ePredigt vom 29.05.2014 (Epheser 1, 20 B – 23)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Feiertag Christi Himmelfahrt. Wir feiern heute den vorletzten „großen“ Feiertag. Mit Weihnachten und der Geburt Jesu Christi hat alles angefangen. Am Karfreitag ging der Sohn Gottes für uns an das Kreuz. Am Ostersonntag stand Er von den Toten auf. Und heute am Himmelfahrtstag gedenken wir dessen, was vor 2000 Jahren geschah.
Jesus geht zurück in den Himmel.
Den Predigttext für den heutigen Himmelfahrtstag finden wir im 1. Kapitel des Epheserbriefes, die Verse 20 B – 23. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Durch sie hat er ihn von den Toten auferweckt und eingesetzt zu seiner Rechten im Himmel über alle Reiche, Gewalt, Macht, Herrschaft und alles, was sonst einen Namen hat, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen. Und alles hat er unter seine Füße getan und hat ihn gesetzt der Gemeinde zum Haupte über alles, welche sein Leib ist, nämlich die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt.

Liebe Gemeinde,

was steckt eigentlich hinter dem Himmelfahrtsgeschehen. Es ist ja nicht damit getan, dass Jesus von den seinen entrückt wurde und wieder in den Himmel zurückging. Es muss ja auch noch einen tieferen Sinn haben, der dahintersteckt. Und mit diesem Sinn beschäftigt sich der heutige Predigttext. Es sind drei Punkte, die wir gemeinsam betrachten wollen.

1. Der neue Leib

Die Basis für die Himmelfahrt legte Gott am Ostersonntag, als er Jesus von den Toten auferweckte. Bei der Auferstehung denken wir häufig an eine Wiederbelebung, also eine Rücksetzung in den alten Zustand.

Das ist sicherlich hier nicht passiert. Jesus erhielt von Gott den Auferstehungsleib, einen Leib also, der sich grundsätzlich von unserem Leib unterscheidet. Diesem Leibe sind Dinge möglich, die wir so sicherlich nicht können. Wir können z.B. nicht durch geschlossene Türen gehen oder zeitgleich an mehreren Orten sein.

Das sind aber nur äußere Besonderheiten. Dieser Auferstehungsleib ist der Leib, der es Jesus ermöglicht, ewig zu leben. Als erster unter uns hat Jesus diesen Leib von Gott erhalten.

Und diesen Auferstehungsleib werden einmal alle erhalten, die ihr Leben dem Herrn Jesus voll und ganz übergeben haben. Alle, die dies getan haben, dürfen schon heute ganz fest darauf vertrauen, dass mit ihrem Tode eben nicht alles aus ist, sondern, dass dann die Ewigkeit erst beginnt. Und wir dürfen darauf vertrauen, dass auch wir einen Ewigkeitsleib erhalten, ähnlich wie Jesus ihn heute schon trägt.

2. Der Mensch im Himmel

Liebe Gemeinde, jetzt wird es ein wenig theoretisch. Jesus hat also einen Auferstehungsleib erhalten. Mit diesem Leib wandelte er fortan auf Erden bis zu dem Tag, wo er die Heimreise angetreten hat. Die Heimreise in den Himmel, also das Geschehen, dessen wir heute gedenken.

Als Jesus auferstand war er zwar ganz Gott, aber immer noch ganz Mensch. Nur eben mit dem Körper, der auch uns einmal erwartet. Und jetzt kommt die Pointe: Mit diesem Auferstehungsleib ist er in den Himmel gefahren.

Er ist also nicht irgendwie ganz transzendent von uns gegangen. Nein, liebe Gemeinde, Jesus ist als ganz Mensch und als ganz Gott wieder in den Himmel gegangen, wo er hinfort regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Der Mensch Jesus Christus regiert nun in Seinem Auferstehungsleib zusammen mit Gott dem Vater das himmlische Königreich.

Das ist übrigens genau der Jesus, zu dem wir beten und mit dem wir reden können. Wie er auf Erden mit Seinen Jüngern geredet hat, so will er auch heute mit uns reden und so können wir auch heute mit IHM reden.

Das meinte Jesus damit, als er sagte: Ich bin bei ich alle Tage bis an der Welt Ende.

3. Die Brücke

Mit der Himmelfahrt ist Jesus als sichtbare Gestalt von uns gegangen.
Aber, wie wir soeben gesehen haben ist der Kontakt dennoch zu ihm möglich, nämlich über die Brücke des Gebetes.

Wenn wir uns zwei Berge vorstellen, die durch eine tiefe Schlucht voneinander getrennt sind, dann ist es uns nicht möglich, so einfach auf die andere Seite zu gelangen. Mit dem Gebet können wir aber trotzdem zur anderen Seite gelangen, auch wenn wir diese mitunter gar nicht erkennen können.

Kommunikation geht aber niemals in nur eine Richtung. Gott hat uns von der anderen Seite den Heiligen Geist gesandt, der uns auf allen unseren Wegen auf Erden behüten und beschützen soll.

Das ist ja alles ein wenig schwammig. Wo finde ich heute am Himmelfahrtstag 2014 ganz konkret den Herrn Jesus ? Das ist es doch, was uns in erster Linie interessiert. Und darauf wollen wir doch alle eine verlässliche Antwort haben. Oder etwa nicht ?

Wir finden Jesus heute ganz konkret bei uns. Wenn zwei oder drei in Seinem Namen zusammen sind, dann ist er mitten unter uns. Dieses Versprechen, das uns Jesus vor 2000 Jahren gegeben hat, hat auch heute noch seine uneingeschränkte Gültigkeit.

Wo immer wir fehlbaren Menschen zusammen sind, um IHN anzubeten, da will ER uns mit Seiner Unfehlbarkeit Kraft schenken. Wo immer wir mit unsern Nöten und Sorgen zu IHM kommen, da will ER uns mit der himmlischen Hoffnung trösten. Und wo immer wir an unseren Sünden verzweifeln, da will ER uns immer wieder zeigen, dass ER gerade für diese Sünden den Kreuzestod erlitten hat.

Nutzen wir doch den heutigen Tag, um unsere Beziehung zu diesem menschgewordenen Jesus wieder neu zu beleben. Geben wir IHM doch all unsere Nöte, Sorgen und Probleme und lassen Sie uns doch wieder die vollkommene Ruhe in IHM finden.

Unsere Beziehung zu unserem Herrn drückt der Liederdichter Nikolaus Ludwig von Zinzendorf sehr schön in dem 1. Vers seines Liedes „Herz und Herz vereint zusammen…. “ aus (EG 251), der da lautet, wie folgt:

Herz und Herz vereint zusammen sucht in Gottes Herzen Ruh.
Lasset eure Liebesflammen lodern auf den Heiland zu.
Er das Haupt, wir seine Glieder er das Licht und wir der Schein,
er der Meister, wir die Brüder, er ist unser, wir sind sein.

Der Herr begleite Dich vom Himmel aus auf allen Deinen Wegen
Der Herr beschütze Dich vom Himmel aus bei allem, was Du in SEINEM Namen tust
Der Herr behüte Dich vom Himmel aus vor allem Bösen und allen Gefahren

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Himmelfahrtstag und wünsche Ihnen allen Gottes reichen Segen.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber