Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Heiligabend. Den Predigttext für den heutigen Tag finden wir im Propheten Jesaja, Kapitel 9, die Verse 1-6. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Der Friedefürst wird verheißen

Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell. Du weckst lauten Jubel, du machst groß die Freude. Vor dir wird man sich freuen, wie man sich freut in der Ernte, wie man fröhlich ist, wenn man Beute austeilt. Denn du hast ihr drückendes Joch, die Jochstange auf ihrer Schulter und den Stecken ihrers Treibers zerbrochen wie am Tage Midians. Denn jeder Stiefel, der mit Gedröhn dahergeht, und jeder Mantel, durch Blut geschleift, wird verbrannt und vom Feuer verzehrt. Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, dass er’s stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer des Herrn Zebaoth.

Liebe Gemeinde,

wenn ich so an die vergangenen Wochen denke und mir das bunte Treiben in unseren Dörfern und Städten anschaue, dann komme ich zu dem Ergebnis, dass wir Weihnachten mittlerweile zu einem Fest der Lichter, Tannenbäume und Geschenke gemacht haben. Den eigentlichen Sinn scheinen viele Menschen nur noch rudimentär zu erahnen.

Schauen wir uns doch heute einmal an, was der Prophet Jesaja über das Weihnachtsfest geschrieben hat. Und zwar, das dürfen wir niemals vergessen, lange Zeit bevor Jesus überhaupt geboren worden ist. Was Jesaja beschreibt betrifft übrigens nicht nur ein ganzes Volk sondern jeden einzelnen von uns; auch heute noch.

1. Die Finsternis

Das Volk, das im Finstern wandelt. Mit  diesem Volk, liebe Gemeinde sind auch heute noch all diejenigen Menschen gemeint, die ihren Weg ohne Gott gehen.

Ich glaube, ein Blick in die Tageszeitung reicht aus, um jeden Morgen festzustellen, dass noch sehr viele Menschen auf dem Weg in der Finsternis unterwegs sind.

Jetzt muss man sagen, dass wir von Geburt an in diese Finsternis hineingeboren werden, wir also gar nichts anderes kennen als diese Finsternis. Und viele Menschen richten sich in dieser Finsternis so einigermaßen gemütlich ein. Stellenweise arrangieren sie sich mit der Finsternis und leben für Ihre Verhältnisse auch ganz gut damit.

Die Finsternis ist aber nur so lange erträglich wie man irgendwie allein zurechtkommt. Sobald man Hilfe benötigt steht man ganz allein auf weiter Flur, denn es ist ja keiner da, der einem helfen könnte. Die Mitmenschen leben ja ebenfalls in dieser Dunkelheit und sind im allgemeinen so mit sich selber beschäftigt, dass sie gar nicht auf den Gedanken kommen, einander zu helfen.

Es war aber eine bei Gott beschlossene Sache, den Menschen einen Weg aus der selbst verschuldeten Dunkelheit zu weisen.

2. Das große Licht

Haben Sie es mitbekommen ? Das Licht im Altarraum war die ganze Zeit ausgeschaltet. Jetzt in diesem Moment ist das Licht an den Weihnachtsbäumen eingeschaltet worden. Bis gerade haben wir weder die Weihnachtsbäume, noch die Krippe, noch den Altar und das Kreuz gesehen. Jetzt können wir all dies ganz klar wahrnehmen.

Und so, liebe Gemeinde kam unser Heiland auf die Welt. Plötzlich war das Licht da. Stellen wir uns einmal vor, wir machen einen Winterspaziergang zu einer Hütte, wo wir im Kreise mit unseren Freunden Weihnachten feiern wollen.

Wir gehen zunächst durch die Finsternis. Und dann auf einmal sehen wir den ersten Lichtstrahl, der uns den Weg zur Hütte weist. Fröhlich gehen wir weiter bis wir an der Hütten angelangt sind.

Vor der Hütte ist es aber immer noch kalt. Wir können die Wärme in der Hütte nur erahnen. Also was machen wir ? Wir gehen in die Hütte hinein, um uns zu wärmen.

Und genau das ist es, was das Kind in der Krippe uns anbieten möchte. Es liegt als das Licht der Welt in der Krippe. Weithin leuchtet sein heller Schein; doch die Lichter der Welt versuchen immer wieder dieses Licht zu überstrahlen.

Und dann erreicht dieses Licht doch auf wundersame Weise das Herz eines Menschen. Was macht er? Er geht auf das Licht zu und merkt, dass es immer heller in sein Herz hineinscheint. Und plötzlich steht er vor dem Stall in Bethlehem und….. Hier kommt der Knackpunkt, liebe Gemeinde, viele Menschen gehen bis zum Stall, aber sie gehen nicht hinein.

Christi Wärme, seine Liebe, seine Gnade und seine Barmherzigkeit können wir aber nur dann spüren und erleben, wenn wir den entscheidenden Schritt in den Stall hineingehen. Für uns Christen heißt dieser Schritt durch diese Türe Bekehrung.

3. Ewigkeit

Wer nun durch diese Türe hindurchgeht, der darf nicht nur die wärmende Nähe unseres Herrn spüren. Der darf auch darauf vertrauen, dass der Herr ihm sein ganzes weiteres Leben lang zur Seite stehen wird.

Wer eingeht durch diese Türe, der übergibt sein ganzes Leben in die treusorgenden Hände des Kindes, welches wir jetzt in der Krippe liegen sehen.

Aber das ist noch nicht alles. Diese Jesus in der Krippe herrscht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Und alle, die Jesus angehören, dürfen sich felsenfest darauf verlassen, dass sie alle mit ihm herrschen werden. Und dies ist wohl das schönste Weihnachtsgeschenk, welches uns das Kind in der Krippe machen kann.

Unsere Hingabe an Jesus beschreibt der Liederdichter Paul Gerhardt sehr schön in dem ersten Vers seines Liedes: „Ich steh an deiner Krippen hier…“ (EG 37), der da lautet, wie folgt:

Ich steh an deiner Krippen hier, o Jesu, du mein Leben;
ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben.
Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut nimm alles hin
und lass dir’s wohl gefallen.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und nun erst einmal einen besinnlichen und beschaulichen Heiligabend.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 24.12., dem Heiligabend im Jahre 2016. Den Predigttext für den heutigen Gottesdienst finden wir im Johannesevangelium, die Verse 16 bis 21. Lassen Sie uns diesen Predigttext, den Sie vermutlich alle kennen, doch noch einmal gemeinsam lesen:

Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde. Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse. Wer Böses tut der hasst das Licht und kommt nicht zu dem Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zu dem Licht, damit offenbar wird, dass seine Werke in Gott getan sind.

Liebe Gemeinde,

schon wieder ist ein Jahr ins Land gegangen. Und schon wieder schauen wir auf unsere Krippe und das Geburtsgeschehen rund um Jesus, unseren Heiland und Erlöser. In vielen Gemeinden sind mittlerweile zahlreiche Asylanten und Flüchtlinge angekommen und schon sehr erfolgreich integriert worden. Mir sagte einer unserer „Neubürger“ vor kurzem einmal, dass er unsere Kirche gar nicht verstehe. Wieso beten wir ein Kind an, das in einem Stall geboren wird und hängen auch noch all unsere Hoffnung an dieses kleine Bauernkind?

Da wir vermutlich alle einmal mit dieser Frage konfrontiert werden, lassen Sie uns am heutigen Abend einmal den Versuch starten und gemeinsam überlegen, was wir einem derartigen Fragesteller denn antworten könnten und zwar so, dass er es auch versteht. Also wagen wir es einfach mal.

1. Der Usprungszustand

Gott im Himmel hatte die Erde und die Menschen geschaffen. Da Gott perfekt ist und keinen Fehler macht, hatten wir vorzeiten in der Tat paradiesische Zustände auf Erden. Es war alles perfekt, es gab nichts, was vielleicht verbesserungswürdig gewesen wäre.

Der Mensch, der in diesem Paradies lebte, hatte alles, was das Herz begehrte. Aber es gab eine Einschränkung. Er durfte alles, aber er durfte nicht die Früchte eines bestimmten Baumes verzehren. Irgendwann tat er dies aber doch und verstieß somit gegen das einzige Verbot, was Gott den Menschen auferlegt hatte. Kurzum, die Sünde, also der Ungehorsam gegenüber Gott, war geboren.

In Gottes Gegenwart ist kein Platz für Sünder jedweder Art. Also wurden die beiden Menschen, Adam und Eva, aus dem Paradies ausgewiesen. Der Eingang des Paradieses wird seitdem von Engeln bewacht, die einem jeden Sünder den Zugang zum Paradies, den wir auch Himmel nennen, verwehren.

Nun muss ich noch sagen, dass Gott zwar den Menschen aus dem Paradies hinausgeworfen hat, aber er sein Geschöpf nach wie vor liebte. Jeder, der Kinder hat, kennt das. Sie können einen enttäuschen und man ist wütend auf sie aber sie hören ja nicht auf die von mir gezeugten Kinder zu sein. Also liebte Gott seine Geschöpfe auch weiterhin.

2. Der geniale Plan

Gott liebte seine Kinder, aber die Gemeinschaft mit Ihnen konnte er nicht zulassen, da er der heilige Gott ist und in seiner Nähe keine Sünde duldet. Der Mensch selber konnte nichts tun, um den Weg von unten, also der Erde, nach oben, also in den Himmel wieder freizumachen.

Im Alten Testament lesen wir viel darüber, wie Sünden durch Blut gesühnt wurden. In dem Moment, wo dies geschah, waren die Menschen von ihren Sünden erlöst. Aber nur eine Millisekunde später trat die Sünde wieder in das Leben der Menschen weil der Mensch durch die Erbsünde belastet ist. Also hatte kein Mensch die Möglichkeit zurück zu Gott in den Himmel zu kommen.

Daher musste ein genialer Plan Gottes her. Es musste jemand für die Sünden der Menschen mit Blut bezahlen, der kein Erbsünder war, der also noch niemals gesündigt hatte. Der einzige, der dies war, das war Gott selber.

Und somit beschloss Gott, als Mensch auf die Welt zu kommen, um dann als ein sündloser Mensch für alle Sünden aller Menschen und aller Zeiten zu bezahlen. Wir beten also nicht das arme Bauernkind in der Krippe an, sondern Gott, der dort als Kind in der Krippe liegt.

Dieses Kind in der Krippe zog Jahre später als Landprediger von Ort zu Ort und zeigte den Menschen, wie sie denn den Weg zurück zu Gott finden konnten. Es war damals so, wie es heute ist: Die einen nahmen ihn an und die andern verstießen ihn.

Und dann kam der Tag, an welchem er unser aller Sünden auf sich nahm. Wir nennen ihn Karfreitag. An diesem Tage starb Gott am Kreuz und sein eigenes Blut war das Blut, dass für alle Sünden dieser Welt vergossen worden ist.

Als Gott dies tat, machte er den Weg von unten nach oben wieder frei, weil er zuvor von oben nach unten gekommen war. Gott tat dies für jedes seiner Geschöpfe, auch für alle zukünftigen Geschöpfe. Egal, welche Hautfarbe, Religion oder Nation, alle sind wir eingeladen, Gottes Kinder zu werden.

3. Das Ergebnis

Wir sind also alle eingeladen, Gottes Kinder zu werden. Aber wie wird man das denn ? Das wird man dadurch, dass man das, was das Kind in der Krippe für uns getan hat, für sich selber als Geschenk annimmt.

Man braucht gar nichts dafür zu tun. Keine stundenlangen Gebete, keine regelmäßigen immer wiederkehrenden Rituale bringen uns dereinst in den Himmel. Nur wer das Geschenk des Kindes in der Krippe annimmt und ihm allein vertraut und glaubt, nur der wird nicht in der Hölle landen, sondern als Gottes geliebtes Kind das ewige Leben haben.

Das ist das Weihnachtsgeschenk, welches uns Jesus ganz persönlich machen möchte. Wir sind alle eingeladen, das Geschenk anzunehmen. Und was macht man mit einem Geschenk? Man packt es aus und wendet es auch an.

Genau das sollen wir mit dem Geschenk unseres Herrn auch tun. Wir sollen es auspacken, was bedeutet, dass wir uns mit dem Inhalt des Glaubens näher beschäftigen sollen. Dieses Kennenlernen des Glaubens führt uns immer ein Stück weit näher zu Jesus hin. Und dann sind wir alle eingeladen, das zu tun, was uns die Bibel vorschlägt zu tun.

Zum Beispiel unser Zuviel mit denen zu teilen, die von allem zu wenig besitzen. Wir sind eingeladen uns besonders um die Menschen zu kümmern, mit denen keiner mehr etwas tu tun haben will. Und wir sind ganz allgemein eingeladen, ganz persönlich all denen zur Seite zu stehen, die unsere Hilfe nötig haben.

Helfen wir also unseren Mitmenschen, dieses Geschenk noch heute anzunehmen, es auszupacken und es auch zu gebrauchen. Wenn wir das tun, dann machen wir genau das, was der Herr Jesus von uns erwartet. Vielleicht haben wir ja gerade an den Feiertagen schon die Möglichkeit, dies in die Tat umzusetzen. Und gerade dabei wünsche ich uns Gottes gnädigen Beistand.

Bevor wir jetzt nach Hause strömen, um unsere Lieben zu beschenken oder aber uns beschenken zu lassen, lassen Sie uns noch gemeinsam DAS traditionelle Weihnachtslied singen, welches in nahezu allen Kirchen unseres Landes heute Abend gesungen wird. Es ist das Lied „O du fröhliche…“ (EG 44):

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit !
Welt ging verloren, Christ ist geboren: Freue, freue dich, o Christenheit!
O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit !
Christ ist erschienen, uns zu versühnen: Freue, freue dich, o Christenheit!
O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit !
Himmlische Heere jauchzen dir Ehre: Freue, freue dich, o Christenheit!

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen ein gesegnetes, und geruhsames Weihnachtsfest. Ich freue mich, Sie morgen wieder begrüßen zu können und sende Ihnen bis dahin meine herzlichsten Segensgrüße

Ihr
Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Heiligabend im Jahre 2015. Ich möchte Ihnen allen ein gesegnetes Weihnachtsfest wünschen. Zu Weihnachten gibt es ja bekanntermaßen Geschenke. Und über ein Geschenk erfahren wir mehr in unserem heutigen Predigttext. Den Predigttext für den heutigen Abend finden wir bei Titus im 2. Kapitel, die Verse 11-14.
Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die heilsame Gnade

Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen und nimmt uns in Zucht, dass wir absagen dem ungöttlichen Wesen und den weltlichen Begierden und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt leben und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Heilandes Jesus Christus, der sich selbst für uns gegeben hat, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken.

Liebe Gemeinde,

Lichterglanz in allen Städten, Weihnachtseinkäufe, die noch erledigt werden müssen und all die vielen Weihnachtsfeiern halten uns manchmal ganz schön auf Trab. Manchmal so sehr, dass wir vergessen, um was es denn eigentlich an Weihnachten geht. Gut, alle, die wir heute hier versammelt sind, wissen es ja, aber das sind bekanntermaßen gerade mal
2-3 % der Bevölkerung insgesamt.

Und da ruft uns der Titusbrief mit einem ganz einfachen Satz das ins Gedächtnis zurück, was an Weihnachten geschehen ist: „Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen…“Lassen Sie uns diese zentrale Botschaft am heutigen Abend einmal etwas intensiver betrachten.

1. Es ist erschienen

Wenn man all die vielen Krippen sieht, fromme und manchmal auch weniger fromme Weihnachtslieder hört dann sieht das alles so niedlich aus und hört sich so heimelig an, dass man vermuten könnte, es handele sich um eine fromme Legende derer wir alljährlich zu Weihnachten gedenken.

Und nach Weihnachten werden die Krippen und Weihnachts-CD’s und all der Weihnachtsschmuck wieder für 11 Monate auf den Speicher verbannt. Wer so mit Weihnachten umgeht, liebe Gemeinde, der hat in der Tat noch gar nichts von Weihnachten verstanden.

„Es ist erschienen“ bedeutet nämlich dass der heilige Gott auf die Erde kam. Genau der Gott, der Himmel und Erde gemacht hat kam zu Weihnachten als Mensch auf diese Welt. Auch wenn das Kind in der Krippe so niedlich ausschaut, sollten wir uns immer wieder daran erinnern, wen wir denn da wirklich betrachten. Es ist nämlich der heilige Gott, der dort in Menschengestalt liegt.

Am Mainstream hat sich übrigens auch nach 2000 Jahren nichts geändert.
Da besuchte Gott höchstpersönlich seine Erde und man hatte noch nicht einmal ein gescheites Hotelzimmer für ihn. Alles, was man für ihn übrig hatte war ein Stall. So sehr liebt Gott einen jeden Menschen von uns, dass er sich auch nicht zu schade war, in einem Stall geboren zu werden.

Ich glaube, wenn wir jetzt einmal in Richtung Krippe schauen, dann sehen wir das Kind dort mit ganz anderen Augen an. Lassen Sie uns diesen veränderten Blickwinkel nicht nur zu Weihnachten, sondern das ganze Jahr über in unserem Herzen behalten.

2. Die heilsame Gnade

Gut, zu Weihnachten wurde Jesus geboren. Das wissen immerhin noch die meisten Menschen. Dass dieses aber auch einen tieferen Sinn hatte, das wird meist in den Hintergrund gedrängt.

Wie erklären wir unseren Mitmenschen den nun die Sache mit der heilsamen Gnade. Oftmals geht es ja schon damit los, dass die Menschen von sich behaupten ein vollkommen rechtschaffendes Leben zu führen. Die meisten betrügen nicht, respektieren das Eigentum der anderen Menschen und sind auch sonst nicht strafrechtlich relevant in Erscheinung getreten. Wer so lebt, de behauptet gern von sich, dass er doch gar keine Gnade brauche.

Vordergründig scheint dies auch richtig zu sein. Allerdings werden wir von Gott nicht nach dem deutschen Strafgesetzbuch abgeurteilt, sondern nach dem himmlischen Strafrecht. Und dort ist alles schon dann ein Verbrechen, wenn wir es auch nur denken. Jeder auch nur gedachte Ehebruch ist vor Gott ein Verbrechen. Jeder Streit mit unseren Mitmenschen ist vor Gott ein Verbrechen. Jede unterlassene Hilfeleistung ist vor Gott ein Verbrechen. Gott hat auch einen ganz bestimmten Terminus für diese Himmelsverbrechen, er nennt sie Sünde.

Seit Adam und Eva sind wir alle Sünder. Keiner unter uns ist wirklich ohne Sünde. Wir sind in Gottes Augen also alle Straftäter, die ihre gerechte Strafe verdient haben. Und die gerechte Strafe wäre ein Leben ohne Gott in der Hölle und dies nicht zeitlich begrenzt sondern für alle Ewigkeit.

Nun kennen wir ja alle den Satz „Gnade vor Recht ergehen lassen“. Genau dies hat Gott getan. In der Gestalt von Jesus kam ER in diese Welt um seine Gnade damit zum Ausdruck zu bringen, dass er all das, was wir eigentlich verdient hätten auf sich genommen hat und die Strafe dafür bezahlt hat. Was für ein Weihnachtsgeschenk !!!

Allerdings gilt dies nur für die Menschen, die dieses Gnadengeschenk auch annehmen wollen. Wer trotz besseren Wissens immer noch davon überzeugt ist, er benötige keine Gnade, der muss in der Tat auch für all seine Sünden selber geradestehen.

Diese heilsame Gnade ist zum einen, wie wir gesehen haben, auf unsere Sünden gerichtet. Aber diese Gnade geht noch weiter. Mit allem, was uns persönlich belastet und bedrückt und was uns vielleicht auch seelisch krank macht, mit all dem dürfen wir zu Jesus kommen und ihn bitten, uns wieder zu heilen. Wenn wir ihn ernstlich bitten, so wird er uns auch heilen. Vielleicht nicht immer mit dem Mittel, wie wir es uns denken, aber immer mit der „Himmelsmedizin“, die genau die richtige für uns ist.

3. Allen Menschen

Liebe Gemeinde, wir sind kein elitärer in sich geschlossener Verein, der für sich allein die Gnade unseres Herrn in Anspruch nehmen darf. Man hat ja manchmal so den Eindruck, dass die „Kirchgänger“ ein ganz besonderes Volk sind.

Hüten wir uns davor so zu denken. Wenn Gott sagt „Allen Menschen“ dann meint er auch alle Menschen. Dann meint er auch unseren vielleicht noch voll und ganz gottlosen Nachbarn. Dann meint er aber auch den Obdachlosen am Straßenrand. Und dann meint er auch die unzähligen Flüchtlinge, die jetzt gerade, häufig getrennt von ihren Familien ein Leben unter teils menschenunwürdigen Verhältnissen führen müssen.

Warum erinnere ich uns gerade an Weihnachten daran ? Nun, wir haben gesehen, welch wunderbares Geschenk uns unser Herr bereitet hat. Dieses Geschenk können wir vermehren, indem wir es weitergeben. Reichen wir doch dieses Geschenk allen Menschen weiter, von denen wir annehmen, dass sie es gut gebrauchen können. Nehmen wir doch Weihnachten wieder mal zum Anlass, uns daran zu erinnern, dass Gott niemals wegsieht sondern stets dem Hilfesuchenden zur Seite steht. Wenn Gott diesen Menschen nicht aufgibt, dann können wir es doch auch nicht. Dann können wir auch nur noch eines tun, nämlich auf den zugehen, der unsere Hilfe benötigt.

Wenn wir dies mit Herzen, Mund und Händen tun, dann haben wir alle das Wort Weihnachten mit prallem göttlichen Leben gefüllt.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam einstimmen in den ersten Vers des Weihnachtsliedes von Paul Gerhardt „Ich steh an deiner Krippen hier“ (EG 37), der da lautet, wie folgt:

Ich steh an deiner Krippen hier, o Jesu, du mein Leben; ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben.
Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut nimm alles hin und lass dir’s wohlgefallen.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen nunmehr einen schönen und besinnlichen Heiligabend und freue mich, morgen wieder bei Ihnen sein zu dürfen.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich zum heutigen Gottesdienst am Heiligabend
des Jahres 2014. Unseren Predigttext kennen Sie bestimmt alle. Es handelt
sich um die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium. Lassen Sie uns
Lukas 2, Vers 1-14 zunächst gemeinsam lesen:

Jesu Geburt

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus
ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die
allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war.
Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt.
Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das
jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem
Hause und Geschlechte Davids war, damit er sich schätzen ließe mit Maria,
seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. Und als sie dort waren, kam die
Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte
ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen
Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde
bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und der Engel des Herrn
trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie
fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht !
Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird;
denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in
der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in
Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem
Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:
Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines
Wohlgefallens.

Liebe Gemeinde,

was heißt für Sie eigentlich von Weihnachten? Diese Frage stellte vor
kurzem eine große deutsche Wochenzeitung ihren Lesern. Herausgekommen ist
folgendes: Gemütlichkeit, Treffen mit der Familie, Tannenbaum, gutes Essen,
Geschenke. Dazu braucht es bis auf den Tannenbaum gewiss kein Weihnachten zu
sein. Die Geburt Jesu kam glaube ich so auf Rang 25 oder 26.

Ich glaube, unsere Gesellschaft hat Weihnachten so richtig und gründlich
kernsaniert. Wir versprechen uns von der äußeren Hülle mittlerweile weit
mehr als von dem Inhalt der Weihnacht. Was ist denn nun der eigentliche
Inhalt von Weihnachten? Was verspricht uns denn Gott an Weihnachten?
Lassen Sie uns darüber ein wenig nachdenken.

1. Fürchtet euch nicht

Stellen wir uns doch einmal folgenden Engelsdialog vor:

Engel 1: Aufgepasst ihr Mitengel, Gott hat seine Verheißung wahrgemacht.
Er hat ja versprochen, sein Volk zu erlösen. Heute hat er den ersten Schritt
gemacht und ist in Menschengestalt auf die Welt gekommen. Das müssen wir
jetzt den Menschen mitteilen. Hat irgendjemand eine Idee, wem und wann?

Engel 2: Du weißt ja, die Menschen fallen ja gleich in Ohnmacht, wenn wir
aufkreuzen. Blöd nur, dass wir unsere Botschaft dann nicht mehr unter das
Volk bringen können. Aber ich hab da ne Idee. Direkt unter uns, siehst Du
Sie wenn Du genau hinschaust siehst Du Hirten. Die sind doch mit allen
Wassern gewaschen. Die sind auch nicht ängstlich. Die haut nix um. Lass uns
diesen doch die Frohe Botschaft verkünden. Und außerdem, wenn wir dies den
Priestern verkündigen, weißt Du, was dann passiert? Genau, es wird zu Tode
diskutiert. Kaum ist Gott auf der Welt, schon habe die ihn schon wieder
wegdogmatisiert. Also lass uns bei den Hirten bleiben.

Engel 1: Gute Idee, aber bevor irgendetwas schief geht, wollen wir ihnen
gleich zu Beginn sagen, dass sie keine Angst vor uns haben müssen.

Engel 2: Ok, dann wollen wir mal.

Liebe Gemeinde, vielleicht hat sich ein ähnlicher Dialog ja wirklich so oder
ähnlich im Himmel zugetragen. Zunächst einmal sehen wir, dass Gott seine
Versprechen hält. Was Jesaja prophezeit hat, soll genau so eintreten, wie er
es vorausgesagt hat. Und das ist schon einmal ein ganz großes
Weihnachtsgeschenk unseres Herrn: Er hält sich an seine Versprechen.

Wenn ich jetzt einmal Frage: Wer kann sich vorstellen, dass ihm Engel eine
frohe Botschaft überbringt, dann würden ganz wenige Finger nach oben zeigen.
In unserer und auch in der Welt vor 2000 Jahren war es natürlich nicht an
der Tagesordnung, dass Botschaften von Engeln überbracht wurden. Daher auch
die Einleitung „Fürchtet euch nicht“.

2. Große Freude, euch ist der Heiland geboren

Die Elberfelder Übersetzung benutzt anstelle des Begriffes Heiland den
Begriff Retter, welches auch zutreffender ist.

Zwei Bergsteiger hängen in einer steilen Felswand fest. Nichts geht mehr,
sie kommen weder vorwärts noch zurück. Was wäre des größte Geschenk für
diese beiden Unglücksraben? Wenn sie das Geräusch der Rotorblätter des
herannahenden Rettungshubschraubers hören würden. Dann wüssten sie, dass
ihre unmittelbare Rettung bevorsteht.

Und das ist das zweite große Geschenk unseres Herrn an uns. Unsere Rettung
steht bevor. Bildlich gesprochen müssen wir nur eines tun, nämlich in den
wartenden Hubschrauber einsteigen und dem Piloten vertrauen, dass er uns
sicher nach Hause bringt.

Mi Jesus Christus, diesem kleinen Kind in der Krippe, haben wir den größten
Rettungshubschrauber incl. Piloten der Welt zur Verfügung. Er weiß, dass
wir verloren sind. Darum kam er ja in diese Welt. Er weiß, dass wir ohne
seine Hilfe abstürzen werden in die Hölle. Darum reicht er uns die Hand zum
Leben.

Und er weiß, liebe Gemeinde, dass wir auch dann noch Sünder bleiben, wenn
wir seine Hand einmal ergriffen haben. Darum will er uns auch ganz dicht bei
sich haben, um uns möglichst oft vor der Sünde zu bewahren.
Und wenn wir dann doch wieder einmal wie die beiden Bergsteiger in der
Felswand festhängen, dann genügt ein Anruf und er befreit uns aus der
misslichen Situation.

3. Ehre sei Gott und Friede auf Erden

Ich glaube, liebe Gemeinde, wir müssen keine Propheten sein, wenn wir für
das neue Jahr, welches ja unmittelbar vor uns liegt, alles andere als den
Weltfrieden vorhersagen. An allen Ecken und Enden kriselt es doch auf diesem
Planeten. Wenn wir heute unter dem Tannenbaum sitzen, werden IS-Kämpfer
weiterhin ihr Unheil anrichten. In der Ukraine werden weiterhin die Menschen
ängstlich beieinander sitzen und afrikanische Rebellen werden weiterhin ihre
Mitmenschen drangsalieren.

Also ganz weit weg von unserem Predigttext und dem „Frieden auf Erden“.
Kann es den denn überhaupt noch geben, den Frieden auf Erden, den unser
Predigttext beschreibt? Ich glaube ja, den kann es auch hier auf Erden noch
geben und den wird es natürlich endgültig im Himmel geben.

In unserem Predigttext ist dem Frieden auf Erden nämlich noch etwas
vorgeschaltet, nämlich das „Ehre sei Gott in der Höhe.“

So, und hier liegt der berühmte Hase im Pfeffer. Gott hat uns keinen
dauerhaften, permanenten Kuschelfrieden auf Erden vesprochen, egal, was wir
auch anstellen. Nein, unser Predigttext sagt, dass zunächst einmal Gott
geehrt werden muss, bevor wir den vollkommenen Frieden auf Erden erwarten
dürfen.

Im Urtext finden wir für das Wort Ehre das Wort „doxa“. Dies bedeutet soviel
wie Verehrung. Uns Christen soll es in erster Linie darum gehen, Gott zu
verehren. Wenn wir dies tun, dann wird uns Gott auch ein Stück weit in seine
Herrlichkeit mit hineinnehmen.

Und genau hier liegt die Basis für den Frieden auf Erden. Wenn wir alle, und
ich betone alle Menschen es uns als unsere Aufgabe auf Erden ansehen, Gott
zu verehren, dann werden wir alle ein Stück weit von seiner Herrlichkeit
spüren, fühlen und erleben dürfen. Und dann wird der Friede Gottes, der
höher ist als all unsere Vernunft in unsere Herzen einziehen können. Und
dann, liebe Gemeinde, werden wir dauerhaften Frieden auf Erden haben.

Zu schön um wahr zu sein? Man könnt meinen, ja. Das kann doch gar nicht
klappen. Doch, liebe Gemeinde, das kann sehr wohl klappen. Wenn einer damit
beginnt zieht er den nächsten mit. Und dieser zieht dann wieder den nächsten
mit. Aller Anfang ist jedoch schwer. Und daher hat Jesus auch den Anfang
gemacht. Alles, was wir tun müssen, ist ihm konsequent nachzufolgen. Dann
kann das wirklich klappen mit dem Frieden auf Erden.

Um es weihnachtlich auszudrücken: Gott hat uns dieses wunderbare Geschenk
des Friedens übergeben, aber wir haben es bisher noch nicht einmal
ausgepackt. Lassen Sie uns damit beginnen es auszupacken und damit in
rechter Weise umzugehen.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen besinnlichen und friedvollen
Heiligabend.

Bevor wir uns unter den Segen des Herrn stellen lassen Sie uns gemeinsam DAS
Weihnachtslied singen, was heute Abend in vielen Kirchen zur gleichen Zeit
gesungen wird:

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit !
Welt ging verloren, Christ ist geboren: Freue, freue dich, o Christenheit !

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit !
Christ ist erschienen, uns zu versühnen: Freue, freue dich, o Christenheit !

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit !
Himmlische Heere jauchzen dir Ehre: Freue, freue dich, o Christenheit !

Der Herr lege die große Freude der Weihnacht in Dein Herz hinein Der Herr
lasse diese Freude stetig in Deinem Herzen wachsen Der Herr bewahre diese
Freude in Deinem Herzen Dein ganzes Leben lang

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen Heiligabend und verabschiede
mich bis zum morgigen 1. Weihnachtsfeiertag.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Heiligabend zur Christvesper. Den Predigttext für den heutigen Gottesdienst finden wir im 1. Timotheusbrief, Kapitel 3, den Vers 16. Lassen Sie uns diesen Vers zunächst gemeinsam lesen:

Und groß ist, was jedermann bekennen muss, das Geheimnis des Glaubens:

Er ist offenbart im Fleisch,
gerechtfertigt im Geist,
erschienen den Engeln,
gepredigt den Heiden,
geglaubt in der Welt,
aufgenommen in die Herrlichkeit.

Liebe Gemeinde,

so viele Geheimnisse wie in der Weihnachtszeit haben wir sicherlich selten voreinander. Nun, diese werden heute Abend oder am morgigen Tage gelüftet. Aber ein Geheimnis bleibt uns erhalten, das Geheimnis des Glaubens. Lassen Sie uns heute Abend ein wenig näher darüber nachdenken, was es eigentlich auf sich hat mit dem Geheimnis des Glaubens.

1. Offenbart im Fleisch

Das genau feiern wir heute, um korrekt zu sein, natürlich am morgigen Tage. Wie das genau geschah, das Kommen Gottes in die Welt, das, liebe Gemeinde, entzieht sich unserer Kenntnis. Unzählige Theorien sind schon über die Jungfrauengeburt verfasst worden.

Wie, das können wir nicht erklären, aber das große WARUM, das können wir erklären. Warum kam Gott in der Person Jesu Christi auf diese Welt ? Aus Liebe, aus Liebe zu uns Menschen.

Was war eigentlich mit der Menschheit geschehen ? Viele Menschen hatten sich von Gott abgewandt und gingen ihre eigenen Wege. Andere hingegen hatten sich in extremer Weise Gott zugewandt und meinten, durch die Einhaltung von mehreren hundert Regeln und anderen Vorschriften wieder den Weg zu Gott finden zu können.

Wie ist es eigentlich heute bei uns ? Gibt es sie nicht auch heute noch, die Überheblichen, die meinen einen Lebensweg ohne Gott hin zu bekommen oder die Stolzen, die immer wieder alles nur aus eigener Kraft heraus machen ? Und gibt es sie nicht auch die anderen, die Extremen, die meinen sich mittels ritueller Handlungen wieder Gott nähern zu können ?

Ja, liebe Gemeinde beide Gruppen gibt es auch heute noch. Und darum ist es auch so wichtig, dass wir erkennen, dass Gott aus Liebe zu uns in diese Welt gekommen ist. Er liebt die Hochmütigen, die meinen, ohne Ihn zurecht kommen zu können, und Er liebt die übertreuen Gesetzeshüter Seines Wortes, die sich allein auf rituelle Handlungen hin einen Platz im Himmel versprechen.

Beiden bietet Er die Erlösung an.
Den Anfang des großen Gottesplanes können wir heute in der Krippe bewundern.

2. Die Sündenvergebung

Wie genau sich dies vollzogen hat, das wissen wir natürlich nicht, aber wir wissen das große WARUM, warum Gott dies getan hat, nämlich aus Liebe.

Mit dem Sündenfall war der Mensch von Gott getrennt. Alle Menschen, die geboren wurden waren Sünder. So übrigens auch wir. Bei unserer Geburt sind wir Sünder. Und wir bleiben dies auch bis zu unserer Bekehrung.

Sünde und Gott, sind wie Feuer und Wasser, passen also überhaupt nicht zusammen. Der Zugang zu Gott war also allen Menschen verwehrt. Auch die besonders Frommen hatten keine Chance in den Himmel zu kommen.

Auch wenn sie Ihn verlassen, so liebt Gott doch „SEINE“ Menschen weiterhin. Er wollte wieder mit ihnen Gemeinschaft haben. Dies ging aber nur, wenn die Sünde aus dem Leben der Menschen getilgt werden konnte.
Dies tat Jesus stellvertretend mit Seinem Tode.

Und auch daran dürfen wir uns an Weihnachten erinnern, wenn wir das Kind in der Krippe betrachten. „ Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eigenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben (Johannes 3, 16).“

Voraussetzung ist natürlich, dass wir an den Herrn Jesus glauben und Seine Erlösungstat auch im Glauben annehmen.

3. Der Glaube

Der Glaube ist schlichtweg das Geheimnis des Glaubens in sich. Das klingt total abgedreht. Aber wir müssen es einfach mal so hinnehmen, dass wir den Glauben nicht erklären können. Wir können nicht messen, wieviel Glauben ein Mensch hat oder wie wenig Glauben der Mensch hat.

Das Geheimnis des Glaubens, liebe Gemeinde, das kann man nur erfahren, wenn man selber glaubt. Dann öffnen sich einem die Türen und Fenster des Himmels. Das lesen wir schon bei den Glaubenshelden des Alten Testamentes. Aber auch im Neuen Testament finden wir zahlreiche Erfahrungsberichte darüber.

Glauben kann man nur durch Glauben erfahren. Jetzt kennen wir ja alle die Zeitgenossen mit den tollen Sprüchen, wie „Ich glaube nur, was ich sehe…“

Liebe Gemeinde, um es kurz zu machen: Glaube hat überhaupt nichts mit der Abgabe des Verstandes an der Kirchentür zu tun. Glaube hat etwas mit der Aufgabe des Widerstandes zu tun. Wir können und sollen unsere Mitmenschen nicht zum Glauben drängen. Aber wir können sie ermuntern, ihren Widerstand einmal aufzugeben und sich ganz dem Glauben hinzugeben.

Meine Lenze zählen nun schon fast biblische 55 Jahre. Und ich habe noch niemanden erlebt, der sich wieder vom Glauben abgekehrt hat. Alle, die sich ernstlich dem Glauben durch Aufgabe ihres eigenen Widerstandes hingegeben haben, sind auch bis heute dabei geblieben. Natürlich gibt es holprige Zeiten im Glaubensleben, aber durch diese hilft uns das Kind in der Krippe hindurch, wenn wir ganz eng mit Ihm verbunden bleiben.

Liebe Gemeinde, auf viele von uns warten gleich zahlreiche Geschenke, auf uns alle aber wartet das größte Geschenk, das wir jemals erhalten können, nämlich Gott und SEINE Liebe. Packen wir doch dieses Geschenk aus und nehmen es im Glauben in unseren Herzen an.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen ein gesegnetes Weihnachtsfest.

Bevor wir jetzt nach Hause gehen, lassen Sie uns gemeinsam DAS Weihnachtslied singen, das wir sicherlich alle auswendig kennen:

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit !
Welt ging verloren, Christ ist geboren:
Freue, freue dich, o Christenheit !

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit !
Christ ist erschienen, uns zu versühnen:
Freue, freue dich, o Christenheit !

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit !
Himmlische Heere jauchzen dir Ehre:
Freue, freue dich, o Christenheit !

Der Herr sende herab auf Dich SEINEN göttlichen Frieden
Der Herr erfülle Dein Herz mit herrlicher göttlicher Freude
Der Herr begleite Dich allezeit auf Deinem Lebensweg

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen einen gesegneten und besinnlichen Heiligabend.
Bis zum morgigen Tage verabschiede ich mich und grüße Sie alle recht herzlich

Ihr

Ulrich Naber

und
Waltraud und Jens Steinführer

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Nachmittag des 24.12.2012.
Ich wünsche uns allen, dass wir neben Geschenken, Weihnachtsbaum und Weihnachtsessen noch etwas mehr mitnehmen, auch über das Weihnachtsfest hinaus. Darum geht es auch in unserem heutigen Predigttext.

Wir finden den Predigttext für den Heiligabend bei dem Evangelisten Johannes im 7. Kapitel, die Verse 28-29. Lassen Sie uns zunächst hören, was uns Johannes zum Thema Weihnachten sagen will:

Da rief Jesus, der im Tempel lehrte: Ihr kennt mich und wisst, woher ich bin. Aber nicht von mir selbst aus bin ich gekommen, sondern es ist ein Wahrhaftiger, der mich gesandt hat, den ihr nicht kennt. Ich aber kenne ihn; denn ich bin von ihm, und er hat mich gesandt.

Liebe Gemeinde,

dieser Text hat zunächst so gar nichts weihnachtliches in sich. Wenn wir ihn aber in den rechten Kontext setzen, dann kommt etwas ganz wunderbares dabei heraus, nämlich:
Gottes Liebesbrief an uns. Lassen Sie uns zusammen über diesen Predigttext ein wenig nachdenken.

Woraus besteht ein Brief ? Eigentlich eine lächerliche Frage. Lassen Sie uns diese Frage aber trotzdem beantworten.

1. Absender

Wenn wir einen Brief erhalten, dann wollen wir natürlich wissen von wem er ist. Nun, der Liebesbrief Gottes trägt natürlich Seinen Absender. Haben wir das eigentlich alle verstanden ? Der allmächtige Gott, der Schöpfer des Himmels und der Erde schreibt einem jeden von uns ganz
persönlich einen Liebesbrief. Das kann man auch nicht verstehen,
jedenfalls nicht mit unserem Verstande.

2. Umschlag

Ein Brief befindet sich gewöhnlich in einem Umschlag, der den wertvollen Inhalt umhüllt. Beziehen wir diesen äußeren Umschlag einmal auf Weihnachten. Das Kind, welches wir in der Krippe sehen ist der äußere Umschlag. Auch wenn es am heutigen Tage die Hauptperson ist, es ist
nicht die frohe Botschaft.

In den letzten Wochen hat sich sehr viel um dieses Kind in der Krippe gedreht. Und wenn die Feiertage vorüber sind, dann bauen wir unsere Krippen wieder ab und sie werden bis zum nächsten Jahr auf dem Dachboden gelagert. Genau so machen es viele Menschen mit dem Glauben.

Viele Menschen nehmen nur den Umschlag wahr, also das Umfeld, was wir alle betrachten können. Gewiss, Weihnachtslieder werden gesungen und die Weihnachtsgeschichte kennt man auch. Aber über das Babyalter hinaus kommt Jesus in vielen Herzen gar nicht vor.

Aber, liebe Gemeinde, Jesus ist mehr, viel mehr als das Kind in der Krippe.

3. Inhalt

Jeder Liebesbrief hat natürlich auch einen Inhalt. Mit diesem Inhalt soll der oder die Geliebte angerührt werden. Den Inhalt des Liebesbriefes Gottes an uns finden wir im Neuen Testament. Dort können wir erfahren, dass Jesus nicht auf das Kind in der Krippe reduziert werden darf. Dort erfahren wir, wie sehr uns unser Herr liebt. Doch schauen wir uns die Botschaft einmal in aller Kürze an. Was steht denn nun drin in dem Liebesbrief Gottes ?

Die Kernaussage des Liebesbriefes ist die, dass Gott uns so sehr liebt, dass Er uns von all unseren Sünden, unserer Schuld und allem befreien und erretten will, was der Beziehung zu Ihm im Wege steht.

Wir können all unsere „Altlasten“ loswerden und ganz einfach im Gebet auf Ihn werfen. Wenn wir dies tun, dann sind all unsere Sünden vergeben und wir sind frei für die Liebesbeziehung zu Gott.

Das ist übrigens nicht mit irgendwelchen Kraftanstrengungen verbunden. Wir müssen uns nur von Gott lieben lassen. Einfach lieben lassen – ohne aufrechnende Gegenleistungen. Das passt so gar nicht mit unserem Verstand zusammen. Daher kommt noch etwas hinzu. Wir müssen IHM einfach vertrauen.

Ich weiß auch nur, dass es einen lebendigen Gott gibt. Wie genau Er wann und wo in unsere Geschicke eingreift, das entzieht sich meiner Kenntnis. Aber ich vertraue darauf, dass Er zur rechten Zeit am rechten Ort auch mich immer behütet und beschützt. Wie das geht, das ist mir auch egal, mir ist nur wichtig, dass es funktioniert. Und ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen, dass dies seit über 54 Jahren gut geklappt hat. Warum soll ich da noch zweifeln ?

Neben dem sich lieben lassen, und vertrauen kommt noch ein Punkt hinzu:
Der Glaube. Über den Glauben sind schon manche kluge Bücher geschrieben worden. Eine Definition hat mir besonders gut gefallen:
„Glaube ist mein Vertrauen in das, was bei Gott wahr ist.“

4. Adressat

Ein Liebesbrief ist ja immer auch etwas ganz privates. Und das ist der Liebesbrief Gottes an uns auch. Gott sendet den Liebesbrief ganz persönlich an einen jeden von uns. Wir müssen ihn nur aufmachen und aus dem Umschlag holen, ihn lesen und seinen Ratschlägen folgen.

Wenn wir dies tun, dann haben wir Weihnachten richtig verstanden. Dann haben wir auch verstanden, dass die Worte dieses Liebesbriefes nicht nur zur Weihnachtszeit gelten, sondern das ganze Jahr über, ja, liebe Gemeinde, sogar unser ganzes Leben lang. Wenn wir diesen Liebesbrief sorgsam in unseren Herzen tragen, dann dürfen wir auch dem Worte Jesu glauben wenn Er sagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“

Gibt es ein schöneres Weihnachtsgeschenk, als die ausgestreckte Hand Gottes annehmen zu dürfen, mit der Er uns verspricht in Ewigkeit mit uns vereint sein zu wollen. Jedes noch so tolle und teure Geschenk kommt nicht ansatzweise an das heran, was uns Gott schenken will. Nehmen wir das Geschenk also in Freuden an.

Diesen Liebesbrief Gottes beschreibt auch Paul Gerhardt sehr schön in dem 3. Vers seines Liedes „Kommt und lasst uns Christus ehren…“, der da lautet, wie folgt:

Sehet, was hat Gott gegeben:
Seinen Sohn zum ewgen Leben.
Dieser kann und will uns heben
aus dem Leid ins Himmels Freud

Lassen Sie uns nun alle nach Hause gehen unter dem wunderbaren
Aaronitischen Segen:

Der Herr segne Dich und behüte Dich;
der Herr lasse SEIN Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig;
der Herr hebe SEIN Angesicht über Dich und gebe Dir SEINEN Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen einen besinnlichen und natürlich auch fröhlichen Heiligabend. Bis zum morgigen Tage seien Sie alle geborgen in der unendlichen Liebe unseres Herrn.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie recht herzlich am heutigen Heiligabend im Jahre 2011.
Wussten Sie eigentlich schon, dass schon Jahrhunderte vor der Geburt unseres Herrn Weihnachtslieder gesungen wurden ? Eines dieser Weihnachtslieder finden wir in unserem heutigen Predigttext. Wir finden den Predigttext für den heutigen Tag bei dem Propheten Jesaja im 9.
Kapitel, die Verse 1-6. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Der Friedefürst wird verheißen

Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell. Du weckst lauten Jubel, du machst groß die Freude. Vor dir wird man sich freuen, wie man sich freut in der Ernte, wie man fröhlich ist, wenn man Beute austeilt. Denn du hast ihr drückendes Joch, die Jochstange auf ihrer Schulter und den Stecken ihres Treibers zerbrochen wie am Tage Midians. Denn jeder Stiefel, der mit Gedröhn dahergeht, und jeder Mantel, durch Blut geschleift, wird verbrannt und vom Feuer verzehrt. Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, dass er’s stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer des Herrn Zebaoth.

Liebe Gemeinde,

zugegeben, unsere Weihnachtslieder sind etwas kuscheliger und heimeliger, als das Weihnachtslied des Jesaja. Nun muss man ein wenig der Historie auf den Grund gehen. Als Jesaja dieses Lied schrieb, hatte sich ein ganzes Volk von Gott abgewandt. Es herrschte eigentlich nur noch trübselige Stimmung. Die Freude war aus den Herzen gewichen, die Aussichten für die Zukunft sahen düster aus. Und in diese Dunkelheit hinein singt Jesaja dieses Weihnachtslied, das Lied der Hoffnung. Lassen Sie uns dieses Lied ein wenig näher betrachten.

1. Finsternis sieht Licht

Wir kennen es doch alle, das berühmte Licht am Ende des Tunnels. Es ist etwas geschehen, was uns ein Stück weit hoffnungslos werden lässt. Vor lauter Bäumen sehen wir den Wald nicht mehr. Und dann, auf einmal, wie durch ein Wunder sehen wir einen Funken Hoffnung in unser Leben kommen.
Dieser kleine Funken der Hoffnung kann, obwohl sich unser Leben nicht wesentlich verändert hat, unsere ganze Lebenseinstellung mit einem Male verändern.

Diesen Funken der Hoffnung, liebe Gemeinde, sehen Sie alle in der Krippe liegen. Seit Jesus in die Welt gekommen ist, gibt es für uns als Christen das große schwarze Loch nicht mehr, in welches wir plötzlich hineinfallen können. Egal was passiert, wir werden immer am Ende das Licht des Lebens leuchten sehen.

2. Finsternis spürt Licht

Jesus ist als das Licht DER Welt IN die Welt gekommen. Doch dabei sollte es ja nicht bleiben. In Seinen Lehrjahren hat Er uns viel nützliches mit auf den Weg gegeben. Zum Beispiel Seine Regierungserklärung. Lesen wir sie doch wieder einmal. Wir finden die Regierungserklärung unseres Herrn bei Matthäus in den Kapitel 5-7. Dort wird sie als Bergpredigt bezeichnet. Mit dieser rührte Jesus viele Herzen an, die Ihm fortan folgten.

Und alle die Ihm folgten spürten: Da ist etwas, da geht etwas von der Person Jesu aus.
Das können wir ganz schlecht beschreiben, es fühlt sich an, wie ein tiefer innerer Friede, der so tief verwurzelt ist, dass es scheint, als möge er niemals enden. Selbst Skeptiker, heute würden wir sie Atheisten nennen, spürten, dass von dieser Person des Jesus von Nazareth eine geheimnisvolle Kraft auszugehen schien, der sie sich irgendwie nicht entziehen konnten.

Und dann waren da noch die Wunder, die Er vollbrachte. Wein, der aus reinem Wasser innerhalb von Sekunden entstand. Nach einer Predigt über dieses Thema sagte mir einmal ein Winzer aus Rheinland-Pfalz, dass dies sein Nachbar, der ebenfalls Winzer ist, auch könne.Aber das ist hier
wohl eher nicht gemeint.

Jesus machte nicht nur aus Wasser Wein, nein Seine Wundertaten gipfelten in Heilungen, die soweit gingen, dass Er selbst Tote wieder lebendig machte. Sein Freund Lazarus lag schon drei Tage im Grab, als Jesus ihn wieder lebendig machte.

Jeder, der auch noch so tief in der Finsternis wandelte spürte, da ist etwas ganz besonderes im Gange.

Und dann kam Karfreitag, wo Jesus für all unsere Sünden starb. Aller Glanz und alles Licht schien vorbei zu sein. Aber auch der Tod konnte unserem Herrn keine Macht anhaben. Er stand nach drei Tagen wieder von den Toten auf. Nach Seiner Himmelfahrt sandte Er uns den Heiligen Geist. Den Tröster, der uns während Seiner Abwesenheit Beistand leisten soll.

Und deswegen liebe Gemeinde spüren wir auch heute noch das Licht, das von dem Kind in der Krippe ausgeht. Dieses Licht, der Heilige Geist, will uns führen und begleiten unser ganzes Leben lang. Er will die Kraftquelle für unser Leben sein. Er will uns trösten, wenn es uns mal gerade nicht so gut geht. Und Er will teilhaben an all den fröhlichen und heiteren Stunden unseres Lebens.

Lassen wir Ihn doch in unser Leben hinein. Wir müssen Ihn nur bitten, in Zukunft unser gesamtes Leben zu regieren. Wenn wir dies inständig von IHM erbitten, dann dürfen wir sicher sein, dass ER auch diese Regentschaft übernimmt. Alles, was uns bedrückt wird ER zerbrechen, wie es schon Jesaja geschrieben hat.

Auf eines müssen wir allerdings aufpassen, dass wir Ihm auf der Fahrt unseres Lebens nicht zu viele Stolpersteine in den Weg legen. Diese sind z.B. Egoismus, Eigennutz, Neid, Hass und auch die Furcht und Angst. All diese Stolpersteine kann Er zwar umfahren, es wird alles nur wenig
holpriger. Und das können wir uns in der Tat ersparen.

3. Licht leuchtet den Weg

Wir haben das Licht der Welt kennen gelernt, wie es von Ferne leuchtet und wir haben das Licht der Welt kennen gelernt, wie es in unser eigenes Leben hinein leuchtet. Nun leuchtet dieses Licht der Welt aber nicht nur in die Gegenwart, sondern auch in die Zukunft hinein.

Unser Herr Jesus Christus, der Ewig-Vater und der Friede-Fürst, will nicht nur unserem Leben bis zu seinem natürlichen Ende Licht und Kraft spenden, sondern weit darüber hinaus. In dem Buch der Offenbarung nimmt uns Jesus mit auf eine Reise in die Zukunft.

Und diese unsere Zukunft liegt in der Ewigkeit. Wenn wir bei dem Heiligen Abendmahl Gemeinschaft mit IHM und allen haben, die uns im Glauben bereits vorausgegangen sind, dann dürfen wir davon ausgehen, das wir auch Gemeinschaft mit allen diesen Menschen in der Ewigkeit haben werden.
Das Kind in der Krippe, das zu Ostern den Tod überwunden hat, hat ihn vor allem für uns überwunden. Wir werden alle, die wir allein IHM vertrauen, mit IHM zusammen die Ewigkeit verbringen dürfen.

Es wird nur noch Friede herrschen, Gewalt wird es nicht mehr geben, in Seiner Gegenwart werden wir nichts als Freude empfinden. Und das immer und ewig. Es wird also wie ein ewiges Weihnachten sein. Die vorweihnachtliche Stimmung und das Weihnachtsfest sind stets ein kleiner
Vorbote dessen, was uns in Seiner Herrlichkeit erwartet.

Die Krippen in unseren Wohnzimmern sind also weitaus mehr, als ein schmückendes Beiwerk für ein gelungenes Weihnachtsfest, sie sind der Ausdruck der gewissen Hoffnung auf die Ewigkeit.

Unser Predigttext ist wohl das älteste Weihnachtslied. Lassen Sie uns diesen Gottesdienst beschließen mit dem wohl bekanntesten Weihnachtslied der Welt „Stille Nacht, heilige Nacht….“, dessen dritter Vers lautet, wie folgt:

Stille Nacht, heilige Nacht !
Gottes Sohn, o wie lacht
Lieb aus deinem göttlichem Mund,
da schlägt uns die rettende Stund,
Christ, in deiner Geburt
Christ, in deiner Geburt.

Der Herr lasse SEIN Licht leuchten in Dein Herz hinein
Der Herr erwärme mit SEINEM ewigen Licht Dein Herz
Der Herr gebe Dir mit SEINEM Licht die Hoffnung der Ewigkeit

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen ein gesegnetes Weihnachtsfest, einen friedvollen Abend und eine geruhsame Nacht. Bis zum morgigen 1. Weihnachtstag verabschiede ich mich und wünsche Ihnen allen Gottes reichen Segen.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am Heiligabend des Jahres 2010.
„Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.“

Diese Worte sprach der Engel des Herrn zu den Hirten auf dem Felde vor über 2000 Jahren. Und diese Worte haben auch heute noch die gleiche Gültigkeit, wie vor 2000 Jahren. Näheres zu diesen Worten und die Folgen, die sich daraus ergeben, erfahren wir in unserem heutigen Predigttext. Wir finden den Predigttext für den heutigen Heiligabend im Johannesevangelium, Kapitel 3, die Verse 16-21. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde.
Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse. Wer Böses tut, der hasst das Licht und kommt nicht zu dem Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zu dem Licht, damit offenbar wird, dass seine Werke in Gott getan sind.

Liebe Gemeinde,

Johannes 3, Vers 16, wer kennt ihn nicht, diesen bekannten Vers. Bei all zu bekannten Versen neigt man ja schnell dazu, diese zu überlesen nach dem Motto „Kenn ich bestens, nichts Neues“.
Das geht mir bei dieser und anderen Bibelstellen auch immer so. Wird diese bekannte Stelle zum Predigttext, dann denkt man natürlich intensiver über diesen Text nach. Bei genauerem Hinsehen fiel mir auf, dass dieser Text in Johannes 3,16 eine Liste von drei Geschenken enthält, die uns unser Herr passend zum Heiligabend persönlich überreichen möchte. Lassen Sie uns doch heute gemeinsam diese drei Geschenke auspacken.

1. Vergebung der Sünden

Wenn wir uns die Opferriten im Alten Testament ein wenig näher anschauen, so war für die Entsühnung für begangene Sünden schon ein gewaltiges Procedere notwendig. Nicht einmalig, sondern in ganz bestimmten Zeitabschnitten mussten diese Rituale nach einer ganz bestimmten Ordnung durchgeführt werden. Fehlerhafte oder unvollständige Entsühnungsrituale führten dazu, dass begangene Sünden nicht vergeben waren und der Sünder bis zu einer fehlerfreien Entsühnung als verloren galt.

Wenn wir in unserem heutigen Predigttext die Worte „verloren werden“ lesen, so finden wir im Urtext das Wort „Apollymi“. Etwas genauer übersetzt bedeutet dies: Nicht nur zeitlich, sondern für alle Ewigkeit getötet sein. Mit anderen Worten ausgedrückt, erwartete den nicht gerechtfertigten Sünder zu Zeiten des Alten Testamentes nicht der Himmel, sondern die Hölle.

Wie gewaltig ist da doch unser heutiges erstes Geschenk. Mit dem Kind, dass wir in der Krippe liegen sehen, hat Gott SEINEN Sohn in die Welt gesandt. Und alle Menschen, die an IHN glauben sind nicht mehr verloren. Mit der Erlösungstat unseres Heilandes waren ein für alle Mal alle Sünden vergeben. Mit einem Male war die gesamte Menschheit von allen Opferriten dieser Welt befreit. Allein der Glaube reicht für die Vergebung der Sünden aus.

Was für ein gewaltiges Geschenk. Aber es kommt noch besser

2. Das ewige Leben

Nicht verloren werden ist die eine Seite. Aber was haben wir genau davon. In dem Moment, wo wir sterben, sterben wir also erlöst. Wenn sich dieses Sterben von dem unerlösten Sterben in nichts unterscheidet, dann macht in der Tat das Erlösungswerk unseres Herrn keinen Sinn. Dann wäre
es auch unsinnig, wenn wir uns am heutigen Tage an der Krippe und unter dem Kreuz versammeln, um den Heiligen Abend zu feiern.

Aber unser Predigttext geht ja noch weiter mit den Worten: „Sondern das ewige Leben haben“. Im Klartext gesagt heißt dies: Christus hat für uns den Tod überwunden. Für uns Christen gibt es keinen Tod mehr. Wir haben bereits hier auf Erden die Zusage, dass es mit dem Ablegen unserer
körperlichen Hülle weiter geht. Vergleichen können wir diesen Vorgang durchaus mit einem Samenkorn. Wir bekommen von unserem Herrn ein Samenkorn in die Hand gedrückt. Diesen wertvollen Besitz halten wir unser Leben lang ganz fest umklammert. Aber ein Samenkorn kann
bekanntermaßen nur aufgehen, wenn es in die Erde gelegt wird. Und dann erwächst daraus ein neues Leben.

Wir haben also hier auf Erden in gewisser Hinsicht schon das ewige Leben als Gutschein in der Hand, können diesen aber erst in dem Moment unseres irdischen Ablebens einlösen.

Was für ein gewaltiges zweites Geschenk. Aber es kommt noch besser.

3. Ewige Gemeinschaft

Ewiges Leben, so sagte es mir einmal ein Bekannter, ist ja ganz schön, aber den ganzen Tag auf irgendeiner Wolke verbringen und christliche Choräle singen ist nicht mein Ding. Mein Ding übrigens auch nicht. So steht es jedenfalls auch nicht in der Bibel. Und wenn es wirklich so
wäre, dann liebe Gemeinde würde sich wohl kaum einer auf den Himmel und das Ewige Leben freuen.

Was macht denn nun das Ewige Leben so reizvoll ? Nun es ist ja nicht nur das Ewige Leben, sondern das Ewige Leben in der ständigen Gemeinschaft mit unserem Herrn. Eine kurze Beschreibung dessen, was uns erwartet finden wir in Offenbarung 21, 3,4: „Und er (Gott) wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das erste ist vergangen.“

Angesichts der Nachrichtenlage auf dieser Welt kann man es sich schon kaum mehr vorstellen, eine Welt ohne Kriege ohne Tod und Leid. Und gerade für dieses Unvorstellbare wird am heutigen Tage mit dem Kind in der Krippe der Grundstein gelegt.

Was für ein gewaltiges drittes Geschenk. Aber was müssen wir tun, um dieses Geschenk zu erhalten ? Gar nichts, liebe Gemeinde, wir müssen es nur entgegennehmen und auspacken. Die Bibel sagt dazu das Wort „G l a u b e n“.

Das ist in der Tat die einzige Voraussetzung. In unserem heutigen Predigttext lesen wir:
„Damit alle, die an ihn glauben…“. Und dies, liebe Gemeinde sollte uns nicht nur ein Anrecht, sondern auch eine Verpflichtung zugleich sein. Eine Verpflichtung dahingehend, dass wir möglichst vielen Menschen davon erzählen, welche drei wunderbaren Geschenke das Kind in der Krippe auch für sie bereit hält.

Traditionell singen wir an den Weihnachtstagen als Schlusslied in jedem Gottesdienst das Lied „O du fröhliche“. Lassen Sie uns diese Tradition auch in diesem Jahre aufrecht erhalten, indem wir am Heiligen Abend den ersten Vers dieses Liedes singen, der da lautet, wie folgt:

O du fröhliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit !
Welt ging verloren, Christ ist geboren:
Freue, freue dich, o Christenheit !

Der Herr mache Dich gewiss, dass Du SEIN erlöstes und geliebtes Kind bist
Der Herr lasse Dich erkennen, dass Dich das Ewige Leben in SEINER Gemeinschaft erwartet
Der Herr gebe Dir die Kraft und den Mut, dies Deinen Mitmenschen weiter zu sagen

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen ein gesegnetes Weihnachtsfest. Mögen Sie alle genügend Ruhe und Muße finden, damit der Heiland, der heute geboren worden ist auch Einzug halten kann in Ihre Herzen. Möge ER nicht nur Einzug halten, sondern dauerhaft in einem jeden von uns Wohnung finden.
Das wünsche ich uns allen zu dem diesjährigen Weihnachtsfest.

Diesen Wünschen schließen wir uns als Teil des e-predigt-Teams an
und grüßen herzlich

Jens und Waltraud Steinführer

Bis zum morgigen Tage verabschiede ich mich und grüße Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Lesergemeinde!

Ich grüße Sie herzlich zum Heiligen Abend und zum Weihnachtsfest 2004.
Herzlichen Dank für alle Weihnachtspost.
Das ePredigt-Team wünscht allen Lesern ein gesegnetes Weihnachtsfest, und dass Sie in Ihrer Begegnung mit Jesus Licht für Ihr Leben empfangen.
Die nächste Predigt kommt zum Jahreswechsel.

Der Text für die heutige Predigt steht im Lukasevangelium im 2. Kapitel,
in den Versen 1 – 20:²

„Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auf auch Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf daß er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.
Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und siehe, des Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie, und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen; ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.
Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Laßt uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott um alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.“

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
Als Kind habe ich oft gefragt: Wann ist Weihnachten?
Oft bekam ich als Antwort die Anzahl der Tage genannt. Dann konnte ich die Tage an den Fingern abzählen. Später konnte ich die Tage an den Türchen des Adventskalender ablesen.

Doch eine ganz andere Antwort blieb in meinem Herzen hängen.
„Weihnachten ist, wenn Du abends auf die Straße gehen kannst und aus allen Fenstern Lichter leuchten. Niemand muss mehr sein Zimmer verdunkeln, weil die Bombenflieger Pause haben. Es ist Friede auf kurze Zeit. Menschen erinnern sich daran, dass Gott SEINEN Sohn zum Herzensfrieden für alle Menschen in die Welt kommen ließ. Du wirst viele Menschen sehen, die unterwegs sind, um diese Botschaft für sich zu hören und Gott an der Krippe zu danken. Dann werde ich Dich an die Hand nehmen und wir werden mit ihnen in die Kirche gehen, denn Jesus ist für Dich und für mich geboren. “

Was werden wir heute unseren Kindern und Enkeln sagen, wenn sie fragen: Wann ist Weihnachten?
Zeigen wir nur zum Adventskalender?
Erzählen wir ihnen, Weihnachten ist wenn der Weihnachtsmann kommt?
Erzählen wir von dem Wunder der Heiligen Nacht und von der Weihnachtsgeschichte der Bibel?

Noch immer atmet die Heilige Nacht in unserem Land den Weihnachtsfrieden.
Noch immer begegnen sich Menschen in Zuwendung und Liebe.
Menschen sind unterwegs zu gefüllten Kirchen, um die Weihnachtsbotschaft vom Kind in der Krippe zu hören.

Das alles geschieht, weil mit Gottes Botschaft, wie sie einst ein Engel verkündete, Gott in unsere Welt und unser Leben hineinkommt. In dieser Botschaft begegnet auch uns das erlösende und frohmachende Wort:
„Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland (Retter) geboren.“

Von den Hirten in der Weihnachtsgeschichte wird gesagt:
Sie sind eilend aufgebrochen, um zu sehen, was ihnen der Herr verkündigt hat.
„Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war.“

Für uns alle, für Dich und für mich, ist Jesus als Retter unseres Lebens geboren!
Wir hören die Weihnachtsbotschaft als Gemeinde des geborenen, gekreuzigten und auferstandenen Jesus!

Andere hören heute diese Botschaft als Menschen, die den lebendigen Lebensbezug zu Gott verloren haben. Sie hören es als Suchende oder als Menschen, die sich an Verlorenes aus ihrer Kindheit erinnern lassen wollen.

Uns alle kann die Botschaft so treffen, dass wir aufbrechen wie die Hirten, diese Botschaft weiter zu sagen.

Selbst bei mehrfach gefüllten Kirchen bleiben viele draußen. Unter diesen sind Menschen, die sich in ein Weihnachten ohne Jesus im Kreis von Freunden und der Familie eingerichtet haben.
Unter den Ferngebliebenen sind Menschen, die unter ihrer Verlorenheit des Lebens leiden. Manche von ihnen können Weihnachten in der Not ihres Lebens, in der Einsamkeit oder Trauer nur schwer ertragen.

Auch ihnen gilt Gottes Zuwendung und Liebe, gilt die Botschaft:

E u c h i s t h e u t e d e r H e i l a n d , d e r R e t t e r , g e b o r e n !

Gott kann es schenken, dass wir von Gottes Botschaft zutiefst berührt werden.
Gott kann es schenken, dass wir im Leben neu aufbrechen und Jesus für uns finden.
Gott kann es schenken, dass wir die Menschen in Not sehen und dass wir ihnen die Botschaft von Gottes rettender Zuwendung bringen.

Lasst uns darum beten, dass dies unter uns geschieht!
Gottes Geist möge es schenken, dass wir darum beten, dass es bei uns, bei Dir und mir geschieht!

Weihnachten können wir zu Menschenengel, zu Boten Gottes werden, die freudig Gottes geschenkte Rettung verkünden!

Unser Mitsingen der Weihnachtslieder möge zum Gebet werden
– zur Bitte, zum Dank und Lobpreis.

So grüße ich Sie ganz herzlich mit einem alten Weihnachtslied: (EG 40, 1+5)

„Dies ist die Nacht, da mir erschienen des großen Gottes Freundlichkeit;
das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit,
und dieses Welt- und Himmelslicht
weicht hunderttausend Sonnen nicht.

Drum, Jesu, schöne Weihnachtssonne, bestrahle mich mit deiner Gunst;
dein Licht sei meine Weihnachtswonne und lehre mich die Weihnachtskunst,
wie ich im Lichte wandeln soll
und sei des Weihnachtsglanzes voll.“

Ich wünsche allen eine gesegnete Weihnacht mit Jesus, den Heiland und Retter für uns und für alle.

Ihr Pfr. i.R. Steinführer