Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 4. Sonntag im Advent. Den Predigttext, der uns schon einmal auf das bevorstehende Weihnachtsfest einstimmt, finden wir im 1. Kapitel des Lukasevangeliums, die Verse 26-33 und 38. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die Ankündigung der Geburt Jesu

Und im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott gesandt in eine Stadt in Galiläa, die da heißt Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertraut war einem Mann mit Namen Josef vom Hause David; und die Jungfrau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Sei gegrüßt, du Begnadete! Der Herr ist mir dir! Sie aber erschrak über die Rede und dachte: Welch ein Gruß ist das? Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben. Der wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben, und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben. Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast. Und der Engel schied von ihr.

Liebe Gemeinde,

ein Engel erscheint Maria und erteilt ihr, wenn wir es denn mal so nennen wollen, einen göttlichen Auftrag. Wie das vonstattengeht das wollen wir uns heute Morgen einmal zusammen anschauen.

1. Fürchte dich nicht

Sie werden mir sicherlich zustimmen, wenn ich einmal behaupte, dass der Besuch eines Engels auch für uns heute nichts Alltägliches ist. Wie würden wir reagieren, wenn wir auf einmal einem Engel gegenüberstehen?

Ich gehe einmal davon aus, dass wir zumindest erstaunt, ich sogar ein wenig ängstlich wäre. Und diese Angst, aber auch die Angst allgemein machen starr. Wenn wir richtig ängstlich sind, dann sind wir zumeist geistig, aber auch körperlich relativ unbeweglich. Körperlich reagieren wir allenfalls mit Flucht, aber nicht mit einem „auf das zugehen“, was da passiert.

Also sagte der Engel zunächst einmal die beruhigenden Worte „Fürchte dich nicht“. Dieses „Fürchte dich nicht“ finden wir übrigens auch an anderen Stellen der Bibel, nämlich immer dann wenn
die göttliche Welt und die menschliche Welt zusammentreffen.

Erst dann, wenn uns Menschen die Furcht genommen wird, die wir vor der Begegnung mit der göttlichen Welt haben, erst dann wird unser Blick wieder klar. Wir können wieder klar denken und verstehen und sind aufnahmebereit für das, was uns Gott sagen möchte.

Wenn wir es so wollen, dann ist jedes „Fürchte dich nicht“ eine Vorbereitung auf ein Wort Gottes, das uns ganz persönlich ereilen soll.

2. Die Aufgabe

Eine Aufgabe wie Maria werden wir sicherlich nicht erhalten. Aber unser Herr hat für jeden Menschen in seinem Leben mannigfache Aufgaben parat. Diese Aufgaben sollen wir mit einem von Furcht befreiten Herzen ausüben.

Wir Menschen teilen ja immer gern alles in Kategorien ein. So machen wir dies häufig auch mit Gottes Aufgaben, die er uns gibt. Manch eine Aufgabe erscheint uns dabei sicherlich als zu groß und zu schwer, um sie zu bewältigen. Vielleicht denken wir insgeheim, dass andere Menschen doch viel besser für diese Aufgabe geeignet sind, als wir es sind.

Daher lassen Sie uns immer daran denken, dass Gott nicht die besonders fähigen Menschen beauftragt, sondern dass Gott die Menschen befähigt, denen er eine Aufgabe erteilt. Egal, wie groß und unlösbar uns eine Aufgabe Gottes an uns auch erscheinen mag, wir sollen einfach losgehen und Gottes Auftrag ausführen. ER, der uns beauftragt hat, wird auch dafür sorgen, dass wir die dafür notwendigen Fähigkeiten und Fertigkeiten erlangen.

Denken wir nur einmal an die ersten Bücher des neuen Testamentes, insbesondere an das 2. Buch Mose. Erinnern wir uns doch daran, wie Mose sich selber für vollkommen ungeeignet hielt, sein Volk aus Ägypten zu führen. Aber trotzdem vertraute er der Zusage seines Herrn und marschierte tapfer drauflos. So sollen wir es auch machen. Aber niemals dabei den Herrn aus den Augen verlieren, denn er ist des, der die Dinge letztendlich steuert und lenkt.

Die andere Kategorie der Aufgaben ist diejenige, die uns zu einfach sind. Wir sind doch schließlich für höhere Aufgaben auf der Welt gemacht, da muss ich doch nicht die Stühle im Gemeindezentrum schleppen. Aber Achtung, liebe Gemeinde, nur wer im Kleinen treu ist, der ist dies auch im Großen.

Lassen Sie uns also die Aufgaben unseres Herrn nicht hinterfragen. Sowohl die einfachen, als auch die vermeintlich schwierigen Dinge wollen erledigt werden. Egal, wozu uns der Herr auch immer berufen mag, folgen wir doch diesem Ruf mit ganzem Herzen.

3. Das große Ja

Wie wir soeben gehört haben, ist es ganz wichtig, dass wir ein ganz großes JA zu unserer Aufgabe sagen. Wir sollen alles daran setzen, um unsere Aufgabe so zu erfüllen, wie es der Herr von uns erwartet.

In unserem Predigttext stehen zwei Worte, die man schnell überliest; nämlich die Worte Marias „Mir geschehe…“ Diese Worte drücken eine gewisse Passivität aus. Maria möchte damit vielleicht zum Ausdruck bringen, dass sie erkannt hat, dass da jemand im Hintergrund ist, der die Fäden der kommenden Geschehnisse ganz fest in Händen hält.

Es liegt eben nicht alles in meinen Händen, wenn es darum geht, Gottes Aufgaben gerecht zu werden. Es ist immer jemand da, der wenn ich ihm voll und ganz vertraue im Hintergrund die Fäden zieht und mich nicht fallen lässt. Er ebnet mir den Weg, den ich gehen soll. Er räumt die Steine auf dem Weg zur Seite oder leitet mich um diese herum. Und er fängt mich auf, sollte ich einmal straucheln und ins Stolpern geraten.

Diesen einen sehen wir heute und noch über die Weihnachtstage in der Krippe liegen. Und dieser eine lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit und regiert auch heute noch das Leben all seiner Jünger, die sich zu ihm bekennen.

Sagen wir doch auch zu unserem Heiland Marias Worte „Mir geschehe…“ und gehen dann, wie es die Bibel so schön sagt, getrost und unverzagt unseren Weg. Wenn wir dies ehrlichen Herzens tun, dann liebe Gemeinde erleben wir nicht nur in der Weihnachtszeit Gottes spürbare Liebe in und um uns herum. Nein, dann erleben wir diese Liebe jeden Tag, den wir hier auf Erden leben.

Die richtige Einstellung dazu beschreibt der Liederdichter Paul Ernst Ruppert sehr schön in seinem Lied „Er ist die rechte Freudensonn…“ (EG 2), welches lautet, wie folgt:

Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn.
Gelobet sei mein Gott.
All unsre Not zum End er bringt, derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott.
Dein Heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit.
Gelobet sei mein Gott.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten 4. Advent und eine beschauliche, etwas ruhigere Woche zur Einstimmung auf das Weihnachtsfest.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 4. Sonntag im Advent.
Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Philipperbrief, Kapitel 4, die Verse 4-7. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam
lesen:

Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich euch: Freuet euch! Eure Güte lasst kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe! Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden ! Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.

Liebe Gemeinde,

wer den Text mitgelesen hat, der hat sicherlich die vielen Ausrufezeichen bemerkt, die wir dort vorfinden. Ich habe einmal im Duden nachgeschaut welche Definition er denn für ein Ausrufezeichen hat. Sie lautet: Das Ausrufezeichen verleiht dem vorangehenden besonderen Nachdruck. Da wir im Predigttext 4 Ausrufezeichen haben, muss der Predigttext wohl auch 4 für uns ganz wichtige Botschaften in sich haben.
Schauen wir uns diese einmal der Reihe nach an.

1. Freuet euch !

Weihnachten steht vor der Tür. Wir freuen uns über ein paar freie Tage, die wir in Ruhe verbringen dürfen. Wir erfreuen uns an der weihnachtlichen Dekoration in unseren Wohnungen und an der heimeligen Stimmung auf dem Weihnachtsmarkt. Also was soll dann diese Aufforderung in unserem heutigen Predigttext. Wir freuen uns doch schon.

Diese vordergründige, bald wieder vergehende Freude ist aber in unserem Predigttext nicht gemeint. Wir sollen uns über das freuen, was unser Heiland für uns getan hat. Wäre der Herr Jesus nicht für uns gestorben und hätte damit ein für alle Mal für unsere Sünden bezahlt, dann hätten wir heute keinen freien Zugang zu unserem Herrn im Himmel. Aber gerade weil unser Herr dies alles für uns getan hat, ist unser Weg in den Himmel wieder frei.

Und darüber, liebe Gemeinde, dürfen wir uns freuen. Diese tiefe Freude will uns ein Leben lang begleiten. Auch wenn die äußeren Umstände wenig Grund zur Freude geben, dann dürfen wir uns trotzdem an dem erfreuen, was unser Herr für uns getan hat. Wir dürfen uns nur nicht von äußeren Umständen treiben lassen. Im Herzen soll immer diese Freude alles überlagern, was uns diese Freude verderben könnte.

Diese Freude dürfen wir das ganze Jahr, und nicht nur in der Vorweihnachtszeit und an den Weihnachtsfeiertagen in uns tragen.

2. Eure Güte lasst kund sein allen Menschen

Liebe Gemeinde, unser Herr ist nicht allein für uns, sondern für die gesamte Menschheit ans Kreuz gegangen. Natürlich sollen wir diese Freude und dieses Geschenk ganz für uns persönlich in Anspruch nehmen.

Aber wir sollen diese Freude nicht in unsere Herzen einschließen. Wir sollen diese Freude weitergeben. Wir sollen sie allen Menschen weitergeben, die diese noch nicht in sich tragen. Gott will uns dabei als seine Werkzeuge gebrauchen.

So wie es viele verschiedene Werkzeuge gibt, so gibt es auch viele verschiedene Möglichkeiten diese Freude weiterzugeben. Dem einen liegt es, anderen Menschen von dieser Freude zu erzählen. Dem anderen liegt es vielleicht eher diese Freude in praktische Taten umzusetzen und sich so für andere Menschen einzusetzen. Ich bin fest davon überzeugt, dass unser Herr einem jeden von uns ganz genau zeigen will und wird, wie wir diese Freude ganz persönlich weitergeben können.

Eine Eigenschaft erfahren wir direkt am Anfang des Satzes. Eure Güte…
Was ist das denn eigentlich, die Güte ? Wenn wir den Originaltext betrachten, dann kann dieses Wort auch mit Gnade und Milde übersetzt werden. Wir sollen bei allem was wir tun die Gnade und die Milde im Vordergrund walten lassen.

3. Der Herr ist nahe !

Jetzt so unmittelbar vor dem Weihnachtsfest ist diese Botschaft eigentlich nichts besonderes. Aber schauen wir mal ein wenig weiter.
Weihnachten wurde Jesus geboren, ganz ohne Zweifel. Aber er kommt noch einmal wieder zurück. Dann allerdings nicht als kleines Kind in der Krippe, sondern als König aller Könige. Bis zu diesem Zeitpunkt hat jeder Mensch, der auf Erden lebt die Möglichkeit zu ihm zurückzukehren und das Himmelswohnrecht in Anspruch zu nehmen.

Mit unserem Tod auf Erden und mit dem neuerlichen Kommen unseres Herrn endet dann diese Möglichkeit. Da wir beide Zeitpunkte nicht kennen, ist es heute an der Zeit, diese Entscheidung zu treffen und heute ihm alle unsere Sünden zu bekennen. Wenn wir dies hier und jetzt tun, dann sind wir augenblicklich Himmelsanwärter. Von diesem Augenblick an müssen wir uns keine Sorgen mehr darüber machen, wie es denn mit unserem Leben weitergeht. Ab diesem Moment übernimmt der Herr Jesus das Ruder in unserem Lebensschiff und steuert uns auf den Himmel zu.

Der Herr ist nahe hat aber nicht nur eine zeitliche, sondern auch eine örtliche Komponente. Der Herr ist uns auch örtlich heute schon ganz nahe. David drückt dies in Psalm 139 sehr treffend aus, wenn er sagt:
„Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“

Wenn wir von Gott im Himmel sprechen, dann denken viele Menschen immer, dass Gott Millionen von Kilometern von uns entfernt ist. Als Kinder haben wir das Lied gesungen: „In dem Himmel ferne, da wo die Englein sind…“ Da habe ich noch ziemlich naiv gedacht: Da kann ja kein Mensch hinkommen. Wir waren zu dieser Zeit ja noch nicht einmal auf dem Mond gelandet. Aber Gott sei Dank wohnt Gott nicht in dem Himmel ferne.

Er ist nämlich hier. Hier mitten unter uns. Und darüber dürfen wir uns freuen. Er ist nur eine Handbreit von uns entfernt und hält schützend seine Hand über uns. Darauf dürfen wir uns verlassen. Darauf dürfen wir unser ganzes Leben aufbauen.

4. Sorgt euch um nichts ….!

Das sagt sich so einfach. Wenn Gott wüsste, was ich alles für Nöte und Probleme habe, dann würde er dies ganz bestimmt nicht zu mir sagen.
Doch, liebe Gemeinde, dann würde er dies noch viel eindringlicher sagen.

All das, was uns Sorgen bereitet und was uns bedrückt sollen wir nämlich im Gebet vor ihn bringen. Er, der schützend seine Hand über uns hält, möchte uns nämlich auch ganz konkret bei all unseren Alltagssorgen und Nöten zur Seite stehen. Wir dürfen alles vor ihn bringen und fest darauf vertrauen, dass nur das geschehen wird, was am besten für uns ist. Darum dürfen wir ihm auch schon in unserem Sorgengebet von Herzen danken, dass er bei uns ist und uns zur Seite steht.

Liebe Gemeinde, wenn wir dies tun, dann wird der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft, unsere Herzen und Sinne bewahren in Christus Jesus unserem Herrn. Ist das nicht das schönste Weihnachtsgeschenk, was man uns bereiten könnte.

Dieses unbedingte Vertrauen auf unseren Herrn beschreibt der Liederdichter Paul Gerhardt sehr schön in dem zweiten Vers des Liedes „Befiehl du deine Wege…“ (EG 361), der da lautet, wie folgt:

Dem Herren musst du trauen, wenn dir’s soll wohlergehn; auf sein Werk musst du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein lässt Gott sich gar nichts nehmen, es muss erbeten sein.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig Der Herr heb sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten 4. Advent und ich verabschiede mich bis zum nächsten Donnerstag, dem Heiligabend.

Herzlich Grüße sendet Ihnen allen
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 3. Sonntag im Advent.
Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 4, die Verse 1-5. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Kein Recht zum Richten

Dafür halte uns jedermann: Für Diener Christi und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun fordert man nicht mehr von den Haushaltern, als dass sie für treu befunden werden. Mir aber ist’s ein Geringes, dass ich von euch gerichtet werde oder von einem menschlichen Gericht; auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir zwar nichts bewusst; aber darin bin ich nicht gerechtfertigt; der Herr ist’s aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, der auch ans Licht bringen wird, was im Finstern verborgen ist, und wird das Trachten der Herzen offenbar machen. Dann wird einem jeden von Gott sein Lob zuteilwerden.

Liebe Gemeinde,

wir sind ja alle eifrige Diener unseres Herrn. Das klingt auf den ersten Blick einmal recht abstrakt. Aber Paulus wird sogleich konkreter, indem er eine unserer Hauptaufgaben direkt beim Namen nennt. Wir sind als Diener Christi vor allem Haushalter über Gottes Geheimnisse. Grund genug für uns, dass wir uns heute Morgen einmal damit beschäftigen, was denn die Pflichten eines eines Haushalters sind.

1. Bewahren und Erhalten

Ein Haushalter ist zunächst einmal jemand der treuhänderisch das bewahrt und erhält, was ihm übertragen worden ist. Das heißt ganz besonders, dass er darauf achten muss, dass die Sache, die er in Verwahrung hat, kein Schaden zugefügt werden kann.

Als Haushalter über Gottes Geheimnisse sind wir so etwas wie Treuhänder seines Wortes auf Erden. Gott erwartet zunächst dass wir sein Wort in unseren Herzen bewahren und es auch aus dem Herzen heraus in die Tat umsetzen.

Das heißt ganz konkret, dass wir das, was in der Bibel steht auch 1:1 in unserem Leben umsetzen sollen. Umsetzen heißt nichts anderes, als dass wir das Wort Gottes mit Leben füllen. Wir sollen es nicht nur predigen, sondern der Predigt und dem Wort auch Taten folgen lassen.

Als Haushalter sollen wir uns aber immer auch kritisch hinterfragen, ober wir dies auch verantwortungsvoll tun, nämlich so, wie Gott dies von uns erwartet. Wie schnell schießen wir vielleicht in unserem evangelistischen Eifer über das Ziel hinaus. Dann wird es Zeit, uns selber einmal zu hinterfragen, ob wir wirklich das uns anvertraute Gut noch 1:1 umsetzen.

Ich denke, das allerwichtigste ist, dass wir das Wort Gottes und das Gespräch mit ihm also den Draht zu ihm nicht abreißen lassen. Wenn wir ganz eng an ihm dranbleiben, dann wird er uns schon sagen, was wir als rechte Haushalter tun sollen.

Wenn wir Haushalter eines Geheimnisses sind, dann bedeutet dies natürlich nicht, dass Gott erwartet, dass wir dieses Geheimnis für uns behalten sollen. In unserem Zusammenhang bedeutet dies vielmehr, dass wir nicht alles verstehen und tiefgeistig ergründen müssen, sondern dass wir einfach das tun sollen, was Gott erwartet.

Wir müssen nicht immer alle Hintergründe verstehen über das, was Gott von uns erwartet, wir müssen es aber dennoch tun. Wenn wir erst dann tätig werden, wenn wir alles verstanden haben, dann kommen wir sicherlich niemals zum Zuge. Losgehen auch wenn ich nicht weiß was alles passieren mag, das ist es, was Gott erwartet. Und das setzt natürlich auch ein grenzenloses Vertrauen in den voraus, der mich beauftragt hat.

2. Befehlsempfänger

Der Haushalter ist nicht selber der Chef im Haus. Er hat genau das zu tun, was ihm der Chef des Hauses aufträgt.

Vor allem ist es dem Haushalter untersagt, selber zu beurteilen, was richtig und falsch oder gut oder böse ist. Wir sollen nur unsere Aufgaben die Gott uns gibt, ordentlich durchführen. Was unsere Mitmenschen daraus machen, das zu beurteilen ist nicht unsere Aufgabe.
Be-urteilen ist ja nicht weit weg von ver-urteilen. Auch dies haben wir gefälligst zu unterlassen.

Es ist nicht unser Part hier auf Erden, darüber ein Urteil zu fällen, wer denn nun in den Himmel kommt oder wer nicht. Das können wir nämlich auch gar nicht. Wir schauen den Menschen immer nur vor den Kopf, wie man so schön sagt. Aber Gott, liebe Gemeinde, sieht das Herz der Menschen an.

Wir sehen vielleicht nur den Miesepeter oder den Kotzbrocken, Gott sieht vielleicht den Menschen, der schon viel Leid und Not hat erdulden müssen und der deswegen vielleicht nicht so fröhlich ist wie wir selber.

Unsere Be- und Verurteilungen wären also allesamt immer nur recht oberflächlicher Natur. Und daher sollen wir sie auch bleiben lassen. Das hat übrigens nichts damit zu tun, dass wir uns keine Meinungen mehr bilden sollen. Meinungen sind unverbindlich und haben im Gegensatz zu Verurteilungen keinen endgültigen Charakter. In dem Wort Meinung steckt ja schon das Wort „mein“ drin. Es ist also das, was ich ganz persönlich denke. Und das will uns Gott natürlich nicht verbieten.

Mal so ganz nebenbei bemerkt bin ich froh, dass ich nicht be- und verurteilen muss. Überlegen Sie einmal, welche große Verantwortung dies für einen jeden einzelnen von uns mitbringen würde, wenn wir z.B.
darüber zu entscheiden hätten, wem denn nun seine Sünden vergeben sind oder wem nicht.

Da bin ich von Herzen froh, dass ich „nur“ ein kleiner Befehlsempfänger bin. Da vertraue ich doch lieber meinem Herrn und mache nur das, was er mir vorgibt zu tun.

3. Rückgabe

Was uns Gott übertragen hat, das sollen wir bewahren und dereinst auch als treue Haushalter unversehrt zurückgeben.

Nehmen wir ganz einfach ein kleines Beispiel, das Beispiel des Segens.
Meinen Sie, es ist korrekt, das wir den Segen dazu gebrauchen, um unsere Waffen für einen bevorstehenden Kriegseinsatz zu segnen. Wäre nicht genau das ein grundverkehrter Umgang mit dem, was Gott uns mit dem Segen anvertraut hat ?

Wenn wir alle Welt wissen lassen, was wir doch für tolle Superchristen sind, die jeden Sonntag in die Kirche gehen, stets den 10. Teil ihres Einkommens Spenden und gleichzeitig den Rest der Gemeinde wissen lassen, dass sie sich gefälligst an uns ein Beispiel nehmen sollen. Wäre das der korrekte Umgang mit dem Wort unseres Herrn, welches uns auch Demut und Bescheidenheit lehrt ?

Gott erwartet von uns nichts anderes, als dass wir sein Wort in Ehren halten und ehrfurchtsvoll damit umgehen, sowie dass wir Schaden von dem Worte abwenden.

Wenn wir dies tun, liebe Gemeinde, dann wird, wie wir es in unserem letzten Satz des heutigen Predigttextes lesen, dann wird einem jeden von Gott sein Lob zuteilwerden.

Bei dem Wort „Jeden“ könnte man ja versucht sein, dass sich dieses Wort auf alle Menschen bezieht, also gäbe es sie dann doch, die Allversöhnungstheorie. Und genau das wäre wieder ein Umgang mit dem Worte Gottes, wie es eben nicht sein sollte.

Das Wort „Jeden“ bezieht sich natürlich auf den Kontext in welchem es steht. Wenn wir also als treue Haushalter über Gottes Geheimnisse tätig waren, dann werden wir auch unser Lob empfangen.

So, jetzt bin ich Ihnen aber auch noch eine Erklärung schuldig. Was hat dies alles denn mit dem Advent zu tun ? Also, zunächst einmal gäbe es kein Lob für uns, wenn nicht das Kind in der Krippe uns diesen Weg zurück zu Gott ermöglicht hätte. Und dann wir sollten auch in der heimeligen Adventszeit nicht nur Zuschauer sein. Wir sollen gerade in dieser Zeit unsere Aufgaben als Haushalter über Gottes Geheimnisse ganz besonders gewissenhaft wahrnehmen.

Gerade in dieser Zeit sind die Herzen der Menschen besonders empfänglich für die frohe Botschaft. Machen wir uns also auf den Weg und verkündigen wir diese gerade in dieser Zeit. Dazu will uns Paulus gerade auch im Advent ermuntern.

Diesen Auftrag der Verkündigung beschreibt der Liederdichter Karl Riedel sehr schön in dem 2. Vers seines Liedes „Kommet ihr Hirten…“ (EG 48), der da lautet, wie folgt:

Lasset uns sehen in Bethlehems Stall,
was uns verheißen der himmlische Schall; was wir dort finden, lasset uns künden, lasset uns preisen in frommen Weisen.
Halleluja !

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen 3. Advent und einen guten Start in die neue Adventswoche.

Es grüße Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 2. Sonntag im Advent.
Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Jakobusbrief, Kapitel 5, die Verse 7-8. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Mahnung zur Geduld

So seid nun geduldig, liebe Brüder, bis zum Kommen des Herrn. Siehe, der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde und ist dabei geduldig, bis sie empfange den Frühregen und den Spätregen. Seid auch ihr geduldig und stärkt eure Herzen; denn das Kommen des Herrn ist nahe.

Liebe Gemeinde,

zugegeben, ein recht kurzer Predigttext. Und doch steckt in ihm alles, was wir darüber wissen müssen, wie wir uns auf das Kommen des Herrn vorbereiten sollen. Wir gedenken in diesen Tagen ja des 1. Kommen unseres Herrn in diese Welt. Aber er wird noch einmal wiederkommen. Und wie wir uns bis dahin hier auf Erden verhalten sollen, das teilt uns Jakobus heute Morgen mit.

Jakobus teilt uns mit, dass wir unsere Herzen stärken sollen und uns in Geduld üben sollen. Lassen Sie uns diese beiden Anweisungen versuchen, mit konkreten Inhalten zu füllen.

1. Die Herzen stärken

Im Urtext finden wir hierfür das Wort „sterizo“, was übersetzt dreierlei
bedeutet:

-sich fest auf etwas ausrichten
-sich entschlossen jemandem zuwenden
-festgelegt sein auf etwas

Damit können wir schon etwas mehr anfangen. Wir sollen unsere Lebensspanne hier auf Erden damit verbringen, dass wir uns auf unseren Herrn ausrichten. Dadurch bekommt unser Leben eine ganz bestimmte Richtung, die von uns weg weist und auf den Herrn Jesus hinweist.

Wenn wir uns auf Jesus ausrichten, dann sind nicht mehr wir der Mittelpunkt unseres Lebens, sondern wir machen diesen Herrn Jesus zum Mittelpunkt unsers gesamten Daseins hier auf Erden.

Wie wende ich mich aber ganz entschlossen dem Herrn Jesus zu? Na, zuerst einmal dadurch, dass ich mit ihm rede. Wir Christen sagen natürlich Gebet dazu. Unser Herr ist immer nur ein Gebet weit entfernt von uns. Er wartet nur darauf, dass wir ihn anreden um seinerseits dann in eine tiefe Beziehung mit uns einzutreten. Wenn ich mich entschlossen jemandem zuwende, dann interessiert mich dieser jemand ja ganz besonders. Und wenn mich jemand ganz besonders interessiert, dann möchte ich doch auch möglichst viel von ihm erfahren. Das ist doch richtig, oder?

Alles, was ich von Jesus erfahren kann finde ich natürlich in der Bibel.
Wir alle kennen natürlich unsere Bibel bestens. Wenn ich einen „Glaubensneuling“ dazu ermuntern möchte, die Bibel zu lesen, dann höre ich oft, dass man mit dieser alten Sprache kaum noch etwas anzufangen vermag. Deshalb empfehlen Sie, wenn man Sie fragt, zum Einstieg doch besser eine sprachlich an unsere Zeit angepasst Version.

Und trotz allem Bibelstudium stehe ich doch mit meinen ganzen noch verbleibenden Fragen und Zweifeln ganz alleine dar. Das wusste natürlich schon der Herr Jesus und hat uns angeraten, den Glauben in Gemeinschaft zu üben. In der Gemeinschaft finden wir Ansprechpartner für unsere offenen Fragen, aber auch kompetente Ansprechpartner für all unsere Zweifel. Und in der Gemeinschaft können wir gemeinsam mit unserem Herrn reden.

Wenn wir dies tun, dann stärken wir nicht nur unsere Herzen, sondern ER stärkt unsere Herzen, damit wir fest mit ihm verbunden bleiben.

2. Geduld

Geduld ist natürlich nicht jedermanns Sache. Ich möchte auch am liebsten alles sofort und gleich erledigt wissen. Manchmal macht es mich richtiggehend unruhig, wenn ich ein Geschehen nicht beeinflussen kann und einfach abwarten soll. Aber ist das dann Geduld?

Ich habe einfach mal den Herrn Google befragt, was er denn über Geduld sagt:

„Geduld ist die Fähigkeit oder die Bereitschaft, etwas ruhig und beherrscht abzuwarten oder zu ertragen.“

Übertragen wir dies doch einmal auf unser Warten auf das Kommen unseres Herrn. Für alle stets Ungeduldigen finden wir neben dem Wort Fähigkeit das Wort Bereitschaft. Bereit zur Geduld bin ich ja, aber meist recht unfähig dazu.

Aber ich kenne einen, wenn ich mich an den wende, dann lehrt er mich auch die Geduld. Und das lehrt er jeden, der ihn darum bittet.

Jetzt sollen wir etwas beherrscht abwarten. Wenn ich beherrscht etwas tue, dann unterscheidet sich dies von dem Gegenteil, nämlich dem blinden Aktonismus. Alles, was ich beherrscht tue, das ist auf ein Ziel ausgerichtet, das tue ich in Ruhe aber in einer Stetigkeit, die mich immer weiter an das Ziel heranführt.

Wenn wir etwas ruhig und besonnen tun, dann werden wir auch als Menschen wahrgenommen, die ganz genau das Ziel kennen und ganz genau den Weg, wie sie dieses erreichen. Und wer uns dies ansieht, der wird ganz gewiss neugierig auf das sein, was uns so entschlossen unseren Weg gehen lässt.

Wir sollen also ganz entschlossen unseren Weg in dieser Welt gehen, immer mit dem Ziel auf unsere ewige Heimat hin. Wir sollen all das tun, was uns näher zu Jesus hinbringt und all das lassen, was uns von Jesus entfernt. Ganz sicher machen wir auch Fehler auf diesem Wege. Wenn wir dann unseren Herrn bitten, dann wird er uns auch wieder auf den rechten Weg zurückführen.

Und dann bleibt bei der Definition der Geduld noch die Sache mit „oder etwas zu ertragen“. Liebe Gemeinde, das Leben in der Gemeinschaft mit unserem Herrn ist nicht immer rosig. Solange wir als Christen in dieser Welt leben, wird uns auch das ein oder andere Leid nicht erspart bleiben.

Als Christen kennen wir aber das große Finale. Und weil wir das Ende kennen und ganz genau wissen, dass auch wir dereinst in den Himmel kommen werden, gerade deshalb können wir auch die Unbillens des Lebens hier auf Erden besser ertragen. Vielleicht schaffen wir es ja auch dann im Leiden einmal nicht die „Warum trifft es gerade mich?“ Frage zu stellen, vielleicht schaffen wir es ja, die Sinnfrage hinter diesem Leid zu stellen. Vielleicht will uns der Herr ja gerade im Leiden etwas ganz besonderes mitteilen.

Wenn ich mich mit alten Geschwistern unterhalte, die nach dem 2.Weltkrieg auf der Flucht waren, dann höre ich immer wieder, wie nahe Gott diesen Menschen in ihrem Leide war. Manche Flüchtlinge beschreiben diese Zeiten sogar als die Zeit, wo Ihnen Gott ganz, ganz nahe gewesen ist.

Wir wollen nun natürlich kein Leid herbeisehnen, aber wir können voller Vertrauen unserem Herrn entgegen gehen in der festen Gewissheit, dass er stets an unserer Seite ist, egal, was auch immer passiert. Denken wir doch auch einmal daran, wenn wir das Kind in der Krippe näher betrachten.

Wie wir uns auf das Kommen des Herrn vorbereiten können, das beschreibt der Liederdichter Paul Gerhardt sehr schön in dem 7. Vers seines Adventsliedes „Wie soll ich dich empfangen…“, der da lautet, wie folgt:

Ihr dürft euch nicht bemühen noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr in wollet ziehen mit eures Armes Macht.
Er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust, all Angst und Not zu stillen, die ihm an euch bewusst.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig Der hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen einen geruhsamen 2. Advent und eine schöne neue Adventswoche. Vielleicht schaffen wir es ja, ein wenig zu entschleunigen und uns ein wenig auf die Geduld einzustellen, die Jakobus uns beschreibt.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 1. Sonntag im Advent, dem ersten Sonntag des neuen Kirchenjahres. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 13. Kapitel des Römerbriefes, die Verse 8-12. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die Liebe als Erfüllung des Gesetzes

Seid niemandem etwas schuldig, außer dass ihr euch untereinander liebt; denn wer den andern liebt, der hat das Gesetz erfüllt. Denn was da gesagt ist (2.Mose 20, 13-17): “ Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht begehren“, und was da sonst an Geboten ist, das wird in diesem Wort zusammengefasst (3.Mose
19,18) „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung.
Und das tut, weil ihr die Zeit erkennt, nämlich dass die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf, denn unser Heil ist jetzt näher als zu der Zeit, da wir gläubig wurden. Die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber nahe herbeigekommen. So lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts. Lasst uns ehrbar leben wie am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Unzucht und Ausschweifung, nicht in Hader und Eifersucht; sondern zieht an den Herrn Jesus Christus und sorgt für den Leib nicht so, dass ihr den Begierden verfallt.

Liebe Gemeinde,

in diesen vier Wochen gedenken wir wieder der Geburt unseres Herrn, wie er zum ersten Male zu uns kommt. Lassen Sie uns heute Morgen gemeinsam ergründen, wie wir uns vorbereiten, was Jesus uns mitbringt und was dies für Konsequenzen für uns alle hat.

1. Besuchsvorbereitung

Wenn wir persönlich einen Besucher erwarten, dann ist es auch für uns höchste Zeit, aufzustehen vom Schlaf, wie wir es in unserem Predigttext nachlesen können. Niemand unter uns wird wohl einem Besucher, der zum ersten Male zu uns kommt, eine unaufgeräumte und schmutzige Wohnung präsentieren wollen. Also was machen wir ? Wir räumen auf, putzen, dass alles sauber erscheint und präsentieren damit unsere Wohnung so, dass sich der Besucher darin auch wohlfühlen kann.

Und jetzt kommt der Herr Jesus zu uns. Er darf doch wohl sicher das Gleiche erwarten, was unsere irdischen Besucher von uns erwarten. Nur, dass der Herr Jesus nicht die äußere Wohnung anschaut. Nein, ihn interessiert als erstes, wie aufgeräumt es denn in unserem Herzen ausschaut. Und damit es darin wohnlich ausschaut, dafür haben wir schon lange vor dem Kommen unseres Herrn von Gott persönliche Richtlinien erhalten.

Diese sind uns natürlich alle in Form der zehn Gebote bestens bekannt.
Ich gehe einfach mal davon aus, dass keiner von uns ein Massenmörder ist, dass wir unsere Ehegatten auch nicht betrügen und unseren Lebensunterhalt auch nicht mit Klauen sicherstellen.

Aber die Sache mit dem Begehren ist schon etwas schwieriger. Gut, bei meines Nächsten Rind und Esel fällt mir die Sache mit dem nicht begehren nicht besonder schwer. Aber, wie sieht es aus bei den übrigen Gegenständen, die mein Nächster besitzt ? Kommt da nicht ab und wann ein wenig Neid auf, wenn ich nur einen Golf fahre und mein Nachbar den neuen 911er Porsche vor der Garage platziert. Könnte ja sein, dass im tiefsten Inneren meines Herzens ein Funken Neid aufkommt.

Also so 100%ig klappt das dann doch nicht mit unserem inneren Hausputz.
Egal, wie sauber wir auch wischen, in irgendeiner Ecke wird sich sofort wieder Staub und Dreck ansammeln.

2. Der Besuch kommt

„Wenn das der liebe Gott sieht !!!“ damit wurden Heerscharen von Kindern in Angst und Schrecken vor dem alleskontrollierenden Gott versetzt. Aus Angst einen Fehler zu machen, versuchte man furchterfüllt alles nur erdenklich Gute zu tun, um Gott gnädig zu stimmen.

Und jetzt kommt der Herr Jesus und alles ist anders. Es ist eben nicht der Herr Jesus mit dem Zeigefinger, welchen er immer wieder in unsere Wunden steckt, damit wir auch ja daran erinnert werden, was wir doch für arme Sünder sind. Auch ist es nicht der Herr Jesus mit dem erhobenen Zeigefinder, der zu uns kommt und uns warnt, ja alles richtig zu machen.

Es ist das kleine Kind in der Krippe, dass in seiner ganzen Sanftheit zu uns herabkommt.

Was erwartet denn der Herr Jesus von uns ? Gehen wir anders an die Sache heran. Wie finden wir den kleine Babys ? Doch meist knuddelig und einfach mal zum liebhaben. Und das erwartet der Herr Jesus auch von uns, nicht dass wir ihn knuddelig finden, sondern dass wir ihn einfach nur liebhaben und ihn in unser Herz aufnehmen. Das alleine reicht nämlich aus.

Unsere ganzen geistlichen Klimmzüge, sturen Rituale und alles, was nur Gekrampfe ist, das alles will der Herr Jesus nicht. Er will nur, dass wir ihn von Herzen liebhaben.

Aber es kommt noch besser.

3. Die Geschenke

Wenn Besuch zu uns kommt, dann bringt er meist ein Anstandsgeschenk mit.
Der Herr Jesus hingegen bringt ein viel größeres Geschenk mit, ein Geschenk dessen wir eigentlich gar nicht wert sind. Er schenkt sich uns selber. Doch dazu in den nächsten Wochen mehr.

Geschenke, die eingepackt in der Ecke liegen bleiben, haben keinen Wert.
Das Geschenk, das uns unser Herr mitbringt müssen wir also auch auspacken und anwenden.

Was tritt denn zutage, wenn wir das Geschenk auspacken ? Zunächst einmal befreit Jesus uns von den Taten des Gesetzes, die wir nun nicht mehr in ihrer Gesamtheit erfüllen müssen. Später lehrt er uns auch ein neues Gesetz, welches wir teilweise auch schon in unserem heutigen Predigttext finden. „Du sollst den Nächsten lieben, wie dich selbst.“

Ihn liebhaben und unseren Nächsten lieben, wie uns selbst das ist ein Geschenk, welches uns der Herr Jesus mit auf unseren Lebensweg gibt. Und jetzt kommt auch schon das wesentliche an diesem Satz. Nur wer sich selbst liebt, der kann auch den Nächsten lieben.

Nur, was wir uns selber Gutes tun, das können wir auch wirklich von ganzem Herzen dem Nächsten tun. Alles andere wäre wieder nur ein geistliches Gekrampfe mit christlichem Anstrich.

Wenn wir uns selber lieben, dann kommen Gedanken wie Eifersucht ja gar nicht auf. Wenn wir uns selber Gutes tun, dann tragen wir auch keine Unzufriedenheit in uns, die wir mit Unzucht und Ausschweifungen jedweder Art kompensieren müssen.

Erst dann, wenn wir verstanden haben, uns selber zu lieben, erst dann werden wir ehrbar leben können, so wie es der Herr Jesus von uns erwartet.

Darum lassen Sie uns den willkommen heißen, der uns all diese Geschenke gebracht hat mit dem ersten Vers des Liedes „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit… (EG 1) von Georg Wessel, der da lautet, wie folgt:

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit;
es kommt der Herr der Herrlichkeit,
ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen geruhsamen und gesegneten 1. Sonntag im Advent und eine ebensolche beschauliche Adventswoche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 3. Advent. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Matthäusevangelium, Kapitel 11, die Verse 2-6. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Als aber Johannes im Gefängnis von den Werken Christi hörte, sandte er seine Jünger und ließ ihn fragen: Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten ? Jesus antwortete und sprach zu Ihnen: Geht hin und sagt Johannes wieder, was ihr hört und seht: Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören. Tote stehen auf, und Armen wird das Evangelium gepredigt; und selig ist, wer sich nicht an mir ärgert

Liebe Gemeinde,

schon ein wenig seltsam die Antwort unseres Herrn, finden Sie nicht auch? Da kommen die Jünger von Johannes und stellen ihm eine eindeutige Frage. Und was erhalten sie daraufhin?
Eine Antwort, die eigentlich gar keine Antwort ist, jedenfalls in dem Sinne, wie wir eine Antwort
erwarten würden. Was bezweckt der Herr Jesus denn dann mit einer derartigen Antwort? Lassen Sie uns dieser Frage am heutigen 3. Advent nachgehen.

1. Forschet

Jesus hätte doch eigentlich sagen können: Jawohl, ich bin der, den ihr sucht. Dann wäre die Angelegenheit wohl erledigt gewesen. Beginnen wir doch einmal damit, was Jesus nicht möchte: Nämlich Vasallen und Anhänger, die ihm einfach blindlings, ausgestattet mit einem Kadavergehorsam folgen, wohin auch immer die Reise gehen mag.

Jesus möchte Jünger haben, die zuvor die Entscheidung „Ja, Herr, ich will zu Dir gehören.“ wohl bedacht haben. Das wollte Jesus damals und das will er auch heute noch. Jesus liebt die kritischen Geister, die auch einmal etwas hinterfragen und die nicht gleich alles glauben und das berühmte „Ja und Amen“ dazu sagen.

Nur nebenbei bemerkt: Die größten Bibelkritiker sind in ihrem Leben durch das intensive Studium der Bibel schon zu glühenden Verehrern des Herrn Jesus geworden.

Also sagt Jesus sinngemäß: „Forscht nach, was die Schrift über mich sagt und vergleicht damit, was ihr hört und seht. Und auf Grund dieser Tatsachen da trefft dann bitteschön eure Entscheidung.“

Vieles von dem, was Jesus zu leisten in der Lage ist, das finden wir ja schon im Alten Testament. Forschen Sie ruhig einmal wieder etwas intensiver in diesem Teil der Bibel nach den vielen kleinen
Hinweiszeichen auf das Kommen und das Wirken unseres Herrn. Beginnen Sie am besten mit dem Propheten Jesaja.

Wenn ich eine Entscheidung treffen muss, dann sammele ich zunächst Fakten zu diesem Thema. Wenn ich das ordentlich getan habe, dann kann ich eine Entscheidung treffen, die hieb- und stichfest ist. Jeder, der mich dann von dem Gegenteil überzeugen will, muss erst einmal an den ganzen Fakten und Tatsachen vorbei. Und gerade darum will Jesus Jünger haben, die ihre Entscheidung, ihm nachzufolgen wohlbesonnen treffen.

Denn in der Welt werden wir alsbald auf harsche Kritik treffen. Die Welt wird als erstes versuchen, uns unseren Glauben madig zu machen. Allerdings sind die Argumente, die sie vorbringt nur Scheinargumente.
Der Anti-Gottes-Beweis fällt, wenn man die Bibel als Gottes Wort betrachtet, sofort in sich zusammen. Egal, was die Welt uns auch weismachen will, wir können unsere einmal getroffene Entscheidung an jedem dieser Weltenargumente prüfen lassen.

2. Nicht ärgern

Selig ist, wer sich nicht an mir ärgert. Das gibt unser Herr den Jüngern des Johannes mit auf den Weg. Im ersten Moment habe ich natürlich gedacht: Alles kein Problem, ich und mich über Jesus ärgern, niemals würde ich dies tun. Und dann, als ich ein wenig in die Stille ging, da kamen sie doch, diese Gedanken, die Jesus mit Ärgern gleichsetzt.

Wieso hilfst du gerade dem, der hat doch so viele Leute hinters Licht geführt. Und jetzt steht er reingewaschen vor dir da. Wieso darf der Kinderschänder zu dir kommen und die gleiche Gnade in Anspruch nehmen, wie ich. Ich bin doch schließlich ein durch und durch anständiger Sünder. Mir sind jede Menge ähnliche Gegebenheiten eingefallen, die mich ins Grübeln versetzt haben.

Und genau dies sollen wir nicht tun. Unser Herr ist autark. Er entscheidet, wem er hilft. Es ist ganz bestimmt nicht unsere Aufgabe, dem Herrn Jesus vorzuschreiben, was er tun und was er besser lassen soll. Wenn der Herr Jesus in das Haus eines Zöllners einkehrt, dieser sich daraufhin bekehrt, dann ist es meine Aufgabe, diesen Zöllner in der Gemeinde herzlich willkommen zu heißen und ihm dabei zur Seite zu stehen, wenn er anfänglich Fragen und Probleme mit dem Glauben hat.

Liebe Gemeinde, Zöllner im übertragenen Sinne sind immer wieder mitten unter uns. Wenn diese den Weg zu Jesus finden, oder besser, wenn sie den Herrn Jesus mit einem ehrlichen Herzen suchen, er sich von ihnen dann finden lässt, dann dürfen wir diese Menschen doch nicht als verlorene Sünder abstempeln. Das, liebe Gemeinde, ist bestimmt nicht einfach.

Wie kriegen wir das nur hin ? Ganz einfach, indem wir den Herrn Jesus bitten, uns dabei zu helfen. Wenn wir es nicht schaffen, dem bekehrten Sünder die Hand entgegenzustrecken, dann wird unser Herr eben unsere Hand dahin führen. Darauf dürfen wir uns felsenfest verlassen. Probieren wir es doch einfach mal wieder.

3. Friede im Herzen

Das, liebe Gemeinde, leitet sich aus dem nicht ärgern ab. Wir kennen doch sicherlich alle einen absoluten Miesepeter in unserem Umfeld. Mit dem möchte doch keiner gern etwas zu tun haben.

Überall dort, wo Groll und Ärger den Platz in unserem Herzen besetzen, überall dort kann der Herr Jesus mit seinem Frieden ja auch gar nicht bei uns einziehen. Sein Platz, den er in unserem Herzen begehrt, dieser Platz wurde von uns ja mit lauter Ärger, Zorn und Hass belegt.

Erst dann, liebe Gemeinde, wenn wir uns dazu entscheiden, uns nicht mehr zu ärgern, erst dann kann der Herr in unsere Herzen einziehen. Erst dann können wir wirklich „selig“ genannt werden. Natürlich ist es mit der Entscheidung nicht unbedingt getan. Wir müssen den Herrn Jesus inständig bitten, uns unseren Ärger aus den Herzen herauszunehmen. Das macht er sofort. Garantiert.

Allerding dürfen wir dem Ärger auch nicht gestatten, wieder bei uns einzuziehen. Das, liebe Gemeinde ist dann unsere Aufgabe. Wir können uns ganz bewusst gegen den Ärger entscheiden. Das ist eine steile Behauptung. Aber ich sage Ihnen einfach mal: Probieren Sie es aus. Wir haben in jeder Situation des Lebens die Entscheidung, ob wir uns ärgern oder nicht. Gut, ein wenig Training gehört natürlich dazu.

Ich habe mich anfangs immer wieder gefragt: Was bringt es mir, wenn ich mich jetzt ärgere? Glauben Sie mir, es bringt überhaupt nichts. Sie werden kein einziges Argument für Ärger finden. Also lassen wir es doch gleich sein, die Sache mit dem Ärger.

Und wenn wir uns nicht mehr ärgern, dann wird auch alles, was grau und dunkel um uns herum war wieder hell und licht werden. Dies beschreibt die Liederdichterin Maria Ferschl sehr schön in ihrem Lied „Wir sagen euch an den lieben Advent….“ (EG 17), dessen dritter Vers lautet, wie folgt:

Wir sagen auch an den lieben Advent.
Sehet, dir dritte Kerze brennt!
Nun tragt eurer Güte hellen Schein
weit in die dunkle Welt hinein.
Freut euch, ihr Christen, freuet euch sehr!
Schon ist nahe der Herr.

Der Herr nehme allen Ärger aus Deinem Herzen und ersetze ihn durch seinen hellen Schein
Der Herr nehme allen Ärger aus Deinem Herzen und ersetze ihn durch seine göttliche Liebe
Der Herr nehme allen Ärger aus Deinem Herzen, damit Du seinen hellen Schein und seine Liebe weitergeben kannst

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten dritten Advent und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 2. Sonntag im Advent.

Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Lukasevangelium, Kapitel 21, die Verse 25-33. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Völkern bange sein, und sie werden verzagen vor dem Brausen und Wogen des Meeres, und die Menschen werden vergehen vor Furcht und in Erwartung der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde; denn die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen.

Und alsdann werden sie sehen den Menschensohn kommen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht. Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Seht den Feigenbaum und alle Bäume an:

Wenn sie jetzt ausschlagen und ihr seht es, so wisst ihr selber, dass jetzt der Sommer nahe ist. So auch ihr: Wenn ihr seht, dass dies alles geschieht, so wisst, dass das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis alles geschieht. Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht.

Liebe Gemeinde,

ganz schön starker Tobak für den 2. Advent. Wir befinden uns gerade in der so heimeligen Adventszeit und dann geht es um das Endzeitgeschehen.

Irgendwie ist das so gar nicht weihnachtlich. Oder doch? Lassen Sie uns heute Morgen ruhig einmal ein wenig tiefer über diesen Text nachdenken und was er uns sagen will. Ich glaube, drei Punkte sind für unser Verständnis von Advent immens wichtig.

1. Vermeintliche Sicherheiten

In unserem Lande lebt es sich doch ganz gut. Kein Mensch muss zwingend Hunger leiden. Ein jeder bekommt, wenn er es denn will, ein Dach über dem Kopf. Und auch die gesundheitliche Versorgung ist nahezu beispielhaft. Da kann man sich wirklich so einigermaßen wohl und sicher fühlen.

Wenn wir dazu noch einen gut dotierten Arbeitsplatz haben, eine Familie, die uns umgibt und Haus und Auto auch noch stimmen, dann liebe Gemeinde, geht es uns doch so richtig gut. Dann leben wir doch wirklich auf der Sonnenseite des Lebens. Und dann passiert es auf einmal, der Arbeitsplatz ist weg. Das teure Auto muss weg, weil es eh noch nicht bezahlt ist. Und dann lässt uns die Bank auch noch wissen, dass eigentlich ihr das Haus gehört und meldet diesbezüglich ihre Besitzansprüche an. Zu guter Letzt hat auch der Ehepartner genug von der Situation und sucht sich einen anderen Partner.

Das, liebe Gemeinde, dürfte dann wohl wirklich der „Super GAU“ sein, der uns passieren kann. Ich hoffe und wünsche uns allen natürlich, dass nichts von dem eintritt, was ich soeben geschildert habe. Aber wenn so etwas passiert, dann merken wir sehr schnell, wie wir all unser Vertrauen auf das falsche Pferd gesetzt haben.

Wer alles im Leben auf die materielle Karte setzt, der lebt ständig in der Angst, dieses zu verlieren. Und glauben Sie im Ernst, jemand der dies tut, hat noch Freude an seinen materiellen Reichtümern?

Hier setzt Jesus ein und sagt, dass der „Super-Gau“ eines Tages kommen wird. Eines Tages werden Himmel und Erde vergehen. Kein Stein wird mehr auf dem anderen bleiben. Mit einem Wisch werden alles unsere Besitztümer zerstört werden. Kein Geld der Welt kann uns dann noch retten. Alles ist weg, wir übrigens auch.

Tolle Aussichten so kurz vor Weihnachten !!! Aber es geht Gott sei Dank weiter.

2. Die Hoffnung

Jesus sagt uns nicht, dass mit der Zerstörung der Erde alles aus ist.
Nein er sagt, dass wir alle den Menschensohn sehen werden, wie er auf einer Wolke zur Erde herabkommt. Das erste Kommen, liebe Gemeinde war Weihnachten in einer Krippe, das zweite Kommen war die Auferstehung von den Toten. Das dritte Kommen wird das endgültige Kommen unseres Herrn sein.

Ohne Weihnachten kein Karfreitag, ohne Karfreitag kein Ostern, ohne Ostern keine Himmelfahrt und ohne Himmelfahrt kein endgültiges Kommen unseres Herrn. Mit seiner gesamten Geschichte will Jesus uns wachrütteln, dass wir bereit sind für den Tag des endgültigen Kommens.

Und die Geschichte fängt ja bekanntermaßen mit dem Kind in der Krippe an. Dieses Kind in der Krippe liegt dort und will uns eines geben, Hoffnung auf ein ewiges Leben. Hoffnung auf ein Leben, das nicht in den Gräbern endet, sondern weit darüber hinausgeht. Ein Leben, das niemals enden wird, ein ewiges Leben mit ihm zusammen.

Dieses Kind in der Krippe möchte uns in den Arm nehmen und uns sagen, dass wir seine, also Gottes geliebte Kinder sind. Dieses Kind in der Krippe möchte der Herrscher unseres Lebens werden. Wenn wir ihm dies zugestehen, dann ist das Kind in der Krippe in der Tat unser ganz persönlicher Erlöser.

Denken wir doch einmal daran, wenn wir an der nächsten Krippe vorbeikommen.

3. Die Sicherheit

Liebe Gemeinde, es gibt nur eine Sicherheit in unserem Leben. Und diese Sicherheit hat einen Namen: Jesus Christus. Egal, was uns auch widerfährt, egal, was wir alles im Leben verbocken, Jesus Christus will immer unser Herr und Heiland sein. Wir müssen ihm dies nur zugestehen.

Natürlich können wir auch ohne unseren Heiland durchs Leben marschieren.
Nur müssen wir dann für alle selber geradestehen. Und wir haben dann auch keinen Beistand bei uns der uns tröstet und uns Mut zuspricht, wenn es uns einmal so richtig mies geht.
Woher nehme ich die Gewissheit, dass dies auch tatsächlich der Fall ist.

Man könnte ja sagen, der Naber, dieser fromme Spinner denkt sich mal wieder einen schönen heiligen Blödsinn aus. Ich bin übrigens keinem böse, der mir dies sagt.
Aber, liebe Gemeinde, lassen Sie mich diesen Vorwurf nicht so im Raume stehen lassen. Gehen wir zusammen an das Ende des heutigen Predigttextes.

Dort finden wir das Wort „Wahrlich“. Immer dann, wenn wir dieses Wort lesen, können wir es getrost mit dem Wort „Amen“ übersetzen.

Jesus zeigt uns mit diesem Wort „Amen“, dass das, was er zuvor gesagt hat und was er kurz darauf sagt, nicht die Worte von ihm sind, sondern dass es sich dabei um Gottes direkte Worte handelt. Der Mensch gewordene Gott Jesus Christus empfängt also direkt von dem, ich nenne es einmal Vater-Gott Weissagungen, die er uns weitergibt. Immer, wenn wir über dieses Wort „Wahrlich“ in der Bibel stolpern, dann sollten wir kurz zurückgehen und das vorangegangene und das nachfolgende noch einmal ganz intensiv lesen.

Und was ist nun die zentrale Botschaft, die besagt, dass der Naber eben kein frommer Spinner ist? Hier ist sie: Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht. Das sagt kein anderer als der lebendige Gott zu uns. Und was bedeutet dies für uns?
Es gibt auf Erden keine Sicherheiten, an die wir uns klammern sollen.

Weder an den Besitz noch an andere Menschen. Jesus gibt uns die Sicherheit, dass sein Wort das endgültige Wort ist. Jesus gibt uns die einzige Sicherheit in unserem Leben und in der Ewigkeit. Wenn wir alles auf die Karte Jesus setzen, dann haben wir heute schon gewonnen, auch wenn das Spiel noch gar nicht vorbei ist.

Das liebe Gemeinde, dies ist die zentrale Botschaft des Kindes in der Krippe. Es sagt uns: Ich bin für Dich auf die Welt gekommen, damit Du (hier bitte den eigenen Namen einsetzen) wieder zu mir in den Himmel zurückkehren kannst.

Ein schöneres Weihnachtsgeschenk kann es doch gar nicht geben, als dieses. Nehmen wir es doch ganz einfach dankbar an. Mehr können und mehr sollen wir auch nicht tun. Ein mir bekannter Pfarrer sagt zu Weihnachten immer wieder den Satz: Nehmt all das fromme Gedöns aus den Stuben und stellt nur eine Krippe auf, dann kommt Weihnachten von alleine.
Der Liederdichter Paul Gerhardt drückte unseren Weg zur Krippe sehr schön in dem ersten Vers seines Liedes „Ich steh an deiner Krippen hier…“ (EG 37) aus, der da lautet, wie folgt:

Ich steh an deiner Krippen hier, o Jesu, du mein Leben;
ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben.
Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut,
nimm alles hin und lass dir’s wohl gefallen.

Der Herr lasse Dich erkennen, wenn Du nach falschen Sicherheiten im Leben suchst
Der Herr lasse Dich erkennen, dass allein ER es ist, der Dich erlösen kann
Der Herr lasse Dich erkennen, dass ER die einzige wahre Sicherheit in

Deinem Leben ist
Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen noch einen besinnlichen 2. Advent und einen schönen Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr
Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ein frohes Neues Jahr wünsche ich Ihnen allen. Ja, heute beginnt das neue Kirchenjahr mit dem 1. Sonntag im Advent. Advent kommt von dem Wort advenire und bedeutet so viel wie ankommen. Und der Ankunft unseres Herrn, der Geburt Jesu Christi gedenken wir traditionell in der Vorweihnachtszeit. Mit der Ankunft Jesu in Jerusalem beschäftigt sich der heutige Predigttext. Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag im 21. Kapitel des Matthäusevangeliums, die Verse 1-9. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Als sie nun in die Nähe von Jerusalem kamen, nach Betfage an den Ölberg, sandte Jesus zwei Jünger voraus und sprach zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt, und gleich werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Füllen bei ihr; bindet sie los und führt sie zu mir ! Und wenn euch jemand etwas sagen wird, so sprecht: Der Herr bedarf ihrer.

Sogleich wird er sie euch überlassen. Das geschah aber, damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten, der da spricht (Sacharja 9,9): „Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen, dem Jungen eines Lasttiers.“ Die Jünger gingen hin und taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider darauf, und er setzte sich darauf. Aber eine sehr große Menge breitete ihre Kleider auf den Weg; andere hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Die Menge aber, die ihm voranging und nachfolgte, schrie: Hosianna dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe!

Liebe Gemeinde,

mit einem ganz großen Bahnhof wurde Jesus damals von den Menschen empfangen. Mit Kleidern und Palmzweigen ebneten sie Jesu den Einzug in Jerusalem. Wenn wir heute der Ankunft unseres Herrn gedenken, geschieht das immer noch mit einem brennenden Herzen oder wie „Alle Jahre wieder“, also als nichts besonderes, sondern eher etwas alltägliches?

Ich glaube wir sollten uns einmal drei Fragen stellen zu der Ankunft unsers Herrn derer wir in dieser Vorweihnachtszeit gedenken.

1. Wer kommt?

Wenn ich jetzt so durch die Einkaufszentren schlendere, dann fallen sie mir sofort auf, die Masse an Krippen mit denen die Schaufenster dekoriert sind. Ich finde dies grundsätzlich sehr schön, erinnert man sich doch tatsächlich noch daran, dass Weihnachten unser Heiland geboren worden ist.

Und so liegt er da in der Krippe als kleines Kind, umgeben von Maria und Josef, den Hirten, den drei Königen und den Schafen auf dem Felde. Meist kommt dies als typische „Eiapopeia-Stimmung“ rüber.

Doch das ist es nicht. Erinnern wir uns doch einmal daran, wer dort in der Krippe liegt. Es ist Gott selbst, der zu den Menschen, also auch zu uns kommt. Allein dies sollte uns schon ehrfurchtsvoll machen. Gott kommt aber nicht, um uns einen unverbindlichen Besuch abzustatten, um einmal kurz Hallo zu sagen.

Nein, liebe Gemeinde, dieses Kind in der Krippe kommt für Sie und mich ganz persönlich auf diese Welt. Dieses Kind in der Krippe kommt zu UNS, damit wir wieder zu IHM kommen können. Dieses Kind in der Krippe ist in der Lage, uns von allen unseren Sünden zu erlösen, den bereits begangenen und auch allen zukünftigen Sünden.

Gott kommt vom Himmel in diese Welt, damit wir wieder von dieser Welt in den Himmel kommen können. Wenn wir uns daran erinnern, dann kann eine echte unverfälschte Weihnachtsfreude in uns lebendig werden. Dann hat Weihnachten wieder seinen ursprünglichen Sinn in uns gefunden.

2. Wie kommt er?

Ich war vor kurzem in Berlin, als der chinesische Ministerpräsident mit seinem Mitarbeiterstab die Stadt besuchte. Ganze Straßenzüge wurden kurzerhand abgesperrt und es dauerte manchmal über 2 Stunden bis der Verkehr sich wieder normalisiert hatte. Selbstverständlich sah man nichts von dem Minister, er wurde hermetisch von den Sicherheitskräften abgeriegelt.

Wie kommt unser Herr denn an? Ganz, ganz anders. Er wird nicht von der Staatsmacht hofiert und es wird auch kein Begleitschutz organisiert.
Ganz einfach und bescheiden auf einem Esel, also noch nicht einmal einem Reittier der „Oberen“ kommt er nach Jerusalem.

Ganz langsam durchreitet er die Menge, die ihm am Straßenrand zujubelt.
Ich denke, er hatte für jeden ein liebevolles Lächeln bereit. Jeder fühlte sich bestimmt sofort von ihm angezogen und angesprochen.

Und doch geht er ganz konsequent seinen Weg ohne sein Ziel aus den Augen zu verlieren. Er genießt eben nicht das Bad in der Menge und labt sich an der Anerkennung, wie wir es vielleicht tun würden, wenn uns die Massen zujubeln.

Und so, liebe Gemeinde erwartet unser Herr dies auch von uns. Wir sollen ein Auge für unsere Mitmenschen haben, nicht nur zur Weihnachtszeit. Wir sollen, wie Jesus auch, entschleunigen, damit wir unser Umfeld nicht aus den Augen verlieren. Wir sollen unsere eigenen Ansprüche ruhig mal etwas zurückschrauben und auch an die denken, die so gern übersehen werden.

Und wir sollen dabei ganz konsequent unseren Weg mit Jesus gehen. Gerade diese etwas ruhigere Zeit lädt uns doch förmlich dazu ein, jetzt gleich mit der Umsetzung zu beginnen. Schalten wir doch wieder einmal einen Gang zurück und widmen uns wieder mehr unseren Mitmenschen als unserem Job, unserer Karriere und unseren sonstigen Ansprüchen.

3. Wie wird er empfangen?

Wir lesen, dass Jesus von einer jubelnden Menge empfangen wurde, die ihm zu Ehren die Kleider auf den Weg ausbreitete und den Weg zusätzlich mit Palmzweigen ebnete.

Wie empfangen wir eigentlich heute im Jahre 2014 unseren Herrn? Wenn wir die Krippen in den Geschäften einmal ausblenden, dann ist doch die Weihnachtszeit eigentlich DIE hektische Zeit im Jahr. Alles rennt gestresst durch die Geschäfte. Wir müssen alle Geschenke beisammen haben, Heiligabend ist schließlich unsere Deadline. Wir müssen für ein köstliches Weihnachtsessen sorgen, wir müssen noch den Tannenbaum besorgen usw.

Ich glaube, soviel „müssen“ wie in der Vorweihnachtszeit „müssen“ wir das ganze Jahr nicht. Wer hat denn da schon Zeit an das Kommen unseres Herrn zu denken. Bevor ich daran denke, denke ich liebe mal darüber nach, wie ich an einen Parkplatz komme.

Machen wir uns dich nichts vor, liebe Gemeinde, so sieht sie doch aus, die Vorweihnachtszeit im Allgemeinen. Der ursprüngliche Sinn des Weihnachtsfestes mit der Freude auf das Kommen unseres Herrn hat doch gegenüber der neuesten Playstation seinen Reiz verloren.

Wir müssen alle wieder lernen, dass Weihnachten nicht auf den Einkaufsstraßen dieser Welt stattfindet sondern in unseren Herzen. Wir müssen wieder lernen, zur Ruhe zu kommen, damit wir unser Herz wieder für unseren Herrn öffnen können. Nur wenn wir dies tun, dann kann er nämlich auch in unseren Herzen Einzug halten. Solange wie Parkplatznot, meterlange Schlangen an den Kassen und der Streit um den „richtigen“ Weihnachtsbaum unser Weihnachten bestimmen, solange kann der Herr ja gar nicht bei uns einziehen.

Konzentrieren wir uns doch wieder auf das innere Sein mehr als auf den äußeren Schein. Der äußere Schein der Weihnacht der vergeht nach ein paar Wochen wieder. Aber wenn wir es dem Herrn gestatten, Einzug in unsere Herzen zu halten, dann können wir die echte Vorweihnachtsfreude das ganze Jahr über in unseren Herzen tragen.

Von einem Christen namens Amsel, der schon lange im Himmel ist, berichtete Wilhelm Busch einmal. Lange nachdem Amsel sich bekehrt hatte sagte er zu Wilhelm Busch: „Du Wilhelm, seit ich mich bekehrt habe, ist jeder Tag so wie der Tag vor Heiligabend, so voller Vorfreude, Liebe und Vertrauen auf den Herrn.“

Genau dies wünsche ich uns allen auch, dass uns dies in der Vorweihnachtszeit von unserem Herrn in unsere Herzen gelegt wird.

Lassen Sie uns doch den Herrn mit dem ersten Vers des Adventsliedes „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit…“ von dem Liederdichter Georg Weißel empfangen. Dieser Vers lautet, wie folgt:

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit;
es kommt der Herr der Herrlichkeit,
ein König aller Königreich,
ein Heiland aller Welt zugleich,
der Heil und Leben mit sich bringt;
derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat.

Der Herr halte Einzug in Deinem Herzen und gebe Dir seinen Frieden Der Herr halte Einzug in Deinem Herzen und erfülle Dich mit Freude auf sein Kommen Der Herr halte Einzug in Deinem Herzen und öffne es ganz weit für Deine Mitmenschen

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten 1. Advent und einen besinnlichen Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 4. Sonntag im Advent.
Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Jesaja im 52. Kapitel,
die Verse 7-10. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die frohe Botschaft

Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße der Freudenboten, die da Frieden verkündigen, Gutes predigen, Heil verkündigen, die da sagen zu Zion: Dein Gott ist König ! Deine Wächter rufen mit lauter Stimme und rühmen miteinander; denn alle Augen werden es sehen, wenn der Herr nach Zion zurückkehrt. Seid fröhlich und rühmt miteinander, ihr Trümmer Jerusalems; denn der Herr hat sein Volk getröstet und Jerusalem erlöst. Der Herr hat offenbart seinen heiligen Arm vor den Augen aller Völker, dass aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.

Liebe Gemeinde,

die Überschrift des heutigen Predigttextes deutet ja schon unmittelbar auf Weihnachten hin. Also ein idealer Predigttext für den heutigen 4. Advent, mit welchem wir uns so langsam auf ein friedevolles kuscheliges Weihnachtsfest einstimmen können.

Lassen Sie uns doch zunächst einmal hinterfragen, an wen sich der Text richtet. Er richtet sich an ein Volk, welches heimatlos im Exil lebte. Gleichzeitig machte sich Hoffnungslosigkeit breit, dauerte die Vertreibung aus der Heimat doch schon viele Jahre an. Werde ich jemals wieder in meine Heimat kommen ? Was ist mit meinem Hab und Gut ? Leben Angehörige von mir noch ? Und überhaupt, wie soll das alles enden ?

Das alles waren Fragen, die sich das Volk Israel in der babylonischen Gefangenschaft sicherlich stellte. Und dann kommt da dieser Text mit dem Titel „Die frohe Botschaft.“
Auf den ersten Blick sicherlich ein wenig widersprüchlich, aber schauen wir uns doch einige Textstellen einmal etwas genauer an.

1. Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße der Freudenboten….

Wir müssen bei den Texten des Alten Testamentes ja immer daran denken, dass es nicht Jesaja ist, der von sich aus spricht, sondern, dass die Propheten stets das Wort des Heiligen Gottes wiedergaben und nicht ihr eigenes. Wenn wir jetzt lesen von den Füßen der Freudenboten, dann bedeutet, dies: Die Hoffnung ist zurück auf den Weg hin zu den Israeliten.

Sie müssen nicht mehr betrübt ihre Tage verbringen. Sie dürfen vernehmen, dass es auch für sie eine Hoffnung gibt. Und diese Hoffnung ist auf dem Weg zu ihnen hin. Sie brauchen nur noch abzuwarten und diese Hoffnung zu ergreifen.

Ein schönes Bild für den heutigen 4. Advent. Auch unsere Hoffnung ist unterwegs. Noch ist das Kind in der Krippe nicht geboren, aber wir dürfen schon den Verheißungen vertrauen, dass ER unsere Hoffnung sein wird, der wir felsenfest vertrauen dürfen.

Weihnachten kommt die Hoffnung in die Welt, Karfreitag wird die Hoffnung besiegelt und am Ostermorgen ist aus der Hoffnung die feste Heilsgewissheit geworden.

Lassen Sie uns doch auch heute das tun, was die Menschen damals taten, lassen Sie uns die frohe Botschaft hören, lassen Sie uns die frohe Botschaft im Herzen annehmen, und lassen Sie uns gemeinsam Kraft aus dieser Botschaft schöpfen.

2. Deine Wächter rufen mit lauter Stimme

Gewiss, liebe Gemeinde, es herrschte eine trübselige Stimmung unter den Israeliten. Aber das kennen wir doch alle. Denken wir einmal an die Finanzkrise zurück. Was wurden nicht alles für Horrorszenarien in die Welt gesetzt. Der Euro wird abgeschafft, die europäische Wirtschaft wird zerschlagen, wir haben bald alle nichts mehr zu essen, usw….

Wenn wir eine schlechte Nachricht hören, dann suchen wir sofort nach einer Bestätigung derselben. Und meist finden wir auch etwas, das diese These untermauert und dann geben wir diese und unsere neue Erkenntnis weiter. Daraus entwickelt sich dann ganz schnell ein solches Horrorszenario.

Und doch, es gibt immer wieder Menschen, die an der Hoffnung festhalten.
Auch in der babylonischen Gefangenschaft gab es Menschen, die weiter auf Gott vertrauten und IHM im wahrsten Sinne des Wortes alles zutrauten.

Diese Menschen ließen sich nicht von dem mainstram der damaligen Zeit in die Irre leiten, nein, sie vertrauten felsenfest allein auf Gott. Und darum waren sie auch Wächter des Wortes. Auch wenn es den herkömmlichen Tempel nicht mehr gab, auch wenn man in der Fremde war, aber Gott und Sein Wort sind nicht von Zeit und Ort abhängig.

Wir lesen zwar nichts darüber in unserem Predigttext, aber auch diese Wächter werden ab und wann in’s Zweifeln gekommen sein. Aber dann haben sie vermutlich das einzig richtige getan. Sie haben neues Vertrauen aus dem Worte Gottes geschöpft. Indem sie sich mit diesem, Seinem Wort beschäftigt haben, wussten sie, dass ER allein das letzte Wort haben wird.

Und das ist auch eine Botschaft für uns im Advent.
Lasst uns wieder Wächter sein. Wächter, die allein auf Gott und SEIN Wort vertrauen.
Wächter, die dieses auch wirklich vorleben.
Und lasst uns Wächter sein, die diese frohe Botschaft immer und immer wieder auf’s Neue verkünden.

Und wenn wir einmal schwach werden, dann lasst uns aus Seinem Wort wieder Kraft schöpfen.

3. Du bist Weihnachten

Unser Predigttext richtet sich ja an die Israeliten, die sich in der babylonischen Gefangenschaft befinden. Und dann kommt der entscheidende Satz in unserem Predigttext: „Der Herr hat offenbart seinen heiligen Arm vor den Augen aller Völker, dass aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.“

Schon in den Prophetien des Alten Testamentes sind wir als Nicht-Israeliten mit in die Heilsgeschichte eingebunden. Hier wird es schon von Gott direkt ausgesprochen: „Das Heil gilt auch für Dich.“

Liebe Gemeinde, ist dies nicht das schönste Geschenk, was wir da in der Adventszeit erhalten. Gott sagt uns übertragen: Ich bin da, ich bin für Dich da und ich bin immer wieder für Dich da.

Und gerade das ist es, was wir leider in aller unserer Alltagshektik immer wieder so schnell vergessen. Gott ist immer bei uns, egal, was auch gerade geschieht. Gott lässt niemanden im Regen stehen. Er will immer und überall nur das Beste für uns.

Leider verlassen wir uns dann doch lieber auf uns selbst, anstatt dieses großartige Geschenk anzunehmen. Wenn überhaupt, dann bieten wir Gott noch lediglich die Trümmer unseres Lebens an, nach dem Motto „Mach mal wieder ganz.“ Und dabei wissen wir es aus dem Neuen Testament und haben schon die Gewissheit aus dem Alten Testament, dass wir es gar nicht so weit kommen lassen müssen.

Daher wünsche ich uns allen, dass wir mit allem, was uns bedrückt und belastet, mit allem was wir planen aber auch mit einem aufrichtigen „Danke“ für alles Gute in unserem Leben nunmehr zu der Krippe kommen und dies dem Kind in der Krippe zu Füßen legen.

Wenn wir das machen, dann tragen wir das echte originäre Weihnachten in unserem Herzen. Und dies ist nicht nur auf die Weihnachts- und die Adventszeit beschränkt.

Diesen geistigen Gang zur Krippe beschreibt der Liederdichter Georg Wessel sehr schön in dem
5. Vers seines Liedes „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit…“ (EG 1), der da lautet, wie folgt:

Komm, o mein Heiland Jesu Christ,
meins Herzens Tür dir offen ist.
Ach zieh mit deiner Gnade ein;
dein Freundlichkeit auch uns erschein.
Dein Heilger Geist uns führ und leit
den Weg zur ewgen Seligkeit.
Dein Name dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr.

Der Herr lasse Dich ein Freudenbote sein, der die frohe Botschaft von Herzen weiterträgt
Der Herr lasse Dich ein Wächter SEINES Wortes sein, der stets allein SEINEM Worte vertraut
Der Herr leite auch Dich durch SEINEN Heiligen Geist auf den Weg zur ewigen Seligkeit

Amen.

Liebe Gemeinde,

das war sie auch fast schon wieder, die Vorweihnachtszeit. Ich wünsche Ihnen allen, dass Sie aus der Beschaulichkeit und der Gemütlichkeit der letzten Wochen ein wenig mit hinüberretten können in das Neue Jahr, das ja auch schon wieder an die Türen klopft.

Aber vorher sehen wir uns noch einige Male. Bis zum Heiligen Abend wünsche ich Ihnen allen Gottes reichen Segen.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 3. Sonntag im Advent.
Wieder haben wir einen Text aus dem Buch der Offenbarung als Predigttext. Den heutigen Predigttext finden wir im 3. Kapitel der Offenbarung, die Verse 1-6. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und dem Engel der Gemeinde in Sardes schreibe: Das sagt, der die sieben Geister Gottes hat und die sieben Sterne: Ich kenne deine Werke: Du hast den Namen, dass du lebst , und bist tot. Werde wach und stärke das andre, das sterben will, denn ich habe deine Werke nicht als vollkommen empfunden vor meinem Gott. So denke nun daran, wie du empfangen und gehört hast, und halte es fest und tue Buße ! Wenn du aber nicht wachen wirst, so werde ich kommen wie ein Dieb und du wirst nicht wissen, zu welcher Stunde ich über dich kommen werde. Aber du hast einige in Sardes, die ihre Kleider nicht besudelt haben; die werden mit mir einhergehen in weißen Kleidern, denn sie sind’s wert. Wer überwindet, der soll mit weißen Kleidern angetan werden, und ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buch des Lebens, und ich will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und seinen Engeln. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt !

Liebe Gemeinde,

im Gegensatz zur letzten Woche klingt in diesem Text schon eine ziemlich harte Kritik an. Bei dem Wort „Kritik“ rümpfen wir alle gleich gern die Nase. Keiner von uns möchte gern kritisiert werden. Unser Herr kritisiert aber ein wenig anders, als wir es gemein hin gewohnt sind. Er kritisiert nicht destruktiv, sondern konstruktiv. Er beschreibt den Ist-Zustand, erklärte den Soll-Zustand und macht uns mit dem vertraut, was uns erwartet, wenn wir den Soll-Zustand erreicht haben. Lassen Sie uns über diese drei Punkte am heutigen Morgen ein wenig intensiver nachdenken.

1. Der Ist-Zustand

„Du bist geistig tot“, so könnten wir die Worte Jesu an die Gemeinde in Sardes auch beschreiben. Das schönste an unserem Herrn, so finde ich, ist seine Direktheit. Er redet nicht lange um den heißen Brei herum, sondern sagt, was falsch ist. Auch wenn es weh tut, aber es ist ja zu unserem Besten.

Wir möchten doch alle in den Himmel kommen. Da ist es mir schon recht, wenn mich mein Herr auf meine Fehler hinweist, die mich vom Himmel fernhalten.

Geistig tot zu sein ist ja genau das, was wir alle nicht sein wollen.
Wenn wir die Bibel aufmerksam lesen, dann stellen wir an vielen Stellen fest, dass gute Werke häufig den geistigen Schlafzustand zu überdecken scheinen. Und genau dies deckt Jesus auf.

Ist es nicht auch ein klein wenig so bei uns allen. Wir spenden gerade jetzt zur Weihnachtszeit. Wir engagieren uns in einigen Ehrenämtern und wir sind auch in unseren Gemeinden aktiv. Da ist natürlich nichts gegen zu sagen, aber das alles ersetzt nicht unsere Beziehung zu unserem Herrn.

Erst wenn wir aus der Beziehung zu unserem Herrn heraus leben, dann machen all die guten Werke Sinn. Dann verrichten nicht mehr WIR die guten Werke, sondern unser Herr, der in uns wohnt gibt uns die Kraft für diese Werke.

2. Der Soll-Zustand

„Zurück in’s geistige Leben“, das sollte das Ziel sein. Neugeboren zu sein in unserem Herrn, das bewahrt uns davor in der ewigen Verdammnis zu landen.

Der Weg zu Jesus hin geht nur über die Reue, die Buße und die Umkehr.
Wer an seinem alten Leben festhalten will, den hindert Gott nicht daran.
Er muss aber auch spätestens bei seinem irdischen Ableben die Konsequenzen dafür ganz alleine tragen.

Echte Reue setzt den tiefen inneren Wunsch zur Umkehr frei. Wer seine Sünden wirklich bereut, der will nur eines, nämlich umkehren. Umkehren zurück ins Vaterhaus.

Nun birgt dies natürlich ein Problem in sich. Viele Menschen wollen gern umkehren, möchten sich aber noch ein wenig Zeit damit lassen. Es liegt ja noch ein ganzes Leben vor einem und man hat ja noch sooooo viel Zeit mit der Umkehr. Also wird es auf später verschoben. Und ehe man sich versieht ist man wieder in dem alten Trott drin. Ich bin sicher, wir kennen alle Menschen, denen es so oder so ähnlich geht.

Zu all diesen Menschen spricht das Kind in der Krippe: Kehre um. Komm nach Hause. Auch wer sich mit der Umkehr immer wieder Zeit lassen will kommt doch gerade in der Weihnachtszeit an der Krippe nicht vorbei.

Seien wir doch Wegweiser für all die Menschen die umkehren wollen.
Heute, wenn wir Seine Stimme hören, dann ist die Zeit der Umkehr. Morgen kann es bereits zu spät sein. Denn alle, die wir heute morgen zusammen sind, wir alle wissen doch gar nicht ob wir morgen früh noch einmal aufwachen.

Was mich betrifft, dann möchte ich gern im Himmel und nicht in der Hölle aufwachen. Geben wir doch all unseren Mitmenschen ebenfalls die Chance, in den Himmel zu kommen.

3. Das Ergebnis

„Was habe ich denn davon…“ Das, liebe Gemeinde, werde ich immer wieder gefragt, wenn ich Menschen auf ihr Verhältnis zu Gott anspreche.

Und jetzt wird es kritisch. Sagen wir auf diese Frage „Du bekommst einen Platz im Himmel“, dann werden wir gleich wieder als Ewigkeitsvertröster abgetan. Sagen wir „Friede, Freude und Reichtum auf Erden“, dann haben wir schlicht und einfach gelogen.

Machen wir es doch wie Jesus es uns an vielen Stellen im Neuen Testament vormacht. Allen, die ihm folgen verspricht Er ein Leben, das eines niemals sein wird, nämlich langweilig. Verfolgung, Hohn und Spott sind an der Tagesordnung. Wir werden belächelt, als fromme Spinner bezeichnet und bisweilen auch beleidigt.

Und dafür soll ich mich bekehren. Aber Ja doch !!! Jesus verspricht uns nämlich noch viel mehr. Er verspricht uns, dass Er uns durch all dies was uns widerfahren wird, hindurchtragen wird. Wir sind fortan niemals mehr allein. Er wird in uns Wohnung nehmen und unser ganzes Leben beherrschen. Wir werden niemals mit mehr Leiden konfrontiert werden, als wir auch ertragen können.

Und Jesus sagt uns in unserem heutigen Predigttext noch viel mehr. Alle diejenigen, die diesen, zugegebenermaßen manchmal steinigen Weg bis zum Ende durchhalten, denen verspricht Er das ewiges Leben. Wir alle, die wir durchhalten, sind im Buch des Lebens vermerkt. Wir brauchen keine Angst mehr vor der Hölle und der ewigen Verdammnis zu haben. Unser Herr wird sich zu uns bekennen, wie wir uns zu IHM bekannt haben.

Als Christi Eigentum haben wir hier auf Erden schon eine Platzreservierung für den Himmel in der Hand. Auch dies ist eine Botschaft vom Advent, die uns auf Jesu Kommen einstimmen will.

Lassen wir uns also nicht durch Unbillen jedweder Art abhalten, IHM nachzufolgen. Gehen wir mit IHM den Weg hin zum Ewigen Leben in Seiner Gemeinschaft. Fangen wir am besten gleich sofort damit an.

Was uns im Himmel erwartet, das wissen wir konkret natürlich noch nicht.
Aber der Liederdichter Johann Walter beschreibt die Himmelsvision sehr schön im 5. Vers seines Liedes „Herzlich tut mich erfreuen….“ (EG 148), der da lautet, wie folgt:

Er wird uns fröhlich leiten, ins ewig Paradeis,
die Hochzeit zu bereiten zu seinem Lob und Preis.
Da wird sein Freud und Wonne in rechter Lieb und Treu
aus Gottes Schatz und Bronne und täglich werden neu.

Der Herr segne Dich auf allen Deinen Wegen, die Du auf Erden gehst
Der Herr behüte Dich vor allem Bösen, wo immer Du auch gerade bist
Der Herr leite Dich auf Seinem Wege zu IHM in den Himmel hinein

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten 3. Sonntag im Advent.
Einen guten Start in die neue Woche wünsche ich Ihnen allen.

Es grüßt Sie recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber