Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Letzten Sonntag nach Epiphanias. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Buch der Offenbarung, Kapitel 1, die Verse 9-18. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Der Auftrag an Johannes

Ich, Johannes, euer Bruder und Mitgenosse an der Bedrängnis und am Reich und an der Geduld in Jesus, war auf der Insel, die Patmos heißt, um des Wortes Gottes willen und des Zeugnisses von Jesus. Ich wurde vom Geist ergriffen am Tag des Herrn und hörte hinter mir eine große Stimme wie von einer Posaune, die sprach: Was die siehst, das schreibe in ein Buch und sende es an die sieben Gemeinden: nach Ephesus und nach Smyrna und nach Pergamon und nach Thyatira und nach Sardes und nach Philadelphia und nach Laodizea. Und ich wandte mich um, zu sehen nach der Stimme, die mit mir redete. Und als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter und mitten unter den Leuchtern einen, der war einem Menschensohn gleich, angetan mit einem langen Gewand und gegürtet um die Brust mit einem goldenen Gürtel. Sein Haupt aber und sein Haar war weiß wie weiße Wolle, wie der Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme und seine Füße wie Golderz, das im Ofen glüht, und seine Stimme wie großes Wasserrauschen; und er hatte sieben Sterne in seiner rechten Hand, und aus seinem Munde ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert, und sein Angesicht leuchtete, wie die Sonne scheint in ihrer Macht. Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie tot; und er legte seine rechte Hand auf mich und sprach zu mir: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.

Liebe Gemeinde,

da war Johannes also abgeschieden von der Welt auf einer einsamen Insel namens Patmos und hatte diese Vision, die damit beginnt, dass sich ihm jemand vorstellt, nämlich der auferstandene Herr Jesus Christus. Welche zentrale Botschaft er Johannes gleich zu Beginn mitgibt, dies wollen wir uns heute Morgen einmal gemeinsam anschauen.

1. Die Bibel – (K)ein Märchenbuch

Kritiker sprechen mich immer sehr gerne auf dieses erste Kapitel im Buch der Offenbarung an. Wer weiß, was der geträumt hat? Wer weiß, was der zu sich genommen hat als er diese Visionen hatte? Das und noch mehr sind häufige Kritikpunkte, die die Wahrheit der Offenbarung anzweifeln.

Machen wir doch einmal einen Sprung in das Alte Testament hinein. Ein kluger Kopf hat sich einmal die Mühe gemacht und nachgezählt, wie viele prophetische Verheißungen des Alten Testamentes sich bereits erfüllt haben. Er kam auf mehrere hundert ganz konkrete Geschehnisse, die genauso stattgefunden haben, wie sie im Alten Testament vorhergesagt wurden.

In Jesaja 7 zum Beispiel wird die Jungfrauengeburt Jesu vorhergesagt und in Jesaja 53 Jesu Kreuzigung. Jesu Geburtsort und die Umstände wurden genauso vorhergesagt, wie sie dann auch tatsächlich stattfanden.

Ich frage mich dann immer wieder, wie man allen Ernstes dann noch an der Bibel und deren Wahrheitsgehalt zweifeln kann.

Wenn wir dies alles zusammen betrachten, also Altes Testament und Neues Testament dann kann man nur zu dem zwingenden Ergebnis kommen: Ja, Johannes hat den Menschensohn im Himmel tatsächlich gesehen und die Worte, die er uns kundtut sind tatsächlich wahr. Dann stimmt es also, was in den siebziger Jahren auf so vielen Stickern stand:

2. Jesus lebt

Jesus offenbart sich Johannes genauso, wie es auch geschehen war. Er war tot und ist wieder von den Toten auferstanden. Und er ist aufgefahren in den Himmel, wo er nunmehr weilt von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Wenn Jesus zu Johannes sagt, dass er lebendig ist von Ewigkeit zu Ewigkeit, dann bedeutet dies ja auch, dass Jesus am heutigen Tage mitten unter uns weilt in Form des Heiligen Geistes, wie er es uns versprochen hat.

Und auch darauf dürfen wir uns felsenfest verlassen. Was bedeutet dies nun ganz konkret für uns ganz persönlich? Das bedeutet, dass ich einen Heiland an meiner Seite habe, der mir mein ganzes Leben lang beisteht. Das bedeutet freilich nicht, dass er mir alle meine Wünsche erfüllt, aber das bedeutet, dass ich einen wahren Freund und Helfer immer in meiner Nähe habe.

Egal, was auf mich zukommt, egal mit welchen widrigen Umständen ich in meinem Leben zu kämpfen habe, ER, der lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit lässt mich niemals allein im Regen stehen.

Natürlich setzt das auch voraus, dass ich ihm vertraue und auch wirklich etwas mit ihm zu tun haben will. ER möchte, dass ich immer mit ihm in Verbindung bleibe und mit ihm alles teile, das Gute und auch das vermeintlich Schlechte.

Also falten wir doch wieder öfters auch tagsüber die Hände und bitten unseren Herrn um seinen Beistand. Viele Menschen trauen Gott zwar zu, dass er die Erde und was darauf lebt gemacht hat, sie trauen ihm aber nicht zu dass er einem jeden seiner Geschöpfe auch in den kleinen Dingen des Lebens beistehen möchte.

3. Der Schlüssel

Wenn Jesus sagt, dass er den Schlüssel der Hölle und des Todes hat, dann kann dies auch anders übersetzt werden; nämlich mit den Worten: Ich BIN der Schlüssel des Himmels und der Hölle.

Nun ist es ja nicht gerade populär über die Hölle zu predigen. Natürlich ist es schöner über den Himmel zu reden. Aber wenn der Herr Jesus ganz konkret sagt, dass es er den Schlüssel der Hölle in Händen hält, dann dürfen wir ihm schon vertrauen, dass er Johannes nicht anflunkert.

So, und jetzt wird es ganz konkret für uns: Wir haben es zu Lebzeiten in der Hand, wo die Reise nach unserem Tode hingehen soll.

Gott wirft keinen Menschen in die Hölle. Diesen Ort wählt ein jeder von uns nämlich selber. Wenn wir uns während unseres Erdenlebens für den Herrn Jesus entscheiden, ihm also unsere Sünden bekennen, um Vergebung bitten und schließlich ihm die Regentschaft über unser Leben übergeben, dann werden wir nach unserem Ableben auf Erden unsere Ewigkeit im Himmel verbringen.

Wenn wir dies nicht tun, dann geht die Reise in die Hölle. Aber, wie gesagt, bis zu unserem letzten Atemzug haben wir die Möglichkeit Himmelsbewohner zu werden.

Und darum ist es auch so wichtig, dass wir unseren Mitmenschen von dieser Wahlmöglichkeit berichten. Gott möchte nämlich nicht, dass auch nur eines seiner Geschöpfe verloren geht. Gott möchte, dass alle seine Geschöpfe auch wieder seine Kinder werden.

Nur noch eine kleine Anmerkung zum Abschluss: Die Entscheidung können wir keinem Menschen abnehmen. Unsere Aufgabe ist es nur, auf die Konsequenzen hinzuweisen. Für den Rest sind wir nicht verantwortlich.

Lassen Sie uns zum Abschluss einstimmen in den 6. Vers des Liedes von Paul Gerhardt: „Ich bin ein Gast auf Erden…“ (EG 529), der unseren Lebensweg auf Erden in Richtung Himmel sehr schön beschreibt, wie folgt:

So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt,
doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt.
Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt,
da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe Sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 1. Sonntag nach Epiphanias. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im ersten Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 1, die Verse 26-31. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Seht doch, liebe Brüder, auf eure Berufung. Nicht viele Weise nach dem Fleisch, nicht viele Mächtige, nicht viele Angesehene sind berufen. Sondern was töricht ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er die Weisen zuschanden mache; und was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er zuschanden mache, was stark ist; und das Geringe vor der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt, das, was nichts ist, damit er zunichtemache, was etwas ist, damit sich kein Mensch vor Gott rühme. Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht ist zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung, damit, wie geschrieben steht (Jeremia 9, 22-23): „Wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn!“

Liebe Gemeinde,

anlässlich einer Diskussionsrunde über den Glauben sagte mir einmal ein Gesprächsparter: Herr Naber, Sie sind doch ein gebildeter Mensch, wie können sie dann an einen Gott glauben? Ich blöder Esel tappte natürlich bereitwillig in die aufgestellte Falle indem ich antwortete: „Sie sind wohl der Meinung, eine Grundvoraussetzung für den Glauben sei, dass man ausgesprochen dämlich sein müsse, um an Gott zu glauben.“
Ich hatte es kaum ausgesprochen, da wurde mir der heutige Predigttext um die Ohren gehauen.

Mittlerweile weiß ich natürlich, dass hinter diesem Predigttext etwas ganz anderes steckt. Damals bin ich nur nicht sofort darauf gekommen. Nur für den Fall, dass es Ihnen auch einmal so ergehen sollte, hier ein paar Tipps zum Umgang mit unserem heutigen Predigttext:

1. Die Nicht-Berufenen

Wen hat Gott nicht berufen ? Wie haben soeben gehört, dass es die Weisen, Mächtigen und Angesehenen Menschen sind, die Gott nicht berufen hat. Irgendwie schon komisch, richten wir uns doch gern nach dem, was die vermeintlich Weisen uns wissen lassen. Schauen wir doch gern zu den Mächtigen auf und die Angesehenen auf den vielen roten Teppichen dieser Welt verdienen doch auch unsere Anerkennung.

Das sind doch die, die es in ihrem Leben schließlich zu etwas gebracht haben ? Auf die muss man doch hören, von denen kann man schließlich noch was lernen.

Warum, um Himmels willen hat er diese Menschen nicht berufen ? Ich denke, dass gerade die Weisen, Mächtigen und Angesehenen dieser Welt schnell auch überheblich werden und die Stufe nach der Überheblichkeit ist bekanntermaßen der Hochmut. Danach kommt dann noch der krönende Abschluss der Selbstüberschätzung und schon geht es häufig im freien Fall nach unten.

Denken wir nur an Personen, wie Ulli Hoeness, den Schlecker-Clan, oder an den ehemaligen Arcandor-Chef, der sich seit einigen Tagen wieder auf freiem Fuße befindet. Alle waren mächtig, sind angesehen und sicherlich auch nicht unweise. Und doch stürzten diese Personen ab.

Nur um nicht falsch verstanden zu werden, es steht in unserem Predigttext nicht, dass alle Weisen, Mächtigen und Angesehen nicht berufen worden sind, sondern es steht dort, dass nicht viele dieser Personen berufen worden sind.

2. Die Berufenen

Jetzt müssen wir uns doch einmal anschauen, wen Gott beruft.

Beginnen wir mit den Törichten. Gott beruft die Törichten, weil er allein weise ist. Der Törichte wird genau das weitergeben, was Gott ihm sagt. Der vermeintlich Weise hingegen wird an allem, was Gott ihm sagt, etwas zu kritisieren haben.

Der Törichte sagt zum Beispiel, dass die Ehe eine von Gott vorgegebene Lebensform zwischen Mann und Frau ist. Der vermeintlich Weise versucht diese Lebensform auf andere Konstellationen auszudehnen, die Gott eben nur vergessen hat zu erwähnen. Aber dafür sind ja die Wesien da, um sein Wort erst einmal richtig auszulegen.

Gott beruft die Schwachen. Die Schwachen können nicht mit ihrer eigenen Kraft protzen. Die Schwachen sind immer auf eine Kraftquelle von außen angewiesen. Ohne diese könnten sie gar nicht existieren. Gott, liebe Gemeinde, ist in den Schwachen mächtig und demonstriert so seine ganze Kraft und Allmacht.

Der Starke hingegen würde sich vieles von dem was er erreicht hat, fälschlicherweise auf seine Fahnen schreiben und wäre dann auch wieder auf dem Wege des Hochmutes.

Gott beruft die Geringen. Die Geringen, also die Personen, die kein so großes Ansehen genießen sehen eben nicht nur auf sich selbst und dass sich die ganze Welt gefälligst um sie zu drehen hat. Die Geringen sehen nahezu immer auch die anderen um sie herum. Und somit kann Gott mit den Geringen viel gezielter in das Leben der Menschen eingreifen.

3. Die praktische Konsequenz

Kommen jetzt wirklich nur die Schwachen, Törichten und Geringen und nur ganz wenige Weise, Mächtige und Angesehene in den Himmel? Nein, das glaube ich nicht.

Ich glaube,es kommen alle in den Himmel, die so weise sind, dass sie erkennen, dass es töricht wäre nur auf sich selbst zu schauen und die daher so weise sind, auf den Herrn zu schauen.

Ich glaube, es kommen alle in den Himmel, die so mächtig sind, dass sie ihre eigene Ohnmacht, Schwächen und Grenzen erkennen und die dann auch erkennen, dass nur Gott allein allmächtig ist.

Ich glaube, es kommen alle Angesehenen in den Himmel, die sich selber als so gering einschätzen, dass sie nur den ansehen, dem allein Preis und Ehre und Ansehen zusteht.

Darum lassen Sie uns in diesem Jahre wieder so weise sein, dass wir auch unsere Mitmenschen im Blickfeld haben. Lassen Sie uns so mächtig sein, dass wir sein Wort mit Vollmacht weitergeben können. Und lassen Sie uns zu den Menschen gehören, denen man ansieht, wem sie wirklich gehören. Dann sind und bleiben wir nach wie vor auf dem rechten Wege.

Lassen Sie uns in diesem noch neuen Jahre so an unsere weltliche und an unsere christliche Arbeit gehen, wie es der Liederdichter Salomo Liscow sehr schön in dem 1. Vers seines Liedes „In Gottes Namen fang ich an…“ (EG 494) beschreibt, der da lautet, wie folgt:

In Gottes Namen fang ich an, was mir zu tun grebühret;
mit Gott wird alles wohlgetan und glücklich ausgeführet.
Was man in Gottes Namen tut, ist allenthalben recht und gut
und kann uns auch gedeihen.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche unter dem immerwährenden Schutz unseres Herrn.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Sonntag, dem letzten Sonntag nach Epiphanias. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 2. Buch Mose, Kapitel 3, die Verse 1-10. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Moses Berufung

Mose aber hütete die Schafe Jitros, seines Schwiegervaters, des Priesters in Midian, und trieb die Schafe über die Steppe hinaus und kam an den Berg Horeb. Und der Engel des Herrn erschien ihm in einer feurigen Flamme aus dem Dornbusch. Und er sah, dass der Busch im Feuer brannte und doch nicht verzehrt wurde. Da sprach er: Ich will hingehen und die wundersame Erscheinung besehen, warum der Busch nicht verbrennt. Als aber der Herr sah, dass er hinging, um zu sehen, rief Gott ihn aus dem Busch und sprach: Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin ich. Gott sprach: Tritt nicht herzu, zieh deine Schuhe von deinen Füßen; denn der Ort, darauf du stehst, ist heiliges Land ! Und er sprach weiter: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Und Mose verhüllte sein Angesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen. Und der Herr sprach: Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen und ihr Geschrei über ihre Bedränger gehört; ich habe ihre Leiden erkannt. Und ich bin herniedergefahren, dass ich sie errette aus der Ägypter Hand und sie herausführe aus diesem Land in ein gutes und weites Land, in ein Land, darin Milch und Honig fließt, in das Gebiet der Kanaaniter, Hetiter, Amoreiter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter. Weil denn nun das Geschrei der Israeliten vor mich gekommen ist und ich dazu ihre Not gesehen habe, wie die Ägypter sie bedrängen, so gehe nun hin, ich will dich zum Pharao senden, damit du mein Volk, die Israeliten aus Ägypten führst.

Liebe Gemeinde,

Unser Predigttext steht ja unter der Überschrift „Moses Berufung“. Natürlich beruft Gott auch heute noch Menschen, die er für den Aufbau seines Reiches mit dabei haben möchte. Ansonsten wäre heute keiner von uns hier. Nun sind wir ja bald wieder in unserem Umfeld und werden dort vielleicht auch einmal gefragt: „Wie läuft sie denn ab, so eine Berufung? Bin ich überhaupt dafür geeignet?“ Lassen Sie uns heute Morgen anhand des Predigttextes doch einmal diesen Fragen nachgehen.

1. Die Person

Zunächst einmal müssen wir festhalten, dass es sich bei dem späteren großen Gottesmann Mose um einen Mörder handelte. Als er zusehen musste, wie ein ägyptischer Vorarbeiter einen seiner Landsleute geschlagen hatte, erschlug er kurzerhand den Ägypter. Viel Unrechtsbewusstsein war nicht dabei. Die Flucht aus Ägypten trat er nämlich erst dann an, als diese ganze Sache aufzufliegen drohte.

Moses war, und das müssen wir klipp und klar erkennen, ein ganz gewöhnlicher Verbrecher. Und so jemanden kann Gott gebrauchen? Ja, liebe Gemeinde, so jemanden kann Gott in seinem Dienst gebrauchen.

Gehen wir zeitlich ein wenig weiter und schauen uns den gelehrten Theologen Saulus an. An wie vielen Morden war er doch alles beteiligt. Während der Steinigung des Stephanus passte er auf die Kleider derjenigen auf, die den Stephanus steinigten. Ausgestattet mit allen notwendigen Vollmachten reiste er los, um in Damaskus die dort lebenden Christen auszurotten. Also auch ein ganz besonders niedliches Exemplar der Gattung Mensch dieser Saulus Und so jemanden will Gott in seinem Dienste haben? Ja, so jemanden will Gott in seinem Dienste haben.

Wir haben ja häufig so ein bestimmtes Bild davon im Kopf, wen Gott denn wohl in seinen Dienst berufen muss und wen vor allem er überhaupt nicht berufen kann und darf. Einer der begnadetsten Pastoren in meiner Umgebung ist ein Mensch, der über einen Zeitraum von über 10 Jahren heroinabhängig war, sich die Drogen mittels der Begehung von Straftaten beschaffte und der mit Gott in dieser Zeit überhaupt nichts zu tun haben wollte. Aber Gott mit ihm und so berief er ihn in seinen Dienst.

Keiner von uns ist vermutlich ein derart Krimineller, wie die soeben beschriebenen Personen. Aber wir meinen ja oft, dass wir für einen Dienst in Gottes Reiche nicht geeignet sind. Wenn Gott Mörder, Totschläger und Drogenkriminelle beruft, dann können wir ruhig davon ausgehen, dass er auch uns dabei haben will.

2. Der Ort

Mose war also aus Ägypten geflohen und hatte Unterschlupf bei seinem zukünftigen Schwiegervater gefunden. Dort machte er sich nützlich, indem er de Herden seines Schwiegervaters hütete. Und das brachte es nun einmal so mit sich, dass man sich fernab jeglicher Zivilisation befand und mit sich und dem Vieh meist den ganzen Tag über alleine war. In diese Situation hinein sprach Gott den Mose an.

Heute ist es sicherlich nicht anders. Wir können natürlich versuchen, Gott aus unserem Leben herauszuhalten, indem wir unser Leben vollstopfen mit allen möglichen Aktivitäten, die uns ja nicht zur Ruhe kommen lassen.

Und dann auf einmal ist sie dann doch da: Die Situation, wo man zwangsläufig zur Ruhe kommt. Ich habe es oftmals erleben dürfen, dass Gott in diese Situation hineinspricht und Menschen in seinen Dienst beruft.

Eine Berufung, liebe Gemeinde, können wir natürlich nicht erzwingen, aber wir können die äußeren Voraussetzungen so gestalten, dass es Gott einfacher hat, uns zu erreichen. Er erreicht uns notfalls natürlich in jeder Situation (Denken wir nur an die Damaskusgeschichte), aber wir können es ja auch ein wenig einfacher gestalten.

Wie können wir uns dies bildlich vorstellen, wenn der allmächtige Gott in unser Leben kommt ? Wir leben unser Leben in einer horizontalen Richtung. Dort richten wir uns zumeist so ein, das dieses Leben möglichst bequem für uns verläuft. Und dann wird diese horizontale Richtung durch Gott, der aus der vertikalen Richtung kommt, auf einmal durchkreuzt. Dass dies unser so bequemes Leben manchmal total auf den Kopf stellt, ist sicherlich jedem nachvollziehbar.

Nach dem vertikalen Eingriff verlief das Leben des Mose ganz anders als vorher. Und darauf müssen wir uns auch gefasst machen, wen der allmächtige Gott unsere horizontale Lebenslinie durchkreuzt. Nichts wird mehr sein, wie es war, aber alles wird spannender, sinnerfüllter und gottgefälliger werden.

3. Der Weg

Nachdem Gott dem Mose seinen Auftrag erteilt hatte kam der „Marschbefehl“. „So gehe nun hin…“, so lesen wir es in unserem Predigttext. Mose hatte auch sogleich einige Ausreden parat, die seiner Ansicht nach in der Lage waren, ihn als vollkommen ungeeignet erscheinen zu lassen. Das kennen wir doch auch alle. Da bekommen wir einen Auftrag von Gott und es wird uns sofort mulmig in der Magengegend. „Das können andere doch viel besser als ich“ das denken wir doch auch so manches Mal.

Mein „Ich kann das nicht“ hat aber vor Gott keinen Bestand. Wenn er mir eine Aufgabe zukommen lässt, dann sorgt er auch dafür, dass ich die dafür notwendige Kraft bekomme, diese Aufgabe in seinem Sinne auszuführen.

Gott beruft nämlich nicht die besonders befähigten Menschen, sondern Gott befähigt die Menschen, die er beruft. Das war zu Mose Zeiten so, dass war zu Paulus Zeiten so und daran hat sich bis heute rein gar nichts geändert.

Wenn wir uns die Geschichte von Mose weiter anschauen, dann sehen wir noch eines. Gott war bei der gesamten Erfüllung seiner Aufgaben immer ganz dicht bei Mose. Sicherlich gab es Schwierigkeiten, aber Gott war da. Und das, liebe Gemeinde, ist auch heute noch der Fall. Wir dürfen nach unserer Berufung ganz getrost darauf vertrauen, dass Gott immer in unserer Nähe ist, wenn wir beginnen unsere Aufgaben zu erfüllen.

Daran dürfen wir uns auch erinnern, wenn wir in den ersten Vers des Liedes „Gott ist gegenwärtig…“ (EG 165) von Gerhard Tersteegen einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Gott ist gegenwärtig
Lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten.
Gott ist in der Mitte.
Alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge.
Wer ihn kennt, wer ihn nennt,
schlag die Augen nieder, kommt, ergebt euch wieder.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen angenehmen Sonntag und einen fröhlichen Start in die nun kommende Woche unter der ständigen Gegenwart unseres Herrn.

Bleiben Sie alle wohlbehütet.
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 4. Sonntag nach Epiphanias. Den heutigen Predigttext finden wir bei dem Evangelisten Matthäus im 14. Kapitel, die Verse 22-33. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und alsbald trieb Jesus seine Jünger, in das Boot zu steigen und vor ihm hinüberzufahren, bis er das Volk gehen ließe. Und als er das Volk hatte gehen lassen, stieg er allein auf einen Berg, um zu beten. Und am Abend war er dort allein. Und das Boot war schon weit vom Land entfernt und kam in Not durch die Wellen; denn der Wind stand ihm entgegen. Aber in der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen und ging auf dem See. Und als ihn die Jünger sahen auf dem See gehen, erschraken sie und riefen: Es ist ein Gespenst! und schrien vor Furcht. Aber sogleich redete Jesus mit ihnen und sprach: Seid getrost, ich bin’s; fürchtet euch nicht! Petrus aber antwortete ihm und sprach: Herr, bist du es, so befiehl mir, zu dir zu kommen auf dem Wasser. Und er sprach: Komm her! Und Petrus stieg aus dem Boot und ging auf dem Wasser und kam auf Jesus zu. Als er aber den starken Wind sah, erschrak er und begann zu sinken und schrie: Herr, hilf mir! Jesus aber streckte sogleich die Hand aus und ergriff ihn und sprach zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Und sie traten in das Boot, und der Wind legte sich. Die aber im Boot waren, fielen vor ihm nieder und sprachen: Du bist wahrhaftig Gottes Sohn!

Liebe Gemeinde,

lassen Sie uns den heutigen Predigttext doch einmal mit den Worten überschreiben: „Wie man schwierige Zeiten übersteht“. Wenn wir uns den Predigttext einmal etwas näher anschauen, dann finden wir dort auch ganz konkrete Hinweise dafür, wie man schwierigen Zeiten gut gewappnet gegenübertritt. Lassen Sie uns diese heute Morgen einmal ein wenig näher betrachten:

1. Der Kontakt zu Gott

Um schwierige Zeiten überstehen zu können, ist es absolut notwendig, dass wir einen ganz intensiven Kontakt zu unserem Herrn unterhalten. Und zwar nicht nur in Notzeiten, sondern in allen Zeiten unseres Lebens.

So bereitete sich auch Jesus schon auf schwierige Zeiten vor. In unserem Predigttext lesen wir, dass Jesus am Abend allein war, um zu beten. Als er den Jüngern entgegenging war dies in der vierten Nachtwache. Jesus hat also seit dem Abend bis zur vierten Nachtwache einen ganz engen Kontakt zu Gott unterhalten. Die vierte Nachtwache ist nach römischer Einteilung die Zeit nach dem Hahnenschrei, also bereits der frühe Morgen.

Durch diese Gespräche mit Gott, wir nennen es Gebet, erhielt Jesus also die Kraft für schwierige Prüfungen. Aber wie sollen wir denn heute beten? Wir können doch nicht 24 Stunden am Tag oder zumindest 12 Stunden am Tag den Kontakt zu Gott halten. Warum eigentlich nicht ? Gespräch ist ja nicht die einseitige Kommunikation von mir aus in Richtung Gott. Gebet ist das Zwiegespräch mit meinem Herrn.

Beginnen wir doch am besten mit Momenten der Stille und der Sammlung in denen wir ganz ruhig werden vor Gott. Tragen wir ihm doch dann alles vor, was wir auf dem Herzen haben. Und dann kommt die Zeit der Stille, in der wir auf Gottes Antwort warten. Diese Zeit der Stille heißt nicht, dass wir nichts anderes tun sollen, diese Zeit der Stille heißt einfach nur geduldig abwarten, was Gott mir denn antwortet.

Gott antwortet übrigens nicht nur in Kirchen und Gemeinschaftsstunden. Gott antwortet auf der Arbeitsstelle im Haushalt und auch auf dem Weg zur Arbeit und zurück und sogar während wir arbeiten antwortet Gott. Wichtig ist nur, dass wir unsere Antennen auf seinen Sender einstellen. Und somit halten wir den ganzen Tag lang den Kontakt zu unserem Herrn aufrecht.

2. Absolutes Vertrauen

Solange wie Petrus ganz auf Jesus fixiert war, konnte er auf dem Wasser gehen. Erst als er sich selber auf sich selber besann und auf seine eingeschränkten Fähigkeiten, drohte er unterzugehen.

Nehmen wir einmal zwei Bergsteiger. Der Kamerad, der bereits am Ziel einer Etappe angekommen ist, sichert den nachfolgenden Kameraden so ab, dass dieser nur noch nach oben sehen muss und so seinem Kameraden nahezu gefahrlos folgen kann.

Gott ist unser Bergführer in unserem Leben. Mit einem unsichtbaren Seil sind wir stets mit Gott verbunden. Wir müssen nur noch auf Gott schauen und uns auf den Weg machen, ihm zu folgen. Er hält das Seil ganz fest. Wir brauchen vor nichts und niemandem in unserem Leben Angst zu haben. Gott hält uns immer ganz fest mit seinen Händen. Wir sollen uns also nur auf ihn fokussieren und nur ihm allein unser absolutes Vertrauen schenken.

Aber was machen wir im Allgemeinen? Wir folgen doch so gerne Petrus nach. Obschon wir gesichert sind, schauen wir nach links und nach rechts und sehen die Stürme des Lebens auf uns zukommen. Und dann bekommen wir einfach wieder Angst und möchten am liebsten unser Leben wieder alleine in die Hand nehmen.

Aber seien wir ganz getrost. Gott hält auch dann noch das Seil ganz fest. Sobald wir den Blickwinkel ändern und wieder auf ihn schauen, kann unser Marsch weitergehen.

Nur mal so nebenbei bemerkt. Gott wuchtet uns nicht den Berg hinauf, während wir träge am Seil hängen. Gott hält das Seil genau so fest, dass es uns möglich ist, den Berg hinaufzusteigen ohne zu fallen. Das Klettern nimmt er uns nicht ab. Das müssen wir schon selber tun.

3. Der Rettungsanker

Ohne das rechtzeitige Eingreifen unseres Herrn wäre Petrus vermutlich untergegangen. Und wie Petrus von Jesus wieder zurück ins Boot gebracht wurde, so sorgt auch unser Herr für uns, wenn wir uns einmal in unserem Leben in einem scheinbar nie enden wollenden Sinkflug befinden.

Wir dürfen uns stets gewiss sein, dass auch wir im freien Fall unseres Lebens niemals tiefer fallen können als in die liebenden Hände unseres Herrn. Und dabei können wir uns auf eines verlassen, nämlich darauf dass Gott spätestens rechtzeitig hilft.

Und dies setzt natürlich voraus, dass wir einen ständigen Kontakt zu unserem Herrn unterhalten und dass wir uns voll und ganz auf ihn allein verlassen. Wenn wir dies tun, dann wird er uns ein vorzüglicher Rettungsanker sein unser ganzes Leben lang.

Natürlich kann mal schon einmal ins Grübeln kommen wenn man sich betrachtet, was um uns herum zurzeit alles passiert. Natürlich könnte man angstvoll der Zukunft entgegensehen. Aber warum sollten wir dies tun. Gott selbst hat uns doch versprochen: „Siehe ich bin bei euch, alle Tage bis an der Welt Ende“. Verlassen wir uns doch lieber darauf und gehen fröhlich unseren Lebensweg weiter unter der festen Gewissheit, das ER stets bei uns ist.

Darum lassen Sie uns Gott anbeten und ihm für seine immerwährende Gnade danken, indem wir gemeinsam in den 1. Vers des Liedes „Großer Gott, wir loben dich…“ von Ignaz Franz einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Großer Gott, wir loben dich;
Herr, wir preisen deine Stärke.
Vor dir neigt die Erde sich
und bewundert deine Werke.
Wie du warst vor aller Zeit,
so bleibst du in Ewigkeit.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich m heutigen 3. Sonntag nach Epiphanias. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 4. Kapitel des Johannesevangeliums, die Verse 46 bis 54. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und Jesus kam abermals nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser zu Wein gemacht hatte. Und es war ein Mann im Dienst des Königs; dessen Sohn lag krank in Kapernaum. Dieser hörte, dass Jesus aus Judäa nach Galiläa kam, und ging hin zu ihm und bat ihn, herabzukommen und seinem Sohn zu helfen; denn der war todkrank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubt ihr nicht. Der Mann sprach zu ihm: Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt! Jesus spricht zu ihm: Geh hin, dein Sohn lebt ! Der Mensch glaubte dem Wort, dass Jesus ihm sagte, und ging hin. Und während er hinabging, begegneten ihm seine Knechte und sagten: Dein Kind lebt. Da erforschte er von ihnen die Stunde, in der es besser mit ihm geworden war. Und sie antworteten ihm: Gestern um die siebte Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, dass es die Stunde war, in der Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Und er glaubte mit seinem gesamten Hause. Das ist nun das zweite Zeichen , dass Jesus tat, als er aus Judäa nach Galiläa kam.

Liebe Gemeinde,

soeben wurden wir Zeugen einer Gebetserhöhung. Denn jedes Gespräch mit Jesus, jede Bitte an ihn, ist ja nichts anderes als ein Gebet. Ich werde manchmal gefragt: Wieso erlebe ich eigentlich so etwas nicht? Diese Frage stellen wir uns doch sicherlich alle hin und wieder einmal. Lassen Sie uns daher heute Morgen der Frage nachgehen, was wir tun sollten, damit auch wir wieder mehr mit Jesus erleben können. Direkte Hinweise darauf finden wir natürlich in unserem Predigttext.

1. Geh zu Jesus

Wenn unser Auto defekt ist, dann gehen wir mit dem Auto in die Autowerkstatt. Wenn unser Fernsehgerät den Dienst versagt, dann bestellen wir einen Radio- und Fernsehtechniker und bitten diesen um Rat. Nur wenn es um ganz persönliche Dinge in unserem Leben geht, dann meinen wir, diese auch ganz alleine lösen zu können und niemanden nötig zu haben, der uns helfend zur Seite stehen könnte.

Und der erste Ratschlag von Johannes an uns alle ist es, mit allem, was uns bedrückt und was uns auf der Seele liegt zunächst zu Jesus zu gehen. Er kennt uns in und auswendig. Er weiß ganz genau, was uns fehlt und wessen wir gerade bedürfen. Er wird uns auch keinen falschen Ratschlag geben. Ihm allein können wir unser ganzes Vertrauen schenken. Er wird uns niemals enttäuschen.

Nur müssen wir uns überwinden, zu ihm zu gehen. Erst dann, wenn wir unsere eigenen Lösungsansätze aufgeben und ihm allein unser Vertrauen schenken, erst dann kann er auch erfolgreich in uns und an uns tätig werden.

Solange wie wir selber davon überzeugt sind, Jesus bei der Lösung unserer Probleme helfen zu müssen, so lange wird das auch nicht klappen mit dem Eingreifen unseres Herrn. Ungefragt greift Gott niemals in unser Leben ein. Wir sind zwar seine Geschöpfe aber nicht seine Marionetten.

2. Höre auf Jesus

Gewiss, wir leben in einer überaus hektischen Zeit, die man auch wie folgt ausdrücken kann: „Time is cash, time is money“. Bei alldem, was man uns persönlich und beruflich abverlangt, bleibt meist Zeit für ein kurzes Gebet an unseren Herrn. Oder aber man nimmt sich gar keine Zeit mehr für das Gebet.

Was ich jetzt sage ist sowas von banal, aber ich muss es einfach loswerden: Wenn Sie mit Ihrem Lebenspartner nicht reden, wie soll er denn bitte wissen, was Sie bedrückt? Das geht doch überhaupt nicht. Das sehen wir alle ein. So, und warum sollte Jesus ungefragt in unser Leben eingreifen?

Als erstes gilt es also, dass wir uns wieder mehr Zeit für das tägliche Gespräch mit unserem Herrn nehmen. Und zwar nicht nur mal so eben zwischendurch mit den Worten: Jesus, behüte und beschütze uns heute alle. Amen. Nein, das ist denn doch zu wenig. wir müssen unserem Herrn schon mitteilen, wo bei uns der Schuh drückt.

Wenn wir unseren Hausarzt aufsuchen, dann nehmen wir uns ja schließlich auch die Zeit, ihm unsere Beschwerden zu schildern. Und dann lasen wir ihn seine diagnostische Arbeit verrichten. Und danach hören wir ihm doch genau, was wir machen sollen, um unsere Beschwerden wieder loszuwerden.

Und genau das sollen wir auch im Umgang mit unserem Herrn tun. Erst sollen wir ihm sagen, was uns auf dem Herzen liegt. Dann sollen wir einfach zur Ruhe kommen und schweigen. Denn erst dann, wenn es in uns ruhig wird und wir allen Stress des Alltages an die Seite gelegt haben, erst dann sind wir auch in der Lage, ihm zuzuhören. Unser Herr brüllt uns nämlich nicht an, sondern redet ganz leise zu uns. Aber auf jeden Fall so, dass wir ihn, so unsere Antennen ganz auf ihn gerichtet sind, in jedem Falle auch verstehen können.

Und dann ist da noch ein Knackpunkt. Wir meinen ja häufig das von Jesus vernommene noch entsprechend uminterpretieren zu müssen, also der Antwort unseres Herrn noch den rechten Feinschliff geben zu müssen. Und auch dies müssen wir uns schleunigst abgewöhnen. Jesus spricht klar und deutlich, und was er sagt, bedarf keiner weiteren Auslegung.

3. Mach das, was Jesus sagt

In unserem Predigttext reagierte der ratsuchende Vater auf das Wort von Jesus wie folgt: „Der Mensch glaubte dem Wort und ging hin“. Er machte also ganz genau das, was Jesus ihm zuvor aufgetragen hatte zu tun.

Und genau das sollen wir auch machen, wenn wir wieder mehr mit Jesus erleben wollen. Ganz genau auf ihn hören und dann das, was er uns sagt 1:1 auch in die Tat umsetzen.

Nun sind wir ja nicht nur von Jesus, sondern auch immer vom Teufel umgeben. Denken wir einmal an die Geschichte vom Sündenfall. Adam und Eva hatten ganz klare Ansagen von Gott bekommen, was sie tun sollten und was sie nicht tun sollten. Da gab es auch keine Gesetzeslücke, die irgendwie ausgelegt werden musste. Und dann kam die Schlange und streute den ersten Zweifel, indem sie sagte: „Sollte Gott gesagt haben…“

Und diese Zweifel mischen sich auch immer wieder in unsere Herzen ein, wenn der Satan uns an Gottes Wort zweifeln lassen will. Aussagen, wie „Das geht doch gar nicht, das hat Gott bestimmt irgendwie anders gemeint“ sind die Grundlagen auf denen Satan aufbauen will, um uns von Gott wegzuziehen.

Und hier müssen wir nun wirklich mit unserem messerscharfen Verstand genau auf das hören, was Gott uns aufträgt. Und wenn es noch so banal erscheint, lassen Sie uns Gottes Aufträge an uns so umsetzen, wie er sie uns aufgetragen hat.

Ich bin mir sicher, dass wir dann auch wieder mehr mit Gott erleben können und werden. Und dann noch eine Kleinigkeit. Wir dürfen Gott auch dafür danken, wo er überall in unserem Leben eingreift. Natürlich hilft er jedem, der ihn ernsthaft darum bittet. Aber ein kleines „Danke Gott“, wäre ganz bestimmt auch nicht schlecht.

Und dann können wir noch etwas tun, wir können das, was Gott an uns getan hat, womit er uns gesegnet und beschenkt hat, auch all unseren Mitmenschen weitererzählen. Bestimmt wird der ein oder andere ein wenig neugierig und möchte auch mehr mit diesem Gott erleben, der uns so überreichlich segnet, behütet und unser ganzes Leben lang führt und leitet.

Und damit erreichen wir genau das, was der Liederdichter Martin Behm sehr schön in dem 1. Vers seines Liedes „O König aller Ehren…“ (EG 71) beschreibt, der da lautet, wie folgt:

O König aller Ehren, Herr Jesu, Davids Sohn,
dein Reich soll ewig währen im Himmel ist dein Thron;
hilf, dass allhier auf Erden den Menschen weit und breit
dein Reich bekannt mög werden zur Seelen Seligkeit.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Winterwoche.

Bleiben Sie alle wohlbehütet
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 2. Sonntag nach Epiphanias. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 2. Buch Mose, Kapitel 33, die Verse 17b bis 23. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Der Herr sprach zu Mose: Auch das, was du jetzt gesagt hast, will ich tun; denn du hast Gnade vor meinen Augen gefunden, und ich kenne dich mit Namen. Und Mose sprach: Lass mich deine Herrlichkeit sehen! Und er sprach: Ich will vor deinem Angesicht all meine Güte vorübergehen lassen und will vor dir kundtun den Namen des Herrn; Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich. Und er sprach weiter: Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht. Und der Herr sprach weiter: Siehe, es ist ein Raum bei mir, da sollst du auf dem Fels stehen. Wenn dann meine Herrlichkeit vorübergeht, will ich dich in die Felskluft stellen und meine Hand über dir halten, bis ich vorübergegangen bin. Dann will ich meine Hand von dir tun und du darfst hinter mir her sehen; aber mein Angesicht kann man nicht sehen.

Liebe Gemeinde,

wer möchte das nicht, Gott einmal von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen und direkt mit ihm reden ? So war das auch bei dem großen Gottesknecht Mose der Fall. Auch er wollte DEN einmal sehen, dem er schließlich sein gesamtes Leben und das Leben eines ganzen Volkes anvertraut hatte. Und was sagt Gott dazu? „Kein Mensch wird leben, der mich sieht.“ So, und jetzt haben wir das Dilemma. Gibt es denn gar keine Art der Kommunikation zwischen Gott uns Menschen? Doch, liebe Gemeinde, die gibt es. Und diese wollen wir uns heute Morgen einmal gemeinsam anschauen.

1. Die Voraussetzung

Gott sagt zunächst zu Mose: „Du hast Gnade vor meinen Augen gefunden“. Das ist also die Voraussetzung dafür, dass wir Gott auf irgendeine Art und Weise persönlich erfahren können. Auch wir müssen Gnade vor seinen Augen finden.

Haben das nicht alle Menschen? Grundsätzlich liebt Gott alle seine Geschöpfe. Aber Gnade vor ihm finden eben nur seine Kinder. Nun müssen wir gemeinsam überlegen, wie wir denn ein Kind Gottes werden damit er sich auch uns offenbaren kann.

Kind Gottes wird man ganz einfach durch den Glauben. Der Glaube bedeutet als erstes einmal, dass ich erkenne, dass ich vor Gott ein Sünder bin und ER als gerechter Gott überhaupt keine Gemeinschaft mit mir haben kann. Dann ist aber auch schon die Lösung in Sicht. Indem ich das, was Jesus für mich tat, also das Bezahlen für alle meine Sünden, dankend annehme, indem ich das tue, gelten all meine Sünden vor dem allmächtigen Gott als getilgt.

Der Weg von mir zu Gott ist nicht mehr durch einen Berg von Sünden verbarrikadiert, sondern der Weg ist wieder frei geworden. Gewiss, sehen kann ich ihn nach wie vor nicht. Denken wir doch einmal an unsere Telefone. Vor nicht allzu langer Zeit gab es ja noch die guten alten fest installierten Telefone und die Damen von der Vermittlung. Vor meiner Bekehrung kam ich mit meinem Telefon noch nicht einmal zu der Vermittlung durch. Jetzt, nachdem ich Gottes Kind geworden bin, verbindet mich der Mann an der Vermittlung direkt mit Gott. Und dann kann ich direkt mit ihm reden.

Jeder, aber auch wirklich jeder, der sich ernsthaft bekehrt hat kann ganz gewiss sein, dass Gott all seine Gebete erhört und auch so beantwortet, wie es am besten für den Beter ist. Es kommt dabei aber, und das müssen wir einfach akzeptieren, auf Gottes Sicht der Dinge an und nicht auf unsere manchmal etwas komischen Wunschvorstellungen.

2. Das Nachsehen

Nein, Gott kann man nicht in die Augen schauen; jedenfalls hier auf Erden nicht. Daher stellte Gott den Mose auch in eine Felsspalte, in der er verweilen sollte, während Gott an ihm vorüberging.

Mose konnte Gott zwar nicht sehen, aber er konnte ihn spüren. Haben wir nicht alle, wenn wir uns jetzt einmal kurz zurückbesinnen, schon einmal die Gegenwart Gottes, seine schützenden Hände über uns und sein Eingreifen in unser Leben direkt spüren, fühlen und erleben dürfen. Dies ist hiermit gemeint, dass Mose Gott zwar nicht sehen konnte, aber ihm hinterher sehen konnte.

Und das können wir sicherlich auch oftmals in unserem Leben. Hinterher können wir sicherlich alle oftmals dieses Eingreifen Gottes in unser Leben erkennen. Dann ist er aber schon an uns vorübergegangen und hat seine Wirkung entfacht.

Dazu ein kleines Beispiel aus meiner Jugend. Ich war ein begeisterter Kletterer. Bedingt durch einen Felsabgang an einer Bahnstrecke hatte sich ein ideales Klettergebilde gebildet. Rund 30 Meter hoch lud diese Felsformation geradezu zu einer Eroberung ein. Natürlich war das Betreten dieses Ortes strengstens verboten. Aber davon ließ ich mich natürlich nicht aufhalten. Kurzum, ich hatte fast den Aufstieg geschafft, als ich in ein Büschel Gras fasste, von welchem ich ausging, dass dies fest mit dem Boden verankert war. Dieses löste sich dann und ich stürzte die rund 30 Meter ab. Unten angekommen stellte ich fest, dass ich auch nicht eine klitzekleine Blessur davongetragen hatte. Nur war ich am ganzen Körper ganz grün, so als ob ich über ein Moosbett gerutscht wäre. Allerdings stellte ich bei genauem Betrachten fest, dass vor mir eine nackte Felswand lag und keinerlei Moos oder Gras sichtbar war. Viele mögen dies als Spinnerei ansehen, aber das war ein erstes Gotteserlebnis und sollte auch nicht das letzte sein.

Das war, zugegeben ein plötzliches Eingreifen Gottes. Gott wirkt aber auf vielfältige Weise in unserem Leben. Und auch dies können wir immer erst im Nachhinein erkennen. Da heißt es für uns auch einmal abwarten und Tee trinken. Das geht uns natürlich oftmals gegen den Strich. Wenn ich doch Gottes geliebtes Kind bin und etwas von ihm erbitte, dann kann er mir diese Bitte doch auch sofort erfüllen?

Nehmen wir einmal an, Sie haben einen kleinen Jungen. Dieser möchte im zarten Alter von 4 Jahren allein auf der Straße Fahrradfahren. Erlauben sie ihm dies ? Natürlich nicht, er muss erst noch abwarten, bis er groß und reif genug dafür ist. Und so ist es auch bei manchen Gebeten, die Gott noch nicht sofort beantwortet. Vielleicht sind wir ja für das, was wir erbitten einfach noch nicht reif genug.

Dann hilft es übrigens auch nicht, wenn wir in operativer Hektik versuchen, das Steuer selber in die Hand zu nehmen und das aus eigener Kraft erreichen wollen, um was wir Gott gebeten haben. In aller Regel wird dies gründlich in die Hose gehen.

3. Das Nachfolgen

Gott geht an uns vorüber und wir können sein Wirken in unserem Leben also immer erst im Nachhinein spüren. Das heißt aber doch auch, dass Gott uns stets in unserem Leben vorangeht.

Wir haben ja nunmehr Winterzeit. Stellen wir uns vor, wir gehen mit unseren Kindern in einer unberührten Winterlandschaft spazieren. Vorneweg geht der Vater und die Kinder gehen artig hinterher und zwar genau in seinen Fußstapfen, weil dies den Gang wesentlich einfacher macht.

Genauso ist es bei uns Gotteskindern. Gott geht uns stets voran und das einfachste, was wir im Leben machen können ist, in diese Fußstapfen zu treten und ihm so nachzufolgen. Und was machen wir häufig? Wir preschen an Gott vorbei und bleiben im Tiefschnee des Lebens vor Erschöpfung stecken. Oder aber wir warten ganz einfach ab bis die Fußstapfen wieder vollgeschneit sind und wir sie als solche gar nicht mehr erkennen können. Auch dann bleiben wir irgendwann vor Erschöpfung im Schnee stecken.

Wie erkennen wir denn die Fußstapfen Gottes, in welchen wir ihm auf dem Fuße folgen sollen? Die grobe Richtung erkennen wir an Gottes Liebesbrief, den er uns geschrieben hat, der Bibel. Und die ganz persönlichen Fußstapfen erfahren wir von ihm persönlich, wenn wir uns aufmachen und mit ihm reden.

Und dann gilt es einfach loszumarschieren und dem nachzufolgen, der ganz bestimmt den rechten Lebensweg für uns kennt, der am besten für uns ist. Allen die dies tun, sei überdies noch gesagt, dass dieser Weg nicht mit unserem irdischen Tode endet. Als Gottes Kinder gehen wir diesen Weg einfach weiter mit ihm hinein in seine Ewigkeit. Sind das nicht ganz tolle Aussichten für dieses noch recht junge Jahr?

Wenn wir IHM nachfolgen, dann sprengen wir dadurch alle Bande unseres Lebens und sind wirklich frei. Dies beschreibt der Liederdichter Johann Ludwig Konrad Allendorf sehr schön in dem zweiten Vers seines Liedes „Jesus ist kommen…“ (EG 66), der da lautet, wie folgt:

Jesus ist kommen, nun springen die Bande,
Stricke des Todes, die reißen entzwei.
Unser Durchbrecher ist nunmehr vorhanden;
er, der Sohn Gottes, der machet recht frei,
bringet zu Ehren aus Sünde und Schande;
Jesus ist kommen, nun springen die Bande.

Der Herr segne Sich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen fröhlichen Start in die neue Woche.

Bleiben Sie alle wohl behütet.
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Sonntag, dem ersten Sonntag nach Epiphanias. Unser Predigttext besteht heute aus der Jahreslosung für das Jahr 2017. Lassen Sie uns diese zunächst einmal gemeinsam anschauen:

Jahreslosung 2017

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.

Liebe Gemeinde,

die jeweilige Jahreslosung soll uns ja jeden Tag des Jahres begleiten und uns auch eine Hilfe im Alltag sein. Wenn wir uns unsere Jahreslosung ein wenig eingehender betrachten, dann fallen drei Dinge auf, deren wir uns heute einmal annehmen wollen:

1. Ich schenke

Gott beschenkt uns, dies ist die zentrale Botschaft. Wir müssen und können uns gar nichts er- oder gar verdienen bei unserem Herrn. Gott liebt uns über alle Maßen. Deshalb möchte er uns auch immer wieder reichlich beschenken.

Gewiss, im Alltag, der ja jetzt wieder losgeht, vergessen wir dies immer wieder und nehmen die Geschenke Gottes gern als ganz normal hin. Oder aber als etwas, das wir uns schließlich selber verdient haben, also auch gefälligst einen Anspruch darauf haben.

Haben wir auf etwas in unserem Leben überhaupt einen Anspruch? Nein, den haben wir nämlich nicht. Wir haben keinen Anspruch auf körperliche Gesundheit. Wenn Gott sie uns schenkt, dann dürfen wir ihm auch im neuen Jahr dafür dankbar sein. Und da wir keinen Anspruch auf Gesundheit haben, dürfen wir auch Gott nicht an- oder verklagen, wenn wir erkranken.

Wir haben keinen Anspruch auf ein glückliches Familienleben. Wenn Gott uns dies schenkt, dann dürfen wir ihm danken und das so hohe uns anvertraute Gut auch pfleglich verwalten.

Wir haben schließlich auch keinen Anspruch auf einen tollen Job mit einem phantastischen Einkommen. Wenn Gott dies für uns bereithält können wir wieder nur eines tun, nämlich ihm von ganzem Herzen dafür danken, dass er es so gut mit uns meint.

Selbst wenn wir erkranken, unsere Familie sich auflöst und wir unseren Job verlieren dürfen wir immer ganz gewiss sein, dass im Hintergrund einer ist, der stets das Beste für uns will und der uns auch und gerade in solchen Situationen niemals alleine lässt. Auch dies ist letztendlich ein Grund dem Dank zu sagen, der uns vielleicht als einziger auch in trüben Tagen zur Seite steht.

2. Das Herz

Gott schenkt uns ein neues Herz. Gott lässt sich von allen finden, die ihn ernsthaft suchen. Wenn sich Gott finden lässt dann ist das Leben mit Gott natürlich noch nicht zu ende. Dann fängt es erst richtig an.

Gott ändert uns vom Zentrum her. Das Zentrum unseres Lebens ist das Herz, so sagt es uns unsere Bibel. Gott macht also nicht irgendwelche Kosmetik und bessert hier und da ein wenig aus, nein Gott erneuert den gesamten Menschen.

Gott erneuert uns Herz, also das Zentrum unseres Lebens. Er übernimmt die Herrschaft in unserem Leben, die wir bisher in der Hand zu haben glaubten. Vom Herzen her steuert Gott unser ganzes Leben auf eine neue Art und Weise, nämlich in seine Richtung.

Daher ist es auch vollkommen normal, wenn Christen, die Gott gefunden haben, für ihre Umwelt ein wenig seltsam erscheinen. Wenn nämlich ein anderer in ihrem Leben regiert, dann gelten fortan auch dessen Maßstäbe.
Und die werden von dem Menschen, der Gott gefunden hat so nach und nach in seinem Leben übernommen.

Da geht der Kollege eben nicht mehr mit zum Frühschoppen, sondern geht sonntags lieber in die Kirche um Gottes Wort zu hören. Da gibt es auf einmal keine Kavaliersdelikte mehr, die man macht hat, weil es ja alle tun.

Und da ist auf einmal der Blick nicht nur allein auf einen selber gerichtet. Nein, auf einmal nimmt man ganz bewusst die Menschen in der Umgebung war, die Hilfe so dringend benötigen. Früher da hat man diese einfach übersehen. Aber da Gott nicht nur das Herz, sondern alle Organe, somit auch die inwendigen Augen erneuert, erkennt man auf einmal ganz genau die Situationen, in welchen man gefordert ist.

3. Der Geist

Gott schenkt uns seinen Heiligen Geist. In dieser Form ist er allen Gläubigen zugänglich.

Wenn Gott uns ein neues Herz gegeben hat, dann bedeutet dies natürlich nicht, dass wir fortan als perfekte Heilige unser Dasein auf Erden fristen. Es ist stets noch etwas von unserer alten Natur in uns. Und daran erinnert uns auch der Gegenspieler Gottes, der Teufel, immer wieder nur all zu gern.

Und da kann es selbst einem gläubigen Menschen passieren, dass er in die Sündenfallen des Teufels hinein trappt. Wen man dies erkannt hat und es ehrlich bereut, nimmt Gott trotzdem nicht seine schützende Hand von uns weg. Nein der Heilige Geist ist um uns herum, um uns auch oder gerade in solchen Situationen zu trösten und uns wieder auf den rechten Weg zu bringen.

An den Heiligen Geist und damit an Gott persönlich können wir uns auch jederzeit mit all dem wenden, was uns ganz persönlich Sorgen bereitet, was uns bedrückt und was uns quält. ER möchte uns dies abnehmen und uns zur Seite stehen, damit wir auch diese Situationen meistern.

Und daran dürfen wir uns auch das ganze Jahr 2017 lang erinnern. Wir dürfen getrost unseres Weges gehen in der festen Gewissheit, dass Gott allzeit seine schützende Hand über uns hält. Egal was uns auch alles widerfahren mag. Alles, was uns widerfährt ist vorher, ich drücke es einmal etwas salopp aus „Von Gott genehmigt worden“. Und gerade deswegen dürfen wir auch die scheinbar nicht so tollen Situationen so annehmen, wie sie auf uns zukommen. Wir kennen ja schließlich den, der uns auch da durchführen wird.

Lassen Sie uns also ganz getrost und voll des Heiligen Geistes durch dieses Jahr gehen. Lassen Sie uns aber auch das Danken nicht vergessen.
Ich persönlich habe da ein kleines Ritual. Jeden Abend nehme ich mir 5 Minuten Zeit und lasse den Tag noch einmal in Gedanken in mir vorüberziehen unter dem Aspekt, wofür ich Gott denn an diesem Tage ganz besonders dankbar sein darf. Sie werden überrascht sein, was da so alles zusammenkommt.

Lassen Sie uns zum Abschluss gemeinsam in den 6. Vers des Liedes von Jochen Klepper „Der du die Zeit in Händen hast…“ (EG 64) einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Der du allein der Ewge heißt
und Anfang, Ziel und Mitte weißt
im Fluge unsrer Zeiten:
Bleib du uns gnädig zugewandt
und führe uns an deiner Hand;
damit wir sicher schreiten.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Bleiben Sie wohl behütet!
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Sonntag, dem letzten Sonntag nach Epiphanias. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 2. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 4, die Verse 6-10.
Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Denn Gott, der sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen heiligen Schein in unsere Herzen gegeben, dass durch uns entstünde die Erleuchtung zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi. Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns. Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um. Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unserm Leibe, damit auch das Leben Jesu an unserm Leibe offenbart werde.

Liebe Gemeinde,

der heutige Predigttext zeigt uns das Wesen des Glaubens und dessen praktische Konsequenzen für unser Leben auf. An drei Punkten weiht uns Paulus in das Glaubensleben ein. Lassen Sie uns diese drei Punkte einmal gemeinsam betrachten:

1 Achtung zerbrechlich

„Achtung zerbrechlich“, dies lesen wir häufig auf Paketen, die uns zugestellt werden und die eine leicht zu beschädigende Ware in sich tragen. Man muss also mit diesem Paket ganz vorsichtig umgehen, wenn man den Inhalt nicht beschädigen will.

So ein „Achtung zerbrechlich“ steht auch über unserem Glauben in dieser Welt. Daher ist es auch ganz wichtig, dass wir mit unserem Glauben ganz vorsichtig umgehen, ihn also stets und ständig pflegen.

Gott hat, wie wir es soeben gehört haben einen heiligen Schein in unsere Herzen gelegt. Durch diesen heiligen Schein haben wir wieder den direkten Zugang zu Gott. Indem der Herr Jesus alle unsere Sünden auf sich genommen hat, war für uns der bis dahin versperrte Weg zu Gott wieder frei.

Der Wege ist zwar bereitet, doch beschreiten müssen wir ihn schon selber. Es ist also nicht damit getan, dass wir wissen, dass wir wieder zu Gott kommen können, sondern wir müssen diesen Weg auch aktiv gehen.
Wir gehen ihn, wenn wir uns auf den Weg zu Gott machen. Immer, wenn wir mit ihm reden, benutzen wir diesen freien Weg zu ihm. Immer, wenn wir ihn in Gemeinschaft loben und anbeten sind wir auf diesem freien Weg zu Gott unterwegs. Immer, wenn wir sein Wort lesen oder hören, dann sind wir auf diesem guten Wege.

Der Glaube ist also kein passives Wissen, sondern immer auch ein aktives Tun.

2. Irdene Gefäße

Im Gegensatz zu Metall- oder Steingefäßen haben irdene Gefäße einen ganz gewaltigen Nachteil, sie können nämlich zerbrechen. Auf unseren Glauben übertragen, bedeutet dies, dass der Weg zu Gott für uns zwar wieder frei geworden ist, dieser Weg aber so blockiert werden kann, dass wir unverrichteter Dinge wieder umkehren und somit unser Glaube zu zerbrechen droht.

Das bedeutet de facto nichts anderes, als dass der Teufel während unseres ganzen Lebens versuchen wird, uns von dem guten Weg des Glaubens abzubringen. Jetzt dürfen wir uns den Teufel aber nicht als das gehörnte Tier aus dem Mittelalter vorstellen. Wäre er so klar zu erkennen, dann würde wohl keiner von uns diesem Teufel auf den Leim gehen.

Der Teufel, liebe Gemeinde, kommt indes auf samtenen Pfoten daher. Ich entführe Sie einmal in das damalige Paradies, wo die Schlange, also der Teufel, versuchte, Eva zu verführen. Er machte das nicht plump und direkt.

Ganz listig gab er sich als großer Gotteskenner aus (was er ja auch tatsächlich ist) und stellte die Anweisung Gottes mit den Worten: „Ja, sollte Gott gesagt haben…“ in Frage. Was dann kommt ist eigentlich nichts anderes als eine Verführung durch die geschickte Verdrehung des Wortes Gottes. Und der Teufel ist dabei so geschickt und listig, dass uns dies heute meist ebenso wenig auffällt, wie es der Eva im Paradies aufgefallen ist.

Nur haben wir heute einen entscheidenden Vorteil. Wir kennen die Absicht des Teufels, die er gegenüber uns hegt. Und wir kennen unseren Herrn Jesus Christus, den wir immer und überall zu jederzeit um seinen Beistand bitten dürfen, damit wir nicht auf die Tricks des Teufels hineinfallen.

Wir sollen also den heiligen Schein in uns pflegen und höllisch aufpassen, dass wir dem Teufel nicht auf den Leim gehen. Wenn wir dies tun, dann hat das für unser Leben ganz praktische Konsequenzen.

3. Die Konsequenzen

Gott, liebe Gemeinde, lässt keinen im Stich, der ihn ehrlichen Herzens sucht und er auf seinen Pfaden wandelt. Das hatte auch schon der Apostel Paulus erkannt und beschreibt uns, was Gott im Leben seiner Kinder ganz praktisch macht.

1. Trotz aller Bedrängung haben wir keine Angst mehr. Egal, was die Welt oder der Teufel für uns bereit hält. Für uns gilt stets und ständig:
„Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem Herrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe.“ (Psalm 91,1-2) Und diese Hoffnung wird unser Herr niemals enttäuschen.

2. Wir verzagen nicht. Verzagen ist ja ein Wort, welches nicht mehr unbedingt zu unserem natürlichen Sprachschatz gehört. Verzagen bedeutet, an etwas so sehr zu zweifeln, dass man den Mut bzw. den Glauben daran verliert.

Natürlich zweifeln auch Christen. Ich habe noch keinen echten Christen kennengelernt, dessen Leben nicht ab und wann von heftigen Zweifeln durcheinander gerüttelt worden ist. Wenn wir uns in diesen Nöten an den einen wenden, der uns versprochen hat: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Matthäus 28, 18), dann macht dieser eine auch diese Verheißung wahr und zieht uns aus unseren Zweifeln heraus wieder zu sich an sein liebendes Herz.

3. Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. In Deutschland ist von einer Christenverfolgung derzeit nichts zu spüren. Aber schauen wir uns doch nur einmal Christen an, die als Flüchtlinge zu uns gekommen sind und immer noch kommen. In vielen dieser Länder werden unsere Brüder und Schwestern verfolgt bis in den Tod hinein. Paulus will uns zwar nicht ermuntern den Weg eines Märtyrers zu gehen, um dann Gottes Kraft direkt spüren zu können. Das wäre ja auch fatal.

Aber Paulus will uns auch auf derartige Geschehnisse und andere Unbillen unseres Lebens vorbereiten, indem er uns sagt, dass auch in den dunkelsten Stunden unseres Lebens immer einer an unserer Seite steht, der uns auch durch unser ganz persönliches Leid hindurch trägt und führt.

Wenn wir dies alles bedenken, dann gibt es doch wirklich kein schöneres Leben, als das eines Jesusjüngers, der auf den Pfaden seines Meisters wandelt. Lassen Sie uns dieses Wissen doch gemeinsam in die Welt hinaustragen.

Erbitten wir doch den Segen des Herrn auf diesen unseren Wegen mit dem 4. Liedvers des Liedes von Dieter Trautwein „Komm Herr, segne uns…“
(EG 170), der da lautet, wie folgt:

Komm, Herr, segne uns, dass wir uns nicht trennen, sondern überall uns zu dir bekennen.
Nie sind wir allein, stets sind wir die Deinen.
Lachen oder Weinen wird gesegnet sein.

Der Herr segne Dich und behüte dich
Der Herr lasse sein Licht leuchten über Dir und sei Dir gnädig Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 1. Sonntag nach Epiphanias. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 12.
Kapitel des Römerbriefes, die Verse 1-3. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Das Leben als Gottesdienst

Ich ermahne euch nun, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ist. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.

Liebe Gemeinde,

in unserem heutigen Gottesdienst geht es also um den Gottesdienst. Was zunächst wie eine nette Wortspielerei anmutet, hat, wie wir es soeben gehört haben, einen tieferen Sinn. Paulus stellt uns heute einmal vor, was denn der rechte Gottesdienst ist. Lassen Sie uns gemeinsam einmal anschauen, wie er denn aussieht, der rechte Gottesdienst.

1. Leben als Gottesdienst

Gottesdienst ist sicherlich auch die heutige Stunde am Sonntag, die wir gemeinsam erleben dürfen. Aber Gottesdienst ist weit mehr als das. Unser gesamtes Leben soll ein Gottesdienst sein, ein Dienst also an und für Gott. So sieht es jedenfalls der Apostel Paulus.

Mein Leben besteht nun einmal auch aus meiner körperlichen Hülle, meinem Leib. Diesen soll ich Gott hingeben als ein Opfer. Das heißt nichts anderes, als dass ich meinem Herrn meinen Körper zur Verfügung stellen soll, damit er durch diesen Körper hindurch wirken kann.

Das bedeutet aber auch, dass ich auf meinen Körper achten muss, damit Jesus ihn als „Gebrauchswerkzeug“ benutzen kann. Wenn ich das Vehikel bin, durch das Jesus wirkt, dann muss ich dieses Vehikel auch in Schuss halten.

Vergleichen wir dies doch einmal mit unserem Auto. Damit es sicher seinen Dienst versieht, fahren wir regelmäßig zur Inspektion. Damit wir überhaupt damit fahren können, müssen wir es mit Kraftstoff befüllen. Die Tankstelle unseres Körpers ist unsere Gemeinschaft, die wir heute Morgen pflegen. Der Kraftstoff ist das Wort Gottes. Und die regelmäßige Inspektion ist mein ganz intimes Gespräch mit unserem Herrn, in welchem er mir zeigt, was noch in Ordnung ist und indem er mir auch zeigt, was vielleicht doch erneuerungsbedürftig ist.

Wenn wir uns mit unserem Auto auf Reisen begeben, dann fahren wir sicherlich alle sehr umsichtig, achten auf die Verkehrsregeln und versuchen alles zu vermeiden, was uns und anderen Schaden zufügen könnte.

Machen wir dies doch genauso mit unserem Körper. Gehen wir pfleglich mit ihm um, muten wir ihm nicht etwas zu, was ihm Schaden zufügen könnte und achten wir darauf, dass wir nicht anderen Menschen durch unseren Körper (zB. auch durch unsere Zunge) Schaden zufügen.

2. Erneuerung des Sinnes

Äußerlich haben wir nun alles getan, damit der Herr unser Vehikel auch benutzen kann. Aber was genau wir tun sollen, das wissen wir immer noch nicht so richtig. Und hier schreibt uns der Apostel Paulus, dass wir zunächst unsere Sinne erneuern müssen, damit wir prüfen können, was denn der Wille Gottes ist.

Viele von uns haben sicherlich eine Satellitenschüssel auf dem Dach oder auf dem Balkon, mit welcher wir unzählige Fernsehprogramme empfangen können. Wenn wir diese Satellitenschüssel aufstellen, dann müssen wir sie genau auf einen Satelliten ausrichten. Wenn wir dies nicht tun, dann sehen wir überhaupt nichts. Kein Empfang, Ende Aus, wir stehen vor einem schwarzen Bildschirm.

Im übertragenen Sinne müssen wir die Satellitenschüssel unseres Lebens auf Gott ausrichten, damit wir seine Worte an uns empfangen und auch verstehen können. Wenn wir dies nicht tun, dann können wir auch nicht erkennen, was denn Gott genau von uns als Gottesdienst will.

Das ist übrigens auch ein Punkt, warum so viele Menschen Schwierigkeiten mit dem Glauben haben. Ihre Satellitenschüsseln sind eben noch nicht auf Gottes Programm ausgerichtet.

Aber wie machen wir das eigentlich, die Sache mit der Ausrichtung der Satellitenschüssel? Nun dazu sagt uns der Apostel Paulus:

3. Seid lebendig uns heilig

Lebendig und heilig sollen wir unseren Gottesdienst ausüben. Nun, lebendig sind wir alle, sonst würden wir heute Morgen nicht hier sitzen.
Aber, liebe Gemeinde, ich glaube, das ist hier nicht mit lebendig gemeint.

Paulus meint, dass wir den rechten Gottesdienst nur ausüben können mit einem lebendigen Geist. Unser natürlicher geistlicher Zustand ist der des Todes. Nur, wenn wir diesen Zustand vor Gott bekennen und anerkennen, dass wir nichts anderes als Sünder sind, dann kann er unseren Geist aufwecken.

Wenn wir unseren Herrn bitten, uns unsere Sünden zu vergeben, wir unsere Sünden also inständig bereuen und wissen, dass nur er allein uns helfen kann, dann wird er uns auch zur Seite stehen und uns unsere Sünden vergeben.

Wenn wir diesen Schritt des Ihm-Ganz-Gehörens gemacht haben, dann wird er auch unseren toten Geist mit Leben erfüllen. Und mit diesem Leben, welches in unseren Geist einzieht mit diesem Leben sollen wir fortan unserem Herrn dienen als ein wahrer Gottesdienst.

Gottesdienst ist also weit mehr als eine Stunde in der Woche brav in der Kirchenbank sitzen. Gottesdienst ist unser ganzes Leben.

Jetzt sollten wir noch ganz kurz auf die Eigenschaft „heilig“ eingehen.
Lebendig hatten wir ja gerade schon erklärt. Indem der Herr uns unsere Sünden vergeben hat sind wir heil geworden. Und als diese heilgemachten Menschen, also als diese Heiligen im wortwörtlichen Sinne sind wir berufen unseren Mitmenschen ebenfalls diesen Weg des Heils weiterzugeben.

Das können wir mit Herzen Mund und Händen tun. Wie wir es tun sollen, liebe Gemeinde, da dürfen wir ganz auf Gott vertrauen. Wenn wir unsere Antennen auf Empfang gestellt haben, dann wird er uns schon wissen lassen, was wir wann und wo in seinem Namen tun sollen.

Das setzt natürlich auch voraus, dass wir uns die Zeit nehmen, auf sein Wort zu hören, bzw. auf das, was er uns ganz persönlich sagen will. Ich weiß, wir leben alle in einer hektischen Zeit. Aber wir können uns bestimmt in unserem Alltag täglich ein paar Minuten der Ruhe gönnen. Sei es dadurch, dass wir unseren Wecker 10 Minuten eher klingeln lassen, sei es, dass wir auf dem Weg zur Arbeit mit unserem Herrn reden, oder aber eine tägliche Arbeitspause dazu benutzen, vor ihm stille zu sein.

Bitten wir unseren Herrn doch gemeinsam um seine Führung hier auf Erden mit dem 9. Vers des Liedes „Großer Gott, wir loben dich…“ (EG 331) von Ignaz Franz, der da lautet, wie folgt:

Sieh dein Volk in Gnaden an. Hilf uns, segne, Herr, dein Erbe; leit es auf der rechten Bahn, dass der Feind es nicht verderbe.
Führe es durch diese Zeit, nimm es auf in Ewigkeit.

Der Herr segne dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag, dem letzten Sonntag nach Epiphanias. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei Matthäus im 17. Kapitel, die Verse 1-9. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und nach sechs Tagen nahm Jesus mit sich Petrus und Jakobus und Johannes, dessen Bruder, und führte sie allein auf einen hohen Berg. Und er wurde verklärt vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. Und siehe, da erschienen ihnen Mose und Elia; die redeten mit ihm. Petrus aber fing an und sprach zu Jesus:
Herr, hier ist gut sein! Willst du, so will ich hier drei Hütten bauen, dir eine, Mose eine und Elia eine. Als er noch so redete, siehe da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören. Als das die Jünger hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschraken sehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührte sie an und sprach: Steht auf und fürchtet euch nicht! Als sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie niemand als Jesus allein. Und als sie vom Berge hinabgingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt von dieser Erscheinung niemandem sagen, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei.

Liebe Gemeinde,

schon eine sonderbare Geschichte, die wir soeben gehört haben. Wenn wir das Geschehen zusammenfassen wollten, dann könnten wir dies mit der Schlagzeile „Himmel und Erde treffen aufeinander“ ganz trefflich beschreiben. Was passiert denn da, wenn Himmel und Erde derart
aufeinandertreffen? Lassen Sie uns gemeinsam einmal betrachten, wie die Beteiligten damit umgehen.

1. Die Reaktion der Jünger

Wenn wir etwas Wunderbares erleben, dann möchten wir dies am liebsten für die Ewigkeit festhalten. Darum machen wir schließlich auch Urlaubfotos, Hochzeitsfotos und viele andere Fotos von Geschehnissen, die uns emotional berühren.

So auch die Jünger. Sie wollten diesen magischen Moment nicht nur festhalten, sondern ihn festzementieren, sodass sie permanent an dem, was gerade geschehen war, immer wieder teilhaben konnten.

Wenn ich mir dies so anschaue, dann könnte man fast sagen, die Jünger wollen Kirchen bauen, um Gott darin und damit festzuhalten. Ist es nicht das, was wir auch immer wieder gern versuchen? Wir bauen Gotteshäuser, setzen unser Sonntagsgesicht auf, wenn wir diese besuchen, verlassen sie wieder und sind wieder ganz in unserem Alltagstrott angelangt.

Gewiss, wir brauchen Gotteshäuser und Kirchen. Aber nicht weil Gott darin wohnt und sonst nirgends und wir ihm nur dort begegnen können. Wir brauchen christliche Versammlungsstellen, wo wir als Gemeinde zusammenkommen und uns stärken, Gott anbeten und einander begegnen
können. Immer dann, wenn wir versuchen, Gott in eine Kirche einzusperren, werden wir es erleben, dass Gott viel zu groß und zu mächtig ist, um sich in eine wie auch immer erbaute Kirche einsperren zu lassen. Wir haben eine frohe Botschaft. Diese sollen wir aber nicht als internes Kirchengeheimnis hüten, sondern in die Welt hinaustragen.

2. Die Reaktion Gottes

Wenn uns etwas nicht in den Kram passt, dann reageren wir meist ein wenig säuerlich oder „verschnupft“. So könnte man es doch auch von Gott erwarten, nachdem seine Jünger versuchten, das Gesehene festzuhalten.

Zunächst einmal allerdings sieht Gott das Herz an. Und das Herz der Jünger war von lauterer Absicht erfüllt. Sie wollten ja nur etwa „Gutes“ tun. Daher trifft sich auch nicht der heilige Zorn Gottes sondern, wie wir lesen wurden sie von einer lichten Wolke überschattet. Zahlreiche Ausleger sehen in dieser Erscheinung eine göttliche Erleuchtung, welche die Jünger trifft. Nehmen wir es einfach mal so hin.

Mit der Erleuchtung schlechthin ist es aber nun mal nicht getan. Es kann hell um mich werden und ich tappe immer noch im Dunkeln. Es muss also noch mehr kommen. Und so kam es denn auch. Der allmächtige Gott höchstpersönlich redete mit den Jüngern.

Erwarten würden wir eine mehrstündige Regierungserklärung mit allem was dazugehört. Aber das war nicht der Fall. Das einzige, was Gott den Jüngern mitteilte ist „Hört auf meinen Sohn.“ Punkt. Ende.

Liebe Gemeinde, dieser einfache kleine, für jedermann verständliche Satz galt nicht nur den Jüngern vor 2000 Jahren. Dieser Satz gilt auch heute noch. Er gilt allen Menschen, die auf Erden wohnen. Egal, welcher Hautfarbe, welcher Abstammung und welcher sozialer Stellung die Menschen sind. Allen Menschen ruft Gott auch heute noch zu: „Hört auf meinen Sohn.“

Und dieses „Hören“ hat auch einen zeitlichen Rahmen. Nicht eine Stunde in der Woche, vorzugseise sonntags von 10.00 bis 11.00 Uhr sollen wir dies tun, nein der Zeitraum des Hörens beträgt genau 24 Stunden am Tag, 7 Tage in der Woche und das jede Woche.

Wir können dieses Hören ruhig mit einer Schule vergleichen. Wir alle, die wir irgendwann mit Jesus angefangen haben, wir alle haben doch die Jüngerschulbank gedrückt. Wir waren doch alle nicht perfekt und sind es auch heute nicht, aber wir lernen täglich dazu. Und wenn wir etwas lernen wollen, dann müssen wir zunächst einmal auf den Lehrer hören. Danach kommt der Vorgang des Verstehens. Und dann kommt der Königsweg des Lernens, nämlich die Anwendung im täglichen Leben.

Jesus hören und lesen können wir im Gottesdienst und im eigenen Studium der Bibel. Nehmen wir uns doch einmal in diesem Jahr die vier Evangelien vor. Lesen wir doch einmal ganz intensiv, was Jesus uns direkt sagt. Wenn wir etwas nicht sofort verstehen, dann bitten wir doch unseren Herrn, dass er uns helfen möge, sein Wort zu verstehen. Die Anwendung im täglichen Leben dürfte das eigentlich schwierige sein. Lesen wir doch alle in der nächsten Woche einmal die Bergpredigt (Matthäus 5-7) Und dann machen wir doch alle gemeinsam den Versuch, das, was wir dort
gelesen haben 1: 1 in die Tat umzusetzen.

Ich muss kein Prophet sein um schon jetzt zusagen, dass dies nicht klappen wird. Wenn wir die Begpredigt wirklich in die Tat umsetzen wollen, dann können wir dies niemals aus eigenen Stücken tun, wir benötigen dabei immer wieder den Beistand unseres Herrn. Alleine schaffen wir dies einfach nicht.

3. Die 2. Reaktion der Jünger

Als die Jünger die Worte des allmächtigen Gottes hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschraken. Auf unser Angesicht fallen das würden wir wohl alle tun, wenn Gott der Herr so direkt mit uns sprechen würde. Allerdings haben diese Reaktionen noch einen Hintergrund. Warum erschraken denn die Jünger? Es ist doch eigentlich toll, dem allmächtigen Gott zu begegnen. Endlich einen direkten Beweis, dass es ihn auch tatsächlich gibt.

Aber im Angesicht des lebendigen Gottes werden wir eines oder haben wir alle eines bereits erfahren. Wir haben erfahren, dass wir ganz, ganz arme Sünder sind, die ohne die Gnadentat unseres Herrn gar nicht mehr die Möglichkeit haben in Gottes Gegenwart zu kommen, geschweige denn
dereinst in der Ewigkeit bei ihm zu wohnen. Und wenn ich dies erfahren habe, dass ich so wie ich bin gar nicht vor Gott erscheinen kann, dann ist dies für einen Weltmenschen schon erschreckend.

Wenn ich dies erfahren habe, dann kann ich doch nur eines tun, nämlich vor Gott niederfallen und ihn anbeten. Und genau dieses taten dann auch die Jünger. Und das sollten wir auch tun, uns immer wieder beugen vor dem allmächtigen Gott. Jemand hat einmal einen schönen Satz gesagt: „Nur wer vor Gott in die Knie geht kann vor den Menschen aufrecht stehen.“

Aber die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Nachdem wir unsere Schuld erkannt haben und unsere Knie vor Gott gebeugt haben kommt Jesus zu uns und richtet uns wieder auf.

Zuerst kommt die Schulderkenntnis, dann die Buße und die Reue und dann das wirklich wunderbare, dann richtet unser Herr uns auf und bietet uns an, den weiteren Lebensweg mit ihm zusammen zu gehen. Wir müssen nur sein Angebot annehmen.

Wenn wir dies tun, dann können wir das erleben, was John Wesley so schön beschrieben hat, als er sagte: „Bei wem Christus im Herzen wohnt, der trägt den Himmel immer mit sich, ganz gleich an welchem Ort.“

Den Himmel bereits im Herzen tragen, dies beschreibt der Liederdichter Paul Gerhardt sehr schön in dem 6. Vers seines Liedes „Ich bin ein Gast auf Erden…“ (EG 529), der da lautet, wie folgt:

So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt,
doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt.
Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt,
da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird.

Der Herr behüte Dich mit seiner ganzen Liebe allezeit auf deinem Lebensweg
Der Herr lasse Dich immer wieder seine Gegenwart und Liebe spüren
Der Herr Der Herr lasse Dich jetzt schon ein Stück weit den Himmel
spüren und erleben

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber