Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen zweiten Weihnachtsfeiertag. Den Predigttext für den heutigen Tag finden wir im Hebräerbrief, Kapitel 1, die Verse 1-4. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Nachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch seinen Sohn, den er eingesetzt hat zum Erben über alles, durch den er auch die Welt gemacht hat. Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort und hat vollbracht die Reinigung von den Sünden und hat sich gesetzt zur Rechten der Majestät in der Höhe und ist so viel höher geworden als die Engel, wie der Name, den er ererbt hat, höher ist als ihr Name.

Liebe Gemeinde,

das Kind in der Krippe ist schon etwas wunderbares. „Christ ist erschienen, uns zu versühnen“ so singen wir es an den Weihnachtsfeiertagen in unserem Lied „O du fröhliche…“. Schauen wir uns doch dieses Kind einmal etwas genauer an und schauen auf das, was Paulus uns dazu schreibt:

1. Durch den er auch die Welt gemacht hat

Der Gott, der uns in der Gestalt des Kindes zu Weihnachten besucht, dieser Gott hat Himmel und Erde gemacht. Somit ist er auch Herr über Raum und Zeit. Kurzum: Alles ist seins.

Gott hat also die Welt erschaffen mit allem, was sich darauf bewegt, was darauf wächst und allen Menschen die darauf leben.

Ddas heißt zunächst einmal, das die Schöpfung uns ja gar nicht gehört. Sie bleibt das Eigentum Gottes und ist uns für die Zeit unseres Daseins auf Erden zur Bewahrung übergeben worden. Überall dort, wo wir zum Beispiel Raubbau mit der Natur betreiben; ich denke zum Beispiel an die Rodung der Regenwälder, überall dort greifen wir rechtswidrig in Eigentumsrechte Gottes ein.

Wir sollen natürlich keine radikalen Klimaaktivisten werden, aber wir alle sind aufgefordert unserer Aufgabe der Bewahrung der Schöpfung gerecht zu werden, indem wir alles unterlassen, was dem Eigentum Gottes Schaden zufügen könnte.

Und jetzt kommen wir mal zu unserem eigenen Leben. Wenn dieses kleine Kind in der Krippe mich erschaffen hat, dann gehöre ich nicht mir selber, sondern bin mit dem, was ich aus meinem Leben mache Gott gegenüber verantwortlich.

Gott hat mich gemacht und mir ganz bestimmte Fähigkeiten und Fertigkeiten mit auf meinen Lebensweg gegeben. Jetzt kommt es darauf an, dass ich diese Fähigkeiten zu seiner Ehre einsetze. Und glauben Sie mir, da gibt es mannigfache Möglichkeiten.

Bis zum neuen Jahr sind ja die meisten von uns zu Hause. Überlegen wir doch einmal, welche Fähigkeiten uns Gott mit auf unseren Weg gegeben hat und wie wir diese zum Aufbau seines Reiches einsetzen können.

2. Jesus = Gott

„Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit…“, so haben wir es soeben gehört.

Wie ist Gott denn von seinem Wesen her? Wie kann, darf und muss ich mir den Gott vorstellen zu dem ich jeden Tag bete? Diese und ähnliche Fragen werden immer wieder an mich herangetragen.

Wenn wir in die Krippe schauen, dann sehen wir Gott.

Wer mehr über das Wesen Gottes erfahren möchte, der muss sich ganz einfach mit dem auseinandersetzen, was Jesus auf Erden getan hat. An allem, an den ganz kleinen Dingen, aber auch an den großen Wundertaten können wir das Wesen dieses Kindes in der Krippe erkennen.

Erinnern wir uns einmal an ein paar Fakten, die dieses Kind vollbracht hat in seinem Leben hier auf Erden: ER weckte nach vier Tagen den toten Lazarus auf. ER speiste mehrere tausend Menschen mit ein paar Fischen und einigen wenigen Broten. ER trieb Dämonen bei den Menschen aus, die schon seit Jahren von diesen besessen gewesen waren.

Und der wichtigste Wesenszug Gottes, seine Liebe zu allen Menschen hat er uns damit erwiesen, dass ER für all unsere Sünden auf dieser Welt den Preis am Kreuz von Golgatha bezahlt hat.

Das Kind in der Krippe ist also weitmehr als ein Wunderheiler und Wanderprediger; er ist der Erlöser der ganzen Welt. Und da er auch Herr über Raum und Zeit ist, gilt diese Erlösungstat für alle Menschen auf der ganzen Welt, egal zu welchem Zeitpunkt sie auf diesem Planeten gelebt haben, noch leben oder in Zukunft leben werden.

3. Er trägt alle Dinge

Ja, liebe Gemeinde, dieses Kind in der Krippe trägt einen jeden von uns durch unser Leben hindurch.

Jesus möchte uns so gern frei machen von allem was uns belastet, was uns auf der Seele brennt und was uns betrübt. ER kann und will der Herrscher unseres Lebens sein.

Dazu bedarf es aber auf jeden Fall unserer Einverständniserklärung. Gott möchte gern, dass alle Menschen erlöst werden, aber nicht gegen ihren Willen. Und wie im Geschäftsleben Schweigen nicht als Zustimmung gewertet wird, so anerkennt Gott unser Schweigen dazu auch nicht als Bitte, Herrscher in unserem Leben zu sein.

Jesus will uns frei machen, dafür müssen wir ihm aber auch den Freibrief übergeben, dass er dieses auch tatsächlich tun darf.

Nehmen wir doch dies von Weihnachten aus mit in unser Leben: Wenn wir unser JA zu unserem Herrn sagen, dann müssen wir uns keine Sorgen und Probleme um unser weiteres Leben machen.

Natürlich werden wir auch weiterhin mit Problen zu tun haben. Als Josua das Volk Gottes über den Jordan führen wollte, da hatten sie ein gewaltiges Problem. Sie drohten in den Fluten des Flusses zu ertrinken. Was machte Gott ? Er ließ den Fluss trockenlaufen, damit sein geliebtes Volk ihn durchqueren konnte.

Und so wird dieser Gott auch uns immer wieder einen Weg bereiten aus allen unseren Nöten und Problemen heraus. Er nimmt sie nicht einfach von uns weg, aber er führt uns an seiner starken Hand sicher und wohlbehalten durch unsere Nöte hindurch.

Wir haben zu Anfang dieser Predigt die Worte gehört „Christ ist erschienen, uns zu versühnen..“ Darum lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Weihnachtsgottesdienstes noch einem gemeinsam das Lied „O du fröhliche…“ (EG 44) singen, welches da lautet, wie folgt:

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit !
Welt ging verloren, Christ ist geboren: Freue, freue dich, o Christenheit
O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit !
Christ ist erschienen, uns zu versühnen: Freue, freue dich, o Christenheit
O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit !
Himmlische Heere jauchzen dir Ehre: Freue, freue dich o Christenheit !

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen Weihnachtsfeiertag. Da wir nun schon drei Tage hintereinander zusammen unterwegs sind, lassen Sie uns diese Tradition fortsetzen und uns am morgigen Sonntag wieder zum Gottesdienst treffen.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

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