ePredigt vom 25.04.2004 (1.Petrus 2; 21b-25)

Liebe Lesergemeinde!
Ich grüße Sie herzlich am 2. Sonntag nach Ostern,
dem Sonntag Miserikordias Domini.

Das Predigtwort für diesen Sonntag steht im 1. Petrusbrief,
im 2. Kapitel, in den Versen 21b – 25:²²

„Ihr wißt doch: Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel gegeben. Bleibt auf dem Weg, den er euch voranging; folgt seinen Spuren! Von ihm heißt es: Er hat kein Unrecht getan; nie ein unwahres Wort aus seinem Mund gekommen. Wenn er beleidigt wurde, gab er es nicht zurück. Wenn er leiden mußte, drohte er nicht mit Vergeltung, sondern vertraute darauf, daß Gott ihm zu seinem Recht verhelfen würde. Alle unsere Sünden hat er am eigenen Leib ans Kreuz hinaufgetragen. Damit sind wir von den Sünden befreit und können nun für das Gute leben. Denkt daran: Durch seine Wunden sind wir geheilt worden. Ihr wart wie Schafe, die sich verlaufen haben; jetzt aber seid ihr auf den rechten Weg zurückgebracht worden und folgt dem Hirten, der euch leiten und schützen wird.“

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
Oft schaue ich Menschen zu, die unterwegs sind. Viele haben es eilig. Manche gehen ihren Weg geruhsam. Andere verharren im Verweilen. In ihrem Tun spiegeln sie Momente unseres Lebensweges.

Wir alle sind unterwegs. Unser Leben hat ein Ziel. Viele suchen sich Etappenziele, die sie erreichen möchten, um dann ein weiteres Ziel anzusteuern. Andere setzen auf die Vision eines großen Ziels. Sie mühen sich auf den Weg dahin, möglichst viel vom
Ziel zu erreichen.

Die Bibel sagt uns, dass unser Herr und Schöpfer, unser Gott, unserem Leben ein Ziel gegeben hat. ER hat uns in der Ewigkeit ein zu Hause bereitet, in dem ER mit uns in Gemeinschaft leben will.

Wer aber dieses Angebot nicht kennt oder annimmt, wird sich andere Ziele suchen. Dabei irrt er durch Illusionen und verliert das Leben, dass Gott für ihn bereitet hat. Aus der Bibel könnte er die Wahrheit erfahren, da sagt Gott:
„Suchet mich, so werdet ihr leben“ (Amos 5,4).

Das Zeugnis der Gemeinde könnte ihm helfen. Die Gemeinde Gottes berichtet zu allen Zeiten von dem Weg zu einem Leben mit Gott. Sie bekennt aber auch, dass wir Menschen uns diesen Weg versperrt haben. Wir haben mit unserer Sünde und Schuld den Zugang zu diesen Weg verbaut.

Aber Gott lässt unsere Suche nicht scheitern. In SEINER rettenden Liebe hat Gott den Weg von sich aus neu geöffnet. ER hat Jesus für alle Menschen als Weg gesetzt. Jesus hat alle Schuld und Sünde ans Kreuz getragen. SEIN Blut hat unsere Sünde getilgt.

Nun ist der Weg zum Leben mit Gott frei.
Wer Jesu Opfer annimmt und IHN als seinen Herrn nachfolgt, wird Gottes verheißenes Leben empfangen.

Jesus sagt: „Ich bin die Tür, wenn jemand durch mich eingeht, der wird gerettet werden.“ (Joh 10,9)

In unserem Predigtwort, aus dem 1. Petrusbief, wird die Gemeinde als eine Gemeinschaft angesprochen, die Jesus als Herrn angenommen hat. Ihr wird gesagt:

Bleibt auf Jesu Weg, bleibt in SEINER Nachfolge. Folgt Jesus nach, wie Schafe ihrem Hirten folgen.
Damit seid ihr auf Gottes Weg zum Leben. Auf diesem Weg seid ihr in Liebe und Vertrauen mit Jesus verbunden. Ihr empfangt Freiheit, Freude und Hoffnung.

Aber ihr werdet auch teilhaben an dem, was Jesus auf SEINEM Weg erduldet und leidet.

Schaut auf SEIN Leben. Jesus ist diesen Weg im Vertrauen auf Gott und in Liebe zu euch gegangen:
„Er hat kein Unrecht getan; nie ist ein unwahres Wort aus seinem Mund gekommen. Wenn er beleidigt wurde, gab ers nicht zurück, wenn er leiden mußte, drohte er nicht mit Vergeltung, sondern vertraute darauf, daß Gott ihm zu seinem Recht verhelfen würde.“

Der 1. Petrusbrief ermuntert uns als Gemeinde:
Folgt den Spuren, die Jesus in der Welt hinterlassen hat!
Lasst Euch durch IHN zur Liebe für die Menschen dieser Welt entzünden!

Unsere Verbindung mit Jesus ermöglicht auch uns, Schritte eines Handelns aus Gottes Wort zu tun. Es ermöglicht uns, ein Reden der Wahrheit, das Ertragen von Beleidigungen, das Erdulden von zugefügtem Leiden.

Wir können auf Gott vertrauen. ER hat uns einen Hirten gegeben, der uns leitet und schützt. Jesus, unser Hirte, lässt uns nicht fallen oder im Verderben umkommen.

– ER gibt uns nicht auf, wenn wir SEIN Wort und SEINE Warnungen in den Wind schlagen!
– ER geht uns nach, um uns auf den rechten Weg zurück zu bringen!
– ER heilt alle unsere Wunden und Verletzungen, damit wir diesen Weg gehen können!
– Jesus müht sich um uns, damit wir auf diesem Weg mit IHM zum Ziel kommen!

Denn, nicht der Weg ist das Ziel, sondern das Ankommen in Gottes Zukunft, die ER uns bereitet hat!

So spricht Jesus uns immer wieder mit Gottes Wort an. Als auferstandener Herr begleitet ER uns auch wo wir müde werden auf diesem Weg oder den Weg nicht mehr sehen. Jesus sagt uns:

„Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan“ (Mat 7,7).

Auf dem Weg bleiben und nachfolgen wird unser Leben als Aufgabe begleiten, im Hören und Suchen unter Gottes Zusage und Verheißung.

ER lässt uns durch Jesus sagen:
„Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben“ (Joh 10, 27+28).

Mit diesem Hoffnungswort sendet Gott uns in die neue Woche.
Lasst uns dieser Zusage vertrauen und unter Gottes Segen den Weg zum Leben gehen.

Es grüßt herzlich
Pfr.i.R. Steinführer

²² Gute Nachricht, Bibel, Deutsche Bibelgesellschaft