Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Buß- und Bettag. Den Predigttext für den heutigen Tag finden wir bei dem Propheten Jesaja im 1. Kapitel, die Verse 10-18. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Höret des Herrn Wort, ihr Herren von Sodom ! Nimm zu Ohren die Weisung unsres Gottes, du Volk von Gomorra ! Was soll mir die Menge eurer Opfer ?, spricht der Herr. Ich bin satt der Brandopfer von Widdern und des Fettes von Mastkälbern und habe kein Gefallen am Blut der Stiere, der Lämmer und Böcke. Wenn ihr kommt, zu erscheinen vor mir- wer fordert denn von euch, dass ihr meinen Vorhof zertretet ? Bringt nicht mehr dar so vergebliche Speisopfer ! Das Räucherwerk ist mir ein Gräuel !
Neumonde und Sabbate, wenn ihr zusammenkommt, Frevel und Festversammlung mag ich nicht ! Meine Seele ist Feind euren Neumonden und Jahresfesten; sie sind mir eine Last, ich bin’s müde, sie zu tragen. Und wenn ihr auch eure Hände ausbreitet, verberge ich doch meine Augen vor euch; und wenn ihr auch viel betet, höre ich euch doch nicht; denn eure Hände sind voll Blut. Wascht euch, reinigt euch, tut eure bösen Taten aus meinen Augen, lasst ab vom Bösen ! Lernt Gutes tun, trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten, schafft den Waisen Recht, führt der Witwen Sache ! So kommt denn und lasst uns miteinander rechten, spricht der Herr. Wenn eure Sünde auch blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden, und wenn sie rot ist wie Scharlach, soll sie doch wie Wolle werden.

Liebe Gemeinde,

ein ganz schön hartes Wort, was wir soeben gehört haben. Und dabei sind es nicht die Worte Jesajas, die er zu dem Volk Israel spricht, sondern die Worte des lebendigen Gottes, die dieser durch seinen Propheten direkt zu dem Volk spricht. Schauen wir uns dies doch einmal etwas genauer an.

1. Der Status Quo

Gott hat allen Grund diese Worte in dieser ungewohnten Härte an sein Volk zu richten.

Der Grund ist schlicht und einfach derjenige, dass alle Menschen gottlos geworden waren. Es gab keine religiösen Lehrer und Führer mehr. Jeder machte, was er wollte und niemand, was er eigentlich tun sollte.

Und wenn man das monate- und jahrelang gemacht hat, dann wird man allmählich taub für das Wort Gottes. Und deshalb wählt Gott auch zu Beginn seiner Botschaft die Ortschaften Sodom und Gomorra.

Wenn wir uns erinnern an Lot, der ja ein Einwohner von Sodom war, wie er und die seinen von den Engeln Gottes gerettet wurden, bevor der Herr Feuer vom Himmel fallen ließ und Sodom und Gomorra vernichtete. Nicht nur die Stadt, sondern auch alle Einwohner darin wurden getötet.

Das gleiche Schicksal droht Gott nunmehr den Israeliten durch den Propheten Jesaja an. Vermutlich werden sie gesagt haben: Aber wir opfern dir doch ! Aber wir gehen doch regelmäßig in die Versammlungen ! Aber wir beten doch auch !
Das alles, liebe Gemeinde zählt nicht vor Gott.

Mit rituellen Handlungen können wir bei Gott keinen Blumentopf gewinnen. Gott will unser Herz und nicht unsere frommen Rituale.

Es sah also ziemlich düster aus für die Israeliten. Das Schicksal von Sodom und Gomorra vor Augen und dann auch noch die Botschaft, dass religiöse Rituale, auf deren Einhaltung sie sich viel eingebildet hatten, auch nicht vor dem Untergang retten können. Schlimmer geht’s kaum noch.

2. Bitte wenden

Gott wäre nicht Gott, wenn er nicht auch eine Botschaft senden würde, welche die Möglichkeit der Errettung aufzeigt.

Lasst ab vom Bösen und lernt Gutes zu tun. So haben wir es in unserem Predigttext gehört. In der Praxis bedeutet dies, dass ich mich abkehren soll von allem, was Gott nicht gefällt. Und ich soll mich hin kehren zu allem, was Gott gefällt.

Dass dies nicht einfach sein würde, das sagt Gott schon mit dem kleinen Wort „lernen“. Wer jahrelang nur in Sünden gelebt hat, der wird immer mal wieder in alte Verhaltensmuster zurückfallen. Daher spricht Gott hier auch von einem Lernprozess, den die Israeliten zu durchlaufen hatten.

Helft den Unterdrückten, passt auf die Waisen auf und achtet auf die Witwen. Dies waren in der damaligen Zeit die schwächsten Glieder der Gesellschaft. Sie hatten keinen Fürsprecher und einen Sozialstaat wie wir ihn heute kennen den gab es damals noch nicht.

Schaut nicht nach den Oberen, die euch sagen wollen, was ihr zu tun habt, sondern schaut nach denen ganz unten, die ganz dringend eurer Hilfe bedürfen. Das ist die Ansage Gottes an sein Volk.

So, und jetzt wird es noch ein wenig juristisch. Wir haben in unserem Text das Wort „rechten“ gehört. Dies ist ein veraltetes Wort für einen juristischen Vergleich.

Wenn Kläger und Beklagter vor Gericht stehen und sich doch noch einig werden, dann wird ein Vergleich geschlossen. Die Klage wird fallengelassen und es kommt auch zu keinem Urteil.

Dies verspricht der allmächtige Gott seinem Volk, wenn es sich von seinem bisherigen Weg abkehrt und zu ihm zurückkehrt.

3. Heute 2020

Heute ist ja Buß- und Bettag. Was dies im Alten Testament bedeutete, das haben wir soeben gehört. Wie schaut es denn heute bei uns aus ?

Es werden ja schon Stimmen laut, die uns mit Sodom und Gomorra auf die gleiche Stufe stellen. In Deutschland, so habe ich es gelesen, gehören nur noch rund 50 % der Bevölkerung einer Kirche an. Der Rest ist entweder ausgetreten oder bezeichnet sich als Atheisten.

Wenn ich dann auf die sexuelle Unmoral schaue, die an allen Ecken und Enden ausgeübt wird, wenn ich an die Ehe für alle denke oder aber an die vielen Schwangerschaftsabbrüche, dann möchte ich fast zustimmen.

Aber, liebe Gemeinde, darum geht es ja gar nicht. Egal, wie oft wir beten, egal, wie oft wir in den Gottesdienst gehen und egal, wie viele gute Taten wir ausüben, eines bleibt bestehen: Wir sind alle Sünder und bedürfen der Erlösung von unseren Sünden.

Jede kleine Sünde, auch die allseits so beliebte Notlüge reicht für den Gang in die Hölle aus, wenn nicht vorher für diese Sünde bezahlt wurde.

Seit Jesu Erlösungstat am Kreuz ist für all unsere Sünden bereits bezahlt worden. Und wer dies im Glauben annimmt und dem Herrn Jesus sein Leben übergibt, der darf sich auf diese Bezahlung berufen.

Unsere Bekehrung ist also nichts anderes als das, was Gott von den Israeliten verlangte: Eine Abkehr von allem Bösen und eine Hinkehr zu allem, was Gott gefällt. Denn dies ist die logische Konsequenz davon, wenn ich Jesus mein Leben übergebe. Dann kann und will ich nicht so bleiben, wie ich bin, dann will ich nach seinen Regeln leben.

Jetzt haben wir den Bußtag also „erledigt“. Aber was ist mit dem Bettag gemeint ? Nun, Beten ist ja nichts anderes als reden mit Gott. Wenn ich so leben möchte, wie es ihm gefällt, dann muss ich ja auch eine Beziehung zu ihm aufbauen. Wenn ich dies nicht mache, dann trete ich irgendwie auf der Stelle.

Also gehören Umkehr, Buße und Beten zusammen. Natürlich werden wir auf Eden niemals perfekt werden. Das sind wir erst im Himmel. Nur unser Herz und unsere Gesinnung sollen allein dem gehören, der bei uns ist alle Tage bis an der Welt Ende. Und somit ist Buß- und Bettag keine statische Größe sondern ein dynamischer Prozess, der wenn wir es so wollen, jeden Tag praktiziert werden sollte.

Bringen wir doch jeden Abend all das vor Gott, was aus unserer Sicht falsch gelaufen ist und bitten ihn, uns diese Taten, Worte und Gedanken zu vergeben und uns weiterhin auf rechtem Wege zu führen.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den ersten Vers des Liedes „Nun gehören unsre Herzen…“ von Friedrich von Bodelschwingh einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Nun gehören unsre Herzen ganz dem Mann von Golgatha,
der in bittern Todesschmerzen das Geheimnis Gottes sah,
das Geheimnis des Gerichtes über aller Menschen Schuld,
das Geheimnis neuen Lichtes aus des Vaters ewger Huld.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen Buß- und Bettag. Vielleicht fangen wir ja gleich heute Abend mit unseren ganz persönlichen Buß- und Betttagen an ?

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Gottesdienst zum Buß- und Bettag im Jahre 2017. Den Predigttext für den heutigen Gottesdienst finden wir im 12. Kapitel des Matthäusevangeliums, die Verse 33-35. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:


Vom Baum und seinen Früchten

Nehmt an, ein Baum ist gut, so wird auch seine Frucht gut sein; oder nehmt an, ein Baum ist faul, so wird auch seine Frucht faul sein. Denn an der Frucht erkennt man den Baum. Ihr Schlangenbrut, wie könnt ihr Gutes reden, die ihr böse seid? Wes des Herz voll ist, des geht der Mund über. Ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus dem guten Schatz seines Herzens; und ein böser Mensch bringt Böses hervor aus seinem bösen Schatz.


Liebe Gemeinde,

im Rahmen meiner Ausbildung durfte ich auch einmal an einer Coaching-Tagung teilnehmen. Dort bekamen wir gelehrt, dass Kritik an dem Verhalten einer Person stets mit der positiven Seite beginnen sollte. Steht ja auch schon in der Bibel dachte ich bei mir, aber trotzdem gut, dass man mal wieder daran erinnert wurde. Lassen Sie uns doch heute einmal darüber nachdenken, was uns unser „Coach“ Jesus mit diesen, seinen Worten sagen möchte:

1. Der gute Baum

Die Gärtner und die Hobbygärtner unter uns werden das Problem sicherlich kennen: Da pflanzt man einen Baum in den Garten, macht alles genau nach Vorschrift und dann will das blöde Ding nicht angehen. In den allermeisten Fällen, so habe ich mir sagen lassen, liegt an an dem verkehrten Boden, in welchen man den Baum eingepflanzt hat.

Wenn wir dieses Beispiel auf unseren heutigen Predigttext übertragen, dann können wir sagen, dass der gute Boden, also der Boden der einen Baum gedeihen lässt unser Herr Jesus Christus ist.

Wenn ich meinen Lebensbaum von dem guten Boden ernähren lasse, dann kann ich sicher sein, dass er stets Nährstoffe in ausreichender Menge bekommt, um zu wachsen, zu gedeihen und Früchte zu tragen.

Zunächst einmal bekehrt sich der neue Christ zu seinem Herrn. Das heißt der Lebensbaum wird in den guten Boden eingepflanzt. Dann wächst er ganz langsam und ernährt sich und seine Seele und seinen Geist von dem Worte unseres Herrn. Er wächst immer weiter bis er eines Tages Früchte trägt.

Diese Früchte, also Konsequenzen aus einem gelebten Leben als Christ kommen aber niemals von uns selber, sondern immer von unserem Herrn. Deshalb ist es ganz wichtig, dass wir mit unseren Wurzeln stets in gutem Boden bleiben. Pflanzen wir unseren Baum aus, dann bleiben auch die Früchte aus.

2. Der faule Baum

Nicht jeder, liebe Gemeinde, geht in seinem Leben diesen Schritt, dass er seinen Lebensbaum in gute Erde pflanzt. Wenn wir nur einmal bedenken, dass rund 95 % der Menschen in Deutschland mit dem wahren Christenleben nichts zu tun haben wollen, dann verwundert uns manche Entwicklung in unserer Gesellschaft gar nicht mehr.

Die Nährstoffe, die dieser Baum bekommt, sind niemals von großer Dauer und tragen auch keine Früchte. Ja, liebe Gemeinde, letztendlich lassen sie diesen Baum sogar absterben. Wie sehen sie denn aus, die Nährstoffe dieses Baumes?

Da ist zum Beispiel das Frühstück namens Schule, Ausbildung und Karriere. Schon mit dem Schuleintritt werden die Helden von morgen auf Karriere getrimmt. Da ist es natürlich wichtiger, dass man Englisch lernt, anstatt am Religionsunterricht teilzunehmen.

Da kommt dann der Mittagstisch namens Egoismus. Hauptsache mir geht es gut, was gehen mich schließlich die anderen an. Hauptsache ich habe von allem stets und immer mehr als genug. Die anderen müssen sich schon um sich selber kümmern.

Und dann kommt noch das Abendbrot namens Selbstzufriedenheit. Da hat man sein Lebenswerk erreicht und schaut zufrieden zurück, was man mit eigener Hände Arbeit nicht alles erreicht hat. Und das alles ohne den Gott, den die armen Schlucker verehren. Hätten sie in ihrem Leben mehr gearbeitet und nicht so viel Zeit für die anderen investiert, ginge es ihnen heute auch so gut wie mir.

Leider bemerkt dieser Baum gar nicht, dass seine Seele so nach und nach abstirbt und dass mit ihr der gesamte Baum abstirbt. Und was macht man mit so einem Baum? Richtig, man haut ihn ab und wirft ihn ins Feuer. Damit ist natürlich die Hölle, also die ewige Verdammnis gemeint.

3. Buß- und Bettag

Liebe Gemeinde, was wir gerade gehört haben, das klingt natürlich alles andere als verlockend. Aber wir sollen dem Worte Gottes nichs hinzufügen, aber auch nicht das negative verschweigen.

Leider ist es in vielen Gemeinschaften so, dass zwar der Himmel gepredigt wird, aber die Hölle schön beiseitegelassen wird. Man will es sich ja schließlich nicht mit der Gemeinde verderben. Das ist zwar verständlich, aber eben einfach falsch.

Auch wenn wir gerade gehört haben, was mit dem faulen Baum passiert, so ist dieses ja nicht in Stein gemeißelt. Auch der Christ, der nur in der Welt lebt hat jeden Tag auf’s Neue die Möglichkeit dass sein Lebensbaum in gute Erde versetzt wird.

Er muss nur aufrichtigen Herzens Buße tun und zu dem Herrn umkehren. Der wird seinen Baum nehmen und ihn in die Erde versetzen, welche ihn wachsen, gedeihen und Früchte tragen lässt.

Und genau von dieser „Chance des Lebens“ sollten wir all unseren Mitmenschen erzählen, deren Baum eben noch nicht in guter Erde verwurzelt ist. Natürlich ernten wir dabei auch hämische Kommentare. Abe die musste sich Jesus schließlich auch  gefallen lassen. Und mit ihm an unserer Seite prallen auch diese Kommentare an uns ab.

Ein Christ, der seinen Baum in guter Erde weiß, der kann fröhlichen Herzens in den 5. Vers des Liedes „Nimm von uns Herr, du treuer Gott…“ (EG 146) von Martin Moller einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Leit uns mit deiner rechten Hand und segne unser Stadt und Land;
gib uns allzeit dein heilig Wort, behüt vors Teufels List und Mord;
ein selig End wollst uns verleihn, auf dass wir ewig bei dir sein.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Abend und verabschiede mich bis zum nächsten Sonntag, dem Ewigkeitssonntag.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Buß- und Bettag des Jahres 2015. Den Predigttext für den heutigen Tag finden wir bei Lukas im 13. Kapitel, die Verse 6-9. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Das Gleichnis vom Feigenbaum

Er sagte ihnen aber ein Gleichnis: Es hatte einer einen Feigenbaum, der war gepflanzt in seinem Weinberg, und er kam und suchte Frucht darauf und fand keine. Da sprach er zu dem Weingärtner: Siehe, ich bin nun drei Jahre lang gekommen und habe Frucht gesucht an diesem Feigenbaum und finde keine. So hau ihn ab ! Was nimmt er dem Boden die Kraft? Er aber antwortete und sprach zu ihm: Herr, lass ihn noch dies Jahr, bis ich um ihn grabe und ihn dünge; vielleicht bringt er doch noch Frucht; wenn aber nicht, so hau ihn ab.

Liebe Gemeinde,

wenn wir den Predigttext ein wenig näher betrachten, dann zeigt er auf recht eindrucksvolle Art und Weise den Weg Gottes zu den Menschen und den Weg des Menschen zu Gott. Lassen Sie uns diese Etappen des Weges doch heute einmal ein wenig intensiver betrachten.

1. Die drei Jahre

Wenn wir manchmal sagen, dass wir den Weg zu Gott gefunden haben, dann sollten wir uns auf diese drei Jahre des Predigttextes einmal zurückbesinnen. Mit dem Feigenbaum sind natürlich wir Menschen gemeint.
Der Eigentümer des Feigenbaumes ist niemand geringeres als Gott selber.
Es sind nicht wir auf der Suche nach Gott, sondern Gott ist auf der Suche nach uns.

Dieser Gott hat uns auf die Erde gesandt, damit wir dort, wo wir uns befinden viel Frucht bringen. Das können wir aber nicht aus uns selbst heraus, sondern erst, wenn wir uns bekehrt haben. Von Natur aus sind wir, und da müssen wir uns immer wieder dran erinnern, durch und durch mit Sünden beladene Menschen.

Jetzt sehen wir, dass Gott 3x kommt und schaut, ob der Feigenbaum denn schon Früchte getragen hat.

Diese 3x können wir als Analogie zu unserem Leben verstehen, welches aus der Kindheit, dem Erwachsenenalter und dem Seniorenalter besteht. Es ist also nicht so, dass wir uns auf die Suche nach Gott machen, nein, liebe Gemeinde, Gott macht sich auf die Suche nach uns Menschen. Auch wenn ich das gerade schon sagte, es ist wichtig, dass wir uns daran immer erinnern. Und diese Suche nach uns dauert unser ganzes Leben lang.

Gott möchte nicht, dass auch nur ein einziger Mensch verlorengeht. Daher lässt er den Feigenbaum auch nach drei Jahren nicht einfach abhauen, sondern gibt ihm eine weitere Chance.

2. Der Weingärtner

Damit ist natürlich der Herr Jesus Christus gemeint. Aber nicht ausschließlich. Die Aufgaben des Weingärtners hier auf Erden sind auch teilweise auf uns übertragen worden, wie wir an vielen Stellen der Bibel nachlesen können.

Wenn ein Baum Früchte tragen soll, dann muss man ihm natürlich auch Nahrung zur Verfügung stellen, damit er überhaupt erst einmal wachsen kann. Stellen Sie sich einmal vor, Sie pflanzen im Frühling einen Obstbaum in einen Pflanzentopf ein. Und dann kümmern Sie sich einfach nicht mehr darum. Was wird passieren ? Der Baum wird aller Wahrscheinlichkeit eingehen und nicht wachsen.

Damit wir als Menschen überhaupt erst einmal geistlich wachsen können, benötigen wir ebenfalls Nahrung, nämlich geistliche Nahrung, die uns den Weg zu Gott hin zeigt. Es ist richtig, dass der Herr Jesus immer nur ein Gebet weit von uns entfernt ist. Aber was nutzt es einem, der gar nicht weiß, was beten ist, wenn der Herr Jesus nur ein Gebet weit entfernt ist.

Und hier, liebe Gemeinde, kommen wir ins Spiel. Als Bedienstete des Weingärtners sind wir aufgerufen und auch aufgefordert, Gottes Feigenbäume ordentlich zu versorgen, uns also um sie zu kümmern.

Das fängt bei Eltern an, die mit den Kindern gemeinsam beten, und ihnen christliche Geschichten kindgerecht nahebringen. Das geht weiter in der Schule, wo Kinder z.B.im Religionsunterricht mehr und intensiver etwas über diesen Jesus Christus erfahren.

Und auch für die Erwachsenen halten wir die Gotteshäuser und Evangelisationsveranstaltungen ganz weit offen und laden immer wieder die Menschen dazu ein, sich ein Bild von diesem Erlöser Jesus und was er für uns getan hat, zu machen.

Wir hatten in der letzten Woche über das Gericht gesprochen. Es wird jetzt ganz ernst. Wenn wir dies versäumen, also unseren Mitmenschen nichts von der großen Erlösungstat unseres Herrn erzählen, dann verspielen wir zwar nicht unser ewiges Leben, müssen uns aber dies zum Vorwurf machen lassen, dass wir es eben versäumt haben, die Feigenbäume Gottes ordentlich zu pflegen.

Das geht übrigens nicht nur mit dem Wort, sondern mit Herzen, Mund und Händen. Ich stelle einmal eine ganz steile Behauptung auf, wenn ich sage, dass das zupackende Christentum mehr Menschen zum Herrn gebracht hat, als das redende Christentum, also die Verkündiger des Wortes.

3. Das Gnadenjahr

Liebe Gemeinde, wir können unsere Mittmenschen nicht zwangsevangelisieren. Wir können ihnen nur die frohe Botschaft verkündigen. Damit ist unser Auftrag dann auch erledigt.

Jetzt kommt der Weingärtner Jesus ins Spiel, der von einem jeden von uns eine ganz persönliche Entscheidung haben will. Wenn der Mensch ein deutliches „Ja“ zu diesem Jesus sagt, dann ist es derjenige, der in unserem Gleichnis doch noch Frucht bringt. Das ist derjenige, der sich auf seine ewige Zukunft im Himmel schon hier auf Erden freuen darf.

Der andere Feigenbaum, der ein klares „Nein“ sagt, das ist der, der ausgerissen und in die ewige Verdammnis geworfen wird.

Wir haben mit unserer Entscheidung, wie es uns der Predigttext lehrt, aber nicht ewig Zeit. Wir wissen nämlich alle nicht, wann wir von dieser Erde abberufen werden. Darum ist der heutige Buß- und Bettag auch der rechte Zeitpunkt dies unseren Mitmenschen klarzumachen.

Der norwegische Bischof Ole Hallesby hat vor Jahren einmal in einer Morgenandacht wörtlich gesagt: „Es kann sein, dass Sie heute Abend ins Bett gehen und morgen in der Frühe in der Hölle aufwachen.“

Das hat natürlich zu den kontroversesten Diskussionen geführt, die man sich nur vorstellen kann. Lassen wir uns aber dadurch nicht verunsichern. Auch wenn die Mehrheit der Menschen die Existenz der Hölle verneint lässt Gott das vermutlich vollkommen kalt. Helfen wir also unseren Mitmenschen möglichst zeitnah, dass auch sie den Weg in den Himmel finden dürfen.

Wer diesen Weg zu Gott gefunden hat, der kann anbetend in den dritten Vers des Liedes „Nimm von uns Herr, du treuer Gott…“ (EG 146) von Martin Moller einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Leit uns mit deiner rechten Hand, und segne unser Stadt und Land; gib uns allzeit dein heilig Wort, behüt vors Teufels List und Mord; ein seligs End wollst uns verleihn, auf dass wir ewig bei dir sein.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Abend des heutigen Buß- und Bettages und verabschiede mich bis zum nächsten Sonntag.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Buß- und Bettag. Den Predigttext für den heutigen Feiertag finden wir bei dem Propheten Jesaja, Kapitel 1, die Verse 10-17. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Höret des Herrn Wort, ihr Herren von Sodom! Nimm zu Ohren die Weisung unseres Gottes, du Volk von Gomorra! Was soll mir die Menge eurer Opfer?, spricht der Herr. Ich bin satt der Brandopfer von Widdern und des Fettes von Mastkälbern und habe kein Gefallen am Blut der Stiere, der Lämmer und Böcke. Wenn ihr kommt, zu erscheinen vor mir – wer fordert denn von euch, dass ihr meinen Vorhof zertretet? Bringt nicht mehr dar so vergebliche Speisopfer! Das Räucherwerk ist mir ein Gräuel!
Neumonde und Sabbatte, wenn ihr zusammenkommt, Frevel und Festversammlung mag ich nicht. Meine Seele ist feind euren Neumonden und Jahresfesten; sie sind mir eine Last, ich bin’s müde, sie zu tragen. Und wenn ihr auch eure Hände ausbreitet, verberge ich doch meine Augen vor euch; und wenn ihr auch viel betet, höre ich euch doch nicht; denn eure Hände sind voll Blut. Wascht euch, reinigt euch, tut eure bösen Taten aus meinen Augen, lasst ab vom Bösen! Lernt Gutes tun, trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten, schafft den Waisen Recht, führt der Witwen Sache!

Liebe Gemeinde,

Buß- und Bettag ist nun schon eine lange Zeit in fast ganz Deutschland kein Feiertag mehr, und auch fast schon kein Gedenktag mehr. Haben wir Buße und das Beten verlernt, weil wir diesen Tag nicht mehr haben? Ich glaube, es geht uns ganz so, wie den Bewohnern von Sodom und Gomorra, an die sich der heutige Predigttext richtet. Sie hatten auch Buße und Gebet verlernt. Anstelle von Buße und Gebet traten mehr oder weniger sinnvolle äußerliche Ersatzhandlungen. Gerade in diese Situation hält Gott diesem Volk einfach ausgedrückt, eine gewaltige Standpauke. Was sagt Gott ganz konkret?

1. Das Äußere

Man wollte ja auch weiterhin zu Gott gehören. Wer weiß, wofür ich ihn irgendwann einmal gebrauchen kann. Und was macht man in einem solchen Falle. Man hält die Beziehung „pro forma“ aufrecht.

Um Gott milde zu stimmen, werden Opfergaben über Opfergaben dargebracht.
Zum einen sehen die anderen, wie fromm man doch ist und zum anderen wird sich Gott doch wohl von so vielen Opfern milde stimmen lassen. Zumindest aber wird er doch das ein oder andere Vergehen unter den Tisch fallen lassen angesichts der Opfermengen, die ich ihm bereitet habe.

So, liebe Gemeinde dachten die Menschen damals. Damals ? Denken wir heute nicht genau so. Sonntags wird Gott gepriesen. Das muss dann aber auch für die ganze Woche reichen. Und wenn ich schon das Finanzamt um 1.000 € betrogen habe, dann soll Gott auch einen Zehner davon abkriegen.
Man ist ja schließlich kein Unmensch. Der Sonntag ist Dir, der Rest aber ist mir.

Aber sind wir eigentlich immer noch mit dem Herzen dabei, wenn es um Gott geht? Haben sich nicht viele Automatismen eingeschlichen, die eine persönliche Beziehung zu Gott gar nicht mehr entstehen lassen?

Die Schelte von damals, liebe Gemeinde, hätten wir heute auch verdient.
Halten wir zunächst einmal fest: Von Äußerlichkeiten lässt Gott sich jedenfalls nicht beeindrucken.

2. Das Innere

Gott, liebe Gemeinde, sieht zunächst erst einmal das Herz an. Auf unser Herz kommt es ihm an. Unser Herz soll allein ihm gehören. Und obwohl wir uns vielleicht von ihm abgekehrt haben, obwohl wir nur noch Sinn für die Äußerlichkeiten haben, will Gott doch nach wie vor eine intakte Beziehung mit einem jeden von uns führen. Doch dazu müssen wir zu ihm umkehren.

„Wascht euch, lasst ab vom Bösen“, so haben wir es in unserem Predigttext gehört. Und damit kommen wir auch schon zu dem zentralen Thema des heutigen Tages. „Wascht euch“ heißt nichts anderes, als dass wir unsere Sünden bereuen sollen, also Buße tun sollen. Wenn wir unsere Sünden ehrlich bereuen, dann ist unser Herr treu und gerecht.

Buße heißt aber nicht, dass ich meine bisherigen Sünden bereue, mir aber vielleicht im innersten Winkel meines Herzens vielleicht schon die nächsten Sünden ausgedacht habe. Buße heißt, dass ich mit allem, was mir an Kräften zur Verfügung steht die Sünde meiden will. Es gibt also keine leichtfertige Buße. Buße setzt immer ein reumütiges Herz voraus, welches unter allen Umständen wieder zurück zum Herrn will.

„Lasst ab vom Bösen“. Wir sollen das Böse meiden wie die Pest. Das heißt z.B. auch, dass ich alles aus meinem Umfeld entferne, was mich auch nur im weitesten Sinne an die Sünde erinnert. Mit dem Bösen gar nicht mehr in Kontakt zu kommen ist schon mal der erste Schritt hin zur Umkehr.
Denken wir nur an einen trockenen Alkoholiker. Dieser wird auch keine voll ausgestattete Bar in seinem Wohnzimmerschrank unterbringen wollen.

Wenn wir der Sünde entsagen wollen, dann müssen wir auch der Versuchung entsagen. Wenn wir der Versuchung entsagen, dann haben wir den ersten großen Schritt in Richtung Heimat hin zu unserem Herrn getan. Nur leider wird der Versucher uns unser ganzes Leben lang immer wieder versuchen in seinen Bann zu ziehen. Und da hilft nur eines, nämlich das inständige Gebet zu unserem Herrn, den wir jederzeit bitten dürfen, uns von der Versuchung zu befreien.

3. Gutes tun

Die Buße und die reumütige Umkehr hin in die richtige Richtung ist also der erste Schritt auf einer langen Lebenswanderung. An diesem Punkt sollen wir aber nicht stehen bleiben. Nach dem Umkehren in die richtige Richtung kommt auch das losmarschieren auf das richtige Ziel. Auf diesem Wege sollen wir lernen, Gutes zu tun.

Gutes zu tun, liebe Gemeinde, müssen wir aktiv lernen. Es ist uns nicht in die Wiege gelegt. In die Wiege gelegt ist uns das Böse. Weg vom Bösen hin zum Guten, auf diesem Wege hilft uns nur die ständige Beziehung im Gebet zu unserem Herrn. Sobald wir davon ablassen, werden wir sehr schnell merken, wie der Versucher wieder an unsere Herzenstüre klopft, und um Einlass begehrt.

Was denn nun das Gute ist, das zeigt uns der Prophet Jesaja ganz konkret auf. Und diese konkreten Handlungsweisen galten nicht nur damals, sondern sie besitzen weiterhin ihre uneingeschränkte Gültigkeit.

Lassen Sie mich noch kurz aufzeigen, wie wir uns als Christ in der Welt verhalten sollen nach unserer Abkehr von dem Bösen hin zum Guten. Als Christ soll ich für Recht sorgen. Also muss ich mich einmischen, wenn irgendwo Unrecht geschieht. Ich bin also angehalten, meine Komfortzone zu verlassen und mich dem Unrecht aufrecht entgegen zu stellen. Als Christ soll ich den Unterdrückten helfen. Überall dort, wo z.B. Menschen sich im sozialen Abseits befinden, da soll ich mich bemühen und gerade diesen Menschen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Wenn wir in unserem Predigttext von Witwen und Waisen lesen, dann müssen wir uns vergegenwärtigen, dass zur damaligen Zeit die intakte Familie die Regel war. Die Familie war es auch, die die Kleinsten aber auch die Ältesten, also die schwächsten Mitglieder der Familie, mit dem versorgte, was sie zum Leben benötigten. Brach die Familie weg, so war die Waise oder die Witwe total mittellos. Und genau diesen Menschen, die es auch heute noch unter uns gibt, diesen Menschen sollen wir die guten Taten angedeihen lassen.

Wenn wir dies machen, dann bringen wir Gott das rechte Opfer, was ihm wohlgefällig ist. Lassen Sie uns doch gleich damit beginnen.

Auf diesem Wege sind wir auf den ständigen Beistand und die Güte und Gnade unseres Herrn immer wieder auf’s Neue angewiesen. Dies beschreibt der Liederdichter Martin Moller sehr schön in dem 5. Vers seines Liedes „Nimm von uns, Herr, du treuer Gott……“ (EG 146), der da lautet, wie
folgt:

Leit uns mit deiner rechten Hand
und segne unser Stadt und Land;
gib uns allzeit dein heilig Wort,
behüt vor’s Teufels List und Mord:
ein selig End wollst uns verleihn,
auf dass wir ewig bei dir sein.

Der Herr halte das Böse stets von Dir fern Der Herr gebe dir die Kraft, Gutes zu tun Der Herr beschütze Dich dabei auf allen Deinen Wegen

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Buß- und Bettag und verbabschiede mich bis zum kommenden Sonntag.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Abend, dem Buß- und Bettag. Den Predigttext für den heutigen Abend finden wir bei dem Evangelisten Lukas im 13. Kapitel, die Verse 22-27.
Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und er ging durch Städte und Dörfer und lehrte und nahm seinen Weg nach Jerusalem. Es sprach aber einer zu ihm: Herr, meinst du, dass nur wenige selig werden ? Er aber sprach zu ihnen: Ringt darum, dass ihr durch die enge Pforte hineingeht; denn viele, das sage ich euch, werden danach trachten, wie sie hineinkommen, und werden’s nicht können. Wenn der Hausherr aufgestanden ist und die Türe verschlossen hat und ihr anfangt, draußen zu stehen und an die Tür zu klopfen und zu sagen: Herr, tu uns auf !, dann wird er antworten und zu euch sagen: Ich kenne euch nicht; wo seid ihr her ? Dann werdet ihr anfangen zu sagen: Wir haben vor dir gegessen und getrunken und auf unsern Straßen hast du gelehrt. Und er wird zu euch sagen: Ich kenne euch nicht; wo seid ihr her ? Weicht alle von mir; ihr Übeltäter.

Liebe Gemeinde,

seit einigen Tage hat sie ja wieder begonnen, die fünfte Jahreszeit, auch Karneval oder Fasching genannt. Im Radio hörte ich das altbekannte Karnevalslied „Wir kommen alle, alle, alle in den Himmel, weil wir so brav sind…“

Nun gerade eben haben wir in unserem Predigttext etwas anderes gehört.
Da ist auf einmal die Rede von „zu spät“ und „verschlossenen Himmelstüren“. Also kommen wir wohl doch nicht alle aufgrund eines Karnevalsschlagers so einfach in den Himmel.

Lassen Sie uns am heutigen Abend ein wenig darüber nachdenken, wie wir es vermeiden können, am Ende unseres irdischen Lebens vor verschlossenen Himmelstüren zu stehen. Drei Aspekte sollten wir miteinander bedenken.

1. Buße tun

Wenn wir möchten, dass unser Herr uns unsere Sünden vergibt, dann müssen wir sie zunächst einmal von Herzen bereuen. Ein einfaches „tut mir leid“
reicht sicherlich genau so wenig aus, wie ein „kommt nicht wieder vor“.

Echte Buße heißt vom Herzen her erkennen, dass ich ohne Sündenvergebung als elender Sünder in meinen Sünden gefangen bleibe, und nichts anderes als die Hölle verdient habe. Ich muss mir der Ernsthaftigkeit meiner Sünde bewusst werden. Erst wenn ich dies bin, dann kann ich meine Sünde auch bereuen.

Danach kommt die Umkehr, oder besser gesagt die Abkehr von der Sünde. Es reicht natürlich nicht, meine vergangenen Sünden zu bereuen, und dann lustig von vorn anzufangen. Ich muss auch den starken Wunsch haben, mich von dieser Sünde oder diesen Sünden ein für alle Mal zu trennen.

Dann, und das hat uns unser Herr versprochen, ist Er treu und gerecht und rechnet uns unsere Sünden nicht mehr an, sondern sie sind dann vergeben.

Übrigens: Wenn Sünden vergeben sind, dann sind sie vor Gott auch vergessen. Wir müssen nicht immer die gleichen Sünden bei Gott bekennen.
Salopp gesagt, kann sich Gott an die Sünden, die Er uns einmal vergeben hat, gar nicht mehr erinnern.

2. Beten

Den ersten Teil des heutigen Feiertages hätten wir also erklärt. Nun kommt der zweite Teil, der Bettag. Es ist zwar richtig, dass Buße, Reue und Umkehr zur Sündenvergebung führen und uns die Eintrittskarte in den Himmel bescheren.

Nun bleiben wir aber Sünder, ob wir wollen oder nicht, wir sind auf die dauernde Vergebung unserer Sünden angewiesen. Auch nach unserer Bekehrung werden wir weiterhin sündigen.

Allerdings, wenn wir eine lebendige Beziehung zu unserem Herrn aufbauen, dann hilft Er uns auch oftmals den Versuchungen der Sünde zu widerstehen. Wie bauen wir eine lebendige Beziehung zu unseren Freunden auf ? Wir treffen uns und wir reden miteinander.

Die Beziehung zu Jesus aufzubauen geschieht genau so. Wir können ganz einfach im Ihm reden. Auch wenn wir es Gebet nennen, es ist und bleibt nichts anderes als ein Reden mit unserem Herrn. Wir können kommen wie wir sind und so mit Ihm reden, wie wir mit einem Freund reden. Er hört und versteht uns und will immer nur das Beste für uns.

Wir müssen dafür keine demutsvolle Haltung annehmen und auch nicht in kanaanäischer Sprache zu Ihm reden. Jesus versteht unsere Umgangssprache bestens.

Diese Beziehung wächst schlussendlich dahin, dass wir ähnlich, wie Paulus sagen können, dass nicht mehr wir leben, sondern dass Jesus in uns lebt und dass wir aus IHM heraus leben.

3. Gehorsam

Bei der Beziehung zu unserem Herrn ist es so, dass ER der Mittelpunkt unseres Lebens ist. ER allein bestimmt, wo es hingeht in unserem Leben, weil ER allein den Weg kennt. So weit, so gut.

Nun sind wir aber manchmal auch recht störrische Wesen, die wider besseren Wissens ihren eigenen Weg gehen wollen. In aller Regel gehen diese Wege natürlich gründlich schief, aber wir probieren es trotzdem immer wieder.

Und daher ist eine christliche Kardinaltugend der Gehorsam. Gehorsam klingt auf den ersten Blick ein wenig autoritär und militaristisch angehaucht. Aber überlegen wir einmal folgendes: Unser Herr möchte doch immer nur das Beste für uns. Er allein weiß, was gut für uns ist und was nicht. Da wäre es doch folgerichtig, wenn wir einfach immer auf Seine Weisung hören würden und somit niemals Gefahr laufen, nur das Zweitbeste in unserem Leben zu erlangen.

Hören können wir auf Ihn, wenn Er unsere Gebete beantwortet. Gebete sind ja keine Einbahnstraße. Unser Herr antwortet uns auch. Jedoch ist es dafür vonnöten, dass wir zuhören. Wir können es auch stille Zeit nennen.

In der Stille, dann wenn uns nichts ablenkt, können wir Gott tatsächlich hören. Nicht mit unseren Ohren, aber mit unserem inneren Ohr, manche sagen auch Bauchgefühl oder Herz dazu. Mit diesem „Sinnesorgan“ können wir Seine Botschaften wahrnehmen.

Und wenn Gott nicht mit uns spricht und ich nichts hören kann, was dann ? Dann nehmen wir einfach Gottes Wort zur Hand und schauen nach, was Gott von uns erwartet. Die Bergpredigt z.B. hilft uns in vielen Situationen unseres Lebens weiter.

Als letztes erwartet Jesus noch etwas von uns. Wenn wir Ihn denn nun kennen, dann sollen wir Ihn auch bekennen. Bekennen vor den Menschen, die Ihn eben noch nicht kennen.

Dazu müssen wir nicht alle begnadete Redner sein. Wir können Gott vor unseren Mitmenschen mit Herzen, Mund und Händen bekennen.

Wenn wir dies tun, liebe Gemeinde, dann werden wir niemals vor verschlossenen Türen stehen. Wenn wir dies tun, dann werden wir am Ende unseres Lebens durch die enge Pforte hindurchgehen, die uns direkt zu unserem Herrn führt, um dann in ewiger Gemeinschaft mit IHM zu leben.

Und dies wünsche ich uns allen.

Wie ein Leben IN unserem Herrn ausschauen kann, das beschreibt der Liederdichter Paul Gerhardt sehr schön in dem vierten Vers seines Liedes „Die güld’ne Sonne…“, der da lautet, wie folgt:

Abend und Morgen sind seine Sorgen;
segnen und mehreren, Unglück verwehren
sind seine Werke und Taten allein.
Wenn wir uns legen, so ist er zugegen;
wenn wir aufstehen, so lässt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Schein.

Der Herr lasse Dich Deine Sünden erkennen, damit Du sie zu IHM bringen kannst
Der Herr erhalte Dir ein bußfertiges Herz, das immer wieder gern zu IHM geht
Der Herr schenke Dir stets einen fröhlichen Gehorsam der SEINEN Weisungen nachkommt

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Abend und verabschiede mich bis zum nächsten Sonntag.

Herzliche Segensgrüße sendet Ihnen allen Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Buß- und Bettag. Unseren heutigen Predigttext finden wir im Buch der Offenbarung, Kapitel 3, die Verse 14-22. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen.

Und dem Engel der Gemeinde in Laodizea schreibe: Das sagt, der Amen heißt, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes:
Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch warm bist. Ach, dass du kalt oder warm wärest ! Weil du aber lau bist und weder warm noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde. Du sprichst: Ich bin reich und habe genug und brauche nichts ! und weißt nicht, dass du elend und jämmerlich bist, arm, blind und bloß. Ich rate dir, dass du Gold von mir kaufst, das im Feuer geläutert ist, damit du reich werdest, und weiße Kleider, damit du sie anziehst und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde, und Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du sehen mögest. Welche ich liebhabe, die weise ich zurecht und züchtige ich. So sei nun eifrig und tue Buße ! Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir. Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden habe und mich gesetzt habe mit meinem Vater auf seinen Thron. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt !

Liebe Gemeinde,

immer wenn ich mich mit diesem Text beschäftige, dann bleibe ich an drei Sätzen hängen, die charakteristisch für den heutigen Feiertag sind. Lassen Sie uns diese Sätze ein wenig näher betrachten.

1. Du bist lau und ich werde dich ausspeien

Kennen Sie schon das Getränk der Unentschlossenen ? Es ist der Latte Macchiato. Eigentlich will ich ja Kaffee trinken und doch auch wieder nicht. Lieber möchte ich dann doch Milch, oder doch lieber nicht ?

So, liebe Gemeinde, geht es vielen Menschen. Eigentlich wollen sie ja Christus angehören. Sie gehen ja auch ab und wann in die Kirche. Zumindest an Weihnachten, jedenfalls alle paar Jahre mal. Sie sind ja getauft und konfirmiert. Aber so richtig dazugehören ?

So richtig mit Gemeinde, Gottesdienst und auch noch anderen christlichen Veranstaltungen. Das ist dann doch wohl ein bisschen zu viel. Christsein ist schließlich Privatsache, das muss man nicht überall rumposaunen. Und außerdem zahlt man ja Kirchensteuer.

Das ist genau die Einstellung von über 90 % unserer Bevölkerung hier in Deutschland. Wer mir dies nicht glaubt,der möge doch bitte die Anzahl der Gemeindemitglieder vor Ort erfragen und diese dann am Sonntag im Gottesdienst suchen. Nur rund 5 % aller Christen nehmen an religiösen Veranstaltungen teil. Es gibt halt so viele weltliche Veranstaltungen, die genau so interessant sind, wie die Kirche. Gleiches gilt für Gemeinschaftsstunden Hauskreise etc.

Und das, liebe Gemeinde, ist das, was Jesus als lau bezeichnet. Ich kann nicht auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen. Ich muss mich schon für eine entscheiden. Mit einem Bein im Himmel und mit dem anderen Bein in der Hölle, das geht nicht.

Es bedarf also einer fixen Entscheidung. Wie entscheide ich mich denn nun für Gott ? Dabei hilft uns der nächste entscheidende Satz aus unserem Predigttext

2. So sei nun eifrig und tue Buße !

Buße, was ist das eigentlich ? Bußgeld, das sagt mir was. Ich habe falsch geparkt und muss dafür Strafe zahlen. Aber Buße im christlichen Sinne ist doch sicherlich etwas anderes. Ist es auch liebe Gemeinde.

Vor der Buße kommt die Erkenntnis, dass etwas in meinem Leben falsch läuft. Diese Erkenntnis setzt überhaupt den Vorgang der Buße erst in Gang. Wenn ich überzeugt bin, dass alles richtig ist, was ich mache, wozu dann noch die Buße ?

Im griechischen Text finden wir für das Wort Buße das Wort „metanoia“. Dieses Wort beschreibt die Buße sehr ausführlich.

Zunächst einmal handelt es sich um eine Umkehr hin zu Gott in unserem Geist. Wenn ich mein Denken ändere, dann ändert sich automatisch auch mein Verhalten. Andersherum funktioniert es aber nicht. Andersherum, also, wenn ich mein Verhalten in ein christliches Verhalten ändere, im
Geist aber unchristlich bleibe, ist alles nur ein großes Gekrampfe.

Die Verhaltensänderung bei der Buße führt auch zu einem neuen Gehorsam. Nämlich dem Gehorsam gegenüber Gott, meinem Schöpfer. Habe ich vorher auf die Welt gehört und gemacht, was der Mainstream so von mir erwartete, so höre ich nunmehr allein auf die Stimme meines Herrn.

Schlussendlich beinhaltet die Buße auch noch die Abkehr von allem Ungöttlichen und allem, was mich von Gott trennt.

Das ist es, was wir unter einer echten Buße verstehen sollen. Buße ist also ein ganz aktiver Vorgang, der uns schon etwas, um nicht zu sagen eine ganze Menge abverlangt. Daher wird unser heutiger Feiertag auch als Buß- und Bettag bezeichnet. Egal, wie schwer uns auch die Buße fallen mag, wir haben immer noch die göttliche Kraft des Gebetes im Rücken, die uns dort trägt, wo wir aus eigenem Antrieb nicht mehr weiterkönnen.

3. Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an….

Ein ganzes Leben lang will der Herr Jesus Christus Gemeinschaft mit uns halten. Doch häufig hören wir sein Klopfen nicht. Vielleicht wollen wir es auch absichtlich nicht hören.

In der Tat sind wir häufig so mit den Dingen der Welt beschäftigt, dass für Gott, Gebet, Bibel und Gemeinschaft überhaupt kein Raum bleibt. Die Sache mit Gott wird auf die Zeit des Ruhestandes verschoben. Da hat man schließlich Zeit und kann sich dann auch mit Gott befassen,wenn man es
denn überhaupt noch erlebt.

Wenn ich aufrichtig Buße tue, dann findet auch durch unseren Herrn eine Veränderung IN mir statt. Auf einmal höre ich wieder dieses leise Klopfen an der Türe meines Herzens. Aufrichtige Buße ist die Basis, auf welcher der Herr Jesus mit mir Gemeinschaft haben möchte. Wenn ich alles bereue, was in meinem Leben falsch gelaufen ist, dann muss ich IHM nur noch die Türe öffnen und ER wird dauerhaft bei mir einziehen.

Wenn wir in unserem Predigttext von dem Abendmahl lesen, dass er mit uns halten möchte, dann ist dies die defintive Zusage, dass er eine ewige Gemeinschaft mit einem jeden von uns haben möchte.

Wenn wir gleich das Heilige Abendmahl zusammen feiern, dann haben wir schon hier auf Erden Gemeinschaft mit unserem Herrn. Jedes Abendmahl ist ein kleiner Vorgeschmack auf den Himmel, wo wir immer in seiner Gegenwart sein dürfen.

Was singt eigentlich ein bußfertiger Christ, der dem Herrn Jesus Christus die Tür seines Herzens geöffnet hat und der sich seines Heils gewiss ist ? Er könnte den ersten Vers des Liedes „Du meine Seele singe…“ von Paul Gerhardt anstimmen, der da lautet, wie folgt:

Du meine Seele singe,
wohlauf und singe schön
dem, welchem alle Dinge
zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben
hier preisen auf der Erd;
ich will ihn herzlich loben,
solang ich leben werd.

Der Herr öffne Deine Ohren, damit Du sein Klopfen hören kannst
Der Herr öffne Dein Herz, damit ER bei dir Einzug halten kann
Der Herr lasse seinen heiligen Geist ein Leben lang in dir walten

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten restlichen Feiertag und verabschiede mich bis zum nächsten Sonntag mit segensreichen Grüßen.
Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Buß- und Bettag.
Kurz vor Ende des Kirchenjahres besinnen wir uns alljährlich darauf, was unser Christenleben ausmacht, nämlich ein Leben in Busse und Gebet. Lassen Sie uns zunächst darauf hören, was uns der Predigttext zum heutigen Buß- und Bettag zu diesem Thema mitteilt.
Wir finden den Predigttext im Römerbrief, Kapitel 2, die Verse 1-11:

Der Maßstab des göttlichen Gerichts

Darum, o Mensch, kannst du dich nicht entschuldigen, wer du auch bist, der du richtest. Denn worin du den anderen richtest, verdammst du dich selbst, weil du ebendasselbe tust, was du richtest. Wir wissen aber, dass Gottes Urteil recht ist über die, die solches tun. Denkst du aber, o Mensch, der du die richtest, die solches tun, und tust auch dasselbe, dass du dem Urteil Gottes entrinnen wirst ? Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut ? Weißt du nicht, dass dich
Gottes Güte zur Buße leitet ? Du aber mit deinem verstockten und unbußfertigen Herzen häufst dir selbst Zorn an auf den Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes, der einem jeden geben wird nach seinen Werken: ewiges Leben denen, die in aller Geduld nach guten Werken trachten nach Herrlichkeit, Ehre und unvergänglichem Leben; Ungnade und Zorn aber denen, die streitsüchtig sind und der Wahrheit nicht gehorchen, gehorchen aber der Ungerechtigkeit, Trübsal und Angst über alle Seelen der Menschen, die Böses tun, zuerst der Juden und ebenso der Griechen; Herrlichkeit aber und Ehre und Frieden allen denen, die Gutes tun, zuerst den Juden und ebenso den Griechen. Denn es ist kein Ansehen der Person vor Gott.

Liebe Gemeinde,

was beten ist, das wissen wir hoffentlich alle; aber Buße, was ist das eigentlich ganz konkret ? Lassen Sie uns dieser Fragestellung am heutigen Buß- und Bettag ein wenig nähern. Ich glaube, wahre Busse erkennt man unter anderem an diesen drei Punkten:

1. Ehrliche Reue

Es tut mir leid ! Wie oft kommen uns diese Worte nach einem Fehlverhalten über unsere Lippen. Das ist aber für ehrliche Reue zu wenig. Die ehrliche Reue ist verbunden mit einem tiefen inneren
seelischen Schmerz über das, was ich getan habe. Voraussetzung für ehrliche Reue ist die tiefe innere Erkenntnis, dass etwas nicht richtig läuft in meinem Leben.

Die tiefe ehrliche Reue kommt immer zu der Erkenntnis: Ich bin ein verlorener armer Sünder. Gleichzeitig weckt sie eine Sehnsucht in uns, von dieser scheinbar verlorenen Situation weg zu kommen. Dies ist, wie wir in unserem Predigttext nachlesen können, Gottes Wirken in uns.

2. Aufrichtige Hinwendung zu Jesus

Nun wäre Gott nicht Gott, wenn Er uns mit dieser tiefen Sehnsucht allein ließe und wir selber eine Lösung finden müssten. Gott lenkt ganz automatisch unsere Blickrichtung auf Seine Lösung, nämlich auf Jesus Christus.

Egal, was auch mit mir geschieht, ich richte meinen Blick nur noch auf den einen, der wirklich helfen kann. Mein Blick ist dermaßen auf Jesus fokussiert, dass alles andere egal ist. Von der Sünde will ich gar nichts mehr wissen. Am liebsten würde ich ihr den Rücken zukehren. Wenn ich meinen Blick allein auf Jesus richte, dann erkenne ich aber auch sehr schnell, dass ich allein den Weg weg von der Sünde gar nicht schaffen kann, sondern immer und immer wieder auf Seine Hilfe angewiesen bin.

Wie froh bin ich da, wenn mein Herr mir immer wieder zuruft:
„Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“

Keine Sünde ist zu groß oder zu schmutzig,als dass sie nicht durch Jesu Blut vergeben werden kann.

3. Aktive Umkehr

Mit der Erkenntnis und dem Schauen allein ist es aber nicht getan. Als reuige Sünder schauen wir nicht allein auf unseren Herrn, nein, wir machen uns auch auf den Weg hin zu IHM. Es ist unser einziger Wunsch, den Weg hin zu IHM zu finden und immer in SEINER Nähe bleiben zu dürfen.
Dies geht auch schon hier auf Erden.

Wie sieht denn dieser Weg ganz speziell aus ? Nun, wir haben von unserem Herrn auch drei Hilfsmittel mit auf den Weg bekommen, die uns helfen, diesen Weg zu gehen. Diese Hilfsmittel lauten:

Bibel – Gebet – Gemeinschaft

Die Bibel ist das Fundament, auf welchem wir fortan als reuige Sünder eine feste Bodenhaftung haben. Dieses Fundament ist wie ein Fels in der Brandung. Mögen die Stürme des Lebens über uns hereinbrechen, dieses Fundament bleibt bestehen. Mögen uns Nöte, Sorgen und Probleme quälen;
dieses Fundament gibt uns festen Halt.

Das Gebet ist quasi das Seil, welches uns mit unserem Herrn verbindet.
Ähnlich dem Bergsteiger in der Felswand. Er ist immer gesichert und kann daher getrost seines Weges klettern. Selbst wenn er einmal stolpern sollte, das Seil fängt ihn wieder auf. Wenn wir diese Sicherung unseres Lebens achtlos über Bord werfen, liebe Gemeinde, dann dürfen wir uns nicht wundern, wenn wir abstürzen. Doch selbst dann im Fallen können wir dieses Rettungsseil noch ergreifen. Und wenn wir am Boden zu liegen scheinen, kann uns dieses Seil immer wieder aufrichten.

Die Gemeinschaft. Kritiker werfen uns ja immer wieder sehr schnell vor, wir würden AN die Kirche glauben. Dies ist natürlich nicht richtig. Wir glauben nicht AN die Kirche, sondern wir glauben DER Kirche. Pater Leppich, ein großartiger katholischer Prediger aus dem Rheinland hat einmal wortwörtlich gesagt: “ Wissen Sie, warum ich der Kirche glaube ? Weil dieser Saustall in 2000 Jahren nicht untergegangen ist, sondern immer überlebt hat.“ Also muss wohl was Wahres an ihren Aussagen dran sein.

Was sagt uns eigentlich die Kirche hinsichtlich der Gemeinschaft ? Nun, sie sagt, dass wir die Gemeinschaft anderer Mitstreiter benötigen, da wir allein sehr schwach sind und alsbald fallen könnten. Die Gemeinschaft benötigen wir um zu erkennen, ob wir noch auf dem rechten Wege sind.
Die Gemeinschaft benötigen wir, da sie uns auffängt, wenn wir fallen sollten.
Und die Gemeinschaft braucht UNS, damit wir unsere Mitmenschen auffangen können, wenn sie zu fallen drohen.

Das Wort Buße ist ja ein wenig negativ besetzt. Wenn wir sie aber so betrachten, wie wir es am heutigen Tage getan haben, dann kann man fast sagen, dass die Buße ein fröhlicher Weg hin zu Gott ist.

Wohin uns die aufrechte Buße und Umkehr führt, das beschreibt der Liederdichter Johann Walter sehr schön in dem 5. Vers seines Liedes „Herzlich tut er mich erfreuen…“, der da lautet, wie folgt:

Er wird uns fröhlich leiten ins ewig Paradeis,
die Hochzeit zu bereiten zu seinem Lob und Preis.
Da wird sein Freud und Wonne in rechter Lieb und Treu
aus Gottes Schatz und Bronne und täglich werden neu

Der Herr schenke Dir ein bußfertiges Herz, das ehrlich und wahrhaftig bereut
Der Herr schenke Dir ein bußfertiges Herz, das allein auf IHN ausgerichtet ist
Der Herr schenke Dir ein bußfertiges Herz, das nur in SEINER Nähe weilen will

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Buß- und Bettag und verabschiede mich bis zum nächsten Sonntag.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber