Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag, dem Sonntag Jubilate, was übersetzt bedeutet: Jauchzet Gott alle Lande. Warum wir Grund zum Jubeln haben, das sagt uns der Wochenspruch für die kommende Woche:

„Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“

Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 17. Kapitel der Apostelgeschichte, die Verse 22-28 a. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Paulus aber stand mitten auf dem Aeropag und sprach: Ihr Männer von Athen, ich sehe, dass ihr die Götter in allen Stücken sehr verehrt. Ich bin umhergegangen und habe eure Heiligtümer angesehen und fand einen Altar, auf dem stand geschrieben: Dem unbekannten Gott. Nun verkündige ich euch, was ihr unwissend verehrt. Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind. Auch lässt er sich nicht von Menschenhänden dienen wie einer, der etwas nötig hätte, da er doch selber jedermann Leben und Odem und alles gibt. Und er hat aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht gemacht, damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, und er hat festgesetzt, wie lange sie bestehen und in welchen Grenzen sie wohnen sollen, damit sie Gott suchen sollen, ob sie ihn wohl fühlen und finden könnten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir.

Liebe Gemeinde,

unser Wochenspruch hat uns ja schon darauf hingewiesen, das wir, die wir in Christus leben, eine neue Kreatur geworden sind. Wie sieht es denn nun konkret aus ein Leben in Christus ? Dies erfahren wir von Paulus am Ende unseres heutigen Predigttextes wenn er sagt: „Denn in ihm leben, weben und sind wir.“ Damit spricht Paulus drei Punkte an, die ein Leben in Christus beschreiben. Schauen wir uns doch am heutigen Sonntag diese 3 Punkte ein wenig näher an.

1. In ihm leben

Wenn wir in Christus leben, dann sind wir mit Ihm zu einer Gemeinschaft verschmolzen. Im Urtext finden wir hier das Wort „Zao“. Das wiederum bedeutet: Geistig und körperlich auf ewig zusammensein. Was für eine gewaltige Perspektive, die wir als Christen haben. Stellen wir uns dies nur einmal plastisch vor. Jeder von uns ist mit Christus nicht nur geistig sondern auch auf der körperlichen Ebene in Ewigkeit verbunden.

Heute morgen, am Sonntag Jubilate sitzen wir nicht allein in unserem Gottesdienst. In einem jeden von uns wohnt auch unser Herr Jesus Christus, der schon auf Erden unser Leben in Händen hält und uns jeden Tag auf’s Neue führen und begleiten möchte. Ist es nicht beruhigend zu wissen, dass DER Herr stets in uns wohnt, der immer nur das Beste für uns will ?

Egal, wo uns unser Lebensweg hin verschlägt, ER ist immer bei uns. Durch die geistliche Einheit haben wir eine spirituelle Gemeinschaft mit IHM.

Erinnern wir und kurz an die Übersetzung des Wortes „Zao“. Dort stand „ewig zusammensein“. Und das sind wir als Christen auch, nämlich auf ewig mit unserem Herrn zusammen. Wenn wir es so wollen, dann gibt es für uns als Christen eigentlich keine Zeit mehr.

Unsere Zeit, liebe Gemeinde, läuft nicht einfach so ab. Wir sind auf ewig mit Christus verbunden. Selbst wenn wir unseren irdischen Körper verlassen, so sind wir weiterhin mit Jesus in einer Einheit verbunden.

Wenn wir uns dies vergegenwärtigen, dann bekommen viele Dinge auf Erden auf einmal eine ganz andere Dimension. Am Ende unseres irdischen Lebens ist eben nicht alles vorbei. Das heißt ich muss mich nicht krummlegen, um mir hier möglichst viel erlauben zu können. Auch berufliche Karrieren werden dann wieder in das rechte Licht gerückt. Es ist eben nicht der primäre Lebenssinn, dass ich 7 Tage die Woche arbeiten muss, um möglichst viel Ansehen und Geld zu verdienen.

Als Konsequenz möchte ich einmal sagen: „Gott rückt wieder gerade, was bei uns verrückt ist.“ Lassen wir es doch einfach geschehen. Es wird niemals zu unserem Nachteil sein.

2. In ihm weben

Das ist nun für unsere Ohren ein recht komisches Wort. Spinnweben kennen wir alle. Aber was hat dies mit unserem Leben als Christ zu tun ? Wir spinnen ja schließlich nicht, oder doch ?

Auch hier ist der Urtext sehr hilfreich. Dort finden wir für das Wort weben das Wort „Kineo“. Dies bedeutet: In Bewegung geraten.

Wie die Spinne in Bewegung gerät, so sollen auch wir als Christen in Bewegung geraten. Es ist eben nicht damit getan, dass wir uns zu unserem Herrn bekehren, Ihn einladen in uns Wohnung zu nehmen, um dann so fortzufahren, wie wir bisher gelebt haben.

Wenn ER in uns Wohnung nimmt, dann geraten wir mit Ihm zusammen automatisch in Bewegung. ER zeigt uns den neuen Weg, den ER mit uns gehen will. Und dann, liebe Gemeinde sind wir aufgerufen, aktiv zu werden. ER zeigt uns wozu ER uns berufen will. Wir sollen uns dann aufmachen und diesen Weg gehen.

Nun ist das nicht immer so einfach, wenn wir vom Herrn berufen werden.
Als ich berufen wurde, bekam ich jedes Mal einen hochroten Kopf und fing an zu stottern, wenn ich vor mehr als 5 Menschen reden sollte. Ich habe tatsächlich den Herrn gefragt, ob Er sich vielleicht vertan hat und doch jemand anders meint, der Sein Wort besser verkündigen kann.

Die Antwort war erst einmal ernüchternd. Und dann fiel mir auf einmal der letzte Satz unseres Predigttextes ein. Wenn das so ist, dass Christus in mir lebt, Er also jeden Tag mit mir unterwegs ist, dann steht Er auch mit mir vor den Menschen, denen ich Sein Wort verkündige.

Dann fiel mir die Sache schon wesentlich leichter. Es war nicht so, dass jede Anspannung abfiel. Aber es war so, dass ich mich sehr gut vorbereitet habe und in dem Moment wo ich aufstand, überkam mich eine groß Ruhe und Gelassenheit. Und dies ist bis heute so. Ich mache das, was ich in Ausübung meiner Berufung tun kann. Das andere überlasse ich dem Herrn

Wenn wir in Ihm in Bewegung geraten, dann ist ER es, der die gesamte Bewegung auch steuert. Also keine Angst vor großen Berufungen. Mit DEM Steuermann an unserer Seite wird alles gut werden.

3. In ihm sind wir

Lassen Sie mich dazu kurz noch ein letztes sagen. Das Wort „Sind“ kommt ja von „Sein“. Und damit drückt Paulus etwas ganz entscheidendes aus:
Vor Gott ist das Sein wichtig und nicht das, was wir leisten, haben oder besitzen.

Wenn wir zu Ihm kommen, sollen wir zunähst einmal „Sein“. Wir sollen so sein, wie wir nun einmal sind. Wenn wir so zu Ihm kommen, so können wir in Ihm ruhen und unseren Frieden in Ihm finden. Ganz ohne Hektik und Stress.

Erst wenn wir vor Gott zur Ruhe kommen, erst dann können wir auch Gott in uns wirken lassen. Erst dann können wir Seine Stimme hören und verstehen.

Unser Leben ist zunehmend hektischer geworden. Und im Trubel des Alltages fällt es uns allen sicherlich zunehmend schwerer, Zeiten der Ruhe zu finden.

Und darum, liebe Gemeinde, ist auch der Sonntag so wichtig für uns, als ein Tag, an dem wir vor Gott zur Ruhe kommen können. Ein Tag, an dem uns nichts mehr ablenkt, wo einmal nicht andauernd das Telefon klingelt, wo wir einmal nicht ständig abrufbereit sein müssen. Ein Tag, also wo wir einfach nur „sein“ können.

Ich wünsche uns allen, dass uns dieser Wochentag (Sonntag) noch möglichst lange als ein solcher freier Tag erhalten bleiben möge.

Das Leben unseres Herrn in uns beschreibt der Liederdichter Benjamin Schmolck sehr schön in dem 2. Vers seines Liedes „Tut mir auf die schöne Pforte…“ (EG 166), der da lautet, wie folgt:

Ich bin, Herr, zu dir gekommen,
komme du nun auch zu mir.
Wo du Wohnung hast genommen,
da ist lauter Himmel hier.
Zieh in meinem Herzen ein,
lass es deinen Tempel sein.

Der Herr lasse Dich immer wieder SEINE Gegenwart in Deinem Leben spüren
Der Herr lasse Dich erkennen, wozu er Dich berufen hat
Der Herr gebe Dir allzeit die Kraft, Deine Berufung frohen Herzens auszuüben

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen fröhlichen Start in diese neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Ostermontag.
Den Predigttext für den heutigen Tage finden wir in dem 10 Kapitel der Apostelgeschichte, die Verse 34 bis 43. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Petrus aber tat seinen Mund auf und sprach: Nun erfahre ich in Wahrheit, dass Gott die Person nicht ansieht; sondern in jedem Volk, wer ihn fürchtet und recht tut, der ist ihm angenehm. Er hat das Wort dem Volk Israel gesandt und Frieden verkündigt durch Jesus Christus, welcher ist Herr über alle. Ihr wisst, was in ganz Judäa geschehen ist, angefangen von Galiläa nach der Taufe, die Johannes predigte, wie Gott Jesus von Nazareth gesalbt hat mit heiligem Geist und Kraft; der ist umhergezogen und hat Gutes getan und alle gesund gemacht, die in der Gewalt des Teufels waren, denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen für alles, was er getan hat im jüdischen Land und in Jerusalem. Den haben sie an das Kreuz gehängt und getötet. Den hat Gott auferweckt am dritten Tag und hat ihn erscheinen lassen, nicht dem ganzen Volk, sondern uns, den von Gott vorher erwählten Zeugen, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden war von den Toten. Und er hat uns geboten, dem Volk zu predigen und zu bezeugen, dass er von Gott bestimmt ist zum Richter der Lebenden und der Toten. Von diesem bezeugen alle Propheten, dass durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen.

Liebe Gemeinde,

soeben haben wir noch einmal die Lebens- und Leidensgeschichte von Jesus in aller Kürze gehört. Wir haben uns in den letzten Tagen ausführlich mit der Erlösungstat unseres Herrn befasst. Was bedeutet dies nun ganz konkret für mich persönlich ? Darf ich das so annehmen, wie es geschehen ist ? Was muss ich tun, um die Vergebung der Sünden zu erlangen ? Lassen Sie uns darüber am heutigen Ostermontag gemeinsam nachdenken.

1. Ohne Ansehen der Person

In der Welt haben wir die großen und mächtigen Damen und Herren dieser Welt. Diese haben das Sagen, wenn es um unser Wohlergehen geht. Daher genießen sie in aller Regel auch ein besonders großes Ansehen.

Man umgibt sich gern mit ihnen. Und wer einen von ihnen persönlich kennt, der lässt das natürlich seine Mitmenschen auch gern wissen.

Wir haben zwar einen Gleichheitsgrundsatz, aber es gibt immer Menschen, die ein wenig gleicher sind.

Gleiches gibt es auch auf der negativen Seite zu berichten. Vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich. Und doch ist der Straftäter, der bekannt und berühmt ist meist im Vorteil.

Bei Gott hingegen gibt es kein Ansehen der Person. Egal ob Hermann Müller, Angela Merkel oder Uli Hoeneß, Gott liebt alle Menschen gleich. Er möchte, dass alle Menschen den Weg zu Ihm finden. Das ist natürlich auch eine ganz besondere Herausforderung für uns.

Wir sollen uns immer bewusst werden, dass Gott den Obdachlosen in der Fußgängerzone, der uns um einen Euro anbettelt genau so liebt, wie uns selber. Auch wir sind aufgerufen keine Unterschiede zu machen. Gewiss, liebe Gemeinde, das ist nicht immer so einfach. Aber versuchen sollen wir es immer wieder.

Es kostet nichts, alle Menschen mit dem ihnen zukommenden Respekt zu behandeln und ein freundlicher Gruß oder ein Lächeln schaden zudem auch nicht.

2. Gott fürchten und recht tun

Wenn Gott gefallen an uns haben soll, dann sollen wir Ihn fürchten und Ihm recht tun. Das klingt sehr verwaschen und wenn ich ehrlich bin, dann konnte ich bei dem ersten Lesen dieses Textes ad hoc nicht viel damit anfangen. Also lassen Sie uns gemeinsam überlegen, was es damit auf sich hat.

Wenn ich das Wort Furcht höre, so ist dies eng mit Angst und Schrecken verknüpft. So dürfen wir das Wort „fürchten“ in unserem Predigttext allerdings nicht verstehen.

Gott fürchten heißt, Ihm mit Ehrfurcht zu begegnen und Ehrfurcht vor Ihm zu haben. Gott mit Ehrfurcht zu begegnen heißt, Ihm demütig, mit Respekt und voller Wertschätzung zu begegnen. Wenn ich jemandem demütig begegne, dann ordne ich mich ihm unter. Unterordnung unter Gottes Hand heißt aber nun auch wieder nicht sklavenhafte Unterdrückung, sondern ich begebe mich in Seine Hand hinein voller Vertrauen darauf, dass Er immer nur das Beste für mich will.

Respektvoll behandle ich jemandem, dem ich vertrauen kann und zu dem ich aufblicken kann. Wir sollen Gott in allen Dingen zu 100 % vertrauen und immer wieder respektvoll zu Ihm aufschauen. Zu Ihm, als demjenigen, der uns unser ganzes Leben lang behüten, beschützen und begleiten möchte.

Gott recht tun, dort finden wir in der Elberfelder Übersetzung den treffenderen Ausdruck „Gerechtigkeit wirken“. Um es ein wenig salopp zu sagen, wir sollen immer so handeln, dass es uns recht wäre, wenn uns Gott gerade jetzt über die Schulter schauen würde.

Gott recht tun kann man auch so umschreiben, dass wir in Wahrheit, Treue, Zuverlässigkeit und Liebe handeln sollen. Also genau so, wie Gott an uns handelt. Dass uns dies nicht immer gelingen wird, ist so sicher wie das Amen in der Kirche, aber vor Gott zählen nicht die absoluten Ergebnisse, sondern der richtige Weg. Und an dieser Aufgabe können und sollen wir unser Leben lang arbeiten.

3. An IHN glauben

An Gott glauben, liebe Gemeinde, was heißt dies eigentlich ? Wir benutzen dieses Wort in der Umgangssprache ja sehr häufig, wie z.B. „Ich glaube, dass es heute regnen wird.“ oder „Ich glaube, dass wir einen schönen Urlaub haben werden.“

So ist das Wort Glaube in unserem Predigttext sicherlich nicht gemeint.
Ich habe einmal eine interessante Definition zu dem Wort Glauben gelesen, welche lautet wie folgt: „Glaube ist mein Ja zu dem, was bei Gott wahr ist.“

Was bei Gott wahr ist, das kann ich übrigens überall in der Bibel nachlesen. Mein JA bedeutet, dass ich alles, was in der Bibel steht für mein Leben annehme. So kann ich z.B. erst dann die Vergebung meiner Sünden in Anspruch nehmen, wenn ich meine Sünden bereut habe und Jesus mein Leben anvertraut habe.

Mein Ja zu allem, was bei Gott wahr ist muss ein bedingungsloses Ja sein.
Wir neigen ja immer gern zu dem „Ja, aber“. Vor Gott gibt es kein „Ja, aber“ und auch kein „Ja, wenn“. Gott will eine klare Entscheidung.

Entweder ein Ja oder ein Nein. Alles andere ist von Übel, so können wir es schon in der Bibel lesen.

Noch ein Satz für Skeptiker, die kein Ja sagen können. Überlegen Sie bitte folgendes: Die Wahrscheinlichkeit, dass Gott existiert liegt bei genau 50 %. Sagen Sie „Nein“, dann haben Sie eine 50 % ige Chance vertan, in den Himmel zu kommen. Sollte Gott nicht existieren, so haben Sie nichts verloren. Übrigens die 50% + X lernen Skeptiker sofort kennen, wenn sie ein Ja zu Gott sagen. Aber vor dem +X erwartet Gott eben dieses bedingungslose Ja.

Der Liederdichter Christian Fürchtegott Gellert beschreibt das österliche Geschehen und seine Auswirkungen auf uns sehr schön in dem ersten Verse seines Liedes „Jesus lebt, mit ihm auch ich….“ (EG 115), der da lautet, wie folgt:

Jesus lebt, mit ihm auch ich !
Tod, wo sind nun deine Schrecken ?
Er, er lebt und wird auch mich
von den Toten auferwecken.
Er verklärt mich in sein Licht;
dies ist meine Zuversicht.

Der Herr stärke Deinen Glauben jeden Tag neu
Der Herr lasse Dich treu Deinen Dienst versehen
Der Herr gebe Dir die Kraft, Dich mutig zu IHM zu bekennen

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Ostermontag und ich verabschiede mich bis zum nächsten Sonntag.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag Sexagesimae.
Wir, die wir heute morgen zusammengekommen sind, glauben an den einen alleinigen Gott. Wir glauben auch an den lebendigen Gott, der auch heute im Jahre 2014 in das Leben der Menschen auf vielfältige Art und Weise eingreifen kann. Leider stehen wir mit dieser Überzeugung häufig allein und auf verlorenem Posten. Da kommt uns unser heutiger Predigttext gerade recht, zeigt er doch an einem anschaulichen Beispiel, wie Gott in das Leben von Menschen eingreifen kann. Nicht nur in der Vergangenheit, nein auch heute noch können wir dies immer wieder erleben.

Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag im 16. Kapitel der Apostelgeschichte, die Verse 9-15. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und Paulus sah eine Erscheinung bei Nacht: Ein Mann aus Mazedonien stand da und bat ihn: Komm herüber nach Mazedonien und hilf uns ! Als er aber die Erscheinung gesehen hatte, da suchten wir sogleich nach Mazedonien zu reisen, gewiss, dass uns Gott dahin berufen hatte, ihnen das Evangelium zu predigen. Da fuhren wir von Troas ab geradewegs nach Samothrake, am nächsten Tag nach Neapolis und von da nach Philippi, das ist eine Stadt des ersten Bezirks von Mazedonien, eine römische Kolonie.
Wir blieben aber einige Tage in dieser Stadt. Am Sabbattag gingen wir hinaus vor die Stadt an den Fluss, wo wir dachten, dass man zu beten pflegte, und wir setzten uns und redeten mit den Frauen, die dort zusammenkamen. Und eine gottesfürchtige Frau mit Namen Lydia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyatira, hörte zu; der tat der Herr das Herz auf, sodass sie darauf acht hatte, was von Paulus geredet wurde. Als sie aber mit ihrem Hause getauft war, bat sie uns und sprach: Wenn ihr anerkennt, dass ich an den Herrn glaube, so kommt in mein Haus und bleibt da. Und sie nötigte uns.

Liebe Gemeinde,

eine recht anschauliche Geschichte, die wir soeben gehört haben. Da kommt Paulus und bringt uns die frohe Botschaft nach Europa. Ohne dieses Ereignis hätten wir vielleicht bis heute nichts von Jesus und Seiner Erlösungstat gehört. Aber geht das alles von Paulus aus ? Nein, liebe Gemeinde, ich glaube, dass wir in diesem Bekehrungsbericht sehr schön die Führung und die Leitung durch unseren Herrn erkennen können. Lassen Sie uns drei Punkte ein wenig näher betrachten.

1. Gott beruft Paulus nach Mazedonien

Paulus steht nicht am Strand und überlegt: „Wen könnte ich denn nun mal mit der frohen Botschaft beglücken ?“. Nein, Paulus erhält direkt von Gott einen ganz konkreten Auftrag.

Wissen Sie, was ich sehr oft von jungen Menschen höre ? Es sind die Worte:
„Gott hat mich berufen.“ Punkt, Ende.
Wenn ich dann frage: Wozu denn ?, kommt erst mal eine ganz lange Pause.
„Na in Seinen Dienst eben“ kommt dann als Antwort.

Liebe Gemeinde, ich glaube nicht, dass Gott einen Menschen derart beruft. Wenn wir uns zahlreiche Stellen in der Bibel anschauen, dann sehen wir immer wieder, dass Gott Seinen Kindern ganz konkrete Aufträge erteilt. Ob es in diesem Falle Paulus ist, der einen Ruf erhält oder an anderer Stelle Philippus, der dem Kämmerer aus dem Mohrenland die frohe Botschaft erläutern soll. Niemals sind es vage Aufträge, sondern immer sind es ganz konkrete Aufgaben.

Übertragen wir dies doch einmal auf unser Berufsleben. Von unserem Chef erhalten wir doch auch ganz konkrete Aufträge. Oder kennen Sie einen Chef, der zu seinen Angestellten sagt: „So, nun beschäftigt euch mal alle schön bis 16.00 Uhr. Danach ist dann Feierabend.“ Warum sollte es bei unserem himmlischen Chef eigentlich anders sein ?

Jetzt noch ein weiteres. Als Paulus seinen Auftrag erhalten hatte, machte er sich auf den Weg nach Mazedonien. Und wie machte er sich auf den Weg? SOFORT ging er los. Und auch darauf sollten wir immer wieder acht haben. Wenn Gott uns einen Auftrag erteilt, dann sollen wir diesen hier und jetzt und sofort erledigen.

Wir neigen ja gerne zur Aufschieberitis auf die lange Bank. Übrigens kennen Sie schon des Teufels liebstes Möbelstück ? Es ist die lange Bank.

Wenn Gott uns ruft, dann will Er uns jetzt und hier auf der Stelle und an der Aufgabe sehen, zu der Er uns berufen hat. Nicht nächste Woche, nächsten Monat oder irgendwann einmal, nein heute, wenn wir Seine Stimme hören, dann sollen wir dem Ruf folgen.

2. Das offene Herz

Wenn wir dem Rufe Gottes folgen, dann dürfen wir uns auf eines verlassen, nämlich darauf, dass wir immer in schon vorbereitete Verhältnisse hineinkommen.

Stellen wir uns das doch einfach so vor, dass Gott uns auf unserem Wege mit Ihm immer schon einen Schritt voraus ist. Daher ist es auch so wichtig, dem Rufe Gottes sofort zu folgen.

Häufig sehen die äußeren Umstände alles andere als gelegen aus. Das soll uns aber nicht davon abhalten unseren Auftrag auszuführen. Das tat Paulus denn auch. Und was fand er vor, eine Lydia, der der Herr bereits zuvor das Herz aufgetan hatte für Sein Wort.

Liebe Gemeinde, stellen wir uns nur einen Augenblick vor, Paulus hätte noch 2-3 Tage gewartet und wäre dann erst abgereist. Hätte er auch dann eine Lydia vorgefunden, der der Herr das Herz aufgetan hat ?

Missionstätigkeiten bei „Ungläubigen“, da werden Sie mir sicherlich zustimmen, sind nicht immer besonders einfach. Ich habe nicht nur einmal, sondern viele Male dabei eine mehr als klägliche Figur abgegeben. Bis genau zu diesem Zeitpunkt, als unser heutiger Predigttext wieder einmal an der Reihe war.

Erst dann sind mir die Augen aufgegangen, dass ohne Gott an meiner Seite und Seinen ganz konkreten Auftrag die Botschaft kaum auf einen fruchtbaren Acker treffen wird. Ab diesem Zeitpunkt habe ich den Herrn gebeten, mir den rechten Ort und die rechte Zeit zu zeigen, also wann ich wo zu welchem Zeitpunkt sein soll.

Eigentlich musste doch jetzt alles glatt laufen. Dazu eine kleine Geschichte. Bei einer Evangelisation hatte ich mich so richtig verheddert, ich hatte total den Faden verloren. Das war aber noch nicht alles. Bei dem Versuch, den Faden wieder aufzunehmen, kam ich auch noch ins Stottern. Da war so ziemlich einer meiner peinlichsten Auftritte.

Einige Wochen später erhielt ich einen Brief von einem jungen Mann, der mir mitteilte, dass er immer den Eindruck gehabt habe, dass man perfekt sein muss, um im Reiche Gottes willkommen zu sein. Seine Gemeinde, seine Glaubensgeschwister seien alle so perfekt, nur er eben nicht. Und dann kam ich mit meinem Superauftritt. Gott hat mir, so schrieb er mir, gezeigt, dass ich nicht perfekt sein muss.

Wenn Gott uns ruft, dann müssen wir den Sinn dessen, was geschieht nicht verstehen, wir sollen nur ganz einfach das machen, was Gott uns aufgetragen hat. Um es ganz banal zu sagen; für den Rest ist ER zuständig. Um es noch extremer zu sagen: “ Wenn Gott will, dass ich mich vor einer Gemeinde blamiere, damit nur ein Mensch vor der Hölle bewahrt bleibt, dann tue ich dies gerne.“

3. Das offene Herz und die Gemeinschaft

„Und sie nötigte uns.“ So lautet der letzte Satz unseres Predigttextes.
Liebe Gemeinde, kein Mensch bekehrt sich selber und kein Mensch lebt sich selber.

Es ist für mich immer wieder sehr schön, wenn ich erleben darf, dass es Menschen, denen Gott das Herz aufgetan hat, zu den Gemeinschaften hinzieht.

Gerade die Gemeinschaft ist für den noch jungen Christen von unschätzbarem Wert. Und hier stehen wir als ältere Schwestern und Brüder in einer ganz besonderen Verantwortung.

Wir haben die ehrenvolle Aufgabe, junge Christen auf ihrem Wege mit Gott zu begleiten. Wer noch jung im Glauben steht, der ist schnell ein Opfer Satans und seinen Angriffen. Hier sind wir die ersten Anlaufstellen für Christen in Nöten. Junge Christen können noch nicht alles wissen. Aber wir können es ihnen weitersagen als Botschafter unseres Herrn.

Wenn mir jemand sagt, er kommt ohne Kirche ganz gut aus, dann kann ich das noch irgendwie nachvollziehen. Aber wenn mir jemand sagt, dass er ohne Gemeinschaft viel besser zurechtkommt, dann habe ich doch so gewisse Zweifel, ob dies ein Leben lang gut geht.

Also lassen Sie uns dem Ruf unserer Herzen nach Gemeinschaft auch weiterhin treu bleiben.

Was bei einer Zusammenkunft einer christlichen Gemeinschaft geschieht, das beschreibt der Liederdichter Tobias Clausnitzer sehr schön in dem ersten Vers seines Liedes “ Liebster Jesu, wir sind hier…“ (EG 161), der da lautet, wie folgt:

Liebster Jesus, wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören;
lenke Sinnen und Begier auf die süßen Himmelslehren,
dass die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden.

Der Herr öffne Dein Herz, damit Du SEINEN Ruf hören kannst
Der Herr gebe Dir die Kraft, Deiner Berufung nachzufolgen
Der Herr führe Dich jeden Tag auf allen Deinen Wegen

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie recht herzlich zu unserem heutigen Gottesdienst am 3. Sonntag nach Epiphanias. Haben Sie sich schon einmal gefragt: Was kann ich tun, um Gott zu gefallen ? Das ist doch eigentlich eine ganz logische Frage. Wir sind Christen, sind also mit unserem Herrn Jesus verbunden. Dann stellt sich doch automatisch diese Frage.

In unserem heutigen Predigttext erfahren wir dann auch die Antwort darauf. Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag im 10. Kapitel der Apostelgeschichte, die Verse 21-35.
Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Da stieg Petrus hinab zu den Männern und sprach: Siehe, ich bin’s, den ihr sucht; warum seid ihr hier ? Sie aber sprachen: Der Hauptmann Cornelius, ein frommer und gottesfürchtiger Mann mit gutem Ruf bei dem ganzen Volk der Juden, hat Befehl empfangen von einem heiligen Engel, dass er dich sollte holen lassen in sein Haus und hören, was du zu sagen hast. Da rief er sie herein und beherbergte sie. Am nächsten Tage machte er sich auf und zog mit ihnen, und einige Brüder aus Joppe gingen mit ihm. Und am folgenden Tag kam er nach Cäsarea. Cornelius aber wartete auf sie und hatte seine Verwandten und nächsten Freunde zusammengerufen.
Und als Petrus hereinkam, ging ihm Cornelius entgegen und fiel ihm zu Füßen und betete ihn an. Petrus aber richtete ihn auf und sprach: Steh auf, ich bin auch nur ein Mensch. Und während er mit ihm redete, ging er hinein und fand viele, die zusammengekommen waren. Und er sprach zu
ihnen: Ihr wisst, dass es einem jüdischen Mann nicht erlaubt ist, mit einem Fremden umzugehen oder zu ihm zu kommen; aber Gott hat mir gezeigt, dass ich keinen Menschen meiden oder unrein nennen soll. Darum habe ich mich nicht geweigert zu kommen, als ich geholt wurde. So frage ich euch nun, warum ihr mich habt holen lassen. Cornelius sprach: Vor vier Tagen um diese Zeit betete ich um die neunte Stunde in meinem Hause. Und siehe, da stand ein Mann vor mir in einem leuchtenden Gewand und sprach: Cornelius, dein Gebet ist erhört und deiner Almosen ist gedacht worden vor Gott. So sende nun nach Joppe und lass herrufen Simon mit dem Beinamen Petrus, der zu Gast ist im Hause des Gerbers Simon am Meer. Da sandte ich sofort zu dir; und du hast recht getan, dass du gekommen bist. Nun sind wir alle hier vor Gott zugegen, um alles zu hören, was dir vom Herrn befohlen ist. Petrus aber tat seinen Mund auf und sprach: Nun erfahre ich in Wahrheit, dass Gott die Person nicht ansieht; sondern in jedem Volk, wer ihn fürchtet und recht tut, der ist ihm angenehm.

Liebe Gemeinde,

Petrus, der noch sehr mit den alten Traditionen verbunden war, wird von Gott in die Jüngerschule genommen und Gott zeigt ihm auf Seine ureigenene Weise, was vor Ihm Bestand hat und im Umkehrschluss, was vor Gott keinen Bestand hat.

Drei Dinge hat Petrus aus dieser Lektion gelernt. Lassen Sie uns den heutigen Sonntag nutzen, diesen drei Dingen ein wenig auf den Grund zu gehen:

1. Der Status

Ich habe vor kurzem ein Seminar besucht, welches sich mit Verkaufspsychologie beschäftigte. Das war das erste Seminar dieser Art, an welchem ich teilnahm. Daher waren auch meine Erwartungshaltungen sehr hoch.

Wäre das Gesamtergebnis nicht durch seriöse wissenschaftliche Untersuchungen bestätigt worden, dann hätte ich der folgenden Aussage gar keine Beachtung geschenkt. Das Resümee lautete nämlich: ‚“Wenn Sie jemanden für Ihre Zwecke gewinnen wollen, dann werfen Sie Ihren akademischen Titel in die Waagschale, tragen teure Anzüge und schaffen sich ein edles Auto an.“

Untersuchungen bestätigten in der Tat, dass Personen, die so auftreten, ganz anders wahrgenommen werden, als Personen, die keinen akademischen Grad haben, Turnschuhe tragen und einen alten Golf fahren.

Bei Gott hingegen schaut die Sache „Gott sei Dank“ ganz anders aus. Gott können wir mit unseren Statussymbolen überhaupt nicht beeindrucken. Wir können Schulabbrecher sein, Gott will uns trotzdem für den Aufbau Seines Reiches benutzen. Wir können in den ältesten Jeans herumlaufen, Jesus möchte trotzdem der Herr über unser Leben sein. Und wir können den ältesten klapprigsten Golf der Welt fahren, auch dort möchte Jesus gern mit uns fahren.

Wohlgemerkt, auch Reichtum schadet nicht , wenn es darum geht, ein Jesusjünger zu werden. Gott sieht eben den gesamten Status, also das ganze drumherum nicht an. Gott sieht den Menschen an, der dahintersteckt.

2. Gott fürchten

Jetzt wissen wir also, was Gott egal ist. Aber was wir tun können, um Gott zu gefallen das wissen wir dadurch immer noch nicht. Soeben haben wir einen wertvollen Hinweis darauf erhalten, was Gott gefällt, nämlich wenn wir IHN fürchten.

Kommt er da doch wieder durch, der Gott, der mit Angst regiert ? Wehe, wenn du das tust, dann kommst du nicht in den Himmel. So wurde es uns als Kinder noch in den Kinderstunden der Kirche beigebracht. Auch hier kann ich nur sagen „Gott sei Dank“ ist dies nicht wahr.

Im Urtext lesen wir den Begriff „Phobemai“, was mit „Ehrfurcht haben vor jemandem“ übersetzt werden kann. Nicht angstvoller Respekt ist hier gemeint, sondern ein aktives Handeln. Handeln in der Form, dass wir Gott die Liebe entgegenbringen, die Ihm gebührt.

Versuchen, Ihm in der Liebe, die Er uns entgegenbringt immer ähnlicher zu werden, aber gleichzeitig zu wissen, dass wir dies niemals zu 100 ‚% schaffen können, das, liebe Gemeinde, ist hier mit Gott fürchten gemeint.

Diese praktische Liebe verändert uns nach und nach. Zunächst in unserem Inneren, danach kann diese Liebe auch an unseren äußeren Handlungen abgelesen werden, die immer mehr von Seiner Liebe geprägt sind.

Nur damit jetzt kein Missverständnis aufkommt. Wir selber können uns natürlich nicht verändern. Ich muss immer schmunzeln, wenn ich von Eltern den Satz höre: „Du musst dich ändern mein Kind.“ Kein Mensch kann sich selber an den eigenen Haaren aus dem Sumpf der Sünde ziehen. Das macht unser Herr Jesus Christus. Danach zieht Er in unsere Herzen ein und übernimmt die Königsherrschaft über unser Leben.

Nicht WIR verändern uns, sondern ER verändert uns.

2. Recht tun

Schon wieder so ein Gemeinsatz, der alles und doch nichts sagt. Die Elberfelder Bibel übersetzt an dieser Stelle mit den Worten „Gerechtigkeit wirken“. Und hiermit ist gemeint: „Vor Gott recht tun.“

Es sind drei Dinge, die Gott uns mit auf den Weg gibt, um es Ihm recht zu tun.

a. Gott lieben

Das ist die Basis überhaupt. Ich glaube, darüber brauchen wir uns gar nicht zu unterhalten

b. Sich selbst lieben.

Hallo, das ist doch purer Egoismus. Und doch steht es so in der Bibel.
Und wenn es so in der Bibel steht, dann muss es auch einen Grund haben.
Haben Sie schon einmal einen Menschen gesehen, der so rundum mit sich selbst unzufrieden ist ? Wir würden doch alle am liebsten die Straßenseite wechseln, wenn uns ein derartiges Exemplar entgegenkommt. Wie anders ist da doch die Erscheinung eines Menschen, der mit sich selbst im Reinen ist, der einfach zufrieden ist.

Wir sollen uns so annehmen, wie wir sind und das Beste aus dem machen, was wir sind. Und wir sollen uns ehrlichen Herzens damit auch zufrieden geben.

c. Den Nächsten lieben

Das können wir natürlich nur, wenn wir uns selbst lieben. Wer sich selbst nicht ausstehen kann, der wird auch keinen positiven Einfluss auf seine Mitmenschen ausüben können. Erst wenn ich selber „geerdet“ bin, dann kann ich meine Liebe auch weitergeben.

Wo finde ich denn jetzt ganz konkrete Hinweise darauf, was Gott gefällt ? Nehmen wir uns doch in der kommenden Woche wieder einmal vor, die Bergpredigt zu studieren. Dort finden wir Anhaltspunkte in Hülle und Fülle dafür, wie wir handeln sollten, um Gott zu gefallen.

Den Weg mit Gott, den auch wir gehen können, beschreibt der Liederdichter Paul Gerhardt sehr schön in dem ersten Vers seines Anbetungsliedes „Befiehl du deine Wege…“, der da lautet, wie folgt:

Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt
der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt.
Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn,
der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.

Der Herr gebe Dir allezeit die Kraft, in SEINER Liebe zu bleiben
Der Herr gebe Dir die Kraft, Dich selber zu lieben und anzunehmen
Der Herr gebe Dir immer wieder die Kraft, Deinen Nächsten zu lieben

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen fröhlichen Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen 16. Sonntag nach Trinitatis.
Der Wochenspruch für die kommende Woche beginnt mit den Worten: „Jesus Christus hat dem Tode die Macht genommen…“. Das ist natürlich auch die zentrale Aussage dessen, was wir glauben. Aber Gott hat nicht nur dem Tode die Macht genommen, nein, er greift auch heute noch sichtbar und spürbar in unser aller Leben ein. Unser Predigttext schildert uns ein derartiges Eingreifen Gottes in das Leben eines Menschen.

Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag in der Apostelgeschichte, Kapitel 12,
die Verse 1-11. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Um diese Zeit legte der König Herodes Hand an einige von der Gemeinde,
sie zu misshandeln. Er tötete aber Jakobus, den Bruder des Johannes, mit dem Schwert. Und als er sah, dass es den Juden gefiel, fuhr er fort und nahm auch Petrus gefangen. Es waren aber eben die Tage der ungesäuerten Brote. Als er ihn nun ergriffen hatte, warf er ihn ins Gefängnis und überantwortete ihn vier Wachen von je vier Soldaten, ihn zu bewachen. Denn er gedachte, ihn nach dem Fest vor das Volk zu stellen. So wurde nun Petrus im Gefängnis festgehalten; aber die Gemeinde betete ohne aufhören für ihn zu Gott.

Und in jener Nacht, als ihn Herodes vorführen lassen wollte, schlief Petrus zwischen zwei Soldaten, mit zwei Ketten gefesselt, und die Wachen vor der Tür bewachten das Gefängnis. Und siehe, der Engel des Herrn kam herein, und Licht leuchtete auf in dem Raum; und er stieß Petrus in die Seite und weckte ihn und sprach: Steh schnell auf! Und die Ketten fielen ihm von seinen Händen. Und der Engel sprach zu ihm: Gürte dich und zieh deine Schuhe an! Und er tat es. Und er sprach zu ihm: Wirf deinen Mantel um und folge mir! Und er ging hinaus und folgte ihm und wusste nicht, dass ihm das wahrhaftig geschehe durch den Engel, sondern meinte, eine Erscheinung zu sehen. Sie gingen aber durch die erste und zweite Wache und kamen zu dem eisernen Tor, das zur Stadt führt; das tat sich ihnen von selber auf. Und sie traten hinaus und gingen eine Straße weit, und alsbald verließ ihn der Engel.

Und als Petrus zu sich gekommen war, sprach er: Nun weiß ich wahrhaftig, dass der Herr seinen Engel gesandt und mich aus der Hand des Herodes errettet hat und von allem, was das jüdische Volk erwartete.

Liebe Gemeinde,

wenn Gott vor rund 2000 Jahren direkt in das Leben des Petrus eingegriffen hat, dann kann und tut er das heute auch noch. Ich glaube wir sind oftmals zu abgeklärt und rechnen auch nicht mehr so wirklich mit dem Eingreifen Gottes in unser Leben. Und doch, diese Phänomene können wir auch heute noch erleben. Schauen wir uns doch das Eingreifen Gottes einmal etwas näher an.

1. Die Macht des Gebetes

Können wir das überhaupt noch ? Ich meine mit Gebet nicht das heruntergeleierte Vater Unser oder sonstige wohlformulierte Gebete. Können wir eigentlich noch richtig beten ? Da sollten wir uns zunächst einmal fragen: Was ist denn ein Gebet überhaupt ? Nun, ein Gebet ist ein Gespräch mit Gott. So wie wir mit unseren Mitmenschen reden, genau so können wir mit Gott reden. Er ist ja kein Phantasiegebilde und er ist erst recht nicht meilenweit von uns entfernt. Von allen Seiten umgibt er uns. Also können wir auch mit ihm reden.

ER will ja an unserem Leben teilhaben und ER möchte, dass dieses Leben auch gelingt. Und wenn es mir nicht gut geht, dann kann ich auch mit meinen eigenen Nöten Sorgen und Problemen vor Gott treten und ihn um Hilfe bitten. Dies können auch meine Mitmenschen für mich tun. Dann nennen wir das Ganze Fürbitte. Wenn wir unseren Predigttext chronologisch exakt lesen, dann kommt bevor wir etwas über das Eingreifen Gottes erfahren zuallererst einmal das Gebet und das Fürbittengebet.

Fürbitte im Gebet ist die direkte Einwirkung in das Leben eines anderen Menschen durch den Thron Gottes hindurch. Wenn wir so wollen ein Gebet mit Fernwirkung. Genau das tat auch die Gemeinde für Petrus.

2. Gott hilft spätestens rechtzeitig

Ich kann mir schon gut vorstellen, dass sich Petrus fragte: Wo bist du Gott?, als er mit Ketten gefesselt im Gefängnis lag. Ich glaube, wir alle würden uns dies fragen. Oder etwa nicht?

Doch genau da, wo ich scheinbar im tiefsten Schlamassel stecke, genau da ist Gott ganz dicht bei mir. Da ist, auch wenn es nicht immer so ganz einfach ist, schlichtes Gottvertrauen angesagt. Gottvertrauen heißt, nur IHN allein wirken lassen.

Und das geschah schließlich auch. Als es Petrus aus menschlicher Sicht nicht mehr möglich war, sich aus seiner Lage irgendwie noch mit eigenen Kräften zu befreien, da griff Gott ein. Und genau da drauf dürfen wir uns heute im 21. Jahrhundert auch noch verlassen. Immer dann, wenn die Not
am größten ist, ist Gott ganz nah bei uns. Egal, was auch gerade geschieht, es geschieht alles mit Gott zusammen.

Selbst wenn wir durch die irdische Hölle gehen müssen, gibt uns Gott die Kraft dazu. Doch dafür ist es notwendig, dass wir ihm allein vertrauen und unser sogenanntes Selbstvertrauen über Bord werfen. Wenn wir wieder lernen uns ganz auf unseren Herrn zu verlassen, dann werden wir auch
wieder sein Eingreifen spüren dürfen. Solange wir ihn hingegen nicht lassen, wird er auch nicht eingreifen.

3. Gott befreit von Fesseln

Fesseln, wie sie damals von den Römern benutzt wurden, sind Gott sei Dank heutzutage verboten. Aber es gibt ja nicht nur die sichtbaren, sondern auch die unsichtbaren Fesseln. Und auch von diesen will uns Gott befreien, auch wenn wir selbstverschuldet in diese Fallen hineingeraten
sind.

Nehmen wir nur einmal den Bereich des Okkulten. Wie viele Menschen beschäftigen sich mit Wahrsagerei, Kartenlegen und anderen Orakeln. Wir müssen uns nur einmal eine x-beliebige Illustrierte anschauen und schon entdecken wir eine Vielzahl von sogenannten Medien, die dort ihre Dienste anbieten. Ehe man sich versieht ist man in dieser satanischen Falle gefangen.

Ich kannte Menschen, die für alles, was sie am Tage taten zuvor ihre Tarot-Karten befragten. Hätte man ihnen die Karten weggenommen, sie wären schier verrückt geworden. Aber auch diesen Menschen, die sich von dem Okkulten haben fesseln lassen, ist Gott nicht ferne.

Ich durfte es einige Male erleben, dass Menschen von einem Moment auf den anderen von allen satanischen Mächten befreit wurden, nachdem sie ihr Leben Jesus Christus übergeben haben. Von einem Moment zum anderen hatten diese satanischen Mächte keinen Einfluss mehr auf diese Menschen.

Ähnliches hat mir ein befreundeter Pfarrer über die Therapie mit Alkoholsüchtigen erzählt. Ebenfalls von einem Moment auf den anderen waren diese Menschen von ihrer Sucht geheilt. Nicht nur von der körperlichen Abhängigkeit. Dies bekommen staatliche Institutionen auch ganz gut hin. Nein, auch von der psychischen Abhängigkeit wurden diese Menschen geheilt. Das wunderbare war, dass der Gedanke an Alkohol überhaupt keine Gefühlsregungen mehr bei ihnen auslöste. Wie uns ein Neurologe berichtete, kann man mittlerweile Gefühlsregungen im Suchtbereich sehr genau messen.

3. Gott stellt uns auf die Beine

Ja, liebe Gemeinde, es ist richtig, ein Gebet hilft. Und es ist auch richtig, dass Gott mit all seiner Macht und Kraft auch heute noch in unser Leben eingreifen kann. Aber Gott stellt uns danach auch wieder auf die eigenen Beine, wie er es mit Petrus getan hat.

Gott will keine unmündigen Kinder, er will Jünger, die ihm bewusst und selbstbewusst nachfolgen. Gott kann krumme Wege wieder gerade machen. Doch laufen müssen wir auf diesem geraden Wege schon selber. Natürlich immer unter dem Schutz unseres Herrn.

Ich denke an ein Ereignis aus meiner Kindheit. Mein Vater wollte mir das Fahrradfahren beibringen. Schon nach kurzer Zeit lag ich auf der Nase. Er half mir auf, trocknete die Tränen und sprach mir Mut zu. Er sagte aber nicht, dass er nun das Fahrrad fahren würde. Nein, er half mir auf, setzte mich erneut auf das Fahrrad und schon ging es etwas besser. Genau so ist es auch in unserem Leben mit Gott.

Wenn wir den Weg mit Gott gehen,werden wir manches Mal fallen, aber immer ist ER da, der uns wieder auf die Beine stellt. Je länger wir mit IHM durch unser Leben gehen, um so seltener werden wir fallen. Probieren wir es doch einfach einmal aus.

Ein Leben mit unserem Herrn als Führer unseres Lebens beschreibt der Liederdichter Ludwig Helmbold sehr schön in dem ersten Vers eines Liedes „Von Gott will ich nicht lassen…“, der da lautet, wie folgt:

Von Gott will ich nicht lassen, denn er lässt nicht von mir,
führt mich durch alle Straßen, da ich sonst irrte sehr.
Er reicht mir seine Hand, den Abend und den Morgen
tut er mich wohl versorgen, wo ich auch sei im Land.

Der Herr lasse Dich Deinen Weg zu IHM hin erkennen
Der Herr führe Dich auf Deinem Wege zu IHM an SEINER starken Hand
Der Herr bewahre Dich stets vor falschen Wege auf Deinem Lebensweg
Amen.

Liebe Gemeinde,
Ihnen allen wünsche ich noch einen gesegneten Sonntag und eine schöne frühherbstliche Woche. Möge der Herr Sie auf allen Ihren Wegen begleiten.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen 12. Sonntag nach Trinitatis. Unser heutiger Predigttext beschäftigt sich mit einem Thema, welches wohl in allen Kirchen, Glaubensgemeinschaften und sonstigen kirchlichen Organisationen recht kontrovers diskutiert wird. Das Thema des heutigen Predigttextes lautet: Wunder. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir in der Apostelgeschichte, Kapitel 3, die Verse 1-10. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Petrus aber und Johannes gingen hinauf in den Tempel um die neunte Stunde, zur Gebetszeit. Und es wurde ein Mann herbeigetragen, lahm vom Mutterleibe; den setzte man täglich vor die Tür des Tempels, die da heißt die Schöne, damit er um Almosen bettelte bei denen, die in den Tempel gingen. Als er nun Petrus und Johannes sah, wie sie in den Tempel hineingehen wollten, bat er um ein Almosen. Petrus aber blickte ihn an mit Johannes und sprach: Sieh uns an ! Und er sah sie an und wartete darauf, dass er etwas von ihnen empfinge. Petrus aber sprach: Silber und Gold habe ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi von Nazareth steh auf und geh umher ! Und er ergriff ihn bei der rechten Hand und richtete ihn auf. Sogleich wurden seine Füße und Knöchel fest, er sprang auf, konnte gehen und stehen und ging mit ihnen in den Tempel, lief und sprang umher und lobte Gott. Und es sah ihn alles Volk umhergehen und Gott loben. Sie erkannten ihn auch, dass er es war, der vor der schönen Tür des Tempels gesessen und um Almosen
gebettelt hatte; und Verwunderung und Entsetzen erfüllte sie über das, was ihm widerfahren war.

Liebe Gemeinde,

warum geschehen heuter weniger Wunder als zur Zeit Jesu ? Oder geschehen genau so viele Wunder ? Warum sind wir immer gleich so skeptisch, wenn es um Wunder geht ? Lassen Sie uns über diese und weitere Themen ein wenig näher nachdenken. Schauen wir uns dazu doch einfach das Wunder des heutigen Predigttextes an. Man kann es in drei Schritten unterteilen.

1. Vor dem Wunder

In unserem Predigttext erleben wir etwas ganz besonderes, nämlich das erste Wunder „nach“ Jesus. Die Wunder endeten nicht mit dem Tode oder der Himmelfahrt Jesu, nein die Wunder geschehen bis zum heutigen Tage weiter. Wer sich näher dafür interessiert, dem rate ich an, sich einmal auf einer der vielen katholischen Websites umzuschauen und dort nach bestätigten Wundern zu suchen.

Bevor es überhaupt zu einem Wunder kommt, werden Petrus und Johannes auf wundersame Weise zu dem gelähmten Mann geführt. Sie sind genau am richtigen Tag zur rechten Zeit am richtigen Ort. Denken wir doch einmal daran, wie oft uns Gott zur rechten Zeit an den rechten Ort gestellt hat, um dort Gutes zu bewirken. Denken Sie heute Nachmittag ruhig einmal darüber nach. Dieses Eingreifen Gottes können wir ruhig schon einmal als Wunder betrachten.

Bevor alledings das eigentliche Wunder geschieht lesen wir etwas eigentümliches. Petrus sagt zu dem gelähmten Mann: „Sieh uns an !“ Dies war schon etwas besonderes, wenn ein einfacher Bettler einem Gönner in die Augen sehen sollte. Dies stellte ihn auf die Stufe mit dem Gebenden und forderte natürlich auch Vertrauen heraus. So dürfen wir diese Aufforderung auch verstehen. Mit dem „Sieh uns an !“ ist sinnbildlich ein „Vertrau Jesus allein“ gemeint.

Erleben wir vielleicht manchmal scheinbar so wenig Wunder, weil uns dies so schwer fällt ? Haben wir bei allem Gottvertrauen nicht auch oft noch einen Restzweifel in uns ? Versuchen wir es doch, wie der gelähmte Mann in unserem Preigttext. Vertrauen wir doch wieder Jesus allein.

2. Das Wunder

Im Namen Jesu Christi geschieht das Wunder. Es ist nicht Petrus, der das Wunder bewirkt, wie wir es bei oberflächlicher Betrachtung des Textes vielleicht annehmen könnten, nein es ist die Autorität unseres Herrn Jesus Christus, die durch Petrus hindurch dieses Wunder bewirkt.

Dies müssen wir uns immer wieder vor Augen führen. Egal, was für ein Wunder passiert, es ist immer der Herr, durch den dieses Wunder passiert. Wenn bei einer Heilung durch Handauflegung die Gesundung eintritt, dann ist es nicht der Mensch, der die Hand auflegt, der etwas bewirkt, sondern es ist der Herr Jesus Christus, der durch diesen Heiler hindurch wirkt. Auch heute noch nach 2000 Jahren.

Vielleicht maßen wir „neuzeitlichen“ Menschen uns ja manchmal auch zuviel an. Schauen wir nur die Anzeigen von Wunderheilern in den entsprechenden Esoterikmagazinen. Ganz unverhohlen wird dort mit Heilsgarantien geworben. Wenn wir alles auf den Heiler projizieren, dann wird in der Regel nichts geschehen. Wenn wir aber alles auf den Herrn Jesus projizieren, dann kann tatsächlich ein Wunder geschehen.

Und noch eines ist ganz wichtig. Wunder können, müssen aber nicht passieren. Es ist alles allein die Entscheidung des Herrn Jesus. Ich habe es selber erlebt, dass der eine Patient geheilt wurde und der
andere Patient weiter seine Krankheit in sich trug. Das hat auch nichts mit mangelndem Vetrtrauen zu tun. Denken wir immer daran, Wunder sind die Ausnahmen und nicht die Regel. Und keiner von uns hat irgendeinen Rechtsanspruch auf ein Wunder.

3. Nach dem Wunder

Schon Jesus war es passiert. Da hatte er zehn Aussätzige geheilt, und nur einer kam zurück um sich zu bedanken. Und dies ist bis zum heutigen Tage gleich geblieben. Wenn Gott uns auf wundersame Weise behütet und bewahrt, dann ist dies schließlich sein Job. Und wehe, wenn er dies nicht macht.

Wenn wir so mit Wundern in underem Leben umgehen, dann dürfen wir uns in der Tat nicht wundern, dass wir so wenige Wunder erleben. Was machte eigentlich der Gelähmte aus unserem Predigttext ? „Er sprang umher und lobte Gott.“ Ich kann die Luftsprünge des Mannes förmlich vor meinem geistigen Auge sehen. Und das ist es auch, was Gott von uns erwartet. Er wartet darauf, dass wir ihm danken für alles, was er an uns tut.

Es ist nämlich nicht selbstverständlich, dass wir jeden morgen gesund aufwachen. Es ist auch nicht selbstverständlich, dass wir immer genug zu essen haben. Und es ist auch nicht selbstverständlich, dass wir in einem Land leben dürfen, in welchem seit über 70 Jahren Frieden herrscht.
Danken wir doch Gott einmal wieder für diese Wunder.

Ich bin mir sicher, dass wir aus dieser Sichtweise heraus, wieder mehr Wunder in unserem eigenen Leben erkennen können. Probieren wir es doch gleich einmal aus.

Dieses unbedingte Vertrauen auf Gott drückte der Liederdichter Joachim Neander sehr schön in dem ersten Vers seines Liedes „Wunderbarer König, Herrscher von uns allen…“ aus, der da lautet, wie folgt:

Wunderbarer König, Herrscher von uns allen,
lass dir unser Lob gefallen.
Deine Vatergüte hast du lassen fließen,
ob wir schon dich oft verließen.
Hilf uns noch, stärk uns doch;
lass die Zunge singen, lass die Stimme klingen.

Der Herr segene Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen 6. Sonntag nach Trinitatis. Traditionell steht der 6. Sonntag nach Trinitatis unter dem Zeichen der Taufe. Und um die Aspekte der Taufe geht es auch in unserem heutigen Predigttext. Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag in der Apostelgeschichte, Kapitel 8, die Verse 26-39. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Der Kämmerer aus Äthiopien

Aber der Engel des Herrn redete zu Philippus und sprach: Steh auf und geh nach Süden auf die Straße, die von Jerusalem nach Gaza hinabführt und öde ist. Und er stand auf und ging hin. Und siehe, ein Mann aus Äthiopien, ein Kämmerer und Mächtiger am Hof der Kandake, der Königin
von Äthiopien, welcher ihren ganzen Schatz verwaltete, der war nach Jerusalem gekommen, um anzubeten. Nun zog er wieder heim und saß auf seinem Wagen und las den Propheten Jesaja. Der Geist aber sprach zu Philippus: Geh hin und halte dich zu diesem Wagen ! Da lief Philippus hin und hörte, dass er den Prophet Jesaja las, und fragte: Verstehst du auch, was du liest ? Er aber sprach: Wie kann ich, wenn mich nicht jemand anleitet ? Und er bat Philippus, aufzusteigen und sich zu ihm zu setzen.

Der Inhalt aber der Schrift, die er las, war dieser (Jesaja 53, 7,8) „wie ein Schaf, das zur Schlachtung geführt wird, und wie ein Lamm, das vor seinem Scherer verstummt, so tut er seinen Mund nicht auf. In seiner Erniedrigung wurde sein Urteil aufgehoben. Wer kann seine Nachkommen aufzählen ? Denn sein Leben wird von der Erde weggenommen.“ Da antwortete der Kämmerer dem Philippus und sprach: Ich bitte dich, von wem redet der Prophet das, von sich selber oder von jemand anderem ?

Philippus aber tat seinen Mund auf und fing mit diesem Wort der Schrift an und predigte ihm das Evangelium von Jesus. Und als sie auf der Straße dahinfuhren, kamen sie an ein Wasser. Da sprach der Kämmerer: Siehe, da ist Wasser; was hindert’s, dass ich mich taufen lasse ? Und er ließ den Wagen halten, und beide stiegen in das Wasser hinab, Philippus und der Kämmerer, und er taufte ihn. Als sie aber aus dem Wasser heraufstiegen, entrückte der Geist des Herrn den Philippus, und der Kämmerer sah ihn nicht mehr; er zog aber seine Straße fröhlich.

Liebe Gemeinde,

„die schnellste Taufe der Welt“, so könnte man diese Geschichte, die wir alle kennen auch nennen. Ein im Glauben unerfahrener Kämmerer wird kurz evangelisiert und dann schnell getauft. Einen Augenblick später gehen Täufling und Getaufter sofort wieder auseinander. Wenn ich an unsere
Taufvorgespräche oder an Glaubenskurse denke, die der Erwachsenentaufe vorgeschaltet sind, dann war dies Blitzkurs im Glauben.Und doch sind alle Aspekte der Taufe in dieser Geschichte enthalten. Schauen wir uns diese doch einmal zusammen an.

1. Taufe ohne Vorbedingungen

Ist er überhaupt würdig, getauft zu werden ? Hat der Kämmerer überhaupt verstanden, um was es eigentlich geht ? Und schließt er sich denn auch der Gemeinde an ? All diese Fragen, die uns in unseren Gemeinden als wichtig erscheinen werden hier anscheinend nicht gestellt; demzufolge erhalten wir auch keine Antwort darauf.

Das einzige, was wir wissen: Der Kämmerer will getauft werden. Und hier können wir schon das erste Fazit am heutigen Sonntag ziehen: Gott nimmt jeden an, der dies begehrt. Egal ob kleiner Glaube oder großer Glaube, egal ob mit wenig oder mit vielen Sünden vorbelastet. Jeder darf so zu Ihm kommen, wie er ist. Hauptsache er kommt zu Ihm. Vor Gott müssen wir nicht erst ein erstes und zweites Glaubensexamen ablegen, bevor wir uns
Seine Kinder nennen dürfen.

Daher können wir den Streit um Kindes- und Erwachsenentaufe auch ein wenig relativieren. Wenn Gott jeden annimmt, der zu Ihm kommt, dann ist es auch egal, wie alt er ist. Wo wir häufig auf die Einhaltung von Ritualen achten, schaut Gott hingegen eher das Herz an. Wichtig ist, dass ein gläubiges Herz sagt: Ja, ich will zu DIR hin. Bezüglich der Kindstaufe noch ein Hinweis des großen Erweckungspredigers Paul Deitenbeck: „Es gibt vor Gott nicht nur die Fürbitte, sondern auch den Fürglauben. Und durch diesen bezeugten Fürglauben taufe ich auch kleine Kinder.“

2. Warum überhaupt Taufe ?

Wenn Gott für jeden da ist, warum muss ich mich dann taufen lassen ? Eigentlich ist dies doch ein Widerspruch. Das ist auch richtig, wenn wir nur die Ebene des Geistes betrachten. Bekanntlich bestehen wir auch noch aus einem Leib. Wir Menschen brauchen häufig für alle immateriellen Güter sichtbare Zeichen.

Nehmen wir nur einmal Geschenke der Liebe. Wenn Sie Ihrem Partner immer nur sagen, dass sie ihn lieben, aber ihm niemals einen Kuss geben oder aber mit kleinen Aufmerksamkeiten als Zeichen der Liebe dieses gesagte Wort untermauern, dann wird sich dieses Verhältnis schnell abkühlen. Anstelle der Geschenke können wir auch alle möglichen anderen „Liebesbeweise“ nehmen.

Natürlich wird die Liebe durch Geschenke nicht größer oder mehr, aber sie wird sichtbar und fühlbar. So ist es auch bei der Taufe. Die Taufe ist das sichtbare Zeichen für uns, das uns immer wieder daran erinnern will: Ich bin von Gott angenommen.

Wir mögen dies zwar immer wieder auch innerlich spüren und fühlen, aber gerade in persönlich schweren Zeiten können wir immer auf unsere Taufe zurückblicken und uns der Gegenwart des Herrn bewusst sein. Wir können uns, wenn wir es denn so wollen, an der Taufe festklammern.

Ein ähnliches äußeres Zeichen ist übrigens auch das Abendmahl. Immer wenn wir an den Tisch des Herrn treten, haben wir Gemeinschaft mit allen Christen in der Welt und denen, die uns schon im Glauben vorausgegangen sind. Diese Gemeinschaft schafft unter uns Christen ein so starkes Band, welches selbst der Teufel nicht zerstören kann.

3. Fröhlich geht es weiter

Liebe Gemeinde, der schönste Satz des heutigen Predigttextes ist für mich: „Er aber zog seine Straße fröhlich.“

Unser Kämmerer war mit seinem Entschluss, sich dem Gott anzuvertrauen, dessen Lehre er soeben vernommen hatte, ganz persönlich mit diesem heiligen Gott in Kontakt getreten. Er durfte ganz persönlich für sich diesen Gott spüren und erleben. Und dies stimmte ihn fröhlich.

Die revidierte Elberfelder Bibelübersetzung übersetzt noch ein wenig genauer: „Er zog seinen Weg mit Freuden.“ Es war also keine oberflächliche Freudigkeit, die bei ihm Einzug gehalten hatte. Nein, es war eine tiefe innere Freude, eine tiefe heitere Gelassenheit, die auf einmal in sein Leben getreten war.

Das ist auch kein Wunder. War er doch als sündiger Mensch auf Philippus getroffen, welcher ihm den Weg hin zum wahren und einzigen Gott gewiesen hatte.Die Begegnung mit diesem Glaubenslehrer hatte ihm die Sinne geöffnet und den Weg des Heils gezeigt. Und dann ist es nur natürlich, wenn ein Mensch große Freude darüber besitzt, dass er nun ein Leben mit dem Gott zusammen führen kann, der Himmel und Erde gemacht hat. Dieser Gott hat ihn als Kind angenommen. Das durfte er bei seiner Taufe spüren. Und dieser Gott wird als liebender Vater von nun an immer bei ihm sein. Wenn dies kein Grund zu tiefer Freude ist !!!

Liebe Gemeinde, diese tiefe innere Freude dürfen auch wir immer wieder spüren, wenn wir mit Gott in Kontakt treten. Und es kommt noch besser. Jesus selber sagt uns in Matthäus 18,20: „Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“

Egal ob bei dem sonntäglichen Gottesdienst, der Bibelstunde, Hauskreisen und anderen christlichen Zusammenkünften. ER ist immer mitten unter uns. ER ist aber nicht nur mitten unter uns. ER will uns auch etwas schenken, nämlich SEINEN göttlichen Frieden und SEINE Kraft.

Ausgestattet mit Frieden und Kraft können auch wir Woche für Woche unsere Wege mit Freude gehen.

Und genau diese Freudigkeit ist es, die uns von (Noch) Nichtchristen unterscheidet. Diese Freudigkeit macht andere Menschen neugierig. Helfen wir den Menschen doch dabei, dass sie alle ihren Weg mit Freuden ziehen können.

Diese Freudigkeit führt übrigens auch dazu, dass wir alles, was mit uns geschieht in einem etwas anderen Licht betrachten können. Ausgestattet mit dieser Freudigkeit können wir manches weniger erfreuliche Geschehen viel besser ertragen. Dann können wir auch in den Nächten unseres Lebens
Seine Sonne sehen.

Dies beschreibt auch schon der Liederdichter Paul Gerhardt sehr schön in dem 5. Vers seines Liedes „Auf, auf, mein Herz mit Freuden…“, der da lautet, wie folgt:

Die Welt ist mir ein Lachen mit ihrem großen Zorn,
sie zürnt und kann nichts machen, all Arbeit ist verlorn.
Die Trübsal trübt mir nicht mein Herz und Angesicht,
das Unglück ist mein Glück, die Nacht mein Sonnenblick.

Der Herr segne Dich und behüte Dich.
Der Herr lasse SEIN Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.
Der Herr hebe SEIN Angesicht über Dich und gebe Dir Frieden.

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und eine von tiefer Freude erfüllte neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag, dem Sonntag Kantate.
„Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder“, so lautet der Wochenspruch für die kommende Woche. Und um die Wunder unseres Herrn geht es auch in unserem heutigen Predigttext. Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag in der Apostelgeschichte, Kapitel 16, die Verse 23-34. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Paulus und Silas im Gefängnis

Nachdem man sie hart geschlagen hatte, warf man sie ins Gefängnis und befahl dem Aufseher, sie gut zu bewachen. Als er diesen Befehl empfangen hatte, warf er sie in das innerste Gefängnis und legte ihre Füße in den Block. Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobten Gott. Und
die Gefangenen hörten sie. Plötzlich aber geschah ein großes Erdbeben, sodass die Grundmauern des Gefängnis wankten. Und sogleich öffneten sich alle Türen und von allen fielen die Fesseln ab. Als aber der Aufseher aus dem Schlaf auffuhr und sah die Türen des Gefängnisses offenstehen, zog
er das Schwert und wollte sich selbst töten; denn er meinte, die Gefangenen wären entflohen. Paulus aber rief laut: Tu dir nichts an; denn wir sind alle hier ! Da forderte der Aufseher ein Licht und stürzte hinein und fiel zitternd Paulus und Silas zu Füßen. Und er führte sie heraus und sprach: Liebe Herren, was muss ich tun, dass ich gerettet werde ? Sie sprachen: Glaube an den Herrn Jesus, so wirst du und dein Haus selig. Und sie sagten ihm das Wort des Herrn und allen, die in
seinem Hause waren. Und er nahm sie zu sich in derselben Stunde der Nacht und wusch ihnen die Striemen. Und er ließ sich und alle die Seinen sogleich taufen und führte sie in sein Haus und deckte ihnen den Tisch und freute sich mit seinem ganzen Hause, dass er zum Glauben an Gott
gekommen war.

Liebe Gemeinde,

schon vor 2000 Jahren landeten also Menschen wegen ihres Glaubens im Gefängnis. Manchmal denke ich, dass wir gar nicht mehr wissen, wie gut wir es doch heute haben. Wir dürfen unseren Herrn überall bekennen, ohne jedwede Repressalien befürchten zu müssen. Und wir dürfen im Gegensatz zu China unseren Gottesdienst öffentlich feiern ohne die Befürchtung haben zu müssen, im Anschluss an den Gottesdienst verhaftet zu werden. Nach dem Motto „Weniger ist mehr“ müsste diese Predigt eigentlich hier aufhören und wir sollten das soeben gesagte tief in unserem Herzen
wirken lassen.

Aber ich glaube, wir würden dem Predigttext nicht gerecht, wenn wir dies tun würden. Dieser Text hat uns nämlich noch etwas anderes zu sagen. Lassen Sie uns darüber gemeinsam nachdenken.

1. Anfechtung

Viele Menschen denken ja nun mal, dass ein Christ 24 Stunden am Tag 365 Tage im Jahr in sich selber ruht, ein fröhliches Dauergrinsen im Gesicht trägt und mit allen Schicksalsschlägen einfach fertig wird. Dies hat uns unser Herr so aber nicht versprochen, wenn wir uns Ihm hingeben. Selbst
viele Christen verzweifeln in Zeiten der Anfechtung. Und dabei ist die Anfechtung etwas ganz normales im Leben eines Christen.

Schauen wir uns doch einmal Paulus und Silas an. Sie wurden geschlagen, in den finstersten Teil eines Gefängnisses geworfen und zusätzlich noch in den Block gelegt. Und dann war sie da. Die Unsicherheit. Haben wir alles richtig gemacht ? Warum wurden wir geschlagen, warum werden wir
eingesperrt. Wie kann Gott dies alles zulassen ? Wir wollten doch nur Seinen Namen verkündigen. Wenn wir einmal davon ausgehen, dass Paulus und Silas am Nachmittag eingesperrt wurden, dann dauerte die Zeit der Anfechtung doch mehr als 8 Stunden. Denn wir lesen in unserem Predigttext: „Um Mitternacht beteten Paulus und Silas und lobten Gott.“

Wenn wir demnächst einmal wieder in eine Zeit der Anfechtung hineingeraten, dann wollen wir uns an Paulus und Silas erinnern, denen es genau so erging. Wir dürfen sicher sein, dass jede Anfechtung vergeht.

2. Gott hilft spätestens rechtzeitig

Wir müssen uns noch einmal daran erinnern: Paulus und Silas sitzen in einem dreckigen Loch gefangen. Sie haben ja eigentlich nichts gemacht, was eine Bestrafung verdient hätte. Sie haben ja nur Gottes frohe Botschaft verkündigt. Und dann um Mitternacht kommt der Durchbruch. Sie
loben und preisen Gott. Egal wo wir uns auch immer befinden. Auch wir dürfen in Zeiten augenscheinlicher Not unseren Herrn preisen und loben.

Und dann geschieht das, was immer dann geschieht, wenn wir in unseren Nöten unseren Herrn um Hilfe anflehen. ER greift mit Seiner gesamten Allmacht ein. Wir, die wir vermutlich nicht unschuldig in einem Gefängnis sitzen, dürfen Sein Eingreifen auf mannigfache andere Art spüren und erleben. Wir dürfen erleben, wie uns Gott z.B. in der Zeit der Trauer zur Seite steht und uns durch diese Zeit hindurchführt. Wir dürfen vielleicht erleben, dass wir von einer schweren Erkrankung auf wundersame Art und Weise genesen.

Wenn wir nur IHM allein unser ganzes Vertrauen schenken, nicht nur an schönen Tagen, sondern gerade in den schweren Tagen unseres Lebens, dann dürfen wir sicher sein, dass ER uns zur Seite steht. Gott führt uns nicht am Leiden vorbei, aber immer durch das Leiden hindurch, so sagte
es schon Dietrich Bonnhoefer.

Wenn wir uns jetzt einmal 2 Minuten Zeit nehmen und uns zurückbesinnen dann glaube ich, werden jedem von uns Situationen einfallen, in denen er von Gott Hilfe und Beistand erfahren hat, wo die Not am größten war.

Allein deswegen lohnt es sich schon, Christ zu sein. Es lohnt sich, weil wir ganz sicher sein dürfen, dass wir immer einen Beschützer um uns herum haben, wo auch immer wir uns gerade befinden.
Ist das nicht wunderbar ?

3. Gottes Spuren

Wenn uns auf wundersame Art und Weise geholfen wird oder wenn wir in der Not auch noch gelassen bleiben dann fällt dies natürlich auch unseren Mitmenschen auf, die vielleicht mit dem Christentum noch nichts am Hut haben. So erging es auch dem Aufseher im Gefängnis. Wenn einem Aufseher in der damaligen Zeit auf wundersame Weise die Gefangenen abhanden
kamen, dann war seine Karriere und sein Leben am Ende. Man machte mit solchen Menschen in der Tat kurzen Prozess. Um dem zu entgehen, wollte er sich selber töten.

Aber dann durfte er feststellen, dass alle Gefangenen noch zugegen waren, keiner war geflohen. Es musste also etwas geschehen sein, was man mit dem menschlichen Verstand einfach nicht begreifen konnte. Dies muss den Aufseher innerlich ganz, ganz stark berührt haben.

Lassen Sie es mich einmal so ausdrücken: Manchmal muss Gott einen Menschen ganz klein machen, bevor er sich zu Ihm bekehrt. Gefängnisaufseher waren schon damals hart gesottene Burschen. So richtig harte Kerle würde man heute sagen. Die ließen sich so schnell nichts
vormachen. Aber dann steht unser Aufseher auf einmal vor dem Nichts. Sein ganzes Lebensgebäude wird mit einem kleinen Erdbeben ins Wanken gebracht.

Und genau zu diesem Zeitpunkt fragt er, wie denn auch er gerettet werden könnte. Er wusste ja, weshalb Paulus und Silas inhaftiert wurden. Sicherlich hat er davon gehört, was man Paulus und Silas vorwarf. Sicherlich wird er das alles als Spinnerei abgetan haben diese Sache mit dem auferstandenen Jesus. Aber als dann unvermittelt und ohne Vorwarnung ein Erdbeben kam, da kam sein Weltbild doch ins Wanken. Sollte es etwa doch einen Gott geben, der soeben persönlich eingegriffen hat ? Sollten Paulus und Silas am Ende doch recht haben mit dem, was sie über Jesus
erzählten ? Und schließlich, wenn sie recht haben, dann bin ich ja verloren. Kann dieser Gott auch mir aus meiner Situation heraushelfen ?

Mit dieser Unsicherheit kam der Aufseher zu Paulus und Silas. „Glaube an den Herrn Jesus, so wirst du und dein Haus selig.“ Das war die Botschaft, die der Aufseher zu hören bekam.

Liebe Gemeinde, dies ist genau die Botschaft, die auch wir heute im 21. Jahrhundert immer wieder weitergeben sollen. Nicht durch religiöse Kraftanstrengungen oder durch jede Menge guter Taten kann ein Mensch gerettet werden, sondern nur durch den Glauben.

Jeder Mensch kann Vergebung der Sünden und das ewige Leben als Geschenk erhalten. Er muss es nur annehmen. Das ist es, was wir immer und immer wieder verkündigen sollen. Und glauben Sie mir, der Glaube ist ansteckend. Das sehen wir schon an der Familie des Aufsehers. Und auch
heute noch kann der Glaube ansteckend sein. Ich habe es sehr häufig erlebt, dass gerade von jungen Menschen in der Konfirmandenzeit der Glaube in das Elternhaus getragen wurde. Nicht wenige Elternpaare nahmen später an Glaubenskursen teil. Es ist doch immer wieder wunderbar, wenn
wir Gottes Eingreifen persönlich erleben dürfen.

Ergriffen von soviel Macht und Liebe unseres Herrn zu uns war sicherlich auch der Liederdichter Heino Tangermann, als er das Lied „Vergiss nicht zu danken…“ dichtete, dessen erster Vers lautet, wie folgt:

Vergiss nicht zu danken dem ewigen Herrn, er hat dir viel Gutes getan.
Bedenke, in Jesus vergibt er dir gern, du darfst ihm, so wie du bist, nahn.
Barmherzig, geduldig und gnädig ist er, viel mehr als ein Vater es kann.
Er warf unsre Sünden ins äußerste Meer, kommt, betet den Ewigen an.

Der Herr begleite Dich auf allen Deinen Wegen
Der Herr befreie Dich von allen Deinen Nöten
Der Herr halte Dich ganz fest in SEINER Hand

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und eine schöne neue Woche.
Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Lesergemeinde!
Ich grüße Sie herzlich am 12. Sonntag nach Trinitatis.
Die nächste ePredigt wird zum 12. September kommen, da wir (das ePredigt-Team) verreist sind.

Das heutige Predigtwort steht in der Apostelgeschichte im 9. Kapitel
in den Versen 1 – 9:²

„Saulus aber schnaubte noch mit Drohen und Morden wieder die Jünger des Herrn und ging zum Hohenpriester und bat ihn um Briefe nach Damaskus an die Synagogen, auf daß, wenn er etliche von der neuen Lehre fände, Männer und Frauen, er sie gebunden führte nach Jerusalem. Und als er auf dem Wege war und nahe an Damaskus kam, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel; und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme, die sprach zu ihm: Saul, Saul, was verfolgst du mich?
Er aber sprach: Herr, wer bist du? Der Herr sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst. Stehe auf und gehe in die Stadt; da wird man dir sagen, was du tun sollst. Die Männer aber, die seine Gefährten waren, standen und waren erstarrt; denn sie hörten die Stimme, aber sahen niemand. Saulus aber richtete sich auf von der Erde; und als er seine Augen auftat, sah er nichts. Sie nahmen ihn aber bei der Hand und führten ihn nach Damaskus; und er war drei Tage nicht sehend und aß nicht und trank nicht.“

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
Gott hat einen Plan für die Welt und für die Gemeinde!
Das sollten wir bei unseren Überlegungen und Planen in den Gemeinden nicht vergessen.

Gott hat einen Plan für Dein und mein Leben!
Das sollten wir uns sagen lassen, wenn wir mit unserem Lebensplan nicht weiter wissen. Das sollten wir uns sagen lassen, wenn wir meinen, wir hätten unser Leben im Griff.

Denn Gottes Plan für uns wird bestimmt von SEINER rettenden und erbarmenden Liebe, die uns in Jesus begegnet. Gott will unserem Leben Erfüllung geben und ER will durch uns Anderen Leben ermöglichen.

Das sagt Gott uns durch SEIN Wort.
Durch Begegnungen mit Menschen und durch Ereignisse in unserem Leben lässt ER uns SEIN Wort lebendig werden.

Aber Gott kann auch in unser Leben hineinkommen, wie ein hereinbrechendes Licht vom Himmel. Dieses Licht kann unser bisheriges Leben in Dunkelheit versinken lassen, damit wir begreifen, wie unser Leben bisher wirklich war.

Werden wir dann in der Dunkelheit zerbrechen oder weren wir diese Dunkelheit im Gebet zum Herrn bringen?
Gottes Wort und viele Christen laden zu einem solchen Gebet ein.
Sie bezeugen Gottes rettendes Handeln in Jesus.

Davon spricht auch unser heutiges Predigtwort. Es erzählt von Saulus, den wir von vielen Briefen in der Bibel an die Gemeinden als Paulus kennen. Unser Predigtwort erzählt von einer besonderen Reise, auf der sich das Leben von Saulus veränderte.

Wenige Schritte vor dem Ziel ist seine eigene Reise zu Ende. Vor kurzem konnte er das Ziel vor Augen sehen. Nun umgibt ihn Dunkelheit. Er ist blind und muss sich führen lassen. Ein Anderer hat ihm befohlen, den Weg zu gehen. Dieser Andere wird sein Ziel und sein Leben neu bestimmen.

Saulus hat mit Sorge und Empörung gesehen, wie Männer und Frauen Unruhe in die Gemeinde brachten, wie sie Leute bewegten, einer neuen Lehre zu folgen. Sie verkündeten den ausgestoßenen und verurteilten Jesus als Gottes Messias und auferstandenen Herrn.

Im Eifer für Gottes Ehre fühlte Saulus sich berufen, diese Menschen zum Schweigen zu bringen. Er war dabei, als Stephanus um dieser Lehre willen, gesteinigt wurde.Er hatte Anhänger der Jesuslehre in Jerusalem aufgespürt, damit sie verhaftet wurden. Er ließ sich Vollmachten vom Hohenpriester geben, um auch in Damaskus Jesusanhänger aufzuspüren und zu verhaften.

Kurz vorm Ziel geschieht etwas, was sein Leben verändert.
Ihn trifft ein Licht vom Himmel und er hört eine Stimme:
„Ich bin Jesus, den du verfolgst. Stehe auf und gehe in die Stadt, da wird man dir sagen, was du tun sollst.“

Für Saulus ist die Welt um ihn und jeglicher Weg in Dunkelheit versunken. Er muss sich führen lassen. Saulus flüchtet sich in Fasten und Beten zu Gott. Gott antwortet ihm im Handeln durch Jesus. Jesus sendet den Christen Ananias zu Saulus, damit er ihm die Hand auflege, dass er sehend werde.

Ananias bekommt den Auftrag:
„Gehe hin, denn dieser (Saulus) ist mir ein auserwähltes Rüstzeug, daß er meinen Namen trage vor Heiden und vor Könige und vor das Volk Israel. Ich will ihm zeigen, wieviel er leiden muß um meines Namens willen“ (Apg 9,15).

Ananias geht zu Saulus. Es geschieht, wie Jesus es gesagt hat. Saulus wird wieder sehend und lässt sich taufen.

Was uns die Apostelgeschichte erzählt, hat Paulus in seinen Briefen an die Gemeinde mit seinen eigenen Worten als Wandel seines Lebens bezeugt.

Bis in unsere Zeit hinein haben immer wieder Menschen durch Jesus eine Wende in ihrem Leben erfahren. Und Jesus hat durch solche Menschen Gottes Botschaft der rettenden Liebe in der Gemeinde lebendig werden lassen.

Gott kommt zu allen durch SEIN Wort!
– Im Ruf zur Umkehr und in der Verheißung neuen Lebens.

Gott hat auch uns in SEINEM Plan – Dich und mich.
Gott will unserem Leben Erfüllung geben und durch uns wirken.

Gott gibt mit SEINEM Wochenspruch so ein Verheißungswort.
Unser Wochenspruch aus dem Prophetenbuch des Jesaja wendet sich dabei besonders an alle, die in tiefster Bedrängnis nicht weiter wissen. Ihnen wird zugesagt, dass Gott sie in ihrer Not nicht allein lässt.

Im Wochenspruch heißt es:
„Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen“ (Jes 42,3).

Mit solcher Verheißung können sie im Gebet zum Herrn kommen.
Und mit solcher Zusage können auch wir im Gebet zum Herrn kommen, wenn wir nicht wissen, wie wir unsere nächsten Schritte gehen können.
Der Herr wird Wege geben, wenn wir IHM vertrauen!

SEIN Segen möge uns geleiten,
Euer Pfr.i.R. Steinführer

Liebe Lesergemeinde!
Ich grüße Sie herzlich am 7.Sonntag nach Trinitatis.
Das Predigtwort dieses Sonntags steht in der Apostelgeschichte
im 2.Kapitel, in den Versen 41a, 42 – 47:²

„Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen; …Sie blieben aber beständig in der Apostel Lehre und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet. Es kam aber alle Seelen Furcht an, und geschahen auch viel Wunder und Zeichen durch die Apostel. Alle aber, die gläubig waren geworden, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam. Auch verkauften sie Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nach dem einer in Not war. Und sie waren täglich und stets beieinander einmütig im Tempel und brachen das Brot hin und her in den Häusern, nahmen die Speise mit Freuden und lauterem Herzen, lobten Gott und hatten Gnade bei dem ganzen Volk. Der Herr aber tat hinzu täglich, die gerettet wurden, zu der Gemeinde.“

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
Noch reift der Weizen zwischen Sonnenglut und Sturzflutregen. Abgeräumte Gerstenfelder verströmen Sommerhoffnung in den Tag.

Doch auch in Menschenherzen will des Herren Wort zur Ernte reifen. Von Pfingsten her wächst Gemeinde in dieser Welt. Durch Gottes Geist ist neues Leben aufgebrochen. Menschen, die das erfahren haben, laden ein zu neuem Leben.

Wer durch Jesus einen Aufbruch zum neuen Leben erfahren hat, wird mit Freuden davon erzählen. Vielleicht geschiehts mit Worten wie bei Petrus und Johannes, die frei und offen bekennen:

„Wir können´s ja nicht lassen, daß wir nicht reden sollten von dem, was wir gesehen und gehört haben“ (Apg 4,20).

Auch die Worte des Lukas in unserem Predigtwort sind ein solches Weitergeben vom Wirken Gottes in der Gemeinde Jesu. Sie berichten vom Werden der ersten Christengemeinde, als einen Aufbruch für die Welt.

Sie erzählen davon, wie Menschen, die Christus im Glauben angenommen haben, sich taufen lassen und in die Christengemeinschaft hineingenommen werden. Sie erleben, wie in dieser Gemeinschaft niemand Not leidet. Alle vorhandenen Güter werden miteinander geteilt.

Sie erfahren in der Gemeinde Gottes Gegenwart und Macht im Geschehen von Zeichen und Wundern. Sie sehen, wie die Gemeinde von der Umwelt anerkannt und geachtet wird. Sie werden täglich mehr in der Gemeinde, denn Gott lässt die Gemeinde wachsen.

Das alles geschieht im täglichen Beisammensein. Gottes Geist verbindet sie ständig untereinander und mit Gott.

Es geschieht:
– im täglichen Hören des Wortes Gottes in der Apostel Lehre
– im täglichen Empfangen des Abendmahls als Brot des Lebens
– im täglichen gemeinsamen Gebet
– im täglichen Beisammensein im Tempel und in den Häusern

Zeichnet Lukas hier im Überschwang ein Wunschbild von Gemeinde?
Und wer von uns könnte und möchte auf Dauer in solcher Intensivgemeinde leben?
Sind wir wirklich bereit, unsere Zeiteinteilung und Lebenseinstellung radikal ändern zu lassen?

Gott ist dazu durch SEINEN Geist bereit. Christen aus allen Zeiten können vom lebensveränderten Wirken Jesu erzählen.

Und dennoch ist keine Gemeinde das vollendete kommende Gottesreich. Dieses Reich wird erst mit dem Wiederkommen Jesu anbrechen. Bis dahin werden in der Gemeinde Jesu auch immer Fehler, Schwächen und Schuld gegenwärtig sein, und das nicht nur bei den Mitchristen, sondern auch bei uns.

Das solches auch in der Aufbruchzeit der ersten Christengemeinde geschah, wird in den Briefen des Apostel Paulus deutlich.

Aber die Worte des Lukas bezeugen, dass Gott in SEINER Gemeinde am Wirken ist und neues Leben bewirkt. Es geschieht wenn Gemeinde in Beständigkeit Gemeinschaft untereinander und mit Gott wieder mehr in den Mittelpunkt rückt:
– im Hören des Wortes Gottes, im Empfangen des Abendmahls und im Gebet.

Von da her wachsen die Kräfte, die Gemeinde zusammenführen und die Botschaft mit Wort und Handeln in die Welt tragen.

Unsere Gemeindeaktivitäten und -progamme sollten die Gemeinschaft unter Gottes Wort, das Abendmahl und Gebet zur Grundlage haben.

Wir sollten nicht vergessen:
Nicht wir bauen Gemeinde, sondern der Herr!

Wir können uns aber für Gottes Wirken öffnen und verschließen.
Wir können um SEIN Wirken durch SEINEN Geist bitten.

Der Herr allein weiß, wann die rechte Zeit ist und an welchem Ort ER Gemeinde in Fülle wachsen lässt. Wir aber sollten allezeit bereit sein, uns für SEIN Wirken zur Verfügung zu stellen.

Das Wort „Der Herr aber tat hinzu täglich, die gerettet wurden, zu der Gemeinde“ geschieht auch heute in unserer Welt. Oft geschieht es an ganz anderen Orten oder in ganz anderen Ländern als in denen wir leben. Aber es wird auch wieder hier unter uns geschehen, auch wenn wir nicht wissen wann und wie.

Auch unter den Menschen unserer Zeit ist ein Suchen nach Sinn, Inhalt und Ziel des Lebens. Wir können ihnen geschenktes Leben mit Gott durch unser Wort und Leben bezeugen, wenn wir aus der Quelle des Lebens, aus der Gemeinschaft mit Jesus leben.

Durch IHN haben wir bei Gott ein Zuhause in dieser Welt, das uns die Heimat öffnet, die der Herr bereitet hat.

Unter der Hoffnung auf den Herrn, lasst uns unter SEINEN Segen in die Woche gehen.

Es grüßt herzlich
Euer Pfr.i.R. Steinführer