Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Sonntag, dem Sonntag Jubilate. Jubilate bedeutet ja „Jauchzet“. Und warum wir allen Grund zum Jauchzen haben, das erfahren wir in unserem heutigen Predigttext. Wir finden den heutigen Predigttext im 2. Brief des Paulus an die Korinther im 4. Kapitel, die Verse 16-18. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Darum werden wir nicht müde; sondern wenn auch unserer äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert. Denn unsre Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit, uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig.

Liebe Gemeinde,

„Darum werden wir nicht müde“, so beginnt unser heutiger Predigttext. Wenn ich eine langweilige Arbeit verrichte, dann werde ich im allgemein recht schnell müde. Wenn ich aber eine interessante Tätigkeit verrichte, dann vergehen die Stunden im Fluge und von Müdigkeit ist überhaupt keine Spur. Lassen Sie uns doch einmal gemeinsam betrachten, warum der Apostel Paulus auch nicht müde wird, obwohl er ganz bestimmt kein geruhsames Leben geführt hat.

1. Der äußere Mensch

Das ist das, liebe Gemeinde, was wir täglich im Spiegel betrachten. Und ich muss für mich sagen, dass ich mit 20 noch ein wenig sportlicher ausgeschaut habe als heute. Wo einst Locken wallten ist auf einmal der Blick frei auf die Schädeldecke. Und auch die obere Muskulatur scheint in die Bauchgegend abgewandert zu sein.

Kurzum, Paulus bringt es auf den Punkt: Unser äußerer Mensch verfällt zusehends. Das ist auch das, was die Welt wahrnimmt. Und welche Antwort hat die Welt? Natürlich Anti-Aging. Diese Industrie boomt derzeit, wie kaum ein anderer Wirtschaftszweig.

Man will und muss unbedingt jung bleiben. Aber irgendwann lässt sich dieser Prozess eben nicht mehr aufhalten. Auch das perfekteste Anti-Aging wird unseren Körper nicht daran hindern, alt zu werden und zu verfallen.

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass die Welt das Thema Tod ganz aus ihrem Focus gestrichen hat. Wenn man in gemütlicher Runde dieses Thema anschneidet, und ich tue das sehr gern, dann herrscht nur betretenes Schweigen.

Selbst in unserem örtlichen Seniorenheim werden die Bestatter angewiesen, doch möglichst mit einem neutralen Wagen vorzufahren, um die Verstorbenen möglichst ohne viel Aufhebens abzuholen.

Und trotzdem ist Paulus fröhlich und nicht müde. Nun möchte ich natürlich wissen, warum nicht?

2. Der innere Mensch

Gewiss, der äußere Mensch verfällt. Aber, liebe Gemeinde, der innere Mensch wird von Tag zu Tag erneuert. Das hört sich ja ganz gut an, aber was ist er denn der innere Mensch ?

Wir, die wir heute morgen beisammen sind, haben ja irgendwann einmal den entscheidenden Schritt des Glaubens getan, und den Herrn Jesus Christus gebeten, der Herrscher über unser Leben zu sein.

In dem Moment, wo der Herr Jesus in uns Wohnung genommen hat, wurde der innere Mensch geboren. Also der Mensch, der aus Gott heraus geboren wurde. Ab dem Tag unserer Bekehrung wirkt nun Jesus in uns.

Von Tag zu Tag wachsen wir in unserem Glauben. Mit jedem Tag als Christ erfahren wir mehr über das Reich Gottes.

Um unseren inneren Menschen zu erneuern muss der Herr Jesus aber auch manchen Schnitt in unserem Leben vollziehen. Alles, das, was nicht zum Reiche Gottes passt, das wirft er konsequent hinaus und alles, was dem Reiche Gottes dienlich ist, das fördert ER in unserem Leben.

Und weil dies ein Prozess ist der so spannend ist und unsere ganze Aufmerksamkeit fordert werden wir auch nicht müde, wie Paulus es so treffend beschreibt.

3. Zeit und Ewigkeit

Nun ist es ja nicht so, dass wir Himmelsstürmer werden, also von der Welt abgesondert ein nur auf Jesus bezogenes Leben führen.

Natürlich leben wir weiter in der Welt und müssen unserer Arbeit nachgehen, unsere Familien ernähren und werden auch nach wie vor freundschaftliche Kontakte pflegen.

Aber gleichzeitig leben wir auch ein Leben in Christus und aus Christus heraus.

Und dies birgt natürlich auch Konflikte in sich. Die Welt kennt ja nicht den inneren Menschen und ist ganz auf sich selbst bezogen. Da mutet es schon ein wenig komisch an, wenn da einer daher kommt und auf etwas verzichtet, nur damit es einem anderen auch gut geht.

Und da kommt die Welt schon mal ins Grübeln, wenn da jemand sich ehrenamtlich engagiert, wo er doch keinen Pfennig dafür bekommt. Und da schaut die Welt schon mal ganz erstaunt, dass jemand sonntags in der Frühe aufsteht und in die Kirche geht, obwohl es ein schöner Frühschoppen doch auch täte.

Wenn man sich das so anschaut, wie wir doch manchmal als recht komische und weltfremde Wesen betrachtet und auch bezeichnet werden, dann frage ich mich nochmals, wieso wird Paulus nicht müde?

Nun, wir als Christen haben schließlich eine Zukunft, die die Welt nicht sieht und noch nicht hat. Bei allem, was wir tun und was uns widerfährt haben wir immer die Ewigkeit im Sinn. Wenn unser äußerer Mensch verfällt, dann ist dies für uns nicht das Ende, sondern der Beginn einer ganz neuen Zeit. Nämlich der Ewigkeit in der Gegenwart unseres Herrn.

Unser Leben endet eben nicht in den Gräbern, sondern unser Leben währet ewig in der Gemeinschaft mit unserem Herrn. Darum müssen wir auch nicht alles in dieses kleine irdische Leben an Fun und Spaß hineinpressen, was gerade noch so geht. Wir können uns gelassen zurücklehnen und darauf vertrauen, dass das Beste ja erst noch kommt.

Jemand, der so himmelwärts gelebt hat war der Liederdichter Paul Gerhardt. Im vierten Vers seines Liedes „Ich bin ein Gast auf Erden“ (EG 529) beschreibt er diesen Himmelsweg sehr schön, wie folgt:

So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt,
doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt.
Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt,
da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und geb Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und eine ganz tolle Woche, die unter dem Motto unseres letzten Liedverses verlaufen möge.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Sonntag, dem Sonntag Jubilate. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Johannesevangelium, Kapitel 16, die Verse 16 und 20-23a. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam betrachten:

Noch eine kleine Weile, dann werdet ihr mich nicht mehr sehen; und abermals eine kleine Weile, dann werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und klagen, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden. Eine Frau, wenn sie gebiert, so hat sie Schmerzen, denn ihre Stunde ist gekommen. Wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst um der Freude willen, dass ein Mensch zur Welt gekommen ist. Und auch ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. An dem Tag werdet ihr mich nichts fragen.

Liebe Gemeinde,

der heutige Predigttext entstammt den Endzeitreden Jesu, der heutige Sonntag Jubilate besagt uns hingegen: „Jauchzet Gott, alle Lande.“ Wie sollen wir denn dieses zusammenbringen, auf der einen Seite die Endzeitstimmung und auf der anderen Seite der Jubel? Die Lösung finden wir mitten in unserem Predigttext, wo Jesus seinen Jüngern wortwörtlich sagt: „Eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden.“ Geht das denn heute auch noch, also rund 2000 Jahre nach dieser Endzeitrede. Lassen Sie uns darüber heute morgen gemeinsam nachdenken.

1. Zeiten des Zweifels

Jeder unter uns kennt doch die Zeiten, in denen alles „rundläuft“ mit Jesus. Man kann ihn quasi hautnah bei sich spüren und hat das Gefühl, mit Jesus immer einen direkten Gesprächspartner neben sich zu haben.

Und dann ist sie auf einmal wie aus dem nichts da; die Zeit des Zweifels. Bilde ich mir dies alles vielleicht nur ein ? Ist da oben vielleicht doch keiner? Ist mit dem Tod nicht doch alles aus ? Diese Fragen stellen sich auch dem gläubigen Christen immer wieder einmal. Das wusste schon Jesus.

Gerade diese Zeiten in denen wir zweifeln sind doch die traurigen Zeiten des Glaubens. Und diese will unser Herr bei einem jeden von uns in Freude verwandeln. Jeder Zweifel, liebe Gemeinde soll uns doch eigentlich nur näher zu Jesus hinführen. Gerade in den Zeiten meiner persönlichen Zweifel habe ich mich noch stärker zu seinem Wort hingezogen geführt. Und gerade in diesen Zeiten habe ich in der Bibel die erstaunlichsten und für mich persönlich die hilf-reichsten Entdeckungen gemacht.

In Zeiten, wo alles „rundläuft“, da habe ich auch schon mal die Bibel ein wenig zur Seite gelegt und mich mehr mit dem Tagesgeschehen, als mit dem Worte Gottes beschäftigt. Aber dann, wenn auf einmal nicht mehr alles so lief, wie ich es mir dachte, dann hatte ich den Drang im Worte Gottes nach einer Lösung  zu suchen.

Damals bin ich dann auch über Matthäus 28 gestolpert. Insbesondere über den Satz: Siehe, ich bin bei euch alles Tage bis an der Welt Ende. Das sagt uns nicht irgendwer. Das sagt uns der Sohn des allmächtigen Gottes. Und wenn der etwas verspricht, dann kann ich mich auch felsenfest darauf verlassen.

Wenn er auch gerade dann um mich herum ist, wenn ich ihn nicht spüre und mich mit meinen Zweifeln allein wähne, dann ist er ja DOCH da. Dann ist er auch dann um mich herum, wenn ich seine Nähe einmal nicht so konkret spüren und fühlen kann.

Und wenn dies der Fall ist, dann ist der Traurigkeit meines Zweifels der Boden entzogen. ich kann dann allenfalls noch darüber nachdenken, wozu Gott dieses Zweifel in meinem Leben benutzt. Aber für eine tiefe Traurigkeit ist gar kein Platz mehr, vielmehr ist Platz für Freude am Worte Gottes.

2. Schicksalsschläge

Wir alle haben doch schon den einen oder anderen Schicksalsschlag erlebt. Da hat man sich in der Firma abgerackert ohne Ende und dann kommt wie aus heiterem Himmel die Kündigung ins Haus geflattert. Auf einmal gerät die ganze Existenz und alles, was man geplant hat, vollkommen durcheinander. Da hat der Ehepartner nach über 30 Jahren Ehe seine Sachen gepackt und verlässt einen, weil er woanders sein Glück gefunden zu haben scheint. Oder aber eine schwere Krankheit zwingt uns, uns vorzeitig von unseren Lieben verabschieden zu müssen.

Da kommt einem das „Eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden“ eben mal nicht mehr so einfach über die Lippen. Da ist man zunächst einmal niedergeschlagen. Und doch, liebe Gemeinde, dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott, der soeben eine Türe verschlossen hat, schon längst eine andere Türe unsers Lebens geöffnet hat, hinter der sich etwas verbirgt, was auch in einer solchen Situation geeignet ist, unsere Traurigkeit in Freude zu verwandeln.

Natürlich dürfen wir auch einmal traurig sein, aber wir sollen in diesen Zeiten eines nicht verlieren; nämlich unsere Hoffnung.

Auch David, der ja bekanntlich eine Traumkarriere hingelegt hat die man am besten ausdrückt mit der Überschrift: „Vom Hirtenjungen zum König“, auch der König David wurde von Schicksalsschlägen und Zweifeln nicht verschont.

Aber David wusste, wohin er sich mit seinen Zweifeln wenden kann. Aus einer dieser Zeiten stammt auch der berühmte Psalm 23, den ich hier gern mit uns zusammen beten möchte:

Der Herr ist mein Hirte, mir wir nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele.
Er führte mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich keine Unglück;
denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.

David hatte mehr als einmal in seinem Leben die Erfahrung gemacht, dass auch dunkle Täler durchschritten wedden müssen in unserem Leben. Aber auch dann ist die liebende Hand des Vaters immer nur ein Gebet weit entfernt. Gott führt uns niemals am Leiden vorbei, aber er führt uns immer durch das Leiden hindurch. Und dann verwandelt er die Traurigkeit auch wieder in Freude.

Darauf dürfen wir uns auch heute im Jahre 2017 genau so verlassen, wie es David zu seiner Zeit getan hat.

3. Gottes Vergleich

Jesus redet ja gern in Bildern zu uns. Ganz einfach, weil ein Bild mehr sagt als tausend Worte und weil wir uns Bilder einfach besser einprägen können. Um uns das: „Eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden“ einprägsamer zu machen, benutzt Jesus als Vergleich den Vorgang der Geburt.

Ich habe mir von meiner Frau sagen lassen, dass der Vorgang der Geburt mit so starken Schmerzen verbunden sei, die wir Männer uns gar nicht vorstellen können und die wir auch gar nicht aushalten könnten. Aber kurz nach der Geburt sei der Schmerz wie weggeblasen und die Freude über das neugeborene Kind weit größer als der soeben noch durchlittene Schmerz.

Und so sollen wir auch unsere Leidenstage sehen. Am Ende eines jeden Leides wartet etwas auf uns, dass uns das momentane Leid sofort vergessen lassen wird. Das einzige, was wir tun müssen ist dem zu vertrauen, der uns dieses sagt.

Und so, liebe Gemeinde, wird es auch bei unserem letzten Leide sein, durch das wir in dieser Welt hindurchmüssen. Auf der anderen Seite uneres Sterbebettes wird unsere Traurigkeit über den Verlust der Gegenwart unserer Liebsten durch die Freude überstrahlt werden endgültig bei unserem Herrn im Himmel angekommen zu sein.

Selbst das Sterben betrachtet Jesus als eine Art Geburt, die Geburt zu einem neuen Leben, einem ewigen Leben in seiner Gegenwart.

Lassen Sie un also ruhig einmal ins Zweifeln geraten. Nehmen wir doch in diesen Zeiten das Wort Gottes zur Hand und lassen sein Wort direkt in uns wirken. Dann wird die Traurigkeit des Zweifels in Freude verwandelt werden. Lassen Sie uns bei Schicksalsschlägen doch immer zunächst an David und an den Psalm 23 denken. Und betrachten wir alle Traurigkeiten in unserem Leben doch eher als Wehen vor einer Geburt, nach welcher wir unsägliche Freude empfinden werden.

Wenn wir unser Denken und den Umgang mit unseren Leiden in diese Richtung lenken, dann können wir vollen Herzens in den ersten Vers des Liedes „Du meine Seele, singe…“ (EG 302) von Paul Gerhardt einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Du meine Seele, singe, wohlauf und singe schön
dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben hier presien auf der Erd;
ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und uns allen, dass wir stets darauf vertrauen, dass unser Herr allzeit unsere Traurigkeiten des Lebens in unsagbare Freude verwandeln wird.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag Jubilate. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Johannesbrief, Kapitel 5, die Verse 1-4. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die Kraft des Glaubens

Wer glaubt, dass Jesus der Christus ist, der ist von Gott geboren; und wer den liebt, der ihn geboren hat, der liebt auch den, der von ihm geboren ist. Daran erkennen wir, dass wir Gottes Kinder lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote halten. Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer. Denn alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist es aber, der die Welt überwindet, wenn nicht der, der glaubt, dass Jesus Gottes Sohn ist ?

Liebe Gemeinde,

die Überschrift über unserem heutigen Predigttext lautet „Die Kraft des Glaubens“. Bevor wir uns dieser Kraft des Glaubens widmen, lassen Sie uns doch einmal gemeinsam ergründen, was der Glaube eigentlich ist und woran man ihn definitiv erkennen kann.

1. Der Glaube

Gleich zu Beginn lesen wir, dass derjenige von Gott geboren ist, der glaubt, dass Jesus der Christus ist. Christus kann auch mit dem Wort Messias übersetzt werden, was bedeutet: Der Bevollmächtigte Gottes.

Aber wie komme ich dazu, dies zu glauben ? Glauben in diesem Zusammenhang heißt nicht, eine ungewisse Ahnung zu haben, sondern felsenfest davon überzeugt zu sein, ja es eigentlich ganz genau zu wissen, dass Jesus mein Erlöser ist.

Daher müssen wir uns kurz damit beschäftigen, wie denn ein Mensch zum Glauben kommt. Ich mag Schemata nicht besonders, aber manches lässt sich anhand fester Schemata einfach besser erklären. Also lassen Sie uns beginnen.

Der Weg zum Glauben geschieht häufig in drei Schritten. Der erste Schritt ist, dass Gott mich erweckt. Wir glauben ja häufig, dass es unsere eigene intellektuelle oder spitritistische Glanzleistung war, die uns zum Glauben geführt hat. Mitnichten, liebe Gemeinde. Irgendwann hat Gott uns erweckt. Erweckt heißt, er hat unsere Sinne auf sich fokussiert. Wir waren auf einmal an Gott und allem, was mit ihm zusammenhängt irgendwie interessiert.

Und wenn mich eine Sache interessiert, beschäftige ich mich gern intensiver mit dieser Angelegenheit. Und so war es sicherlich bei den meisten von uns. Wir haben uns alle auf die ein oder andere Art und Weise intensiver mit Gott beschäftigt.

Und dann kommt der zweite Schritt, unsere Bekehrung. Bekehrung ist ja ein ziemlich hochtrabendes Wort. Dabei bedeutet es nichts anderes als mein „Ja“ zu dem, was bei Gott wahr ist. Wenn ich dieses „Ja“ aus vollstem Herzen sage, dann kommt der dritte Schritt des Glaubens, nämlich das von Gott geboren werden, auch Wiedergeburt genannt.

Wie kann ich mir dies vorstellen? Gott zieht mit seinem Geist in meinen Geist ein. Er verdrängt alles, was nicht zu ihm passt und verstärkt alles, was den rechten Glauben ausmacht. Daher ändert sich bei einem gläubigen Menschen auch sein Verhalten.

2. Kennzeichen des Glaubens

Wie wir soeben gesehen haben, ändern sich unsere Verhaltensweisen weil Gott sie ändert. Machen wir uns nichts vor, liebe Gemeinde, kein Mensch kann sich selber ändern. Ich muss immer ein wenig schmunzeln, wenn ich von Erziehungsberechtigen die Worte höre: „Der oder die muss sich ändern“. Das klappt vielleicht kurzfristig, aber eine langfristige und dauerhafte Verhaltensänderung kann nur Gott in uns bewirken.

Johannes beschreibt uns auch ganz konkret wie diese Verhaltensänderungen ausschauen, die wir an den Tag legen als „echte“ Christen. Einen Christen erkennt man unter anderem daran, dass er Gott liebt.

Denken wir dabei ruhig einmal an die Verhaltensweisen eines jungen Liebespaares. Beide möchten am liebsten immer unzertrennlich bleiben und auf jeden Fall soviel Zeit wie nur irgend möglich zusammen verbringen. Die Stunden der Unterhaltung fliegen nur so dahin. Man hat sich halt so viel zu erzählen. Und die Stunden der Trennung sind kaum auszuhalten.

Genau so lieben wir Christen unseren Herrn. Wir reden mit ihm über alles, was uns auf dem Herzen liegt. Wir danken ihm für alles, was er uns gibt. Wir gehen mit allem, was uns bedrückt zuerst zu ihm und fragen ihn um seinen Rat. Aber auch in alltägliche Entscheidungsfindungen beziehen wir Gott mit ein. Jemand, der dies tut, und dies tun wir sicherlich alle, der wird von Gott verändert werden.

Und diese Veränderungen werden nach außen hin sichtbar sein. Wer Gott und nicht sich selber als Nabel der Welt betrachtet, der wird ruhiger, gelassener und nicht mehr von Selbstsucht bestimmt sein, als jemand für den Gott noch keine Rolle spielt. Nur so nebenbei bemerkt: Vor kurzem las ich einen tollen Satz: „Gott spielt in meinem Leben keine Rolle, er ist der Regisseur.“ Fand ich klasse.

Ein Kennzeichen der Liebe zu Gott ist auch die Liebe zu unseren Mitmenschen. Wer Gott von ganzem Herzen liebt, der kann für seine Mitmenschen keinen Hass empfinden. Ich habe natürlich nicht die Weisheit gepachtet, aber ich habe festgestellt, dass man sehr gut die Liebe zu Gott daran erkennen kann, wie ein Mitmensch mit den Schwächsten der Gesellschaft umzugehen pflegt.

Den Reichen und Mächtigen ehrfurchtsvoll zu begegnen das ist in der Tat nichts Besonderes. Aber einem Obdachlosen den gleichen Respekt entgegenzubringen, das zeugt schon eher von der Liebe, die man zu Gott hat.

Wer dumpfbackenmäßig „Deutschland den Deutschen“ brüllt und sonntags artig in die Kirche geht, der sollte sich mal darüber Gedanken machen, ob das echter Glaube oder nur religiöse Spielereien für ihn sind. Entschuldigung, aber das musste einfach mal raus.

3. Die Kraft des Glaubens

Ein weiteres sicheres Glaubenskennzeichen ist dies, dass wir die Gebote halten. Gut, wir sind alle keine Massenmörder und wir verdienen unseren Lebensunterhalt auch nicht durch gewerbsmäßigen Diebstahl.

Aber es gibt ja auch noch andere Gebote. Wenn wir ehrlich zu uns sind, dann haben wir doch alle schon einmal gelogen und wenn es auch nur die kleine Notlüge gewesen ist. Also haben wir sie doch nicht gehalten, die Gebote dies uns Gott gegeben hat.

Und dann lesen wir noch, dass uns das Einhalten der Gebote einem Christen nicht schwer fällt. Wie passt denn dies zusammen? Sind wir am Ende doch keine Christen? Ich selber kann nicht garantieren, dass ich die Gebote Gottes immer einhalten werde. Diese Kraft habe ich nicht. Ich kann nur vor Gott kapitulieren und ihm eingestehen, dass ich diesbezüglich ein Versager bin. Aber ich erhalte von Gott die Kraft dazu mich so zu verhalten, wie ich es sollte.

Immer? Nein nicht immer, aber immer öfter. Christsein ist ein lebenslanger Lernprozess. Am Anfang werden wir immer wieder in unsere alten Verhaltensweisen zurückfallen. Aber wenn die Kraft des Glaubens in uns wirkt werden wir ganz unbewusst und vollkommen natürlich unsere Handelsmarine umstellen. Von Mal zu mal fällt es uns z.B. leichter, der Versuchung einer Notlüge nachzugeben. Immer häufiger beteiligen wir uns dann auch nicht mehr an dem ganzen Klatsch und Tratsch um uns herum.

Wir werden auf Erden niemals die perfekten Christen werden, aber unser Leben wird Dank der Kraft des Glaubens in die richtige Richtung laufen. Bleiben wir also auf diesem Weg und danken wir dem Herrn, dass er uns durch seine Kraft auf diesem Weg hält. Halten wir also den ständigen Kontakt zu unserem Herrn und lassen wir uns allein von ihm in unserem Leben leiten.

Diesen Weg beschreibt der Liederdichter Ludwig Helmbold sehr schön in dem 1. Vers seines Liedes „Von Gott will ich nicht lassen…“ (EG 365), der da lautet, wie folgt:

Von Gott will ich nicht lassen, denn er lässt nicht von mir
führt mich durch alle Straßen, da ich sonst irrte sehr.
Er reicht mir seine Hand,
den Abend und den Morgen tut er mich wohl versorgen,
wo ich auch sei im Land.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Herzliche Grüße sendet Ihnen allen
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag, dem Sonntag Jubilate. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei Johannes im 15. Kapitel, die Verse 1-8. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Der wahre Weinstock

Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater der Weingärtner. Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, wird er wegnehmen; und eine jede, die Frucht bringt, wird er reinigen, dass sie mehr Frucht bringe. Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe.
Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und sie müssen brennen. Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch
bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren.
Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.

Liebe Gemeinde,

hatten wir in der letzten Woche einen Vergleich aus dem Tierreich, so haben wir es heute analog dazu mit einem Vergleich aus dem Pflanzenreich zu tun. Jesus sagt von sich, dass er der wahre Weinstock sei.

Ich hab einmal im Internet recherchiert und herausgefunden, dass es tatsächlich einen Weinstock gibt, der seit über 400 Jahren alljährlich auf’s Neue Früchte trägt. Was für ein Weinstock ist da unser Herr Jesus, trägt er doch schon seit 2000 Jahren Tag für Tag Früchte.

Lassen Sie uns am heutigen Sonntag doch einmal den Weinstock in seiner Gesamtheit betrachten und die einzelnen Bestandteile von ihm näher analysieren.

1. Der Weinstock

Der Weinstock spendet den Reben einen festen Standort, ist er doch ganz fest mit dem Erdreich verbunden und verwurzelt. Dies will der Herr Jesus auch für uns sein, der feste Grund auf dem wir unser Leben aufbauen.

Stellen wir uns einmal vor, wir bauen ein Haus ohne Fundament. Bei den ersten witterungsbedingten Unbillen wird es wohl sofort ineinander stürzen. Haben wir indes unser Haus auf ein festes Fundament gebaut, dann können ihm die Stürme und anderen Unwetter so gut wie gar nichts anhaben. So ist es auch mit all den Menschen, die Jesus Christus als Lebensfundament erwählt haben.

Natürlich sind auch wir, die wir dies getan haben, den Stürmen des Lebens ausgesetzt. Natürlich wird sich im übertragenen Sinne auch einmal die eine oder andere Dachpfanne lösen, aber das Gesamtwerk unseres Lebenshauses trotzt allen Unbillen des Lebens.

Eine Rebe braucht bekanntermaßen auch Nahrung. Ohne diese kann sie nicht überleben. So auch wir als Christen. Unser Herr versorgt uns mit allem, was wir zum Leben benötigen. Zunächst einmal erhalten wir von ihm unsere geistliche Nahrung. So lernen wir unseren Herrn immer besser kennen und wir lernen auch von ihm die Wege zu erkennen, die er für uns vorbereitet hat. Ohne diese geistliche Nahrung würden wir alsbald in die Irre laufen.

Aber auch die ganz konkrete tägliche physiologische Nahrung stellt uns unser Herr bereit. Er sorgt dafür, dass wir alles, was wir benötigen, auch tatsächlich erhalten. Zumindest zeigt er uns den Weg dahin. Wir sind schon manchmal ein komisches Geschlecht. Wir trauen dem Herrn zwar zu, dass er die Welt in seinen Händen hält und wir sind sicher, dass er der Schöpfer allen Lebens ist. Aber wenn es um uns ganz persönlich geht, um unsere ganz konkrete Nahrung, dann können wir uns auf einmal nicht mehr so recht vorstellen, dass unser Herr auch dafür sorgt.

Liebe Gemeinde, wir sind unserem Herrn viel zu wichtig, als dass er sich nicht um uns kümmern würde. Daher dürfen wir ganz getrost all unsere Nöte, Sorgen und Probleme auf ihn werfen, denn er sorgt für uns.

2. Die Rebe

Wenn denn nun schon alles für uns getan ist, was sollen wir denn dann noch tun ? Ganz einfach, einfach dranbleiben an dem Weinstock. Unsere Aufgabe als Reben des Weinstocks ist es, ganz nah an Jesus dranzubleiben.

Wie machen wir das? Wenn mich eine bestimmte Persönlichkeit interessiert und ich möchte etwas mehr von ihr erfahren, dann schaue ich bei Wikipedia nach. Und schon bin ich ein Stück weit schlauer. Unser christliches Wikipedia ist natürlich die Bibel. Dort erfahren wir alles über unseren Herrn Jesus Christus.

Dranbleiben heißt aber nicht nur alles über ihn zu erfahren, sondern auch in Erfahrung zu bringen, was er denn für mein Leben vorgesehen hat. Den groben Weg, den ich als Christ gehen soll, den zeichnet mir die Bibel natürlich vor. An welcher Stelle in meinem Leben ich welchen Abzweig, welche Umleitung oder welche Abkürzung nehmen soll, dies erfahre ich direkt von meinem Herrn ganz persönlich.

Wir sollen uns immer wieder vor Augen führen, dass unser Herr ja nur einen Gebetsanruf von uns entfern ist und nur darauf wartet, dass wir Kontakt zu ihm aufnehmen. Deshalb bete ich auch zu meinem Herrn. Deshalb halte ich den täglichen Kontakt zu meinem Herrn aufrecht. Deshalb komme
ich mit all meinen Nöten und Sorgen aber auch mit allen freudigen Ereignissen in meinem Leben zunächst zu ihm. Ich habe in meinem Leben noch keinen ernsthaften Beter kennengelernt, der nicht von Gott erhört worden ist.

Dranbleiben heißt übrigens nicht, dass der Weinstock mein ganz persönlicher Wunscherfüllugsautomat ist. Salopp gesagt haben wir keinen „Wünsch Dir was Gott“, sondern einen „Du kriegst alles, was Du brauchst Gott“ zu dem wir beten.

3. Die Früchte

Wenn Sie Weintrauben kaufen, nehmen Sie dann die alten, gammeligen und schon leicht zermatschten Trauben oder lieber die schönen, prallen und frischen Trauben? So soll es auch mit uns sein.

Wir sollen schöne pralle Früchte sein, die jeder gern haben will. Übersetzt heißt dies: Wir sollen unser Christenleben so leben, dass alle, die mit uns zu tun haben sagen: So möchte ich auch sein. So möchte ich auch leben. Wie macht der das nur?

Wenn es uns gelingt, Menschen neugierig auf diesen Weinstock zu machen, wenn es uns gelingt, dass diese Menschen sagen: Ja ich will auch so eine Rebe sein, dann haben wir unseren Auftrag auf Erden voll und ganz erfüllt.

Um jetzt ja nicht missverstanden zu werden. Wir sollen nun nicht mit einem permanenten Dauergrinsen durch die Gegend laufen, stets einen Choral vor uns hin summend und der Welt erklären, wie easy und leicht das Leben mit unserem Herrn doch ist. Leider gibt es wirklich solche, ich
muss leider sagen „Spinner“. Das Leben ist auch für uns Christen nicht immer easy und leicht. Und oftmals steht mir der Sinn so ganz und gar nicht nach einem fröhlichen Choral. Aber ich bin und bleibe auf ewig Teil des Weinstocks, der mich auch in solchen Zeiten nicht verhungern lässt.

Lassen Sie uns am besten gleich damit beginnen, diese Botschaft, wie man so schön sagt unters Volk zu bringen.

An Jesus dranbleiben, das drückte der Liederdichter Gerhard Tersteegen sehr schön n dem 2. Vers seines Liedes „Ich bete an die Macht der Liebe…“ (EG 661) aus, der da lautet, wie folgt:

Ich bete an die Macht der Liebe, die sich in Jesus offenbart;
ich geb mich hin dem freien Triebe, wodurch ich Wurm geliebet ward;
ich will, anstatt an mich zu denken, ins Meer der Liebe mich versenken.

Der Herr versorge Dich jeden Tag mit geistlicher und körperlicher Nahrung
Der Herr helfe Dir, dass Du Dein ganzes Leben lang ganz nah an ihm dran bleibst
Der Herr mache Dich zu fröhlichen Boten seiner frohen Botschaft

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag, dem Sonntag Jubilate, was übersetzt bedeutet: Jauchzet Gott alle Lande. Warum wir Grund zum Jubeln haben, das sagt uns der Wochenspruch für die kommende Woche:

„Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“

Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 17. Kapitel der Apostelgeschichte, die Verse 22-28 a. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Paulus aber stand mitten auf dem Aeropag und sprach: Ihr Männer von Athen, ich sehe, dass ihr die Götter in allen Stücken sehr verehrt. Ich bin umhergegangen und habe eure Heiligtümer angesehen und fand einen Altar, auf dem stand geschrieben: Dem unbekannten Gott. Nun verkündige ich euch, was ihr unwissend verehrt. Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind. Auch lässt er sich nicht von Menschenhänden dienen wie einer, der etwas nötig hätte, da er doch selber jedermann Leben und Odem und alles gibt. Und er hat aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht gemacht, damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, und er hat festgesetzt, wie lange sie bestehen und in welchen Grenzen sie wohnen sollen, damit sie Gott suchen sollen, ob sie ihn wohl fühlen und finden könnten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir.

Liebe Gemeinde,

unser Wochenspruch hat uns ja schon darauf hingewiesen, das wir, die wir in Christus leben, eine neue Kreatur geworden sind. Wie sieht es denn nun konkret aus ein Leben in Christus ? Dies erfahren wir von Paulus am Ende unseres heutigen Predigttextes wenn er sagt: „Denn in ihm leben, weben und sind wir.“ Damit spricht Paulus drei Punkte an, die ein Leben in Christus beschreiben. Schauen wir uns doch am heutigen Sonntag diese 3 Punkte ein wenig näher an.

1. In ihm leben

Wenn wir in Christus leben, dann sind wir mit Ihm zu einer Gemeinschaft verschmolzen. Im Urtext finden wir hier das Wort „Zao“. Das wiederum bedeutet: Geistig und körperlich auf ewig zusammensein. Was für eine gewaltige Perspektive, die wir als Christen haben. Stellen wir uns dies nur einmal plastisch vor. Jeder von uns ist mit Christus nicht nur geistig sondern auch auf der körperlichen Ebene in Ewigkeit verbunden.

Heute morgen, am Sonntag Jubilate sitzen wir nicht allein in unserem Gottesdienst. In einem jeden von uns wohnt auch unser Herr Jesus Christus, der schon auf Erden unser Leben in Händen hält und uns jeden Tag auf’s Neue führen und begleiten möchte. Ist es nicht beruhigend zu wissen, dass DER Herr stets in uns wohnt, der immer nur das Beste für uns will ?

Egal, wo uns unser Lebensweg hin verschlägt, ER ist immer bei uns. Durch die geistliche Einheit haben wir eine spirituelle Gemeinschaft mit IHM.

Erinnern wir und kurz an die Übersetzung des Wortes „Zao“. Dort stand „ewig zusammensein“. Und das sind wir als Christen auch, nämlich auf ewig mit unserem Herrn zusammen. Wenn wir es so wollen, dann gibt es für uns als Christen eigentlich keine Zeit mehr.

Unsere Zeit, liebe Gemeinde, läuft nicht einfach so ab. Wir sind auf ewig mit Christus verbunden. Selbst wenn wir unseren irdischen Körper verlassen, so sind wir weiterhin mit Jesus in einer Einheit verbunden.

Wenn wir uns dies vergegenwärtigen, dann bekommen viele Dinge auf Erden auf einmal eine ganz andere Dimension. Am Ende unseres irdischen Lebens ist eben nicht alles vorbei. Das heißt ich muss mich nicht krummlegen, um mir hier möglichst viel erlauben zu können. Auch berufliche Karrieren werden dann wieder in das rechte Licht gerückt. Es ist eben nicht der primäre Lebenssinn, dass ich 7 Tage die Woche arbeiten muss, um möglichst viel Ansehen und Geld zu verdienen.

Als Konsequenz möchte ich einmal sagen: „Gott rückt wieder gerade, was bei uns verrückt ist.“ Lassen wir es doch einfach geschehen. Es wird niemals zu unserem Nachteil sein.

2. In ihm weben

Das ist nun für unsere Ohren ein recht komisches Wort. Spinnweben kennen wir alle. Aber was hat dies mit unserem Leben als Christ zu tun ? Wir spinnen ja schließlich nicht, oder doch ?

Auch hier ist der Urtext sehr hilfreich. Dort finden wir für das Wort weben das Wort „Kineo“. Dies bedeutet: In Bewegung geraten.

Wie die Spinne in Bewegung gerät, so sollen auch wir als Christen in Bewegung geraten. Es ist eben nicht damit getan, dass wir uns zu unserem Herrn bekehren, Ihn einladen in uns Wohnung zu nehmen, um dann so fortzufahren, wie wir bisher gelebt haben.

Wenn ER in uns Wohnung nimmt, dann geraten wir mit Ihm zusammen automatisch in Bewegung. ER zeigt uns den neuen Weg, den ER mit uns gehen will. Und dann, liebe Gemeinde sind wir aufgerufen, aktiv zu werden. ER zeigt uns wozu ER uns berufen will. Wir sollen uns dann aufmachen und diesen Weg gehen.

Nun ist das nicht immer so einfach, wenn wir vom Herrn berufen werden.
Als ich berufen wurde, bekam ich jedes Mal einen hochroten Kopf und fing an zu stottern, wenn ich vor mehr als 5 Menschen reden sollte. Ich habe tatsächlich den Herrn gefragt, ob Er sich vielleicht vertan hat und doch jemand anders meint, der Sein Wort besser verkündigen kann.

Die Antwort war erst einmal ernüchternd. Und dann fiel mir auf einmal der letzte Satz unseres Predigttextes ein. Wenn das so ist, dass Christus in mir lebt, Er also jeden Tag mit mir unterwegs ist, dann steht Er auch mit mir vor den Menschen, denen ich Sein Wort verkündige.

Dann fiel mir die Sache schon wesentlich leichter. Es war nicht so, dass jede Anspannung abfiel. Aber es war so, dass ich mich sehr gut vorbereitet habe und in dem Moment wo ich aufstand, überkam mich eine groß Ruhe und Gelassenheit. Und dies ist bis heute so. Ich mache das, was ich in Ausübung meiner Berufung tun kann. Das andere überlasse ich dem Herrn

Wenn wir in Ihm in Bewegung geraten, dann ist ER es, der die gesamte Bewegung auch steuert. Also keine Angst vor großen Berufungen. Mit DEM Steuermann an unserer Seite wird alles gut werden.

3. In ihm sind wir

Lassen Sie mich dazu kurz noch ein letztes sagen. Das Wort „Sind“ kommt ja von „Sein“. Und damit drückt Paulus etwas ganz entscheidendes aus:
Vor Gott ist das Sein wichtig und nicht das, was wir leisten, haben oder besitzen.

Wenn wir zu Ihm kommen, sollen wir zunähst einmal „Sein“. Wir sollen so sein, wie wir nun einmal sind. Wenn wir so zu Ihm kommen, so können wir in Ihm ruhen und unseren Frieden in Ihm finden. Ganz ohne Hektik und Stress.

Erst wenn wir vor Gott zur Ruhe kommen, erst dann können wir auch Gott in uns wirken lassen. Erst dann können wir Seine Stimme hören und verstehen.

Unser Leben ist zunehmend hektischer geworden. Und im Trubel des Alltages fällt es uns allen sicherlich zunehmend schwerer, Zeiten der Ruhe zu finden.

Und darum, liebe Gemeinde, ist auch der Sonntag so wichtig für uns, als ein Tag, an dem wir vor Gott zur Ruhe kommen können. Ein Tag, an dem uns nichts mehr ablenkt, wo einmal nicht andauernd das Telefon klingelt, wo wir einmal nicht ständig abrufbereit sein müssen. Ein Tag, also wo wir einfach nur „sein“ können.

Ich wünsche uns allen, dass uns dieser Wochentag (Sonntag) noch möglichst lange als ein solcher freier Tag erhalten bleiben möge.

Das Leben unseres Herrn in uns beschreibt der Liederdichter Benjamin Schmolck sehr schön in dem 2. Vers seines Liedes „Tut mir auf die schöne Pforte…“ (EG 166), der da lautet, wie folgt:

Ich bin, Herr, zu dir gekommen,
komme du nun auch zu mir.
Wo du Wohnung hast genommen,
da ist lauter Himmel hier.
Zieh in meinem Herzen ein,
lass es deinen Tempel sein.

Der Herr lasse Dich immer wieder SEINE Gegenwart in Deinem Leben spüren
Der Herr lasse Dich erkennen, wozu er Dich berufen hat
Der Herr gebe Dir allzeit die Kraft, Deine Berufung frohen Herzens auszuüben

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen fröhlichen Start in diese neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 3. Sonntag nach Ostern, dem Sonntag Jubilate. Unser heutiger Predigttext führt uns zum Beginn allen Geschehens mitten hinein in die Schöpfungsgeschichte.
Den Predigttext finden wir im 1. Buch Mose im ersten und zweiten Kapitel. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam betrachten:

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser. Und Gott sprach: Es werde Licht ! Und es ward Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war. Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alle Tiere des Feldes und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Weib. Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht. Und Gott sprach: Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise. Aber allen Tieren auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürm, das auf Erden lebt, habe ich alles grüne Kraut zur Nahrung gegeben. Und es geschah so. Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. So wurden vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer. Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte. Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte. So sind Himmel und Erde geworden, als sie geschaffen wurden.

Liebe Gemeinde,

immer wieder gibt es wilde Theorien darüber, ob sich die Schöpfungsgeschichte tatsächlich so abgespielt hat, wie wir es soeben gehört haben. Da ich mir einen kindlichen Glauben bewahrt habe, gehe ich einfach einmal davon aus, dass die Bibel recht hat und die Schöpfung in dieser Form stattgefunden hat.

Über einen zentralen Satz aus der Schöpfungsgeschichte sollten wir uns am heutigen Sonntag ein paar Gedanken machen und zwar über den Satz: „Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn.“ Wir sind also keine Gottesknechte und Gottessklaven, die zu einem bedingungslosen Kadavergehorsam verdammt worden sind, sondern seine wertvollen Geschöpfe. Da wir zu einer großen Familie gehören, reden wir uns auch untereinander gern mit Schwester oder Bruder an. Mancher mag das lächerlich finden, aber es trifft den Kern der Sache voll und ganz.

Aus unserer Gotteskindschaft heraus erwachsen auch bestimmte Aufgaben, Rechte und Pflichten, wie es in jeder Familie der Fall ist. Was sind dies für Rechte und Pflichten ? Lassen Sie uns darüber ein wenig näher nachdenken.

1. Die Bedienungsanleitung

Jede Familie, liebe Gemeinde, hat eine Bedienungsanleitung. Als Kinder haben wir diese Bedienungsanleitung, besser bekannt als unsere Erziehung, näher kennengelernt.

Als Christen haben wir ebenfalls eine Bedienungsanleitung. Ich denke, jeder von uns hat sie griffbereit zu Hause im Bücherregal liegen. Natürlich handelt es sich dabei um die Bibel. In der Tat ist die Bibel die Bedienungsanleitung für uns als Christen. In ihr erfahren wir alles, was wir tun und was wir besser lassen sollten.

Anhand unzähliger Beispiele wird uns vor Augen geführt, was uns erwartet, wenn wir dem Worte Gottes gehorsam sind und was uns erwartet, wenn wir dies nicht sind. In aller Kürze hat Gott diese Bedienungsanleitung noch einmal reduziert auf die zehn Gebote.

2. Eltern achten und ehren

Eine intakte Familie ist immer auch dadurch gekennzeichnet, dass Kinder ihre Eltern achten und ehren. Die Folgen der Nichtbeachtung dieser goldenen Regel können wir tagtäglich in den Zeitungen lesen oder aber im Fernsehen verfolgen. Überall dort, wo diese Regel bewusst missachtet wird, herrschen innerhalb kürzester Zeit chaotische Zustände.

Und diese chaotischen Zustände führen wir auch herbei, wenn wir Gott, unseren Schöpfer nicht achten und ehren. Warum geht so vieles schief im Leben der Menschen, die sich über ihr Leben beklagen ? Fragen wir sie doch einmal, ob Gott in ihrem Leben überhaupt noch eine Rolle spielt.

Ich will damit nicht sagen, dass im Leben eines Christen alles so glatt und geschmiert läuft, wie er es sich vorstellt. Aber es läuft so, wie Gott es sich vorstellt. Und wenn es so läuft, wie Gott es sich vorstellt, dann läuft es optimal, besser könnte es gar nicht sein. Denn Gott will doch stets nur das Beste für seine Kinder.

„Achten“ heißt auch bewusst auf Gott hören. Hören kann ich nur, wenn ich vor Gott zur Ruhe komme. Das hatten wir vor kurzem schon einmal betrachtet, ist aber in diesem Zusammenhang ebenfalls besonders wichtig. Auf Gott hören heißt, ihn nicht mit Gebeten „zuzutexten“, sondern in der Stille auf sein Wort zu hören. Gönnen wir uns doch wieder häufiger die sogenannte“stille Zeit“. Wir werden überrascht sein, wie deutlich wir Gottes Wort vernehmen können.

Ehren sollen wir Gott. Ehren heißt, dass wir dankend anerkennen, dass es einen Schöpfer des Himmels und der Erde gibt, der alles zu unserem Wohle geschaffen hat. Wenn wir dies wieder aktiv tun, dann gehen wir automatisch auch ganz anders mit der Schöpfung um. Wenn wir anerkennen, dass die Schöpfung für alle Menschen geschaffen worden ist, dann werden wir sicherlich nicht mehr so achtlos mit all unseren Ressourcen umgehen. Und so ganz nebenbei bemerkt, brauchen wir dann auch keinen reglementierten Klimagipfel mehr.

3. Geschwisterliebe

Wie in einer weltlichen Familie, sind wir auch in der göttlichen Familie von Geschwistern umgeben. Und wie es nun mal im weltlichen Leben geschieht, so kann es auch sein, dass wir den einen etwas mehr mögen als den anderen. Das ist auch ganz natürlich so.

Aber kein Geschöpf Gottes hat das Recht, sich ein anderes Geschöpf Gottes untertan zu machen oder es gar zu unterdrücken. Wir sind alle Kinder des einen lebendigen Gottes. Alle Menschen sind unsere Geschwister und so sollten wir sie auch behandeln.

Da verbietet es sich natürlich von selbst, dass ein tyrannischer Vater zu Hause seine Familie nach allen Regeln der Kunst stramm stehen lässt. Da verbietet es sich auch, dass machtgierige Mitmenschen ihre Geschwister für ihre Zwecke ge- bzw. missbrauchen.

Und um es aktuell auf den Punkt zu bringen. In der Familie Gottes verbietet es sich auch, dass der einzelne nur auf seinen z.B. finanziellen Vorteil bedacht ist und dabei seine Mitmenschen ausbeutet.

Dies alles gehört sich nicht und wir sollten immer an den einen Satz unseres Predigttextes denken: „Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn.“

Dieser Satz klebt bei mir zu Hause am Spiegel, wo ich ihn jeden morgen sehe. Dieser Satz klebt in meinem Auto, wo ich immer wieder an ihn erinnert werde. Und dieser Satz nimmt eine zentrale Stellung auf meinem Schreibtisch ein, wo ich und alle Besucher ihn direkt sehen und lesen können. Und dieser Satz befindet sich auch in meiner Geldbörse. Dort soll er mich insbesondere daran erinnern, dass ich viel mehr abgeben kann, als ich es mir vorzustellen vermag.

Und wenn ich diesen Satz auch in meinem Herzen verinnerlicht habe, dann gibt mir dies jeden Tag ein Stück mehr Gelassenheit auf meinem Wege durch diese Welt.

Unseren Stand hier auf Erden, der auch zu mehr Gelassenheit führt, beschreibt der Liederdichter Paul Gerhardt sehr schön in dem ersten Vers seines Liedes: „Ich bin ein Gast auf Erden…“, der da lautet, wie folgt:

Ich bin ein Gast auf Erden und hab hier keinen Stand;
der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland.
Hier reis ich bis zum Grabe; dort in der ewgen Ruh
ist Gottes Gnadengabe, die schließt all Arbeit zu.

Der Herr gebe Dir alle Zeit die Gewissheit, dass Du nach SEINEM Bilde geschaffen worden bist
Der Herr lehre Dich, Deine Geschwister zu achten und zu lieben
Der Herr führe und begleite Dich auf Deinem ganzen Erdenwege

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich

Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag Jubilate. Unser heutiger Predigttext beschäftigt sich mit dem Thema Zeit und Ewigkeit. Ein Thema, das nicht nur Christen interessiert, sondern uns die Möglichkeit gibt, auch mit (noch) nicht Christen in’s Gespräch zu kommen.
Lassen Sie uns den Predigttext für den heutigen Sonntag, den wir im 2. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 4, die Verse 16-18 finden, zunächst gemeinsam lesen:

Darum werden wir nicht müde; sondern wenn auch unserer äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert. Denn unsre Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit, uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig.

Liebe Gemeinde,

wie wir soeben gehört haben, leben wir als Christen in einer sichtbaren und einer unsichtbaren Welt. Dies führt natürlich auch immer wieder dazu, dass wir, so wir dies in die Welt hinaustragen, schnell als fromme Spinner bezeichnet werden. Daher wollen wir uns heute morgen die Zeit nehmen, die zwei Welten etwas näher zu betrachten.

1. Die äußere Welt

Auch Christen nehmen gemeinhin am Alltagsleben der Welt teil. Dies ist gut so und auch von Jesus nicht anders gewollt. Unser Herr wollte nicht, dass wir uns als Christen von der Welt abschotten und ein sektenähnliches Eigenleben in einer geschlossenen Gruppe führen.

Christen arbeiten, werden alt und krank und sterben genau so wie Nichtchristen. Mit dem Tode endet allerdings für den Nichtchristen alles. Ich sage bewusst nicht Atheist, denn ein waschechter Atheist ist mir noch nicht begegnet. Jetzt hat der Nichtchrist aber ein großes Problem. Wenn mit dem Tode alles aus ist, dann muss er die Zeit auf Erden nutzen, um möglichst viel Spaß und Fun zu haben.

Alles das, was Freude macht muss ja in die paar lächerlichen Erdenjahre hineingestopft werden. Also dreht sich alles nur noch um das eigene Vergnügen. Wenn sich aber alles nur noch um mich und meinen Spaßfaktor in diesem Leben dreht, dann verliere ich zwangsläufig den Kontakt zu
meinen Mitmenschen. Ich werde im wahrsten Sinne des Wortes asozial. Und hier beißt sich die Katze in den Schwanz; asozial und Spaß das passt nun überhaupt nicht mehr zusammen. Ich behaupte nicht, dass nicht auch der Nichtchrist verantwortungsbewusst mit sich und der Gesellschaft umgeht. Von vielen nichtchristlichen Hilfsorganisationen können wir uns eine gewaltige Scheibe abschneiden.

Ich behaupte nur, dass die Perspektive des Nichtchristen natürlich auch seinen Lebensinhalt bestimmen muss. Wenn ich davon ausgehe dass mit dem Tode alles vorbei ist, gehe ich doch zwangsläufig anders mit meiner Zeit um, als wenn ich davon ausgehe, dass mich nach meinem Tode die Ewigkeit in Gottes Gegenwart erwartet.

2. Die innere Welt

Liebe Gemeinde, bei unserer Bekehrung geschieht direkt etwas mit uns. Unsere inneren Augen werden aufgetan. Dies können wir an zahlreichen Stellen im neuen Testament nachlesen.

Wenn uns unsere inneren Augen geöffnet werden, dann können wir auf unseren Herrn schauen. Nicht so wie man die Welt betrachtet, sondern mit den inneren Augen. Heute würde man eher Gefühl dazu sagen. Wir dürfen unseren Herrn fühlen, spüren und sein direktes Eingreifen in unser Leben immer wieder erleben. Das meint Paulus, wenn er sagt, dass wir auf das Unsichtbare sehen.

Wir dürfen als Christen erkennen, dass da noch etwas ist, was nach dem Tode kommt. Es ist eben nicht alles vorbei, wenn wir hier auf Erden die Augen schließen. Ich behaupte einmal, dass es dann erst richtig losgeht. Entscheidend ist aber noch folgendes: Wenn ich mir absolut sicher bin, dass jemand neben mir steht, der mich mein ganzes Leben auf Erden behütet und begleitet, dann kann ich auch mit meinen äußeren Augen die Welt ganz anders wahrnehmen.

Christen schielen immer mit einem Auge in die Ewigkeit, so hat es ein bekannter Erweckungsprediger einmal gesagt. Und er hat recht damit. Wenn ich es zulasse, dass ich mit einem Teil meines Kopfes schon den Himmel berühre, dann kann ich in der Tat ein Segen für diese Welt sein.

3. Die Folgen

So ganz unter uns können wir zustimmend nicken und innerlich sagen:
Jawohl, so ist es. Erzählen wir das mit den inneren Augen, die uns aufgetan sind, doch mal morgen am Arbeitsplatz. Wenn Sie nicht gerade Priester, Pastor oder Evangelist von Beruf sind, dürfte Ihnen der Heiterkeitserfolg sicher sein. Das geht mir auch immer wieder so. Aber irgendwann bekommt man so etwas wie ein ganz dickes geistiges Fell.

Wenn ich dann wieder mal so richtig nach allen Regeln der Kunst angegiftet werde, dann antworte ich wie folgt: „Glaube ist nicht die Aufgabe des Verstandes, sondern die Aufgabe des Widerstandes.“

Lassen Sie uns über diesen Satz noch kurz nachdenken. Es kommen doch immer wieder die gleichen, teils wirklich dämlichen Argumente, die nur eines bezeugen: Ein Mensch sträubt sich mit Haut und Haaren dagegen, das Gnadengeschenk unseres Herrn anzunehmen, dass da lautet:
Ewiges Leben in Gottes Herrlichkeit.
Ich bin mir sicher, dass dieser innere Widerstand uns vom Teufel in unser Herz gelegt worden ist.

Es kostet uns keinen Pfennig, den Widerstand, der uns im übrigen jede Menge Kraft kostet, aufzugeben und den Weg des Glaubens zu gehen. Ich persönlich kenne keinen Menschen, der diesen Weg einmal beschritten hat und der gesagt hat: Ich will wieder zurück. Jeder, der die Herrlichkeit des Herrn spüren durfte möchte für immer auf diesem Wege bleiben.

Lassen Sie mich kurz noch ein letztes sagen: Gott will, dass wir unseren Verstand beibehalten. Er will Jünger, die IHN bezeugen und das auch leben, was sie bezeugen. Gott will keine frommen Spinner, die sich in Sekten und anderen Gemeinschaften verstecken und dort ein von der
Außenwelt abgeschnittenes Glaubensleben führen. Ich meine übrigens keine Mönche und Nonnen hiermit. Klöster jedweder Art sind ja schließlich die Vorläufer aller sozialen Einrichtungen und sind immer nach Außen gerichtet. Ich meine hiermit das pure nach innen Gekehrtsein.

Wenn wir also unseren Widerstand aufgeben und Jesus in unser Leben einladen, dann dürfen wir erleben, dass aus Egoismus Dankbarkeit und dadurch Liebe für den Mitmenschen wird. Und aus der Angst in der Welt wird ein Leben, welches wir in heiterer Gelassenheit IN und MIT unserem
Herrn führen dürfen.

Ist es das nicht wert, den Widerstand aufzugeben ???

Der Liederdichter Ludwig Helmbold beschreibt ein Leben mit unserem Herrn sehr schön im ersten Vers seines Liedes „Von Gott will ich nicht lassen…., der da lautet, wie folgt:

Von Gott will ich nicht lassen, denn er lässt nicht von mir,
führt mich durch alle Straßen, da ich sonst irrte sehr.
Er reicht mir seine Hand,
den Abend und den Morgen tut er mich wohl versorgen,
wo ich auch sei im Land.

Der Herr öffne Deine inneren Augen, damit Du SEINE Herrlichkeit schauen kannst
Der Herr öffne Deine inneren Augen, damit Du IN IHM leben kannst
Der Herr öffne Deine inneren Augen, damit Du die Ewigkeit in SEINER
Herrlichkeit verbringen kannst

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen fröhlichen Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich

Ihr
Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag Jubilate.
Der Wochenspruch für diese Woche lautet: „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“

Mit diesem Thema beschäftigt sich auch der heutige Predigttext. Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag im Johannesevangelium, Kapitel 16, die Verse 16 und 20-23a. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Noch eine kleine Weile, dann werdet ihr mich nicht mehr sehen; und abermals eine kleine Weile, dann werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und klagen, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden. Eine Frau, wenn sie gebiert, so hat sie Schmerzen, denn ihre Stunde ist gekommen. Wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst um der Freude willen, dass ein
Mensch zur Welt gekommen ist. Und auch ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. An dem Tage werdet ihr mich nichts fragen.

Liebe Gemeinde,

unser Wochenspruch berichtet uns von den Gegensätzen der alten und der neuen Kreatur. Genau damit beschäftigt sich etwas ausführlicher auch unser Predigttext. Wie schaut sie denn eigentlich aus die „alte“ und die „neue“ Kreatur ? Darüber wollen wir am heutigen Sonntag gemeinsam
nachdenken.

1. Der Weltmensch und Jesus

Natürlich sind auch wir als Jesusjünger Weltmenschen. Ein Vorurteil, welches uns ja immer wieder begegnet ist dies, dass wir eben nicht mehr in die Welt hineinpassen. Gerade wir passen in die Welt hinein. Eine Welt, die von Machthunger, Korruption und Lüge regiert wird braucht gerade uns Christen, die offen bekennen und zur Schau tragen, dass es auch anders geht. Insofern sind wir natürlich auch Weltmenschen.

In unserem heutigen Zusammenhang meine ich mit Weltmensch aber einen Typus Mensch, der sein Heil nicht in Christus, sondern in der Welt sucht. Der Weltmensch, so lesen wir es in unserem heutigen Predigttext, freut sich, wenn er nichts mit Christus zu tun hat. Kein Wunder, ist doch keiner mehr da, der an die Tür seines Gewissens klopft um zu zeigen, dass etwas gewaltig falsch läuft in seinem Leben.

Wenn ich keinen mehr habe, der mich den rechten Weg lehrt, dann bin ich ganz allein auf mich gestellt. Dann kann ich nach Herzenslust tun und lassen, was mir gefällt. Hauptsache, mir geht es gut. Es ist schließlich alles richtig, was mir gut tut. Auch wenn dabei andere Menschen zu
Schaden kommen. Hauptsache ich erleide keinen Schaden. Und in diese Welt passt natürlich kein Christus hinein.

Im Grunde weiß man natürlich schon, dass das nicht alles so ganz richtig ist, was man veranstaltet, aber wenn das Gewissen wieder einmal anklopft, dann wird es nach allen Regeln der Kunst betäubt. Mit Spaß, Freude und deftigen antichristliche Parolen versucht man, sich Jesus vom Leibe zu halten. Und das klappt auch. Jesus weiß schließlich, was sich gehört. Wo Er anklopft und nicht eingeladen wird, da zieht Er natürlich unverrichteter Dinge weiter.

Und doch ist diese Freude keine Freude von langer Dauer. Spätestens bei unserem Ableben ist dann „Schluss mit lustig“. Aber bis dahin ist ja noch lange Zeit. Also wird erst mal weiter so gelebt, wie man es gewohnt ist.

2. Der Christ und Jesus

Um es gleich vorweg zu sagen. Jeder Christ wurde als Weltmensch geboren. Es ist noch kein Heiliger auf die Welt gekommen. Was ist also passiert mit dem einstigen Weltmenschen ? Auch an die Türe seines Herzens hat der Herr Jesus angeklopft. Nur hat der Christ dieses Klopfen damit
beantwortet, dass er Jesus die Tür geöffnet hat.

Jetzt lesen wir in unserem Predigttext etwas darüber, dass der Christ traurig sein wird, klagen und weinen wird. Das, liebe Gemeinde, geschieht doch jedem Christen eine kleine Weile lang. In dem Moment wo wir den Herrn Jesus in unser Herz hineinlassen, räumt Er erst einmal mit dem ganzen Dreck und Unrat in unserem Leben auf. Und das kann schon einmal schmerzhaft sein. Es ist schmerzhaft, wenn ich erkenne, was alles falsch gelaufen ist in meinem Leben. Es ist nicht gerade erbauend, wenn ich erkenne, wo ich hätte helfen können, dieses aber nicht getan habe. Und es ist ganz bestimmt alles andere als erquickend wenn ich erkenne, wie vielen Menschen auch durch mein Mitwirken oder Unterlassen Schaden zugefügt worden ist.

Nur stehe ich als Christ unter der Gnade unseres Herrn. All das, was in meinem Leben falsch gelaufen ist, kann ich IHM übergeben und IHN bitten, dies alles zu vergeben. In dem Moment, wo wir unser Leben dem Herrn übergeben, erleben wir eine Generalamnestie, die all unsere Sünden
erfasst. Keine Sünde, und sei sie noch so schlimm, ist von dieser Amnestie ausgenommen.

Warum nicht gleich so ? Warum muss zunächst die Erkenntnis der Sünde kommen und nicht gleich die Erlösung ? Ich glaube, wir können die Erlösungstat des Herrn Jesus für unser eigenes Leben nur dann richtig verstehen und dankbar annehmen, wenn wir auch erkennen, was für persönliche Sünden Er uns vergibt. Erst dann, wenn ich realisiere, welchen Schuldenberg ich mit mir herumgeschleppt habe, erst dann kann ich die mir widerfahrene Gnade auch entsprechend würdigen.

Deshalb klappt das mit dem Gutmenschen und seinen guten Werken und der damit verbundenen Selbsterlösung auch nicht. Jeder Mensch, und sei er noch so edel und wohlgefällig, schleppt bis zu seiner Bekehrung einen irrsinnigen Sündenberg mit sich herum. Vielfach spürt er dies auch. Um
dem abzuhelfen setzt er sich noch mehr wohltätig ein. Am Ende ist er total ausgebrannt, aber immer noch beladen mit ungetilgter Schuld. Gerade wenn wir an dieses Gegenteil denken, können wir die Größe der Gnade und die Barmherzigkeit unseres Herrn erst richtig einordnen.

3. Wer zuletzt lacht, lacht am besten

Gerade für uns Christen trifft dieser Spruch in besonderem Maße zu. Wenn unser Predigttext lautet: „Und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen.“ dann trifft dies genau zu.

Wenn der Christenmensch die Vergebung für all seine Sünden erlangt hat, dann ist er endgültig frei. Er schleppt keine Altlasten mehr mit sich herum. Er ist tatsächlich eine vor Gott neue Kreatur geworden. Jetzt darf er in der Tat die Leichtigkeit des Seins selber am eigenen Leibe spüren und tagtäglich neu erleben.

Mit dieser Freiheit geht es einher, nichts mehr zu müssen, aber alles zu dürfen. Im Herrscherhaus unseres Vaters im Himmel gibt es keine Zwänge. Und diese Grundeinstellung legt uns unser Herr bei unserer Bekehrung mit in unser Herz hinein. Wenn ein Christ sozial oder caritativ tätig wird,
dann nicht, um seinen Schuldenberg der Sünde los zu werden, oder gar sich den Himmel verdienen zu wollen. Nein, wenn ein Christ gute Werke verrichtet, dann deshalb, weil ihn der Herr dazu anregt. Er kann also gar nicht mehr anders und vor allem er will auch gar nicht mehr anders.

Natürlich sind wir für unser Leben auch weiterhin verantwortlich. Wir sollen unseren Lebensunterhalt natürlich selber verdienen, so uns dies möglich ist. Unsere Aufgabe als Christen ist es nicht, die Hände in den Schoß zu legen und den Herrn mal wirken zu lassen. Wir stehen als
Christen genau so in der Welt wie der Weltmensch. Aber wir haben eine letzte Instanz, die uns immer dann weiterhilft, wenn wir nicht mehr weiter können. Wir haben eine letzte Instanz, die uns immer hilft, wenn es z.B. darum geht, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Und wir haben als Christen eine letzte Instanz, die uns gewiss macht, dass mit diesem Leben auf Erden eben nicht alles aus ist. Wir müssen eben nicht alles aus dieser Welt an Spaß und Fun herauskitzeln was gerade eben noch möglich ist, weil wir ja irgendwann in einer Holzkiste verrotten. Nein, wir dürfen hoffnungsvoll auf unseren Herrn schauen und gewiss sein, dass wir vom Tode zum Leben durchgedrungen sind. Wenn dies kein Grund zu ewiger Freude ist. Und wie gesagt: Wer zuletzt lacht, lacht am besten.

Als Christen leben wir mit unserem Körper zwar auf der Erde, aber mit unserem Herzen schon ein Stück weit in der Ewigkeit. Ein bekannter Evangelist sagte einmal, der Christ lebt bereits mit einem Bein im Himmel. Gerade dessen war sich wohl auch schon Paul Gerhardt gewiss als er das Lied „Du meine Seele singe…“ dichtete, dessen erster Vers sehr schön lautet, wie folgt:

Du meine Seele singe, wohlauf und singe schön
dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd;
ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd.

Der Herr ziehe bei Dir ein und vertreibe alle Deine Traurigkeit
Der Herr ziehe in Dein Herz ein und erfülle es mit SEINER unendlichen Freude
Der Herr lasse diese Freude auf Ewigkeit in Dir wohnen und Dein Leben bestimmen

Amen.

Liebe Gemeinde,
ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr
Ulrich Naber

Liebe Lesergemeinde!
Ich grüße Sie herzlich am 3.Sonntag nach Ostern, am Sonntag Jubilate.
Das Predigtwort für diesen Sonntag steht im 1. Johannesbrief,
im 5.Kapitel, in den Versen 1 – 4:²

„Wer da glaubt, daß Jesus sei der Christus, der ist von Gott geboren; und wer da liebt den, der ihn geboren hat, der liebt auch den, der von ihn geboren ist. Daran erkennen wir, daß wir Gottes Kinder lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote halten. Denn das ist die Liebe zu Gott, daß wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer, denn alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.“

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
Diese wunderschönen Tage zum Beginn des Mai laden ein zur Freude, zum Dank und zur Anbetung Gottes. Sie führen uns zum Herrn, der alles geschaffen hat und neues Leben verheißt.

Aber auch in Zeiten des Blühens und im Aufbruch des Lebens kann in dieser Zeit Hoffnung in Chaos und Flammen verglühen. Wir haben es erlebt und durchlitten. In dieser Zeit erleben es auch Menschen in der Welt. Auch unter uns leiden Seelen im Zerbrechen der Hoffnung für Körper und Geist.

Und dennoch geschieht etwas Unbegreifliches.
Unter uns Menschen, für die wir keine menschliche Hoffnung sehen, sprechen Einige von einer Kraft, die sie trägt und hält. Sie bezeugen eine Hoffnung aus ihrem Glauben an den lebendigen Gott. Dieser Glaube wurzelt in der Tiefe, wie ein Anker, der das Lebensschiff in den Stürmen der Welt hält.

Und wir fragen uns: Wie steht es mit unserem Glauben?

Vieles lässt sich mit dem Wort Glauben ausdrücken.
Er bleibt keine verborgene Herzenssache. Glaube wird sichtbar in dem, wie wir leben.

Wem Glaube nur bedeutet, dass er etwas für möglich oder wahrscheinlich hält, wird versuchen, diese Möglichkeit oder Wahrscheinlichkeit in sein Leben mit einzuprogammieren. Aber es bleibt etwas Unwägbares, dass ihn hindert, klare Entscheidungen zu treffen. An dieser Zerrissenheit wird er scheitern.

Wer Glaube als ein Vertrauen sieht, wird damit leben.
Er wird einer Idee oder einem Geschehen vertrauen und dafür wirken. Oder er wird einer Person vertrauen und mit ihr Gemeinschaft suchen. Vertrauen ist immer ein Risiko. Man kann enttäuscht und missbraucht werden. Wer häufiger Enttäuschung und Missbrauch des Vertrauens erlebt, traut häufig nur noch sich selbst. Und er wird an solcher Selbstbezogenheit scheitern.

Doch es gibt einen Glauben, der ganz anders ist.
Er ist eine Gewissheit und Erkenntnis, die uns nur Gott schenken kann. Diese Gewissheit und Erkenntnis gibt unserem Leben Vertrauen auf unsere Rettung durch Jesus Christus.

Das ist ein Glaube, der trägt und hält!

Wir empfangen ihn, wenn wir Jesus als Messias, als Heiland und Herrn annehmen. Dann geschieht bei uns eine Veränderung:
– Wir werden zu Menschen, die neues Leben empfangen, neugeboren aus Gottes Geist.
– Wir werden Teil einer neuen Schöpfung, die mit Jesu Auferstehung in diese Welt gekommen ist.
– Wir werden Gottes Kinder, die den Mitmenschen mit Gottes Liebe begegnen können.

Denn Jesus ist auch für unsere Mitmenschen gestorben und auferstanden, damit auch sie Gottes Kinder werden können.

Diese Botschaft können wir ihnen in unserer Zuwendung mit Gottes Liebe bringen. Darin handeln wir nach Gottes Wort und Gebot. Dabei werden wir merken, dass auch Gottes Gebote sich gewandelt haben. Sie bleiben Gottes verbindlicher Wille für uns, aber wir erleben sie nicht vorrangig als Spiegel für unser Scheitern und Versagen. Wir dürfen sie als Geländer sehen, für unser Leben aus der geschenkten Gottesliebe.

Was uns von der Welt her bedrängt oder von Gott wegziehen will, hat seine Macht über unser Leben verloren, ist von Jesus besiegt.

Unser Predigtwort aus dem 1. Johannesbrief bekennt:
Unser Glaube an den rettenden Christus „ist der Sieg, der die Welt überwunden hat“. Das ist der Sieg, der von Ostern, von der Auferstehung Jesu her zu uns gekommen ist.

Diese Wirklichkeit ist unter uns, ist in der Gemeinde da.

Entscheidend ist, dass wir – jeder von uns – von dieser Wirklichkeit erfasst werden. Sie kann und will uns zufließen. Dazu müssen wir Jesus immer neu begegnen und SEINE rettende Liebe annehmen. Das geschieht im Hören auf Gottes Wort und im Gebet.

Dass Gott uns durch Jesus neues Leben gibt, lässt ER uns heute im Wochenspruch (2.Kor. 5,17) zusprechen:
„Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur, das Alte ist vergangen, siehe Neues ist geworden:“

Wir können es für uns erbitten und Jesus auf diese Verheißung ansprechen:
Herr, wir bitten DICH! Lass diese Zusage Wirklichkeit bei mir werden und schenke mir den Glauben an DEINE liebende und rettende Erlösung!

Wir können auch unsere Zweifel und Mutlosigkeit zu IHM bringen und bitten, wie in den Psalmen oder wie im Gebet aus dem Marcusevangelium:
„Herr, ich glaube, hilf meinen Unglauben“ (Mc 9,24).

Gottes Segen kann es uns schenken, dass wir Ihm zur Ehre aus frohen Herzen singen und bekennen:
„Ich habe nun den Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält;
woanders als in Jesu Wunden. Da lag er vor der Zeit der Welt,
der Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel untergeht.

Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt;
Es sind die offnen Liebesarme des, der sich zu den Sündern neigt,
dem allemal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht.“
Evangelisches Gesangbuch 354, 1+2

Es grüßt und wünscht allen eine gesegnete Osterzeit
Ihr Pfr.i.R. Steinführer