Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Himmelfahrtstag im Jahre 2018. Den Predigttext für den heutigen Tag finden wir im ersten Kapitel der Offenbarung, die Verse 4-8. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen.

Gruß an die sieben Gemeinden

Johannes an die sieben Gemeinden in der Provinz Asien: Gnade sei mit euch und Friede von dem der da ist und der da war und der da kommt, und von den sieben Geistern, die vor seinem Thron sind, und von Jesus Christus, welcher ist der treue Zeuge, der Erstgeborene von den Toten und Herr über die Könige auf Erden!

Ihm, der uns liebt und uns erlöst hat von unsern Sünden mit seinem Blut und uns zu Königen und Priestern gemacht hat vor Gott, seinem Vater, ihm sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Siehe, er kommt mit den Wolken, und es werden ihn sehen alle Augen und alle, die ihn durchbohrt haben, und es werden wehklagen um seinetwillen alle Geschlechter der Erde. Ja, Amen.

Ich bin das A und das O spricht Gott der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige.

Liebe Gemeinde,

glauben wir das eigentlich wirklich noch, was in Markus 16, Vers 19 berichtet wird: „Nachdem der Herr Jesus mit ihnen geredet hatte, wurde er aufgehoben gen Himmel und setzt sich zur Rechten Gottes.“ Es handelt sich ja lediglich um Zeugenaussagen, die über dieses Geschehen berichten. Und kaum ein Gericht stützt sich gern allein auf Zeugenaussagen, da diese immer auch persönlich geprägt sind.

Aber, liebe Gemeinde, in unserem heutigen Predigttext spricht derjenige höchstpersönlich zu uns, der aufgehoben wurde in den Himmel und der nun zur Rechten Gottes sitzt. Also keine möglicherweise gefärbten Zeugenaussagen, nein in unserem Predigttext spricht Jesus direkt zu uns. Schauen wir uns doch einmal an, was er uns sagen möchte:

1. Der da ist

Der da ist bedeutet ja in der Realität nichts anders als dass unser Herr lebt. ER lebt schon ganz real in der Ewigkeit. Von dort hat er sich schließlich auch Johannes offenbart, der dann das, was ihm aufgetragen wurde 1:1 an uns weitergegeben hat.

Das bedeutet aber auch, dass die umgekehrte Richtung funktioniert. Wenn ER lebt uns zu uns spricht, dann können auch wir direkt mit ihm reden. Dann ist das Gebet kein frommes Wunschdenken und schon gar keine bloßes religiöses Ritual mehr, nein, dann ist Gebet das tatsächliche reden mit Gott.

Im Laufe der Kirchengeschichte waren ja über das Auferstehungsgeschehen diverse Zweifel aufgekommen. Die Jünger hätten das Grab verwechselt, die Jünger hätten den Leichnam Jesu geklaut oder aber gar die Theorie Jesus sei nicht wirklich tot gewesen, sondern habe sich aus dem Grab selber befreit.

Spätestens jetzt, mit der direkten Ansprache fallen alle diese Theorien gänzlich in sich zusammen. Jesus selbst also räumt alle Zweifel aus, indem er zu Johannes spricht.

2. Der da war

Derjenige, der jetzt im Himmel ist, also Gottes eingeborener Sohn, der war tatsächlich bei uns auf Erden und hat mitten unter uns gelebt. Davon berichten insbesondere die vier Evangelien.

Doch auch diese, deren Entstehung und deren Verbreitung wurden im Laufe der Geschichte immer wieder kritisch hinterfragt. Aber mit dem „Der da war“ räumt Jesus auch mit allen diesen Zweifeln auf und sagt „Ja, ich war auf Erden und habe mitten unter euch gelebt.“

Was bedeutet dies denn für uns heute? Das bedeutet nichts anderes, als dass alles, was der Herr Jesus auf Erden gelehrt hat, die tatsächliche Lehre desjenigen war, der Himmel und Erde geschaffen hat.

Er war auf Erden weil er uns über als geliebt hat, sodass er sogar für unsere Sünden mit seinem Leben bezahlt hat. In seiner Lebenszeit auf Erden hat er uns den Weg aufgezeigt, wie wir wieder Frieden mit Gott bekommen können und wie wir uns auf Erden schon auf den Himmel vorbereiten können.

Seinen Jüngern hat er dies immer wieder erläutert. Jesus wusste vermutlich, dass kaum ein Mensch dies alles behalten kann. Daher hat er seine persönlichen Ratschläge für ein gelingendes Christenleben auf Erden auch in einer besonderen Predigt zusammengefasst.

Diese Bergpredigt finden wir bei dem Evangelisten Matthäus in den Kapiteln 5-7. Wenn wir uns wieder einmal vergegenwärtigen, dass diese Predigt von dem stammt, der auf Erden gelebt hat und nun im Himmel weiterlebt, dann nähern wir uns dieser Predigt sicherlich mit noch mehr Respekt und Achtung, als wir es sicherlich ohnehin schon tun.

3. Der da kommt

Jesus war auf Erden, Jesus ist nun im Himmel und wir sind erlöst und Ende der Botschaft. Da fehlt doch irgendwie noch was, oder finden Sie nicht auch?

Und das, was fehlt haben wir soeben gehört. „Der da kommt“ heißt nichts anderes als dass der Herr Jesus noch einmal auf Erden erscheinen wird. Dann aber nicht als Kind in der Krippe sondern als Richter der Welt.

Dann wird er all die Seinen, die ihr Leben ihm anvertraut haben mit sich führen in den Himmel. Und wenn das geschieht, dann wird sich auch das bewahrheiten, was wir im 21. Kapitel der Offenbarung lesen:

“ Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen ! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein und er selbst, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das erste ist vergangen.“

Diese Zusage gilt allen Menschen, die auf Erden schon ihr ganzes Vertrauen in den Herrn gesetzt haben, der für ihre Sünden bezahlt hat und nunmehr im Himmel regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Darum lassen Sie uns schon hier auf Erden immer wieder in den ersten Vers des Liedes „Jesus Christus herrscht als König… (EG 123) von Philipp Friedrich Hiller einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Jesus Christus herrscht als König, alles ist ihm untertänig,
alles legt ihm Gott zu Fuß.
Alle Zunge soll bekannen, Jesus sei der Herr zu nennen,
dem man Ehre geben muss.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen Himmelfahrtstag und ich verabschiede mich bis zum nächsten Sonntag.

Bleiben Sie wohlbehütet wünscht Ihnen
Ihr

Ulrich Naber