uns verziehen. ER hat die Tropfen gesehen, die als Tränen unseres Lebenssaftes auf Jesu Antlitz fielen. Wir konnten sie nicht zurückhalten. Zu tief verspürten wir den Schmerz, den wir dem Herrn der Welt als Dornenkrone bereiteten.

Gott hat uns verziehen. ER hat die Tränen unseres Lebenssaftes in Fülle von Blütensternen gewandelt. So dürfen wir Jesus als Herrn preisen und SEINEN Vater ehren.

Das Dunkel verzog. Aus ferner Geschichte kam das Bild des Kreuzes von Golgatha. Stimmen wurden laut.
– Stimmen des Hasses und der Gewalt
– Stimmen der Ablehnung und des Spottes
– Stimmen der Gleichgültigkeit und der Selbstzufriedenheit

Mehr und mehr vernahm ich in diesem Getön die eigene Stimme, die mich erschrecken ließ. Mein Herz ging in die Knie und flehte um Vergebung.

Ich vernahm Jesu Worte: Es ist vollbracht!

Darin klang mir zu: Dir ist verziehn!
Nun kannst du mit Gott leben!
Der Himmel ist für dich aufgetan!
Geh, sag es in der Welt!
Alle Last, alle Sünde und Schuld kann unter Tränen der Herzen zu MEINEM Kreuz getragen werden.

Liebe Gemeinde!
Heute ist Karfreitag. Das Geschehen von Golgatha kommt zu uns, in unsere Welt, in unser Leben. Im Evangelium hörten wir, wie Jesus am Kreuz leidet und stirbt.

Viele Menschen leiden unter der Gewalt in unserer Zeit einen schrecklichen Tod. Da geht es leicht unter, dass wir Menschen den Sohn Gottes zu Tode gequält haben. Und dieses Geschehen liegt Generationen zurück. Unsere Betroffenheit gilt eher schrecklichen Ereignissen, die unmittelbar geschehen.

Doch die Bibel macht uns deutlich, dass wir durch unser Verhalten gegenüber Gott und unseren Mitmenschen auch in unserer Zeit schuldig geworden sind. Diese Schuld führt uns ins Verderben. Und wir können unsere Schuld gegenüber Gott nicht selber in Ordnung bringen.

Das kann nur durch Gott geschehen.
Durch den Opfertod SEINES Sohnes hat Gott uns dafür den Weg geöffnet.
Wir können unsere Sündenlast zum Kreuz bringen.
Jesus hat die Schuld aller Menschen am Kreuz getragen.

Darum können wir unsere Last dort ablegen. Jesus will uns freimachen für ein neues Leben mit Gott. Dazu lädt ER uns durch das Wort des Paulus ein:

„So sind wir nun Botschafter an Christi Statt, denn Gott vermahnt durch uns, so bitten wir nun an Christi Statt: Lasset euch versöhnen mit Gott! Denn er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, auf daß wir würden in ihm die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt.“

Im Abendmahl, dass wir heute feiern, empfangen wir Gottes Vergebung.
Wir empangen, was Jesus für uns am Kreuz erwirkt hat.
Jesu Blut tilgt alle unsere Sünden, wenn wir Jesu Opfer in Reue annehmen.
Wir empfangen Gottes Versöhnung, denn Jesus gibt uns SEINE Gemeinschaft mit Gott. ER macht uns zu neue Menschen, die aus SEINER Kraft nach Gottes Willen leben können.

Darüber sagt Paulus:
„Darum ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur, das Alte ist vergangen. Siehe es ist alles neu geworden“ (2.Kor 5,17).

Wir können aus Versöhnung leben!
Wir können auf Menschen zugehen, an denen wir schuldig geworden sind und sie um Verzeihung bitten.
Wir können Menschen, die an uns schuldig geworden sind, neu begegnen und ihnen verzeihen.

Das geschieht nicht automatisch oder problemlos. Altes Denken und Handeln will uns immer wieder in den Griff bekommen. Aber wir können Schritt um Schritt den Weg der Versöhnung erbitten. Jesus macht es möglich, dass wir aus Versöhnung leben.

Gottes Versöhnung will durch uns als Gemeinde in die Welt hineinwirken.
Die zerstrittene und verfeindete Welt braucht Boten der Versöhnung, dass sie zu einem friedlichen Miteinander findet. Sie braucht Gottes Frieden, um zum Frieden untereinander zu kommen und auf einen Weg, der ihnen Gottes Zukunft öffnet.

Dafür geht kein Weg am Kreuz Christi vorbei.
Das Kreuz steht als Hoffnungszeichen für uns und die Welt.

So will es uns allen zum Segen werden,

es grüßt herzlich
Pf.i.R. Steinführer