Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Sonntag vor der Passionszeit, dem Sonntag Estomihi. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 10. Kapitel des Lukasevangeliums, die Verse 28-42. Lassen Sie uns diesen Text gemeinsam lesen:

Maria und Marta

Als sie aber weiterzogen, kam er in ein Dorf. Da war eine Frau mit Namen Marta, die nahm ihn auf. Und sie hatte eine Schwester, die hieß Maria; die setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seiner Rede zu. Marta aber machte sich viel zu schaffen, ihm zu dienen. Und sie trat hinzu und sprach: Herr, fragst du nicht danach, dass mich meine Schwester lässt allein dienen ? Sage ihr doch, dass sie mir helfen soll ! Der Herr aber antwortete und sprach zu ihr: Marta, Marta, du hast viel Sorge und Mühe. Eins aber ist Not. Maria hat das gute Teil erwählt; das soll nicht von ihr genommen werden.

Liebe Gemeinde,

von zwei ungleichen Schwestern haben wir soeben gehört. So beim ersten Hinhören könnte man den Eindruck bekommen, dass die eine arbeitsam und strebsam ist, während die andere lieber die Gemütlichkeit zu Jesu Füßen genießt und andere für sich arbeiten lässt. Das wäre in der Tat ein wenig oberflächlich betrachtet. Etwas in die Tiefe gehend geht es eigentlich darum, wie die beiden Schwestern damit umgehen, dass Jesus zu ihnen kommt.

Und wenn wir noch etwas weiter denken, dann geht es auch darum wie wir damit umgehen, wenn Jesus in unser Leben eintritt. Und da sehen wir zwei verschiedene Wege

1. Marta

Marta rennt sofort los, um es dem Herrn so gemütlich, wie nur eben möglich zu machen. Gewiss, sie wird Jesus zwar noch so eben „Hallo“ im Vorbeigehen zugerufen haben, ist aber dann bestimmt sofort in der Küche verschwunden. Wenn schon so hoher Besuch kommt, dann muss ja auch wirklich alles pikkobello sein.

Jesus erkennt diese Mühe an, als er zu Marta sagt, dass sie sich viel Mühe macht. Aber Jesus sagt Marta auch, dass sie sich viel zu viele Sorgen macht. Und diese machte sie sich sicherlich. Ist alles richtig, was ich mache. Hoffentlich begehe ich keinen Fehler. Wie stehe ich vor dem Herrn da, wenn etwas schiefgeht. Diese und andere Gedanken mögen sie wohl geplagt haben.

Geht es nicht vielen Christen heutzutage genau so, wie es Marta erging ? Kaum ist man bei Jesus angekommen, will man seinen Lebensstil und Lebensinhalt so gestalten, dass der Herr ja keinen Fehler findet. Und wenn doch, dann kommt bestimmt das große Donnerwetter und man fliegt ganz schnell wieder raus aus dem erlauchten Kreise.

Und so ackert man und ackert man und ackert man vor sich hin. Eine stille Zeit jagt die andere. Gebetszeiten werden peinlich genau eingehalten. In den Gemeinschaftsstunden darf man natürlich nicht fehlen und in den Gottesdiensten erst recht nicht. Und dann engagiert man sich auch noch ehrenamtlich in diversen Projekten.

Jesus sieht dies alles, was wir machen, aber er macht sich auch Sorgen um uns. Und wenn wir auf ihn hören, dann erfahren wir dies auch. Jesus will gar nicht, dass wir als 100%er Christen durch die Welt rennen und versuchen, ihm immer und überall alles recht zu machen.

Was will Jesus denn dann ? Da kommen wir noch zu. Schauen wir uns aber zuerst einmal die Maria an:

2. Maria

Maria macht erst mal gar nix. Man könnte es auch so sehen, dass sie sich einfach, faul, wie sie ist, zu Jesu Füßen legt und seinen Worten lauscht.

Da ist ja auch gar nichts gegen einzuwenden, aber gleichzeitig rackert sich ihre Schwester in der Küche ab und sie macht augenscheinlich gar nichts.

Und dann sagt Jesus auch noch, dass sie, die einfach nur so dasitzt, das gute Teil erwählt hat. Es fällt uns schon ein wenig schwer, dies anzunehmen. Das liegt aber auch daran, dass wir alle in einer Leistungsgesellschaft leben. Wer mehr leistet, der hat mehr und dessen Ansehen steht über dem, der weniger leistet. Und wer zu nichts mehr in der Lage ist, der steht ganz schnell außen vor.

Wenn Jesus nun sagt, dass Maria das gute Teil erwählt hat, dann sagt er damit auch, dass im Reiche Gottes eben andere Maßstäbe gelten als in der Welt.

Schauen wir uns nun noch das gute Teil etwas näher an.

3. Das gute Teil

Wir müssen uns noch einmal kurz an Marta erinnern. Jesus hat nicht gesagt, dass Marta alles falsch und Maria alles richtig gemacht hat. Jesus sagt nur, dass die Reihenfolge stimmen muss.

Schauen wir uns einen neu bekehrten Christen an. Er brennt für Jesus und möchte am liebsten sofort lospreschen, um seinen Dienst zu versehen. Und hier sagt Jesus: „Stopp, mein Freund, erst kommt die Theorie und dann die Praxis.“

Das macht ja auch Sinn. Denken wir nur einmal an die Fahrschule, die wir besucht haben. Wenn wir die Verkehrsregeln nicht kennen, dann macht der praktische Unterricht auch keinen Sinn. Irgendwann würden wir wahrscheinlich den Karren im wahrsten Sinne des Wortes an die Wand fahren. Und das passiert uns in unserem Dienst für den Herrn auch wenn wir nicht auf Jesus hören.

Zunächst kommt also das Hören. In der Jüngerschule werden wir von Jesus auf unseren Dienst für ihn vorbereitet. Er gibt uns das notwendige Rüstzeug mit auf den Weg, damit wir draußen im Missionsfeld nicht jämmerlich scheitern. Wenn wir auf ihn hören, dann haben wir eben keine Sorgen und große Mühen.

Wenn wir vor unsere Tätigkeit auf sein Wort hören, dann versetzt und Jesus in die Lage, dass wir mit ihm zusammen fröhlich unseren Weg gehen können.

Jesus bewahrt uns also vor operativer Hektik und er nimmt us auch die Angst, etwas falsch machen zu können. Wenn wir auf ihn hören, dann dürfen wir erkennen, dass es im Reiche Gottes durchaus gestattet ist, Fehler zu machen und dass wir nicht sofort die Kündigung erhalten, wenn wir etwas vermasselt haben.

Wenn wir wirklich auf ihn hören, dann dürfen wir auch erkennen, dass ER stets bei uns ist und immer nur ein Gebet weit von uns entfernt auf unsere Hilferufe wartet. Wenn wir auf ihn hören, dann dürfen wir auch erkennen, dass gerade die nicht perfekten Dienste doch Dienste in seinem Sinne sind.

Wenn wir auf ihn hören dann dürfen wir auch erkennen, dass alle Verantwortung bei Ihm liegt und dass letztendlich ER es ist, der handelt. Wir sind lediglich seine Werkzeuge. Und daher ist es auch so wichtig erst zu hören und dann das Werkzeug zu benutzen.

Jünger, die dies nicht machen gleichen dem Mann, der mit einem Spaten versuchte den Garten zu bearbeiten, dies aber irgendwann total gefrustet aufgab, weil er den Spaten genau falsch herum eingesetzt hatte. Und genau davor will der Herr die Martas dieser Welt bewahren.

Erinnern wir uns noch einmal an die Leistungsgesellschaft in der wir leben. Da haben wir auch über diejenigen gesprochen, die nichts mehr leisten können und dadurch außen vor sind. Und genau zu diesen Menschen sagt Jesus: Komm her zu mir, ich freue mich, dass Du einfach da bist und auf mein Wort hörst. Im Reiche Gottes bleibt eben niemand außen vor, der hinein möchte.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den zweiten Vers des Liedes von Paul Gerhardt „Befiehl du deine Wege… (EG 361) einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Dem Herren musst du trauen, wenn dir’s soll wohlergehn;
auf sein Werk musst du schauen, wenn dein Werk soll bestehn.
Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein
lässt Gott sich gar nichts nehmen, es muss erbeten sein.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Sonntag, dem Sonntag Estomihi. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Amos im 5. Kapitel, die Verse 21-24. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Der äußerliche Gottesdienst tut’s nicht

Ich bin euren Feiertagen gram und verachte sie und mag eure Versammlungen nicht riechen. Und wenn ihr mir auch Brandopfer und Speisopfer opfert, so habe ich keinen Gefallen daran und mag auch eure fetten Dankopfer nicht ansehen. Tu weg von mir das Geplärr deiner Lieder; denn ich mag dein Harfenspiel nicht hören ! Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.

Liebe Gemeinde,

klare Worte, die wir soeben gehört haben. Da kommen wir Sonntag für Sonntag zusammen und dann wird dies auch noch von Gott kritisiert. Er sollte sich gefälligst freuen, dass wir überhaupt noch kommen!!! 95 % der Menschen kommen eh nicht mehr, da kann man doch wohl etwas Dankbarkeit anstelle von Kritik erwarten. Oder stimmt doch etwas nicht mit unseren Gottesdiensten? Gehen wir dieser Frage heute morgen doch einmal gemeinsam nach.

1. Gott mag keinen Gottesdienst

Ein steile Behauptung, aber Gott bezieht sich in seiner Botschaft an den Propheten Amos darauf, wie wir den Gottesdienst gestalten und nicht darauf, dass wir den Gottesdienst halten.

Jedes Ding hat also seine zwei Seiten. Ich kann ein Messer als nützliches Werkzeug gebrauchen, ich kann es aber auch dazu verwenden, um anderen Menschen damit Schaden zuzufügen.

Was war denn wirklich so falsch an den Gottesdiensten, die Gott hier höchstpersönlich kritisiert?

Die Gottesdienste waren zu Veranstaltungen voller inhaltsloser Rituale verkommen. Man faltete die Hände zum Gebet, doch in Gedanken war man schon wieder ganz woanders.

Nach den ersten zwei Sätzen der Predigt überfiel einen der Kirchenschlaf und man wachte erst wieder beim Orgelnachspiel auf.

Gewiss, man gab auch den ein oder anderen Euro in den Klingelbeutel. Man wollte ja schließlich nicht, dass die anderen noch über einen herziehen, weil man nichts hineingetan hat. Na ja, ein echtes Opfer war dies ja auch dann noch nicht. Von all dem Überfluss, den man hatte, gab man gerade mal einen kleinen Krümel ab.

Und auch die Lieder, die dem Gotteslob dienen, die sang man auch nur halbherzig mit ohne sich darüber Gedanken zu machen, was man denn da gerade sang.

Und beim Heiligen Abendmahl ging man wie alle nach vorne, erhielt Brot und Wein, und setzte sich dann wieder auf seinen Platz. Die Gedanken waren überall, aber eben nicht bei dem Geschehen im Altarraum.

Und nach dem Schlusssegen, da konnte man es gar nicht mehr erwarten schnellstmöglich nach Hause zu gelangen.

Das war natürlich nur damals so. Heute ist das bestimmt ganz anders. Heute feiern wir ihn, den

2. Wahren und rechten Gottesdienst

Der wahre und rechte Gottesdienst, liebe Gemeinde, findet nicht nur sonntags zwischen 10.00 Uhr und 11.00 Uhr statt, nein der wahre Gottesdienst fängt jeden Sonntag ab 11.00 Uhr an uns dauert die ganze Woche über bis zum nächsten Sonntag um 10.00 Uhr, wo wir wieder alle zusammenkommen.

Unser ganzes Leben soll ein einziger Gottesdienst sein, den wir mit Herzen, Mund und Händen feiern. Was Gott dabei von uns erwartet, das lesen wir in unserem Predigttext sogar ganz konkret: Gott erwartet von uns, dass wir Recht und Gerechtigkeit ausüben.

So, jetzt wollen wir uns einmal anschauen, was das für uns bedeutet.

Wenn wir im Namen unseres Herrn für ihn tätig sein wollen, dann müssen wir uns natürlich auch mit ihm darüber verständigen, was wir genau tun sollen und auch darüber, was wir besser lassen sollen. Im andächtigen Gebet wird uns der Herr schon mitteilen, was wir in bestimmten Situationen machen sollen.

Ein Arbeitnehmer geht ja auch nicht morgens zu seiner Firma und macht irgendetwas, was ihm gerade einfällt. Nein er erwartet, dass sein Vorgesetzter ihm eine Aufgabe überträgt.

Gott sendet seine Liebe in unsere Herzen hinein. Und mit diesem Herzen voller Liebe sollen wir unseren Mitmenschen begegnen. Ein Lächeln und ein freundliches Wort ist dabei das mindeste, was wir für unsere Mitmenschen übrig haben sollten. Schauen Sie doch einmal ganz bewusst, wie viele Menschen griesgrämig durch die Gegend laufen. Schenken Sie diesen Menschen ein Lächeln und sie werden überrascht sein, was passiert.

Der wahre Gottesdienst, an dem Gott Freude hat, findet nicht nur mit dem Herzen, sondern auch mit dem Mund statt. Mit dem Mund will heißen, dass wir anderen Menschen in allen möglichen Notlagen mit unserem Ratschlag beistehen könnten. Und natürlich bedeutet dies auch, dass wir über den, der uns trägt und hält und uns auf all unseren Wegen begleitet auch etwas an unsere Mitmenschen weitergeben sollen.

Mit Herzen und Mund sollen wir den Gottesdienst feiern. Aber da war doch noch ein Drittes. Ach ja, mit unseren Händen sollen wir die ganze Woche den Gottesdienst begehen.

Das bedeutet schlicht und einfach, dass wir dort zupacken sollen, wo unsere Hilfe benötigt wird. Ich darf meinem alten Nachbarn ruhig einmal behilflich sein, wenn er sich abmüht den Rasen noch selber zu mähen. Ich darf ruhig einmal der jungen Mutti im Supermarkt den Vortritt lassen, wenn ich bemerke, wie eilig sie es hat. Und ich darf auch meinem Arbeitskollegen bei der Verrichtung seiner Tätigkeit helfend zur Seitre stehen, wenn ich bemerke, dass er damit so seine Schwierigkeiten hat.

Dies waren natürlich nur ein paar Beispiele. Pfarrer Paul Deitenbeck, ein Urgestein eines Predigers aus dem Sauerland fasste den wahren Gottesdienst einmal mit folgenden Worten zusammen:

„Der wahre Gottesdienst ist das Vorrecht von uns Christen, dass wir das Leben der Menschen, denen wir tagtäglich begegnen, ruhig ein wenig einfacher machen können.“

Mit dieser Zusammenfassung lassen Sie uns in die nächste Woche gehen. Und lassen Sie uns nunmehr gemeinsam in den ersten Vers des Liedes „Nun danket alle Gott..“ (EG 321)von Martin Rinckart einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Nun danket alle Gott, mit Herzen, Mund und Händen,
der große Dinge tut an uns und allen Enden,
der uns von Mutterleibe und Kindesbeinen an
unzählig viel zu gut bis hierher hat getan.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und eine schöne neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Sonntag, dem Sonntag Estomihi. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 10. Kapitel des Lukasevangeliums, die Verse 38-42. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Maria und Marta

Als sie aber weiterzogen, kam er in ein Dorf. Da war eine Frau mit Namen Marta, die nahm ihn auf. Und sie hatte eine Schwester, die hieß Maria; die setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seiner Rede zu. Marta aber machte sich viel zu schaffen, ihm zu dienen. Und sie trat hinzu und sprach: Herr, fragst du nicht danach, das mich meine Schwester allein lässt dienen? Sage ihr doch, dass sie mir helfen soll! Der Herr aber antwortete und sprach zu ihr: Marta, Marta, du hast viel Sorge und Mühe. Eins aber ist not. Maria hat das gute Teil erwählt; das soll nicht von ihr genommen werden.

Liebe Gemeinde,

von zwei Lebenseinstellungen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, haben wir soeben gehört. Beides sind übrigens Lebensstile oder Lebenseinstellungen, die wir immer wieder vorfinden. Auch in unseren Gemeinden. An beiden ist nichts auszusetzen; oder etwa doch ? Schauen wir uns doch einfach einmal an, was unser Herr dazu sagt.

1. Der körperliche Dienst

Als Marta sah, dass Jesus zu Besuch kam, kam ihr als erstes der Gedanke, dass es doch wohl an der Zeit wäre, für einen derart hohen Besuch das Heim herzurichten und alles, wie man so schön sagt auf Vordermann zu bringen.

Wer selber einen Haushalt zu versorgen hat, der kann sicherlich ein Lied davon singen, was es so alles mit sich bringt, wenn ein hoher Besuch sich plötzlich ankündigt.

Ähnlich geht es zu, wenn in unseren Gemeinden Aufgaben erledigt werden müssen. Immer finden sich Menschen, die zupacken und ohne die so manche Vorhaben gar nicht in die Tat umgesetzt werden könnten. Getrieben von dem Vorsatz, einfach etwas Gutes tun zu wollen, erklären sich viele Menschen bereit spontan zu helfen. Die Einstellung dieser Menschen ist mit der Marta aus unserem Predigttext vergleichbar.

Und doch sagt Jesus im Umkehrschluss zu Marta, dass sie das schlechte Teil erwählt hat. Ich weiß nicht, wie es ihnen geht, aber wenn ich jemandem ganz uneigennützig helfe, indem ich ihm seinen Besuch bei mir so angenehm wie möglich gestalten möchte und ich bekomme dann so etwas an den Kopf geworfen, wäre ich zumindest ein wenig „verschnupft“.

Aber Jesus meint das natürlich ganz anders. Er sagt zu Marta, die alle Oberflächen des Hauses poliert und alles sauber und rein für den Besuch gemacht hat: Marta, du hast die Oberflächen gereinigt, aber auch geistig bist du an der Oberfläche geblieben. Mir kommt es auf etwas ganz anderes an.

2. Der geistige Dienst

Jesus möchte nicht, dass wir in operativer Hektik einher rennen und so mit Riesenschritten in den christlichen Burnout hineinrennen. Das, liebe Gemeinde, ist übrigens ein Kennzeichen von allen Sekten, die von ihren Mitgliedern Aktionismus bis zum Umfallen verlangen. Schauen Sie doch nur einmal den Dienstplan eines Zeugen Jehovas an.

Was möchte Jesus denn dann, wenn er das, was Maria tat als „das gute Teil“ bezeichnet?

Jesus möchte als erstes einmal von uns, dass wir zur Ruhe kommen. Jeder von uns kennt sie doch auch, diese Alltagshektik, die immer mehr von uns verlangt und uns letztlich immer unkonzentrierter werden lässt. In immer kürzerer Zeit immer mehr leisten, das ist doch häufig die Maxime unserer heutigen Zeit. Genau das will Jesus nicht. Jesus möchte, dass wir zunächst einmal innerlich Atem holen und uns entspannen und unseren Geist frei machen.

Dann sollen wir in seine Gegenwart treten, indem wir uns zu seinen Füßen setzen. Wenn wir uns ganz entspannt in die Gegenwart unseres Herrn begeben, dann werden wir merken, dass neben der innerlichen Ruhe ein tiefer innerer Frieden Einzug bei uns hält. Und genau diesen tiefen inneren Frieden sollen wir auf uns und in uns wirken lassen.

Und dann, und genau erst dann, sind wir bereit um ihn zu hören. In der Stille schaffen wir die Bereitschaft, dass Gott seinen Frieden in uns sendet und in diesem Frieden werden unsere inneren Augen und Ohren geöffnet, die sein Wort so wahrnehmen und verstehen, wie er es denn auch will.

Das, liebe Gemeinde, geht natürlich nicht in unserem normalen Alltagsgeschehen. Dazu bedarf es immer wieder Momente der Ruhe. Aus diesem Grunde beten die Mönche auch die Stundengebete, damit sie sich immer wieder auf den ausrichten, auf den es wirklich ankommt.

Fangen wir doch einfach einmal an, es den Mönchen nachzutun. Wie oft stehen wir im Stau auf dem Weg zur Arbeit? Warum nicht einfach diese Zeit für ein Gespräch mit Gott nutzen. Warum können wir anstelle des MP3-Players auf dem Weg zur Arbeit diese Zeit nicht für ein Gespräch mit Gott nutzen? Wir sehen, es gibt vielfältige Möglichkeiten auch in unserem Alltag, um es Maria nachzutun.

3. Das noch bessere Teil

Jesus sagte ja schon zu Marta, dass Maria das bessere Teil erwählt hat. Ich behaupte jetzt einfach einmal, dass es ein noch besseres Teil gibt; nämlich das Teil, welches dabei herauskommt, wenn wir die ersten beiden Punkte unseres Predigttextes miteinander verbinden.

Zunächst einmal können wir es Maria nachmachen, indem wir uns zu des Herren Füßen setzen und seiner Rede zuhören. Johannes der XXIII sagte einmal, dass ihm im Traume sein Schutzengel erschienen sei und zu ihm gesagt hat: „Nimm dich nicht so wichtig, nimm Dir Zeit für Gott“. Dem ist sicherlich nichts hinzuzufügen.

Wenn wir Gott so zu uns reden lassen, dann werden wir auch erfahren, welche ganz speziellen guten Werke er denn uns ganz persönlich auftragen möchte Und wenn wir aufmerksam auf ihn hören, dann stochern wir auch nicht mehr ziel- und planlos im großen Topf der guten Taten herum. Nein, dann machen wir genau das, was Gott von uns erwartet.

Wie der Glaube ohne gute Werke ein toter Glaube ist, so können auch die guten Werke ohne den Glauben bzw. ohne Gottes Auftrag tote Werke sein, die so rein gar nichts bewirken, weil wir dafür vieleicht auch gar nicht vorgesehen sind.

Wenn wir allein auf Gott hören und nur das tun, was er uns sagt, dann werden wir unsere Aufgaben auch nicht mehr als frustrierte Christen wahrnehmen, sondern ausgestattet mit seiner Leichtigkeit fröhlich unseren Dienst versehen.

Ein befreundeter Prediger sagte vor kurzem zu mir: „Weißt Du, ich gehöre nicht nur allein Jesus Christus, sondern ich höre auch nur allein auf Jesus Christus.“ Gewiss eine Steilvorlage für unseren Glaubensweg. Vielleicht probieren wir es in den nächsten Tagen einfach mal selber aus.

Wie wir beide Wege zusammenbringen das beschreibt der Liederdichter Salomo Liscow sehr schön in dem ersten Vers seines Liedes „In Gottes Namen fang ich an…“ (EG 494), der da lautet, wie folgt:

In Gottes Namen fang ich an, was mir zu tun gebühret;
mit Gott wird alles wohlgetan und glücklich ausgeführet.
Was man im Namen Gottes tut, ist allenthalben recht und gut
und kann uns auch gedeihen.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen frohen Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag, dem Sonntag Estomihi. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1.
Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 13, die Verse 1-13. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Das Hohelied der Liebe

Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennen und hätte die Liebe nicht, so wäre mir’s nichts nütze. Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. Die Liebe hört niemals auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, da tat ich ab, was kindlich war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin. Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

Liebe Gemeinde,

was macht uns eigentlich aus, uns als Christen? Worin unterscheiden wir uns von der Welt? Ich glaube es sind drei Punkte, die wir soeben gehört haben, die uns von einem reinen Weltmenschen unterscheiden.

1. Glaube und Hoffnung

Wir alle, die wir heute Morgen eben nicht zum Frühschoppen gegangen sind, wir machen das ja nicht aus, verzeihen Sie, wenn ich das so lapidar sage, aus Jux und Tollerei.

Wir haben etwas, was uns treibt; nämlich unseren Glauben und jemanden, der uns zieht, nämlich unseren Herrn im Himmel. Als Christen glauben wir, dass der Herr Jesus ein für alle Male für unsere Sünden gestorben ist und wir somit wieder Kinder Gottes werden können.

Als Kinder Gottes lieben wir natürlich unseren Vater im Himmel und möchten ihn möglichst gut kennenlernen um dann regelmäßige Gemeinschaft mit ihm zu haben. Aus diesem Grunde gehen wir auch regelmäßig zu Gemeinschaftstreffen, ob dies nun Gottesdienste, Hauskreise oder andere christliche Gemeinschaftsstunden sind.

Zugleich tragen wir aber auch eine gewisse Hoffnung des ewigen Lebens in unseren Herzen. Diese kommt nicht von uns, sondern diese ist uns von unserem Herrn in unser Herz hineingelegt worden. Diese Hoffnung ist eine feste Gewissheit, dass es am Ende unseres irdischen Lebens nicht irgendwie weitergeht, sondern dass es ganz konkret weitergeht; nämlich dass wir direkt nach unserem irdischen Tode unserem Herrn gegenüberstehen.

Daher möchten wir in diesen Stunden der Gemeinschaft auch gern mehr darüber erfahren, wie wir unser Leben auf Erden gestalten sollen. Etwas, was wir in dem Gottesdienst lernen sind:

2. Gute Taten

Der Glaube ohne gute Werke ist ein toter Glaube, so schreibt es schon Jakobus in seinem pragmatischen Brief. Daher sind wir aufgerufen, z.B.
Nächstenliebe zu üben. Wir sind aufgerufen, von dem, was wir haben, auch etwas abzugeben. Und wir sind aufgerufen allen Menschen ein Nächster zu sein, die unseren Lebensweg kreuzen.

So füllen wir das, was wir theoretisch in der Bibel lesen, auch mit Leben.

Nun gibt es aber auch gute Werke ohne Glauben. Kaum zu glauben, aber säkulare Vereinigungen und Verbände sind uns mit guten Werken weit voraus. Man muss also kein Christ sein, um gute Werke und Taten zu vollbringen.

Insofern hinkt dieses Unterscheidungskriterium ein wenig. Aber es gibt noch ein drittes Kriterium, das uns von der Welt unterscheidet

3. Die Liebe

Liebe Gemeinde, das Wort Liebe ist in unserer Sprache so allgemeingültig.
Es gilt für die Beziehung zweier Menschen genau so, wie für die Barmherzigkeit, mit der wir einander lieben. In der Bibel hingegen gibt es einen zweifachen Begriff für die Liebe.

Eros und Agape. Eros ist die Liebe, die liebende Menschen füreinander empfinden und sich gegenseitig schenken. Agape hingegen ist eine ganz andere Form der Liebe. Zu dieser Agape werden wir befähigt, wenn wir unseren Herrn im Glauben annehmen und ihn bei uns einziehen lassen.

Mit seinem Einzug in unser Leben und dem Übernehmen der Regentschaft in unserem Leben zieht zeitgleich auch die Fähigkeit zur Agape bei uns ein.
Ohne unseren Herrn wären wir zur Agape überhaupt nicht fähig. Das glauben Sie nicht? Dann lassen Sie uns doch einmal diese Agape ein wenig näher anschauen. Paulus beschreibt sie ja sehr konkret in unserem heutigen Predigttext.

Agape ist langmütig. Ein Begriff, den wir so meist gar nicht mehr kennen. Langmut ist es, wenn wir einen langen Weg zum Zorn haben. Agape heißt, den anderen in Geduld zu ertragen. Auch wenn er uns nicht besonders liegt und wir vieles, was er macht oder sagt nicht mögen.
Agape hilft uns, den anderen zu ertragen und vor allem hinter seine Fassade zu schauen. Also nicht gleich auf das reagieren, was uns vielleicht zum Zorne reizt, sondern bedächtig zu sein.

Agape treibt keinen Mutwillen. Im Urtext lesen wir anstelle des Wortes Mutwillen „Macht sich nicht groß“. Wie oft erleben wir es, dass berühmte oder weniger berühmte Personen und Firmen sich feiern lassen ob ihrer wohltätigen Taten wegen. Tue Gutes und rede darüber. Das ist es, was eine erfolgreiche Pressearbeit schließlich ausmacht. Agape hingegen hat dies nicht nötig. Agape arbeitet im Stillen.

Auch wenn derjenige, dem von uns Agape entgegengebracht worden ist, dies niemals erfährt, werden wir als Christen aufgefordert, dieses auch nicht kundzutun. Also nicht gleich jedes gute Werk heraus posaunen, um es pragmatisch zu sagen.

Agape sucht nicht das Ihre. Wir kennen doch alle den Spruch: Wie Du mir, so ich Dir. Das gilt im Positiven, wie auch im Negativen. Wir sind doch gerne mit Menschen zusammen, die uns sympathisch sind. Warum eigentlich ? Weil wir gleiche Interessen und Ansichten haben, weil wir uns untereinander helfen und uns einfach irgendwie gut verstehen. Dies ist natürlich auch gut so.

Agape hingegen geht hier noch einen Schritt weiter. Agape sagt uns
sinngemäß: Höre hier nicht auf, geh einen Schritt weiter hin zu dem, mit dem sich vielleicht keiner mehr versteht. Geh zu dem Menschen, der Dich vielleicht nicht besonders mag oder geh zu den Menschen, die von allen anderen ausgegrenzt werden und tue denen Gutes.

Agape lässt sich nicht erbittern. „Tausendmal habe ich ihm schon geholfen, aber jetzt ist endgültig Schluss.“ Kennen sie das auch? Man will jemandem helfen und immer und immer wieder macht dieser jemand den gleichen Fehler. Irgendwann platzt einem doch dann mal der Kragen. Genau so reagiert Agape nicht.

Als Petrus den Herrn Jesus fragte, wie oft er jemandem verzeihen muss, da gab er aus seiner Sicht schon eine gewaltige Zahl von 7mal an. Jesus hingegen vervielfachte das Ganze mit 7-mal 70-mal. Also immer und immer wieder.

Agape erträgt alles, glaubt alles, hofft alles und erduldet alles. Agape geht also im Grundsatz davon aus, dass der andere viel wichtiger ist, als ich es selber bin. Wenn ich alles ertrage, was der andere macht, dann muss er schon ganz schön wichtig für mich sein. Wenn ich alles glaube, was er macht und sagt, dann hat der andere mein vollstes Vertrauen. Wenn ich hoffe, dass alles gut wird mit dem anderen, dann vertraue ich darauf, dass er diese Hoffnung auch erfüllen wird. Und wenn ich alles erdulde, dann nur aus einer ganz tiefen Liebe heraus.

Und dies, was ich gerade gesagt habe ist genau die Liebe, die Jesus einem jeden Menschen entgegenbringt auch wenn er noch ein Sünder ist.
Jeder, der dies einmal erfahren hat, kann gar nicht mehr anders, als im Glauben direkt auf diesen Herrn zuzugehen und ihn zu bitten, doch wieder sein Kind sein zu dürfen.

Natürlich sind wir nicht Jesus und können dies alles auch nicht 1:1 in die Tat umsetzen. Aber wir können uns jeden Tag hier auf Erden bemühen, ein wenig mehr Agape unseren Mitmenschen gegenüber zu zeigen.

Wenn wir dies tun, wenn wir also nicht sofort gleiches mit gleichem vergelten, wenn wir einem Menschen vergeben, auch wenn er uns Böses angetan hat und wenn wir uns den Menschen widmen, die ganz am Rande unserer Gesellschaft stehen, dann setzen wir als Christen Zeichen, die ein Weltmensch in dieser Form gar nicht setzen kann.

Wenn wir dies tun, dann machen wir die anderen neugierig. Neugierig auf das, oder den, der uns dazu treibt genau so zu handeln wie wir es gerade getan haben und nicht, wie es allgemein üblich ist oder wie „man“ es eben so macht. Und genau diese Neugierde kann und wird auch andere Menschen in die Arme unseres Herrn treiben.

„Ich kann das alles nicht“ das höre ich jetzt den ein oder anderen innerlich sagen. Ich möchte jedem von Ihnen beipflichten. Ich kann das nämlich auch nicht. Aber ich kann mein Herz ganz weit aufmachen und den Herrn Jesus bitten, mir immer wieder die Kraft zu geben so zu handeln, wie es denn diese Agape von mir erwartet.

Dass wir mit unseren Bemühungen allein auf verlorenem Posten stehen, das wusste auch schon Martin Luther. Dies beschreibt er in dem zweiten Vers seines Liedes „Ein feste Burg ist unser Gott..“ (EG 362), der da lautet, wie folgt:

Mit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren.
Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muss er behalten.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Herzliche Segensgrüße sendet Ihnen allen Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag Estomihi. „Sei mir ein starker Fels“, so lautet die Übersetzung der Bezeichnung dieses Sonntages. Was können wir eigentlich dazu beitragen, dass uns der Herr ein starker Fels, ja auch ein starker Fels in den Brandungen unseres Lebens sein kann? Mit dieser Frage beschäftigt sich unser heutiger Predigttext. Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag bei dem Evangelisten Lukas im 10. Kapitel, die Verse 38-42. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Maria und Martha

Als sie aber weiterzogen, kam er in ein Dorf. Da war eine Frau mit Namen Marta, die nahm ihn auf. Und sie hatte eine Schwester, die hieß Maria; die setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seiner Rede zu. Marta aber machte sich viel zu schaffen, ihm zu dienen. Und sie trat hinzu und sprach: Herr, fragst du nicht danach, dass mich meine Schwester allein lässt dienen? Sage ihr doch, dass sie mir helfen soll! Der Herr aber antwortete und sprach zu ihr: Marta, Marta, du hast viel Sorge und Mühe. Eins aber ist not. Maria hat das gute Teil erwählt; das soll nicht von
ihr genommen werden.

Liebe Gemeinde,

das ist doch mal ein Predigttext, der so gar nicht nach unserem Geschmack ist. Vielmehr hätten wir doch alle von Jesus erwartet, dass er Maria an die Seite nimmt und ihr erklärt, dass es so nicht geht. Sie könne doch wohl nicht ihrer Schwester die ganze Arbeit aufbürden und sich derweil selber ihm zu Füßen setzen. Dummerweise tat Jesus aber genau das Gegenteil und darum sollten wir uns einige Besonderheiten des heutigen Predigttextes auch ein wenig genauer ansehen.

1. Blinder Eifer schadet nur

Ich glaube, ein bisschen Marta steckt in einem jeden von uns. Schauen wir uns doch einmal unseren Alltag an. In aller Regel sind wir doch von frühmorgens bis in den späten Abend hinein beschäftigt.

Und dies meist auch 7 Tage in der Woche. Und wenn wir dann abends unser Tagewerk glauben vollbracht zu haben dann liegt sie schon vor uns, die „to do“ Liste für den nächsten Tag. Irgendwie leben wir doch alle in einem Hamsterrad.

Und wenn wir uns, sarkastisch ausgedrückt, ein wenig bemühen, dann schaffen wir es tatsächlich auch einmal ein Burnout zu bekommen. Und wenn wir den haben, dann können wir endlich mitreden mit den anderen, die auch so wichtig sind, dass sie sich keinerlei Freizeit mehr gönnen können.

Was treibt uns eigentlich, liebe Gemeinde, dass wir wie ein gehetztes Reh durch unseren All- und den Sonntag rennen? Es ist die Angst, die uns treibt. Die Angst, unseren Wohlstand zu verlieren, die Angst nicht von allem genügend zu bekommen und die Angst, vielleicht etwas im Leben zu verpassen, wenn wir uns einfach mal der Muße hingeben.

Diese Stimme in uns, die uns die Angst einflößt ist keinesfalls die Stimme unseres Herrn. Können wir uns vorstellen, was diese Stimme in uns bezwecken will? Natürlich wissen wir dies alle. Diese Stimme will uns davon abhalten, einen regelmäßigen Kontakt zu unserem Herrn zu unterhalten. Es ist schlichtweg der Teufel, der uns all diese Gedanken
einimpft und dann in uns die entsprechenden Verhaltensweisen hervorruft.

2. Die große Not

So sagt es Jesus direkt zu Marta. Jesus erkannte, dass sie auf dem falschen Wege war. Obwohl sie von sich und ihrer Tätigkeit überzeugt war und auch davon, dass sie Hilfe benötigte, erkannte sie nicht, dass sie im Hamsterrad des Teufels gefangen war.

Immer dann, wenn wir uns von unseren vermeintlich eigenen Begierden und Motiven steuern lassen, dann haben wir 2 Sachen im Überfluss; nämlich Sorgen und Mühen. Und hier stecken wir in einem wirklich verdammten Teufelskreislauf. Wir machen uns Sorgen, dass wir nicht alles schaffen, was von uns verlangt wird und verstärken dann unsere Bemühungen. Kurz darauf kommen aber die Sorgen wieder, ob denn wirklich alles geschafft werden kann und als Folge verstärken wir dann weiterhin unsere Bemühungen.

Und dann wird es Zeit, dass Jesus kommt und sagt: Du steckst in einer großen Not. Um diese Not zu wenden ist es notwendig, dass Du Dich an mich wendest. Nur dann, liebe Gemeinde, wenn wir unsere Bemühungen und Sorgen einmal ruhen lassen, nur dann kann Jesus zu uns auf ganz direktem Wege reden.

Das Zauberwort heißt hier „Bevor“. Bevor wir uns einer Sache zuwenden sollten wir erst einmal auf unseren Herrn hören und ihn bitten, was er zu unserem Vorhaben zu sagen hat. Bevor wir eine Ehe eingehen, sollten wir den Herrn einmal fragen, ob dies wirklich der richtige Partner ist, den wir uns selber ausgesucht haben. Bevor wir unser Berufsleben starten sollten wir unseren Herrn fragen, ob dies der Beruf ist, den er meint dass er der richtig für uns ist. Bevor wir die Karriereleiter heraufklettern sollten wir Stufe um Stufe immer erneut unseren Herrn fragen, ob dies wirklich alles in seinem Sinne ist.

Sagt ER „JA“, dann können wir alles getrost angehen. Sagt ER „NEIN“, dann kommen wir, wenn wir uns nicht daran halten, genau dahin, wo Marta sich befand. Da es nicht richtig ist, was wir machen, kommen wir stets nur recht mühselig voran und dies auch nur unter viel Mühen und allen damit einhergehenden Sorgen.

Wenn wir uns gerade in einer Lebenssituation befinden, wo uns so gar nichts recht gelingen will und wir uns abmühen bis zum berühmten „geht nicht mehr“, dann ist jetzt der Zeitpunkt, wo wir uns zu Jesu Füßen setzen sollten und ihn erst einmal um seinen Rat fragen sollten.

3. Die Praxis

Schön und gut, hört sich ja alles ganz vernünftig an. Aber wie soll ich das in meinen Tagesablauf einbauen und was habe ich davon? Wie wäre es, wenn wir jeden Morgen mit einem Gebet beginnen, in welchem wir unseren Herrn bitten uns heute bei allem beizustehen, was auf uns zukommt? Das wäre doch mal ein Anfang. Dann könnten wir, wie Maria, zu Jesu Füßen sitzen und auf ihn hören, was er uns sagen will.

Dazu ist es natürlich erforderlich, dass wir uns auch die Zeit dazu nehmen. Nehmen wir uns doch alle mal wieder das Recht der stillen 10 Minuten heraus, in denen wir nur auf den Herrn hören, was er uns zu sagen hat. Denken wir doch einmal an die Mönche in einem Kloster. In bestimmten Abständen ruht die Arbeit zugunsten des Gebetes. Nehmen wir
doch die Zeiten in denen wir tagsüber unsere privaten Mails checken oder aber privat ins Internet gehen. Nehmen wir doch diese Zeiten für ein Gespräch mit unserem Herrn.

Und dann können wir dies alles auch in Gemeinschaft machen. In Gemeinschaftsstunden, Gottesdiensten und Andachten können wir gemeinsam auf das Wort unseres Herrn hören und ihn anbeten.

Was habe ich davon?

Provokativ sage ich ganz einfach: Alles!!!! Wer Jesus vorher fragt und das tut, was er sagt, der hat nachher alles, was er braucht. Wer so verfährt, der muss sich nicht mehr bis zu dem bereits beschriebenen „geht nicht mehr“ abrackern. Natürlich haben wir alle, die wir mit unserem Herrn leben nach wie vor Nöte, Sorgen und auch Probleme. Jedoch haben wir diese, damit wir an ihnen wachsen können.

Probleme und Nöte, die von Gott kommen, dienen immer unserer ganz persönlichen Entwicklung und haben niemals das Ziel im Visier, unser Leben zu zerstören.

Das schöne ist, dass wir einen Herrn haben, der unser Leben regiert. Wir müssen uns keine Sorgen mehr machen, wie denn alles irgendwie weitergeht. Wir dürfen all unsere Sorgen auf ihn werfen, denn er sorgt für uns.

Was gibt es schöneres, als mit dieser gewissen Leichtigkeit durch das Leben zu schreiten in der festen Gewissheit und dem festen Vertrauen darauf, das am Ende alles gut sein wird. Und das dürfen wir alle, die wir unserem Herrn Jesus nachfolgen. Heute, morgen und in alle Ewigkeit.
Das ist alles, mehr geht nicht. Worauf warten wir also noch? Übrigens:
Wir wissen das ja und praktizieren dies ja auch; sagen wir es doch auch denen weiter, die noch nicht wissen, was sie alles erwartet, wenn auch sie Jesus nachfolgen.

Der Liederdichter Ignaz Franz beschreibt in dem 9. Vers seines Liedes „Großer Gott, wir loben dich… (EG 331) sehr schön die Bitte um Jesu Führung in unserem Leben. Dieser Vers lautet, wie folgt:

Sieh dein Volk in Gnaden an.
Hilf uns, segne, Herr, dein Erbe;
leit es auf der rechten Bahn,
dass der Feind es nicht verderbe.
Führe es durch diese Zeit,
nimm es auf in Ewigkeit.

Der Herr schenke Dir jeden Tag Zeit, die Du mit Ihm verbringen darfst
Der Herr lasse Dich ganz aufmerksam auf sein Wort hören
Der Herr leite Dich mit seiner Hand stets auf Deinem gesamten Lebensweg

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag Estomihi, dem Sonntag vor der Passionszeit. Unseren heutigen Predigttext finden wir bei dem Evangelisten Lukas im 18. Kapitel, die Verse 31-43. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die dritte Ankündigung von Jesu Leiden und Auferstehung

Er nahm aber zu sich die Zwölf und sprach zu ihnen: Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn. Denn er wird überantwortet werden den Heiden, und er wird verspottet und misshandelt und angespien werden, und sie werden ihn geißeln und töten; und am dritten Tage wird er auferstehen. Sie aber begriffen nichts davon, und der Sinn der Rede war ihnen verborgen, und sie verstanden nicht, was damit gesagt war.

Die Heilung eines Blinden bei Jericho

Es begab sich aber, als er in die Nähe von Jericho kam, dass ein Blinder am Wege saß und bettelte. Als er aber die Menge hörte, die vorbeiging, forschte er, was das wäre. Da berichteten sie ihm, Jesus von Nazareth gehe vorbei. Und er rief: Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner !
Die aber vornean gingen, fuhren ihn an, er solle schweigen. Er aber schrie noch viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner ! Jesus aber blieb stehen und ließ ihn zu sich führen. Als er aber näher kam, fragte er ihn: Was willst du, dass ich für dich tun soll ? Er sprach: Herr, dass ich sehen kann. Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend ! Dein Glaube hat dir geholfen. Und sogleich wurde er sehend und folgte ihm nach und pries Gott. Und alles Volk, das es sah, lobte Gott.

Liebe Gemeinde,

zwei Predigttexte, die irgendwie gar nicht zusammenpassen. So erscheint es uns sicherlich auf den ersten Blick. Nehmen wir die Heilung des Blinden isoliert für sich, dann könnten wir mit Fug und Recht sagen: Das war damals, das hat heute keine Bedeutung mehr. Aber im vorangegangenen
Text erfahren wir etwas von der Auferstehung Jesu. Wenn wir diese Tatsache in Verbindung bringen mit der Heilung des Blinden bei Jericho dann bedeutet das:

Der auferstandene Jesus Christus wirkte nicht nur damals, sondern Er wirkt durch alle Zeiten hindurch, selbst heute am 10.02.2013 hat Er nichts von Seiner Kraft und Macht verloren. ER wirkt auch heute noch.

Wie können wir auch heute noch die Kraft und die Macht unseres Herrn spüren ? Davon berichtet uns die Heilung des Blinden bei Jericho. Es sind drei Punkte, die wir beachten sollten.

1. Jesus ist gegenwärtig

Ja, liebe Gemeinde, Jesus ist auch heute noch gegenwärtig. Dessen dürfen wir ganz sicher sein. An sehr vielen Menschen läuft unser Herr vorüber. Warum eigentlich ? Das erklärt uns unser heutiger Predigttext ganz einfach. Wann ist Jesus stehen geblieben ? Erst , als Er von dem Blinden lauthals gerufen wurde.

Auch heute noch, am 10.02.2013 gilt dies für uns alle. Wir können schweigen und so tun, als ob es Jesus nicht gäbe. Wir können weiter so tun, als ob wir alles selber im Griff hätten. Dann geht Er natürlich an uns vorüber. Gegen Seinen Willen hilft Gott niemandem. Aber wenn wir lauthals um Hilfe rufen, dann erbarmt Er sich auch heute noch.

Und wissen Sie, was mich am meisten berührt hat ? Jesus war umgeben von einer großen Menschenmenge. Heutzutage würde man wohl sagen, dass Ihm viel Prominenz folgte und Er sicherlich von Bodyguards umgeben war. Das sorgt natürlich für Aufsehen und hektische Betriebsamkeit, die natürlich auch mit jeder Menge Lärm verbunden ist. Und doch hört Jesus das Wehklagen eines armen blinden Bettlers, der am Wegesrand sitzt und um Hilfe fleht.

Alle gehen vorbei, schlimmer noch, sie wollen ihm das Wort verbieten. Und doch, Jesus hört das Rufen und bleibt stehen. Und so dürfen wir auch sicher sein, dass unser Rufen von Jesus gehört wird. Egal, wie weit wir uns auch von Ihm entfernt haben, ER hört, wenn wir IHN rufen.

2. Jesus ist gegenwärtig

Wie den Blinden bei Jericho so hört uns Jesus also heute noch. Aber dabei bleibt es nicht. Er erkennt nicht nur unser Elend, sondern Er will uns helfen. Genau so wie Er damals fragte: Was willst du, dass ich für dich tun soll, so stellt Er uns auch heute noch die gleiche Frage.

Jesus weiß doch, was wir benötigen, warum stellt Er uns denn dann diese Frage ? Indem wir Ihm unser Herz ausschütten, dürfen wir alles, was uns belastet zu Ihm bringen und bei Ihm für immer abladen. Nachdem wir das getan haben und Ihn um Seine Hilfe gebeten haben, wird Er uns diese auch zukommen lassen. Es geht hierbei darum, dass wir Gott nicht als einen billigen Sorgenreiniger und Problemlöser betrachten, der auf Knopfdruck alle unsere Sorgen und Probleme wegwischt.

Er will schon ganz genau von uns wissen, wo Er uns helfen kann. Er will, dass wir uns all unserer Nöte und Probleme und Sünden auch wirklich bewusst werden, bevor wir sie ganz bewusst bei Ihm ablegen können. Das hat auch einen ganz praktischen Vorteil. Fehler der Vergangenheit können so vermieden werden. Dadurch können wir innerlich wachsen und reifer werden.

Denken wir doch einmal an unsere Schulzeit. Nehmen wir an, wir haben ein Diktat geschrieben. Natürlich sind uns dabei Fehler unterlaufen. Auf diese wurden wir aufmerksam gemacht, indem der Lehrer diese Fehler rot markiert hat. Meist mussten wir in einer Verbesserung zeigen, dass wir die richtige Lösung erkannt haben. Stellen wir uns doch einmal vor, unser Lehrer hätte alle Fehler von sich aus verbessert ohne dass wir es gemerkt hätten. Weil er unsere Handschrift so gut nachmachen konnte, ist es uns auch nicht aufgefallen. Was würden wir beim nächsten Diktat wohl machen ? Ganz genau, dieselben Fehler.

3. Jesus ist gegenwärtig

Zum Ende unseres heutigen Predigttextes lesen wir, dass Jesus dem Blinden geholfen hat, sodass er wieder sehend wurde. Das blieb natürlich nicht ohne Folgen für den Blinden. Er, der vermutlich schon jahrelang am Wegesrand saß und seinen Lebensunterhalt zusammenbettelte, folgte dem nach, der ihn geheilt hat.

Er, der jahrelang im Abseits gelebt hatte, dieser blinde Bettler folgte Jesus nach, als ob es das normalste der Welt sei. Eine Reaktion von Jesus wird uns auch nicht berichtet. Jesus sagt nicht: Ich freue mich, dass Du mir nachfolgst. Nein, Jesus nimmt das als vollkommen
selbstverständlich hin.

Liebe Gemeinde, und so sollte es auch sein. Das ist das normalste von der Welt, dass wir Jesus nachfolgen. Und genau das ist heute ein großes Problem. Anstelle ihm bedingungslos zu folgen, sehen wir die ganzen „Aber“ dieser Welt.

„Aber“ was sollen die Leute von mir denken ? Jesus würde sagen: Das ist egal.
„Aber“ was ist mit meinen Freunden und Bekannten ? Jesus würde sagen: Das ist egal. „Aber“ was ist mit dem, was ich mir mühsam aufgebaut habe. Haus, Auto und die Altersversorgung ? Jesus würde sagen: Das ist egal.

Liebe Gemeinde und das stimmt auch. Bei der Frage, wie wir in den Himmel gelangen ist nur eines wichtig, nämlich dass wir diesem Jesus von Nazareth nachfolgen. Unsere Freunde, Verwandten und Bekannten und ein noch so üppig gefülltes Konto bringen uns niemals in den Himmel.

Aber die konsequente Nachfolge, nachdem uns unsere Sünden vergeben worden sind, diese Nachfolge wird uns in die Ewigkeit bringen. Das hat nun gar nichts mit Werkgerechtigkeit zu tun. Wenn wir an den Blinden denken, dann folgte er einfach diesem Jesus, er konnte gar nicht anders.

Ich wünsche uns allen, dass es uns ebenso ergeht und dass wir auch nicht mehr anders können, als IHM nachzufolgen bis auch wir in SEINER Ewigkeit angekommen sind.

Das permanente Wirken unseres Herrn durch alle Zeiten hindurch bis in die Ewigkeit hinein, dieses Wirken beschreibt der Liederdichter Ignaz Franz sehr schön in dem ersten Vers seines Liedes „Großer Gott, wir loben dich…“ der da lautet, wie folgt:

Großer Gott, wir loben dich;
Herr, wir preisen deine Stärke.
vor dir neigt die Erde sich
und bewundert deine Werke.
wie du warst vor aller Zeit,
so bleibst du in Ewigkeit.

Der Herr lasse Dich SEINE Gegenwart immer wieder spüren und erleben
Der Herr stärke Dich durch SEINE Gegenwart auf Deinem Lebensweg
Der Herr lasse Dich durch SEINE Gegenwart ein treuer Diener SEINES
Reiches sein

Amen.

Liebe Gemeinde,

für die folgende Woche wünsche ich uns allen, dass wir uns wieder von der Macht und der Kraft unseres Herrn anstecken lassen mögen auf all unseren Wegen mit Ihm. Geben wir doch unsere Widerstände einfach auf.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag Estomihi. Übersetzt bedeutet dies „Sei mir ein starker Fels.“ Beten wir das eigentlich immer noch ? Hat man dies früher immer gebetet ? Diese Frage beantwortet uns unser heutiger Predigttext. Wir finden den Predigttext bei dem Propheten Amos, Kapitel 5, die Verse 21-24. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Ich bin euren Feiertagen gram und verachte sie und mag eure Versammlungen nicht riechen. Und wenn ihr mir auch Brandopfer und Speiseopfer opfert, so habe ich kein Gefallen daran und mag auch eure fetten Dankopfer nicht ansehen. Tu weg von mir das Geplärr deiner Lieder; denn ich mag dein Harfenspiel nicht hören ! Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.

Liebe Gemeinde,

das sind schon harte Worte, die der Prophet Amos dem Volk im Auftrag Gottes verkündet. Gut, Amos ist schon seit einigen tausend Jahren tot, aber seine Botschaft, die er damals verkündet hat, hat bis heute nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. Lassen Sie uns heute morgen doch einmal
gemeinsam auf eine Zeitreise gehen. Beginnen wir mit der Zeit des Alten Testaments.

1. Amos damals

Lange Zeit hatte es keinen Krieg gegeben und das Volk Gottes lebte zufrieden und in Frieden. Gewiss, man achtete noch auf Gott. Man streicht ja Gott nicht einfach so aus dem Leben heraus, aber man hatte schließlich auch ganz andere Interessen. Langjähriger Friede führt , wie wir wissen, auch zu Wohlstand der Bevölkerung und Wohlstand bedeutet nun einmal, dass man auch hart arbeiten muss. Und da kann es schon mal sein, dass man seine Pflichten als Christ schon mal hinten anstellt, Geschäfte sind ja bekanntermaßen wichtiger.

Gewiss, man wird noch Opfer bereitet haben, aber wohl eher halbherzig und nicht aus tiefer Überzeugung heraus. Und Gebete wurden sicherlich auch nur noch so lieblos und inhaltslos heruntergeleiert. Aber man wurde wenigstens im Gottesdienst gesehen, und das ist ja schließlich das, was wirklich zählt.

Kurzum: Man hat es schließlich aus eigener Kraft zu etwas gebracht und damit das auch so bleibt, kann man schließlich nicht alle Nase lang in den Tempel rennen. Einmal pro Woche muss reichen. Wenn einer dafür Verständnis hat, dann doch ganz bestimmt Gott. Denn er will ja, dass es
einem gut geht.

Und dann auf einmal meldet sich der allmächtige Gott durch Seinen Propheten bei Seinem geliebten Volk. Amos steht vor den Gottesdienstbesuchern und verkündet ihnen, was der Herr über sie denkt.
Gott wendet sich an Sein Volk, aber nicht, um sie dafür zu loben, was sie alles erreicht haben. Nein, es gibt ein richtiges göttliches Donnerwetter.

Gott ruft dem Volk zu: Schluss damit, ich kann es nicht mehr hören. All die lieblosen Gebete, die Opfergaben, die nicht von Herzen kommen und all das andere Geplärr. Ich will es nicht mehr hören.

2. Amos heute

Lassen wir unserer Phantasie einmal freien Lauf und stellen uns vor, Amos hätte heute morgen vor der Türe der Kirche gestanden und hätte jeden Besucher gefragt: „Was suchst du eigentlich in der Kirche ? “

Der Erste hätte vielleicht gesagt: „Ich bin gern unter Gleichgesinnten. Ich liebe es, nach dem Gottesdienst mich mit den anderen Gottesdienstbesuchern auszutauschen. Bei einer Tasse Kaffee oder Tee über Gott und die Welt reden, dafür ist der Gottesdienst gerade recht.“

Der Zweite würde vielleicht sagen: „Ich suche die Religion. Ich finde es so ergreifend, wenn die Liturgie abgehalten wird. Und wenn der Pfarrer uns nach dem Gottesdienst segnet, dann wird’s mir so richtig warm um’s Herz.“

Der Dritte würde vielleicht sagen: “ Ich liebe die Musik der Kirchenorgel. Ich könnte ihr stundenlang lauschen und so vor mich hin meditieren. Und dann noch die großen Choräle. Wenn dann die Orgel gewaltig in einen Choral einstimmt, dann ist dies doch ein künstlerischer Hochgenuss“

Unsere drei Gottesdienstbesucher sind natürlich frei erfunden. Derartige Antworten kommen in unserer Gemeinde natürlich niemals vor. Vielleicht in der Nachbargemeinde, aber nicht bei uns. Insgeheim denken wir doch so. Oder etwa nicht ? Tatsache, liebe Gemeinde ist, dass die o.g. Frage
tatsächlich Gottesdienstbesuchern gestellt wurde. Natürlich nicht nur dreien, sondern einigen Hundert wurde diese Frage gestellt.

Ich will Ihnen das Ergebnis nicht vorenthalten. Über 50 % der Gottesdienstbesucher, also mehr als die Hälfte, antworteten so, wie es unsere drei erfundenen Gottesdienstbesucher getan haben.

Kopfschüttelnd würde sich Amos wegdrehen und uns dann zu Beginn des Gottesdienstes ganz bestimmt die gleiche „Gardinenpredigt“ halten, wie er dies vor einigen tausend Jahren getan hat.

Denn, wollen wir doch mal ganz ehrlich sein: Im zweiten Weltkrieg und in den Jahren danach waren die Gotteshäuser noch voll. Mit zunehmendem Wohlstand ließ der Besuch des Gottesdienstes allmählich nach. Und heute gehen nur noch 3 % der Christen regelmäßig in einen Gottesdienst oder in eine andere christliche Gemeinschaft. Eine schon verblüffende Ähnlichkeit zu damals, finden Sie nicht auch ?

3. Raus aus dem Dilemma

Wir stecken also in genau dem gleichen hausgemachten Dilemma, wie zu Zeiten des Propheten Amos. Würde Amos uns das gleiche sagen, wie er es dem Hause Israel kundgetan hat, er hätte vollkommen recht. Aber es gibt einen Ausweg.

„Suchet mich, so werdet ihr leben.“ (Amos 5, Vers 4) Da ist also der erste Hinweis, was wir besser machen können. In Gottes Haus sollen wir Gott suchen und sonst nichts. Das gilt übrigens auch für alle anderen christlichen Zusammenkünfte. Als erstes geht es darum Gott zu suchen.

Manchmal habe ich nur den Eindruck, dass wir uns sehr, sehr weit von IHM entfernt haben, sodass wir IHN allein gar nicht mehr finden können. Darauf kommt es auch gar nicht an. Gott sieht unser Herz an. Wenn Er sieht, dass wir Ihn lauteren Herzens suchen, dann lässt Er sich von einem jeden von uns finden. Selbst wenn wir uns meilenweit von Ihm entfernt haben, wie es der verlorene Sohn aus dem bekannten Gleichnis getan hat. Selbst dann hat Gott noch ein Auge auf uns .Selbst dann hofft Gott noch, dass wir umkehren und IHN mit ganzem Herzen suchen.

Das verspricht Gott auch zum Ende unseres heutigen Predigttextes. “ Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.“

Dies war schon im Alten Testament ein Hinweis auf unseren Herrn Jesus Christus. In IHM finden wir einen nie versiegenden Bach der Liebe, der Gnade, der Güte und der Barmherzigkeit. Wenn wir uns ehrlichen Herzens aufmachen, um IHN zu suchen, dürfen wir unseren Durst nach Leben an diesem nie versiegenden Bach dauerhaft stillen.

Wir müssen uns keinen anderen Götzen hingeben, die doch auf Dauer nicht das halten, was sie anfangs versprechen. Wenn wir uns nur IHM allein hingeben, dann haben wir das Leben in ganzer Fülle. Mehr geht nicht !!!

Der Liederdichter Bartholomäus Crasselius drückt in dem zweiten Vers seines Liedes „Dir, dir, o Höchster, will ich singen…“ ein Gebet aus, mit dem auch wir uns hoffend und flehend an den Herrn wenden können. Dieser Vers lautet, wie folgt:

Zieh mich, o Vater, zu dem Sohne,
damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir;
dein Geist in meinem Herzen wohne
und meine Sinne und Verstand regier,
dass ich den Frieden Gottes schmeck und fühl
und dir darob im Herzen sing und spiel.

Der Herr lasse Dich den rechten Weg zu IHM erkennen
Der Herr begleite Dich auf Deinem Weg hin zu IHM
Der Herr sei Dir ein nie versiegender Bach der Liebe und Gnade

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag. Nehmen wir doch einfach unseren heutigen Liedvers als einen treuen Begleiter für die folgende Woche. Drucken Sie ihn doch einfach aus und schauen Sie ab und wann in der folgenden Woche wieder einmal auf diesen Vers. Es lohnt sich.

Ich grüße Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag Estomihi. Die Bibel, ein altes Buch mit überholten Inhalten, das höre ich mehrmals wöchentlich. Gegen das Wort „alt“ kann man eigentlich nur sagen, dass gerade die Weisheit im Alter kommt. Und Weisheit hat eigentlich noch niemandem geschadet. Und die Sache mit den überholten Inhalten widerlegt der heutige Predigttext, nimmt er sich doch der heute so beliebten Leistungsgesellschaft und deren Problematiken an. Wir finden den
Predigttext für den heutigen Sonntag im Lukasevangelium, Kapitel 10, die Verse 38-42.
Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Maria und Marta

Als sie aber weiterzogen, kam er in ein Dorf. Da war eine Frau mit Namen Marta, die nahm ihn auf. Und sie hatte eine Schwester, die hieß Maria; die setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seiner Rede zu. Marta aber machte sich viel zu schaffen, ihm zu dienen. Und sie trat hinzu und sprach: Herr, fragst du nicht danach, dass mich meine Schwester lässt allein dienen ? Sage ihr doch, dass sie mir helfen soll ! Der Herr aber antwortete und sprach zu ihr: Marta, Marta, du hast viel Sorge und Mühe. Eins aber ist not. Maria hat das gute Teil erwählt; das soll nicht von ihr genommen werden.

Liebe Gemeinde,

wir haben soeben zwei vollkommen unterschiedliche Menschen kennen gelernt. Und wenn man die Geschichte ein wenig oberflächlich betrachtet, dann schneidet die augenscheinlich faule Maria gar nicht gut ab. Marta hingegen, die sich so richtig in’s Zeug legt findet schnell unsere Sympathien. Und was meint Jesus dazu ? Genau das Gegenteil, liebe Gemeinde. Und deshalb sollten wir über diese Worte Jesu ein wenig näher nachdenken. Schauen wir uns die beiden Personen doch einmal genauer an.

1. Marta

Marta ist der typische Vertreter der heutigen Leistungsgesellschaft, deren Segen uns ja von allen möglichen wirtschaftlichen Institutionen immer wieder gepredigt wird. Sie erhält eine Aufgabe und kniet sich sofort in diese hinein. Sie arbeitet und rackert bis diese Aufgabe erledigt ist. Und dann kommt die nächste Aufgabe, heute würde man sagen, der nächste Schritt auf der Karriereleiter. Und wieder kniet man sich in die neue, noch verantwortungsvollere Aufgabe hinein, bis auch diese
erfolgreich abgeschlossen werden kann.

Und diese Gesellschaftsform ist es doch, die uns heute prägt. Wir leben doch alle irgendwie in einem Hamsterrad. Leben wir arbeitgeberkonform, dann wird der Käfig irgendwann vergoldet. Wenn wir so unser Leben leben, dann kommen mächtige Probleme auf uns zu, die wir in unserer
Arbeitsverliebtheit gar nicht erkennen. Als erstes verlieren wir den Blick für unsere Mitmenschen. Wir sind derart mit uns selbst beschäftigt, dass uns der Mitmensch gar nicht mehr interessiert.

Da wir natürlich den einzigen richtigen Weg gehen, werden andere schnell von uns vorverurteilt und z.B. als faul angesehen. Unser heutiger Predigttext zeigt sehr eindrucksvoll, wie schnell dies gehen kann. Wenn wir so leben, dann werden wir ganz schnell ganz einsam werden. Aber
nicht nur dies.

Gehen wir ruhig einmal einen Schritt weiter. So lange alles gut geht, finden wir in der Arbeit unseren festen Halt. Lob und Beförderung bestätigen uns ja immer wieder, dass wir auf der richtigen Seite sind. Denken wir einfach nur einmal zwei Jahre zurück, als viele Unternehmen
von der Krise durchgerüttelt worden sind. Wie viele Menschen haben in dieser Zeit ihren Arbeitsplatz verloren. Und dann war es auf einmal nicht nur die Finanzkrise, dann kam auch noch eine ausgewachsene Sinnkrise hinzu.

Alles, das was angeblich dem Leben Sinn verliehen hat, war mit einem Federstrich vorbei. Leider endeten viele dieser Sinnkrisen dann auch in Selbsmorden. Und hier will uns unser Predigttext aufrütteln. Wir sollen erkennen, dass unsere Arbeit und Streben nicht alles ist. Sie sind ohne
Zweifel ein wichtiger Teil unseres Lebens, aber eben nicht das wichtigste. Es muss also noch etwas anderes geben. Und dies erkannte:

2. Maria

Augenscheinlich ist Maria ja doch recht faul. Das könnte man so sehen.
Oberflächlich betrachtet mag dies ja auch stimmen, aber wenn wir uns Maria ein wenig näher betrachten, dann erkennen wir, dass etwas anderes dahinter steckt. Maria hat ein Zentrum in ihrem Leben entdeckt. Immer dann, wenn Menschen sich auf den auferstandenen Herrn einlassen, dann
ändert sich etwas in ihrem Leben.

Wie hat es der Liederdichter Reinhard Mey einmal so schön beschrieben:
„Was vorher groß und wichtig erscheint, wird auf einmal nichtig und klein“. Jesus setzt neue Maßstäbe im Leben eines Menschen. Auf dem Thron unseres Herzens sitzen dann nicht mehr wir, sondern unser Herr. In diesem Zusammenhang muss ich einmal etwas los werden, was mir immer
wieder begegnet.

Es geht um Gehirnwäsche. Immer dann, wenn Menschen dem Herrn Jesus begegnen, verändert sich auf dramatische Art und Weise ihr gesamtes Leben. Außenstehende sprechen dann schnell von Gehirnwäsche seitens der Kirche. Um es klipp und klar zu sagen: Jesus betreibt keine Gehirnwäsche. Er betreibt eine Herzenswäsche. Er wäscht unsere von Dreck umgebenen und verhärteten Herzen und macht sie frei für Seine Botschaft. Und wenn wir Seine Botschaft dann in der Klarheit Seines Wortes aufnehmen, dann verändert sich logischerweise ziemlich viel in uns. Aber wir bleiben immer noch wir selbst.

Und dies geschah auch mit Maria. Ihr Herz wurde angerührt von diesem Jesus. Gewiss hatte sie sich vorgenommen, ihrer Schwester zu helfen. Aber irgendwie kam sie nicht von Jesus los. Eine Kleinigkeit sollten wir in diesem Zusammenhang noch beachten. Maria begegnete Jesus nicht auf
Augenhöhe. Nein, sie setzte sich zu Seinen Füßen. Dieses kleine Detail verrät uns, dass Maria ihren Stand als Sünderin erkannt hatte. Sie ging, so würde man heute sagen, vor dem Herrn in die Knie. Und dann lauschte sie ganz gebannt Seinen Worten.

Und dies möchte der Herr auch von uns. Wir sollen eben nicht den Gesetzen der Leistungsgesellschaft gehorchen, sondern Seinen Gesetzen. Wenn wir in unserem Leben unserem Herrn immer und überall die erste Stelle einräumen, dann, liebe Gemeinde, werden wir in Ihm immer einen festen Halt haben. Das bedeutet nicht, dass die Stürme des Lebens nunmehr an uns vorbeiziehen. Nein, es kann sogar das Gegenteil geschehen, dass uns die Stürme des Lebens ganz besonders hart treffen. Aber sie können uns nicht mehr umwerfen, weil wir in dem auferstandenen
Herrn einen festen Halt haben, den uns kein Mensch bieten kann.

Und dieser feste Halt bleibt uns auch nach unserem Tode erhalten, nur können wir Jesus dann in Augenhöhe begegnen und ewige Zeiten mit Ihm verbringen. Lassen wir uns also nicht mehr blenden von dem Glanz und dem Pomp, den die Welt angeblich zu bieten hat. Letztendlich ist dies alles einmal vorbei. Im Angesicht Gottes verliert jedes Bankkonto und jedes auch noch so teure Statussymbol seinen Wert.

Ich möchte an dieser Stelle auch nicht missverstanden werden. Gott hat rein gar nichts gegen eine Arbeitsstelle. Die Früchte der Faulheit können wir alle in den Sprüchen Salomos nachlesen. Nur alles soll seine richtige Priorität bekommen. Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach Seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen, so lesen wir es in der Bergpredigt, die ja auch immer wieder als die Regierungserklärung Gottes bezeichnet wird.

Und dieser Regierungserklärung dürfen wir alle unser vollstes Vertrauen schenken. Und dann können wir auch zustimmen, wenn Jesus zu Marta sagt, dass Maria den guten Weg gewählt hat. Wir können sogar noch einen Schritt weiter gehen. Maria hat den einzig richtigen Weg gewählt.

Und wenn auch wir diesen Weg als den einzig richtigen Weg erkennen, dann können wir voller Inbrunst in den ersten Vers des Liedes von Paul Gerhardt “ Du meine Seele singe…“ einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Du meine Seele singe,
wohlauf und singe schön
dem, welchem alle Dinge
zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben
hier preisen auf der Erd;
ich will ihn herzlich loben,
solang ich leben werd.

Der Herr schenke Dir jeden Tag die Zeit, SEIN Wort zu lesen
Der Herr schenke Dir die Kraft, SEIN Wort in die Tat umzusetzen
Der Herr schenke Dir die Freude, SEIN Wort weiter zu geben

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die folgende Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber