ePredigt vom 24.12.2004 (Lukas 2, 1-20)

Liebe Lesergemeinde!

Ich grüße Sie herzlich zum Heiligen Abend und zum Weihnachtsfest 2004.
Herzlichen Dank für alle Weihnachtspost.
Das ePredigt-Team wünscht allen Lesern ein gesegnetes Weihnachtsfest, und dass Sie in Ihrer Begegnung mit Jesus Licht für Ihr Leben empfangen.
Die nächste Predigt kommt zum Jahreswechsel.

Der Text für die heutige Predigt steht im Lukasevangelium im 2. Kapitel,
in den Versen 1 – 20:²

„Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auf auch Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf daß er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.
Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und siehe, des Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie, und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen; ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.
Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Laßt uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott um alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.“

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
Als Kind habe ich oft gefragt: Wann ist Weihnachten?
Oft bekam ich als Antwort die Anzahl der Tage genannt. Dann konnte ich die Tage an den Fingern abzählen. Später konnte ich die Tage an den Türchen des Adventskalender ablesen.

Doch eine ganz andere Antwort blieb in meinem Herzen hängen.
„Weihnachten ist, wenn Du abends auf die Straße gehen kannst und aus allen Fenstern Lichter leuchten. Niemand muss mehr sein Zimmer verdunkeln, weil die Bombenflieger Pause haben. Es ist Friede auf kurze Zeit. Menschen erinnern sich daran, dass Gott SEINEN Sohn zum Herzensfrieden für alle Menschen in die Welt kommen ließ. Du wirst viele Menschen sehen, die unterwegs sind, um diese Botschaft für sich zu hören und Gott an der Krippe zu danken. Dann werde ich Dich an die Hand nehmen und wir werden mit ihnen in die Kirche gehen, denn Jesus ist für Dich und für mich geboren. “

Was werden wir heute unseren Kindern und Enkeln sagen, wenn sie fragen: Wann ist Weihnachten?
Zeigen wir nur zum Adventskalender?
Erzählen wir ihnen, Weihnachten ist wenn der Weihnachtsmann kommt?
Erzählen wir von dem Wunder der Heiligen Nacht und von der Weihnachtsgeschichte der Bibel?

Noch immer atmet die Heilige Nacht in unserem Land den Weihnachtsfrieden.
Noch immer begegnen sich Menschen in Zuwendung und Liebe.
Menschen sind unterwegs zu gefüllten Kirchen, um die Weihnachtsbotschaft vom Kind in der Krippe zu hören.

Das alles geschieht, weil mit Gottes Botschaft, wie sie einst ein Engel verkündete, Gott in unsere Welt und unser Leben hineinkommt. In dieser Botschaft begegnet auch uns das erlösende und frohmachende Wort:
„Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland (Retter) geboren.“

Von den Hirten in der Weihnachtsgeschichte wird gesagt:
Sie sind eilend aufgebrochen, um zu sehen, was ihnen der Herr verkündigt hat.
„Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war.“

Für uns alle, für Dich und für mich, ist Jesus als Retter unseres Lebens geboren!
Wir hören die Weihnachtsbotschaft als Gemeinde des geborenen, gekreuzigten und auferstandenen Jesus!

Andere hören heute diese Botschaft als Menschen, die den lebendigen Lebensbezug zu Gott verloren haben. Sie hören es als Suchende oder als Menschen, die sich an Verlorenes aus ihrer Kindheit erinnern lassen wollen.

Uns alle kann die Botschaft so treffen, dass wir aufbrechen wie die Hirten, diese Botschaft weiter zu sagen.

Selbst bei mehrfach gefüllten Kirchen bleiben viele draußen. Unter diesen sind Menschen, die sich in ein Weihnachten ohne Jesus im Kreis von Freunden und der Familie eingerichtet haben.
Unter den Ferngebliebenen sind Menschen, die unter ihrer Verlorenheit des Lebens leiden. Manche von ihnen können Weihnachten in der Not ihres Lebens, in der Einsamkeit oder Trauer nur schwer ertragen.

Auch ihnen gilt Gottes Zuwendung und Liebe, gilt die Botschaft:

E u c h i s t h e u t e d e r H e i l a n d , d e r R e t t e r , g e b o r e n !

Gott kann es schenken, dass wir von Gottes Botschaft zutiefst berührt werden.
Gott kann es schenken, dass wir im Leben neu aufbrechen und Jesus für uns finden.
Gott kann es schenken, dass wir die Menschen in Not sehen und dass wir ihnen die Botschaft von Gottes rettender Zuwendung bringen.

Lasst uns darum beten, dass dies unter uns geschieht!
Gottes Geist möge es schenken, dass wir darum beten, dass es bei uns, bei Dir und mir geschieht!

Weihnachten können wir zu Menschenengel, zu Boten Gottes werden, die freudig Gottes geschenkte Rettung verkünden!

Unser Mitsingen der Weihnachtslieder möge zum Gebet werden
– zur Bitte, zum Dank und Lobpreis.

So grüße ich Sie ganz herzlich mit einem alten Weihnachtslied: (EG 40, 1+5)

„Dies ist die Nacht, da mir erschienen des großen Gottes Freundlichkeit;
das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit,
und dieses Welt- und Himmelslicht
weicht hunderttausend Sonnen nicht.

Drum, Jesu, schöne Weihnachtssonne, bestrahle mich mit deiner Gunst;
dein Licht sei meine Weihnachtswonne und lehre mich die Weihnachtskunst,
wie ich im Lichte wandeln soll
und sei des Weihnachtsglanzes voll.“

Ich wünsche allen eine gesegnete Weihnacht mit Jesus, den Heiland und Retter für uns und für alle.

Ihr Pfr. i.R. Steinführer