Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Altjahresabend im Jahre 2017. Den Predigttext für den heutigen Silvestertag finden wir im 2. Buch Mose, Kapitel 13, die Verse 20-22. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

So zogen sie nun aus von Sukkot und lagerten sich in Etam am Rande der Wüste. Und der Herr zog vor ihnen her, am Tage in einer Wolkensäule, um sie den rechten Weg zu führen, und bei Nacht in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten, damit sie Tag und Nacht wandern konnten. Niemals wich die Wolkensäule von dem Volk bei Tage noch die Feuersäule bei Nacht.

Liebe Gemeinde,

auch wenn es bei dem Predigttext um den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten geht, hat dieser Predigttext doch ganz aktuelle Parallelen in die heutige Zeit hinein. Lassen Sie uns doch am Ende des Jahres diesen Text in das Jahr 2017 und 2018 übertragen.

1. Am Tage

Gott führte sein Volk auch am Tage. Mit diesem „am Tage“ sind übertragen auch unsere schönen und hellen Tage des Lebens gemeint.

Am Tage sieht man ja bekanntermaßen sehr gut und kommt ganz gut ohne irgendwelche Hilfsmittel zurecht. Und in unserem Leben sind das die Tage, wo wir uns am liebsten selber auf die Schulter klopfen möchten und zu uns sagen möchten:

„Wie haben wir das nur wieder hingekriegt. Was sind wir doch für tolle Kerle bzw. Frauen.“

Und hier liegen wir schon einmal ganz gewaltig daneben. Lassen Sie uns immer daran denken, dass uns unser Herr unser ganzes Leben lang führt und begleitet.

Seien wir doch jetzt einmal 1 Minute lang stille und jeder denkt mal kurz darüber nach, wo Gott ihn im Jahre 2017 durch viele schöne Tage geführt hat.

Ich bin überzeugt, dass uns sogar in dieser kurzen Zeit ganz tolle Dinge eingefallen sind, die wir im Jahre 2017 haben erleben dürfen. Und ich finde, jetzt ist der rechte Zeitpunkt, Gott einmal für all das zu danken, was er uns in diesem Jahre an freudigen Ereignissen beschert hat.

Nehmen wir diese Form des Dankens doch gleich mit in das neue Jahr. Ein praktisches Beispiel gefällig: Jeden Abend danke ich Gott für all die schönen Dinge, die ich an diesem Tage habe erleben dürfen. Anfangs habe ich mir drei Dinge vorgenommen, wofür ich Gott danken wollte. Doch schon bald wurden es immer mehr.

Mal ganz abgesehen davon, dass ich nach einem derartigen Gebet viel besser schlafe, hat es meinen Blickwinkel gewaltig verändert. Ich habe erst dabei so richtig erkannt, dass es ja gar nicht selbstverständlich ist, dass ich all die schönen Dinge im Leben erleben durfte.

2. Bei Nacht

In der Nacht spendete Gott den Israeliten das notwendige Licht für ihre Wanderschaft. In der Nacht ist es ja bekanntermaßen dunkel und wir können uns recht schlecht orientieren.

Nahezu jeder, der nachts einmal aufgestanden ist und aus Rücksichtnahme auf seinen Gatten das Licht nicht anmachen wollte, hat sicherlich schon einmal die schmerzliche Bekanntschaft mit dem Bettpfosten gemacht.

In unserem Predigttext geht es natürlich nicht um Bettpfosten, sondern um die Nächte unseres Lebens.

Viele von uns sind in diesem Jahr auch durch dunkle Täler gegangen. Sei es der schmerzliche Verlust des Ehepartners oder aber eine schwere Erkrankung oder aber der drohende Verlust der wirtschaftlichen Existenz. In diesen Momenten kann es in unserem Leben ganz dunkel werden und wir haben Schwierigkeiten, uns noch irgendwie zurechtzufinden.

Aber auch durch diese Finsternis möchte uns unser Herr hindurchführen. Wenn wir ihn in diesen Situationen anrufen, dann werden wir es erleben, dass wir bei all unserer Finsternis in weiter Ferne auf einmal einen kleinen, anfangs kaum wahrnehmbaren Lichtschein erkennen können.

Je mehr wir nun diesem Lichtstrahl entgegengehen, desto heller wird er. Dieser Lichtschein bringt im wahrsten Sinne des Wortes wieder Licht in unsere dunklen Seelen. Aber er bringt nicht nur Licht, sondern auch Wärme in unsere Herzen hinein.

Und so führt uns Gott auch aus den dunkelsten Stunden unseres Lebens hindurch. Oder wie es Dietrich Bonhoeffer viel besser gesagt hat:

„Gott führt uns nicht am Leiden vorbei, aber immer durch unser Leiden hindurch.“

Denken wir doch auch jetzt einmal 1 Minute nach, wie uns unser Herr im Jahre 2017 auf unserer Wanderschaft durch so manches tiefe Tal hindurchgeführt hat.

3. Niemals

„Niemals wich die Wolkensäule…“, so lesen wir es am Ende unseres Predigttextes.

Niemals, liebe Gemeinde, bedeutet immer und ewig. Dieses gewaltige „Niemals“ Gottes hat unser uneingeschränktes Vertrauen verdient.

Wie uns Gott auch durch das gesamte Jahr 2017 hindurchgeführt hat, so wird er uns auch durch das kommende Jahr hindurchführen. Allen Weltuntergangspropheten und Verschwörungstheoretikern zum Trotze bedeutet Gottes gewaltiges Niemals immer ein für immer und ewig.

Und gerade dieses „Ewig“ ist noch ganz wichtig für uns. Wir alle wissen nicht, ob wir in dieser Konstellation noch am Silvestertage des Jahres 2018 zusammenkommen werden. Aber wir alle können uns felsenfest darauf verlassen, dass Gott, der uns ewig leitet und führt auch dann nicht damit aufhört, wenn wir diese Erde verlassen. Dann führt er uns nämlich an seiner Hand, die wir dann endlich schauen dürfen, hinein in die Ewigkeit.

Und nunmehr wünsche ich uns allen, dass wir uns im kommenden Jahre immer wieder an diese drei Fakten: „Bei Tag, bei Nacht und das gewaltige Niemals“ erinnern mögen.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den ersten Vers des Liedes: „Das alte Jahr vergangen ist“ (EG 59) und in den ersten Vers des Liedes: „Hilf, Herr Jesu, lass gelingen (EG 61) einstimmen, die da lauten, wie folgt:

Das alte Jahr vergangen ist; wir danken dir , Herr Jesu Christ,
dass du uns in so großer G’fahr so gnädiglich behüt dies Jahr.

Hilf, Herr Jesu, lass gelingen, hilf, das neue Jahr geht an;
lass es neue Kräfte bringen, dass aufs neu ich wandeln kann.
Neues Glück und neues Leben wollest du aus Gnaden geben.

Der Herr segne dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden
Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen einen geruhsamen und beschaulichen Übergang in das Jahr 2018.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Altjahresabend. Lassen Sie uns diesen Abend nutzen und Gott dafür danken, dass er uns im Jahre 2015 wunderbar geführt und geleitet hat und erbitten wir auch gleichzeitig seinen reichen Segen für das Jahr 2016. Dass Gott uns auch im Jahre 2016 zur Seite stehen wird davon berichtet der heutige Predigttext. Wir finden den Predigttext für den heutigen Abend im 8. Kapitel des Römerbriefes, die Verse 31b – 39. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein? Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der gerecht macht. Wer will verdammen? Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und uns vertritt. Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst, oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? Wie geschrieben steht (Psalm 44,23) „Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag; wir sind geachtet wie die Schlachtschafe.“ Aber in dem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat. Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte und Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.

Liebe Gemeinde,

„Gott ist für uns…“ so lesen wir es ganz am Anfang unseres heutigen Predigttextes. Wenn wir uns das Jahr 2015 kurz in unser Gedächtnis zurückrufen, dann wird wohl ein jeder von uns die eine oder andere Situation vor seinem inneren Auge haben, wo Gott ihn auch im Jahre 2015 ganz besonders behütet und beschützt hat.

„Gott ist für uns….“, was heißt dies denn ganz konkret für uns und wo zeigt sich das denn, dass Gott für uns ist? Lassen Sie uns heute Abend dieser Frage nachgehen und schauen, welche Antworten Gottes Wort für uns bereithält.

1. Am Kreuz

Gerade am Kreuz können wir erkennen, dass Gott für uns ist. Am Kreuz hat sich Gott selber für uns Sünder dahingegeben. Er hat sein Leben dafür gegeben, dass wir wieder Gemeinschaft mit ihm haben können. Wenn so jemand nicht „für uns ist..“ wer den bitteschön dann?

Am Kreuz trägt der menschgewordene Gott in der Gestalt Jesu die Sünden der gesamten Welt um dafür zu bezahlen. Alle Sünden der Vergangenheit hängen dort, alle Sünden aus dem Jahr 2015 hängen dort und auch die zukünftigen Sünden hängen am Kreuz von Golgatha. Da wo wir eigentlich hängen müssten, da hat sich Gott selbst hinhängen lassen und für alle unsere Sünden mit seinem Blut bezahlt.

Auch im Jahre 2016 können wir mit all unseren Sünden zu Gott kommen, ihm diese bekennen und ihn um seine Vergebung bitten. Und Gott wird uns auch im kommenden Jahre unsere Verfehlungen vergeben, wenn wir ihn ernstlich darum bitten.

2. Unantastbarkeit

„Gott ist für uns…“ das macht uns alle unantastbar für all diejenigen die uns Schaden zufügen wollen. Zuallererst macht Gott uns unangreifbar für Satans Angriffe. Wenn Gott in unser Leben Einzug hält, dann können wir uns dies so vorstellen, als ob wir einen unsichtbaren Panzer in uns tragen, der uns vor allen satanischen Versuchungen schützen kann.

Das heißt natürlich nicht, dass wir fortan blauäugig durch unser Leben gehen können. Wir werden immer bis an unser Lebensende vom Teufel versucht werden. Wenn wir Jesus bitten, dann wird er uns gegen alle Angriffe schützen.

Luther berichtete einmal, dass der Teufel ihn immer wieder heimsuchte.
Aber immer, wenn er dies macht, dann öffne er die Türe seines Herzens.
Und dann sieht der Teufel, dass dort der Herr Jesus wohnt und kann nichts anderes tun, als geschlagen von dannen zu schleichen. Lassen Sie es uns doch Luther einfach nachtun. Zeigen wir doch dem Teufel auch unsere geöffneten Herzen und schlagen ihn damit in die Flucht.

Manchmal hat man den Eindruck, dass Christen in besonderer Art und Weise vom Teufel versucht werden. Das ist auch richtig so. Im Moment der Bekehrung hat uns der Teufel nämlich verloren und es bleibt ihm nur eine kleine Zeitspanne, nämlich bis zu unserem irdischen Ende, um uns zurückzugewinnen. Und daher zieht er gerade bei uns Christen alle seine Register. Diejenigen, die sich bewusst gegen Gott entschieden haben, die hat er ja sowieso schon in seiner Hand. Da muss er sich keine große Mühe mehr geben. Die Angriffe Satans, so hat es Augustinus einmal gesagt, sind der beste Beweis dafür, dass wir Gottes Kinder sind.

„Gott ist für uns…“ heißt auch, dass Gott uns zur Seite steht, wenn uns andere Menschen Schaden zufügen wollen. Wir brauchen vor solchen Menschen keine Angst mehr zu haben, die uns in irgendeiner Art und Weise Schaden zufügen wollen. Befehlen wir sie doch einfach unserem Herrn Jesus an. Vergessen wir eines bitte niemals: Nicht wir regieren, es WIRD regiert. Und auf eines dürfen wir gewiss vertrauen: Gottes Mühlen mahlen zwar manchmal langsam, aber vortrefflich fein.

3. Herrliche Zukunft

„Gott ist für uns“… das verheißt uns allen eine herrliche Zukunft. Mit unserer Bekehrung haben wir nämlich auch schon unsere Zukunft im Himmel in unserem irdischen Reisegepäck. Mit unserer Bekehrung dürfen wir darauf vertrauen, dass wir dereinst, wenn wir diese Erde verlassen, in unsere ewige Wohnung im Himmel einziehen werden.

Natürlich erleiden wir auf Erden weiterhin Trübsal und Angst, Verfolgung, Hunger und Gefahren jedweder Art. Das will auch Gott nicht beschönigen. Denken wir nur einen Moment an die Hinterbliebenen der Terroranschläge in diesem Jahr. Wie viel Leid haben wenige geistig verwirrte Menschen über Tausende von anderen Menschen gebracht.

Aber gerade in diesem Leid ist Gott bei uns. Egal, wie groß unser Leid auch sein mag, der, der „für uns ist“ trägt uns nicht nur durch dieses Leid hindurch, sondern lässt uns oftmals gestärkt aus unseren Leiden hervorgehen. Warum gestärkt? Ganz einfach, damit wir anderen Menschen in ihrem Leide eine wertvolle Stütze sein können.

Egal in welchem Leid wir auch gerade stecken, vertrauen wir doch darauf, dass Gott sich dieses Leides annehmen wird uns sicher durch dieses ganz persönliche Leid hindurchführen wird.

Wenn wir dies tun, dann können wir mit Paulus gemeinsam sagen:

Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte und Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.

Lassen Sie uns doch diese feste Zuversicht auch im Jahre 2016 in unseren Herzen tragen und ihr all unser Vertrauen schenken.

Lassen Sie uns unseren Herrn am Schluss des heutigen Abends bitten, uns auch im Jahre 2016 wohlbehütet durch unser Leben zu führen und zwar mit dem 6. Vers des Liedes von Jochen Klepper: „Der du die Zeit in Händen hast…“ (EG 64), der da lautet, wie folgt:

Der du allein der Ewge heißt und Anfang, Ziel und Mitte weißt im Fluge unsrer Zeiten:
Bleib du uns gnädig zugewandt und führe uns an deiner Hand, damit wir sicher schreiten.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen einen besinnlichen Altjahresabend und freue mich auf ein Wiedersehen im Jahre 2016.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Altjahrsabend. Jetzt warten wir schon fast 2000 Jahre darauf, dass unser Herr wiederkommt.
Und wieder ist ein Jahr in’s Land gegangen und wieder ist er nicht gekommen. Lassen Sie uns doch einmal schauen, was uns unser heutiger Predigttext, den wir im 12.Kapitel des Lukasevangeliums, die Verse 35-40 finden, dazu sagen möchte:

Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen und seid gleich den Menschen, die auf ihren Herrn warten, wann er aufbrechen wird von der Hochzeit, damit, wenn er kommt und anklopft, sie ihm sogleich auftun. Selig sind die Knechte, die der Herr, wenn er kommt, wachend findet. Wahrlich, ich sage euch: Er wird sich schürzen und wird sie zu Tisch bitten und kommen und ihnen dienen. Und wenn er kommt in der zweiten oder in der dritten Nachtwache und findet’s so: Selig sind sie.
Das sollt ihr aber wissen: Wenn ein Hausherr wüsste, zu welcher Stunde der Dieb kommt, so ließe er nicht in sein Haus einbrechen. Seid auch ihr bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, da ihr’s nicht meint.

Liebe Gemeinde,

in den ersten Monaten und Jahren nach der Himmelfahrt unseres Herrn war es für die Christen der damaligen Zeit sonnenklar, dass der Herr alsbald wiederkommt. Doch als so einige Jahre ins Land gegangen waren, da kamen dann doch die ersten Zweifel auf. Und in diese Zeit hinein spricht unser heutiger Predigttext. Und da wir auch heute noch auf das Kommen unseres Herrn warten, gilt dies, was uns der Predigttext sagt, auch für uns heute im beinahe schon Jahre 2015.

Zunächst einmal dürfen wir sicher sein, dass Gott alle seine Verheißungen erfüllt. Wenn wir uns nur einmal die Anzahl der erfüllten Prophetien anschauen, dann finden wir in der Bibel nahezu 700 Prophezeiungen, die sich bereits erfüllt haben. Also sollten wir auch DER Prophezeiung Glauben schenken, die besagt, dass unser Herr eines Tages wiederkommen wird.

Was sollen wir in der Zwischenzeit tun? Wir sollen ihn so erwarten, als ob er heute noch käme. Wir sollen also wachsam sein mit allen Sinnen unseres Körpers. Lassen Sie uns am heutigen Altjahrsabend überlegen, wie wir es anstellen können, den Herrn so zu erwarten, wie er es sich wünschen würde.

1. Mit dem Körper wachen

Unser Körper ist der Tempel in dem unser Herr Wohnung nehmen möchte.
Also sollten wir auf unseren Körper achten. Ich meine hier keinen übertriebenen Fitnesskult und eine Schönheitsoperation nach der anderen.

Unser Körper besteht ja bekanntermaßen eben nicht nur aus der äußeren Hülle (obwohl ich mir da bei manchen Zeitgenossen nicht mehr so ganz sicher bin), sondern auch aus dem, ich nenne es einmal, körperlichen Innenleben.

Mit diesem sollen wir besonders pfleglich umgehen. Ich kann mich mit Nikotin, Alkohol und Fastfood vollstopfen, darf mich dann aber auch nicht wundern, wenn dieser Körper, dem ich das antue, das irgendwann einmal nicht mehr mitmacht. Das heißt natürlich nicht, dass wir uns heute Abend kein Glas Sekt, Bier oder Wein trinken dürfen. Es soll nur nicht die Regelmäßigkeit werden.

Gerade im angetrunkenen Zustand sind wir willfährige Opfer der satanischen Machenschaften. Denken wir nur einmal an die nun herannahende Karnevalszeit. Wie viele Ehen werden in dieser Zeit durch betrügerisches Verhalten aufs Spiel gesetzt.

Halten wir es doch mit den großen Glaubenshelden der Bibel. Prüfen wir alles und das Gute behalten wird dann. Dann können wir sicherstellen, dass wir unseren Herrn auch in einem körperlichen Zustand empfangen können, der ihm zur Ehre gereicht.

2. Mit dem Geist wachen

Liebe Gemeinde, was tun wir nicht alles unserem Geiste an. Ich nehme nur einmal ein aktuelles Beispiel aus der Computerszene. Ich habe den Eindruck dass der Markt der Computerspiele immer brutaler wird. In jedem dieser Ballerspiele geht es darum, so viele Gegner, wie möglich zur Strecke zu bringen. Und wenn es mich dann einmal persönlich betrifft, ist ja gar nicht so schlimm, ich habe ja noch 5 Restleben.

Wir dürfen uns nicht wundern, wenn geistige Veränderungen bei Dauerkonsumenten derartiger Spiele irgendwann auftreten. Das, was ich den ganzen Tag mache, das bestimmt dann irgendwann auch mein Denken und Handeln. Und dann ist es auf einmal nicht mehr so ganz verwunderlich, wenn ein 14 jähriger Schüler mit der Waffe in der Hand so ein Spiel in die Realität umsetzt.

Oder denken wir nur an die vielen Jugendlichen, auch deutsche Jugendliche, die sich von dem „Islamischen Staat“ zu Kriegern ausbilden lassen. Können wir dies überhaupt verhindern? Liebe Gemeinde, ich sage einmal, Ja, das können wir.

Wenn wir oben unseren Geist mit guten Dingen füttern, dann kommt unten, also an Armen, Händen und Beinen auch Gutes heraus. Halten wir doch unseren Geist fern von diesen und anderen Einflüssen, die versuchen uns in ihren Bann zu ziehen.

Wenn wir unsere Kinder und Jugendliche davor bewahren wollen, dann sollten wir mit einem guten Beispiel vorangehen. Wir könnten zum Beispiel wieder regelmäßig Gottes Wort lesen. Wir könnten anstelle des abendlichen Krimis auch einmal wieder in die Bibelstunde gehen. Auch die Bibel hat ganz spannende Geschichten zu bieten. Wenn wir dies tun, dann bringen wir unseren Geist automatisch in eine „Hab acht“ Position, die ihn auf das Kommen des Herrn einstimmt.

Wenn wir dies vormachen, dann wird das in unseren Kindern nicht ohne Wirkung bleiben. Wo Gott bei Tisch wieder ein Thema ist, da machen wir alle am Tisch auch wieder neugierig auf diesen Gott. Dann kann die Jungschar auch wieder eine ernstzunehmende Konkurrenz zur Playstation werden.

Dass dies Gott sei Dank alles kein frommes Wunschdenken ist, das habe ich in vielen Familien beobachten können. Wir, also die Älteren, müssen nur den Anfang machen. Von alleine kommt da gar nichts.

3. Mit der Seele wachen

Auf Körper und Geist Acht haben, das kann ich mir ja noch ganz gut vorstellen, aber auf die Seele zu achten, wie soll das denn gehen? Nun, ich denke, dass dies eher passiv möglich ist.

Wenn ich dem Heiligen Geist die Möglichkeit geben will, bei mir einzuziehen und dauerhaft bei mir Wohnung zu nehmen, dann geht dies in unserer hektischen Zeit nicht mal eben so im Vorbeigehen.

Wir müssen es, glaube ich, alle wieder lernen, vor Gott zur Ruhe zu kommen, um zum Frieden unserer Seele zu gelangen. Wir müssen dem Heiligen Geist auch die Möglichkeit geben, überhaupt in uns arbeiten zu können.

Zugegeben, jetzt in der etwas ruhigeren Zeit mag dies auch einfacher sein. Aber wenn wir ab der nächsten Woche alle wieder in unserem gewohnten Alltagsstress sind, dann könnte dies schon etwas schwieriger werden.

Daher ein kleiner Tipp: Schaffen wir uns doch Oasen der Ruhe in unserem Alltag. Analysieren wir doch einmal, wo wir diese Zeitfenster einrichten können. Ich hab da auch ein paar Ideen. Wie wäre es mit der stillen Zeit morgens früh, wen wir eine Viertelstunde früher aufstehen?

Wie wäre es, wenn wir auf der morgendlichen Fahrt zur Arbeit und der abendlichen Heimfahrt Radio, MP3-Player und andere Beschallungsgeräte ausstellen und uns auf Gott und sein Wirken in uns besinnen.

Ich bin sicher, wir werden etlichen Zeiten finden, in denen wir auch wieder seelisch zur Ruhe finden können. Und dann kann auch der Heilige Geist in uns so wirken, dass wir es spüren, fühlen und direkt erleben können. Probieren wir es doch gleich um 0.00 Uhr einmal aus. Versuchen wir uns doch einmal auf das Läuten der Kirchenglocken zu konzentrieren und nicht so sehr auf das Feuerwerk um uns herum.

Und nun bleibt mir nur noch, Ihnen allen einen gesegneten Altjahresabend und einen besinnlichen Übergang in das Jahr 2015 zu wünschen. Ich hoffe, wir sehen uns morgen in der Frühe wieder.

Danken für das alte Jahr und bitten für das neue Jahr können wir gemeinsam, wenn wir in den 1. Vers des Liedes „Das alte Jahr vergangen ist…“ (EG 59), und in den 1. Vers des Liedes „Hilf, Herr Jesu, lass gelingen…“ (EG 61) einstimmen, die da lauten, wie folgt:

Das alte Jahr vergangen ist; wir danken dir, Herr Jesu Christ, dass du uns in so großer G’fahr so gnädiglich behüt auch dieses Jahr.

Hilf, Herr Jesus, lass gelingen, hilf, das neue Jahr geht an; lass es neue Kräfte bringen, dass aufs neu ich wandeln kann.
Neues Glück und neues Leben wollest du aus Gnaden geben.

Der Herr lege auch im Jahre 2015 seinen Frieden in Dein Herz hinein Der Herr bewahre Dich auch im Jahre 2015 vor Nöten und Gefahren Der Herr sei auch im Jahre 2015 Dein starker Fels in der Brandung

Amen.

Liebe Gemeinde,

nunmehr wünsche ich Ihnen und all Ihren Lieben einen gesegneten Altjahrsabend.

Bis zum morgigen Tage möge der allmächtige Gott schützend seine Hand über Sie alle halten.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Altjahresabend. Den Predigttext für den heutigen Abend finden wir im Hebräerbrief, Kapitel 13, die Verse 8-9b. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit. Lasst euch nicht durch mancherlei und fremde Lehren umtreiben, denn es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade, nicht durch Speisegebote, von denen keinen Nutzen haben, die damit umgehen.

Liebe Gemeinde,

Altjahrsabend ist ja immer wieder der geeignete Zeitpunkt, das vergangene Jahr noch einmal zu überdenken. Was ist gut gelaufen, was hätten wir besser machen können. Unser heutiger Predigttext ist ebenfalls ein Rückblick. Ein Rückblick der besonderen Art. Unser heutiger Predigttext bezieht sich auf den Stand von Jesus in der Vergangenheit, in der Gegenwart und in der Zukunft. Lassen Sie uns darüber heute Abend ein wenig näher nachdenken.

1. Der Jesus der Vergangenheit

Es ist noch nicht lange her, da haben wir die Weihnachtsgeschichte gehört. Sicherlich können wir uns alle noch an die Hirten erinnern, die kamen, um das Kind in der Krippe anzuschauen.

Was machten sie als, sie das Kind gesehen hatten ? Sie gingen nach Hause lobten und priesen Gott. Diesen Hirten, die nicht lesen und schreiben konnten und ganz gewiss keine regelmäßigen Tempelbesucher waren, diesen Hirten hat Gott das Herz aufgetan.

Warum eigentlich gerade diesen Hirten ? Nun, Sie waren einfach dem Engelsbefehl, der sie zu Jesus bringen sollte gefolgt. Da kam kein, ja, aber ich muss noch erst die Schafe versorgen. Oder kein ja, aber ich bin so schrecklich müde.

Diese Hirten machten sich einfach auf den Weg und kamen zu Jesus. In dem Moment, wo sie das Jesuskind sahen, tat ihnen Gott die inneren Augen auf und sie erkannten, wer da wirklich in der Krippe liegt.

Sie gingen heim und lobten Gott.

2. Der gegenwärtige Jesus

Wie war das doch damals alles so schön. Wenn wir die Bekehrungsgeschichten der Bibel lesen, dann wünschten wir uns, dass dies doch auch heute noch geschehen könnte.

Aber, liebe Gemeinde, wir haben uns selber eine ganze Menge Stolpersteine in den Weg zu Jesus gelegt.

Da ist zunächst der Stolperstein Wissenschaft. Ewig und drei Tage lang wird seitens der Naturwissenschaften immer wieder ein scheinbarer Beweis erhoben, dass es Gott doch gar nicht gibt. Und was machen viele von uns ? Na wenn dies der berühmte Professor schon sagt, dann wird er wohl recht haben. Und schon wird das eigene kleine Weltbild ohne Gott zurechtgezimmert. Es lebt sich ja auch ohne Gott ganz gut, bis die ersten Schwierigkeiten kommen.

Dann kommen die Zeitungen, Zeitschriften und das Fernsehen. Seit es das Magazin „Der Spiegel“ gibt, erscheinen mit schöner Regelmäßigkeit zu Weihnachten und Ostern die neuesten Erkenntnisse darüber, dass es sich bei dem Christentum und den „Geschichtchen“ in der Bibel doch nur um Mythen und Sagen handelt. Na und wenn so was schon einmal in der Zeitung steht, dann muss da auch was dran sein.

Dann kommt da noch der Stolperstein der fremden Lehre. Gerade entsteht in Deutschland ein buddhistisches Zentrum nach dem anderen. In meditativen Sitzungen soll man zu sich selber finden. Und wenn man sich dann gefunden hat, weiß man nichts mehr mit sich anzufangen. Wieviele Lehren sind in der Vergangenheit unter das Volk gebracht worden ! Denken wir nur einmal an die lieben Zeitgenossen, die bei Regen und Sonnenschein ihre Vereinszeitschrift „Erwachet“ an allen Ecken und Enden verteilen.

Alle Lehren, die anfänglich so toll klingen führen aber immer wieder ins Leere. Aber wir haben ja noch:

3. Der Jesus der Zukunft

Es ist fast nie zu spät für einen Neuanfang mit Jesus. Jesus will heute, wie damals vor 2000 Jahren unsere Herzen anrühren. Wir müssen Ihn nur lassen.

Dabei fällt mir eine kleine Geschichte von einem guten Freund ein. Er war über 10 Jahre praktizierender Buddhist. Er hatte es auch zu einem gewissen Ansehen in dieser Gemeinschaft gebracht. Und dann auf einmal träumte er nachts von einem Kreuz. Dieser Traum ließ ihn nicht mehr los. Was lag also näher, einmal einen Gottesdienst zu besuchen. Dies tat er dann auch.

Und in diesem Gottesdienst tat ihm der Herr das Herz auf. Heute ist er übrigens Pastor einer Freikirche. Wie doch unser Herr die Herzen fest machen kann, fest zum Dienst für Ihn.

Lassen Sie uns noch einmal bei diesem kleinen Beispiel bleiben. Als Buddhist musste er sich anstrengen um immer noch weiter zu kommen, religiöse Hochleistungen waren gefordert, Tag für Tag. Als Christ ist ihm Gnade geschenkt worden. Er brauchte gar nichts von sich aus zu tun.
Alles tat der Herr.

Wie heißt es doch in dem Liede „Stern, auf den ich schaue“ so schön:
„Dann mit neuem Singen jauchz ich froh dir zu,
NICHTS hab ich zu bringen,
ALLES Herr bist DU“.

Lassen wir uns doch immer wieder von Jesus beschenken durch Seine Gnade und lassen wir Ihn doch unsere Herzen fest machen für Ihn allein.

Lassen Sie mich kurz noch ein Letztes sagen: Viele Menschen versuchen, den Weg zu Jesus über die strikte Einhaltung religiöser Rituale und Vorschriften zu finden. Das war schon zu Zeiten des Alten Testamentes so. Aber Jesus sagt immer wieder, dass dies absolut keinen Sinn hat.

Jesus ist kein Religions-und Gesetzesstifter. Jesus ist der Heiland der Welt, der durch Seinen stellvertretenden Opfertod den Weg für uns zu Gott wieder frei gemacht hat. Ganz ohne Vorbedingungen. Jeder, aber auch wirklich jeder ist eingeladen, zu Jesus zu kommen.

Viele von uns werden heute Abend in munterer Gesellschaft das Jahr ausklingen lassen. Wünschen wir doch allen Menschen einmal kein „Frohes Neues Jahr“, wünschen wir ihnen doch einmal ein „Gott segne dich auch in diesem neuen Jahr“. Ich verspreche Ihnen viele spannende Reaktionen.

Bitten wir doch abschließend mit dem 1. Vers des Liedes „Hilf, Herr Jesu lass gelingen…“ von dem Liederdichter Johann Rist unseren Herrn um Seinen Segen auch für das kommende Jahr:

Hilf, Herr Jesu, lass gelingen, hilf, das neue Jahr geht an;
lass es neue Kräfte bringen, dass auf’s neu ich wandeln kann.
Neues Glück und neues Leben wollest du aus Gnaden geben.

Der Herr lasse Dich erkennen, wieviel Gutes ER Dir in der Vergangenheit getan hat
Der Herr gebe Dir auch heute wieder die Kraft, allein IHM zu vertrauen
Der Herr mache auch für die Zukunft Dein Herz fest allein in IHM

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen einen gesegneten Altjahrsabend. Möge Sie der allmächtige Gott alle behüten, beschützen, auch weiterhin sicher führen.

Bis zum morgigen Tage verabschiede ich mich und grüße Sie alle recht herzlich Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Altjahrsabend. Ja, schon wieder ist ein Jahr vorbei. Jahresrückblicke hat es im Monat Dezember zur Genüge gegeben. Lassen Sie uns den heutigen Abend nutzen, um einen Ausblick auf die Zukunft zu wagen.

Eine Zukunft, die für uns Christen von der wahren Freiheit gekennzeichnet ist. Doch lassen Sie uns den Predigttext, der diese wahre Freiheit zum Gegenstand hat, zunächst gemeinsam lesen. Wir finden den Predigttext für den heutigen Silversterabend bei dem Evangelisten Johannes im . Kapitel, die Verse 31-36.

Die wahre Freiheit

Da sprach nun Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen. Da antworteten sie ihm: Wir sind Abrahams Kinder und sind niemals jemandes
Knecht gewesen. Wie sprichst du dann: Ihr sollt frei werden ? Jesus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht. Der Knecht bleibt nicht ewig im Haus; der Sohn bleibt ewig. Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei.

Liebe Gemeinde,

„Die Wahrheit wird euch frei machen.“ Diese gewaltige Aussage unseres Herrn finden wir gleich am Anfang unseres Predigttextes. Die Menschen, die Jesus an diesem Tage zuhörten, hatten mit der „wahren Freiheit“ schon ihre Probleme. Und ich denke, diese Probleme sind bis auf den heutigen Tage für uns alle gleich geblieben.

Drei Gedanken drängen sich mir persönlich auf, wenn ich das Wort Freiheit höre:
Freiheit Wovon ? Freiheit Wodurch ? Freiheit Wozu oder Wofür ?
Lassen Sie uns am heutigen Abend ein wenig über diese Punkte nachdenken.

1. Freiheit Wovon ?

Nehmen wir einmal einen Menschen, der ohne den Herrn Jesus durch dieses Leben geht. Dieser Mensch ist doch im Grunde nicht anders, als wir alle. Er hat bestimmt einen ähnlichen Tagesrythmus wie wir, hat Freunde und Bekannte und sicherlich auch einige Hobbys. Und doch unterscheidet uns etwas von diesem soeben beschriebenen Menschen.

Sein Herz lebt lange Zeit in einem Vakuum, bevor es hier und da ein wenig Ruhe findet. Das kann die Familie sein, das können die Hobbys sein, denen man sich voll und ganz hingibt, das kann aber auch die Arbeit sein, der man sich mit Haut und Haar verschrieben hat. Ein Mensch, der so lebt ist niemals richtig frei. Mit einem Federstrich können alle Ruhepole des Herzens verschwunden sein. Es bleibt also eine gewisse Unruhe in diesen Menschen.

Wir Christen hingegen haben unser Herz dem Herrn Jesus Christus übergeben. Das hat weitreichende Folgen. Für uns kommt Christus zuerst und dann die Familie. Erst unser Herr und dann die Hobbys. Zuerst Gott und dann die Arbeit.

Unser Herr will uns frei machen von allen Zwängen dieser Welt. Wenn wir uns zu Ihm bekehren, dann wird Er unser Herz und unsere Sinne erneuern. Wir werden feststellen, dass unsere Prioritätenliste eine radikale Umwälzung erfährt. Alles, aber auch wirklich alles ist niemals so
wichtig, wie unsere Beziehung zu unserem Herrn. Und das, liebe Gemeinde, ist echte Freiheit.

Egal was auch mit unserer Familie, unseren Hobbys und der Arbeit passiert, unser Herr bleibt an unserer Seite. Auf Ihn können wir uns nicht nur 2013, sondern ein ganzes Leben lang felsenfest verlassen.

2. Freiheit Wodurch ?

Durch die Erlösungstat unseres Herrn. Doch fangen wir ganz vorne an. Bis wir uns definitiv für ein Leben unter der Leitung und Herrschaft unseres Herrn entschieden haben waren wir alle Sünder. Pragmatisch ausgedrückt hatte jeder von uns einen Riesenrucksack voller Sünden auf seinem Rücken.

Stellen wir uns ganz praktisch vor, wir müssten mit einem 30 Kg schweren Rucksack tagtäglich durch die Gegend laufen. Anfangs ging es vielleicht noch gerade so, aber wir würden uns von einer Rast zur anderen schleppen und irgendwann die Lust am Leben verlieren. Wenn jetzt jemand käme, der uns diesen Rucksack abnimmt, könnten wir wieder fröhlich unseren Lebensweg fortsetzen.

Nichts anderes hat Jesus gemacht. Er hat uns angeboten, den Inhalt unseres Sündenrucksacks zu übernehmen, damit wir wieder in wahrer Freiheit leben können. Jeder, der dieses Angebot bisher angenommen hat, weiß von einer plötzlichen inneren Freiheit zu berichten, die einen niemals mehr loslässt.

Wir tragen den Rucksack immer noch. Er wird auch hin und wieder mit einer Sünde gefüllt sein. Sobald wir dies merken, dürfen wir zu unserem Herrn kommen und Ihn bitten, auch diese Sünde abzunehmen bzw. diese Sünde zu vergeben.

Durch die Erlösungstat unseres Herrn haben wir die wahre Freiheit erlangt, ein Leben ohne die drückende Sündenlast führen zu dürfen. Lassen Sie uns doch auch im Jahre 2013 sofort unseren Herrn aufsuchen, sobald unser Rucksack anfängt zu drücken. Nutzen wir doch wieder ganz bewusst und intensiv SEIN Angebot der wahren Freiheit.

3. Freiheit Wozu ?

Jetzt geht es um die Frage, was fange ich mit meiner Freiheit an ? Häufig habe ich in Gesprächen die Situation, dass mir mein Gegenüber erklärt, er wolle frei sein. Das Wovon bekommen wir im Gespräch auch noch so einigermaßen hin. Das Wodurch auch noch. Aber wenn ich dann frage, was denn mein Gegenüber mit seiner neugewonnenen Freiheit anfangen will, wie er sie nutzen will, dann kommt meist nur noch das große Schweigen.

Also, liebe Gemeinde, was fangen wir an mit der wahren Freiheit, die uns Christus geschenkt hat ? Ein besonders pfiffiger Gesprächspartner antworte auf diese Frage mit den einfachen Worten „Etwas sinnvolles !!!“. Recht hat er. Genau das erwartet unser Herr auch von uns.

Sinnvoll im Sinne der Bibel ist eine Nutzung der Freiheit, die sich an ihrem Wort orientiert. Die wahre Freiheit besteht also darin, das Wort Gottes an die erste Stelle zu setzen. Wahre Freiheit ist aber auch, dass wir die Talente und Fähigkeiten, die Gott einem jeden von uns geschenkt hat, auch einsetzen dürfen.

Wenn ich an Mutter Teresa denke, dann hat sie genau dies getan und gelebt. Sie hat ihre Fähigkeiten, die ihr Gott geschenkt hat in grenzenloser Nächstenliebe ausgelebt. Wie Mutter Teresa, so haben auch wir die Freiheit der Nächstenliebe. Wir müssen nicht mehr in der ständigen Angst leben, zu kurz zu kommen.
Die uns von Christus geschenkte wahre Freiheit gestattet es uns, uns in erster Linie um unsere Mitmenschen zu kümmern.

Und wo bleibe ich ?, das fragen wir uns doch sicherlich. Jesus hat mir nicht nur die wahre Freiheit geschenkt, nein, Er hat mir auch noch die Regentschaft über mein Leben angeboten. Er hat mir verheißen, dass ich mir keine Sorgen machen muss, weil Er fortan bis in alle Ewigkeit für mich sorgen wird. Diese Verheißung gilt jedem von uns, der den Weg mit Christus gemeinsam gehen will.

Diese Verheißung, die uns 2012 getragen hat möge uns auch 2013 zur Seite stehen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen einen fröhlichen Altjahresabend und einen gesegneten Übergang in das Jahr 2013.

Dank für das Vergangene und Hilfe für das Zukünftige drücken die jeweils ersten Liedverse der Lieder „Das alte Jahr vergangen ist..“ und „Hilf, Herr Jesu, lass gelingen… sehr schön aus, wie folgt:

Das alte Jahr vergangen ist; wir danken dir Herr Jesu Christ,
dass du uns in so großer G’fahr so gnädiglich behüt dies Jahr.

Hilf, Herr Jesu, lass gelingen, hilf, das neue Jahr geht an; lass es neue Kräfte bringen,
dass aufs neu ich wandeln kann. Neues Glück und neues Leben wollst du aus Gnaden geben.

Der Herr behüte Dich und beschütze Dich auf allen Deinen Wegen
Der Herr bewahre Dich vor allen Gefahren, die Dich umgeben
Der Herr lasse allezeit SEINEN Heiligen Geist in Dir wirken

Amen.

Liebe Gemeinde,

bis zum nächsten Jahr, also bis zum morgigen Tage verabschiede ich mich von Ihnen allen und wünsche Ihnen eine angenehme Silvesterfeier.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Altjahrsabend. Der Altjahrsabend ist ja immer der Tag, an dem wir die Ereignisse für das nächste Jahr planen. Wo wir wann unseren Urlaub verbringen, welche Anschaffungen anstehen und was wir sonst noch alles unternehmen wollen.
Lassen Sie uns doch einmal gemeinsam schauen, wie vor mehreren tausend Jahren die Menschen, hier die Israeliten, ihre Vorhaben geplant haben.

Wir finden den Predigttext für den heutigen Tage im 2. Buch Mose Kapitel 13, die Verse 20-22. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

So zogen sie aus von Sukkot und lagerten sich in Etam am Rande der Wüste. Und der Herr zog vor ihnen her, am Tage in einer Wolkensäule, um sie den rechten Weg zu führen, und bei Nacht in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten, damit sie Tag und Nacht wandern konnten. Niemals wich die Wolkensäule von dem Volk bei Tag noch die Feuersäule bei Nacht.

Liebe Gemeinde,

da zieht ein Volk weg von seinen Peinigern ohne einen konkreten Plan in der Hand zu haben, wo denn die Reise hingehen soll. Das wäre doch heute undenkbar. Einfach so in den Tag hinein leben, ohne etwas strukturiert und geplant zu haben. Und doch, die Israeliten hatten etwas, was uns in der
heutigen Zeit leider immer mehr verloren geht, nämlich das unbedingte Gottvertrauen. Wir meinen ja immer, alles und jedes selbst machen zu müssen. Gott kommt häufig noch mal kurz vor, wenn wir ein Stoßgebet zum Himmel senden. Daher lassen Sie uns an dem heutigen Abend ein wenig
näher darüber nachdenken, was wir von den Israeliten über das Gottvertrauen lernen können.

1. Gott ist der Mittelpunkt

Vielfach hatte sich Gott den Israeliten zu erkennen gegeben, bis sie endlich den Mut aufbrachten, mit Mose als ihrem Führer aufzubrechen. Es bedurfte schon einiger Plagen, die über die Ägypter kamen bis die Israeliten erkannten, dass Gott auf Ihrer Seite war.

Natürlich zweifelten sie am Anfang. Dies ist auch ganz natürlich. Die Zweifler räumen ja zumindest noch die Möglichkeit ein, dass es einen Gott gibt, der die Geschicke hier unten auf der Erde lenkt. Der Zweifler lässt sich ja noch überzeugen. Und so ließen sich die Israeliten überzeugen, dass es Gott war, der all die Übel über Ägypten gesandt hatte und dass es Gott war, der sie aus Ägypten herausführen wollte.

Als sie dies erkannten, wichen die Zweifel und ein überzeugtes Vertrauen trat an die Stelle der Zweifel. Und dieses Vertrauen war auch ein absolutes Ja zu Gottes Führung. Nicht mehr die Israeliten standen im Mittelpunkt, sondern der allmächtige Gott hatte das Ruder in die Hand
genommen und führte die Israeliten durch die Wüste.

Dies alles, liebe Gemeinde, können auch wir heute noch erleben, wenn wir Gott die Führung unseres Lebens übergeben. Wenn ER wieder im Mittelpunkt steht, dann können wir uns getrost Seiner Führung hingeben. Wie uns Psalm 23 so schön sagt: „Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen….“ Sowohl in den hellen Tagen unseres Lebens will Er uns führen, aber auch ganz besonders in den dunklen Nachtstunden unseres Lebens will Er unser Hirte sein. Dann, wenn um uns herum alles immer dunkler zu werden droht, will Er uns mit Seinem hellen Schein zeigen:
ICH bin immer für Dich da!

2. Die Zeit und die Ruhe

Die Israeliten wussten, dass alles seine Zeit hat. Es musste marschiert und gewandert werden. Aber es waren auch Tage der Stille und der Muße von Gott vorgesehen, an denen sich die Menschen von ihren Strapazen erholen sollten. So war der siebte Tag einer jeden Woche stets ein arbeitsfreier Tag. Gott versorgte Sein Volk mit allem, was sie für diesen Tag benötigten. Sie vertrauten auf die Zusage des Herrn und wurden entsprechend belohnt.

Wie sieht es denn heute bei uns aus ? Der Sonntag wird doch Stück für Stück immer mehr ein Arbeitstag, wie jeder andere. Und hat man einmal Zeit zum Ausspannen gefunden, dann merkt man, dass man ja eigentlich gar nicht mehr so richtig „runterfahren“ kann. Also muss auch diese Zeit noch mit möglichst vielen Events vollgestopft werden. Im Moment ist ja ziemlich viel von dem Krankheitsbild des burnout zu lesen.

Wenn wir unseren Motor pausenlos laufen lassen, dann ist es in der Tat kein Wunder, wenn er irgendwann einmal heiß läuft. Lernen wir doch von den Israeliten wieder das absolute Ausspannen, die Ruhe, die wir benötigen, um unsere Kraftstofftanks wieder aufzutanken. Sagen wir doch an einem Tag der Woche einmal ein absolutes Nein zu allen Tätigkeiten, die uns daran hindern, uns zu erholen.

3. Das Gebet

Einige Predigten des vergangenen Jahres standen ja unter dem Thema „Gebet“. Auch wenn ich mich hier wiederhole, das Gebet ist unsere Kommunikation mit Gott. Die Datenbahn zwischen Schöpfer und Geschöpf. Im Gebet treten wir in die Heiligkeit Gottes ein. Nirgends sind wir Gott so nah wie in unseren Gebeten.

Nehmen wir einmal an, Sie arbeiten in einer Firma und Ihr Vorgesetzter sagt Ihnen nicht, was Sie tun sollen. Also arbeiten Sie einfach mal munter drauf los. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie genau das machen, was nicht von Ihnen erwartet wird ist natürlich sehr groß,. Und genau so können wir uns ein Leben ohne Gebet vorstellen. Wenn wir unseren Herrn nicht befragen, werden wir drastisch gesagt, jede Menge Murks machen, aber so gut wie nichts richtig.

Wie sich das Volk der Israeliten an Gott wandte und Ihn anflehte, so sollen wir dies heute auch noch tun. Und zwar bevor wir mit unseren Tätigkeiten beginnen.

4. Gehorsam

Wenn wir uns das Alte Testament betrachten, dann ging es den Menschen immer dann gut, wenn sie Gott anbeteten und Seinem Wort gehorchten. Verließen sie hingegen den Herrn und oder widersetzten sich Seinem Wort, dann war das Elend quasi schon vorprogrammiert.

Gehorsam zu sein, ist nicht so unbedingt unser Ding. Wir wollen ja alle gern frei, unabhängig und autark sein. Aber wo hat uns unsere Unabhängigkeit denn hingeführt ? Hat sie uns nicht immer wieder ein Stück weit von Gott entfernt ? Und sind wir denn wirklich unabhängig oder nicht vielmehr abhängig von etwas anderem, was vielleicht nicht zu unserem Besten dient ?

Wir müssen uns an dieser Stelle einmal wieder vor Augen führen, dass unser Herr stets nur das Beste für uns will. Die meisten Mitmenschen wollen meist nur das Beste VON uns. Wenn ich mich darauf verlassen kann, dass jemand nur mein Wohlergehen im Sinne hat, dann fällt es mir doch sicherlich einfach, diesem auch gehorsam zu sein. Ich weiß ja, dass letztendlich alles gut wird. Auch wenn mir manche Führungen in meinem Leben schon recht komisch vorkommen, so weiß ich doch, dass Gott das Endziel vor Augen hat und mich auch dahin führen möchte.

Lernen wir doch von den großen Glaubenshelden des Alten Testamentes wieder den bedingungslosen Gehorsam Gott gegenüber. Wenn wir uns wieder auf diesen Gehorsam einlassen, dann müssen wir uns auch nicht mehr ständig den Kopf zermartern, wie es denn wohl mit uns und unserem Leben weitergeht.

Gott im Mittelpunkt, Zeit und Ruhe, Gebet und Gehorsam, alles ein bisschen viel auf einmal, was wir umstellen sollen. Aber keine Angst, es funktioniert. Es funktioniert, weil wir mit unserem Herrn Jesus einen Beistand an unserer Seite haben, der uns diesen Weg zu gehen lehrt.

Wie wir das körperliche Laufen als Kleinkinder gelernt haben, so können wir auch das geistige Laufen lernen. Schritt für Schritt, jeden Tag ein bisschen mehr und jeden Tag ein bisschen sicherer. So kann er aussehen unser Weg mit unserem Herrn. Fangen wir doch gleich damit an.

Dieses Gefühl des getragen werdens und der inneren Ruhe hatte ein Dietrich Bonhoeffer selbst noch während seiner Inhaftierung. Aus dieser Zeit stammt bekanntermaßen auch das Lied „Von guten Mächten wunderbar geborgen….“, dessen 7. Vers lautet, wie folgt:

Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Der Herr gebe Dir die Kraft, IHM die Führung Deines Lebens zu übergeben
Der Herr schenke Dir stets Zeiten der Stille und des Gebets, in welchen
Du auf SEIN Wort hören kannst
Der Herr lehre Dich Gehorsam und führe Dich mit all SEINER Liebe auf diesem Wege

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Altjahrsabend und einen besinnlichen Übergang in das Jahr 2012.
Bis zum morgigen Tage verabschiede ich mich und wünsche ich Ihnen Gottes Segen.
Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

seien Sie alle herzlich gegrüßt am heutigen Altjahrsabend im Jahre des Herrn 2010. Während viele Menschen versuchen, mit Böllerschüssen und anderem Feuerwerk die bösen Mächte und Geister zu vertreiben, dürfen wir alljährlich den Altjahresabend als eine Siegesfeier unseres Herrn gerade gegen diese bösen Mächte feiern. Gerade an diesem Tage sollen wir einen Blick zurück werfen auf dieses Jahr und vor allem darauf, wo uns Gottes Gnade überall begegnet ist. Gleichzeitig dürfen wir aber voller Vertrauen auf unseren Herrn schon auf das kommende Jahr 2011 blicken.

Lassen Sie uns dies in aller Ruhe und Stille tun. Um Ruhe, Stille und Hoffnung geht es auch in unserem heutigen Predigttext. Wir finden den Predigttext bei dem Propheten Jesaja im 30. Kapitel, die Verse 15-17. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Denn so spricht Gott der Herr, der Heilige Israels: Wenn ihr umkehrtet und stille bliebet, so würde euch geholfen; durch Stillesein und Hoffen würdet ihr stark sein. Aber ihr wollt nicht und sprecht: „Nein, sondern auf Rossen wollen wir dahinfliegen“, darum werdet ihr dahinfliehen, „und auf Rennern wollen wir reiten“, darum werden euch eure Verfolger überrennen. Denn euer tausend werden fliehen vor eines einzigen Drohen; ja vor fünfen werdet ihr alle fliehen, bis ihr übrigbleibt wie ein Mast oben auf einem Berge und wie ein Banner auf einem Hügel.

Liebe Gemeinde,

das Ende des Jahres ist sehr gut dafür geeignet, einmal eine christliche Standortanalyse der Beziehung zu unserem Herrn durchzuführen. Der Prophet Jesaja gibt uns ein unserem heutigen Predigttext drei wertvolle Hilfsmittel, die uns aufzeigen, wie wir christlich (wieder) erstarken
können.

1. Umkehr

Wenn ihr umkehrtet, würdet ihr gerettet, so lautet die direkte Übersetzung aus dem Urtext. Wenn wir uns verfahren haben, dann kehren wir einfach um, fahren denselben Weg zurück und orientieren uns dann neu. Die Umkehr setzt also voraus, dass wir erkennen, dass wir auf einem falschen Wege sind.

Dies ist manchmal gar nicht mal so einfach, werden wir doch auch auf einem falschen Wege vielfältig abgelenkt. Der Teufel weiß schon, wie er uns am besten ablenken kann. Die Erkenntnis des falschen Weges setzt also voraus, dass wir uns ganz intensiv mit dem Navigationssystem
unseres Lebens, der Bibel, beschäftigen. Ist das Ziel immer noch auf Ewigkeit programmiert oder haben wir es mittlerweile durch Karriere, Geld oder etwas anderes ersetzt. Dann ist es in der Tat kein Wunder, wenn der Kurs unseres Lebens in eine falsche Richtung läuft. Vielleicht haben wir ja auch nur die leisen Töne unsers Navigationssystemes „Bitte wenden Sie“ überhört, weil wir mit anderen Dingen zu beschäftigt waren. Dann wäre es doch jetzt ein idealer Zeitpunkt, um das Steuer
herumzureißen, damit wir wieder auf dem rechten Kurs sind.

2. Stille

Wenn ihr Stille bliebet, so würdet ihr gerettet. Dies ist also die zweite Anweisung, die direkt von Gott kommt. Seien wir doch einmal ehrlich, wer kann denn heute noch die Stille ertragen ? Irgendwie sind wir doch alle umgeben von hektischer Betriebsamkeit. Schneller, höher, weiter und besser. So lauten sie doch die Faktoren, die uns heute antreiben.

Sind wir nicht schneller, als die Konkurrenz, dann stehen wir beruflich alsbald im Abseits. Mit den anderen Faktoren ist es doch nicht anders. Und so kämpfen wir uns permanent gehetzt durch unser Leben. Das Wort Stille ist für viele von uns zu einem Fremdwort geworden. Ich habe einmal gelesen, dass der Stressfaktor eines Menschen, der sich mit seinem Wagen im Stau befindet, drei Mal so groß ist, wie der Stressfaktor eines Kampfpiloten. Wir, die wir doch stets und immer und
überall alles im Griff haben, sind auf einmal dazu verdonnert, nichts zu tun. Dies müssen wir also wieder neu erlernen.

Wir müssen also wieder lernen, zur Ruhe zu kommen. Nur so am Rande bemerkt. In unserem Predigttext steht nichts von „Hände in den Schoß legen“. Diese Stille ist hier nicht gemeint. Gott meint hier die aktive Stille, die Stille, die ich benötige, um vor Ihm zur Ruhe zu kommen. Diese aktive Stille geht aber noch weiter. Sie beinhaltet auch den direkten Kontakt mit Gott. Ein Gebetskontakt kann nur dann stattfinden, wenn ich alles um mich herum ausblende und mich und mein Herz ganz offen mache für die Stimme meines Herrn.

Nur so kann ich von Gott die Kraft für meinen Alltag erhalten, indem ich mich Ihm vollständig öffne und mit Ihm rede. Ich habe einmal folgendes Zitat eines Pfarrers gelesen: “ Wenn ich einen Tag nicht bete, dann merkt es Gott. Wenn ich zwei Tage nicht bete, spüre ich es selber. Wenn ich drei Tage nicht bete, dann spürt es meine Umgebung.“ Besser, liebe Gemeinde, kann man die Kraft der Stille und des Gebetes gar nicht beschreiben.

3. Hoffnung

Durch Hoffen würdet ihr stark sein. Dies ist die dritte Anweisung unseres Herrn an sein Volk. Hoffnung ist das, was uns in der Dunkelheit trägt. Hoffnung ist das, was übrig bleibt, wenn uns alles verlässt. Und Hoffnung ist das, was uns über die äußeren momentanen Umstände hinweg auf ein größeres Ziel schauen lässt.

Ein von Hoffnung getragener Christ ist ein Mensch, der körperlich auf Erden lebt, aber geistlich schon im Himmel angekommen ist, so drückte es der große Erweckungsprediger Spurgeon einmal aus. Somit verhindert die Hoffnung auch die Verzweiflung. Wir Christen sollen uns immer wieder
einander gewiss machen:

Unser Herr ist für uns gestorben
Unsere Sünden sind vergeben
Er hat für uns bereits einen Platz im Himmel reserviert

Wie oft denken wir eigentlich im Alltag daran ? Ist es nicht vielmehr so, dass wir bei auftauchenden Problemen eher tagelang über mögliche Lösungen nachdenken, und gar nicht mehr auf den Gedanken kommen, dies alles zu unserem Herrn zu tragen ? Er ist ja nur ein Gebet weit von uns
entfernt. Er wartet ja nur darauf, dass wir Ihn um Hilfe bitten.

Alle eure Sorgen werfet auf Ihn, denn Er sorgt für euch.

Daran sollten wir immer wieder denken. Dies sollte das Fundament unseres Lebens werden. Umkehr, Stille und Gebet, sowie die gewisse Hoffnung des ewigen Lebens; damit will uns unser Herr helfen, niemals zu vergessen, dass ER es ist, der uns trägt. Wir müssen nicht mehr hilflos durch unser Leben stolpern, wir können aufrecht in aller Ruhe und Gelassenheit unseren Weg gehen, den ER uns vorgibt.

Ich wünsche uns allen für das Jahr 2011 einen so festen Glauben und eine so intensive Beziehung zu unserem Herrn, wie sie Dietrich Bonhoeffer hatte. Selbst aus seiner Todeszelle heraus schrieb er noch das folgende Lied:

Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Der Herr gebe Dir Zeiten der Stille, die allein für IHN bestimmt sind
Der Herr schenke Dir Zeiten des Gebets, damit Du mit IHN über alles reden kannst
Der Herr lege die Hoffnung SEINER Ewigkeit in Dein Herz, die Dich tragen möge

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Altjahresabend und einen besinnlichen Übergang in das neue Jahr. Mögen auch in diesem Jahre die Kirchenglocken alle Böller und Kracher übertönen.

Ich verabschiede mich bis zum morgigen Tage und grüße Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Lesergemeinde!
Ich grüße Sie herzlich zum Jahreswechsel und bedanke mich für alle Zuschriften im zu Ende gehenden Jahr.

Unser Predigtwort steht im Johannesevangelium, im 14. Kapitel,
in den Versen 1 – 6:

„Euer Herz erschrecke nicht! Glaubet an Gott und glaubet an mich!
In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn´s nicht so wäre, würde ich dann zu euch gesagt haben: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten? Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, so will ich wieder kommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin. Und wo ich hingehe, – den Weg wisset ihr.
Spricht zu ihm Thomas: Herr, wir wissen nicht, wo du hingehst; und wie können wir den Weg wissen? Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich.“

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
Der diesjährige Jahreswechsel wird für viele verhaltener sein.
Neben den Auswirkungen von Hartz IV bewegt die Menschen vor allem die schrecklichen Bilder und die Berichte von der Flutkatastrophe in Südostasien. Tausende sind davon betroffen, auch eine große Anzahl aus unserem Land.

Noch immer werden Vermisste gesucht, Tote geborgen, Verletzte versorgt, Gerettete betreut. Noch ist nicht abzusehen, wieviel Zeit und Anstrengung nötig sein wird, die größte Not zu lindern. Weltweit geschieht Hilfe durch Rettungspersonal, Geldspenden, menschliche Zuwendung und fürbittendes Gebet. Damit die Helfer der großen Hilfsorganisationen ihre Arbeit tun können, ist unser aller Hilfe gefragt.

Darüber hinaus muss die Staatengemeinschaft der Welt an die Zukunft der betroffenen Region denken und an Konzepte, für einen weltweiten Katastrophenschutz. Schon jetzt weisen Menschen darauf hin, dass das Ausmaß menschlichen Sterbens wesentlich geringer gewesen wäre, wenn in diesen Regionen Frühwarnsysteme existiert hätten. Dafür fehlte nicht nur das Geld, es fehlte auch die Erkenntnis der Notwendigkeit für solche Systeme, weil es in diesen Regionen über Jahrhunderte hinweg nicht zu solchen Katastrophen gekommen war.

Gerade die Länder mit christlicher Tradition könnten beim Ernstnehmen der Bibel einen Anstoß zum Umdenken geben. Die Bibel sieht die Zeit von Jesu Auferstehung an als Beginn der Endzeit. Sie spricht von Zeichen der Endzeit. Dazu gehört das Zunehmen von Erdbeben. Die Bibel sagt es uns nicht, damit Menschen in Angst und Schrecken versetzt werden, sondern sie sagt uns, dass wir vorbereitet sind, wenn solche Ereignisse geschehen.

Wir sollten uns nicht einreden lassen, dass das an der Finanzierung scheitern muss. Langfristig gesehen wird die Katastrophenvorsorge auch für Unternehmen ein wachsender Wirtschaftszweig werden. Wir werden in diesem Bereich das Ausmaß der Katastrophen mindern können und das Lebensrisiko verringern können.

Solange wir die biblischen Ankündigungen nicht ernst nehmen, können Überlegungsansätze der Katastrophenvorsorge durch akute Weltprobleme leicht wieder verdrängt werden.

Es liegt in der Natur des Menschen, die Bedrohung menschlichen Lebens in vielen Lebensbereichen zu verdrängen. wir flüchten uns schnell in unrealistische Träume einer schönen und heilen Welt. Nicht das Träumen von einer besseren Welt ist verkehrt, sondern dass wir in Träumen verharren oder Träume mit Wirklichkeit verwechseln.

Noch verheerender ist, dass wir das Kommen von Gottes bessere Welt ignorieren.

Weil dieses Kommen mit Jesu Auferstehung begonnen hat, ermöglicht uns Gott durch Jesus Lichtpunkte der neuen Welt zu setzen.
Durch diese Lichtpunkte wird Not gelindert, werden Menschenleben gerettet.
Durch diese Lichtpunkte wird die Welt nicht in ein Paradies verwandelt.

Aber diese Lichtpunkte schenken Hoffnung und Möglichkeiten zu einem Leben, das die Menschen mitnimmt, damit sie einst in Gottes vollendeter und neuen Welt ihr Zuhause haben. Das ist die Zukunft für alle, die auf Gott und SEINEN Sohn Jesus Christus vertrauen.

Ein solches Vertrauen ist eine gewaltige Kraft, die uns im Glauben geschenkt wird, in unserer Annahme von Jesus, als unserem Herrn des Lebens. Dieses Vertrauen bleibt nicht unangefochten. Es kann in Not, schweren Schicksalsschlägen und Katastrophen erschüttert werden und zerbrechen.

Nicht nur Menschen, die Gott ihr Leben lang ignoriert haben, sehen sich in solchen Situationen in ihrem Zweifeln an Gott bestätigt. Auch Glaubende kommen ins Zweifeln.

In unserem Predigtwort hören wir von Jesu Zuspruch an SEINE Jünger.
Euer Herz erschrecke nicht!

Jesus sagt dies den Jüngern im Blick auf die Zeit, in der sie Gottes helfende Gegenwart in Jesus nicht sehen werden.

Nur im Glauben werden uns die Augen für Gottes rettende Gegenwart in Jesus geöffnet. Dieser Glaube wächst aus dem Zeugnis der Bibel und findet eine Bestätigung im Zeugnis derer, die Gottes Rettung erfahren haben. Dieser Glaube wird zu einem Netz, das uns halten und tragen möchte.

Aber wenn wir nicht auf die ganze Botschaft in der Bibel hören und sie für uns annehmen, kann uns die tragende Kraft an entscheidender Stelle fehlen.
Wir stürzen ab in Zweifel und Verzagen.

Doch Gottes rettende Hand bleibt ausgestreckt!
Wir können mit unserer Not zu IHM kommen und SEINE Hilfe erbitten!

Am Ende eines ausklingenden Jahres werden unsere Gedanken nicht allein von den letzten Tagen bestimmt sein. Neben diesen Ereignissen, neben mancher persönlicher und übergreifender Last werden auch Zeiten des Glücks und der Freude und Erfolge von Bemühungen gegenwärtig sein.

So, wie wir alles Belastende vor Gott bringen können, sollten wir auch den Dank unserer Herzen vor Gott ausschütten.

Auch das vergangene Jahr war ein Jahr in der Gegenwart Gottes und unter der Gnade Gottes. Diese Gegenwart und Gnade Gottes wird auch in Zukunft bei uns sein.

Wie ein Hoffnungszeichen steht das kommende Jahr unter Jesu Zusage:

„Jesus Christus spricht:
Ich habe für euch gebeten, das dein Glaube nicht aufhöre.“ (Luc 22,32)

Lasst uns unter Gottes Segen voller Hoffnung in das neue Jahr gehen.

Es grüßt herzlich
Euer Pf.i.R. Steinführer