Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 5. Sonntag in der Passionszeit, dem Sonntag Judika. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Hebräerbrief, Kapitel 5, die Verse 7-9. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und er hat in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit Tränen dem dargebracht, der ihn vom Tod erretten konnte; und er ist auch erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt. So hat er, obwohl er Gottes Sohn war, doch an dem, was er litt, Gehorsam gelernt. Und als er vollendet war, ist er für alle, die ihm gehorsam sind, der Urheber des ewigen Heils geworden.

Liebe Gemeinde,

auch wenn der Predigttext sich auf unseren Herrn bezieht, dann dürfen wir doch indirekt daraus auch das ableiten, was für uns heute Gültigkeit besitzt und unser Leben mit dem Herrn als unsere Mitte bestimmt. Lassen Sie uns daher heute einmal gemeinsam darüber nachdenken, was denn an diesem Leben mit dem Herrn als unserem Lebenszentrum so besonders ist.

1. Bitten Flehen, Schreien

Wir dürfen uns mit allem Bitten, Flehen und Schreien direkt an unseren Herrn wenden.

Wenn wir das Wort Bitten lesen, dann steht dort im Urtext das Wort „deesis“, welches sich auf ganz konkrete Bitten bezieht. Gott möchte sich um einen jeden einzelnen von uns ganz besonders kümmern. Wir haben keinen „Weltengott“, der sich nur um das große ganze kümmert und dem dabei der einzelne Mensch vollkommen gleichgültig ist. Wir haben einen ganz persönlichen Gott, der stets nur ein Gebet weit von einen jeden von uns entfernt ist.

Daher dürfen wir ihn auch ganz konkret um das bitten, was uns fehlt. Und wenn wir Gott um etwas bitten, was unserem Nächsten fehlt, dann nennen wir das Ganze Fürbitte. Viele Menschen beten ja immer ganz allgemein für den Weltfrieden und die Abschaffung der Hungersnöte auf dieser Welt. Das ist auch gut und richtig. Aber viele Menschen vergessen dabei die ganz persönlichen Anliegen, mit denen sie ebenfalls vor Gott treten können.

Dann lesen wir noch das Wort Flehen. Unter Flehen und Schreien verstehen wir ein ganz besonderes verstärktes Bitten. Insbesondere, wenn es sich um ganz persönliche bittere Nöte handelt, dann kommt Flehen und Schreien zum Einsatz.

Gott ist ein Gott, der möchte, dass es uns gut geht. Wir haben nicht den strafenden Gott über uns, der nur darauf wartet, dass wir einen Fehler machen, damit er uns nach allen Regeln der göttlichen Kunst abstrafen kann. Aber es kann ja auch Situationen geben, in welchen wir uns vielleicht von Gott entfernt haben und wie man so schön zu sagen pflegt „unser eigenes Ding“ gemacht haben.

Wenn dieses eigene Ding dann gehörig in die Hose gegangen ist, dann dürfen wir mit all unserem Schmerz trotzdem wieder zu Gott kommen. Gott wendet sich niemals beleidigt ab, sondern wartet immer wieder darauf, dass wir mit unserem Schreien und Flehen zu ihm zurückkehren.

2. Wir werden erhört

Mit diesem Hören ist ein aktives Hören Gottes gemeint. Wir hören ja alle viel, aber nur weniges interessiert uns derart, dass wir aktiv zuhören und uns mit dem beschäftigen, was wir gerade gehört haben.

Gottes „Erhören“ ist immer ein derartiges aktives Zuhören. Wir meinen ja manchmal, dass unsere Gebete spätestens unter der Zimmerdecke ihre Wirkung verlieren. Weit gefehlt, liebe Gemeinde. Wir dürfen nicht unsere eigenen Gefühle mit den Gefühlen Gottes verwechseln. Jeder, der sich ehrlichen Herzens an Gott wendet darf davon überzeugt sein, dass Gott sich seiner Nöte und Sorgen annimmt.

Ehrlichen Herzens heißt nichts anderes, als dass wir mit Gottesfurcht angetan vor Gott im Gebet erscheinen. Gottesfurcht klingt heute in unseren Ohren schnell ein wenig pathetisch. Deshalb lassen Sie uns diesen Begriff zu definieren versuchen.

Gottesfurcht ist nichts anderes, als dass ich gehorsam und demütig vor Gott trete. Ds heißt, dass ich meinen eigenen Willen aufgebe und zuallererst nach dem Willen Gottes Frage. Demut ist keine Haltung der persönlichen Erniedrigung, sondern eine innere Haltung, die erkennt, dass der, vor den ich trete alles aber auch wirklich alles besser kann und weiß als ich selber.

Gehorsam resultiert schließlich aus dieser Haltung heraus. Wenn ich meinen eigenen Willen aufgebe und nach dem Willen dessen frage, der mich in- und auswendig kennt und der ganz genau weiß, was den am besten für mich und mein Leben ist, dann ist es doch nur logisch, dass ich diese Weisung für mein Leben dann auch im Gehorsam befolge.

Wie erkenne ich den Das Wort Gottes in meinem Leben ? Natürlich durch das Gebet. Nun leben wir alle in einer hektischen Zeit, wo viele von uns der Meinung sind, überhaupt keine Zeit mehr zu haben. Schnell wird dann noch ein Gebet gesprochen, mit Amen abgeschlossen und dann geht es gleich wieder an das Tagesgeschäft.

Können Sie sich ein Gespräch mit einem Bekannten vorstellen, wo nur Sie reden, und sich nach Abschluss Ihrer Rede dankend verabschieden. Das wird jedenfalls keine Freundschaft auf Dauer sein. Wenn Sie einen Bekannten um seinen Rat fragen, dann sollten Sie sich auch die Zeit des Zuhörens nehmen.

Nichts anderes ist dies mit dem Gebet. Das Gebet mit dem Amen zu beschließen ist sicherlich vollkommen richtig. Es gibt ein Buch von Hans-Peter Royer, welches den Titel trägt: „Nach dem Amen bete weiter.“

Und genau dies ist auch der Knackpunkt. Wenn wir in eine wirklich ernsthafte und dauerhafte Beziehung mit unserem Herrn eintreten wollen dann müssen wir uns auch die Zeit des Zuhörens nehmen. Gott redet mit jedem von uns, der sich die Zeit nimmt, ihm zuzuhören. Das ist übrigens genau so sicher, wie das berühmte Amen in der Kirche. Man muss es nur probieren.

3. Die Basis

Wir haben uns damit beschäftigt, wie wir vor Gott treten können und damit, was er alles für uns tun möchte. Wenn ich das Alte Testament lese, dann ging die Sache mit Gott und den Menschen aber ganz anders aus. Da war nichts mehr mit persönlichem Zugang eines jeden von uns.

Der direkte Weg Gott – Mensch war nach dem Sündenfall beendet. Obwohl sich die ersten Menschen über die Gebote Gottes ganz einfach hinweggesetzt hatten, mussten sie zwar bestraft werden, aber trotzdem liebte Gott „seine“ Menschen nach wie vor.

Es stand nur ein gewaltiges Hindernis zwischen uns Menschen und Gott, welches die Bibel Sünde nennt. Dieser gewaltige Brocken musste irgendwie an die Seite geräumt werden, damit der Weg von uns Menschen zu Gott wieder frei werden konnte.

Man brauchte also, wie wir es im Predigttext lesen einen Urheber des ewigen Heils. Und dieser Urheber war unser Herr Jesus Christus. Jesus Christus, der vollkommen sündlos war, nahm durch seinen stellvertretenden Opfertod die Strafe für all unsere Sünden mit ans Kreuz. Und wurde so der Urheber des ewigen Heils für alle Menschen, die dies für sich in Anspruch nehmen möchten.

Wenn wir wollen, das all unsere Bitten und Flehen und unser Schreien vor Gott erhört werden, dann brauche wir nur zu ihm umkehren. Das heißt, wir müssen ehrlichen Herzens unsere Sünden bereuen und ihn bitten mit uns einen Neuanfang zu wagen. Da die Strafe für unsere Sünden bereits unser Herr auf sich genommen hat, ist nun unser Weg zu ihm wieder frei.

Diesen Weg, den Jesus für uns bereitet hat, den beschreibt der Liederdichter Philipp Friedrich Hiller sehr schön in dem 5. Vers seines Liedes „Jesus Christus herrscht als König…“ (EG 123), der da lautet, wie folgt:

Nur in ihm, o Wundergaben, können wir Erlösung haben,
die Erlösung durch sein Blut.
Hört’s: Das Leben ist erschienen, und ein ewiges Versühnen
kommt in Jesus uns zugut.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und eine guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich zum heutigen Erntedanktag des Jahres 2014. Zu einer erfolgreichen Ernte gehört sicherlich die harte Arbeit. Ganz ohne Zweifel. Aber ohne Gebet kann eine noch so harte Arbeit ins Leere laufen. Mit beiden Elementen beschäftigt sich unser heutiger Predigttext, den wir im 13. Kapitel des Hebräerbriefes, die Verse 15-16 finden. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

So lasst uns nun durch ihn Gott allezeit das Lobopfer darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen. Gutes zu tun und mit andern zu teilen vergesst nicht; denn solche Opfer gefallen Gott.

Liebe Gemeinde,

in meiner ländlichen Heimat sieht man sie in diesen Tagen zuhauf vorbeifahren, die vollgeladenen Erntewagen. Glücklich und doch erschöpft sitzen die Erntehelfer meist obenauf und lassen sich nach Hause fahren. Und auch auf den Altären finden wir heute einmal nicht den sonst üblichen Altarschmuck, sondern Früchte und Gemüse. Gegenstände, die die erfolgreiche Ernte repräsentieren sollen.

Auf einem Altar deswegen, weil beides, also das Arbeiten und die Ernte auf der einen Seite, aber auch das Gebet auf der anderen Seite miteinander verbunden sind. Das haben wir ja soeben in unserem Predigttext gehört. Lassen Sie uns am heutigen Erntedanktag darüber ein wenig nachdenken.

1. Das Gebet

Mit unseren Lippen bekennen wir Gott als unseren Schöpfer und Herren.
Das ist zunächst einmal nur eine Worthülse, die nicht allzu viel aussagt. Was steckt also dahinter? Wenn wir Gott als unseren Herrn und alleinigen Schöpfer bekennen, dann drücken wir damit aus, dass wir uns in allen Dingen, auch in den kleinsten Dingen unseres Alltages allein auf ihn verlassen und ihm allein vertrauen.

Als Christen vertrauen wir darauf, dass Gott unser Leben in seinen Händen trägt und wir all unsere Nöte, Sorgen und Probleme loslassen und ihm überlassen können.

Als Christen vertrauen wir auch darauf, dass Gott uns mit allem, was wir benötigen immer und überall versorgt. Stellvertretend sehen wir die Gaben auf dem Altar. Damit zeigen wir, dass alles von Gott her kommt und dass wir einen Teil davon wieder zurückgeben möchten.

Wenn wir uns allein auf unseren Herrn verlassen, dann haben wir es als Christen gar nicht mehr nötig nach Macht, Geld und Ansehen zu streben. Wie viel, liebe Gemeinde ist auf diesen drei Altären Geld, Macht und Ansehen schon geopfert worden. Wie viele Familien sind an diesen Götzen zerbrochen. Und wie viele Menschen haben diese Götzen in ihr Unheil geführt. Davon dürfen wir uns getrost frei machen.

Wenn wir die Gaben auf dem Altar betrachten, dann sind sie das Zeugnis dessen, dass uns Gott zur rechten Zeit, das rechte hat tun lassen. Die Welt mag dies alles vielleicht „Zufall“ nennen. Wir nennen es Gottes Führung.

Und an dem heutigen Tage möchten wir Gott dafür danken, dass er uns auch für das nächste Jahr wieder mit genügend Nahrungsmitteln und allem, was wir zum Leben benötigen, gesegnet hat.

2. Die Arbeit

Wir wollen an dieser Stelle nicht vergessen, dass zu einer erfolgreichen Ernte auch ein gerüttelt Maß an Arbeit gehört. Gott lässt es zwar wachsen und gedeihen, aber in die Scheunen einfahren das müssen wir schon selber.

Aber auch die Arbeit kann ein Gottesdienst sein, wenn wir sie als Gottesdienst ausgestalten. Dies erwartet nämlich unser Herr von uns. Nicht nur am heutigen Erntedanktag, sondern an 365 Tagen im Jahr.

Gott erwartet, dass wir unseren Gebeten auch Taten folgen lassen. An den Taten, liebe Gemeinde, sollen uns unsere Mitmenschen erkennen. Unsere Taten sollen sie aufhorchen lassen und neugierig machen auf uns und auf unsere gute Botschaft.

Was verstehen wir denn nun unter Taten ? Nun, das lesen wir in unserem heutigen Predigttext, nämlich Gutes tun und teilen.

Stellvertretend sehen wir auf dem Altar einen Bruchteil unserer Ernten diesen Jahres. Wir bringen sie als eine Art Danksagung zu Gott zurück. Aber die Gaben sollen uns auch daran erinnern, dass wir von dem, was wir haben auch abgeben sollen.

Denken wir nur an die Nöte der Menschen im Irak oder in Syrien. Wir merken dann ganz schnell, wie gut es uns doch geht. Mit einem „Danke Gott, dass es mir so gut geht“ ist es aber nicht getan. Gewiss, wir dürfen es auch genießen, dass es uns gut geht, wir müssen uns dessen nicht schämen. Das meinen ja einige christliche Gruppierungen. Das ist natürlich völlig unbiblisch. Aber wir sind aufgefordert, von unserem Wohlstand abzugeben.

Geben wir doch von dem ab, womit uns unser Herr so großzügig gesegnet hat. Geben wir doch dem, der Hunger und Durst hat, etwas von unserem Überfluss ab. Wenn wir nur 10 % dessen, was wir sonst für die berühmte „hohe Kante“ vorgesehen haben abgeben, dann können wir ein gutes Stück
weit, dem Hunger und dem Elend dieser Welt Paroli bieten.

Noch mehr Gutes können wir tun, wenn wir anderen Menschen von Gott, seiner Macht und seiner Kraft und seiner Liebe zu uns Menschen berichten und auch diese Menschen dazu bringen, es uns nachzutun.

Fangen wir doch gleich heute am Erntedanktag damit an.

Unseren Dank an unseren Herrn drückt der Liederdichter Martin Rickart
sehr schön in dem 1. Vers seines Liedes : „Nun danket alle Gott…“ aus, der da lautet, wie folgt:

Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen,
der große Dinge tut an uns und allen Enden,
der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an
unzählig viel zu gut bis hierher hat getan.

Der Herr erhöre alle Deine Gebete für Deine Mitmenschen
Der Herr helfe Dir, allen Deinen Mitmenschen Gutes zu tun
Der Herr mache Dein Herz frei zum Teilen mit Deinen Mitmenschen

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Erntedanktag und einen guten Start in die neue Herbstwoche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag Miserikordias Domini.
Die Güte des Herrn ist denn auch ein Thema unseres heutigen Predigttextes.
Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag im 13. Kapitel des Hebräerbriefes,
die Verse 20-21. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Segenswünsche und Grüße

Der Gott des Friedens aber, der den großen Hirten der Schafe, unsern Herrn Jesus, von den Toten heraufgeführt hat durch das Blut des ewigen Bundes, der mache euch tüchtig in allem Guten, zu tun seinen Willen, und schaffe in uns, was ihm gefällt, durch Jesus Christus, welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit ! Amen.

Liebe Gemeinde,

Die Güte des Herrn ist unbeschreiblich groß. Dies hören und lesen wir immer wieder. Aber was hat es denn auf sich mit der Güte des Herrn ? Was ist denn ganz konkret die Güte des Herrn ? Wenn wir mit derartigen „Worthülsen“ umgehen, dann sollten wir immer darauf gefasst sein, dass uns unser Gegenüber genau diese Fragen stellt. Mehr als einmal hat es mich schon „kalt erwischt“ bei einer derartigen Frage.

Ich glaube an drei Punkten können wir die Güte unseres Herrn sehr schön demonstrieren. Alle drei Punkte finden wir auch in dem kurzen Predigttext für den heutigen Sonntag.

1. Der Gott des Friedens

Liebe Gemeinde, wir haben einen Gott des Friedens. Gott möchte Frieden auf Erden haben. Daher geht es auch nicht an, dass wir im Namen Gottes Kriege führen oder gar Waffen segnen.

Überall, wo dies geschieht können wir sicher sein, dass es nicht der lebendige Gott ist, der dahintersteht, sondern, dass satanische Mächte dort ihre Hände im Spiel haben. Von Gott geht auch kein Krieg und Hass aus. Gott will dies alles nicht.

Aber warum gibt es Hass, Krieg, Mord und Gewalt auf dieser Erde wenn Gott das doch gar nicht will ? Und wie kann Gott denn dies alles zulassen, wenn Er doch das alles nicht möchte ? Zugegeben, schwierige Fragen, die nicht immer so lapidar beantwortet werden können.

Also, Gott hat den Menschen zwar nach Seinem Bilde geschaffen, hat ihn aber mit einem freien Willen ausgestattet. Und wo ein freier Wille gegeben ist, da kann es eben auch zu Hass, Mord, Krieg und Gewalt kommen. Dies können wir schon auf den ersten Seiten der Bibel nachlesen.
Das alles kommt aber nicht von Gott, sondern aus den Abgründen des menschlichen Herzens.

Warum greift Gott nicht ein, wenn all dies geschieht ? Auch keine einfache Frage. Wer sagt uns überhaupt, dass Gott nicht doch eingreift ?
Wir Menschen sehen ja immer nur den Augenblick, niemals aber den Augenblick hinter dem Augenblick. Und da kann sich so manches Elend bereits zum Guten gewendet haben.

Wir haben zudem keinen Gott, der uns wie Marionetten durch dieses Leben führt. Das entspräche schließlich auch nicht unserer Bestimmung. Es ist uns bestimmt, auch durch Zeiten des Leidens zu gehen, aber, liebe Gemeinde, Gott führt uns mit Seiner Güte und Gnade durch diese für uns so schweren Zeiten hindurch.

Selbst wenn wir alles Elend dieser Welt selber verschuldet haben, will Seine Gnade und Güte nicht von denen abweichen, die Ihn in ihrer Not anrufen. Darauf dürfen wir uns felsenfest verlassen.

2. Blut des ewigen Bundes

Als Kind habe ich gern die Winnetou-Filme gesehen. Immer wieder ergreifend war es, wenn Winnetou und Old Shatterhand Blutsbrüderschaft geschlossen haben. Ewige Treue schworen sei sich dabei. Eine Treue, die den anderen niemals im Stich lassen sollte.

Das mag zwar ein wenig salopp klingen, aber Gott hat in Seiner Gnade und Güte mit uns Menschen Blutsbrüderschaft geschlossen. Nur, dass Er nicht ein wenig von Seinem Blut mit unserem vermischt hat, sondern, dass Er sich mit Seinem Blute voll und ganz für uns dahin gegeben hat.

Anders hätte der letzte Feind der Menschen, der ewige Tod, gar nicht besiegt werden können. Er konnte nur besiegt werden, indem Gott selber für uns und unsere Sünden starb und all unsere Missetat auf sich genommen hat, damit wir wieder reingewaschen werden können.

Das verstehen wir auch unter der Gnade und der Güte unseres Herrn.

3. Das zweifache Wirken Gottes

Wie wir unserem Predigttext entnehmen können, wirkt Gottes Gnade und Güte in zweifacher Weise in uns.

Gott kann in uns Veränderungen bewirken, die uns in die Lage versetzen, Gutes zu tun. Das erleben wir immer wieder, wenn ein Mensch den Weg zu Gott findet. Wenn dieser Mensch langsam immer mehr im Glauben wächst, dann können wir Veränderungen seiner Verhaltensweisen feststellen.

Dem „Neubekehrten“ fällt dies meist gar nicht auf, aber seine Umgebung nimmt dies sehr wohl wahr, wenn z.B. aus dem alten Nieselpriem so nach und nach ein recht angenehmer Zeitgenosse wird.

Das ist damit gemeint, wenn wir in unserem Predigttext lesen: „Der macht euch tüchtig in allem Guten, zu tun seinen Willen“.

Gott wirkt aber auch noch auf eine zweite Art und Weise in uns. Wenn wir lesen „Und schaffe in uns, was ihm gefällt“, dann sind wir von diesem Wirken passiv betroffen. Gott wirkt durch uns hindurch in das Leben anderer Menschen hinein.

Wie der Handwerksmeister eben sein Werkzeug gebraucht, um einen Anschluss zu installieren, so benutzt Gott uns, um in anderen Menschen zu wirken.

Das zuzulassen, ist manchmal nicht ganz so einfach. Wenn Gott mich als Werkzeug benutzt und dies gerade bei dem Menschen, den ich so überhaupt nicht leiden kann, dann ist dies schon eine echte Herausforderung. Aber Gott verlangt uns ja nun mal niemals mehr ab, als wir in der Lage sind zu leisten. Und Er stattet uns immer mit der notwendigen Kraft dafür aus.

Die Güte des Herrn, liebe Gemeinde, erfahren wir durch den Gott des Friedens, der sich uns so in der Bibel offenbart. Die Güte des Herrn erfahren wir durch SEINE Erlösungstat für all unsere Sünden. Und die Güte des Herrn erfahren wir durch SEIN direktes Wirken in und vor allen Dingen durch uns.

Ganz durchdrungen von der Güte unseres Herrn können wir einstimmen in den 4. Vers des Liedes von Gerhard Tersteegen „Ich bete an die Macht der Liebe… “ (EG 661), der da lautet,wie folgt:

O Jesu, dass dein Name bliebe im Grunde tief gedrücket ein;
möcht deine süße Jesusliebe in Herz und Sinn gepräget sein.
Im Wort, im Werk und allem Wesen
sei Jesus und sonst nichts zu lesen.

Der Herr lege SEINEN Frieden in Dein Herz hinein
Der Herr mache Dich tüchtig, in SEINEM Namen Gutes zu tun
Der Herr wirke SEINE guten Werke durch Dich als SEIN Werkzeug hindurch

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen schönen Start in die neue Woche. Möge der Herr auch in der folgenden Woche in mannigfacher Weise durch Sie wirken.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Gründonnerstag.
Gründonnerstag gedenken wir alljährlich der Einsetzung des heiligen Abendmahles.
Den Predigttext für den heutigen Tag finden wir im 2. Kapitel des Hebräerbriefes,
die Verse 10-18. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Denn es ziemte sich für den, um dessentwillen alle Dinge sind und durch den alle Dinge sind, dass er den, der viele Söhne zur Herrlichkeit geführt hat, den Anfänger ihres Heils, durch Leiden vollendete. Denn weil sie alle von einem kommen, beide, der heiligt und die geheiligt werden, darum schämt er sich auch nicht, sie Brüder zu nennen, und spricht (Psalm 22,23): Ich will deinen Namen verkündigen meinen Brüdern und mitten in der Gemeinde dir lobsingen. Und wiederum (Jesaja 8,17):
Ich will mein Vertrauen auf ihn setzen. Und wiederum (Jesaja 8, 18):
Siehe, hier bin ich und die Kinder, die mir Gott gegeben hat. Weil nun die Kinder von Fleisch und Blut sind, hat auch er’s gleichermaßen angenommen, damit er durch seinen Tod die Macht nähme dem, der Gewalt über den Tod hatte, nämlich dem Teufel, und die erlöste, die durch Furcht vor dem Tod im ganzen Leben Knechte sein mussten. Denn er nahm sich nicht der Engel an, sondern der Kinder Abrahams nimmt er sich an.
Daher musste er in allem seinen Brüdern gleich werden, damit er barmherzig würde und ein treuer Hoherpriester vor Gott, zu sühnen die Sünden des Volkes. Denn worin er selber gelitten hat und versucht worden ist, kann er helfen denen, die versucht werden.

Liebe Gemeinde,

es fällt uns sicherlich nicht ganz einfach, etwas über das Abendmahl aus diesem Text herauszulesen. Und doch finden wir eine Stelle, die uns auf unsere direkte Verbindung zu Jesus hinweist:
„Darum schämt er sich auch nicht, sie Brüder zu nennen.“

Als Seine Geschwister nehmen wir somit zusammen mit Ihm das Abendmahl ein. Eigentlich wäre die Predigt hiermit beendet. Aber ich finde, wir sollten uns auch einmal über die Bedeutung oder besser gesagt über die Bedeutungen des Abendmahles unterhalten. Wenn wir uns da das Abendmahl etwas genauer betrachten, dann erkennen wir 4 Bedeutungen, die wir jetzt zusammen erörtern wollen:

1. Stärkungsmahl

Das Abendmahl ist ein Stärkungsmahl. Wenn wir das Ritual des Abendmahles bedenken, dann erkennen wir, dass uns Brot und Wein gereicht werden. Wir stärken uns also nicht selber, sondern wir werden gestärkt.

Daran erkennen wir auch unsere totale Abhängigkeit von unserem Herrn Jesus. Er allein ist derjenige, der uns stärken kann. Und dies tut Er immer wieder, wenn wir an Seinem Tisch versammelt sind. Er, der in diesem Moment mitten unter uns ist schämt sich auch heute nicht, uns als Seine Geschwister zu bezeichnen.

2. Gemeinschaftsmahl

Liebe Gemeinde, zum Abendmahl kommen wir im allgemeinen nicht alleine, sondern wir versammeln uns mit unseren Brüdern und Schwestern um den Altar herum, um das Abendmahl gemeinsam einzunehmen.

ER ist unser Herr und somit das Haupt der Gemeinde. Wir alle sind Glieder dieses einen Leibes. Daran sollen wir immer wieder erinnert werden, wenn wir gemeinsam am Tisch des Herrn stehen. Lassen Sie uns immer wieder daran denken, dass Jesus sich nicht schämt zu jedem Einzelnen mit dem wir am Tisch des Herrn stehen, Bruder oder Schwester zu sagen.

Jeder einzelne Mensch, der da vor Ihm steht ist Ihm lieb und teuer. Und genau so, liebe Gemeinde, sollten wir unsere Mitmenschen auch betrachten. Wenn die Menschen zu meiner Linken und zu meiner Rechten dem Herrn lieb und teuer sind, dann dürfen sie mir auch nicht egal sein.

Dann habe ich als Bruder oder Schwester auch eine Verantwortung für das Wohlergehen meiner Geschwister. Dann dreht sich eben nicht mehr alles um mich in meinem Leben. Nein, dann ist der gesamte Leib Christi wichtig, zu dem ich natürlich auch gehöre, aber zu dem auch alle meine Geschwister im Glauben gehören.

Daran sollten wir uns übrigens nicht nur während des Abendmahles erinnern. Das gilt auch die ganze Woche über. Und nicht nur das. Unser ganzes Leben lang sollten wir uns unsere Stellung inmitten unserer Geschwister immer wieder vergegenwärtigen. Das schützt unter anderm auch ganz besonders vor Hochmut und Neid.

3. Gedächtnismahl

Jedes Mal, wenn wir an den Tisch des Herrn treten, um mit Ihm gemeinsam das Abendmahl zu feiern, gedenken wir daran, dass Jesus Christus Seinen Leib und Sein Blut für uns dahingegeben hat.

Das klingt immer so schön pathetisch. Drücken wir es doch ruhig einmal etwas plastischer aus. Jesus hat sich demütigen lassen, ER hat sich foltern lassen und ER hat sich kreuzigen lassen allein für uns. Unser Weg zum Himmel war versperrt, da wir als Sünder im Himmel nichts zu suchen haben.

„Nur wer sauber ist, der kommt hier rein.“ Das könnte an der Himmelsbarriere gestanden haben. Also gab es für uns arme Sünder keine Chance in den Himmel zu kommen.

Es sei denn, jemand wischt den ganzen Dreck und den ganzen Unrat unserer Sünde von uns weg und reinigt uns von allen vergangenen, gegenwärtigen und von allen zukünftigen Sünden. Es musste also jemand geben, der für unseren gesamten Dreck geradesteht.
Und dieser Jemand war Jesus.

Denken wir nur einmal an unsere Gedanken, die uns immer wieder beschleichen. Da ist es schon besser, dass unsere Mitmenschen diese nicht lesen können. Aber es gibt einen, der kann sie lesen. Und wenn wir sie bereuen, dann schämt Er sich nicht, uns Seine Geschwister zu nennen.

Wir, liebe Gemeinde, werden immer wieder sündigen. Und ER wird uns immer wieder von diesen Sünden reinwaschen, sodass wir wieder einen freien Zugang zu unserem Vaterhaus haben. Das setzt natürlich voraus, dass wir unsere Sünden auch ehrlich bereuen. Daran sollten wir immer denken, wenn uns unser Herr am Abendmahlstisch begegnet.

4. Hoffnungsmahl

Das Abendmahl, liebe Gemeinde ist das äußerlich sichtbare Zeichen, dessen, was uns einmal im Himmel erwartet, nämlich die dauernde Gemeinschaft mit unserem Herrn. Wenn wir unserem Herrn im Abendmahl punktuell begegnen so ist dies ein kleiner Vorgeschmack auf den Himmel.
Dort werden wir ewig in Seiner Gemeinschaft mit Ihm zusammen wohnen dürfen.

Das Hoffnungsmahl, liebe Gemeinde, geht aber noch weiter. Das Abendmahl feiern wir nicht nur in der Gegenwart unsers Herrn, nein, das Abendmahl feiern wir auch im Gedächtnis daran, dass auch die das heilige Abendmahl mitfeiern, die uns im Glauben vorausgegangen sind.

Wenn wir es so wollen, dann nehmen wir von jedem Abendmahl an dem wir teilnehmen ein Stück weit Ewigkeit mit in unseren Alltag hinein.

Im Alltag sich immer wieder daran erinnern zu dürfen, was uns in der Ewigkeit erwartet, das kann sich ungeheuer entspannend auf unser Leben auswirken. Wenn wir wissen, dass wir die Ewigkeit im Himmel verbringen werden und dass mit unserem Tode eben nicht alles aus ist, dann müssen wir auch nicht mehr an allen noch so tollen Events teilnehmen, was die sogenannte Spaßgesellschaft für uns bereit hält.

Und dann müssen wir auch alles nicht mehr so ernst nehmen und für wichtig halten, wenn wir es durch die Ewigkeitsbrille betrachten. Und diese Ewigkeitsbrille ist die nicht die allseits bekannte „rosarote Brille“, sondern es ist die Fernsichtbrille, die uns, die wir bisher blind waren, endlich scharf sehen und erkennen lässt.

So lassen Sie uns an diese 4 Punkte immer wieder denken, wenn wir zum Tisch des Herrn treten und das Heilige Abendmahl einnehmen. Und lassen Sie uns diese Punkte auch danach im Alltag in unserem Herzen tragen.

Die Bedeutung des Abendmahles beschreibt uns der Liederdichter Arno Pötzsch sehr schön in dem dritten Vers seines Liedes „Du hast zu deinem Abendmahl als Gäste uns geladen…“ (EG 224), der da lautet, wie folgt:

Nun segne, Herr, uns Brot und Wein, deins Tische edle Gaben !
Du selbst willst gegenwärtig sein und wunderbar uns laben.
Gib über Bitten und Verstehn, wie du versprachst zu geben !
In dem, was unsre Augen sehn, gib dich uns selbst zum Leben !

Der Herr schenke Dir mit dem Abendmahl Kraft und Stärke für Dein Leben mit IHM
Der Herr schenke Dir mit dem Abendmahl Liebe und Verantwortung für Deine Mitmenschen
Der Herr lege Dir mit dem Abendmahl Hoffnung auf die Ewigkeit in Dein Herz hinein

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Donnerstag und verabschiede mich bis zum morgigen Karfreitag.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag Judika. Der heutige Sonntag beschäftigt sich mit dem Thema Gehorsam. Wie Jesus gehorsam war und den schweren Gang an das Kreuz ging, so sollen auch wir Gott gegenüber gehorsam sein, auch wenn uns das eine oder andere manchmal so gar nicht passt.
Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 13. Kapitel des Herbräerbriefes, die Verse 12-14. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. So lasst uns nun zu ihm hinausgehen aus dem Lager und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Liebe Gemeinde,

Gehorsam gegenüber unserem Herrn ist nicht immer einfach, dient uns aber in allen Dingen zum Besten. Darauf dürfen wir unser ganzes Vertrauen setzen. Lassen Sie uns die drei Sätze unseres heutigen Predigttextes einmal chronologisch betrachten, denn in ihnen steckt das gesamte Evangelium und somit auch unsere gesamte Zukunft.

1. Gelitten draußen vor dem Tor

Jesus litt „draußen“, damit wir wieder „drinnen“ sein können. Die Betonung liegt in diesem Falle auf dem Wort KÖNNEN.

Gott lässt uns nämlich die freie Wahl. Jesus ist für uns draußen vor dem Tor den Tod eines Verbrechers gestorben, den wir eigentlich verdient haben. Mit diesem Tode hat Er ein für alle Male für all unsere Sünden bezahlt. Für diejenigen der Vergangenheit, für diejenigen der Gegenwart, aber auch für alle zukünftigen Sünden.

Jetzt kommt der Dualismus der Gnade. Es ist ja nicht so, dass damit alle Menschen erlöst wurden. Nein, liebe Gemeinde, allein mit dem Bezahlen der Sünde ist es noch nicht getan. Mit Jesu Tod wurde das KÖNNEN geschaffen. Es kommt nun auch auf das WOLLEN an. Dieses Gnadengeschenk gilt nämlich nur für die Menschen, die diese Gnadentat auch im Glauben annehmen wollen.

Nur wenn ich die Gnade auch annehme, darf ich der festen Gewissheit sein, dass ich in den Himmel kommen werde. Wir sehen, es besteht auch die Option der ewigen Verdammnis. Diese ist bestimmt für Menschen, die dieses Gnadengeschenk nicht annehmen wollen. Gott lässt einem jeden Menschen die freie Wahl. Keiner wird gezwungen, in den Himmel zu kommen.

2. So lasst uns hinausgehen

Nun dürfen wir den Gedanken von gerade eben noch einmal aufnehmen. Gott möchte nicht, dass auch nur ein Mensch in der Hölle landet. Gott möchte, dass alle Menschen errettet werden.

Jetzt haben wir aber ein Problem: Genau diese Menschen finden wir nicht sonntags in der Kirche, in der Bibelstunde und anderen christlichen Gemeinschaftsveranstaltungen. Das hat natürlich zur Folge, dass wir unsere Komfortzone der Kirche verlassen müssen.

Natürlich ist es schön unter Gleichgesinnten Gott zu loben und IHM die Ehre zu geben. Da ist auch gar nichts gegen einzuwenden. Wir benötigen diese Zeit mit Gott auch, damit Er uns wieder mit neuen Kräften ausstatten kann.

Diese Kräfte, liebe Gemeinde, sollen wir dann einsetzen, um die Menschen zu erreichen, die sich noch außerhalb der Gnade befinden.

Ich sage es einfach mal ganz klipp und klar: Wenn Jesus für uns draußen vor der Stadt den Erlösungstod gestorben ist, dann sollten wir doch in der Lage sein, dies unseren Mitmenschen weiterzugeben. Natürlich ist dies nicht immer einfach.

„Seine Schmach tragen“, so lesen wir es in unserem Predigttext. Und jetzt kommen wir zum Gehorsam. Wir sollen in Demut und im Gehorsam die frohe Botschaft weitergeben. Auch, und gerade dann, wenn wir dafür mal schief angesehen werden oder belächelt und verspottet werden. Da, liebe Gemeinde, müssen wir einfach durch.

Aber wir haben einen Beistand. Der, der nicht im Tode blieb, der den Tod auf ewig besiegt hat, den Gott am dritten Tage auferweckt hat von den Toten, der ist unser Beistand.

Ein kleiner Tipp aus der Praxis, der mir immer wieder hilft: Vor schwierigen Gesprächen, insbesondere bei Versammlungen wo eben Kritik ohne Ende auf mich niederprasseln kann, bespreche ich die Lage vorher mit meinem Herrn.

Ich habe danach immer das feste Gefühl und die Gewissheit, dass ich immer in vorbereitete Verhältnisse komme. Natürlich kommt nach wie vor die gesamte Palette von Ignoranz, Dummheit und Kritik. Aber sie trifft mich nicht mehr persönlich. Und dann kann ich viel gelassener mit solchen Situationen umgehen.

3. Keine bleibende Stadt

Als Christen sind wir auf der Reise. Unser ganzes Leben lang.

Wissen Sie, was das trügerischste Instrument auf Erden ist ? Es ist unsere Uhr. Schauen wir einmal auf die Zeiger der Uhr. Jede Stunde beginnt wieder alles von vorn. Wir übertragen dies gern auf unser Leben. Das ist der große Trugschluss.

Unser Leben ist keine Uhr, sondern eine Einbahnstraße. Jeden Tag gehen wir ein Stück weiter auf dieser Straße. Niemals können wir ein Stück weit zurückgehen. Wir laufen immer weiter vorwärts.

Unsere Heimat ist der Himmel, den wir am Ende der Zeiten erreichen werden. Bis dahin dürfen wir an des Herren Hand unser Leben hier auf Erden leben.

Daher ist das Christenleben auch so spannend. Auf der Einbahnstraße kommen wir immer weiter voran. Nichts wiederholt sich vollkommen identisch. Wir werden immer wieder neuen Aufgaben begegnen, die wir mit unserem Herrn zusammen meistern sollen.

Und das allerschönste an diesem Christenleben ist, dass es sich zwar um eine Einbahnstraße handelt, aber nicht um eine Sackgasse. Am Ende steht eben nicht unser irdischer Tod und dann das große schwarze Loch. Am Ende steht zwar unser irdischer Tod. Aber durch den gehen wir nur hindurch hin zu unserem Herrn. Und dann sind wir in der zukünftigen Stadt, die wir hier auf Erden unser Leben lang gesucht haben.

Daher, liebe Gemeinde, wird das Thema irdischer Tod im Neuen Testament auch kaum mehr gewürdigt. Wenn wir uns vergegenwärtigen, dass wir durch die Annahme des Gnadengeschenkes Gottes schon das ewige Leben als Zusage erhalten haben, dann ist grundsätzlich unser irdisches Ableben bedeutungslos. Als Christen gehen wir heim zu unserem Herrn, um mit Ihm zusammen die Ewigkeit verbringen zu dürfen.

Das alles tat unser Herr für uns, als Er draußen vor dem Tor gelitten hat und all unsere Sünden auf sich genommen hat. Folgen wir Ihm doch einfach nach. Lassen wir doch IHN unser Leben bestimmen.

Denjenigen, der uns dabei hilft, diesen Weg zu gehen, den beschreibt der Liederdichter Paul Gerhardt sehr schön in dem zweiten Vers seines
Liedes: „Ist Gott für mich, so trete gleich alles wider mich…“ (EG 351), der da lautet, wie folgt

Nun weiß und glaub ich feste, ich rühm’s auch ohne Scheu,
dass Gott, der Höchst und Beste, mein Freund und Vater sei
und dass in allen Fällen er mir zur Rechten steh
und dämpfe Sturm und Wellen und was mir bringet Weh.

Der Herr gebe Dir die Kraft, SEINE Botschaft frohen Herzens zu verkündigen
Der Herr gebe Dir den Mut, IHN Deinen Mitmenschen gegenüber zu bezeugen
Der Herr gebe Dir stets die Gewissheit des ewigen Lebens in Dein Herz hinein

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen frohen Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 2. Sonntag in der Passionszeit mit dem Namen Reminiszere, was mit „Gedenke mein“ übersetzt werden kann. Am heutigen Sonntag geht es auch folgerichtig um das Verhältnis zwischen Gott und uns Menschen. Im Glauben erfährt dieses Verhältnis seine wohl intensivste Form.
Um den Glauben geht es auch in unserem heutigen Predigttext, den wir im Hebräerbrief,
Kapitel 11, die Verse 8-10 finden. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Durch den Glauben wurde Abraham gehorsam, als er berufen wurde, in ein Land zu ziehen, das er erben sollte; und er zog aus und wusste nicht, wo er hinkäme. Durch den Glauben ist er ein Fremdling gewesen in dem verheißenen Lande wie in einem fremden und wohnte in Zelten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung. Denn er wartete auf die Stadt, die einen festen Grund hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist.

Liebe Gemeinde,

solch ein Glaubensheld möchte man sein. Gott ruft mich und ich schmeiße sofort alles hin, was ich habe. Ohne zu zögern folge ich Ihm nach in ein vollkommen fremdes Land, lebe dort in einem Zelt, also erstmal nahezu unterhalb der Armutsgrenze und vertraue auf Gott, dass am Ende alles gut sein wird.

Ich sage es frank und frei, das könnte ich so, wie ich es eben beschrieben habe, nicht tun. Ich glaube, unser Predigttext will uns auch in seiner augenscheinlichen Einfachheit noch etwas ganz anderes darlegen, nämlich wie ein Leben im Glauben und aus dem Glauben heraus ausschauen kann. Ich glaube, es sind drei Punkte die ein solches Glaubensleben auszeichnen:

1. Gehorsam

Das Wort Gehorsam ist ja heutzutage ein wenig negativ besetzt. Wer gehorcht denn heute noch. Vorher will man doch alles bis ins letzte Detail erklärt haben, bevor man etwas tut. Das Befehl und Gehorsam Modell treffen wir allenthalben noch in der Bundeswehr an. Aber das war’s dann auch schon.

Liebe Gemeinde, in dem Wort „Gehorsam“ steckt ja auch das Wort „Hören“.
Gehorsam kann ich also nur sein, wenn ich auf das höre, was mir gesagt wird.

Das ist alles so schrecklich einfach und schlicht, aber tun wir das heute überhaupt noch ? Ist es nicht vielmehr so, dass die Bibel kaum mehr gelesen wird, christliche Versammlungen immer weniger besucht werden und wir so ziemlich alles aus unserem weltlichen Leben herauszudrängen versuchen, was nach Glauben aussieht.

So kann man natürlich gar nicht auf das Wort unseres Herrn hören.
Abraham hatte eine ganz intensive Beziehung zu „seinem“ Gott. Vermutlich sprach er auch jeden Tag mit ihm. Und wenn ich mit jemand spreche, dann darf ich auch erwarten, dass dieser jemand mir antwortet. Alles andere wäre nämlich unhöflich. Und da Gott bekanntermaßen ein Gentleman ist, antwortet er auch jedem, der ihn aus vollem Herzen anruft.

Lassen Sie uns wieder auf Abrahams Spuren wandeln und regelmäßigen Kontakt mit unserem Herrn pflegen. Ich bin mir zu 100% sicher, dass ER einem jeden von uns, der so mit IHM redet, antworten wird.

2. Die Praxis

Bisher war alles schnöde Theorie. Wir reden mit Gott und Gott antwortet. Viele Menschen lassen es dabei bewenden und wundern sich, dass so rein gar nichts spannendes in ihrem Leben passiert.

Wenn wir Gottes Stimme vernehmen, dann sollen wir nicht nur zuhören, sondern das, was Gott uns sagt, auch in die Tat umsetzen.

Abraham folgte Gott nach und ging aus der vertrauten Heimat weg in die Fremde hinein. Er tat dies ohne Murren und Knurren, ja sogar ohne Gott noch einmal zu befragen, um vollkommen sicher zu sein. Abraham tat einfach das, was Gott ihm aufgetragen hatte.

Liebe Gemeinde, genau das sollen wir auch heute im Jahre 2014 tun. Wir haben es mit einem lebendigen Gott zu tun, der nur das Beste für Seine Kinder will. Also sollten wir darauf vertrauen, dass alles, wozu Er uns beruft auch wirklich zu unserem Besten ist.

Vieles, und das kann ich aus eigener Erfahrung beisteuern, klingt zunächst unrealistisch, kaum durchführbar bis hin zu total problematisch.

Aber wir dürfen eines nicht vergessen: Hinter uns steht jemand, der uns auf dem Wege begleitet, den Er uns vorgegeben hat. Wir müssen einfach nur losgehen, das ist alles.

3. Festes Vertrauen

Abraham lebte in der Fremde. Wir wissen nicht viel über seine Lebensumstände, wohl aber, dass diese schlechter waren, als vor seinem Auszug. Fremde Umgebung, fremde Menschen und die Ungewissheit, was wohl noch alles passieren wird. Wahrlich keine besonders rosigen Lebensumstände.

Aber trotzdem vertraute Abraham weiter allein auf Gott. Ein Leben im Glauben ist immer ein Leben aus dem „trotzdem“ heraus.

Herr, ich verstehe Dich nicht, warum ich meinen Arbeitsplatz verloren habe, aber „trotzdem“ gehe ich meinen Weg weiter mit Dir. Herr, ich verstehe nicht, warum ich so schwer erkrankt bin, aber „trotzdem“ gehe ich auch diesen Weg weiter mit Dir. Herr, ich verstehe es nicht, dass es so vielen Nichtchristen so gut und mir so schlecht geht, aber „trotzdem“ gehe ich meinen Weg weiter an Deiner liebenden Hand.

Liebe Gemeinde, wenn wir so unseren Weg mit unserem Herrn gehen, dann wird sehr schnell aus dem „trotzdem“ ein „gerade deswegen“. Gerade deswegen, weil wir unseren Herrn nicht immer verstehen, dürfen wir erkennen, dass Er es ist, der uns leitet. Einen Gott, den wir kennen wie unsere Westentasche, das ist kein Gott, das ist ein frommes Wunschdenken.

Wenn wir so dem Auftrag unseres Herrn folgen, dann werden wir am Ende unseres irdischen Lebens weder „trotzdem“ noch „gerade deswegen“ sagen, sondern nur noch anbetungsvoll ein „Danke Herr“ sagen können.

Der Liederdichter Philipp Spitta beschreibt ein Leben in der Nachfolge unseres Herrn, also ein Leben im Glauben sehr schön mit dem 6. Vers seines Liedes „Es kennt der Herr die Seinen…“ (EG 358), der da lautet, wie folgt:

So hilf uns, Herr, zum Glauben und halt uns fest dabei;
lass nichts die Hoffnung rauben; die Liebe herzlich sei !
Und wird der Tag erscheinen, da dich die Welt wird sehn,
so lass uns als die Deinen zu deiner Rechten stehn.

Der Herr gebe Dir die Zeit, auf IHN und SEINE Botschaft zu hören
Der Herr gebe Dir die Kraft, SEIN Wort in die Tat umzusetzen
Der Herr lege ein grenzenloses Vertrauen in Dein Herz hinein

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag. Nehmen wir uns doch heute einmal eine halbe Stunde Zeit und hören, was uns der Herr sagen möchte.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie ganz herzlich am heutigen 2. Sonntag nach Epiphanias. Nach Weihnachten hat uns nun also der Alltag wieder. Mit dem Alltag kehren auch die Probleme und Sorgen wieder, die wir für einige Wochen der Weihnachtszeit an die Seite geschoben haben. Unser Predigttext für den heutigen Sonntag beschäftigt sich mit dem Christenleben gerade im sogenannten „grauen Alltag.“ Lassen Sie uns zunächst lesen, was uns der Verfasser des Hebräerbriefes im 12. Kapitel, in den Versen 12-18 und
22-25 a dazu sagen möchte:

Darum stärkt die müden Hände und die wankenden Knie und macht sichere Schritte mit euren Füßen, damit nicht jemand strauchle wie ein Lahmer, sondern vielmehr gesund werde. Jagt dem Frieden nach mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird, und seht darauf, dass nicht jemand Gottes Gnade versäume; dass nicht etwa eine bittere Wurzel aufwachse und Unfrieden anrichte und viele dadurch unrein werden; dass nicht jemand sei ein Abtrünniger oder Gottloser wie Esau, der um der einen Speise willen seine Erstgeburt verkaufte. Ihr wisst ja, dass er hernach, als er den Segen ererben wollte, verworfen wurde, denn er fand keinen Raum zur Buße, obwohl er sie mit Tränen suchte. Denn ihr seid nicht gekommen zu dem Berg, den man anrühren konnte und der mit Feuer brannte, und nicht in Dunkelheit und Finsternis und Ungewitter.
Sondern ihr seid gekommen zu dem Berg Zion und zu der Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, und zu den vielen tausend Engeln und zu der Versammlung und Gemeinde der Erstgeborenen, die im Himmel aufgeschrieben sind, und zu Gott, dem Richter über alle, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten und zu dem Mittler des neuen Bundes, Jesus, und zu dem Blut der Besprengung, das besser redet als Abels Blut. Seht zu, dass ihr den nicht abweist, der da redet.

Liebe Gemeinde,

der Hebräerbrief wendet sich an die neu bekehrten Judenchristen. Nach anfänglicher Euphorie sehen sie sich der Verfolgung ausgesetzt. Viele von ihnen haben sich wohl innerlich schon mit dem Gedanken beschäftigt, sich doch wohl besser wieder vom Christentum mit all seinen Leiden abzuwenden. Nun, heute droht uns in unserem Land sicherlich nicht die Verfolgung als solche. Aber wir werden auf andere Art und Weise verfolgt. Der Alltagsstress hält viele von uns auch sonntags gefangen.

Immer mehr in immer kürzerer Zeit leisten zu müssen, das ist ein Zeichen der heutigen Zeit. Und da ist man schnell versucht, Gottes Wort links liegen zu lassen. Und darum spricht uns auch heute der Hebräerbrief an, will er unseren Fokus doch wieder gerade rücken auf Jesus hin. Wie soll das aber gehen ? Wie kriegen wir, wie man so schön sagt, die Kurve ?

1. Stärkung der müden Hände und der wankenden Knie

Die ganze Woche habe ich gearbeitet, heute ist Sonntag. Und jetzt will ich meine müden Knochen ausruhen. Einfach nur daliegen und nichts tun. Montag morgen muss ich schließlich wieder ran. Und da ist es doch mein gutes Recht, einfach zu entspannen. Ist es das wirklich ?

Dies, liebe Gemeinde, höre ich beinahe täglich. Der eine formuliert es ganz plump mit den Worten „Kein Bock auf Kirche.“ Der andere benutzt wohlformulierte Aussagen, um mir mitzuteilen, dass christliche Gemeinschaft nicht sein Ding ist.

Und dabei ist es doch so einfach, seinen müden Körper wieder zu stärken.

Selbst wenn ich keine Gelegenheit habe, an einem Gottesdienst teilzunehmen, dann kann ich immer noch meinen Fernseher anschalten oder das Radio einschalten oder aber ich kann einen Internetgottesdienst besuchen. Diese eine Stunde tut meinem Zeitkonto nicht weh. Aber in dieser Zeit gebe ich Gott die Gelegenheit in mein Leben hinein zu sprechen und mich wieder zu Kräften kommen zu lassen.

Vor kurzem sprach ich mit einer Frau, die in einer Männerdomäne gearbeitet hat. Sie musste in der Tat doppelt soviel Leistung erbringen, um anerkannt zu werden. Also opferte sie viel mehr Zeit für ihre Arbeit, als dies gut für sie war. Irgendwann geriet sie dann mehr zufällig in einen Gottesdienst (es war übrigens eine katholische Messe).

In dieser wurde sie von Gott ganz besonders angerührt. „Es war auf einmal so, als ob er neben mir stand und mir die Augen aufgetan hat.“, das berichtete sie mir später. Am kommenden Montag hat sie sofort damit begonnen, sich um eine andere Arbeitsstelle zu kümmern, die sie auf Grund ihrer Fähigkeiten auch schnell bekommen hat. Schon im Bewerbungsgespräch sagte sie, dass sie sonntags in den Gottesdienst geht und daher niemals am Sonntag zur Arbeit erscheinen würde. Vielleicht hat sie auch gerade deswegen die Stelle bekommen.

Die müden Hände hätten wir also gestärkt. Bleiben aber immer noch die wankenden Knie. Diese sind hier nicht wörtlich gemeint. Der Verfasser des Hebräerbriefes meint hier unseren Wankelmut schlechthin.

Wer nicht weiß, wo er hin will, darf sich nicht beschweren, wenn er irgendwo landet, wo es ihm überhaupt nicht gefällt. So ist es auch mit dem wankelmütigen Christen. Mal ja, mal nein. Und vielleicht existiert Jesus ja doch. Mit so einer Einstellung kommen wir überall hin, nur nicht in den Himmel.

Gott will aber, dass alle Menschen errettet werden. Also will er, dass wir unsere wankenden Knie stärken, damit wir in die richtige Richtung nämlich hin zu ihm laufen können. Einen Teil können wir auch selber dazu beitragen, beitragen zur Stärkung.

Das Gespräch mit Gott und sein Wort sind uns eine wertvolle Hilfe dabei, wenn wir unseren Wankelmut besiegen wollen. Sprechen wir doch wieder täglich mit Gott. Lesen wir doch wieder regelmäßig die Bibel. Und lassen Sie uns wieder regelmäßig Gemeinschaft haben mit ihm. Wir werden IHN wieder auf’s Neue spüren und seine Kraft in unserem Leben wahrnehmen können.

Müde Hände und Wankelmut sind nämlich die Landebahn für Satan. Es ist beinahe so, als ob wir ihn einladen würden, Teil unseres Lebens zu werden. Das will doch sicherlich keiner von uns.

2. Jagt dem Frieden und der Heiligung nach.

Friede mit unseren Mitmenschen ist die Voraussetzung für unseren Frieden mit Gott. Auch mit dem Kotzbrocken vom zweiten Stock ? Ja, liebe Gemeinde, auch mit dem sollen wir Frieden üben.

Wenn wir das Wort Frieden übersetzen, dann bedeutet dies die Vermeidung der Entzweiung. Frieden im Sinne der Bibel heißt nicht, dass wir immer und überall zu allen Menschen freundlich sein sollen und jedem nach dem Munde reden sollen, damit wir auf alle Menschen sympathisch wirken.
Nein, das bedeutet Friede im biblischen Sinne nicht.

Ich drücke es einmal bildlich aus: Wir sollen dem anderen niemals endgültig die Türe vor der Nase zuschlagen. Anlehnen dürfen wir sie aber dennoch. Genau dann hat der andere immer noch die Möglichkeit durch diese Türe hindurchzugehen.
Wenn wir die Türe hingegen fest verrammelt haben, ist dies übrigens für beide Seiten nicht mehr so einfach möglich.

Jagt nach Heiligung. Das klingt hochkompliziert. Ist es aber nicht.
Unter Heiligung versteht die Bibel den Weg der Erlösten hin zu Gott. Das ist nichts anderes als unsere Hinwendung hin zu Gott mit dem Ziel, einmal endgültig bei ihm zu sein.

Vollkommenen Frieden und Heiligung werden wir auf Erden niemals hinbekommen. Das steht auch nicht in unserem Predigttext. Dort steht, dass wir diesem nachjagen sollen. Wir sollen auf dem richtigen Wege bleiben. Und ich denke, mit Gottes Hilfe schaffen wir dies auch in diesem Jahre.

3. Weist den nicht ab, der da redet

Da der erste Punkt sehr lang war, fasse ich mich jetzt auch kurz. Wie oft, liebe Gemeinde, wollen wir unser eigenes Ding durchziehen und lassen die Bibel eben Bibel sein. Wie oft sind wir versucht, Gottes Wort zu unsere Gunsten eher etwas großzügig auszulegen.

Genau davor warnt uns der Predigttext. Gott meint, was er sagt. Gottes Wort ist einfach und klar und bedarf keiner großzügigen Auslegung. Und Gottes Wort ist keine unverbindliche Richtlinie, die wir dann beachten, wenn uns gerade danach ist. Betrachten wir Gottes Wort als das, was es
ist: Unser Wegweiser hin zu IHM und hin zu einem ewigen Leben in SEINER Gemeinschaft.

Das Geheimnis der Kraft aus dem Glauben das beschreibt Friedrich von Bodelschwingh sehr schön in dem 1. Vers seines Liedes „Nun gehören unsre Herzen….“ (EG 93), der da lautet, wie folgt:

Nun gehören unsre Herzen ganz dem Mann von Golgatha,
der in bittern Todesschmerzen das Geheimnis Gottes sah,
das Geheimnis des Gerichtes über aller Menschen Schuld,
das Geheimnis neuen Lichtes aus des Vaters ewger Huld.

Der Herr stärke Deine müden Hände und Deine wankenden Knie
Der Herr sei stets bei Dir bei Deiner Jagd nach Frieden und Heiligung
Der Herr verankere immer wieder SEIN Wort ganz fest in Dein Herz

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen ebensolchen Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Altjahresabend. Den Predigttext für den heutigen Abend finden wir im Hebräerbrief, Kapitel 13, die Verse 8-9b. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit. Lasst euch nicht durch mancherlei und fremde Lehren umtreiben, denn es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade, nicht durch Speisegebote, von denen keinen Nutzen haben, die damit umgehen.

Liebe Gemeinde,

Altjahrsabend ist ja immer wieder der geeignete Zeitpunkt, das vergangene Jahr noch einmal zu überdenken. Was ist gut gelaufen, was hätten wir besser machen können. Unser heutiger Predigttext ist ebenfalls ein Rückblick. Ein Rückblick der besonderen Art. Unser heutiger Predigttext bezieht sich auf den Stand von Jesus in der Vergangenheit, in der Gegenwart und in der Zukunft. Lassen Sie uns darüber heute Abend ein wenig näher nachdenken.

1. Der Jesus der Vergangenheit

Es ist noch nicht lange her, da haben wir die Weihnachtsgeschichte gehört. Sicherlich können wir uns alle noch an die Hirten erinnern, die kamen, um das Kind in der Krippe anzuschauen.

Was machten sie als, sie das Kind gesehen hatten ? Sie gingen nach Hause lobten und priesen Gott. Diesen Hirten, die nicht lesen und schreiben konnten und ganz gewiss keine regelmäßigen Tempelbesucher waren, diesen Hirten hat Gott das Herz aufgetan.

Warum eigentlich gerade diesen Hirten ? Nun, Sie waren einfach dem Engelsbefehl, der sie zu Jesus bringen sollte gefolgt. Da kam kein, ja, aber ich muss noch erst die Schafe versorgen. Oder kein ja, aber ich bin so schrecklich müde.

Diese Hirten machten sich einfach auf den Weg und kamen zu Jesus. In dem Moment, wo sie das Jesuskind sahen, tat ihnen Gott die inneren Augen auf und sie erkannten, wer da wirklich in der Krippe liegt.

Sie gingen heim und lobten Gott.

2. Der gegenwärtige Jesus

Wie war das doch damals alles so schön. Wenn wir die Bekehrungsgeschichten der Bibel lesen, dann wünschten wir uns, dass dies doch auch heute noch geschehen könnte.

Aber, liebe Gemeinde, wir haben uns selber eine ganze Menge Stolpersteine in den Weg zu Jesus gelegt.

Da ist zunächst der Stolperstein Wissenschaft. Ewig und drei Tage lang wird seitens der Naturwissenschaften immer wieder ein scheinbarer Beweis erhoben, dass es Gott doch gar nicht gibt. Und was machen viele von uns ? Na wenn dies der berühmte Professor schon sagt, dann wird er wohl recht haben. Und schon wird das eigene kleine Weltbild ohne Gott zurechtgezimmert. Es lebt sich ja auch ohne Gott ganz gut, bis die ersten Schwierigkeiten kommen.

Dann kommen die Zeitungen, Zeitschriften und das Fernsehen. Seit es das Magazin „Der Spiegel“ gibt, erscheinen mit schöner Regelmäßigkeit zu Weihnachten und Ostern die neuesten Erkenntnisse darüber, dass es sich bei dem Christentum und den „Geschichtchen“ in der Bibel doch nur um Mythen und Sagen handelt. Na und wenn so was schon einmal in der Zeitung steht, dann muss da auch was dran sein.

Dann kommt da noch der Stolperstein der fremden Lehre. Gerade entsteht in Deutschland ein buddhistisches Zentrum nach dem anderen. In meditativen Sitzungen soll man zu sich selber finden. Und wenn man sich dann gefunden hat, weiß man nichts mehr mit sich anzufangen. Wieviele Lehren sind in der Vergangenheit unter das Volk gebracht worden ! Denken wir nur einmal an die lieben Zeitgenossen, die bei Regen und Sonnenschein ihre Vereinszeitschrift „Erwachet“ an allen Ecken und Enden verteilen.

Alle Lehren, die anfänglich so toll klingen führen aber immer wieder ins Leere. Aber wir haben ja noch:

3. Der Jesus der Zukunft

Es ist fast nie zu spät für einen Neuanfang mit Jesus. Jesus will heute, wie damals vor 2000 Jahren unsere Herzen anrühren. Wir müssen Ihn nur lassen.

Dabei fällt mir eine kleine Geschichte von einem guten Freund ein. Er war über 10 Jahre praktizierender Buddhist. Er hatte es auch zu einem gewissen Ansehen in dieser Gemeinschaft gebracht. Und dann auf einmal träumte er nachts von einem Kreuz. Dieser Traum ließ ihn nicht mehr los. Was lag also näher, einmal einen Gottesdienst zu besuchen. Dies tat er dann auch.

Und in diesem Gottesdienst tat ihm der Herr das Herz auf. Heute ist er übrigens Pastor einer Freikirche. Wie doch unser Herr die Herzen fest machen kann, fest zum Dienst für Ihn.

Lassen Sie uns noch einmal bei diesem kleinen Beispiel bleiben. Als Buddhist musste er sich anstrengen um immer noch weiter zu kommen, religiöse Hochleistungen waren gefordert, Tag für Tag. Als Christ ist ihm Gnade geschenkt worden. Er brauchte gar nichts von sich aus zu tun.
Alles tat der Herr.

Wie heißt es doch in dem Liede „Stern, auf den ich schaue“ so schön:
„Dann mit neuem Singen jauchz ich froh dir zu,
NICHTS hab ich zu bringen,
ALLES Herr bist DU“.

Lassen wir uns doch immer wieder von Jesus beschenken durch Seine Gnade und lassen wir Ihn doch unsere Herzen fest machen für Ihn allein.

Lassen Sie mich kurz noch ein Letztes sagen: Viele Menschen versuchen, den Weg zu Jesus über die strikte Einhaltung religiöser Rituale und Vorschriften zu finden. Das war schon zu Zeiten des Alten Testamentes so. Aber Jesus sagt immer wieder, dass dies absolut keinen Sinn hat.

Jesus ist kein Religions-und Gesetzesstifter. Jesus ist der Heiland der Welt, der durch Seinen stellvertretenden Opfertod den Weg für uns zu Gott wieder frei gemacht hat. Ganz ohne Vorbedingungen. Jeder, aber auch wirklich jeder ist eingeladen, zu Jesus zu kommen.

Viele von uns werden heute Abend in munterer Gesellschaft das Jahr ausklingen lassen. Wünschen wir doch allen Menschen einmal kein „Frohes Neues Jahr“, wünschen wir ihnen doch einmal ein „Gott segne dich auch in diesem neuen Jahr“. Ich verspreche Ihnen viele spannende Reaktionen.

Bitten wir doch abschließend mit dem 1. Vers des Liedes „Hilf, Herr Jesu lass gelingen…“ von dem Liederdichter Johann Rist unseren Herrn um Seinen Segen auch für das kommende Jahr:

Hilf, Herr Jesu, lass gelingen, hilf, das neue Jahr geht an;
lass es neue Kräfte bringen, dass auf’s neu ich wandeln kann.
Neues Glück und neues Leben wollest du aus Gnaden geben.

Der Herr lasse Dich erkennen, wieviel Gutes ER Dir in der Vergangenheit getan hat
Der Herr gebe Dir auch heute wieder die Kraft, allein IHM zu vertrauen
Der Herr mache auch für die Zukunft Dein Herz fest allein in IHM

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen einen gesegneten Altjahrsabend. Möge Sie der allmächtige Gott alle behüten, beschützen, auch weiterhin sicher führen.

Bis zum morgigen Tage verabschiede ich mich und grüße Sie alle recht herzlich Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen 1. Sonntag im Advent, dem ersten Sonntag des neuen Kirchenjahres. Ja, die erste Kerze an unserem Adventskranz brennt und damit gedenken wir auch des Lichtes der Welt, welches in diese Welt gekommen ist.

Unseren heutigen Predigttext finden wir im Hebräerbrief, Kapitel 10,die Verse 23-25.
Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat; und lasst uns aufeinander achthaben und uns anreizen zur Liebe und zu guten Werken und nicht verlassen unsre Versammlungen, wie einige zu tun pflegen, sondern einander ermahnen, und das umso mehr, als ihr seht, dass sich der Tag naht.

Liebe Gemeinde,

dieser Text hat zunächst so gar nichts adventliches an sich. Wenn wir an das Kommen des Herrn Jesus in diese Welt denken, dann müssen wir uns gleichzeitig die Frage stellen: Was hat sich denn seit Jesus geändert ?

Wir wissen es natürlich alle, mit Seinem Kreuzestod hat Jesus alle Sünden dieser Welt auf sich genommen, die vergangenen, die gegenwärtigen und auch alle zukünftigen.

Dadurch wurde unser Weg zu Gott wieder frei gemacht. Aber dies hat auch Auswirkungen und Konsequenzen auf unser heutiges Leben. Wenn wir den Weg zu unserem Herrn gefunden haben, werden Veränderungen in unserem Leben stattfinden. Lassen Sie uns einige davon am heutigen
1. Sonntag im Advent ein wenig näher betrachten.

1. Innere Konsequenzen

Dranbleiben, einfach nur dranbleiben, so könnte unsere innere Haltung zu Jesus aussehen. Dies lesen wir auch in unserem heutigen Predigttext. Wir haben eine Verheißung des ewigen Lebens erhalten und was unser Herr verspricht, das hält Er auch.

Das einzige was wir tun müssen, ist, an IHM dran zu bleiben. Das hört sich doch ganz einfach an. Aber wie es mit allem einfachen nun mal so ist, es gestaltet sich immer etwas schwieriger als es ausschaut. Das war damals nicht anders als heute.

Ich sehe es immer wieder, wenn sich ein Mensch bekehrt, also sein Leben dem Herrn übergibt. Anfangs ist da die volle Begeisterung zu spüren. Voller Tatendrang stürzt er sich ins Christenleben hinein. Einige Monate später, sagen wir ruhig ein halbes Jahr später, ebbt die Begeisterung meist schon ein wenig ab, innerlich verabschiedet er sich nach und nach von der Gemeinschaft.

Da ist keine Zeit mehr für das Lesen der Bibel. Die Freizeit wird dann doch wieder mit den alten Freunden verbracht und der „Fußballgott“ ist halt in der Welt dem Gott der Bibel sehr schnell überlegen.

So war es auch zu Zeiten als unser heutiger Predigttext verfasst worden ist. Man begann zu wanken. Die frohe Botschaft hatte man wohl gehört, aber es passierte so rein gar nichts. Das Leben lief irgendwie weiter und so machte sich auch bald der alte Schlendrian breit.

In diese Situation ruft der Verfasser des Hebräerbriefes hinein: Haltet an IHM fest, kommt doch nicht in’s Wanken, was ER verspricht, das hält ER doch auch. Und dies ist eine Botschaft, die nach wie vor Gültigkeit besitzt. Dies müssen wir uns immer wieder verdeutlichen. Unsere Herzen müssen immer wieder IHM zugewandt sein, wenn wir IHM gehören wollen.
Wenn wir IHM gehören wollen, dann müssen wir auch auf IHN hören.

2. Äußere Konsequenzen

Was prägt eigentlich ein Christenleben, durch was kann man es äußerlich erkennen ? Ich glaube, es sind die drei Merkmale, die uns der Verfasser des Predigttextes mitteilt.

Aufeinander achthaben, Liebe üben, gute Werke tun.

Aufeinander achthaben. Wer alleine ist, kann leicht in die Irre gehen.
Hat man aber jemanden, der auf einen achtet, dann ist die Gefahr schon so gut wie gebannt. Der Einzelne erliegt leicht den Verlockungen der Sünde, wenn sie an seine Türe klopft. Ist aber ein Bruder oder eine Schwester anwesend, so kann sie ihn vor der Sünde bewahren.

Sünde sieht ja von außen betrachtet niemals wie eine Sünde aus. „Es ist doch nichts dabei, wenn Du…“ so beginnt das satanische Spiel. Wie froh dürfen wir sein, wenn uns Geschwister dann darauf aufmerksam machen, dass sehr wohl etwas dabei ist. Genau so ist es natürlich unsere Verpflichtung, auf unsere Geschwister zu achten.

Liebe üben. Wie du mir, so ich dir, so lautet doch das Gesetz der Welt.
Die einzige Möglichkeit, diese Spirale der Gewalt und Boshaftigkeit zu unterbrechen ist:
Liebe üben. Jesus hat uns schon gesagt, dass wir unsere Feinde lieben sollen und denen immer wieder vergeben sollen, die an uns schuldig werden.

Liebe gegenüber meinem Feinde üben, und immer wieder vergeben ? Das kann ich, ehrlich gesagt nicht. Gut, wenn mir einer mal blöde kommt. Aber wenn der das immer wieder macht. Na dann möchte ich doch am liebsten…
Und genau das sollte ich dann doch besser lassen. Und wie geht das ?
Nun, nur mit Hilfe meines Herrn, der mich immer wieder stark macht für die Liebe und die Vergebung. Ich muss IHN nur um Hilfe bitten.

Gute Werke tun. Allerdings nicht, damit der andere uns ebenfalls mit guten Werken überrascht. Gute Werke sollen wir uneigennützig tun. In der Hoffnung, eine Gegenleistung zu erhalten, fallen mir gute Werke natürlich sehr leicht. Aber so ganz ohne Gegenleistung komme ich manchmal doch in Schwierigkeiten. Aber auch hier hilft mir das Kind, was wir in diesen Wochen in der Krippe liegen sehen. Es macht mich fähig zu guten Werken. Nur aus IHM heraus lebe ich und kann diese Werke verrichten. Grund genug, IHM immer wieder zu danken.

3. Einander ermahnen

Ha, endlich etwas, was ich besonders gut kann. Wir hatten in unserer Gemeinde eine ältere Dame, jetzt ist sie schon in der Ewigkeit, die tatsächlich davon ausging, Gott habe ihr eine besondere Fähigkeit der Ermahnung verliehen. Und so legte sie dann auch los. Keiner, aber auch wirklich keiner war vor ihr sicher. Wenn man nur lange genug sucht, liebe Gemeinde, dann findet man bei jedem Menschen einen Fehler. Und unsere Schwester fand auch den noch so kleinsten Fehler, der einer Ermahnung wert war.

Irgendwie musste diese Situation aufgelöst werden. Ein älterer und sehr weiser Bruder hatte dann auch die Lösung des Problems gefunden. Die Elberfelder übersetzt dieses Wort „ermahnen“nämlich mit „ermuntern“. Und schon kommt ihm eine ganz andere Bedeutung zu.

Ermuntern bedeutet, einem Menschen beizustehen, wenn mal eben nicht alles rund läuft. Und in einem echten Christenleben läuft eben nicht immer alles rund. Zweifel, Sorgen, Nöte und Probleme machen auch vor einem Christen nicht halt. Genau in diesen Situationen sollen wir unsere Geschwister ermuntern, indem wir ihnen zuhören, Trost zusprechen und ihren Blickwinkel auf die Sicht der Dinge wieder gerade rücken helfen.

Übrigens, wenn wir schon unser Leben als schwer empfinden, dann dürfen wir ruhig einmal einen Blick auf Jesus werfen. Sein Lebensweg war sicherlich um einiges schwerer und steiniger, als unser Weg. Also lassen Sie uns auf Seine Verheißung bauen und gestützt durch Ihn durch unser Leben gehen.

Lassen Sie uns nun auch mit Singen an das erste Kommen unseres Herrn gedenken, indem wir gemeinsam in die erste Strophe des Liedes „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit…“ einstimmen, welche lautet, wie folgt:

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit;
es kommt der Herr der Herrlichkeit,
ein König aller Königreich,
ein Heiland aller Welt zugleich,
der Heil und Leben mit sich bringt;
derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat.

Der Herr erhalte und festige stets Deinen rechten Glauben an IHN
Der Herr gebe Dir die Kraft zu Liebe und zu guten Werken
Der Herr stelle Dir Mitmenschen an Deine Seite, die stets auf Dich achten

Amen.

Liebe Gemeinde,

häufig sehen wir das Kind in der Krippe als etwas niedliches an. Aber denken wir immer daran, welch eine Macht und Kraft und Rettung von diesem Kinde ausgegangen ist, als es uns unseren Weg zu Gott bereitet hat. Dann, so denke ich, bekommt die Adventszeit einen noch tieferen Sinn.

Genießen Sie die kommenden Wochen und nehmen Sie sich die Zeit für ein bisschen Besinnlichkeit.

Es grüßt Sie alle recht herzlich

Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag Epiphanias. Die Feiertage sind nun endgültig vorbei und ein neues Jahr liegt fast noch komplett vor uns. Darum lassen Sie uns am heutigen Sonntag einmal ein wenig intensiver über die Jahreslosung für das Jahr 2013 nachdenken.
Wir finden die Jahreslosung im Hebräerbrief, Kapitel 13, den Vers 14:

„Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“

Liebe Gemeinde,

wenn ich an die Losungen der vergangenen Jahre denke, dann fiel uns eigentlich immer sofort etwas dazu ein. Als ich zum ersten Male die Jahreslosung für 2013 gesehen habe, fand ich daran nichts, was mich durch das Jahr 2013 begleiten, geschweige den tragen könnte. Und doch stecken drei Botschaften in dieser Jahreslosung verborgen, die unser Leben mit unserem Herrn nachhaltig gestalten können.

1. Alles hat ein Ende

Bei dem ersten Punkt unserer Jahreslosung geht es um die Perspektive, mit der wir die Welt betrachten und die dadurch auch unser Leben bestimmt. Es gibt eigentlich nur zwei Perspektiven, die unser Leben bestimmen können.

Die erste Perspektive schaut in das Hier und Jetzt. Das Hier und Heute ist alles, was interessiert. Natürlich gewinnt dann alles an enormer Wichtigkeit, was um uns herum geschieht. Das Hier und Heute ist schließlich das Wichtigste auf der Welt.

Die andere Perspektive ist die, dass ich unter der Voraussetzung, dass alles einmal vergeht, dem Hier und Heute nicht meine ganze Aufmerksamkeit schenke. Wenn das, was heute ist, schon morgen vergehen kann, dann ist es doch eigentlich gar nicht mehr so wichtig, was mir heute passiert.

Wenn mich jemand ärgert, was soll’s, das geht vorbei. Wenn ich eine unangenehme Aufgabe erledigen muss, egal, auch das geht vorbei, wie alles einmal vorbei geht.

Zu wissen, dass wir hier keine bleibende Stadt haben kann uns ein ganzes Stück mehr Gelassenheit schenken. Und wenn ich die Dinge, die um mich herum geschehen mit etwas mehr Gelassenheit betrachten kann, werde ich automatisch ruhiger und umsichtiger. Wollen wir dies im Jahre 2013
einmal gemeinsam probieren ?

2. Die begrenzte Zeit

Nicht nur, was um uns herum geschieht vergeht, nein liebe Gemeinde, auch wir vergehen. Gott hat uns allen nur eine begrenzte Zeit auf Erden geschenkt. Diese sollen wir optimal ausnutzen.

Und womit ? Schauen wir doch einmal in den Schöpfungsbericht. Wann hat Gott den Menschen geschaffen ? Am sechsten Tage. Und was hat er danach gemacht ? Er hat sich ausgeruht.

Und dies ist auch Gottes Ansinnen an uns. Wir sollen unsere Zeit zunächst einmal dazu benutzen, um selber zur Ruhe, zur Ruhe vor unserem Schöpfer zu kommen.

Kann man sich das denn eigentlich noch erlauben in der heutigen Zeit, die durch die Multitaskingfähigkeit der Menschen bestimmt ist ? Wenn wir das nicht machen, dann laufen wir Gefahr sehr schnell ziellos und planlos durch unser Leben zu stolpern.

Gott ist nicht wichtig, was wir alles leisten, sondern wie es um unsere Beziehung zu Ihm gestellt ist. Je mehr wir beruflich und privat in Anspruch genommen werden, desto wichtiger ist es, dass wir uns Zeit für Gott nehmen.

Mensch (hier bitte den eigenen Namen einsetzen) ,
nimm Dich nicht so wichtig, nimm Dir Zeit für Gott!

Wenn wir die Beziehung zu unserem Vater im Himmel ordentlich pflegen, dann wird Er uns derart segnen, dass wir während unserer Zeit hier auf Erden auch für unsere Mitmenschen ein wahrer Segen sein können.

Ich bin gewiss kein Lehrmeister der Gottesbeziehung und schon gar kein Vorzeigechrist, aber ich kann Ihnen sagen, was ich tue, um eine lebendige Beziehung zu meinem Vater im Himmel aufrecht zu erhalten. Also, ich stelle meinen Wecker morgens 30 Minuten vor der eigentlichen Aufstehzeit, sodass ich die ersten 30 Minuten des Tages mit Gott im Gespräch verbringen kann.

Von Mönchen bin ich dazu inspiriert worden, bestimmte Unterbrechungen im Arbeitsalltag durchzuführen, um vor Gott zur Ruhe zu kommen. Dazu reichen schon 2-3 Minuten der intensiven Stille und Ruhe aus. Und, wenn ich zu Bett gehe, bespreche ich mit Gott noch einmal meinen ganzen Tag. Jeden Abend danke ich Gott für drei Ereignisse, die an diesem Tage geschehen sind.

Ich weiß nicht, wie es funktioniert, aber auf wunderbare Art und Weise leitet mich Gott durch mein Leben. Lassen Sie uns doch inspiriert durch unsere Jahreslosung diese intensive Gottesbeziehung wieder öfters pflegen. Wir werden alle überrascht sein, was Gott alles für uns parat hat, um unsere begrenzte Zeit auf Erden in Seinem Sinne auszufüllen.

3. Die Lebensreise

Unsere Bestimmung auf Erden ist es auch, das zu suchen, was uns nach unserem irdischen Tode erwarten kann, nämlich das Ewige Leben in der Gemeinschaft mit unserem Herrn.

Wenn wir eine Reise unternehmen, dann nehmen wir logischerweise auch Gepäck mit. Je mehr Gepäck wir mit uns herumschleppen, desto beschwerlicher wird die ganze Reise. Das hat wohl jeder von uns schon einmal am eigenen Leibe erlebt.

Und so ist es auch in unserem Leben. Was schleppen wir nicht alles für Lasten, Sorgen, Nöte und Bedrängnisse mit uns herum. Diese können manchmal so schwer werden, dass uns das weitere Laufen auf unserer Lebensreise nahezu unmöglich wird. Wir können uns gar nicht mehr auf das
Ziel konzentrieren, sondern nur noch auf unsere Last.

Schon der Herr Jesus sagt uns, dass wir unsere Lasten, Nöte und Sorgen bei IHM ablegen können. Lassen Sie uns dies auch tun, damit wir beschwingten Fußes den Weg hin zu IHM gehen können.

Jetzt müssen wir aber noch ein klein wenig auf der Hut sein. Viele Menschen legen Gott alle Sorgen, Nöte und Probleme vor und übertragen Ihm die zukünftige Wegweisung durch das Leben. Aber kaum ist dies geschehen, werden alle Nöte, Sorgen und Probleme wieder in den Rucksack
gepackt.

Ich wünsche uns allen, dass es uns immer wieder gelingen möge, alles, was uns bedrückt und irgendwie behindert unserem Herrn endgültig zu übertragen. Dann wird auf uns sicherlich ein segensreiches und fröhliches, von Seiner Führung geprägtes Jahr 2013 warten.

Wenn wir uns von allem lösen, was uns an einem Leben mit unserem Herrn hinderlich ist, dann fallen wahre Lasten von uns ab. Dies beschreibt auch schon der Liederdichter Johann Ludwig Konrad Allendorf sehr schön in dem zweiten Vers seines Liedes „Jesus ist kommen, Grund ewiger
Freude…“, der da lautet, wie folgt:

Jesus ist kommen, nun springen die Bande,
Stricke des Todes, die reißen entzwei.
Unser Durchbrecher ist nunmehr vorhanden;
er, der Sohn Gottes, der machet recht frei,
bringet zu Ehren aus Sünde und Schande;
Jesus ist kommen, nun springen die Bande.

Der Herr schenke Dir im Jahre 2013 etwas mehr Gelassenheit auf allen Deinen Wegen
Der Herr lasse Dich auch in diesem Jahre erkennen, wie Du IHM recht dienen kannst
Der Herr lasse Dich auch in diesem Jahre immer wieder die gewisse Hoffnung des ewigen Lebens spüren

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag. Für die nächste Woche wünsche ich Ihnen allen Gottes reichen Segen auf allen Ihren Wegen.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber