ePredigt vom 26.09.2004 (2.Timotheus 1, 7-10)

Liebe Lesergemeinde!
Ich grüße Sie herzlich am 16. Sonntag nach Trinitatis.
Das Predigtwort dieses Sonntags steht im 2.Timotheusbrief,
im 1.Kapitel, in den Versen 7 – 10:²

„Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Zucht. Darum so schäme dich nicht des Zeugnisses von unserm Herrn noch auch meiner, der ich sein Gebundener bin, sondern leide mit mir für das Evangelium nach der Kraft Gottes. Er hat uns gerettet und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht nach unsern Werken, sondern nach seinem eigenen Vorsatz und nach der Gnade, die uns gegeben ist in Christus Jesus vor der Zeit der Welt, jetzt aber offenbart durch die Erscheinung unsers Heilandes Jesus Christus, welcher hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergänglich Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium.“

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
Erste Herbststürme durchbrausten Tage und das Land. Morsches, Abgestorbenes zerbrach und wurde fortgeweht. Schwaches Jungholz und selbst Sturmerprobtes hielten dem Winde nicht stand. Doch nun trägt der Wind sanften Regen der trockenen Erde zu. Aufatmend sprießt die Wintersaat. Neue Stürme werden folgen, doch weiter wachsen wird die Saat.

Doch unter vielen Menschen schwelt die Furcht vor den Stürmen des Lebens.
Wir spüren vielfach solche Stimmung. Sie werden nicht nur in Demostrationen laut und in Wahlen sichtbar. Die Furcht vor der Zukunft ist wie ein Aufschrei verletzter Herzen. Wir sollten sie hören, aber uns nicht mittreiben lassen.

Da sagt uns die Bibel heute eine wunderbare Botschaft.
– Ihr braucht keine Furcht zu haben!
– Gott ist allezeit für Euch da!
– Und ER hat Euch etwas gegeben, was Euch niemand wegnehmen kann!

Da sagt uns die Bibel:
„Denn der Geist, den Gott uns gegeben hat, macht uns nicht zaghaft, sondern gibt uns Kraft, Liebe und Besonnenheit“ (Gute Nachricht, Bibel :2.Tim. 1,7).

Durch die Gemeinschaft mit Jesus sind wir in Gott geborgen. Auch wir werden in unserem Leben Stürmen begegnen – ganz persönlich, in der Gemeinde und in der Welt.

Aber Gott wird in diesen Stürmen bei uns sein.
Durch Gottes Gnade sind es Stürme auf Zeit.
Aus Gottes Liebe haben wir durch Gottes Geist eine Kraft empfangen, dass wir in und mit den Stürmen leben können.
Daran will uns Gottes Wort erinnern.

Wir können es einander zusprechen und bezeugen.
Wir können Gott bitten, dass SEIN Geist bei uns Geborgenheit, Hoffnung und Mut zum Leben wirkt:
Du musst Dich nicht fürchten und verzagen, Gott hat auch für Dich Wege zum Leben!
Vertrau auf SEINE Zusage!
Sei dafür bereit, dass ER sie Dir zeigt und begib Dich unter SEINE Führung!

Gott hat uns einen Geist der Liebe gegeben.
Diese Liebe wendet unsere Blicke auf die, die in den Stürmen des Lebens ihren Halt verloren haben. Ihnen können wir mit der empfangenen Liebe Gottes in Jesus begegnen, damit sie in Jesu Gemeinschaft Geborgenheit, Hoffnung und Mut zum Leben empfangen.

Gott hat uns einen Geist der Besonnenheit geschenkt.
Besonnenheit ringt um Klarheit, um die Angst vor der Unsicherheit bei uns und Anderen zu überwinden. Sie bewahrt uns in eine Panikmacherei zu verfallen. Sie gibt uns die Zeit, die Trugbilder von Parolen für leichte Lösungen zu erkennen. Besonnenheit ermöglicht Geduld und Vertrauen auf die Wege, die Gott für uns bereit hält.

Das alles kommt aus einem Glauben, den Gott uns mit Jesu rettender Liebe
geschenkt hat.

Wir leben ständig von Gottes zuwendender Gnade und Liebe.
Diese Zuwendung ist uns nicht immer bewusst und erkennbar. Aber Gott spricht uns in SEINEM Wort der Bibel diese Zuwendung zu:
– Die rettenden Jesusarme wollen Dich und mich umfangen und durch alle Stürme
führen.
– Jesu vergossenes Blut gibt Deinem und meinem Herzen Gottes neue Lebenskraft.

Daraus können wir leben.
Das können wir als Lebenshoffnung weiter sagen. Wir sollen diese Botschaft nicht ängstlich für uns behalten. Diese Botschaft ist ein Schatz! Sie ist uns durch Gottes Gnade geschenkt und will uns auch durch Leiden hindurch tragen.

So sagt uns Paulus:
„Darum so schäme dich nicht des Zeugnisses von unserm Herr noch auch meiner, der ich sein Gebundener bin, sondern leide mit mir für das Evangelium nach der Kraft Gottes.“

Als Gemeinde sind wir von Gott in Christus gerettet und berufen. Das ist nach Gottes Willen durch Gottes Gnade vor der Zeit der Welt geschehen. Aber in Jesus ist diese Rettung und Berufung zum Leben persönlich auf uns zugekommen. Wir haben die Möglichkeit, sie anzunehmen und Gottes Leben für hier und für die Ewigkeit zu empfangen.

Denn Jesus hat in SEINEM Tod und SEINER Auferstehung den Tod und die Mächte, die das Leben bedrohen, überwunden. Jesus hat „das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium“.

Das Evangelium, die frohe Botschaft Gottes, sagt uns, dass Gott uns Leben geben will und gibt um Jesu Willen. Wir müssen allerdings dieses Leben wollen und Jesu Opfertod für uns annehmen.

Dann empfangen wir Gottes neues Leben.
Darin führt ER uns durch die irdische Zeit, ER führt uns auch durch Leiden und die Stürme des Lebens hindurch. Gott führt uns durch das Sterben und geleitet uns zum ewigen Leben.
Darauf können wir vertrauen!

Und wir können Gott bitten, dass Gottes Geist solches Vertrauen immer aufs Neue lebendig werden lässt. Dabei dürfen wir uns auch vom Glauben unserer Schwestern und Brüder mittragen lassen und wir sind gerufen, Andere im Glauben mit zu tragen.

Dieses Tragen geschieht in Fürbitte, Zuspruch und Einladung zu Jesus und im Mitnehmen zu den ausgestreckten Retterhänden Jesu.
Dieses Tragen steht unter dem Segen Gottes, der uns alle geleiten möge.

Aus dieser geschenkten Gnade heraus grüße ich Sie herzlich
Ihr Pfr.i.R. Steinführer