Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Himmelfahrtstag im Jahre 2018. Den Predigttext für den heutigen Tag finden wir im ersten Kapitel der Offenbarung, die Verse 4-8. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen.

Gruß an die sieben Gemeinden

Johannes an die sieben Gemeinden in der Provinz Asien: Gnade sei mit euch und Friede von dem der da ist und der da war und der da kommt, und von den sieben Geistern, die vor seinem Thron sind, und von Jesus Christus, welcher ist der treue Zeuge, der Erstgeborene von den Toten und Herr über die Könige auf Erden!

Ihm, der uns liebt und uns erlöst hat von unsern Sünden mit seinem Blut und uns zu Königen und Priestern gemacht hat vor Gott, seinem Vater, ihm sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Siehe, er kommt mit den Wolken, und es werden ihn sehen alle Augen und alle, die ihn durchbohrt haben, und es werden wehklagen um seinetwillen alle Geschlechter der Erde. Ja, Amen.

Ich bin das A und das O spricht Gott der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige.

Liebe Gemeinde,

glauben wir das eigentlich wirklich noch, was in Markus 16, Vers 19 berichtet wird: „Nachdem der Herr Jesus mit ihnen geredet hatte, wurde er aufgehoben gen Himmel und setzt sich zur Rechten Gottes.“ Es handelt sich ja lediglich um Zeugenaussagen, die über dieses Geschehen berichten. Und kaum ein Gericht stützt sich gern allein auf Zeugenaussagen, da diese immer auch persönlich geprägt sind.

Aber, liebe Gemeinde, in unserem heutigen Predigttext spricht derjenige höchstpersönlich zu uns, der aufgehoben wurde in den Himmel und der nun zur Rechten Gottes sitzt. Also keine möglicherweise gefärbten Zeugenaussagen, nein in unserem Predigttext spricht Jesus direkt zu uns. Schauen wir uns doch einmal an, was er uns sagen möchte:

1. Der da ist

Der da ist bedeutet ja in der Realität nichts anders als dass unser Herr lebt. ER lebt schon ganz real in der Ewigkeit. Von dort hat er sich schließlich auch Johannes offenbart, der dann das, was ihm aufgetragen wurde 1:1 an uns weitergegeben hat.

Das bedeutet aber auch, dass die umgekehrte Richtung funktioniert. Wenn ER lebt uns zu uns spricht, dann können auch wir direkt mit ihm reden. Dann ist das Gebet kein frommes Wunschdenken und schon gar keine bloßes religiöses Ritual mehr, nein, dann ist Gebet das tatsächliche reden mit Gott.

Im Laufe der Kirchengeschichte waren ja über das Auferstehungsgeschehen diverse Zweifel aufgekommen. Die Jünger hätten das Grab verwechselt, die Jünger hätten den Leichnam Jesu geklaut oder aber gar die Theorie Jesus sei nicht wirklich tot gewesen, sondern habe sich aus dem Grab selber befreit.

Spätestens jetzt, mit der direkten Ansprache fallen alle diese Theorien gänzlich in sich zusammen. Jesus selbst also räumt alle Zweifel aus, indem er zu Johannes spricht.

2. Der da war

Derjenige, der jetzt im Himmel ist, also Gottes eingeborener Sohn, der war tatsächlich bei uns auf Erden und hat mitten unter uns gelebt. Davon berichten insbesondere die vier Evangelien.

Doch auch diese, deren Entstehung und deren Verbreitung wurden im Laufe der Geschichte immer wieder kritisch hinterfragt. Aber mit dem „Der da war“ räumt Jesus auch mit allen diesen Zweifeln auf und sagt „Ja, ich war auf Erden und habe mitten unter euch gelebt.“

Was bedeutet dies denn für uns heute? Das bedeutet nichts anderes, als dass alles, was der Herr Jesus auf Erden gelehrt hat, die tatsächliche Lehre desjenigen war, der Himmel und Erde geschaffen hat.

Er war auf Erden weil er uns über als geliebt hat, sodass er sogar für unsere Sünden mit seinem Leben bezahlt hat. In seiner Lebenszeit auf Erden hat er uns den Weg aufgezeigt, wie wir wieder Frieden mit Gott bekommen können und wie wir uns auf Erden schon auf den Himmel vorbereiten können.

Seinen Jüngern hat er dies immer wieder erläutert. Jesus wusste vermutlich, dass kaum ein Mensch dies alles behalten kann. Daher hat er seine persönlichen Ratschläge für ein gelingendes Christenleben auf Erden auch in einer besonderen Predigt zusammengefasst.

Diese Bergpredigt finden wir bei dem Evangelisten Matthäus in den Kapiteln 5-7. Wenn wir uns wieder einmal vergegenwärtigen, dass diese Predigt von dem stammt, der auf Erden gelebt hat und nun im Himmel weiterlebt, dann nähern wir uns dieser Predigt sicherlich mit noch mehr Respekt und Achtung, als wir es sicherlich ohnehin schon tun.

3. Der da kommt

Jesus war auf Erden, Jesus ist nun im Himmel und wir sind erlöst und Ende der Botschaft. Da fehlt doch irgendwie noch was, oder finden Sie nicht auch?

Und das, was fehlt haben wir soeben gehört. „Der da kommt“ heißt nichts anderes als dass der Herr Jesus noch einmal auf Erden erscheinen wird. Dann aber nicht als Kind in der Krippe sondern als Richter der Welt.

Dann wird er all die Seinen, die ihr Leben ihm anvertraut haben mit sich führen in den Himmel. Und wenn das geschieht, dann wird sich auch das bewahrheiten, was wir im 21. Kapitel der Offenbarung lesen:

“ Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen ! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein und er selbst, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das erste ist vergangen.“

Diese Zusage gilt allen Menschen, die auf Erden schon ihr ganzes Vertrauen in den Herrn gesetzt haben, der für ihre Sünden bezahlt hat und nunmehr im Himmel regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Darum lassen Sie uns schon hier auf Erden immer wieder in den ersten Vers des Liedes „Jesus Christus herrscht als König… (EG 123) von Philipp Friedrich Hiller einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Jesus Christus herrscht als König, alles ist ihm untertänig,
alles legt ihm Gott zu Fuß.
Alle Zunge soll bekannen, Jesus sei der Herr zu nennen,
dem man Ehre geben muss.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen Himmelfahrtstag und ich verabschiede mich bis zum nächsten Sonntag.

Bleiben Sie wohlbehütet wünscht Ihnen
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Himmelfahrtstag im Jahre 2017. Den Predigttext für den heutigen Feiertag finden wir im ersten Buch der Könige, Kapitel 8, die Verse 22-24 und 26-28. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und Salomo trat vor den Altar des Herrn angesichts der ganzen Gemeinde Israel und breitete seine Hände aus gen Himmel und sprach: Herr, Gott Israels, es ist kein Gott weder droben im Himmel noch unten auf Erden dir gleich, der du hältst den Bund und die Barmherzigkeit deinen Knechten, die vor dir wandeln von ganzem Herzen; der du gehalten hast deinem Knecht, meinem Vater David, was du ihm zugesagt hast. Mit deinem Mund hast du es geredet, und mit deiner Hand hast du es erfüllt, wie es offenbar ist an diesem Tage. Nun, Gott Israels, lass dein Wort wahr werden, das du deinem Knecht, meinem Vater David, zugesagt hast. Aber sollte Gott wirklich auf Erden wohnen ? Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen – wie sollte es dann dies Haus tun, das ich gebaut habe. Wende dich aber zum Gebet deines Knechts und zu seinem Flehen, Herr, mein Gott, damit du hörst das Flehen und Gebet deines Knechts heute vor dir.

Liebe Gemeinde,

Himmelfahrt ist eigentlich ein guter Tag, um uns einmal die Frage zu stellen: Wo wohnt denn Gott eigentlich ? Wir alle haben schließlich einen Wohnsitz; also müsste doch auch Gott einen Wohnsitz haben. Lassen Sie uns einmal die verschiedenen Optionen anschauen, die Salomo uns anbietet.

1. Im Himmel

Als Kinder sangen wir ein Lied mit folgendem Inhalt:

In dem Himmel ferne, da wo die Englein sind,
schaut doch Gott so gerne herab auf jedes Kind

Liebe Gemeinde, da habe ich mir schon als Kind so meine Gedanken drüber gemacht. So laut kann doch niemand beten, dass es Gott in der Ferne des Himmels hören kann. Selbst wenn ich meine Gebete lauthals brüllend in den Himmel sende, so verhallen sie doch nach wenigen Metern. Also kann Gott doch gar keine Gebete erhören.

Salomo geht sogar noch weiter, wenn er sagt: Der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen. Moderne Theologen, oder die meinen, welche zu sein, bemühen dabei einen sogenannten transzendentalen Ansatz um die Gegenwart Gottes und damit seinen Wohnsitz zu erklären. Gott ist Geist und der Geist ist überall. Das klingt zwar nicht schlecht, ist aber nicht plausibel und schon gar keine befriedigende Antwort auf die Frage, wo Gott denn nun wohnt.

Rein Philosophisch betrachtet ist dieser Ansatz auch noch brandgefährlich. Wenn Gott überall wohnt, dann kann er im Umkehrschluss auch nirgendwo wohnen. Und schon geht’s munter von der Fragestellung nach Gottes Wohnsitz hin zu der Frage, ob Gott denn überhaupt existiert.

2. In der Kirche

Liebe Gemeinde, schon Salomo hatte erkannte, dass auch der Tempel, den er erbaut hatte, nicht Gottes Wohnung sein konnte. Und das war schon ein gewaltiges Gebäude. Lesen Sie es mal in den vorhergehenden Kapiteln unseres heutigen Predigttextes nach. Gegen den Tempel Salomos ist der Kölner Dom eine kleine Kapelle am Wegesrand.

Und dennoch haben die Kirchen viele Jahre lang noch den Anspruch gehabt, Gottes alleinige Wohnung zu sein. Ich kannte es noch als Kind, dass uns erzählt wurde, dass der liebe Gott in der Kirche wohnt und nur mit DEN Kindern zufrieden ist, die ihn dort eifrig und regelmäßig besuchen. Ich möchte zu gern wissen, wie die Pfarrer, die und dies so erklärt haben und nun schon in der Ewigkeit sein dürften, dies Gott gegenüber rechtfertigen.

Anzunehmen, Gott wohne allein in der Kirche hat natürlich auch seinen Reiz. Ich habe einen ganz bestimmten Ort, wo ich ihm all das abgeben kann, was mir Nöte und Sorgen bereitet. Und wenn ich diesen Raum verlasse, dann ist alles erledigt und bleibt auch hinter verschlossenen Türen.

Oder anders überlegt: Wenn Gott nur in der Kirche wohnt, dann mache ich sonntags „einen auf fromm“ und ab Montag gehts es wieder lustig so weiter wie bisher. Gott wohnt ja in der Kirche und kann dort nicht raus. Also bekommt er auch nicht mit, was ich unter der Woche so treibe.

Beide Theorien, die Himmels- und die Kirchentheorie entspringen doch eigentlich nur einem ganz bestimmtem Bedürfnis; nämlich dem Bedürfnis, Gott aufsuchen zu können, mit ihm reden zu können und seine Antwort hören zu können. Dabei machen wir nur den Fehler, dass wir menschliche Vorstellungen über ein persönliches Miteinander zugrundelegen und das göttliche Element außen vor lassen.

3. Die Lutherische Antwort

Liebe Gemeinde, Dr. Martin Luther hat etliche Himmelfahrtspredigten gehalten und ich muss zugestehen, dass ich ihm nicht das Wasser reichen kann. Daher möchte ich auch gar nicht erst versuchen, mich mit fremden Federn zu schmücken, sondern ich möchte Dr. Martin Luther direkt zu Wort kommen lassen. Hören wir einfach mal in seine Himmelfahrtspredigt hinein:

„Nun müssen wir von der Auffahrt des Herrn Jesus Christus zum Himmel auch reden. Man soll nicht denken, dass er dahin gefahren sei und sitze da oben und lasse uns regieren, sondern darum ist er hinaufgefahren, weil er dort am meisten schaffen und regieren kann. Denn wenn er auf Erde geblieben wäre, sichtbar für die Menschen, hätte er nicht so viel schaffen können. Darum hüte dich, dass du nicht denkst, dass er jetzt weit weg von uns sei, sondern im Gegenteil, als er auf Erden war, war er uns fern, jetzt ist er und nah. Wo ist er aber ? Hier bei uns ist er und hat sich in den Himmel gesetzt, damit er nahe bei uns sei. So sind wir bei ihm da oben und er bei uns hier unten. Durch die Predigt und das Gebet kommt er herab und wir kommen durch den Glauben hinauf.“

Soweit Dr. Marrin Luther. Wo wohnt Gott also ? Sicher er ist im Himmel und regiert dort von Ewigkeit zu Ewigkeit. Sicher, er ist auch in der Kirche, wenn wir die Predigt allsonntäglich hören und er durch diese zu uns spricht.

Aber weit wichtiger ist es, dass Gott in einem jeden Menschen Einzug hält, der sich im Glauben an ihn wendet. Mit unserer Bekehrung, also unserem Ja zu Gottes Angebot an uns, mit diesem Ja zieht Gott in das Herz eines jeden gläubigen Menschen ein.

Bildlich können wir uns dies vielleicht so vorstellen, dass Gott in das Herz des Menschen einzieht, erst einmal einen großen Hausputz durchführt, also alles rauswirft, was dort nicht hingehört. Danach setzt er sich auf den Thron des Lebens eines jeden Menschen und übernimmt ab dann die Königsherrschaft in dem Leben eines jeden von uns.

Lassen Sie mich abschließend einen bekannten Evangelisten ziteren, der einmal sagte: “ Bei wem Christus im Herzen wohnt, der trägt den Himmel immer mit sich, ganz gleich an welchem Ort.“

Ist das nicht wunderbar ? Sieben Tage in der Woche, jeweils 24 Stunden lang und dies lebenslänglich und darüber hinaus tragen wir den Himmel und Gott immer bei und in uns.

Da können wir doch nur eines tun, nämlich dankend auf die Knie gehen und lobend einstimmen in den ersten Vers des Liedes von Ignaz Franz  „Großer Gott, wir loben dich…“ (EG 331), der da lautet, wie folgt:

Großer Gott, wir loben dich;
Herr, wir preisen deine Stärke.
Vor dir neigt die Erde sich
und bewundert deine Werke
wie du warst vor aller Zeit,
so bleibst du in Ewigkeit.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse ein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Feiertag in der Gegenwart unseres Herrn.
Bleiben Sie wohl behütet durch den, der Himmel und Erde gemacht hat.
Viele segensreiche Grüße sendet Ihnen
Ihr
Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Himmelfahrtstag im Jahre 2016. Den Predigttext für den heutigen Tag finden wir im 1. Kapitel der Apostelgeschichte, die Verse 3-4 und 8-11. Lassen Sie uns diesen Text zunächst einmal gemeinsam lesen:

Ihnen zeigte er sich nach seinem Leiden durch viele Beweise als der Lebendige und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes. Und als er mit ihnen zusammen war, befahl er ihnen, Jerusalem nicht zu verlassen, sondern zu warten auf die Verheißung des Vaters, die ihr, so sprach er, von mir gehört habt. Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde. Und als er das gesagt hatte, wurde er zusehends aufgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Gewändern. Die sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.

Liebe Gemeinde,

Da standen die Jünger wohl sichtlich erstaunt und schauten dem Herrn nach, wie er vor ihren Augen in den Himmel entschwand. Das würden wir doch wohl auch alle getan haben wenn wir damals als Zeugen dabei gewesen wären. Aber damit war es ja nicht getan. Und so sagten ihnen zwei Männer in weißen Gewändern: „Was steht ihr da und seht zum Himmel?“, was gleichbedeutend ist mit „Steht nicht nur so rum, tut etwas!“ Lassen Sie uns einmal gemeinsam überlegen, welche Aufträge die Jünger damals und auch wir heute wahrnehmen sollten bis unser Herr wiederkommt.

1. Die Rüstzeit

„Alles ist besser, als nichts zu tun.“ Diese Redensweise ist uns allen sicherlich schon einmal begegnet. Und welchen Auftrag gibt Jesus seinen Jüngern mit auf den Weg ? Genau das Gegenteil. Warten sollen sie und Jerusalem erst dann verlassen, wenn sie mit der dazu notwendigen Kraft ausgerüstet worden sind.

Dieser Auftrag gilt uns allen heute genauso, wie er damals den Jüngern galt. Wir sollen nicht einfach drauflos preschen und das machen, was uns als christlich und gerade deswegen notwendig erscheint. Auch wir sollen auf die Kraft des Heiligen Geistes warten bis diese uns erfüllt. Mit der Fülle des Heiligen Geistes überträgt uns Gott auch die Aufgaben, die er für uns vorgesehen hat und deren Erledigung er auch von uns erwartet.

Wenn wir dies tun, liebe Gemeinde, dann kommen wir immer in vorbereitete Verhältnisse. Der Herr geht vorweg und räumt uns die Hindernisse so aus dem Weg, dass wir unseren Aufgaben gerecht werden können. Sind wir nicht alle schon einmal bei unserem Dienst für den Herren so richtig vor die sprichwörtliche Wand gelaufen? Kann es sein, dass wir dabei eher eigenmächtig gehandelt haben und gar nicht den für uns bestimmten Auftrag abgewartet haben? Schauen wir uns jetzt einmal unsere Aufgaben an, die auf uns warten, wenn wir ausgestattet sind mit der Kraft des Heiligen Geistes.

2. Konkrete Aufgaben

Unseren Generalauftrag, den sogenannten Missionsbefehl können wir im 28. Kapitel des Matthäusevangeliums nachlesen. Dieser lautet:

„Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker; Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.“

In diesem Missionsbefehl stecken die vielfältigsten Aufgaben. Diese kann kein Mensch allein wahrnehmen. Und genau darum ist es damals wie heute sehr wichtig, dass wir erfüllt mit dem heiligen Geist genau die Aufgaben wahrnehmen, die Gott uns zuteilt. Für alle anderen Aufgaben hätten wir gar nicht die nötige Kraft und würden immer wieder vor die Wand laufen.

„Machet zu Jüngern“. Hiermit ist die Verbreitung der Lehre gemeint, die uns aufzeigt, wie wir wieder Gottes Kinder werden können. Dazu gehört natürlich auch ein gerüttelt Maß an Theorie. Und dazu hat Gott Menschen ausersehen und Ihnen die Gabe der Lehre und der Rede und der Auslegung gegeben.

„Lehret sie halten.“ Von wem lernen wir im Leben am meisten? Meistens doch von jemandem, der uns vormacht, wie etwas geht. Die reine theoretische Erklärung ist gut für das Verständnis, was hinter einer Sache steckt, aber wie sie tatsächlich funktioniert das kann ich am besten an einem Beispiel zeigen. Denken Sie nur einmal an den Chemieunterricht. Was ist uns mehr in Erinnerung geblieben: Die Theorie oder die praktischen Experimente?

Wir sollen also die Gotteskindschaft mit praktischem Leben füllen. Wenn wir uns den Jakobusbrief anschauen, dann strotz dieser geradezu von Hinweisen hinsichtlich der praktischen Umsetzung des Evangeliums.

Wir haben allezeit einsame Menschen um uns herum. Diese brauchen unsere Gesellschaft und einen guten Zuhörer. Vielleicht hat Gott gerade Sie zu einem verständigen Zuhörer bestimmt. Wir haben Kranke um uns herum, die eine seelische Stütze in ihrer Krankheit benötigen, die ihnen die Medizin nicht geben kann. Vielleicht hat Gott gerade Sie dazu ausersehen, den Kranken in ihrem Leid eine Stütze zu sein.

Jede Menge arme und mittellose Menschen leben unter uns. Vielleicht hat Gott gerade Sie dazu erkoren, dafür zu sorgen, dass die Armut dieser Menschen ein wenig gemildert wird. Vielleicht sind gerade Sie der am besten geeignete Mitarbeiter an einer der vielen Tafeln in unserem Land. Vielleicht sind gerade Sie derjenige, der hilflosen Menschen bei Behördengängen eine wertvolle Hilfe sein darf.

Wir sehen, es gibt viel zu tun. Jetzt bleibt noch die Frage: Wie erkenne ich meine Berufung? Mein Rat wäre: Nehmen Sie sich bitte die Zeit, dies ausführlich mit Gott zu besprechen. ER wird Ihnen zur rechten Zeit die rechte Aufgabe zuteilen. Das tat er vor 2000 Jahren und das tut er auch heute noch bei allen, die ihn inbrünstig darum bitten.

3. Die Zukunft

Alles, was wir tun, tun wir zukunftsorientiert und nicht um des eigentlichen Tuns willen. Also, wie geht es weiter? Der letzte Satz des Missionsbefehls lautet: Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bin an der Welt Ende.

Bei allen Aufgaben, die wir verrichten, dürfen wir immer ganz sicher sein, dass der Herr Jesus uns direkt begleitet. Egal, wo wir auch hingehen, er ist immer bei uns. Nicht als die große Moralinstanz, die nur wartet, dass wir einen Fehler machen, damit er uns mal so richtig abstrafen kann. Nein er ist bei uns Tröster, Beschützer und Helfer in allen Lebenslagen. Er möchte, dass wir unsere Aufgaben so wahrnehmen, wie er sein Reich aufbaut, nämlich mit Liebe. Diese Liebe ist es, die uns 24 Stunden am Tag unser ganzes Leben lang umgibt und uns dereinst wieder heimführen wird.

Und am Ende der Tage wird unser Herr wiederkommen. Und zwar genau so, wie ihn die Jünger haben gen Himmel fahren sehen. Das ist unsere Hoffnung und feste Gewissheit, die uns trägt, uns begleitet und uns ein Ansporn ist möglichst vielen Menschen die Möglichkeit vorzustellen, wie auch sie wieder Gottes Kinder werden können.

Also lassen Sie uns bei allem Staunen über das Himmelfahrtsgeschehen unsere ganz praktischen Konsequenzen daraus ziehen und frohen Mutes ans Werk gehen. Und dies in der ständigen Gewissheit, dass unser Herr stets nur ein Gebet weit von uns entfernt ist.

Und lassen Sie uns bei allem, was wir für den Herrn tun, immer an den 1. Vers des Liedes „In Gottes Namen fang ich an…“ (EG 494) von Salomo Liscow denken, der da lautet, wie folgt:

In Gottes Namen fang ich an, was mir zu tun gebühret;
mit Gott wird alles wohlgetan und glücklich ausgeführet.
Was man im Namen Gottes tut, ist allenthalben recht und gut
und kann uns auch gedeihen.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Feiertag und ich freue mich auf ein Wiedersehen, Wiederhören oder ein Wiederlesen am kommenden Sonntag.

Herzliche Grüße sendet Ihnen

Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Himmelfahrtstag. Heute ist Vatertag, lassen Sie uns dieses Fest ausgiebig feiern. Nein, nicht bewaffnet mit Bier und Bollerwagen sondern mit Gebet und Gesang. Denn heute denken wir dran, wie unser Vater im Himmel seinen Sohn wieder in den Himmel geholt hat. Den Predigttext für den heutigen Feiertag finden wir im Lukasevangelium, Kapitel 24, die Verse 50-53. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Jesu Himmelfahrt

Er führte sie aber hinaus bis nach Betanien und hob die Hände auf und segnete sie. Und es geschah, als er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel. Sie aber beteten ihn an und kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude und waren allezeit im Tempel und priesen Gott.

Liebe Gemeinde,

vor einigen Jahren verbrachte ich meinen Urlaub über Himmelfahrt an der Nordsee. Ich nahm an dem Gottesdienst der dortigen Gemeinde teil. Die Kirche war, wie man bei uns so sagt proppenvoll. Nach der Begrüßung wurde genau der heutige Predigttext gelesen. Der Pfarrer legte die Bibel aus der Hand und fragte: Wer glaubt von Ihnen denn, dass sich dies genau so zugetragen hat. Eine Handvoll der Anwesenden, darunter auch meine Frau, zeigten auf. Ich ließ dies bleiben.

Alle, die aufgezeigt hatten, wurden dann nach vorne an den Altar gebeten und von dem Pfarrer gesegnet. Und dann sagte er zu uns anderen: Was wollt ihr denn eigentlich noch hier, wenn Ihr dies doch nicht glaubt? Betretenes Schweigen. Endlos scheinende 10 Sekunden später wurden wir
natürlich eingeladen, dem Gottesdienst weiterhin beizuwohnen.

Ich denke mal, alle, die jetzt der Predigt lauschen oder sie lesen, werden sagen: Natürlich glaube ich dass dieses Geschehen sich genau so zugetragen hat, wie es Lukas berichtet. Dann brauchen wir uns also mit der Himmelfahrt als solcher gar nicht mehr weiter beschäftigen. Aber unser Predigttext besteht auch noch aus einem bedeutungsvollen Randgeschehen. Lassen Sie uns dieses Randgeschehen einmal etwas näher betrachten.

1. Der Segen

Wie oft wünschen wir unseren Mitmenschen einen gesegneten Geburtstag, ein gesegnetes Neues Jahr oder ganz allgemein den Segen unseres Herrn. Segen, liebe Gemeinde, was ist das denn eigentlich? Der Segen unseres Herrn muss schon etwas ganz wichtiges sein, sonst hätte Jesus seine
Jünger nicht unmittelbar vor seiner Himmelfahrt gesegnet. Er hätte ja auch jedem die Hand geben können und sich so formvollendet von jedem einzelnen verabschieden können.

Der Segen, so eine Definition, die mir sehr gut gefällt, ist eine Handlung, durch die die gesegneten Personen Anteil an der göttlichen Gnade und der göttlichen Kraft erhalten. Wenn ich Anteil an der
göttlichen Kraft bekomme, dann heißt das doch nichts anderes, als dass der Herr fortan mit seiner Kraft in mir wirkt.

Nicht erst im Himmel bin ich also in der Gemeinschaft mit unserem Herrn, nein, dies bin ich schon hier auf Erden. Denn der Segen, mit dem der Herr die Jünger segnete, ist genau der Segen, den uns unser Herr auch heute noch immer wieder zusprechen will. Auch daran sollen wir uns am
Himmelfahrtstage erinnern.

Diesen Segen sollen wir nicht nur für uns behalten. Diesen Segen sollen wir teilen und weitergeben, indem wir ihn unseren Mitmenschen zusprechen.

2. Die Segenswirkungen

Was bewirkt den der Segen ganz konkret? Unsere Definition, die wir gerade gehört haben ist ja doch etwas sehr allgemein gehalten. Wenn wir uns unseren kurzen Predigttext ganz genau anschauen, dann können wir erkennen, dass von dem Segen 3 unmittelbare Wirkungen ausgehen.

a. Anbetung

Wer Anteil an der göttlichen Gnade und der göttlichen Kraft erhält, der kann ja gar nicht mehr anders als den anzubeten, der ihm diese Kraft verliehen hat. Und dies taten die Jünger als erstes nachdem unser Herr sie gesegnet hatte.

Man muss sich dies einmal vorstellen: Der Herr hatte sich gerade von ihnen verabschiedet, war wieder in den Himmel aufgefahren und die Jünger beteten ihn an. Ich wäre wahrscheinlich zuerst einmal recht traurig gewesen, dass der auferstandene Herr eben nicht mehr bei uns ist. Und genau dies waren die Jünger nicht. Und warum nicht ? Weil sie durch den Segen des Herrn gestärkt worden waren.

Mit dem Segen war die Tatsache ganz tief in ihr Herz gelegt worden, dass der Herr zwar wieder im Himmel ist, aber trotzdem allezeit für sie erreichbar ist. Und genau dies gilt bis zum heutigen Tage. Wir dürfen uns bis zum heutigen Tage darauf verlassen, dass der Herr stets bei uns ist.

b. Große Freude

Wenn ich Anteil habe an der göttlichen Gnade und der göttlichen Kraft dann erfüllt mich dies mit großer Freude. Warum eigentlich ? Nun, ich weiß für mein Leben, dass ich niemals mehr allein sein werde auf Erden. Egal durch welch tiefen Täler ich noch gehen muss, ich weiß ganz genau
dass der Herr bei mir ist. Er tröstet und stärkt mich und trägt mich auch, wenn ich allein nicht mehr gehen kann. Was für eine Zuversicht!

Wie oft stehe ich im Leben vor schwerwiegenden Entscheidungen. Häufig sind dies Entscheidungen, wodurch auch das Leben anderer Menschen berührt wird. Bevor ich Jesus kennengelernt habe, bin ich schier an den Entscheidungen verzweifelt. Alle Vorteil- und Nachteillisten konnten das dumpfe Gefühl nicht beruhigen, dass ich einen Fehler mache.

Wenn Jesus bei mir ist, dann frage ich ihn ganz einfach, was ich machen soll. Ich bin natürlich kein Dummbatz, der glaubt, dass Jesus mein Leben für mich lebt und ich so gesehen ganz einfach in den Tag hinein leben kann. Aber ich bin davon überzeugt, dass mir Jesus hilft, mein Engagement immer in die richtigen Bahnen zu lenken. Ich bin davon überzeugt, dass er eine Türe zuschlagen kann und eine andere dafür öffnen kann. Ganz so, wie es am besten für mich ist.

Mit Jesus an meiner Seite muss ich keine verschlossenen Türen mehr eintreten sondern kann und darf dank seiner Führung stets durch geöffnete Lebenstüren gehen. Wenn das kein Grund zu großer Freude ist.

c. Gemeinschaft

Nachdem die Jünger den Segen empfangen hatten, waren sie allezeit im Tempel und priesen Gott. Der Segen hatte also den Wunsch und das Verlangen in ihnen geweckt, mit anderen Gleichgesinnten zusammen zu sein.

Darum sind wir auch heute Morgen zusammen. Wir sitzen ja nicht zusammen, weil wir vielleicht Langeweile haben oder sonst nicht wissen, was wir machen sollten. Wir sind zusammen gekommen um miteinander Gemeinschaft zu haben. Die Predigt ist nur ein ganz kleiner Teil von unserer
Zusammenkunft. Gemeinsam wollen wir Gott anbeten und ihn preisen und ihm danken für alles, was er für uns getan hat. Diese Gemeinschaft muss auch keine physische Gemeinschaft sein. Alle, die wir jetzt die Predigt hören oder lesen, sind untereinander mit dem Christusband verbunden.

Gerade die Gemeinschaft mit Brüdern und Schwestern ist ganz wichtig für unser Christenleben. Das wusste schon unser Herr. Ein einzelnes Schaf, das sich von der Herde absondert, ist ein Willkommens Opfer für die Wölfe. Eine große Herde, die zusammenhält, wird kein Wolf erfolgreich angreifen können.

Machen wir uns bitte nichts vor, liebe Gemeinde, wir leben in einer Welt in der es vor Verführungen nur so wimmelt. Häufig sind diese Verführungen, die uns in die Falle locken wollen gar nicht als solche sofort zu erkennen. Manchmal sind wir so verblendet, dass wir Verführungen gar nicht mehr wahrnehmen. Wie gut ist es dann, wenn unsere Geschwister auf uns aufpassen und uns den rechten Weg zeigen.

Das klappt natürlich nur dann, wenn ich mich auch von meinen Geschwistern im Glauben belehren lasse. Und hier kommen wir wieder zu unserer ersten Definition. Wenn ich durch den Segen Anteil an der göttlichen Gnade und der göttlichen Kraft bekomme, dann habe ich auch die Kraft bekommen, Warnungen liebevoll als Weisungen für den rechten Weg zu erkennen und sie nicht als persönlichen Angriff auf meine Person anzusehen.

Lassen Sie uns zum Abschluss gemeinsam in den 1 und 2. Vers des Liedes „Segne und behüte uns…“ (EG 575) von Johannes Großner einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Segne und behüte uns durch Deine Güte,
Herr erhebe dein Angesicht über uns und gib uns Licht.
Schenk uns dienen Frieden alle Tag hienieden,
gib uns deinen guten Geist, der uns stets zu Christus weist.

Der Herr segne dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Feiertag und wünsche Ihnen auch weiterhin Gottes reichen Segen auf all Ihren Wegen.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Feiertag Christi Himmelfahrt. Wir feiern heute den vorletzten „großen“ Feiertag. Mit Weihnachten und der Geburt Jesu Christi hat alles angefangen. Am Karfreitag ging der Sohn Gottes für uns an das Kreuz. Am Ostersonntag stand Er von den Toten auf. Und heute am Himmelfahrtstag gedenken wir dessen, was vor 2000 Jahren geschah.
Jesus geht zurück in den Himmel.
Den Predigttext für den heutigen Himmelfahrtstag finden wir im 1. Kapitel des Epheserbriefes, die Verse 20 B – 23. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Durch sie hat er ihn von den Toten auferweckt und eingesetzt zu seiner Rechten im Himmel über alle Reiche, Gewalt, Macht, Herrschaft und alles, was sonst einen Namen hat, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen. Und alles hat er unter seine Füße getan und hat ihn gesetzt der Gemeinde zum Haupte über alles, welche sein Leib ist, nämlich die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt.

Liebe Gemeinde,

was steckt eigentlich hinter dem Himmelfahrtsgeschehen. Es ist ja nicht damit getan, dass Jesus von den seinen entrückt wurde und wieder in den Himmel zurückging. Es muss ja auch noch einen tieferen Sinn haben, der dahintersteckt. Und mit diesem Sinn beschäftigt sich der heutige Predigttext. Es sind drei Punkte, die wir gemeinsam betrachten wollen.

1. Der neue Leib

Die Basis für die Himmelfahrt legte Gott am Ostersonntag, als er Jesus von den Toten auferweckte. Bei der Auferstehung denken wir häufig an eine Wiederbelebung, also eine Rücksetzung in den alten Zustand.

Das ist sicherlich hier nicht passiert. Jesus erhielt von Gott den Auferstehungsleib, einen Leib also, der sich grundsätzlich von unserem Leib unterscheidet. Diesem Leibe sind Dinge möglich, die wir so sicherlich nicht können. Wir können z.B. nicht durch geschlossene Türen gehen oder zeitgleich an mehreren Orten sein.

Das sind aber nur äußere Besonderheiten. Dieser Auferstehungsleib ist der Leib, der es Jesus ermöglicht, ewig zu leben. Als erster unter uns hat Jesus diesen Leib von Gott erhalten.

Und diesen Auferstehungsleib werden einmal alle erhalten, die ihr Leben dem Herrn Jesus voll und ganz übergeben haben. Alle, die dies getan haben, dürfen schon heute ganz fest darauf vertrauen, dass mit ihrem Tode eben nicht alles aus ist, sondern, dass dann die Ewigkeit erst beginnt. Und wir dürfen darauf vertrauen, dass auch wir einen Ewigkeitsleib erhalten, ähnlich wie Jesus ihn heute schon trägt.

2. Der Mensch im Himmel

Liebe Gemeinde, jetzt wird es ein wenig theoretisch. Jesus hat also einen Auferstehungsleib erhalten. Mit diesem Leib wandelte er fortan auf Erden bis zu dem Tag, wo er die Heimreise angetreten hat. Die Heimreise in den Himmel, also das Geschehen, dessen wir heute gedenken.

Als Jesus auferstand war er zwar ganz Gott, aber immer noch ganz Mensch. Nur eben mit dem Körper, der auch uns einmal erwartet. Und jetzt kommt die Pointe: Mit diesem Auferstehungsleib ist er in den Himmel gefahren.

Er ist also nicht irgendwie ganz transzendent von uns gegangen. Nein, liebe Gemeinde, Jesus ist als ganz Mensch und als ganz Gott wieder in den Himmel gegangen, wo er hinfort regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Der Mensch Jesus Christus regiert nun in Seinem Auferstehungsleib zusammen mit Gott dem Vater das himmlische Königreich.

Das ist übrigens genau der Jesus, zu dem wir beten und mit dem wir reden können. Wie er auf Erden mit Seinen Jüngern geredet hat, so will er auch heute mit uns reden und so können wir auch heute mit IHM reden.

Das meinte Jesus damit, als er sagte: Ich bin bei ich alle Tage bis an der Welt Ende.

3. Die Brücke

Mit der Himmelfahrt ist Jesus als sichtbare Gestalt von uns gegangen.
Aber, wie wir soeben gesehen haben ist der Kontakt dennoch zu ihm möglich, nämlich über die Brücke des Gebetes.

Wenn wir uns zwei Berge vorstellen, die durch eine tiefe Schlucht voneinander getrennt sind, dann ist es uns nicht möglich, so einfach auf die andere Seite zu gelangen. Mit dem Gebet können wir aber trotzdem zur anderen Seite gelangen, auch wenn wir diese mitunter gar nicht erkennen können.

Kommunikation geht aber niemals in nur eine Richtung. Gott hat uns von der anderen Seite den Heiligen Geist gesandt, der uns auf allen unseren Wegen auf Erden behüten und beschützen soll.

Das ist ja alles ein wenig schwammig. Wo finde ich heute am Himmelfahrtstag 2014 ganz konkret den Herrn Jesus ? Das ist es doch, was uns in erster Linie interessiert. Und darauf wollen wir doch alle eine verlässliche Antwort haben. Oder etwa nicht ?

Wir finden Jesus heute ganz konkret bei uns. Wenn zwei oder drei in Seinem Namen zusammen sind, dann ist er mitten unter uns. Dieses Versprechen, das uns Jesus vor 2000 Jahren gegeben hat, hat auch heute noch seine uneingeschränkte Gültigkeit.

Wo immer wir fehlbaren Menschen zusammen sind, um IHN anzubeten, da will ER uns mit Seiner Unfehlbarkeit Kraft schenken. Wo immer wir mit unsern Nöten und Sorgen zu IHM kommen, da will ER uns mit der himmlischen Hoffnung trösten. Und wo immer wir an unseren Sünden verzweifeln, da will ER uns immer wieder zeigen, dass ER gerade für diese Sünden den Kreuzestod erlitten hat.

Nutzen wir doch den heutigen Tag, um unsere Beziehung zu diesem menschgewordenen Jesus wieder neu zu beleben. Geben wir IHM doch all unsere Nöte, Sorgen und Probleme und lassen Sie uns doch wieder die vollkommene Ruhe in IHM finden.

Unsere Beziehung zu unserem Herrn drückt der Liederdichter Nikolaus Ludwig von Zinzendorf sehr schön in dem 1. Vers seines Liedes „Herz und Herz vereint zusammen…. “ aus (EG 251), der da lautet, wie folgt:

Herz und Herz vereint zusammen sucht in Gottes Herzen Ruh.
Lasset eure Liebesflammen lodern auf den Heiland zu.
Er das Haupt, wir seine Glieder er das Licht und wir der Schein,
er der Meister, wir die Brüder, er ist unser, wir sind sein.

Der Herr begleite Dich vom Himmel aus auf allen Deinen Wegen
Der Herr beschütze Dich vom Himmel aus bei allem, was Du in SEINEM Namen tust
Der Herr behüte Dich vom Himmel aus vor allem Bösen und allen Gefahren

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Himmelfahrtstag und wünsche Ihnen allen Gottes reichen Segen.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Christi Himmelfahrtstag im Jahre 2013. In der letzten Woche haben wir uns Gedanken um unser christliches Hochgebet, das Vater Unser, gemacht und am heutigen Tage beschäftigt sich der Predigttext mit einem anderen Hochgebet, nämlich
dem Hohepriesterlichen Gebet unsers Herrn.

Wir finden den Predigttext für den heutigen Tag bei Johannes im 17, Kapitel, die Verse 20-26. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen.

Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, damit sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie zu uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir, damit sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst. Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe der Grund der Welt gelegt war. Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich, und diese haben erkannt, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.

Liebe Gemeinde,

auf der einen Seite das Vater Unser und auf der anderen Seite das Hohepriesterliche Gebet unseres Herrn. Was unterscheidet eigentlich diese beiden wohl bekanntesten Gebete der Christenheit ?
Nun, in dem Vater Unser treten wir in einen direkten Kontakt mit unserem Herrn und Schöpfer.
Und in dem Hohepriesterlichen Gebet tritt unser Herr Jesus Christus für uns gläubige Christen vor unserem Herrn und Schöpfer persönlich ein.

Und dieses Gebet unseres Herrn gilt bis auf den heutigen Tag. Auch in diesem Gebet können wir drei Gebetsabschnitte sehr deutlich erkennen.

1. Gebet für die Verkündiger

Liebe Gemeinde, ich habe schon etliche Missionsveranstaltungen besucht und war immer ein wenig überrascht, wie enttäuscht Prediger doch sein können, wenn nicht alle Anwesenden dem Aufruf zur Umkehr und der Nachfolge sofort folge leisten. Stellenweise waren sie sogar richtig verärgert und beleidigt darüber.

Es ist ja auch unser aller Aufgabe, unseren Glauben in die Welt hinaus zu tragen. Oftmals rennen wir dabei gegen Mauern an, so scheint es jedenfalls. Bei all dem vergessen wir allerdings eines. Unser aller Aufgabe, also die Aufgabe aller Christen ist es, das Wort in rechter Art und Weise weiter zu geben. Was danach geschieht, darauf haben wir keinen Einfluss. Unsere Aufgabe ist es, unseren Mitmenschen den Weg zur Errettung bekannt zu machen. Es ist aber niemals unsere Aufgabe, die
Menschen zur Errettung zu drängen.

Wenn es uns wieder einmal passiert, dass wir wieder einmal nicht erhört wurden, dann dürfen wir uns auf das Hohepriesterliche Gebet unseres Herrn Jesus berufen, indem Er Seinen Vater darum bittet, allen Menschen die Herzen aufzuschließen, die von Seiner Botschaft erfahren haben.
Also, nicht verzweifeln, sondern auf den Herrn Jesus hoffen, wenn unsere Botschaft das nächste Mal wieder einmal belächelt wird.

2. Einssein

Weil sonst der Beistand nicht zu uns kommen kann, so erklärte es Jesus Seinen Jüngern, müsse er zu Seinem Vater zurückkehren. An dieses Geschehen gedenken wir an diesem heutigen Tage. Der Heilige Geist, also der Beistand, der uns zu Pfingsten gesandt wurde, ermöglicht es uns wieder eins zu sein mit dem Vater im Himmel, bzw, IHN und SEIN Wirken schon hier auf Erden spüren und direkt erleben zu dürfen.

Darum geht es auch in dem Hohepriesterlichen Gebet, wenn Jesus für das Einssein betet. Wir alle, die wir an den Herrn Jesus Christus glauben, wir alle genießen diese Vereinigung zwischen Gott, Jesus und uns durch den Heiligen Geist. Schon hier auf Erden und nicht erst im Himmel dürfen
wir diese Einigkeit spüren und erleben.

Wir leben mit unserem irdischen Körper natürlich weiterhin im Hier und jetzt, aber wir sind schon hier auf Erden erfüllt mit dem Heiligen Geist. Wir alle leben mit dem Kopf in der Ewigkeit und mit dem Körper in der Zeit, so die Aussage von Billy Graham einem großen Evangelisten des 20. Jahrhunderts, als er gefragt wurde, was denn einen Christenmenschen ausmache.

Gerade dieses Einssein durch den Heiligen Geist ermöglicht uns auch eine ganz andere Sicht auf die Dinge dieser Welt. Was dem Weltmenschen fürchterlich wichtig ist, hat häufig für uns als Christen einen ganz anderen Stellenwert, da wir das Leben von seinem Ende her betrachten.
Und gerade diese Sichtweise sollen wir auch an unsere Mitmenschen weitergeben.

3. Die Liebe

Liebe Gemeinde, wie Paulus es in dem hohen Lied der Liebe so schön beschreibt, steht die Liebe über allem, was wir tun. Egal, wie wir es auch anstellen, ohne die Liebe sind alle unsere Werke nichts wert, im Gegenteil sogar, sie wären unaufrichtig. Nur wenn die Liebe es ist, die unsere Werke vorantreibt, dann sind unsere Werke auch wirklich gottgefällig.

Und darum geht es auch im Abschluss des heutigen Predigttextes. Jesus bittet Seinen Vater, dass die Liebe mit der Er Ihn liebt auch in allen Seinen Nachfolgern zu finden sei. Wir selber können uns diese Liebe nicht verdienen, wir können sie uns auch nicht einfach nehmen. Nein, diese Liebe ist ein Geschenk unseres Vaters im Himmel an uns. Und dieses Geschenk sollten wir so wertvoll behandeln, wie wir das mit irdischen Geschenken auch zu tun pflegen.

Diese Liebe sollen wir „benutzen“ und anwenden so lange wir leben auf Erden. Diese Liebe sollen wir immer und überall und jederzeit weitergeben damit unsere Mitmenschen sie spüren können. Diese Liebe, die in uns wohnt, ist es, die uns von allen anderen Religionen unterscheidet.

Wir müssen nichts aus uns heraus leisten. Aus der Liebe zu uns heraus hat Gott Seinen Sohn auf die Erde gesandt. Aus Liebe zu uns heraus hat Gott Seinen Sohn an das Kreuz geschlagen, wo Er stellvertretend für unser aller Sünden gestorben ist. Und diese Liebe können wir zu einem Teil unseres Lebens werden lassen, wenn wir unseren Herrn darum bitten.

Diese Liebe trieb z.B. einen Martin Luther King an. Diese Liebe war die Kraft, die in Mutter Teresa brannte. Und diese Liebe, das will unser Herr, soll auch in uns allen brennen, damit wir wirklich brennende Zeugen für IHN sein können.

Wie Jesus einst zu Seinem Vater gebetet hat, so lassen Sie uns doch am heutigen Tage unseren Herrn im Himmel gemeinsam bitten, dass Er uns diese Liebe in unser aller Herzen senden möge, damit wir diese Liebe unser ganzes Leben lang weitergeben können.

Wenn wir dies getan haben, dann lassen Sie uns gemeinsam in den ersten Vers des Liedes „Vergiss nicht zu danken dem ewigen Herrn….“ von Heino Tangermann einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Vergiss nicht zu danken dem ewigen Herrn, er hat dir viel Gutes getan.
Bedenke, in Jesus vergibt er dir gern, du darfst ihm, so wie du bist, nahn
Barmherzig, geduldig und gnädig ist er, viel mehr als ein Vater es kann.
Er warf unsre Sünden ins äußerste Meer, kommt, betet den Ewigen an.

Der Herr sende herab auf Dich SEINEN Heiligen Geist, damit ER in Dir wirken kann
Der Herr erfülle Dich mit der göttlichen Liebe, damit Du diese weiterreichen kannst
Der Herr gebe Dir jeden Tag neuen Mut und neue Kraft, SEINE Botschaft zu verbreiten

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Feiertag. Bis zum nächsten Sonntag wünsche ich Ihnen allen Gottes reichen Segen.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Himmelfahrtstag im Jahre 2012. Himmelfahrt isoliert zu betrachten ist sicherlich verstandesmäßig sehr schwierig. Wir sollten den Himmelfahrtstag immer im Gesamtkontext betrachten.

Vorher war etwas, nämlich das Wirken Jesus auf der Erde und Seine Kreuzigung und Auferstehung. Heute ist etwas, nämlich Seine Himmelfahrt und in der Zukunft geschieht etwas, nämlich Sein Kommen als Herrscher aller Herrscher.

Und genau darum geht es auch in unserem heutigen Predigttext.
Wir finden den Predigttext für den heutigen Himmelfahrtstag im Buch der Offenbarung,
Kapitel 1, die Verse 4-8. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Gruß an die sieben Gemeinden

Johannes an die sieben Gemeinden in der Provinz Asien: Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt, und von den sieben Geistern, die vor seinem Thron sind, und von Jesus Christus, welcher ist der treue Zeuge, der Erstgeborene von den Toten und Herr über die Könige auf Erden ! Ihm, der uns liebt und uns erlöst hat von unsern Sünden mit seinem Blut und uns zu Königen und Priestern gemacht hat vor Gott, seinem Vater, ihm sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit ! Amen. Siehe, er kommt mit den Wolken, und es werden ihn
sehen alle Augen und alle, die ihn durchbohrt haben, und es werden wehklagen um seinetwillen alle Geschlechter der Erde. Ja Amen. Ich bin das A und das O, spricht Gott der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige.

Liebe Gemeinde,

der da war, der da ist und der da kommt. Wo kommt er eigentlich her, wo geht er hin und letztendlich stellt sich die Frage: Wo wohnt Gott eigentlich ?

Anlässlich einer Predigt vor jüngerem Publikum erhielt ich einen Zwischenruf, der im Originaltext lautete: „Hey, Alter (lass ich mir gefallen, ich bin ja auch schon jenseits der 50), sag mir mal die mailadresse von Gott, damit ich ihm ne message schicken kann.“ Auch wenn dies ein ziemlich dämlicher Zwischenruf war, so steckt doch etwas dahinter, nämlich die Frage: Wo wohnt Gott ? Lassen Sie uns am heutigen Himmelfahrtstage dieser Frage ein wenig näher nachgehen. Als Kinder haben wir das Lied gelernt „In dem Himmel ferne, da wo die Englein sind…“
Ich glaube, so laut könnten wir gar nicht beten, dass uns Gott dort droben erhört. Also muss er woanders wohnen. Schauen wir uns doch einmal die möglichen „Wohnorte“ Gottes an.

1. Gott wohnt in der Kirche

Zugegebenermaßen eine verlockende Annahme. Will ich was von Ihm, so muss ich nur in die Kirche gehen. Was draußen geschieht, davon hat Er keine Ahnung, das geht Ihn auch nichts an. Also kann ich sonntags meiner Frömmigkeit so richtig freien Lauf lassen, und ab Montag lebe ich weiter, so wie bisher. Das dies nicht sein kann ist uns hoffentlich allen klar. Und doch wohnt Gott AUCH in den Kirchen.

Wo zwei oder drei in Seinem Namen versammelt sind, da ist Er mitten unter ihnen. Dies hat uns der Herr Jesus versprochen. Und in der Kirche sind hoffentlich immer mehr als zwei in Seinem Namen zusammen. Und denken wir einmal an die Feier des Heiligen Abendmahles. Dort spüren wir Seine unmittelbare Gegenwart.

Mein Vater ging zum Beispiel jeden Sonntag bereits um 9.30 Uhr zur Kirche, obwohl der Gottesdienst erst um 10.00 Uhr begann. Er nannte diese Zeit stets die „heilige halbe Stunde“. In dieser Zeit spürte er stets seine ganz besondere Beziehung zu unserem Herrn, die ihren Höhepunkt
dann in dem nachfolgenden Gottesdienst fand.

Als vorläufiges Fazit dürfen wir also festhalten: Gott wohnt auch in der Kirche, nur lässt er sich dort nicht einsperren.

2. Gott wohnt in der Natur

„Ich gehe sonntags nicht in die Kirche, ich gehe in die Natur hinaus. Da kann ich das Wirken Gottes direkt spüren und erleben.“ Das höre sich so ungefähr 2-3 mal in jeder Woche. So grundverkehrt ist diese Aussage ja gar nicht mal.

Wie kann ich am besten den Weg zu meinem Schöpfer finden ? Auch dadurch, dass ich Seine Schöpfung interessiert betrachte. Wenn ich mit offenen Augen durch die Welt gehe, dann kann ich überall Gottes Allmacht begegnen. Schauen wir uns doch nur einmal eine Blume an. Wenn die ersten Sonnenstrahlen auf sie treffen, öffnet sie ihre Blüten. Bei Kälte und Regen verschließt sie diese wieder. All dies hätte ein Mensch niemals erfinden können.

Wir könnten noch hunderte andere Beispiele anführen. Die Mikrobiologen kennen das Modell der nichtreduzierbaren Komplexität. Das bedeutet nichts anders, als dass an einem komplexen Gebilde nur die kleinste Kleinigkeit verändert werden muss, um dieses zum Zusammensturz zu bringen. Und lassen Sie uns doch einmal den Menschen unter dieser Prämisse betrachten. Der kleinste Eingriff in die Zellstruktur würde dazu führen, dass sich Zellen nicht mehr vermehren können. In kürzester Zeit würden wir sterben. Oder nehmen Sie die Regulierung unserer Körpertemperatur. Würde unsere Körpertemperatur um nur 15 % steigen, so würden wir sterben.

Ich glaube, Gott hat uns diese Schöpfung übergeben, damit wir den Weg hin zu IHM finden können. Denn wenn wir erkennen, dass wir so etwas, wie den Menschen ja gar nicht selber schaffen können, dann muss wohl jemand anders dahinter stecken, der den Menschen erschaffen hat. Gott benutzt
also die Natur als Vehikel dafür, dass wir uns selber immer wieder in Frage stellen.

Wir können also Gottes Allgegenwart und Sein Wirken in der Natur sehen, aber nicht nur dort. Natürlich lebt Gott AUCH in der Natur, aber eben nicht nur dort.

3. Gott wohnt in den Menschen

Gott wohnt dort, wo man Ihn hereinlässt, so sagte es der Theologe Martin Buber. Ich denke, dies ist die treffendste Antwort. Wie schaffe ich es denn, dass Gott auch in mir wohnt ? Das wäre ja die logische Frage auf das Zitat von Martin Buber. Ganz einfach dadurch, dass ich diesen allmächtigen Gott einlade, Besitz von meinem Leben zu ergreifen und Ihn bitte, die Herrschaft über mich und mein Leben zu übernehmen.

In dem Moment, wo ich dies tue, wird der Herr bei mir einziehen. Er schaut nicht auf das, was gewesen ist. Egal, was auch geschehen ist, wenn ich all meine Sünden bereue, dann ist ER treu und gerecht. Mit Gott fangen wir wieder bei Null an. Alles, was bisher gewesen ist, gehört der
Vergangenheit an. Vor Gott existiert diese Vergangenheit nicht mehr. ER hat schließlich alles neu gemacht.

Jetzt sind wir ja alle nicht perfekt. Aber über eines müssen wir uns im klaren sein: Wenn Gott nicht mehr an meine Vergangenheit denkt, diese also für Ihn gar nicht mehr existiert, dann gilt dies auch für die Vorgeschichte meiner Mitgeschwister. Wie gerne wärmen wir doch alte Geschichten wieder auf. Und genau davon sollen wir gefälligst die Finger lassen. Wenn mein Bruder und meine Schwester Vergebung gefunden hat, dann darf ich ihr diese nicht absprechen. Und wenn ich das
Göttliche in mir trage, dann ist es meine Pflicht, das Göttliche auch in meinem Mitmenschen zu sehen.

Wenn wir bei Gott in die Lehre gehen, dann wird Er uns zeigen, welchen Weg wir zu gehen haben. Wenn wir als Seine Schüler auf unseren Lehrer achten, dann werden wir nicht immer, aber immer öfter den richtigen Weg gehen. Bei allen auftauchenden Problemen dürfen wir uns immer wieder
daran erinnern, dass Gott nur ein Gebet weit entfernt ist. Wenn wir dies ganz konsequent durchführen, dann brauchen wir uns nicht vor dem Tag zu fürchten, wenn unser Herr wiederkommt. Selbst, wenn Er heute noch käme.

Zu welchem Ergebnis sind wir denn jetzt gelangt ? Ja, Gott wohnt auch in der Kirche, ja, Gott ist auch in der Natur zu Hause, ja, Gott wohnt in der Menschen Herz. Fassen wir es doch mit dem Psalm 139, 5 zusammen, der besagt

„Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“

Ich füge einfach mal hinzu, sowohl in der Kirche, als auch in der Natur. Gott wohnt überall dort, wo sich Seine geliebten Kinder gerade befinden.

Dass Gott allzeit um uns herum ist, das beschreibt die Liederdichterin Julie Hausmann sehr schön in ihrem Lied „So nimm denn meine Hände…“, dessen erster Vers lautet, wie folgt:

So nimm denn meine Hände und führe mich
bis an mein selig Ende und ewiglich.
Ich mag allein nicht gehen, nicht einen Schritt:
wo du wirst gehn und stehen, da nimm mich mit

Der Herr gehe stets einen Schritt vor Dir her, um Deinen Weg zu bereiten
Der Herr halte stets SEINE Hand über Dir, damit Du unter SEINEM Schutz stehst
Der Herr gehe stets einen Schritt hinter Dir her, damit Dir niemand in den Rücken fallen kann

Amen.

Liebe Gemeinde,

Ihnen allen wünsche ich noch einen geruhsamen Feiertag. Bis zum nächsten Sonntag wünsche ich Ihnen allen Gottes reichen Segen.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Tage der Himmelfahrt unseres Herrn. An dem heutigen Tage gedenken wir an die Rückkehr des auferstandenen Herrn in Sein Reich. Und trotzdem handelt Gott auch heute noch in dieser Welt.

Wenn wir uns den heutigen Predigttext betrachten, dann stellen wir fest, dass dieser ja aus dem Alten Testament stammt. Schon damals handelte Gott. Dann handelte Gott, als Er Mensch wurde und nun handelt Er wieder aus der für uns unsichtbaren Welt heraus. Bevor wir gemeinsam über den Predigttext des heutigen Sonntages nachdenken, lassen Sie uns diesen zusammen lesen. Wir finden den Predigttext für den heutigen Feiertag im 1. Buch der Könige, Kapitel 8, die Verse 22-24 und 26-28:

Und Salomo trat vor den Altar des Herrn angesichts der ganzen Gemeinde Israel und breitete seine Hände aus gen Himmel und sprach: Herr, Gott Israels, es ist kein Gott weder droben im Himmel noch unten auf Erden dir gleich, der du hältst den Bund der Barmherzigkeit deinen Knechten,
die vor dir wandeln von ganzem Herzen; der du gehalten hast deinem Knecht, meinem Vater David, was du ihm zugesagt hast. Mit deinem Mund hast du es geredet; und mit deiner Hand hast du es erfüllt, wie es offenbar ist an diesem Tage. Nun, Gott Israels, lass dein Wort wahr werden, dass du deinem Knecht, meinem Vater David, zugesagt hast. Aber sollte Gott wirklich auf Erden wohnen ? Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen – wie sollte es dann dies Haus tun, das ich gebaut habe ? Wende dich aber zum Gebet deines Knechts und zu seinem Flehen, Herr, mein Gott, damit du hörest das Flehen und Gebet deines Knechts heute vor dir.

Liebe Gemeinde,

Gott handelt auch noch heute noch genau so, wie Er zu Zeiten Salomos gehandelt hat.
Woran erkennen wir Gottes Handeln in dieser Welt, oder noch besser, wie handelt Gott in dieser Welt ganz konkret ? Ich glaube, es sind drei Charakteristika des Handelns Gottes, die wir schon im Alten Testament erkennen können. Lassen Sie uns darüber am heutigen Tage gemeinsam nachdenken.

1. Gott redet

Schön und gut, Gott redet also. Aber wieso hören ihn so viele Menschen einfach nicht mehr. Ganz einfach, weil wir nicht mehr hinhören. In der heutigen Zeit werden wir mit so vielen Informationen überschüttet, dass wir Gott und Sein Reden in dieser Welt ganz einfach überhören.

Tageszeitungen, Radio, Fernsehen und Internet nehmen uns gewissermaßen 24 Stunden am Tage gefangen, sodass wir gar keine Zeit der Stille mehr haben, in welcher wir das Reden Gottes vernehmen könnten. Wie können wir das ändern ? Eine Wortschöpfung macht immer mehr die Runde, das Wort „Entschleunigung“. Ich wage jedoch zu bezweifeln, dass uns mehr Zeit für unseren Herrn bleibt, wenn wir unser Leben entschleunigen. Erfahrungsgemäß bleiben viele Sachen einfach unerledigt liegen, die wir dann trotzdem irgendwann erledigen müssen.

Entschleunigung scheint also nicht die Lösung zu sein. Ich denke, das Wort eines bekannten Evangelisten hilft uns hier besser weiter: „Mensch, nimm dich nicht so wichtig, nimm dir Zeit für Gott.“ Wenn wir uns wieder eingestehen, dass wir nicht der Mittelpunkt der Welt sind, dann erkennen wir auch, dass wir wirklich nicht so wichtig sind, wie wir es vielleicht manches Mal meinen. Und wenn wir dies eingesehen haben, dann können wir uns auch wieder Zeit für jemanden nehmen, der wirklich wichtig ist, nämlich für Gott.

Wenn wir im Gebet zu Ihm reden, dann, liebe Gemeinde, werden wir auch Seine Stimme, die uns ganz direkt anspricht, wieder vernehmen dürfen. Wenn wir uns wieder Zeit für Gott nehmen, dann haben wir auch wieder Zeit in Seinem Wort zu lesen. Und wenn wir dies tun, dann erkennen wir
auch Sein Reden damals und heute.

2. Gottes Verheißungen

Wenn wir über Gottes Eingreifen in dieser Welt nachdenken, dann kommen wir ganz schnell an den Punkt, wo es um die Erfüllung unserer eigenen Wünsche und Anliegen geht. Immer dann, wenn Gott unsere Wünsche nicht nach unserem Gutdünken erfüllt, dann wirkt Gott eben nicht mehr in
dieser Welt. Und dann wird Er eben wieder an die Seite geschoben.

Aber Achtung liebe Gemeinde, dies ist die typische Form des Irrglaubens, welcher tausende von Menschen immer noch unterliegen. Es gibt keinen „Wünsch dir was“ Gott. Wer allein an diesen Gott glaubt, wird immer wieder enttäuscht werden, weil es diesen Gott eben nicht gibt.

Aber WAS genau bewirkt denn der lebendige Gott heute noch, wenn schon nicht unsere Wunscherfüllung ? Auch dies erfahren wir in unserem heutigen Predigttext. Dort finden wir die Worte „was du ihm zugesagt hast“. Gott erfüllt also nicht all unsere Wünsche, aber Er erfüllt
garantiert all Seine Verheißungen, wie es uns schon Dietrich Bonhoeffer gelehrt hat.

Wir sind schon ein recht merkwürdiges Geschlecht auf Erden. Da können wir in der Bibel hunderte von Verheißungen entdecken und auch gleichzeitig deren Erfüllung nachlesen. Und wir zweifeln immer noch an der Erfüllung der Verheißungen, die uns immer noch bevorstehen.

Ich glaube wir alle täten gut daran, wenn wir uns weniger auf menschliche Prognosen verlassen würden, sondern wenn wir alle unser Verhalten wieder an den noch nicht erfüllten Verheißungen Gottes ausrichten würden. Wir könnten wieder friedvoll miteinander umgehen, es gäbe keinen Neid mehr auf Erden und alle Menschen könnten in einer Gemeinschaft miteinander leben, die allein auf die Liebe, Gnade und Barrmherzigkeit unseres Herrn ausgerichtet ist.

Ein frommes Wunschdenken ? Sicherlich, liebe Gemeinde, doch was wäre eigentlich, wenn ein jeder beginnen würde, nach den endgültigen Verheißungen unseres Herrn zu leben ?

3. Mit Deiner Hand

Wir haben uns darüber unterhalten WIE wir Gottes Reden hören können und WAS Gott auch heute noch in Seiner Welt bewirkt. Nun sollten wir uns noch kurz darüber unterhalten, WIE Gott denn nun HANDELT. Auch darüber lässt uns der heutige Predigttext nicht im Ungewissen. „Mit deiner Hand
hast du es erfüllt“, so lesen wir es in dem Buch der Könige. Und das macht Er auch heute noch.

Gott hat den Planeten Erde ja nicht 1x aufgezogen und lässt ihn dann unkontrolliert bis zu seinem Ende laufen. Nein, liebe Gemeinde, der Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat greift auch heute noch in der Welten Lauf ein. Daher haben wir auch keinen Kirchengott, den wir sonntags von 10.00 bis 11.00 Uhr besuchen und der sich dann gefälligst auf den nächsten Sonntag zu freuen hat, wenn wir wieder vor Ihm erscheinen. Nein, der Gott, der real existiert, ist ein Gott aller Tage, der auch heute noch in der Lage ist, mit Seiner Hand alles zu erfüllen, was Er verheißen hat.

Ich glaube, an dieser Stelle ist auch einmal neben Dankbarkeit und Demut, Respekt vor diesem großen Gott angesagt. Wenn wir uns diesem Gott wieder respektvoll, dankbar und voller Vertrauen nähern, dann dürfen wir sicherlich auch wieder Zeugen Seines Eingreifens in dieser Welt werden. Dieses letztendliche Vertrauen allein darauf, dass ER alles richten wird, fällt uns Menschen manchmal natürlich schon ein wenig schwer. Wie gut, das wir unseren Herrn immer wieder im Gebet darum bitten dürfen, dass Er unsere Zweifel beiseite schiebt und uns das schenkt, was wir alle so bitter nötig haben, nämlich ein unerschütterliches Gottvertrauen.

Ein derart unerschütterliches Gottvertrauen hatte sicherlich auch Paul Gerhardt. Sehr schön drückt er dies in dem ersten Vers seines Liedes: „Befiehl du deine Wege…“ aus, der da lautet, wie folgt:

Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt
der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt.
Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn,
der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.

Der Herr schenke Dir ein Herz, dass SEIN Reden hören darf
Der Herr lasse Dich SEIN Wirken in dieser Welt erkennen
Der Herr lasse Dich SEINE Gegenwart immer wieder spüren und erleben

Amen

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Feiertag und eine schöne restliche Woche unter dem Segen des Herrn, der auch heute noch in dieser Welt allgegenwärtig ist.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber