ePredigt vom 31.12.2004 (Johannes 14, 1-6)

Liebe Lesergemeinde!
Ich grüße Sie herzlich zum Jahreswechsel und bedanke mich für alle Zuschriften im zu Ende gehenden Jahr.

Unser Predigtwort steht im Johannesevangelium, im 14. Kapitel,
in den Versen 1 – 6:

„Euer Herz erschrecke nicht! Glaubet an Gott und glaubet an mich!
In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn´s nicht so wäre, würde ich dann zu euch gesagt haben: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten? Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, so will ich wieder kommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin. Und wo ich hingehe, – den Weg wisset ihr.
Spricht zu ihm Thomas: Herr, wir wissen nicht, wo du hingehst; und wie können wir den Weg wissen? Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich.“

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
Der diesjährige Jahreswechsel wird für viele verhaltener sein.
Neben den Auswirkungen von Hartz IV bewegt die Menschen vor allem die schrecklichen Bilder und die Berichte von der Flutkatastrophe in Südostasien. Tausende sind davon betroffen, auch eine große Anzahl aus unserem Land.

Noch immer werden Vermisste gesucht, Tote geborgen, Verletzte versorgt, Gerettete betreut. Noch ist nicht abzusehen, wieviel Zeit und Anstrengung nötig sein wird, die größte Not zu lindern. Weltweit geschieht Hilfe durch Rettungspersonal, Geldspenden, menschliche Zuwendung und fürbittendes Gebet. Damit die Helfer der großen Hilfsorganisationen ihre Arbeit tun können, ist unser aller Hilfe gefragt.

Darüber hinaus muss die Staatengemeinschaft der Welt an die Zukunft der betroffenen Region denken und an Konzepte, für einen weltweiten Katastrophenschutz. Schon jetzt weisen Menschen darauf hin, dass das Ausmaß menschlichen Sterbens wesentlich geringer gewesen wäre, wenn in diesen Regionen Frühwarnsysteme existiert hätten. Dafür fehlte nicht nur das Geld, es fehlte auch die Erkenntnis der Notwendigkeit für solche Systeme, weil es in diesen Regionen über Jahrhunderte hinweg nicht zu solchen Katastrophen gekommen war.

Gerade die Länder mit christlicher Tradition könnten beim Ernstnehmen der Bibel einen Anstoß zum Umdenken geben. Die Bibel sieht die Zeit von Jesu Auferstehung an als Beginn der Endzeit. Sie spricht von Zeichen der Endzeit. Dazu gehört das Zunehmen von Erdbeben. Die Bibel sagt es uns nicht, damit Menschen in Angst und Schrecken versetzt werden, sondern sie sagt uns, dass wir vorbereitet sind, wenn solche Ereignisse geschehen.

Wir sollten uns nicht einreden lassen, dass das an der Finanzierung scheitern muss. Langfristig gesehen wird die Katastrophenvorsorge auch für Unternehmen ein wachsender Wirtschaftszweig werden. Wir werden in diesem Bereich das Ausmaß der Katastrophen mindern können und das Lebensrisiko verringern können.

Solange wir die biblischen Ankündigungen nicht ernst nehmen, können Überlegungsansätze der Katastrophenvorsorge durch akute Weltprobleme leicht wieder verdrängt werden.

Es liegt in der Natur des Menschen, die Bedrohung menschlichen Lebens in vielen Lebensbereichen zu verdrängen. wir flüchten uns schnell in unrealistische Träume einer schönen und heilen Welt. Nicht das Träumen von einer besseren Welt ist verkehrt, sondern dass wir in Träumen verharren oder Träume mit Wirklichkeit verwechseln.

Noch verheerender ist, dass wir das Kommen von Gottes bessere Welt ignorieren.

Weil dieses Kommen mit Jesu Auferstehung begonnen hat, ermöglicht uns Gott durch Jesus Lichtpunkte der neuen Welt zu setzen.
Durch diese Lichtpunkte wird Not gelindert, werden Menschenleben gerettet.
Durch diese Lichtpunkte wird die Welt nicht in ein Paradies verwandelt.

Aber diese Lichtpunkte schenken Hoffnung und Möglichkeiten zu einem Leben, das die Menschen mitnimmt, damit sie einst in Gottes vollendeter und neuen Welt ihr Zuhause haben. Das ist die Zukunft für alle, die auf Gott und SEINEN Sohn Jesus Christus vertrauen.

Ein solches Vertrauen ist eine gewaltige Kraft, die uns im Glauben geschenkt wird, in unserer Annahme von Jesus, als unserem Herrn des Lebens. Dieses Vertrauen bleibt nicht unangefochten. Es kann in Not, schweren Schicksalsschlägen und Katastrophen erschüttert werden und zerbrechen.

Nicht nur Menschen, die Gott ihr Leben lang ignoriert haben, sehen sich in solchen Situationen in ihrem Zweifeln an Gott bestätigt. Auch Glaubende kommen ins Zweifeln.

In unserem Predigtwort hören wir von Jesu Zuspruch an SEINE Jünger.
Euer Herz erschrecke nicht!

Jesus sagt dies den Jüngern im Blick auf die Zeit, in der sie Gottes helfende Gegenwart in Jesus nicht sehen werden.

Nur im Glauben werden uns die Augen für Gottes rettende Gegenwart in Jesus geöffnet. Dieser Glaube wächst aus dem Zeugnis der Bibel und findet eine Bestätigung im Zeugnis derer, die Gottes Rettung erfahren haben. Dieser Glaube wird zu einem Netz, das uns halten und tragen möchte.

Aber wenn wir nicht auf die ganze Botschaft in der Bibel hören und sie für uns annehmen, kann uns die tragende Kraft an entscheidender Stelle fehlen.
Wir stürzen ab in Zweifel und Verzagen.

Doch Gottes rettende Hand bleibt ausgestreckt!
Wir können mit unserer Not zu IHM kommen und SEINE Hilfe erbitten!

Am Ende eines ausklingenden Jahres werden unsere Gedanken nicht allein von den letzten Tagen bestimmt sein. Neben diesen Ereignissen, neben mancher persönlicher und übergreifender Last werden auch Zeiten des Glücks und der Freude und Erfolge von Bemühungen gegenwärtig sein.

So, wie wir alles Belastende vor Gott bringen können, sollten wir auch den Dank unserer Herzen vor Gott ausschütten.

Auch das vergangene Jahr war ein Jahr in der Gegenwart Gottes und unter der Gnade Gottes. Diese Gegenwart und Gnade Gottes wird auch in Zukunft bei uns sein.

Wie ein Hoffnungszeichen steht das kommende Jahr unter Jesu Zusage:

„Jesus Christus spricht:
Ich habe für euch gebeten, das dein Glaube nicht aufhöre.“ (Luc 22,32)

Lasst uns unter Gottes Segen voller Hoffnung in das neue Jahr gehen.

Es grüßt herzlich
Euer Pf.i.R. Steinführer