ePredigt vom 24.12.2013 (1. Timotheus 3, 16) – Heilig Abend

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Heiligabend zur Christvesper. Den Predigttext für den heutigen Gottesdienst finden wir im 1. Timotheusbrief, Kapitel 3, den Vers 16. Lassen Sie uns diesen Vers zunächst gemeinsam lesen:

Und groß ist, was jedermann bekennen muss, das Geheimnis des Glaubens:

Er ist offenbart im Fleisch,
gerechtfertigt im Geist,
erschienen den Engeln,
gepredigt den Heiden,
geglaubt in der Welt,
aufgenommen in die Herrlichkeit.

Liebe Gemeinde,

so viele Geheimnisse wie in der Weihnachtszeit haben wir sicherlich selten voreinander. Nun, diese werden heute Abend oder am morgigen Tage gelüftet. Aber ein Geheimnis bleibt uns erhalten, das Geheimnis des Glaubens. Lassen Sie uns heute Abend ein wenig näher darüber nachdenken, was es eigentlich auf sich hat mit dem Geheimnis des Glaubens.

1. Offenbart im Fleisch

Das genau feiern wir heute, um korrekt zu sein, natürlich am morgigen Tage. Wie das genau geschah, das Kommen Gottes in die Welt, das, liebe Gemeinde, entzieht sich unserer Kenntnis. Unzählige Theorien sind schon über die Jungfrauengeburt verfasst worden.

Wie, das können wir nicht erklären, aber das große WARUM, das können wir erklären. Warum kam Gott in der Person Jesu Christi auf diese Welt ? Aus Liebe, aus Liebe zu uns Menschen.

Was war eigentlich mit der Menschheit geschehen ? Viele Menschen hatten sich von Gott abgewandt und gingen ihre eigenen Wege. Andere hingegen hatten sich in extremer Weise Gott zugewandt und meinten, durch die Einhaltung von mehreren hundert Regeln und anderen Vorschriften wieder den Weg zu Gott finden zu können.

Wie ist es eigentlich heute bei uns ? Gibt es sie nicht auch heute noch, die Überheblichen, die meinen einen Lebensweg ohne Gott hin zu bekommen oder die Stolzen, die immer wieder alles nur aus eigener Kraft heraus machen ? Und gibt es sie nicht auch die anderen, die Extremen, die meinen sich mittels ritueller Handlungen wieder Gott nähern zu können ?

Ja, liebe Gemeinde beide Gruppen gibt es auch heute noch. Und darum ist es auch so wichtig, dass wir erkennen, dass Gott aus Liebe zu uns in diese Welt gekommen ist. Er liebt die Hochmütigen, die meinen, ohne Ihn zurecht kommen zu können, und Er liebt die übertreuen Gesetzeshüter Seines Wortes, die sich allein auf rituelle Handlungen hin einen Platz im Himmel versprechen.

Beiden bietet Er die Erlösung an.
Den Anfang des großen Gottesplanes können wir heute in der Krippe bewundern.

2. Die Sündenvergebung

Wie genau sich dies vollzogen hat, das wissen wir natürlich nicht, aber wir wissen das große WARUM, warum Gott dies getan hat, nämlich aus Liebe.

Mit dem Sündenfall war der Mensch von Gott getrennt. Alle Menschen, die geboren wurden waren Sünder. So übrigens auch wir. Bei unserer Geburt sind wir Sünder. Und wir bleiben dies auch bis zu unserer Bekehrung.

Sünde und Gott, sind wie Feuer und Wasser, passen also überhaupt nicht zusammen. Der Zugang zu Gott war also allen Menschen verwehrt. Auch die besonders Frommen hatten keine Chance in den Himmel zu kommen.

Auch wenn sie Ihn verlassen, so liebt Gott doch „SEINE“ Menschen weiterhin. Er wollte wieder mit ihnen Gemeinschaft haben. Dies ging aber nur, wenn die Sünde aus dem Leben der Menschen getilgt werden konnte.
Dies tat Jesus stellvertretend mit Seinem Tode.

Und auch daran dürfen wir uns an Weihnachten erinnern, wenn wir das Kind in der Krippe betrachten. „ Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eigenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben (Johannes 3, 16).“

Voraussetzung ist natürlich, dass wir an den Herrn Jesus glauben und Seine Erlösungstat auch im Glauben annehmen.

3. Der Glaube

Der Glaube ist schlichtweg das Geheimnis des Glaubens in sich. Das klingt total abgedreht. Aber wir müssen es einfach mal so hinnehmen, dass wir den Glauben nicht erklären können. Wir können nicht messen, wieviel Glauben ein Mensch hat oder wie wenig Glauben der Mensch hat.

Das Geheimnis des Glaubens, liebe Gemeinde, das kann man nur erfahren, wenn man selber glaubt. Dann öffnen sich einem die Türen und Fenster des Himmels. Das lesen wir schon bei den Glaubenshelden des Alten Testamentes. Aber auch im Neuen Testament finden wir zahlreiche Erfahrungsberichte darüber.

Glauben kann man nur durch Glauben erfahren. Jetzt kennen wir ja alle die Zeitgenossen mit den tollen Sprüchen, wie „Ich glaube nur, was ich sehe…“

Liebe Gemeinde, um es kurz zu machen: Glaube hat überhaupt nichts mit der Abgabe des Verstandes an der Kirchentür zu tun. Glaube hat etwas mit der Aufgabe des Widerstandes zu tun. Wir können und sollen unsere Mitmenschen nicht zum Glauben drängen. Aber wir können sie ermuntern, ihren Widerstand einmal aufzugeben und sich ganz dem Glauben hinzugeben.

Meine Lenze zählen nun schon fast biblische 55 Jahre. Und ich habe noch niemanden erlebt, der sich wieder vom Glauben abgekehrt hat. Alle, die sich ernstlich dem Glauben durch Aufgabe ihres eigenen Widerstandes hingegeben haben, sind auch bis heute dabei geblieben. Natürlich gibt es holprige Zeiten im Glaubensleben, aber durch diese hilft uns das Kind in der Krippe hindurch, wenn wir ganz eng mit Ihm verbunden bleiben.

Liebe Gemeinde, auf viele von uns warten gleich zahlreiche Geschenke, auf uns alle aber wartet das größte Geschenk, das wir jemals erhalten können, nämlich Gott und SEINE Liebe. Packen wir doch dieses Geschenk aus und nehmen es im Glauben in unseren Herzen an.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen ein gesegnetes Weihnachtsfest.

Bevor wir jetzt nach Hause gehen, lassen Sie uns gemeinsam DAS Weihnachtslied singen, das wir sicherlich alle auswendig kennen:

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit !
Welt ging verloren, Christ ist geboren:
Freue, freue dich, o Christenheit !

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit !
Christ ist erschienen, uns zu versühnen:
Freue, freue dich, o Christenheit !

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit !
Himmlische Heere jauchzen dir Ehre:
Freue, freue dich, o Christenheit !

Der Herr sende herab auf Dich SEINEN göttlichen Frieden
Der Herr erfülle Dein Herz mit herrlicher göttlicher Freude
Der Herr begleite Dich allezeit auf Deinem Lebensweg

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen einen gesegneten und besinnlichen Heiligabend.
Bis zum morgigen Tage verabschiede ich mich und grüße Sie alle recht herzlich

Ihr

Ulrich Naber

und
Waltraud und Jens Steinführer