Liebe Lesergemeinde!
Ich grüße Sie herzlich am 2. Sonntag vor der Passionszeit, am Sonntag Sexagesimä.
Ganz herzlichen Dank für Ihre Zuschriften.

Das Predigtwort für diesen Sonntag steht im Markusevangelium im 4. Kapitel,
in den Versen 26 -29: ²

„Und er sprach: Das Reich Gottes ist so, wie wenn ein Mensch Samen aufs Land wirft und schläft und steht auf Nacht und Tag: und der Same geht auf und wächst, ohne daß er´s weiß. Denn die Erde bringt von selbst Frucht, zuerst den Halm, danach die Ähre, danach den vollen Weizen in der Ähre. Wenn sie aber die Frucht gebracht hat, so schickt er alsbald die Sichel hin; denn die Ernte ist da.“

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
Lange Zeit sah es so aus als würden wir in diesem Jahr keinen Winter bekommen. Doch inzwischen deckten Schneegestöber und leichter Flockenfall das offene Land. Unsere Augen finden Ruhe, unsere Herzen staunen neu über alle Pracht. Kinder und Wintersportbegeisterte jubeln unbeschwert. Doch viele Autofahrer und ältere Leute sehen mit Sorgen auf Lasten und Gefahr.

Und für uns alle wächst verborgen unterm Schnee neues Korn fürs Brot.

Es wächst so verborgen, wie Gottes Reich in unserer Welt.
Das Wachsen von Gottes Reich bleibt vielen verborgen. Doch manchmal sehen wir Zeichen von Gottes neuem Leben, wie Spitzen von Wintersaat, die vom Winde frei geweht wurde. Doch im Glauben lässt Gott uns noch mehr sehen von SEINEM Wirken und Wachsen SEINES Reiches unter uns.

Wer Samen in die Erde gibt, der weiß, dass auch unterm Schnee die Saat für die kommende Ernte heranwächst.
Wer auf Gottes Wort hört, der weiß, dass Gottes Wort auch wirkt, wenn er es nicht sehen kann und das es ohne unser Zutun wirkt.

Davon spricht Jesus in unserem Predigtwort.
In diesem Gleichnis legt Jesus uns Samenkörner in die Hand und sagt:
Seht, hier ist Gottes Gabe zum Leben.
In diesen Körnern haltet ihr Gottes Lebenskraft in der Hand.
Sät sie aus als Samen der Hoffnung!
Sie sind Zukunftssaat für euch und die Welt.
So sollt ihr auch das Wort Gottes aussäen, es unter die Menschen bringen.
Und Gott wird aus SEINEM Wort SEIN Reich in dieser Welt wachsen lassen.
Darauf könnt ihr vertrauen, auch wenn euch vieles von Gottes Wirken verborgen bleibt.
Habt Geduld!
Aus Gottes Wort wächst Frucht zur Ernte.

Gott ist bereits am Wirken, wo immer SEIN Wort ausgestreut wurde:
– in der Verkündigung der Gemeinde
– im Lesen der Bibel
– in der Begegnung mit dem Leben von Glaubenden.

Ihr begegnet diesem wirkenden Wort Gottes hier im Gottesdienst und im Hören oder Lesen der Predigt. Denn Gott hat verheißen, dass SEIN Wort nicht leer zurückkommt (Jes 55,11).

Wir wissen nicht, wann Gottes Wort in Herzen Wurzeln schlägt und zur Frucht heran wächst. Gott allein weiß, wann es bei Dir oder mir geschieht. Aber wir können uns bereithalten, Gottes Wort zu hören und aufzunehmen.

Dazu ruft uns auch der Wochenspruch. Darin sagt uns Gottes Wort:
„Heute, wenn ihr meine Stimme hört, so verstocket euer Herz nicht“ (Hebr 3,15).

Macht Euer Herz und Eure Ohren nicht zu, wenn Ihr Gottes Wort begegnet!

Oft fehlt uns die Gelassenheit und Geduld, auf Gott und SEIN Wort zu vertrauen.
Vor unseren Augen sind die Sorgen um die Kirche und um die Welt. Wir sehen viele Fehlschläge, Schuld und Versäumnisse im Dienst der Kirche am Wort, und unsere eigenen Fehlschläge, Schuld und Versäumnisse in unserem Dienst am Wort.

Das alles können wir mit Bitte um Vergebung zum Kreuz Jesu bringen.
Gott kann unsere Augen in Gnaden wenden. ER kann uns schauen lassen, von dem, was ER durch SEINE Kirche und durch uns mit SEINEM Wort wirkt. Und Gott tut das auch. Darüber hinaus füllt ER unsere Hände aufs Neue mit SEINEM Wort. ER schenkt Hoffnung auf SEIN Wirken durch SEIN Wort. Aus dieser Hoffnung lässt ER Geduld und Gewissheit wachsen, für das Wachsen SEINES Reiches unter uns.

Ich bin nur wie ein Säemann, der Gottes Wort wie eine Saat ausstreut. Doch ich darf hoffen, dass Gott durch SEIN Wort das neue Leben des Reiches Gottes wirkt. Zu einem solchen Dienst des Säens seid auch Ihr als Gemeinde gerufen, in vielfältiger Form:
– mit Eurem Wort, mit Eurer Liebe, mit Eurer empfangenen Vergebung und Eurem empfangenen Frieden.

Eines Tages wird Gottes Wirken durch SEIN Wort zur Ernte herangereift sein. Dann wird die Fülle der Frucht für alle sichtbar sein, wie zur Zeit der Ernte, wenn die „Sichel“ die Ernte einbringt.

Bis dahin ist Zeit des Säens und Wachsens – Zeit des gnädigen Wirkens Gottes durch SEIN Wort.

Gott segne uns allen unsere Zeit zum Empfangen der Botschaft des Lebens und zum Weitergeben der Botschaft des Lebens.

Es grüßt herzlich
Euer Pfr.i.R. Steinführer

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