ePredigt vom 20.042014 (1. Korinther 15, 19-28)

Liebe Gemeinde,

Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden !!!

Mit diesem Ostergruß aus der Urchristengemeinde grüße ich Sie alle recht herzlich am heutigen Ostersonntag. Unseren Predigttext für den Ostersonntag finden wir im 1. Korintherbrief, Kapitel 15, der Verse 19-28. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendsten unter allen Menschen. Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden. Ein jeder aber in seiner Ordnung: als Erstling Christus; danach, wenn er kommen wird, die, die Christus angehören; danach das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater, übergeben wird, nachdem er alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt vernichtet hat. Denn er muss herrschen, bis Gott ihm „alle Feinde unter seine Füße legt“ (Psalm 110,1). Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod. Denn „alles hat er unter seine Füße getan“ (Psalm 8,7).
Wenn es aber heißt, alles sei ihm unterworfen, so ist offenbar, der ausgenommen ist, der ihm alles unterworfen hat. Wenn aber alles ihm untertan sein wird, dann wird auch der Sohn selbst untertan sein dem, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott sei alles in allem.

Liebe Gemeinde,

Ostern, das bedeutet für viele von uns 4 Tage Freizeit am Stück ohne dafür einen Urlaubstag opfern zu müssen. Ostern bedeutet aber auch:
Familientreffen, gutes Essen, spazieren gehen oder einfach nur relaxen.

Dies sind die Umfrageergebnisse einer Erhebung, deren einzige Frage war:
„Was bedeutet Ostern für Sie ?“. Bei so vielen „tollen“ Antworten besteht gewiss Erklärungsbedarf bei dem größten Teil der Bevölkerung.

Erklären wir doch einmal jemandem, der bei der o.g. Befragung mitgemacht hat, was Ostern für uns als Christen bedeutet. Wenn wir so etwas tun, dann sollten wir uns einer möglichst einfachen Sprache bedienen und nicht unbedingt voraussetzen, dass profunde Kenntnisse der Bibel vorhanden sind. Also probieren wir es doch einmal zusammen und erklären, welche 3 Bedeutungen Ostern für uns als Christen hat.

1. Der freie Weg

Ich versuche jetzt, mich einer möglichst einfachen Sprache zu bedienen, denn unsere Botschaft soll ja auch ankommen.

Also, als Adam und Eva aus dem Paradies herausgeflogen sind, weil sie gesündigt hatten, war der Rückweg für immer gesperrt. Weil sie nicht mehr zurückkehren konnten, waren sie für Gott einfach nicht mehr existent, also tot.

Jetzt hatte Gott aber ein gewaltiges Problem. Er hat den Menschen ja nach Seinem Bilde geschaffen und Er liebt ihn über alles. Der Mensch hatte also keine Möglichkeit zu Gott zurück zu kehren, weil er eben ein armer Sünder geworden ist.

Gott konnte den Menschen nur wieder annehmen, wenn er ohne Sünde ist, bzw. er (der Mensch) für diese Sünde bezahlt hat. Da wir Menschen aber notorische Dauersünder sind, gestaltete sich das Problem doch mehr als schwierig. Es musste jemand in der Lage sein, für alle Sünden der Welt für alle Zeiten, also die der Vergangenheit, die der Gegenwart und die der Zukunft zu bezahlen. Dies konnte aber kein Mensch sein, da dieser ja nun schon mal ein Sünder ist.

Der einzige, der in dieser ganzen verzwickten Lage ohne Sünde ist, das war Gott selber. Gott selber müsste also für die Sünden aller Menschen aller Zeiten bezahlen. Also musste er , der ohne jedwede Sünde ist, auf die Erde kommen und für die Sünden der Menschen bezahlen.

Liebe Gemeinde, das tat Er an Karfreitag. Indem Er die Sünden der gesamten Menschheit auf sich geladen hat, und für diese bezahlt, macht Er uns alle wieder zu sündlosen Menschen.

Nein, so ist es natürlich nicht. Wir werden weiter sündigen, das steht schon mal fest. Aber wenn wir das, was wir getan haben bereuen, dann nimmt Er diese Sünden und trägt sie in das Buch „bezahlt“ ein. Wenn Sie einen Gegenstand einmal bezahlt haben, dann kann kein Mensch von Ihnen fordern den gleichen Gegenstand nochmals zu bezahlen.

Für alle Sünden wurde also 1x bezahlt. Wenn die Sünde weg ist, dann ist der Weg zu Gott wieder frei. Wir haben die Möglichkeit, Frieden mit Gott zu schließen.

2. Auferstehung

Gott stirbt für unsere Sünden. Schön und gut, aber dann ist Gott ja tot.
Bekanntermaßen ist es ein wenig schwierig Gemeinschaft mit einem Toten zu haben. Also ist dieser Weg doch eigentlich nichts wert.

Ja, Gott starb für uns am Kreuz und lud all unsere Sünden auf sich.
Aber, und jetzt kommt das größte ABER der Weltgeschichte: Gott blieb nicht im Tode. Am dritten Tage nach der Kreuzigung ist Gott auferstanden von den Toten.

Das gibt’s doch gar nicht, das ist doch vollkommener Blödsinn. Das ist doch wissenschaftlich gar nicht bewiesen. Nun, mit dem wissenschaftlichen Beweis ist das so eine Sache. Seit Heisenberg und Einstein müssen wir mit dem Wort des wissenschaftlichen Beweises sehr vorsichtig sein. Was wir wissen sind allenfalls falsifizierbare Wahrscheinlichkeiten.

Auf den Punkt gebracht bedeutet dies z.B.: Gestern morgen wurde es hell, heute morgen wurde es hell. Aber kein Mensch kann den Beweis antreten, dass es auch morgen früh wieder hell werden wird. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist zwar groß aber eben nicht 100 %. Und somit kann die Auferstehung doch stattgefunden haben auch entgegen aller vermeintlichen Wissenschaft.

Also, der Weg zu Gott ist wieder frei, und Gott lebt. Daher können wir seit Ostern wieder eine lebendige Beziehung zu Gott haben. Wir können mit IHM reden, denn ER lebt ja. Wir können alle unsere Probleme Nöte und Sorgen mit IHM besprechen, denn ER liebt uns über alles und möchte, dass es uns gut geht.

Das glaube ich nicht, das geht mir zu weit. Kann ich gut verstehen.
Bevor ich meine Frau kennen gelernt habe, habe ich so ziemlich alles über Liebe und Gefühle in der (ich muss mich jetzt outen) „Bravo“ gelesen. Ich wusste theoretisch sehr viel über die Liebe. Aber erst als ich mich in meine Frau verliebt habe, da habe ich die Liebe erst richtig kennengelernt.

Und so ist es auch mit der Beziehung zu Gott. Wir können alles über Gott wissen. Aber erst dann, wenn wir eine Beziehung zu IHM eingehen, erst dann können wir SEINE Liebe spüren, fühlen und jeden Tag auf’s neue erleben.

3. Der Tod

Wenn ich Ihnen jetzt erzähle, dass ich gerne zu Beerdigungen gehe, dann dürfen Sie zu recht sagen: Jetzt ist er vollkommen durchgeknallt. Oder wie man bei uns im Ruhrgebiet so schön zu sagen pflegt: „Der gehört wech !!“ (gemeint ist damit eine Einrichtung, deren Zimmer nur Türklinken von außen haben).

Warum gehe ich gern zu Beerdigungen ? Ganz einfach weil sich dort Himmel und Erde sichtbar berühren. Wer die Bibel liest, der wird darauf aufmerksam, dass eigentlich recht wenig vom Tod dort zu lesen ist. Er wird nicht glorifiziert aber auch nicht dramatisiert.

Warum ? Ganz einfach, weil Jesus dem Tode die Macht genommen hat. Und was keine Macht mehr über uns hat, das ist uninteressant. Und glauben Sie mir eines, die Bibel berichtet an keiner Stelle über etwas, das uninteressant ist. Der Tod hatte keine Macht über den getöteten Gekreuzigten. Er, Jesus, stand einfach wieder auf von den Toten.

Wenn wir eine lebendige Beziehung zu unserem Herrn unterhalten, dann sagt Er uns, dass Er immer bei uns sein wird. Wenn wir Seine Kinder geworden sind, dann gehören wir IHM im Leben im Sterben und eine Ewigkeit darüber hinaus.

Für einen Christen ist der Tod nur eine Durchgangsstation hin auf den Weg nach Hause zu Seinem Herrn. Darum lesen wir in der Bibel so wenig von dem körperlichen Tod. Weil dieser überhaupt keine Bedeutung mehr hat, wir haben ja die Zusage der ewigen Gemeinschaft mit unserem Herrn.
Dass wir salopp gesagt, dafür eben durch die Türe des körperlichen Todes gehen müssen, ist genau so ein Vorgang wie wenn wir in ein Flugzeug einsteigen, um zu verreisen.

Was habe ich also von Ostern ?
Den freien Weg zu Gott, die Verheißung des ewigen Lebens und die feste Gewissheit, dass ER schon jetzt hier während meines irdischen Lebens immer für mich sorgt.

Mehr geht doch nun wirklich nicht.
Ostern ist eben doch mehr als 4 Tage frei, spazieren gehen und relaxen.

Und wenn dann doch einmal trübe Gedanken in uns hochkommen, dann dürfen wir frohen Mutes in den 14. Vers des Liedes „Frühmorgens, da die Sonn aufgeht…“ (EG 111) einstimmen,
der da lautet, wie folgt:

Mein Herz darf nicht entsetzen sich;
Gott und die Engel lieben mich;
die Freude, die mir ist bereit,
vertreibet Furcht und Traurigkeit.
Halleluja.

Der Herr lasse Dich auch im Alltag immer den freien Weg zu IHM erkennen
Der Herr gebe Dir allezeit die Gewissheit, dass ER stets für Dich sorgt
Der Herr lasse Dich jeden Tag Deines Lebens auf SEINE Verheißungen vertrauen

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen einen schönen Ostersonntag auch mit relaxen und spazieren gehen aber auch gleichzeitig immer unter Gewissheit, dass der Herr auferstanden ist, dass er wahrhaftig auferstanden ist.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber