ePredigt vom 09.02.2014 (2. Petrus 1, 16-19)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen letzten Sonntag nach Epiphanias. Unseren heutigen Predigttext finden wir im 2. Petrusbrief, Kapitel 1, die Verse 16-19. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Denn wir sind nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir euch kundgetan haben die Kraft und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus; sondern wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen. Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm kam von der großen Herrlichkeit: Dies ist mein lieber Sohn an dem ich Wohlgefallen habe. Und diese Stimme haben wir gehört vom Himmel kommen, als wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen.

Liebe Gemeinde,

die ersten christlichen Gemeinden waren gegründet und es war schon eine geraume Zeit in’s Land gegangen seit der Himmelfahrt unseres Herrn. Zuerst wartete man ganz gespannt auf dessen Wiederkommen. Aber als dies nach geraumer Zeit nicht geschah, da machten sich doch die ersten Zweifel breit.

War man doch einer Fabel aufgesessen ? Hatte man vielleicht doch ganz umsonst gehofft ? Und stimmte das überhaupt, die abenteuerlichen Berichte über diesen Jesus ? Alles Zweifel, liebe Gemeinde, die wir auch heute noch all zu gut kennen. Und genau in diese Zweifel hinein ermuntert Petrus die noch junge Gemeinde, auf jeden Fall an Jesus dran zu bleiben.

Es sind drei Punkte, die Petrus aufführt und damit der Gemeinde die Gewissheit zurückgeben will, dass sie auf dem rechten Wege sind und auch darauf bleiben sollen.

1. Wir waren Augenzeugen

In einem Gerichtsprozess sind Indizien gute Anhaltspunkte, dass sich ein Geschehen auf eine ganz bestimmte Art und Weise abgespielt hat. So ganz glücklich sind die Verfahrensbeteiligten allerdings nicht, wenn ein Urteil ergeht, welches sich nur auf Indizien stützt.

Ganz anders sieht es da schon bei den Augenzeugen aus. Diese können sich zumeist gut an das Geschehen erinnern. Diese können nach Details befragt werden. Augenzeugen können also mehr über das wirkliche Geschehen berichten, als irgendwelche Indizien.

Und so ein Augenzeuge war Petrus. Wir erinnern uns, Petrus, der große Glaubensheld war in unmittelbarer Gesellschaft unseres Herrn mit diesem zusammen. Vieles hatte er gemeinsam mit Jesus erlebt. Alles, was ihm Jesus gesagt hatte, das war auch eingetroffen. Und genau dies berichtet er der noch jungen Gemeinde.

Wir müssen uns daran erinnern, dass es das Neue Testament damals ja noch gar nicht gab. Wir können jeden Tag unsere Bibel zur Hand nehmen und alles über Jesus nachlesen. Diese Möglichkeit hatte die junge Gemeinde damals noch nicht.

2. Wir haben Gottes Stimme gehört

Wenn mir der A erzählt, er habe von dem B gehört, dass vor langer Zeit der D zu dem E gesagt haben soll, dass der F über den G gesagt hat,dann schenke ich dem kein großes Vertrauen. Dann möchte ich schon gern den unmittelbaren Beteiligten befragen.

In einer ähnliche Situation steckten auch die jungen Christen. Sie hatten immer wieder etwas von Jesus gehört. Aber so einen direkten Beteiligten des Geschehens konnten sie nicht befragen. Daher rührten schließlich auch ihre Zweifel. Das ist ja auch nur all zu menschlich.
Uns geht es ja heute auch nicht anders.

In diese Situation spricht Petrus hinein und bezeugt der Gemeinde, dass er tatsächlich die Stimme des allmächtigen Gottes persönlich gehört hat.

Eigentlich müssten diese Menschen doch nunmehr überzeugt sein. Das ist vollkommen legitim so zu denken. Aber bitte, denken wir noch einmal daran, damals gab es das Neue Testament noch nicht. Schriftliche Quellen waren also noch gar nicht vorhanden.

Und wie ist es bei uns heute ? Wie viele Menschen glauben immer noch, dass dies alles fromme Fabeln sind, obschon sie in der Lage sind die Bibel zu lesen und zu verstehen. Wie viele Fragen stellen sich auch heute noch, z.B. wo ist er denn der Jesus, der versprochen hat alle Tage bei uns zu sein ? Auch auf diese Frage geht Petrus ein und zwar wie folgt:

3. Der helle Morgenstern

Gehen wir doch einmal in einer sternenklaren Nacht nach draußen und bestaunen den Sternenhimmel. Wunderbar ist ein derartiges Erlebnis.
Obschon uns die Vielfalt des Sternenhimmels sicherlich beeindruckt, so werden wir einen Stern vergeblich suchen, nämlich den Morgenstern.

Und trotzdem ist er da. Wir können ihn nur nicht erkennen. Machen wir das gleiche Experiment doch einmal in den frühen Morgenstunden des herannahenden Tages. Dann, zu einem bestimmten Zeitpunkt können wir den Morgenstern ganz klar erkennen. Hell und klar leuchtet er am Firmament.

Mit diesem Beispiel sagt Jesus der Gemeinde, dass Jesus ja lebt, wir können ihn nur zum jetzigen Zeitpunkt nicht sehen, aber einmal wird der Zeitpunkt kommen, wo ihn alle Augen sehen werden.

Wir können dies auch auf den einzelnen Menschen beziehen. Solang ein Mensch nichts von Christus wissen möchte, so lange lebt er in der Dunkelheit. Hat er aber den Weg zum Herrn gefunden, dann kann er ihn in aller Klarheit auch erkennen. Hier auf Erden sicherlich nur mit den inneren Augen, später einmal aber mit den Augen unseres verwandelten Leibes.

Wir alle haben im Leben zwei Möglichkeiten. Entweder wir vertrauen den
Augen- und Ohrenzeugen, die uns alles berichten, was sie mit Jesus erlebt haben und wir vertrauen SEINEM Wort in dem Er uns verspricht, dass Er bei uns ist alle Tage bis an der Welt Ende, oder aber wir gehen den geheimen Versuchungen Satans auf den Leim, der immer und immer wieder dies alles in Frage stellen möchte.

Die Nichtchristen hat er sowieso schon gewonnen, aber wir als Christen leben ganz, ganz gefährlich. Satan wird bis an unser Lebensende immer wieder versuchen, unsere Zweifel dazu zu benutzen, all das in Frage zu stellen, was Gott uns in Seinem Heiligen Wort hinterlassen hat.

Deshalb lassen Sie uns doch allein dem vertrauen, was wir schwarz auf weiß besitzen, nämlich Gottes Wort, der Bibel. Da Jesus ja alle Tage bei uns ist, können wir Ihn auch jederzeit um Seinen Beistand bitten, wenn die Angriffe Satans uns ereilen. Er ist ja nur ein Gebet weit weg.

Die schönen Folgen des „Dranbleiben an Jesus“ beschreibt der Liederdichter Paul Gerhardt sehr schön in dem 2. Vers seines Liedes „Du meine Seele, singe…“ (EG 302), der da lautet, wie folgt:

Wohl dem, der einzig schauet nach Jakobs Gott und Heil !
Wer dem sich anvertrauet, der hat das beste Teil,
das höchste Gut erlesen, den schönsten Schatz geliebt;
sein Herz und ganzes Wesen, bleibt ewig unbetrübt.

Der Herr begegne Deinen Zweifeln mit SEINEM heiligen Wort
Der Herr lasse SEIN Licht in Dein Herz hinein leuchten
Der Herr lasse SEIN Licht durch Dich in die Welt hineinstrahlen

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen fröhlichen Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

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