Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 3. Sonntag in der Passionszeit. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Jeremia im 20. Kapitel, die Verse 7-11a. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die Last des Prophetenamts

Herr, du hast mich überredet und ich habe mich überreden lassen. Du bist mir zu stark gewesen und hast gewonnen; aber ich bin darüber zum Spott geworden täglich, und jedermann verlacht mich. Denn sooft ich rede, muss ich schreien: “ Frevel und Gewalt !“ muss ich rufen. Denn des Herrn Wort ist mir zu Hohn und Spott geworden täglich. Da dachte ich: Ich will nicht mehr an ihn denken und nicht mehr in seinem Namen predigen. Aber es ward in meinem Herzen wie ein brennendes Feuer, in meinen Beinen verschlossen, dass ich’s nicht ertragen konnte, ich wäre schier vergangen. Denn ich höre, wie viele heimlich reden: „Schrecken ist um und um!“ „Verklagt ihn!“ „Wir wollen ihn verklagen!“. Alle meine Freunde und Gesellen lauern, ob ich nicht falle: „Vielleicht lässt er sich überlisten, dass wir ihm beikommen können, und uns an ihm rächen.“ Aber der Herr ist mir wie ein starker Held, darum werden meine Verfolger fallen und nicht gewinnen.

Liebe Gemeinde,

wie gehen wir eigentlich damit um, wenn wir als Christen belächelt werden? Wie gehen wir als Christen eigentlich damit um, wenn uns blanker Hass entgegenschlägt? Wohin können wir uns wenden, wenn dies passiert ? Darauf hat der Prophet Jeremia eine Antwort, die heute noch genau so aktuell ist, wie zu Zeiten Jeremias. Lassen Sie uns diese Antwort und den Weg dahin einmal gemeinsam anschauen.

1. Der leidende Prophet

Als Christen sind wir ja selbst in unserem Lande eine Minderheit geworden, die stetig weiter abnimmt. die Kirchenaustritte liegen 10x über den Kircheneintritten und auch freie Christusgemeinschaften beschreiben einen zunehmenden Mitgliederschwund.

Da klingt unsere Botschaft schon ein wenig verwunderlich, bei den meisten Menschen jedenfalls. Manchmal fühlt man sich schon, wie unsere Nachbarn in Österreich sagen, ein wenig „deppert“. Und dann kommt es auch schon mal dazu, dass wir uns die Frage stellen: Worauf habe ich mich da eigentlich eingelassen.

Diese Frage stellte sich auch Jeremia. Er ging sogar soweit, dass er Gott vorwirft, er habe ihn in seiner Stärke ganz einfach dazu überredet sein Wort zu verkündigen. Er habe ja gar keine Chance gehabt, einfach „Nein“ zu sagen.

Gewiss, Jeremia hätte die Möglichkeit gehabt, das Wort Gottes den Zuhörern ein wenig erträglicher zu machen. Dann wäre ihm nicht der Hass entgegengeschlagen. Das wird ja heutzutage gern gemacht. Bloß nicht anecken mit der frohen Botschaft. Am besten so verkündigen, dass alle zufrieden sind und weiter ihr Leben so leben können, wie sie es wünschen.

Das hingegen tat Jeremia nicht. Er sagte dem Volk das Wort Gottes so weiter, wie es ihm aufgetragen wurde. Er ließ nichts weg und tat auch nichts dazu. Und das führte dann auch zu dem Dilemma, wie wir es bereits gehört haben.

2. Die menschliche Lösung

Liebe Gemeinde, jetzt mal Hand auf’s Herz: Wie würden wir denn reagieren ? Käme nicht auch bei uns der Gedanke, einfach alles hinzuschmeißen, damit wir endlich wieder unseren Frieden haben und in Ruhe leben können ?

Wenn ich permanent angegriffen werde ob der Botschaft willen, die es zu verkündigen gilt, dann käme ich irgendwann bestimmt auch an diesen Jeremianischen Punkt.

So, und dann ging etwas sonderbares in Jeremia vor: Er konnte es nicht, einfach nicht mehr an den Herrn denken. Er spürte ein brennendes Feuer in seinem Herzen, welches ihn einfach nicht losließ.

Und je mehr dieses Feuer in ihm brannte, desto größer wurde seine Klage gegen Gott. Es war ja nicht nur Hohn und Spott, der auf Jeremia einprasselte, sondern man trachtete ihm wohl ernsthaft nach dem Leben. Je mehr er klagte, desto gewaltiger brannte das Feuer Gottes in seinem Herzen.

Seine menschliche Lösung führte also zu keinem Ergebnis. Die Situation hatte sich nicht verbessert, sondern augenscheinlich verschlimmert. Sogar seine Freunde und Weggefährten sagten sich von Jeremia ab. Und dennoch brannte dieses Feuer in seinem Herzen.

Und genau dies haben wir auch heute noch in unseren Familien. Da hat sich ein Familienmitglied bekehrt und wird zunächst belächelt. Dann ändert er auch noch seinen Lebensstil und nimmt nicht mehr an dem teil, was die Familie sonst so macht. Und dann will er der Familie auch noch den rechten Weg zeigen. Spätestens dann wird es langsam ernst. Und nicht selten wird er irgendwann vor die Wahl gestellt, sein Leben mit Gott zu beenden oder aber die Familie in Ruhe zu lassen.

3. Die göttliche Lösung

„Aber der Herr ist mir ein starker Held, darum werden meine Verfolger fallen und nicht gewinnen.“ So genau lesen wir es am Ende unseres Predigttextes.

Wenn ich von allen Seiten drangsaliert werde, würde mir dieser Satz wohl kaum einfallen. Familie weg, Freunde futsch und dann auch noch in ständiger Angst vor meinen Mitmenschen zu sein wären wohl kaum die besten Voraussetzungen für eine so steile Aussage.

Und doch sieht Jeremia dies vollkommen anders. Jeremia erkennt in dem Brennen seines Herzens die unmittelbare Kraft Gottes, die ihn zum Weitermachen drängt. Da er sein ganzes Vertrauen auf seinen Herrn gesetzt hat, wird ihm bewusst, dass dieses Brennen ein Auftrag ist, ein Auftrag, ja nicht von der Botschaft abzulassen, ja nicht die Wege des Herrn zu verlassen. Aber auch eine feste Zusage des Herrn, dass er ihn nicht fallenlässt.

Dieses Brennen, liebe Gemeinde, könnte man auch als Gewissen bezeichnet, durch welches Gott noch heutzutage mit uns spricht. Wie oft habe ich dieses Brennen in meinem Gewissen schon gespürt, wenn ich etwas anderes vorhatte, als das, was Gott von mir erwartete. Und wie oft sind diese anderen Vorhaben dann auch in die Hose gegangen.

Was Jeremia uns einfach sagen will ist: Hört auf Gott, sein Wort wohnt in Euch. Hört darauf, was er von euch will und macht das dann auch. Und wenn ihr das macht, dann könnt ihr euch felsenfest darauf verlassen, dass der Herr Euch ein starker Held sein wird und Euch nicht fallen lässt. Und wenn Ihr fallen solltet, dann niemals tiefer als in seine rettenden Hände.

Liebe Gemeinde, nutzen wir doch diese ruhige Passionszeit wieder einmal dazu, intensiver auf das zu hören, was uns der Herr sagen will. Das geht nämlich nur in der Stille und nicht mal so nebenbei in unserem hektischen Alltag. Und lassen Sie uns auch dann das machen, was der Herr von uns erwartet.

Bleiben wir doch in Gott, so wie es der Liederdichter Benjamin Schmolck in dem ersten Vers seines Liedes „Tut mir auf die schöne Pforte…“ (EG 166) beschreibt, und lassen Sie uns noch einmal in diesen Vers einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Tut mir auf die schöne Pforte, führt in Gottes Haus mich ein;
ach wir wird an diesem Orte meine Seele fröhlich sein !
Hier ist Gottes Angesicht, hier ist lauter Trost und Licht.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 21. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Jeremia, Kapitel 1, die Verse 1, 4-7 und 10-14. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Dies sind die Worte des Briefes, den der Prophet Jeremia von Jerusalem sandte an den Rest der Ältesten, die weggeführt waren, an die Priester und Propheten und an das ganze Volk, das Nebukadnezar von Israel nach Babel weggeführt hatte.

So spricht der Herr Zebaoth, der Gott Israels, zu den Weggeführten, die ich von Jerusalem nach Babel habe wegführen lassen: Baut Häuser und wohnt darin; pflanzt Gärten und esst ihre Früchte; nehmt euch Frauen und zeugt Söhne und Töchter, nehmt für eure Söhne Frauen und gebt eure Töchter Männern, dass sie Söhne und Töchter gebären; mehret euch dort, dass ihr nicht weniger werdet.

Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum Herrn; denn wenn’s ihr wohlgeht, so geht’s auch euch wohl. Denn so spricht der Herr: Wenn für Babel siebzig Jahre voll sind, so will ich euch heimsuchen und will mein gnädiges Wort an euch erfüllen, dass ich euch wieder an diesen Ort bringe.

Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr: Gedanken des Friedens und nicht des Leidens, dass ich euch gebe das Ende, des ihr wartet. Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und mich bitten und ich will euch erhören. Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht der Herr, und will eure Gefangenschaft wenden und euch sammeln aus allen Völkern und von allen Orten, wohin ich euch verstoßen habe, spricht der Herr, und will euch wieder an diesen Ort bringen, von wo ich euch habe wegführen lassen.

Liebe Gemeinde,

Briefe sind ja heute weitestgehend aus der Mode gekommen. Heute schreiben wir ja lieber E-Mails, SMS oder Whatsapp.

Unser Predigttext handelt von einem Trostbrief, den der Prophet Jeremia an die Menschen geschrieben hat, welche von Nebukadnezar in die babylonische Gefangenschaft geführt worden sind. Ein Brief aus der Heimat an die Weggeführten.

Mein Vater, der 7 Jahre lang in russischer Kriegsgefangenschaft verweilte, sagte mir einmal, dass es gerade diese Nachrichten aus der Heimat waren, die ihm immer wieder Hoffnung und Trost gegeben haben.

Und so will auch Jeremia den Weggeführten ein Stück weit Hoffnung geben. Schauen wir uns diesen Trost- und Hoffnungsbrief doch einmal etwas genauer an:

1. Gott ist immer noch bei Euch

Liebe Gemeinde, wenn uns etwas Schlimmes widerfährt, dann sind wir ja immer ganz schnell mit dem Satz dabei: Wie konnte Gott das nur zulassen ? Auch wenn wir uns die Nachrichten anschauen, dann könnten wir uns manchmal diese Frage stellen. Wo war Gott denn bei dem Erdbeben in Indonesien ? Wo war Gott denn, als Christen von den Schergen des IS abgeschlachtet worden sind ? Wo war Gott denn im Dritten Reich, als Millionen von Juden ermordet worden sind ?

Diese Frage ist natürlich oberflächlich gestellt. Wir dürfen nämlich niemals vergessen, dass wir als erlöste Christen immer noch mitten in einer unerlösten Welt leben. Und wozu der unerlöste Mensch fähig ist, das haben wir ja soeben gesehen.

Und doch ist Gott da !!! Gott geht nämlich mit seinen leidenden Kindern mit. Egal, was uns auch immer widerfahren mag, Gott ist nur ein Gebet wie von uns entfernt. Genau das wollte Jeremia den Gefangenen mitteilen.

Gott will natürlich keinen Krieg und er wollte schon mal gar nicht, dass Verbrecher des Dritten Reiches sein geliebtes Volk massenweise ermordeten. Aber Gott ist bei all denen, die Leid erfahren. Gott begleitet seine geliebten Kinder durch alles Leid hindurch, welches sie durch die unerlöste Welt erleiden müssen.

Lassen Sie uns doch daran denken, wen wir einmal wieder versucht sind, uns selber die Frage zu stellen: Wie kann Gott das zulassen ?

2. Schau nach vorne

Es gibt ja sehr viele Menschen, die in ihrem Leid einfach gefangen sind, die den Blick nur nach rückwärts gerichtet haben. Diese Menschen nehmen meist gar nicht mehr war, dass das Leben eben doch weitergeht. Unter den von Nebukadnezar Weggeführten gab es sicherlich eine ganze Menge davon.

Und diesen sagte Jermia ganz pragmatisch: Macht einfach das Beste aus dieser Situation. Werft euer Vertrauen weiterhin auf Gott und baut euch dort eine Heimat auf, wo ihr gerade seid.

Denken wir doch einmal an die vielen Flüchtlinge in unserem Lande. Die meisten von ihnen würden doch am liebsten wieder in ihre Heimat zurückkehren. Hilft es ihnen, wenn sie hier Trübsal blasen ? Nein, natürlich nicht.

Aber wir können diesen Menschen helfen, indem wir sie offen aufnehmen und ihnen anbieten, sich bei uns während ihrer Hierseins heimisch zu fühlen.

Ab dem Moment, wo ich meine Lage richtig einschätze, ab dem Moment bin ich auch wieder fähig, nach vorne zu schauen und aus meiner vermeintlich misslichen Lage heraus nach vorne zu planen zu denken und zu handeln.

Das Wort geht aber nicht nur an Flüchtlinge, sondern auch an uns ganz persönlich. Auch wir sollen nicht an unserem Leid festhalten. Wir sollen wieder aktiv an der Gemeinschaft teilnehmen. Das bringt uns aus unserem Leid heraus und öffnet uns den Blick wieder nach vorne.

3. Hoffnung

Gott hat Gedanken des Friedens und nicht des Leides, so lesen wir es am Ende unseres heutigen Predigttextes.

Das hört sich ja gut an, aber jetzt, wo ich vermutlich so richtig tief im Schlamassel drin stecke, kann ich das so nicht glauben. Und doch ist es so.

Wenn jemand unter uns ist, der im Moment nicht weiterweiß, der sei an die Zusage unseres Herrn Jesus Christus erinnert, der uns am Ende des Matthäusevangeliums sagt: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

Lassen Sie uns doch einfach nur dieser Zusage trauen und unser ganzes Vertrauen immer wieder darin setzen. Dann werden wir immer wieder die göttliche Kraft erhalten, auch durch das tiefste Leid an des Herren Hand hindurchzugehen.

Und wenn uns unser Herr sagt, dass ER bei uns ist, dann heißt das ja, dass ER lebt. Er ist nicht im Himmel ferne, da wo die Englein sind, nein unser Herr ist immer bei uns. Er wartet förmlich nur darauf, dass wir ihn anrufen und um seinen Beistand bitten.

Das empfiehlt schließlich auch Jeremia den Gefangenen in der babylonischen Gefangenschaft.

Und das Schöne ist, dass das, was damals galt, auch heute nichts von seiner Gültigkeit eingebüßt hat.

Wenn das stimmt, und es stimmt tatsächlich, dann bleibt uns doch gar nichts anderes übrig, als mit einer heiteren Gelassenheit durch unser ganzes Leben zu gehen und immer wieder dem zu vertrauen, der bei uns ist alle Tage bis an der Welt Ende.

Dieses Vertrauen in unseren Herrn beschreibt der Liederdichter Paul Gerhardt sehr schön in dem zweiten Vers seines Liedes : „Befiehl du deine Wege…“ (EG 361), der da lautet, wie folgt:

Dem Herren musst du trauen, wenn dir’s soll wohlergehn;
auf sein Werk musst du schauen, wenn dein Werk soll bestehn.
Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein
lässt Gott sich gar nichts nehmen, es muss erbeten sein.

Der Herr segne dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebes sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Bleiben Sie wohl behütet
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen vorletzten Sonntag des Kirchenjahres, dem Volkstrauertag. Traditionell gedenken wir an diesem Sonntag den Verstorbenen der letzten beiden Weltkriege. Indirekt beschäftigt sich auch unser heutiger Predigttext mit diesem Thema.
Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag im achten Kapitel des Propheten Jeremia,
die Verse 4-7. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Gegen das verblendete Volk und seine Verführer

Sprich zu Ihnen: So spricht der Herr: Wo ist jemand, wenn er fällt, der nicht gern wieder aufstünde ? Wo ist jemand, wenn er irregeht, der nicht gern wieder zurechtkäme ? Warum will denn dies Volk zu Jerusalem irregehen für und für ? Sie halten so fest am falschen Gottesdienst, dass sie nicht umkehren wollen. Ich sehe und höre, dass sie nicht die Wahrheit reden. Es gibt niemand, dem seine Bosheit leid wäre und der spräche: Was hab ich doch getan ! Sie laufen alle ihren Lauf wie ein Hengst, der in der Schlacht dahinstürmt. Der Storch unter dem Himmel weiß seine Zeit, Turteltaube, Kranich und Schwalbe halten die Zeit ein, in der sie wiederkommen sollen; aber mein Volk will das Recht des Herrn nicht wissen.

Liebe Gemeinde,

„Wo ist jemand, der irregeht, der nicht gern wieder zurechtkäme ?“ das ist die Frage des Herrn. Wenn wir an die beiden großen Weltkriege denken, dann können wir diese Frage nur mit einem
„Ich weiß es nicht“ beantworten. Aber warum gehen wir überhaupt in die Irre ?

Der heutige Predigttext bietet uns zwei interessante Ansatzpunkte, die wir zusammen bedenken sollten.

1. Der falsche Gottesdienst

Zur Zeit des Propheten Jeremia wurde sehr viel Wert auf die peinlich genaue Einhaltung ritueller Handlungen gelegt. Schon der kleinste Verstoß wurde strengstens geahndet. Und so waren auch die Gottesdienste weitestgehend durchritualisiert.

Im Prinzip war man mit dem Verstand dabei, aber schon lange nicht mehr mit dem Herzen. Und das ist das, was Gott als falschen Gottesdienst bezeichnet. Es geht Gott nicht um bestimmte Rituale, es geht IHM um uns und unser Leben.

Wie ist es denn eigentlich heute bei uns ? Wir streiten um ein gemeinsames Abendmahl. Die beiden großen Konfessionen haben fest eingespielte Liturgien. Alles ist beinahe so fest verankert, wie damals zu Zeiten Jeremias. Auch wir verstecken uns gern hinter der Fassade ritueller Handlungen, anstelle unser Herz ganz Gott gegenüber zu öffnen.

Wir müssen also wieder zurückkommen zu einem Gottesdienst der Herzen, einem Gottesdienst, der frei ist von allen falschen Beiwerken. Ich selber bin ein Freund der Liturgie und kann mir diese nicht wegdenken, wenn sie aber zum hohlen Selbstzweck wird, dann bin ich der erste der diese Liturgie abschaffen möchte.

Wenn der Gottesdienst nur noch das I-Tüpfelchen unseres Lebens ist, mit dem wir unser Leben schmücken wollen, welches wir ansonsten lieber selber gestalten, dann läuft gewaltig etwas falsch, dann sind wir auf dem Wege in die Irre zu gehen.

Was ist also der rechte Gottesdienst ? Es ist der Gottesdienst in dem wir vor Gott zur Ruhe kommen und mit den Worten des damals noch jungen Samuels beten: „Rede Herr, dein Knecht hört.“

2. Die Wahrheit

„Ich sehe und höre, dass sie nicht die Wahrheit reden.“, so haben wir es soeben in unserem Predigttext gehört.

Der leichtfertige Umgang mit der Wahrheit, dieser wird von unserem Herrn angeprangert. Wir müssen wieder lernen die Wahrheiten, die uns präsentiert werden, mit der Lupe der göttlichen Wahrheit zu durchleuchten.

Wo finden wir denn nun die göttliche Wahrheit oder die göttlichen Wahrheiten ? Ganz einfach, in der Bibel. Die Messlatte, die uns die Bibel bereitstellt, mit dieser Messlatte sollen wir die menschlichen Wahrheiten überprüfen ehe wir auf sie vertrauen.

Hätten wir dies getan, dann hätte ein Adolf Hitler niemals eine Chance gehabt, dass ihm auch nur ein Mensch den Unsinn mit dem 1000 jährigen Reich abgekauft hätte. Hätten wir uns von den Demagogen der damaligen Zeit nicht einfach so mitreißen lassen, dann wäre ein Herr Goebbels niemals auf die Idee gekommen, die Frage nach dem totalen Krieg zu stellen.

Wenn wir mit den Antworten der Bibel an diese Wahrheiten herangegangen wären, dann hätten wir Herrn Goebbels geradewegs ins Gesicht sagen können, dass Krieg nach Gottes Willen nicht sein darf.

Aber auch heute lauern noch viele Scheinwahrheiten auf uns, die uns gern in ihren Bann ziehen und verführen möchten. Denken wir nur einmal an die ostasiatischen Religionen. Buddhismus und Hinduismus, was versprechen sie uns nicht alle mehr oder weniger vollmundig.

Auch hier hilft uns die Bibel. Hat nicht unser Herr gesagt, dass viele Christusse gekommen werden und das wir diesen nicht glauben sollen.

Hören wir doch wieder auf Sein Wort. Haben wir nicht alle schon einmal in der Bibel gelesen, dass in keinem anderen das Heil zu finden ist, als in unserem Herrn.

Wenn wir uns alle wieder auf die ewigen Wahrheiten der Bibel zurückbesinnen, ich glaube, dann haben wir einen festen Grundstein, der uns davon abhält, in die Irre zu gehen.

3. Das Tierreich

Ein wenig befremdlich ist es schon der Vergleich mit dem Tierreich. Hat uns nicht Gott das gesamte Tierreich untertan gemacht ? Sicherlich ist dies richtig.

Aber schauen wir nur einmal kurz auf das Zusammenleben der Tiere. Dort gibt es kein böses Herz oder niedere Absichten. Tiere kennen keinen Neid, Missgunst oder gar mörderische Absichten gegenüber Ihren Artgenossen (die Nahrungsbeschaffung einmal ausgenommen).

So sollten wir auch wieder leben. Einfach auf unseren Herrn vertrauen.
Das mehr und mehr und immer noch mehr aus unseren Sinnen streichen und mit dem zufrieden sein, was uns unser Herr schenkt. Und Er schenkt uns mehr, als wir jemals brauchen.

Wenn wir uns darauf wieder zurückbesinnen, dann haben es satanische Mächte sehr, sehr schwer, uns in die Irre zu leiten.

Wir alle, die wir heute der Verstorbenen der beiden letzten Weltkriege gedenken, wir alle wollen doch nur eines, dass so etwas niemals wieder geschieht. Dann lassen Sie uns doch auch gemeinsam daran arbeiten, indem wir wieder das Wort unseres Herrn zu unserem Lebensmittelpunkt machen.
Nur ER kann uns davor bewahren, in die Irre zu gehen. Vertrauen wir doch wieder allein auf IHN.

Helfen kann uns dabei der erste Vers des Liedes von Paul Gerhardt „Du meine Seele, singe…“, der da lautet, wie folgt:

Du meine Seele, singe, wohlauf und singe schön dem,
welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd;
ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd.

Der Herr mache Dein Herz frei für den wahren Gottesdienst
Der Herr lasse Dich Verlockungen und Unwahrheiten stets als solche erkennen
Der Herr halte Dich immer wieder ganz fest geborgen in SEINER Wahrheit

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag Okuli.
Meine Augen sehen stets auf den Herrn, so lautet die Übersetzung für den heutigen
Sonntag. Und um die lebendige Beziehung des Menschen zu Gott geht es
auch in unserem heutigen Predigttext.

Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag bei dem Propheten Jeremia
im 20. Kapitel die Verse 7-11a. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die Last des Prophetenamtes

Herr, du hast mich überredet, und ich habe mich überreden lassen. Du
bist mir zu stark gewesen und hast gewonnen; aber ich bin darüber zum
Spott geworden täglich und jedermann verlacht mich. Denn sooft ich rede,
muss ich schreien; „Frevel und Gewalt“ muss ich rufen. Denn des Herrn
Wort ist mir zu Hohn und Spott geworden täglich. Da dachte ich: Ich will
nicht mehr an ihn denken und nicht mehr in seinem Namen predigen. Aber
es ward in meinem Herzen wie ein brennendes Feuer, in meinen Gebeinen
verschlossen, dass ich’s nicht ertragen konnte; ich wäre schier
vergangen. Denn ich höre, wie viele heimlich reden: „Schrecken ist um
und um !“ „Verklagt ihn !“ „Wir wollen ihn verklagen !“ Alle meine
Freunde und Gesellen lauern, ob ich nicht falle: „Vielleicht lässt er
sich überlisten, dass wir ihm beikommen können und uns an ihm rächen.“
Aber der Herr ist bei mir wie ein starker Held, darum werden meine
Verfolger fallen und nicht gewinnen.

Liebe Gemeinde,

als ich den Text gelesen hatte, da kam mir die Überschrift ein wenig
unpassend vor. Denn so wie es dem Propheten Jeremia ergeht, so ergeht
es uns allen in unserem Christenleben. Ein Leben als Christ ist eben
nicht von dauernder Freude und Seligkeit und immerwähredem Halleluja
gezeichnet. Ein Leben als Christ hat Höhen und Tiefen. Lassen Sie uns
doch heute morgen einmal einen Blick auf ein ganz normales Christenleben
werfen. Lassen Sie uns dabei einfach chronologisch vorgehen.

1. Die Bekehrung

„Du hast gewonnen“ so lesen wir es gleich zu Beginn unseres
Predigttextes. So ist es in der Tat auch bei unserer Bekehrung, wenn sie
denn nicht einfach eine bloße Schwärmerei war. Ich glaube jeder
Bekehrung geht auch ein innerer Kampf voraus. Bei den meisten Menschen,
die ich im Laufe meines Lebens kennengelernt habe, war es jedenfalls so.
Keiner meiner Bekannten hatte eine Damaskusstunde erlebt, sondern
vielmehr eine Damaskusperiode an deren Ende die ehrliche und dauerhafte
Bekehrung stand.

Daher bin ich auch immer ein wenig vorsichtig, wenn direkt nach
Evangelisationsveranstaltungen Massenbekehrungen stattfinden.

So, jetzt hat sich der Christ also soeben bekehrt. Eigentlich sollte
jetzt alles gut sein. Die anfängliche Freude und der starke innere
Frieden werden sich aber alsbald legen. Denn mit unserer Bekehrung kommt
auch unser Gegenspieler der Teufel ins Spiel. Er wird versuchen uns mit
allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln von unserem Entschluss
abzubringen.

Spott und Hohn sind vortreffliche Werkzeuge um unsere Entscheidung der
Bekehrung ins Wanken zu bringen. Das fängt in der Familie an, wo man
vielleicht der einzige Christ ist und wo von nun an nur noch von dem mit
dem „Jesusfimmel“ gesprochen wird. Im Freundeskreis wird man vielleicht
als derjenige mit dem Heiligenschein bezeichnet. Und auch im Berufsleben
darf man als Christ nicht all zu dünnhäutig sein.

2. Die Zweifel

Jeder Christ hat Perioden des Zweifelns. Das ist auch ganz natürlich.
Wir sind ja keine Dummbatze, die irgendeinem Führer blindlings folgen,
egal wohin die Reise geht. Mit unsere Zweifeln befinden wir uns übrigens
in guter Gesellschaft, wie wir gleich zu Beginn der Bibel nachlesen können.

Als Mose die Israeliten aus Ägypten herausgeführt hatte, fingen sie
sogleich an zu nörgeln, weil nicht alles so war, wie sie es sich
vorgestellt hatten. Die Schlussfolgerung der Israeliten war: „Wären wir
doch mal besser in Ägypten geblieben“.

Und so fragt sich jeder Christ irgendwann einmal: „War denn meine
Entscheidung richtig ? Das ist auch ganz natürlich so, wenn wir uns
immer wieder Anfechtungen ausgesetzt sehen, die wir vorher gar nicht hatten.

Das merkte auch Jeremia. Er steht, salopp gesprochen kurz davor, den
ganzen Krempel hinzuschmeißen. Und dann auf einmal geschieht etwas
vollkommen unerwartetes.

3. Gottes Wirken

Zweifel sind, wie wir gehört haben, also ganz normal. Wir dürfen wanken,
aber wir werden niemals fallen. Diese Zusage erfährt auch Jeremia. Kurz
bevor aus Zweifeln eine echte Verzweiflung wird, dürfen wir das Wirken
Gottes in unserem Leben spüren und erfahren.

Wenn die Not am größten ist, dann ist Er nur noch eine Handbreit von uns
entfernt. Jeremia bezeichnet den Herrn folgerichtig auch als starken
Helden. Und ein starker Held das ist Er auch.

Der Herr wird uns niemals am Leiden vorbeiführen, aber immer durch das
Leiden hindurch, so sagte es schon der große Theologe Prof. Dr. Dietrich
Bonhoeffer.

Ich bin der festen Überzeugung, dass Zweifel nicht nur ein lästiges Übel
in unserem Leben sind, sondern dass Zweifel und Anfechtung uns als
Christen erst so richtig wachsen lassen in unserem Glauben.
Betrachten wir unsere Beziehung zu Gott einmal als eine Lebensgemeinschaft,
was sie ja auch ist.

Welches sind die glücklichsten Ehen ? Es sind nicht die, wo scheinbar
alles immer glatt geht. Nein, es sind die Ehen, wo es auch mal so
richtig kracht. Es sind die Ehen wo noch miteinander gesprochen wird und
man nicht nebeneinander herlebt. Und es sind die Ehen, wo sich die
Partner wieder vertragen. Und genau das schweißt zusammen und schafft
Vertrauen.

Ähnlich ist es auch in unserer Lebensgemeinschaft mit unserem Herrn. Wir
werden angefochten, wir zweifeln und wir hadern. Und schlussendlich
dürfen wir immer wieder erfahren, wie sich doch alles zum Guten wendet.
Und diese Gewissheit macht uns als Christen immer stärker. Egal was auch
passiert, in der größten Dunkelheit dürfen wir gewiss sein, dass Gott
eingreifen wird. Aus jedem Zweifel und aus jeder Anfechtung werden wir
immer ein wenig stärker herauskommen, als wir hineingekommen sind.

Ich wünsche uns allen, dass wir selbst in der Gewissheit unseres Todes
die letzten Worte Bonhoeffers für uns in Anspruch nehmen können, die da
waren: „Das ist das Ende, für mich der Beginn des Lebens.“

Gestärkt durch das direkte Eingreifen Gottes in unser Leben können wir
alle ganz bestimmt in das Lied von Dietrich Bonhoeffer einstimmen:

Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse SEIN Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe SEIN Angesicht über Dich und gebe Dir SEINEN Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten
Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen 21. Sonntag nach Trinitatis mit dem Wochenspruch aus dem 12. Kapitel des Römerbriefes, Vers 21: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ Darum geht es auch in unserem heutigen Predigttext. Wir
finden den Predigttext für den heutigen Sonntag bei dem Propheten Jeremia im 29. Kapitel,
die Verse 1, 4-7 und 1-14. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Das sind die Worte des Briefes, den der Prophet Jeremia von Jerusalem sandte an den Rest der Ältesten, die weggeführt waren, an die Priester und Propheten und an das ganze Volk, das Nebukadnezar von Jerusalem nach Babel weggeführt hatte. So spricht der Herr Zebaoth, der Gott Israels, zu den Weggeführten, die ich von Jerusalem nach Babel habe wegführen lassen:

Baut Häuser und wohnt darin, pflanzt Gärten und esst ihre Früchte; nehmt euch Frauen und zeugt Söhne und Töchter, nehmt für eure Söhne Frauen, und gebt eure Töchter Männern, dass sie Söhne und Töchter gebären; mehret euch dort, dass ihr nicht weniger werdet. Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum Herrn; denn wenn’s ihr wohlgeht, so geht’s euch auch wohl. Denn so spricht der Herr: Wenn für Babel siebzig Jahre voll sind, so will ich
euch heimsuchen und will mein gnädiges Wort an euch erfüllen, dass ich euch wieder an diesen Ort bringe. Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr:

Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe das Ende, des ihr wartet. Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und mich bitten, und ich will euch erhören. Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht der Herr, und will eure Gefangenschaft wenden und euch sammeln
aus allen Völkern und von allen Orten, wohin ich euch verstoßen habe, spricht der Herr, und will euch wieder an diesen Ort bringen, von wo ich euch habe wegführen lassen.

Liebe Gemeinde,

die Ausgangslage ist alles andere als rosig. Menschen befinden sich in babylonischer Gefangenschaft. Niedergeschlagenheit macht sich breit und auch ein Stück weit Verzweiflung. Natürlich fragen die Menschen in dieser Situation nach dem „Warum“ und nach der Gegenwart Gottes.

Eigentlich Situationen, die wir auch heute noch kennen. Es ist eben nicht alles eitel Sonnenschein in unserem Leben. Immer wieder erleben wir auch dunkle Tage, Wochen und Monate in unserem Leben. Da ist es nur all zu natürlich, dass auch wir in Anfechtungen geraten, nach dem „Warum“
fragen oder gar nach der Gegenwart Gottes.

Genau in diese Situation hinein spricht Gott seinen Trost an das Volk aus der ewigen Heimat heraus. Es ist kein billiger Trost nach dem Motto „Das wird schon wieder“, nein es ist ein Trost der ganz konkrete Verhaltensweisen für Notsituationen anspricht. Lassen Sie uns diese, ich möchte einmal sagen „Anleitung für Notsituationen“ am heutigen Sonntag einmal ein wenig näher betrachten:

1. Mach das Beste draus

Ist die Wand auch noch so steil, a bisserl was geht allderweil. So nett drückte es einmal der Schauspieler Wolfgang Fiereck aus, sein Motto in Verlegenheitssituationen.

Ähnliches sagt auch Gott durch den Propheten Jeremia zu seinem Volk.
Nehmt das Leid an, so wie es nun einmal ist. Macht das Beste aus der Situation. Das ist es, was auch heute noch für uns gilt, wenn wir in Situationen geraten, wo wir keinen Ausweg sehen.

Wir sollen dann das tun, was am naheliegendsten ist. Nicht krampfhaft versuchen, mit eigenen Möglichkeiten die Notsituation zu ändern, sondern sich ihr anpassen. Gott ist nämlich auch in diesen Situationen bei uns.

Ein gutes Beispiel habe ich bei einem meiner Mentoren erlebt. Er führte eine sehr, sehr glückliche Ehe. Plötzlich verstarb seine Frau und auch, wie wir meinten ein Stück von ihm. Aber so war es nicht. Er nahm das Schicksal so an, wie es ihm begegnete und machte das Beste daraus. In seiner Freizeit kümmerte er sich um bedürftige Jugendliche in sozialen Brennpunkten des Ruhrgebietes, er war aktiv ein seiner Kirchengemeinde tätig und engagierte sich für mannigfache andere Projekte.

Natürlich ging dies nicht von heute auf morgen. Aber die Grundeinstellung stimmte und so wich im Laufe eines sehr kurzen Zeitraumes seine Trauer und er, ich sage es, wie es ist, er erstrahlte in einer neuen christlichen Freudigkeit.

2. Kümmere dich um die Mitmenschen

Dieser Punkt knüpft an den vorhergehenden fließend an. Der Ratschlag Gottes an die Weggeführten lautete: „Suchet der Stadt Bestes, so geht’s euch auch wohl“.

Wir leben ja heute in einer vollkommen Ich-bezogenen Gesellschaft.
Hauptsache mir geht es gut. Alles andere ist egal. Hauptsache ich habe von allem genug, auch wenn es auf Kosten der anderen geht. Dies führt, liebe Gemeinde nicht nur in die soziale Isolation, sondern irgendwann auch in persönliche Notsituationen. Wenn man so lebt, dann hat man im
Zweifelsfalle niemanden mehr, der sich um einen kümmert, wenn man selber einmal Hilfe benötigt.

Und daher sagt Gott auch, dass diese Lebensregel genau das ist, was nicht funktioniert. Wenn wir es wieder lernen, uns in erster Linie um diejenigen Personen zu kümmern, die uns Gott an die Seite gestellt hat, dann werden wir merken, dass auch wir in Notsituationen Hilfe erfahren werden. Aber nicht nur das. Wenn wir uns aufopferungsvoll um andere Menschen kümmern, dann kommt dies auf mannigfache Art und Weise wieder zu uns zurück.

Das mag wohl in der Kirche so gehen, aber ganz gewiss nicht im „richtigen“ Leben. Das ist es doch, was wir jetzt alle denken, zumindest ansatzweise. Ich kann nur jedem den guten Ratschlag geben: Probier es doch einmal selbst. Kümmere Dich in der nächsten Woche vermehrt um Menschen in Deinem ganz persönlichen Umkreis. Sei mal ganz freundlich zu dem miesepetrigen Arbeitskollegen. Nicht nur morgen, sondern eine ganze Woche lang.

Ich kann nicht versprechen, was sich konkret verändern wird. Aber ich kann versprechen, dass sich etwas ändern wird. Wir müssen nur mit offenen Augen durch unser Leben gehen und auf unser Herz hören, wenn Gott zu uns spricht.

3. Suchet mich von ganzem Herzen

In ihrer Notsituation haben die Menschen in der babylonischen Gefangenschaft Gott wohl aus ihrem Herzen gedrängt. Was habe ich von einem Gott, der mich in die Gefangenschaft führt. Das werden einige wohl gedacht haben. Und das war der Anfang vom Ende einer wundervollen
Liebesbeziehung.

Leid, und das möchte ich an dieser Stelle einmal betonen, hat niemals einen Sinn. Auch wenn vielfach das Gegenteil behauptet wird. Aber Gott ist auch im Leiden bei uns. Und das vergessen wir sehr schnell. Gott lässt uns auch im Leide nicht allein, sondern möchte uns durch unser Leiden hindurch begleiten.

Mein Vater geriet 1943 in russische Kriegsgefangenschaft, aus welcher er erst im Jahre 1949 wieder zurückkehrte. Er hatte die Gegenwart Gottes im Leiden immer wieder spüren und erleben dürfen. Wenn das Leid unscheinbar groß war, war ein noch größerer Gott an meiner Seite. So erzählte er es
immer wieder.

Dazu muss ich mich aber auch auf die Suche nach Gott machen und darf ihn nicht einfach an die Seite stellen. Dies galt damals und gilt auch noch heute. Wenn wir die Sinnsuche in unserem Leben allein auf Gott ausrichten, dann wird er sich auch von uns finden lassen.

ER wird sich nicht nur finden lassen, nein ER wird uns auch niemals wieder loslassen, wenn wir den Weg hin zu IHM gefunden haben. Egal, was uns auch passiert, ER ist immer bei uns. ER führt uns an SEINER starken Hand unser ganzes Leben lang. Und nicht nur dies. Auch in der Stunde unseres Todes führt ER uns, geborgen in SEINEN Armen, hinein in SEINE göttliche Ewigkeit, wo wir in Ewigkeit bei IHM wohnen dürfen.

Diese Verheißung ist es doch sicherlich wert, sich einmal am heutigen Tage Zeit zu nehmen, die Sinnsuche in unserem Leben zu überdenken. Von Zeit zu Zeit bestimmen nämlich auch bei mir weitere Dinge als die alleinige Suche nach Gott mein Leben. Und dann ist es immer hilfreich,
wenn ich mir die Zeit nehme und mich selber ganz kritisch hinterfrage.

Ein leider unbekannter Liederdichter drückte dies einmal sehr schön, wie folgt aus:

Der Sinn in meinem Leben bist du nur Gott allein
Zu dir hin will ich streben, bei dir nur will ich sein
Du hältst mir hin zum Leben, deine allmächt’ge starke Hand
die mir will Führung geben, in’s ewig Heimatland.

Der Herr lasse Dich erkennen, wie Du IHM dienen kannst
Der Herr leite Dich auf Deinem Dienst für SEIN Reich
Der Herr sende herab auf Dich SEINE göttliche Stärke für Deinen Dienst

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche. Bis zum nächsten Mittwoch, dem Reformationstag wünsche ich Ihnen allen Gottes reichen Segen.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen 9. Sonntag nach Trinitatis. An diesem Sonntag erinnern wir uns daran, dass wir alles ,was wir sind von Gott als Geschenk erhalten haben, welches wir zu seiner Ehre einsetzen sollen. Und dazu beruft er jeden einzelnen von uns. Um eine ganz besondere Berufungsgeschichte geht es in unserem heutigen Predigttext, den wir bei dem Propheten Jeremia im 1. Kapitel, die Verse 4-10 finden. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Jeremias Berufung

Und des Herrn Wort geschah zu mir: Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete, und sonderte dich aus, ehe du von der Mutter geboren wurdest, und bestellte dich zum Propheten für die Völker. Ich aber sprach: Ach, Herr HERR, ich tauge nicht zu predigen; denn ich bin zu jung. Der Herr sprach aber zu mir: Sage nicht: „Ich bin zu jung“, sondern du sollst gehen, wohin ich dich sende, und predigen alles, was ich dir gebiete. Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin bei dir und will dich erretten, spricht der Herr. Und der Herr streckte seine Hand aus und rührte meinen Mund an und sprach zu mir: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund. Siehe, ich setze dich heute über Völker und Königreiche, dass du ausreißen und einreißen, zerstören und verderben sollst und bauen und pflanzen.

Liebe Gemeinde,

stellen wir uns doch einmal vor, Gott erschiene heute morgen einem jeden von uns mit folgendem Auftrag: „Du gehst nach Syrien und baust dort meine Gemeinde auf“. Die Konfirmanden würden sagen: „Geht nicht, ich bin viel zu jung dazu.“ Die Älteren unter uns würden sagen: „Geht leider
nicht, dazu bin ich nun doch zu alt.“ Und ich würde vielleicht sagen:“Geht leider nicht, ich bin der syrischen Sprache nicht mächtig.“ Genau so reagierte auch der Prophet Jeremia bei seiner Berufung. Die Antwort Gottes könnte man knapp gesagt so zusammenfassen: „Geht nicht gibt’s nicht.“Daher lassen Sie uns heute morgen gemeinsam über das Thema Berufung nachdenken.

1. Die allgemeine Berufung

Mit dem Wort Berufung werden ja immer gleich bestimmte Aufgaben und Dienste verknüpft. Dies, liebe Gemeinde, ist aber erst der zweite Teil der Berufung. Zunächst einmal erfolgt eine allgemeine Berufung an uns Christen.

Unsere allererste Berufung besteht darin, in der engen Verbundenheit mit unserem Herrn zu leben. Nur wenn ich ganz eng mit meinem Herrn zusammenlebe, dann kann ich auch erkennen, wo er mich genau hinstellen möchte. Wie funktioniert denn ein solches Zusammenleben ? Im Prinzip
genau so, wie ein Zusammenleben eines Ehepaares funktioniert.

Als erstes sagt man „Ja“ zueinander. Anders als bei dem Ehepartner hat Gott schon sein „Ja“ zu uns gesagt, ehe wir das Licht der Welt erblickten. Dieses „Ja“ Gottes zu uns hat ähnlich wie der Ehering bei Paaren auch ein äußerlich sichtbares Zeichen, nämlich das Kreuz von Golgatha. Dieses „Ja“ müssen wir nur noch im Glauben annehmen. Wenn wir dies tun ist der Grundstein des gemeinsamen Lebens bereits gelegt.

Glauben Sie im Ernst, wir könnten mit unserem Ehepartner eine glückliche Beziehung führen, wenn wir keine Zeit für ihn haben. Ich kenne keine Ehe, wo dies funktioniert. So ist es auch in unserer Gemeinschaft mit Gott. Nur wenn wir uns Zeit für ihn nehmen, dann können wir ihn auch verstehen lernen. Wenn wir uns regelmäßig die Zeit nehmen, sein Wort zu studieren, dann werden wir nach und nach immer mehr von ihm verstehen.

Selbst wenn wir uns Zeit für unseren Ehepartner nehmen, aber nicht mit ihm reden, dann kommt bei der ganzen Sache nichts Gutes heraus. Genauso ist es auch bei unserem Leben mit unserem Herrn. Wir müssen mit ihm kommunizieren, um ihn verstehen zu können. Im Gebet benutzen wir unsere
Standleitung zu Gott. Wenn wir den Hörer abnehmen ist er schon längst in der Leitung.

Die allerwichtigste Eigenschaft in einer Kommunikation ist aber nicht das Reden, sondern das Zuhören. Wie bei unserem Ehepartner, so müssen wir auch Gott ganz aufmerksam zuhören. Er spricht auf vielfältige Art und Weise zu uns. Wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf ihn fokussieren
werden wir erkennen dürfen, was er uns mitteilen will.

Wenn wir dies machen, leben wir in einer ganz engen Verbundenheit mit unserem Schöpfer.

2. Die spezielle Berufung

Ich nenne das Leben der allgemeinen Berufung einfach mal die Grundschule des Glaubens. Es gibt aber auch noch eine Hauptschule des Glaubens. Und hier erfährt jeder Christ seine Bestimmung, also seine Berufung.

Und das ist auch die Krux bei vielen vermeintlichen Berufungen. Sofort nach der Bekehrung werden dem Neubekehrten mannigfache Aufgaben als „seine“ Berufung übertragen. Es ist nur allzu natürlich dass er unter der Last dieser Aufgaben zusammenbrechen muss.

Ähnlich ginge es einem Grundschüler im ersten Schuljahr, von dem erwartet wird, dass er das Bruchrechnen perfekt beherrscht.

In der Grundschule des Glaubens nimmt uns Gott an die Hand und führt uns in die Grundlagen des Christenlebens ein. In der Hauptschule des Glaubens versieht er uns mit einer oder mehreren Aufgaben und sendet uns in die Welt hinaus.

Natürlich werden wir ab und wann auch einmal ins Wanken geraten, wenn uns unsere Bemühungen scheinbar nicht zum Erfolg führen. Genau dann ist es wichtig, eine gutes Glaubensfundament zu besitzen, das einen auch durch diese Zeiten hindurch trägt.

Aber wie erfahre ich nun genau, was meine Berufung ist ? Ich glaube, dass Gott einem jeden von uns seinen Weg aufzeigt. Allerdings nicht im stillen Kämmerlein. Wir sollen in die Welt hinausgehen mit der schönsten Botschaft die es gibt und diese im wahrsten Sinne des Wortes unter die Leute bringen.

Schauen wir doch einfach einmal in unserer Gemeinde, wo noch Mitarbeiter gebraucht werden. Gott wird uns schon den rechten Weg leiten. Ein Freund von mir ist in einem Unternehmen tätig, wo er die Aufgabe hat, Reklamationen von schwierigen Kunden fernmündlich zu regeln. Er erhielt
von Gott den Ruf in die Telefonseelsorge. Nach einer Ausbildung führt er diesen Dienst mit einer Begeisterung aus, die man gar nicht mit Worten beschreiben kann.

Und jetzt kommt noch eine Gefahr. Zahlreiche Menschen erkennen zwar ihre Berufung, trauen sich die Ausübung derselben hingegen nicht zu.

Und genau hier dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott nicht die besonders fähigen Menschen beruft, sondern dass er die Menschen, die er beruft auch besonders befähigt. Das gilt für uns alle, ganz ohne Ausnahme. Gott beruft und befähigt uns zu unserem Dienst. Aufstehen und durchführen müssen wir den Dienst allerdings selber.

Schreiben wir uns doch alle den Satz unseres Predigttextes in unsere Herzen, der uns in Zukunft begleiten möge: „Fürchte dich nicht; denn ich bin bei dir, spricht der Herr.“ Gestärkt durch diese Worte dürfen wir getrost und unverzagt ans Werk, also an die Berufung gehen.

Das Wandeln auf Gottes Pfaden beschreibt schon der Liederdichter Jochen Klepper sehr schön in dem 3. Vers seines Liedes „Er weckt mich alle Morgen“, der da lautet, wie folgt:

Er will, dass ich mich füge. Ich gehe nicht zurück.
Hab nur an ihm Genüge, in seinem Wort mein Glück.
Ich werde nicht zuschanden, wenn ich nur ihn vernehm.
Gott löst mich aus den Banden. Gott macht mich ihm genehm.

Der Herr schenke dir ein offenes Herz, damit Du Deine Berufung erkennen kannst
Der Herr schenke dir ein mutiges Herz, damit Du Deine Berufung in die Tat umsetzen kannst
Der Herr behüte und beschütze Dich auf allen Wegen, die Du mit ihm beschreitest

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und eine schöne neue Woche unter dem Schutz und dem Segen unseres Herrn.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen 1. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Jeremia im 23. Kapitel, die Verse 16-29. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

So spricht der Herr Zebaoth: Hört nicht auf die Worte der Propheten, die euch weissagen ! Sie betrügen euch; denn sie verkünden euch Gesichte aus ihrem Herzen und nicht aus dem Mund des Herrn. Sie sagen denen, die des Herrn Wort verachten: Es wird euch wohlgehen-, und allen, die nach ihrem verstockten Herzen wandeln, sagen sie: Es wird kein Unheil über euch kommen. Aber wer hat im Rat des Herrn gestanden, dass er sein Wort gesehen und gehört hätte ? Wer hat sein Wort vernommen und gehört ?
Siehe, es wird ein Wetter des Herrn kommen voll Grimm und ein schreckliches Ungewitter auf den Kopf der Gottlosen niedergehen. Und des Herrn Wort wird nicht ablassen, bis er tue und ausrichte, was er im Sinn hat; zur rechten Zeit werdet ihr es klar erkennen. Ich sandte die Propheten nicht, und doch laufen sie; ich redete nicht zu ihnen, und doch weissagen sie. Denn wenn sie in meinem Rat gestanden hätten, so hätten sie meine Worte meinem Volk gepredigt, um es von seinem bösen Wandel und von seinem bösen Tun zu bekehren. Bin ich nur ein Gott, der nahe ist, spricht der Herr, und nicht auch ein Gott, der ferne ist ?

Meinst du, dass sich jemand so heimlich verbergen könne, dass ich ihn nicht sehe ? spricht der Herr. Bin ich es nicht, der Himmel und Erde erfüllt ? spricht der Herr. Ich höre es wohl, was die Propheten reden, die Lüge weissagen sie in meinem Namen und sprechen: Mir hat geträumt, mir hat geträumt. Wann wollen doch die Propheten aufhören, die Lüge weissagen und ihres Herzens Trug weissagen und wollen, dass mein Volk meinen Namen vergesse über ihren Träumen, die einer dem andern erzählt, wie auch ihre Väter meinen Namen vergaßen über dem Baal ?
Ein Prophet, der Träume hat, der erzähle Träume; wer aber mein Wort hat, der predige mein Wort recht. Wie reimen sich Stroh und Weizen zusammen ? spricht der Herr. Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der Herr, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt ?

Liebe Gemeinde,

„Der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft, der stärke eure Herzen in Christus Jesus unserem Herrn zum ewigen Leben“, so enden viele Predigten. Und dann unser heutiger Predigttext. Da ist ja gar nicht mehr viel von der Liebe Gottes und dem Frieden die Rede, da ist die Rede vom Worte Gottes, das in der Lage ist, Felsen zu zerschmeißen. Wir hatten einmal einen Schüler in einem Bibelkurs, der mir nach kurzer Zeit genau diesen Text sinnbildlich „um die Ohren gehauen hat“. Nach der Lektüre dieser Bibelstelle war er, was die Liebe und die Gnade und die Güte Gottes anbelangt, gehörig ins wanken geraten. Zu recht ? Oder etwa doch nicht ? Lassen Sie uns diesen Text daher heute morgen ein wenig näher betrachten.

1. Der liebe Gott

Ja, liebe Gemeinde, so hätten wir ihn gern. Einen lieben Gott, der für alles Verständnis hat, was wir machen. Der auch die krummen Sachen in unserem Leben wieder gerade biegen kann und der gelegentlich wegschaut, wenn wir es zu bunt treiben. Das wäre ein Gott nach dem Motto Gott=
Guter Opa Total Taub. Zu dieser Vorstellung kann man auch gelangen, wenn wir uns immer nur recht oberflächlich mit der Gnade, Güte und Barmherzigkeit beschäftigen. Die Sache hat nur einen Haken: Diesen Gott gibt es nicht.

Bonhoeffer hat einmal von der „billigen“ Gnade gesprochen, die es eben nicht gibt. Wohlgemerkt, alle Menschen, die sich aufrichtig zu Gott hinwenden, all ihre Sünden bereuen und fortan nur noch von Gott regiert werden möchten, denen schenkt er Gnade. Aber es ist keine billige Gnade, sondern eine Gnade, die auch einen Umkehrprozess voraussetzt. Ein sündhaftes Leben fortsetzen und gleichzeitig die Gnade für sich in Anspruch zu nehmen, das funktioniert nicht.

Der Zorn ist ja genau das Gegenteil der Liebe. Worüber könnte Gott also zornig werden. Überall dort, wo der Glaube zur Belanglosigkeit verkommt, da laden wir den Zorn Gottes auf uns. Wo man das Kind taufen lässt, weil es ja sein muss, wo man konfirmiert wird, weil es ja sein muss und wo
man schließlich auch kirchlich heiratet, weil es ja wegen der Leute sein muss, da liebe Gemeinde, laden wir den Zorn Gottes auf uns. Wir laden den Zorn auf uns, weil wir nicht mehr ehrlich meinen, was wir tun.
Überall dort, wo wir gar nicht mehr ernsthaft mit Gott rechnen, da wird ER zu Recht zornig auf uns.

2. Falsche Propheten

wie schnell sind wir doch bereit, falschen Propheten zu vertrauen. Das war schon zu Zeiten Mose so. Mose war gerade auf den Berg Horeb gestiegen, um Weisungen Gottes für Sein Volk zu erhalten, und schon fiel das Volk von Gott ab und machte sich einen Götzen. Vermutlich stand ein wortgewaltiger Führer auf und verführte das Volk. Und daran hat sich bis heute nichts geändert. Man glaubt halt eher dem, den man sieht, als den, den man nicht unmittelbar sehen kann.

Nun sind die falschen von den echten Propheten manchmal nur sehr schwer zu unterscheiden. Aber es gibt zwei Hinweise, die uns helfen können, sie zu entlarven. Predigen sie den mainstream, also dass, was gerade „in“ ist, so sollten wir vorsichtig sein.

Oder wenn in modernen Managementseminaren gelehrt wird, wie man über Leichen geht, um zu finanziellem Erfolg zu gelangen. Gewürzt mit ein paar Bibelzitaten kann man schon zu dem Ergebnis gelangen, Gottes Willen zu tun. Also wird es schon richtig sein, wenn ich diesen Weg einschlage.

Und wenn man schließlich nur das predigt, was ich gern höre, dann werde ich vorsichtig. Wenn mir etwas zu gut gefällt, was von der Kanzel auf mich herabschallt, dann , liebe Gemeinde, gehen bei mir alle Alarmglocken an.

Als zweites haben wir ja einen schriftlichen Beweis in der Hand, mit dem wir prüfen können, ob das, was uns gepredigt wird wahr oder falsch ist. Ist es bibelkonform, dann ist es wahr, widerspricht es der Bibel, dann ist es falsch.

Als Menschen sind wir schwach und neigen immer wieder dazu dem „Schön-Wetter-Evangelium“ mehr zu vertrauen, als den manchmal recht harten Worten der Bibel. Aber wir haben ja immer unseren Herrn um uns herum, den wir befragen können und auch sollen. Er wird schon dafür
sorgen, dass wir nicht falschen Prophetien auf den Leim gehen.

3. Der Hammer

Bei Hammer denke ich immer gleich an Gewalt und Schmerzen. Schauen wir uns noch einmal den letzten Satz unseres heutigen Predigttextes an: „Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der Herr, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt.“ Da fühlt man sich doch wie von dem Wort Gottes
erschlagen. Das ist aber nicht die Bedeutung.

Schauen wir uns doch einmal den heutigen Menschen an. Abgesehen von den religiösen Zwangsveranstaltungen haben doch die meisten Menschen mit dem Glauben nicht mehr viel am Hut. Eine gewisse Altersgläubigkeit, wenn´s an das Sterben geht, ist ja noch ok, aber vorher bitte, bitte nicht. Wir, die wir heute morgen zusammensitzen mögen das vielleicht nicht glauben, dass es in der Welt so zu geht. Aber es ist die harte Realität.

In meinem Heimatdorf leben rund 5000 evangelische Christen. Wenn ich davon ausgehe, dass durchschnittlich rund 40 Personen am sonntäglichen Gottesdienst teilnehmen, dann möchte ich dies in Prozenten lieber gar nicht erst ausdrücken. Also halten wir ruhig einmal fest: Der überwiegende Anteil der Bevölkerung hat Gott aus seinem Herzen gestrichen.

Aber Gott ist ja nach wie vor anwesend, auch wenn wir Ihn gestrichen haben. Und der Gott, den wir aus unserem Leben zu entfernen versucht haben, dieser Gott kann immer noch ganz gewaltig in unser Leben eingreifen. Dieser Gott kann einem Hammer gleich die Türen unseres verstockten Herzens sprengen und bei uns Einzug halten. Es ist immer wieder nahezu unglaublich für mich, wenn ich erleben darf, wie Gott das Leben der größten Ignoranten so durcheinanderwürfeln kann, dass diese den Weg zum wahren Glauben finden können.

Noch interessanter ist es, den Lebensweg dieser Menschen weiter zu verfolgen. In nicht wenigen Fällen werden diejenigen, die zuvor mit aller Macht gegen Gott angekämft haben, die glühendsten Verkündiger Seines Wortes. Das war nicht nur bei dem Apostel Paulus der Fall, dies zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte Gottes mit Seinen Menschen.

Als kurze Zusammenfassung können wir also festhalten: Ja, Gott ist und bleibt natürlich ein Gott der Liebe, der sich allerdings auch der Mittel des Zornes bedient, damit Seine Kinder errettet werden. Sowie wir unseren leiblichen Kindern auch nicht immer alles durchgehen lassen, so lässt Gott uns auch nicht alles durchgehen. Und wenn wir daran denken, wie wir unsere eigenen Kinder lieben, wie lieb muss uns Gott erst haben !!!

Es bleibt also dabei: „Der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft, der bewahre unsere Herzen in Christus Jesus unserem Herrn zum ewigen Leben.“

Dies kann kein Lied schöner ausdrücken, als der erste und sechste Vers des Kinderliedes „Gott ist die Liebe“ von August Dietrich Rische, die da lauten, wie folgt:

Gott ist die Liebe, lässt mich erlösen,
Gott ist die Liebe, er liebt auch mich.
Drum sag ich’s noch einmal:
Gott ist die Liebe, Gott ist die Liebe, er liebt auch mich.

Dich will ich preisen, du ewge Liebe;
dich will ich loben, so lang ich bin !
Drum sag ich’s noch einmal:
Gott ist die Liebe, Gott ist die Liebe, er liebt auch mich.

Der Herr behüte Dich vor allem Bösen
Der Herr behüte Dich, wenn Du nun fortgehst
Der Herr behüte Dich bis in alle Ewigkeit

Amen.

Liebe Gemeinde,
ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen fröhlichen Start in die neue Woche.
Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag Exaudi mit dem Wochenspruch für die kommende Woche: „Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.“ (Johannes 12, 32). Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten
Jeremia im 31. Kapitel, die Verse 31-34. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen, nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloss, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen, ein Bund, den sie nicht gehalten haben, ob ich gleich ihr Herr war, spricht der Herr; sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein. Und es wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen: „Erkenne den Herrn“, sondern sie sollen mich alle erkennen, beide, klein und groß, spricht der Herr; denn ich will ihnen
ihre Missetaten vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.

Liebe Gemeinde,

unser Predigttext entstammt ja dem Alten Testament und weist darin schon auf das Neue Testament hin. Unter Testament verstehen wir ja gewöhnlich den letzten Willen eines Menschen. Im biblischen Sprachgebrauch bedeutet Testament hingegen Bund. Es gibt also einen Alten Bund Gottes mit den
Menschen und einen Neuen Bund Gottes mit den Menschen. Lassen Sie uns heute morgen gemeinsam diese Bündnisse etwas näher betrachten.

1. Der Alte Bund

Liebe Gemeinde, wenn wir von dem Alten Bund reden, dann müssen wir eigentlich genauer von drei Bünden Gottes mit Seinem Volk reden. Der erste Bund Gottes mit den Menschen ist derjenige, den Er mit Noah geschlossen hat, danach folgte der Bund mit Abraham und der Bund mit Mose.

Der bekannteste Bund Gottes mit uns Menschen ist sicherlich der mosaische Bund, den wir alle aus den zehn Geboten heraus kennen. Gott hatte den Menschen einen Bund vorgeschlagen, den diese auch freudig angenommen haben. Gesetzesgrundlage dieses Bundes waren unter anderem die zehn Gebote. Gottes Volk verpflichtete sich zur Einhaltung dieser Grundlagen.

Nun waren Gottes Menschen schon damals nicht viel anders veranlagt, wie sie es heute sind. Der ersten Begeisterung folgte bald die erste Ernüchterung. Ein Leben unter den 10 Geboten war eben doch nicht so einfach zu bewerkstelligen, wie es auf den ersten Blick aussah. Mose war für eine geraume Zeit auf dem Berg Sinai und schon fiel das Volk von diesem Bund ab.

Das Volk Gottes hat auch in der Folgezeit, wie wir es im Alten Testament nachlesen können, immer wieder diesen Bund gebrochen. Es verließ sich vielmehr auf Bündnisse aus der Realpolitik als auf den Bund mit Gott.

Über die 10 Gebote hinaus finden wir im Alten Testament über 600 Gebote, die es peinlichst genau einzuhalten galt, wollte man den Bund gesetzestreu erfüllen. Machen wir uns bitte nichts vor, auch wir heute im 21. Jahrhundert könnten diesen Bund nicht in allen Regeln und Vorschriften einhalten.

Nehmen wir nur ein Beispiel aus der heutigen Zeit. Ich diskutiere immer wieder mit Jugendlichen über die Downloadmöglichkeiten des Internets. Urheberrechtsverletzungen sind nichts anderes als Diebstahl, auch wenn es wohl im Handumdrehen möglich ist, eine urheberrechtsgeschützte Musikdatei herunter zu laden. Aber das ganze bleibt in Gottes Augen ganz einfach ein Diebstahl. Und schon hätten wir den Bund gebrochen.

Wenn wir mit jemandem einen Vertrag schließen und der andere bricht diesen Vertrag immer wieder, dann werden wir über kurz oder lang wohl diesen Vertrag kündigen. Jetzt kommt aber das erstaunliche: Gott hätte allen, aber auch wirklich allen Grund gehabt, den Alten Bund aufzukündigen. Immer wieder verstieß Sein Volk gegen diesen Bund. Aber, und das ist das wirklich wunderbare, die Liebe Gottes zu uns Menschen ist größer als jeder Vertrag. Hinter jeder Vertragsverletzung steht immer noch die Liebe Gottes.

2. Der Neue Bund

Gott wäre aber nicht Gott, hätte Er nicht schon lange einen, die Jugendlichen würden sagen, Masterplan zur Hand gehabt. Der erste Bund, der nur auf Verhaltensvorschriften ausgelegt war, musste außer Kraft gesetzt werden, da die Menschen offensichtlich nicht in der Lage sind, ihn einzuhalten. Es müsste so etwas wie eine Generalvergebung der Sünden geben, zumindest für die Menschen, die den Weg mit Gott gewählt haben. Und das Herz des Menschen müsste geändert werden, sodass es nicht mehr von Ihm abfällt. So lesen wir es jedenfalls in unserem Predigttext.

Mit Karfreitag haben wir die Generalamnestie unserer Sünden erlangt. Jesus ist für alle unsere Sünden, die vergangenen, die gegenwärtigen und die zukünftigen Sünden den Kreuzestod gestorben. Sein Blut ist für unsere Sünden vergossen worden. Wenn wir es von Herzen wollen, dann steht nichts mehr zwischen uns und Gott.

„Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben…“ so lesen wir es weiter in unserem heutigen Predigttext. Liebe Gemeinde, wir müssten alle unsere rosaroten Brillen hervorholen, wenn wir behaupten würden, dies sei bereits allumfassend geschehen. Wir müssen uns nur einmal die abendliche
Tagesschau ansehen und schon dürften wir vom Gegenteil überzeugt sein. Ich glaube, so ist der Predigttext auch nicht gemeint.

Gott spricht ja nicht von allen Menschen auf der ganzen Welt. Jeremia spricht von dem erwählten Gottesvolk, dem Gott ein anderes Herz schenken will. Im Alten Bund waren dies die Israeliten. Im Neuen Bund sind wir alle mit in diese Verheißung hineingenommen worden.

Aber so, wie die Israeliten damals sich FÜR diesen Bund entscheiden mussten, so müssen wir uns auch heute noch FÜR diesen Bund entscheiden. Nur derjenige, der sein bedingungsloses JA zu Gottes Gnadengeschenk sagt, der wird in diesen Bund mit hineingenommen.

Und genau diese Menschen macht Gott frei vom Gesetz des Alten Bundes. Frei für ein Leben mit Ihm. Wir sollen nicht mehr über 600 Gebote des Alten Bundes erfüllen. Wir sollen uns die Zeit nehmen und auf Gottes Weisung hören, so wie wir dies am heutigen Sonntag tun.

Der Neue Bund ist also keinesfalls ein „Ihr dürft alles, was Ihr wollt“ Freibrief. Nein, der Neue Bund ist im Prinzip ein noch intensiverer Bund des einzelnen Menschen direkt mit Gott. Jeder, der es möchte, darf zu diesem Bündnisangebot JA sagen.

Wir hatten soeben über ein von Gott erneuertes Herz gehört. Dies dürfen alle, die Ihm gehören, also Seine geliebten Kinder sind, immer wieder erfahren, nämlich, dass Gott ihre Herzen erneuert. Alle, die in die Jüngerschule gehen werden allmählich von Ihm verändert. Im ersten Schuljahr konnten wir auch noch nicht perfekt lesen, schreiben und rechnen. Aber im 10. Schuljahr konnten wir schon viel mehr (hoffentlich)als im ersten Schuljahr.

Solange wie wir zu diesem Bund ja sagen stimmt die Gesamtausrichtung unseres Lebens. Und dieses Leben geht weit über unseren irdischen Tod hinaus; es ist das Ewige Leben bei und in Gott.

Bevor es aber soweit ist, dass wir in der Ewigkeit angekommen sind, lassen Sie uns möglichst vielen Menschen diesen Neuen Bund nahe bringen, wie und wo es uns auch immer möglich ist.

Die Erneuerung unserer Herzen beschreibt der Liederdichter Michael Weiße sehr schön in dem 5.Vers seines Liedes „O gläubig Herz…“ , der da lautet, wie folgt:

Er gibt uns seinen guten Geist, erneuert unsre Herzen,
dass wir vollbringen, was er heißt,
ob’s auch das Fleisch mag schmerzen.
Er hilft uns hier mit Gnad und Heil,
verheißt uns auch ein herrlich Teil
von den ewigen Schätzen.

Der Herr schenke Dir ein gelehriges Herz, das nach SEINEM Wort verlangt
Der Herr schenke Dir ein verständiges Herz, dass SEIN Wort umsetzen kann
Der Herr schenke Dir ein mutiges Herz, das SEIN Wort in die Welt hinausträgt

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen beschaulichen Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag Septuagesimae. Der Name Septuagesimae weist auf siebzig Tage hin. Siebzig Tage, die heute beginnen und mit dem Sonntag nach Ostern enden. Wir haben nun endgültig das Weihnachtsgeschehen verlassen und befinden uns ab dem heutigen Sonntag in der Vorpassionszeit. Die Vorpassionszeit ist ja auch eine Zeit der inneren Besinnung und der inneren Einkehr.

Unser heutiger Predigttext beschäftigt sich mit einem Thema, über das wir auch nach dem Gottesdienst weiter nachdenken können und sollen, nämlich dem Thema:
Welche Werte sind wirklich wichtig im Leben ?
Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Jeremia im 9. Kapitel, die Verse 22-23. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Das rechte Rühmen

So spricht der Herr: Ein Weiser rühme sich nicht seiner Weisheit, ein Starker rühme sich nicht seiner Stärke, ein Reicher rühme sich nicht seines Reichtums. Sondern wer sich rühmen will, der rühme sich dessen, dass er klug sei und mich kenne, dass ich der Herr bin, der Barmherzigkeit, Recht und Gerechtigkeit übt auf Erden; denn solches gefällt mir, spricht der Herr.

Liebe Gemeinde,

nicht viel Text, aber sehr viel Sprengstoff in diesen beiden Versen, so möchte ich den heutigen Predigttext einmal bezeichnen. Das Wort rühmen kommt ja in unserem Sprachgebrauch gar nicht mehr so recht vor. Wir können es ein wenig salopp mit dem Wort „prahlen“ übersetzen. Lassen Sie
uns nunmehr gemeinsam an den heutigen Text und dessen Auslegung herangehen.

1. Zeitliche Werte

Gleich im ersten Vers des heutigen Predigttextes finden wir drei ganz konkrete Werte, derer wir uns nicht rühmen sollen. Weisheit, Stärke und Reichtum werden explizit genannt. Gut, mit meinem Reichtum soll ich nicht prahlen, das verstehe ich ja noch. Und auch meine physische Stärke soll ich nicht andauernd präsentieren. Aber Weisheit ist doch etwas ganz anderes. Es ist doch wertvoll, weise zu sein. Und das darf man doch sicherlich auch mal zur Schau stellen. Oder etwa doch nicht ?

Ich glaube es geht hier um etwas ganz anderes. Wenn wir uns diese drei Werte näher betrachten, dann sind es doch samt und sonders Werte, die wir von Gott erhalten haben. Wenn wir Weisheit erhalten, dann haben wir sie von Gott geschenkt bekommen. Wenn wir reich geworden sind, dann
bestimmt nicht ohne Gottes Hilfe. Und auch die Stärke haben wir nicht uns selbst zuzuschreiben. Alle drei sind also Geschenke von unserem Herrn, die Er uns überlassen hat.

Wir sollen immer daran denken, dass uns Gott, der uns diese Werte gegeben hat, diese auch jederzeit wieder nehmen kann. Wenn wir dann feststellen, dass wir unseren Lebenssinn in diesen Werten festgemacht haben, dann kommen wir ganz schön ins Schleudern, wenn wir diese Werte
wieder verlieren.

Vor kurzem las ich in der Zeitung eine furchtbare Geschichte. Ein Mann hatte seine Arbeitsstelle verloren und war, ehemals recht wohlhabend, in die Armutsfalle gerutscht. Dieser Mann tötete seine Frau und seine Kinder und zuletzt sich selber, weil er sich und seiner Familie nicht zumuten wollte, ein Leben in Armut zu führen. Ein typisches Beispiel dafür, wohin ein Leben führen kann, dessen einziger Sinn im materiellen Wohlstand besteht.

Wir sollen uns also davor hüten, unser Leben ausschließlich diesen Werten und einer Vermehrung dieser Werte zu widmen. Aber wozu sollen wir sie denn gebrauchen ? Nun, liebe Gemeinde, wir sollen diese Werte zur Ehre Gottes einsetzen. Wir sollen diese Werte nicht ausschließlich für uns selber nutzen, sondern diese Werte weitergeben an unsere Mitmenschen. Wenn wir etwas weitergeben, dann zeigen wir damit, dass wir uns nicht an das klammern, was wir weiterreichen.

So muss es wohl auch Hiob ergangen sein, dem der Herr ja bekanntermaßen nahezu alles genommen hat. Was sagte Hiob dazu: „Der Herr hats gegeben, der Herr hats genommen. Der Name des Herrn sei gelobt.“ Diese innere Einstellung sollen wir auch zu den zeitlichen Werten Weisheit, Stärke und Reichtum bekommen.

2. Ewige Werte

In unserem kurzen Predigttext finden wir aber noch drei weitere Werte:
Barmherzigkeit, Recht und Gerechtigkeit. Und genau dieser Werte dürfen wir uns rühmen, darauf dürfen wir also stolz sein.

Während wir Weisheit, Stärke und Reichtum durchaus als egozentrische Ich-Werte bezeichnen können, handelt es sich bei Barmherzigkeit, Recht und Gerechtigkeit um Werte, die gerade den Mitmenschen in den Mittelpunkt stellen.

Das sind die Werte, die unser Herr auf Erden übt. Daran hat Er Gefallen. Und darum sollen wir uns auch bemühen, stark in diesen Werten zu werden. Sicherlich ein Grund, sich diese drei ein wenig näher anzusehen.

Barmherzigkeit wird von der Elberfelder Übersetzung mit „Gnade“ übersetzt. Im Urtext finden wir dafür das Wort „hasad“, welches auch mit Vergebung, Hilfe und Rettung übersetzt werden kann. Und dies sind wieder Begriffe, mit denen auch wir heute im 21. Jahrhundert noch etwas anfangen können.

Allsonntäglich beten wir ja: „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“. Genau das ist mit dem Wert Barmherzigkeit gemeint. Wir sollen in unseren Beziehungen zu unseren Mitmenschen nicht „gleiches mit gleichem“ vergelten. Wenn wir jemandem etwas vergeben, dann sollen wir diesen Vorfall auch dem Mülleimer unserer Gedankenwelt übergeben. Es soll eben nicht ein Rest Unbehagen oder Misstrauen zurückbleiben. Das wäre nämlich keine Gnade, sondern Straferlass. Barmherzigkeit heißt, dem anderen immer wieder einen Neuanfang ohne Altlasten zu ermöglichen.

Recht und Gnade passen doch eigentlich gar nicht zusammen, kennen wir doch alle das Sprichwort „Gnade vor Recht ergehen lassen.“ Im Urtext finden wir hier das Wort „mispat“. Dieses wird auch mit „rechtmäßiges Verhalten“ übersetzt. Es geht also nicht darum Gnade vor Recht ergehen zu lassen, sondern wie der Herr Recht übt auf Erden, so sollen wir Ihm auch hierbei nacheifern.

Wenn ich mich rechtmäßig verhalten möchte, dann muss ich wissen, wo ich etwas darüber erfahren kann, welches Verhalten denn nun von mir erwartet wird. Und das, liebe Gemeinde, können wir in der Bibel nachlesen. Denken wir doch einmal an Gottes Angebote zum rechtmäßigen Verhalten, die Er uns gemacht hat. Wir finden sie im zweiten Buch Mose, Kapitel 20. Sie wissen sicherlich, wovon ich rede, natürlich von den zehn Geboten. Lassen Sie uns doch in der folgenden Woche diese Gebote jeden Tag wieder einmal lesen und versuchen wir doch, die Inhalte auch 1:1 in unserem Leben umzusetzen.

Für Gerechtigkeit finden wir im Urtext das Wort: „zedaqah“. Man kann dieses Wort auch mit „das ganze, die Gemeinschaft fördernde Verhalten“ übersetzen. Das klingt schon etwas konkreter, als die pathetische Aufforderung, Gerechtigkeit zu üben. Wir sollen also mit all unserem Denken und Handeln nicht um uns selber kreisen, sondern darauf achten, dass wir mit all unseren Handlungen unsere Geschwister stärken und fördern.

Erst komm ich und dann komm ich und dann kommst Du noch lange nicht – ist genau das Gegenteil von dem, was Gott von uns erwartet. Wenn es also um das Teilen geht, dürfen wir getrost sagen: Erst kommst Du und dann kommst Du und vorher hab ich keine Ruh.

Überlegen wir noch kurz folgendes: Wenn wir alle so handeln, dass wir uns zuerst um unsere Geschwister und dann erst um uns kümmern, dann stehen wir auf der Prioritätenliste unserer Geschwister doch auch ganz weit oben. Nur einer muss den Anfang machen. Warum eigentlich nicht wir ?

3. Himmlische Werte

Lassen Sie mich kurz noch ein letztes sagen. Wir werden alle einmal vor dem Richterstuhl Gottes erscheinen und Rechenschaft über unser Leben ablegen müssen. Gott wird uns nicht fragen, was wir in unserer unendlichen Weisheit alles gemacht haben. Er will auch nicht wissen, wie wir uns mit unserer Stärke mit den Ellbogen durchgesetzt haben. Er wird uns auch nicht nach unserem materiellen Reichtum befragen. Das alles ist vollkommen nichtig für Gott. Gott wird uns aber fragen:

Wo warst Du barmherzig ? Wo hast Du nicht auf dein Recht gepocht ?
Hast Du nach meinen Anleitungen gelebt, hast Du sie überhaupt jemals wahrgenommen ?
Und was hast Du dafür getan, dass MEIN Reich wächst auf Erden ?

Dies, liebe Gemeinde, sind die Fragen, denen wir uns werden stellen müssen. Und so unendlich viel Zeit haben wir nun auch nicht mehr. Am besten wir beginnen gleich nach dem Gottesdienst, uns auf diese Fragen gut vorzubereiten.

Der Liederdichter Paul Gerhardt formuliert ein aktives Christenleben sehr schön in dem 8. Vers des Liedes „Wach auf, mein Herz und singe…, der da lautet wie folgt:

Sprich Ja zu meinen Taten.
hilf selbst das Beste raten;
den Anfang, Mitt und Ende,
ach Herr, zum Besten wende.

Der Herr gebe Dir die Kraft, immer wieder barmherzig zu sein
Der Herr gebe Dir die Freude, nach SEINEN Geboten zu leben
Der Herr segne Dich bei allen Deinen Bemühungen für Deine Mitmenschen
Amen.

Liebe Gemeinde,
ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen 16. Sonntag nach Trinitatis. Der heutige Sonntag steht ganz unter dem Vorzeichen der Liebe und der Güte Gottes uns Menschen gegenüber.
Den dazugehörigen Predigttext finden wir im 3. Kapitel der Klagelieder Jeremias,
die Verse 22-26 und 31-32. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die Güte des Herrn ist’s, dass wir nicht gar aus sind, seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß. Der Herr ist mein Teil, spricht meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen. Denn der Herr ist freundlich dem, der auf ihn harrt, und dem Menschen, der nach ihm fragt. Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des Herrn hoffen. Denn der Herr verstößt nicht ewig; sondern er betrübt wohl und erbarmt sich wieder nach seiner großen Güte.

Liebe Gemeinde,

was um alles in der Welt haben denn nun Klagelieder mit der Liebe Gottes zu tun. Ein wenig sonderbar ist dies schon. Wenn wir uns die ersten beiden Kapitel der Klagelieder und die letzten beiden Kapitel anschauen, dann geht es in der Tat fast nur um Sünde, Strafe und Gericht. Aber
genau mitten drin in diesem Buch, also im 3. Kapitel und somit als zentraler Mittelpunkt dieses Buches wird uns die Liebe und die Güte Gottes offenbart, die über allem steht.

Was zeichnet denn nun die Liebe und die Güte Gottes aus ? Lassen Sie uns am heutigen Sonntag dieser Frage ein wenig näher auf den Grund gehen.

1. Jeden Tag auf’s Neue

So lesen wir es in unserem heutigen Predigttext. Jeden Morgen, wenn wir aufwachen und aufstehen sind wir schon von der Güte und Barmherzigkeit unseres Herrn umgeben. Diese Liebe will uns den ganzen Tag lang begleiten. In dieser Liebe dürfen wir uns immer und ewig geborgen fühlen. In diese Liebe dürfen wir uns zurückziehen, wenn wir mit „der Welt da draußen“ nicht mehr zurecht kommen. Das ist die eine Seite der Medaille, aber was ist, wenn wir wieder einmal gesündigt haben ? Genau dann gilt dieses Zusage unseres Herrn auch weiterhin.

Wenn wir sündigen, unsere Sünden bereuen und unseren Herrn um Vergebung bitten, dann dürfen wir immer wieder auf’s Neue anfangen ein Leben IN Ihm zu führen. Wir müssen keine großartigen Bußopfer erbringen oder Wallfahrten auf den Knien durchführen. Als Seine Kinder erwartet unser
Herr nur, dass wir auch ehrlichen Herzens bereuen, was wir Ihm durch unsere Sünden angetan haben.

In einem noch viel größeren Ausmaße, wie wir unsere leiblichen Kinder lieben, werden wir von Gott geliebt.

2. Liebe bleibt ewig

ER verstößt nicht ewig. Nein, liebe Gemeinde, ER, der die Liebe ist, kann gar nicht anders, als uns zu lieben. Gewiss, wer liebt, der züchtigt auch. Kommen wir wieder einmal zu den leiblichen Kindern zurück. Wenn eines unserer Kinder unvermittelt auf eine lebhafte Straße läuft und nicht nach rechts und nach links blickt, dann stockt uns sicherlich allen unser Atem. Im Anschluss daran werden wir wohl alle ein sehr ernsthaftes Gespräch mit unserem Nachwuchs führen und ihn spüren
lassen, dass etwas gewaltig falsch gelaufen ist.

So ist es auch in Gottes Reich. Wie oft rennen wir einfach mit Vollgas in die falsche Richtung. Wir rennen häufig so lange, bis wir auf ein Hindernis treffen, welches uns stolpern, wenn nicht sogar fallen lässt. Unserem Herrn ist es nicht egal, dass wir stolpern, Er freut sich auch nicht darüber. Genau so, wie wir unsere Kinder zur Einsicht erziehen, so will auch unser Herr uns zur Einsicht erziehen. Zu der Einsicht, dass es immer besser ist, stets SEINEN Weg zu gehen, als unsere eigenen. Und da kann es schon einmal sein, dass Er uns eine Zeit der Besinnung schenkt.

Wenn ER uns dergestalt betrübt, dann geschieht dies doch nur zu unserem Besten. Es ist gerade diese Zeit so wertvoll, wo wir über die falschen Wege nachdenken können. Würde uns der Herr diese Zeit nicht geben, es würde nicht lange dauern und wir würden den gleichen Fehler noch einmal begehen.

Aber, liebe Gemeinde, über allem steht die unendliche Liebe Gottes zu uns. Egal, was auch immer in unserem Leben geschehen mag, am Ende kommt immer Liebe dabei heraus. Darum ist es auch ein köstlich Ding, auf den Herrn zu hoffen, wie es uns Jeremia beschreibt.

3.Die Auserwählten

Gott schüttet Seine niemals enden wollende Liebe nicht querbeet über alle Menschen und den gesamten Planeten Erde aus. Es mag ja Menschen geben, die dies gar nicht wollen. Und auch diesen Wunsch respektiert unser Herr. Er läuft keinem hinterher, Er geht aber jedem entgegen, der sich auf den Weg zu Ihm macht.

Wörtlich lesen wir in unserem Predigttext: „Denn der Herr ist freundlich dem, der auf ihn harrt, und dem Menschen, der nach ihm fragt.“

Es geht nicht darum, dass wir uns die Liebe Gottes verdienen müssen. Nein, es geht darum, dass wir uns zu unserem Herrn hinwenden. Wir lesen in unserem Predigttext das Wort „harren“. Harren bedeutet soviel, wie potentiertes Hoffen. Das sagt uns nun auch nicht viel, aber lassen Sie es mich so ausdrücken: Harren ist die Haltung, die man einnimmt, wenn man in Anfechtungen jedweder Art steckt und trotzdem die große Zuversicht auf die Güte unseres Herrn die Oberhand behält.

Egal, was auch geschieht, ich halte fest an meinem Herrn. Er ist der einzige, der mich aus allen Nöten und Gefahren befreien kann und durch diese hindurch geleiten kann. Diese innere Grundhaltung ist gemeint, wenn es um das „Harren“ geht.

Aber der Satz geht ja auch noch weiter. Wir lesen „und dem Menschen, der nach ihm fragt“. Nehmen wir einmal an, ein junges Paar findet zueinander. Es wäre schon sehr merkwürdig, wenn es diese beiden Menschen nicht interessiert, was der jeweils andere mag, welche Ansichten er hat und was sein Tun und Treiben bestimmt. Die Beziehung wäre sehr bald zu Ende, wenn sie nicht miteinander reden und immer mehr voneinander erfahren würden. Nur wenn dies geschieht, kann man schließlich den anderen auch richtig verstehen.

Genau so funktioniert auch unsere Beziehung zu Gott. Wenn wir an ihm interessiert sind, dann wollen wir doch sicher mehr von Seinem Wesen wissen. Wenn wir Ihm unser Leben übergeben, dann möchten wir doch ganz genau wissen, wem wir unser Leben anvertraut haben. Alles andere wäre sicherlich ein wenig sonderbar. Es ist sicherlich so, dass wir in der Bibel und im Gottesdienst oder anderen christlichen Gemeinschaften sehr viel allgemeines und generelles von unserem Herrn erfahren. Das betrifft das grundsätzliche Leben als Christ. Aber erfahren wir auch etwas über
unser ganz spezielles Leben, was nur uns ganz persönlich betrifft ?

Die Antwort lautet eindeutig: JA. In unserem Gebet mit unserem Herrn und in der Stille erfahren wir alles, was uns ganz persönlich betrifft. Wohlgemerkt, es geht hier nicht um das eilig heruntergerasselte „Vater unser“ und es geht auch nicht um die stille Zeit von maximal 60
Sekunden. Gebet und stille Zeit brauchen Zeit. Denken wir doch bitte daran, Gott nimmt sich diese Zeit für uns, da sollte es selbstverständlich sein, dass wir uns auch Zeit für Ihn nehmen. Und
sollte es anfangs nicht alles so klappen, wie wir es uns vorgestellt haben, denken wir daran, auch hier macht Übung den Meister.

Eines dürfen wir bei der stillen Zeit nämlich auch nicht vergessen: Wir kommen alle aus der Hektik unseres Alltages, wir brauchen eine gewisse Zeit der „Beruhigung“ bis wir ruhig vor Gott werden können. Im sonntäglichen Gottesdienst geschieht dies übrigens auch durch die Eingangsliturgie, die uns ruhig machen soll, ruhig vor Gott unserem Herrn und Heiland.

Was uns helfen kann, auch im Alltag zur rechten Ruhe vor unserem Herrn zu finden ist der erste Vers des Liedes von Gerhard Tersteegen “ Gott ist gegenwärtig…“, welcher da lautet, wie folgt:

Gott ist gegenwärtig.
Lasset uns anbeten
und in Ehrfurcht vor ihn treten.
Gott ist in der Mitte.
Alles in uns schweige
und sich innigst vor ihm beuge
Wer ihn kennt, wer ihn nennt,
schlag die Augen nieder:
Kommt, ergebt euch wieder.

Der Herr lasse Dich jeden Morgen spüren, dass Du in SEINER Liebe geborgen bist
Der Herr lasse Dich in trüben Tagen Deinen Weg mit IHM wieder erkennen
Der Herr gebe Dir jeden Tag Zeit und Ruhe, die Du allein in SEINER Gegenwart verbringen kannst

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen noch einen gesegneten Sonntag und eine fröhliche Woche in der ständigen Gegenwart unseres Herrn.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber