Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Erntedanktag des Jahres 2016. Wie es der Namen schon sagt, geht es heute um das Danken. Wenn wir uns die Altargaben anschauen, dann hat Danken auch etwas mit abgeben zu tun. Und um das Abgeben und die damit verbundenen Probleme geht es auch in unserem heutigen Predigttext, welcher auch als „Paulinische Kollektenrede“ bekannt ist. Wir finden den Predigttext im 2. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 9, die Verse 9-15. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Ich meine aber dies: Wer da kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; und wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen. Ein jeder, wie er’s sich im Herzen vorgenommen hat, nicht mit Unwillen oder mit Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb. Gott aber kann machen, dass alle Gnade unter euch reichlich sei, damit ihr in allen Dingen allezeit volle Genüge habt und noch reich seid zu jedem guten Werk; wie geschrieben steht (Psalm 112,9): “ Er hat ausgestreut und den Armen gegeben; seine Gerechtigkeit bleibt in Ewigkeit.“ Der aber Samen gibt dem Sämann und Brot und Speise, der wird auch euch Samen geben und ihn mehren und wachsen lassen die Früchte der Gerechtigkeit. So werdet ihr reich sein in allen Dingen, zugeben in aller Einfalt, die durch uns wirkt Danksagung an Gott. Denn der Dienst dieser Sammlung hilft nicht allein dem Mangel der Heiligen ab, sondern wirkt auch überschwänglich darin, dass Viele Gott danken. Denn für diesen treuen Dienst preisen sie Gott über eurem Gehorsam im Bekenntnis zum Evangelium Christi und über der Einfalt eurer Gemeinschaft mit ihnen und allen. Und in ihrem Gebet für euch sehnen sie sich nach euch wegen der überschwänglichen Gnade Gottes bei euch. Gott aber sei Dank für seine unaussprechliche Gabe!

Liebe Gemeinde,

Beim Danken bzw. bei der Kollekte stoßen wir im allgemeinen auf drei Bereiche, die wir heute Morgen einmal gemeinsam betrachten wollen:

1. Nehmen und Geben

Viele Gemeinden der ersten Zeit lebten ja in der Hoffnung und der Gewissheit, dass unser Herr recht bald wiederkommt. Demzufolge teilten Sie ihr Vermögen, kümmerten sich auch nicht mehr darum, ihren Lebensunterhalt zu sichern und brauchten ihre Vermögenswerte auf bis schließlich nichts mehr vorhanden war.

Die Korinther hingegen waren besser gestellt. Sie besaßen ein größeres Vermögen, verließen sich vielleicht auch nicht unbedingt auf das schnelle Wiederkehren des Herrn und taten auch etwas, um ihren Lebensunterhalt zu sichern.

Diesen Menschen sagt Paulus nun, dass sie etwas abgeben müssen und zwar denen, die auf Grund falscher Annahmen ihr Vermögen aufgebraucht hatten.

Was würden wir denn heute sagen, wenn ein derartiges Anliegen an uns herangetragen würde ? Die haben einfach schlecht gewirtschaftet, immer aus dem Vollen gelebt und eine gewisse Realitätsferne stellen wir auch fest. Warum sollten wir denen, die alles aus eigener Schuld verprasst haben jetzt auch noch etwas von dem abgeben, was wir uns sauer erarbeitet bzw. erspart haben ? Das wäre doch eine nachvollziehbare Reaktion.

Paulus hingegen fragt nicht danach, ob die in Not geratenen Menschen die Hilfe auch wirklich verdient haben. Paulus geht es um das Abgeben als christlichem Lebensgrundsatz.

Alles, was ich habe, sei es eine gute Ernte, einen tollen Job, ein Supereinkommen, das alles habe ich mir nur vordergründig selber geschaffen. In Wahrheit ist es Gott, der uns dies alles gegeben hat. Wie schnell ist es vorbei mit unserer Arbeitskraft und dann auch mit dem Superjob und dem tollen Einkommen.

Gott gibt uns, damit wir weitergeben können. Das, was ich nicht brauche, soll ich nicht alles an die Seite legen. Nein, liebe Gemeinde, mein Überfluss dient dazu, dem Mangel der anderen abzuhelfen.

Wir müssen es, glaube ich, uns immer wieder in unser Bewusstsein rufen, dass unser Überfluss eben nicht zur Anhäufung unseres eigenen Reichtums bestimmt ist, sondern dass dieser Überfluss zur Minderung der Nöte unserer Mitmenschen bestimmt ist.

2. Das Mehr-Gen

Wir kennen es vielleicht alle: Wir haben ein gut funktionierendes Auto und sind auch ganz zufrieden damit. Dann kauft sich unser Nachbar die neueste Version eines Luxusschlittens. Und schon ist es vorbei mit unserer Zufriedenheit. Wir möchten am liebsten auch so einen Luxusschlitten unser eigen nennen. Und so geht es locker weiter und weiter und weiter.

Letztendlich bestimmen Neid und Gier immer mehr unser gesamtes Leben. Wir drehen uns vor noch um uns selbst und verlieren dabei den Blick für alles andere aus unseren Augen. Wozu hat es denn geführt, dass jeder nur noch an sich und sein Geld dachte, unter anderem doch zu der letzten Finanzkrise. Und im allgemeinen führt dies immer mehr zu ganz massiven Lebenskrisen, nämlich genau dann, wenn die Spirale mal eben nicht mehr weiter nach oben geht. Dann ist sie oftmals erreicht, die Sinnkrise des Lebens.

Jesus zeigt uns diese Gefahr auf und fordert uns auf, umzudenken. Wir sollen uns eben nicht zum Slaven des Besitzes machen. Sollen wir also wie die ersten Gemeinden sorglos in den Tag hineinleben und uns auf unsere Mitmenschen verlassen, die schon für uns sorgen werden? Nein, natürlich nicht.

Aber wir können uns folgende Fragen stellen: Anstelle von „Was fehlt mir noch?“ können wir uns fragen „Was habe ich nicht alles?“. Anstelle von „Wie viel kann ich noch an die Seite legen?“ können wir uns auch die Frage stellen „Wie viel kann ich abgeben?“

Wenn ich mit diesem Betrag anderen Menschen helfen kann, kommt dies immer als Segen zu mir zurück. Dies sagt nicht Ulli Naber, sondern Gott höchstpersönlich unter anderem in Maleachi 3, Vers 10: „Bringt aber die Zehnten in voller Höhe in mein Vorratshaus, auf dass in meinem Hause Speise sei, und prüft mich hiermit, spricht der Herr Zebaoth, ob ich euch dann nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herab schütten die Fülle.“

Um es etwas salopper auszudrücken: Wenn ich dafür sorge trage, dass es meinen Mitmenschen gut geht, wird es mir niemals schlecht ergehen. Ich stehe unter dem direkten Schutz dessen, der Himmel und Erde gemacht hat.

3. Geben ist Mission

Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb. Was ist das eigentlich, ein fröhlicher Geber ? Nun, das ist zunächst einmal jemand, der Gott dafür dankt, dass er von dem, was er im Überfluss hat auch tatsächlich ohne Not etwas abgeben darf.

Wir sollen dem anderen mit Liebe etwas zukommen lassen und nicht so, dass er sich schämen muss, notleidend und auf unser Hilfe angewiesen zu sein. Wir müssen auch nicht für alles eine Spendenquittung haben.

Ein Bekannter von mir, dem es wirtschaftlich recht gut geht, verteilt regelmäßig anonym 50 € in einem Briefumschlag an Familien, wo er weiß oder gehört hat, dass diese das Geld dringend gebrauchen können. Immer ist ein Zettel dabei „Von Gott für Euch“.

Das geht natürlich auch mit geringeren Beträgen. Wenn ich so gebe, also ohne ein Dankeschön zu erzwingen dann mache ich mein Geben und meine Gaben zu das, was sie sein sollten nämlich zu einem rechten Gottesdienst. Und das sollen wir nicht nur heute am Erntedanktag tun, sondern an 365 Tagen im Jahr.

Nach der Höhe des Spendenbetrages gefragt antwortete einmal Pfarrer Paul Deitenbeck wie folgt: „Wenn Du jetzt das Doppelte von dem gibst, was Du dir gerade vorgenommen hast, gibst Du genau die Hälfte von dem, was Gott von Dir erwartet.“

Darum lassen Sie uns Gott zum Abschluss danken mit dem 1. Vers des Erntedankliedes „Die Ernte ist nun zu Ende..“ von Gottfried Tollmann, der da lautet, wie folgt:

Die Ernt ist nun zu Ende, der Segen eingebracht,
womit Gott alle Stände satt, reich und fröhlich macht.
Der treue Gott lebt noch,
man kann es deutlich merken
an soviel Liebeswerken,
drum preisen wir ihn hoch.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Erntedanktag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Erntedanktag des Jahres 2015. Alle Altäre sind geschmückt mit dem, was uns der Herr auch in diesem Jahr an Nahrung geschenkt hat. Grund genug, ihm nicht nur heute Dank zu sagen, für das was wir alles haben und verzehren dürfen. Um
jemandem, der dies nicht verstand, geht es in unserem heutigen Predigttext. Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag im 12. Kapitel des Lukasevangeliums, die Verse 15-21. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Der reiche Kornbauer

Und er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Es war ein reicher Mensch, dessen Feld hatte gut getragen. Und er dachte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun ? Ich habe nichts, wohin ich meine Früchte sammle. Und sprach: Das will ich tun: Ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen, und will darin sammeln all mein Korn und meine Vorräte und will sagen zu meiner Seele: Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat für viele Jahre; habe nun Ruhe, iss, trink und habe guten
Mut ! Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wem wird dann gehören, was du angehäuft hast? So geht es dem, der sich Schätze sammelt und ist nicht reich bei Gott.

Liebe Gemeinde,

wenn ich mir die letzten Worte unseres heutigen Predigttext anschaue, die da lauten: „und ist nicht reich bei Gott“, dann frage ich mich natürlich, was hat er denn falsch gemacht, der reiche Kornbauer, dass es zu diesem Ergebnis kommt ? Gehen wir heute Morgen einmal gemeinsam auf die Fehlersuche; denn ich vermute einmal, dass es unser aller Ziel ist, diese Fehler nicht zu machen.

Unser reicher Kornbauer hat die Blickwinkel des Lebens außer Acht gelassen, er war nur auf sich selber konzentriert. Welche Blickrichtungen genau hat er denn versäumt?

1. Links und rechts

Wer dabei ist, sich seinen Reichtum anzuhäufen, läuft eigentlich immer Gefahr, dass er den Blick für seine Mitmenschen verliert, die sich links und rechts um ihn herum befinden. Häufig ist man dann so mit sich selbst und den auf einen zuströmenden Aufgaben beschäftigt, dass man gar keine Zeit mehr hat für seine Mitmenschen.

Und genau dies möchte Gott nicht. Wie er uns hilft, so sollen auch wir die nicht aus dem Blickwinkel verlieren, die jetzt gerade unserer Hilfe so dringend bedürfen. Ganz aktuell verweise ich einmal auf das Flüchtlingsdrama.

Wir sind in Europa entsetzlich reich. Kein Mensch in Deutschland muss wirklich Hunger leiden. Aber alles, was ich um mich herum höre, sind Botschaften, wie : Das Boot ist voll. Und dergleichen mehr. Wir können, müssen und sollen uns gerade jetzt für diese Ärmsten der Armen einsetzen und ihnen von dem Reichtum abgeben, den wir besitzen.

Wenn ich dann osteuropäische Allianzen sehe, die beim Geldverteilen immer ganz vorn dabei sind, sich jetzt aber betont zurückhalten, dann möchte ich diesen Menschen nur eines zurufen: Gottes Mühlen mahlen zwar langsam, aber vortrefflich fein !!!

Darum wollen wir, die wir heute Morgen hier versammelt sind, denen ein Beispiel sein, die ihr links und rechts aus den Augen verloren haben. Ein jeder mit den Gaben und Fähigkeiten, die ihm Gott mit auf den Weg gegeben hat. Lassen Sie uns dies tun, damit wir am Ende nicht so dastehen, wie er reiche Kornbauer.

2. Oben

An keiner Stelle unseres Gleichnisses lesen wir etwas darüber, wie der reiche Kornbauer seinem Schöpfer und Geber aller Gaben für all das gedankt hat, was er ihm hat zukommen lassen.

Und auch dies ist ein Problem der heutigen Zeit. Geht etwas schief in unserem Leben oder erleiden wir gar einen heftigen Schicksalsschlag, dann sind wir ganz schnell dabei mit Worten wie: „Wie konnte Gott das alles zulassen?“.

Läuft aber alles bombig und können wir einen Erfolg nach dem anderen feiern, dann schlagen wir uns stolz auf die Brust und loben uns selbst mit den Worten, was wir doch für tolle Kerle sind. Und über dieses Eigenlob vergessen wir ganz schnell, dass es nicht nur unsere Leistung war, sondern dass ein noch viel tollerer Kerl seinen Segen dazugetan hat.

Lassen Sie uns also niemals vergessen, dass alles, aber auch wirklich alles, was wir in unserem Leben genießen dürfen, ein Geschenk Gottes an seine Geschöpfe ist. Das fängt im Kleinen an, nämlich schon bei dem täglichen Brot. Liebe Gemeinde, erinnern wir uns doch mal wieder daran, dass es eben nicht selbstverständlich ist, dass wir jeden Tag genug zu essen haben.

Das geht weiter mit der eigenen Familie. Es ist eben keine Selbstverständlichkeit, dass wir eine glückliche Ehe führen und gesunde Kinder haben. Danken wir doch unserem Schöpfer wieder regelmäßig dafür.

Das geht aber auch über unseren eigenen Tellerrand hinaus. Wir haben in Deutschland in den vergangenen Jahrhunderten niemals eine so lange Friedensperiode erleben dürfen, wie wir sie jetzt zur Zeit erleben dürfen. Danken wir unserem Herrn doch auch einmal dafür und beten wir
doch auch wieder regelmäßig für die Menschen die an den führenden Positionen in den Regierungen sitzen, dass Gott ihnen Weisheit bei all ihren Entscheidungen geben möge.

Wenn wir dies wieder tun, dann vermeiden wir auch diesen Fehler des reichen Kornbauern.

3. Unten

Zugegeben, da mag man nicht so gern dran denken, ich meine an die Tatsache des eigenen Ablebens. Aber auch dieser Tag kommt irgendwann auf uns zu. Was hätte der reiche Kornbauer denn tun können, um auch auf diesen Tag gut vorbereitet zu sein ?

Nun, liebe Gemeinde, er hätte tun können, was wir schon alle getan haben, nämlich sein Leben unserem Herrn zu übergeben, alle Sünden zu bereuen und den Herrn bitten können, die Herrschaft in seinem Leben zu übernehmen.

Offensichtlich hat er dies nicht getan. Hätte er dies getan, wäre wohl kaum von Gott der Ratschlag gekommen, größere Scheunen für noch mehr Reichtum zu bauen. Ich denke, von Gott wäre der Vorschlag des vernünftigen Umgangs mit seinem Reichtum gekommen.

An dieser Stelle sei mir ein kleiner Einwurf gestattet: Gott hat überhaupt nichts gegen Reichtum. Er liebt reiche Menschen genau so, wie er arme Menschen liebt. Dass reiche Menschen nicht in den Himmel kommen ist ein derartiger Blödsinn, der sich aber in gewissen christlichen Kreisen nach wie vor hält. Gott liebt also auch reiche Menschen. Was er nicht mag, das ist, wenn wir reichen Menschen, und dazu zähle ich uns alle einmal mit, wenn wir nicht gottgemäß mit unserem Reichtum umgehen.

Aber was genau sollen wir denn tun? Ganz einfach Gott die Herrschaft auch über unseren Geldbeutel zu übertragen. Er wird uns schon zeigen, was wir damit machen sollen. Bei vielen Menschen bleibt nämlich in der Geldfrage Gott gerne außen vor.

Wie könnten wir unsere heutige Botschaft in drei Punkten versuchen zusammenzufassen?

1. Wir müssen zu jeder Zeit mit Gott rechnen
2. Gott allein gebührt unser ganzer Dank für alles in unserem Leben
3. Gottes Regentschaft in unserem Leben lässt sich auch an unserer Bereitschaft des Abgebens erkennen.

Liebe Gemeinde, wenn wir diese Blickwinkel unseres Lebens wieder neu justieren und diesen Blick beibehalten dann sammeln wir uns vielleicht nicht gerade jede Menge Schätze hier auf Erden, aber wir werden unendlich reich bei Gott sein. Und dann müssen wir auch dem Tag und der Stunde nicht mehr furchtsam entgegensehen, wo wir diesen Planeten Erde verlassen und in den Himmel umziehen werden.

Diesen Blickwinkel in Richtung Himmel drückt der Liederdichter Paul Gerhardt sehr schön in dem 6. Vers seines Liedes „Ich bin ein Gast auf Erden…“ (EG 529) aus, der da lautet, wie folgt:

So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt,
doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt.
Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt,
da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird

Der Herr lasse Dich allezeit erkennen, wem Du mit Deiner Hilfe dienen kannst
Der Herr lege Dir stets Dankbarkeit und Demut in Dein Herz hinein
Der Herr lasse Dich stets den Weg erkennen, den Du auf Erden mit ihm gehen sollst

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Erntedanktag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich zum heutigen Erntedanktag des Jahres 2014. Zu einer erfolgreichen Ernte gehört sicherlich die harte Arbeit. Ganz ohne Zweifel. Aber ohne Gebet kann eine noch so harte Arbeit ins Leere laufen. Mit beiden Elementen beschäftigt sich unser heutiger Predigttext, den wir im 13. Kapitel des Hebräerbriefes, die Verse 15-16 finden. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

So lasst uns nun durch ihn Gott allezeit das Lobopfer darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen. Gutes zu tun und mit andern zu teilen vergesst nicht; denn solche Opfer gefallen Gott.

Liebe Gemeinde,

in meiner ländlichen Heimat sieht man sie in diesen Tagen zuhauf vorbeifahren, die vollgeladenen Erntewagen. Glücklich und doch erschöpft sitzen die Erntehelfer meist obenauf und lassen sich nach Hause fahren. Und auch auf den Altären finden wir heute einmal nicht den sonst üblichen Altarschmuck, sondern Früchte und Gemüse. Gegenstände, die die erfolgreiche Ernte repräsentieren sollen.

Auf einem Altar deswegen, weil beides, also das Arbeiten und die Ernte auf der einen Seite, aber auch das Gebet auf der anderen Seite miteinander verbunden sind. Das haben wir ja soeben in unserem Predigttext gehört. Lassen Sie uns am heutigen Erntedanktag darüber ein wenig nachdenken.

1. Das Gebet

Mit unseren Lippen bekennen wir Gott als unseren Schöpfer und Herren.
Das ist zunächst einmal nur eine Worthülse, die nicht allzu viel aussagt. Was steckt also dahinter? Wenn wir Gott als unseren Herrn und alleinigen Schöpfer bekennen, dann drücken wir damit aus, dass wir uns in allen Dingen, auch in den kleinsten Dingen unseres Alltages allein auf ihn verlassen und ihm allein vertrauen.

Als Christen vertrauen wir darauf, dass Gott unser Leben in seinen Händen trägt und wir all unsere Nöte, Sorgen und Probleme loslassen und ihm überlassen können.

Als Christen vertrauen wir auch darauf, dass Gott uns mit allem, was wir benötigen immer und überall versorgt. Stellvertretend sehen wir die Gaben auf dem Altar. Damit zeigen wir, dass alles von Gott her kommt und dass wir einen Teil davon wieder zurückgeben möchten.

Wenn wir uns allein auf unseren Herrn verlassen, dann haben wir es als Christen gar nicht mehr nötig nach Macht, Geld und Ansehen zu streben. Wie viel, liebe Gemeinde ist auf diesen drei Altären Geld, Macht und Ansehen schon geopfert worden. Wie viele Familien sind an diesen Götzen zerbrochen. Und wie viele Menschen haben diese Götzen in ihr Unheil geführt. Davon dürfen wir uns getrost frei machen.

Wenn wir die Gaben auf dem Altar betrachten, dann sind sie das Zeugnis dessen, dass uns Gott zur rechten Zeit, das rechte hat tun lassen. Die Welt mag dies alles vielleicht „Zufall“ nennen. Wir nennen es Gottes Führung.

Und an dem heutigen Tage möchten wir Gott dafür danken, dass er uns auch für das nächste Jahr wieder mit genügend Nahrungsmitteln und allem, was wir zum Leben benötigen, gesegnet hat.

2. Die Arbeit

Wir wollen an dieser Stelle nicht vergessen, dass zu einer erfolgreichen Ernte auch ein gerüttelt Maß an Arbeit gehört. Gott lässt es zwar wachsen und gedeihen, aber in die Scheunen einfahren das müssen wir schon selber.

Aber auch die Arbeit kann ein Gottesdienst sein, wenn wir sie als Gottesdienst ausgestalten. Dies erwartet nämlich unser Herr von uns. Nicht nur am heutigen Erntedanktag, sondern an 365 Tagen im Jahr.

Gott erwartet, dass wir unseren Gebeten auch Taten folgen lassen. An den Taten, liebe Gemeinde, sollen uns unsere Mitmenschen erkennen. Unsere Taten sollen sie aufhorchen lassen und neugierig machen auf uns und auf unsere gute Botschaft.

Was verstehen wir denn nun unter Taten ? Nun, das lesen wir in unserem heutigen Predigttext, nämlich Gutes tun und teilen.

Stellvertretend sehen wir auf dem Altar einen Bruchteil unserer Ernten diesen Jahres. Wir bringen sie als eine Art Danksagung zu Gott zurück. Aber die Gaben sollen uns auch daran erinnern, dass wir von dem, was wir haben auch abgeben sollen.

Denken wir nur an die Nöte der Menschen im Irak oder in Syrien. Wir merken dann ganz schnell, wie gut es uns doch geht. Mit einem „Danke Gott, dass es mir so gut geht“ ist es aber nicht getan. Gewiss, wir dürfen es auch genießen, dass es uns gut geht, wir müssen uns dessen nicht schämen. Das meinen ja einige christliche Gruppierungen. Das ist natürlich völlig unbiblisch. Aber wir sind aufgefordert, von unserem Wohlstand abzugeben.

Geben wir doch von dem ab, womit uns unser Herr so großzügig gesegnet hat. Geben wir doch dem, der Hunger und Durst hat, etwas von unserem Überfluss ab. Wenn wir nur 10 % dessen, was wir sonst für die berühmte „hohe Kante“ vorgesehen haben abgeben, dann können wir ein gutes Stück
weit, dem Hunger und dem Elend dieser Welt Paroli bieten.

Noch mehr Gutes können wir tun, wenn wir anderen Menschen von Gott, seiner Macht und seiner Kraft und seiner Liebe zu uns Menschen berichten und auch diese Menschen dazu bringen, es uns nachzutun.

Fangen wir doch gleich heute am Erntedanktag damit an.

Unseren Dank an unseren Herrn drückt der Liederdichter Martin Rickart
sehr schön in dem 1. Vers seines Liedes : „Nun danket alle Gott…“ aus, der da lautet, wie folgt:

Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen,
der große Dinge tut an uns und allen Enden,
der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an
unzählig viel zu gut bis hierher hat getan.

Der Herr erhöre alle Deine Gebete für Deine Mitmenschen
Der Herr helfe Dir, allen Deinen Mitmenschen Gutes zu tun
Der Herr mache Dein Herz frei zum Teilen mit Deinen Mitmenschen

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Erntedanktag und einen guten Start in die neue Herbstwoche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag zum Erntedankfest.
Ich wohne ja in einer ländlichen Umgebung, die von der Landwirtschaft geprägt ist. Den Altar zieren die Früchte des Feldes, die von den Landwirten liebevoll dort platziert worden sind. Überhaupt wird nahezu der ganze Gottesdienst von den Landwirten gestaltet. Dankbar für die Schätze, die ihnen der Herr auch dieses Jahr wieder beschert hat, übernehmen sie gern diesen Part. Um den dankbaren Umgang mit dem, was uns der Herr beschert hat und wie wir damit umgehen sollen, darum geht es in unserem heutigen Predigttext.

Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag bei Matthäus im 6. Kapitel, die Verse 19-23. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der Rost fressen und wo die Diebe einbrechen und stehlen. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen und wo die Diebe nicht einbrechen und stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. Das Auge ist das Licht des Leibes. Wenn dein Auge lauter ist, so wird dein ganzer Leib licht sein. Wenn aber dein Auge böse ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis sein.

Liebe Gemeinde,

das Thema des heutigen Sonntags lautet: Irdische Schätze – Himmlische Schätze.
Lassen Sie uns diese beiden Schätze einmal etwas näher betrachten.

1. Irdische Schätze

Materieller Reichtum, das fällt uns sicherlich sofort bei irdischen Schätzen ein. Ist nun Reichtum auf Erden per se schlecht ?

Nein, das meint Jesus an dieser Stelle nicht. Wenn wir uns den Predigttext ganz genau ansehen, dann steht dort: Ihr sollt nicht Schätze SAMMELN auf Erden.

Heute ist Erntedanktag. Auch die Landwirte haben ihre Schätze gesammelt und in die Scheunen eingefahren. Aber nicht, um sie für sich zu behalten, sondern um sie weiter zu verwerten und sie anderen zukommen zu lassen.

Dies meint Jesus auch mit dem irdischen Reichtum Wir sollen ihn nicht für uns anhäufen und einfach liegen lassen. Immer mehr und mehr und noch mehr. Nein, wir sollen den Reichtum auch verwerten.

Wer nur sein Geld auf dem Konto liegen lässt und sich über den Ertrag freut, der macht genau das, was Jesus anprangert. Allein derjenige, der sich ein Auto von seinem Reichtum kauft, der unterstützt ja schon seine Mitmenschen, indem er auch ihren Arbeitsplatz sichert.

Wir sollen also keinen Reichtum ansammeln, sondern ihn sinnvoll einsetzen und wieder in Umlauf bringen, damit möglichst viele Menschen, wenn auch nur indirekt, davon profitieren können.

Bei allem “ In Umlauf bringen“ müssen wir aber immer wieder einer Tatsache in’s Auge sehen: Zum Zeitpunkt unseres irdischen Todes müssen wir all unsere Schätze hier auf Erden zurücklassen. Von jetzt auf gleich haben wir nichts mehr von all unserem Geld, unserem tollen Haus, dem Luxussportwagen und all den anderen Gütern, die wir angesammelt haben.

Es gibt aber Schätze, die weit über diese unsere Welt hinausgehen. Der Herr Jesus fordert uns auf, gerade in diese Schätze zu investieren. Das sind:

2. Die himmlischen Schätze.

Wenn uns unser Herr auffordert, Schätze im Himmel zu sammeln, dann könnte man gleich wieder auf die Werkgerechtigkeit kommen. Müssen wir uns den Himmel erst verdienen, indem wir möglichst viele Punkte sammeln ? Das hört sich ja fast danach an.

Nein, liebe Gemeinde, den Himmel müssen und können wir uns auch gar nicht verdienen. Schätze im Himmel zu sammeln lohnt sich doch nur, wenn ich sicher bin, dass ich auch dort hinkomme. Ansonsten wären diese Schätze zum Zeitpunkt meines Ablebens ja auch verloren. Die Rede Jesu richtet sich also an die Menschen, die ein Ja zu THM sagen.

Worum geht es dann also konkret ? Das lesen wir im 2. Korintherbrief, Kapitel 5, Vers 10:
„Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er getan hat bei Lebzeiten, es sei gut oder böse.“

Ähnliche Hinweise auf Belohnungen im Himmel finden wir auch in etlichen anderen Büchern der Bibel. Für unsere himmlischen Schätze, die wir hier auf Erden sammeln, werden wir also einen himmlischen Lohn empfangen. Wie der Lohn denn aussieht, das werde ich häufig gefragt. Das weiß ich auch nicht, aber ich vermute wir werden mehr als überrascht sein, wenn wir ihn erhalten. Jetzt bleibt nur noch die Frage zu beantworten: Was sind denn eigentlich himmlische Schätze ?

Lassen Sie uns in aller Kürze einige davon, die wir übrigens samt und sonders in der Bibel finden, anschauen:

Lieben
Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst. Tun wir das wirklich ? Lieben wir auch dann noch, wenn uns Ignoranz entgegengebracht wird. Lieben wir auch dann noch unseren Nächsten, wenn uns dieser verspottet und lächerlich macht ? Wir sollten es !!!

Teilen
Teilen wir wirklich unser Hab und Gut und geben denjenigen davon großzügig ab, die wesentlich weniger haben als wir ? Oftmals handeln die Menschen doch nach dem Motto: Erst komm ich und dann komm ich und dann kommst du noch lange nicht. Ich denke, mit dieser Haltung sammeln wir uns keine Schätze im Himmel.

Vergeben
Vergeben wir denen, die uns geschadet haben oder die uns in irgendeiner Art und Weise weh getan haben ? Meist sind es doch niedere Rache- und Vergeltungsgedanken, die uns dann antreiben. Himmlische Schätze sammeln wir aber nur, wenn wir vergeben. So ganz nebenbei bemerkt: Wenn wir aus tiefstem Herzen vergeben, dann lösen sich alle Vergeltungsgedanken in Luft auf.

Schützen
Treten wir eigentlich für den Schutz der Menschen ein, die nicht für sich selber handeln können. Achten wir darauf, dass diese Menschen nicht von anderen Menschen übervorteilt werden ? Wir tun gut daran, wenn wir diese Tugend wieder mehr achten. Mit jedem Engagement für einen schutzbedürftigen Mitmenschen wird unser Schatz im Himmel immer größer.

Bewahren
Gott hat uns auch den Auftrag gegeben, Seine Schöpfung zu bewahren.
Was bedeutet das eigentlich ? Nun, das will sagen, dass wir diese Schöpfung nicht „ausschöpfen“ sollen bis alles verbraucht ist. Bewahren heißt, ich nutze die Schöpfung, aber wenn ich sie verlasse, gebe ich sie mindestens so zurück, wie ich sie vorgefunden habe.

Wir reden soviel von Nachhaltigkeit. Halten wir wirklich nach, was wir tun ? Sollten wir aber. Denken wir nur an den Schatz im Himmel.
Es gibt sicherlich noch viele andere Möglichkeiten, wie wir uns Schätze im Himmel erwerben können. Aber über eines müssen wir noch kurz reden nämlich über:

3. Die Motivation

Schätze im Himmel können wir nur sammeln, wenn wir dies mit der rechten Motivation tun. Überall wo hinter den soeben genannten „Tätigkeiten“ Eigennutz dahintersteht hat dies nichts mehr mit dem Sammeln eines himmlischen Schatzes zu tun.

Zählen Sie bitte jetzt mit mir zusammen 5 Buchstaben mit den Fingern ab:
D, I , A, F , J.

Das bedeutet: Do, It, All, For, Jesus. Mit dieser Einstellung sammeln wir uns Schätze im Himmel, wenn wir also das, was wir tun für IHN tun.

Das ist alles andere als einfach, aber ein einfaches Christentum hat uns unser Herr auch nicht versprochen. Die Landwirte hatten es während der Ernte auch nicht einfach, bis sie ihre Schätze in die Scheunen eingefahren hatten. Aber es ist auch nicht so schwer, dass wir es nicht schaffen können. Vertrauen wir darauf, dass uns unser Herr stets auf dem rechten Wege leiten wird.

Ein klein wenig über unseren zukünftigen Schatz im Himmel erfahren wir in dem 11. Vers des Liedes: „Befiehl du deine Wege…“ von Paul Gerhardt, der da lautet, wie folgt:

Wohl dir, du Kind der Treue, du hast und trägst davon,
mit Ruhm und Dankgeschreie, den Sieg der Ehrenkron;
Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand,
und du singst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt.

Der Herr erfülle Dein Herz mit Liebe, die Du an Deine Mitmenschen weitergeben kannst
Der Herr gebe in Dein Herz die Kraft der Vergebung, damit Du damit SEINE Liebe in die Tat umsetzen kannst
Der Herr erfülle Dein Herz bei der Sammlung der Himmelsschätze stets mit göttlicher Freudigkeit

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und eine tolle neue Woche. Gott gebe Ihnen die Kraft, möglichst viele Himmelsschätze sammeln zu dürfen.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag, dem Erntedanktag des Jahres 2012. Festlich geschmückt mit den Früchten des Feldes, so präsentieren sich heute deutschlandweit die Altäre in unseren Kirchen.
Grund genug, unserem Schöpfer Dank zu sagen, wenn man sich die üppige Ernte betrachtet, die er uns auch dieses Jahr geschenkt hat. Bevor wir über den heutigen Tag näher nachdenken, lassen Sie uns zuvor den Predigttext für den heutigen Erntedanktag gemeinsam lesen. Wir finden den Predigttext im 1. Timotheusbrief, Kapitel 4, die Verse 4-5:

Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird; denn es wird geheiligt durch das Wort Gottes und Gebet.

Liebe Gemeinde,

ich glaube, unseren Predigttext müssen wir heute einmal zwischen den Zeilen lesen, denn er birgt so einiges in sich, was uns vielleicht abhanden gekommen ist. Wir nähern uns ja nun mit Riesenschritten dem Ende des Kirchenjahres. Und auch der Dank kommt am Ende des ewigen göttlichen Kreislaufes. Lassen Sie uns doch heute einmal diesen ewigen göttlichen Kreislauf ein wenig näher betrachten im Hinblick auf seine Bestandteile. Schauen wir ruhig ein wenig über den Tellerrand, sprich über den heutigen Tag hinaus, und wir werden sehen, dass eigentlich jeder Tag ein Erntedanktag ist.

1. Bitten

Nimm dir, was du kriegen kannst. So hören wir es doch an allen Ecken und Enden. Und genau damit beginnt die ganze Sache schon in eine Schräglage zu geraten. Wir sollen uns nicht einfach nehmen, was uns gefällt, sondern wir sollen unseren Herrn vorher bitten.

Die Bitte ist auch gleichzeitig ein Zeichen von Demut. Demut, die anerkennt, dass ich von Gott alles erbitten aber nichts zu beanspruchen habe. Wenn Gott mir nicht das gibt, worum ich ihn bitte, dann hält er etwas viel wunderbareres für mich bereitet. Darauf muss ich mich immer wieder besinnen.

Nehmen wir doch einfach mal die Wahl des Ehepartners. Wer bittet denn heute noch Gott, er möge ihm einen Partner an seine Seite stellen? Kaum noch einer. Und dann wundert sich ganz Deutschland, warum jede zweite Ehe wieder geschieden wird.

2. Warten und Empfangen

Heute muss ja alles immer sofort und gleich geschehen. Dieses Anspruchsdenken verlagern wir gerne aus dem beruflichen auch in das private Leben hinein. Und dann sind wir auch gleich wieder bei dem ersten Punkt. Wenn wir nicht warten können, dann nehmen wir uns, was wir kriegen können. Und diese ist selten die erste Wahl.

Kommen wir doch wieder dahin zurück, dass wir alles was wir erbittten in Gottes Hände legen und dann in aller Ruhe abwarten, was geschieht.

Wissen Sie eigentlich, was der Grundgedanke des Abwartens ist ? Wir geben unsere Zeit aus unseren Händen und legen sie voller Vertrauen in die Hand Gottes. Im Vertrauen darauf, dass er alles zur rechten Zeit am rechten Ort richtig macht, müssen wir nicht mehr wie die aufgescheuchten Hühner durch unser Leben laufen und von einem Event zum anderen hetzen.

Wenn wir unsere Zeit aus unseren Händen legen, dann, liebe Gemeinde, können wir auch wieder Gottes großartige Führung erkennen und spüren. „Meine Zeit steht in deinen Händen“, dies muss nicht erst über unserer Traueranzeige stehen. Dies sollte eigentlich über unserem ganzen Leben
auf dieser Erde stehen.

Nach dem Warten kommt das Empfangen. Nur wer stille und ruhig vor Gott wird, der kann auch erkennen, was Gott ihm alles schenken will. Wenn wir abgehetzt durch unser Leben hechten, dann werden wir die Geschenke Gottes für unser Leben achtlos am Wegesrand liegen lassen, ohne sie
überhaupt zu bemerken. Also lassen Sie uns alle wieder zur Ruhe kommen vor unserem Schöpfer.

3. Danken

Mit unserem Dank drücken wir aus: Es gibt jemanden, dem wir das alles zu verdanken haben. Es gibt jemanden, dem wir die Gaben auf dem Altar zu verdanken haben. Es gibt jemand, dem wir unseren Wohlstand zu verdanken haben und es gibt jemanden, dem wir alles, was mit uns geschieht zu verdanken haben. Wir anerkennen mit unserem „Danke“, dass es eben nicht selbstverständlich ist, dass wir die Gaben die auf dem Altar liegen, auch genießen und verspeisen dürfen. Ein paar tausend Kilometer südlich von uns ist dies noch lange nicht selbstverständlich.

Gott will, dass es seinen geliebten Kindern gut geht. Er beschenkt uns mit soviel in unserem Leben. Ist es da nicht an der Zeit, ihm jeden Tag für alles zu danken was aus seiner Hand kommt?

Übrigens auch das, was wir persönlich als Leid empfinden, kommt letztendlich aus seiner Hand. Er schenkt uns die Kraft, dass wir an dem Leid nicht zerbrechen, sondern gestärkt aus dem Leid hervorgehen. Auch ein Aspekt, so finde ich, über den man ruhig einmal am Erntedanktag
nachdenken kann. Soll ich nun auch noch dankbar sein, für alles Leid, was mir widerfahren ist ? Nein, natürlich nicht, aber für die großartige Führung Gottes, die uns durch alles Leid hindurchführt, dafür dürfen wir unserem Herrn und Heiland danken. Und das nicht nur am heutigen Tage, sondern jeden Tag, unser ganzes Leben lang. Lassen Sie uns also nicht nur einmal im Jahr den Erntedanktag feiern. Lassen Sie uns jeden Tag Gott danken für alles was wir in unserem Leben an Lebensfrüchten ernten dürfen.

Danken dürfen wir dem Herrn nicht nur mit Gebet, sondern auch mit unserem Gesang, z.B. mit dem ersten Vers des Liedes von Paul Gerhardt „Du meine Seele singe….“, der da lautet, wie folgt:

Du meine Seele singe, wohlauf und singe schön
dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd;
ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd.

Es segne und behüte Dich der Vater, der dich geschaffen hat
Es segne und behüte Dich der Sohn, der dich erlöst hat
Es segne und behüte Dich der Heilige Geist, der alle Zeit bei Dir ist

Liebe Gemeinde,
ich wünsche Ihnen noch einen schönen restlichen Sonntag. Genießen Sie von allen Gaben, die Ihnen unser Herr geschenkt hat und bleiben Sie wohlbehütet bis zum nächsten Sonntag.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr
Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am diesjährigen Erntedanktag. Die Altäre sind voll mit den Erntegaben, die uns der Herr auch dieses Jahr wieder beschert hat. Wenn ich mir diese ganzen Gaben betrachte, dann muss ich unweigerlich daran denken, dass mit Gaben immer auch
Auf-Gaben verbunden sind. Und um diese Aufgaben geht es in unserem heutigen Predigttext.
Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag bei dem Propheten Jesaja im 58 Kapitel, die Verse 7-12. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe in’s Haus ! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut ! Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Heilung wird schnell voranschreiten, und deine
Gerechtigkeit wird vor dir hergehen, und die Herrlichkeit des Herrn wird deinen Zug beschließen. Dann wirst du rufen, und der Herr wird dir antworten. Wenn du schreist, wird er sagen: Siehe, hier bin ich. Wenn du in deiner Mitte niemand unterjochst und nicht mit Fingern zeigst und nicht übel redest, sondern den Hungrigen dein Herz finden lässt und den Elenden sättigst, dann wird dein Licht in der Finsternis aufgehen, und dein Dunkel wird sein wie der Mittag. Und der Herr wird dich immerdar führen und dich sättigen in der Dürre und dein Gebein stärken. Und du wirst sein wie ein bewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, der es nie an Wasser fehlt. Und es soll durch dich wieder aufgebaut werden, was lange wüst gelegen hat, und du wirst wieder aufrichten, was vorzeiten gegründet ward; und du sollst heißen: „Der die Lücken zumauert und die Wege ausbessert, dass man da wohnen könne“.

Liebe Gemeinde,

wer mich kennt, der weiß, dass ich auch im privaten Gespräch mindestens einmal auf den Glauben zu sprechen komme. Ich will niemanden zwangsevangelisieren, mich interessiert nur, was die Menschen so ganz allgemein über den Glauben, die Bibel und den Gottesdienst denken. Das sind manchmal recht spannende Gespräche. Immer wieder begegne ich Menschen, die mir sagen: „Die Bibel ist so schwer zu verstehen, und das Alte Testament ist erst recht nicht zu begreifen und im Gottesdienst verstehe ich überhaupt nichts. Meist kommt dann noch der altbekannte Scherz:
„Unser Pfarrer ist wunderbar, sechs Tage in der Woche sieht man ihn nicht und am siebten Tage versteht man ihn nicht.“

Nachdem wir dann einmal gemeinsam über den Scherz gelacht haben, nehme ich meist den heutigen Predigttext, um folgendes aufzuzeigen:

1. Die Bibel ist sehr wohl verständlich, manche wollen sie nur nicht verstehen
2. Das Alte Testament ist auch kein Buch mit sieben Siegeln
3. Der rechte Gottesdienst beschränkt sich nicht auf den Sonntag

Und über den dritten Punkt lassen Sie uns am heutigen Sonntag ein wenig näher nachdenken. Wenn wir uns den Predigttext noch einmal genauer anschauen, dann geht es in ihm um den rechten Gottesdienst, nämlich das Teilen. Das Teilen der Gaben, die wir von unserem Herrn geschenkt
bekommen haben, ist also unsere Aufgabe als Christen schlechthin.

Daher liegen diese Gaben auch heute auf dem Altar. Sie sollen uns immer wieder in’s Gedächtnis rufen, dass nicht wir es sind, die diese Früchte haben wachsen lassen, sondern dass es der Herr war, der sie uns beschert hat. Mit diesen Gaben sind daher auch ganz bestimmte Verpflichtungen verbunden. Die größte Pflicht ist die Pflicht des Teilens. Was sollen wir denn teilen, das Obst auf dem Altar ? Nein, liebe Gemeinde, dieses Obst versinnbildlicht nur, dass alles, was wir haben und sind allein von unserem Herrn kommt.

Ich glaube es sind drei Teil-Aspekte, die den rechten Gottesdienst außerhalb des Gotteshauses ausmachen.

1. Essen

Wenn ich mir den reich geschmückten Altar anschaue und gleichzeitig an den Hunger in Somalia und Kenia denke, dann wird es mir ganz schön komisch in der Magengegend. Und wenn ich dann noch abends im Fernsehen zuschauen muss, wie überproduzierte Nahrungsmittel nicht etwa an
Bedürftige verteilt werden, sondern systematisch vernichtet werden, dann kommt mir die erste Aufforderung des Predigttextes in den Sinn: „Brich dem Hungrigen dein Brot.“

Ja liebe Gemeinde, das ist eine unserer Pflichten. Wir sollen dafür sorge tragen, dass die Hungrigen dieser Welt genügend Nahrungsmittel erhalten. Früher, ja da war das noch einfach. Die hungrigen Menschen konnte man noch direkt beschenken oder zu sich einladen. Aber heutzutage da liegen die „Hungerzentren“ doch tausende Kilometer von uns weg. Wie soll ich da noch helfen ? Ganz einfach, indem wir Augen und Ohren offen halten und nach Möglichkeiten schauen, wo wir helfen können.

In nahezu jeder Universitätsstadt gibt es häufig durch Studenten aus Afrika gegründete Hilfswerke, die direkt vor Ort helfen. Dort können wir sicher sein, dass unsere finanziellen Mittel auch direkt ankommen. Und wer weiß, vielleicht erreicht auch den ein oder anderen unter uns der Ruf unseres Herrn direkt nach Afrika ?

Wichtig ist allein, dass wir helfen und nicht wie wir helfen. Jesaja sagt uns, dass Gott nur eines nicht will, nämlich dass wir die Augen vor bestehenden Nöten verschließen.

2. Zeit

Es gibt etwas, was wir teilen können ohne dabei irgendwelche materiellen Verluste erleiden zu müssen. Es ist Zeit. Auch die Zeit wird uns von unserem Herrn geschenkt. Und Er erwartet zurecht, dass wir mit diesem wertvollen Geschenk behutsam und sorgsam umgehen. Wenn Jesaja schreibt
„Entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut“ dann will er uns daran erinnern, dass wir uns auch was die Zeit anbelangt, nicht unserem Nächsten entziehen sollen.

Wissen Sie, wie sehr sich ein einsamer oder kranker Mensch freut, wenn er spürt, dass auch an ihn noch gedacht wird ? Gewiss, wir haben alle mehr als genug zu tun. Nicht wenige von uns müssen mittlerweile zwei Berufe ausüben, um irgendwie noch so gerade eben über die Runden zu kommen. Und doch sollten wir nicht alle Zeit dem Erwerbsleben widmen. Wir sind soziale Wesen, die nicht isoliert leben können. Wer sein ganzes Leben lang nur auf das Geldverdienen ausrichtet, der wird irgendwann griesgrämig, ungenießbar und einsam werden.

Lassen wir es doch gar nicht so weit kommen. Nehmen wir uns doch etwas Zeit für unsere Nächsten. Es sind nicht die großen Pläne, die zählen, sondern die kleinen Dinge, die tatsächlich von Herzen getan werden. Stellen wir doch unserem alten Nachbarn die Mülltonne heraus, wenn er
eigentlich „dran“ ist. Übernehmen wir doch einmal die Flurwoche von unserer Mitbewohnerin, von der wir wissen, dass sie es nur mit großen Mühen machen kann.

Alles kleine Dinge, liebe Gemeinde, womit wir dem anderen zeigen: „Du bist mir nicht egal, du bist mir wichtig.“ Wenn wir dies machen, dann erfüllen wir das Gesetz Christi, wie es im Galaterbrief steht: „Einer trage des anderen Last, so werdet Ihr das Gesetz Christi erfüllen.“

3. Hoffnung

Und schließlich gibt es noch etwas, was wir teilen können, es ist die Hoffnung. Die Hoffnung, die uns durch all unsere Nöte hindurchträgt, diese Hoffnung dürfen wir auch mit den Menschen teilen, die um uns herum Not leiden.

Jesaja führt beispielhaft die Obdachlosen an. Doch auf diese Not ist die Hoffnung nicht beschränkt. Denken wir nur an Menschen die arbeitslos geworden sind. Menschen, deren Lebensbild auf einmal in eine ganz gewaltige Schieflage gekommen ist. Gerade diesen Menschen sollen wir von der Hoffnung erzählen, die auch uns in ähnlich schwierigen und manchmal sicherlich aussichtslosen Situationen getragen hat.

Fangen wir doch gerade diese Menschen wieder auf, die im Begriff sind ganz tief zu fallen. Und achten wir besonders auf die, die schon ganz tief gefallen sind. Diesen Menschen können wir mit dem Teilen der Hoffnung wieder Mut machen, nach vorne zu sehen und einen Neuanfang zu wagen. Nur wo noch Hoffnung ist oder wieder entsteht, da kann man sich auch wieder aufraffen. Ist es nicht wunderbar, dass wir Menschen helfen dürfen, die hoffnungslos geworden sind ?

Wir sehen, es gibt auch außerhalb des Gotteshauses jeden Tag einen rechten Gottesdienst, den wir ausüben können, sollen und dürfen. Schließen möchte ich mit den Worten eines bekannten Predigers, der da sagt:
„Der Weg zur Vollkommenheit führt über Gott. Der Weg zu Gott führt über den Nächsten.“

Und weil der Nächste draußen vor der Kirchentür wartet, geht der rechte Gottesdienst auch gleich weiter, wenn wir diese Räume verlassen. Nehmen wir uns doch dies zu Herzen und gehen wir mit dieser Weisheit frohen Mutes und voller Tatendrang in die neue Woche.

Und lassen Sie uns immer wieder daran denken, dass, wenn alle Menschen nur eine Kleinigkeit dessen tun, was uns der Prophet anempfiehlt, dass dann am Ende ein ganz gewaltiges göttliches Werk dabei herauskommt.

Daran erinnert uns auch das Lied von Manfred Siebald „In’s Wasser fällt ein Stein…“ dessen erster Vers lautet, wie folgt:

In’s Wasser fällt ein Stein, ganz heimlich still und leise;
Und ist er noch so klein, er zieht doch weite Kreise.
Wo Gottes große Liebe in einen Menschen fällt,
da wirkt sie fort in Tat und Wort hinaus in unsre Welt.

Der Herr lehre Dich das rechte Teilen, dann wirst Du erkennen,
dass auch Du niemals einen Mangel erleidest
Der Herr schenke Dir Zeit für Deine Mitmenschen und wirst mehr als genug Zeit für Dich haben
Der Herr gebe Dir die Kraft, Deine Hoffnung mit anderen Menschen zu teilen und Du wirst erleben, wie der Herr Dich führen, begleiten und leiten wird

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag. Ich grüße Sie alle recht herzlich und verabschiede mich bis zum nächsten Sonntag.

Ihr

Ulrich Naber

Liebe Lesergemeinde!
Ich grüße Sie herzlich am 17. Sonntag nach Trinitatis,
der zugleich Erntedanksonntag ist.
Das Predigtwort für den Erntedanksonntag steht im
2.Korintherbrief, im 9.Kapitel, in den Versen 6 – 15:²

„Ich meine aber das: Wer da kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; und wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen. Ein jeglicher nach dem Willen seines Herzens, nicht mit Unwillen oder aus Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb. Gott aber kann machen, daß alle Gnade unter euch reichlich sei, damit ihr in allen Dingen allewege volle Genüge habt und noch reich seid zu jedem guten Werk; wie geschrieben steht (Ps 112,9): „Er hat ausgestreut und gegeben den Armen; seine Gerechtigkeit bleibt in Ewigkeit.“ Der aber Samen reicht dem Säemann und Brot zur Speise, der wird auch euch Samen reichen und ihn mehren und wachsen lassen die Früchte eurer Gerechtigkeit. So werdet ihr reich sein in allen Dingen, zu geben in Lauterkeit, welche durch uns wirkt Danksagung an Gott. Denn die Handreichung dieses Liebeswerkes füllt nicht allein den Mangel der Heiligen aus, sondern ist auch überschwenglich darin, daß viele Gott danken. Denn für diesen treuen Dienst preisen sie Gott über eurern Gehorsam im Bekenntnis zum Evangelium Christi und über die Lauterkeit eurer Gabe an sie und an alle. Und in ihrem Gebet für euch verlangen sie nach euch um der überschwenglichen Gnade Gottes willen bei euch. Gott aber sei Dank für seine unaussprechliche Gabe!“

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
Wir freuen uns über die zum Erntedankfest geschmückte Kirche, die uns einlädt, Gott zu danken.

Und doch möchte ich Euch fragen:
Wann hast Du Gott das letzte Mal für Deine Ernte gedankt?
War es am Erntedankfest des Vorjahres?
War es, als Du in diesem Jahr das Getreide oder die Kartoffeln eingefahren, als Du Deinen Garten abgeerntet hast?
War es am Abendbrottisch Deiner Familie oder beim Einkauf im Supermarkt?

Jeder Tag kann ein Erntedanktag für Dich sein.
Auch wenn Du persönlich nicht mit Saat und Ernte zu tun hast, lebst Du von den Gütern der Ernte. Darüber hinaus empfängst Du täglich viele Gnadengaben Gottes, die der Herr in Deinem Leben zur Frucht und Ernte heranreifen lassen will. Wo diese Gaben zu Früchte werden, können sie Dich bewegen, Gott zu danken.

Sieh Dich um und schau in den alltäglichen Lebensmitteln Gottes Gnadengabe!

Doch Gott will Dir noch mehr zum Leben geben: ER gibt Dir SEIN Wort und SEIN Sakrament als Brot zum Leben. Darin empfängst Du die ganze Liebe Gottes, die sich Dir in Jesus ganz persönlich zuwendet. Empfange Gottes Wort und Sakrament, damit sie durch Jesus bei Dir Früchte der Liebe Gottes werden, die Du im Gottesdank weiterreichen kannst.

Unter der Pracht von Blumen und Früchten vorm Altar erinnern mich die Kartoffeln an Zeiten, da in den Gärten Kartoffelfeuer brannten. Im Feuer des abgetrockneten Katoffelkrauts wurden Kartoffen geröstet. Besonders in den Zeiten des Hungers war das mehr als eine angenehme Abwechslung. Und so stieg mit Dem Rauch unser Herzensdank zu Gott empor.

Und wenn ich die Ähren sehe, spüre ich die Getreidekörner in meiner Hand. Ich werde an Zeiten erinnert, wo es mühevoll war, Ähren auf abgeernteten Feldern zu suchen. Doch ich erinnere mich auch an die Freude über die Körner in meiner Hand, nachdem ich sie ausgeschlagen und der Wind sie mir vom Spreu befreit hatte. Es fiel mir nicht schwer, Gott vom Herzen zu danken, denn die Körner waren für mich Hoffnung auf Mehl und Brot für die kommenden Tage.

Viele unter uns haben solche Zeiten nicht erlebt. Doch wir alle leben von Ernte, von Ernte hier vor Ort und von Ernte in anderen Ländern.
– Wir sind eingeladen, denen zu danken, die sich um Ernte gemüht haben!
– Wir sind eingeladen, Gott zu danken, der das Mühen um Ernte zur Frucht werden
ließ!
– Wir sind eingeladen, auf die eigenen Früchte unseres Lebens zu schauen!

Gottes Wort sagt uns:
„Was der Mensch sät, das wird er ernten“ (Gal 6,7).
Wer die Gaben der Liebe Gottes in seinem Leben für sich behält, wird ein leeres Herz und leere Hände ernten. Unzufriedenheit wird die Freude seines Lebens zerstören. Wenn aber die Liebe Gottes die Hände und das Herz öffnet, empfängt man Freude, die zum Danken bringt und die Tage erfüllt.

Unser Predigtwort sagt uns:
„Wer da kärglich sät, der wird auch kärglich ernten, und wer da sät in Segen, der wird auch ernten in Segen.“

Der Apostel sagt im zweiten Teil nicht:
wer da reichlich sät, sondern „wer da sät im Segen“.

Nicht die Menge des Weitergegebenen ist entscheidend, sondern dass wir die empfangenen Gaben im Geiste Gottes weitergeben, dass Menschen darin Gottes schenkende Liebe erkennen können.

Dann wird es mehr bewirken, als leibliche Not zu lindern. Die Herzen der Menschen werden dem gnädigen schenkenden Gott begegnen. Darum sollten unsere Gaben an die Notleidenden dieser Welt nicht nur ein Teil empfangener irdischer Güter sein, sondern zugleich die rettende Botschaft Gottes, wie sie uns in Jesus Christus begegnet. – Denn Jesus Christus ist das wahre Brot des Lebens!

Durch Jesus empfangen Menschen das Entscheidende für ihr Leben
– für hier und für die Ewigkeit!

In der Annahme Jesu als Herrn, wird Gott geehrt, werden Menschen zum Dank und zum Lobpreis Gottes geführt!

Das geschieht auch in unserer Zeit. Das möchte auch bei Dir und bei mir aufs Neue geschehen!

Wir sollten einander ermutigen, Gottes Gaben mit Dank zu empfangen und weiter zu geben. Der Erntedanksonntag und das Wort unseres Gottes wollen uns zeigen, was wir von Gott empfangen:
– viele kleine und große Dinge, mit denen wir selbstversändlich leben
– vieles, was uns unter unserm Bemühen zugewachsen ist und die unaussprechliche
Gnade Gottes, die uns in Jesus geschenkt wird.

Lasst uns das annehmen und im Danken weitergeben!

Und der Segen des Herrn fülle unser Tun.

Es grüßt herzlich
Pfr.i.R. Steinführer