ePredigt vom 24.01.2016 (1. Korinther 9, 24-27)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag Septuagesimae. 70 Tage sind es nur noch und dann gedenken wir am Ostersonntag wieder der Auferstehung unseres Herrn. Mit der Sühnung für unsere Sünden hat Jesus den Himmel wieder aufgeschlossen, das bedeutet, dass wir wieder einen freien Zugang zu unserem Herrn haben. Wie wir diesen Weg hin zu ihm gehen können, darauf bezieht sich unser heutiger Predigttext. Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag im 1. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 9, die Verse 24-27. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Wisst ihr nicht, dass die, die in der Kampfbahn laufen, die laufen alle, aber einer empfängt den Siegerpreis? Lauft so, dass ihr ihn erlangt. Jeder aber, der kämpft, enthält sich aller Dinge; jene nun, damit sie einen vergänglichen Kranz empfangen, wir aber einen unvergänglichen. Ich aber laufe nicht wie auf’s Ungewisse; ich kämpfe mit der Faust, nicht wie einer, der in die Luft schlägt, sondern ich bezwinge meinen Leib und zähme ihn, damit ich nicht andern predige und selbst verwerflich werde.

Liebe Gemeinde,

der Apostel Paulus vergleicht den Glaubensweg mit dem Weg eines Profisportlers. Fragen wir uns doch heute Morgen einmal, was wir denn von einem Profisportler lernen können, damit wir zu einem „Profichristen“ werden.

Ich glaube es sind drei Dinge, die wir auf unserem Glaubensweg beachten sollten:

1. Das Ziel

Der Profisportler ist getrieben von einem Ziel, nämlich den, wie Paulus es schreibt, Siegerpreis zu erhalten. Ich glaube es gibt wohl keinen Profisportler, der darauf hinarbeitet, irgendwann einmal an einem großen Wettkampf teilzunehmen. Nein, ein Profisportler hat immer ein ganz konkretes Ziel vor Augen.

Nur wer das Ziel kennt, kann auch prüfen, ob er auf dem richtigen Wege ist.

Auch wir als Christen haben ein solches ganz konkretes Ziel. Dieses lautet: „Wir wollen als Christen in den Himmel kommen um dort die Ewigkeit in der Gegenwart unseres Herrn zu verbringen.“ Dies sollten wir uns ruhig einmal abtippen und irgendwo befestigen, wo wir mehrmals täglich drauf schauen können.

Alles, was wir tun, liebe Gemeinde, muss sich nämlich diesem Ziele unterordnen. Gerade deshalb sollten wir uns dieses Ziel immer wieder vor Augen führen. Wenn wir nämlich ziellos leben, dann dürfen wir uns nicht darüber wundern, wenn am Ziel vorbeischießen.

2. Das Training

Um ein Ziel zu erreichen ist es wichtig, dass man regelmäßig auf dieses Ziel hin trainiert, sich also entsprechend vorbereitet. Können Sie sich einen Sportler vorstellen, der gelegentlich mal, wenn es ihm gerade so in den Kram passt, seine Sportschuhe anzieht und trainiert ? Von Erfolg gekrönt wird so ein Sportlerleben nicht sein.

Ebenso wenig wird ein Christenleben ein Christusnahes Leben auf Erden werden, wenn wir uns nur ab und wann mal an die Erlösungstat unseres Herrn erinnern und gelegentlich mal den Kontakt zu ihm suchen. Wenn es uns mal wieder so richtig dreckig geht, dann können wir ihn ja mal wieder anrufen und ihn bitten, die Dinge in Ordnung zu bringen.

Wenn wir hier auf Erden schon mit unserem Herrn zusammenleben wollen, dann müssen wir uns auch bemühen, den Kontakt zun ihm aufrecht zu erhalten. Das klappt am besten im Gebet. Unser Herr ist stets nur einen Gebetsruf von uns entfernt und er wartet täglich auf uns, dass wir ihn anrufen.

Wenn ein Sportler sein Training aufnimmt, dann muss er natürlich auch einiges über den Sport wissen. Er muss zu allererst die Regeln genau kennen. Nehmen wir an, wir wollen das Fußballspiel erlernen. Ohne die Regeln zu kennen würden wir ganz bestimmt in die erstbeste Abseitsfalle hineinlaufen. Wir würden vielleicht ganz ungestüm unsere Gegner ganz einfach umrennen und hätten wahrscheinlich schon vor unserem ersten Schuss auf das Tor die rote Karte erhalten.

So ist es auch um Christenleben. Ohne Regeln können wir kein Leben in der Gegenwart unseres Herrn führen. Diese Regeln finden wir alle in unserer Bibel. Die wichtigsten Regeln für ein Leben mit unserem Herrn finden wir in den zehn Geboten und in der Bergpredigt.

Können Sie ich vorstellen, dass ein Sportler, der ein bestimmtes Ziel vor Augen hat, aber einfach mal eine Auszeit nimmt, um ein paar Wochen ganz relaxt Urlaub zu machen. Und weil es ihm dort gut gefällt, beschließt er, den Urlaub zu verlängern. Und nachdem er dies getan hat, fällt ihm noch ein, dass er ja auch seinen ganzen Bekanntenkreis so lange nicht gesehen hat. Bevor er wieder an das Training geht, werden erst mal alle alten Bekannten besucht. Diese Sportlerkarriere geht natürlich gründlichst in die Hose.

Und so müssen auch wir aufpassen, dass wir bei aller Konzentration auf unser Ziel und bei aller Vorbereitung auf das Erreichen unseres Zieles uns nicht von der Welt ablenken lassen. Wissen Sie, sobald der Teufel nämlich merkt, dass uns die Sache mit dem Glauben wirklich ernst ist, sobald er dies erkennt, fährt er alle möglichen Geschütze auf, um uns wieder von dem guten Weg abzubringen.

Alle Reiche dieser Welt hat er schon Jesus versprochen, wenn er vor ihm niederkniet und nur noch ihn anbetet. Soviel braucht er bei vielen anderen Menschen gar nicht aufzufahren, da reichen schon ganz profane Versprechen auf Lüste und Genüsse, welche die Welt bereithält, um die Menschen von dem Glaubensweg abzubringen.

Also seien wir auf der Hut, wenn uns der Teufel versuchen will.

3. Der Trainer

Ein guter Sportler hat immer auch einen noch besseren Trainer. Warum holt sich ein Weltklassetennisspieler namens Dokovic noch einen Trainer namens Boris Becker ? Natürlich weil er noch etwas von ihm lernen kann.

Es geht aber nicht nur um das Lernen, es geht auch darum dass ein guter Trainer darauf achtet, dass sein Sportler auf dem rechten Wege bleibt, Fortschritte macht und ihn bei Niederlagen wieder aufbaut.

Darum sollten wir als Christen auch solch einen Trainer verpflichten. Das schöne ist, dass wir diesen vollkommen gratis und kostenlos verspflichten können. Es ist nämlich unser Herr Jesus Christus.

Wenn er uns in Matthäus 28 verspricht, dass er alle Tage bei uns sein will bis an das Ende der Welt dann will er damit auch sinngemäß zum Ausdruck bringen: Ich passe auf Dich auf. Ich sorge dafür, dass Du immer weiter im Glauben wachsen kannst. Ich passe auf, dass Du den rechten Weg nicht verlässt. Und wenn es doch einmal passieren sollte, dann bin ich da und fange Dich auf und baue Dich wieder auf.

Diesen Trainer können wir also gratis verpflichten, aber nur, wenn wir ihm alle unsere Sünden bekennen und ihm unser ganzes Leben übergeben.

Aber wir sollten uns auch noch Trainerassistenten suchen, die uns in allen Glaubensfragen hier auf Erden in persona zur Seite stehen. Dies können wir am besten, wenn wir uns einer Gemeinschaft von Christen anschließen. In einer Gemeinschaft passt einer auf den anderen auf. In einer solchen Gemeinschaft helfen alle dem einen auf, der vielleicht zu Fall gekommen ist. Und in einer Gemeinschaft lassen sich die Spielregeln des Glaubens viel besser lernen und in die Tat umsetzen.

Worauf warten wir also noch ? Gehen wir die Sache mit dem Glauben doch einmal auf diese Art und Weise recht sportlich an.

Vertrauen wir uns doch ganz unserem himmlischen Trainer an, wie dies auch der Liederdichter Ludwig Helmbold dereinst getan hat. Er beschreibt dies sehr schön in dem ersten Vers seines Liedes: „Von Gott will ich nicht lassen…“ (EG 365). Dieser lautet, wie folgt:

Von Gott will ich nicht lassen, denn er lässt nicht von mir,
führt mich durch alle Straßen, da ich sonst irrte sehr.
Er reicht mir seine Hand,
den Abend und den Morgen tut er mich wohl versorgen,
wo ich auch sei im Land.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten sportlichen Start in die neue Woche unter der stetigen Gegenwart unseres Herrn.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber