Liebe Lesergemeinde!
Ich grüße Sie herzlich zum Pfingstfest,
dem Fest der Ausgießung des Heiligen Geistes.

Als Predigtwort lesen wir Worte aus der Pfingstgeschichte.
Sie stehen in der Apostelgeschichte im 2. Kapitel in den Versen 1 -18:²

„Und als der Tag der Pfingsten erfüllt war, waren sie alle beieinander an einem Ort. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie eines gewaltigen Windes und erfüllte das ganze Haus, da sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen, und sie wurden alle voll des heiligen Geistes und fingen an zu predigen in anderen Zungen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer aus allerlei Volk, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschah, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn ein jeder hörte sie in ihrer eigenen Sprache reden. Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn ein jeglicher seine Sprache, darin wir geboren sind? Parther und Meder und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamien und in Judäa und Kappadozien, in Pontus und der Landschaft Asien, Phrygien und Pamphylien, in Ägypten und der Gegend von Libyen bei Kyrene und Ausländer von Rom, Juden und Judengenossen, Kreter und Araber; wir hören sie in unsern Zungen die großen Taten Gottes reden. Sie entsetzten sich aber alle und wurden bestürzt und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll süßen Weins.

Da trat Petrus auf mit den Elf, erhob seine Stimme und redete zu ihnen: Ihr Juden, liebe Männer, und alle, die ihr zu Jerusalem seid, das sei euch kundgetan, und lasset meine Worte zu euren Ohren eingehen. Denn diese sind nicht trunken, wie ihr wähnet, ist es doch erst die dritte Stunde am Tage; sondern das ist´s, was durch den Propheten Joel zuvor gesagt ist (Joel 3,1-5): „Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben; und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen.“

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
Heute möchte ich Euch von Pfingsten erzählen.
Pfingsten ist nicht nur ein Erinnerungsfest, das uns berichtet, wie es einmal mit der Kirche angefangen hat. Pfingsten ist ein Geschehen, das sich damals wie heute ereignet.

Gott öffnet SEINER Gemeinde Ohren, Augen und Herzen für SEIN Wirken!

Dabei werden wir als Gemeinde und jeder Einzelne von uns von diesem Wirken Gottes erfasst und selber Teil SEINES Wirkens. Dieses Wirken geschieht durch Gottes Heiligen Geist.

Gott hat das Kommen des Heiligen Geistes als SEINE Gabe durch den Propheten Joel angekündigt: Bevor der Tag des Herrn kommt „will ich meinen Geist ausgießen über alles Fleisch, und eure Söhne und Töchter sollen weissagen; eure Ältesten sollen Träume haben und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen; auch will ich zur selben Zeit über Knechte und Mägde meinen Geist ausgießen“.

Und Jesus spricht den Jüngern zur Himmelfahrt das Kommen des Heiligen Geistes zu:
„Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein“ (Apg 1,8).

Die Erfüllung dieser Zusage erleben die Jünger beim 1. Pfingsten in Jerusalem. Seitdem empfängt die christliche Gemeinde Gottes Heiligen Geist.

Jeder, der Jesus als seinen persönlichen Herrn und Heiland angenommen hat, hat auch sein Pfingsten erlebt. Er hat den Heiligen Geist empfangen mit unterschiedlichen Gaben des Geistes. Aber uns allen ist der Glaube und das Vertrauen auf Jesus als unseren Herrn und Heiland geschenkt worden. Und Gottes Geist bewegt uns zum Zeugnis von Gottes Handeln in unseren Worten und unserem Tun.

Am 1. Pfingstfest waren die Jünger an einem Ort in Jerusalem versammelt. Dort werden sie überrascht vom angekündigten Handeln Gottes. Das Kommen des Geistes Gottes überwältigt die. Sie erleben wie Gottes Gegenwart den Raum erfüllt. Es geschieht wie ein brausender Wind. Und sie selber werden verändert. Wie von Feuerflammen entzündet reden sie von Gottes große Taten.

Ihre Angst in der Welt, von der viele Ostererzählungen berichten, ist wie weggeblasen. Es drängt sie, in der Öffentlichkeit zu reden. Und Gottes Geist wirkt es, dass gottesfürchtige Menschen aus vielen Ländern und Kulturen ihr Reden in der eigenen Sprache hören. Sie sind darüber entsetzt und ratlos.

Dabei geht es nicht nur um ein menschliches Verstehen, das Fremdes und Trennendes überwindet. Gottes Geist kann es bewirken, dass Menschen in einer ihnen fremden Sprache reden. Christen aus charismatischen Gemeinden können bezeugen, dass solches auch in unserer Zeit geschieht.

Aber unter den Zuhören sind nicht nur Menschen, die im Reden der Jünger das Zeugnis von Gottes Wirken hören. Unter ihnen sind auch Menschen, denen die Worte des Zeugnisses verborgen bleiben. Für sie ist es ein Reden und Handeln in unverständlicher Begeisterung von Trunkenheit.

Ihnen allen hält Petrus eine Predigt. Er erklärt ihnen, was hier geschieht hat Gott durch den Propheten Joel für die Endzeit angekündigt.

Dann erzählt er ihnen von Jesus. Er verkündigt Jesus als den Messias der Endzeit. Petrus schließt seine Predigt mit den Worten:
„So wisse nun das ganze Haus Israel, daß Gott diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum Herrn und Christus gemacht hat“ (Apg 2,26).

Die Worte des Petrus teffen viele ins Herz. Sie lassen sich rufen:
– zu einer Umkehr und
– zur Taufe auf den Namen Jesus zur Vergebung ihrer Sünden.

Es entsteht die erste große christliche Gemeinde.

Zweitausend Jahre lebt die christliche Gemeinde mit dem Zeugnis des Pfingstgeschehens. Aber sie lebt nicht nur mit dieser Erinnerung, sondern aus dem Pfingstgeschehen, dass Gott immer wieder neu Gemeinde durch SEINEN Heiligen Geist wirkt.

Gott lässt immer wieder Aufbrüche in SEINER Gemeinde geschehen, durch SEINEN Geist erneuert und baut ER Gemeinde.

Lass Dich durch Gottes Geist erneuern!
Bitte darum, dass dies bei Dir geschieht!

Gottes Wirken durch SEINEN Geist geschieht in vielfältiger Form, auch in Gaben und Wundern.

Auch Du hast von Gott Gaben empfangen, die mitbauen können an den Dienst einer Gemeinde. Bitte darum, dass Du diese Gaben erkennst!
Nimm sie als Gottes Geschenk an und lebe mit ihnen!

Was Gott in SEINEM Wort zugesagt hat, können wir als Gemeinde erbitten.

Viele unserer Pfingstlieder sprechen solche Bitten aus.
Einen Liedvers aus unserem Gesangbuch möchte ich Euch als Gebet mitgeben:
(EG 136,7)

„Du heilger Geist bereite ein Pfingstfest nah und fern,
mit deiner Kraft begleite das Zeugnis von dem Herrn.
O öffne du die Herzen der Welt und uns den Mund,
daß wir in Freud und Schmerzen das Heil ihr machen kund.“

Der Herr möge uns allen dies Gebet zum Segen werden lassen.

Ich wünsche uns allen ein vom Heiligen Geist erfülltes Pfingstfest.

Es grüßt herzlich
Euer Pfr.i.R. Steinführer

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