Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Ewigkeitssonntag. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Daniel, Kapitel 12, die Verse 1b-3. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Denn es wird eine Zeit so großer Trübsal sein, wie sie nie gewesen ist, seitdem es Menschen gibt, bis zu jener Zeit. Aber zu jener Zeit wird dein Volk errettet werden , alle, die im Buch des Lebens stehen. Und viele, die unter der Erde schlafen liegen, werden aufwachen, die einen zum ewigen Leben, und die andern zu ewiger Schmach und Schande. Und die da lehren, werden leuchten wie des Himmels Glanz, und die viele zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich.

Liebe Gemeinde,

viele Menschen unter uns haben sicherlich schon liebe Angehörige verloren. Heute kommen wir zusammen, um genau dieser Personen zu gedenken. Aber wir fragen uns auch, wo geht es hin nach unserer eigenen Lebensreise auf Erden?

Es gab einen gottesfürchtigen Beter namens Daniel, welchem ein von Gott gesandter Engel eine Botschaft überbrachte, die Daniel aufzeigte, was am Ende aller Zeiten geschieht. Genau dieses Geschehen können wir aber auch auf unser ganz persönliches Schicksal unmittelbar nach unserem irdischen Tode analog anwenden.

1. Die große Trübsal

Liebe Gemeinde, die große Trübsal trifft wohl einen jeden, der einen lieben Angehörigen verloren hat. Auch wenn wir ihn bei Gott geborgen wissen, fehlt er uns doch sehr. Die Lücke, die jemand auf Erden hinterlässt, lässt sich eben nicht so leicht auffüllen. Und daher ist es richtig, dass wir um unsere Lieben trauern und ihrer gedenken.

Ich bin natürlich kein Endzeitprophet, aber jeder von uns muss neben der Trübsal der Trauer auf Erden durch diverse Trübsale hindurch. Auch als Christen leben wir kein Leben, welches von permanenter Freude geprägt ist. Auch als Christen müssen wir durch unsere Leiden hindurch.

Aber, und jetzt kommt dieses große ABER, als Christen haben wir stets eine tragende Hand neben uns,  die uns durch unsere Leiden auf Erden hindurch trägt.

Und dieser Jesus Christus, der uns auf Erden durch alle Leiden hindurch trägt, der trägt uns auch durch das letzte große Leid, nämlich unseren Tod hindurch.

2. Das ewige Leben

Zum Zeitpunkt unseres Todes entscheidet sich, wo unsere Reise hingeht. Die eine Option ist diejenige des ewigen Lebens. In unserem Predigttext lesen wir, dass all diejenigen das ewige Leben empfangen, welche im Buch des Lebens verzeichnet sind.

Dann müssen wir uns natürlich die Frage stellen: Wie kommen wir denn in dieses Buch hinein ? Nun, liebe Gemeinde, im Buch des Lebens sind all diejenigen verzeichnet, die auf Erden den Frieden mit Gott gemacht haben.

Frieden mit Gott heißt nichts anderes, als dass ich vor Gott meine Schuld bekenne, ihn um Vergebung bitten und sein großes Gnadengeschenk, also seinen stellvertretenden Tod für mich als Bezahlung in Anspruch nehme.

All diejenigen, die dies tun, werden sofort in das Buch des Lebens eingetragen. Nicht unverbindlich, vielleicht noch mit einem Widerrufsrecht Gottes versehen, nein, die Eintragung ist von Gottes Seite aus nicht widerrufbar.

Natürlich werden wir auf Erden weiter schuldig werden, indem wir sündigen, aber das führt niemals dazu, dass unsere Namen aus dem Buch des Lebens getilgt werden.

Daher können wir ganz getrost davon ausgehen, dass all unsere Lieben, die auf Erden ihr JA zu Jesu Rettungstat gesagt haben lediglich vor uns heimgegangen sind und wir sie in nicht allzu ferner Zukunft wiedersehen werden.

Natürlich ist die Trauer auf Erden gerechtfertigt, aber im Laufe der Zeit darf durch die Trauer auch immer das Hoffnungslicht der Ewigkeit unsere Herzen erhellen.

3. Ewige Schmach und Schande

Davon liebe Gemeinde wird nicht so gern berichtet und gepredigt. Es nutzt aber gar nichts, wenn wir diese Realität einfach verschweigen. Dadurch nehmen wir der Hölle ja nicht die Existenz.

Wer kommt denn eigentlich in die Hölle? Drücken wir es doch einmal positiv aus: Kein Mensch wird von Gott in die Hölle geworfen. Gott möchte, dass all seine Geschöpfe im Lauf ihres Erdenlebens zu seinen geliebten Kindern werden.

Wie einfach dies geht, das haben wir soeben gehört. Und diesen Schritt können wir bis zu unserem letzten Atemzug auf Erden tun. Allerdings sollten wir keinesfalls bis zu diesem Moment warten, denn keiner von uns weiß, wann dieser Moment denn nun kommt.

Die ewige Schmach und Schande, von der in unserem Predigttext die Rede ist, die müssen nur diejenigen erleiden, die Zeit ihres Lebens auf Erden partout nichts mit Gott zu tun haben wollten. Und wenn wir dies konsequent weiterdenken, dann ist auch dies eine vollkommen freiwillige Entscheidung.

Wer nicht in den Himmel will, der kommt auch nicht in den Himmel hinein.

Sowohl den Himmel, als auch die Hölle erwählt also nicht Gott für uns nach einem arithmetischen Zufallsprinzip. Nein, diese Entscheidung treffen wir ganz allein, jeder für sich.

Und darum, liebe Gemeinde, ist es auch so wichtig, dass wir allen Menschen um uns herum weitersagen, wie auch sie die Quelle des ewigen Lebens finden können.

Was uns dann im Himmel erwartet, dass beschreibt der Liederdichter Johann Walter sehr schön in dem 4. Vers seines Liedes: „Herzlich tut er mich erfreuen…“ (EG 148), der da lautet, wie folgt:

Also wird Gott erlösen uns gar von aller Not,
vom Teufel, allem Bösen, von Trübsal, Angst und Spott,
von Trauern, Weh und Klagen, von Krankheit Schmerz und Leid,
von Schwermut, Sorg und Zagen, von aller bösen Zeit.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen und gesegneten Ewigkeitssonntag und freue mich, Sie nächste Woche am 1. Advent wieder begrüßen zu dürfen.

Bleiben Sie alle wohlbehütet wünscht Ihnen
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Ewigkeitssonntag im Jahre 2015. Traditionell gedanken wir am letzten Sonntag des Kirchenjahres all derer, die uns bereits im Glauben vorausgegangen sind.
Uns allen steht diese letzte Reise ja noch bevor. Wie wir uns am besten auf diese Reise vorbereiten können, das erfahren wir in unserem heutigen Predigttext. Den Predigttext für den heutigen Ewigkeitssonntag finden wir bei Matthäus im 25. Kapitel, die Verse 1-13. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Von den klugen und törichten Jungfrauen.

Dann wird das Himmelreich gleichen zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und gingen hinaus, dem Bräutigam entgegen. Aber fünf von ihnen waren töricht und fünf waren klug. Die törichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen kein Öl mit. Die klugen aber nahmen Öl mit in ihren Gefäßen, samt ihren Lampen. Als nun der Bräutigam lange ausblieb, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein. Um Mitternacht aber erhob sich lautes Rufen: Siehe, der Bräutigam kommt ! Geht hinaus, ihm entgegen !
Da standen diese Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen fertig. Die törichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, denn unsere Lampen verlöschen. Da antworteten die klugen und sprachen: Nein, sonst würde es für uns und für euch nicht genug sein; geht aber zum Kaufmann und kauft für euch selbst. Und als sie hingingen zu kaufen, kam der Bräutigam; und die bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Türe wurde verschlossen. Später kamen auch die andern Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, tu uns auf ! Er antwortete aber und sprach:
Wahrlich, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. Darum wachet ! Denn ihr wisst weder Tag noch Stunde.

Liebe Gemeinde,

wortwörtlich gelesen fand ich diesen Text nicht gerade besonders „Jesuslike“. Da mahnt uns Jesus immer wieder zu aufopferungsvoller Nächstenliebe und dann hört die Nächstenliebe schon dann auf, wenn Öl für ein paar Lampen geteilt werden soll. Mehr Egomanie geht doch wohl kaum.

Aber dann bin ich über die ersten Worte des Predigttextes gestolpert, die man gerne vergisst angesichts des dramatischen Geschehens in diesem Text. Es geht nämlich um das Himmelreich, also ein Gleichnis, welches wir heute Morgen versuchen wollen einander zu erklären.

1. Kluge und Törichte

Auf dieser Erde leben kluge und törichte Menschen beieinander. Wie wir unserem Predigttext entnehmen können, schaut der Alltag beider Gruppen in etwa gleich aus. Auf den ersten Blick können wir also einen törichten Menschen gar nicht von einem klugen Menschen unterscheiden.

Es geht in unserem Predigttext ja auch nicht um das, was wir unter dumm und klug auf Erden verstehen, sondern es geht um die, ich nenne sie einmal, Himmelsklugheit und Himmelsdummheit.

Mit dem Bräutigam in unseren heutigen Predigttext ist übrigens der Herr Jesus selbst gemeint. Und dieser gibt uns indirekt den Auftrag, dass wir uns ganz speziell auf den Tag vorbereiten sollen, an welchem wir ihm gegenübertreten, also dass wir himmelsklug handeln sollen.

Die uns im Glauben vorausgegangen sind haben dies schon hinter sich, uns steht dieser Moment hingegen noch bevor. In dem Moment, wo wir unseren irdischen Körper verlassen, stehen wir ihm nämlich direkt gegenüber.

Dann wird sich zeigen, ob wir himmelsklug oder himmelsdumm waren. Direkt nach unserem Sterben wird sich nämlich auch entscheiden, wo wir unsere Ewigkeit verbringen werden. Verbringen wir sie mit Gott zusammen im Himmel, dann haben wir in der Tat himmelsklug gelebt. Oder verbringen wir die Ewigkeit in der ewigen Verdammnis, dann haben wir nämlich himmelsdumm gelebt.

Denn hier auf Erden legen wir den Grundstein für Himmel oder Hölle.

Himmelsdumm, liebe Gemeinde, leben all die Menschen, die mit Gott nichts zu tun haben wollen. Gott überall außen vor lassen, so leben, als ob es ihn gar nicht gibt, und auch gar keinen Gedanken daran verschwenden, dass es ihn vielleicht doch geben könnte. Das sind untrügliche Anzeichen für einen himmelsdummen Lebensstil.

Aber was ist denn im Gegensatz dazu ein himmelskluger Lebensstil ?

2. Das Öl

Das Öl in unserem Gleichnis ist ein Sinnbild für eine persönliche Beziehung mit unserem Herrn. Himmelsklug lebe ich dann, wenn ich diese persönliche Beziehung nicht nur eingehe, sondern diese auch permanent pflege.

Wenn ich in ihm bleibe, dann bleibt er auch in uns. Das verspricht er uns. Garantiert. Das bedeutet zunächst einmal ganz praktisch, dass ER bei mir das Sagen hat. Nicht mehr ich bestimme den Kurs meines Lebens, sondern ich lasse Jesus die Stationen meines Lebens bestimmen.

Über die schönsten Erlebnisse kann ich mich mit ihm zusammen freuen.
Geteilte Freude ist bekanntlich doppelte Freude. Und mit ihm an meiner Seite kann ich auch die leidvollen Zeiten meines Lebens durchstehen.
Bekanntlich ist ja auch geteiltes Leid ein halbes Leid.

Wenn ich diese Beziehung pflege, dann lebe ich auch wenn ich sterbe.
Klingt irgendwie paradox. Ist es aber nicht. Mit Jesus an meiner Seite habe ich das ewige Leben. Auch das Sterben, das für den Weltmenschen häufig das Ende aller Dinge bedeutet, hat für uns Christen eine ganz andere Dimension.

Stellen wir uns das ganze doch einfach mal so vor, dass wir alle von einer weiteren Dimension, die wir hier auf Erden zwar manchmal spüren und fühlen, aber nicht direkt sehen können, umgeben sind. Bei unserem irdischen Tod gehen wir ganz einfach diesen einen Schritt in die göttliche Dimension weiter. Dann dürfen wir schauen, was wir ein Leben lang geglaubt haben.

Das mag auch ein Grund dafür sein, dass ich so viele Christen habe mit einem Lächeln auf den Lippen einschlafen sehen. Vielleicht war das ja ein kleiner Gruß aus der Ewigkeit an die, die noch in der Zeit leben ?

3. Verweigerung des Teilens

Auch wenn es sich um ein Gleichnis handelt, bleibt dieser Vorgang doch recht undurschaubar. Aber irgendwas muss doch dahinterstecken. Wir hatten ja vorhin über die himmelsdummen Menschen kurz gesprochen.

Das sind genau die, die eben kein Öl dabei haben. Das sind diejenigen, die sich ihr leben lang überhaupt nicht um Gott gekümmert haben. Aber auch für die himmelsdummen schlägt das letzte Stündlein. Und da wird es ihnen auf einmal schmerzhaft bewusst, wie verkehrt sie doch gelebt haben und was sie alles unterlassen haben.

Und jetzt ist guter Rat teuer. Gut, der Weg zum Kaufmann den kann man ja noch versuchen. Aber wie wir gesehen haben, war auch das zu spät. Liebe Gemeinde, ich möchte keinem Menschen Angst machen, aber ich muss darauf hinweisen, dass es ein „zu spät“ gibt. Es gibt ein „zu spät“ um in den Himmel zu gelangen.

Der Schächer am Kreuz wird ja gern herangezogen, wenn es um die Bekehrung in letzter Minute geht. Aber keiner kann uns garantieren, dass wir auch so eine Möglichkeit erhalten werden.

Solange wir leben, solange haben wir es in der Hand, wo wir die Ewigkeit verbringen möchten. Aber weiß einer unter uns, ob er den morgigen Tag noch erlebt ? Daher lassen Sie uns alle heute unsere Lampen nehmen und dafür sorgen, dass sie stets brennen. Dann sind wir auf den Moment gut vorbereitet, an welchem wir unserem Herrn gegenübertreten dürfen.

Und dann dürfen wir gewiss auch all unser Lieben wiedersehen, an die wir heute vielleicht noch ein wenig schmerzvoll denken. Daher ist der heutige Tag auch kein Totensonntag, sondern für uns alle in der Tat ein Ewigkeitssonntag.

Den Weg auf Erden direkt in die Ewigkeit beschreibt der Liederdichter Johann Walter sehr schön in dem 5. Vers seines Liedes „Herzlich tut mich erfreuen…“ (EG 148), der da lautet, wie folgt:

Er wird uns fröhlich leiten ins ewig Paradeis, die Hochzeit zu bereiten zu seinem Lob und Preis.
Da wird sein Freud und Wonne in rechter Lieb und Treu aus Gottes Schatz und Bronne und täglich werden neu.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ein Kirchenjahr neigt sich dem Ende zu und das neue beginnt bereits in der nächsten Woche. Nutzen wir heute den Tag um auch uns auf die Ewigkeit einzustimmen und gedenken wir ab der nächsten Woche wieder dem, der uns den Weg dahin überhaupt erst bereitet hat.

Ich wünsche Ihnen allen eine schöne voradventliche Woche und freue mich, Sie alle am 1. Advent hoffentlich wieder begrüßen zu dürfen.

Herzliche Segensgrüße sendet Ihnen allen Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Ewigkeitssonntag. Den Predigttext für den heutigen Tag finden wir im 2. Petrusbrief, Kapitel 3, die Verse 8-13. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Eins aber sei euch nicht verborgen, ihr Lieben, dass ein Tag vor dem Herrn wie tausend Jahre ist und tausend Jahre wie ein Tag. Der Herr verzögert nicht die Verheißung, wie es einige für eine Verzögerung halten; sondern er hat Geduld mit euch und will nicht, dass jemand verloren werde, sondern dass jedermann zur Buße finde.
Es wird aber des Herrn Tag kommen wie ein Dieb; dann werden die Himmel vergehen mit großem Krachen; die Elemente aber werden vor Hitze schmelzen, und die Erde und die Werke, die darauf sind, werden ihr Urteil finden. Wenn nun das alles so zergehen wird, wie müsst ihr dann dastehen in heiligem Wandel und frommem Wesen.
Die ihr das Kommen des Tages Gottes erwartet und erstrebt, an dem die Himmel vom Feuer zergehen und die Elemente vor Hitze schmelzen werden. Wir warten aber auf einen neuen Himmel und eine neue Erde nach seiner Verheißung, in denen Gerechtigkeit wohnt.

Liebe Gemeinde,

der Ewigkeitssonntag bringt uns immer wieder in die Situation, uns mit der Zeit und der Ewigkeit auseinander zu setzen. Dies macht auch der heutige Predigttext und geht dabei nahezu chronologisch vor. Lassen Sie uns daher am heutigen Totensonntag des Jahres 2014 gemeinsam über Zeit und Ewigkeit nachdenken.

1. Der eigene Tod

Spätestens wenn wir in diesen Tagen die Friedhöfe besuchen werden wir unweigerlich mit dem eigenen Tode konfrontiert. Heutzutage lebt man ja lieber sein Leben und schiebt die Sache mit dem Tode auf die lange Bank. Aber diese lange Bank wird von Tag zu Tag kürzer.

Durch unser Verhältnis von Zeit sind wir verstandesmäßig gesehen auf eine falsche Schiene geleitet worden. Bei Zeit denken wir sogleich an eine Uhr. Die immer wieder ohne Ende ihre Kreise zieht. Alles wiederholt sich stündlich, täglich, wöchentlich, monatlich und jährlich. Daher hat Zeit so etwas von unendlicher Wiederholung.

Und genau das, liebe Gemeinde ist total falsch. Wenn wir Zeit und vor allem Lebenszeit auf unser eigenes Leben beziehen, dann ist es so, als ob wir auf einem linearen Zeitstrahl unsere Zeit ableben würden. Und dieser Zeitstrahl geht nur in eine Richtung, nach vorne. Was gestern war, kommt nie wieder und was gerade jetzt passiert, ist in wenigen Augenblicken schon Geschichte. Wir nähern uns also alle, ob wir dies wollen oder nicht mit jedem Augenblick dem Ende unseres eigenen
Zeitstrahles entgegen. Und am Ende steht: Unser eigener Tod.

2. Das Ende der Welt

In unserem heutigen Predigttext beschreibt der Apostel Petrus sehr plastisch und drastisch, wie die Geschehnisse am Ende der Zeit ablaufen.
Nicht nur jeder von uns gelangt an das Ende seiner Zeit. Auch die Erde, die Welt als Ganzes, gelangt an das Ende ihrer Zeit.

Dass wir schon nahezu 2000 Jahre darauf warten spielt überhaupt keine Rolle. Es kann gut sein, dass wir noch weitere 3000 Jahre darauf warten, dass die Welt untergeht. Aber es könnte auch schon morgen passieren. Also seien wir wachsam.

Gesetzt der Fall in einer Stunde würde dies alles geschehen, sind wir wirklich gut darauf vorbereitetet? Je eher wir unsere Sache mit Gott in Ordnung bringen, desto besser für uns. Also, sofern wir dies noch nicht gemacht haben, bitte nicht wieder auf die nicht existierende lange
Bank schieben.

Wenn diese Welt vergeht, dann ist das nicht das ultimative Ende. Gott hat einen neuen Himmel und eine neue Erde vorbereitet, die dann zum uns kommt. In der Computersprache gesprochen leben wir also derweil in der Betaversion des Planeten Erde. Die Vollversion, die auch keiner Verbesserung mehr bedarf, lautet dann auch nicht 1.0 sondern 1.EWIG.

In der letzten Woche hatten wir ja schon darüber gesprochen, dass alle, die uns im Glauben vorausgegangen sind, schon Bürger dieser Stadt im Himmel sind. Jetzt müssen wir uns natürlich die Frage stellen

3. Wie kommen auch wir in diesen Himmel?

Wir müssen nur unser Leben unserem Herrn Jesus übergeben und zuvor all unsere Sünden bereut haben, dann dürfen wir sicher sein, dass auch wir entweder das Bürgerrecht im jetzigen Himmel erhalten werden, oder aber, wenn vorher die Welt untergeht, wir das Bürgerrecht der neuen Erde in Anspruch nehmen können.

Auch wenn wir uns den Himmel nicht verdienen können, gibt es doch drei Schritte, die uns in unserem Leben immer ein Stück weit näher Richtung Himmel bringen können, oder die uns dabei helfen können, nicht von dem rechten Wege abzuweichen.

A. Wir müssen uns von allem Leistungsdenken verabschieden. Ich weiß, dies ist schwer. Wir sind es alle gewohnt für etwas, dass wir haben wollen, hart arbeiten zu müssen. Mit dem Himmel ist dies nicht so. Nur einer musste hart arbeiten, bzw. hart leiden, damit wir alle in den Himmel kommen dürfen.

Und allein auf diesen einen, der uns im Leben trägt und uns durch den Tod hinweg in das ewige Leben führt, allein auf diesen einen dürfen und müssen wir uns 100% ig verlassen.

B. Ich nenne es einmal Menschenliebe. Gesetzt der Fall Sie gehen in eine christliche Gemeinschaft. Nach kurzer Zeit haben Sie an nahezu allen Mitgliedern dieser Gemeinschaft etwas auszusetzen. Also verlassen Sie diese Gemeinschaft und schließen sich einer anderen Gemeinschaft an. Dort ist es nicht anders und nach kurzer Zeit gehen Sie auch dort nicht mehr hin. Ich gehe mal davon aus, dass alle Mitglieder beider Gemeinschaften „echte“ Christen sind.

Wenn wir so handeln, dann müssen wir uns auch die Frage gefallen lassen:
Was wollen wir eigentlich im Himmel? Wenn wir auf Erden an allen Menschen die einmal dort sein werden etwas auszusetzen haben, dann wäre doch der Himmel die wahre Hölle für uns.

Also lassen Sie uns den Versuch wagen, an allen Menschen das Positive zu erkennen. Fällen wir nicht mehr vorschnell Urteile, wenn uns das ein oder andere an unseren Mitmenschen missfällt. Wir können ja auch das Gespräch mit diesen Menschen suchen. Ich garantiere Ihnen, und so ist es
mir anfangs leider oft ergangen, dass ich die Menschen vorschnell falsch eingeschätzt hatte.

C. Einen letzten Hinweis, was wir auf unserer Zeitstrahlreise auf Erden machen sollen, gibt uns der Herr Jesus direkt in Matthäus 28: ‚“Darum geht hin und machet zu Jüngern alle Völker.“ ‚Es ist dem Herrn Jesus nicht nur wichtig, dass seine engsten Vertrauten ihm dereinst in den Himmel folgen werden. Nein, liebe Gemeinde, unser Herr will nicht, dass auch nur ein Mensch verloren geht, wenn die Geschehnisse unseres heutigen Predigttextes eintreten werden.

Also lassen Sie uns in die Welt hinausgehen und aller Welt Enden wissen, was für einen Heiland wir haben, damit jeder die Chance bekommt, in den Himmel zu gelangen.

Diese drei Punkte sollten wir uns als Eckpunkte immer wieder vor Augen führen. Ich habe sie in der Wohnung in meinem Auto und in meinem Geldbeutel ganz einfach als drei Erinnerungsstützen notiert, die da lauten:

Jesus allein
Jesus liebt alle
Das muss ich weitersagen

In diesem Sinne lassen Sie uns das alte Kirchenjahr beenden und lassen Sie uns diese „Three Steps to Heaven“ mit hinüber in das neue Kirchenjahr, welches bekanntlich am 1. Advent beginnt, nehmen.

Das Geschehen unseres heutigen Predigttextes beschreibt der Liederdichter Lorzen Lorenzen zwar nicht so drastisch, wie Petrus, aber doch vollkommen zutreffend sehr schön mit dem ersten Vers seines Liedes:
Ermuntert euch, ihr Frommen….“ (EG 151), der da lautet, wie folgt:

Ermuntert euch, ihr Frommen, zeigt eurer Lampenschein!
Der Abend ist gekommen, die finstre Nacht bricht ein.
Er hat sich aufgemachtet der Bräutigam mit Pracht.
Auf, betet, kämpft und wachet! Bald ist es Mitternacht.

Der Herr mache Dich gewiss, dass allein ER genügt um in den Himmel zu kommen
Der Herr lege Seine liebe in Dein Herz hinein, damit Du diese weitergeben kannst
Der Herr gebe Dir viele Möglichkeiten, seine frohe Botschaft allen Menschen weiterzugeben

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen Sonntag und wünsche Ihnen allen einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Ewigkeitssonntag im Jahre 2013. Auch im Jahre 2013 sind liebe Menschen von uns gegangen. Das einzige, was uns bleibt ist die Erinnerung an unsere Lieben. Aber wir haben auch eine lebendige Hoffnung des ewigen Lebens, die uns sagt, dass unsere Lieben uns nur vorausgegangen sind und wir ihnen eines Tages folgen werden. Oder wie es Hans-Peter Royer, ein österreichischer Evangelist, der seit August auch schon in der Ewigkeit ist, einmal so treffend formuliert hat: „Auch Christen sterben, aber sie sind nicht eine Sekunde lang tot.“

Unseren Predigttext für den heutigen Ewigkeitssonntag finden wir bei Markus im 13. Kapitel, die Verse 31-37. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Himmel und Erde werden vergehen; meine Worte aber werden nicht vergehen.
Von dem Tage aber und der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater. Seht euch vor, wachet ! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist. Wie bei einem Menschen, der über Land zog und verließ sein Haus und gab seinen Knechten Vollmacht, einem jeden seine Arbeit, und gebot dem Türhüter, er solle wachen: So wachet nun; denn ihr wisst nicht, wann der Herr des Hauses kommt, ob am Abend oder zu Mitternacht oder um den Hahnenschrei oder am Morgen, damit er euch nicht schlafend finde, wenn er plötzlich kommt. Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Wachet !

Liebe Gemeinde,

Totensonntag ist ein Synonym für den heutigen Sonntag. Da ist für mich nichts von Hoffnung dabei. Aber der Name Ewigkeitssonntag der weist uns alle heute schon auf einen Punkt hin, wo wir alle in Gottes Ewigkeit versammelt sein werden. Unser heutiger Predigttext beschäftigt sich mit diesem Thema aus unserer Sicht heraus, also aus der Sicht derer, die noch auf Erden sind.

Lassen Sie uns drei Punkte dieses Textes ein wenig näher betrachten:

1. Und es geht weiter

Wir kennen sie alle, diese düsteren Zukunftsprognosen, die selbsternannte Propheten über das Ende der Welt verbreiten. Der letzte Weltuntergang wurde nach dem Mayakalender berechnet und musste vorzeitig abgesagt werden.

Die Zeugen Jehovas sind ja schon wahre Profis in Sachen Weltuntergang.
Aber auch sie mussten diesen Termin bisher immer wieder verschieben.

Das ist ja auch kein Wunder, wenn wir uns den heutigen Predigttext einmal genauer anschauen. Niemand weiß etwas über diesen Tag, wenn Himmel und Erde vergehen werden. Nicht einmal die Engel im Himmel kennen das genaue Datum. Und sogar Jesus kann uns dazu nichts verbindliches sagen. Allein unser himmlischer Vater kennt diesen Tag.

Das einzige, was wir wissen ist, dass es danach für uns weitergeht im Himmel, wo wir die ganze Ewigkeit mit unserem Herrn verbringen dürfen.
Daher sollten wir uns an diesem ganzen Unsinn und der falschen Prophetie auch gar nicht beteiligen.

Ich muss nicht wissen, wann etwas geschieht oder wie mein Lebensweg ausschaut, ich muss nur wissen, dass es Gott gibt, und dass ER das Fundament meines Glaubens ist und dass ER den Weg kennt.

2. Treue bewahren

Wie wir in unserem heutigen Predigttext lesen, hat jeder von uns auf Erden eine Aufgabe erhalten, die wir vor Gott erfüllen sollen.

Natürlich dürfen wir traurig sein, wenn uns liebe Menschen im Glauben vorausgegangen sind. Es wäre ja auch recht merkwürdig, wenn wir dies nicht wären. Aber gleichzeitig sollen wir auch daran denken, dass wir, die wir auf Erden zurückbleiben, nach wie vor eine Aufgabe haben, die es zu erfüllen gilt.

Wir sollen also nicht vor lauter Trauer unser Leben aufgeben und nur noch unseren eigenen Tod herbeisehnen. Dazu hat uns Gott nicht unser Leben geschenkt. Wir dürfen dankbar sein, dass wir mit unseren Lieben so viele oder aber manchmal auch nur so wenige Jahre gemeinsam erleben durften.

Aus dieser Dankbarkeit heraus sollen wir weiterhin unserem Dienst auf Erden nachgehen.

Oder wie es Luther einmal gesagt hat: „Auf böse und traurige Gedanken gehört ein gutes, fröhliches Lied und freundliche Gespräche.“

Liebe Gemeinde, für alle Trauernde ist es nach einer gewissen Zeit sehr, sehr wichtig, dass sie sich nicht gegenüber der Außenwelt abschotten. Erst wenn ich mich wieder den anderen Menschen gegenüber öffne, kann auch mein Leben in unserem Herrn weitergehen. Das geht nicht von heute auf morgen, aber jeden Tag ein Stück weit zurück in die Welt, das geht sicherlich.

Und noch ein Wort für alle Wegbegleiter in der Trauer. Trauer ist ein langsamer Prozess. Gemeinsames Schweigen ist manchmal sinnvoller als ein zutexten mit Bibelstellen. Aber seien Sie gewiss, Gott wird Ihnen schon sagen, wann es Zeit zu schweigen und wann es Zeit zu reden ist.

3. Wachet !!!!

Liebe Gemeinde, ich habe selten einen Predigttext gelesen, in welchem ein Wort so häufig vorgekommen ist, wie in unserem heutigen Text. Es ist das Wort Wachet !

Wir sollen also in unserem Leben nicht untätig herumsitzen oder gar unser Leben leichtfertig leben. Wenn wir den Urtext nehmen, dann steht dort das Wort „gregoreo“. Das bedeutet soviel, wie Konzentration auf Gottes Offenbarung.

Das beinhaltet unter anderem: „Auf der Hut sein vor Gefahren.“ In der heutigen Zeit laufen wir sehr schnell Gefahr, das Wort unseres Herrn zu verlassen. Zu verlockend erscheinen uns andere Angebote, die es doch eigentlich auch ganz gut mit uns meinen. Übertriebene Wellness und Körperkult sind nur zwei Beispiele, die uns in ihren Bann ziehen und von Gottes Wort wegziehen können.

Wachet heißt aber auch, nicht müde, träge oder gar nachlässig zu werden, wenn es darum geht unsere Aufgabe wahrzunehmen. Denken wir doch immer daran, was wäre, wenn ER heute schon wiederkäme. Wäre ER mit dem, was wir gerade tun einverstanden und zufrieden ?

Wachet heißt ganz generell, niemals Gottes Wort und Seine Anweisungen aus den Augen verlieren und darauf achten, dass wir auch diesem Worte gemäß handeln und leben. Das ist bestimmt nicht einfach, aber es ist auch nicht unmöglich.

Unmöglich ist es nur dann, wenn ich mich auf mich alleine verlasse. Wenn ich aber meinen Herrn immer wieder darum bitte, mir dabei zu helfen, dann wird es zwar immer noch nicht leicht und einfach, aber möglich wird es sein.

Lassen Sie uns also alle gemeinsam wachen, lassen Sie uns Gottes Wort niemals aus den Augen verlieren. Dann wird ER uns in traurigen Zeiten Trost aus SEINEM Wort heraus spenden und wird auch wieder dafür sorgen, dass wir in freudigen Zeiten IHN von ganzem Herzen loben und preisen können.

Das „Wachet“ aus unserem Predigttext beschreibt der Liederdichter Johann Walter sehr schön in dem neunten Vers seines Liedes: „Herzlich tut mich erfreuen“ (EG 148), welcher sehr schön lautet, wie folgt:

Ach Herr, durch deine Güte, führ mich auf der rechten Bahn
Herr Christ, mich wohl behüte, sonst möcht ich irre gahn.
Halt mich im Glauben feste in dieser bösen Zeit,
hilf, dass ich mich stets rüste zur ewgen Hochzeitsfreud.

Der Herr sei stets an Deiner Seite, wenn Du traurig bist
Der Herr wandle Deine Trauer in Hoffnung auf ein Leben in SEINER Ewigkeit
Der Herr gebe Dir weiterhin auf Erden die Kraft, Deinen Weg mit IHM zu gehen

Amen.

Liebe Gemeinde,

wenn wir heute die Gräber unserer Lieben besuchen, dann lassen Sie uns dies tun in der Gewissheit, dass sie uns nur einen kleinen Augenblick vorausgegangen sind und dass wir sie sicherlich wiedersehen werden.
Betrachten wir die Gräber doch als Hoffnungszeichen für die Ewigkeit, Orte an denen wir uns immer wieder auf das wirklich Wesentliche im Leben zurückbesinnen können.

In diesem Sinne verabschiede ich mich von Ihnen und melde mich im neuen Kirchenjahr, so Gott der Herr will, also am 1. Advent wieder zurück.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Ewigkeitssonntag, der zugleich auch Totensonntag heißt, da wir am letzten Sonntag im Kirchenjahr all derer gedenken, die uns im Glauben vorausgegangen sind. Ewigkeitssonntag heißt nicht, die Trauer einfach wegzuwischen. Nein, der
Ewigkeitssonntag weist eine Perspektive auf, die über die Trauer hinausgeht.

Und mit dieser Perspektive beschäftigt sich auch unser heutiger Predigttext. Wir finden den Predigttext im 65. Kapitel des Propheten Jesaja, die Verse 17-19 und 23-25.
Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Verheißung eines neuen Himmels und einer neuen Erde

Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, dass man der vorherigen nicht mehr gedenken und sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird. Freuet euch und seid fröhlich immerdar über das, was ich schaffe. Denn siehe, ich will Jerusalem zur Wonne machen und sein Volk zur Freude, und ich will fröhlich sein über Jerusalem und mich freuen über mein Volk. Man soll in ihm nicht mehr hören die Stimme des Weinens noch die Stimme des Klagens. Sie sollen nicht umsonst arbeiten und keine Kinder für einen frühen Tod zeugen; denn sie sind das Geschlecht der Gesegneten des Herrn, und ihre Nachkommen sind bei ihnen. Und es soll geschehen: Ehe sie rufen, will ich antworten; wenn sie noch reden, will ich hören. Wolf und Schaf sollen beieinander weiden; der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind, aber die Schlange muss Erde fressen. Sie werden weder Bosheit noch Schaden tun auf meinem ganzen heiligen Berge, spricht der Herr.

Liebe Gemeinde,

Totensonntag und heile Welt, von der wir gerade gehört haben, wie passt dies zusammen ? Gott ruft über den Propheten Jesaja seinem Volk diese Verheißung zu, einem Volk dem es alles andere als gut geht. Ein Volk, das in Perspektivlosigkeit und Depression verharrte. In diese scheinbar ausweglose Situation hinein ruft der Herr ein dreifaches „Trotzdem“. Lassen Sie uns über dieses dreifache „Trotzdem“ am heutigen Sonntag gemeinsam nachdenken.

1. Das erste Trotzdem

Ihr seid traurig, trotzdem dürft ihr euch freuen so die Worte unseres Herrn. Er wird einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen. So wie Gott die alte Erde und uns geschaffen hat, so wird Er eine neue Erde schaffen.

ER, der Herrscher über Himmel und Erde verheißt Seinem geliebten Volk, dass sie sich nicht mehr auf die Traurigkeit konzentrieren sollen, sondern auf das, was nach der Traurigkeit alles noch kommt.

„Das wird schon wieder“, das, liebe Gemeinde ist so ziemlich die dümmste Zusage, mit der man einen Trauernden trösten kann. Es wird eben nichts mehr, wie es einmal war. Der geliebte Partner kommt nicht mehr zurück. Das Kind, das bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, wird nie
wieder in seinem Kinderzimmer spielen. Wenn wir unseren Predigttext hören, dann fällt uns auf, dass Gott auch Seinem Volk zunächst einmal die Trauer lässt. Und dies ist auch richtig und wichtig.

Jeder trauert anders, aber jede Trauer braucht ihre Zeit. Vor der Trauer können wir auch nicht davonlaufen, sie wird uns immer wieder einholen. Aber an einem gewissen Punkt dürfen wir wieder Hoffnung schöpfen auf die Zusage Gottes, dass Er einen neuen Himmel und eine neue Erde machen
wird. Dann darf wieder zarte Freude in uns aufkeimen, denn wir sind Teil dieser neuen Schöpfung

2. Das zweite Trotzdem

Ihr seid jetzt traurig, trotzdem freuet euch, denn ihr seid Teil der neuen Schöpfung. In der neuen Schöpfung wird es kein Leid mehr geben. Es wird keinen Grund zur Klage geben. Und auch wird niemand mehr über den Verlust eines Angehörigen weinen müssen.

All das, was hier auf Erden unser Leben im negativen bestimmt, wird es dort nicht mehr geben. Bosheit, Lüge, Schaden, Neid und Missgunst, all dies ist der neuen Schöpfung fremd.

Wie oft machen uns doch auf Erden Bosheit und Schaden das Leben schwerer, als es eigentlich nötig ist. Zu aller Traurigkeit, die uns, die wir Angehörige verloren haben, kommt vielleicht noch hinzu, dass bösartige Erbstreitereien unser Leben bestimmen.

Zu aller Traurigkeit kommen vielleicht auch noch finanzielle Probleme hinzu, die durch den Tod eines Menschen verursacht werden. All dies, wird es in Gottes neuer Schöpfung nicht mehr geben. Wir, die wir jetzt traurig sind, dürfen durchaus mit einem Auge auch schon einmal in diese verheißene Welt schauen.

Etwas versteckt finden wir in unserem heutigen Predigttext die Worte „Ehe sie rufen, will ich antworten“. Diese Zusage gilt uns allen schon heute. Alle, die wir an diesem Tage traurig sind, dürfen den Herrn anrufen und von IHM Seinen göttlichen Trost erbitten. Er ist ja nur ein Gebet weit entfernt. Nutzen wir also die Möglichkeit, die Er uns gibt. Denn es wäre wirklich dumm, Gottes Hilfsangebot nicht anzunehmen.

3. Das dritte Trotzdem

Ihr seid traurig, trotzdem freuet euch. Alle lieben Menschen, die wir verloren haben sind ja nicht auf Nimmerwiedersehen von uns gegangen. Sie sind uns im Glauben vorausgegangen. Wir werden sie ganz bestimmt wiedersehen und eine Ewigkeit mit ihnen in Gottes Gegenwart verbringen dürfen.

Im Angesicht der Ewigkeit ist unsere verbleibende Zeit hier auf Erden ja nur ein kleiner Hauch. Ja, wir sind traurig, dass wir in diesem Moment nicht mehr mit unseren Lieben zusammen sein dürfen. Aber wir dürfen uns trotzdem freuen über die gewaltige Verheißung des Herrschers von Himmel
und Erde, der uns verspricht, dass Er uns alle wieder zusammen führen wird.

Aber nicht nur auf dieses Wiedersehen dürfen wir uns schon jetzt freuen, die größte Freude besteht darin, dass wir dann in aller Ewigkeit mit unserem Schöpfer zusammen sein dürfen. Gott führt uns nicht am Leiden vorbei, aber Er führt uns immer durch unser Leiden hindurch. Manchmal mit Seinem göttlichen Trost und manchmal mit so einer herrlichen Verheißung, wie wir sie in unserem heutigen Predigttext gehört haben.

Wenn wir heute die Gräber unserer Lieben aufsuchen, dann dürfen wir natürlich traurig sein. Wir dürfen aber auch ein Stück weit dankbar sein für die Zeit, die wir hier auf Erden gemeinsam erleben durften. Und wir dürfen auch ein Stück weit Freude in unsere Herzen lassen, die Freude darüber, dass wir eines Tages in Gottes Ewigkeit alle vereint zusammen sein werden.

Wer könnte diese Verheißung besser beschreiben, als Dietrich Bonhoeffer in seinem Lied
„Von guten Mächten wunderbar geborgen…“, dessen zweiter Vers lautet, wie folgt:

Noch will das alte unsre Herzen quälen, noch drückt uns böser Tage Last.
Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen das Heil, für das du uns geschaffen hast.
Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Der Herr ersetze Deine Traurigkeit durch SEINEN göttlichen Trost
Der Herr lasse Dich erkennen, dass Du allezeit von IHM und SEINEN
guten Mächten umgeben bist
Der Herr lasse die Freude auf das, was kommen wird in Deinem Herzen Einzug halten

Amen.

Liebe Gemeinde,

zum Abschluss dieses Kirchenjahres wünsche ich Ihnen noch einen besinnlichen Sonntag.
Möge in unser aller Herzen die Freude auf Gottes neue Schöpfung Einzug halten.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Ewigkeitssonntag. An diesem Sonntag gedenken wir traditionell all derer, die uns im Glauben bereits voraus gegangen sind.
Unseren Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Daniel im 12. Kapitel, die Verse 1b-3. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Denn es wird eine Zeit so großer Trübsal sein, wie sie nie gewesen ist, seitdem es Menschen gibt, bis zu jener Zeit. Aber zu jener Zeit wird dein Volk errettet werden, alle, die im Buch geschrieben stehen. Und viele, die unter der Erde schlafen liegen, werden aufwachen, die einen zum ewigen Leben, die andern zu ewiger Schmach und Schande. Und die da lehren, werden leuchten wie des Himmels Glanz, und die viele zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich.

Liebe Gemeinde,

gemeinhin wird unser heutiger Sonntag ja auch Totensonntag genannt.
Jetzt verbinden wir mit dem Wort Tod meist etwas endgültiges. Aber wie uns der Predigttext soeben gezeigt hat, ist mit dem Absterben unserer irdischen Hülle eben noch nicht alles vorbei. Doch lassen Sie uns nichts vorwegnehmen. Lassen Sie uns gemeinsam betrachten, was uns der heutige
Predigttext sagen will.

1. Die große Trübsal

Liebe Geschwister, im vergangenen Jahr haben viele unter uns nahe Angehörige und andere liebe Menschen verloren. Für all diese Menschen war und ist es eine große Trübsal, wie Sie auch unser Predigttext beschreibt. Der geliebte Mensch ist auf einmal nicht mehr unter uns. Gemeinsamkeiten sind nur noch als Erinnerungen vorhanden. Und darum ist es auch so wichtig, dass wir mit dem Friedhof eine Anlaufstelle des Trostes haben.

Auf dem Friedhof können wir mit den Verstorbenen reden, Trost finden und wenn wir anderen Trauernden begegnen, Trost spenden. Anonyme Bestattungen und Friedwälder sind zwar preiswertere Formen der Bestattung, aber es fehlt der persönliche Platz des Trauerns. Die Trübsal, die wir empfinden, wenn wir einen geliebten Menschen verloren haben, ist etwas ganz natürliches. Genau so natürlich ist es aber auch, dass die Zeit der Trübsal allmählich schwindet und dem Trost Platz macht. Wollen wir uns den Trost ein wenig näher betrachten.

2. Der Trost

Wie wir soeben gehört haben, ist mit dem Tode also nicht alles aus und vorbei. An einem von Gott bestimmten Tage werden alle Leiber auferstehen. So weit, so gut. Aber der Text geht noch weiter. Es werden zwar alle auferstehen, aber ein Teil der Menschen wird in die Hölle geworfen werden und der andere Teil wird in den Himmel gelangen.

Himmel und Hölle werden sowohl im Alten, als auch im Neuen Testament über 70 mal erwähnt. Es ist ja so, dass wir an den Himmel nur all zu gern glauben, die Existenz der Hölle aber immer wieder gern in Zweifel ziehen. Davor möchte ich eindringlich warnen, auch wenn viele Theologen gerade die Existenz der Hölle negieren.

Wenn ich morgens früh den Wetterbericht höre und es wird eindringlich vor Blitzeis gewarnt, dann gehe ich entweder gar nicht aus dem Haus, oder ich treffe entsprechende Vorsichtsmaßnahmen. Keinesfalls würde ich mich mit meinen Sommersandalen auf den Weg zur Arbeit machen. Das würde glaube ich keiner von uns tun. Keiner von uns würde sagen: „So ein Quatsch, Glatteis gibt es nicht !!!

Wenn es aber um die Hölle geht, dann verhalten wir uns weniger vorsichtig. Wir tun beinahe so, als ob es die Hölle nicht gibt. Und dies, liebe Gemeinde, kann fatale Auswirkungen für unsere eigene
Ewigkeit haben. Also lassen Sie uns die Bibel doch wieder in allen Punkten ernst nehmen, auch in den weniger bequemen Aussagen sollten wir ihr unser absolutes Vertrauen schenken.

3. Die Entscheidung

Wer bestimmt eigentlich, welcher Mensch in den Himmel und welcher Mensch in die Hölle kommt ? Geht das bei Gott nach einem arithmetischen Zufallsprinzip oder nach einer klug ausgetüftelten Verteilung ? Gerade die Zeugen Jehovas haben ja ganz abenteuerliche Vorstellungen über diese „Himmelsquote“.

Bisher war das ja alles eher negativ, worüber wir nachgedacht haben. Deshalb ist es jetzt Zeit für eine frohe Botschaft, für eine Botschaft, die alle Schatten des Lebens an die Seite drängt. Wir haben es selber in der Hand, ob wir im Himmel oder aber in der Hölle landen. Ist das nicht wunderbar ? Wir entscheiden ganz alleine für uns selbst, wo wir die Ewigkeit verbringen wollen.

Alle Menschen, die zu Lebzeiten ihr Leben in die Hand unseres Herrn gelegt haben, werden mit IHM zusammen die Ewigkeit verbringen, also in den Himmel kommen. Diese Entscheidung, liebe Gemeinde, kann uns kein Mensch abnehmen, diese Entscheidung kann auch kein anderer Mensch für uns treffen. Diese Entscheidung ist eine reine Privatsache zwischen unserem Herrn und uns.
Bei dieser Entscheidung geht es in der Tat um Leben und Tod.

Wenn ich dies so dramatisch beschreibe, dann möchte ich niemanden ängstigen, aber ich möchte auch nicht schuldig daran werden, dass auch nur ein Einziger unter uns nicht die Möglichkeit dieser Entscheidung kennt.

Nun wollen wir aber alle zunächst mal darauf hoffen, dass es bis zu unserem Eintritt in die Ewigkeit noch ein wenig dauert. Dann ist dies doch alles nur ein billiger Trost, ein Trost auf die Ewigkeit, die wir im Moment noch nicht schauen können. So, liebe Gemeinde, erlebe ich es häufig in Gesprächen und Diskussionsrunden.

Nun müssen wir aber bedenken, dass unsere Entscheidung für unseren Herrn nicht erst in der Ewigkeit ihre Früchte trägt. Nein, auch schon hier auf Erden hat unser JA zu IHM schon Auswirkungen auf unser weiteres Leben. All diejenigen, die in der Vergangenheit oder aber heute JA zu IHM gesagt haben, die haben schon hier und heute ein Stück weit den Himmel auf Erden.

Wir dürfen schon heute darauf vertrauen, dass ER uns beisteht und schützend SEINE Hand auf uns legt. Und wir dürfen darauf vertrauen, dass ER gerade bei denjenigen ist, die am heutigen Ewigkeitssonntag ihre persönliche große Trübsal erleben. Unser Herr, darauf sollen wir vertrauen, führt uns durch alles Leid und durch all die Trauer dieser Welt hindurch bis ER uns auch dahin führen wird, wo sich unsere Lieben bereits heute schon befinden.

Lassen Sie mich kurz noch ein letztes sagen. „Und die da lehren, werden leuchten wie des Himmels Glanz….“ so lautet der Schluss unseres heutigen Predigttextes. Das bedeutet nicht, dass alle Pfarrer und Prediger einen Freifahrtschein in den Himmel haben. Von manchen wird es leider so verstanden. Das bedeutet nichts anderes, als dass wir unsere Entscheidung für unseren Herrn auch nach außen tragen sollen. Wir lehren ja nicht nur durch Worte, sondern auch durch Taten. Sowohl an unseren Worten, als auch an unseren Taten soll man erkennen können, wem wir anhangen. Und dann trifft auch uns diese wundervolle Verheißung.

Diese unsere Verheißung beschreibt der Liederdichter Nikolaus Herman sehr schön in dem
4. Vers seines Liedes „Wenn mein Stündlein vorhanden ist…“, welcher lautet, wie folgt:

Weil du vom Tod erstanden bist.
werd ich im Grab nicht bleiben,
mein höchster Trost dein Auffahrt ist,
Todsfurcht kann sie vertreiben;
Denn wo du bist, da komm ich hin,
dass ich stets bei dir leb und bin;
drum fahr ich hin mit Freuden.

Der Herr gebe Dir allezeit SEINEN Frieden
Der Herr lasse Dich allezeit SEINE Gegenwart spüren
Der Herr begleite Dich allezeit bis in die Ewigkeit

Amen.

Liebe Gemeinde,

für dieses Kirchenjahr verabschiede ich mich von Ihnen allen und würde mich sehr freuen, Sie alle am nächsten Sonntag, dem ersten Sonntag des neuen Kirchenjahres wieder begrüßen zu dürfen.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Ewigkeitssonntag, also dem letzten Sonntag in diesem Kirchenjahr. Traditionell gedenken wir an diesem Sonntag all unserer Geschwister, die uns im Glauben bereits vorausgegangen sind und die jetzt das schauen dürfen, was sie ihr Leben lang geglaubt und was sie ihr Leben lang getragen hat. In der Offenbarung des Johannes, also dem letzten Buch der Bibel, finden wir einen kleinen Ausblick auf das, was auch uns eines Tages erwartet. Daher finden wir den heutigen Predigttext auch in diesem Buch der Bibel. In
Offenbarung 21, Vers 1-7 heißt es, wie folgt:

Das neue Jerusalem

Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herab kommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. Und ich
hörte eine große Stimme von dem Thron her, die da sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen ! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das erste ist vergangen. Und der auf dem Thron saß, sprach:
Siehe, ich mache alles neu ! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss ! Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. Wer überwindet, der wird es alles ererben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein.

Liebe Gemeinde,

ich bin mir sicher, dass viele von uns im letzten Jahr Abschied genommen haben von Verwandten, Bekannten, Freunden oder Arbeitskollegen. Spätestens am Tage der Beerdigung schleicht sich doch immer wieder die Frage ein: „Wo ist derjenige jetzt eigentlich ?“ Lassen Sie uns daher am heutigen Sonntag einmal der Frage nachgehen, was für uns als Christen ganz gewiss ist und was wir 100% ig wissen und was uns letztendlich auch durch unser Leben hindurch trägt. Ich glaube, es gibt drei Gewissheiten, die uns im Leben und auch im Sterben tragen.

1. Die kurzfristige Gewissheit

Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. So lesen wir es bei dem Evangelisten Johannes 3,16. Wenn wir unser Augenmerk einmal auf das letzte Wort richten, dann steht dort das Wort „haben“. Es steht dort nicht haben könnten oder haben werden. Was bedeutet dies nun für uns als Christen ?

Es bedeutet vom Grundsatz her, dass wir mit unserer Glaubensentscheidung die Wahl für das ewige Leben getroffen haben. In dem Moment wo wir unser „Ja“ zu unserem Herrn gesagt haben, ab genau dem Moment gilt seine Verheißung des „habens“ für uns.

Was bedeutet dies eigentlich für unser Leben ? Nun, wir können eigentlich ganz entspannt leben. Wenn wir einen lieben Menschen verloren haben, der auch sein Ja zu unserem Herrn gesagt hat, dann dürfen wir davon ausgehen, dass dieser Mensch uns nur im Glauben vorausgegangen ist, wir also nicht auf Dauer von ihm getrennt sein werden. Aber diese Zusage unseres Herrn hat auch noch eine ganz praktische Auswirkung auf unser Leben auf Erden. Wir haben die Gewissheit, dass mit diesem Leben eben nicht alles vorbei ist, bzw. das Beste uns erst noch erwartet.
Daher müssen wir aus unserem Erdenleben auch nicht alles herausquetschen, was so gerade eben noch geht.

Spaß, Fun und Party ohne Ende, liebe Gemeinde, das haben wir gar nicht nötig. Das teuerste Kleidungsstück, das tollste Auto und das größte Haus ist nichts gegenüber der Gewissheit, dass mit unserem irdischen Ableben nicht alles vorbei ist. Und dann dürfen wir auf Erden auch den Worten
Jesu vertrauen, der da sagt: “ Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Wenn wir sein Erlösungswerk im Glauben annehmen, dann sorgt er nicht erst im Himmel für uns. Nein, er verspricht uns, dass er auch zu unseren irdischen Lebzeiten allezeit bei uns ist und für uns sorgt.

2. Die mittelfristige Gewissheit

Heute wirst du mit mir im Paradies sein. Diese letzten Worte Jesu finden wir im Lukasevangelium. Er sagt dies zu dem Übeltäter,der mit ihm zusammen gekreuzigt wurde, sich aber in buchstäblich letzter Minute zu Gott bekehrt hatte. Auf uns abgewandelt könnten diese Worte Jesu wie folgt lauten: In der Sekunde Deines irdischen Todes wirst Du mit mir im Paradies sein. Was für eine gewaltige Gewissheit, liebe Gemeinde.

Deutlicher geht es eigentlich schon gar nicht mehr. In dem Moment, wo wir auf Erden unseren letzten Atemzug getan haben, in genau diesem Augenblick steht er vor uns mit seinen ausgebreiteten Armen und heißt uns in seiner Gegenwart willkommen. Und auch diese Verheißung hat eine ganz praktische Konsequenz für unser Leben auf Erden. Wir müssen uns vor dem Sterben und dem Tod nicht mehr fürchten.

Derjenige Herr, der versprochen hat, alle Tage bei uns zu sein, dieser Herr wird uns auch in unserer Sterbestunde beistehen. Ich höre oft die Worte: Ich habe keine Angst vor dem Tod, aber vor dem Sterben. Ich antworte dann gerne wie folgt:

1. Sie haben dem Herrn Jesus Ihr Leben übergeben und vertrauen allein auf Ihn.
2. Dieser Herr Jesus nimmt also nach Ihrem Verständnis genau in Ihrer schwersten Stunde seine schützende Hand von Ihnen weg und lässt Sie allein.
3. Eine Sekunde nach dem Sterben nimmt er sie auf der anderen Seite wieder liebevoll in seine Arme.

Das allerdings ist nicht derselbe Herr, dem ich mein Leben übergeben habe. Wenn wir uns Jesus anvertraut haben, dann dürfen wir uns ganz gewiss auf seine Verheißung verlassen. Ganz besonders dürfen wir uns darauf verlassen, dass er uns auch im Sterben trägt. Er sagt ja: „Ich bin bei euch ALLE Tage“ und nicht „Ich bin bei euch alle Tage bis auf den Tag eures irdischen Ablebens.“

3. Die langfristige Gewissheit

Um diese langfristige Gewissheit geht es in unserem heutigen Predigttext. Auch der Zustand das Wartens auf unsere ewige Heimat wird eines Tages ein Ende haben. Alle Menschen, die Jesus im Leben und im Tode vertraut haben, werden einmal gemeinsam mit Gott auf einer neuen Erde wohnen. Können Sie sich das vorstellen, den allmächtigen Gott praktisch als Ihren Nachbarn zu haben ? Ich finde diese Vorstellung einfach wunderbar.

Und dort auf dieser Erde wird es keinen Tod mehr geben. Wo es keinen Tod mehr gibt, da existiert auch kein Schmerz und auch kein Leid mehr. Von dieser Hoffnung getragen sollen und dürfen wir auch alljährlich wieder den Ewigkeitssonntag begehen. Wir dürfen und wir sollen auch um unsere
Lieben trauern. Aber wir sollen uns auch immer wieder gewiss machen, dass sich unsere Verstorbenen dort befinden, wo wir auch eines Tages hingehen werden. Und wir sollen an diesem Tage auch immer wieder voller Vorfreude an den neuen Himmel und die neue Erde denken, wo wir dereinst unsere ewige Heimat finden werden.

Mit dem Kopf im Himmel und mit den Beinen fest auf der Erde, das, liebe Gemeinde, soll uns als Christen auszeichnen.

Den heutigen Predigttext beschrieb auch schon der Liederdichter Lorenz Lorenzen im Jahre 1700 in dem 7.Vers seines Liedes „Ermuntert euch, ihr Frommen…“ sehr schön. Dieser Vers lautet, wie folgt:

Hier ist die Stadt der Freuden, Jerusalem, der Ort,
wo die Erlösten weiden, hier ist die sichre Pfort,
hier sind die güldnen Gassen, hier ist das Hochzeitsmahl,
hier soll sich niederlassen die Braut im Freudensaal.

Der Herr schenke Dir auf Erden die Gewissheit des ewigen Lebens
Der Herr erfülle dich mit der Gewissheit, dass er alle Tage bei Dir ist
Der Herr erfülle Dein Herz mit lauter Vorfreude auf die neue Erde

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen Ewigkeitssonntag. Bis zur nächsten Woche und damit dem Beginn des neuen Kirchenjahres verabschiede ich mich von Ihnen allen.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Lesergemeinde!
Ich grüße Sie herzlich am letzten Sonntag im Kirchenjahr, dem Ewigkeitssonntag.
Als Predigtwort lesen wir Verse aus dem 1. Thessalonicherbrief im 4. Kapitel, die Verse 13 – 18:²

„Wenn Jesus wiederkommt
Wir wollen euch nicht im unklaren lassen, Brüder, wie es mit denen steht, die gestorben sind. Dann braucht ihr nicht traurig zu sein wie die anderen, die keine Hoffnung haben. Wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist. Ebenso gewiß wird Gott auch die, die im Vertrauen auf Jesus gestorben sind, mit Jesus zusammen zu sich holen. Ihr könnt ganz ruhig sein:
Die, die schon gestorben sind, werden gegenüber uns, die beim Kommen des Herrn noch am Leben sind, nicht benachteiligt sein. Ich kann mich dafür auf ein Wort des Herrn berufen, das besagt:
Wenn Gottes Befehl ergeht, der oberste Engel ruft und die himmlische Posaune ertönt, wird der Herr selbst vom Himmel kommen.
Zuerst werden dann alle, die im Vertrauen auf ihn gestorben sind, aus dem Grab auferstehen. Danach werden wir, die noch am Leben sind, mit ihnen zusammen auf Wolken dem Herrn entgegengeführt, um ihn zu empfangen. Dann werden wir für immer mit ihm zusammensein. Macht euch damit gegenseitig Mut!“

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
Am Ende eines Kirchenjahres gedenken wir heute der Verstorbenen in unseren Gemeinden. Mit jedem Fortgang eines Gemeindegliedes verändert sich etwas in der Gemeinde. Jeder ist in seiner Art, in seiner Lebens- und Glaubenserfahrung einmalig. In der Gemeinde ist nicht nur der tätige Einsatz wirksam, sondern auch das stille Gebet in den Häusern und in den Krankenstuben. In Verbundenheit mit Jesus empfangen wir erbetenen Segen und leiden mit am Versagen und der Not von Schwestern und Brüdern.

Wo der Tod Menschen aus unserer Gemeinschaft reißt, werden auch Verbindungen untereinander abgerissen. Je enger solche Verbindungen waren, um so schmerzhafter sind die Wunden, die der Tod hinterlässt.

Das spüren wir erst recht in der Familie und unter Freunden.
Und unser Erinnern bringt Verlassenheit, Traurigkeit und Tränen.
Jeder braucht für sich seine Zeit, um loszulassen und sein Leben neu zu ordnen.
Die Verstorbenen werden auch danach Teil unseres Lebens bleiben.

Aber das Erinnern wird einen anderen Stellenwert bekommen:
– Dankbarkeit für Empfangenes und gemeinsam Erlebtes
– Verständnis für manche Schwierigkeiten, die wir mitenander hatten.

Und wir können lernen, belastende Schuld zu Jesus zu bringen, damit ER uns und unseren Verstorbenen vergibt.

Denn Jesus ist der Herr über Lebende und Verstorbene!
In IHM bleiben wir im Gedächtnis Gottes!
In IHM ist uns und unseren Verstorbenen ein Leben in der Gemeinschaft Gottes verheißen!

Menschen können lange Zeit im Gedächtnis Anderer gegenwärtig sein. Das gilt nicht nur für bekannte Persönlichkeiten, die mit ihrem Lebenswerk Großes hinterlassen haben. Das gilt auch für einfache Menschen, die in ihrem Leben empfangene Liebe weiter gegeben haben.

Im Erinnern haben auch die Menschen Platz, die anderen Schreckliches zugefügt haben. An vieles aus ihrem Leben und Tun erinnern wir uns in der Geschichte. Während von ihren Opfern oft wenige Namen und Lebenswege bekannt sind.

Aber nicht im Gedenken und Erinnern liegt die Zukunft, die über den Tod hinausreicht, sondern bei Gott.

Bei Gott ist es anders als bei uns Menschen. In SEINEM Gedächtnis sind Alle umschlossen. ER verheißt denen das Leben, die Jesu Tod und Auferstehung als Rettung zum Leben angenommen haben. SEIN Sohn, Jesus sagt:
„Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer mich annimmt wird leben, auch wenn er stirbt“ (Mt 11,25).

In dieser Hoffnung können wir leben und sterben. Durch Jesus wird uns Lebenden und den Verstorbenen gemeinsam das Leben in Gottes Gemeinschaft zuteil, wenn Jesus sichtbar wiederkommt.

Paulus sagt in unserem Predigtwort der Gemeinde Jesu Christi damals und auch heute:
„Wir wollen euch nicht im unklaren lassen, Brüder, wie es mit denen steht, die gestorben sind. Dann braucht ihr nicht traurig zu sein, wie die anderen, die keine Hoffnung haben. Wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist. Ebenso gewiß wird Gott auch die, die im Vertrauen auf Jesus gestorben sind, mit Jesus zusammen zu sich holen.“

Auch wir werden und dürfen traurig sein, wenn von uns geliebte Menschen sterben. Aber wir müssen nicht darauf warten bis die Zeit Wunden heilt und unser Vergessen Räume zum Leben freimacht, sondern wir dürfen in der Hoffnung auf das verheißene Leben Gottes unsere Toten in unserem Leben Platz geben.

Sie gehören zu uns und unserem Leben, nicht als drückende Last, sondern als von Gott geschenkte Gemeinschaft auf Zeit. Sie sind Strecken unseres Lebens mit uns gegangen und gemeinsam warten wir auf die Zukunft, die uns Jesus bei Gott bereitet hat.

Diese Zukunft wird sich für uns Lebende und für die Verstorbenen gemeinsam vollenden, wenn Jesus sichtbar wiederkommt. Das sagt uns Paulus:

„Wenn Gottes Befehl ergeht, der oberste Engel ruft und die himmliche Posaune ertönt, wird der Herr selbst vom Himmel kommen. Zuerst werden dann alle, die im Vertrauen auf ihn gestorben sind, aus dem Grab auferstehen. Danach werden wir, die noch am Leben sind, mit ihnen zusammen auf Wolken dem Herrn entgegengeführt, um ihn zu empfangen. Dann werden wir für immer mit ihm zusammensein.“

Paulus hat in dieser Zeit des Thessalonicherbriefes das Wiederkommen Jesu in seinem irdischen Leben erwartet. Das ist nicht geschehen. So bleibt sein Wort bis zum Wiederkommen Jesu ein Hoffnungswort:

Lebende und Verstorbene, die im Leben auf Jesus vertrauen, werden gemeinsam in Gottes Zukunft geführt und allezeit beim Herrn sein.

Auf diese Gemeinschaft bei Gott dürfen wir uns freuen und auch in Leid und Trauer auf diese Gemeinschaft hoffen!

Wir dürfen Gott bitten, dass ER uns durch das Tal der Tränen führt.
Wir dürfen IHN bitten, dass wir auf IHN zuleben,
in empfangender und schenkender Liebe.

Dafür mögen auch die letzten Tage des vergehenden Kirchenjahres unter SEINEM Segen stehen.

Es grüßt herzlich
Pfr.i.R. Steinführer