ePredigt vom 24.12.2011 (Jesaja 9, 1-6)

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie recht herzlich am heutigen Heiligabend im Jahre 2011.
Wussten Sie eigentlich schon, dass schon Jahrhunderte vor der Geburt unseres Herrn Weihnachtslieder gesungen wurden ? Eines dieser Weihnachtslieder finden wir in unserem heutigen Predigttext. Wir finden den Predigttext für den heutigen Tag bei dem Propheten Jesaja im 9.
Kapitel, die Verse 1-6. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Der Friedefürst wird verheißen

Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell. Du weckst lauten Jubel, du machst groß die Freude. Vor dir wird man sich freuen, wie man sich freut in der Ernte, wie man fröhlich ist, wenn man Beute austeilt. Denn du hast ihr drückendes Joch, die Jochstange auf ihrer Schulter und den Stecken ihres Treibers zerbrochen wie am Tage Midians. Denn jeder Stiefel, der mit Gedröhn dahergeht, und jeder Mantel, durch Blut geschleift, wird verbrannt und vom Feuer verzehrt. Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, dass er’s stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer des Herrn Zebaoth.

Liebe Gemeinde,

zugegeben, unsere Weihnachtslieder sind etwas kuscheliger und heimeliger, als das Weihnachtslied des Jesaja. Nun muss man ein wenig der Historie auf den Grund gehen. Als Jesaja dieses Lied schrieb, hatte sich ein ganzes Volk von Gott abgewandt. Es herrschte eigentlich nur noch trübselige Stimmung. Die Freude war aus den Herzen gewichen, die Aussichten für die Zukunft sahen düster aus. Und in diese Dunkelheit hinein singt Jesaja dieses Weihnachtslied, das Lied der Hoffnung. Lassen Sie uns dieses Lied ein wenig näher betrachten.

1. Finsternis sieht Licht

Wir kennen es doch alle, das berühmte Licht am Ende des Tunnels. Es ist etwas geschehen, was uns ein Stück weit hoffnungslos werden lässt. Vor lauter Bäumen sehen wir den Wald nicht mehr. Und dann, auf einmal, wie durch ein Wunder sehen wir einen Funken Hoffnung in unser Leben kommen.
Dieser kleine Funken der Hoffnung kann, obwohl sich unser Leben nicht wesentlich verändert hat, unsere ganze Lebenseinstellung mit einem Male verändern.

Diesen Funken der Hoffnung, liebe Gemeinde, sehen Sie alle in der Krippe liegen. Seit Jesus in die Welt gekommen ist, gibt es für uns als Christen das große schwarze Loch nicht mehr, in welches wir plötzlich hineinfallen können. Egal was passiert, wir werden immer am Ende das Licht des Lebens leuchten sehen.

2. Finsternis spürt Licht

Jesus ist als das Licht DER Welt IN die Welt gekommen. Doch dabei sollte es ja nicht bleiben. In Seinen Lehrjahren hat Er uns viel nützliches mit auf den Weg gegeben. Zum Beispiel Seine Regierungserklärung. Lesen wir sie doch wieder einmal. Wir finden die Regierungserklärung unseres Herrn bei Matthäus in den Kapitel 5-7. Dort wird sie als Bergpredigt bezeichnet. Mit dieser rührte Jesus viele Herzen an, die Ihm fortan folgten.

Und alle die Ihm folgten spürten: Da ist etwas, da geht etwas von der Person Jesu aus.
Das können wir ganz schlecht beschreiben, es fühlt sich an, wie ein tiefer innerer Friede, der so tief verwurzelt ist, dass es scheint, als möge er niemals enden. Selbst Skeptiker, heute würden wir sie Atheisten nennen, spürten, dass von dieser Person des Jesus von Nazareth eine geheimnisvolle Kraft auszugehen schien, der sie sich irgendwie nicht entziehen konnten.

Und dann waren da noch die Wunder, die Er vollbrachte. Wein, der aus reinem Wasser innerhalb von Sekunden entstand. Nach einer Predigt über dieses Thema sagte mir einmal ein Winzer aus Rheinland-Pfalz, dass dies sein Nachbar, der ebenfalls Winzer ist, auch könne.Aber das ist hier
wohl eher nicht gemeint.

Jesus machte nicht nur aus Wasser Wein, nein Seine Wundertaten gipfelten in Heilungen, die soweit gingen, dass Er selbst Tote wieder lebendig machte. Sein Freund Lazarus lag schon drei Tage im Grab, als Jesus ihn wieder lebendig machte.

Jeder, der auch noch so tief in der Finsternis wandelte spürte, da ist etwas ganz besonderes im Gange.

Und dann kam Karfreitag, wo Jesus für all unsere Sünden starb. Aller Glanz und alles Licht schien vorbei zu sein. Aber auch der Tod konnte unserem Herrn keine Macht anhaben. Er stand nach drei Tagen wieder von den Toten auf. Nach Seiner Himmelfahrt sandte Er uns den Heiligen Geist. Den Tröster, der uns während Seiner Abwesenheit Beistand leisten soll.

Und deswegen liebe Gemeinde spüren wir auch heute noch das Licht, das von dem Kind in der Krippe ausgeht. Dieses Licht, der Heilige Geist, will uns führen und begleiten unser ganzes Leben lang. Er will die Kraftquelle für unser Leben sein. Er will uns trösten, wenn es uns mal gerade nicht so gut geht. Und Er will teilhaben an all den fröhlichen und heiteren Stunden unseres Lebens.

Lassen wir Ihn doch in unser Leben hinein. Wir müssen Ihn nur bitten, in Zukunft unser gesamtes Leben zu regieren. Wenn wir dies inständig von IHM erbitten, dann dürfen wir sicher sein, dass ER auch diese Regentschaft übernimmt. Alles, was uns bedrückt wird ER zerbrechen, wie es schon Jesaja geschrieben hat.

Auf eines müssen wir allerdings aufpassen, dass wir Ihm auf der Fahrt unseres Lebens nicht zu viele Stolpersteine in den Weg legen. Diese sind z.B. Egoismus, Eigennutz, Neid, Hass und auch die Furcht und Angst. All diese Stolpersteine kann Er zwar umfahren, es wird alles nur wenig
holpriger. Und das können wir uns in der Tat ersparen.

3. Licht leuchtet den Weg

Wir haben das Licht der Welt kennen gelernt, wie es von Ferne leuchtet und wir haben das Licht der Welt kennen gelernt, wie es in unser eigenes Leben hinein leuchtet. Nun leuchtet dieses Licht der Welt aber nicht nur in die Gegenwart, sondern auch in die Zukunft hinein.

Unser Herr Jesus Christus, der Ewig-Vater und der Friede-Fürst, will nicht nur unserem Leben bis zu seinem natürlichen Ende Licht und Kraft spenden, sondern weit darüber hinaus. In dem Buch der Offenbarung nimmt uns Jesus mit auf eine Reise in die Zukunft.

Und diese unsere Zukunft liegt in der Ewigkeit. Wenn wir bei dem Heiligen Abendmahl Gemeinschaft mit IHM und allen haben, die uns im Glauben bereits vorausgegangen sind, dann dürfen wir davon ausgehen, das wir auch Gemeinschaft mit allen diesen Menschen in der Ewigkeit haben werden.
Das Kind in der Krippe, das zu Ostern den Tod überwunden hat, hat ihn vor allem für uns überwunden. Wir werden alle, die wir allein IHM vertrauen, mit IHM zusammen die Ewigkeit verbringen dürfen.

Es wird nur noch Friede herrschen, Gewalt wird es nicht mehr geben, in Seiner Gegenwart werden wir nichts als Freude empfinden. Und das immer und ewig. Es wird also wie ein ewiges Weihnachten sein. Die vorweihnachtliche Stimmung und das Weihnachtsfest sind stets ein kleiner
Vorbote dessen, was uns in Seiner Herrlichkeit erwartet.

Die Krippen in unseren Wohnzimmern sind also weitaus mehr, als ein schmückendes Beiwerk für ein gelungenes Weihnachtsfest, sie sind der Ausdruck der gewissen Hoffnung auf die Ewigkeit.

Unser Predigttext ist wohl das älteste Weihnachtslied. Lassen Sie uns diesen Gottesdienst beschließen mit dem wohl bekanntesten Weihnachtslied der Welt „Stille Nacht, heilige Nacht….“, dessen dritter Vers lautet, wie folgt:

Stille Nacht, heilige Nacht !
Gottes Sohn, o wie lacht
Lieb aus deinem göttlichem Mund,
da schlägt uns die rettende Stund,
Christ, in deiner Geburt
Christ, in deiner Geburt.

Der Herr lasse SEIN Licht leuchten in Dein Herz hinein
Der Herr erwärme mit SEINEM ewigen Licht Dein Herz
Der Herr gebe Dir mit SEINEM Licht die Hoffnung der Ewigkeit

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen ein gesegnetes Weihnachtsfest, einen friedvollen Abend und eine geruhsame Nacht. Bis zum morgigen 1. Weihnachtstag verabschiede ich mich und wünsche Ihnen allen Gottes reichen Segen.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber