Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Pfingstmontag. Unser heutiger Predigttext steht unter der Überschrift Lobpreis. Im Lobpreis erweist der Gläubige Gott die Ehre und rühmt seine Taten, in der Anbetung verehrt der Gläubige Gottes Wesen. Lobpreis und Anbetung sind seit je her liturgischer Bestandteil des Gottesdienstes aller christlichen Konfessionen. Lassen Sie uns am heutigen Tage in unserem Predigttext einen Lobpreis der Urchristenheit näher betrachten. Wir
finden den heutigen Predigttext im 1. Kapitel des Epheserbriefes, die Verse 3-14. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Lobpreis Gottes für die Erlösung durch Christus

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus. Denn in ihm hat er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war, dass wir heilig und untadelig sein sollten; in seiner Liebe hat er uns dazu vorherbestimmt, seine Kinder zu sein durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lob seiner herrlichen Gnade, mit der er uns begnadet hat in dem Geliebten. In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade, die er uns reichlich hat widerfahren lassen in aller Weisheit und Klugheit.

Denn Gott hat uns wissen lassen das Geheimnis seines Willens nach seinem Ratschluss, den er zuvor in Christus gefasst hatte, um ihn auszuführen, wenn die Zeit erfüllt wäre, dass alles zusammengefasst würde in Christus, was im Himmel und auf Erden ist. In ihm sind wir auch zu Erben eingesetzt worden, die wir dazu vorherbestimmt sind nach dem Vorsatz dessen, der alles wirkt nach dem Ratschluss seines Willens; damit wir etwas seien zum Lob seiner Herrlichkeit die wir zuvor auf Christus gehofft haben. In ihm seid auch ihr, die ihr das Wort der Wahrheit gehört habt, nämlich das Evangelium von eurer Seligkeit – in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem heiligen Geist, der verheißen ist, welcher ist das Unterpfand unsres Erbes, zu unsrer Erlösung, dass wir sein Eigentum würden zum Lob seiner Herrlichkeit.

Liebe Gemeinde,

was für ein wunderbarer Lobpreis, den wir soeben gehört haben. Lobpreis, das ist ja nichts mehr für den modernen Menschen. Der moderne Mensch macht schließlich alles selber und trägt auch die Verantwortung dafür. Wen sollte man also noch lobpreisen und vor allem wofür ? So jedenfalls
sehen es ca. 80 % unserer Bevölkerung. Und dennoch sollten sich alle von dem Geheimnis des Lobpreises anstecken lassen. Wenn wir uns diesen Lobpreis ein wenig näher betrachten, dann besteht er aus 3 Strophen, die in der Tat ansteckend sind.

1. Gelobt sei Gott, der Vater…der uns in Christus erwählt hat… dass wir seine Kinder seien

Was für eine gewaltige Aussage. Gott, unser Vater. Ja, Gott ist unser Vater, ein Vater, der mehr für uns tun kann, als es alle irdischen Väter der Welt zusammen tun könnten. Egal, wie unsere Beziehungen zu unseren leiblichen Vätern sind oder waren, wir haben DEN idealen Vater in Gott
gefunden. Mit allem, was uns bewegt und was uns bedrückt dürfen wir vertrauensvoll vor ihn treten und ihn um Hilfe bitten.

ER hat uns schließlich erwählt. Nicht wir haben IHN erwählt. Wir sind also keine Zufallsprodukte, die irgendwie entstanden sind, sondern seine auserwählten Kinder. Und mit jedem seiner Kinder hat Gott etwas besonderes vor. Jeder von uns hat eine besondere Bestimmung in seinem Leben. Natürlich können wir uns so von Gott abschotten, dass er gar nicht mehr an uns herankommt.

Wir können in unserer Arbeit unser Heil suchen. Oder aber in der Aufopferung für die Familie oder den ein oder anderen Verein. Das mag ja alles auch irgendwie nützlich sein, aber unsere Bestimmung ist es ganz bestimmt nicht. Gott hat mich nicht auf die Erde gesandt, damit ich
einmal an Arbeitsüberlastung zusammenbreche. Wie und wo erfahre ich denn nun meine Bestimmung ?

Ganz pragmatisch gesagt, indem ich herausfinde, was ich gerne tue und dies dann zur Ehre Gottes einsetze. Dazu bedarf es aber auch Zeiten der Stille, in denen ich Gott das Wort überlasse und in denen ich nicht von Telefon, Fernseher und anderen Medien gestört werde. Heute ist doch ein
guter Tag, nehmen wir uns doch heute einmal die Zeit der Stille und lassen Gott reden.

2. In ihm haben wir Erlösung durch sein Blut und die Vergebung der Sünden

Ich habe es ja schon einige Male hervorgehoben. Keiner von uns kommt als Heiliger auf diese Welt. Wir sind alle Sünder, aber Sünder die die Möglichkeit der Vergebung in Anspruch nehmen können. Und zwar alle, die wir auf Erden leben. Es ist keiner ausgeschlossen. Alle sind eingeladen, die Vergebung der Sünden durch Christi Blut für sich in Anspruch zu nehmen.

Wenn ich mir dies vor Augen führe, dann anerkenne ich, dass ich nicht allein auf der Welt bin, sondern ein Teil des Planes unseres Herrn bin. Nicht nur mir ist Gnade widerfahren, sondern auch allen meinen Mitmenschen. Ich bin Gott genau so wichtig, wie ein jeder meiner Mitmenschen. Im Glauben sind wir alle Geschwister. Das bedeutet aber auch, dass ich mich meinen Mitmenschen gegenüber wie ein Bruder oder wie eine Schwester zu verhalten habe.

Ich muss nicht nach oben buckeln oder gar nach unten treten. Das hat nichts mit meinem Stand bei Gott zu tun. Ich soll mich allen Menschen gegenüber geschwisterlich verhalten, auch denjenigen, die manchmal ein wenig schwierig zu sein scheinen. Natürlich haben wir alle so unsere Probleme damit. Aber glauben Sie mir, wenn Sie einem schwierigen Menschen gegenüber den ersten freundlichen Schritt wagen, dann ist er auf einmal gar nicht mehr so schwierig.

Liebe und Freundlichkeit sind nun einmal Waffen gegenüber denen nahezu jeder Mensch machtlos ist.

3. In ihm seid ihr versiegelt mit dem heiligen Geist

Das ist doch die schönste Strophe des Lobpreises. Wir alle, die wir Gottes Gnadengeschenk angenommen haben sind versiegelt mit dem heiligen Geist. Wenn sie es so wollen, können wir sagen, wir haben Brief und Siegel darauf bekommen, dass ER da ist.

In Form des heiligen Geistes ist unser Herr seit dem Pfingstfest vor nahezu 2000 Jahren allezeit bei uns. Wir brauchen keinen Weg, auch nicht den allerschwersten mehr alleine zu gehen. ER ist immer bei uns. Auch wenn wir ihn nicht sehen, wir können aber, wie wir es gestern gehört haben, sein Wirken allezeit in uns spüren. Er will uns durch unser Leben hindurch leiten bis zu dem Tage, wo wir ihm in der Ewigkeit persönlich gegenüber stehen.

Wenn wir den heiligen Geist als ständigen Begleiter bei uns wissen, dann dürfen wir uns von allen Ängsten und Sorgen befreien. Diese dürfen wir getrost auf ihn werfen. Wir dürfen auch ein wenig mutiger werden, wenn es darum geht IHN zu bekennen und zu verkündigen. Er ist ja bei uns, wir
werden schon die richtigen Worte zur rechten Zeit finden.

Und letztendlich dürfen wir uns 100%ig darauf verlassen, dass uns unser Vater immer nur zu unserem Besten leiten und führen will. Dann können wir den Stürmen unseres Lebens doch ruhig und gelassen entgegengehen. Wir wissen nämlich, dass alles, aber auch alles nur zu unserem Besten geschieht.

Das ist doch sicherlich einen solchen Lobpreis wert, wie wir ihn heute gehört haben.

Darum singen wir auch in vielen Gottesdiensten die zweite Strophe des Liedes „Allein Gott in der Höh sei Ehr und Preis…..“ des Lieferdichters Nikolaus Decius, die da lautet, wie folgt:

Wir loben, preisn, anbeten dich;
für deine Ehr wir danken,
dass du, Gott Vater, ewiglich
regierst ohn alles Wanken.
Ganz ungemessn ist deine Macht,
allzeit geschieht, was du bedacht.
Wohl uns solch eines Herren.

Der Herr segne dich auf allen Deinen Wegen
Der Herr behüte Dich Dein ganzes Leben lang
Der Herr leite Dich allzeit durch seinen heiligen Geist

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Pfingstmontag und einen schönen Start in die neue Woche.
Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

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