Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 16. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 12. Kapitel der Apostelgeschichte, die Verse 1-11. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Um diese Zeit legte der König Herodes Hand an einige von der Gemeinde, sie zu misshandeln. Er tötete aber Jakobus, den Bruder des Johannes mit dem Schwert. Und als er sah, dass es den Juden gefiel, fuhr er fort und nahm auch Petrus gefangen. Es waren aber eben die Tage der Ungesäuerten Brote. Als er ihn nun ergriffen hatte, warf er ihn ins Gefängnis und überantworte ihn vier Wachen von je vier Soldaten, ihn zu bewachen. Denn er gedachte, ihn nach dem Fest vor das Volk zu stellen. So wurde nun Petrus im Gefängnis festgehalten; aber die Gemeinde betete ohne Aufhören für ihn zu Gott. Und in jener Nacht, als ihn Herodes vorführen lassen wollte, schlief Petrus zwischen zwei Soldaten, mit zwei Ketten gefesselt, und die Wachen vor der Tür bewachten das Gefängnis. Und siehe, der Engel des Herrn kam herein und Licht leuchtete auf in dem Raum; und er stieß Petrus in die Seite und weckte ihn und sprach: Steh schnell auf!
Und die Ketten fielen ihm von den Händen. Und der Engel sprach zu ihm: Gürte dich und zieh deine Schuhe an! Und er tat es. Und er sprach zu ihm: Wirf deinen Mantel um und folge mir!
Und er ging hinaus und folgte ihm und wusste nicht, dass ihm das wahrhaftig geschehe durch den Engel, sondern meinte, eine Erscheinung zu sehen. Sie gingen aber durch die erste und zweite Wache und kamen zu dem eisernen Tor, das zur Stadt führt; das tat sich ihnen von selber auf. Und sie traten hinaus und gingen eine Straße weit, und alsbald verließ ihn der Engel. Und als Petrus zu sich gekommen war, sprach er: Nun weiß ich wahrhaftig, dass der Herr seinen Engel gesandt und mich aus der Hand des Herodes errettet hat und von allem, was das jüdische Volk erwartete.

Liebe Gemeinde,

auf den ersten Blick handelt es sich um eine Gefängnisgeschichte mit wunderbarer Befreiung. Das ist zwar richtig, aber es steckt doch noch ein wenig mehr dahinter, als wir es beim ersten Hören vermuten.

1. Die Nacht

Vermutlich wurde Petrus tagsüber überraschend festgenommen. Er hatte sich ja nichts vorzuwerfen. Er hatte nichts getan, was auch nur in die Nähe eines Verbrechens angesiedelt werden könnte. Und doch wurde er von der Staatsmacht inhaftiert.

So wie er also im finsteren Gefängnis saß, so umgab ihn sicherlich auch die geistliche Nacht. Wieso ich ? Wie kann Gott das zulassen? Wie soll es nur weitergehen? All das sind Fragen, die er sich vermutlich gestellt hat. Fragen, auf die er aber nicht sofort eine Antwort bekam.

Daher blieb er vorerst in der geistlichen Nacht. Haben wir das nicht alle schon einmal erlebt, diese geistliche Nacht. Vielleicht nach einer niederschmetternden Diagnose unseres Arztes, oder aber nach der Kündigung unsers Jobs.

Wir alle sind doch Gott treu gewesen und haben stets nach seinem Willen versucht zu leben. Wir haben doch alles für ihn getan und dann das.

„Aber die Gemeinde betete ohne Aufhören für ihn zu Gott“, so haben wir es soeben gehört. Ohne sein Dazutun hatte Petrus mächtige Verbündete, die für ihn beteten. Fürbitte, so hat es Paul Deitenbeck einmal treffend formuliert ist das Wirken in das Leben eines anderen Menschen hinein durch den Thron Gottes hindurch. Und dies tat die Gemeinde.

Nur mal so nebenbei bemerkt: Darum sind christliche Gemeinschaften auch so wichtig. Wir singen und beten nicht nur gemeinsam, sondern wir beten dort auch füreinander. Wohin dies mitunter führen kann, das sehen wir gleich.

2. Das Licht

Ein Engel betrat die Gefängniszelle und von einem Moment zum anderen wurde der Raum hell erleuchtet. Und damit war auch die geistliche Nacht für Petrus vorbei.

Wenn wir uns mal eben zurückerinnern, dann lag Petrus gefesselt an zwei Soldaten in der Zelle. Sie hätten doch eigentlich auch das Licht sehen müssen, als der Engel den Raum betrat. Offensichtlich sahen sie dieses Licht aber nicht.

Dieses Licht kann auch nur derjenige spüren und wahrnehmen, der sein Leben Gott übergeben hat. Paul Gerhardt beschreibt dies sehr schön, wie folgt: „Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ; das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist.“

Aber der Herr Jesus tritt nicht nur in das Leben des Menschen als Licht ein. Er handelt auch ganz konkret. Petrus zum Beispiel befreite er von allen Fesseln, wieder ohne dass die Wärter es bemerkten.

Wie Gott Petrus damals von seinen Fesseln befreite, so will er uns auch heute noch von allem befreien, was uns von ihm trennt. Er möchte uns frei machen von allen Hindernissen, die uns an einem Leben mit ihm hindern.

Das können Fesseln diverser Süchte sein. Das können Fesseln von Götzen sein, die uns in ihrem Banne halten wollen. Das können aber auch Fesseln von Religionen sein, die uns den Weg zu Gott versperren. Es gibt sie leider auch heute immer noch. Religionsgemeinschaften, die mit einem kaum einhaltbaren Regelwerk ihre Mitglieder drangsalieren und ihnen weismachen wollen, dass nur so der Weg zu Gott gegangen werden kann.

Glauben wir Ihnen besser nicht. Vertrauen wir auf das Licht, das auch in unserem Leben leuchten möchte.

3. Offene Türen

Was nützen gesprengte Fesseln, wenn ich nur bis zur nächsten Wand laugen kann? Wohl gar nichts. Als Gott Petrus die Fesseln abgenommen hatte, öffnete er zugleich die Türen des Gefängnisses und zeigte Petrus den Weg aus seiner Gefangenschaft heraus in die Freiheit. Er musste diesen Weg nur noch gehen.

Und so ist es auch heute noch, liebe Gemeinde, Gott befreit uns nicht nur von unseren Fesseln, nein er zeigt uns auch den Weg ganz genau auf, der (wieder) zu ihm hinführt. Gehen, liebe Gemeinde, müssen wir aber schon selber.

Petrus saß ja schon ganz schön tief im Schlamassel. Am nächsten Tag sollte ihm der Prozess gemacht werden. Und der würde ganz bestimmt nicht gerade mit einem Freispruch enden.

Gott hilft aber spätestens rechtzeitig. Das durfte Petrus am eigenen Körper erleben. Und genau darauf dürfen wir uns auch heute noch verlassen. Auch wenn wir manchmal meinen, Gott habe uns vergessen in all unserem Leide. Einfach weiter auf sein Wirken vertrauen und ruhig und gelassen bleiben. Das sagt sich so einfach, das kann aber kaum einer. Darum dürfen wir uns auch in all unseren Nöten, Sorgen und Problemen mit unserem Gebet an unseren Herrn wenden.

Wir müssen nicht selber versuchen, uns aus unseren Fesseln zu befreien; wir müssen nicht gewaltsam Türen eintreten, um unseren Weg zu Gott zu finden. Wir dürfen im Gebet ganz gelassen bleiben und auf seine Hilfe warten.

Und das schönste kommt erst noch. Wenn Gott uns befreit uns leitet und führt, dann kommen wir immer in vorbereitete Verhältnisse hinein. So wie Gott in dem ganzen Umfeld des Gefängnisses tätig war, so arbeitet er auch in unser aller Umfeld. Pfuschen wir ihm also nicht ins Handwerk und warten geduldig, was er noch alles mit uns vorhat.

Das heißt nicht, faul in der Hängematte zu liegen und auf Gottes Ruf zu warten. Das hat schließlich Petrus auch nicht getan. Das bedeutet dass wir aus jeder Situation unseres Lebens mit Gottes Hilfe das Beste machen sollen, und nicht versuchen sollen krampfhafte eigene Befreiungsversuche zu starten.

Lassen Sie uns daher noch voller Gottvertrauen in den 1. Vers des Liedes „Ein feste Burg ist unser Gott… (EG 362) von Dr. Martin Luther einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen.
Er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen.
Der altböse Feind mit Ernst er’s jetzt meint;
groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist,
auf Erd ist nicht seinsgleichen.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 12. Sonntag nach Trinitatis. Den Text unserer heutigen Predigt finden wir im 3. Kapitel der Apostelgeschichte, die Verse 1-10. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die Heilung des Gelähmten

Petrus aber und Johannes gingen hinauf in den Tempel um die neunte Stunde zur Gebetszeit. Und es wurde ein Mann herbeigetragen, lahm von Mutterleibe; den setzt man täglich vor die Tür des Tempels, die da heißt die Schöne, damit er um Almosen bettelte bei denen, die in den Tempel gingen. Als er nun Petrus und Johannes sah, wie sie in den Tempel hineingehen wollten, bat er um ein Almosen. Petrus aber blickte ihn an mit Johannes und sprach: Sieh uns an!
Und er sah sie an und wartete darauf, dass er etwas von ihnen empfinge. Petrus aber sprach: Silber und Gold habe ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi von Nazareth steh auf und geh umher! Und er ergriff ihn bei der rechten Hand und richtete ihn auf.
Sogleich wurden seine Füße und Knöchel fest, er sprang auf, konnte gehen und stehen und ging mit ihnen in den Tempel, lief und sprang umher und lobte Gott. Und es sah ihn alles Volk umhergehen und Gott loben. Sie erkannten ihn auch, dass er es war, der vor der Schönen Tür des Tempels gesessen und um Almosen gebettelt hatte; und Verwunderung und Entsetzen erfüllte sie über das, was ihm widerfahren war.

Liebe Gemeinde,

auf den ersten Blick geht es um die Heilung eines Gelähmten. Wenn wir jedoch ein wenig hinter die Kulissen blicken, dann geht es um unsere eigene Heilung, die in unserem heutigen Predigttext beschrieben wird. Lassen Sie uns die Geschichte unserer Heilung einmal ein wenig genauer betrachten.

1. Ohne Gott

Bewegungslos, also lahm zu sein ist so eine der stärksten körperlichen Leiden, die man sich vorstellen kann. Stets und ständig ist man auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen.

Neben dieser körperlichen Lähmung und Bewegungslosigkeit gibt es aber doch noch etwas viel Schlimmeres; nämlich die geistliche Lähmung und Bewegungslosigkeit.

Schauen wir uns doch alle einmal in unserem Umfeld um. Sehr viele Menschen leben doch dort ohne Gott. Sind sie wirklich glücklich und auch innerlich grundzufrieden? Nach außen hin mag es ja den Anschein erwecken, aber wenn man einmal etwas intensiver nachfragt, dann wirken viele dieser Menschen wie Getriebene in einem Hamsterrad.

Mit viel aufgesetzter Freude und aufgesetztem Lächeln beschreiten sie ihren Lebensweg, aber zu dem Zustand der inneren Zufriedenheit gelangen sie meist nicht. Man hat es sich ja in seinem Leben so einigermaßen gemütlich gemacht.

Und doch tragen diese Menschen so etwas wie eine unbekannte Sehnsucht in ihren Herzen, die ihnen manchmal bewusst wird. Aber sie wissen nicht, wie sie diese tiefe Sehnsucht befriedigen können. Also laufen sie weiter in ihrem Hamsterrad bis das Hamsterrad eines Tages ohne sie weiterlaufen muss.

2. Auf Gott sehen

Petrus und Paulus sagten zu dem Gelähmten: Sieh uns an!

Für die Menschen, die in ihrer geistlichen Lethargie leben bedeutet dies: Sieh Gott an! Ich mache es immer so, dass ich Menschen, die noch ohne Gott unterwegs sind, bitte, doch einmal so zu tun, als ob Gott wirklich existiert. Einfach mal zwei Wochen den Versuch wagen.

Bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von rund 80 Jahren sind zwei Wochen ja nun wirklich nicht viel. Um es genau zu beziffern sind dies gerade mal 0,05 % der Lebenszeit.

Was passiert nun bei den Menschen, die sich so und ernsthaft auf die Suche nach Gott begeben? Genau, Gott lässt sich von diesen ehrlich suchenden Seelen wirklich finden. Ich lehne mich nicht weit aus dem Fenster heraus wenn ich behaupte, dass 100 % aller ehrlich suchenden Menschen, die diesen Versuch wagen, spüren, fühlen und erleben werden, dass Gott real existiert.

Aber unser Predigttext ist ja nicht damit beendet, dass der Gelähmte Petrus und Paulus anschaut. Nein, er, der Jahr für Jahr auf fremde Hilfe angewiesen war, wird von seiner Krankheit geheilt. Und zwar nicht erst nach unzähligen Reha-Kuren, sondern hier und jetzt und sofort.

Liebe Gemeinde, dies geschieht auch heute im 21. Jahrhundert immer und immer wieder. Es ist zwar keine Regel, aber ich habe sehr viele Menschen erlebt, die Dank Gottes Hilfe von Süchten jedweder Art von einem Tag auf den anderen geheilt worden waren.

Und auch uns, die wir schon lange mit unserem Herrn unterwegs sind, steht dieser Weg offen. Auch wir dürfen auf IHN schauen und IHN bitten, uns Heilung widerfahren zu lassen.

Und dann passiert er der Supergau: Gott heilt mich nicht. Also doch alles Kappes die Sache mit Gott ? Mitnichten, liebe Gemeinde, Gott hat mehr mit uns im Sinn, als wir es uns jemals vorstellen könnten. Gott will immer nur das Beste für uns. Und das unterscheidet sich schon manches Mal von dem was wir für das Beste für uns halten.

Paulus, der Gott bat, ihn von diversen Leiden zu erlösen, mag uns als gutes Beispiel dienen. Warf Paulus seinen Glauben über Bord als Gott seinem Wunsch nach Heilung nicht nachkam. Nein, natürlich nicht; Paulus nahm das im Glauben an, was ihm Gott geschenkt hatte und machte das Beste daraus.

Und das sollen auch wir heute im 21. Jahrhundert tun in der festen Gewissheit, dass Gott keine Fehler macht und immer nur das Beste für uns will.

3. Gott loben

Was machte denn der Gelähmte, als er geheilt worden war? „Er lief und sprang umher und lobte Gott.“ Das tun wir doch schließlich alle, wenn uns Gott wieder einmal so reichlich beschert hat.

Wenn wir einen tollen Abend im Kreise unserer Freunde verbringen durften, wenn wir ein wahres Schlemmermahl zu uns genommen haben, wenn wir aus einem erholsamen Urlaub wohlbehalten wieder nach Hause zurückgekehrt sind, dann loben wir doch alle unseren Herrn über alle Maßen. Oder etwa nicht ?

Ich zähle auch zu den Menschen, die vieles als ganz natürlich hinnehmen, was bei näherer Betrachtung ein Geschenk Gottes ist.

Ich musste noch niemals in meinem Leben wahren Hunger leiden, rund 4000 Km südlich von uns sieht die Sache schon ganz anders aus. Wenn ich mit meinem Auto wohlbehalten aus dem Urlaub zurückkehre, dann ist das doch ganz natürlich. Ist es eben nicht. Jeden Abend sehe ich im Fernseher Horrorunfälle auf unseren Autobahnen. Und dass ich so viele Freunde und Bekannte habe, das liegt auch nicht unbedingt an meiner liebenswürdigen Art.

Mittlerweile betrachte ich diese Gegebenheiten und noch viel mehr als wahre Präsente Gottes, die ER mir schenkt, weil ER mich liebt. Grund genug, mal wieder häufiger „Danke Gott“ zu sagen.

Lassen Sie uns daher zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den ersten und sechsten Vers des Liedes „Danke für diesen guten Morgen…“ (EG 334) von Martin Gotthard Schneider anstimmen, die da lauten, wie folgt:

Danke für diesen guten Morgen, danke für diesen neuen Tag.
Danke, dass ich all meine Sorgen auf dich werfen mag.
Danke, dein Heil kennt keine Schranken, danke, ich halt mich fest daran.
Danke, ach Herr, ich will dir danken, dass ich danken kann.

Der Herr segne und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen erholsamen Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Sonntag Kantate. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 16. Kapitel der Apostelgeschichte, die Verse 23-34. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Paulus und Silas im Gefängnis

Nachdem man sie hart geschlagen hatte, warf man sie ins Gefängnis und befahl dem Aufseher, sie gut zu bewachen. Als er diesen Befehl empfangen hatte, warf er sie in das innerste Gefängnis und legte ihre Füße in den Block. Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobten Gott. Und die Gefangenen hörten sie.

Plötzlich aber geschah ein großes Erdbeben, sodass die Grundmauern des Gefängnisses wankten. Und sogleich öffneten sich alle Türen, und von allen fielen die Fesseln ab. Als aber der Aufseher aus dem Schlaf auffuhr und sah die Türen des Gefängnisses offenstehen, zog er das Schwert und wollte sich selbst töten; denn er meinte, die Gefangenen wären entflohen. Paulus aber rief laut: Tu dir nichts an; denn wir sind alle hier!

Da forderte der Aufseher ein Licht und stürzte hinein und fiel zitternd Paulus und Silas zu Füßen. Und er führte sie heraus und sprach: Liebe Herren, was muss ich tun, dass ich gerettet werde? Sie sprachen: Glaube an den Herrn Jesus, so wirst du und dein Haus selig! Und sie sagten ihm das Wort des Herrn und allen, die in seinem Hause waren. Und er nahm sie zu sich in derselben Stunde der Nacht und wusch ihnen die Striemen. Und er ließ sich und alle die Seinen sogleich taufen und führte sie in sein Haus und deckte ihnen den Tisch und freute sich mit seinem ganzen Hause, dass er zum Glauben an Gott gekommen war.

Liebe Gemeinde,

eine Geschichte, in der es drunter und drüber geht haben wir so eben gehört. Nichts ist so gelaufen, wie wir es gemeinhin erwarten würden. Lassen Sie uns drei Punkte der Geschichte anschauen, die auch von uns heute noch von Bedeutung sind.

1. Die Nacht

Da saßen sie also im Gefängnis. Paulus und Silas, die ja überhaupt nichts verbrochen hatten. Als willfährige Opfer der römischen Staatsmacht wurden sie auch noch in den Hochsicherheitstrakt verlegt. Nicht nur, dass sich dieser in einem besonderen Bereich des Innenhofes befand, nein ihre Füße wurden auch noch in den Block gelegt.

Stellen wir uns einmal vor, bei uns klingelt morgen früh um 6.00 Uhr die Polizei, verhaftet uns und verlegt uns ohne irgendeine persönliche Anordnung in einen Hochsicherheitstrakt eines Gefängnisses. Weil wir ja so gefährlich sind, werden unseren Füßen auch noch Fußfesseln angelegt.

Wie würden wir wohl reagieren? Ich denke, ich spreche für uns alle, dass wir wohl verzweifelt wären. Keine Möglichkeit, unsere Angehörigen zu informieren, keine Möglichkeit unsere Unschuld zu beweisen und keine Möglichkeit einen Anwalt hinzuzuziehen.

Genau in dieser Situation steckten Paulus und Silas. In dieser Situation haderten sie sicherlich mit ihrem Schicksal. Vielleicht haben sie sich sogar gedacht, dass die Sache mit Jesus wohl doch nicht das Beste war, was sie sich ausgesucht hatten. Man sieht ja, wo man mit Jesus letztendlich landet.

Aber dann kommt etwas ganz entscheidendes, was wir in dieser Situation so wohl nicht erwartet hätten; nämlich:

2. Die Mitternacht

„Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobten Gott.“ So lesen wir es in der Mitte unseres Predigttextes.

Und das ist eine Situation, die wir alle schon einmal durchlebt haben. Wir alle haben bestimmt schon schwere Schicksalsschläge erleiden müssen. Wir alle waren sicherlich ohne Ende verzweifelt. Vielleicht haben wir auch Gott angeklagt, wie es bestimmt Paulus und Silas seit dem Nachmittag im Gefängnis getan haben.

Nach all dieser Verzweiflung, in der sie sich selbst bemitleidet haben, wurde ihr Focus wieder auf den gerückt, dem sie dies alles zu „verdanken“ hatten. Und dieser eine hatte schließlich enmal gesagt: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

Da liegt es denn ja auch nahe, nach all dem Selbstmitleid doch gerade diesen einen anzurufen und ihn an sein Versprechen zu erinnern. Und da durften Sie erleben, dass Jesus immer nur einen Gebetsruf weit von einem jeden von uns entfernt ist.

Liebe Gemeinde, was damals galt, dies gilt heute noch in der gleichen Form. Jesus lebt ja, er möchte auch heute noch unser Beistand sein alle Tage bis an der Welt Ende. Das einzige, was wir tun müssen ist, ihn anzurufen. Und dann kann er auch heute noch Gewaltiges bewirken.

Vertrauen wir uns doch in den Krisenzeiten unseres Lebens immer wieder unserem Herrn an, anstatt verzweifelt nach Lösungen zu suchen, die wir sowieso nicht finden. Lassen wir uns von Gott mit dem beschenken, was tatsächlich gut für uns ist.

3. Jesus greift ein

Liebe Gemeinde, wenn Jesus in unser Leben eingreift dann meist so, wie wir es niemals erwartet hätten. Das durften auch Paulus und Silas erfahren.

Auf einmal wankten die Mauern des Gefängnisses. Übertragen wir die Mauern des Gefängnisses doch auf die Mauern unseres Lebens, in welchen wir gefangen sind.

Das könne die Mauern der Süchte sein, die uns eingeschlossen haben und wir keinen Ausweg mehr sehen. Das können die Mauern der Verzweiflung sein, die uns umgeben und wir keinen Ausweg mehr erkennen. Das können auch die Mauern des Unglaubens ein, die uns so fest in ihrem Bann halten, dass wir gar nicht mehr glauben können, dass da draußen doch ein Gott existiert.

Genau in dem Moment, wo wir uns einfach trauen, diesen Gott anzurufen, genau in diesem Moment wird er uns erretten. Das ist alles keine fromme Gefühlsduselei, liebe Gemeinde, ich habe es selber hundertfach persönlich erlebt, wie die Kraft des Gebetes in Menschen wirken kann.

Gott nutzt sein Eingreifen aber nicht ausschließlich dazu, um uns aus unseren Nöten zu befreien; nein Gott sorgt auch immer dafür, dass Unbeteiligte davon erfahren und sie selber auch zum Glauben finden können.

In unserem Predigttest erfuhr der Gefängniswärter von Paulus und Silas, wer ihnen denn geholfen hatte. Und sofort wollte auch er ein Kind Gottes werden. Und so sollen wir unsere Erfahrungen mit unserem Herrn auch unseren Mitmenschen kundtun, auf dass sie auch die Frage an uns richten, die der Gefängniswärter an Paulus und Silas richtete, als er sie fragte: „Liebe Herren, was muss ich tun, dass ich gerettet werde?“

Und die Antwort ist derart einfach, dass wir sie auch heute noch 1:1 von Paulus uns Silas übernehmen können: „Glaube an den Herrn Jesus, so wirst du und dein Haus selig!“

Liebe Gemeinde, der Weg zu Gott ist nicht schwer. Lassen Sie uns doch diese einfache Glaubensformel in die Welt hinaustragen. Ermutigen wir doch wieder unsere Mitmenschen mit dieser Formel den Glauben auszuprobieren.

Und wenn wir selber einmal wieder die Nächte unseres Lebens durchleben und wir vielleicht auch wieder einmal zweifeln, dann lassen Sie uns auf den 5. Vers des Liedes „Auf, auf, mein Herz mit Freuden…“ (EG 112) von Paul Gerhardt hören, der da lautet, wie folgt:

Die Welt ist mir ein Lachen mit ihem großen Zorn,
sie zürnt und kann nichts machen, all Arbeit ist verlorn.
Die Trübsal trübt mir nicht mein Herz und Angesicht,
das Unglück ist mein Glück, die Nacht mein Sonnenblick.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch eine gesegnete Woche unter dem Schutz unseres Herrn. Vielleicht machen Sie es wie ich und machen den soeben gesungenen Liedvers zu Ihrem persönlichen Tagesmotto. Jeden Tag auf’s Neue.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 12. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 9. Kapitel der Apostelgeschichte, die Verse 1-9. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die Bekehrung des Saulus

Saulus aber schnaubte noch mit Drohen und Morden gegen die Jünger des Herrn und ging zum Hohenpriester und bat ihn um Briefe nach Damaskus an die Synagogen, damit er Anhänger des neuen Weges, Männer und Frauen, wenn er sie dort fände, gefesselt nach Jerusalem führe. Als er aber auf dem Weg war und in die Nähe von Damaskus kam, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel; und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme, die sprach zu ihm: Saul, Saul, was verfolgst du mich? Er aber sprach: Herr, wer bist du ? Der sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst. Steh auf und geh in die Stadt; da wird man dir sagen, was du tun sollst. Die Männer aber, die seine Gefährten waren standen sprachlos da; denn sie hörten zwar die Stimme, aber sahen niemanden. Saulus aber richtete sich auf von der Erde; und als er seine Augen aufschlug, sah er nichts. Sie nahmen ihn aber bei der Hand und führten ihn nach Damaskus; und er konnte drei Tage nicht sehen und aß nicht und trank nicht.

Liebe Gemeinde,

diesen biblischen Bericht kennen wir sicherlich alle. Auch wenn wir ihn schon unzählige Male gehört und gelesen haben, dann stecken doch hinter der Bekehrung des Saulus einige Fakten, die wir uns heute einmal genauer anschauen wollen.

1. Jesus, der Beschützer

Bei der Bekehrung des Saulus vergessen wir oft, dass diese Geschichte ja damit beginnt, dass Saulus eigentlich die Anhänger der neuen Lehre zu verfolgen beabsichtigte. Mit stattlichem Erfolg hatte er dies auch bereits getan. So war er auch bei der Steinigung des Stephanus zugegen gewesen und sicherlich hat er sich auch bei anderen Christenverfolgungen besonders hervorgetan.

Und dann hat er einen ganz großen Coup vor; er möchte gerne ganz rigoros gegen diese neue Sekte vorgehen und erbittet sich vom Hohenpriester eine Art Generalvollmacht, die ihn dazu ermächtigt, mit dieser neuen Sekte ein für alle Male aufzuräumen.

Doch da hat er die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Auch wenn wir es manchmal nicht spüren und fühlen können; unser Herr ist stets in unserer Nähe. Das war er auch damals, als Saulus sich aufmachte, die Christen zu verfolgen. Genau in diesem Moment greift Jesus ein. In erster Linie geht es hier nicht um die Bekehrung des Saulus, in erster Linie geht es hier um den Schutz seiner Nachfolger.

Und da diesbezüglich eine konkrete Gefährdungslage vorlag, musste Jesus eingreifen, indem er Saulus vom Pferd holte und ihn mit Blindheit schlug. Saulus war als Feind der Christen also zunächst einmal kampfunfähig durch das Eingreifen unseres Herrn.

Liebe Gemeinde, wir mögen ja wirklich in wirren Zeiten leben, wo es um uns herum auf einmal gar nicht mehr so sicher zu sein scheint, wie wir es immer angenommen haben. Aber einer Sache dürfen wir ganz gewiss sein: Jesus beschützt die Seinen immer und überall. Egal, welcher Situation wir auch ausgesetzt zu sein scheinen, oder es tatsächlich auch sind, unser Herr ist immer eine Handbreit neben uns.

Das bedeutet, dass wir uns auch zu Zeiten, wo die Kanonen donnern, keine Sorgen machen müssen. Tiefer als in die Hände unseres Herrn können wir niemals fallen.

2. Der ganz persönliche Jesus

Wissen Sie, ich halte überhaupt nichts von Massenbekehrungen wie sie vielfach auch von namhaften Evangelisten durchgeführt werden. Wenn ich Berichte von Evangelisten höre, dass sich an einem Abend wieder einmal über 500 Menschen bekehrt haben, dann melde ich schon einmal meine fast immer berechtigten Zweifel an.

Wenn wir uns die Bekehrung des Saulus anschauen, dann hatte Jesus zunächst einmal seine Pläne durchkreuzt. Aber dann, dann sprach er ihn ganz persönlich an. Diese ganz persönliche Ansprache ist es, was meines Erachtens der Beginn der Bekehrung ist. Wenn wir als noch unentschlossene Zweifler den Herrn ganz einfach darum bitten, sich uns zuzuwenden, dann wird er dies auch 2000 Jahre nach der Bekehrung des Saulus auch bei uns tun.

Das muss ja nicht so dramatisch sein, wie bei Saulus. Aber die ganz persönliche Ansprache unseres Herrn kann ganz konkret auch einmal damit beginnen, das er all unsere Pläne durchkreuzt. Wie oft haben wir einfach keine Zeit für die Bibel, für das Gebet und ganz allgemein keine Zeit für Gott. Und dann kann es schon einmal so kommen, dass uns unser Herr auf ziemlich brutale Art und Weise diese Zeit schenkt.

Ein ziemlich karriereorientierter und überaus gottloser Cousin von mir erfuhr dies kurz vor dem Höhepunkt seiner Karriere. Ausgestattet mit einem 1A-Diplom war er bei einer großen Unternehmensberatungsgesellschaft für die Kostenoptimierung im Personalbereich der zu beratenden Unternehmen zuständig. Er war also, um es ganz einfach auszudrücken, dafür verantwortlich, dass Leute entlassen wurden, damit Unternehmen noch mehr Gewinne machen können.

Eines Tages ging es ihm nicht gut und er ging, da die Arztpraxen bereits geschlossen hatten, direkt in die Klinik. Dort stelle man ein Aortenaneurysma fest, welches, wenn er nicht innerhalb von einer halben Stunde operiert worden wäre, unweigerlich zu seinem Tode geführt hätte. Wochenlang musste er in der Klinik verweilen, weil sich auch noch die ein und andere Infektion dazugesellte. Aber er hatte auf einmal Zeit um über sich und das Leben nachzudenken. Initialisiert durch einen ganz tollen Krankenhausseelsorger kam er auf diesem Umweg zum Glauben.

Er ist heute immer noch Unternehmensberater aber mit umgekehrten Vorzeichen. Heute versucht er, Firmen und Arbeitsplätze zu retten. Natürlich ist er auch heute noch kein Heiliger, aber die Vorzeichen in seinem Leben haben sich geändert. Wo vorher die Dollarzeichen standen steht heute das Kreuz.

3. Der Auftrag von Jesus

Mit der Bekehrung, wie wir es bei Saulus gesehen haben, war es ja nicht getan. Jesus hätte ja auch sagen können: „Lass die Verfolgerei und bekehr Dich und dann halt Dich ein wenig zurück mit der Christenverfolgung“. Das hat er aber nicht getan.

Zunächst hat er Saulus bereit gemacht für das, was er mit ihm vorhatte. Wie bei meinem Cousin, wurde Saulus außer Gefecht gesetzt. Und dann kam der Neubeginn.

Und so ist auch unsere Bekehrung nicht das Ende unseres Christenweges, sondern erst der Beginn. Es ist vollkommen richtig, dass wir mit unserer Bekehrung quasi die Eintrittskarte für den Himmel ganz fest in Händen halten. Diese kann uns niemand mehr abnehmen. Wir müssen auch gar nichts mehr dafür leisten, dass wir in den Himmel kommen.

Aber unser Herr möchte, dass wir an dem Aufbau seines Reiches mit all unseren Kräften mitwirken. Und wie soll das gehen? Liebe Gemeinde, dem Saulus wurde ein erfahrener Christ an die Seite gestellt, der ihm ganz genau sagte, was denn unser Herr für einen Auftrag für ihn hat. Das zeigt uns, dass auch wir nicht getragen von blindem Eifer, einfach losrennen sollen um das Reich Gottes zu bauen. Auch wir sollen darauf hören, was denn genau unser Herr von uns ganz persönlich erwartet.

Dies erfahren wir zum Beispiel im Gebet. Es kann auch sein, dass uns Jesus Menschen an die Seite stellt, die uns sagen und zeigen, was wir machen sollen. Oder aber wir werden ganz unvermittelt in eine Situation hineingestellt, die unser christliches Handeln sofort auf der Stelle erforderlich macht.

Sprechen wir doch mit unserem Herrn und bitten ihn, dass er uns so leiten möge, wie seinen Jünger Saulus geleitet hat und er uns zur rechten Zeit die rechte Aufgabe aufträgt. Und nur so nebenbei bemerkt: Wir müssen keine Angst haben, dass wir diesen Aufträgen nicht gewachsen sein könnten. Wenn uns Jesus beauftragt, dann bekommen wir auch die Befähigung dazu, diese Aufgabe in seinem Sinne zu erledigen. Fangen wir also gleich an.

Möge uns dabei der erste Vers des Liedes von Salomo Liscow „In Gottes Namen fang ich an…“ (EG 494) ein täglicher Begleiter sein. Dieser Vers lautet, wie folgt:

In Gottes Namen fang ich an, was mir zu tun gebühret;
mit Gott wird alles wohlgetan und glücklich ausgeführet.
Was man im Namen Gottes tut, ist allenthalben recht und gut
und kann uns auch gedeihen.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen einen guten Start in die neue Woche und dass die Hand des Herrn Sie stets behüten möge.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 7. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 2. Kapitel der Apostelgeschichte, die Verse 42-47. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und an diesem Tage wurden hinzugefügt etwa dreitausend Menschen. Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet. Es kam aber Furcht über alle Seelen, und es geschahen auch viele Wunder und Zeichen durch die Apostel. Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam. Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nach dem es einer nötig hatte. Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk. Der Herr aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden.

Liebe Gemeinde,

soeben haben wir einen Einblick in eine der ersten Christengemeinden bekommen. Wenn wir die heutige Predigt unter eine Überschrift setzen wollten, dann könnte diese gut lauten: „So geht Gemeinde.“ Und wie Gemeinde geht und was Gemeinde ausmacht das lassen Sie uns am heutigen Morgen gemeinsam betrachten.

1. Was machten die ersten Christen?

Sie machten genau drei Dinge, die wir uns heute immer mal wieder vergegenwärtigen sollten. Als erstes blieben sie in der Lehre. Nun hatten die Gemeinden damals natürlich noch nicht das Neue Testament, aber sie hatten das Alte Testament und jede Menge Zeugen, die ihnen die Geschehnisse rund um Jesus Christus näherbrachten und erläuterten.

Überlegen wir doch einmal, wie gut wir es heute haben. Wir haben immer und überall Zugriff auf die Lehre, also auf die gesamte Heilige Schrift.
Gewiss, das gebe ich zu, manch eine Übersetzung liest sich nicht so flüssig, aber dafür haben wir ja schließlich auch neuere Übersetzungen und Übertragungen. Im Gegensatz zu vielen anderen Staaten ist es übrigens in Deutschland nicht verboten, die Bibel zu lesen. Das könnte man manchmal zwar annehmen, wenn man sich betrachtet, wie wenig dieses Buch noch gelesen wird.

Wenn ich die Bibel zu meinem täglichen Begleiter mache, dann werde ich bald ganz in der Lehre sein, wie es die ersten Gemeindemitglieder waren.
Natürlich ist das ein ganz dicker Wälzer. Aber, wenn wir jeden Tag drei Kapitel aus der Bibel lesen und sonntags, wenn wir etwas mehr Zeit haben sogar 6 Kapitel lesen, dann haben wir sogar diesen dicken Wälzer innerhalb von nur einem Jahr einmal komplett durchgelesen und gearbeitet.

Das hat auch einen ganz konkreten Vorteil. Wer fest in der Lehre ist, der ist auch weitgehend gefeit, irgendwelchen Irrlehren und Irrlehrern auf den Leim zu gehen. Jesus sagte ja schon während seines Wirkens auf Erden, dass viele Verführer auf die Menschen zukommen werden. Diesen können wir am besten die Heilige Schrift entgegenhalten und mit dieser immer wieder prüfen, was es denn mit den neuen Lehren auf sich hat.

Als zweites blieben die Christen in der Gemeinschaft. Haben sie schon einmal Raubtiere auf ihrem Beutezug beobachten können ? Wenn Raubtiere auf Beute stoßen, so befindet diese sich selten allein, sondern meist in einer Herde. Raubtiere sind natürlich nicht so dämlich, eine ganze Herde anzugreifen; nein Raubtiere versuchen einzelne Tiere von diesem Herdenverband zu separieren um diesen dann gezielt nachzustellen.

Genau das macht übrigens der Teufel. Er greift niemals eine ganze Gemeinde als solches an. Er versucht stets, einen Keil in eine Gemeinschaft zu treiben, damit sich einige Mitglieder von der Gemeinschaft absetzen und ihm auf den Leim gehen. Mit einer ganzen Gemeinschaft und deren festem Zusammenhalt würde das niemals klappen. Ein kleines Beispiel gefällig ? Schon Eva nahm der Teufel an die Seite und sprach nicht mit Adam und Eva zusammen.

Lassen wir uns dies doch als Beispiel dienen und lassen Sie uns der ersten Christengemeinde folgen indem auch wir immer wieder fest verwurzelt in unseren Gemeinschaften bleiben und diese immer wieder aufs Neue suchen.

Als drittes bleiben die ersten Christen beharrlich im Gebet. Wenn ich von Ihnen etwas möchte, dann muss ich ihnen dies schon kundtun indem ich mit ihnen rede. Genau so sahen es die ersten Christen. Wenn ich etwas von Gott möchte, dann muss ich auch mit ihm reden, und zwar so, wie ich mit meinem Freund oder Freundin rede. Gott ist ja bekanntermaßen ein Gott der Lebenden und nicht der Toten. Also kann man auch mit ihm reden und mit ihm rechnen. Aber bitte keine aufgeblasenen Floskeln oder heruntergeleierten wohlklingen Formulierungen. Nein, so, wie wir miteinander reden, so sollen wir auch mit unserem Herrn reden.

Lassen Sie uns diesen ersten Punkt, (keine Angst die beiden nächsten werden ganz kurz,) einmal wie folgt zusammenfassen:

Wenn ich die Bibel lese, wenn ich in einer christlichen Gemeinschaft bleibe und wenn ich den Kontakt zu meinem Herrn nicht abreißen lasse, dann mache ich genau das, was die Urchristen schon getan haben, nämlich einen Gottesdienst, der Gott wohlgefällt.

2. Was habe ich davon?

Wie schon erwähnt schützt die Lehre der Bibel uns davor, falschen Christussen auf den Leim zu gehen. Die Bibel lehrt uns aber auch, dass wir nicht allein auf Erden sind, sondern dass wir für unsere Mitmenschen genau die gleiche Verantwortung tragen, wie für uns selbst.

Wenn ich anderen helfen kann, so soll ich dies tun. Wenn ich selber Hilfe benötige, so wird mir diese von der Gemeinschaft zukommen werden.
In der Gemeinschaft kann ich auch das Grundgerüst christlichen Lebens, nämlich die 10 Gebote lernen mit Leben zu füllen.

Das Gebet mit unserem Herrn gibt mir tagtäglich die Kraft für ein Leben mit ihm, welches man mir auch ansieht und anmerkt. Natürlich mache ich auch jede Menge Fehler. Aber mit diesen Fehlern kann ich zu meinem Herrn gehen und ihn bitten, mir einen besseren Weg zu zeigen und nach Möglichkeit aus meinen Fehlern doch noch etwas Gutes zu machen.

Ein Satz ist noch ganz wichtig bei der Überlegung des „Was habe ich davon ?“. Wir lesen in unserem Predigttext: „Sie hielten die Mahlzeiten mit Freude…“ Und das ist genau das, was uns unser Herr als seine treuen Nachfolgern schenken will, nämlich eine tiefe innere Freude und einen tiefen inneren Frieden, aus dem heraus wir mit ihm und unseren Mitmenschen zusammen leben. Dieser tiefe Frieden und diese tiefe Freude sind übrigens unabhängig von allen äußeren Umständen.

Gott möchte nämlich nicht, dass wir ein Christenleben führen, das nur noch aus Regeln Vorschriften und irgendwelchem christlichen Gekrampfe besteht. Gott möchte, dass Du und ich ihm aus Freude dienen und fröhlich mit unseren Mitmenschen umgehen und dabei selber von einem tiefen inneren Frieden getragen werden.

3. Wie kriege ich das hin?

Gar nicht, liebe Gemeinde, das kriegen wir einfach nicht aus uns selbst hin. Sie können es gerne probieren, aber Sie werden so richtig vor die Wand laufen. Mag sein, dass es Ihnen ein oder zwei Tage gelingt, aber irgendwann platzt uns doch wieder der Kragen.

Aber wir haben jemanden an unserer Seite, der uns in die Lage versetzt, der uns mit dem notwendigen Werkzeug ausstattet, dass wir es dennoch hinbekommen. Das Ganze ist auch keine Geheimwissenschaft. Jeder, der dies möchte kann dies alles von unserem Herrn lernen.

Und zwar durch:

HÖREN
TUN
WEITERSAGEN

Das ist schon alles. Allerdings sollen wir nicht so hören, wie wir vielleicht morgens auf unser Radio hören. Wir sollen schon ganz intensiv dem zuhören, was uns Gott sagen möchte. Nehmen wir uns also genügend Zeit dazu. Dann sollen wir das, was wir gehört haben auch tun. Was nutzt Ihnen der schönste Schrank, wenn Sie nicht nach dem Studium der Aufbauanleitung anfangen, diesen auch zusammen zu bauen.

Wenn uns dies gelungen ist, nämlich das Wort unseres Herrn direkt in die Tat umzusetzen, dann sollen wir dies auch unseren Mitmenschen weitersagen. Weitersagen ist hierbei nicht unbedingt wortwörtlich gemeint. Weitergeben können wir unsere Botschaft mit Mund und Händen.
Packen wir also da tatkräftig an, wo unsere Hilfe am dringendsten benötigt wird und spenden dort mit Worten Trost, wo dieser ganz dringend benötigt wird.

Lassen Sie uns also fröhlich an’s Werk gehen, vielleicht mit dem ersten Vers des Liedes von Paul Gerhardt „Du meine Seele singe…“ (EG 302) auf den Lippen, der da lautet, wie folgt:

Du meine Seele singe, wohlauf und singe schön dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd; ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Bleiben Sie alle wohlbehütet.

Das wünscht Ihnen
Ihr

Urich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Pfingstsonntag im Jahre 2016. Nachdem der Sohn wieder zum Vater zurückgekehrt ist, dessen wir am Himmelfahrtstag gedacht haben, geht es heute um die dritte Person der Trinität, den Heiligen Geist. Den Predigttext für den heutigen Pfingstsonntag finden wir im 2. Kapitel der Apostelgeschichte, die Verse 1-18. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Das Pfingstwunder

Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie bei einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in anderen Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen. Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn jeder seine eigene Muttersprache? Parther und Meder und Elamiter und die wir wohnen in Mesopotamien und Judäa, Kappadozien, Pontus und der Provinz Asien, Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen und Einwanderer aus Rom, Juden und Judengenossen, Kreter und Araber: Wir hören sie in unsren Sprachen von den großen Taten Gottes reden. Sie entsetzten sich aber alle und wurden ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll von süßem Wein. Da trat Petrus auf mit den Elf, erhob seine Stimme und redete zu ihnen: Ihr Juden, liebe Männer, und alle, die ihr in Jerusalem wohnt, das sei euch kundgetan, und lasst meine Worte zu euren Ohren eingehen ! Denn diese sind nicht betrunken, wie ihr meint, ist es doch erst die dritte Stunde am Tage; sondern das ist’s, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist (Joel 3, 1-5): Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben; und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen.

Liebe Gemeinde,

schon ein gewaltiges Geschehen, das wir soeben gehört haben. Beim ersten Lesen des heutigen Predigttextes fiel mir sofort eine Überschrift ein: „Gott lässt seine Kinder niemals allein“. Das vollendete er somit am Pfingsttag. Lassen Sie uns heute Morgen einmal gemeinsam hinter die Kulissen dieses Geschehens schauen und ein paar Szenen dieses Textes etwas näher betrachten:

1. Pfingsten – Gott kommt für immer in die Welt

Über dem, was uns der Predigttext berichtet kann man leicht die Tragweite dessen vergessen, was da eigentlich geschehen ist. Mit dem Heiligen Geist, also der dritten Person Gottes kommt Gott für immer in diese vergängliche Welt.

Jesus hat uns diesen Tröster je bereits angekündigt. Und seit dem beschriebenen Pfingsttage ist Gott also immer nur ein Gebet weit entfernt. Dies ist kein frommes Wunschdenken einiger besonders streng gläubiger Christen. Nein, liebe Gemeinde, dies ist eine Tatsache die sich vor 2000 Jahren vor jeder Menge Zeugen abgespielt hat. Das Pfingstgeschehen zu verleugnen wäre ungefähr das gleiche, als wenn ich heute behaupten würde, es gäbe kein Internet.

Was bedeutet dieses konkrete Geschehen denn für uns Christen heute im 21. Jahrhundert? Es bedeutet, dass wir nicht alleine durch unser Leben gehen müssen. Es bedeutet, dass wir immer und überall einen Begleiter an unserer Seite haben. Jemand drückte dies einmal sehr schön aus, indem er sagte: „Bei wem Gott im Herzen wohnt, der trägt den Himmel immer mit sich, ganz gleich an welchem Ort.“

Ist das nicht eine tolle Aussage. Mit dem Heiligen Geist an unserer Seite können wir den Himmel auf Erden erleben. Nein, ganz so rosarot ist es denn doch nicht. Aber wir dürfen uns darauf verlassen, dass immer, wenn wir unseren Herrn anrufen und ihn um Hilfe bitten, er uns diese zukommen lassen wird. Wir werden auch als Christen auf Erden in manche Nöte und Schwierigkeiten geraten. Wir werden weinen und leiden, wie Weltmenschen auch. Aber wir haben einen Tröster, der uns in dieser Zeit zur Seite steht und uns gerade durch schwierige Zeiten hindurch trägt.

2. Pfingsten – Gott spricht jeden persönlich an

Man überliest es oft, die Liste r der aufgeführten Nationen, die auf einmal jeder in seiner Muttersprache die frohe Botschaft vernehmen konnten. Das will uns zeigen, dass Gott jeden Menschen auf dieser Erde ganz persönlich anredet und zwar so, dass er es auch verstehen kann. Dazu benutzt er übrigens auch uns als seine Werkzeuge.

Jeder Mensch, der auf Erden lebt, ist unserem Herrn unendlich wichtig. Daran sollen wir immer denken, wenn wir seine frohe Botschaft verkünden. Gott möchte nicht, dass auch nur ein einziger Mensch verloren geht. Gott möchte uns alle im Himmel haben.

Wir neigen auf Erden ja gern dazu, den ein oder anderen Mitmenschen oder eine ganze Gruppe davon auszugrenzen. Immer dann, wenn wir zum Beispiel missbilligend über andere Menschen reden, dann sollten wir uns bewusst sein, dass wir jemanden respektlos behandeln, den Gott über alles liebt. Ich glaube, dies gibt uns Anlass zum Umdenken, wenn wir das nächste Mal Menschen begegnen, mit denen wir lieber nichts zu tun haben wollten.

Natürlich können wir uns von uns selbst aus nicht ändern, aber wir können unseren Herrn bitten, diesbezüglich an und in uns zu arbeiten. Mutter Teresa wurde einmal von einem Journalisten gefragt, was sich denn zuerst auf Erden ändern müsste, damit diese Erde ein wenig besser würde. Verschmitzt antwortete sie darauf: Wir Beide, mit Gottes Hilfe!!!

3. Pfingsten – Gott beruft sein Volk

Wenn wir uns den Predigttext in unser Gedächtnis zurückrufen, dann nehmen wir als erstes zur Kenntnis, dass es die Jünger waren, die in allen Sprachen zu predigen begannen. Der Heilige Geist war also zuerst auf sie gefallen. Er war also auf diejenigen gefallen, die sich bereits bekehrt hatten und Jesus Christus als ihren Erlöser angenommen hatten.

Das ist auch die Crux, liebe Gemeinde, Gott schickt den Heiligen Geist auf die Menschen, die sich zu ihm bekehrt haben. Daher lesen wir auch etwas von der Skepsis derer, die sich wohl noch nicht bekehrt hatten. Und dies kann uns natürlich heutzutage auch widerfahren. Nicht immer, wenn wir von Jesus berichten, rennen wir offene Türen ein. Auch heute wird man uns Skepsis entgegenbringen. Das ist auch gut so. Gott möchte keinen blinden Gehorsam, sondern eine Entscheidung jedes einzelnen, getroffen aus freiem Gewissen und ohne Zwang.

Daher ist es auch unsere Aufgabe, Skeptiker zu überzeugen. Das geht mit Worten, aber noch viel besser mit Taten.

Jetzt gehen wir in Gedanken noch einmal zurück zu dem Pfingstgeschehen und schauen uns die Jünger an. Waren es alles ausgebildete Theologen oder Pharisäer oder anderweitig kirchlich vorgebildete Personen, die jetzt frank und frei über Jesus predigten? Nein, es waren ganz normale Menschen, so wie Du und ich. Ich will damit nicht zum Ausdruck bringen, Theologen wären nicht normal. Also bitte nicht missverstehen.

Gott schaut sich nicht zuerst den Beruf von einem Menschen an, in dessen Leben er tritt. Nein, Gott schaut sich das Herz an. Und das ist viel wichtiger. Und so waren es Fischer, Handwerker und sogar ein, wir würden heute sagen, Terrorist, welche die erste Jüngerschar bildeten. Also allesamt Männer (damals noch keine Frauen), die alles andere bestimmt besser konnten, als zu predigen und damit das Wort Gottes zu verkündigen.

Gott beruft also nicht die vermutlich besonders fähigen Menschen. Nein, liebe Gemeinde, Gott macht es genau umgekehrt. Er befähigt die Menschen, die er beruft. Und genau deshalb brauchen wir uns auch keine Sorgen machen, ob wir die Aufgaben, die Gott uns aufträgt, auch zu seiner Zufriedenheit ausüben können. In dem Moment, wo wir einen göttlichen Auftrag erhalten in dem gleichen Moment erhalten wir auch die Fähigkeiten zugeteilt, die dafür notwendig sind.

Ich höre z.B. immer wieder: „Ich kann nicht vor Menschen reden und diesen Gott bezeugen.“ Häufig werden diese Menschen dann leider auch von Minderwertigkeitskomplexen und von Zweifeln geplagt. Dann muss man immer sagen: „Dann hat Gott Dir diese Aufgabe auch nicht aufgetragen.“ Welche Aufgabe gibt Gott mir denn dann? So geht das Gespräch in den meisten Fällen weiter. Ich pflege zu antworten: Was machst Du denn am liebsten und was kannst Du denn am besten? Und jetzt überleg Dir mal, wie Du das zu Gottes Ehre einsetzen kannst.

Bisher ist immer wieder etwas ganz wunderbares dabei herausgekommen, wenn Menschen Ihre Fähigkeiten, getragen vom Heiligen Geist, in den Dienst des Herrn gestellt haben. Lassen Sie uns alle daran arbeiten, dass dies auch weiterhin geschehen kann.

Ein Leben unter der Führung des Heiligens Geistes beschreibt der Liederdichter Manfred Siebals sehr schön in dem 1. Vers seines Liedes „Es geht ohne Gott…“, der da lautet, wie folgt:

Es geht ohne Gott in die Dunkelheit
aber mit ihm gehen wir ins Licht.
Sind wir ohne Gott macht die Angst sich breit
aber mit ihm fürchten wir uns nicht.

Der segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesich über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Pfingstsonntag und wenn Sie Lust und Zeit haben, dann schauen Sie doch auch am morgigen Tage wieder in Ihr Postfach.

Gottes reichen Segen wünscht Ihnen
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Himmelfahrtstag im Jahre 2016. Den Predigttext für den heutigen Tag finden wir im 1. Kapitel der Apostelgeschichte, die Verse 3-4 und 8-11. Lassen Sie uns diesen Text zunächst einmal gemeinsam lesen:

Ihnen zeigte er sich nach seinem Leiden durch viele Beweise als der Lebendige und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes. Und als er mit ihnen zusammen war, befahl er ihnen, Jerusalem nicht zu verlassen, sondern zu warten auf die Verheißung des Vaters, die ihr, so sprach er, von mir gehört habt. Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde. Und als er das gesagt hatte, wurde er zusehends aufgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Gewändern. Die sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.

Liebe Gemeinde,

Da standen die Jünger wohl sichtlich erstaunt und schauten dem Herrn nach, wie er vor ihren Augen in den Himmel entschwand. Das würden wir doch wohl auch alle getan haben wenn wir damals als Zeugen dabei gewesen wären. Aber damit war es ja nicht getan. Und so sagten ihnen zwei Männer in weißen Gewändern: „Was steht ihr da und seht zum Himmel?“, was gleichbedeutend ist mit „Steht nicht nur so rum, tut etwas!“ Lassen Sie uns einmal gemeinsam überlegen, welche Aufträge die Jünger damals und auch wir heute wahrnehmen sollten bis unser Herr wiederkommt.

1. Die Rüstzeit

„Alles ist besser, als nichts zu tun.“ Diese Redensweise ist uns allen sicherlich schon einmal begegnet. Und welchen Auftrag gibt Jesus seinen Jüngern mit auf den Weg ? Genau das Gegenteil. Warten sollen sie und Jerusalem erst dann verlassen, wenn sie mit der dazu notwendigen Kraft ausgerüstet worden sind.

Dieser Auftrag gilt uns allen heute genauso, wie er damals den Jüngern galt. Wir sollen nicht einfach drauflos preschen und das machen, was uns als christlich und gerade deswegen notwendig erscheint. Auch wir sollen auf die Kraft des Heiligen Geistes warten bis diese uns erfüllt. Mit der Fülle des Heiligen Geistes überträgt uns Gott auch die Aufgaben, die er für uns vorgesehen hat und deren Erledigung er auch von uns erwartet.

Wenn wir dies tun, liebe Gemeinde, dann kommen wir immer in vorbereitete Verhältnisse. Der Herr geht vorweg und räumt uns die Hindernisse so aus dem Weg, dass wir unseren Aufgaben gerecht werden können. Sind wir nicht alle schon einmal bei unserem Dienst für den Herren so richtig vor die sprichwörtliche Wand gelaufen? Kann es sein, dass wir dabei eher eigenmächtig gehandelt haben und gar nicht den für uns bestimmten Auftrag abgewartet haben? Schauen wir uns jetzt einmal unsere Aufgaben an, die auf uns warten, wenn wir ausgestattet sind mit der Kraft des Heiligen Geistes.

2. Konkrete Aufgaben

Unseren Generalauftrag, den sogenannten Missionsbefehl können wir im 28. Kapitel des Matthäusevangeliums nachlesen. Dieser lautet:

„Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker; Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.“

In diesem Missionsbefehl stecken die vielfältigsten Aufgaben. Diese kann kein Mensch allein wahrnehmen. Und genau darum ist es damals wie heute sehr wichtig, dass wir erfüllt mit dem heiligen Geist genau die Aufgaben wahrnehmen, die Gott uns zuteilt. Für alle anderen Aufgaben hätten wir gar nicht die nötige Kraft und würden immer wieder vor die Wand laufen.

„Machet zu Jüngern“. Hiermit ist die Verbreitung der Lehre gemeint, die uns aufzeigt, wie wir wieder Gottes Kinder werden können. Dazu gehört natürlich auch ein gerüttelt Maß an Theorie. Und dazu hat Gott Menschen ausersehen und Ihnen die Gabe der Lehre und der Rede und der Auslegung gegeben.

„Lehret sie halten.“ Von wem lernen wir im Leben am meisten? Meistens doch von jemandem, der uns vormacht, wie etwas geht. Die reine theoretische Erklärung ist gut für das Verständnis, was hinter einer Sache steckt, aber wie sie tatsächlich funktioniert das kann ich am besten an einem Beispiel zeigen. Denken Sie nur einmal an den Chemieunterricht. Was ist uns mehr in Erinnerung geblieben: Die Theorie oder die praktischen Experimente?

Wir sollen also die Gotteskindschaft mit praktischem Leben füllen. Wenn wir uns den Jakobusbrief anschauen, dann strotz dieser geradezu von Hinweisen hinsichtlich der praktischen Umsetzung des Evangeliums.

Wir haben allezeit einsame Menschen um uns herum. Diese brauchen unsere Gesellschaft und einen guten Zuhörer. Vielleicht hat Gott gerade Sie zu einem verständigen Zuhörer bestimmt. Wir haben Kranke um uns herum, die eine seelische Stütze in ihrer Krankheit benötigen, die ihnen die Medizin nicht geben kann. Vielleicht hat Gott gerade Sie dazu ausersehen, den Kranken in ihrem Leid eine Stütze zu sein.

Jede Menge arme und mittellose Menschen leben unter uns. Vielleicht hat Gott gerade Sie dazu erkoren, dafür zu sorgen, dass die Armut dieser Menschen ein wenig gemildert wird. Vielleicht sind gerade Sie der am besten geeignete Mitarbeiter an einer der vielen Tafeln in unserem Land. Vielleicht sind gerade Sie derjenige, der hilflosen Menschen bei Behördengängen eine wertvolle Hilfe sein darf.

Wir sehen, es gibt viel zu tun. Jetzt bleibt noch die Frage: Wie erkenne ich meine Berufung? Mein Rat wäre: Nehmen Sie sich bitte die Zeit, dies ausführlich mit Gott zu besprechen. ER wird Ihnen zur rechten Zeit die rechte Aufgabe zuteilen. Das tat er vor 2000 Jahren und das tut er auch heute noch bei allen, die ihn inbrünstig darum bitten.

3. Die Zukunft

Alles, was wir tun, tun wir zukunftsorientiert und nicht um des eigentlichen Tuns willen. Also, wie geht es weiter? Der letzte Satz des Missionsbefehls lautet: Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bin an der Welt Ende.

Bei allen Aufgaben, die wir verrichten, dürfen wir immer ganz sicher sein, dass der Herr Jesus uns direkt begleitet. Egal, wo wir auch hingehen, er ist immer bei uns. Nicht als die große Moralinstanz, die nur wartet, dass wir einen Fehler machen, damit er uns mal so richtig abstrafen kann. Nein er ist bei uns Tröster, Beschützer und Helfer in allen Lebenslagen. Er möchte, dass wir unsere Aufgaben so wahrnehmen, wie er sein Reich aufbaut, nämlich mit Liebe. Diese Liebe ist es, die uns 24 Stunden am Tag unser ganzes Leben lang umgibt und uns dereinst wieder heimführen wird.

Und am Ende der Tage wird unser Herr wiederkommen. Und zwar genau so, wie ihn die Jünger haben gen Himmel fahren sehen. Das ist unsere Hoffnung und feste Gewissheit, die uns trägt, uns begleitet und uns ein Ansporn ist möglichst vielen Menschen die Möglichkeit vorzustellen, wie auch sie wieder Gottes Kinder werden können.

Also lassen Sie uns bei allem Staunen über das Himmelfahrtsgeschehen unsere ganz praktischen Konsequenzen daraus ziehen und frohen Mutes ans Werk gehen. Und dies in der ständigen Gewissheit, dass unser Herr stets nur ein Gebet weit von uns entfernt ist.

Und lassen Sie uns bei allem, was wir für den Herrn tun, immer an den 1. Vers des Liedes „In Gottes Namen fang ich an…“ (EG 494) von Salomo Liscow denken, der da lautet, wie folgt:

In Gottes Namen fang ich an, was mir zu tun gebühret;
mit Gott wird alles wohlgetan und glücklich ausgeführet.
Was man im Namen Gottes tut, ist allenthalben recht und gut
und kann uns auch gedeihen.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Feiertag und ich freue mich auf ein Wiedersehen, Wiederhören oder ein Wiederlesen am kommenden Sonntag.

Herzliche Grüße sendet Ihnen

Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 13. Sonntag nach Trinitatis. Was sind eigentlich unsere Hauptaufgaben als Christen ? Wie organisieren wir uns am besten? Und das wichtigste: Wer gibt uns die
Kraft, als Gemeinde tätig zu sein ? Diesen Fragen, deren Beantwortung wir im heutigen Predigttext finden, wollen wir heute Morgen gemeinsam nachgehen. Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag im 6. Kapitel der Apostelgechichte, die Verse 1-7:

In diesen Tagen aber, als die Zahl der Jünger zunahm, erhob sich ein Murren unter den griechischen Juden in der Gemeinde gegen die hebräischen, weil ihre Witwen übersehen wurden bei der täglichen Versorgung. Da riefen die Zwölf die Menge der Jünger zusammen und sprachen: Es ist nicht recht, dass wir für die Mahlzeiten sorgen und darüber das Wort Gottes vernachlässigen. Darum, ihr lieben Brüder, seht euch um nach sieben Männern in eurer Mitte, die einen guten Ruf haben und voll heiligen Geistes und Weisheit sind, die wir bestellen wollen zu diesem Dienst. Wir aber wollen ganz beim Gebet und beim Dienst des Wortes bleiben. Und die Rede gefiel der ganzen Menge gut; und sie wählten Stephanus, einen Mann voll Glaubens und heiligen Geistes, und Philippus und Prochorus und Nikanor und Timon und Parmenas und Nikolaus, den Judengenossen aus Antiochia. Diese Männer stellten sie vor die Apostel; die beteten und legten die Hände auf sie. Und das Wort Gottes breitete sich aus, und die Zahl der Jünger wurde sehr groß in Jerusalem.
Es wurden auch viele Priester dem Gauben gehorsam.

Liebe Gemeinde,

da haben wir also ein lebendiges Bild aus der Urgemeinde erhalten. Schon damals traten natürlich Probleme auf. Wer glaubt, dass dies in christlichen Gemeinschaften nicht der Fall sein darf, der wird durch unseren Predigttext eines besseren belehrt. Aber wir lernen aus unserem Predigttext auch so einiges darüber, wie erfolgreiche Gemeinde
funktioniert. Drei Punkte sind dabei von besonderer Bedeutung.

1. Das Fundament

„Wir aber wollen ganz beim Gebet und beim Dienst des Wortes bleiben.“
Das sagten die Jünger, nachdem sie den Einsatz von Diakonen beschlossen hatten. Das Fundament allen christlichen Glaubens ist zunächst einmal das Gebet und der Dienst am Wort.

Taten sind auch wichtig, ganz ohne Frage. Aber in Gemeinschaften, die mehr auf Taten, denn auf Gebet ausgerichtet sind, finden wir alsbald Hader, Streit und Neid.

Vor allem Tun steht also das Gebet. Im Gebet erfahren wir die Führung durch den Heiligen Geist. Im Gebet dürfen wir unseren Herrn fragen, was wir denn nun tun sollen. Im Gebet halten wir die ständige Verbindung zu unserem Herrn im Himmel aufrecht. Nur wenn wir dies tun, dann werden auch unsere Taten dem entsprechen, was uns Gott vorgibt und nicht, was wir uns aus uns selber heraus vornehmen.

Mit „Dienst am Wort“ ist die ganz praktische Bibelarbeit gemeint. Also nicht lesen und dann wieder ins Regal stellen. Nein, liebe Gemeinde praktische Bibelarbeit bedeutet:

1. Das Wort Gottes lesen und
2. Das Gelesene in die Tat umsetzen

Und dazu bedarf es wiederum des Gebetes, womit sich der Kreis dann auch wieder schließt. Dass man dies nicht mal so eben nebenbei machen kann, wenn es sich gerade so ergibt ist sicherlich nachvollziehbar.

Aber es bleiben immer noch die Taten, die dem Wort folgen müssen, will man denn Gottes Weisung auch in die Tat umsetzen. Und da kommt schnell ein Umsetzungsproblem auf uns zu, wenn wir das, was Gott uns aufträgt, ganz allein machen wollen.

2. Christliche Aufgabenteilung

Wie schon die Urgemeinde erkannt hatte, kann kein Mensch alles allein machen. Auch keine kleine Gruppe. Schnell läuft dann so einiges aus dem Ruder und es kommt, wie bei uns im Predigttext zu durchaus nachvollziehbaren Unstimmigkeiten.

Also müssen Aufgaben delegiert werden. Und schon sind wir bei den Hierarchien angelangt. Und das ist genau das, was Gott nicht will. Jeder, aber auch wirklich jeder ist bei dem Aufbau seines Reiches gleich viel wert und wichtig. Der Pfarrer ist nicht wichtiger als der Küster. Der Küster nicht wichtiger als der Presbyter und der Presbyter ist
nicht wichtiger als jedes Gemeindemitglied. Und hier müssen wir als Gemeinde höllisch aufpassen.

Das Streben nach Macht, Ruhm und Ansehen macht nämlich nicht vor den Portalen unserer Kirchen und Gemeinschaften halt. An und in jedem von uns spricht eine Macht, die uns sagt, dass wir doch eigentlich viel mehr Anerkennung für unseren Dienst bekommen müssten., weil wir doch wichtigere Aufgaben als der andere durchführen. Und auch vor dem
Neidfaktor müssen wir auf der Hut sein.
Ganz basisdemokratisch haben dies die Christen der Urgemeinde gelöst.
Die Gemeinde hatte die Aufgabe erhalten, sich nach geeigneten Männern für den Dienst als Diakon umzusehen. Und so wählte die gesamte Gemeinde sieben Männer aus ihrer Mitte heraus aus, damit sie die Aufgaben eines
Diakones ausführen sollten.

Aber auch hier greift wieder das Gebet und der Dienst am Wort. Ohne Gebet und ohne Segen werden diese Diakone ihren Dienst nicht im Sinne Gottes ausführen können. Also legten ihnen die Jünger die Hände auf und segneten sie für diesen Dienst. Das Auflegen der Hände und damit das Segnen hat eine ganz tiefe Bedeutung.

Wenn wir jemanden segnen, dann befehlen wir diese Person ganz und gar unserem Herrn an. Wir bitten den Herrn durch den Segen, dass er diejenige Person, die wir segnen in ganz besonderer Art und Weise führen und geleiten möge. In einer Weise, die der Gemeinde in ganz besonderer Art und Weise dienlich sein soll.

3. Hunger und Durst

Als Gemeinde sollen wir alle Durstlöscher und Sattmacher sein. Alle, die zu uns kommen sollen gesättigt wieder nach Hause gehen. Nun gibt es aber zwei Formen des Hungers, nämlich den geistigen und den körperlichen Hunger.

Beide Hungerformen zu sättigen ist besonders wichtig, wie wir ja soeben aus dem Predigttext erfahren haben. Der geistliche Hunger war es, der die Gemeinde zusammenbrachte und der sie auch zusammenhielt. Aber bei allem Stillen des geistigen Hungers dürfen wir niemals vergessen, dass wir auch den körperlichen Hunger zu stillen in der Lage sein müssen.

Wir hatten bei uns im Sauerland einen Pastor, der dies in besonderer Art und Weise beherrschte. Paul Deitenbeck aus Lüdenscheid war ein großer, wenn auch körperlich eher kleiner Prediger vor dem Herrn. Aber niemals überfiel er die Menschen mit seiner Botschaft nach dem Motto, wie er selbst sagte:“Bekehr Dich oder ich schieße“. Alle, die ihm begegnet sind können berichten, dass sie zunächst einmal etwas geschenkt bekamen, was augenscheinlich so gar nichts mit der Bibel zu tun hatte, was aber die Herzen öffnete.

Kleine Kinder bekamen in aller Regel eine Schokolade. Eine Begebenheit habe ich von ihm selber gehört. Eines Tages ging er zu den Bauarbeitern, die an der Kirche damit beschäftigt waren einen Graben auszuheben. Er schenkte jedem von ihnen eine Zigarre und ein Traktat. Ein paar Tage später kam der Vorarbeiter zu ihm bedankte sich bei ihm und sagte ihm, dass er und seine Männer sowohl die Zigarren geraucht hätten aber auch das Traktat gelesen haben. Sie fanden es hochanständig, wie er sie behandelt habe und da sei es eine logische Konsequenz gewesen, dass auch
sie aus Anstand das Traktat gelesen haben.

Cäsar sprach einmal davon dass das Volk nur zwei Dinge im Leben Sachen benötige, nämlich Brot und Spiele. Ich sage, wir Christen benötigen in der Tat auch nur zwei Dinge, nämlich Hunger- und Durstlöscher für den Geist und für den Körper.

Lassen Sie uns dies niemals vergessen. Auch der körperliche Hunger und Durst will gestillt werden.

Das alles können wir als Gemeinde nur leisten, wenn wir und immer wieder daran erinnern lassen, wer denn unser Fundament ist. Der Liederdichter Gerhard Tersteegen beschreibt unser Fundament sehr schön in dem 4. Vers
seines Liedes „Ich bete an die Macht der Liebe…“ (EG 661), der da lautet, wie folgt:

O jesu, dass dein Name bliebe, im Grunde tief gedrücket ein;
möcht deine süße Jesusliebe in Herz und Sinn gepräget sein.
Im Wort, im Werk und allem Wesen sei Jesus und sonst nichts zu lesen.

Der Herr sei stets und allezeit das Fundament Deines Lebens
Der Herr gebe Dir aus diesem Fundament die Kraft für ihn tätig zu sein
Der Herr segne Dich bei allem, wo Du bei dem Aufbau seines Reiches mitwirkst

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und morgen einen fröhlichen Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Urich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Pfingstmontag. Den
Predigttext für den heutigen Feiertag finden wir in der
Apostelgeschichte, Kapitel 2, die Verse 22-23, 32-33 und 36-39. Lassen
Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Ihr Männer von Israel, hört diese Worte: Jesus von Nazareth, von Gott
unter euch ausgewiesen durch Taten und Wunder und Zeichen, die Gott
durch ihn in eurer Mitte getan hat, wie ihr selbst wisst – diesen Mann,
der durch Gottes Ratschluss und Vorsehung dahingegeben war, habt ihr
durch die Hand der Heiden ans Kreuz geschlagen und umgebracht. Diesen
Jesus hat Gott auferweckt; dessen sind wir alle Zeugen. Da er nun durch
die rechte Hand Gottes erhöht ist und empfangen hat den heiligen Geist
vom Vater, hat er diesen ausgegossen, wie ihr hier seht und hört. So
wisse nun das ganze Haus Israel gewiss, dass Gott diesen Jesus, den ihr
gekreuzigt habt, zum Herrn und Christus gemacht hat. Als sie aber das
hörten, ging’s ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den
andern Aposteln: Ihr Männer, liebe Brüder, was sollen wir tun? Petrus
sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den
Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen
die Gabe des Heiligen Geistes. Denn euch und euren Kindern gilt diese
Verheißung, und allen, die fern sind, so viele der Herr, unser Gott,
herzurufen wird.

Liebe Gemeinde,

wenn etwas unerwartetes passiert, dann sind wir ja alle sehr schnell mit
blindem Aktionismus dabei. Was können wir tun? lautet dann meist unsere
erste Frage. Am liebsten würden wir in die Hände spucken, die Ärmel
hochkrempeln und sofort loslegen.

Petrus, der treue Weggefährte von Jesus, war schon etwas länger in der
Jüngerschule und weiß, dass es mit operativer Hektik nicht getan ist.
Was Petrus den Fragestellern rät, das hat bis heute nichts an Aktualität
verloren. Also, was sollen wir tun, um in Kontakt mit dem Heiligen Geist
zu kommen? Petrus nennt uns zwei Dinge, die wir tun können. Lassen Sie
uns heute Morgen ein wenig näher über diese beiden Dinge nachdenken.

1. Buße und Umkehr

Buße ist ein Begriff, den wir allenthalben noch von dem Bußgeld und dem
Bußgeldbescheid her kennen, den wir erhalten, wenn wir z.B. die
Straßenverkehrsordnung wieder einmal zu unseren Gunsten zu großzügig
ausgelegt haben.

Wenn wir uns den griechischen Urtext anschauen, dann wird das Wort Buße
mit umdenken und nachdenken übersetzt. Buße bedeutet also nichts
anderes, als dass ich über mein bisheriges Verhalten nachdenke. Ist
alles wirklich so richtig, was ich mache und wie ich es mache?

Der zweite Schritt der Buße ist dann das umdenken. Ich komme also
zunächst einmal zu der Erkenntnis, dass eben nicht alles so richtig ist,
was ich mache und wie ich es mache. Danach setzt der Umdenkungsprozess
ein. Was müsste ich eigentlich anders machen? Anders machen, damit mein
Verhalten vor Gott Bestand hat.

So, und wenn wir einmal ganz ehrlich zu uns sind, dann finden wir jeden
Tag eine Menge Dinge, die wir eigentlich anders machen könnten, bzw.
müssten.

Dies führt dann unweigerlich zu der Erkenntnis: „Ich armer Sünder“. Buße
will uns im Kern aufzeigen, was wir sind. Wir sind eben keine vor Gott
gerechten Menschen, weil wir doch alle nur Gutes tun und im Sinn haben.
Nein, wir sind vor Gott ganz arme Sünder.

Jetzt kommt der zweite Teil, nämlich die Umkehr. Umkehr bedeutet nichts
anderes, als dass ich mein Verhalten ändere. Ganz konkret bedeutet dies,
dass ich zum Gehorsam gegenüber Gott finde, dass ich mich von allem
Bösen abwende und dass ich neues Vertrauen fasse zu meinem Herrn und
Heiland.

Das sagt sich so einfach. Aber mal ehrlich, schaffen wir das denn so
ganz aus uns heraus ? Ich bin mir nicht sicher, dass dies so einfach
ist. Es fehlt also noch etwas, dass uns dabei hilft, die Umkehr auch
wirklich zu vollziehen. Ich kann erst dann mein Verhalten ändern wenn
ich drin bin in der Gemeinschaft mit Gott. Solange ich draußen vor der
Türe des Glaubens stehe, bin ich hilflos.

2. Die Taufe

Zwischen dem alten und dem neuen Menschen, also dem Menschen vor Buße
und Umkehr, genau dazwischen steht die Taufe.

Wir können die Taufe auch als die sichtbare Schwelle zwischen diesen
beiden Zuständen beschreiben. Genau genommen geschehen bei der Taufe
nämlich 2 Dinge.

Mit dem Wasser werden die alten Sünden abgewaschen und getötet. Diese
gibt es fortan nicht mehr. Gleichzeitig wird uns mit dem Wasser der Taufe
neues Leben geschenkt, ein Leben aus Gott heraus. Und mit diesem
Taufgeschenk ist es in der Tat möglich, dass wir die Umkehr auch
tatsächlich vollziehen können.

Mit der Taufe haben wir ganz persönlich unseren Anteil an der
Auferstehung unseres Herrn. Wir sind ein Teil der großen, seiner
Gemeinschaft geworden.

Und als Familienmitglied dürfen wir unseren Vater im Himmel immer wieder
auf’s Neue bitten, uns bei der Umkehr zu helfen und uns Wege zu zeigen,
wie wir dies bewerkstelligen können. Alle Kraft die wir dafür benötigen,
bekommen wir von unserem Herrn immer wieder geschenkt.

3. Warum das alles ?

Warum soll ich mein altes Verhalten ändern?, es war doch alles schön
so. Und warum soll ich mich taufen lassen? Eigentlich habe ich mich
doch auch vorher recht wohl gefühlt. Das könnten wir uns doch mit Fug
und Recht fragen.

Nun, Petrus hat auch hier die Antwort parat. Nur dann, wenn wir Buße tun
und Umkehren, also uns bekehren und unseren Herrn im Glauben annehmen
und wenn wir uns taufen lassen, nur dann werden wir die Gaben des
Heiligen Geistes empfangen.

Ich möchte an dieser Stelle keinen dogmatischen Disput in die Wege
leiten. Lassen Sie uns nicht über Kindertaufe versus Erwachsenentaufe
diskutieren. Ich glaube, dass Jesus, wenn er bei uns stände, Kopf
schütteln würde. Für alle, die (noch) nicht getauft sind ein kleiner
Tipp: Bitten Sie den himmlischen Vater, dass er alle Ihre Sünden von
Ihnen wegnehmen und Sie mit einem neuen, nämlich seinem Leben ausstatten
möge.

Bei allen christlichen Dogmen rund um die Taufe kann ich mir beim besten
Willen nicht vorstellen, dass unser himmlischer Vater ein derartiges
ehrliches und aufrichtiges Gebet nicht beantwortet.

Dieses Taufgeschehen bzw. deren Auswirkungen beschreibt der
Liederdichter Johann Jakob Rambach sehr schön in dem 1. Vers seines
Liedes „Ich bin getauft auf deinen Namen…“ (EG 200), der da lautet,
wie folgt:

Ich bin getauft auf deinen Namen,
Gott Vater, Sohn und Heilger Geist;
ich bin gezählt zu deinem Samen,
zum Volk, das dir geheiligt heißt.
Ich bin in Christus eingesenkt,
ich bin mit seinem Geist beschenkt.

Der Herr sende den Heiligen Geist auf Dich herab
Der Herr lasse den Heiligen Geist in Dir eine dauerhafte Wohnung finden
Der Herr lasse Dein Wesen und Wirken von seinem Heiligen Geist bestimmt sein

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Pfingstmontag und einen
schönen Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag, dem Sonntag Jubilate, was übersetzt bedeutet: Jauchzet Gott alle Lande. Warum wir Grund zum Jubeln haben, das sagt uns der Wochenspruch für die kommende Woche:

„Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“

Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 17. Kapitel der Apostelgeschichte, die Verse 22-28 a. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Paulus aber stand mitten auf dem Aeropag und sprach: Ihr Männer von Athen, ich sehe, dass ihr die Götter in allen Stücken sehr verehrt. Ich bin umhergegangen und habe eure Heiligtümer angesehen und fand einen Altar, auf dem stand geschrieben: Dem unbekannten Gott. Nun verkündige ich euch, was ihr unwissend verehrt. Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind. Auch lässt er sich nicht von Menschenhänden dienen wie einer, der etwas nötig hätte, da er doch selber jedermann Leben und Odem und alles gibt. Und er hat aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht gemacht, damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, und er hat festgesetzt, wie lange sie bestehen und in welchen Grenzen sie wohnen sollen, damit sie Gott suchen sollen, ob sie ihn wohl fühlen und finden könnten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir.

Liebe Gemeinde,

unser Wochenspruch hat uns ja schon darauf hingewiesen, das wir, die wir in Christus leben, eine neue Kreatur geworden sind. Wie sieht es denn nun konkret aus ein Leben in Christus ? Dies erfahren wir von Paulus am Ende unseres heutigen Predigttextes wenn er sagt: „Denn in ihm leben, weben und sind wir.“ Damit spricht Paulus drei Punkte an, die ein Leben in Christus beschreiben. Schauen wir uns doch am heutigen Sonntag diese 3 Punkte ein wenig näher an.

1. In ihm leben

Wenn wir in Christus leben, dann sind wir mit Ihm zu einer Gemeinschaft verschmolzen. Im Urtext finden wir hier das Wort „Zao“. Das wiederum bedeutet: Geistig und körperlich auf ewig zusammensein. Was für eine gewaltige Perspektive, die wir als Christen haben. Stellen wir uns dies nur einmal plastisch vor. Jeder von uns ist mit Christus nicht nur geistig sondern auch auf der körperlichen Ebene in Ewigkeit verbunden.

Heute morgen, am Sonntag Jubilate sitzen wir nicht allein in unserem Gottesdienst. In einem jeden von uns wohnt auch unser Herr Jesus Christus, der schon auf Erden unser Leben in Händen hält und uns jeden Tag auf’s Neue führen und begleiten möchte. Ist es nicht beruhigend zu wissen, dass DER Herr stets in uns wohnt, der immer nur das Beste für uns will ?

Egal, wo uns unser Lebensweg hin verschlägt, ER ist immer bei uns. Durch die geistliche Einheit haben wir eine spirituelle Gemeinschaft mit IHM.

Erinnern wir und kurz an die Übersetzung des Wortes „Zao“. Dort stand „ewig zusammensein“. Und das sind wir als Christen auch, nämlich auf ewig mit unserem Herrn zusammen. Wenn wir es so wollen, dann gibt es für uns als Christen eigentlich keine Zeit mehr.

Unsere Zeit, liebe Gemeinde, läuft nicht einfach so ab. Wir sind auf ewig mit Christus verbunden. Selbst wenn wir unseren irdischen Körper verlassen, so sind wir weiterhin mit Jesus in einer Einheit verbunden.

Wenn wir uns dies vergegenwärtigen, dann bekommen viele Dinge auf Erden auf einmal eine ganz andere Dimension. Am Ende unseres irdischen Lebens ist eben nicht alles vorbei. Das heißt ich muss mich nicht krummlegen, um mir hier möglichst viel erlauben zu können. Auch berufliche Karrieren werden dann wieder in das rechte Licht gerückt. Es ist eben nicht der primäre Lebenssinn, dass ich 7 Tage die Woche arbeiten muss, um möglichst viel Ansehen und Geld zu verdienen.

Als Konsequenz möchte ich einmal sagen: „Gott rückt wieder gerade, was bei uns verrückt ist.“ Lassen wir es doch einfach geschehen. Es wird niemals zu unserem Nachteil sein.

2. In ihm weben

Das ist nun für unsere Ohren ein recht komisches Wort. Spinnweben kennen wir alle. Aber was hat dies mit unserem Leben als Christ zu tun ? Wir spinnen ja schließlich nicht, oder doch ?

Auch hier ist der Urtext sehr hilfreich. Dort finden wir für das Wort weben das Wort „Kineo“. Dies bedeutet: In Bewegung geraten.

Wie die Spinne in Bewegung gerät, so sollen auch wir als Christen in Bewegung geraten. Es ist eben nicht damit getan, dass wir uns zu unserem Herrn bekehren, Ihn einladen in uns Wohnung zu nehmen, um dann so fortzufahren, wie wir bisher gelebt haben.

Wenn ER in uns Wohnung nimmt, dann geraten wir mit Ihm zusammen automatisch in Bewegung. ER zeigt uns den neuen Weg, den ER mit uns gehen will. Und dann, liebe Gemeinde sind wir aufgerufen, aktiv zu werden. ER zeigt uns wozu ER uns berufen will. Wir sollen uns dann aufmachen und diesen Weg gehen.

Nun ist das nicht immer so einfach, wenn wir vom Herrn berufen werden.
Als ich berufen wurde, bekam ich jedes Mal einen hochroten Kopf und fing an zu stottern, wenn ich vor mehr als 5 Menschen reden sollte. Ich habe tatsächlich den Herrn gefragt, ob Er sich vielleicht vertan hat und doch jemand anders meint, der Sein Wort besser verkündigen kann.

Die Antwort war erst einmal ernüchternd. Und dann fiel mir auf einmal der letzte Satz unseres Predigttextes ein. Wenn das so ist, dass Christus in mir lebt, Er also jeden Tag mit mir unterwegs ist, dann steht Er auch mit mir vor den Menschen, denen ich Sein Wort verkündige.

Dann fiel mir die Sache schon wesentlich leichter. Es war nicht so, dass jede Anspannung abfiel. Aber es war so, dass ich mich sehr gut vorbereitet habe und in dem Moment wo ich aufstand, überkam mich eine groß Ruhe und Gelassenheit. Und dies ist bis heute so. Ich mache das, was ich in Ausübung meiner Berufung tun kann. Das andere überlasse ich dem Herrn

Wenn wir in Ihm in Bewegung geraten, dann ist ER es, der die gesamte Bewegung auch steuert. Also keine Angst vor großen Berufungen. Mit DEM Steuermann an unserer Seite wird alles gut werden.

3. In ihm sind wir

Lassen Sie mich dazu kurz noch ein letztes sagen. Das Wort „Sind“ kommt ja von „Sein“. Und damit drückt Paulus etwas ganz entscheidendes aus:
Vor Gott ist das Sein wichtig und nicht das, was wir leisten, haben oder besitzen.

Wenn wir zu Ihm kommen, sollen wir zunähst einmal „Sein“. Wir sollen so sein, wie wir nun einmal sind. Wenn wir so zu Ihm kommen, so können wir in Ihm ruhen und unseren Frieden in Ihm finden. Ganz ohne Hektik und Stress.

Erst wenn wir vor Gott zur Ruhe kommen, erst dann können wir auch Gott in uns wirken lassen. Erst dann können wir Seine Stimme hören und verstehen.

Unser Leben ist zunehmend hektischer geworden. Und im Trubel des Alltages fällt es uns allen sicherlich zunehmend schwerer, Zeiten der Ruhe zu finden.

Und darum, liebe Gemeinde, ist auch der Sonntag so wichtig für uns, als ein Tag, an dem wir vor Gott zur Ruhe kommen können. Ein Tag, an dem uns nichts mehr ablenkt, wo einmal nicht andauernd das Telefon klingelt, wo wir einmal nicht ständig abrufbereit sein müssen. Ein Tag, also wo wir einfach nur „sein“ können.

Ich wünsche uns allen, dass uns dieser Wochentag (Sonntag) noch möglichst lange als ein solcher freier Tag erhalten bleiben möge.

Das Leben unseres Herrn in uns beschreibt der Liederdichter Benjamin Schmolck sehr schön in dem 2. Vers seines Liedes „Tut mir auf die schöne Pforte…“ (EG 166), der da lautet, wie folgt:

Ich bin, Herr, zu dir gekommen,
komme du nun auch zu mir.
Wo du Wohnung hast genommen,
da ist lauter Himmel hier.
Zieh in meinem Herzen ein,
lass es deinen Tempel sein.

Der Herr lasse Dich immer wieder SEINE Gegenwart in Deinem Leben spüren
Der Herr lasse Dich erkennen, wozu er Dich berufen hat
Der Herr gebe Dir allzeit die Kraft, Deine Berufung frohen Herzens auszuüben

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen fröhlichen Start in diese neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber