ePredigt zum 08.04.2012 (1.Samuel 2, 1-2, 6-8a)

Liebe Gemeinde,

Der Herr ist auferstanden, ER ist wahrhaftig auferstanden !

Mit dieser Osterbotschaft grüße ich Sie alle recht herzlich am heutigen Ostersonntag des Jahres 2012. Und weil unser Herr tatsächlich auferstanden ist, dürfen auch wir in der gewissen Hoffnung des ewigen Lebens hier auf Erden leben. Mit Jesu Auferstehung wurde dem Tod endgültig seine Macht genommen. Lassen Sie uns in unserem heutigen Predigttext, den wir alle kennen, einmal einer Frau zuhören, die sich von Herzen freut über das Eingreifen Gottes in ihrem Leben.

Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag im 1. Samuel, Kapitel 2,
die Verse 1-2 und 6-8 a. Lassen Sie uns teilhaben an der Freude der Hanna:

Und Hanna betete und sprach: Mein Herz ist fröhlich in dem Herrn, mein Haupt ist erhöht in dem Herrn. Mein Mund hat sich weit aufgetan wider meine Feinde, denn ich freue mich deines Heils. Es ist niemand heilig wie der Herr, außer dir ist keiner, und ist kein Fels, wie unser Gott ist. Der Herr tötet und macht lebendig, führt hinab zu den Toten und wieder herauf. Der Herr macht arm und macht reich; er erniedrigt und erhöht. Er hebt auf den Dürftigen aus dem Staub und erhöht den Armen aus der Asche, dass er ihn setze unter die Fürsten und den Thron der Ehre erben lasse.

Liebe Gemeinde,

in der Predigtvorbereitung wurde ich von einem guten Freund auf Ostern angesprochen. Wir sprachen über Ostereier, Osterlamm, Osterspaziergang und die tolle freie Zeit, die man so richtig genießen kann. Ich erlaube mir dann immer den Hinweis, dass Ostern noch etwas mehr beinhaltet, als das eben genannte. Als ich zur Auferstehung unseres Herrn kam, kam die Frage: Und was habe ich damit zu tun ? Genau diese Frage ist es, liebe Gemeinde, die 95 % der Bevölkerung sich stellen.

Lassen Sie uns doch heute morgen einmal eine Antwort darauf suchen, was es denn mit der Osterfreude und dem Ostergeschehen auf sich hat. Fragen wir also einmal ganz konkret:
Was habe ich ganz persönlich von dem österlichen Geschehen ?
Ich glaube, es sind drei Punkte, die für uns ganz wichtig sind.

1. Das Geschenk der Sündenvergebung

Mit dem Kreuzestod hat der Herr Jesus für alle unsere Sünden bis in alle Ewigkeit hinein Buße getan. Das, was uns den Weg zu Gott versperrte existiert nicht mehr. Mit dem Tod unseres Herrn haben wir die Eintrittskarte in den Himmel erhalten. Wir müssen diese Eintrittskarte aber auch annehmen. Und das, liebe Gemeinde, fiel schon damals den Menschen schwer und fällt uns heute ebenfalls noch schwer.

In unserer grenzenlosen Selbstüberschätzung glauben wir nämlich, keinen Erlöser nötig zu haben. Ich stehe selbst für meine Fehler gerade, das höre ich an allen Ecken und Enden. Natürlich gestehe ich dies jedem zu, der es so will. Nur muss man bedenken, dass man mit der eigenen Sündenlast vor dem heiligen Gott steht, vor dem kein Mensch jemals aus sich heraus bestehen kann. Und diese Selbstüberschätzung führt schnurstracks in die Hölle. Aber soweit muss es ja gar nicht kommen.
Wenn wir heute das Gnadengeschenk unseres Herrn annehmen, dann können wir heute schon gewiss sein, dass wir die Ewigkeit mit Ihm zusammen im Himmel verbringen werden.

2. Das Geschenk der Wunder

Hanna aus unserem Predigttext war gewiss keine beneidenswerte Frau. War ihr doch der Kinderwunsch über Jahre hinweg verwehrt geblieben. In der Sozialstruktur der damaligen Zeit galt eine Frau ohne Kinder als minderwertig. Und dann, als sie sich flehentlich an den Herrn gewandt
hatte und eigentlich schon alle Hoffnung aufgegeben hatte, geschah es doch: sie wurde schwanger. Endlich war mit einem Mal aller Makel von ihr weggewischt worden. Sie galt wieder als eine vollwertige Frau. Sie wurde wieder respektiert und geachtet. Daher die überschäumende Freude der Hanna.

Was Hanna widerfahren ist, dass kann uns auch heute immer wieder widerfahren. Gott, bzw. Jesus wirkt auch heute noch in das Leben Seiner Jünger hinein, wenn sie Ihn inständig bitten. Auch heute noch geschehen Wunder, die wir nur mit dem Eingreifen Gottes erklären können. Nur Gott, der jenseits von allen Naturgesetzen steht, kann diese Wunder bewirken.

Auch wenn Gott schon alles kennt, um das wir Ihn bitten, erwartet Er doch, dass wir uns hingebungsvoll an Ihn wenden und Ihn als einzigen Retter und Erlöser anerkennen. Dies sehen wir an vielen Beispielen, die uns der Herr Jesus in den Evangelien hinterlassen hat. Immer wieder
heilte Er Menschen, die all ihre Hoffnung auf Ihn allein setzten. Wir müssen also zuerst zu Ihm kommen und dürfen dann die Gnade erwarten.

Jetzt müssen wir aber auch darauf hinweisen, dass Jesus kein Wunderheiler ist, der stets und immer all die Wunder geschehen lässt, um welche wir Ihn bitten. Wenn etwas nicht so geschieht, wie wir es erbeten haben, dann geschieht etwas, dass wesentlich besser für uns ist.

Und an diese Tatsache dürfen wir uns nicht nur am Ostertag erinnern, sondern unser ganzes Leben lang.

3. Das Geschenk des Beistandes

Unmittelbar mit dem Ostergeschehen hängt ja auch das Pfingstgeschehen zusammen. Ohne Ostern keine Himmelfahrt und ohne Himmelfahrt kein Pfingsten. Daher muss ich heute schon ein wenig vorweg greifen, wenn es um das dritte Ostergeschenk geht.

Jesus ist zu Seinem Vater zurückgekehrt. Aber Er hat uns versprochen uns einen Tröster zu senden, der alle Zeit bei uns ist. In der Form des Heiligen Geistes ist dieser Tröster zu uns gekommen. Gott ist also in der Form des Heiligen Geistes alle Zeit unter, neben und über uns.

Ich weiß, dass dies schwer vorstellbar ist. Und wir mögen es ja auch nicht so unbedingt, einen immer stets und überall neben uns zu wissen. Einen, der einem immerwährend über die Schulter schaut und alles, ja wirklich alles mitbekommt, was wir gerade so tun und auch was wir gerade
so denken. Manchmal kein besonders toller Gedanke. Besonders dann, wenn ich mich mal so richtig über einen anderen Menschen ärgere, möchte ich nicht, dass Jesus dies und meine Gedanken nun unbedingt mitbekommt.

Ich kann aber nur immer wieder bestätigen, dass es tatsächlich so ist.
Nur unser Verständnis des Heiligen Geistes ist manchmal falsch. Der Heilige Geist ist nicht die „große Petze“, die Gott sagt: „Ulli Naber hat heute wieder mal dies und jenes gemacht, und was er alles gedacht hat… Und so einer will dein Kind sein ?!“ Wenn wir uns die Gegenwart des Heiligen Geistes derart vorstellen, dann ist dies bestimmt mehr als nur einfach unangenehm.

Der Heilige Geist ist aber ein Tröster und kein Ankläger. Der Ankläger, liebe Gemeinde ist der Satan, der immer um uns ist und unsere Fehler am liebsten sofort Gott melden möchte. Der Tröster hingegen will uns stark machen für ein Leben mit Gott. Wenn wir es so wollen, ist der Heilige
Geist, der göttliche Coach, der uns ein Leben lang begleitet. Dieser Coach trainiert uns für ein Leben mit Gott. Salopp gesagt, bereitet Er uns auf die Ewigkeit im Himmel vor. Er baut uns auch auf, wenn es uns mal wieder richtig schlecht geht. Dieser Coach bewahrt uns vor den immer
wieder aufgestellten Fallen des Teufels. Und der göttliche Coach berät uns auch in allen Fragen des Alltages, wenn wir Ihn denn um Seinen Rat bitten.

Die Last der Sünde ist weg, Gott wirkt auch heute noch in dieser Welt ganz konkret und der Heilige Geist ist unser steter treuer Begleiter hier auf Erden. Kann es ein schöneres Ostergeschenk geben ?

Der Liederdichter Nikolaus Hermann drückt in dem ersten Vers seines Liedes „Wir danken dir, Herr Jesu Christ…“ die Osterfreude sehr treffend und prägnant, wie folgt aus:

Wir danken dir, Herr Jesu Christ,
dass du vom Tod erstanden bist
und hast dem Tod zerstört sein Macht
und uns zum Leben wiederbracht.
Halleluja.

Der Herr sende die Osterfreude in Dein Herz
Der Herr lasse Dich diese Freude jeden Tag spüren
Der Herr stärke Dich mit der Osterfreude für ein Leben IN IHM

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen ein gesegnetes Osterfest. Genießen Sie diese schönen Tage und nehmen Sie sich doch wieder einmal die Zeit für ein ausführliches Gespräch mit unserem Herrn. Er ist nur ein Gebet weit entfernt.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber